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Sumerer und Akkader: Geschichte - Gesellschaft - Kultur Gebhard J. Selz Taschenbuch, 2. August 2010 Verkaufsrang: 15101 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gebhard J. Selz bietet eine kompakte Einführung in die Geschichte der Sumerer und Akkader. Er beschreibt die Vorgeschichte, die Entstehung der frühen Hochkulturen im 3. Jahrtausend v. Chr. und skizziert den Verlauf ihrer Ereignisgeschichte. Die Grundzüge der Entwicklung ihrer Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Religion werden ebenso behandelt wie der Untergang beider Völker im Ansturm der Amurriter und Elamer.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Niemand entrinnt der Geschichte" 4 von 5 Punkten So wie der Titel selbst sich aus drei Begriffen zusammensetzt, nämlich erst Geschichte, dann Gesellschaft und erst im Nachhinein die Kultur - nach derselben Reihenfolge präsentiert der Autor auch den Inhalt seines (bescheidenen) Büchleins. Ich zitiere: "Der Geschichte kann niemand entkommen", scheint das Credo des Verfassers zu sein, denn der Begrifflichkeit der Geschichte (generell!), Gechichtsbewusstsein und Geschichtsschreibung im Alten Vorderen Orient hat er viel Bedeutung beigemessen und führt in das große Thema Sumers und Aggades mit den Problemen einer absoluten und relativen Chronologie ein. Ausführlicher kommt er auf die Organisatinsformen und Wirtschaftsweisen des Alten Orients zu sprechen, über welche durch archäologische Befunde weit mehr in Erfahrung gebracht werden konnte, als in der Tat über die Kultur der Sumerer und Akkader, ihre Riten, Bräuche, Weltvorstellungen und Denkweisen. Nichts desto trotz wird dem "mesopotamischen Denken" ein Kapitel am Ende des Büchleins gewidmet. Gerade durch die Lebendigkeit geistiger Welt können die Daseinsprinzipien alter Völker nachvollzogen werden, es sei denn, es sind schriftliche Quellen erhalten, die darüber Aufschluss geben könnten. Tatsächlich sind in sumerischer Sprache nicht wenige Götterhynmen, Loblieder und Königsannalen überliefert, aber im Hinblick auf die Gesamtmasse an Texten, ist der religiös-literarische Teil gegenüber Wirtschaftsdokumenten, Quittungen, Kaufverträgen und Rechtsstreitprotokollen eher gering. Es ist also nachvollziehbar, warum man kein ausgewogenes Verhältnis der Themen innerhalb des Buches finden können wird, weil dies unmittelbar an der Situation der sumerischen Quellenforschung festzumachen ist; nun, auch wenn es am Ende ein bisschen schade ist,dass man zu den Weltvorstellungen, dem Götter-Mensch Verhältnis oder dem kultischen Verhalten nicht so viel erfährt, wie man erhofft hätte. Aber so ist dieses Fach nun mal - die Sumerologie tappt über viele Fragestellungen noch im Dunkeln - und da der Verfasser eingefleischter Sumerologe ist, sollte man ihm das nicht allzusehr nachtragen. Schließlich ist eine Ausgabe des "Beck" dieses Kleinformates als Einführungsliteratur und Orientierungshilfe gedacht, und diesen Zweck erfüllt sie gut, da der Autor an den namhaften Herrschern, wie Urnansche von Ur, Gudea von Lagash und Sargon - aber auch an weniger bekannten - das Gesamtbild Sumers und Aggades entwirft. Jeder dürfte die große Vase von Ur, das gedrungene Sitzbild des Gudea aus schwarzem Diorit oder den edlen Bronzekopf des Sargon im reichsakkadischen Stil im Geschichtsbuch oder Museum schon mal gesehen haben. Es werden die Bautätigkeiten, Kriegsunternehmungen und politische Tendenzen dieser Herrscher geschildert, an denen den Verlauf Sumerisch-Akkadischer Geschichte gut dokumentiert ist. Wenn man also vorher eine eher zerrissene, lückenhaft-neblige Vorstellung von dieser lange zurückligenden Epoche der Menschheitsgeschichte besaß, so kann man sie durch diese Lektüre auf jeden Fall ausbessern. "Ki-En-Gir" , so die Eigenbezeichnung der Sumerer für das von ihnen bewohnte Land Südmesopotamien, scheint ein Stück näher zu rücken. Das "Eme-Gir", ihre Schriftsprache, abgefasst in der Keilschrift, ist immerhin die älteste systematisierte Schrift der Menschheit.
"Kurzaufenthalt" im frühgeschichtlichen Mesopotamien 5 von 5 Punkten Im Mittelpunkt dieser Broschüre steht die Geschichte im Zeitraum 3.500 bis 2000 v. Chr. in Mesopotamien, geprägt durch die Reiche der Sumerer und Akkader. Der Autor, Dozent für Altorientalistik, beleuchtet eine der wichtigsten Phasen unserer Frühgeschichte. Die Ausprägung von Gesellschaft, Religion, Kultur, Wirtschaft wie auch die Organisation von Staat und Siedlungen kommen zur Sprache, und zwar bis zum Zeitpunkt des Untergangs beider Reiche. Punktuell übt der fachkundige Autor Zurückhaltung bei seinen Interpretationen, um dem Leser nicht ein falsches historisches Bild zu vermitteln. Deshalb eignet sich diese Arbeit vorzüglich als Grundlage für weiterführende Lektüren auf diesem Themengebiet. Ein etwas zu knapp geratenes Literaturverzeichnis sowie die für diese Reihe "Wissen" typisch zurückhaltende Illustration runden dieses Werk ab. Keine Frage, eine empfehlenswerte, preisgünstige Lektüre hält der Leser bzw. die Leserin in Händen. |
Sieben Tage in der Kunstwelt Sarah Thornton Broschiert, April 2010 Verkaufsrang: 64105 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die glitzernd-glamouröse Welt der Gegenwartskunst: "Höchst informativ und unterhaltsam"(Vogue) Sieben Tage, sieben Einblicke: Sarah Thornton nimmt uns mit hinter die Kulissen einer Auktion bei Christie's, auf die mondänen Biennale-Partys in Venedig, wir nehmen teil an einer Jury-Sitzung für den renommierten Turner-Preis, treffen angesagte Galeristen und besuchen den Künstler Takashi Murakami in seiner schrill-bunten Plastikwelt in Tokio: tiefe Einsichten, wie Kunst entsteht, wer sie dazu macht und warum so wahnsinnige Preise erzielt wurden und werden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Sehr aufschlussreich 5 von 5 Punkten Vor allem das Kapitel ueber die Kunst Takashi Murakamis zeigt, wie sehr die Kaeufer solcher Kunstwerke verschaukelt werden! Die Kunst wird von Horden schlecht bezahlter "Assistenten" gefertigt und Herr Murakami streicht sich den immensen Profit seiner völlig überbewerteten Kunst ein. Offenbar gehoert diese Art des Kunstnepps zum Kunstverstaendnis des Kuenstlers.
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Die Kultur des Krieges John Keegan Taschenbuch, 2. Januar 1997 Verkaufsrang: 85112 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "John Keegan ist der lesenswerteste und zugleich originellste Militärhistoriker der Gegenwart. In seinem neuen Buch werden die Erkenntnisse der Anthropologie, Ehtnologie, Psychologie und Geschichte zu einer ebenso knappen wie erschöpfenden Synthese zusammengezogen..." (Michael Howard, The New York Times Book Review)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Ist der Mensch friedlich?! 5 von 5 Punkten Warum und wie entstehen Kriege? Warum wird der Krieg geführt, wie er geführt wird? Dieses Buch gibt eine mögliche und absolut nachvollziehbare Antwort darauf. Von den Anfängen bis zum ersten Golfkrieg sind Gründe, Art der Führung und Gründe für den Ausgang so nachvollziehbar dargelegt, wie das beim Thema Krieg eben möglich ist. SEHR informativ hierbei die Unterscheidung der Art der Kriegführung von Griechen und Römern sowie den späteren Kolonialmächten mit den Naturvölkern und insbesondere den östlichen Völkern (Steppenvölker, z.B.), wobei erstere die vernichtende Entscheidung suchten, die anderen die hinhaltende, langsam aufreibende Taktik bevorzugten. Über ein paar kleinere Mängel (z.B. die Unterschätzung des Faktors Disziplin in der mongolischen Armee sowie die Behauptung, die Mongolen hätten keine schweren Reiter besessen - dies ist definitiv falsch, siehe beispielsweise die Schlacht am Fluss Kalka 1223 A.D.), sowie die Übernahme mancher zeitgenössischer Behauptungen über Heeresstärken (Alesia, 250.000 Gallier ?!) kann aufgrund der ausgezeichneten sonstigen Thesen hinweggesehen werden. Eines der mit Sicherheit besten Bücher zum Thema Krieg und dessen Gründe!
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Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer: Japans Philosophie der Bescheidenheit Leonard Koren Taschenbuch, 17. September 2007 Verkaufsrang: 89643 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wabisabi stammt aus dem japanischen Kulturkreis und meint eine ganz spezifische Art von Schönheit, die sich durch Einfachheit, Selbstgenügsamtkeit und den Verzicht auf aüßeren Prunkt zugunsten innerer Werte auzeichnet. Dieses Konzept mag für diejenigen eine Bereicherung sein, die im künstlerischen und geitigen Bereich kreativ tätig sind und eine Alternative zu einer oberflächlichen Waren- und Konsumästhetik suchen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Interessanter Einblick in eine fremde Ästhetiklehre 5 von 5 Punkten Dieses Buch bietet einen guten Einstieg in das japanische Ästhetik-Konzept des Wabi-Sabi, eine Lehre, welche die Schönheit des Einfachen und Imperfekten in das Auge des Betrachters rückt. Das Buch beinhaltet nicht nur eine Darstellung des Konzeptes und der Entwicklung sondern belegt dies auch sehr eindrucksvoll mit zahlreichen Photographien. Es ist dem Inhalt entsprechend auf mattem, leicht bräunlichen Papier in einfachem Schwarz-Weiss Druck gehalten, was das ganze noch unterstreicht. Insgesamt eine sehr bilderlastige, lesenswerte Einführung in eine interessante Thematik.
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Der "Erec" Hartmanns von Aue. Eine Einführung: Eine Einfuhrung (Gruyter - de Gruyter Studienbücher) (de Gruyter Studienbuch) Joachim Bumke Taschenbuch, 18. Juli 2006 Verkaufsrang: 195406 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "[...] wird der vorliegende Band zukünftig eine Pflichtlektüre für jedes 'Erec'-Seminar, aber auch für jede weitergehende Beschäftigung mit diesem Werk Hartmanns von Aue sein."Jürgen Wolf in: Zeitschrift für dt. Altertum und dt. Literatur 2/2008 "[...] führt den interessierten Leser kenntnisreich durch alle relevanten Fragestellungen und Probleme. Bumke hat mit einem Schlag und scheinbar mühelos ein Standardwerk geschaffen, das nicht nur seinen Zweck hervorragend erfüllt, sondern das auch in jede germanistische Handbibliothek gehört."André Schwarz in: artesliberales-online 7/2007 "[...] ein gelungener Einführungsband."Sandra Linden in: Germanistik 3-4/2007 "Joachim Bumkes Einführung in den ›Erec‹ hat das Zeug zum Standardwerk."Daniel Könitz in: www. literaturkirtik.de 10/2006 http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10022&ausgabe=200610
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Sehr gute Einführung zu Hartmanns "Erec" 5 von 5 Punkten Dieses Buch bietet auf 170 Seiten einen guten Überblick über den Erec. Neben Kapiteln zu Autor, Werk und Vorlage wird die Bauform und Poetik und der Erzählstil des "Erec" behandelt. Des weiteren gibt es Kapitel zu Erec und Enite und dem Motiv des Redens und Schweigens. Den Hauptteil macht jedoch die Textanalyse aus, wobei der Inhalt jedes Abschnitts zuerst von Hartmanns Erec, dann von Chrétiens "Erec et Enide" kurz rekapituliert wird. Anschließend bespricht und deutet Joachim Bumke die Textstellen. So werden Unterschiede von Hartmanns Text zu seiner französischen Vorlage deutlich. Das Buch liest sich sehr flüssig und ist leicht verständlich. Es ist sehr gut geeignet für alle die sich für Hartmanns Erec interessieren und fast unerlässlich für die, die sich in ihrem Studium mit dem Werk beschäftigen, ob im Seminar oder zur Examensvorbereitung. Die Literaturhinweise sind auf dem neuesten Stand und ermöglichen ein schnelles Auffinden von weiterführenden Aufsätzen. |
Atmosphäre: Essays zur neuen Ästhetik (edition suhrkamp) Gernot Böhme Broschiert, 27. Februar 1995 Verkaufsrang: 127889 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Empfindsame Ästhetik upj. Unter dem etwas erklärungsbedürftigen Titel "Atmosphäre" verhandelt Gernot Böhme, Professor für Philosophie in Darmstadt, die gegenwärtig zu beobachtende Re-Ästhetisierung der Natur, die den (wieder empfindsam gewordenen) Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts in allen Lebensbereichen begleitet: Ökologie, Landschaftsbetrachtung, Umwelt, Körper . . . - die "Natur" schlechthin wird nicht durch eine neue Ethik, sondern durch das Wiedererstarken einer ästhetischen Aura vor drohender Verletzung bewahrt. Das "Schauen" selbst wird zu einer Form des Bewahrens; das "Atmosphärische" einer ruhigen Abendstimmung zu einem Paradigma für die "Prävalenz des Seienden" vor jeder zerstörenden Invasion. In zwei weiteren Teilen wendet sich Böhme der Physiognomie und schliesslich den "Ekstasen" zu: Damit sind neue "Dingmodelle", neue Konzeptionen des Seins von Dingen, gemeint, die nicht mehr einfach "ausserhalb" des menschlichen Körpers stehen (etwa wie ein "toter" Flügel auf einem Konzertpodium), sondern zu einem "ekstatischen" Teil des menschlichen Körpers selbst werden - man denke etwa an eine Violine, die beim Spiel zum Klang"körper" und schliesslich zum "Körper"teil des Violinisten selbst wird.
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Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft: Symptome der Gegenwartskultur Robert Pfaller Broschiert, 9. September 2008 Verkaufsrang: 92778 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vieles, was noch vor wenigen Jahren als mondän galt wie z.B. das Rauchen, wird in unserer heutigen Kultur als schmutziges, gesundheitsgefährdendes Ärgernis thematisiert. Früher wurden solche Praktiken kulturell aufgehoben, indem man sie in einen Rahmen des "Heiligen" stellte. Gegen dieses "Heilige" macht nun eine Vernunft Front, die sich als "rein" versteht und die Welt entzaubern möchte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Der zeitgenössische Mensch ist Narzisstisch und Selbstbezogen 5 von 5 Punkten Robert Pfaller: Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft. Symptome der Gegenwartskultur Robert Pfaller wurde 1962 in Wien geboren und ist heute Professor für Philosophie und Kulturwissenschaften in Linz. In diesem Buch geht es im Großen und Ganzen um den zeitgenössischen Menschen und wie er sich in der heutigen Gesellschaft bewegt bzw. von den Leidenschaften und Gefühle, die ihn bewegen etwas zu tun oder nicht zu tun. Pfaller spielt mit der Idee der Gegensätze, die in der Kultur früher oder später immer ihren Platz finden werden. Wenn vorher eine Zigarette ein Statussymbol war, ein Zeichen der Offenheit, ist das Rauchen heute ein Tabuthema geworden bzw. etwas, was man in der Öffentlichkeit lieber nicht tut, weil verpönt. Es gibt viele Ambivalenzen im Menschen, die Pfaller zum Vorschein bringt. Wie ein roter Faden zieht sich der Narzissmus, die Eigenheit des Menschen heute nur auf sich selbst bezogen zu sein, von sich selbst auszugehen und nur sich selbst gelten zu lassen, durch. Im Speziellen kommen folgende Themen und Gedankenkonstrukte zur Sprache: 1 Liebe und Sexualität: heute ekelt man sich gegen nicht monogame Liebe. Ein guter Bürger lebt asketisch und entwickelt einen Sinn gegen jede Art von Lust. Lust zu zeigen in der Öffentlichkeit ist ein Tabu, wie man sich in der Privatsphäre benimmt ist jedoch egal. Der vorbildliche Mensch in der Gesellschaft ist ein Mensch des Verzichtes, nicht nur in der Sexualität, auch in jeglicher Art der Lustempfindung. Die Deutschen zeichnen sich durch einen so genannten Analcharakter aus, im Gegensatz zu den Franzosen die Sexualität als etwas Natürliches ansehen. 2 Spiel: der Mensch als homo ludens. Menschen nehmen Spiele teilweise ernster als die Realität. Spiel als Ursprung der Kultur. 3 Freud und seine Thesen über Humor und Witz. 4 Aberglaube, Magie: früher waren die Leute abergläubisch, heute bekennen sich die Menschen zu etwas oder jemand oder zumindest ganz sich selbst zu sein. Aberglaube vs. Bekenntnis. Nicht das Denken oder Wünschen ist bei der Magie relevant, sondern das Sagen. 5 Begriff des Unheimlichen: was ist unheimlich, was erschreckt mich? Ich kann mich nur über Geister erschrecken, wenn ich meinen Glauben daran überwunden habe, d.h. wenn ich an keine Geister mehr glaube. Wenn ein Geist hier und jetzt vor mir erscheint, würde ich mich erschrecken, weil ich nicht an Geister glaube und ich bis heute keine Geister gesehen habe. In einem Märchen ist das anders. Das Märchen definiert sich gerade durch die Präsenz aller möglichen Geistergestalten: Bäume und Tiere, die sprechen können usw. 6 Der unsichtbare Beobachter in den Köpfen der Menschen ist verschwunden. Vorher bediente sich der Mensch eines imaginären Zuschauers in seiner Phantasie, wenn er sich präsentierte vor sich selbst oder vor anderen. Heute geht es um direkte Anerkennung, der Mensch will sofort wissen was man über ihn denkt. 7 Einige Seiten beschäftigen sich mit "Zorn und Zeit" von Peter Sloterdijk. 8 Merkmale des Neo-Rassismus: verschiedene Kulturen müssen heute respektiert werden, die Konsequenz ist aber, dass man sie nicht vermischen darf, indem ein Araber z.B. einen Juden heiratet und Kinder zusammen gezeugt werden. 9 Das Heilige: zeigt sich in dessen Buchstäblichkeit. Das Wort-wörtlich nehmen führt dazu, dass etwas als Heilig gesehen wird, nicht nur in der Religion. Es kommt darauf an was man tut und nicht welche Absichten man hat. Höflichkeit als Synonym für Buchstäblichkeit. Buchstäblichkeit in der Sprache. Pfallers Vorbild schlechthin, das auch in diesem Buch oft zitiert wird, ist Slavoj Zizek, ein zeitgenössischer Philosoph aus Slowenien. Ein anderer Name der sehr oft vorkommt ist Sigmund Freud, wobei Pfaller auch kritisch auf ihn eingeht. Bei der Betrachtung verschiedenster Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft oder besser gesagt bei der Betrachtung zeitgenössischer Erscheinungen zieht er Gedanken und Theorien von Spinoza, Pascal, Johan Huizinga, Sennett, Sloterdijk, Wittgenstein, Susan Sontag u.a. heran. Pfaller beschäftigt sich wie Zizek, Lacan, Freud und Konsorten hauptsächlich mit Identitätsfragen, nur dass er im Unterschied zu Lacan z.B. nicht nur in die Materie des "Ich" oder "Selbst" hineintaucht, sondern eher oberflächlich bleibt, damit große Zusammenhänge im Verhalten der Individuen, Gesellschaften, Kultur sichtbar werden. Insgesamt ein sehr interessantes Buch über uns Menschen. Hier noch einige Buchauszüge: Die Leute wollen plötzlich nurmehr mit jenen Illusionen zu tun haben, an die sie selbst vollständig und bekennend glauben können; alle anderen Täuschungen hingegen möchten sie am liebsten zerstören. Sie wollen ganz sie selbst sein, und nicht vielleicht anderen etwas Schönes oder Angenehmes vorspielen. Erst im Vergleich mit anderen rituellen Verhaltensweisen der Sportfans - zum Beispiel ihren Zurufen an die Fußballer im Fernsehen - lässt sich erraten, worin die Notwendigkeit der persönlichen Gegenwart begründet ist: Mit dem Livezuschauen ist die Vorstellung der Beeinflussbarkeit des Ereignisses verbunden. Man muss live zusehen, um den Spielverlauf mitbestimmen zu können. Die postmoderne Freiheit intimer Kulturen besteht, wie Slavoj Zizek gezeigt hat, nicht etwa in Möglichkeiten, etwas zu tun oder zu bekommen, sondern ausschließlich darin, vom Anderen nicht belästigt zu werden. Wenn man nur das darf, was man selbst ganz will, und nichts sonst, dann darf man darum in Wahrheit sehr, sehr wenig. Das ist der Grund für die extremen asketischen Tendenzen in unserer Kultur - für den von Slavoj Zizek treffend erkannten "Non-ism", der uns entweder Bier ohne Alkohol, Sex ohne Körper, Kaffee ohne Koffein, Schlagsahne ohne Fett - oder aber totale Rauchverbote, politisch korrekte Schimpfverbote oder auch Kunstbeseitigungen im öffentlichen Raum einbringt. Denn es wird gegenwärtig immer weniger Leuten möglich, auch nur kurze Momente des Müßiggangs, partielle Ereignisse des Nichts zuzulassen oder gar bewusst herbeizuführen, um sie lustvoll auszuleben. ... die nackte Angst vor dem Nichtstun. Denn wenn das, was das Nichtstun verspricht, ein Glück ist, dann lässt es jenes andere bisschen Glück, das man sich für die Selbstausbeutung mühevoll einreden musste, sofort zu Nichts werden. Das Heilige ist in der Kultur jener Bereich, in dem große Affektmengen mit Hilfe ganz bestimmter Zeichen in Bewegung gesetzt und gelenkt werden. Ist es Wahrheit, wenn man die Dinge so beschreibt, wie sie sind, und sich nicht darum kümmert, wie der Hörer das Gesagte auffassen wird?
Ignorieren wir dieses Buch, wirft uns das weit zurück 5 von 5 Punkten Der Klappentext hört sich nach sehr viel weniger an, als sich in diesem Buch findet. Ich danke herzlich den Radiomoderatoren, die den Autor in ihre Sendung eingeladen und mich dadurch auf dieses Buch aufmerksam gemacht haben. Die Ausrichtung des Werks weist insofern Parallelen etwa zu Horkheimer / Adornos Dialektik der Aufklärung und zum Irrationalismus auf, als die reine Vernunft in ihre Schranken verwiesen wird. Es ist jedoch 1) viel einfacher zu lesen (einfach nicht im Sinne von plump), 2) mit bekannten und weniger bekannten alten Gedanken hintermauert und zugleich am Puls der Gegenwart wie kaum etwas, das ich in letzter Zeit gelesen habe und 3) lebensorientiert. Der Gedankengang baut in großen Teilen auf Größen wie Freud, Marx und Nietzsche und wird ihnen meiner Ansicht nach stets gerecht, ohne ihnen anheimzufallen - lediglich Freud tritt etwas stark in den Vordergrund (weil ein wesentlicher Teil des Gedankenganges auf seinen Erkenntnissen aufbaut). Ich halte dieses Buch für gesellschaftlichen Zündstoff mit hohem Unterhaltungswert und hoffe, dass es von Vielen gelesen wird. Für mich war es in vielerlei Hinsicht ein Augenöffner, der einige Vorstellungen, die ich von unserer Kultur hatte, tatsächlich umgekehrt hat. Ein Beispiel: Pfaller zeigt sehr anschaulich, wie die vorherrschende Meinung, unsere "Spasskultur"-Gesellschaft sei liberal und ermögliche Freiheit, uns dazu bringt, uns in Wahrheit immer mehr von unserer Freiheit nehmen zu lassen. Der Traum von individueller Erfüllung bringt uns, Pfaller folgend, um unser Glück. Der Mensch von heute ist ein narzisstischer Asket, der für seine "Selbstverwirklichung" seine Freiheit opfert. Unterhaltungswert erhält das Buch unter anderem durch kleine Spitzen und stellenweise Polemik, die in einer mir sympathischen Weise eingestreut sind und der Sachlichkeit des Gedankenganges keinen Abbruch tun. |
Kulturgeschichte der deutschen Küche Peter Peter Gebundene Ausgabe, 16. Februar 2009 Verkaufsrang: 67734 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Geschichte der deutschen Küche spannt einen weiten Bogen von der Zeit der Germanen über die glanzvolle Kochkunst in späten Mittelalter, dem Niedergang der bürgerlichen Küche bis zur Renaissance der deutschen Küche in den letzten Jahren. Deutschland ist schon aufgrund der Vielfalt seiner Regionalküchen eine der spannendsten kulinarischen Nationen. Interessante Rezepte verlocken dazu, sich lesend oder kochend auf eine Reise durch Zeit und Raum zu begeben. Mit dem Ruf der deutschen Küche stand es lange nicht zum besten. Zu fettig und schwer, zu sparsam und unfrisch haben deutsche Gaststätten jahrzehntelang aufgekocht und mit blumigen Bezeichnungen wie Winzersteak, Zigeunerschnitzel und Gutsherrentopf ihre fragwürdigen Kreationen schönzureden versucht. In den Privathaushalten wurden gern Dosen aufgemacht und alles mit Mondamin verdickt. Mittlerweile ist Besserung eingetreten. Wochenmärkte von Hamburg bis München bieten eine Fülle regionaler Produkte, es gibt Bio-Fleisch und Prädikatsriesling, artgerecht aufgezogenes Geflügel und traditionelle Kartoffelsorten. Ein Gang durch die Jahrhunderte zeigt, daß gute deutsche Küche mehr war als Kraut und Rüben. Das Bewußtsein, daß die deutsche Küche auch fein, edel und erlesen sein kann, kehrt allmählich zurück: Königsberger Klopse aus Kalbfleisch mit liparischen Kapern, Aal grün in Estragonsauce, Bremer Stubenküken oder ein echtes Leipziger Allerlei mit Morcheln und Flußkrebsen sind eben keine "Hausmannskost". Peter Peter hat die Geschichte der deutschen Küche durch die Jahrhunderte verfolgt. Er untersucht historische Rezepte, berühmte Kochbücher, legendäre Produkte. Er fragt nach den Gründen für Aufstieg und Niedergang der Kochkunst. Vor allem aber macht sein Buch neugierig darauf, die jahrzehntelang vernachlässigte deutsche Küche endlich wieder kennenzulernen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Seiltanz gelungen. Fast. 5 von 5 Punkten Ein Thema kulturgeschichtlich anzugehen, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Autors. Daher habe ich vor jedem Versuch grossen Respekt und bin jeweils neugierig, wie die konzeptionellen Fragen gelöst werden. Welche Quellen wähle ich aus? Wo setze ich Schwerpunkte? Gehe ich chronologisch oder exemplarisch vor? Wie unterhaltsam darf ich Fakten präsentieren? Welche Bilder wähle ich aus? Und welches Layout unterstützt das Informationspaket am besten? Der Restaurantkritiker Peter Peter hat diese Fragen ganz in meinem Sinn beantwortet. Einzige Ausnahme: die Wiedergabe des Bildmaterials. Kann ich mit dem braunstichigen Altrosa bei alten Fotos noch leben, wird mir beim Betrachten schöner Kunstwerke übel, wenn sie in diesem Farbmus verschlammen. Schade, hätte beinahe einen Stern gekostet, wenn mich der Rest nicht so überzeugt hätte. Der Autor lässt seine Kulturgeschichte mit einem Zitat von Johannes Mario Simmel beginnen. "Wir Deutschen können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat." Zwar scheinen noch immer viele Köche Spass daran zu haben, diese üble Behauptung zu bestätigen, aber seit einigen Jahren geht es auch in Deutschland rasant aufwärts mit Salaten. Wie es dazu kam und warum es so lange dauerte, erfährt der Leser bei Peter Peter. Aber selbstverständlich hat der Autor noch sehr viel mehr zu bieten. Wir hören von ihm, was bei den Germanen verspeist und versoffen wurde, warum Hildegard von Bingen die Klosterdiät erfand, was die Humanisten in Kochbücher kritzelten, worüber sich Luther freute, wo barocke Exzesse stattfanden, wie aus Essig langsam Wein wurde, wo die Drogen Kaffee, Tee und Schokolade ihren Siegeszug begannen, mit welchen Rezepten Dienstmädchen und Hausfrauen um die Gunst der Männer buhlten, warum Fastfood in Deutschland so ungemein beliebt war - und noch immer ist, wie Kohl Kohl bleibt, wer Hawaiitoast besonders mag, wann endlich Raffinierteres in deutsche Küchen drang, wen die TV-Menschen am liebsten an den Töpfen sehen und weshalb es auch im nächsten Jahrtausend noch Sauerkraut, Knödel, Würste und weich gekochte Nudeln geben wird. Der unterhaltsame Text des fachkundigen Autors wird immer wieder von Bildern, Zitaten und Rezepten unterbrochen. Wobei einige schräge Rezepte den Kauf des Buches bereits rechtfertigen würden. Peter Peter lobt, kritisiert, beobachtet, mischt Ungewöhnliches zusammen und trennt scheinbar Unzertrennbares, gibt seine Literaturquellen preis und legt schliesslich ein kleines Gesamtkunstwerk auf den Tisch, das fast vollkommen ist. Mein Fazit: Die merkwürdige Idee, Werke von Max Liebermann und seinen Kollegen gleich zu behandeln wie alte Kitschpostkarten, hält mich nicht davon ab, dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Es wird allen gefallen, die Infotainment, viel Bildmaterial, aussergewöhnliche Rezepte und überraschende Zusammenhänge lieben. Der Autor macht nicht nur gekonnte Vergangenheitsbewältigung, sondern auch beste Werbung für die neue deutsche Küche.
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Die Kunst der Gesellschaft (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) Niklas Luhmann Taschenbuch, 24. März 1997 Verkaufsrang: 81413 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unter dem Titel 'Die Kunst der Gesellschaft' setzt dieses Buch eine Reihe von Publikationen fort, die der Ausarbeitung einer Theorie der Gesellschaft dienen. Die Einleitung zu dieser Serie ist unter dem Titel 'Soziale Systeme' 1984 erschienen. Ferner liegen inzwischen vor: 'Die Wirtschaft der Gesellschaft', 'Die Wissenschaft der Gesellschaft' und 'Das Recht der Gesellschaft'. Das Gesamtunternehmen - 'Die Gesellschaft der Gesellschaft' - sucht Distanz zu vorherrschenden Gesellschaftstheorien, die ihren Gegenstandsbereich durch mehr oder weniger normative, jedenfalls integrative Einheitskonzepte zu beschreiben versuchen. Luhmann macht deutlich, warum es sich empfiehlt, die Gesellschaftstheorie umzuschreiben und die Einheit der Gesellschaft nicht in ethisch-politischen Forderungen zu suchen, sondern darin, daß bei extremer Verschiedenheit von Funktionen und Operationsweisen in Systemen - zum Beispiel Religion oder Geldwirtschaft, Wissenschaft oder Kunst, Intimbeziehungen oder Politik -trotzdem vergleichbare Sachverhalte entstehen. Das Theorieangebot ist danach im Kern: Klarheit der Außenabgrenzung und Vergleichbarkeit des Verschiedenen.Niklas Luhmann ist Professor für Soziologie (em.) an der Universität Bielefeld.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
*sehr gut* 5 von 5 Punkten Niklas Luhmann ist ein Meister seines Fachts.Dieses Buch ist sicherlich elementar für Kunst und soziologie-interessierte mit Bedürfnis nach wissenschaftlichen Auseinandersetzungen und Fragestellungen zum Thema... Leicht mal eben quer zu lesen ist es allerdings nicht. |
Wege zum Bild: Ein Lehrkonzept für künstlerisches Gestalten Ulrich Klieber Gebundene Ausgabe, 15. Februar 2007 Verkaufsrang: 131895 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wege zum Bild" ist kein Lehrbuch für Gestaltung im klassischen Sinne, sondern möchte durch eine Fülle von Beispielen einen Weg zur eigenständigen künstlerischen Gestaltung aufzeigen. Vielfältige, farbig illustrierte Aufgabenstellungen werden als Angebot, Hilfestellung und als Katalysator verstanden. Durch das freie Erproben verschiedener Arbeits- und Handlungsstrategien sollen die Wahrnehmungsfähigkeit und der souveräne Umgang mit dem Material, mit Linie, Fläche und Farbe geschult werden. Die breite Palette der gezeigten praktischen Arbeiten macht deutlich, wie vielfältig die künstlerischen Lösungswege sind. Sie lädt zum Experimentieren mit verschiedenen Materialien ein, vor allem aber zum Überschreiten der Grenzen der Malerei. Neue Generation der Gestaltungslehre, außergewöhnliche Anregungen zum Entwickeln individueller Gestaltungsideen, mit zahlreichen Übungen und reichhaltigem Anschauungsmaterial.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Anspruchsvolles Lehrkonzept 5 von 5 Punkten Ich arbeite selbst seit vielen Jahren als Kunstdozentin in der Erwachsenenbildung und Ulrich Kliebers Bücher sind meines Erachtens die besten und niveauvollsten kunstdidaktisch/-methodischen Bücher, die es auf dem deutschen Buchmarkt gibt. Klieber ist selbst Künstler und Hochschullehrer und war einst Schüler von Hugo Peters, dessen "Bildnerische Grundlehre" ich auch sehr schätze. Ulrich Kliebers Bücher empfinde ich aber als wesentlich praktikabler. Sie bieten ein Lehrkonzept auf Hochschulniveau, das als Inspirationsquelle für Künstler, Studierende und anspruchsvolle Autodidakten absolut zu empfehlen ist.
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Die Welt der Bücher: Eine Geschichte der Bibliothek Matthew Battles Broschiert, 1. Januar 2007 Verkaufsrang: 112704 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Das erzählerische Talent des Bibliothekars Battles macht sein Buch zum Lesevergnügen und entführt uns in ferne Welten." (Kölner Stadtanzeiger)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Interessante Streifzüge durch die Welt des Bibliothekswesens 4 von 5 Punkten Wenn ich den Titel des Buches ernst nehmen würde, gäbe es nur 2-3 Sterne, denn eine universale Geschichte der Bibliothek wird hier nur sehr unvollständig erzählt. Wenn ich aber als Titel "Streifzüge durch die Geschichte der Bibliothek" annehme, gebe ich 4 Sterne, denn das ist es, was hier geboten wird: Interessante Einblicke in gewisse Abschnitte der Geschichte des Bibliothekswesens, teilweise mit einer USA-lastigen Perspektive. Aber weil auch das interessant ist und ich es nicht als Universalgeschichte der Bibliothek gelesen habe, war es völlig in Ordnung. Gestört hat streckenweise der Versuch, politisch korrekte Stereotypen abzuspulen: Dass an der Zerstörung der Bibliothek von Alexandria keinesfalls die muslimischen Eroberer schuld gewesen seien. Oder die Breitwalzung der Bücherverbrennungen durch die Nazis. Allerdings versöhnt der Autor einen auch immer gleich wieder, in dem er die eigenen Stereotypen und Relativierungen wieder relativiert und kein pro und contra verschweigt. Zurück bleibt beim Leser dann höchstens Ratlosigkeit, welche Meinung der Autor denn schlussendlich nun vertritt? Egal, denn was der Leser aus diesem interessanten Buch für sich mitnimmt, entscheidet er selbst.
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Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg Egon Friedell Gebundene Ausgabe, 23. Oktober 2007 Verkaufsrang: 133702 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Kulturgeschichte der Neuzeit OA Einleitung und 1. Buch 1927, 2. und 3. Buch 1928, 4. und 5. Buch, Epilog 1931Form Sachbuch Bereich Geschichte Die monumentale Kulturgeschichte der Neuzeit, deren einzelnen Bände bis 1931 erschienen, stellt die kulturelle Entwicklung des westlichen Menschen vom Beginn der Renaissance bis zum Ersten Weltkrieg dar. Im Werk schildert Friedell auf originelle und feinsinnige Weise zahlreiche historische Ereignisse und bedeutungsvolle Persönlichkeiten. Aufbau: Die Kulturgeschichte der Neuzeit besteht aus einer Einleitung, in der Friedell seine Methodologie erläutet (im wesentlichen ein feierliches Bekenntnis zur subjektiven Geschichtsschreibung als Kunst), aus fünf chronologisch geordneten Büchern, sowie aus einem kurzen Epilog. Das Werk steht im Spannungsverhältnis zweier divergenter Ordnungsprinzipien: einerseits des Versuchs, die die Neuzeit bestimmenden Strömungen über die Jahrhunderte zu verfolgen; andererseits des Anspruchs, in lebendiger Abfolge die wichtigsten sozialen, geistigen und politischen Entwicklungen dieses europäischen Zeitalters sowie seine schillerndsten Persönlichkeiten zu streifen. Letzteres macht eine anekdotenhafte Erzählweise erforderlich, so dass mehrere Unterkapitel als in sich geschlossene Essays aufgefasst werden können. Unmittelbar ausschlaggebend für die Zeitwende, so Friedell, sei die Schwarze Pest gewesen, wobei er diese Zäsur sowohl willkürlich als auch symbolisch setzt. Die Metapher Krankheit und Psychose begleiten durchgehend Friedells Darstellung der Neuzeit, dieser "ununterbrochenen Krisis der europäischen Seele". So sieht er im ausgehenden Mittelalter die "Inkubationszeit", in Rinascita und Reformation ("Säkularisation der Menschen") den "Ausbruch der Krankheit" und in der Barockzeit den Versuch, dem "Giftstoff" des Rationalismus zu widerstehen. Doch sogar Gegenströmungen zum Rationalismus bedienen sich nach Friedells Ansicht der Mittel des Rationalismus, so sei die Romantik, eine "Revolte gegen den Intellektualismus, mit rein intellektuellen Mitteln" gewesen. Daher sei der Sieg der "naturwissenschaftlichen Weltanschauung" in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts unaufhaltsam gewesen, eine Weltanschauung, die sich im Nihilismus jedoch selbst negiert habe und in der "naturnotwendigen Katastrophe des Weltkriegs" in sich zusammengebrochen sei. Dieser Krieg sei zugleich Finale und Auftakt zu einem neuen Zeitalter des Irrationalismus. Inhalt: Aus dem enzyklopädischen Wissensschatz von Friedell lernt der Leser, warum man nur von einer italienischen Renaissance sprechen könne, wieso es keine zufälligen Erfindungen gebe, worin der Unterschied zwischen Schönheit und Güte liege, wieso Faust als Realpolitiker endete und wie sich Jesus zur sozialen Frage verhalte. Der Leser begegnet der Dramaturgin Roswitha, dem göttlichen Aretino, einem kindlichen Luther, dem keineswegs liebenswürdigen Michelangelo, dem Mephisto der Romantik, dem Sänger aus Thule, und wird Zeuge von 500 Jahren Haartracht, Mode und Esskultur. Dabei meidet Friedel genausowenig die Verwendung anachronistischer Schlagwörter der zeitgenössischen Debatte (z. B. Materialismus und Nihilismus) wie subjektive Ansichten. Er nimmt häufig auf seinem christlichen Glauben Bezug und analysiert seine Sujets mit Vorzug nach ihrem Nationalcharakter. Wirkung: Gerade heute - in Zeiten der Political Correctness - macht dieser eigentümliche Stil Friedells die Lektüre so erfrischend, auch wenn seine Fundamentalkritik der Moderne, zu seiner Zeit von rechten Kräften missbraucht, heute ohne größeren Einfluss bleibt. B. A.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Geschichte als Literatur 5 von 5 Punkten Ein grossartiges Buch. Pflicht. Die Sprache ist Literatur. Der Geist des Autors sprüht vor Witz und Boshaftigkeit; er bezieht Stellung, was bei Historikern so nicht erwartet wird. Dies begründet Friedell in den Betrachtungen der ersten Seiten: Geschichtsforschung ist keine Wissenschaft. Liebevoll und langsam lesen ... und einen spitzen Bleistift für eigene Kommentare parat halten.
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Laokoon: Oder: Über die Grenzen der Malerei und Poesie. Mit beiläufigen Erläuterungen verschiedener Punkte der alten Kunstgeschichte Gotthold Ephraim Lessing Sondereinband, 1986 Verkaufsrang: 115613 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In seiner 1766 erschienenen kunsttheoretischen Schrift 'Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie' arbeitet Gotthold Ephraim Lessing die grundlegenden künstlerischen Unterschiede zwischen bildender Kunst und Literatur heraus und greift damit in die ästhetischen Diskussionen seiner Zeit ein. Er wendet sich gegen die Auffassung, nach der ein Gegenstand poetischer Beschreibung nur dann als schön gilt, wenn er auch als Plastik oder in einem Gemälde dargestellt werden kann. Ausgehend vom Vergleich zwischen der spätantiken Laokoon-Gruppe und Vergils Erzählung der Ereignisse um Laokoon in der 'Aeneis' leitet Lessing ab, dass die Poesie die geistigere und weitere Kunst sei und dass ihr die Vorrangstellung gegenüber der bildenden Kunst zukomme. Lessings 'Laokoon' stieß auf lebhafte Resonanz und hatte einen großen Einfluss auf die bildenden Kunst und die Kunsttheorie.
Mit einem Nachwort von Ingrid Kreuzer.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Laokoon oder Allein mit Lessing 3 von 5 Punkten Lessings "Laokoon" gehört zu den wichtigsten Beiträgen des 18. Jahrhunderts zur Auseinandersetzung über das Verhältnis zwischen Malerei und Poesie. Eine fehlende Systematik ist dem Entstehungshintergund des Werkes geschuldet. Zweimaliges Lesen ist daher Pflicht, um alle wichtigen Positionen Lessings zu erfassen. Die Reclamausgabe weist jedoch einen Makel auf, welche das Buch für viele Schüler oder Studenten nutzlos macht. Die Ursache dafür ist, dass die vielen oft halbseitigen lateinischen und griechischen Zitate unübersetzt bleiben. Somit werden latein- und griechischunkundige Leser allein gelassen und können der Argumentation Lessings an diesen Stellen nur schwer folgen. Wer jedoch über sehr gute lateinische und griechische Sprachkenntnisse verfügt, wird ein Problem weniger haben.
Laokoon oder Allein mit Lessing 3 von 5 Punkten Lessings "Laokoon" gehört zu den wichtigsten Beiträgen des 18. Jahrhunderts zur Auseinandersetzung über das Verhältnis zwischen Malerei und Poesie. Eine fehlende Systematik ist dem Entstehungshintergund des Werkes geschuldet. Zweimaliges Lesen ist daher Pflicht, um alle wichtigen Positionen Lessings zu erfassen. Die Reclamausgabe weist jedoch einen Makel auf, welche das Buch für viele Schüler oder Studenten nutzlos macht. Die Ursache dafür ist, dass die vielen oft halbseitigen lateinischen und griechischen Zitate unübersetzt bleiben. Somit werden latein- und griechischunkundige Leser allein gelassen und können der Argumentation Lessings an diesen Stellen nur schwer folgen. Wer jedoch über sehr gute lateinische und griechische Sprachkenntnisse verfügt, wird ein Problem weniger haben. |
Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne: Eine paradigmatische Einführung Norbert Schneider Broschiert, 2002 Verkaufsrang: 28380 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das beherrschen nur wenige, die Kunst der Einführung. Zu ihnen gehört sicherlich Norbert Schneider, und er beweist es mit seiner Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne. Paradigmatisch nennt er diese Einführung, und das heißt vor allem auch pragmatisch: statt programmatischem Drumherum gibt es klare Fakten und präzise Zitate, immer medias in res. Kein leeres Dozieren, jeder Satz sitzt (...). Am Ende gibt es denn auch kein selbstgefälliges "Jetzt weiß ich es" beim Leser, sondern vor allem eine gewaltige Lust, selber weiterzulesen, sich heranzumachen an die Originaltexte. 'Süddeutsche Zeitung'
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Im Raume lesen wir die Zeit: Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik Karl Schlögel Broschiert, 19. Januar 2006 Verkaufsrang: 17316 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Manchmal", schreibt Karl Schlögel, "fängt etwas Neues mit einem Gespräch darüber an, was sich allzu lange wie von selbst verstanden hat, oder auch nur mit der Erinnerung an etwas, was in Vergessenheit geraten ist." Für den Raum als historische und politische Kategorie trifft beides zu: Allzu lange war es selbstverständlich, dass der Raum, zumal in Deutschland, kein Thema (mehr) sein sollte. Der Begriff war durch die nationalsozialistische Kontamination gleichsam tabuisiert. Zwar spielten Raum und Räumlichkeit in Wirklichkeit natürlich nach wie vor eine wichtige Rolle im historischen Weltendrama. Nur, dass man dies näher thematisieren und analysieren könnte, und dass Räumlichkeit ganz generell für die historische Forschung wichtige Erkenntnisse zu liefern vermag, geriet in Vergessenheit. Und je länger dieser Zustand andauerte, desto mehr fiel dieser Vergessenheit auch die Tatsache anheim, dass es schließlich auch "eine Genealogie des Raumdenkens (gibt), die älter ist und mit dem Nazismus nicht das Geringste zu tun hat". Und so ist es kein Zufall, dass Karl Schlögel mit dem Titel Im Raume lesen wir die Zeit den ebenfalls beinahe vergessenen, Ende des 19. Jahrhunderts führenden (und des Nazismus vollkommen unverdächtigen) historisch-politischen Geografen Friedrich Ratzel zitiert. Schlögel kennzeichnet Ratzels Satz treffend als "das denkbar präziseste Motto für die in diesem Buch unternommenen Versuche und Anläufe, die geschichtliche Welt zu dechiffrieren und zu deuten". Herausgekommen ist ein überaus inspirierendes Plädoyer, die Sinne für die geschichtliche Wahrnehmung zu schärfen. "Man könnte", zeigt sich Schlögel überzeugt, "ein Geschichtsstudium streckenweise auch als Schulung der Sinne und als Augentraining absolvieren - mit Städten und Landschaften als Dokumenten. Etwas zur Anschauung bringen können ist nicht Sache von ein paar literarischen oder rhetorischen Tricks, sondern hat zunächst einmal die Anstrengung, sich eine Sache anzusehen, zur Voraussetzung. Alles bekommt dann ein anderes Aussehen und beginnt zu uns zu sprechen: Trottoire, Landschaften, Reliefs, Stadtpläne, die Grundrisse von Häusern. Was sonst nur als Hilfsmittel in Gebrauch ist - Kursbücher, Adreß- und Telephonbücher -, gewinnt eine ganz neue Aussagekraft, sobald sie als Dokumente sui generis behandelt und befragt werden." Was eine so verstandene Geschichtsforschung so alles zu Tage fördern kann, zeigt Schlögel nicht nur in der Sache, sondern auch literarisch überzeugend anhand einiger Dutzend kleiner Studien, Essays und in Zitaten schwelgenden Montagen und Collagen. Texte über Kartografie und Kartografen, Weltbilder und Paradieslandschaften, Strategen an Kartentischen, das Flanieren als Bewegungs- und Erkenntnisform, über Grundrisse, Interieurs, die Poesie des amerikanischen Highways und Topografien des Terrors. Eines der besten historischen Bücher des Jahres! -Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die Wiederentdeckung der Geopolitik 5 von 5 Punkten Der Begriff der Geopolitik gehört nicht zum Standard deutscher Abhandlungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dies resultiert aus der politischen Vorbelastung dieses Begriffs und auch seiner missbräuchlichen Benutung im Sinne des Lebensraumideologie der Nazis. Zeit nun, dass dieser Begriff aus der Mottenkiste geholt wird und anschaulich dargetan wird, warum Geopolitik besser ist als Ihr Ruf. Geopolitik ist nämlich im Sinne Karl Schlögels auch die Wiederentdeckung des Raumes als politischer Begriff, die Wiederentdeckung Ostmitteleuropas, die Wiederentdeckung des Reisenden in Raum und Zeit. Das Werk ist nicht nur für Historiker zu empfehlen, sondern für alle, die immer schon die Lebens- und Erfahrungswelt unserer osteuropäischen Nachbarn erfahren wollten: Schlögel bereiste wie kein anderer diese "weißen Flecken" und kann uns aus erster Hand berichten. Dass wir heute von Berlin aus sechs Stunden nach Breslau fahren, wohingegen dies vor 100 Jahren in drei Stunden ging, verrät viel über die Kategorie des Raumes im Osten: Weite Flächen und unbezwingbare Größen. Ein Leben auf den Schienen, ein Leben wie ein Umsteigebahnhof. Wer nur noch den ICE kennt, der sollte zumindest in Gedanken, unter Anleitung Schlögels, den Osten bereisen. Er wird eine Welt entdecken, die verborgen und fremd, uns aber dennoch näher ist, als wir denken.
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Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung Wolfgang Behringer Gebundene Ausgabe, 16. Juni 2010 Verkaufsrang: 52997 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Blitz und Donner zu schleudern war ein Vorrecht der Götter, und Petrus schickte Regen und Sonne, wie es ihm gefiel. Viele Jahrhunderte - wahrscheinlich sogar noch viel länger - funktionierte das ganz gut ohne menschliche Beteiligung. Das war einmal. Heute machen wir das Wetter selber. Fachleute sind sich einig: Der Klimawandel geht weitgehend auf unser Konto. Zeit für einen Rückblick: Wie hat das Klima die menschliche Spezies beeinflußt? Wie haben Klimaschwankungen das Leben unserer Vorfahren verändert, wie ihre Kultur bestimmt? Ein erhellender Streifzug durch die vergangenen Klimaschwankungen vom Holozän bis heute. Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt? Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer- Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das lehrt uns nicht zuletzt Mut zu fassen, den Klimawandel als die Herausforderung unserer Generation zu begreifen und in einem besseren Sinne zu beeinflussen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung 5 von 5 Punkten Endlich mal wieder eine objektive Lektüre, die bei der Diskussion über den Klimawandel über den Tellerrand zu schauen vermag. Unglaublich wissenswert auch für mich als Historiker.
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»Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!«: Die Weltgeschichte der Lüge Dieter Hildebrandt, Roger Willemsen Broschiert, 6. Februar 2009 Verkaufsrang: 85641 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte, bei der Aufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" mitzumachen, war für Roger Willemsen nach eigner Aussage "ein glücklicher Tag". Das Publikum der Kölner Lese- und Veranstaltungsreihe lit.Cologne, auf dem das bekannte Duo erstmals mit seinem Programm über die Lügenhaftigkeit des Menschengeschlechts gemeinsam auf der Bühne stehen sollte, empfand das offenbar ähnlich. Die tausend Karten für die Uraufführung 2007 waren so schnell verkauft, dass in aller Eile eine Nachmittagsveranstaltung anberaumt werden musste. "Ja, die Nervosität war spürbar, als wir uns mit Dieter Hildebrandt nur Stunden vor der Premiere zur allerersten Probe trafen", schreibt Willemsen im (leider wieder allzu schmalen) Booklet von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!". Das Alter des Kollegen - immerhin war Hildebrandt inzwischen stolze 80 Jahre - schwang da sicher mit. Die Uraufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!" geriet dann tatsächlich zu einer Show, die man getrost als legendär bezeichnen kann. Das kann selbst der behaupten, der bei der Premiere nicht zu den tausend Glücklichen gehörte. Denn man kann das Ursprungsprogramm, dass sich in der Folge seiner Tournee immer weiter entwickelte, jetzt auf CD in über zwei Stunden nachhören. Darin präsentiert sich nicht nur Willemsen, sondern vor allem auch Hildebrandt in Höchstform. Wie sich die beiden in ihren Dialogen die Bälle zuspielen, wie souverän sie selbst Versprecher einbauen und wie spontan sie auf den jeweils anderen reagieren, ist schon grandios. Da mag man es auch verschmerzen, dass das Publikum bei derlei Veranstaltungen inzwischen offenbar derart darauf fixiert ist, über Alles und Jedes zu lachen und zu grölen, dass selbst die (wenigen) flacheren und billig kalkulierten Scherze unerklärliche Beifallsstürme entfachen. Nur eins sei noch gesagt: Die zweite Überschrift von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" - Die Weltgeschichte der Lüge - ist etwas hoch gegriffen. Beim Programm handelt es sich keineswegs um einen systematischen Gang durch die Historie der internationalen Heuchelei. Aber das ist bei dieser Besetzung auch gut so. Denn der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte mitzumachen, war für alle ein glücklicher Tag. - Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Wortgewaltig 5 von 5 Punkten Diese CD ist die absolute Kurzweile, ein wortgewaltiges Spektakel das auch ohne historische Wissens auskommt. Aber auch wenn viele historischen Zusammenhänge bekannt sind, so bleiben Hildebrand & Willemsen Wortwitz ein einziges Vergnügen. Die Welt ist verlogen und wir lügen mit also "0 Sterne und lassen Sie ja die Finger davon, .... um so mehr bleibt für mich!" Viel Vergnügen
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Is this real? Die Kultur des HipHop Malte Friedrich, Gabriele Klein Taschenbuch, 25. August 2003 Verkaufsrang: 180549 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden HipHop ist die erfolgreichste und folgenreichste Popkultur, die die globale Kulturindustrie hervorgebracht hat. In Is this real? geht es nicht um die Werke, sondern um die kulturelle Praxis des HipHop; Lebensstil und Lebensgefühl stehen im Mittelpunkt. HipHop wird als eine hybride Kultur vorgestellt, die sich im Dazwischen' von Ethnizität und Authentizität, Globalisierung und Lokalisierung, von Bild und Wirklichkeit, von Theater und Realität, von Ritualität und Profanität entfaltet. Die Frage nach der Herstellung von Wirklichkeit wird in medien-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Debatten der spätmodernen Gesellschaften besonders diskutiert. In der Hip-Hop-Kultur ist die Frage Is this real? besonders virulent, weil HipHop eine theatrale Kulturpraxis ist und als solche Wirklichkeit herstellt. Das Buch entwickelt also nicht nur eine neue Perspektive auf die HipHop-Kultur. Es macht am Beispiel dieser Popkultur kulturtheoretisch aktuelle Fragen anschaulich. Damit ist das Buch zugleich ein unverzichtbarer Baustein zum Verständnis von Populärkultur und alltagskulturellen Praktiken in Mediengesellschaften.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Gelungener wissenschaftlicher Zugang 5 von 5 Punkten Wer sich in wissenschaftlicher Hinsicht mit dem Phänomen Hip-Hop beschäftigt, kommt sicherlich nicht an den Schriften der Hamburger Soziologin Gabriele Klein vorbei, deren erstes bedeutendes Buch zur Thematik (Electronic Vibration" - erschienen bei Rogner und Bernhard) bereits vergriffen ist und die nun - gemeinsam mit Malte Friedrich - ein neues Buch zur Kultur des Hip-Hop vorgelegt hat, das ich als überaus gelungene Phänomenologie des Hip-Hop bezeichnen möchte. Während viele Autoren wissenschaftlicher Schriften zum Hip-Hop oder zur Jugendkultur immer wieder über das Problem der (durchaus vorhandenen) Vielschichtigkeit und Komplexität ein stückweit aus der Thematik aussteigen und darauf verzichten einen Roten Faden anzulegen, ist es Klein und Friedrich gelungen, die Welt des Hip-Hop überaus klar zu beschreiben. Die zentral gestellte Frage nach der Realness" im Hip-Hop wird dabei letztlich mit dem Verweis auf die Art der Inszenierung der verschiedenen Hip-Hop-Praktiken beantwortet. Hip-Hop existiert nicht bloß als Scheinwelt in MTV-Videoclips, sondern ist real: Rappen, tanzen und sprayen kann schließlich jeder, weshalb Hip-Hop immer auch eine bedeutende Kultur des Produzierens ist und nicht bloß - wie auch einige Kulturpessimisten glauben machen wollen - eine Kultur des Rezipierens und Nachmachens. Die Antwort auf die bereits im Buchtitel gestellte zentrale Frage Is this real?" lautet vor diesem Hintergrund denn auch konsequenter Weise: Real ist das, was glaubhaft in Szene gesetzt wird, womit die Autoren Realness" als theatrale Kategorie vorstellen.
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Geschichte der Schrift Harald Haarmann Taschenbuch, September 2002 Verkaufsrang: 129727 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Schrift gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Harald Haarmann schildert knapp und anschaulich, welche unterschiedlichen Schriftsysteme sich seit den ersten bildlichen Vorstufen vor 7000 Jahren entwickelt haben und wie unser Alphabet entstanden ist.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Geschichte der Schrift: neue Perspektiven! 5 von 5 Punkten Wer sich mit Archäologie und den Wurzeln unserer Kultur befasst, muss sich eines Tages auch über den Ursprung der Schrift Kenntnis verschaffen. Vor uns liegt eine handliche Publikation, welche auf ideale Weise diesem Anliegen entspricht. Der Autor, bekannter Sprachwissenschaftler, versucht Antworten auf Fragen nach dem "wann" und "warum" des Schreibens zu vermitteln. Als wertvolle Bereicherung dürfte die Leserschaft den vierten Teil empfinden, in dem er Auskunft gibt über die Entwicklung von Schriftträgern und Schreibtechnik. Mit Überraschung werden wir vielleicht die Bedeutung des Donauraumes für den Ursprung der Schrift zur Kenntnis nehmen, weil wir diese Frage bisher stets mit Mesopotamien in Verbindung brachten. Einige aussagekräftige Illustrationen, ein Register sowie ein nützliches Literaturverzeichnis, das uns die Tür zu einem vertieften Studium der Schriftgeschichte öffnet, runden das einem breiten Leserkreis zu empfehlende Taschenbuch ab.
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Der deutsche Wald Detlev Arens Gebundene Ausgabe, 25. August 2010 Verkaufsrang: 33929 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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