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Kulturgeschichte der deutschen Küche - Peter PeterKulturgeschichte der deutschen Küche
Peter Peter

Gebundene Ausgabe, Mai 2008
     Verkaufsrang: 1050      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Diese Geschichte der deutschen Küche spannt einen weiten Bogen von der Zeit der Germanen über die glanzvolle Kochkunst in späten Mittelalter, dem Niedergang der bürgerlichen Küche bis zur Renaissance der deutschen Küche in den letzten Jahren. Deutschland ist schon aufgrund der Vielfalt seiner Regionalküchen eine der spannendsten kulinarischen Nationen. Interessante Rezepte verlocken dazu, sich lesend oder kochend auf eine Reise durch Zeit und Raum zu begeben.
Mit dem Ruf der deutschen Küche stand es lange nicht zum besten. Zu fettig und schwer, zu sparsam und unfrisch haben deutsche Gaststätten jahrzehntelang aufgekocht und mit blumigen Bezeichnungen wie Winzersteak, Zigeunerschnitzel und Gutsherrentopf ihre fragwürdigen Kreationen schönzureden versucht. In den Privathaushalten wurden gern Dosen aufgemacht und alles mit Mondamin verdickt. Mittlerweile ist Besserung eingetreten. Wochenmärkte von Hamburg bis München bieten eine Fülle regionaler Produkte, es gibt Bio-Fleisch und Prä
dikatsriesling, artgerecht aufgezogenes Geflügel und traditionelle Kartoffelsorten. Ein Gang durch die Jahrhunderte zeigt, daß gute deutsche Küche mehr war als Kraut und Rüben. Das Bewußtsein, daß die deutsche Küche auch fein, edel und erlesen sein kann, kehrt allmählich zurück: Königsberger Klopse aus Kalbfleisch mit liparischen Kapern, Aal grün in Estragonsauce, Bremer Stubenküken oder ein echtes Leipziger Allerlei mit Morcheln und Flußkrebsen sind eben keine"Hausmannskost". Peter Peter hat die Geschichte der deutschen Küche durch die Jahrhunderte verfolgt. Er untersucht historische Rezepte, berühmte Kochbücher, legendäre Produkte. Er fragt nach den Gründen für Aufstieg und Niedergang der Kochkunst. Vor allem aber macht sein Buch neugierig darauf, die jahrzehntelang vernachlässigte deutsche Küche endlich wieder kennenzulernen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Küche in Zitaten      4 von 5 Punkten
Kultur und deutsche Küche, ja geht denn das zusammen? Blicken wir nicht immer schnell über die Alpen oder zumindest in das Land jenseits des Rheins, wenn wir unseren Gästen etwas wirklich gutes servieren wollen? Haben wir nicht viel mehr Spaß, etwas über das Kochen in Asien oder vielleicht Mexiko zu lernen, als sich mit den regionalen Klassikern wie den Königsberger Klöpsen zu beschäftigen? Deutsche Küche, so meint man zu wissen, das besteht doch nur daraus, das älteste Schwein des Hofes so lange in einem Bottich weich zu kochen, bis es genießbar geworden ist.

Das vorliegende Buch eines Autors mit dem spannenden Namen Peter Peter beschreibt die Entwicklung der einheimischen Küche weit dynamischer. Immer schon haben fremde Einflüsse eine Rolle gespielt. Erst mit den Römern betraten die Germanen die historische Bühne, und schon haben die Germanen diesen ihre Rezepte geklaut. Und immer schon wurden Lebensmittel aus der Ferne eingeführt. Auch im Mittelalter und in der Renaissance hat man sich also beim Kochen Mühe gegeben. Leider spielte aber auch immer wieder das Thema Gesundheit eine Rolle und - noch schlimmer - das Thema Religion. Und dann gab es in der frühen Neuzeit ein protestantisches Ethos, was den Genuss zumindest für uns Nordlichter plötzlich schwierig machte. Und dann kamen Kriegszeiten und Wirtschaftswunder, wechselnde Moden und politische Systeme. Und immer haben diese einen Einfluss auf das Essen gehabt.

Peter Peter begleitet diese Entwicklungen in einem Kapitel pro Epoche. Im Wesentlichen zitiert er dazu zeitgenössische Quellen, so oft, dass es dem Leser auch schon mal zu viel werden kann, vor so vielen Fragementen aus Kochbüchern, Traktaten, Romanen, Gedichten, Gesängen, Tagebüchern, Gesetzen und anderen Textsammlungen. Auf der anderen Seite: Spannend ist das schon. Und man erhält so auch einen Überlick über das, was man heute vielleicht nicht mehr so genau wissen kann. Dazu gibt es dann auch noch zeitgenössische Rezepte (oft allerdings ohne Maße, Zeit- und Gewichtsangaben). Ergänzt wird das dann noch durch epochenübergreifende Kapitel zu Sonderthemen wir Bier, Wurst und Brot.

Insgesamt ein informatives und unterhaltsames Buch, welches durchaus den Appetit des Leser anregen kann.

Seiltanz gelungen. Fast.      5 von 5 Punkten
Ein Thema kulturgeschichtlich anzugehen, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Autors. Daher habe ich vor jedem Versuch grossen Respekt und bin jeweils neugierig, wie die konzeptionellen Fragen gelöst werden. Welche Quellen wähle ich aus? Wo setze ich Schwerpunkte? Gehe ich chronologisch oder exemplarisch vor? Wie unterhaltsam darf ich Fakten präsentieren? Welche Bilder wähle ich aus? Und welches Layout unterstützt das Informationspaket am besten? Der Restaurantkritiker Peter Peter hat diese Fragen ganz in meinem Sinn beantwortet. Einzige Ausnahme: die Wiedergabe des Bildmaterials. Kann ich mit dem braunstichigen Altrosa bei alten Fotos noch leben, wird mir beim Betrachten schöner Kunstwerke übel, wenn sie in diesem Farbmus verschlammen. Schade, hätte beinahe einen Stern gekostet, wenn mich der Rest nicht so überzeugt hätte.

Der Autor lässt seine Kulturgeschichte mit einem Zitat von Johannes Mario Simmel beginnen. "Wir Deutschen können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat." Zwar scheinen noch immer viele Köche Spass daran zu haben, diese üble Behauptung zu bestätigen, aber seit einigen Jahren geht es auch in Deutschland rasant aufwärts mit Salaten. Wie es dazu kam und warum es so lange dauerte, erfährt der Leser bei Peter Peter. Aber selbstverständlich hat der Autor noch sehr viel mehr zu bieten. Wir hören von ihm, was bei den Germanen verspeist und versoffen wurde, warum Hildegard von Bingen die Klosterdiät erfand, was die Humanisten in Kochbücher kritzelten, worüber sich Luther freute, wo barocke Exzesse stattfanden, wie aus Essig langsam Wein wurde, wo die Drogen Kaffee, Tee und Schokolade ihren Siegeszug begannen, mit welchen Rezepten Dienstmädchen und Hausfrauen um die Gunst der Männer buhlten, warum Fastfood in Deutschland so ungemein beliebt war - und noch immer ist, wie Kohl Kohl bleibt, wer Hawaiitoast besonders mag, wann endlich Raffinierteres in deutsche Küchen drang, wen die TV-Menschen am liebsten an den Töpfen sehen und weshalb es auch im nächsten Jahrtausend noch Sauerkraut, Knödel, Würste und weich gekochte Nudeln geben wird.

Der unterhaltsame Text des fachkundigen Autors wird immer wieder von Bildern, Zitaten und Rezepten unterbrochen. Wobei einige schräge Rezepte den Kauf des Buches bereits rechtfertigen würden. Peter Peter lobt, kritisiert, beobachtet, mischt Ungewöhnliches zusammen und trennt scheinbar Unzertrennbares, gibt seine Literaturquellen preis und legt schliesslich ein kleines Gesamtkunstwerk auf den Tisch, das fast vollkommen ist.

Mein Fazit: Die merkwürdige Idee, Werke von Max Liebermann und seinen Kollegen gleich zu behandeln wie alte Kitschpostkarten, hält mich nicht davon ab, dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Es wird allen gefallen, die Infotainment, viel Bildmaterial, aussergewöhnliche Rezepte und überraschende Zusammenhänge lieben. Der Autor macht nicht nur gekonnte Vergangenheitsbewältigung, sondern auch beste Werbung für die neue deutsche Küche.


Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung - Wolfgang BehringerKulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung
Wolfgang Behringer

Gebundene Ausgabe, August 2007
     Verkaufsrang: 7334      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Blitz und Donner zu schleudern war ein Vorrecht der Götter, und Petrus schickte Regen und Sonne, wie es ihm gefiel. Viele Jahrhunderte - wahrscheinlich sogar noch viel länger - funktionierte das ganz gut ohne menschliche Beteiligung. Das war einmal. Heute machen wir das Wetter selber. Fachleute sind sich einig: Der Klimawandel geht weitgehend auf unser Konto. Zeit für einen Rückblick: Wie hat das Klima die menschliche Spezies beeinflußt? Wie haben Klimaschwankungen das Leben unserer Vorfahren verändert, wie ihre Kultur bestimmt? Ein erhellender Streifzug durch die vergangenen Klimaschwankungen vom Holozän bis heute. Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt? Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer- Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das lehrt uns nicht zuletzt Mut zu fassen, den Klimawandel als die Herausforderung unserer Generation zu begreifen und in einem besseren Sinne zu beeinflussen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Klima ist mehr als Tagespolitik      5 von 5 Punkten
Obgleich schon andere Rezensenten Treffendes zu dem Buch von W.Behringer gesagt haben, möchte ich hier noch ein paar Zeilen hinzufügen, da ich den Eindruck habe, dass es dieses Buch wirklich verdient, gelesen zu werden. Wenn man als 'Normalmensch' --sprich man ist kein Klimaexperte-- dem heutigen Bombardement an Schlagzeilen und politischen Verlautbarungen zum Thema Klima ausgesetzt ist, dann kann sehr wohl Verwirrung oder gar Panik aufkommen, sofern man nicht einfach 'abschaltet', sprich das Thema verdrängt. Eine Lektüre des Buhces von B. kann hier sehr wohltuend wirken. Er erklärt einführend auf gut verständliche Art, wie die Klimatologen überhaupt zu ihren Daten kommen. Und schon bald eröffnet sich dem Leser das Bild einer weiten Landschaft von vielen Millionen und gar Miliarden Jahren, in der die heutige Diskussion ihren Platz ganz neu findet: die Veränderungen die wir heute feststellen sind real, aber sie sind --verglichen mit dem, was die Erde an Veränderungen schon erlebt hat-- keinesfalls ausserordentlich; vor dem Hintergrund der Geschichte des Klimas sind sie eigentlich 'normal'. Was die klimatischen Veränderungen heute so 'ungemütlich' machen ist allerdings die Tatsache, dass sich seit ein paar tausend Jahren die heutigen Menschen in einer Weise auf der Erde ausgebreitet und eingerichtet haben, dass schon kleine klimatische Änderungen für menschliche Verhältnisse grosse --wenn nicht gar dramatische-- Wirkungen zeitigen können. B. zeigt in seinem Buch auf spannende Weise, wie das Klima Menschheitsgeschichte schon immer nachhaltig beeinflusst hat, Zusammenbrüche ganzer Kulturen eingeschlossen. Damit soll das Problem des Klimawandels --der als solcher nicht in Frage steht-- nicht verharmlost werden. Aber die Darstellungen von B. können doch helfen, das Problem in einen grösseren Zusammenhang einzuordnen. Natürlich ist die Existenz von Menschen in komplexen Gesellschaften ein völlig neuer Faktor im Kontext der Klimageschichte; dies sowohl als wirkender Faktor, der das Klima mitverändert (das wird im Buch auch sehr klar), wie auch als neuer Bezugspunkt, auf den hin die Änderungen aus Sicht der Menschheit eine neue Qualität bekommen. Wenn zu früheren Zeiten immer wieder mal 60 - 90% aller Arten aufgrund von Vorgängen auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre ausgestorben sind, sind dies Dramen der Vergangenheit. Doch wenn wir als Menschen aus unserer engen anthropogenen Perspektive mit solchen Vorgängen in Berührung kommen, ist dies unsere eigene Existenz. Die Relativierung der heutigen 'kleinen' klimatischen Veränderungen ist also eine Sache, die darin dennoch enthaltene mögliche Bedrohung menschlicher Gesellschaften heute und in der Zukunft eine andere. Auch diese Überlegungen finden sich in dem sehr, sehr lesenswerten Buch von B.


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Der Untergang des Abendlandes - Oswald SpenglerDer Untergang des Abendlandes
Oswald Spengler

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 58441      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Über die Philosophie des Schicksals

Kaum ein anderes geschichtsphilosophisches Werk ist in der Welt und vor allem in Deutschland so heftig diskutiert und so gründlich missverstanden worden wie Oswald Spenglers »Untergang des Abendlandes«, ein Werk, dessen Titel zum - meist oberflächlich gebrauchten - Schlagwort wurde. Zum ersten Mal hatte hier ein großer Denker den Versuch gewagt, eine »Philosophie des Schicksals« vorzulegen, in der die abendländische Kultur in ihrer Zivilisationsphase und damit in ihrer Endphase erklärt wurde. Für Spengler zeigen die Kulturen, denen jeweils eine Lebensdauer von einem Jahrtausend beschieden ist, einen schicksalhaften, den Jahreszeiten entsprechenden Verlauf. Diese Sicht führte ihn zu faszinierenden Vergleichen und Prognosen, die inzwischen zum Teil schlagend bestätigt wurden.
Spengler fühlte sich Goethe und Nietzsche verpflichtet. In seinem Vorwort zur überarbeiteten Auflage von 1922 schrieb er über sein Verhältnis zu Nietzsche, er habe »aus seinem Ausblick einen Überblick gemacht«. Die ungewöhnliche Wirkung, die Spenglers Werk erzielte, beruhte sowohl in seinem imponierenden, konsequenten Gedankengang wie in seiner bildhaften Sprache, die es auch dem Laien ermöglicht, dem Text zu folgen. Anton Mirko Koktanek analysiert in seinem kundigen, abgewogenen Nachwort Spenglers Werk vor dem geistesgeschichtlichen Hintergrund seiner Zeit, zeigt aber ebenso, welche Bedeutung ihm auch heute und künftig zukommt.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Fels in der Brandung      5 von 5 Punkten
"Das ist der Untergang des Abendlandes" pflegte meine Oma zu sagen, wenn im Fernsehen Berichte über die "Achtundsechziger" - die heutige Politikergeneration - erschienen. Der Titel von Spenglers Buch ist zu einem geflügelten Wort geworden, das den Bekanntheitsgrad seines Werkes bei weitem übertrifft. Schade eigentlich, dass Spengler heute überwiegend negativ beurteilt wird. Er hat den Versuch einer umfassenden vergleichenden Geschichtsbetrachtung unternommen, allein dieser Selbstanspruch macht ihn schon lesenswert. So oder so, historische Analysen sind immer relativ und Ansichtssache. Woran jedoch der Wert eines Historikers gemessen werden kann, ist seine Fähigkeit, auf Grund seiner Betrachtungen der Vergangenheit eine zutreffende Analyse der Gegenwart und eine Prognose für die Zukunft erstellen zu können. Und dies kann Spengler brillant. Generationen von Kritikern und Abschriftstellern haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwächen seiner morphologischen Betrachtungsweise herauszustellen. Doch letzten Endes können sie nicht an der Tatsache vorbei, dass Spengler in seiner Vorhersage Recht behalten hat. Die von ihm so genannte "Fellachenkultur" als Zukunftsbild der aufgeklärten Gesellschaft ist tatsächlich eingetroffen - und wir sind Teil von ihr. Vielleicht ist dies der Grund, warum Spengler immer wieder angegriffen wird? Aus der Vielzahl historischer Werke ist "Der Untergang des Abendlandes" wie ein Fels, dem auch der schmutzige Wind politisch verzerrter Urteile nichts anhaben kann. Absolut lesenswert und eine gute Alternative zur Bundeszentrale für politische Bildung.


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Raumtheorie: Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften - Raumtheorie: Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 34570      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Mit dem spatial turn seit den 1980er Jahren ist die Räumlichkeit zu einem Schlüsselthema der Geistes- und Kulturwissenschaften avanciert. Insbesondere die Geographie, die Soziologie und die Ästhetik haben die Wende im Raumdenken eingeläutet und den Weg für die Wiederentdeckung klassischer europäischer Texte aus den Geistes- und Naturwissenschaften bereitet. Der vorliegende Band versammelt erstmals einen repräsentativen Querschnitt raumtheoretischer Grundlagentexte von der Neuzeit bis zur Gegenwart, die sich nicht nur mit der Phänomenologie des Raumes auseinandersetzen, sondern auch über mediale, soziale, politische und ästhetische Räume reflektieren. Kurze Einführungen stellen die jeweiligen Texte und ihre Autoren in ihrem historischen wie theoretischen Zusammenhang vor.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Umfassendes Buch zur Raumtheorie      5 von 5 Punkten

Jeder der in irgendeiner Weise mit dem Thema "Raum" zu tun hat bzw. der sich mit dem Thema auseinandersetzt / auseinandersetzen möchte sollte dieses Buch lesen.

>Das Buch ist in sechs Teile aufgegliedert;
1. Physik und Metaphysik des Raums
2. Phänomenologie der Räumlichkeit
3. Körperliche, technische und mediale Räume
4. Soziale Räume
5. Politisch - geographische Räume
6. Ästhetische Räume
Jedes der 6 Kapitel beginnt mit einer Einleitung von einem der Autoren, was ich persönlich sehr gelungen finde weil man dadurch einen guten einblick davon bekommt was einen, in diesem Kapitel, erwartet.
--> von Descartes, Kant, Heidegger, Lacan, Lefebvre, bis Foucault, Irigaray, Flusser, und Arendt findet man hier, in den sechs gut aufgeteilten und strukturierten Teilen, alle grundlegenden Texte zum / über / rund um das Thema Raum bzw. rund um die Theorien über den Raum

Das Buch umfasst/greift große Teile der Theorien zum Raum aus der Philosophie und der Soziologie auf, welche teilweise sehr unterschiedlich sind aber wenn man sich genauer damit beschäftigt doch Gemeinsamkeiten aufweisen.

Für jeden, egal in welchem Bereich - Kunst, Kultur, Soziologie, Architektur, Geographiie u.vm. - der sich mit den Theorien zum Raum auseinandersetzt bzw. ausandersetzen möchte ist dieses Buch geeignet.

Wer mit den Schriften von Heidegger, Kant, Lacan, Flusser oder Foucault vertraut ist wird auch keine Probleme beim Lesen des Buches haben.



Bewegt sich weit über dem Niveau der öffentlichen Diskussion - spitze      5 von 5 Punkten
Durchweg setzen Jörg Dünne und Stephan Günzel auf den Dialog der Texte miteinander, so dass sich ein enger Zusammenhang herstellt. Dadurch wirkt das Buch insgesamt wesentlich homogener als andere Aufsatzsammlungen, trotz recht unterschiedlicher Theoretiker. Die Mischung aus bekannten und unbekannten, aus leicht zugänglichen und schwer erreichbaren Texten hat auch ihren Reiz darin, dass Grundlegendes und Außergewöhnliches zusammengestellt ist. Nicht zuletzt positiv hervorheben muss man die Einleitungen, die jedem Abschnitt vorangestellt sind, die Auswahl der Texte begründen, Hintergrundinformationen zu diesen liefern und in die aktuelle Diskussion einordnen.
Die beiden Herausgeber erweisen sich so insgesamt als geschickte Dramaturgen. Die Texte sind an sich hervorragend, wenn auch nicht immer einfach, spannend im Kontrast und erklärend in der beigesteuerten Dokumentation, ausgezeichnet mit jeweils einer Auswahlbibliographie versehen und somit auch für Leser, die sich noch nie mit Raumtheorien beschäftigt haben, sehr geeignet. Aber auch wenn man sich mit Raumtheorie schon beschäftigt hat, bietet dieser Sammelband viel Neues.
Zwar fehlen die Bereiche Psychologie und Ethnologie weitgehend, zwar kommen hier fast ausschließlich deutsche und französische Denker zu Wort, aber im Rahmen eines einzelnen Buches ist kaum mehr möglich.
Hervorragend bewerte ich Bücher manchmal alleine deshalb, weil sie sich weit über dem Niveau der öffentlichen Diskussion bewegen und trotz einiger inhaltlicher Schwächen. Dieses Buch aber ist auch in der akademischen Diskussion eine Perle und insofern doppelt hervorragend.


Gesammelte Schriften: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Bd 4 - Theodor W. AdornoGesammelte Schriften: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Bd 4
Theodor W. Adorno

Taschenbuch, April 2008
     Verkaufsrang: 7755      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Ein sehr persönliches Buch.      5 von 5 Punkten
Man soll das Buch unvoreingenommen lesen. Vor allem so lesen als würde der Autor recht haben. Erst danach kommt die Kritik, wenn möglich eine konstruktive. Erst dann kann man sagen, ob die Lektüre gelohnt oder nicht hat oder ob man etwas daraus gelernt hat.
Adorno analysiert das Leben und stellt dem Leben moralische, humanistische Anforderungen. Wenn das Leben keinen Schutz bieten kann, gegen Grausamkeiten aller Art, ist es dann noch lebenswert?
Nur die Menschen können diese Frage beantworten.
Die Aphorismen Adornos stellen die Realität fest und zugleich werfen sie Fragen auf. Die Realität ist formbar, so wie der Mensch, der sie immer neu schafft. Eine humanere Welt ist möglich. Ein sehr persönliches Buch. Hat mich sehr bewegt.


Zeitgebundenheit      1 von 5 Punkten
Sprache und Inhalt sind nur aus der Zeit heraus verständlich! Unter dem Eindruck der NS-Zeit muss man wahrscheinlich so schreiben. Sonst bringt das Buch wirklich nur für Adorno-Exegeten was, die ihren Meister vergöttlichen. Man beginnt zu ahnen, warum Habermas (als erklärter Feind der Adornoadepten) die Deutungshoheit errungen hatte: Er jammerte weniger und bot - wie immer man seine Theorie einschätzt - den Linken eine Methode an die Hand, konkret zu werden in der Gesellschaft und nicht im Kellerloch sitzen zu bleiben wie Adorno.

das ist Adorno!      5 von 5 Punkten
Mit "leichter" und vernichtend präziser Hand geschriebene kurze Reflexionen, die man sich gut einteilen sollte, über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des täglichen Lebens, das Adornos Meinung nach in jedem kleinen Winkel durchtränkt ist von latenter Gewalt, Herrschaft und Absolutismus. Der vergesellschaftete Mensch kann diesem negativen Leben nicht entfliehen aber er kann es erkennen und vermöge der Erkenntniss wiederum Kraft beziehen um die Aufgabe Leben zu meistern. Mehr als nur empfehlenswert.

Feinschliff      5 von 5 Punkten
In aus allen Fugen geratenen Zeiten ein solches Buch zu schreiben, ist bereits eine Meisterleistung. Theodor W. Adorno sind hier über Jahre latent bewußtwerdende Gedanken zum Zeitgeschehen, zum Verlust einstmaliger zivilisatorischer Werte, zum Leben unter Bedingungen, die das individuelle Leben zur privaten Angelegenheit verkümmern lassen, zu Textminiaturen verdichtet, die zum besten zählen, was überhaupt je veröffentlicht wurde. Sprachlich und inhaltlich ein Meisterwerk!

Das Insistieren auf dem Brutalen      5 von 5 Punkten
Es sind zwei Fundamentalwerke, um die man nicht umhin kommt, wenn man sich sowohl literarisch als auch theoretisch auf den Weg machen möchte - eine lange Reise, die viel Geduld erfordert -, herauszufinden, was das denn ist, die Kritische Theorie: Diese beiden Werke sind die "Dialektik der Aufklärung" und die "Minima Moralia" Adornos. Sie ergeben die Achse, an der die Theorie sich wendet, das Frankfurter Schiff eine andere Richtung einschlägt - nämlich die des ungewissen Ausgangs, wo dem Theoretiker und seinem System nur noch übrig bleibt, "das Schlimmste zu verhindern" (Horkheimer) und dazu beizutragen, "dass Auschwitz nicht noch einmal sei" (Adorno). Eine Richtung also, die nicht mehr sich durch die Kritik des Bestehenden ermächtigt fühlt, auch eine Alternative, was das bessere Leben sei, an dessen Stelle zu setzen, sondern in die Einsicht einkehrt, dass einzig Kritik als unendlicher Prozess und unermüdliche Aufgabe sich am wenigsten der Verlogenheit "des Ganzen" unterwerfe.
Diese "Achse" in der Geschichte der Kritischen Theorie hatte zugleich ein Schisma zur Folge, demnach Theoretiker wie Marcuse oder Fromm nicht mehr im selben Wasser wie Adorno und Horkheimer fuhren. Nach der "Dialektik der Aufklärung" ist auch zugleich eine Spannung zwischen Adorno und Horkheimer zu spüren. Die "Dialektik der Aufklärung" öffnet - und das macht sie so schwierig zugänglich, insbesondere was den Versuch einer hemdärmelig soziologisierten Rezeption angeht - Kritische Theorie zur Geschichtsphilosophie hin, skizziert den anthropologischen Gang der Vernunft gegenüber dem Mythos, der Herrschaft über die Natur gegenüber dem menschlichen Bedürfnis, sich an diese anzuschmiegen von den griechischen Mythen bis zur Gegenwart der Kulturindustrie und des Faschismus.
Adornos "Minima Moralia" setzen in dieser Gegenwart ein: Die aphoristische Gegenwartsdiagnose geht beschreibend an die kleinsten Alltagsdetails, die gewöhnlichsten Unauffälligkeiten des verstädterten Zusammenlebens heran, wendet den Blick so häufig und aufwendig wie nötig, bis das Prinzip der Verdinglichung, der Unterwerfung des Besonderen unter die Sachzwänge des Allgemeinen, der zivilisatorische Prozesses der "Auslöschung des Inkommensurablen" herausgearbeitet ist.
An diesem Buch wird klar, was Alexander Kluge meinte, als er das Werk Adornos mit den Worten charaktisierte: "Es ist ein Insistieren auf dem Brutalen." Es wird hier mit einer geradezu schmerzhaften Präzision und Unermüdlichkeit geleistet, was bis dahin noch nicht geleistet worden ist: Die moderne, bürgerliche und hochtechnologisierte Gesellschaft - eine Form der Organisation des geballten Zusammenlebens, die noch jung, aber zur Bedingung der Möglichkeit des menschlichen Überlebens geworden ist, aber bereits in ihrem frischen Alter die Menschen zwingt, ihre Vorstellungskraft der menschlichen und zivilen Katastrophen, die ja von ihnen selbst hervorgebracht werden, radikal zu erweitern - kennt das Individuum nur noch als Zweck, das Subjekt als entkernte technoökonomische Größe; die Menschen in ihr sind sich selbst und den anderen gegenüber fremd, erscheinen sich nur noch anonym, nehmen sich als Objekte wahr. Und: Sie sind sich selbst so fremd, dass sie das noch nicht einmal mehr erfahren können, was die Möglichkeit, kritisch Position dazu zu beziehen, ihnen verwehrt, sie "unmündig" im besten Kantischen Sinne macht!
Adorno legt mit den "Minima Moralia" in Wahrheit und entgegen dem, was der Titel sagt, einen Koloss vor, der die Lupe auf das Detail, das Systemelement des Alltags richtet, um vorzuführen, was er mit seinem Diktum meint, dass "die Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Form" eine "Zusammenrottung von Erkalteten" sei, die "ihre eigene Kälte nicht ertragen, aber auch nicht sie ändern können." Jeder Mensch heute, fährt er am selben Ort in "Erziehung nach Auschwitz" fort, könne "zu wenig lieben, weil er sich selbst zu wenig geliebt" fühle. Dies - also diese Unfähigkeit zur Identifikation - sei eines der wesentlichen Momente gewesen, was es ermöglicht hatte, dass so etwas wie Auschwitz "sich inmitten einigermaßen zivilisierter Bürger" habe abspielen können.

Adorno macht es einem nicht leicht und wollte das auch nie. Die "Minima Moralia" sind sicherlich das herausragende Beispiel hierfür. Es wäre illusorisch anzunehmen, dass man sich das Buch, wie man es seinerzeit auch mit Foucaults "Ordnung der Dinge" getan hatte, mit an den Strand nimmt, es liest und einen Begriff von Kritischer Theorie gewinnt. Aber frei nach Adorno sind die Dinge derart verstellt und für den Menschen undurchdringlich, dass es des größten denkerischen Kraftaufwandes bedarf, um kurz sich dies nichtidentische Moment zu erhaschen, das in jenem Augenblick seiner Erkenntnis eine unreglementierte Erfahrung ist - frei von seiner Unterwerfung unter die Herrschaft des Zwecks und von Autorität in dieser Sekunde unangetastet. Dann trifft auch zu, was in einer anderen Rezension hier belächelt worden ist: "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht kennen."

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Die Geschichte der Häßlichkeit - Umberto EcoDie Geschichte der Häßlichkeit
Umberto Eco

Gebundene Ausgabe, 15. September 2007
     Verkaufsrang: 33874      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Zu allen Zeiten haben Philosophen und Künstler Definitionen des Schönen gesucht. Das Hässliche dagegen ist meist nur als Gegensatz zum Schönen verstanden worden, fast nie wurde es für sich selbst betrachtet. Umberto Eco hat nun in seiner Geschichte der Häßlichkeit ein wunderbares Panoptikum versammelt: von Hölle und Teufel zu Monstern und Märtyrern, von den Hexen zu den Satanisten, vom Grotesken zur Obszönität, von der Apokalypse bis zum modernen Kitsch. Ein phänomenales Buch, das mit einem überwältigenden Reichtum an Abbildungen und Textstellen die faszinierende Nachtseite jener Schönheit zeigt, in welcher sich die abendländische Kultur so gerne sonnt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Was ist hässlich?      5 von 5 Punkten
Nachdem die "Geschichte der Schönheit" eins der Bücher ist, die ich oft zur Hand nehme, musste ich Ecos "Geschichte der Hässlichkeit" auch besitzen. Wieder sind hier viele Texte versammelt, die dem Wesen der Hässlichkeit auf die Spur kommen, es gibt Bilder zum Anschauen, und Eco nähert sich der Hässlichkeit von vielen Seiten. Ein wertvolles Buch, das zu besitzen sich lohnt.

Was nicht schön ist...      4 von 5 Punkten
Nach der Geschichte der Schönheit, die im Jahr 2004 ein überraschender Erfolg wurde, kommt nun ein vom Format her identischer Band über das Gegenteil in die Buchläden: Die Geschichte der Hässlichkeit, wieder herausgegeben von Umberto Eco, der sein enzyklopädisches Wissen über die menschliche Kulturgeschichte erneut präsentieren darf. Dabei sind die von Eco geschriebenen, kurzen Texte über das Thema Hässlichkeit allerdings fast schon etwas Nebensache. Denn eigentlich fällt es schwer, Hässlichkeit wirklich überzeugend zu beschreiben. Ist es nicht viel mehr die bloße Abwesenheit von Schönheit, also nur die Negation von etwas anderem? Und dann fällt ja noch auf, dass sich Schönheit und Hässlichkeit im Lauf der Jahre wandeln. Ist die Schönheit von gestern nicht der Kitsch, und damit die Hässlichkeit, von morgen? Vieles wird hier relativiert.

Eco beantwortet die Frage nach dem Wesen der Hässlichkeit mit Synonymen. Er erläutert Hässlichkeit durch Krankheit, als Kennzeichen des Bösen und des Teufels, als körperliche oder sexuelle Deformation, als Element wider die Natur und damit als Begleiter der Industrialisierung oder auch als Witz, der das Opfer der Lächerlichkeit preisgibt. Aber letztendlich haben seine Texte - wie im Band über die Schönheit auch - etwas Theoretisches, Verkopftes. Und noch schlimmer: Oft scheinen sie durch die abgebildeten Kunstwerke auch noch widerlegt zu werden. Denn diese erscheinen fast ausnahmslos als ästhetisch faszinierend und oft genug als schön.

Stark sind auch die Texte, die hier auch aus der Literatur zum Thema versammelt sind. Lovecraft beschreibt seine Ungeheuer. Gläubige schreiben über die Hölle. Kafka schreibt über die Hässlichkeit des Lebens. Wir lesen von Folter, hässlichen Frauen, Dekadenz, von Tod und Krankheit und natürlich von Kitsch. Der Leser begibt sich hier auf eine Reise quer durch die Weltkunst und Weltliteratur. Oft sind die Texte und Bilder so eindringlich, dass der begleitende Text des Herausgebers dagegen völlig untergeht. Viele Texte stellen Gewalt und Sex explizit dar, das Buch ist also nicht gerade jugendfrei. Insgesamt hat man am Ende den Eindruck, dass die dem Hässlichen gewidmete Kunst aber möglicherweise die stärkeren Gefühle auslöst, als dies die Kunst der Idealisierung, des Schönen jemals erreichen kann. Und so ist auch dieser Band der spannendere der beiden Bände von Eco.

Wie beim anderen Band auch frage ich mich allerdings, warum man für die Darstellung der vielen, schönen Werke nicht ein größeres Buchformat gewählt hat. Viele der Bilder hätten hier schlicht mehr Platz verdient.


Edition Suhrkamp, Nr.28, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie - Walter BenjaminEdition Suhrkamp, Nr.28, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie
Walter Benjamin

Taschenbuch, 19. Dezember 2006
     Verkaufsrang: 30643      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In seinem Kunstwerk- Aufsatz beschreibt Walter Benjamin die geschichtlichen, sozialen und ästhetischen Prozesse, die mit der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks einhergehen. Dabei entwickelt er eine Begrifflichkeit, die, so sein Programm, "für die Zwecke des Faschismus völlig unbrauchbar", dagegen "zur Formulierung revolutionärer Forderungen in der Kunstpolitik brauchbar" ist. Benjamins Einsicht in das "auratische" Wesen der Kunst etwa ist gerade deshalb ein
Meilenstein der philosophischen Ästhetik, weil sie der Betrachtung der Kunst in ihrem jeweiligen Kontext erwächst. Dies ist im Einzelfall anhand der beiden weiteren Studien dieses Bandes nachzuvollziehen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Aura vs. Convenience      5 von 5 Punkten
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".

Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.

Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).

Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.

Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.

Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.


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Geschichte der Schrift - Harald HaarmannGeschichte der Schrift
Harald Haarmann

Taschenbuch, September 2002
     Verkaufsrang: 8969      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Schrift gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Harald Haarmann schildert knapp und anschaulich, welche unterschiedlichen Schriftsysteme sich seit den ersten bildlichen Vorstufen vor 7000 Jahren entwickelt haben und wie unser Alphabet entstanden ist.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Geschichte der Schrift: neue Perspektiven!      5 von 5 Punkten
Wer sich mit Archäologie und den Wurzeln unserer Kultur befasst, muss sich eines Tages auch über den Ursprung der Schrift Kenntnis verschaffen. Vor uns liegt eine handliche Publikation, welche auf ideale Weise diesem Anliegen entspricht. Der Autor, bekannter Sprachwissenschaftler, versucht Antworten auf Fragen nach dem "wann" und "warum" des Schreibens zu vermitteln. Als wertvolle Bereicherung dürfte die Leserschaft den vierten Teil empfinden, in dem er Auskunft gibt über die Entwicklung von Schriftträgern und Schreibtechnik. Mit Überraschung werden wir vielleicht die Bedeutung des Donauraumes für den Ursprung der Schrift zur Kenntnis nehmen, weil wir diese Frage bisher stets mit Mesopotamien in Verbindung brachten.
Einige aussagekräftige Illustrationen, ein Register sowie ein nützliches Literaturverzeichnis, das uns die Tür zu einem vertieften Studium der Schriftgeschichte öffnet, runden das einem breiten Leserkreis zu empfehlende Taschenbuch ab.


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Die Geschichte der Schönheit - Umberto EcoDie Geschichte der Schönheit
Umberto Eco

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 37580      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Umberto Eco ist ein literarisches Chamäleon ohnegleichen: Sein Romanerstling Der Name der Rose wurde zu einem der fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen gekürt, seine Essays, Glossen und Parodien begeistern ein breites Publikum, und seine sprach- und literaturkritischen Arbeiten haben in der akademischen Welt Standards gesetzt. Jetzt hat er sich in einem opulenten Bildband auf die Spurensuche nach dem “Schönen” begeben, und fördert dabei so manches vergessene Juwel zutage.

Die Geschichte der Schönheit überzeugt -- nicht nur auf den ersten Blick -- durch eine übersichtliche und einleuchtende Gliederung. Da geht es einerseits um die Darstellung menschlicher Schönheit, der weiblichen wie der männlichen, und der sich wandelnden Ideale, die unsere Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte bestimmten. Weiter geht die Reise zu den Gebäuden, welche die Menschen zu ihrem Schutz oder zur Ehre höherer Wesen errichtet haben. Von der Musik ist die Rede und von ihrer Abhängigkeit von Mathematik und Astronomie. Garniert ist das Ganze mit einer Flut von Zitaten aus Bibel und mittelalterlicher Gelehrsamkeit, von Dichtern und Philosophen.

Auch wenn das etwas altmodisch klingen mag, so ist Die Geschichte der Schönheit im besten Sinne “erbaulich”. Eco flaniert an allem vorbei, was die Sinne erfreut, erklärt, deutet und schüttelt auch nicht selten den Kopf über das, was einst Begeisterung auslöste, inzwischen jedoch ausgesprochen hässlich erscheint. Ein Buch, um leuchtende Augen zu bekommen also, mit der kleinen inhaltlichen Einschränkung vielleicht, dass sowohl die Auswahl der bewunderten Objekte wie auch das theoretische Fundament rein europäisch ausgerichtet sind. Das ist jedoch nur das berüchtigte Haar in der Suppe, insgesamt ist der Schmöker ein Genuss -- zum Verschenken, sich selbst oder anderen. --Helge Basler

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

"... sein Name ist Schönheit."      5 von 5 Punkten
Umberto Eco hat eine ganz erstaunliche und überraschende Arbeit zur menschlichen Ästhetik, zum menschlichen Schönheitswillen vorgelegt. Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte werden mit ganz hervorragend ausgewählten zeitgenössischen und späteren Zitaten aus dem menschlichen Denken über Schönheit und Empfinden von Schönheit zusammen präsentiert. Diese Zusammenstellung ergänzt sich gegenseitig besonders gut. Indem man beispielsweise liest, wie mittelalterliche Menschen ihre Umwelt - und auch die damals geschaffene Kunst - wahrgenommen haben, versteht man sofort deutlich mehr über die damals geschaffene Kunst.

Viele der allerwichtigste Zitate Winckelmanns werden gebracht, die immer wieder neu und erfrischend zu lesen sind, auch wenn man manche von ihnen schon kennt. Und so vieles andere mehr. - Eine solche Zusammenstellung ist sicherlich auch für Wissenschaftler auf dem Gebiet der Evolutionären Ästhetik von großem Nutzen, ja, vielleicht weg-leitend.

Für wen Schönheit mehr ist als das, 10.000 Kunsthistoriker "superklug" jeden Tag daher zu reden wissen, für den wird dieser Band etwas ganz Besonderes sein. Man sollte nur die "Großen" über Schönheit reden lassen.

Friedrich Hölderlin etwa sagt:

"Ich hab es einmal gesehn, das Einzige, das meine Seele suchte, und die Vollendung, die wir über die Sterne hinauf entfernen, die wir hinausschieben bis ans Ende der Zeit, die hab ich gegenwärtig gefühlt. Es war da, das Höchste, in diesem Kreise der Menschennatur und der Dinge war es da! (...)

O ihr, die ihr das Höchste und Beste sucht, in der Tiefe des Wissens, im Getümmel des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinthe der Zukunft, in den Gräbern oder über den Sternen! wißt ihr seinen Namen? den Namen des, das Eins ist und Alles?

Sein Name ist Schönheit."


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Griechische Mythologie: KulturKompakt (Uni-Taschenbücher M): KulturKompakt - Reiner AbensteinGriechische Mythologie: KulturKompakt (Uni-Taschenbücher M): KulturKompakt
Reiner Abenstein

Broschiert, 1. April 2007
     Verkaufsrang: 58754      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Reihe KulturKompakt liefert bei überschaubarem Umfang präzise Grundlageninformationen über zentrale Themengebiete unserer kulturellen Überlieferung. Studierende aller kultur- und geisteswissenschaftlichen Fächer finden bei KulturKompakt den Kernbestand traditionellen Wissens, ohne den das Verstehen von Kunstwerken, Literatur und historischen Quellen unmöglich ist. KulturKompakt bietet den Lesern eine übersichtliche Gestaltung, reiche Bebilderung, Essays, Merksätze und Übungsfragen, so dass jedes der Bücher einen kleinen Grundkurs für das Selbststudium darstellt. Der Band Griechische Mythologie führt in die Welt der griechischen Götter und Helden ein. Die Darstellung setzt bei den Schöpfungsgeschichten an und verfolgt die vielfach verzweigten Mythen bis zu den Abenteuern des Trojanischen Krieges und den Irrfahrten des Odysseus. Exkurse zu Nebengestalten und unbekannteren Episoden ergänzen die Darstellung. Ein Glossar erläutert schwierige Begriffe.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Griechische Mythologie v. Reiner Abenstein      5 von 5 Punkten
Mit diesem Band ist sowohl dem Autor als auch dem Verlag ein Volltrffer gelungen:
Vollgepackt mit einer Unmenge an Informationen, passt er aufgrund des trotzdem handlichen Formats bequem in jede Reisetasche und sollte beim nächsten Griechenland-Urlaub nicht fehlen. Die sinnvolle, überlegte Anordnung der Kapitel sowie die frische, unakademische Sprache machen das Schmökern zum Genuss.


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Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen: Mit den Augustenburger Briefen - Friedrich von SchillerÜber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen: Mit den Augustenburger Briefen
Friedrich von Schiller

Taschenbuch, März 2000
     Verkaufsrang: 26178      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,40 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Klassisches Deutsch...!      5 von 5 Punkten
Ein von mir hochverehrter Kunstlehrer empfahl mir dieses aus zahlreichen Briefen zusammengesetzte Werk, da ging ich noch zur Schule. Erst vor kurzem habe ich es dann einmal vollständig gelesen. Zwar ist Schillers Unterteilung der menschlichen Psyche in sinnlichen Trieb und einem keinen Kausalgesetz unterworfenen ethischen Gestaltungsvermögen nicht mehr ganz up to date, die Schlüsse, die Schiller jedoch für die Lebensführung daraus zieht, sind immer noch wahr und richtig. Zum einen verteidigt Schiller die Natur als jenen Bestandteil in uns, der uns gleichermaßen den „Stoff" unserer Lebenspraxis und unseres künstlerischen Schaffens gibt, beharrt andererseits aber ebenso darauf, dass dieser Stoff einer Formung bedarf, die er unserem Vermögen zum ästhetischen und ethischen Urteil anheim stellt. Schließlich formuliert Schiller den tiefen Gedanken, dass der Mensch nur dort wirklich Mensch ist, wo er spielt, d.h. wo Formtrieb und Stofftrieb aufeinandertreffen und sich fruchtbar durchdringen.
Dass er das ganze auch noch in einem wunderbaren Deutsch, allerdings auch in einem schwierigen, formuliert, muss ich hier wohl nicht eigens erwähnen.

Der utopische Staat - Schillers Idee vom Schönen      4 von 5 Punkten
Die Schillersche Ästhetik (in einer Reihen von Briefen), die als ein Ausdruck der Freiheit sich in der noch zu erreichenden Totalität des Menschen entfalten soll, geht gewiss auf Schillers Entäuschung über den Verlauf der Revolution in Frankreich zurück, deren positive Auswirkungen auf den Staat er jedoch noch nicht erkannte. Ausgehend von den sozialen Misständen, die sich in Arbeitsteilung äußern und Akzente auf die Teilung des Individuums schlechthin diagonstizieren, entwirft Schiller in seinem Traktat eine transzendentale Erziehung des Menschen zum Schönen. Dabei will er die zwei divergierenden Triebe der menschlichen Natur, Formtrieb und Stofftrieb, zu einem harmonischen Geflecht des Spieltriebes vereinigen, so dass am Ende ein in Freiheit lebendes Individuum als Ganzes zusammen mit den anderen Bürgern den zweifellos utopischen Staat realisieren kann.
Die "Ästhetik" verlangt dem Leser an Abstraktionsvermögen und hochkonzentriertem Lesen alles ab. Der klassische Idealismus, der sich hier andeutet, bereit Verständnisschwierigkeiten: ein parallel zu dem Primärtext laufender Kommentar ist äußerst hilfreich. Empfehlenswert wäre eine an- und abschließende Kenntnis des Aufsatzes von Schiller "Über das Erhabene", weil er die "Ästhetik" inhaltlich komplettiert.


Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine Einführung ins skeptische Denken - Christoph BördleinDas sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine Einführung ins skeptische Denken
Christoph Bördlein

Taschenbuch, März 2002
     Verkaufsrang: 44116      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Christoph Bördlein führt uns anhand vieler Beispiele aus Wissenschaft und Alltag ins skeptische, wissenschaftliche Denken ein. Allgemeinverständlich und unterhaltsam erklärt er, wie Wissenschaft als Methode Thesen zu überprüfen, funktioniert. Ausführlich werden Möglichkeiten, sich zu täuschen, vorgestellt und Strategien, nicht in solche Fallen zu tappen, aufgezeigt. Auch die (relativistische) Kritik an Wissenschaft wird erörtert; letztlich plädiert der Autor jedoch für skeptisches Denken als brauchbare Grundlage, um richtige Entscheidungen zu treffen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Pflichtlektüre      5 von 5 Punkten
Eine hervorragende Hinführung zu kritischem Denken, für alle, die sich kein X für ein U vormachen lassen wollen. Dieses Buch sollte in jeder Schule ab der 5. Klasse zur Pflichtlektüre gemacht werden.


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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Essenzen - Walter BenjaminDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Essenzen
Walter Benjamin

Gebundene Ausgabe, September 2006
     Verkaufsrang: 20780      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Aura vs. Convenience      5 von 5 Punkten
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".

Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.

Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).

Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.

Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.

Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.


Cultural Turns: Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften - Doris Bachmann-MedickCultural Turns: Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften
Doris Bachmann-Medick

Broschiert, Juli 2006
     Verkaufsrang: 31967      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Cultural Turn in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine umfangreiche Forschung auf den Weg gebracht. Die Kulturwissenschaften bilden dabei ein ausdifferenziertes, dynamisches Spannungsfeld, das sich gerade durch vielfältige Cultural Turns auszeichnet. Der Band will die jeweiligen «Wenden» in ihren systematischen Fragestellungen, ihren Erkenntnisumbrüchen, aber auch in ihren konkreten Forschungsfeldern reflektieren und zusammenfassend darstellen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Übersichtlich und verständlich      5 von 5 Punkten
Welcher Student der Kultur- und Sozialwissenschaften hat nicht schon vom "linguistic turn" gehört bzw. sich mehr oder weniger eingehend damit beschäftigt.
Seit den 70'er-Jahren ist er in aller Munde.

Bachmann-Medick stellt in ihrem Buch dar, wie sich die Kulturwissenschaften seitdem über mehrere "turns" hinweg entwickelten, und so den "linguistic turn" peu à peu zum Verblassen brachten.

Aktuelle kulturwissenschaftliche Diskussionen rund um den "spatial turn", "iconical turn" aber auch andere Entwicklungen (interpretive, performative, reflexive / literary, postcolonial, translational turns) werden einzeln und verständlich abgehandelt.

Verständlich ist eh das Schlüsselwort: hier erhält man einen Überblick, ohne ständig auf andere Werke rekurrieren zu müssen bzw. ohne ständig einen Fremdwörter-Duden zu gebrauchen.

Kurz: für jeden, der in Sachen "Kulturwissenschaft" auf dem Laufenden sein möchte ist dieses Buch ein absolutes "must have".


Eine Geschichte der Medien. Vom Urknall zum Internet - Jochen HörischEine Geschichte der Medien. Vom Urknall zum Internet
Jochen Hörisch

Taschenbuch, August 2004
     Verkaufsrang: 74020      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Dieses Standardwerk läßt die wichtigsten Stadien der Mediengeschichte von den Anfängen bis zum Internet Revue passieren. Es setzt mit dem Urknall an: Am Anfang war der Big Bang, dessen Nachhall wir heute noch vernehmen. Heute aber überlagern sich im Multimedia-Rauschen alte und neue Erfindungen, senden durcheinander und sind auf der Suche nach ihrer eigentlichen Funktion. Die leitende These des Buches ist: Während die frühe Medienwelt im Bann von Stimme und Schrift sinnzentriert ist, wendet sich die neuere Medientechnik an die Sinne und sprengt das traditionelle Primat der Bedeutungen und zentrischen Kommunikationsverhältnisse. Audiovisuelle Hybridmedien wie der Computer, der am Internet hängt, bringen beide Stränge von Sinn und Sinnen zusammen und verstricken uns in ein Netz, das die Subjekte, die User und Loser zu Schnittstellen macht.



Erinnerungsräume. Sonderausgabe: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses - Aleida AssmannErinnerungsräume. Sonderausgabe: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses
Aleida Assmann

Taschenbuch, August 2003
     Verkaufsrang: 65884      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Aleida Assmann fragt nach den verschiedenen Aufgaben kultureller Erinnerung, ihren Medien (wie Schrift, Bilder, Denkmäler) im historischen und technischen Wandel sowie nach den Umgangsformen mit gespeichertem Wissen, bei denen neben Politik und Wissenschaft auch der Kunst eine wachsende Bedeutung zukommt.



Testcard 17: Sex: Beiträge zur Popgeschichte - Testcard 17: Sex: Beiträge zur Popgeschichte

Broschiert, Februar 2008
     Verkaufsrang: 30327      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Sex jenseits des Patriarchats geht das? testcard stellt die alte Frage nach einem besseren Sex für eine bessere Gesellschaft neu. Die Linke und der Sex Pornographie gar? Das hat sich lange Zeit ausgeschlossen. ¯Öffentlich wurde in der Linken seit den 1980ern nur über Sexismus geredet®, erklärt Massimo Perinelli in seinem Beitrag zur aktuellen ¯testcard®. ¯Paradoxerweise wurde dies mit dem Slogan getan, das Private sei politisch. Aber nur die Gewalt in der Sexualität war politisch, alles Schöne war absolut off topic, also strikt privat.® Seit den 2000ern erleben wir jedoch einen radikalen Wandel: Im Zuge der gender und queer studies ist Sexualität als Thema in sämtliche linke Diskurse und Lebensbereiche zurückgekehrt, um dort einen anderen, neuen Platz einzunehmen die Möglichkeit einer freien, selbst bestimmten Sexualität kann in der Linken wieder gedacht und ausgesprochen werden. In zum Teil sehr persönlichen Artikeln und Gesprächen spürt ¯testcard® der Frage nach, wie sich Sexual
ität heute jenseits patriarchaler Muster und tradierter Geschlechterrollen leben lässt. Neben solch praktischen Ansätzen widmen sich zahlreiche Aufsätze dem Themenkomplex Pornographie und der Frage nach alternativen Formen des Pornos sowie dem Umgang mit Sexualität in der Populärkultur. Aufsätze über Homophobie im HipHop stehen neben Portraits von queeren Bands wie Kids On TV und Lesbians On Ecstasy. Darüber hinaus enthält ¯testcard® Nr. 17 zahlreiche konkrete Erfahrungsberichte, zum Beispiel über Bondage-Workshops, eine Sex-Party im Rahmen des Wiener Ladyfestes und den Alltag in einer Transgender-Beziehung.




Komponisten im Nationalsozialismus - 8 Portraits - Michael H. KaterKomponisten im Nationalsozialismus - 8 Portraits
Michael H. Kater

Gebundene Ausgabe, Oktober 2004
     Verkaufsrang: 95534      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der kanadische Historiker Michael H. Kater durchleuchtet die Biographien von Werner Egk, Paul Hindemith, Kurt Weill, Karl Amadeus Hartmann, Carl Orff, Hans Pfitzner, Arnold Sch”nberg, Richard Strauss und untersucht ihre Lebensumst„nde insbesondere in den Jahren zwischen 1933 und 1945. Durch zahlreiche Dokumente und die Erinnerungen von Angeh”rigen, Nahestehenden und Zeitzeugen gelingt es ihm, die Arbeitsbedingungen der Komponisten w„hrend des Nationalsozialismus auáerordentlich lebendig und in ihrer ganzen Widersprchlichkeit darzustellen.
Welchen Weg schlugen die teils bekannten, teils berhmten Musikschaffenden ein? Passten sie sich der nationalsozialistischen Ideologie an? Arrangierten sie sich mit dem NS-Regime? Widerstanden sie dem Nazismus oder lieáen sie sich korrumpieren? Wie lebten sie im Exil? Und hinterlieá dies Spuren in ihrer Musik? Und schlieálich: Wie verliefen ihr Leben und ihre Laufbahn nach 1945?




Hot Topic: Popfeminismus heute - Hot Topic: Popfeminismus heute

Broschiert, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 51948      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Reader über Frauen zwischen Feminismus und Pop, Prekariat und Boheme
Seit der konservative Backlash offen in Form von neuem Gebärzwang und alten Hausmütterchen-Doktrinen zutage tritt, besinnt sich sogar der Mainstream wieder auf die Notwendigkeit des Feminismus. Dabei wird gerne übersehen, dass es abseits des gemäßigten Feuilleton-Bekenntnisses zur Geschlechtergleichheit eine Menge junger Frauen gibt, die sich den radikalen ¯Luxus® eines feministischen Bewusstseins leisten und dies in verschiedensten Formen leben. In der ¯Hot Topic®-Anthologie porträtieren diese Frauen ihre Lebensrealitäten zwischen Abtreibung, Indie-Mutterschaft, Prekariats-Boheme, queerem Coming-of-Age, Schönheits-Terror und Exotinnendasein im Musik- und Medienbusiness. In Anlehnung an die Vielzahl anglo-amerikanischer Textsammlungen, die hierzulande immer noch ihresgleichen suchen, destilliert dieser anekdotisch angelegte Reader die gesellschaftspolitische Aussage aus dem privaten Erleben und knüpft damit d
ort an, wo vor beinahe 10 Jahren der bis jetzt einzigartig gebliebene Band ¯Lips Tits Hits Power® aufhörte.Aus dem Inhalt: Reproduktion, Abtreibung und Verhütung / Queere Strategien und Coming out / Grrrl-Zines / Drag Kings in der Populärkultur / TV-Serien und Feminismus / Mädchenzeitschriften, Szeneorgane und (Anti-)Solidarität / Weibliche Einflussbereiche in der Punksubkultur / Ladyfest als Ladyspace / Das Leben der Lo-Fi-Boheme / Gender und Feminismus zwischen Ost und West / Weiße Männlichkeitskonstruktionen im Rock und Pop /Mode als PolitikumMit Beiträgen von Christiane Rösinger, Pauline Boudry, Clara Völker, Sarah Diehl, Rosa Reitsamer und Vina Yun und mit zahlreichen Illustrationen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Prädikat: äußerst lesenwert!      5 von 5 Punkten
Größtenteils sehr unterhaltsam geschriebenes, weniger wissenschaftliches, weil persönlich inspiriertes Sammelwerk mit Beiträgen zu feministisch angelegten Lebensentwürfen und aktueller Popkultur. Leider immer noch alles "heiße Themen", was bei der Lektüre der teils ziemlich selbstironischen Texte - so locker sie daher geschrieben sein mögen - unweigerlich bewusst wird (wenn es das nicht schon vorher war). Doch auch ernstere, seit der zweiten Frauenbewegung aktuelle Themen wie sexualisierte Gewalt, Schwangerschaftsabbruch und Essstörungen finden Beachtung. Ein gelungenes Buch, welches einen guten Überblick verschafft zum aktuellen Stand der Dinge aus feminstischer Sicht.

Feminismus, welcher Feminismus?      2 von 5 Punkten
Das Buch gibt interessante Einblicke in die Lebensweise mancher (Pop?)-Szenen und den darin vorkommenden Denkweisen. Mehr nicht.
Ferner ist mal wieder vom konservativen Backlash und Gebärzwang die Rede.
Doch welcher Gebärzwang? Wen betrifft es? Und welcher Feminismus?
Ich kann heute als Frau alles erreichen. Ich kann jede Bildung der Welt bekommen, Popsternchen oder Tagesschausprecherin werden. Ich darf nur den einen Fehler nicht begehen: Mich für viele eigene Kinder interessieren, weil dann mache ich mich schnurstracks auf den Weg in Richtung Hartz4. Und weil das so ist, hat es keinen Feminismus gegeben. Das war dann irgendwas, aber ein Feminismus sicher nicht.
Unlängst las ich einige sehr interessante Bücher, die sehr gut belegt nachwiesen, dass die zunehmende Prekarisierung und Verarmung unserer Gesellschaft, der Kulturverlust, das Aufkommen der "Generation Doof" eine unmittebare und zwangsläufige Folge eines solchen falsch verstandenen Feminismus sind.
Es muss sich wohl in der Tat etwas ändern. So kann es nicht weitergehen. Leider melden sich bislang dann aber fast nur höchstkonservative Kreise zu Wort, die wieder zurück zu Christentum und Apfelkuchen wollen. Wo sind die aufgeweckten Autorinnen, die mehr Alternativen haben wollen als christliche Familienwerte, Popfeminismus, Queere Strategien und Gender Mainstreaming?


Lob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik - Junichiro TanizakiLob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik
Junichiro Tanizaki

Gebundene Ausgabe, Dezember 2007
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Ohne Schattenwirkung keine Schönheit. Ausgehend von dieser Beobachtung gelingt Tanizaki die sinnliche Entwicklung einer japanischen Ästhetik - just zum Zeitpunkt ihres allmählichen Verschwindens im 20. Jahrhundert. Den Blick stets zugleich auf den Osten und den Westen gerichtet, schärft der Autor den Sinn für die Unterschiede beider Kulturen im Umgang mit Licht und Farbe und findet einfache Erklärungen. Denn: «Das, was man als schön bezeichnet, entsteht in der Regel aus der Praxis des täglichen Lebens heraus.»

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

ästhetische Wahrnehmung auf geistiger Ebene - jedoch auch befremdlich      5 von 5 Punkten
Tanizakis Essay über die japanische Ästhetik, "Lob des Schattens" (1933), äußert bereits im Titel, worum es geht: um das Verborgene, das, was sich in der Dunkelheit versteckt und was sich dadurch ausdrückt - wahre Schönheit, die für den traditionellen Japaner aus der Verbindung zwischen Sicht- und Unsichtbarem bzw. dessen Vorstellung entsteht.

Der japanische Denkansatz mag abseits seiner Ungewöhnlichkeit für den Leser aus der westlichen Hemisphäre - für den Schönheit immer mit SICHTbarkeit zu tun hat - in gewisser Weise aber auch interessant sein, da hier nicht nur das Auge "sieht", sondern auch der Geist, ganz davon zu schweigen, daß der Blick für's Detail hier lebendig ist, im Gegensatz zur westlichen, oft oberflächlichen Wahrnehmung. Das Nachvollziehen dieser Schattenästhetik wird aber am Punkt ihrer Umsetzung m. E. schwer. Tanizaki zeigt, daß japanische Ästhetik weit mehr ist als die bekannten Klischees, die sich der Westen als mit seiner eigenen Ästhetik vereinbar "herausgepickt" hat. Es beginnt hier beim traditionell-japanischen Haus mit dunklen Zimmern aufgrund der Reispapierfenster, die nur wenig Licht einlassen, geht über Frauen, die ihre zierlichen Körper gänzlich in dicken Kimonos unsichtbar machen, einzig Gesicht und Hände freilassen, sich aber, um den Aspekt der Finsternis noch zu unterstreichen, das Gebiß schwarzfärben (!!) und grau-dunkelgrünen Lippenstift auflegen (!) und endet bei schwarzem Lackgeschirr, das z. B. eine Suppe als undefinierbare Flüssigkeit erscheinen läßt, und Metallgegenständen, die bereits Patina - ebenfalls eine Art "Schatten" - aus Ausdünstungen menschlicher Hände angesetzt haben.

Hier schreibt Tanizaki auch von der Stilisierung des Schmutzes, im Gegensatz zur westlichen Welt, in der es einzig um dessen Beseitigung geht, um Schönheit zu erreichen. Überhaupt erweist sich "Lob des Schattens" als (mitunter auch chauvinistisches) Plädoyer gegen den Einzug westlichen Gedankenguts in Japan nach der Meiji-Zeit, also nach 1912; an einigen Stellen stellt Tanizaki die japanische Ästhetik auch über die "seichte" westliche. Dies sei ihm jedoch gegönnt; wir Europäer können ja sicherlich auch nicht gänzlich die japanische Schatten-Ästhetik nachempfinden - womit sich einer der vielen Ost-West-Gegensätze zeigt. Hier hat der Essay denn auch eine vermittelnde Funktion und ist daher trotz seines Alters (immerhin zieht Tanizaki dunkleres Kerzenlicht dem elektrischen Licht vor!) gewissermaßen aktuell.


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