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Bildergalerie


Besonderes aus meiner
Fotosammlung
zu Themen, Teil 8

Der Tod in der Kunst

Malerei, Skulptur
und Dichtung



Ist das nicht ein seltsames Thema für eine Bildergalerie?

Der Tod und auch Tötungen begegnen uns in der abbildenden Kunst, aber auch in der Dichtung, auf Schritt und Tritt, manchmal nur symbolhaft, wie z.B. im allgegenwärtigen Kreuz, manchmal aber auch auf sehr drastische Weise. Darstellungen von grausamen Tötungen unterliegen oft der Zensur und Altersbeschränkung, mit Recht. Auf der anderen Seite hängt in fast jedem bayerischen Klassenzimmer das Symbol für eine der grausamsten Tötungsarten, die sich die Menschheit ausgedacht hat: Kruzifixe, teilweise mit dem leidenden Jesus mit schmerzverzerrtem Gesicht. Messen wir mit zweierlei Maß? Es ist wohl eher ein Gewöhnungseffekt. So wie sich Soldaten auf dem Schlachtfeld an das Töten gewöhnen, so haben wir und unsere Kinder uns an den blutenden Heiland gewöhnt, ans Kreuz genagelt, mit Dornenkrone und der blutigen Wunde an der Hüfte. Viele dieser Darstellungen müssten objektiv gesehen einer Altersbeschränkung unterliegen.

Bei vielen Gemälden und anderen Kunstwerken findet man Tötungsakte in oft sehr drastischer Darstellung. Gerade in der Kunst ist eben vieles möglich, was sonst als verwerflich gilt: Nacktheit genauso wie Gewaltdarstellungen – Ästhetik des Körpers wie Ästhetik des Sterbens oder Tötens!
Theseus tötet den Minotaurus (Minotauros) Ein Soldat will einen Einsiedler erschlagen
Theseus tötet den Minotaurus.
Mosaik in der Villa Kerylos in Beaulieu-sur-Mer
an der  Cote d'Azur
Ein Soldat aus der Lombardei will den Einsiedler erschlagen,
aber es klappt nicht...  weiterlesen

David köpft Goliath Kain erschlägt Abel
David köpft Goliath an einer Tür des
Baptisteriums von Florenz in der  Toskana.
(Bibel, Erstes Buch Samuel, 17. Kapitel, Vers 51)
Am selben Bronzeportal, der Paradiespforte,
erschlägt Kain seinen Bruder Abel.
(Bibel, Erstes Buch Mose, 4. Kapitel, Vers 8)

Perseus - Haupt der Medusa Judit enthauptet Holofernes Hercules erschlägt Cacus
Ein Standbild des Perseus, der
gerade die Medusa geköpft hat,
in  Florenz in der Toskana.
Vor dem Palazzo Vecchio enthauptet gleich
die Judit den Holofernes...
... und Hercules erschlägt gleich
Cacus mit seiner riesigen Keule

Tieropfer: Aus Tod wird auch Leben:


Im Geschichtspark Bärnau in der  Oberpfalz versucht man, das Leben in früheren Zeiten möglichst realistisch darzustellen. So findet man dort auch einen slawischen Kultplatz mit einer Opferstätte. An einem dürren Baum hängt ein Schaffell und in dem Tümpel darunter findet man Überreste, die wir heute als "Schlachtabfälle" bezeichnen würden. Hier wurde also ein Schaf "geopfert". Ein Menschenopfer konnte man wahrscheinlich nicht realistisch darstellen. Die Natur lässt die Überreste nicht verkommen. Im Tümpelwasser fielen uns halb im Schlamm steckende Würmer auf, die ein regelrechtes Ballett vollführten. Ich halte sie für Schlammröhrenwürmer (Tubifex). Sie nutzen die Nährstoffe aus dem Blut und anderen Körperteilen und gedeihen prächtig. Nachfolgend ein Video:
Slawisches Tieropfer im Mittelalter

 Tieropfer und Menschenopfer


Ägypten: Relief, Erschlagen der Feinde Der ägyptische Gott Bes tötet einen Feind
Auch im alten  Ägypten wurden Tötungen
in verschiedenen Reliefs und Wandmalereien
festgehalten. Ein ägyptischer König im Neuen Reich
erschlägt hier einen besiegten Feind.
Die Götter waren auch nicht besser:
Diese Statuette zeigt den Gott Bes,
der einen der Feinde Ägyptens tötet.


Hinrichtungen


Künstler hatten zu allen Zeiten keine Hemmungen, grausame Tötungsarten drastisch darzustellen. Oft diente es der Abschreckung, vielleicht sollte auch der Bedarf an Voyeurismus befriedigt werden. Man kann es auch als eine frühe Form des Sensationsjournalismus bezeichnen.

Als Beispiel hier ein Holzschnitt von Lucas Cranach dem Älteren, der das Zersägen des Heiligen Simon zeigt. Es handelt sich um Simon Zelotes, einen Jünger Jesu. Manche betrachten ihn als Vetter Jesu. Er lebte im 1. Jahrhundert nach Christus. Die Hinrichtung fand in Babylon statt, das heute Han-al-Mahawil heißt und im Irak liegt. Simon wird als Heiliger und Märtyrer verehrt.
Zersägen des Heiligen Simon


Todesstrafe


Die Bibel und vor allem das Alte Testament ist voll von Tötungen bis zur Todesstrafe.
Als Beispiel die verschlüsselten Bibelstellen aus Verblendung, dem ersten Teil der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson:
  • Magda - 30112: Drittes Buch Mose, Kapitel 1, Vers 12:
    Sinngemäß: Man soll einen Schafbock oder Ziegenbock auf der Nordseite des Altars schlachten,
    sein Blut auf den Altar schütten, den Kadaver in Stücke zerhauen,
    den Kopf und das Fett auf dem Altar mit Holz und Feuer verbrennen,
    die Eingeweide und die Schenkel waschen und dann als Brandopfer auf dem Altar anzünden.

    Was für eine Sauerei!
    Ich möchte mir den Gestank gar nicht vorstellen.
  • Sara - 32016: Drittes Buch Mose, Kapitel 20, Vers 16:
    Wenn ein Weib sich irgend zu einem Vieh tut, dass sie mit ihm zu schaffen hat,
    die sollst du töten, und das Vieh auch. Des Todes sollen sie sterben. Ihr Blut sei auf ihnen!

    Das ist Todesstrafe und Lynchjustiz auf einmal!
  • BJ - 32027: Drittes Buch Mose, Kapitel 20, Vers 27:
    Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird,
    die sollen des Todes sterben, man soll sie steinigen. Ihr Blut sei auf ihnen!

    Eine Vorwegnahme der Hexenverfolgungen?
  • LI - 31208: Drittes Buch Mose, Kapitel 12, Vers 8:
    Wessen Hand nicht ein Schaf zum Brandopfer bringen kann, der nehme zwei Turteltauben.
  • Mari - 32018: Drittes Buch Mose, Kapitel 20, Vers 18:
    Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und entblößt ihre Scham und deckt ihren Brunnen auf,
    und sie entblößt den Brunnen ihres Bluts, die sollen beide aus ihrem Volk gerottet werden.


Der Tod wird in der Literatur und der abbildenden Kunst oft personifiziert. Er tritt dann als Gevatter Tod in Erscheinung und wird oft mit einer Sense als Schnitter dargestellt. Die allegorische Darstellung des Todes hält meist eine Sanduhr, das Stundenglas, in Händen, was die Vergänglichkeit des Lebens darstellen soll. Oft weisen ihn Flügel als Todesengel aus.
Engel des Todes: Die Pest in Rom
Engel des Todes
Das Gemälde erinnert an die Pest in Rom
 Jules Elie Delaunay
Todesengel
Todesengel
auf einem Friedhof in  Italien
 Engel
Was für eine Gestalt könnte denn die "Person Tod" sein? Ein Engel oder Dämon? Oder »Holt uns der Teufel?« In der Bibel, Zweites Buch Mose, Kapitel 12, Vers 29, tritt sogar Gott selbst als Todesengel auf und tötet alle Erstgeburt der Ägypter, einschließlich des ersten Sohns des Pharaos.


Manche Bilder von Toten sind regelrecht berühmt geworden, so z.B. die  Mumie Ramses des Großen, die man im Tal der Könige in Ägypten fand oder rechts das Foto des verstorbenen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Als er am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg starb, hatte ein Pressefotograf die Dienerschaft bestochen, um Bismarck nach seinem Tod fotografieren zu können. Für die Fotos wurde sogar der Wecker auf den Todeszeitpunkt zurückgestellt. Man könnte sie als die ersten Paparazzi-Fotos der Geschichte bezeichnen. Aus dem Verkauf der Bilder wurde jedoch nichts. Der Fotograf wurde verhaftet und bestraft. Der verstorbene Otto von Bismarck


Krieg


Blickt man hinsichtlich des Themas "Tod" auf die deutsche Geschichte, so kommt einem natürlich sofort der Zweite Weltkrieg mit seinen zahlreichen Todesopfern auf dem Schlachtfeld aber auch in den zerbombten Städten auf allen Seiten in den Sinn. Auch die durch ihn verursachte  Deutsche Teilung mit den Opfern am Todesstreifen quer durch Deutschland im nachfolgenden Kalten Krieg. Aber denke ich an meinen Geschichtsunterricht zurück, ist die gesamte Geschichte eine Geschichte von Kriegen, von Tod und Leid. Die friedlichen Zeiten wurden nur am Rande erwähnt! Die beiden Weltkriege, der Dreißigjährige Krieg, Seuchen wie die Pest und die Hexenverfolgungen prägten das Bild. Die Kriegsfolgen wie Verarmung, Hunger und Krankheiten waren nicht minder dramatisch. Ob die Menschheit dieses Jammertal jemals überwinden wird? Auf Erden wohl nicht. Wahrscheinlich muss tatsächlich erst so etwas wie das "Reich Gottes auf Erden" kommen. Dass wir (bis jetzt) von einem Dritten Weltkrieg verschont blieben grenzt an ein Wunder.

Die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges und seiner Folgen hielt Jacques Callot in zahlreichen Zeichnungen fest, hier zum Beispiel in Die Kriegsgräuel - Der Galgenbaum aus dem Jahr 1632. Das Bild zeigt die Hinrichtung von Menschen, die sich durch die Kriegswirren nicht mehr redlich ernähren konnten und gezwungenermaßen zu Plünderern, Dieben und Bettlern wurden. Man betrachtete sie als Parasiten.
Die Kriegsgräuel - Der Galgenbaum von Jacques Callot Kunstdrucke und Poster von Jacques Callot, gerahmt und ungerahmt, erhalten Sie hier bei  allposters.de
Zum Thema Krieg fällt mir als Zusammenfassung ein Zitat aus
Der Herr der Ringe ein. Galadriel sagt in Lothlorien zu Gimli:
»... In allen Ländern ist Liebe nun verwoben mit Trauer.«

Eine sehr martialische Darstellung eines piktischen Kriegers mit dem abgeschlagenen Kopf eines getöteten Feindes stammt von einem John White aus dem 16. Jahrhundert. Er ist am ganzen Körper bemalt oder tätowiert und trägt ein Schild und ein gebogenes Schwert, mit dem er anscheinend den Feind geköpft hat. John White - Geköpfter Feind
Kunstdrucke und Poster
von John White
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Gevatter Tod


Die Stund ist aus schrieb Hans Sebald Beham unter dieses Bild. Der Tod in Form eines Gerippes mit Flügeln holt eine junge Frau. Das Stundenglas in Form einer Sanduhr zeigt an, dass die Zeit abgelaufen ist.

Hans Sebald Beham war der Bruder des bekannten Barthel Beham, der das Männerporträt auf einem 50-D-Mark-Schein schuf.
Hans Sebald Beham - Die Stund ist aus
Kunstdrucke und Poster
von Hans Sebald Beham
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Unfälle


gab es natürlich schon immer, auch tödliche. Nicht mal die Götter waren davor gefeit: Der griechische Gott Apollon schleuderte einst beim Sport den Diskus und traf damit aus Versehen Hyakinthos. Möglicherweise eine der ersten Schilderungen eines Sportunfalls.

Der Gott Apollon, immerhin unter anderem auch zuständig für die sittliche Reinheit und Mäßigung, war anscheinend auch gleichgeschlechtlichen Beziehungen nicht abgeneigt. Hyakinthos (Hyacinthus), ein Sohn des spartanischen Königs, war der Geliebte Apolls. Er war so schön, dass man eine Blume nach ihm benannte, die Hyazinthe. Apoll war allerdings nicht sein einziger Geliebter, auch mit dem Gott des Westwindes, Zephyros (Zephyrus), hatte er offenbar eine Beziehung (Bild rechts). Leider starb er schon sehr früh durch den Sportunfall mit dem Diskus...

Heute würde da sicher mal die KriPo Ermittlungen aufnehmen!
Göttliche gleichgeschlechtliche Liebe
Zephyros (Zephyrus) & Hyacinthus (Hyacinthus)
auf einer Trinkschale aus dem 5. Jahrhundert vor Christus

Kunstdrucke und Poster Griechischer Kultur
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Hinrichtungsmethoden

Die bei uns bekannteste und allgegenwärtige gewaltsame Hinrichtung ist wohl der Tod Jesu am Kreuz. Die Römer erfanden vor über 2000 Jahren diese Hinrichtungsart der Kreuzigung. Meist durchgeführt an belebten Straßen, so dass jeder Vorübergehende das jämmerliche dahinscheiden sehen konnte. Meist ließ man die Leichen hängen und von Raubtieren und Vögeln zerfressen.

Während man Bücher und Filme mit gewalttätigen Szenen auf Jugendfreiheit prüft, werden unsere Kinder von Anfang an mit dieser grausamen Hinrichtungsmethode konfrontiert. Wir haben uns an die Kruzifixe mit dem schmerzverzerrten Gesicht des sterbenden Jesus gewöhnt, was man auch Abstumpfung nennen könnte.

Bei vielen Darstellungen hängt Jesus sehr gefasst am Kreuz, in anderen aber auch sehr leidend. Eine sehr drastische und martialische findet man auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald aus dem 16. Jahrhundert mit dem vor Schmerzen verkrampften Leib Jesu. Durch Öffnen und Schlißen der verschiedenen Flügel bietet der Altar verschiedene Ansichten (Wandelaltar). Leid und Tod sind auf ihnen allgegenwärtig. Unter anderem findet man eine drastische Darstellung des Antoniusfeuers (der Kriebelkrankheit), einer sehr schmerzhaften Krankheit, hervorgerufen durch eine Vergiftung mit dem sogenannten Mutterkorn, dem Mutterkornpilz, der Getreide, vor allem den Roggen, befällt.
Kreuzigungsszene auf dem Isenheimer Altar

Kreuzigungsszene auf dem Isenheimer Altar


Nachdem das Mittelalter mit einer der größten Pest-Epidemien zu Ende gegangen war, der ein großer Teil der Bevölkerung zum Opfer fiel, begann auch die Neuzeit in Europa nicht viel besser. Der Dreißigjährige Krieg und die Hexenverfolgungen forderten ihre Opfer und zu allem Überfluss sorgte die sogenannte Kleine Eiszeit für eine Abkühlung mit einer Verschlechterung der landwirtschaftlichen Erträge und entsprechenden Hungersnöten. Eine der größten Ansammlungen von Tötungen malte Pieter Bruegel der Ältere 1562 in sein fast 2 m² großes Gemälde Der Triumph des Todes. Es hängt heute im Prado Museum in  Madrid und zeigt in allen Ecken einer Hügel-Landschaft am Meer, wie Skelette, die den Tod symbolisieren, die Menschen töten, vom König über die Nonne bis zu den Seeleuten auf den brennenden Schiffen im Hintergrund. Der Rausch der Grausamkeiten ist nur in der Vergrößerung zu erkennen. Der Triumph des Todes
Der Triumph des Todes
Pieter Bruegel der Ältere

Kunstdrucke und Poster
von Pieter Bruegel dem Älteren
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Der Tod ist unausweichlich, aber auch erforderlich. Zumindest in der Welt, die wir kennen. Das gilt für das Sterben der kleinsten Mikrobe, für Pflanzen, Tiere, Menschen und schließlich den gesamten Kosmos. Denn das alles unterliegt der Zeit. Sie verursacht die Vergänglichkeit. Wenn es darüberhinaus eine Welt gibt, die einen dauerhaften Sinn ergibt, und vielleicht so etwas wie einen Gott, dann muss das außerhalb der Zeit existieren. Vielleicht können wir den Sinn des Ganzen begreifen, wenn wir wieder dort sind, wo wir einst herkamen.

Der Satz von Arthur Schopenhauer macht durchaus Sinn: »Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen daraus.« Auch Leo Tolstoi hat es ähnlich formuliert: »Das Leben ist ein Traum, der Tod ein Erwachen.«

Der Aufwand, der erforderlich war, um uns ein Leben zu ermöglichen, vom gesamten Kosmos bis zu den physikalischen Gesetzen und den Naturkonstanten, zeugt davon, dass das ganze einen Sinn haben muss. Deshalb lassen Sie uns unser Leben in sinnvoller Weise gestalten, auf dass wir nicht eines Tages wie in dem Musical Les Misérables bedauern müssen: »My life has killed the dream I dreamed!«


Halbtot

La Gacheuse ist ein Gemälde von  Rene Magritte, eine surrealistische Darstellung über die Vergänglichkeit alles Irdischen, die Vanitas. Die unlogische makabere Darstellung zeigt Jugend und Tod in einer Person, als ob der Tod unvollständig wäre. Der Titel, im Englischen The Bungler, bedeutet so viel wie Stümper, Pfuscher oder Flickschuster. Ist es nicht seltsam, dass beim Sterben noch niemand vergessen wurde? Unser Körper ist regenerationsfähig und im Prinzip könnten wir durchaus mehrere Jahrhunderte leben, wie es im Alten Testament der Bibel beschrieben ist. Aber im Gegensatz zur ansonsten unperfekten Welt scheint der Tod perfekt zu funktionieren. Niemand wird übersehen. Nur auf diesem Bild scheint Gevatter Tod gepfuscht zu haben und hat die Frau nur halb getötet.
La Gacheuse von Rene Magritte
Gemälde La Gacheuse
von Rene Magritte

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von Rene Magritte
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Auferstehung und Scheintod


Beim Thema Auferstehung denken wir Christen natürlich automatisch an Jesus Christus. Aber auch andere legendäre Gestalten waren nicht so leicht totzukriegen. So brauchte es bei Schneewittchen nur eine Erschütterung, um sie ins Leben zurückzurufen. Die Auferstehung Jesu ist genauso unglaublich, kommt uns aber überhaupt nicht seltsam vor, weil wir uns daran gewöhnt haben, genauso wie das Symbol für eine der grausamsten Hinrichtungsarten an den Wänden aller Bayerischen Klassenzimmer hängt, manchmal mit dem schmerzverzerrten Gesicht des Gekreuzigten. Objektiv betrachtet ist diese Wiederbelebung genau so unmöglich wie das nächtliche Umherstreifen von Vampiren oder spontane Selbstentzündung von Personen. Mit einer entsprechend etablierten alten Religion wäre auch das für uns selbstverständlich.

Das mag Schwarzer Humor sein, nicht Jedermanns Sache, aber zu allen Zeiten Teil der Literatur. Noch eine Lehre aus Ghost Busters 2: Wenn du einen Zug hörst, schau nach, ob du nicht auf Gleisen stehst!

 Die Welt, die Menschen, Gott und die Religionen

Schriftsteller und Dichter


Lyrik und Prosa haben sich zu allen Zeiten in vielfältiger Weise dem Thema Tod angenommen, von den tragischen griechischen Mythen bis zu jedem modernen Krimi. Als Beispiel ein Gedicht von Theodor Fontane. Die tieftraurige Geschichte von John Graham, der vor Liebe zu Barbara Allen krank wird, findet ihre früheste Erwähnung am 2. Januar 1666 im Tagebuch eines Samuel Pepys, der es als ein kleines schottisches Lied von Barbara Allen beschreibt. Von der Geschichte gibt es zahlreiche verschiedene Versionen. Mal finden sie kurz vor seinem Tod zusammen, mal merkt sie erst nachdem er gestorben ist, dass sie ihn liebte. In jedem Fall stirbt sie kurz nach ihm an Gram über die versäumte Liebe. Theodor Fontane verfasste das Gedicht im Jahr 1855 als eine freie Übersetzung der ursprünglich schottischen Ballade. Sie handelt von unerfüllter und unerklärter Liebe.
Theodor Fontane als Kunstdruck, auch gerahmt
Theodor Fontane
Abb.: Werbematerial von  allposters.de

Die Ballade von Barbara Allen

Es war im Herbst, im bunten Herbst,
wenn die rotgelben Blätter fallen,
da wurde John Graham vor Liebe krank,
vor Liebe zu Barbara Allen.

Seine Läufer liefen hinab in die Stadt,
und suchten, bis sie gefunden:
»Ach, unser Herr ist krank nach dir,
komm, Lady, und mach ihn gesunden.«

Die Lady schritt zum Schloss hinan,
schritt über die marmornen Stufen.
Sie trat ans Bett, sie sah ihn an:
»John Graham, du ließest mich rufen.«
»Ich ließ dich rufen, ich bin im Herbst,
und die rotgelben Blätter fallen.
Hast du kein letztes Wort für mich?
Ich sterbe, Barbara Allen.«

»John Graham, ich hab' ein letztes Wort:
Du warst mein All und Eines.
Du teiltest Pfänder und Bänder aus,
mir aber gönntest du keines.

John Graham, und ob du mich lieben magst,
ich weiß, ich hatte dich lieber.
Ich sah nach dir, du lachtest mich an
und gingest lachend vorüber.
Wir haben gewechselt, ich und du,
die Sprossen der Liebesleiter.
Du bist nun unten, du hast es gewollt,
ich aber bin oben und heiter.«

Sie ging zurück, eine Meil' oder zwei,
da hörte sie Glocken schallen.
Sie sprach: »Die Glocken klingen für ihn,
für ihn und für - Barbara Allen.

»Liebe Mutter mach ein Bett für mich,
unter Weiden und Eschen geborgen.
John Graham ist heute gestorben um mich
Und ich sterbe um ihn morgen.«
Theodor Fontane

Ein Lied mit ähnlicher Handlung,
aber mit vertauschten Geschlechterrollen,
lässt Johann Wolfgang von Goethe
in seinem Faust das Gretchen singen.

Es war ein König in Thule schrieb er 1774.
Thule ist eine mythische Insel hoch im Norden Europas.
Der griechische Entdecker Pytheas aus Massilia (Marseille)
beschrieb sie im 4. Jahrhundert v. Chr. als Thoule.
Ob er eine reale Insel damit meinte,
und welche, ist nicht bekannt.
Johann Wolfgang Von Goethe als Kunstdruck
Johann Wolfgang Von Goethe
Abb.: Werbematerial von  allposters.de

Der König in Thule

Es war ein König in Thule,
gar treu bis an das Grab,
dem sterbend seine Buhle
einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
er leert’ ihn jeden Schmaus,
die Augen gingen ihm über,
so oft er trank daraus.
Und als er kam zu sterben,
zählt’ er seine Städt’ im Reich,
gönnt’ alles seinen Erben,
den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
die Ritter um ihn her,
auf hohem Vätersaale,
dort auf dem Schloß am Meer.
Dort stand der alte Zecher,
trank letzte Lebensglut,
und warf den heiligen Becher
hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken
und sinken tief ins Meer,
die Augen taten ihm sinken,
trank nie einen Tropfen mehr.
Johann Wolfgang von Goethe

Über den Jordan


Woher kommt die volkstümliche Redensart Über den Jordan gehen für das Sterben?

Es steht in unserer  Bibel, 2. Buch von den Königen, 2. Kapitel, Vers 11: Als die Tage des Propheten Elija (Elia) zu Ende gingen, wurde er von einem feurigen Wagen mit feurigen Rossen abgeholt, der vom Himmel kam und mit ihm wieder gen Himmel flog. Wer denkt da heute nicht an ein Flugzeug, Raumschiff oder gar an ein Ufo! Da der Wagen auf der anderen Seite des Jordans landete, musste Elija das Wasser teilen, um hinüber zu kommen. Er war über den Jordan gegangen.
Die Himmelfahrt des Propheten Elija (Elia)
Die Himmelfahrt des Propheten Elija (Elia)
Abb.: Werbematerial von  allposters.de








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