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| Kultur, Bildung | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Das ästhetische Unbewußte Jacques Rancière Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 128178 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jenseits des Geredes um die Krise der Kunst und die Etablierung einer totalen Herrschaft der Bilder, in dem sich die endlose Klage um ein Ende aller Utopien fortspinnt, vertieft Jacques Rancière in den beiden hier vereinigten Schlüsseltexten seine Fragestellung zum Verhältnis von Kunst und Politik. Es wird deutlich, daß es die Politik ist, der stets eine Ästhetik zugrundeliegt. Insofern es die ästhetische Sphäre ist, welche die »Aufteilung der sinnlichen Welt«, die Auf- und Zuteilungen von Zeiten und Räumen, von Sichtbarem und Unsichtbarem, von Rede und Rauschen regelt, bestimmt diese die Erfahrungs- und Handlungsdimensionen der Politik. Auf Basis seiner Analyse unterschiedlicher Regime der Kunst (ethische, poetisch-repräsentative, ästhetische) entwickelt Jacques Rancière zudem eine spezifische Lesart des Verhältnisses von Geschichte und Fiktion, was weitreichende Reinterpretationen von Moderne und Postmoderne, Antike und Klassik eröffnet: »Das ästhetische Regime der Künste setzt nicht das Alte gegen das Moderne. Es setzt auf einer tieferen Ebene zwei Regimes von Geschichtlichkeit einander entgegen. In Wirklichkeit gehört der Gegensatz von Altem und Modernem zum mimetischen Regime. Im ästhetischen Regime der Kunst dagegen ist es die Zukunft der Kunst, ihr Abstoßen von der Gegenwart der Nicht-Kunst, die ununterbrochen die Vergangenheit neu inszeniert. «
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Ereignis und Aura: Untersuchungen zu einer Performativen Ästhetik Dieter Mersch Taschenbuch, Juli 2002 Verkaufsrang: 188130 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Kunst unserer Zeit entzieht sich in weiten Teilen dem Zugriff einer klassischen, d. h. werkorientierten Ästhetik, die letztlich auf der Auffassung von Kunst als Sprache und Text beruht. Dieter Mersch setzt - im Rückgriff v. a. auf Benjamin und Levinas - diesem Paradigma eine »performative Ästhetik« entgegen, die zwar auf zeitgenössische Phänomene der Kunst zugeschnitten ist, von dort aus aber den Bogen zurück zur »klassischen« Kunst...
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Ästhetik: Philosophische Grundlagen und Schlüsselbegriffe Gerhard Schweppenhäuser Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 90223 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was ist schön ... ... und was ist hässlich? Gibt es objektive Kriterien für Schönheit? Und welche Rolle spielt dabei die eigene Wahrnehmung? Diesen Fragen geht die Ästhetik nach. Nicht nur das »Schöne«, auch das »Erhabene« oder das »Unheimliche« sind Grundbegriffe der Ästhetik, ebenso wie Form und Funktion, Bild und Zeichen, Realität und Virtualität. In seiner Einführung erläutert Gerhard Schweppenhäuser anschaulich diese und andere Basisbegriffe und stellt die wichtigsten Debatten über Ästhetik von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart vor. In exemplarischen Analysen von Kunstwerken zieht er unter anderem die Semiotik, die Kommunikationstheorie, die Kritische Theorie, die Hermeneutik und die Systemtheorie heran und erklärt diese zugleich. Schließlich wird auch den aktuellen Veränderungen unseres Bild- und Kunstverständnisses nachgegangen. Ein unverzichtbares Buchfür alle, die Kunst, Design oder Literatur nicht nur aus dem Bauch heraus beurteilen, sondern klare und begründete Urteile fällen wollen.
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Die Geschichte der Schrift Andrew Robinson Gebundene Ausgabe, September 2004 Verkaufsrang: 205313 Manchen Büchern merkt man schon auf den ersten Blick an, dass sie mit viel Liebe und Fantasie entstanden sind, dieses ist so eines. Ein wunderschönes, schweres Buch ist das und die unzähligen Abbildungen lassen schon bei einem ersten Durchblättern erahnen, auf welch vielfältige Art und Weise hier mit dem Thema Schrift umgegangen wird. Also, kein trockenes Geschichtsbuch, sondern Geschichten über das älteste und alltäglichste Kulturgut: wie François Champollion 1823 den Code der ägyptischen Schriftzeichen knackte, wie die komplizierteste Sprache der Welt (Japanisch) funktioniert und wie "moderne Hieroglyphen" unseren Alltag bestimmen. Der Orientalist und Afrikanist Andrew Robinson ist ein erfahrener und vielseitiger Wissenschaftsautor und das erliest sich aus jeder Zeile. Will man die Funktion von Schriften wirklich verstehen, so ist das -- zumal für den Laien -- keine geringe Herausforderung. Dass daraus keine Überforderung wird, liegt an Robinsons wohl durchdachter Mischung aus anschaulichen Beispielen und herausragend gut geschriebenen (und übersetzten!) Texten. Leicht fühlt man sich vom Pioniergeist der Altvordern angesteckt, die, wie François Champollion, einst die Geheimnisse ganzer Kulturen gelüftet haben und man erkennt, wie bedeutsam dieses alltägliche, aber faszinierende Werkzeug der Gedanken für unsere eigene Geschichte ist. --J. Schüring
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Informativ, gut lesbar - auch für Unterrichtszwecke geeignet 5 von 5 Punkten "Die Geschichte der Schrift" von Robinson ist trotz des hohen fachlichen Niveaus gut lesbar. Zahlreiche Illustrationen ergänzen den Text. Ich habe Textausschnitte im Deutschunterricht verwendet (in höheren Klassen) und gute Erfahrungen mit ausgewählten Ausschnitten gemacht. Vor allem aber ist das Buch interessant für Leute, die sich für Schriftentwicklung und die Darstellung der Unterschiede zwischen Schriftsystemen begeistern können. Zahlreiche Beispiele und "Übersetzungen" erleichtern den Zugang z.B. zu den Hieroglyphen. Die Beispiele sind auch als Anschauungs- und Kopierhilfe für Schüler geeignet. Insgesamt: keine leichte Kost, aber super gemacht!
Gut geschriebene Geschichte 5 von 5 Punkten Die "Geschichte der Schrift" ist sehr kurzweilig und leicht verständlich geschrieben. Die Entstehung von Schriften, deren Sterben und die Verwendung von Schriften ist sowieso interessant. Auch die Geschichte der Entzifferung wird in diesem Buch gut beschrieben. Für Interessierte ist dieses Buch sehr empfehlenswert. |
Kleine Kulturgeschichte Großbritanniens: Von Stonehenge bis zum Millennium Dome Hans-Dieter Gelfert Taschenbuch, Oktober 1999 Verkaufsrang: 124415 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wertvolles Hintergrundwissen für Studenten 5 von 5 Punkten Wenn man mit dem Anglistik-Studium anfängt, fühlt man sich manchmal von dem ganzen Hintergrundwissen überfordert, das man als Englisch-Student eigentlich haben sollte, aber in der Schule normalerweise nicht so detailliert vermittelt bekommt. Dieses Buch bietet den perfekten Einstieg für alle, die sich erstmal Grundlagen zulegen wollen, auf denen man dann spezieller aufbauen kann.
Vom Altertum bis zur Jahrtausendwende werden alle relevanten Bereiche (Historie, Religion, Bildung, Kunst, Musik, Literatur, Philosophie etc.) erfasst. Hans-Dieter Gelfert versteht es dabei sehr gut, das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und klare Entwicklungslinien aufzuzeigen. Es macht richtig Spaß, dieses Buch zu lesen, da es übersichtlich strukturiert ist, in klarer Sprache verfasst ist und gleichzeitig informiert und unterhält.
Ein kleines Manko ist höchstens, dass es kein Stichwortverzeichnis gibt (nur Namensregister) und dass die wichtigen Schlagwörter (z.B. Aufklärung – enlightenment) nicht immer auf Englisch UND Deutsch angegeben sind.
Interesant und sehr nützlich 5 von 5 Punkten Ein sehr empfehlenswertes Buch für Studienanfänger, Prüfungskandidaten und allgemein an Großbritannien Interessierte. Die Kulturgeschichte ist, wie alle von Gelfert verfassten Bücher, verständlich, interessant und in sehr gutem Stil geschrieben. Die Gliederung nach Jahrhunderten hilft dem Leser einen Überblick zu gewinnen.
Großbritannien kompakt 4 von 5 Punkten Kurz vor seiner Emeritierung hat der Berliner Anglist Hans-Dieter Gelfert als eine Art Gesamtrückblick diese „Kleine Kulturgeschichte" vorgelegt. Wie auch in seiner Lehrtätigkeit versucht er dabei, gesellschaftliche, philosophische und politische Entwicklungen mit dem Studium der Literatur zu verbinden. Im vorliegenden Buch reicht das von Gelfert ausgeleuchtete Panorama von den ersten Zeugnissen der keltischen und römischen Kultur auf den britischen Inseln bis zum heutigen Tag - und das auf nicht mal ganz 400 Seiten. Die Frage ist also, wie gut es dem Autor gelungen ist, zu sortieren und zu kürzen. Und das ist ihm sehr gut gelungen: Was nicht für den Fortgang der Erzählung - denn als solche betreibt Gelfert die Kulturgeschichte - zentral ist, wird auf eine kurze Darstellung oder die Erwähnung in den jedem Kapitel vorangestellten Zeittafeln beschränkt. Jedes Kapitel steht unter einem großen Thema, das für die jeweilige Epoche prägend war: Von der Anglisierung über die Feudalzeit bis hin zum Empire und der Umkehr nach Europa. Auch wenn das Buch natürlich nicht erschöpfend sein kann, ist es doch ein sehr lesbarer Einstieg in die Entwicklung der britischen Gesellschaft, die vor allem auch für Erstsemester interessant sein dürfet. Aber auch solche Leser, die sich auf bestimmte Felder der „British Studies" spezialisiert haben, können hier mal über den Tellerrand blicken. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
heimweh to hell Linus Volkmann Taschenbuch, Oktober 2003 Verkaufsrang: 57987 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Popliteratur, und zwar brilliante 5 von 5 Punkten Der dritte Geniestreich von Linus Volkmann setzt sein geistiges Erbe fort. Wieder gibt es hier einen Epilog (eine etwas traurig-skurrile Geschichte über einen gefangenen Ameisenbären, den die Einsamkeit und Langeweile quält) und einen Prolog (über das Ende der unmöglichen Liebe zwischen Pauli und dem Bibermädchen, welche in Linus' erstem Buch begann). Dazwischen lernen wir King Cobra und seine kleine Schwester King Hörnchen kennen, die beide höchst erfolgreich immer knapp am scheitern vorbeirammen und trotzdem nicht wirklich glücklich werden. Der Rest vom Buch widmet sich unseren Lieblingslosern Robbe & Bürzel, die wie immer das andere Geschlecht begehren und sich dies nicht anmerken lassen. Schon gar nicht vor dem anderen Geschlecht! Geschrieben ist dieser Teil auch wieder im simplen Dialogstil, was die Sache noch lebhafter und nachvollziehbarer macht. Linus Volkmann schafft es, seine Bücher wie eine endlose Fortsetzungsgeschichte mit immer neuen Episoden aneinanderzureihen, ohne dass es langweilig wird. Endlich hat es jemand verstanden, seine Leserschaft glücklich zu machen, indem er ihnen mehr von dem gibt, was sie wollen (ich gehe davon aus, dass man es durch den Genuss eines Buches dieser "Reihe" nicht dabei belassen kann und sich schleunigst die anderen zwei dazukauft). Wer sich ein wenig in der Popkultur auskennt, wird zweifelsohne ein wenig mehr Spaß an diesem Buch und all seinen versteckten Zitaten haben. Außerdem gilt es noch zu erwähnen, dass Ole Kaleschke zu jedem "Kapitel" zeichentechnisch etwas beigetragen hat, so dass ich mir beim ersten Durchblättern alle diese Bilder angesehen habe und sofort Lust bekam, das Buch zu lesen. Im Endeffekt habe ich diesem Verlangen auch nachgegeben und war schnell durch, weil es so luftig leicht, locker und fließend geschrieben wurde. Wenn jeder Mensch dieses Buch gelesen hätte, wäre die Welt ein schönerer Ort!
3 von 5 Einsen und Nullen für heimweg to hell 3 von 5 Punkten "heimweg to hell" erzählt drei sehr nette Geschichten in einem einfach lesbaren Stil und eignet sich somit perfekt als Weihnachtsgeschenk für Menschen, die sonst nicht so viel lesen.King Cobra durchtanzt 3 tägige Partynächte, trinkt Wodka ohne Eis, erzählt von seinem One-Night-Stand und ist einfach extrem cool. Aber auch seine kleine Schwester - King Hörnchen - hat es faustdick hinter den Ohren und gibt ihr Geld lieber für Feuerwerkskörper als Weihnachtsgeschenke aus. Es ist bewundernswert, wie gut sich Linus Volkmann (der Autor) in diese Charaktere einleben kann und sie dabei so ehrlich und erfrischend beschreibt, als ginge es um ihn selbst. Die zweite tragisch und zugleich komische Geschichte handelt von Nerds (Strebern) in der Robe und Brüzel die Hauptrolle spielen. Am liebsten hinter verschlossenem Vorhang bei Pizza und Starwars über weltbewegende Themen diskutierend - aber trotzdem insgeheim den Drang nach Extrovation, Coolness und Liebe verspührend verbringen die beiden Geeks ihren tristen Alltag - der witzig in Dialogen festgehalten wurde. Last but not least ist da noch das Herz zerreißende Märchen vom Bibermädchen und ihrer großen Liebe - Pauli, dessen Name in keiner Highscore diverser Computerspiele ala "Elevator Action" fehlen darf. In düsteren, verrauchten Spielehallen fühlt er sich zu Hause und erobert dennoch das Herz des kleinen Bibermädchens.
eine Delikatesse für alle Lese-Leckermäulchen! 5 von 5 Punkten Neue Abenteuer aus dem wundersamen Leben von Robbe, Bürzel, Pauli und dem Bibermädchen - wo sie sind, ist immer was los, und ein Ereignis jagt das andere. Manchmal auch nicht. "Heimweh to hell", seine putzigen Stars zwischen Chaos Computer Club, Zungenküssen und Paraguay stolpern mitunter ratlos, aber beschwingt durch ihren Alltag. Glitzerndes Nachtleben, Liebe und das Ende der Liebe. Das alles wärmt mein Herz. Dieses Buch macht glücklich und schön und muss dringend gelesen werden!
brillant 5 von 5 Punkten Schon bei den ersten Sätzen der Eingangsgeschichte mit dem Ameisenbär lag ich am Boden vor Lachen. Das sind absolut brillante Stories mit hintergründigem, nicht derbem Spitzenhumor. Es wimmelt nur so von aberwitzigen Abenteuern, Beschreibungen und Einfällen. Bin immer noch entzückt und begeistert von dem Buch, ähnlich wie bei Rocko Schamonis "Risiko des Ruhms", kann es nur unbedingt weiterempfehlen
brillant 5 von 5 Punkten Schon bei den ersten Sätzen der Eingangsgeschichte mit dem Ameisenbär lag ich am Boden vor lachen. Das sind absolut brillante Stories mit hintergründigem, nicht derben Spitzenhumor. Es wimmelt nur so von aberwitzigen Abenteuern, Beschreibungen und Einfällen. Bin immer noch entzückt und begeistert von dem Buch ähnlich wie bei Rocko Schamonis "Risiko des Ruhms", kann es nur unbedingt weiterempfehlen. |
Across Cultures: Across Culture. Arbeitsbuch: Für Gymnasien Gunthild Porteous-Schwier, Ingrid Ross, Nicole Schüttauf Taschenbuch, August 2002 Verkaufsrang: 131612 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Anknüpfung an ' English Eleven 2000 ' und ' Level Crossing ' Dieses Lehrwerk für die Jahrgangsstufen 12 und 13 setzt bei den Grundlagen an, die 'English Eleven 2000' oder 'Level Crossing' geschaffen haben. Interkulturelle Handlungsfähigkeit 'Across Cultures' setzt das Ziel der interkulturellen Handlungsfähigkeit um und deckt die vier Bereiche des Fachs ab: - Selbstständiges Arbeiten - Interkulturelles Lernen - Umgang mit Texten und Medien - Sprache Das Lehrwerk berücksichtigt innovative Aspekte des Lehrplans: - Integration eines Spielfilms in eine thematische Sequenz - Bearbeitung von 'documentaries' - Einblicke in die Bezugsräume Asien und Afrika - Oberstufengerechte Spracharbeit - Schreiben anspruchsvoller, zusammenhängender Texte - Mündliche Präsentation Last but not least ... Arbeitsaufträge zu aktuellen Themen erfüllen bei Schülerorientierung die Lehrplananforderungen - 'Across Cultures' ist somit ein praktischer Begleiter für die gesamte Qualifikationsstufe. Zusätzlich gibt es: - Handreichungen für den Unterricht mit didaktischen Hinweisen, Lösungen, Kopiervorlagen und Klausurvorschlägen - Eine Listening Comprehension CD mit authentischen Hörtexten, Soundtracks und Interviews - Eine DVD oder ein Video mit Auszügen aus Film und Fernsehen
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Rabelais und seine Welt: Volkskultur als Gegenkultur Michail M. Bachtin Taschenbuch, Juni 1995 Verkaufsrang: 39361 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Lachkultur 5 von 5 Punkten Lustig sind die weinigsten wissenschaftlichen Bücher. Dies ist eines. Humor und Ironie findet man eher bei englischen Autoren, die sich viel eher weniger wichtig nehmen. Bachtin schreibt anders. Der aufklärerische Habitus schlägt sich nieder. Das Schreiben und Finden der lustigen Beispiele selbst ist eher konzentriert, der Untertitel lautet Volkskultur als Gegenkultur, die hier sehr viel mit Karnevalsriten und Lachen gegen bestehende Ordnungen und Autorität zu tun hat. Gerüst des Buches ist Rabelais „Gargantua und Pantagruel", Bachtin findet aus der Historie dazu weitergehende und kulturvergleichende Beispiele. Zwei Dinge sind mir hier zentral erschienen. Das aufklärerische Lachen der Renaissance und ihrer nur eher mit dem Tag verbundenen Fantastik, als weiterer Ort neben den Karnevalsriten im Alltag und Tageslicht, und - auf der anderen Seite, das romantische Pendant dazu. Die Romantik, deren Fantastik und subversives „karnevalistisches" Potential eher im Dunkeln, der Nacht liegen. Leider leitet sich der heutige Karneval viel eher aus einer Romantisiererei als von dem ab, was in der Renaissence und damit der Zeit Rabelais unter wildem und wüsten Karnevalisieren verstanden wurde, die Sprache des Marktplatzes usw. kannte den täglichen Karneval. Das Lachen im Tag und der Fantastik am Tag waren bunter, lustiger. Man kann das auch anhand von Märchen feststellen, wo die fantastische Handlung vom Tag der Renaissence in die Nacht der Romantik verlegt wurde, gerade dadurch, auf den ersten Blick paradox, verschwanden auch die erotischen Komponenten aus diesen Geschichten auf eine romantische Sparflamme im Dunkeln... Veranstaltungen wie der Christopher Street Day, auch Judith Butlers Thesen zur Performanz zum Trotz (so neu ist das nicht, inkl. dem Verwischen von Genderrollen) liegen heute eher in der Nähe von dem, was Karneval zu Zeiten Rabelais in Europa gewesen war. Das Buch lässt sich nebenbei ganz unwissenschaftlich lesen. Die Fußnoten gehören der Renaissance an. |
Medea: Multimediale Karriere einer mythologischen Figur Inge Stephan Gebundene Ausgabe, Juli 2006 Verkaufsrang: 48514 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Die Faszination der antiken Mythen ist bis heute ungebrochen. Zu diesen Mythen zählt auch Medea, um die sich als Mörderin des Bruders, des Onkels, der Nebenbuhlerin und der beiden Kinder eine Aura aus Schrecken und Faszination gebildet hat. Als leidenschaftlich Liebende und verlassene Frau, als mörderische Schwester und Mutter, als heilkundige Zauberin und todbringende Giftmischerin ist Medea über Jahrhunderte hinweg eine ambivalente Bezugsfigur gewesen, die wegen ihres Gewaltpotentials bis weit ins 20. Jahrhundert mit einem Tabu belegt war bzw. gerade deswegen als Figur der Überschreitung in politischen Konfliktsituationen in der Gegenwart emphatisch aufgerufen wird. Das Buch von Inge Stephan stellt sich all diesen Widersprüchen und Ambivalenzen, ohne sie vorschnell einzuebnen oder harmonisieren zu wollen. Dabei greift die Autorin über den Kanon der literarischen Texte von Euripides über Grillparzer bis Christa Wolf entschieden hinaus, indem sie auch Werke der bildenden Kunst und Musik sowie erstmals Medea-Filme in ihre Untersuchung einbezieht. Wenngleich die Medea-Bearbeitungen des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen, werden auch Zeugnisse aus vorigen Jahrhunderten berücksichtigt, weil nur so der extreme Wandel der Deutungen aufgezeigt werden kann, den Medea im Zuge der Rezeptionsgeschichte durchlaufen hat. Dabei wird deutlich, dass die »dunklen« gewalttätigen Seiten ebenso dazu gehören wie die »hellen« anrührenden Züge, die sie als liebende Frau und Mutter trägt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
**** dramatisches Sachbuch 5 von 5 Punkten Mit diesem Buch schaffte es die Autorin mich glühend für Medea zu begeistern. Ich glaube es gibt derzeit kein Buch das einen so umfassenden und konsequenten Überblick über die Rezeptionsgeschichte der Medea bietet.
Schon der Einstieg ist sehr witzig gewählt. Die Autorin konfroniert uns, mit einer Bekannten die es tatsächlich wagt - ihre kleine Tochter Medea zu nennen! Medea! Wie kann eine Frau Ihre Tochter nach so einer graußsamen Frau benennen? Alle meine Vorurteile und Unkenntnis kam damit zum Vorschein. Was wissen wir von Medea? Inge Stephan klärt uns auf und das sehr durchdringend.
Sie verschafft uns einen Einblick in Euripides, Seneca, Grillparzer, Heyse und Jahnn ... Wolf, Müller und vielen mehr bis hin zur Malerei sowie bedeutender Medea-Filme. Sorgfältig setzt sie sich mit den Inhalten und der gewählten Präsentation (Theater, Film, Bild) auseinander. Exakt arbeitet sie die unterschiedlichen Entwicklungen und Sichtweisen aufgrund der zeitlichen Situation heraus. Alles wird mit interessanten Fotos untermauert. Damit veranschaulicht sie deutlich die Notwendigkeit sich mit Medea auseinander zu setzen. Meine Empfindung über diese mythischen Frau, hat sich dadurch grundlegend geändert. Ich kann verstehen warum man seine Tochter Medea nennen möchte.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen, wenn man dem Mythos dieser Frau auf die Spur kommen möchte. |
Architektur und Atmosphäre Gernot Böhme Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 127739 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Architektur im Rahmen einer ästhetischen Theorie der Atmosphären: Wie Bauen als Erzeugen von Räumen leiblicher Anwesenheit zu konzipieren ist. Ein Neuer Humanismus in einer Architektur, die mehr ist als eine visual art.Das Buch konstatiert, dass mit und nach der Postmoderne etwas Grundsätzlicheres geschehen ist als nur eine Pluralisierung der Stile, ein Wiederzulassen des Ornamentes und des historischen Zitats. Der Autor spricht von einem Neuen Humanismus in der Architektur. Anders als bei Vitruv, bei dem der Mensch das Grundmass für die Architektur abgab und insofern dessen Geometrie bestimmte, sei der Mensch heute als Benutzer, als jemand, der sich in und in der Umgebung von Gebäuden in bestimmter Weise befindet, zum Bezugspunkt des Bauens geworden. Das eigentliche Thema der Architektur, behauptet Böhme, ist der Raum und zwar der gestimmte Raum, also die Atmosphäre. Das Buch führt umfassend in die Ästhetik der Atmosphären ein, studiert die Rolle nicht-materieller Elemente, wie L icht und Ton, in der Architektur, problematisiert die traditionelle Auffassung von Architektur als einer visual art, führt das Atmosphärenkonzept in Fallstudien durch (z.B. Stadtplanung und Kirchenbau) und widmet sich schliesslich den kritischen Aspekten einer Architektur der Atmosphären: der möglichen politischen und ökonomischen Manipulation durch eine Architektur, die zum Bühnenbild gerät.
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Kulturtheorie: Einführung in Schlüsseltexte der Kulturwissenschaften (Uni-Taschenbücher S): Einführung in Schlüsseltexte der Kulturwissenschaften Wolfgang Müller-Funk Broschiert, 1. November 2006 Verkaufsrang: 167895 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch versammelt dreizehn theoretische Ansätze aus dem deutschsprachigen, englischsprachigen und frankophonen Raum, die zentrale Diskurse für die heutige Kulturtheorie begründet haben. Im Rahmen eines close reading der Originaltexte werden unterschiedliche Kulturbegriffe, aber auch zentrale Termini wie z.B. Lebensstil, symbolische Formen, Diskurs, Text, dichte Beschreibung oder mimetisches Begehren vorgestellt. Jedes Kapitel schließt mit Kritikpunkten und Anmerkungen sowie weiterführenden Literaturhinweisen zur darin beschriebenen Theorie.
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Got me?: Hardcore-Punk als Lebensentwurf. Trust-Kolumnen 1986-2007 Dolf Hermannstädter Broschiert, 3. März 2008 Verkaufsrang: 239587 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
I got you! 5 von 5 Punkten Dolf Hermannstädter - den Namen kenn ich doch! Richtig, das ist doch der Kerl, der im Trust-Fanzine diese abgefahrenen Kolumnen schreibt Genauer gesagt schreibt er nicht nur die Kolumnen, sondern ist Chef und Mitbegründer des Verlags, der seit 1986 das Hardcore/Punk Fanzine Trust publiziert. Nun hat er seine Kolumnen, die sich seit dem über 20jährigen Bestehen angehäuft haben geballt zusammengefasst und in seinem Buch Got me? veröffentlicht.
Die Kolumnen des gebürtigen Augsburgers zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie sich nicht typischerweise mit Musik beschäftigen, sondern vielmehr das alltägliche Leben durchleuchten. Mal sozialkritisch mal mit beißender Ironie aber immer mit Köpfchen lässt Dolf die Leser an seiner Gedankenwelt teilhaben und fordert diese gleichzeitig zum Nachdenken auf. Und das gelingt ihm zweifellos...
Der Mann hat definitiv was zu sagen und mit dem Trust-Fanzine einen passenden Weg gefunden, sich mitzuteilen. Und das Ganze Non-Profit aber dennoch gehaltvoll - so etwas gibts nicht oft! Got me? |
Die Geschichte des Kindes in der Neuzeit Hugh Cunningham Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 76876 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Cunningham umspannt in dieser Geschichte der Kindheit ein halbes Jahrtausend vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Er zeigt, wie sich die Lebensverhältnisse der Kinder innerhalb der Familie und des Schul- und Erziehungssystems bis heute verändert haben und präsentiert seine umfassende Kindheitsgeschichte vor dem Hintergrund der großen historischen Umbrüche. Alle wichtigen Themen kommen zur Sprache: Kinderspiele und Kinderspielzeug ebenso wie Kindesmisshandlung und Kinderarbeit. Die ungeheuren Unterschiede zwischen Reich und Arm werden ebenso thematisiert wie die kritische Frage, ob wir wirklich in einem »Jahrhundert des Kindes« leben. Mit zahlreichen Bilddokumenten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Notwendige Korrekturarbeit 4 von 5 Punkten
Solange nichts auf der Fahrbahn steht und der Kurs stimmt, gibt es keinen Grund, das Steuer herumzureissen. Dass dies auch in Wissenslandschaften so ist, wurde mir wieder einmal mit diesem Buch bewusst. Wurde beim gehobenen Smalltalk das Feld Kindheit früher und heute gepflügt, plapperte ich geflissentlich nach, was ich vor über dreissig Jahren bei Philippe Ariès gelesen hatte. Und da die Zuhörer Ariès nicht kannten, vergassen oder sich ganz einfach nicht auf intellektuelle Scheingefechte einlassen wollten, blieb jeder Widerspruch aus. Doch wie der englische Historiker Hugh Cunningham im Vorwort betont, hat mit Arès die Erforschung der Kindheit erst richtig begonnen. Und was die folgende Bücherflut wegschwemmte oder an die Oberfläche treiben liess, ist der Gegenstand von Cunninghams Buch. Die Neuzeit beginnt für Historiker übrigens um 1500, was mich bis heute verwirrt. Wie Kinder in der Antike aufwuchsen und was Erwachsene damals als Kindheitsperiode betrachteten, wird im ersten Kapitel dennoch zusammengefasst.
Historiker, die ein Buch verfassen, stehen immer vor dem schwierigen Entscheid, ob sie ihre Kollegen oder die akademische Aussenwelt begeistern wollen. Unglücklicherweise entscheiden sich die meisten für beide Zielgruppen. So auch Cunningham. Das hat die unvermeidbare Folge, dass Verweise, Quellenangaben, Zitate und Details den Lesefluss hemmen. Und wer schon einmal mit der Aufgabe bestraft wurde, periodische erscheinende Statistiken zu kommentieren, kennt die sprachliche Sysiphusarbeit, ähnliche Textbausteine einigermassen leserfreundlich miteinander zu verbinden. Kurz: Nach dem fulminanten Beginn wird die Lektüre immer zähflüssiger. Hugh Cunningham gehört leider nicht zu wenigen Ausnahmen, die Sprachkünstler und Wissenschaftler zugleich sind. Allerdings wäre es auch am Lektor gelegen, den englischen Historiker zur Anwendung bewährter formaler Tricks zu motivieren. Allein kurze Zusammenfassungen am Ende eines Kapitels würden die Lesefreundlichkeit stark erhöhen.
Inhaltlich liefert dieses Buch so viel, dass ich seine formalen Mängel nur mit dem Abzug eines einzigen Sterns sanktioniere. Hugh Cunningham zeigt, wo die aktuelle Erforschung der Kindheit steht, was vom bisherigen Wissen übernommen und was revidiert werden sollte, welche Mythen sich noch immer hartnäckig halten und welche Einflüsse unser Verhältnis zu Kindern prägen. Mit Genugtuung nahm ich zur Kenntnis, dass auch Cunningham die Meinung teilt, der Mensch verändere sich weniger, als uns immer wieder eingehämmert wird. Auch in der Antike und im Mittelalter weinten die Mütter um ihre gestorbenen und geschundenen Kinder. Auch in früheren Jahrhunderten wurden Kinder nicht über Nacht erwachsen. Auch früher wollten Kinder lieber spielen als arbeiten und zur Schule gehen. Doch unvorstellbare ökonomische Zwänge, katastrophale hygienische Verhältnisse, völlig andere demographische Entwicklungen und religiöse Machtstrukturen führten zu Wahrnehmungen und Verhaltensmuster, die uns heute völlig fremd oder absurd vorkommen. Nichts da, mit der guten alten Zeit. Trotz aller persönlichen Schwierigkeiten war ich immer froh, dass meine behinderte Tochter im 20. Jahrhundert zur Welt kam. Würden nostalgische Kulturpessimisten, die gerne im Sozialkitsch schwelgen, Hugh Cunninghams Buch aufmerksam lesen, würden die Fundamente ihrer akademischen Luftschlösser schnell brüchig. Die besonders hartnäckigen Realitätsverweigerer könnten allerdings eine Schwäche des Buches nutzen und darauf verweisen, das Quellenmaterial würde die Verhältnisse im deutschsprachigen Raum zu wenig berücksichtigen. Das trifft zwar zu, ändert aber an den grundsätzlichen Erkenntnissen und Einschätzungen des Autors wenig.
Mein Fazit: Hugh Cunningham gibt in seinem Buch den aktuellen Stand der Forschung wieder und weist uns so auf Irrtümer hin, die sich seit dem Erscheinen von Philippe Ariès Geschichte der Kindheit hartnäckig halten können. Da der Autor kein populärwissenschaftliches Werk verfassen wollte, muss man sich als Leser mit einer Sprache anfreunden, die trockener als der Inhalt ist. Vom Zwang befreit, jedes Wort und jeden Satz lesen zu müssen, macht die Lektüre dank der spannenden Erkenntnisse wieder Spass.
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Der Schirnerfolg: Die »Schirn Kunsthalle« als Modell innovativen Kunstmarketings. Konzepte - Strategien - Wirkungen Laura J. Gerlach Broschiert, Oktober 2007 Verkaufsrang: 226908 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wie können Institutionen heute im Kunstbetrieb erfolgreich sein? Mit hergebrachten Vorgehensweisen allein ist nicht mehr auszukommen - neue ökonomische Ansätze müssen gefunden werden.Professionelles Marketing schadet der Kunst nicht. Im Gegenteil: Es trägt dazu bei, dass die Kunst weiter ein sichtbares Forum hat. Doch nur die wenigsten Kulturinstitutionen realisieren ein konsequentes Marketing.Dieser Band zeigt erfolgreiches Marketing im Kunstbetrieb anhand eines konkreten Paradebeispiels - der ¯SchirnKunsthalle® in Frankfurt. Untersucht wird, welche Konzepte und Strategien dort angewandt werden und wie diese auf andere Institutionen übertragbar sind.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Für den versierten Praktiker kein Buch mit Erkenntnisgewinn 2 von 5 Punkten Deutsche Museen sehen sich zu Recht seit einigen Jahren mit der massiven Forderung konfrontiert, ihren Hauptaufgaben Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln ein professionelles Management mit all seinen komplexen Prozessen zu Grunde zu legen. Darunter ist Marketing für, von und in Museen nicht erst seit gestern ein viel diskutiertes Thema in der deutschen Museumslandschaft. Dem Marketing und auch der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kommen eminent wichtige Rollen zu, da sie ein inhaltlich unveränderliches Produkt an eine Vielzahl von unterschiedlichen Interessengruppen vermitteln und in seiner Attraktivität für diese steigern soll - oft ein Tanz auf dem heißen Vulkan. Seit der sehr erfolgreichen MoMA-Marketingstrategie, die immer wieder gerne - ob sinnvoll oder nicht - als Vorbild herangezogen wird, ist der Druck auf die Museen enorm gestiegen. Das hierfür meist ungenügend ausgebildete Museumspersonal musste sich, häufig ohne oder nur mit einem unwesentlich höheren Budget oder Personalaufkommen ausgestattet, auf diesen öffentlichen und kulturpolitischen Anspruch einstellen.
Nun wurde bei transcript das Buch "Der Schirnerfolg" von Laura J Gerlach veröffentlicht. Man freut sich beim Lesen des Titels unweigerlich darüber, endlich einen Beitrag über eine Kunstinstitution zu erhalten, die mit jahrelanger, konsequenter Arbeit wieder einen internationalen Ruf erlangt hat: Fakt ist, die Schirn zählt im Augenblick zu den erfolgreichsten Kunsthallen in Deutschland - sie konnte allein im Jahr 2006 über 320.000 Besucher in ihre Ausstellungen locken und damit die Zahl gegenüber dem Jahr 2001 mehr als verdoppeln.
Fakt ist, sie wagt sich an unkonventionelle Themen heran. Fakt ist auch, dass Max Hollein als Direktor beispielhaft Sponsoren an seine Arbeit gebunden und die Kulturpolitik der Stadt Frankfurt von seiner Kompetenz als Museumsdirektor überzeugt hat. Fakt ist leider auch, dass Laura J Gerlach es nicht schafft, das von ihr als modellhaft postulierte Marketing hinter dem Schirnerfolg überzeugend darzulegen.
Jedoch von Beginn: Laura J Gerlach startet mit einem Profil der Schirn Kunsthalle, von seinen Anfängen unter Hilmar Hoffmann, seinem Höhepunkt unter der Leitung des erfahrenen Kuratoren Christoph Vitali und seinen ersten tiefgreifenden Schwierigkeiten während der Direktion von Hellmut Seemann. Der Schilderung der organisatorischen und finanziellen Struktur (50% öffentliche, 50% zu erwirtschaftende Mittel inkl. Sponsoring usw.) folgt die Darlegung des künstlerischen Konzepts und der Strategien. Bis dahin ist für den Leser nichts Neues oder Einmaliges zu entdecken. In den nächsten 100 Seiten beschäftigt sich die Autorin mit dem Begriff Marketing im Kunstbetrieb und dem Versuch einer Darstellung des Schirnmarketings im Besonderen.
Gerlach exerziert das Marketing mit all seinen Aspekten am Beispiel der Schirn, verwendet hierbei die Resultate aus ihrer Analyse der Produkte, der Konkurrenz und der Zielgruppen. Sie erstellt ein genaues Profil der Corporate Identity. Besonderen Wert legt die Autorin dabei auf das Corporate Design, dessen Bedeutung nicht nur für die Herstellung aller Werbeträger von ihr in steter Wiederholung aufgezeigt wird, sondern auch für die architektonische Ausstattung z.B. des Foyers der Kunsthalle. Sie vergisst nicht, die Marketinginstrumente und deren Anwendung in der Schirn zu beschreiben. Dabei werden richtigerweise die Pressearbeit, der Besucherservice und die museumspädagogischen Angebote als essentielle Bestandteile verstanden. Bei der Beurteilung des von der Schirn angebotenen, vielseitigen Rahmenprogramms wagt sich die Autorin allerdings sehr weit vor, wenn sie den Mangel an vergleichbaren Beispielen in der Museums- und Kunsthallenlandschaft beklagt (S. 119). Denn wenn sie schon von einem internationalen Standing der Schirn schreibt, sollte sie die unzähligen Vergleichsmöglichkeiten mit z.B. angloamerikanischen Institutionen nicht scheuen! Das letzte Viertel des Buches widmet sich der Messbarkeit des Erfolgsfaktors "Resonanz in der Öffentlichkeit" (Publikum und Medien) und der "Definition des Schirnerfolgs" (u.a. Die Marke Hollein). Sie stellt dabei die nötigen Instrumente eines Marketingcontrollings wie z. B. Besucherbefragung und Sponsorenverhalten vor. Die Person des Direktors, sein Charakter, sein Wissen und ganz besonders seine Kontakte, nimmt gerade im öffentlichen Auftreten des Kulturbetriebs eine immer wichtigere Rolle ein. Das hat Gerlach richtig erkannt, dennoch die Konsequenzen daraus für die Arbeit der Schirn nur marginal thematisiert.
Es muss betont werden, dass die Autorin den professionellen Marketingprozess ausführlich und richtig in seiner Bedeutung für die heutige Museumsarbeit darlegt. Nur ist das alles nicht neu und in unzähliger Literatur von wissenschaftlicher sowie von berufspraktischer Seite bereits beschrieben worden. Ein besonderes Verdienst der Schirn Kunsthalle und seines Direktors Max Hollein, nach dem immerhin schon eine Ära benannt ist, wird bei der lehrbuchhaften Darstellung nicht erkennbar. Das, was den Schirnerfolg im Marketing zwischen den Zeilen gelesen ausmacht, nämlich das facettenreiche Konzept, die kluge Kombination der Marketingmittel, die konsequente Einhaltung der aufgestellten Regeln, verbunden mit einer flexiblen Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen und vor allem die unerschrockene Wahl der Ausstellungsthemen, hätten der eigentliche Ansatz dieses Buches werden können. Durch das Einpressen des Schirnmarketings in herkömmliche Muster fehlt dieser Arbeit sowohl die Zuspitzung auf den im Titel versprochenen Erfolg, als auch die eindeutige Herausarbeitung der Alleinstellungsmerkmale sowie die innovative Vorbildfunktion der Kunsthalle. Das Buch dient mit seiner ausführlichsten Detailbeschreibung sicher demjenigen als Leitfaden, der mit Marketing seine erste Erfahrungen macht. Es bringt aber dem versierten Praktiker keinen Erkenntnisgewinn.-- Veronika Schuster, Kulturmanagement Network |
Kultur und Kulturwissenschaft: Eine Einführung (Uni-Taschenbücher S): Eine Einführung Klaus P. Hansen Taschenbuch, 1999 Verkaufsrang: 43536 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kultur, das wäre ihre einfachste und zugleich allgemeinste Definition, umfaßt die Gewohnheiten einer Gemeinschaft. Darauf aufbauend gliedert sich das Buch in zwei Teile. Der erste stellt den Komplex der Gewohnheiten bzw. Standardisierungen dar; der zweite behandelt die Problematik der Gemeinschaft. Zentrale Fragen dieser letzten Problematik sind das Verhältnis von Individuum und Kollektiv und die besondere Art von Kollektivität von Volk und Nation. In einem abschließenden Kapitel werden die Aufgaben skizziert, die sich einer Kulturwissenschaft stellen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Anschaulich, lesenswert, aber für sich allein nicht genügend 4 von 5 Punkten Für den Passauer Kulturwissenschafter und Anglisten Klaus P. Hansen umfasst das Phänomen Kultur drei Faktoren: Standartisierung, Kommunikation und Kollektivität. Um den Lesern diese recht einfache Definition des Kulturbegriffs eingängig und überzeugend darzulegen, stellt uns Hansen Standartisierungen der Kommunikation, des Denkens, Empfindens und Verhaltens dar. Er beginnt dabei didaktisch einleuchtend bei Null und zeigt uns zunächst an einem Beispiel auf, wie Standartisierungen unsere Erkenntnis prägen: Die ausseriridischen Wissenschafter vom Planeten Alterius, die zur Erforschung der Menschen ausgerechnet im Winter in einem Engadiner Skigebiet landen, auf ihrem Heimatplaneten nur eine zweckgebundene Form der Bewegung kennen und denen die Fähigkeit zu dieser Bewegung ausserdem bereits angeboren ist, werden in der Tat bereits bei ihren Beobachtungen und später auch bei der Deutung von Snowboardern und Skifahrern von ihren andersartigen Standartisierungen so geprägt sein, dass ihre „Forschungsergebnisse“ uns mitteleuropäischen, wintersportbeflissenen Menschen nur sehr „strange“ erscheinen können. In einem weiteren Kapitel befasst sich Hansen mit dem Verhältnis Individuum und Kollektivität, das er wiederum an einem eingängigen Beispiel – verschiedene Deutsche treffen sich im „Mono-Kollektiv“ Tennisclub – darstellt. Der Rheinländische Manager, der Passauer Schreiner, die reiche Ärztin und die links-grüne Romanistin, alle Mitglieder desselben Tennisclubs, gehören zudem alle dem „Super-Kollektiv“ „Deutsche“ an: Was verbindet sie, was trennt sie? Was hält bei aller Unterschiedlichkeit, aller Individualität der Mitglieder Kollektive zusammen? Hansen lässt nun ein Kapitel über die Taxionomie des Kulturbegriffs folgen, wobei der Autor, auch hier wieder bei Null beginnend, auch gleich erklärt, was eine Taxionomie ist („modellhafte Ordnungsstiftung, mit deren Hilfe man ein unübersichtliches Feld in den (Be)griff bekommt“). In einem guten historisch fundierten Abriss stellt der dann die Debatten über die Gegenständlichkeit, die Kohärenz und die Funktion von Kultur dar, nimmt dabei Bezug auf so unterschiedliche Ansätze wie diejenigen des Idealisten Hegels, des Materialisten Marx um dann selbstverständlich auf neuere Ansätze wie diejenigen von Clifford Geertz oder Marshall Shalins zu kommen. Immer wieder warnt Hansen in diesem Kapitel davor, Kultur in einer meist metaphysischen Sichtweise als etwas „Ganzes“, Kohärentes zu betrachten: „Kultur ... ist nicht das grosse Ganze, zu dem man ehrfürchtig aufblickt.“ Informativ ist das nächste Kapitel über „Interkulturalität“, das die Schwierigkeiten des sogen. „Fremdverstehens“ in den Vordergrund rückt. Hier geht Hansen noch einmal auf verschiedene Ansätze (psychoanalytisch, hermeneutisch etc.) ein, um dann den Begriff „Interkulturalität“ durch „Interkollektivität“ zu ersetzen: „Es liegt in der Natur eines jeden Kollektivs, dass es sich abgrenzt, ein positives Selbstverständnis bereitstellt und sich von rivalisierenden kollektiven mit Hilfe vorgestanzter Abwertungen distanziert.“ Ein abschliessendes kurzes Kapitel geht noch der Frage nach, inwieweit der Kulturbegriff und kulturwissenschaftliche Fragestellungen das Selbstverständnis der einzelnen Wissenschaften beeinflusst haben. Insgesamt: sicherlich eine lesenswerte Einführung, eine, die sich leicht liest und von grosser Anschaulichkeit ist. Allerdings: 392 anschauliche Seiten, ein nur geringes Ergebnis (Kultur = Standartisierungen in Kollektiven)... Die Lektüre einer weiteren Einführung ist empfehlenswert, etwa die „Orientierung Kulturwissenschaft“ von Böhme, Matussek und Müller.
Kultur und Kulturwissenschaft 5 von 5 Punkten Mit seinem Buch „Kultur und Kulturwissenschaft" ist Klaus P. Hansen eine äußerst hilfreiche und didaktisch wertvolle Einführung in den Komplex der Kulturwissenschaft gelungen. Zahlreiche humorvoll erdachte Beispiele und eine verblüffend klare und amüsante Schreibe führen den Leser durch das Labyrinth der Kulturtheorie und erleichtern so das Verstehen und vor allem Verinnerlichen der wissenschaftlichen Aspekte.Nach einer einführenden Bestimmung und Definition des Begriffs Kultur und seiner Abgrenzung von Natur steht eins fest: Kultur umfasst die Gesamtheit der Gewohnheiten eines Kollektivs, bzw. Standardisierungen, die in einem Kollektiv gelten. Aus diesen Vorüberlegungen wird dann im Folgenden eine komplexe Kulturtheorie entwickelt, die den Leser step by step entdecken lässt, wie vielfältig im eigentlichen die Phänomene Standardisierung und Kollektiv sind. Wenn z.B. Außerirdische zur Weihnachtszeit mit ihrem Raumschiff unbemerkt in einem verschlafenen Wintersportstädtchen landen, um ihre Kulturstudie durchzuführen, wie würden sie die Spezies Mensch in ihrem Bericht darstellen? Oder: Was genau haben ein Manager aus Kölle, ein Schreiner aus München und eine Romanistikstudentin aus Bochum gemeinsam? Antworten auf diese Fragen werden explizit und wissenschaftlich belegt und anschaulich verdeutlicht. Dabei werden allerdings wichtige Theoretiker aus den verschiedensten Disziplinen von Hansen mit einbezogen und diskutiert : Sigmund Freuds: „Das Unbehagen in der Kultur", Jan Assmanns „Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität", sowie Auguste Comte und zahlreiche andere, die in einer Kulturtheorie ihren Platz haben sollten. Abgerundet wird Hansens interessanter und lehrreicher Überblick mit dem Entwurf einer Taxonomie der Geschichte des Kulturbegriffs und aktuellen Fragestellungen zu den Phänomenen der Interkulturalität, Globalisierung und seiner Einbettung in angrenzende wissenschaftliche Fächer. Alles in Allem: Nicht nur für angehende Kulturwissenschaftler ein unerlässlicher Ausflug ins Reich der Kulturtheorie, bei dem ein Englischwörterbuch oftmals nicht schadet und dessen Gastgeber sichtlich bemüht ist, Humor und Wissensvermittlung zu vereinen. |
Jazz in Deutschland: Das Lexikon - Alle Musiker und Plattenfirmen von 1920 bis heute Jürgen Wölfer Gebundene Ausgabe, April 2008 Verkaufsrang: 227292 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Das Lexikon Jazz in Deutschland füllt eine Lücke in der Jazz-Literatur. Es umfasst den Jazz und Jazzverwandtes in Deutschland von den Anfängen in den Zwanzigerjahren bis zur Gegenwart. Prominenz wie Klaus Doldinger oder Till Brönner ist selbstverständlich ebenso vertreten wie Geheimtipps und viel versprechender Nachwuchs. Die Auswahl folgt dabei nicht primär dem Kriterium des kommerziellen Erfolgs, sondern leuchtet den künstlerischen Stellenwert aus. Und so finden sich in diesem ersten Lexikon des deutschen Jazz sorgfältig recherchierte Informationen über zahlreiche Musiker, deren Schaffen bisher kaum oder gar nicht dokumentiert wurde Informationen über deutsche und ausländische Jazz-Pioniere der klassischen Ära, der Zeit des Nationalsozialismus und des Neubeginns in den Vierziger- und Fünfzigerjahren. Auch die Jazz-Szene der DDR wurde sorgfältig berücksichtigt, wobei viele Lücken gefüllt wurden. Neben den zahlreichen Musikerbiografien mit Schallplatten- und Literaturhinweisen gib t es auch Stichwörter zu Plattenfirmen und Labels, Einträge zu Kritikern, Schriftstellern, Schallplattenproduzenten und Zeitschriften. Die entsprechenden Internetadressen ermöglichen die weiterführende Beschäftigung mit den Stichworten. Im Anhang listet eine vollständige Jazz-Diskografie des Amiga-Labels alle Jazz-Platten auf, die von 1947bis 1990 in der DDR veröffentlicht wurden eine wahre Fundgrube für Sammler und Historiker.
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| Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften Wilhelm Dilthey Taschenbuch, 3. März 2006 Verkaufsrang: 214772 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Die ZEIT-Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden. 18: Lexikon der Geschichte: 18
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| Atmosphäre: Essays zur neuen Ästhetik Gernot Böhme Broschiert, März 1995 Verkaufsrang: 94481 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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