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Die Endlagerung
des Abfalls von
Atomkraftwerken

von Erwin Purucker

Ungelöste Probleme der Kernenergie:
Wohin mit den Abfällen der Kernkraftwerke?
Ist Endlagerung von Atommüll möglich?
Das Hauptproblem der Atomenergie!

Ganz gleich, ob man für oder gegen eine weitere Nutzung der Kernenergie ist oder nicht: Die gefährlichen Abfälle sind da und wir müssen das Risiko, das für unsere Kinder und Kindeskinder davon ausgeht, minimieren. Ich möchte hier zunächst nicht auf die physikalischen oder geologischen Zusammenhänge eingehen, die werden seit Jahrzehnten ergebnislos diskutiert, sondern die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten:

Immer wieder wird betont, jedes Land solle sich um seine radioaktiven Abfälle selbst kümmern, wir sollten sie nicht exportieren und damit die Sache mit Geld regeln. Das klingt zunächst gut und einleuchtend.

Ich finde es allerdings grundfalsch, dass diese gefährlichen Stoffe von jedem Land einzeln endgelagert werden und damit über die ganze Welt verteilt sind. Blickt man auf die großen Zeiträume von Hunderttausenden von Jahren, in denen das Material gefährlich bleibt, muss man feststellen:

Die einzelnen Nationalstaaten mit ihren politischen Verhältnissen sind viel instabiler als die meisten geologischen Formationen, die für eine Einlagerung der atomaren Abfälle in Frage kommen!

Im Falle eines Krieges, und Kriege wird es immer wieder geben, wären Endlager und vor allem Zwischenlager radioaktiver Abfälle militärische Ziele, bei denen hoher Schaden mit geringem Aufwand erzielt werden kann, von Partisanen oder Terrorangriffen ganz zu schweigen. Vor allem kleine oder politisch labile Länder können eine sichere Lagerung des Abfalls von Kernkraftwerken schon in naher Zukunft nicht leisten und die Gefahr geht hier zunächst weniger von geologischen Einflüssen aus, als von Krieg und Terror.

Gibt es eine Lösung?

Die Lösung liegt nahe:
Wir brauchen ein (ein!) zentrales Endlager für die Menschheit,
um das sich alle Nationen gemeinsam kümmern!

Unmöglich? Utopisch? Spinnerei?
Hätte jemand vor ein paar Jahrzehnten gesagt, es wird eine Raumstation geben, die von Amerikanern, Europäern und Russen gemeinsam angeflogen und betreut wird, er wäre als Träumer verspottet worden. Natürlich wird es schwer, einen Platz zu finden. Auf jeden Fall sollte es leichter sein als dreißig verschiedene Plätze zu finden! Das gewichtigste Wort sollten die Geologen und Physiker sprechen. Die nationalen Interessen zu überwinden, wird wohl das größte Problem sein. Wenn sich die Staaten nicht einigen können, gibt es nur noch eine große stabile Landmasse auf der Erde, die zu keinem Nationalstaat gehört. Da wird es einen großen Aufschrei geben von Greenpeace über die Naturschutzverbände bis zu den grünen Parteien. Aber wer gegen einen Vorschlag ist, muss einen anderen Vorschlag machen, versuchen Sie's!

... und alles ist besser als dreißig verschiedene Endlager über den Globus verstreut!

Als positiven Nebeneffekt hätte ein gemeinsames atomares Endlager für die Menschheit einen friedensstiftenden Effekt. Die Staaten und Völker wären zur Zusammenarbeit gezwungen und durch gemeinsame Arbeit und Sorge lernt man sich kennen. Und wer sich kennt, bekriegt sich nicht so leicht. Das gilt zumindest für vernünftige Menschen!

Will man einen Transport über die Meere und das damit verbundene Risiko vermeiden, wäre evtl. noch ein Endlager pro großer Landmasse denkbar. Als absolute Höchstzahl sehe ich je eines für Nord- und Südamerika, Eurasien, Afrika, und Australien an. Aber selbst bei einer Risikoabwägung zwischen einem einzigen Endlager und fünf verschiedenen, unter Vermeidung des See-Transports, sehe ich im Hinblick auf die langen danach folgenden Zeiträume die erste Möglichkeit als die bessere an.
 
Nach Fukushima neue Atomkraftwerke zu bauen, ist aus unserer Sicht dreist, besonders wenn sie, wie z.B. Temelin in  Tschechien, nahe an der deutschen Grenze stehen. Die Kernkraftwerke westlich von uns, vor allem in Frankreich, bedrohen uns allerdings mehr, da der Westen und Nordwesten unsere Hauptwindrichtung ist. In keinem anderen Land gibt es einen so starken Widerstand gegen die Kernenergie wie in Deutschland, deshalb werden weitere AKWs gebaut werden, vielleicht nicht in Temelin, aber auf jeden Fall anderswo. Da können wir so viel protestieren wie wir wollen. Die Chinesen, Inder und Brasilianer werden uns nicht fragen und auch in Afrika gibt es Länder an der Schwelle zum Wirtschaftsaufschwung, deren Bewohner die Wohltat von Klimaanlagen genießen möchten. Olli Heinonen, stellvertretender Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA, die immerhin im Jahr 2005 zusammen mit Mohammed el-Baradei, ihrem damaligen Generaldirektor, den Friedensnobelpreis bekam, sagte: »In den nächsten zwanzig Jahren werden bis zu 300 neue Kernkraftwerke gebaut.« Wir werden es nicht verhindern können. Machen wir uns Gedanken über die Folgen! Im Zusammenhang mit AKWs reden wir immer von der Energieerzeugung, besser Energiegewinnung, gemeint ist aber nur der Teil des elektrischen Stroms. Heizung und Verkehr funktionieren bis jetzt größtenteils ohne Atomkraft. Viele Staaten werden sich das bald nicht mehr leisten können, denn die Umstellung auf Sonnenenergie und andere regenerative Energien ist diesen kurzfristig zu teuer. Und, ob wir es hören wollen oder nicht: Unsere Forderung nach Kohlendioxid-Einsparungen, um den Klimawandel und die  globale Erwärmung zu dämpfen, fördern in vielen Ländern den Bau von Atomkraftwerken! Demo in Mitterteich (Oberpfalz) gegen den Ausbau des Atomkraftwerks Temelin in Tschechien
Demo in Mitterteich (Oberpfalz) gegen den Ausbau des Atomkraftwerks
Temelin in Tschechien, Foto: Erwin Purucker
 
 
Wir dürfen nicht sagen: »Wir haben doch dagegen gekämpft, mehr konnten wir nicht tun!« und an dieser Stelle aufhören zu denken. Auch für die Folgen dessen, gegen das wir eigentlich waren, sind Lösungen erforderlich, und Visionen!

Diesen Vorschlag verstehe ich auch nicht als Freibrief nach dem Motto
»Seht ihr, es gibt doch Lösungen, also können wir mehr AKWs bauen!«
Es ist natürlich keine Lösung, höchstens eine Möglichkeit der Risiko-Minimierung.

Die Nutzung der Atomenergie sollte ein Ende haben, aber gerade auch die Atomkraft-Gegner, die Umweltverbände und politische Parteien wie die Grünen dürfen sich nicht damit zufrieden geben, dagegen zu kämpfen. Sie müssen konstruktiv und visionär daran mitarbeiten, die vorhandenen Zustände zu optimieren und die Gefahren zu verringern.

In Deutschland dürfte es kein großes Problem darstellen, die Kernkraftwerke stillzulegen. Anders sieht es schon in Frankreich aus. Dort kommt ein viel größerer Teil des Stroms aus der Kernenergie. Dadurch haben sie es auch leichter, die Klimaziele zu erreichen. Atomkraftwerke stoßen nunmal keine Klimagase aus. Da Frankreich in unserer Hauptwindrichtung liegt, haben wir mit großer Wahrscheinlichkeit die Folgen eines GAUs mitzutragen, unter Umständen sogar die Hauptlast. Anders sieht es auch bei aus, wenn man zusätzliche Forderungen der Grünen und der Umweltverbände betrachtet: Stillegung der Kohlekraftwerke, die einen großen Teil unseres Energiemixes ausmachen, und gleichzeitig die Umstellung des Straßenverkehrs auf Elektrofahrzeuge. Um das zu realisieren, existiert bis heute keine Technologie, selbst wenn wir ganz Deutschland mit Windenergieanlagen zustellen. Bei windstillem trüben Wetter ohne Sonnenschein, das im Winter bei uns oft viele Tage lang anhält, bleibt dann nur noch der Import von Atomstrom oder Kohlestrom von den Nachbarstaaten. Hinzu kommt auch noch, dass durch den Zuzug von Migranten der Energiebedarf steigt. Wie man diese gegenläufigen Trends gleichzeitig bewältigen will, dafür gibt es bis jetzt absolut kein schlüssiges technisches Konzept. Windpark Stemmasgrün - Wolken über der Windenergie?
Fazit: Emotionale Diskussionen und Kämpfe führen nicht zum Ziel. Nur realistische, an Techik und Physik orientierte Planungen können auch in Zukunft unsere Energieversorgung gewährleisten und die Umwelt schützen.


Bitte beachten Sie: © 2011 von Erwin Purucker






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