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| Kultur, Bildung | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Tod und Jenseits im Alten Ägypten. Sonderausgabe Jan Assmann Taschenbuch, Februar 2003 Verkaufsrang: 236569 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Mensch ist das einzige Wesen in der Natur, das um seine Sterblichkeit weiß. Und die Kultur ist "die Welt, die sich der Mensch errichtet, um mit diesem Wissen leben zu können". Auch wenn vor dem Tod alle gleich sind, er niemanden verschont, gibt es doch ein großes Spektrum an individuellen und kulturellen Möglichkeiten, mit ihm umzugehen. Dass sich die Gesellschaft im Alten Ägypten besonders intensiv mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigte, sehen wir heute noch an den Überresten ihrer Totenreligion -- den imposanten Grabmälern, Pyramiden, Sarkophagen und Grabbeigaben. Mehr als 15 Jahre Arbeit hat der renommierte Ägyptologe Jan Assmann in dieses imposante Werk einfließen lassen, und mit kundiger Hand geleitet er den Leser durch eine Galerie altägyptischer Todesbilder und -riten. Vor allem bei den neun Todesbildern (vom "Tod als Zerrissenheit" bis zum "Tod als Geheimnis") gelingt es Assmann immer wieder, spannende Vergleiche zur griechisch-römischen und jüdisch-christlichen Vorstellungswelt anzustellen. Dabei wird auch deutlich, welche Bilder von Tod und Jenseits für die Entstehung unseres Monotheismus aufgegeben werden mussten. Trotz aller Detailliertheit und Ausführlichkeit, mit der uns Assmann die ägyptischen Totenkulte vor Augen führt, vergisst er doch nie die Generalthese seiner Untersuchung: "Das Wissen um unsere Sterblichkeit ist ein Kultur-Generator ersten Ranges". Und es ist bei vielen Kulturen zu beobachten, dass -- wie bei den Ägyptern -- die spezifische Bewältigung des Todes in alle anderen Bereiche der Kultur ausstrahlt. Hier könnte man allerdings fragen, ob die Beeinflussung nicht wechselseitig ist. Wenn etwa die soziale Eingebundenheit des Einzelnen auch nach dem Tod von überragender Bedeutung ist, wirkt dann nur die ägyptische Totenreligion auf die Sozialbeziehungen oder nicht auch umgekehrt? Genau das ist das Interessante an Assmanns Buch und macht es nicht nur für eingefleischte Ägypten-Fans lesenswert: Dass er die ägyptische Todesobsession nicht als Sonderfall behandelt, sondern von diesem Beispiel ausgehend immer wieder die generelle kulturelle Bewältigung des Sterbenmüssens beleuchtet und so einen Beitrag zur allgemeinen Kulturtheorie leistet. --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Tod im alten Ägypten 4 von 5 Punkten Diese sehr ausführliche Darstellung der altägyptischen Todesreligion bietet ein breites Spektrum der gedanklich exzellenten Zusammenfassung zum Thema Tod im Alten Ägypten. Jan Assmann macht in seinem Werk seine ausserordentlichen Kenntinsse der ägyptischen Kultur geltend und zeigt in diesem Ausnahmewerk erstmals eine dichte Wiedergabe der verschiedenen Aufassungen, der in der ägyptischen Vorstellung herrschenden Todesbilder. Er zeigt auf , wie viele verschiedene Vorstellungen nebeneinander und miteinander funktionierten und spielgelt ihre für die heutige Kultur erhaltenen Elemente (in Christentum und Judentum) wieder. Anhand dieser Todesbilder und denen im zweiten Teil ausführlichen Beschreibungen zu den Todesriten, sowie den ausführlichen Textbeispielen lässt sich ein Stück weit nachvollziehen, dass der elaborierte Totenkult zwar nur der ägyptischen Oberschicht vorbehalten war, aber die Vorstellungen vom Tode in allen Breiten der Bevölkerung ihren Zugang hatten. Ein wahres opus magnum, dass aber nicht immer für den Laien leicht zugänglich ist, aber dessen Reiz erhalten bleibt, wenn man sich nur einzelne Abschnitte zu Gemüte führt. |
Das magische Dreieck: Die Museumsausstellung als Zusammenspiel von Kuratoren, Museumspädagogen und Gestaltern. Ergebnisse einer Studienkonferenz des Bundesverbands ... Bensberg im November 2005
Broschiert, März 2007 Verkaufsrang: 175777 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ausstellungen sollen unterhalten, bilden und neue Erkenntnisse vermitteln. Diese Erwartungen können Museen ohne das Zusammenspiel von Experten aus Wissenschaft, Gestaltung und Didaktik nicht erfüllen. Doch funktioniert diese Zusammenarbeit? Ist es ein Mit-, Nach- oder gar Gegeneinander? Welche Bedeutung haben dabei ästhetische Wahrnehmung, fachwissenschaftliche Erkenntnisse und pädagogische Zugänge? Diesen Fragen stellen sich Kuratoren, Gestalter und Museumspädagogen innerhalb eines von Kommunikationswissenschaftlern und Museologen abgesteckten theoretischen Rahmens.
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Freie Kultur: Wesen und Zukunft der Kreativität Lawrence Lessig Gebundene Ausgabe, Januar 2006 Verkaufsrang: 201889 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Niemals zuvor lag die Macht zur Kontrolle von Kreativität derart konzentriert in der Hand einiger weniger - der Medienindustrie. Gemäß ihren wirtschaftlichen Interessen erstickt sie schöpferische Prozesse oder zwingt diese in für sie einträgliche Bahnen. Unsere Gesellschaft steht für den freien Markt ebenso wie für die Freiheit der Rede; warum aber lässt sie eine solche Bevormundung zu? Indem wir mit unserer Tradition der freien Kultur brechen, so zeigt Lawrence Lessig, "der bedeutendste Denker zum Thema geistiges Eigentum im Internet-Zeitalter" ("The New Yorker"), verlieren wir die Freiheit zur Kreativität und zuletzt auch die Freiheit, Neues zu denken.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Das Neue entsteht oft als Kombination aus Bekanntem.. 5 von 5 Punkten ..und deshalb kann ein übertriebenes Copyright wie eine Zensur und Kreativitätsblockade wirken. Der Vordenker und Kritiker der neuen DRM Ökonomie in den USA zeigt in diesem Werk -das in seiner Lesbarkeit übrigens allen Juristen als Vorbild dienen möge-, dass die größten Profiteure und Lobbyisten des Copyright selbst auf Basis von Patent- und Copyrightverletzungen gegründet wurden. Beispiele:
- Warum sitzt die Filmindustrie (Hollywood) an der US-Westküste? - Weil sie seinerzeit den Patenten eines gewissen Thomas Edison entkommen wollte. Ihm gehörten die Schlüsselpatente der Filmaufnahme- und vorführtechnik. Das sahen die Gründer von Hollywood nicht ein und sie flüchteten. Heute verfolgen sie selbst Jugendliche mit drakonsichen Strafen, wenn jemand ihre schlechten Produkte kopiert.
- Walt Disney hat sich bei der "Erfindung" vieler Comicfiguren bei Grimms Märchen bedient. Die Nachfahren der Grimms haben nie einen Penny für Urheberlizenzen gesehen. Wer aber Cinderella in der Öffentlichkeit nutzt, dem drohen Disneys Anwälte.
- Als Eastman Kodak die Fotografie für jedermann erfand (davor konnten nur professionell ausgebildete Fotografen fotografieren), wollten Politiker und Prominente plötzlich Lizenzgebühren dafür, wenn man Sehenswürdigkeiten und Promis fotografieren wollte.
Das Neue entsteht aus dem kulturellen Gedächtnis des Vorhandenen. Insbesondere im digitalen Zeitalter. Da können vorhandene Bilder und vorhandene Musik zu neuen Werken kompiliert werden. Wenn es gut gemacht ist, ist es eine kreative Leistung. Doch wenn die Lizenzvorderungen zu hoch sind, dann leidet die Kreativität und damit unsere Kultur.
Und schließlich mißbrauchen totalitäre Ideologen das Copyright um politisch Oppsitionelle zum Schweigen zu bringen. Motto: Wer mich nicht zitieren darf (Copyright!), der kann mich auch nicht kritisieren.
Dieses Buch ist echter Augenöffner für die Bedrohung unserer kreativen Kultur durch zu starre Urheberrechte. Doch das verstehen unsere Politiker wie Justizministerin Zypries leider nicht einmal im Ansatz...
Ein sehr gutes Buch 4 von 5 Punkten Ein sehr gutes Buch, was mal, fern ab der Content-Industrie die Geschichte des Copyrights in Amerika beleuchtet.
Es ist gut zu lesen und animiert zum Überlegen an, vor allem als Nicht-Amerikaner (Wie ist es hier?).
4 Sterne "nur", da es sich halt auf das US-Recht bezieht.
Für jeden dem halbwegs etwas daran liegt, dass unsere heutige Kultur auch in 100 Jahren noch erkennbar sein wird auf jeden Fall ein Muß |
Lebensbilder römischer Frauen: Kulturgeschichte der Antiken Welt (Kulturgeschichte Der Antiken Welt) Andrea Rottloff Gebundene Ausgabe, Juli 2006 Verkaufsrang: 223060 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Die realen Hinterlassenschaften der Römerinnen stehen vor den Schriftquellen im Fokus des Bandes - welche Gegenstände kann man römischen Frauen eindeutig zuweisen und warum? Betrachtet werden archäologische Funde aus der gesamten römischen Welt von Britannien bis zu den Höhlen am Toten Meer und vom Balkan bis nach Nordafrika. Bildliche Darstellungen, Schriftzeugnisse, Schatzfunde und Schmuck, sowie - als wichtigste Gattung - die Gräber und Mumien römischer Mädchen und Frauen, die mit ihren spezifischen Beigaben Rückschlüsse auf alle Bereiche des weiblichen Lebens in den ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten erlauben. Anhand von bekannten oder teilweise rekonstruierbaren Biographien von Frauen auch abseits des Kaiserhauses werden Fallstudien für die Lebenssituation von Angehörigen der verschiedenen Schichten entwickelt. Namenlose Römerinnen erhalten nun ein »Gesicht«. Eine bis heute ungebrochene Aktualität wird anschaulich vor Augen geführt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Spannende (Geschichte über) römische Frauen 5 von 5 Punkten Den römischen Frauen etwas von ihrer historischen Existenz wiederzugeben, ist Anliegen dieses Buches".
Ein äußerst fassettenreiches Bild wird hier bar jeder Oberflächlichkeit wiedergegeben.
Selbstverständlich finden sich Klischees wie die marginalen Themen über Schmuck, Ehebruch und Badegewohnheiten.
Besonderen Wert legt die Autorin aber - und hier erkennt "frau" eine außergewöhnliche Recherchenarbeit - Unerwartetes als historische Realität zuzulassen".
So finden sich Kapitel über Gladiatorinnen (!) neben Tänzerinnen, Schankmädchen und prostituierte Sklavinnen.
Es ergibt sich somit ein spannender psychologischer wie historischer Einblick in die Seele und dem damit verbundenen Handeln der Römerinnen.
Auch haben die wunderbaren Abbildungen, die Details genau erkennen lassen, viel über das Leben und den Tod der Frauen zu erzählen".
Ansonsten ist das Buch sehr übersichtlich gegliedert, unglaublich informativ und es liest sich spannend, was ja bei wissenschaftlichen Büchern eher selten ist.
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Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft Imre von der Heydt Gebundene Ausgabe, August 2005 Verkaufsrang: 181864 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland und schätzungsweise 1,1 Milliarden Menschen weltweit teilen eine große gemeinsame Leidenschaft: Sie alle rauchen. Voller Lust, mit Liebe zum oder im blauen Dunst oder wegen ihres Lasters beschimpft. Der moralische Druck auf die Raucher wächst. Sind Zigaretten, die noch bei den Stars aus Hollywood zum schönen Leben gehörten, tatsächlich so gefährlich? Die Warn- und Verbotspolitik nimmt zunehmend absurde Züge an, die im krassen Widerspruch stehen zu einer Gesellschaft, die sich als modern, aufgeklärt und demokratisch versteht. Mit puritanischem Eifer wird überwacht und bestraft, als seien wir im vorbürgerlichen Zeitalter. Hat der rastlose Eifer gegen das Rauchen ganz andere Gründe? Viel Rauch um nichts? Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft lädt ein zu einem »Tanz mit dem statistischen Teufel«, ins »Horrorkabinett der Inhaltsstoffe« und wirft einen kritischen Blick auf die vermeintlich erdrückende Beweislast der Mediziner. Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft fragt nach den moralischen Wurzeln der modernen Anti-Raucher-Bewegung, beleuchtet die moderne Medizin und ihren Gesundheitswahn und berichtet vom amerikanischen Kreuzung der alt-neuen Puritaner gegen das Rauchen. Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft blickt zurück auf die Historie des Rauchens, als der medizinische Triumphzug des Tabaks und die Verbreitung des Rauchens in Kriegs- und Pestzeiten neben grausamer politischer Verfolgung stand, bis zur Rücknahme der Rauchverbote im Zuge der demokratischen Revolution von 1848. Zugleich schreibt Imre von der Heydt über die Verführungen und die Annehmlichkeiten des Rauchens. Er plädiert für einen offenen und toleranten Umgang mit der Zigarette. In diesem faktengesättigten, informativen und bissig-ironischen Buch verbinden sich Kulturgeschichte und Gesellschaftskritik zur amüsanten Lektüre.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Ein notwendiger Beitrag in einer überhitzten Diskussion 5 von 5 Punkten Herr von der Heydt hat mit diesem Buch eine längst fällige Stimme dem Chor der Anti-Zigaretten-Lobbyisten entgegengestellt. Dabei verharmlost er keinesfalls das Rauchen - das haben hier wohl einige RezensentInnen einigermaßen missverstanden oder missverstehen wollen. Er entlarvt vielmehr den Geist hinter der Zigarettenphobie, die aus den USA, wo sie zunächst noch belächelt wurde, nun zu uns übergeschwappt ist. Er argumentiert pointiert und wohlinformiert gegen den reglementierungssüchtigen Puritaner, dem Genuss, Laster und Leben fremd sind und der seine Lebensweise anderen Menschen aufzwingen will. Der Autor hat umfassend recherchiert, und so gelingt es ihm, die Fragwündigkeit vieler "Studien" darzustellen, aber nicht, weil Rauchen halt doch gesund ist, sondern weil die Puritaner es mit der Wahrheit (hier meist: Wissenschaftlichkeit) nicht so genau nehmen wollen.
Die für den Leser / die Leserin wertvollsten Passagen sind aber jene, wo Herr von der Heydt über ein erfülltes Leben räsonniert und die derzeit sich so penetrant in den Vordergrund drängenden Pressure-Groups, die mit der "Gesundheit" (hervorragend, die Zeilen des Autors zu diesem Begriff!) ihre verschiedensten üblen Geschäfte machen wollen, enttarnt. In diesen Abschnitten geht es überhaupt nicht ums Rauchen, sondern um die Macht des Gesundheitsbusiness durch wohlkalkulierte Panikmache angesichts der Unvermeidlichkeit von Abnützung und des Todes.
In unserer pluralistischen Gesellschaft gehen die Menschen den unterschiedlichsten Berufen, Freizeitbeschäftigungen und Gewohnheiten nach. Alle haben für diejenigen, die sie ausüben, einen Sinn. Andere können das vielleicht nicht verstehen. Wenn dieses Nicht-Verstehen jedoch zu offener Ablehnung, Diffamierung und Einseitigkeit führt, ist der Schritt zu Intoleranz und Fanatismus geschwind vollzogen. Und fürchtet euch vor jenen, die sich moralisch im Recht dünken!
Quasi als P.S.:
Nachdem hier einige Vorposter die Existenz des Genussrauchens abgestritten haben, möchte ich ihnen entgegnen: Es gibt es doch! Ich habe heute nur eine einzige Zigarette geraucht, und die habe ich wirklich genossen.
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Die ZEIT-Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden. 01: Anfänge der Menschheit und Altes Ägypten: 1
Gebundene Ausgabe, November 2005 Verkaufsrang: 54799
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Geschichte zum Schmökern 5 von 5 Punkten Das "Die ZEIT Lexikon" ist für mich bereits ein gutes Nachschlagewerk geworden. Mit der Welt- und Kulturgeschichte (in 16/20) Bänden legt Die ZEIT noch einen drauf - und das sehr gut.
Gerade die Art des Aufbaus und die Aufbereitung der Themen - die hier bereits kritisiert worden ist - gefällt mir sehr. Dieses Lexika ist aufgrund des Registers im letzten Band sehr gut zum Nachschlagen geeignet, und wegen der chronologischen Anordnung und ausführlichen Wiedergabe der geschichtlichen Themen perfekt, um es im gesamten durchzulesen. Dies macht sehr viel Spaß, außerdem stört es überhaupt nicht, dass die Fakten "aneinander gereiht" sein sollen - zusammengefasst (aber dennoch ausführlich) und übersichtlich, so soll es sein.
Der hier schon angesprochene Fehler, mit dem Gebäude in Stuttgart ist für mich völlig belanglos - so lange der Rest richtig ist. Und davon kann man bei der ZEIT ausgehen. Auf jeden Fall hat mich dieses Werk schon in vielen Themen gut und schnell informiert.
Wie im "ZEIT-Lexikon" ist der eigentliche Inhalt auf 16 Bände verteilt. In den weiteren drei Bänden gibt es nochmal ein Lexikon, dass sich hauptsächlich auf die Geschichte konzentriert (z.B. von Staaten). Dies ist eine gute Ergänzung zum eigentlichen Lexikon.
Der letzte Band beinhaltet ein Register und mein persönliches Highlight: eine Chronik mit den wichtigsten Daten - sprich: eine Zusammenfassung der vorherigen Bände.
Wie auch das "ZEIT-Lexikon" ist die "ZEIT Welt- und Kulturgeschichte" ein ausreichendes Nachschlagewerk in guter Qualität, dass schnell und genau erklärt und weiterhilft.
Eine kurze Geschichte der Geschichte 4 von 5 Punkten Über Wochen lag der erste Band in der Ecke. Aber dann hat er seine Chance bekommen. Und sie genutzt. Sobald man über die ersten Klippen (teilweise fehlerhafte Beschriftung der Bilder; überflüssige Infoblöcke; wenig aufeinander abgestimmte Forschungsberichte der einzelnen Autoren) hinweg kommt, zeigt sich mir ein hervorragender Bericht zum Stand z.B. der Erforschung der Anfänge der Menschheit. Zu einem günstigen Preis. Wer nicht gleich eine Monographie lesen will, der ist bei dieser Geschichte gut aufgehoben.
Anschauliche Überblicksdarstellung 5 von 5 Punkten Einige Kommentare kann ich nicht verstehen. Diese Reihe ist eine gut strukturierte und anschauliche Überblicksdarstellung der Welt- und (gerade das ist hervorzuheben) Kulturgeschichte. An Geschichte interessierte Leser erhalten eine umfangreiche Darstellung geschichtlicher Prozesse und Entwicklungen, die weit über eine alleinige Vorstellung der politischen Geschichte hinausgeht. Kunst, Literatur, Religion etc. ist ebenso enthalten und macht deutlich, dass die menschliche Entwicklung auch deutlich von diesen Dingen geprägt war und in zunehmendem Maße auch heute weiterhin ist.Die Kritik an der mangelnden Übersicht und dem Problem, bestimmte Sachverhalte schell zu finden kann ich nicht nachvollziehen: 1. Alle Bände sind chronologisch aufgebaut. 2. Die ZEIT Welt- und Kulurgeschichte ist ein 20-bändiges GESAMTWERK. Der letzte Band besteht neben einem Literaturverzeichnis auch aus einem umfassenden REGISTERTEIL. Es wird also KEIN Problem darstellen, bestimmte Themen schnell zu finden.
DAS ÜBLICHE AUF DEM NEUESTEN STAND 2 von 5 Punkten Wiedereinmal wurde Weltgeschichte geschrieben, diesmal unter der Redaktion des bekannten Blattes DIE ZEIT, allerdings läßt bereits der erste Band vermuten, daß hier keineswegs Epoche gemacht wurde. Eine Menschheitsgeschichte in 20 Bänden aus diesem Hause verspricht eine kompetente Darstellung und informative Faktensammlung auf dem aktuellsten Stand, außerdem sieht das Ganze beim ersten Durchblättern sogar recht geschmackvoll aus. Von weiteren ästhetischen Beweggründen abgesehen, etwa um ein Wohnzimmer zu schmücken, sollte solch eine Ausgabe wohl zwei Zwecke bedienen. Einmal muß es zum Nachschlagen taugen und dabei in möglichst kurzer Zeit das Wichtigste aus sich herausholen lassen; zum Anderen sollte es auch diese seltsame Minderheit befriedigen, die die Gegenwart nicht für wichtiger nimmt, als die übrige Zeit, und die durchaus bereit ist, solche Werke zu lesen. Dabei geht es weniger um Fakten, als um das Einfühlen in vergangene Welten. Hier liegt ein Schwachpunkt. Viele Autoren verderben den Text, vielleicht wird daraus einmal eine alte Wahrheit. Jedenfalls reihen sich hier gesichts- und geistlose Zusammenfassungen aneinander, die dem Leser das Gefühl geben, er befinde sich schon wieder im verhaßten Geschichtsunterricht. Das muß nicht sein. Zum Beispiel unternahm vor etwas längerer Zeit der Historiker Will Durant den Versuch, die gesamte Kulturgeschichte in einem Guß vorzulegen. Etwas sehr Seltenes ist darin zu finden: Inspiration. Die Fakten lassen sich irgendwo nachschlagen, aber die Begeisterung und die Erhabenheit, die von Geschichte ausgehen können, scheinen den meisten Historikern entweder abhanden gekommen zu sein oder der Vermittlung nicht wert. Wenn es erlaubt ist, die Konzeption des ersten Bandes auf das gesamte Werk hochzurechnen, läßt sich leider diese Weltgeschichte auch nicht als Nachschlagewerk empfehlen. Im Text werden Dinge (z.B. Zeitangaben/Stammbäume) unterschlagen, die mit einer einfachen Graphik hätten ergänzt werden können. Chronologische Übersichten muß man sich mühevoll aus verschiedenen Kapiteln zusammensuchen und die Infoboxen variieren lediglich den unpräzisen Textlauf. Die angehangenen ZEIT-Aspekte mit Artikeln aus den letzten Jahren sind offenbar in beiderseitiger Unkenntnis vom Haupttext geschrieben, stilistisch zumindest etwas motiviert, aber im Grunde nur für Leute relevant, die Wissenschaft in einer Zeitung suchen. Der Lesefluß im Ganzen wird empfindlich durch die Illustrationen, Randbemerkungen und allerlei Kästchen gestört. Vielleicht liegt hier aber auch eine Stärke, denn als Bilderbuch zum Schmökern taugt es durchaus und manchmal liegt darin der Anfang einer langen Leidenschaft.
Kein Standardwerk 3 von 5 Punkten Vergleicht man dieses Lexikon mit der Propyläen Weltgeschichte (nach wie vor die Referenz), so hat man dort eine abschreckende Bleiwüste, die man gerade deshalb kaum mal zur Hand nimmt, hier nun ein ansprechendes und zum Lesen motivierendes Buch, das möglicherweise nicht im Regal verstauben wird, sondern tatsächlich dazu anregt, dass man es verwendet - und sei es nur, um darin zu blättern und die ein oder andere Abbildung nebst Beschriftung zu lesen. Insofern macht schon dieser erste Band wirklich Lust auf mehr.
Auf den Hauptteil (hier auch mit Exkurs "Steinzeit heute? - Die Naturvölker der Gegenwart") folgt ein sehr ZEIT-spezifischer Teil, die sog. "ZEIT Aspekte". Hierunter verbirgt sich eine Sammlung ausgewählter Artikel aus der ZEIT zu den Themen dieses Bandes. Dies ist eine schöne Idee und macht durchaus Freude, v.a. auch, wenn man sich an Artikel erinnert, die man möglicherweise auch einmal aufgehoben hat. Andererseits ist dieser Teil aber auch serh problematisch und bei aller Hochachtung für die ZEIT muss man sich doch fragen, ob alle ihre Artikel sozusagen sub specie aeternitatis (in einer "Menschheits"enzyklopädie) Gültigkeit haben können. Dies will ich besonders für den Artikel über den Ötzi vom 7. August 1992 bezweifeln. Zu diesem Zeitpunkt war bei weitem noch nicht genügend Wasser aus den Gletschern ins Tal geflossen, geschweige denn der Fund ausreichend wissenschaftlich ausgewertet.
Man muss man anerkennen, dass namhafte Vertreter ihres Faches als Autoren des ersten Bandes auftreten. Den Beginn macht Egon Boshoff über das Thema "Was ist Geschichte", ein ausgewisener Kenner des Mittelalters, vor allem der Salier. Er gibt einen Überblick darüber, wie die menschliche Geschichtsbetrachtung etwa seit den Griechen entstanden ist, dies sachkundig und sicher, aber für meinen Geschmack leider auch etwas zu kursorisch. Wichtige Unterscheidungen moderner Geschichtsbetrachtung, etwa die Kategorien von "kalter und warmer Erinnerung" oder des individuellen und kollektiven Gedächtnisses nach Cl. Lévi-Strauss, Maurice Halberwachs bzw. Jan Assmann bleiben leider ganz außen vor, so dass man hier wenig mehr findet als Elementarwissen, aber kaum eine wirkliche Einführung in die philosophische oder auch anthropologische Reflexion über das Fach Geschichte. Wie vieles ist also auf der Strecke geblieben? Will man das den ZEIT-Lesern nicht mehr zutrauen?
Die Idee Zitate wichtiger Denker wie Ciceros oder Rankes neben dem Text hervorzuheben, ist sicherlich löblich, allerdings wenn es in derartiger Verkürzung geschieht wie hier (dies gilt leider für alle Teile des Lexikons!) bringt das eigntlich gar nichts und ist letztendlich nicht mehr als verzierendes Beiwerk. Auch die jeweiligen Quellen werden nirgends angegeben, was leider auch für den gesamten Text gilt. Nirgends gibt es Hinweise auf die verwendete oder wenigstens auf weiterführende Literatur!
Zudem gibt es trotz aller betonten Mühe um Anschaulichkeit m. E. zu wenige wirklich veranschaulichende Abbildungen wie Karten oder Stammbäume. So fehlt mir etwa dringend eine Karte über die Ausbreitung der jungsteinzeitlichen Wirtschaftsform. Auf Anhieb bin ich z.B. ratlos, wo genau ich mir das türkische Catal Hüyük denken muss.
Ein abschließendes Urteil zu finden fällt nun schwer und ist nach einem Band auch kaum möglich. In Zeiten von wikipedia, in denen viele aus den Augen verlieren, was verlässliche Informationen von unverlässlichen unterscheidet, hätte ich mir eine wesentlich stärkere Orientierung an den Grundsätzen von Wissenschaftlichkeit gewünscht. Andererseits steht fest, dass hier ausgewiesene Fachleute geschrieben haben und dass man tatsächlich nicht alten Wein in neuen Schläuchen erhält, sondern durchaus Informationen aus erster Hand und auf dem Stand der Wissenschaft (abgesehen von den doch zu kurzlebigen ZEIt Aspekten, die aber durchaus ihren Reiz für sich haben).
Ein Standardwerk wird das nicht werden. Dafür bietet die ZEIT "Welt- und Kulturgeschichte" dem ersten Anschein nach doch leider weniger als man erwartet hätte. Ich werde sie mir nicht anschaffen und weiterhin zum Bewährten greifen: Siedlers Deutsche Geschichte, der Gebhard, Oldenbourg Grundrisse, Propyläen, Fischer Weltgeschichte... und daneben zu Monographien. Aber das ist durchaus Geschmackssache. Unter dem Strich scheint es jedoch so, als sei alles v.a. eine große Marketing-Kampagne und auch hier gilt: The media is the message (Marshall McLuhan).
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Claras Grand Tour: Die spektakuläre Reise mit einem Rhinozeros durch das Europa des 18. Jahrhunderts Glynis Ridley Gebundene Ausgabe, April 2008 Verkaufsrang: 28382 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 1741 brachte ein einfallsreicher holländischer Kapitän ein junges weibliches Rhinozeros von Indien nach Europa, wo es große Berühmtheit erlangen sollte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Großes Lesevergnügen: Auf Zeitreise mit einem Nashorn! 5 von 5 Punkten Reisende Tiere, egal, welcher Größe, sind heutzutage ja nichts Ungewöhnliches mehr. Und trotzdem würde es wohl auch heute noch eine Menge neugieriger Zuschauer geben, wenn jemand mit einem Nashorn auf einem Transportkarren durch die Lande ziehen würde. Man kann sich also vorstellen, welch eine ungeheure Sensation die Europa-Tour des Holländers Van der Meer mit der Rhinozerosdame Clara von 1741 bis 1758 für die Menschen damals war.
Das Besondere an der Schilderung dieser Grand Tour aber ist, dass nicht einfach nur Stationen und Verlauf der Reise nachvollzogen werden, sondern, dass die Historikerin Glynis Ridley, die sehr aufwändige Recherchearbeit geleistet hat, mit Präzision kleinste geistes- und kulturgeschichtliche Details in ihren Bericht einfügt und so ein farbenprächtiges Mosaik des Lebens im Europa des 18. Jahrhunderts ausbreitet. Auf diese Weise schickt die Autorin den Leser auf eine mentale Zeitreise; man hat fast das Gefühl, den Kapitän und seine Clara unmittelbar zu begleiten oder auch einmal in der staunenden Publikumsmenge zu stehen.
Wer fesselnde Geschichtsstunden bis jetzt nicht für möglich gehalten hat, sollte dieses intelligente, spannende und vergnügliche Buch unbedingt lesen und sich eines Besseren belehren lassen!
Sehr gut gelungenes Buch 4 von 5 Punkten In insgesamt acht Kapiteln wird das Leben Claras, so der Name des betreffenden Rhinozeros, geschildert: wie sie als Jungtier von Indien nach Holland verschifft wurde und wie ihr Besitzer van der Meer sich dann mit ihr auf eine Europareise begab, eine sogenannte Grand Tour".
Die Autorin beschreibt die Schwierigkeiten, die van der Meer hatte, um Clara nicht nur bei Gesundheit zu halten, sondern auch ohne Gefahren quer durch Europa zu transportieren. Auch die Reaktionen auf Clara werden sorgfältig beschrieben, denn das echte Nashorn widersprach in so einigen Punkten dem Bild, das die europäischen Gelehrten bisher von diesem Tier gehabt hatten.
Claras Reise wird genau skizziert und Stationen, die besonders wichtig waren, sei es wegen der Verehrung Claras (man kann wirklich von einer Rhinomania" sprechen), sei es wegen der Bedeutung für ihren weiteren Weg (so zum Beispiel das Zusammentreffen van der Meers mit Maria Theresia), werden genauer besprochen.
Wenn man sich Claras Geschichte durchliest, so stellt man immer wieder fest, wie schwer eine solche Reise zu organisieren war. Van der Meer musste einen speziellen Transportwagen bauen, der von sechs Pferden gezogen wurde, die Straßen waren schlecht und doch schaffte er es, Clara sicher durch halb Europa zu karren, sogar über die Alpen hinweg. Dazu kam noch die schwierige Überfahrt von Indien nach Europa, die allein schon mehrere andere Artgenossen Claras das Leben kostete.
Hinzu kamen dann noch die immensen Unterhaltungskosten für Futter sowie die ständige Sorge, Clara gesund zu erhalten. Heutzutage scheint es fast trivial, für exotische Tiere zu sorgen, doch damals hatte man keinerlei Wissen von einer artgerechten" Haltung, von Futterverträglichkeit und besonderen Bedürfnissen.
Herausgekommen ist ein interessantes Buch, das nicht nur den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts widerspiegelt, sondern auch die Geschichte eines ganz besonderen Tieres erzählt. Ein sehr gut gelungenes Buch, witzig erzählt und gut recherchiert.
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Film als Kunst Rudolf Arnheim Taschenbuch, Oktober 2002 Verkaufsrang: 127718 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Klassiker - neu gelesen 5 von 5 Punkten Film als Kunst erschien (gerade noch) 1932 in Berlin Das Buch war leitend für die damals Junge Szene von Filmkünstlern, die politisch engagiert mit modernsten Ausdrucksmiteln ans Werk gingen, mehr oder weniger die klassische Moderne des Bauhausstils und seiner Wahlverwandten, die sich konkreter Themen annahmen. Arnheim verteidigt den Stummfilm, weil er die Möglichkeit freien künstlerischen Ausdrucks verkörpert, in der Reduktion auf das Wesentliche des Ausdrucks. Ein Lehr- und Kabinettstück, das uns Heutige nicht nur von damaligen Kämpfen sondern vor allem vor heutigen eilfertigen Beweihräucherungen bewahren könnte: Dinge benennen, was sind die stärksten Mittel, bildlich, nicht ideologisch. Die Mittel der Kunst. Gültig heraugearbeitet, etwas klassisch zwar für unseren heutigen Geschmack, doch darum mindestens so wichtig wie Passolinis Refelxionen, wenn es darum geht, eine Kultur von Grund auf neu zu bauen. Ich warne davor Arheim als Grossvater der Medientheorie abzutun. Er lebt und tut seine Meinungen noch sehr lebengig kund! |
Aufstieg aus dem Untergang: Apokalyptisches Denken und die Entstehung der modernen Naturwissenschaft im Mittelalter Johannes Fried Gebundene Ausgabe, August 2001 Verkaufsrang: 127571 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Das Bewußtsein der nahenden Apokalypse war im mittelalterlichen Christentum allgegenwärtig. Wann aber genau würde der Weltuntergang stattfinden? Wie ließen sich die himmlischen Zeichen zuverlässig deuten? Diese Schlüsselfragen des apokalyptischen Denkens enthalten ein Element der modernen Wissenschaft, das Johannes Fried in seiner aufregenden Studie freizulegen versucht. Der Untergang, der stets zu kommen schien und nie tatsächlich kam, artikulierte sich im mittelalterlichen Denken nicht nur als eschatologische Erfahrungsbereitschaft, sondern auch als ein drängendes Wissenwollen des Ungewissen. Die Flut der Deutungen verlangte nach Prüfung und Kontrolle des Wissens, um der exegetischen Irrungen Herr zu werden. Der apokalyptische Denkstil stimulierte eine immer umfassendere Weltkenntnis auf allen Gebieten - mit weitreichenden Folgen für das Handeln und das Erkennen, für Verhalten und Wissen. In seinem glänzend geschriebenen Essay geht Johannes Fried diesem Zusammenhang zwischen Apokalyptik und moderner Wissenschaft nach. Er vermag dabei nicht nur zu zeigen, daß die Grenze zwischen beiden fließender war, als wir gemeinhin annehmen. Die Lehre vom Endgericht erscheint in der Deutung Frieds sogar als ein "Baumeister der okzidentalen Kultur" und entscheidender Impuls für die physikalische Verwissenschaftlichung des Weltbildes.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein wichtiger Kontrapunkt 3 von 5 Punkten Mit dem Stichwort "Apokalypse" verbindet der moderne Mensch gewöhnlich Schreckensvisionen, globale Untergangsszenarien und versponnenes Geheimwissen, das kritischer Prüfung im letzten nicht standhält.
Dass aber ein apokalyptisches Grundgefühl im Mittelalter auch als Geburtshelfer der neuzeitlichen Wissenschaften, einer methodisch geleiteten Naturbeobachtung und der Entwicklung moderner Technik zu ihrer Steuerung angesehen werden kann, diese faszinierende Sichtweise entfaltet der Frankfurter Medievist Johannes Fried in einem anschaulich und gut verständlich geschriebenen Essay.
Freilich ist damit auch die eigentlich gravierenste Schwäche des Buches angedeutet: Bei der Umwandlung eines Aufsehen erregenden Vortrags in die Buchform sind manche Längen, die uns in die komplizierte Welt der Komputistik verstricken, entstanden. So muss der Leser sich durch manchen Abschnitt mühevoll durchkämpfen, um wieder zur großen Linie zurückzukehren.
Gleichwohl leistet Fried einen ungemein wertvollen Beitrag, die zahllosen Vorurteile gegenüber Wesen und Funktion apokalyptischen Denkens ordentlich gegen den Strich zu bürsten. |
Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft: Symptome der Gegenwartskultur Robert Pfaller Broschiert, 9. September 2008 Verkaufsrang: 215220 Noch nicht erschienen. Vieles, was noch vor wenigen Jahren als mondän galt wie z.B. das Rauchen, wird in unserer heutigen Kultur als schmutziges, gesundheitsgefährdendes Ärgernis thematisiert. Früher wurden solche Praktiken kulturell aufgehoben, indem man sie in einen Rahmen des ¯Heiligen® stellte. Gegen dieses ¯Heilige® macht nun eine Vernunft Front, die sich als ¯rein® versteht und die Welt entzaubern möchte.
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Topologie der Kunst Boris Groys Taschenbuch, August 2003 Verkaufsrang: 142864 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Digitale Prints und Videos, DVDs und Websites: Wer heute ein Museum für zeitgenössische Kunst besucht, findet sich umgeben von kopierten Bildern. Die technische Reproduzierbarkeit hat eine Verfügbarkeit und Perfektion erreicht, die zu einer neuen Bestimmung des Verhältnisses zwischen dem Raum des Museums und seiner profanen Umgebung zwingt. Daher schlägt Boris Groys eine Topologie der Kunst vor: eine Theorie, nach der das räumliche Verhältnis zwischen Kunstwerk...
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Xanthippe und Sokrates: Ein Beitrag zu höherem historischem Klatsch Michael Weithmann Taschenbuch, Dezember 2003 Verkaufsrang: 168497 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Xanthippe war ein böses Weib, haut Sokrates zum Zeitvertreib« Mythos und Wahrheit über eine weithin bekannte Gestalt. Der Vers aus einem Studentenlied der letzten Jahrhundertwende zeigt, wie dauerhaft Klatsch sein kann. Noch heute gilt die Frau des großen Philosophen als zänkisches Weib par excellence. Die einzige zeitgenössische Quelle für diese Diffarmierung geht auf den griechischen Geschichtsschreiber Xenophon zurück, demzufolge ein Diskussionsgegner des Sokrates Xanthippe die »Unverträgliche« genannt haben soll. Doch schon in der antiken Literatur wurde eifrig am Xanthippe-Mythos gesponnen, und jede Epoche der Kulturgeschichte trug das Ihre bei mit unterschiedlichem Tenor, wie Michael Weithmann nachweist. Seine historiographische Annäherung an die reale Xanthippe entwirft ein Bild der weiblichen Welt in der männerdominierten Gesellschaft der athenischen Demokratie sowie eine Vorstellung davon, wie das zwölfjährige Eheleben von Xanthippe und Sokrates ausgesehen haben kann.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Amüsanter "Klatsch" historischer Fakten 5 von 5 Punkten Selten, dass historische Fakten, Hintergründe des damaligen täglichen und intimen Lebens auf so eine amüsante und gut leserliche Weise aufbereitet werden. Jeder, der sich ein bischen für das Leben im alten Griechenland interessiert, sollte sich dieses Buch als angenehme Abendlektüre zu Gemüte führen.
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Kulturgeschichte des Humors: Von der Antike bis heute
Gebundene Ausgabe, Februar 1999 Verkaufsrang: 200547 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden International renommierte Forscher geben in diesem kurzweiligen Buch einen unterhaltsamen Überblick über die Geschichte des Humors. Das Spektrum erstreckt sich vom Humor auf den Theaterbühnen der Antike bis hin zu den Witzfiguren aus dem Berlin des 19. Jahrhunderts. Der Band wird durch einen Beitrag über den Humor aus heutiger, anthropologischer Sicht abgerundet.
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Die Diva
Gebundene Ausgabe, Mai 2005 Verkaufsrang: 32653 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Diva ist eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Diven können Frauen und Männer sein, und sie können in vielen Bereichen auftreten: im Film, in der Politik, in der Kunst, im Photostudio. Die Diva hat etwas Göttliches, aber auch etwas Fragiles, Fatales, Versehrtes - vor allem aber eine Ausstrahlung, ein Charisma, das unnachahmbar ist und das sie über den "normalen" Star erhebt und zu einer sehr seltenen Spezies macht. In der Verschmelzung von privatem und öffentlichem Leben liegt eine Authentizität, die die Diva zu einem "Unfall" in der industriellen Maschinerie des Starsystems macht. Das vorliegende Buch entwirft in Text und Bild eine Typologie anhand der größten Diven. In einzelnen Kapiteln werden behandelt: die Comtesse de Castiglione, Ludwig II. von Bayern, Sarah Bernhardt, Marilyn Monroe, Maria Callas, Elvis Presley, Evita Peron, Rita Hayworth, Andy Warhol und Joseph Beuys. Der Ursprung der Diva ist im 19. Jahrhundert anzusiedeln. Diven sind immer einsam, auch wenn sie sich gerade deswegen ständig mit anderen umgeben. Sie sind Auserwählte und tragen ihr Los. In ihnen verschränkt sich der klassische tragische Held - er will hoch hinaus und stürzt tief - mit dem christlichen Märtyrer, der sich opfert in der Hoffnung auf Erlösung seiner eigenen Seele und der seines Publikums. Die Geburt der klassischen Diva und die Erfindung der Photographie erweisen sich als gegenseitig bedingt. Das Aufkommen der Diva im 19. Jahrhundert und ihr Zenit im 20. Jahrhundert sind eng verbunden mit der Vermittlung durch Photographie, Radio und Fernsehen. In der hypermediatisierten Bilderwelt des 21. Jahrhunderts haben die austauschbaren Diven der Postmoderne die grenzgängerische Authentizität der einsamen Diva verloren, deren Faszinosum heute um so stärker nachleuchtet. Der reich bebilderte Band enthält außerdem eine Fülle von Portraits, unter anderen von Greta Garbo, Judy Garland, Michael Jackson, Robert de Montesquiou, Jackie Onassis, Isabella Rossellini, Cindy Sherman, die auf der Bühne des Diskurses in "Nebenrollen als Stars" auftreten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wunderbares Buch! 5 von 5 Punkten Die Diva -- ein immer wieder faszinierendes Thema, dem sich nun dieser Prachtband bei Schirmer&Mosel angenommen hat. Was macht sie aus und warum werden manche Stars zu Diven und andere nicht! Dieses Buch ist nicht nur ein wunderbares Bilderbuch, sondern darüber hinaus ausgesprochen fesselnd und informativ. Neu war für mich auch, dass Die Diva ein nicht nur weibliches Phänomen ist, sondern auch Stars wie Elvis und Künstler wie Joseph Beuss dazugehören. Darüberhinaus bleibt noch positiv anzumerken, dass dieses Buch ausgesprochen preiswürdig ist... |
Als die Welt noch unterging: Von Punk zu NDW Frank Apunkt Schneider Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 101490 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Punk und New Wave in Deutschland - ein tiefer Einblick in die Umbruchsjahre zu Beginn der 1980er Als im Jahre 2001 Jürgen Teipels Buch"Verschwende deine Jugend"auf den Markt kam, hatte niemand mit dessen enormen Erfolg gerechnet. Die Gespräche mit Musikern aus dem deutschen Punk- und New-Wave-Underground der frühen 1980er (darunter Einstürzende Neubauten, Fehlfarben und DAF) löste eine Nostalgie-Welle aus. Der"Soundtrack zum Untergang", den die wütenden jungen Musiker zu Beginn der Kohl-Ära anstimmten, ist wieder in aller Munde, manche Band von damals hat sich im Zuge des Booms sogar wieder neu gegründet. Frank Apunkt Schneider liefert mit"Als die Welt noch unterging"das, was die"Oral History"von Jürgen Teipel nicht leisten konnte und auch nicht leisten wollte: Eine ausführliche Chronik zur Entstehung und Entwicklung des Punk- und Wave-Underground in Deutschland zwischen 1978 und 1983. Mit seinem ebenso witzigen wie auch analytischen Stil gibt Schneider zugleich eine Szene als auc h die politische Stimmung wieder, die damals im Land geherrscht hat. Es war die Zeit von"Startbahn West"und"Nato-Doppelbeschluss". Es gab Ökos, Teds, Punker und Popper. Wer damals jung war, musste sich entscheiden, zu wem er gehören wollte. Und es gab Disco. Mit Ilja Richter und John Travolta. Aber die war für Punk sowieso tabu. Ab 1978 breiteten sich Punk und New Wave nach britischem Vorbild auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich aus. Wichtige Medien neben der (für viele unerschwinglichen) Schallplatte waren das Fanzine (das selbst kopierte Heft von Fans für Fans) und die in Eigenregie aufgenommene Kassette. Schneider hat im Gespräch mit Zeitzeugen rekonstruiert, welche lokalen Szenen es damals gab und was für sie charakteristisch war. Und er ist fündig geworden - nicht nur in den Metropolen, sondern auch in der Provinz. Punk und New Wave machten vor keiner Kleinstadt halt, ganz gleich, ob Limburg oder Bottrop.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Umfassend, sorgfältig und mit vielen aha-Erlebnissen 5 von 5 Punkten Zugegeben - es ist von Vorteil, wenn man vorher ein bisschen um das Thema "drumherumgelesen" hat. Aber dann ist es wirklich wundervoll wie der Autor den New York Punk, die Kunstszene, die gesellschaftliche Stimmung der BRD und vieles andere schlüssig auf die NDW bezieht. Die Diskografie und Kasettogafie ist von einer bewundernswerten Ausdauer gekennzeichnet. Dieses Buch macht da weiter wo "Verschwende Deine Jugend" aufgehört hat.
Die Sprache ist tatsächlich auch theoretisch ABER viel angenehmer und verständlicher als das unverständliche Kunstsoziologengewäsch das man bei tieferen NDW betrachtungen manchmal hat. Sie bringt die Theorie auf die Strasse und von dort zurück. Außerdem mag ich es einfach wie der Autor seinen Humor verstreut: Von trocken, beissend und dann doch wieder überraschend wohlwollend - sogar den Strassenjungs gegenüber. Kaufen und lesen!
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Die schärfsten Kritiker der Elche: Die Neue Frankfurter Schule in Wort und Strich und Bild Oliver Maria Schmitt Taschenbuch, September 2001 Verkaufsrang: 232830 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 40 Jahre Neue Frankfurter Schule! Ein Jubiläum, das am Großteil der Erdenbürger offensichtlich spurlos vorbeigegangen ist. Ein Teil der lesenden Bevölkerung feiert dennoch. Und Oliver Maria Schmitt, "selbsternannter Humorexperte" und langjähriger Chefredakteur des Satiremagazins Titanic hat dieses Jubiläum zu Anlass genommen eine -- wie er selbst sagt -- "Hagiographie" über acht der wesentlichsten und beständigsten Mitglieder dieser Gruppe zu verfassen. Da wären also Chlodwig Poth, Hans Traxler, Robert Gernhardt, F.K. Waechter, Bernd Eilert, Peter Knorr, F.W. Bernstein und last but not least Eckhard Henscheid. Schmitt wollte, wie er selbst sagt, keine "kritische Biographie" verfassen, sondern die Jubilare aus ganzem Herzen bejubeln. Und das tut er auch. Er stellt sie in ihrem Werden und Wollen in Text und Bild liebevoll vor, widmet einige Kapitel der nicht ganz unwesentlichen ersten gemeinsamen Plattform Pardon, dem ersten gemeinsamen Hauptwerk der Drei (Bernstein, Gernhardt, Waechter), Die Wahrheit über Arnold Hau und nicht zuletzt auch den Lokalen, die den nötigen seelischen und körperlichen Rückhalt für das Schaffen der Gruppe boten. Natürlich gibt es auch ein Kapitel über die Titanic. Schmitts Titanic-Affinität kann unschwer aus seinem Stil herausgelesen werden. Charmant und anmutig plaudert er über die Acht und skizziert mit Liebe, um nicht zu sagen mit Inbrunst, die unterschiedlichen Charakterzüge der so vielseitig talentierten Künstler. Und wenn er über die Frage "Warum Witze machen" nachdenkt, dann -- um es auf neu-frankfurterisch zu sagen: "lappt es schon mal schwer ins Philosophische". Ein Pflichtbuch für Freunde der Neuen Frankfurter Schule und bestens dazu geeignet, neue zu gewinnen. --Gerlinde Böhm
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Da capo! 5 von 5 Punkten Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf eine CD, und zwar auf den Mitschnitt einer Lesung von Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Peter Knorr 1995, und nicht auf das gleichnamige Buch!
Zwar ist die Produktbeschreibung von Amazon falsch -- es handelt sich NICHT um die legendäre Rubrik "Doktor Seltsam" vom HR ("Sie anten, wir fragworten") -- aber das macht nix, denn dieser Lesungs-Mitschnitt gehört zum eisernen Bestand der deutschen Hochkomik. Man liegt geschlagene 55 Minuten lang vor Lachen unterm Tisch und will gleich nochmal, wenn's aus ist.
Der Titel von CD und zugrunde liegender Lesung verdankt sich übrigens dem Umstand, dass das berühmte Plakat (abgebildet auf der CD-Hülle) im "Haus Waldfrieden" zu Alf an der Mosel auf der Toilette hing...
Wer Robert Gernhardt einmal auf einer Lesung erlebt hat, der weiß: Gernhardt gehört (leider: gehörte) zu jenen Dichtern, die auch begnadete Vorleser sind (leider: waren). Und auch auf dieser CD liest er immer wieder das eine oder andere seiner Gedichte ("Immer", "Folgen der Trunksucht", "Schön -- schöner -- am schönsten", "Deutung eines allegorischen Gemäldes" u.a.). Und diese Lesung hat noch einiges mehr zu bieten, vortragenden Mehrwert gewissermaßen.
Gernhardt, Knorr und Eilert machen aus Perlen der Satire auf alle denkbaren und undenkbaren Facetten der Kultur-Schickeria szenische Lesungen der Extraklasse:
Sei's nun die gediegen-schräge Einführung in die Geschichte des lyrischen Ich, sei's Peter Knorr alias "Drogen-Dieter" im Stile der Büttenrede ("Drum leit ich die Beratungsstelle / für komplizierte Drogenfälle -- Tätääää, tätääää, tätääää"), und das alles im breitesten Frankfurterisch... Oder mehrmals Robert Gernhardt, z.B. als Vorsitzender der glücklosen Viktor-Schlawenz-Gesellschaft (dumm, dass man bis jetzt niemanden dieses Namens gefunden hat, um ihn zu ehren -- "Johann Wolfgang Goethe ist viel ausgefallener, aber die Goethe-Gesellschaft hat halt Glück gehabt"), als Kunstexperte Herr Putel in "Rattenmalerei", oder, was mein Zwerchfell vollends erledigt hat: Salomos "Hohes Lied" als Vermisstenanzeige für die werte Gattin, zusammen mit Peter Knorr als nicht minder poetisch veranlagtem Polizeibeamten. Man hört das Publikum im Hintergrund prusten und keckern und will selber fast um Gnade bitten, bevor man vor Lachen erstickt.
Aber dann würde man ja den Rest verpassen, z.B. "Das debile Dorf", wo zwei Bierdimpfln am Stammtisch, der Huber-Bauer und der Xaver, tiefschürfende Diskussionen führen über die Relevanz von Adorno ("I hab halt gmoant, dass ma sich ab und zu scho amoj was leichters gönne dürft") und Lévi-Strauss...
Außerdem beweisen diese drei Herren in Bestform, dass sie Szenen, mit denen seinerzeit Otto Waalkes reüssierte, zehnmal besser können (Kein Wunder, die Stücke stammen ja auch von Gernhardt und Knorr): Zum einen die "Kriegserklärung" Fabius Maximus Cunctators an Hannibal ("Ah! Elefante! Schänne Tier, große Tier! Wolle kauffe?"). Gernhardt als dedizierter römischer Feldherr und Knorr als begriffstutziger Hannibal sind ebenso unschlagbar wie die Elefanten. Ähnlich scharf ist die Version von Richter Ahrens und seinem schwersten Fall ("Ihnen wird zur Last gelegt, Sie hätten an dem Mast gesägt").
Dies und noch viel mehr -- die 17 Titel auf dieser CD verdienen allesamt ausgiebige Würdigung, da stimmt einfach alles. Die einzelnen Nummern passen wunderbar zusammen, da ist kein Bruch erkennbar, keine übers Knie gebrochene Überleitung -- es sei denn, das berüchtigte kultiviert-ambitionierte Übers-Knie-Brechen werde gerade aufs Korn genommen...
Und, wie gesagt: Am Ende des letzten Vortrages (Gernhardts "Deutung eines Allegorischen Gemäldes") liegt man atemlos japsend unterm Tisch und röchelt "da capo!"
Fünf(zigtausend) Sterne!
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Grundfragen der Ästhetik: Bild - Musik - Sprache - Körper (Uni-Taschenbücher S): Bild - Musik - Sprache - Körper Ursula Brandstätter Broschiert, 1. März 2008 Verkaufsrang: 271902 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was ist Ästhetik? Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive führt dieses Studienbuch in die Grundfragen der Ästhetik ein. Verständlich geschrieben, gibt es einen Überblick über Themen und Fragestellungen, mit denen sich die Ästhetik als wissenschaftliche Disziplin befasst, führt indie aktuelle ästhetische Diskussion ein und regt an, über das Verhältnis der Künste zueinander bzw. das Verhältnis der Kunst zur Wissenschaft nachzudenken.
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Kulturgeschichte der Menschheit: 18 Bände Will Durant, Ariel Durant, Hans. Dollinger Gebundene Ausgabe, 1985 Verkaufsrang: 248042
| Rausch und Erkenntnis. Das Wilde in der Kultur Sigrid Höhle, Claudia Müller-Ebeling, Christian Rätsch Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 246517
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Die Religionen und das Essen
Taschenbuch, März 2000 Verkaufsrang: 247803
Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
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