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Besonderes aus meiner Fotosammlung
zu Themen, Teil 9

Hölle und Fegefeuer,
Satan, Luzifer
und der Teufel



Mit der Angst der Menschen vor dem Leben nach dem Tod, mit Höllenqualen und dem Fegefeuer genauso, wie mit dem altägyptischen Totengericht oder dem Hades der Griechen und Römer, konnte man über Jahrtausende die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Luzifer, Satan, Teufel und Schlimmeres herrschen dort und bringen den gestorbenen Menschen die größten Qualen bei. Diese Angst wurde vielfach benutzt, um Reichtümer anzuhäufen, von den Priestern und Einbalsamierern des alten Ägypten über die Ablassverkäufe der katholischen Kirche bis zu manchen modernen Glaubensgemeinschaften und Sekten. Schon Martin Luther prangerte diese Praktik scharf an. Wir sind so geschaffen, dass niemand weiß, was nach dem Tod passiert, kein Priester, Schamane, Wahrsager oder Heilsbringer, niemand!
 Mein Weltbild: Die Welt, die Menschen und Gott

Drastische Darstellungen gibt es zu Hauf, vom alten Ägypten bis zum Mittelalter:
 
Luzifer frisst Menschen Ein fledermausähnlicher Teufel frisst Menschen
Wohl die drastischste Darstellung Luzifers, der Menschen frisst:
Auf diesem Mosaik an der Kuppel des Baptisteriums in Florenz in der  Toskana tut dies nicht nur Luzifer, sondern auch Schlangen, die ihm aus verschiedenen Körperöffnungen kriechen.
Nebenan in der Kuppel des  Doms in Florenz erledigt das Menschenfressen ein fledermausähnlicher Teufel.
Die Flügel deuten wahrscheinlich an, dass es sich dabei
um gefallene Engel handelt.

Folterkammer Hölle Höllenqualen
Weitere Bilder aus der Kuppel des Doms zeigen eindringlich die Qualen der Hölle,
gegen die alle  mittelalterlichen Folterkammern auf der Erde blass erscheinen.

In der Frauenkirche in München (Dom zu Unserer Lieben Frau) hat der Teufel höchstpersönlich sogar einen Fußabdruck hinterlassen! In dem kleinen Zeitraum zwischen der Fertigstellung des Baues und der Weihe konnte der Teufel das Gotteshaus betreten. Weiter als bis zu dieser Stelle wagte er sich nicht und von dort war kein einziges Fenster zu sehen. Er lachte über die Kirche, da man offenbar die Fenster vergessen hatte und stampfte dabei mit dem Fuß auf. Später bemerkte er von außen, dass er sich getäuscht hatte. So entfachte er einen Sturm, um die Kirche zum Einsturz zu bringen, was ihm jedoch nicht gelang.

Eine andere Version der Legende erzählt, dass der Baumeister der Kirche einen Pakt mit dem Teufel schloss, damit dieser ihm beim Bau helfe. Als Lohn sollte Satan die Seele des ersten Menschen erhalten, der die Kirche nach Fertigstellung betrat. Der Baumeister verweigerte jedoch den versprochenen Lohn mit der Begründung, dass der Bau ohne Fenster fehlerhaft sei. Zum Beweis führte er ihn an diese Stelle. Aus Wut stampfte der Teufel auf und verursachte dabei den Fußabdruck.

Heute weiß man, dass diese Legenden vom Teufelstritt erst später entstanden sein müssen. Am Anfang war nämlich von hier doch ein Fenster zu sehen. Erst durch eine Umgestaltung im Jahr 1620 wurde dieses durch einen barocken Hochaltar verdeckt. Als die Kirche wieder vom Barock zur Neugotik umgestaltet und dieser Hochaltar entfernt wurde, war das Fenster wieder sichtbar. Die Sagen müssen also in diesem barocken Zeitraum entstanden sein.
Der Teufelstritt in der Frauenkirche zu München

Der Teufel oder Satan ist übrigens nicht so alt, wie man glauben könnte. Er erschien nämlich erst mit dem Ein-Gott-Glauben, also den monotheistischen Religionen. In den Natur-Religionen aber auch in den Mythen der Griechen und Römer konnten viele Götter sowohl gut oder böse sein, deshalb musste man sie besänftigen. Im Christentum gibt es nur einen Gott, und der ist nur gut. Deshalb entstand der Teufel oder Satan als Gegenpol und ist das personifizierte Böse.

Den Namen Satan könnte man möglicherweise vom Gott Seth der ägyptischen Mythologie ableiten. Obwohl er der Beschützer der Oasen war, verursachte er Stürme und Unwetter und wurde als Gott der Dunkelheit und des Chaos bekannt.

In  Edfu am Nil buk man einmal im Jahr einen Nilpferdkuchen, schnitt ihn auf und aß ihn, was die Vernichtung des Seth darstellen sollte.

 Meine Fotos und Informationen aus Ägypten
Der ägyptische Gott Seth
Abb.: Creative Commons-Lizenz von Jeff Dahl

Die Puritaner, die sowieso in allem Weltlichen teuflische Aktivitäten sahen, setzten die alte Berg-, Wetter- und Fruchtbarkeitsgottheit Baal mit Satan gleich.

Baal hatte im Altertum große Bedeutung vom Nahen Osten bis zum alten Ägypten, wo er im Neuen Reich als kriegerischer Gott auftaucht und oft mit Seth gleichgestellt wurde.

Baal wird vielfach in der Bibel erwähnt, z.B. im  Buch der Richter, 2. Kapitel, Vers 13: »Denn sie verließen den Herrn und dienten Baal …«. Im  Karmel-Gebirge in Israel fand nach der  Bibel, Erstes Buch der Könige, Kapitel 18, Vers 19 ein Wettstreit zwischen Baal und dem Propheten Elija statt. Wie viele alte Götter wurde Baal später von der Kirche später zu einem Dämon gemacht, einem bösen Geist aus der Unterwelt.

Viele Ortsnamen im Nahen Osten erinnern ebenfalls an den Gott. Am bekanntesten ist wohl Baalbek im  Libanon.
Die Gottheit Baal
Abb.: Gemeinfrei

Vom Aussehen her kommt dem Teufel wahrscheinlich der griechische Hirtengott Pan am nähesten. Er wurde nämlich auch mit Ziegenbeinen und Hufen, oft sogar mit Hörnern dargestellt. Zwar war er der Gott der Natur, des Wassers und der Höhlen, der Musik und der Fruchtbarkeit, aber er verführte die Menschen auch zu Trinkgelagen oder gar Orgien. Er war oft lustig und umgab sich mit schönen Mädchen, dann aber auch plötzlich furchterregend und aufbrausend. Das Wort Panik kommt heute noch davon. Seine Verehrung reichte weit über Griechenland hinaus. Sogar in Nord-Israel, am Jordan-Quellfluss Banyas gibt es ein Pan-Heiligtum an einer Quelle. Insgesamt wurde er aber nicht als böse angesehen.

 Nord-Israel
 Griechenland
Der griechische Hirtengott Pan mit Daphnis
Abb.: Gemeinfrei

In der Unterwelt herrschte bei den alten Griechen jedoch ein anderer: Hades ist der Gott der Unterwelt, des ebenfalls Hades hieß. Er begehrte Kore, eine Tochter des Zeus zur Frau und entführte sie. Daraufhin wurde ihre Mutter, die Fruchtbarkeitsgöttin Demeter so traurig, dass sie nichts mehr wachsen ließ. Bevor alle Menschen verhungern würden, erzielten Zeus und Hades eine Übereinkunft, dass Kore nur einen Teil des Jahres als Persephone in der Unterwelt leben solle, den Rest als Kore bei ihrer Mutter Demeter. Daraus entstanden die Jahreszeiten. So lange sie bei Demeter weilt, ist Sommer.

Persephone entspricht der Proserpina in der römischen Mythologie und oft wurde sie auch mit der Isis der ägyptischen Mythologie gleichgesetzt.
Hades entführt Persephone
Abb.: Gemeinfrei

Auch die geheimnisvolle Figur Baphomet erinnert in mancher Hinsicht an den Teufel. In den Templerprozessen des 14. Jahrhunderts wird er vor allem in  Südfrankreich als "Götzenfigur der Tempelritter" bezeichnet. Eine Abbildung aus dieser Zeit ist nicht erhalten. Auch ist nicht auszuschließen, dass sich "Zeugen" unter der Folter irgendetwas ausdachten, um die Qualen zu beenden und das Ende zu beschleunigen. Dies würde die sehr unterschiedlichen Beschreibungen des Baphomet erklären.

Erst im 19. Jahrhundert wurde er als Dämon mit gehörntem Ziegenkopf, weiblichen Busen und einem  Pentagramm auf der Stirn von Schriftstellern des Okkultismus wiederentdeckt und bekanntgemacht. Eliphas Levi Zahed fertigte eine Phantasie-Zeichnung nach alten Berichten an, in die er die verschiedensten geheimnisvollen mystischen Symbole einfließen ließ. Nach ihm verbindet Baphomet Gut und Böse, Mensch und Dämon, Frau und Mann, Mensch und Tier. Das ganze gipfelte 1885 im sogenannten Taxil-Schwindel, in dem den Freimaurern vorgeworfen wurde, in geheimen satanischen Zeremonien und Riten Baphomet zu verehren. Ein Vorläufer heutiger Verschwörungstheorien.
Der Dämon Baphomet
Abb.: Gemeinfrei

Auch in meiner Heimatstadt Marktleuthen im Fichtelgebirge in Oberfranken gibt es ein Symbol des Teufels. Eine Felsformation in einem kleinen Park wird im Volksmund Teufelsstein genannt. Der Überlieferung nach handelt es sich um eine heidnische Kultstätte, weshalb die Kirche nahe des Felsens eine Kapelle errichten ließ, um den heidnischen Einfluss zu neutralisieren. Hier sollen einst auch Heiden getauft worden sein. Die Kapelle ist leider nicht erhalten, nur der Name des Ortsteils Kappel erinnert noch daran.

Weitere Bilder:
 www.fichtelgebirge-oberfranken.de...
Der Teufelsstein im Fichtelgebirge
Der  Arbeitskreis für Heimatforschung Marktleuthen begab sich vor kurzem in die Hölle unter dem Teufelsstein. Dort suchte man jedoch nicht Satan, sondern den sagenumwobenen Augenbrunnen, der bis ins 18. Jahrhundert hinein von weither angereiste Pilger von Augenkrankheiten befreit haben soll. Man fand jedoch nur Baumwurzeln, die vergeblich nach heilsamem Wasser suchten. Die Hölle unter dem Teufelsstein




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