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Hot Topic: Popfeminismus heute - Hot Topic: Popfeminismus heute

Broschiert, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 144463      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der Reader über Frauen zwischen Feminismus und Pop, Prekariat und Boheme
Seit der konservative Backlash offen in Form von neuem Gebärzwang und alten Hausmütterchen-Doktrinen zutage tritt, besinnt sich sogar der Mainstream wieder auf die Notwendigkeit des Feminismus. Dabei wird gerne übersehen, dass es abseits des gemäßigten Feuilleton-Bekenntnisses zur Geschlechtergleichheit eine Menge junger Frauen gibt, die sich den radikalen "Luxus" eines feministischen Bewusstseins leisten und dies in verschiedensten Formen leben. In der "Hot Topic"-Anthologie porträtieren diese Frauen ihre Lebensrealitäten zwischen Abtreibung, Indie-Mutterschaft, Prekariats-Boheme, queerem Coming-of-Age, Schönheits-Terror und Exotinnendasein im Musik- und Medienbusiness. In Anlehnung an die Vielzahl anglo-amerikanischer Textsammlungen, die hierzulande immer noch ihresgleichen suchen, destilliert dieser anekdotisch angelegte Reader die gesellschaftspolitische Aussage aus dem privaten Erleben und knüpft damit dort an, wo vor beinahe 10 Jahren der bis jetzt einzigartig gebliebene Band "Lips Tits Hits Power" aufhörte.Aus dem Inhalt: Reproduktion, Abtreibung und Verhütung / Queere Strategien und Coming out / Grrrl-Zines / Drag Kings in der Populärkultur / TV-Serien und Feminismus / Mädchenzeitschriften, Szeneorgane und (Anti-)Solidarität / Weibliche Einflussbereiche in der Punksubkultur / Ladyfest als Ladyspace / Das Leben der Lo-Fi-Boheme / Gender und Feminismus zwischen Ost und West / Weiße Männlichkeitskonstruktionen im Rock und Pop /Mode als PolitikumMit Beiträgen von Christiane Rösinger, Pauline Boudry, Clara Völker, Sarah Diehl, Rosa Reitsamer und Vina Yun und mit zahlreichen Illustrationen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

uninspirierend      2 von 5 Punkten
Ein Sammelband, der eine reine Bestandsaufnahme unternimmt, mehr nicht. Die feministischen Grunderkenntnisse, die vorgetragen werden, sind sicherlich richtig, aber keineswegs neu. Und das, was mir die Autorinnen an Beobachtungen vorführen, sehe ich selbst, wenn ich mich umschaue - dazu brauche ich kein Buch zu lesen. Erhofft hätte ich mir Perspektiven, inspirirende Fragen, Zukunftsentwürfe, zumindest versuchshalber. Nichts dergleichen. Fast nichts - der "Drag King"-Beitrag liefert zumindest Ansätze. Die übrigen nicht. Schade.

Prädikat: äußerst lesenwert!      5 von 5 Punkten
Größtenteils sehr unterhaltsam geschriebenes, weniger wissenschaftliches, weil persönlich inspiriertes Sammelwerk mit Beiträgen zu feministisch angelegten Lebensentwürfen und aktueller Popkultur. Leider immer noch alles "heiße Themen", was bei der Lektüre der teils ziemlich selbstironischen Texte - so locker sie daher geschrieben sein mögen - unweigerlich bewusst wird (wenn es das nicht schon vorher war). Doch auch ernstere, seit der zweiten Frauenbewegung aktuelle Themen wie sexualisierte Gewalt, Schwangerschaftsabbruch und Essstörungen finden Beachtung. Ein gelungenes Buch, welches einen guten Überblick verschafft zum aktuellen Stand der Dinge aus feminstischer Sicht.


Luxus im alten Rom: Die öffentliche Pracht / Die Schwelgerei, das süße Gift - Karl-Wilhelm WeeberLuxus im alten Rom: Die öffentliche Pracht / Die Schwelgerei, das süße Gift
Karl-Wilhelm Weeber

Gebundene Ausgabe, Januar 2009
     Verkaufsrang: 45304      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2003
Erfreut zeigt sich der "rox." zeichnende Rezensent von diesem "luxuriös gestalteten Band" über den "Luxus im alten Rom". Der Philologe und Historiker Karl-Wilhelm Weeber lege darin dar, dass es in der Weltgeschichte kaum je eine Gesellschaft gegeben habe, die sich so sehr über luxuriöse Statussymbole definierte wie die römische. Der demonstrative Konsum sei spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. die Lieblingsbeschäftigung der römischen Oberschicht gewesen, berichtet der Rezensent. Der Band biete Einblicke in die römische Tafelkultur, den Wettstreit um die schönsten Perlen und die bedeutendste Sammlung griechischer Kunst sowie um die aufwändigsten Grabbeigaben.
© Perlentaucher Medien GmbH


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Höchst amüsant und unterhaltsam      5 von 5 Punkten
Dem gesellschaftlichen Phänomen, dass die römische Oberschicht spätestens seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. dem Luxus und seinen Verlockungen erlegen war, geht der renommierte Universitätsprofessor und Sachbuchautor Karl-Wilhelm Weeber in seinem jüngsten Werk auf den Grund. Quasi als Ergänzung zu seinen mittlerweile zu Standardwerken gewordenen Büchern wie Alltag im Alten Rom, Die Weinkultur der Römer oder Panem et circenses sucht der Autor hier eine Antwort auf die Frage, wie es dazu kam, dass von vielen (neureichen) Römern die Prunksucht so offen zur Schau gestellt wurde.
Statussymbole kennt nicht erst unsere Zeit, sondern bereits die Antike - egal, ob dies nun der teure Perlenschmuck der Damen oder die wertvolle Sammlung griechischer Kunst war. Derartige Symbole des Reichtums und der gesellschaftlichen Stellung hatten bereits in der ausgehenden römischen Republik in der High Society" enorm an Bedeutung gewonnen. Dass es vom Prunk zum Protz dann oft nicht mehr weit ist, beweist Weeber anhand zahlreicher Beispiele römischer Snobs eindrucksvoll - man denke in diesem Zusammenhang nur an Trimalchio und seine berühmt-berüchtigte Cena.
Dieser Streifzug durch die antike Kulturgeschichte macht bei den Villen der Vesuvstädte Pompeji, Herculaneum und Stabiae genauso Halt wie in Baiae, dem noblen Kurort der oberen Zehntausend, und an den Fischteichen des Lucullus am Monte Circeo. Der Leser ist dabei, wenn Seneca Kritik am rasch ausufernden Landschaftsverbrauch übt, wenn Martial eine lüstern-laszive Tänzerin rühmt und wenn Cicero gegen den verbrecherischen Verres und dessen schamlose Plünderungen wettert. Tischkultur und Tafelluxus werden einer ebenso kritischen Prüfung unterzogen wie Bestattungspracht und Gräberluxus, Erotik und Sexualität der noblen Welt genauso beleuchtet wie die Liebe der Frauen zu Parfum und Schmuck.
Dem Autor gelingt es mit seinem neuesten Buch abermals, den Leser zu fesseln und ihn in seinen Bann zu ziehen. Neben dem Text vermitteln vor allem die zahlreichen färbigen Abbildungen ein buntes Panorama der glitzernden Welt, in der die Angehörigen der römischen Oberschicht lebten und sich vergnügten, ohne auch nur einen Gedanken an die gleichzeitig herrschende Armut der Masse der Bevölkerung zu verschwenden. Auf höchst unterhaltsame Weise lernt der Leser alle Facetten des Luxus und seiner Auswüchse kennen. Die lateinischen Quellen, die Weeber reichlich zitiert, laden ein, sich mit ihnen näher zu beschäftigen. Einziger Wermutstropfen: Leider fehlt dem sonst sehr übersichtlich angelegten und gut strukturierten Band ein alphabetisches Stichwortverzeichnis zur noch schnelleren Auffindung einzelner Themen.


Luxus!      5 von 5 Punkten
Als ich das Buch zum erstem Mal erspäte, musste ich es haben! Die schönen Bilder, die sehr gut recherchierten Texte, die sehr hochwertige Aufmachung - ein Must-Have für alle Rom-Fans!
Hier erfährt man, wie die (reichen) Römer es sich gut gehen ließen, z.B. in ihren Luxusvillen am Meer. Ein schönes Geschenk - entweder für sich selbst oder andere.


Bild-Anthropologie: Entwürfe für eine Bildwissenschaft - Hans BeltingBild-Anthropologie: Entwürfe für eine Bildwissenschaft
Hans Belting

Taschenbuch, 1. November 2005
     Verkaufsrang: 103240      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 27,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 20.09.2001
Noch vielfältiger als von Hans Belting bereits bekannt, weiß Andreas Strobl, stellt der seit 1993 an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung lehrende Kunsthistoriker mit diesem Buch die eigene Disziplin auf den Kopf: Der Wissenschaftler will die Kunstwissenschaft erneuern, "Bild-Anthropologie" - eine Zusammenstellung von Vorträgen und Essays des Autors - ist dafür ein erster Schritt. Mit profundem Sach- und Faktenwissen, so der Rezensent, führe Belting dem Leser das ganze Spektrum seines Wissens vor Augen, über prähistorische Totenkulte, Benutzeroberflächen von Computern, religiöse Bilder, Kunstwerke, Bilder der Nachrichtenmagazine und der Werbung. Strobl bedauert aber, dass Überschneidungen und Wiederholungen in den einzelnen Texten deutlich werden und Beltings Argumente für eine Kunstwissenschaft als human science manchmal etwas unverbunden nebeneinander stehen. Der Rezensent findet die Methode Beltings äußerst mutig, denn dieser wage den Spagat zwischen konkreten Fallanalysen und übergreifenden Synthesen. Einem detailbeflissenen Fachpublikum, mutmaßt Strobl, wird das nicht gefallen, für eine fortschrittliche Kunstwissenschaft aber, denkt der Rezensent, ist das Buch ein Muss.
© Perlentaucher Medien GmbH


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Eine neue Sichtweise, auf die ich gewartet habe.      4 von 5 Punkten
Was in der Soziologie schon länger geschehen ist, eine disziplinübergreifende Betrachtung mit dem Namen "Kulturwissenschaft", war m.E. in der Bild-/Kunstbetrachtung schon lange überfällig. Wer sich dafür interessiert, was überhaupt Bilder für eine Funktion für Menschen haben, warum sich Menschen Bilder machen von Dingen, Gedanken und anderen Menschen, der kauft hier das richtige Buch.
Einen Punkt Abzug dafür, dass ich die Kritikpunkte der oben zitierten Perlentaucher-Rezension auch so sehe. Als Entwurf einer neuen Betrachtungsweise oder gar neuen Wissenschaft kann man aber damit leben, dass es auch in gewisser Weise noch entwurfhaft bleibt. Dennoch hat es mich dazu veranlasst, keine volle Punktzahl zu vergeben. Lieber hätte ich nur einen halben Punkt abgezogen ...


Aura und Reflexion: Schriften zur Kunsttheorie und Ästhetik - Walter BenjaminAura und Reflexion: Schriften zur Kunsttheorie und Ästhetik
Walter Benjamin

Broschiert, 22. August 2007
     Verkaufsrang: 288861      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Walter Benjamin ist einer der bedeutendsten Theoretiker der Gegenwart. Sein Einfluß auf die Philosophie und Soziologie, aber auch auf die Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaft ist kaum zu überschätzen. Viele seiner Texte gehören heute zum Kanon der Theorie. Das Spektrum seiner Texte, ihrer Genres und Disziplinen, ihrer Themen und Formen ist enorm. Sein Werk ist überaus vielfältig und kaum zu überschauen. Die Auswahlbände der Reihe suhrkamp taschenbuch wissenschaft, die von renommierten Benjamin-Forschern herausgegeben werden und jeweils ein ausführliches Nachwort enthalten, unternehmen es, seine theoretischen Haupttexte thematisch zu bündeln und in kompakten Leseausgaben zugänglich zu machen.



Vorlesungen über die Ästhetik, Tl.1/2 - Georg Wilhelm Friedrich HegelVorlesungen über die Ästhetik, Tl.1/2
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Broschiert, 1986
     Verkaufsrang: 202427      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Einführung Bubners beugt einem rein historischen Konstatieren der Ästhetik Hegels vor, indem sie dem Leser aus der heutigen Problemlage heraus einen Horizont eröffnet, in dem eine fruchtbare Auseinandersetzung möglich ist. 'Hegel-Studien'



Deleuze und die Künste - Deleuze und die Künste

Taschenbuch, 21. März 2007
     Verkaufsrang: 89362      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Philosophieren von Deleuze ist verführerisch, es sprengt die Grenzen der Wissenschaft, der Universität und des akademischen Stils. Es sympathisiert mit den Künsten und ist zugleich ein großer Versuch, die Philosophie zu erneuern, sie aus der Gewalt der Meinungen, der Propositionen und Funktionen zu befreien. Deleuze nennt Kunst einen Empfindungsblock aus Perzepten und Affekten und die Künste, an denen er das exemplifiziert, sind Literatur, Malerei, Film, Theater, Oper, Architektur und die Fernsehspiele Becketts. Der Band spürt dem Verhältnis von Deleuze zu den Künsten in den verschiedenen Bereichen nach und enthält Originalbeiträge u. a. von Raymond Bellour, Jean-Clet Martin, Hannes Böhringer, Thomas Hirschhorn, Michaela Ott, Joseph Vogl und Martin Stingelin.



Auf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch - Marina RumjanzewaAuf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch
Marina Rumjanzewa

Gebundene Ausgabe, 27. April 2009
     Verkaufsrang: 261008      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 21,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Am frühen Morgen aus dem Haus treten – in den wilden, überwachsenen, noch im Schatten versunkenen Garten. Die Kühle, die Stille, das Rauschen der Blätter, das Aufblitzen der Sonne in den Bäumen, das Tanzen der Lichtflecken auf dem Gras. Auf die ersten Gäste warten, nichts vorhaben, nichts müssen, einfach in den Tag hineinleben – in einen Datscha-Tag. Sicher schaut jemand vorbei oder man geht zu den Nachbarn oder es kommen Gäste aus der Stadt: Im Grunde bedeutet die Datscha Zusammensein. Und noch viel mehr. Sie ist eine Institution, ein Stück russischer Geschichte und Kultur: Auf der Datscha lebten Anna Karenina und Oblomow, Turgenjews Familienvater ging hier der Liebe zur Nachbarin nach, und Gorki rechnete mit der Intelligenzija ab im Stück „Datschniki“, zu deutsch „Sommergäste“. Im vorliegenden Band „Auf der Datscha“ erzählt Marina Rumjanzewa die Geschichte der Datscha, von ihren Anfängen unter Peter dem Großen bis in die heutige Zeit. Anschaulich begleitet und illustriert wird diese kleine Kulturgeschichte mit Texten aus der russischen Literatur, von Puschkin über Anton Tschechow bis Michail Schischkin und Tatjana Tolstaja. Und abgerundet durch einen Datscha-Bilderbogen auf der Innenseite dieses Umschlages.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Die Geschichte der Datscha: ein erhebendes Lesevergnügen      5 von 5 Punkten
Die Datscha ist eine geläufige Bezeichnung für russische Sommerhäuser. Man kennt sie aus Romanen und Zeitungsberichten und vermag sich etwas darunter vorzustellen. Zur Entstehungsgeschichte dieser Sommerhäuser weiß man hingegen wenig.
In der vorliegenden und verdienstvollen Kulturgeschichte der Datscha von Marina Rumjanzewa lässt sich nun genaueres erfahren über die Geschichte und den Stellenwert, den die Datscha seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Russland eingenommen hat.
Zar Peter der Große gründete 1703 die Stadt St. Petersburg und baute sich 30 km entfernt das Sommerpalais Petergof. Die Einfahrt in die Stadt sollte von prachtvollen Sommerhäusern gesäumt werden, wozu er Grundstücke an seine Adligen vergab. Dieser Zeitpunkt mag als Geburtsstunde der Datschen gelten.
Damals jedoch waren die Datschen noch der Aristokratie vorbehalten, bevor sie bis heute zu einer allgemeinen Lebensform und einem Stück russischer Geschichte wurden.
Mit historischer Genauigkeit entwickelt M. Rumjanzewa die Geschichte der Datschen im Zusammenhang mit der russischen Geschichte.
Über fast zwei Jahrhunderte besaß alleine der Adel die Mittel, um sich den Vorzug der in Stadtnähe erbauten Datschen leisten zu können. Sie liebten ihre Datschen, in denen sie sich mit der Natur verbunden fühlten, und die ihnen die weite Reise zu ihren Gütern ersetzten. Hier konnten sie unbeschwert einer lockeren und unkonventionellen Geselligkeit nachgehen.Dann tauchen so berühmte Namen wie die von Puschkin oder Gontscharow, Dostojewski, Tolstoi und Tschechow auf, die vom Leben ihrer Helden in ihren Datschen sprechen. Es zeigt sich, dass die russische Literaturgeschichte nicht ohne Datscha auskommt, und die Datschen nicht ohne Literatur. Oblomow liegt auf einer Couch in der Datscha, und Anna Kareninas Leben spielt sich ebenfalls weitgehend auf einer Datscha ab!
Mit dem Ende der Leibeigenschaft 1861 traten die Intelligenzija und das Kapital auf den Plan. Sie übernahmen wie selbstverständlich die Gewohnheiten des Lebens auf der Datscha, das sich inzwischen als typisch russisches Lebensgefühl in den Köpfen und Gepflogenheiten der Einwohner festgesetzt hatte.
Unter Stalin wurden zahlreiche Eigenheiten des Volkes eliminiert,-den Datschen konnte das Sowjetsystem nichts anhaben. Im Gegenteil: die Nomenklatura und Stalin selbst ließen sich überall Datschen bauen,-nur der Zugang und die Vertraulichkeit waren in deren Umkreis selbstredend verschwunden.
Aus den Anfängen hat sich die Datscha verselbständigt.
Die anfängliche Pracht wandelte sich, je mehr Bürger in den Genuss einer Datscha kamen. Sie befinden sich immer in Stadtnähe, so dass sie leicht zu erreichen sind. Heute wohnt man von Mai bis September teilweise ganz, teilweise nur am Wochenende auf der Datscha. Dort lebt es sich frei, ungezwungen und man betreibt eine vertrauliche und heitere Geselligkeit, seit eh und je das typische Merkmal der Datschniki.
In ihrer klaren, gründlich recherchierten und mit zahlreichen Beispielen belegten Studie über die russischen Datschen kann man bei Marina Rumjanzewa alles erfahren, was zur Geschichte der Datscha gehört, wie sie entstanden, wie sie gebaut und mit welchen Mitteln man sie damals wie heute ausstattet, und welches Lebensgefühl zu ihr gehört.
Die Datscha ist Nationalgefühl und Lebenskunst in einem.
Nebenbei erfährt man zahlreiche Einzelheiten aus dem Leben hoch gerühmter russischer Dichter. Man liest das Buch mit zunehmender Aufmerksamkeit und mag es nicht mehr aus der Hand legen!

Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch      4 von 5 Punkten
Wer etwas von Russland gehört hat, kennt auch den unverkennbaren Drang aller Städter in der Freizeit raus auf ihre Datscha zu kommen. Was dem Deutschen sein Schrebergarten ist dem Russen seine geliebte Datscha, wobei es da auch große Unterschiede gibt und vor allem die Politikgrößen in ganz Osteuropa machten sich derweilen auf in ihre Datscha. Mit dem Buch AUF DER DATSCHA von Marina Rumjanzewa wird uns ein ganz besonderer Ort für einen echten russischen Sommer präsentiert.
Die Datscha, wenige Orte haben sich so sehr in das Bewusstsein der Russen gebrannt wie eben dieser und nur wenige Orte sind für viele Russen der Inbegriff von Freiheit, Freiheiten und Natur.
Mit dem Buch AUF DER DATSCHA von Marina Rumjanzewa wird uns die kulturgeschichtliche Bedeutung der Datscha an sich und ein Teil der russischen Seele gezeigt. Von ihren Anfängen im Zarenreich und Privileg der Reichen, über die Sowjetzeit und dem großen Beginn nach deren Fall für fast alle Teile der Bevölkerung.
Heute ist es einfacher geworden an einem See oder einem Wald in der Nähe von St. Petersburg oder Moskau eine Datscha zu bekommen, doch immer noch kostet es viel Geld. Doch der Traum von einer Datscha ist sehr tief verwurzelt, daher verwundert es nicht, dass viele so eine haben wollen oder sich daran erinnern wie es war, als sie die Sommer auf den Datschen von Freunden und Verwandten verbrachten.
Das vorliegende Buch erzählt uns die Geschichte der Datscha von Tschechow über Sostschenko bis zu Schischkin. Der Traum wird dabei greifbarer aber er zeigt auch die Mühen und Probleme, welche er mit sich brachte.
Das Buch bringt viele Anekdoten und Begebenheiten rund um die Datscha auf Tapet, zeigt uns die Lust am feiern, den Umgang mit Nachbarn, wenn vorhanden und die eigenwillige Atmosphäre auf der Datscha im Allgemeinen.
Das Buch vermittelt sowohl historische wie auch literarische Fakten zum Thema Datscha und eignet sich sowohl zum schmökern wie auch zum Studium des Phänomens Datscha. Mit dem Begriff der Datscha verbinden viele Russen ein ganz besonderes Freiheitsgefühl und die Autorin hat es geschafft mit diesem Buch uns einen kleinen aber feinen Einblick in die Welt der Datschniki zu geben.
Empfehlenswert!


Mythos Weimar: Zwischen Geist und Macht - Peter MerseburgerMythos Weimar: Zwischen Geist und Macht
Peter Merseburger

Taschenbuch, 1. November 2000
     Verkaufsrang: 85723      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"O Weimar! Dir fiel ein besonder Los! Wie Bethlehem in Juda, klein und groß"Johann Wolfang v. Goethe
Weimar, das ist der Inbegriff der deutschen Kultur, ist die Stadt der Klassik, Goethes und Schillers, der großen Zeit Franz Liszts. Richard Wagner feierte hier seinen Durchbruch. Weimar steht auch für den Aufbruch zur Moderne; das Bauhaus,Walter Gropius, Henry van de Velde, Lionel Feininger erprobten eine neue Ästhetik in Architektur und Kunst. Weimar ist auch Symbol der Politik, Geburtsort der ersten deutschen Republik, Weihestätte der Reaktion, Schreckensort der nationalsozialistischen Verbrechen. Buchenwald, das nach Kriegsende als KZ von der sowjetischen Besatzungsmacht fortgeführt wurde, steht für die Erfahrung zweier Diktaturen auf deutschem Boden. Peter Merseburger erzählt sachlich fundiert und kritisch pointiert die ambivalente Geschichte Weimars zwischen Humanitätsideal und Barbarei, revolutionärem Aufbruch und totalitärer Unterdrückung und plädiert für eine Beendigung jeglicher politischer Instrumentalisierung dieses Nationalsymbols.
"Merseburgers Kulturgeschichte Weimars darf man einen Wurf nennen, und wie bei jedem wichtigen Buch fragt man sich ein wenig erstaunt, warum es nicht längst geschrieben wurde. Der Band ist, in nuce, eine deutsche Geschichte, am Beispiel Weimar demonstriert." Die Zeit
"Viele werden dem Autor dankbar sein für diese sehr gut lesbare kritische Sicht auf ein nationales Heiligtum. ... Zu den Werken aus dem Goethe-Klassik-Weimar-Überangebot, denen kein schnelles Verfallsdatum anhaftet, gehört dieses Buch." Thüringer Allgemeine
Peter Merseburger , geboren 1928 in Zeitz, studierte Germanistik, Geschichte und Soziologie. Er war Redakteur beim ›Spiegel‹, moderierte das Fernsehmagazin ›Panorama‹, war Chefredakteur des NDR-Fernsehens, ARD-Korrespondent und Studioleiter in Washington, Ostberlin und London. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin und Südfrankreich. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: ›Der schwierige Deutsche: Kurt Schumacher‹ (1995).


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Macht und Geist als Zwiespalt des deutschen Bewusstseins      5 von 5 Punkten
Peter Merseburger, einst Korrespondent des Spiegels, Chefredakteur des NDR, ARD-Korrespondent und Studioleiter in Washington hat in diesem wissenschaftlich fundierten kulturhistorischen Werk den großartigen Versuch unternommen, die Wege und Irrwege der deutschen Politik, der deutschen Mentalität und des deutschen Bewusstseins in der Historie der kleinen Provinzstadt Weimar in Thüringen zu spiegeln. Ein gewagtes Unterfangen, dem man nach der Lektüre allerdings ohne jegliche Abstriche konzedieren muss: Es ist ihm vollauf gelungen!
Tatsächlich, so erscheint es dem Leser, präsentiert sich in der Geistesgeschichte Weimars in nuce das gesamte Spannungsfeld deutscher Gesellschaft und Mentalität.
Der Grundstein zu dem spezifisch deutschen Spagat zwischen Obrigkeit und Innerlichkeit, zwischen Macht und Geist, zwischen Politik und Individuum wird bereits in der Anfangsphase der Stadt zur Zeit der Renaissance gelegt. Mit Lucas Cranach als Maler, mit Bach als Musiker, der im 17. Jahrhundert zur Zeit des Barock in Weimar einige Wochen im Gefängnis einsaß, um aus seinem Vertrag beim Fürsten herauszukommen und freilich mit Luther, der in Weimar aus dem nahen Wittenberg kommend einige Predigten hielt, wurde Weimar schon früh zu einem Zentrum des protestantischen Glaubens. Luthers Trennung von Geistlichem und Weltlichem markiert den Bruch zwischen Innerlichkeit und Öffentlichkeit, der sich schließlich zu der für Deutschland so typischen Kluft zwischen Macht und Geist weiten wird. Die Grundlage hierfür wird also bereits durch Luthers Einfluss gelegt und später durch die Bildungskonzepte Humboldts, Schillers und Goethes in Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution untermauert.
Zunächst aber ist es für die weitere Entwicklung Weimars von Bedeutung, dass die junge Herzogin Anna Amalia, die von Braunschweig in den Hof eingeheiratet hat, den späteren Goethe-Freund Herzog Carl August gebar und dann im jungen Alter von 21 Jahren bereits Witwe wurde, sich jeglicher Bevormundung durch den Hof widersetzte und stattdessen den damaligen führenden Literaten Wieland als Erzieher ihres Sohnes an den Weimarer Hof holte. Heute interessiert sich für die Literatur Christoph Martin Wieland nur noch die Literaturwissenschaft. Damals war er aber mit seinen riesigen satirischen Romanen und aufklärerischen Schriften der führende Literat Deutschlands. Sein Ruf trug mit dazu bei, dass in seiner Folge auch andere große Namen kamen. Goethe erreicht Weimar am 7. November 1775. Seine frühe Freundschaft mit dem 10 Jahre jüngeren Carl August ist legendär und anekdotenreich. Bedeutend für die Entwicklung jener spezifisch deutschen Geisteshaltung in Bezug auf Politik und Obrigkeit wird aber natürlich die Freundschaft mit Schiller ab 1794. Im Zeichen der Weimarer Klassik und in Abkehr von den Wirren der Französischen Revolution entwickelt sich hier eine Begrifflichkeit des Individuums, die zwar die allgemeine Bildung des Subjekts emphatisch preist, zum anderen aber glaubt, dies nur in der Abkehr von den politischen Niederungen der Alltagswelt ermöglichen zu können. Der Rückzug aus der Welt, die bloß profan ist, und die Hinwendung zur Ausbildung eines Selbst, das sich selber genügt und auf die Teilhabe an der Welt verzichtet, haben hier ihren Ursprung.
Dieser Streit zwischen Geist und Macht gewann in den drauffolgenden Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein immer wieder Aktualität. Merseburger zeigt dies an den weiteren Kapiteln der Weimarer Geschichte. Von Bedeutung sind dabei im 19. Jahrhundert die sogenannte Silberne Zeit im Zeichen der Musik. Franz Liszt und Richard Wagner spielen hier eine Rolle. Die Jahrhundertwende mit der Wende zur Moderne: Nietzsche und das Bauhaus. Die Weimarer Republik, deren Nationalversammlung 14 Monate in Weimars Theater tagte, da man Angst vor Ausschreitungen in der Großstadt Berlin hatte. Schließlich die düstere Zeit des Nationalsozialismus mit dem Zwillingsort Buchenwald und dann die ideologischen Verzerrungen des DDR-Regimes.
Höchst aufschlussreich an dieser Darstellung Merseburgers ist, wie nach dem Tode Goethes die Weimarer Klassik für alle folgenden Zeiten ein Gegenstand der Auseinandersetzung sein musste, wie aber auch jede Zeit - ja selbst die des Nationalsozialismus - es verstanden, ihr Kapital daraus zu schlagen und die Klassiker in ihrem Sinne nutzbar zu machen. Der Leser vermag hier sich seine Lektionen in Fragen von Gesinnungs- und Ideologiekritik zu holen: Wer glaubt, über gesicherte historische Kenntnisse zu verfügen, hat vielleicht noch nicht tief genug im Bodensatz seiner eigenen Zeit gegraben.
Thomas Reuter


 Weitere Lesermeinungen


Photographien 1970-1997. Sonderausgabe - Jim RaketePhotographien 1970-1997. Sonderausgabe
Jim Rakete

Broschiert, 15. Februar 2007
     Verkaufsrang: 46052      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jim Rakete, der Mann mit dem magischen Namen (kein Pseudonym!), Jahrgang 1951 und gebürtiger Berliner, begann bereits als Sechzehnjähriger die nächtliche Rock-Szene Berlins zu photographieren. Seine Leidenschaft für den Rock'n'Roll und das Bühnenleben der Stadt sollte ihn von da an nicht mehr loslassen. Sie überlebte auch Jim Raketes höchst erfolgreiches Intermezzo als Musikproduzent von Nina Hagen, Nena und vielen anderen Repräsentanten der"Neuen Deutschen Welle". Zwar pflasterten Goldene Schallplatten buchstäblich seinen Weg, letztendlich hat er jedoch das stumme visuelle Medium den Tonträgern vorgezogen. Seine Photosammlung, die wir 1997 erstmals in Buchform der Öffentlichkeit vorstellten, ist einzigartig. Sie umfaßt von Jimi Hendrix über Samuel Beckett bis zu Wigald Boning so ziemlich alle Größen und Größenordnungen, die auf den deutschen Theater- und Musikbühnen in den letzten drei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts gastiert haben.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Überschätzt      3 von 5 Punkten
Nachdem ich dieses Jahr einen Film über das Leben von Jim Rakete gesehen hatte, wollte ich noch einmal einen Anlauf starten, mich mit seinen Bildern vertraut zu machen. Es bleibt dabei: Ich finde ihn ein wenig überschätzt, macht er Menschen doch oft zu Karikaturen ihrer selbst.


Der Kuß: Eine kleine Kulturgeschichte - Alain MontandonDer Kuß: Eine kleine Kulturgeschichte
Alain Montandon

Broschiert, 1. September 2006
     Verkaufsrang: 299787      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Wußten Sie, daß noch unlängst ein Handkuß unter freiem Himmel undenkbar war? Die Chinesen im Kuß ein Rudiment des Kannibalismussahen? Öffentliche Küsse in Indien vielerorts noch heute verboten sind? Und daß Küsse in Iowa nicht länger als fünf Minuten dauern dürfen? Diese kleine Studie untersucht den Kuß als kulturelles Phänomen. Alain Montandon durchstreift die Geschichte und Literatur und sammelt zahlreiche unterhaltsame Anekdoten und Zitate über das Küssen. Kurzweilig, knapp und fundiert untersucht er die vielfältige Semantik dieser wortlosen Mitteilung, die für ihn beides ist: mystisch und erotisch.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein vergnüglicher Exkurs zum Knutschen      5 von 5 Punkten
Dieses Buch lädt ein, in die Thematik des Kusses regelrecht einzutauchen. Auf unterhaltsame und anspruchsvolle Weise stellt der Autor die verschiedensten Arten der Küsse vor - den flüchtigen, süßen, ersten, letzten, hitzigen, widerwärtigen... die Variationen hierbei sind schier unendlich - und belegt diese teilweise anhand literarischer Beispiele oder historischer Aufzeichnungen. Dabei geht er auch auf die regionalen Unterschiede und die jeweilige Bedeutung derartiger Küsse ein. So erfährt der Leser, dass der Handkuss unter freiem Himmel unlängst noch völlig undenkbar oder gar verboten war. Oder dass Chinesen im Kuss an sich ein Rudiment des Kanibalismus sahen und bei den küssenden Umgangsformen der Europäer regelrecht schockiert waren. Oder dass Küsse in Iowa nicht länger als fünf Minuten dauern dürfen...
Diese kleine und fein gestaltete Kuss-Studie aus dem Wagenbach-Verlag, in welcher der Autor Alain Montandon den Kuss als kulturelles Phänomen untersucht, ist auf jeden Fall interessant, unterhaltsam und lesenwert. Buchzitat: "Kein ehrlicher Mann wird einen geraubten Kuss für sich behalten. Er wird ihn sofort zurückgeben." (Mark Twain)
Na dann: Es darf geküsst werden! ;-)


Deutschland 1500 - 1648: Eine zertrennte Welt: Sozial- und Kulturgeschichte im Überblick (Uni-Taschenbücher M) - Hans-Jürgen GoertzDeutschland 1500 - 1648: Eine zertrennte Welt: Sozial- und Kulturgeschichte im Überblick (Uni-Taschenbücher M)
Hans-Jürgen Goertz

Broschiert, 1. November 2004
     Verkaufsrang: 305333      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Epoche zwischen den Krisen und Reformen der Jahre vor 1500 und dem Ende des 30jährigen Krieges ist einer der spannendsten Zeiträume der deutschen Geschichte: die Reformation, der Anbruch der Moderne, die Umwälzung alter Ordnungen, Zukunftshoffnung und Ängste in einer plötzlich "zertrennten Welt" (Thomas Müntzer). Hans-Jürgen Goertz, ausgewiesener Spezialist für die Epoche, führt seine Leserinnen und Leser souverän und anschaulich durch alle Facetten dieses vielgestaltigen Zeitalters. Ein Band, der in leicht lesbarer Form fundiertes Überblickswissen für Seminare und Prüfungen bietet, aber auch den allgemein interessierten Leser anspricht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Studienbuch und Grundlage      5 von 5 Punkten
Ein absolutes Muss für alle die sich mit diesem Zeitalter, also von Beginn der Reformation bis zum Ende des 30-jährigen Krieges beschäftigen, ob in der Uni oder im Selbststudium. Zudem ist dieses Werk auch brauchbar für Politik- und Soziologiestudenten.


Kunst für alle?: Kunst im öffentlichen Raum zwischen Partizipation, Intervention und Neuer Urbanität - Uwe LewitzkyKunst für alle?: Kunst im öffentlichen Raum zwischen Partizipation, Intervention und Neuer Urbanität
Uwe Lewitzky

Taschenbuch, Januar 2005
     Verkaufsrang: 286823      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kunst im öffentlichen Raum entwickelt sich verstärkt zum weichen Standortfaktor des Stadtmarketings. Es gilt nicht mehr der hehre Anspruch einer Kunst für alle, vielmehr funktioniert Kunst als Instrument der Homogenisierung und Inszenierung im Interesse der herrschenden Wachstumskoalition.Das Buch beleuchtet vor diesem Hintergrund den Kontext Stadtentwicklung/Neue Urbanität. Es erarbeitet anhand der Theorien Pierre Bourdieus und Henri Lefebvres neue Kriterien der Beurteilung, die dann u.a. bei den Kunstprojekten "Park Fiction" (Hamburg, seit 1995) und "Wochenklausur" (international, seit 1993) angewandt werden. Die Lektüren dieser Kunstwerke eröffnen eine Perspektive für die Schaffung kommunikativer Freiräume und ergänzen damit das herrschende Paradigma der Stadt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Kunst im öffentlichen Raum      4 von 5 Punkten
Das Besondere dieses Buches ist weniger der eigenständige Ansatz bei der Betrachtung von Kunst im öffentlichen Raum als vielmehr das Zusammenbringen und umfassende Darstellen der unterschiedlichen Faktoren, die für eine Wahrnehmung und Einschätzung künstlerischer Praxis im öffentlichen Raum heute notwendig geworden sind.
Das Buch beginnt mit der Betrachtung des Verhältnissses von Kultur und Gesellschaft und führt mit Jameson, Schulze und Debord Positionen an, die sich mit eben jener Fragestellung auseinander setzen.
Im zweiten Teil des Buches geht es dann um den urbanen bzw. räumlichen Kontext. Lewitzky setzt sich hier zum einen mit der sogenannten neuen Urbanität der unternehmerischen Stadt auseinander - etwa am Beispiel der Stadtentwicklung Hamburgs und der Hafencity - und untersucht gleichzeitig aktuelle Strategien kommunaler Kulturpolitik.
Der dritte Teil des Buches widmet sich den Theorien von Lefebvre, Bourdieu und erneut Debord und ihren Versuchen zur Überwindung eines menschenfeindlichen Urbanismus zu gelangen, wobei Lefebvre mit seiner Utopie einer kreativen urbanen Gesellschaftsform in Anbetracht der traurigen Realität leider einmal mehr als altlinker Träumer da steht. Abschliessend wird sowohl die Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum seit 1950 dargestellt, als auch der sich permanent weiterentwickelnde Begriff der Ortspezifik erläutert. Es werden darüberhinaus exemplarisch unterschiedliche affirmativ bis kritische Projekte von Künstlern, bzw. Künstlergruppen wie Ayse Erkmen, Wochenklausur und Park-Fiction vorgestellt und anhand der im Vorfeld dargelegten Diskurse bewertet, wobei der Autor besonderes Augenmerk auf das Projekt Park Fiction gelegt hat, dass auch schon auf der letzten Documenta in Kassel zu sehen war und in dessen Rahmen es um die Errichtung eines von Anwohner gestalteten Parks im Hamburger Stadtteil St.Pauli geht.


Lethe: Kunst und Kritik des Vergessens - Harald WeinrichLethe: Kunst und Kritik des Vergessens
Harald Weinrich

Taschenbuch, 15. März 2005
     Verkaufsrang: 144246      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wenn es eine Gedächtniskunst gibt, sollte es dann nicht auch eine Kunst des Vergessens geben? Wieviel Vergessen braucht oder verträgt eine Kultur, und wann überschreitet die Vergeßlichkeit die Grenzen der Moral? Auf solche Fragen kann besser antworten, wer sich mit der Kulturgeschichte des Vergessens vertraut gemacht hat. Diese Geschichte legt Harald Weinrich hier vor - ebenso gelehrt wie stilistisch brillant geschrieben, ebenso unterhaltend wie zum Nachdenken einladend.



Einführung in die Europäische Kulturgeschichte (Uni-Taschenbücher M) - Achim LandwehrEinführung in die Europäische Kulturgeschichte (Uni-Taschenbücher M)
Achim Landwehr, Stefanie Stockhorst

Broschiert, 1. Juli 2004
     Verkaufsrang: 286411      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Kulturwissenschaften überwinden gegenwärtig eine auf die Nationalstaaten fixierte Betrachtungsweise. Der Band liefert eine Einführung in die Kulturgeschichte Europas mit einem Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit. Es werden behandelt: Was ist Kultur? Welches sind zentrale Themen kulturgeschichtlicher Forschung? Was sind die Eigenheiten der Europäischen Kulturgeschichte? Hinweise zu Arbeitstechniken und Hilfsmitteln sowie eine Auswahlbibliographie runden den Band ab.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Glänzende Einführung für Studienanfänger      5 von 5 Punkten
Das Werk "Einführung in die Europäische Kulturgeschichte" ist eine gelungene Einführung in das Studium der Kulturgeschichte Europas. Geeignet ist es nicht nur für Studienanfänger, sondern auch als ständiger Begleiter und gutes Nachschlagewerk fürs ganze Studium.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert:
A. Europäische Kulturgeschichte
Teil 1: Kultur (Anfänge der Kulturgeschichte und Kulturtheorie, Kulturgeschichte und -theorie um 1900 und nach 1945)
Teil 2: Kulturgeschichte (Natur, Umwelt, Kommunikation, Medien, Wissen(schaft), Staat, Nation, Identität, Alterität, Körper, Geschlecht, Wahrnehmung, Gedächtnis)
Teil 3: Europäische Kulturgeschichte (Europabegriff, Kulturtransfer innerhalb Europas, Europa und Außereuropa, Fremdheit und Interkulturalität)
B. Arbeitstechniken und Hilfsmittel
Allgemeines zu Universität und Studium, Nachschlagewerke, Internet, Bibliographieren, Lektüre wissenschaftlicher Literatur, wissenschaftl. Zeitschriften, Umgang mit Quellen, Zitieren, Referat, Hausarbeit, Renzension, Prüfungen
C. Auswahlbiographie
Ich habe mir das Buch zu Beginn des 1. Semesters gekauft. Ich studiere Europäische Kulturgeschichte an der Universität Augsburg. Das Buch umfasst genau den (Klausur-)Stoff des Einführungskurses von Fr. Dr. Stockhorst (Mit-Autorin des Buches), den man im ersten Semester belegen muss. Auch im weiteren Studium lohnt es sich, immer mal wieder einen Blick reinzuwerfen.
Der Fließtext ist sehr gut gegliedert, größere Themengebiete in kleinere Abschnitte. Bebilderungen, Infoboxen (die jeweils das Wichtigste noch einmal zusammenfassen), Tabellen, Auszüge aus Quellen und Sekundärliteratur lockern den Fließtext gut auf und erleichtern das Lernen.
Eine rundum gute Einführung und somit lohnende Anschaffung!


Die Sehmaschine - Paul VirilioDie Sehmaschine
Paul Virilio

Taschenbuch, 1989
     Verkaufsrang: 133367      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Der Krieg der Objekte und Dinge wird durch den der Bilder, Signale und Töne ersetzt, bei denen nicht mehr ausgemacht werden kann, ob sie ‚echt‚ oder simuliert sind... ‚Es ist, als ob unsere Gesellschaft sich in die Nacht einer freiwilligen Erblindung stürzen würde und ihr Wille zur numerischen Macht schließlich den Horizont des Sehens und Wissens verdunkeln würde.‚" (Florian Rötzer, Frankfurter Rundschau)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

ein Querdenker und Visionär      5 von 5 Punkten
Paul Virilio ist sicher einer der realitätsnahsten Schriftsteller und Medienkritiker sowie Philosoph der Gegenwart. Er gilt auch als Begründer der Dromologie. Diese besagt, dass durch die Verwendung von historischen und politischen Fakten aus der Vergangenheit, unter Einbezug der Geschwindigkeit, ein Blick in die Zukunft möglich ist. (so in etwa versteh ichs jedenfalls) Seine Bucher und Beiträge bieten neben Weitblick auch genug Stoff zum Nachdenken.
Ich kann dieses Buch sowie andere Bücher und Beiträge von Virilio nur empfählen. Obwohl es schon vorkommen kann, dass man seine Werke schon zweimal lesen muss.
Paul Virilio sieht ein Zukunft in der der Menschen das Ruder an die Maschinen abgibt. (tun wir dies nicht schon lange : )


Mythos Weimar: Zwischen Geist und Macht - Peter MerseburgerMythos Weimar: Zwischen Geist und Macht
Peter Merseburger

Gebundene Ausgabe, 1. September 1998
     Verkaufsrang: 277068      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 25,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Merseburgers Kulturgeschichte Weimars darf man einen großen Wurf nennen, und wie bei jedem wichtigen Buch fragt man sich erstaunt, warum es nicht längst geschrieben wurde. Der Band ist, in nuce, eine deutsche Geschichte, am Beispiel Weimars demonstriert." (Klaus Harpprecht, Die Zeit)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Macht und Geist als Zwiespalt des deutschen Bewusstseins      5 von 5 Punkten
Peter Merseburger, einst Korrespondent des Spiegels, Chefredakteur des NDR, ARD-Korrespondent und Studioleiter in Washington hat in diesem wissenschaftlich fundierten kulturhistorischen Werk den großartigen Versuch unternommen, die Wege und Irrwege der deutschen Politik, der deutschen Mentalität und des deutschen Bewusstseins in der Historie der kleinen Provinzstadt Weimar in Thüringen zu spiegeln. Ein gewagtes Unterfangen, dem man nach der Lektüre allerdings ohne jegliche Abstriche konzedieren muss: Es ist ihm vollauf gelungen!
Tatsächlich, so erscheint es dem Leser, präsentiert sich in der Geistesgeschichte Weimars in nuce das gesamte Spannungsfeld deutscher Gesellschaft und Mentalität.
Der Grundstein zu dem spezifisch deutschen Spagat zwischen Obrigkeit und Innerlichkeit, zwischen Macht und Geist, zwischen Politik und Individuum wird bereits in der Anfangsphase der Stadt zur Zeit der Renaissance gelegt. Mit Lucas Cranach als Maler, mit Bach als Musiker, der im 17. Jahrhundert zur Zeit des Barock in Weimar einige Wochen im Gefängnis einsaß, um aus seinem Vertrag beim Fürsten herauszukommen und freilich mit Luther, der in Weimar aus dem nahen Wittenberg kommend einige Predigten hielt, wurde Weimar schon früh zu einem Zentrum des protestantischen Glaubens. Luthers Trennung von Geistlichem und Weltlichem markiert den Bruch zwischen Innerlichkeit und Öffentlichkeit, der sich schließlich zu der für Deutschland so typischen Kluft zwischen Macht und Geist weiten wird. Die Grundlage hierfür wird also bereits durch Luthers Einfluss gelegt und später durch die Bildungskonzepte Humboldts, Schillers und Goethes in Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution untermauert.
Zunächst aber ist es für die weitere Entwicklung Weimars von Bedeutung, dass die junge Herzogin Anna Amalia, die von Braunschweig in den Hof eingeheiratet hat, den späteren Goethe-Freund Herzog Carl August gebar und dann im jungen Alter von 21 Jahren bereits Witwe wurde, sich jeglicher Bevormundung durch den Hof widersetzte und stattdessen den damaligen führenden Literaten Wieland als Erzieher ihres Sohnes an den Weimarer Hof holte. Heute interessiert sich für die Literatur Christoph Martin Wieland nur noch die Literaturwissenschaft. Damals war er aber mit seinen riesigen satirischen Romanen und aufklärerischen Schriften der führende Literat Deutschlands. Sein Ruf trug mit dazu bei, dass in seiner Folge auch andere große Namen kamen. Goethe erreicht Weimar am 7. November 1775. Seine frühe Freundschaft mit dem 10 Jahre jüngeren Carl August ist legendär und anekdotenreich. Bedeutend für die Entwicklung jener spezifisch deutschen Geisteshaltung in Bezug auf Politik und Obrigkeit wird aber natürlich die Freundschaft mit Schiller ab 1794. Im Zeichen der Weimarer Klassik und in Abkehr von den Wirren der Französischen Revolution entwickelt sich hier eine Begrifflichkeit des Individuums, die zwar die allgemeine Bildung des Subjekts emphatisch preist, zum anderen aber glaubt, dies nur in der Abkehr von den politischen Niederungen der Alltagswelt ermöglichen zu können. Der Rückzug aus der Welt, die bloß profan ist, und die Hinwendung zur Ausbildung eines Selbst, das sich selber genügt und auf die Teilhabe an der Welt verzichtet, haben hier ihren Ursprung.
Dieser Streit zwischen Geist und Macht gewann in den drauffolgenden Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein immer wieder Aktualität. Merseburger zeigt dies an den weiteren Kapiteln der Weimarer Geschichte. Von Bedeutung sind dabei im 19. Jahrhundert die sogenannte Silberne Zeit im Zeichen der Musik. Franz Liszt und Richard Wagner spielen hier eine Rolle. Die Jahrhundertwende mit der Wende zur Moderne: Nietzsche und das Bauhaus. Die Weimarer Republik, deren Nationalversammlung 14 Monate in Weimars Theater tagte, da man Angst vor Ausschreitungen in der Großstadt Berlin hatte. Schließlich die düstere Zeit des Nationalsozialismus mit dem Zwillingsort Buchenwald und dann die ideologischen Verzerrungen des DDR-Regimes.
Höchst aufschlussreich an dieser Darstellung Merseburgers ist, wie nach dem Tode Goethes die Weimarer Klassik für alle folgenden Zeiten ein Gegenstand der Auseinandersetzung sein musste, wie aber auch jede Zeit - ja selbst die des Nationalsozialismus - es verstanden, ihr Kapital daraus zu schlagen und die Klassiker in ihrem Sinne nutzbar zu machen. Der Leser vermag hier sich seine Lektionen in Fragen von Gesinnungs- und Ideologiekritik zu holen: Wer glaubt, über gesicherte historische Kenntnisse zu verfügen, hat vielleicht noch nicht tief genug im Bodensatz seiner eigenen Zeit gegraben.
Thomas Reuter


 Weitere Lesermeinungen


Essen und Trinken im Mittelalter - Ernst SchubertEssen und Trinken im Mittelalter
Ernst Schubert

Gebundene Ausgabe, September 2006
     Verkaufsrang: 297386      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Unsere mittelalterlichen Vorfahren - waren das nicht feierfreudige Gesellen, denen der Bratensaft aus den Bärten tropfte und bei denen Bier und Wein in Strömen floss? Wie die mittelalterliche Ernährungswirklichkeit tatsächlich aussah, wie knapp die Lebensmittel waren, wie karg der Speiseplan aussah und wie erfindungsreich das Mittelalter bei Speisen und Getränken sein konnte, davon erzählt Ernst Schubert - überraschend, amüsant und immer aus dem prallen Leben gegriffen.
Höchst anschaulich und immer nah an den Quellen räumt Ernst Schubert auch mit vielen Vorurteilen der Ritterromantik und der Turnierspektakel auf. Konkret und wirklichkeitsnah beschreibt er die Derbheit des täglichen Lebens und so wird nahezu der ganze mittelalterliche Kosmos des Alltagslebens in seiner Darstellung lebendig.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Haferbrei zur Einstimmung      5 von 5 Punkten
Abgesehen von dem leicht irreführenden Titel - es geht im Buch vorwiegend um Nahrungsmittel und Getränke, nicht um den eigentlichen Verzehr - ein rundum gelungenes Buch. Ernst Schubert versteht es, fundiertes Wissen in köstlichen Häppchen zu servieren (um im Bild zu bleiben). Da der Autor es ausdrücklich betont, sei es auch hier erwähnt: das Buch bietet keine (pseudo-mittelalterlichen) Kochrezepte - allen, die einen halbwegs realistischen Eindruck von der mittelalterlichen Kochkunst gewinnen möchten, rät Prof. Schubert zu Haferbrei auf Wasserbasis.
Ganze Jahrhunderte sind vom generellen Mangel an Nahrungsmitteln geprägt, und auch der Adel konnte sich nur selten Feste leisten - die heutigen "Ritteressen" spiegeln ebenso wenig die Realität des Mittelalters wider wie Burg Neuschwanstein. Hunger war eine ständige Bedrohung, das Konservieren von Nahrungsmitteln eine Herausforderung, und das Essen überwiegend von Eintönigkeit geprägt. Wein und Bier waren lebensnotwendige Getränke, da Wasser vielerorts ungenießbar war - kein Wunder, gab es doch noch keine effektive Abwasserentsorgung. Frischfleisch war generell Mangelware, und so diente Hering aus der Ostsee in ganz Deutschland als Eiweißlieferant. Wir sollten unseren Vorfahren Hochachtung zollen, dass sie es mit aus unserer Sicht primitiven Mitteln geschafft haben, Jahrhunderte lang zu überleben und die Basis für unser heutiges Wohlergehen zu schaffen!

Informativ, umfassend und kompetent - Achtung, kein Kochbuch!      5 von 5 Punkten
Essen und Trinken als Triebfeder von Politik, Wirtschaft und Kultur eines ganzen Kontinents? Nach der Lektüre des Buchs lässt sich der Zusammenhang zwischen diesen Faktoren der Geschichte nicht von der Hand weisen. Knappe Ressourcen haben immer Entwicklungen, vor allem Produkttransfers, angestoßen, und das Mittelalter war in der Tat eine Epoche des Mangels.
Das Buch ist klar und logisch gegliedert und besteht aus übersichtlichen Kapiteln. Der Autor legt Fakten und Interpretationen knapp, doch ausreichend flüssig dar; seine gelegentlichen Entschuldigungen für möglicherweise langweilige Passagen wirken ein wenig wie "Koketterie", weil der Text an keiner Stelle langatmig oder gar uninteressant ist, sofern sich der Leser für Mediävistik und Kulturgeschichte interessiert. Vor allem handelt es sich um das wohl umfassendste Buch zu diesem Thema, insbesondere bezüglich der Orientierung auch an der Ernährung und der Nahrungsmittelproduktion des "kleinen Mannes", die sich gründlich von jener des Adels, des aufkommenden Bürgertums und des Klerus unterschied. Die sehr fundierte Ausführung der genannten, für die mittelalterliche Wirtschaft unerlässlichen Verflechtungen zwischen bäuerlicher oder handwerklicher Produktion und Grundbedarf, Handel, wirtschaftlichen Prozessen und Beeinflussung der Politik, bezogen auf die unterschiedlichsten Nahrungsmittel, liefert eine völlig neue Sicht der Geschichte. Der Autor verzichtet als guter Historiker weitestgehend auf Spekulation, was auch die 120 Seiten mit vielseitigen Anmerkungen und Quellen- beziehungsweise Literaturangaben beweisen.
Viele Abbildungen von mittelalterlichen Stichen, Zeichnungen, Bildern und Miniaturen zum jeweiligen Thema lockern den Text auf und vermitteln zugleich interessante Einblicke in Arbeitsleben, Tischkultur und sonstige Sitten.
Wer aufgrund des Titels ein mittelalterliches Kochbuch erwartet hat, wird natürlich bitter enttäuscht sein, doch der Autor hat zweifelsfrei Recht, wenn er derartige Experimente zumindest in authentischer Form nicht empfiehlt. Leser, die das Mittelalter und die beginnende Neuzeit aus einem recht ungewohnten Blickwinkel verstehen möchten, werden an diesem hochinteressanten und attraktiven Buch viel Freude haben.


Wo Engel zögern: Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen - Gregory BatesonWo Engel zögern: Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen
Gregory Bateson, Mary Catherine Bateson

Taschenbuch, 28. September 2005
     Verkaufsrang: 61891      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Nach Geist und Natur. Eine notwendige Einheit hat Gregory Bateson an dem vorliegenden Buch gearbeitet, das er zu Lebzeiten aber nicht mehr zum Abschluß bringen konnte und das von seiner Tochter Mary Catherine fertiggestellt wurde. Ausgehend von dem, was wir über die biologische Welt wissen, sowie davon, was wir über das "Erkennen" zu begreifen vermögen, möchte Bateson erklären, was unter "dem Heiligen" zu verstehen sein könnte. Neben dem "Heiligen" spielen zwei weitere "integrative Erfahrungsdimensionen" eine wichtige Rolle: die des "Ästhetischen" und die des "Bewußtseins". Es ist diese Konstellation von Problemen, der man sich, so Bateson, widmen muß, wenn man zu einer Theorie des Handelns in der lebendigen Welt gelangen will - zu einer kybernetischen Ethik.



Ästhetik der Installation - Juliane RebentischÄsthetik der Installation
Juliane Rebentisch

Taschenbuch, 23. Mai 2008

Verkaufsrang: 28216
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Der Kreis - Bruno MunariDer Kreis
Bruno Munari

Gebundene Ausgabe, 14. Juli 2006

Verkaufsrang: 314427
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