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Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs - Ulrich GroberDie Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs
Ulrich Grober

Gebundene Ausgabe, 1. März 2010
     Verkaufsrang: 9351      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Nachhaltig ist heutzutage alles, von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Das von Joachim Heinrich Campe 1807 herausgegebene Wörterbuch der deutschen Sprache definiert das Wort "Nachhalt" als das, "woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält". An was kann man sich halten, was bedeutet Nachhaltigkeit? In diesem anschaulich erzählten Buch wird der Begriff "Nachhaltigkeit" neu vermessen. Vor fast 250 Jahren avancierte er zum Leitbegriff des deutschen Forstwesens und bezeichnet seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen nachzuhalten. Das von Hans Carl von Carlowitz 1713 erstmals beschriebene Dreieck der Nachhaltigkeit ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit ist heute als "sustainable development" in aller Munde. Die Idee dieses Begriffs aber reicht noch weiter zurück. Sie findet sich im "Sonnengesang" des Franziskus von Assisi genauso wie bei den griechischen Philosophen und den Philosophen der Aufklärung. Ulrich Grobers spannende (Zeit)Reise führt uns an den Hof des Sonnenkönigs und in die deutschen Fürstenstaaten, erzählt vom sächsischen Silberbergbau und vom Holzmangel. Und davon, dass die Nachhaltigkeitsidee überall, wo sie auftaucht, ein Kind der Krise ist, aber auch die Entstehung eines neuen Bewusstseins markiert. Des Bewusstseins, dass der Planet, auf dem wir leben, erhalten und bewahrt werden muss.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Informatives Lesevergnügen      5 von 5 Punkten
Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Heutzutage ist alles nachhaltig. Was für eine vorbildliche Nation Deutschland doch in Sachen Umweltschutz ist. An wirklicher Umweltbildung, abseits der bequemen Schlagworte, mangelt es hingegen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Nachhaltigkeit? Welche Geschichte hat dieser Begriff ?
Die Fragen werden im Buch Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs" eindrucksvoll und mit grosser sprachlicher Schärfe erklärt. Das Buch von Ulrich Grober ist nicht nur lehrreich im alten Sinne des Begriffes. Ulrich Grober macht die Abhandlung zu einem Lesevergnügen. Gerade auch deshalb weil er dem Bedürfnis nach bequemer, mundgerechter, Lektüre nicht nachkommt.
Eine Kulturgeschichte des Begriffes Nachhaltigkeit ist gleichzeitig auch eine Zeitreise. Franz von Assisi, die europäischen Königshöfe, die Brundlandt Kommission, sind nur einige Stationen. Die Situation des Waldes, die immer neuen Definitionen in Sachen Nutzung, sind ebenso spannend zu lesen die Diskussionen zum Thema Energie (vom Tagebau zur Solarenergie !?).
Das Buch von Ulrich Grober ist verblüffend aktuell und fundiert. Menschen die sich am umweltpolitischen Diskurs beteiligen ist die Lektüre dringend zu empfehlen. Allen anderen Menschen auch. Es geht letztlich um die Frage woher wir kommen und wohin wir gehen wollen. Wer lenken will, wer mitgestalten will, muss aber informiert sein. Informiert abseits der vorgekauten Medienkost. Es geht darum sich selbst zu informieren, sich selbst ein Urteil zu bilden, Schlicht: selbst zu denken. Das Buch von Ulrich Grober ist eine gute Übung zum Selbstdenken.


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Der Untergang des Abendlandes - Oswald SpenglerDer Untergang des Abendlandes
Oswald Spengler

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 13429      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Der Untergang des Abendlandes
OA 1918 / 22 (2 Bde.)Form Sachbuch Bereich Philosophie
Mit seinem Buch Der Untergang des Abendlandes (Untertitel: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte) prägte Oswald Spengler das moderne Geschichtsbild nachhaltig.
Entstehung: Das Werk entstand aus einer kleineren politischen Schrift Spenglers aus dem Jahr 1911. Im Lauf seiner Recherchen seien ihm die "zuweilen berührten, nie begriffenen" Beziehungen - zwischen Formen der bildenden Künste und des Kriegs, zwischen "politischen und mathematischen Gebilden" - aufgefallen. Spengler setzt sich - wie im Untertitel des Werks angekündigt - zum Ziel, eine Morphologie der Weltgeschichte zu umreißen.
Inhalt: Spengler entwirft eine Entwicklungsgeschichte der Kultur, gemäß der alle Hochkulturen (die indische, antike, arabische und abendländische) in ihren "Altersstufen" eine frappierende Parallelität aufweisen. Als Beweis hierfür führt Spengler so genannte "homologe Bildungen" an; hierunter versteht er kulturelle Erscheinungen, deren Entstehung zwar Jahrhunderte auseinander liegt und die sich äußerlich unterscheiden (wie die "antike Plastik und die abendländische Instrumentalmusik, die Pyramide des 4. Dynastie und die gotischen Dome, der indische Buddhismus und der römische Stoizismus"), die aber denselben Platz in der Phasenaufteilung einnehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem vom Autor geprägten Begriff der "Gleichzeitigkeit": "Ich nenne ‘gleichzeitig' zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in genau derselben - relativen - Lage auftreten und also eine genau entsprechende Bedeutung haben. Gleichzeitig vollzieht sich die Entstehung der Ionik und des Barock. Polygnot und Rembrandt, Polyklet und Bach sind Zeitgenossen. Gleichzeitig erscheinen in allen Kulturen die Reformation, der Puritanismus, vor allem die Wende zur Zivilisation." Durch die Einordnung solcher funktionsgleicher "Tatsachen" in die entsprechenden historischen Epochen der vier Kulturen entsteht ein komplexes Raster von jeweils "gleichzeitigen" Geistes-, Kunst- und politischen Epochen.
Diese Interpretation, die als eine der frühsten Erscheinungen der strukturalistischen Methode gelten darf, hat nach Spenglers Ansicht nicht nur den Vorteil, dass man im Stil eines Paläontologen die fehlenden Stücke des Entwicklungspuzzles verschollener Kulturen rekonstruieren, sondern auch die Weiterentwicklung einer bestehenden Kultur, namentlich der abendländischen, vorherbestimmen könne. So sagt Spengler für das westliche Europa nach der momentanen "Herrschaft des Geldes" (der "Demokratie") die "Ausbildung des Cäsarismus" und den "zunehmend primitive(n) Charakter der politischen Formen" voraus.
Aufbau: In der sprachlichen Ausführung bisweilen brillant, scheint die Analyse jeder Chronologie und Systematik zu entbehren. Die teilweise künstlich anmutenden Definitionen und Periodisierungen der behandelten Kulturen erscheinen willkürlich eingestreut. Auf der anderen Seite untermauert Spengler seine Argumentation mit Erklärungen philosophischer Begriffe wie Ausdehnung, Zeit, Raum, Takt und Tempo sowie mit der Unterscheidung der Prinzipien des Schicksals und der Kausalität in der Geschichtsschreibung.
Beeindruckend ist die Vorgehensweise Spenglers, in einzelnen Kapiteln nicht nur den bildenden Künsten und den Staatsstrukturen, sondern auch dem mathematischen Wissen der einzelnen Kulturen eine besondere Bedeutung beizumessen. Als wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Kulturen kommt Spenglers Vorstellung von Kulturseelen zum Tragen. So sei die antike Kultur in ihrem Wesen apollinisch, die ägyptische mystisch, die abendländische in ihrem Streben nach dem Unendlichen faustisch.
Bestimmender als dieser Seelencharakter sei indes die unaufhaltsame Entwicklung einer Kultur hin zur Zivilisation, mit der Spengler den Verfall des abstrakten Denkens, die schaffende Kunst sowie den geordneten Staat verbindet.
Wirkung: Die deutlich fatalistische, antidemokratische und daher letztlich konventionelle Zivilisationskritik Spenglers erfuhr in rechten Kreisen der Weimarer Republik den größten Zuspruch und verzerrte das Gesamtbild des Werks bis heute. B. A.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Fundiert und noch immer Top-Aktuell      5 von 5 Punkten
Spengler versucht zu beweisen dass alle grossen menschlichen Zivilisationen ein ähnliches Entwicklungsschema aufweisen.
Grundlage ist die Idee dass eine Zivilisation einen Prozess durchlebt, ähnlich dem Lebensprozess eines Menschen.
Geburt - Wachstum - Produktivität - Senilität - Tod.
Die Idee dieses Prozesses ist nicht neu, aber Spengler hat es soweit ich weiss zum ersten mal in dieser fundierten Form und mit zahlreichen
zusätzlichen Basis-Überlegungen auf Papier gebracht.
Grundlage für die Überlegungen bieten die Zivilisationen der Griechen / Römer / Chinesen / Inder und unsere "faustische" Zivilisation.
Dabei versucht Spengler anhand der Mathematik/Kunst/Spiritualität/Religion/Kunst etc etc einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kulturen zu ziehen.
Dabei wird klar dass unserer faustischen Kultur grundsätzlich andere Werten und Betrachtungsweisen innewohnen als beispielsweise der indischen,chinesischen oder griechischen.
Dies ist noch nicht verwunderlich, verwunderlich ist dass trotz all der Verschiedenheit jeder Kultur/Zivilisation ein gewisser "Lebensplan" zugrunde liegt.
So etwas wie eine biologische Uhr die tickt.
Nach Spengler durchleben wir in der faustischen Zivilisation gerade die letzte Phase, und bis ins Jahr 2200 wird unsere Kultur in dieser Form untergegangen sein.
Wohlgemerkt: Spengler ist kein Untergangs-Prophet.
Sein Werk würde ich als geschichts-philosophisch betrachten.
Und auch wenn es bereits 90 Jahre alt ist so sind die Betrachtungen und Schlüsse in keinster Weise veraltet.
Im Gegenteil: es wird klar wie stark das Schicksal einer Zivilisation vom Grund-Denken eines Menschenschlages bestimmt wird.
Einem Grund-Denken dass sich in dunkler Vorzeit gebildet hat, vor Jahrtausenden, und weiterbesteht ohne dass dieser Zusammenhang in der Zivilsation wirklich zum Ausdruck käme, respektive ohne dass sich die einzelnen Teile einer Kultur, der einzelne Mensch, darüber im klaren wären.
Insofern ist Spenglers Werk ein Aufklärungswerk und jedem zu empfehlen der sich Gedanken über unsere Zivilisation macht.
Es ist interdisziplinär und wirkt in folgenden Disziplinen: Meta-Mathematik / Geschichte / Philosophie / Soziologie / Ahnenkunde / Psychologie / Zukunftsforschung / Kunstgeschichte etc.
Kantianer aufgepasst, Spengler ist ein Goethianer.
Er versucht zu erkennen, nicht zu verlogifizieren.
Das Buch kann vom Laien verstanden werden.
Spengler bleibt in der Sprache klar und bemüht sich um Verständlichkeit.
Ein Studium der Geschichte wäre natürlich vorteilhaft, aber rudimentäres Wissen über die Gesamt-Zusammenhänge genügen auch.
Kein leichtfertiges Werk.
Zu Empfehlen?
Auf jeden Fall.


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Lob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik - Jun'ichiro TanizakiLob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik
Jun'ichiro Tanizaki

Gebundene Ausgabe, 20. August 2002
     Verkaufsrang: 72315     

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"Von Ferne denkt man auch an das ähnliche Konzept des deutschen Jugendstils: Überlebensstrategien im Kampf gegen das ewig Hässliche. Tanizakis 'Lob des Schattens' könnte den vom Fortschrittsdenken erschöpften Europäer retten... Bei Tanizaki kommt das Menschenrecht des Auges zur Geltung." (Süddeutsche Zeitung )

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

ästhetische Wahrnehmung auf geistiger Ebene - jedoch auch befremdlich      5 von 5 Punkten
Tanizakis Essay über die japanische Ästhetik, "Lob des Schattens" (1933), äußert bereits im Titel, worum es geht: um das Verborgene, das, was sich in der Dunkelheit versteckt und was sich dadurch ausdrückt - wahre Schönheit, die für den traditionellen Japaner aus der Verbindung zwischen Sicht- und Unsichtbarem bzw. dessen Vorstellung entsteht.
Der japanische Denkansatz mag abseits seiner Ungewöhnlichkeit für den Leser aus der westlichen Hemisphäre - für den Schönheit immer mit SICHTbarkeit zu tun hat - in gewisser Weise aber auch interessant sein, da hier nicht nur das Auge "sieht", sondern auch der Geist, ganz davon zu schweigen, daß der Blick für's Detail hier lebendig ist, im Gegensatz zur westlichen, oft oberflächlichen Wahrnehmung. Das Nachvollziehen dieser Schattenästhetik wird aber am Punkt ihrer Umsetzung m. E. schwer. Tanizaki zeigt, daß japanische Ästhetik weit mehr ist als die bekannten Klischees, die sich der Westen als mit seiner eigenen Ästhetik vereinbar "herausgepickt" hat. Es beginnt hier beim traditionell-japanischen Haus mit dunklen Zimmern aufgrund der Reispapierfenster, die nur wenig Licht einlassen, geht über Frauen, die ihre zierlichen Körper gänzlich in dicken Kimonos unsichtbar machen, einzig Gesicht und Hände freilassen, sich aber, um den Aspekt der Finsternis noch zu unterstreichen, das Gebiß schwarzfärben (!!) und grau-dunkelgrünen Lippenstift auflegen (!) und endet bei schwarzem Lackgeschirr, das z. B. eine Suppe als undefinierbare Flüssigkeit erscheinen läßt, und Metallgegenständen, die bereits Patina - ebenfalls eine Art "Schatten" - aus Ausdünstungen menschlicher Hände angesetzt haben.
Hier schreibt Tanizaki auch von der Stilisierung des Schmutzes, im Gegensatz zur westlichen Welt, in der es einzig um dessen Beseitigung geht, um Schönheit zu erreichen. Überhaupt erweist sich "Lob des Schattens" als (mitunter auch chauvinistisches) Plädoyer gegen den Einzug westlichen Gedankenguts in Japan nach der Meiji-Zeit, also nach 1912; an einigen Stellen stellt Tanizaki die japanische Ästhetik auch über die "seichte" westliche. Dies sei ihm jedoch gegönnt; wir Europäer können ja sicherlich auch nicht gänzlich die japanische Schatten-Ästhetik nachempfinden - womit sich einer der vielen Ost-West-Gegensätze zeigt. Hier hat der Essay denn auch eine vermittelnde Funktion und ist daher trotz seines Alters (immerhin zieht Tanizaki dunkleres Kerzenlicht dem elektrischen Licht vor!) gewissermaßen aktuell.


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Ästhetik des Performativen (edition suhrkamp) - Erika Fischer-LichteÄsthetik des Performativen (edition suhrkamp)
Erika Fischer-Lichte

Taschenbuch, 28. Juni 2004
     Verkaufsrang: 17012      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Spätestens seit den 60er Jahren lassen sich zeitgenössische Kunstwerke nicht mehr in den Begriffen herkömmlicher Ästhetiken erfassen. Anstatt ›Werke‹ zu schaffen, bringen die Künstler zunehmend Ereignisse hervor, die in ihrem Vollzug die alten ästhetischen Relationen von Subjekt und Objekt, von Material und Zeichenstatus außer Kraft setzen. Um diese Entwicklung verstehen zu können, entwickelt Erika Fischer-Lichte in ihrer grundlegenden Studie eine Ästhetik des Performativen, die den Begriff der Aufführung in den Mittelpunkt stellt. Dieser umfaßt die Eigenschaften der leiblichen Kopräsenz von Akteuren und Zuschauern, der performativen Hervorbringung von Materialität sowie der Emergenz von Bedeutung und mündet in eine Bestimmung der Aufführung als Ereignis. Die Aufhebung der Trennung von Kunst und Leben, welche die neueren Ausdrucksformen anstreben, wird hier ästhetisch auf den Begriff gebracht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Nicht nur für TheWis      5 von 5 Punkten
Kunstwerke sind keine Werke im alten Sinn mehr. Seit den späten 60ern sind Performances, politische Manifeste oder auch (traditionelle) Theateraufführungen nicht länger nur als "Text" lesbar, in dem diese oder jene Bedeutung zu stecken hat. Vielmehr sind sie darauf angelegt, als performative Vorgänge die Wahrnehmung des Rezipienten vom "Werk" fort und auf sich selbst zu lenken, auf ihre Materialität, ihre Entstehungsbedingungen etc.
Der alte Satz "Was will uns der Regisseur sagen" ist somit quasi ungültig geworden. Erika Fischer-Lichte stellt die Aufführung an sich ins Zentrum performativer Ãsthetik und meint damit den tatsächlichen Moment, in dem wir alle in einem Raum sitzen und somit erst "Bedeutung" entsteht.
Dieses Buch hilft jedem Theaterwissenschaftler, Aufführung als Entstehungsmoment durch leibliches Aufeinander-Reagieren zu verstehen. Aufführungsanalysen können unter performativen Folien mehr "entdecken", als das eingliedrige semiotische Analysemuster. Wobei das Performative das Semiotische nicht destruiert, im Gegenteil: wenn eine Geste nur bedeutet, was sie eben bedeutet - anstatt als Zeichen auf etwas anderes zu verweisen -, dann kann sie letzlich vielmehr, eigentlich alles mögliche bedeuten, was der Zuschauer in diesem ästhetischen Freiraum zu assoziieren vermag.
Performativität kann helfen, die Bedingungen von Sinnstiftung und Wahrnehmungskonditionen besser kennen zu lernen. Und es hilft dabei, sich selbst als aktives Element zu begreifen und die Sinne für die nÃchste (Massen-)Veranstaltung wie Theater, Rockkonzert, Fussballspiel o.ä. entsprechend zu schärfen.


Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung - Wolfgang BehringerKulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung
Wolfgang Behringer

Gebundene Ausgabe, 16. Juni 2010
     Verkaufsrang: 52125      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Blitz und Donner zu schleudern war ein Vorrecht der Götter, und Petrus schickte Regen und Sonne, wie es ihm gefiel. Viele Jahrhunderte - wahrscheinlich sogar noch viel länger - funktionierte das ganz gut ohne menschliche Beteiligung. Das war einmal. Heute machen wir das Wetter selber. Fachleute sind sich einig: Der Klimawandel geht weitgehend auf unser Konto. Zeit für einen Rückblick: Wie hat das Klima die menschliche Spezies beeinflußt? Wie haben Klimaschwankungen das Leben unserer Vorfahren verändert, wie ihre Kultur bestimmt? Ein erhellender Streifzug durch die vergangenen Klimaschwankungen vom Holozän bis heute. Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt? Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer- Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das lehrt uns nicht zuletzt Mut zu fassen, den Klimawandel als die Herausforderung unserer Generation zu begreifen und in einem besseren Sinne zu beeinflussen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung      5 von 5 Punkten
Endlich mal wieder eine objektive Lektüre, die bei der Diskussion über den Klimawandel über den Tellerrand zu schauen vermag. Unglaublich wissenswert auch für mich als Historiker.


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Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen: Mit den Augustenburger Briefen - Friedrich von SchillerÜber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen: Mit den Augustenburger Briefen
Friedrich von Schiller

Taschenbuch, März 2000
     Verkaufsrang: 13801      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Zum Schiller-Jahr 2009 - Die umfassend kommentierte Ausgabe von Schillers großer Reflexion über Kunst und Freiheit, seiner nach wie vor grundlegenden Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants und den Konsequenzen der Französischen Revolution.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

stellungnahme zum Inhalt      5 von 5 Punkten
Abgesehen davon, daß es vermessen für einen normalen Leser vermessen ist, über Schiller zu urteilen:
Im vorliegenden Buch beschreibt Schiller - incht leicht zu lesen - den Schönheitsbegriff philosophisch und sieht u. a. die "lebende Gestalt" als ideale Einheit von Leben und GGestalt, Dasein und Form.


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Hirndoping: Warum wir nicht alles schlucken solllten - Klaus LiebHirndoping: Warum wir nicht alles schlucken solllten
Klaus Lieb

Broschiert, 15. März 2010
     Verkaufsrang: 61448      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kaffee ist out, Ritalin® ist in. Hirndoping ist der neue Trend, so die Prognose von Zukunftsforschern. Schlucken wir alle bald Psycho-Pillen, um ständig leistungsfähig und gut gelaunt zu sein?
Laut einer aktuellen DAK-Studie würde jeder vierte Deutsche zugreifen, wenn die Medikamente in der Apotheke um die Ecke frei erhältlich wären. Und zwei Millionen Deutsche dopen ihr Gehirn bereits. Aber wie wirken die Substanzen? Welche Gefahren und Bedenken gibt es und welche Alternativen kommen in Frage?
Der Mediziner Klaus Lieb bietet fundierte Antworten und warnt vor einer Gesellschaft, in der Leistungsstreben kein Limit mehr kennt.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Warum wir nicht alles schlucken sollten      4 von 5 Punkten
Das Buch HIRNDOPING von Klaus Lieb nimmt sich der Frage an, was heutzutage alles eingenommen wird, obwohl es verschreibungspflichtig und leistungssteigernd und dazu noch missbräuchlich eingesetzt wird. Gerade in der heutigen Gesellschaft geraten immer mehr Arbeitsnehmer und schon Kinder und Jugendliche unter den enormen Leistungsdruck und müssen reagieren - der Ausweg Medikamente schein gegeben, führt aber in die Sackgasse. Dieses Buch informiert über ein Thema das schon heute wichtig ist und dessen Thema sich in den nächsten Jahren noch mehr verstärken wird.
Das Buch nimmt sich zu aller erst einmal dem Begriff HIRNPOPING an. Was ist das? Wie definiert man es? Wie erkennt man Hirndoping und wann ist es kein Doping?
Anhand einiger Fallbeispiele wird ermittelt wie solche Medikamente wirken, wie sie verabreicht werden und was kurzfristige wie auch langfristige Auswirkungen zu erwarten sind.
Koffein ist noch eines der bekanntesten Mittel, doch auch von Ritalin haben schon viele gehört. Was treibt die Anwender zu verschreibungspflichtigen Medikamenten? Steigert es wirklich die Leistung? Was ist mit den Nebenwirkungen? Das Buch informiert hier über ein sehr interessantes Feld, welches sowohl für Eltern als auch für Pädagogen wichtig sein dürfte.
Das die Gesellschaft den Druck auf das Individuum ausübt, ist wohl allen klar, das dabei unsere Kinder auf der Strecke bleiben könnten und das man so etwas konsequent verhindern muss, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Ein gutes Buch zu einem wichtigen Thema, dem hoffentlich noch mehr Bücher folgen werden.
Empfehlenswert!


Die Geschichte der Schönheit - Umberto EcoDie Geschichte der Schönheit
Umberto Eco

Taschenbuch, 1. November 2006
     Verkaufsrang: 4142      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Umberto Eco ist ein literarisches Chamäleon ohnegleichen: Sein Romanerstling Der Name der Rose wurde zu einem der fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen gekürt, seine Essays, Glossen und Parodien begeistern ein breites Publikum, und seine sprach- und literaturkritischen Arbeiten haben in der akademischen Welt Standards gesetzt. Jetzt hat er sich in einem opulenten Bildband auf die Spurensuche nach dem "Schönen? begeben, und fördert dabei so manches vergessene Juwel zutage.
Die Geschichte der Schönheit überzeugt - nicht nur auf den ersten Blick - durch eine übersichtliche und einleuchtende Gliederung. Da geht es einerseits um die Darstellung menschlicher Schönheit, der weiblichen wie der männlichen, und der sich wandelnden Ideale, die unsere Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte bestimmten. Weiter geht die Reise zu den Gebäuden, welche die Menschen zu ihrem Schutz oder zur Ehre höherer Wesen errichtet haben. Von der Musik ist die Rede und von ihrer Abhängigkeit von Mathematik und Astronomie. Garniert ist das Ganze mit einer Flut von Zitaten aus Bibel und mittelalterlicher Gelehrsamkeit, von Dichtern und Philosophen.
Auch wenn das etwas altmodisch klingen mag, so ist Die Geschichte der Schönheit im besten Sinne "erbaulich?. Eco flaniert an allem vorbei, was die Sinne erfreut, erklärt, deutet und schüttelt auch nicht selten den Kopf über das, was einst Begeisterung auslöste, inzwischen jedoch ausgesprochen hässlich erscheint. Ein Buch, um leuchtende Augen zu bekommen also, mit der kleinen inhaltlichen Einschränkung vielleicht, dass sowohl die Auswahl der bewunderten Objekte wie auch das theoretische Fundament rein europäisch ausgerichtet sind. Das ist jedoch nur das berüchtigte Haar in der Suppe, insgesamt ist der Schmöker ein Genuss - zum Verschenken, sich selbst oder anderen. -Helge Basler


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Das Schöne erfreut Augen , Herz und Verstand! ( 25.11.04)      5 von 5 Punkten
Umberto Ecos Buch über die " Geschichte der Schönheit" ist ein trostspendender Begleiter durch düstere Spätherbst- und Wintertage, nicht zuletzt, weil Schönheit, wie man seit dem Mittelalter weiß, auch etwas mit Farben und Helligkeit und damit einhergehender Leuchtkraft zu tun hat.
Der Autor befasst sich mit dem Begriff " Schönheit" innerhalb der bildenden Künste, der Malerei, der Architektur sowie des Industriedesigns und vieler , vieler anderer Bereiche. Dabei lässt er kluge Geister der Antike , der Renaissance, der Aufklärung und anderer Epochen zu Wort kommen.
Philosophen, Schriftsteller, Dichter und Troubadoure beschreiben und besingen das Schöne, doch keiner bringt es so sehr auf den Punkt wie Salomo( 10.Jh.v.Chr.) in seinem " Hohelied"! Ganz wunderbar!
Was meinten die Vorsokratiker zu diesem Thema und was der Philosoph Platon?
Zu welchen Denkergebnissen gelangten in der Folge die nüchternen Römer?
Eco sagt es den Lesern.
Das Buch ist reich bebildert und ein Fest für die Augen!
So kann man die schöne " Lucrezia Panciatichi" und das vollendet schöne Anlitz Albrecht Dürers( Selbstbildnis mit Pelzrock) bewundern, aber auch abstrakte Formen des Schönen bestaunen.
Man wird mit dem " Goldenen Schnitt" wie auch dem harmonischen Quadrat vertraut gemacht und erhält eine Idee von der Schönheit der Zahlen. Auf Zahlen lässt sich mithin alles zurückführen und sie bilden die Grundvoraussetzung so genannter Sphärenmusik.
Was ist schön?
Kann man Schönheit überhaupt definieren oder ist sie am Ende subjektiv, wie David Hume konstatiert?
All die Paläste, die wohlgestalteten Bauten, formvollendeten Skulpturen, auch das Industriedesign sind nicht zuletzt Ergebnisse des Strebens nach dem Schönen in irgendeiner Form.
Während die Romantiker glaubten, dass aus dem Schönen das Wahre hervorgehe, stellte Hegel hochinteressante Reflexionen zur schönen Seele an und Kant meinte , dass schön sei, was ohne Interesse gefällt!
Alle bestaunten , rätselten und definierten. Dies hat sich auch in der Mediengesellschaft nicht geändert.
Im Grunde personifizieren der junge Marlon Brando und der nicht mehr ganz so junge George Clooney, wie auch die göttliche Greta Garbo gedankliche Schönheitsmodelle. Sie sind sozusagen eine überzeugende Antwort auf die immerwährende Frage: Was ist schön?
Eine himmlische Lektüre, die man überhaupt nicht mehr aus der Hand legen möchte!
Die Farben im Stundenbuch des Duc de Berry, auch die Glasfenster der Kathedrale von Chatres und die Bilder aus dem Codex Manesse, welch eine Augenweide!
Wenn schön das ist, was Auge, Herz und Verstand gleichzeitig erfreut , kann Ecos " Geschichte der Schönheit" wohl als wirklich gelungener Beitrag zu diesem Thema bezeichnet werden.
Sehr empfehlenswert!


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Gerechtigkeit: Eine philosophische Einführung - Otfried HöffeGerechtigkeit: Eine philosophische Einführung
Otfried Höffe

Taschenbuch, 25. Januar 2010
     Verkaufsrang: 62259      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jedem das Seine
lx. Zu den spezifischen Leistungen der menschlichen Kultur gehört die Forderung - oder die Hoffnung -, dass Gerechtigkeit herrschen solle. Wohl gibt es verschiedene Vorstellungen, Prinzipien, Inhalte von "Gerechtigkeit", aber: Keine Gemeinschaft, keine Epoche will auf Gerechtigkeit verzichten. Der in Tübingen lehrende Philosoph Otfried Höffe hat nun eine "philosophische Einführung" in die Gerechtigkeit verfasst, die zwar kurz und prägnant ist, das Thema aber doch in der notwendigen historischen und systematischen Breite zur Darstellung bringt. Es sind nicht nur die modernen Gerechtigkeitstheorien - Vertrags-, Fairness- und Tauschmodelle -, die im gegenwärtigen Diskurs eine Rolle spielen, sondern auch ältere, gleichsam anthropologisch gewendete Vorstellungen dessen, "was sich gehört". So finden sich schon in der Rechtssammlung des oströmischen Kaisers Justinian (527-565) drei Grundsätze, die selbst zu den berühmtesten Prinzipien gerechten Tuns zu zählen sind, nämlich: "Lebe ehrenhaft", "Tue niemandem unrecht", "Gewährleiste jedem das Seine". Wie auch immer die inhaltliche Konkretion einzelner Gerechtigkeitsprinzipien aussehen mag, gelte doch immer - so argumentiert Höffe mit Kant -, dass moralische Wesen miteinander nur Beziehungen eingehen, die Rechte achten.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Kurz und bündig      4 von 5 Punkten
Der Einführung würde ich zwei Bwertungen geben:
3 Sterne wegen dem Stil und dem Aufbau. Der Aufbau ist prinzipiell zwar nicht schlecht gewählt, doch verliert man häufig den roten Faden bei der Fülle an Themen, die direkt, indirekt oder peripher mit der Gerechtigkeit zusammen hängen. Deshalb kommt es oft zu Ausschweifungen, die sicherlich gerechtfertig sind, aber die Lesbarkeit etwas erschweren, was jedoch nicht unbedingt als Nachteil empfunden werden muss. Der Stil des Autors ist auch gewöhnungsbedürftig, da sich Vieles kürzer und unkomplizierter ausdrücken ließe. An der Wortwahl erkennt man den Philosophen: Viele Wörter sind nicht typisch alltagssprachlich, gelegentlich, so scheint mir, entwickelt der Autor sogar sein eigenes ad hoc Vokabular. In diesem Sinne halte ich die Einführung für zu anspruchsvoll.
5 Sterne wären jedoch dem Inhalt und den Erklärungen definitiv "gerecht". Obwohl manches erklärt wird, von dem man ohnehin ein intuitives Verständnis hat und sogar manche Banalitäten expliziert werden, die ohnehin dem allgemeinen Wissensstand entsprechen, ist der Großteil doch überaus informativ. Es werden Kriterien, Argumente und Gegenargumente nachvollziehbar erklärt und numerisch aufgeführt, die Definitionen sind allgemein verständlich und erhellen das eigene Verständnis (zB zu Worten wie Solidarität, stattliche Strafe, bürgerlicher Ungehorsam, Menschenrechte, etc.) und man erfährt viel über mit der Gerechtigkeit verbundenen oder von ihr abhängigen Themen, ihre Rechtfertigung und interkulturelle Gültigkeit. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dabei die meisten Ausfürhungen als Idealvorstellungen gehalten werden, denen die politische und andere Realitäten nicht entsprechen können, auch wenn es das erklärte Ziel ist. Alles in allem eine inhaltlich sehr gute Einführung in das Thema Gerechtigkeit mit ihren historischen, stattphilosophischen, sozialphilosophischen, rechtsphilosophischen und kultruphilosophischen Gesichtpunkten.
Der Mittelweg: 4 Sterne

Gut für den Einstieg in die Politische Theorie      5 von 5 Punkten
Dieses Buch bietet einen knappen und leicht lesbaren Überblick über Gerechtigkeitstheorien namhafter Theoretiker.
Von Aristoteles über Habermas bis Rawls spinnt sich der theoretische Faden bis in die heutige Zeit ohne langweilig oder zu philosophisch abstrakt zu werden. Man kann auch einfach einzelne Autoren nachschlagen ohne den Rest des Buches gelesen zu haben.
Ein sehr gutes Buch, das den Einstieg in die Politische Theorie oder Philosophie der Gerechtigkeit erleichtert.


Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden - Michael JürgsSeichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden
Michael Jürgs

Gebundene Ausgabe, 17. Juli 2009
     Verkaufsrang: 16101      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Man kann ja nicht behaupten, dass man nicht vorgewarnt gewesen wäre. Bereits im allerersten Absatz seines im Klappentext treffend als "Pamphlet" charakterisierten Werkes kündigt der Autor Michael Jürgs ein Buch an, "in dem es um Blöde und Blödmacher" geht. Im Fadenkreuz einmal mehr ? nicht erst seit Marcel Reich-Ranickis vom Zaun gebrochenem Eklat ? das Fernsehen als "klassische Bedürfnisanstalt der Nation" im Allgemeinen und das Privatfernsehen als Sittenverderber im Besonderen. Weil auch das Recht auf Dummheit zu den unveräußerlichen Menschenrechten zähle, so Jürgs, sei im Kampf zur Befreiung der Blöden von den Blödmachern eine Strategie aus List, Tücke, Witz und Fantasie notwendig, anstatt sich resigniert in die letzten Refugien der Kultur zurückzuziehen (der sich der Autor selbst offenbar gerne zugehörig fühlt).
Doch abgesehen vom holzschnittartigen Inhalt seiner Polemik lassen darob allein schon die Wortwahl und Verbalinjurien zweifeln, derer sich Jürgs bei seiner Suada bedient. Als vorgeschobene Entschuldigung, einmal so richtig kräftig vom Leder ziehen zu können ? oder, um im Jargon zu bleiben: die Sau raus zu lassen ? mutet die scheinheilige Ankündigung an, sich mangels intellektueller Verständigkeit auf das Niveau der Gegenseite herab begeben zu müssen: "Das schaffen nur die Besten unter den Klugen. Jede Art von Ekel muss zuvor abtrainiert werden, man braucht einen langen Atem, und die Guerilleros müssen lernen, ihre Intelligenz zu verbergen, dass ihnen niemand von den Blöden auf die Schliche kommt."
Bei aller Ehrenhaftigkeit des Anliegens entbehrt es nicht einer gewissen Dreistigkeit, dass sich hier ausgerechnet einer zum Chefankläger aufschwingt, der sein Handwerk im Boulevardjournalismus gelernt hat, ehe er als Chefredakteur der (zugegebenermaßen bisweilen politisierenden) Po- und Busen-Illustrierten Stern oder beim Sprachrohr der bundesdeutschen Spaßgesellschaft, Tempo, Karriere gemacht hat, die mit Fug und Recht als Vorreiter der kulturellen Verseichtung bezeichnet werden können. Doch damit nicht genug ist Jürgs Buch bei einem Verlag erschienen, dessen gleichnamige Konzernmutter durch Beteiligung an RTL von Anfang an bei dem hier viel gescholtenen Privatfernsehen dabei gewesen ist. Die Übernahme der RTL Group an der Seite von Leo Kirch erfolgte übrigens just, als mit "Big Brother" im TV die letzten Schamgrenzen fielen und das Leben zur Peepshow vor der Kamera verkam. ? Arnold Abstreiter


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 54 Bewertungen)

Überwiegend blöd !      2 von 5 Punkten
Michael Jürgs hat lange Fernsehen geschaut und dann ein Buch darüber geschrieben.
Die Blöden will er erreichen und bekehren zu hoher Kultur, aber die lesen eh kaum Bücher wie dieses.
Das auf 250 Seiten ausgewalzte, wütende Palaver richtet sich in erster Linie an Leute die denken wie Jürgs.
Irgendwas Neues?
Fehlanzeige.
Entzaubern will er Bohlen, Barth und Co wie im Märchen Des Kaisers neue Kleider!
Schafft er das?
Schafft er nicht!
Er geht den O.g. auf den Leim weil er wütend ist: Auf Bohlen und Konsorten zu schimpfen ist Kritik von Vorvorgestern die verpufft, weil das Kontroverse zum Image gehört und Teil der Vermarktungsstrategie, also erwünscht, ist.
Das tägliche Magazin Kulturzeit auf 3Sat sei, laut Jürgs, gelebte Kultur weil man die dort dargebotenen Tipps am Wochenende umsetzen könne.
Frage: Wer, an den unteren Rändern der Einkommensskala, dem sog. Prekariat, kann sein Geld jedes Wochenende für Theater, Kino und Oper ausgeben, wenn das Geld eben zum Leben reicht?
Hier werden gesellschaftliche Realitäten ausgeblendet.
Leserfreundlich ist das Buch nicht. Der ein oder andere interessante Gedanke wird durch ständige Wiederholungen und den aufdringlich verschraubten Satzbau überdröhnt.
100 Seiten hätten gereicht für die wenigen interessanten Ansätze.
Wenn man etwas entzaubern will, dann muss man verstehen wie dieses Etwas produziert wird.
Jürgs bleibt nur an der Oberfläche.
Verdammt blöd.


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Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 4: Minima Moralia.  Reflexionen aus dem beschädigten Leben: BD 4 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Theodor W. AdornoGesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: BD 4 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Theodor W. Adorno

Taschenbuch, 28. April 2003
     Verkaufsrang: 8533      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Buchnotiz zu : Die Zeit, 03.05.2001
Der Anlass der Neuauflage des philosophischen Klassikers ist, so Martin Seel, das fünfzigjährige Jubiläum des Buches. Beruhigend für den Leser ist der Hinweis Seels, dass man die "Minima moralia", die in den vierziger Jahren im amerikanischen Exil Adornos entstanden sind, weder als Fortsetzung der "Dialektik der Aufklärung" noch als Vorbereitung zur "Negativen Dialektik" lesen muss, im Gegenteil, diese Kontextualisierung ist geradezu verkehrt, handelt es sich für Seel doch um ein eigenständiges Werk, um ein "Feuerwerk hellsichtiger Gedanken". Geschrieben unter dem Einfluss des nationalsozialistischen Terrors, seien die "Minima moralia" eine "Diagnose einer global organisierten Unmündigkeit". Der Reiz der Aphorismen sei das Nicht-Systematische, die Aufforderung, durch die Paradoxa zum eigenen Denken animiert zu werden, denn nichts sei so, wie es sich auf den ersten Blick liest. Seel legt dann einzelne Gedankenblitze Adornos aus, vor allem den berühmten Satz "Es gibt kein richtiges Leben im falschen"; generalisierend fasst er schließlich die Maxime von Adornos Denken wie folgt zusammen: Nur vom Unmöglichen her können wir unsere Möglichkeiten verstehen. Auch wenn man diesen Grundsatz nicht teilt, so Seel, ist man doch in jedem Fall von der Genialität Adornos gefesselt.
© Perlentaucher Medien GmbH


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Dagegen und dafür sein.      5 von 5 Punkten
Adorno, Adorno, Adorno.
Vielleicht hätte ich nicht mit diesem Buch in sein Universum einsteigen sollen, aber Verriss und Lob liegen für mich gefühlt ganz nah beieinander, wenn ich die beschädigten Reflexionen lese. Einerseits Bewunderung für die sprachliche, inhaltliche Tiefe, die zu spürende Verzweiflung und Kraft, die klappernde, aber würdevolle Philosophie und andererseits Verärgerung über den Intellektuellendiskurs, die Abschirmung und Isolation durch die Sprache, welche hier nicht minder taktisch eingesetzt wird als anderswo und nur ein auserwähltes Volk zum Dialog zuzulassen scheint. Wer sich also mit soviel sprachlicher und philosophischer Waffentechnik an das Publikum heranwagt und ihm selbst ein totalitär wirkendes Bedrohungsszenario vorspricht, ist nicht besser als andere Ideologen, scheint es mir, auch wenn ich dazu tendiere das Buch aus meiner Zeit zu verstehen und meine Lebenslage lieber über die des Autors stelle, auch und gerade trotzig gegenüber allen geschichtlichen Imperativen, die er mir schon allein durch den Entstehungskontext entgegenwirft.
Trotz der offensichtlichen Einzigartigkeit dieses Werks missfällt mir doch die Überschärfe, welche immer mal in absolute Idiotie umzuschlagen scheint, die keinen Freiraum mehr zulässt und sich wie überschlagender Nihilismus aufführt: (Totalität und Homosexualität gehören zusammen? soll nur die plakative und sicherlich schon viel diskutierte Formel sein, die ich kritisiere und die mir sofort auffiel, auch wenn der dahinterstehende Gedanke korrekt und nachvollziehbar ist). Trotzdem, hört man das, brennt sofort das Buch und man wird aufmerksam gegenüber der Verwendung des Wortes "Mensch" in diesem scheinbar endlos Gedanken fabrizierendem Werk. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es nicht gut sein kann, wenn einer glaubt für alle anderen denken zu müssen und niemand, nicht mal der pragmatischste Adorno-Leser, kann mir vorgaukeln, dass er sich durch den Jargon nicht ein wenig entmündigt fühlt. Vielleicht fehlen auch einfach die gedanklichen Leerstellen, welche Adorno so oft einklagt und die sich in seinem Diktum: "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selber nicht verstehen." metaphorisch, nach meiner Interpretation, angekündigt haben.
Die von mir empfundene Befremdlichkeit ist der für mich großartige Gewinn. Ein Buch von solch' ambivalenter Eleganz hat Gewicht. Man will es zerschmeißen, wohlwissend, dass man den durchaus brutalen Akt des Denkens nicht zerstören kann, der sich in ihm manifestiert. Damit muss man sich abfinden, dass es ein solches Buch gibt, welches vergräbt und freischaufelt zugleich. Komisch aber wahr, man muss mit diesem Werk gegen dieses Werk kämpfen, anstatt es verstehen zu wollen, denn Versöhnung kann es mit solchen Schriften nicht geben.


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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie (edition suhrkamp) - Walter BenjaminDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie (edition suhrkamp)
Walter Benjamin

Taschenbuch, 6. Juli 1963
     Verkaufsrang: 28353      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Walter Benjamin beschreibt in dem Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit die geschichtlichen, sozialen und ästhetischen Prozesse, die mit der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerkes zusammenhängen. In die Reihe der kunstsoziologischen Arbeiten Benjamins gehören auch die beiden hier zum ersten Mal in Buchform veröffentlichten Texte: Kleine Geschichte der Photographie (1931) und Eduard Fuchs, der Sammler und der Historiker (1937). Sie erhärten Benjamins Einsichten am Einzelfall.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Aura vs. Convenience      5 von 5 Punkten
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."
Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".
Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.
Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).
Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.
Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.
Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.


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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit - Walter BenjaminDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Walter Benjamin

Gebundene Ausgabe, 18. September 2006
     Verkaufsrang: 16458      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Walter Benjamin, geboren 1892 in Berlin, studierte in Freiburg i. Breisgau Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach Beginn des ersten Weltkrieges setzt er sein Studium in München und dann in Bern fort.
1933 emigriert er nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs und kurzzeitigerInternierung entschließt er sich in die USA zu internieren. An der spanischen Grenze wartet er aber vergeblich auf ein Visum. Da seine Auslieferung an die Geheime Staatspolizei droht, nimmt sich Walter Benjamin im spanischen Küstenort Port Bou mit einer Überdosis Morphium das Leben.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Aura vs. Convenience      5 von 5 Punkten
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."
Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".
Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.
Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).
Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.
Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.
Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.


Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte - Tom StandageDer Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte
Tom Standage

Gebundene Ausgabe, 15. Februar 2010
     Verkaufsrang: 77338      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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6-Gänge-Menü durch die Geschichte: Nahrungsmittel haben einen großen Einfluss auf uns - mehr, als wir uns bisher vorstellen konnten. Mais, Kartoffeln oder Gewürze stillten über Jahrhunderte nicht nur den Hunger, sondern waren Wegbereiter für gesellschaftliche Umwälzungen und wirtschaftlichen Fortschritt. Tom Standage belegt mit seiner Reise durch die Geschichte, dass deren Verlauf maßgeblich von unserem Essen bestimmt wurde.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Eine ungewöhnliche kulinarische (Zeit-) Reise      4 von 5 Punkten
In den Industrieländern muss sich praktisch niemand Sorgen um das tägliche Brot machen. Im Gegenteil, wir nehmen eher zu viele als zu wenige Kalorien auf und lei-den an Krankheiten, die sich zu einem guten Teil auf eine Fehlernährung durch Überfluss zurückführen lassen - eine in der Menschheitsgeschichte ungewöhnliche Situation. Denn der größte Teil unserer historisch nachvollziehbaren Vergangenheit war von Mangel geprägt.
Tom Standage zeigt in seinem Buch "Der Mensch ist, was er isst" auf, wie das Bestreben der Menschen nach ausreichend Nahrung die Geschichte beeinflusst hat. Insbesondere in den ersten Kapiteln geht es dabei um den Übergang von Jäger-Sammler-Gemeinschaften zu einer sesshaften Lebensweise, die mit dem Aufkom-men der Landwirtschaft einherging. Der Autor geht der Frage nach, was die Men-schen mehrheitlich dazu gebracht hat, von der relativ wenig aufwändigen Jäger-Sammler-Kultur mit ihrem vielseitigen Nahrungsangebot abzurücken und eine hinsichtlich des Klimas und anderer Faktoren extrem störanfällige und mit einseitiger Ernährung verbundene, auf Getreideanbau basierende Lebensform anzunehmen. Vor allem aber stellt er die gewaltigen sozialen Veränderungen vor, die mit dieser Umwälzung einhergingen, insbesondere die Entstehung komplexer arbeitsteiliger, hierarchisch durchstrukturierter Gemeinwesen. Diese konnten nur existieren, weil die Bauern Nahrungsüberschüsse erzeugten, die von einer Elite verwaltet und umverteilt wurden.
Interessant sind auch die Wege, die verschiedene Nahrungsmittel im Lauf der Ge-schichte genommen haben, als Siedler, Sieger oder Reisende sie in neue Regionen verbrachten und dort ihren Anbau anstießen. Hierbei zeigt sich nicht zuletzt am Bei-spiel der Kartoffel, dass neue Anbaugebiete unter Umständen innerhalb weniger Ge-nerationen eine regelrechte Revolution erfuhren, da hohe Erträge an Kalorien aus der neuen Pflanze die in der Landwirtschaft gebundenen Arbeitskräfte zu einem er-heblichen Teil freisetzten und damit die Industrialisierung des Westens erst ermög-lichten. In einem weiteren Abschnitt des Buchs zeigt der Autor hingegen auf, dass Missernten wie jene der Kartoffelfäule in Irland geschuldeten in den 1840er-Jahren gleichfalls politische und soziale Umwälzungen zur Folge haben konnten.
Einen weiteren Aspekt des Zusammenspiels zwischen Mensch und Essen untersucht das Kapitel "Essen als Waffe", worin es einerseits um die komplexe Logistik in Krie-gen geht, die eine ausreichende Versorgung der Soldaten ermöglichen musste (und in vielen Regionen heute noch muss), andererseits um Beispiele von Diktaturen, die eine restriktive Essenszuteilung an missliebige Bevölkerungsteile als Waffe gegen diese nutzten.
Und auch der abschließende Teil hält manche überraschende Erkenntnis parat. Es geht darin um das Bevölkerungswachstum und die natürlichen Grenzen, die ihm durch die Nahrungsressourcen gesetzt werden, die sich jedoch immer wieder umge-hen ließen.
Essen ist ein Thema, an dem im Grunde jeder Mensch ein existenzielles Interesse hat. Dem Anteil der Weltbevölkerung, der im Wohlstand lebt, wird dies jedoch nur selten bewusst. Vor allem aber machen sich nur wenige Menschen darüber Gedan-ken, welch tief greifenden Einfluss das Essen in jeder Hinsicht auf die Entwicklung der Menschheit genommen hat und dass alle unsere sozialen Gefüge im Grunde da-von abhängen, welche Bedeutung die Beschaffung von Nahrung für die jeweilige Volkswirtschaft hat.
Kurzweilig und gut verständlich, dabei sehr fundiert erläutert der Autor die histori-schen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge zwischen dem Menschen und dem, was er isst. Dabei stellt er gelegentlich auch mehrere Theorien vor, wenn die Wis-senschaft bislang zu einem Thema noch keinen Konsens erzielt hat, und er greift auf aktuelle Erkenntnisse zurück. So bietet er dem Leser einen spannenden Überblick, der den Blick aufs Essen in jeder Hinsicht zu verändern vermag und vor allem die lange und manchmal bizarr wirkende soziokulturelle Co-Evolution von Mensch und Nahrung deutlich macht. Nachdenklich stimmen auch jene Abschnitte, die drastisch aufzeigen, welche historischen Scheußlichkeiten mit ehemals luxuriösen Lebensmitteln, etwa Zucker und Gewürzen, verknüpft sind - Sklavenhandel, Unterdrückung, brutale Vernichtungskriege.
Ein so informatives wie spannendes Buch!


Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision - Ken WilberEros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision
Ken Wilber

Taschenbuch, Januar 2006
     Verkaufsrang: 82069      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Mit Leidenschaft hat Wilber die Grenzflächen, die oft unsichtbaren Überschneidungen von Denken, Wissen, Intuition und Mystik begangen, stets auf der Suche nach einer tieferen Ordnung zwischen Eros, Kosmos und Logos."
Hans-Jürgen Heinrichs


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

DER MUT ZUM ALTMODISCHEN DENKEN      5 von 5 Punkten
Bekanntlich krankt unsere Zeit nicht daran, zuwenig Wissen angesammelt zu haben. Die Berge wachsen. Doch Wissen führt nicht auf direktem Weg zur Weisheit und so macht sich ein Unbehagen breit. Nach all dem Forschen und Suchen wird schließlich wieder aus dem "Faust" zitiert und stolz hält man sich für postmodern, was in etwa gleichbedeutend ist mit dem Bekenntnis, daß aus dieser Welt nicht schlau zu werden ist. Das mag am Ende auch stimmen, aber es gibt zumutbare Gründe, warum unser wissenschaftliches Weltbild noch nicht am Ende ist.
Kosmologische Entwürfe, also der Versuch, das Ganze auf einmal zu erklären, sind ja nicht mehr große Mode. Die letzten Universalgelehrten hat man wohl im vorigen Jahrhundert zu Grabe getragen. Aus praktischen Gründen teilt man sich nun die Arbeit auf und erinnert sich gegenseitig daran, über Tellerränder zu schauen, weil zwar der Teufel, aber nicht die ganze Welt im Detail steckt. Hier beginnt der Jammer.
Gewöhnlich sprechen unsere Experten in fächerübergreifenden Diskussionen eine jeweils andere Sprache. Wann konnten sich etwa Psychologen, Theologen, Physiker oder Philosophen auf ein paar Grundbegriffe wie "Natur", "Leben" oder gar "Seele" und "Geist" einigen. Der Widerspruch scheint in unseren Theorien unvermeidlich und wird konsequent der Wirklichkeit unterstellt. Es wird empfohlen, sich die Wahrheit im Plural zu denken.
Ken Wilber hat lange darüber nachgedacht. Er ist der Meinung, daß sich niemand vollständig irren kann und jede gute Theorie durchaus einen Aspekt der Welt erkennt, den sie dann leider schon für das ganze Wesen hält. Wilber vergleicht wissenschaftliche Schulen gern mit den Spektren des Lichts, jeder sieht eine andere Farbe, aber sobald das Geheimnis elektromagnetischer Wellen bekannt geworden ist, sehen sie doch alle dasselbe.
Diesem Geheimnis eines grundlegenden Musters ist Wilber auf der Spur und seine Arbeit stellt verblüffende Vorschläge dar, unser gesamtes Wissen in eine Ordnung zu bringen. Seine Integrationsversuche beziehen auch die Erfahrungen von Religion, Kunst und Alltagskultur ein, was ihm in akademischen Kreisen einen schlechten Ruf oder schlimmstenfalls Ignoranz einbrachte. Tellerränder.
"Eros, Kosmos, Logos" war für mich der Einstieg in Wilbers Denken und ich halte es für sein reifstes Werk. Wer den akademischen Stil nicht mag, sollte seine populärwissenschaftliche Zusammenfassung "Eine kurze Geschichte des Kosmos" lesen. Wer hingegen mit vergleichbarer Literatur intimen Umgang pflegt, wird die Eleganz und Klarheit in Wilbers Darstellung als eine Wohltat empfinden.
Man soll ja vorsichtig mit Schwärmereien sein, aber Leben und Werk dieses Mannes verdanke ich einen guten Teil meines Seelenfriedens. Wilber ist für mich ein Held.


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Wege zum Bild: Ein Lehrkonzept für künstlerisches Gestalten - Ulrich KlieberWege zum Bild: Ein Lehrkonzept für künstlerisches Gestalten
Ulrich Klieber

Gebundene Ausgabe, 15. Februar 2007
     Verkaufsrang: 53177      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Wege zum Bild" ist kein Lehrbuch für Gestaltung im klassischen Sinne, sondern möchte durch eine Fülle von Beispielen einen Weg zur eigenständigen künstlerischen Gestaltung aufzeigen. Vielfältige, farbig illustrierte Aufgabenstellungen werden als Angebot, Hilfestellung und als Katalysator verstanden. Durch das freie Erproben verschiedener Arbeits- und Handlungsstrategien sollen die Wahrnehmungsfähigkeit und der souveräne Umgang mit dem Material, mit Linie, Fläche und Farbe geschult werden. Die breite Palette der gezeigten praktischen Arbeiten macht deutlich, wie vielfältig die künstlerischen Lösungswege sind. Sie lädt zum Experimentieren mit verschiedenen Materialien ein, vor allem aber zum Überschreiten der Grenzen der Malerei. Neue Generation der Gestaltungslehre, außergewöhnliche Anregungen zum Entwickeln individueller Gestaltungsideen, mit zahlreichen Übungen und reichhaltigem Anschauungsmaterial.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Anspruchsvolles Lehrkonzept      5 von 5 Punkten
Ich arbeite selbst seit vielen Jahren als Kunstdozentin in der Erwachsenenbildung und Ulrich Kliebers Bücher sind meines Erachtens die besten und niveauvollsten kunstdidaktisch/-methodischen Bücher, die es auf dem deutschen Buchmarkt gibt. Klieber ist selbst Künstler und Hochschullehrer und war einst Schüler von Hugo Peters, dessen "Bildnerische Grundlehre" ich auch sehr schätze. Ulrich Kliebers Bücher empfinde ich aber als wesentlich praktikabler. Sie bieten ein Lehrkonzept auf Hochschulniveau, das als Inspirationsquelle für Künstler, Studierende und anspruchsvolle Autodidakten absolut zu empfehlen ist.


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Kunst und Sehen. Eine Psychologie des schöpferischen Auges - Rudolf ArnheimKunst und Sehen. Eine Psychologie des schöpferischen Auges
Rudolf Arnheim

Taschenbuch, 11. September 2000
     Verkaufsrang: 58040      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 34,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Kunst der Bildanalyse ist so alt wie die Kunst selbst. Arnheims Anleitung zum Sehen ist aber immer noch so jung wie bei ihrem ersten Erscheinen 1954. Arnheim ist in seinen Schriften ein immer verständlicher Vermittler. Sein psychologischer Ansatz der Kunstbetrachtung überwältigt, aber vergewaltigt den Leser nicht. An einfachen Beispielen beleuchtet er behutsam und kritisch das Wechselspiel von Form und Farbe, Raum und Licht, Bewegung und Gleichgewicht. Am Ende der Lektüre wird der Leser kaum bemerkt haben, wie viel Material ihm präsentiert worden ist: von der Steinzeit bis zu Picasso. Fast spielerisch entfaltet sich so ein breites Panorama der Kunst.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Vom Feinsten      5 von 5 Punkten
Nicht ganz einfach zu lesen aber inhaltlich vom feinsten!
Ein Standardwerk eben.
Der Autor geht intensiv auf die Wahrnehmung und die Psychologie der Wahrnehmung von Kunstwerken durch das menschliche Auge und Gehirn ein. Für Künstler (Maler, Fotografen, Bildhauer) ergeben sich dadurch neue und wertvolle Hinweise für die Komposition eines Werkes.


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Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg - Egon FriedellKulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg
Egon Friedell

Gebundene Ausgabe, 23. Oktober 2007
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Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Kulturgeschichte der Neuzeit
OA Einleitung und 1. Buch 1927, 2. und 3. Buch 1928, 4. und 5. Buch, Epilog 1931Form Sachbuch Bereich Geschichte
Die monumentale Kulturgeschichte der Neuzeit, deren einzelnen Bände bis 1931 erschienen, stellt die kulturelle Entwicklung des westlichen Menschen vom Beginn der Renaissance bis zum Ersten Weltkrieg dar. Im Werk schildert Friedell auf originelle und feinsinnige Weise zahlreiche historische Ereignisse und bedeutungsvolle Persönlichkeiten.
Aufbau: Die Kulturgeschichte der Neuzeit besteht aus einer Einleitung, in der Friedell seine Methodologie erläutet (im wesentlichen ein feierliches Bekenntnis zur subjektiven Geschichtsschreibung als Kunst), aus fünf chronologisch geordneten Büchern, sowie aus einem kurzen Epilog. Das Werk steht im Spannungsverhältnis zweier divergenter Ordnungsprinzipien: einerseits des Versuchs, die die Neuzeit bestimmenden Strömungen über die Jahrhunderte zu verfolgen; andererseits des Anspruchs, in lebendiger Abfolge die wichtigsten sozialen, geistigen und politischen Entwicklungen dieses europäischen Zeitalters sowie seine schillerndsten Persönlichkeiten zu streifen. Letzteres macht eine anekdotenhafte Erzählweise erforderlich, so dass mehrere Unterkapitel als in sich geschlossene Essays aufgefasst werden können.
Unmittelbar ausschlaggebend für die Zeitwende, so Friedell, sei die Schwarze Pest gewesen, wobei er diese Zäsur sowohl willkürlich als auch symbolisch setzt. Die Metapher Krankheit und Psychose begleiten durchgehend Friedells Darstellung der Neuzeit, dieser "ununterbrochenen Krisis der europäischen Seele". So sieht er im ausgehenden Mittelalter die "Inkubationszeit", in Rinascita und Reformation ("Säkularisation der Menschen") den "Ausbruch der Krankheit" und in der Barockzeit den Versuch, dem "Giftstoff" des Rationalismus zu widerstehen. Doch sogar Gegenströmungen zum Rationalismus bedienen sich nach Friedells Ansicht der Mittel des Rationalismus, so sei die Romantik, eine "Revolte gegen den Intellektualismus, mit rein intellektuellen Mitteln" gewesen. Daher sei der Sieg der "naturwissenschaftlichen Weltanschauung" in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts unaufhaltsam gewesen, eine Weltanschauung, die sich im Nihilismus jedoch selbst negiert habe und in der "naturnotwendigen Katastrophe des Weltkriegs" in sich zusammengebrochen sei. Dieser Krieg sei zugleich Finale und Auftakt zu einem neuen Zeitalter des Irrationalismus.
Inhalt: Aus dem enzyklopädischen Wissensschatz von Friedell lernt der Leser, warum man nur von einer italienischen Renaissance sprechen könne, wieso es keine zufälligen Erfindungen gebe, worin der Unterschied zwischen Schönheit und Güte liege, wieso Faust als Realpolitiker endete und wie sich Jesus zur sozialen Frage verhalte. Der Leser begegnet der Dramaturgin Roswitha, dem göttlichen Aretino, einem kindlichen Luther, dem keineswegs liebenswürdigen Michelangelo, dem Mephisto der Romantik, dem Sänger aus Thule, und wird Zeuge von 500 Jahren Haartracht, Mode und Esskultur.
Dabei meidet Friedel genausowenig die Verwendung anachronistischer Schlagwörter der zeitgenössischen Debatte (z. B. Materialismus und Nihilismus) wie subjektive Ansichten. Er nimmt häufig auf seinem christlichen Glauben Bezug und analysiert seine Sujets mit Vorzug nach ihrem Nationalcharakter.
Wirkung: Gerade heute - in Zeiten der Political Correctness - macht dieser eigentümliche Stil Friedells die Lektüre so erfrischend, auch wenn seine Fundamentalkritik der Moderne, zu seiner Zeit von rechten Kräften missbraucht, heute ohne größeren Einfluss bleibt. B. A.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Geschichte als Literatur      5 von 5 Punkten
Ein grossartiges Buch. Pflicht. Die Sprache ist Literatur. Der Geist des Autors sprüht vor Witz und Boshaftigkeit; er bezieht Stellung, was bei Historikern so nicht erwartet wird. Dies begründet Friedell in den Betrachtungen der ersten Seiten: Geschichtsforschung ist keine Wissenschaft.
Liebevoll und langsam lesen ... und einen spitzen Bleistift für eigene Kommentare parat halten.


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Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer: Japans Philosophie der Bescheidenheit - Leonard KorenWabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer: Japans Philosophie der Bescheidenheit
Leonard Koren

Taschenbuch, 17. September 2007
     Verkaufsrang: 147785      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wabisabi stammt aus dem japanischen Kulturkreis und meint eine ganz spezifische Art von Schönheit, die sich durch Einfachheit, Selbstgenügsamtkeit und den Verzicht auf aüßeren Prunkt zugunsten innerer Werte auzeichnet. Dieses Konzept mag für diejenigen eine Bereicherung sein, die im künstlerischen und geitigen Bereich kreativ tätig sind und eine Alternative zu einer oberflächlichen Waren- und Konsumästhetik suchen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Interessanter Einblick in eine fremde Ästhetiklehre      5 von 5 Punkten
Dieses Buch bietet einen guten Einstieg in das japanische Ästhetik-Konzept des Wabi-Sabi, eine Lehre, welche die Schönheit des Einfachen und Imperfekten in das Auge des Betrachters rückt.
Das Buch beinhaltet nicht nur eine Darstellung des Konzeptes und der Entwicklung sondern belegt dies auch sehr eindrucksvoll mit zahlreichen Photographien. Es ist dem Inhalt entsprechend auf mattem, leicht bräunlichen Papier in einfachem Schwarz-Weiss Druck gehalten, was das ganze noch unterstreicht.
Insgesamt eine sehr bilderlastige, lesenswerte Einführung in eine interessante Thematik.


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Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick - Henryk M. BroderFrüher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick
Henryk M. Broder, Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch

Gebundene Ausgabe, 13. September 2010
     Verkaufsrang: 18318      Noch nicht erschienen.

Preis: € 16,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Vier Männer wagen den Blick zurück: polemisch, ironisch, herrlich böse
Tatsächlich, früher war wirklich alles besser: Kulenkampff erfüllte den Kulturauftrag. Küsse schmeckten besser als Männer noch Männer und Frauen allein für die Verhütung zuständig waren. Drogen ohne Chemie machten das Leben bunt. Und die Kindheit war auch viel schöner, weil noch geschlagen werden durfte … Es gab Buchclubs und die DDR, Wählscheibentelefone, Kriegsversehrte und Kröpfe. Vorehelicher Geschlechtsverkehr war ein Delikt, Mädchen trugen modische Schlüpfer und die Putzfrauen waren deutsch. Wie schade, dass die Eiswaffel (weiland 20 Pfg) bald genauso verschwunden sein wird wie Dujardin in der Eckkneipe, die Sekretärin – und womöglich die SPD. Anderes war tatsächlich immer schon überflüssig: die Dritte Klasse in der Bahn, Dritte Welt, Kannenwärmer und Kalter Krieg. In diesem Buch geht die unkonventionellste Viererbande des deutschen Journalismus durch die Bestände unseres Lebens und führt uns auch vor Augen, was wir alles bekommen können, wenn wir nicht so viel zurückdenken: Mobiltelefone und medizinischen Fortschritt, kernlose Weintrauben und rasierte Achseln.
Eine total andere Kultur- und Sozialgeschichte von vier der einflussreichsten Journalisten Deutschlands.




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