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»Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!«: Die Weltgeschichte der Lüge Dieter Hildebrandt, Roger Willemsen Broschiert, 6. Februar 2009 Verkaufsrang: 301593 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte, bei der Aufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" mitzumachen, war für Roger Willemsen nach eigner Aussage "ein glücklicher Tag". Das Publikum der Kölner Lese- und Veranstaltungsreihe lit.Cologne, auf dem das bekannte Duo erstmals mit seinem Programm über die Lügenhaftigkeit des Menschengeschlechts gemeinsam auf der Bühne stehen sollte, empfand das offenbar ähnlich. Die tausend Karten für die Uraufführung 2007 waren so schnell verkauft, dass in aller Eile eine Nachmittagsveranstaltung anberaumt werden musste. "Ja, die Nervosität war spürbar, als wir uns mit Dieter Hildebrandt nur Stunden vor der Premiere zur allerersten Probe trafen", schreibt Willemsen im (leider wieder allzu schmalen) Booklet von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!". Das Alter des Kollegen - immerhin war Hildebrandt inzwischen stolze 80 Jahre - schwang da sicher mit. Die Uraufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!" geriet dann tatsächlich zu einer Show, die man getrost als legendär bezeichnen kann. Das kann selbst der behaupten, der bei der Premiere nicht zu den tausend Glücklichen gehörte. Denn man kann das Ursprungsprogramm, dass sich in der Folge seiner Tournee immer weiter entwickelte, jetzt auf CD in über zwei Stunden nachhören. Darin präsentiert sich nicht nur Willemsen, sondern vor allem auch Hildebrandt in Höchstform. Wie sich die beiden in ihren Dialogen die Bälle zuspielen, wie souverän sie selbst Versprecher einbauen und wie spontan sie auf den jeweils anderen reagieren, ist schon grandios. Da mag man es auch verschmerzen, dass das Publikum bei derlei Veranstaltungen inzwischen offenbar derart darauf fixiert ist, über Alles und Jedes zu lachen und zu grölen, dass selbst die (wenigen) flacheren und billig kalkulierten Scherze unerklärliche Beifallsstürme entfachen. Nur eins sei noch gesagt: Die zweite Überschrift von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" - Die Weltgeschichte der Lüge - ist etwas hoch gegriffen. Beim Programm handelt es sich keineswegs um einen systematischen Gang durch die Historie der internationalen Heuchelei. Aber das ist bei dieser Besetzung auch gut so. Denn der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte mitzumachen, war für alle ein glücklicher Tag. - Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Wortgewaltig 5 von 5 Punkten Diese CD ist die absolute Kurzweile, ein wortgewaltiges Spektakel das auch ohne historische Wissens auskommt. Aber auch wenn viele historischen Zusammenhänge bekannt sind, so bleiben Hildebrand & Willemsen Wortwitz ein einziges Vergnügen. Die Welt ist verlogen und wir lügen mit also "0 Sterne und lassen Sie ja die Finger davon, .... um so mehr bleibt für mich!" Viel Vergnügen
Weitere Lesermeinungen |
Welt.Raum.Körper: Transformationen und Entgrenzungen von Körper und Raum
Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 235232 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wissenschaft kann so spannend sein [...]." Rebecca Pohl, www.goon-magazin.de, 1 (2008) "Das Buch [...] ist ein interessanter Baustein, sowohl für den akademischen Diskurs um den 'topographical turn' und den 'spatial turn' in der immer entgrenzteren (einen?) Welt als auch für das alltägliche Mühen um die existentiellen Fragen: Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Was soll ich tun?" Dr. Jos Schnurer, www.berlinerliteraturkritik.de, 27.03.2008
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Kulturgeschichte, UTB Profile Achim Landwehr Broschiert, 22. Juli 2009 Verkaufsrang: 180706 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kulturgeschichte ist in aller Munde - nicht nur in wissenschaftlichen Debatten, sondern auch in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung. Dieses Buch greift folgende zentrale Fragen auf: Was ist Kulturgeschichte? Wie ist die Kulturgeschichte entstanden? Womit beschäftigt sie sich? Und auf welche Weise wird sie betrieben? Geschichte, Themen, Theorien und Methoden der Kulturgeschichte werden mit Beispielen illustriert vorgestellt.
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Politik der Bilder Jacques Ranciere Taschenbuch, November 2005 Verkaufsrang: 343093 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unsere Zeit huldigt wieder einem Kult der Bilder, wo das Bild Darstellung und sinnliche Gegenwart (des Anderen, des fleischgewordenen Wortes) ist. Wenn jedwedes Motiv ästhetische Würde hat, Formen des Höheren und Niedrigen ununterscheidbar vermischt werden und keine Übereinkunft des Sichtbaren mit einer Ordnung besteht, gilt es, die Heterogenität der Bilder aufrechtzuerhalten. Die Bilder werden zu Vorgängen, die die Zusammenhänge in der Welt des Sehens, Sprechens und Denkens neu verteilen: ob ein Still aus einem Godard-Film, die Frage nach der Darstellbarkeit der Shoah, Installationen zeitgenössischer Kunst, ein philosophischer Diskurs oder das Industriedesign.
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studium kompakt. Pädagogik: Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Eine Arbeitshilfe für das sozial- und geisteswissenschaftliche Studium Joachim Stary, Horst Kretschmer Taschenbuch, September 1994 Verkaufsrang: 327843 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
völlig ausreichend für Otto-Normal-Verbraucher 5 von 5 Punkten Das Buch der beiden Autoren Stary und Kretschmer, beide lehren an der Freien Universität Berlin, hält für den Preis alles das was es auch verspricht. Es ist klar und gut durchstrukturiert, was dem Lesen nur zugute kommt. Stary und Kretschmer geben Tipps zum Lesen, zur Bearbeitung und schließlich zur Verarbeitung des Gelesenen. Dabei gehen Sie z.B. auf allg. Lesemethoden, Karteisysteme, Gruppendiskussionen, Argumentations-Strategien, die Technik des Exzerpierens u.v.a. ein. Als kleines Schmankerl haben Sie noch ein "Abkürzungsverzeichnis" abgedruckt (Es kann für Studenten von großer Bedeutung sein solche "abbreviations" zu kennen und vor allem zu beherrschen.). Meines Erachtens ein gelungenes Buch zum Einstieg. Wer sich allerdings noch intensiver mit der Materie auseinander setzten möchte (z.B. Germanistikstudenten) dem wird dieses Buch nicht reichen um seinen Wissensdurst zu stillen. |
Der Star und seine Nutzer: Starkult und Identität in der Mediengesellschaft Katrin Keller Broschiert, Juli 2008 Verkaufsrang: 162740 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Stars sind die prominentesten Vertreter der sogenannten Populären Kultur: aufmerksamkeitsstark für Medien, interessant für Medien-Nutzer und zunehmend auch Thema für die Wissenschaft. Diese Studie wirft einen neuen, andersartigen Blick auf den Star: Befreit von kulturpessimistischen Altlasten geht es hier vor allem um die Zusammenhänge von Stars, Populärer Kultur und Identität. Es geht um die Frage, wie Identität in der Auseinandersetzung mit Stars entsteht - und damit letztlich um die mediengesellschaftlich geprägten Selbstentwürfe jedes Einzelnen.
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Das verlorene Meisterwort: Bausteine zu einer Kultur- und Geistesgeschichte des Freimaurertums Hans Biedermann Gebundene Ausgabe, 1. Januar 1999 Verkaufsrang: 76042 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vielen Menschen erscheint die Freimaurerei auch heute noch geheimnisvoll und suspekt: Ihre Symbole und Rituale wirken rätselhaft; ihre Ziele sind oft verkannt, ihre Ideen verzerrt dargestellt worden. Was sind die Freimaurer wirklich? Ein Geheimbund, der im Verborgenen die Fäden der Weltgeschichte zieht? Oder bloß ein Klub von Karrieristen, die einander Vorteile verschaffen? Gibt es tatsächlich Mysterien, die das Licht des Tages scheuen? Hans Biedermann (1930-1989) beantwortet in seiner objektiven Darstellung die fundamentalen Fragen nach den geistigen Wurzeln, dem ideengeschichtlichen Umfeld, der Geschichte und den Traditionen, den Riten, Mythen und Symbolen des internationalen Freimaurerbundes.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Kein Buch für Einsteiger... 4 von 5 Punkten Eine gute Einführung in den Meistergrad für alle die sich schon soweit in die Königliche Kunst rein gelesen haben. Sicherlich sehr empfehlenswert. Der Autor vermittelt hier die Hiram Legende, den Zusammenhang mit dem 3°der FM gut, es ist kein Buch für Einsteiger auf dem Gebiet aber alle fortgeschrittenen und historisch interessierten werden auf ihre Kosten kommen.
Keine leichte Kost, doch dafür tiegehend, berührend 5 von 5 Punkten Vorweg: "Das verlorene Meisterwort" hat mir persönlich viele Tore im Verständnis des Meistergrades geöffnet. Jene Tore, von denen ich zuvor noch nicht einmal den Türrahmen in der Mauer gesehen habe. Hans Biedermann bewahrt in seinem Buch ein tiefes Verständnis für den Zusammenhang, in dem die Hiramlegende, jene zentrale Legende der Johannis-Freimaurerei, steht. Er zielt auf den kultur-, religions- und rituellen geschichtlichen Ablauf und fügt so viele heute nurmehr in Einzelteilen erhaltene Bruchstücke zu einem klaren Bild zusammen. Einsteiger, die sich über die Freimaurerei als Organisation informieren wollen, finden bei anderen Autoren sicher bessere Informationen. Wer über den geistesgeschichtlichen Zusammenhang den Weg zur Freimaurerei sucht, wird hier vielfach fündig. Wer den Weg in die Freimaurerei bereits gefunden hat, hat damit einen Steinbruch an vielen neuen Einsichten und ein fundiertes Nachschlagewerk in seinem Bücherregal. |
HipHop: Globale Kultur - lokale Praktiken
Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 140006 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Dem HipHop scheint eine besondere identitätsstiftende Dimension für ethnische Minderheiten innezuwohnen, die vermutlich aus seinen Ursprüngen in den schwarzen Ghettos der amerikanischen Städte resultiert. In dem vorliegenden Sammelband [...]wird diese ethnische und globale Dimension facettenreich herausgearbeitet und dabei geraten insbesondere auch das kulturelle Potenzial und die Kreativität junger Muslime aus den deutschen Metropolen in den Blick. [...]Die Beiträge aus Ethnologie, Linguistik, Erziehungswissenschaft, Geschichte und Soziologie diskutieren die verschiedenen kulturellen Bestandteile des HipHop (Text, Bild, Sound, Typografie), analysieren HipHop-Sozialwelten oder richten den Fokus 'auf Verbindungen zwischen Texten, Aneignungspraktiken und gesellschaftlichen Makrokontexten` [...]." (Hans-Jürgen von Wensierski/Claudia Lübcke, Sozialwissenschaftliche Rundschau,Heft 52, 1/2006)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
BEAT STREET 3 von 5 Punkten Was ist eigentlich die Hip Hop Kultur? Wo und wo hat sich Hip Hop in Deutschland entwickelt? und wer war der Erste auf der deutsche Bühne? - auf diese manchen Fragen finden Sie die Antwort in diesem Buch von Jannis Androutsopoulos - Sprachwissenschaftler, Juniorprofessor für Medienkommunikation an der Universität Hannover. Mit diesem Buch liegt die erste umfangreiche Textsammlung über HipHop im deutschsprachigen Raum vor. Es besteht aus fünf Kapiteln, in denen Fachleute ihre Arbeiten über Hip-Hop auf Ebene von Soziologie, Soziolinguistik, Cultural Studies, Pädagogik, Ethnologie und anderen Disziplinen präsentieren. Die Gestalt des Hip Hop und Rap wird als eine kulturelle Praktiken der Jugend in den Black Communities großstädtischer Ghettos bestimmt, wo Wurzeln in der Tradition von Afroamerikanern liegen. Hip Hop wurde als eine Subkultur bezeichnet, deren Gruppenidentität sich aus verschiedenen Stilmerkmalen zusammensetzt: Musik, Kleidung, Graffitis, Tanz sowie die Sprache bilden einen relativen homogenen Gruppenstil. Diese schwarze Musik gilt als Ausdruck lokaler Themen - Rassismus, Probleme der Einwandererbevölkerung, Angst, Unsicherheit, Egoismus, Einsamkeit und Entfremdung. Das, meiner Meinung nach empfehlenswerte Buch beschreibt die Entwicklungsetappen der deutschen Hip-Hop-Musik vom Rhein-Main-Gebiet bis Islamic Force und Berlin-Türken. Es bietet auch Einblicke in einen romanischen Rap als Forschungsobjekt. Anhand des Bandes werde ich mich bewusst, dass diese lokale Straßenkultur: Breakdance, DJ-ing, Rap Graffiti - eine schöne Kunst bilden und in der kulturellen Gedächtnis gespeichert sein können. Die Songtexte dienen als Träger der Kommunikation von Sozialgesellschaft, sie drücken soziale Verhältnisse in großer Agglomerationen aus und sie sind Mittel der gesellschaftlichen Verständigung über die Kultur. Diese ausführliche Charakteristik berührt auch das Konzept der vertikalen Intertextualität und seine Anwendung auf Hip Hop (Primärtexte, Sekundärtexte und Tertiärtexte). Die Autoren präsentieren auch zahlreiche Fotos, Abbildungen, Zitaten oder Interviews mit Hip-Hop-Stars aus deutscher Hip-Hop-Szene. Am Ende fast jedes Beitrags stehen zusätzlich wertvolle Anmerkungen. Ich empfehle das Buch jedem, der sich für Hip-Hop gern interessiert, der sein Wissen über diese Thematik verbessern und vertiefen möchte. Ich wünsche schönes Lesen:)
Facettenreiche Annäherung - Forschungsmethodisch interessant 5 von 5 Punkten Wem die durchaus informative, aber recht knapp gehaltene Annäherung an den Hip-Hop durch Lexika und journalistische Arbeiten nicht genügt und wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Der Herausgeber des Readers, Jannis Androutsopoulos (*1967), ist Juniorprofessor für Medienkommunikation an der Universität Hannover und Mitglied der Forschergruppe Sprachvariation als kommunikative Praxis". Es ist ihm gelungen, auf fünf Kapitel verteilt ausgewiesene Fachleute für eine vertiefende Annäherung an die vier Elemente der Hip-Hop-Kultur zu gewinnen (Breakdance, DJing, Rap, Graffiti) und mithilfe der insgesamt 16 Beiträge aufzuzeigen, dass und wie sich diese vier Elemente" in den vergangenen 20 Jahren vom afroamerikanischen Kontext aus weltweit verbreitet haben. Dabei ist es gelungen, Beiträge aus dem Feld der Cultural Studies, der Ethnologie, Soziolinguistik, Pädagogik und aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen mit Essays von Szene-Autoren zusammenzuführen. Die thematische Klammer für dieses Vorhaben wurde bereits im Titel des Buches angelegt (Globale Kultur - lokale Praktiken"), denn es werden einerseits Grundthemen und -begriffe aufgearbeitet (z.B. Bildinszenierungen des Urbanen im Hip-Hop" oder Interkulturelle Bildungsprozesse im Breakdance") und andererseits immer wieder Besonderheiten lokaler Praktiken beleuchtet (z.B. Hip-Hop am Main" oder Islamic Force und Berlin-Türken"). Auch dieser Band macht mehr als deutlich, dass Hip-Hop heutzutage eine vielseitige Arena der facettenreichen Popkultur darstellt. Die Möglichkeiten des Hip-Hop bieten Jugendlichen ein Medium der kulturellen Artikulation und Rebellion. Andererseits ist aber auch seit langem klar, dass der Hip-Hop auch zu einem Produkt der Kulturindustrie aufgestiegen ist, dessen typische Ausdrucksformen in Sprache, Bild und Bewegung kommerzialisiert werden.
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Testcard, Nr.10, Zukunftsmusik
Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 202616 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 12.10.2001 Eigentlich findet Rezensent Ulf Imwiehe den Sammelbegriff "Beiträge Popkultur" ja reichlich vage, die Ansätze der Autoren dann aber griffig - und ihre Texte angesichts der notorischen Theorielastigkeit des Gewerbes angenehm unverkrampft. An drei Beispielen fächert er uns das Spektrum der Themen auf, die allesamt um die Frage nach der Zukunft der Popkultur und den Pop der Zukunft kreisen. So beklage etwa Thomas Venker in seinem Text über Musikjournalismus die Verstrickungen mit einer zunehmend auf Abschottung bedachten Musikindustrie und den wachsenden Warencharakter seines Arbeitsobjekts; er zeige aber gleichzeitig durchaus unkonventionelle Auswege. Interessant findet Imwiehe auch ein Interview mit den Produzenten Diego Badian und Günter Schroth über die skurrilen "Soundquellen" ihrer elektronischen Musik. Ihren Einsatz von Gameboys und Strichcodes hält der Rezensent für "schrulligen Jungskram einerseits, politisch aufgeladen aber nicht minder". Den gleichwohl marginalen Hintersinn in dieser Arbeit findet Imwiehe eher in einem Porträt des Künstlers und Regisseurs Chris Cunningham von Oliver Kreutzer. Kreutzer zeige sehr schön die Bedeutung von Cunninghams Arbeitsweise für "die daraus sich ergebende Referenz der Wahrnehmung und Realität". Das passt für Imwiehe bestens ins Konzept von testcard. Seine Gesamtnote: zukunftsweisend. © Perlentaucher Medien GmbH
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Die Kunst des Essens: Eine Ästhetik des kulinarischen Geschmacks Harald Lemke Broschiert, September 2007 Verkaufsrang: 246208 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Alles in allem wird eine 'Essthetik" kreiert, die wesentliche Zutaten der Ethik und Politik eines besseren Welt-Essens auftischt." www.literatur-report.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Interessantes Werk über die Verbindung der Esskultur zur Kunst 5 von 5 Punkten Ich habe das Buch erworden, da es in meiner Abschlussarbeit genau um dieses Thema geht. Besonders interessant sind die Kapitel über Daniel Spoerris Eat Art und in diesem Zusammenhang auch Joseph Beuys, der ja sonst eher für seine Arte Povera beaknnt ist. Das Buch ist sehr aktuell und bezieht auch auf politische Hinergründe, z.B. das faschistisch anmutende Manifest der Futuristischen Küche und den vereinigenden Aspekt der Volxküchen oder "Kochen gegen Rechts". Alles in allem wirklich aufschlussreich, ich hätte mir nur gewünscht es gäbe noch mehr über andere Kunstrichtungen, wie der Pop Art und dem Hyperrealismus, die sich ja auch vorangig mit dem Thema Essen auseinandergesetzt haben. Trotzdem sehr empfehlenswert für jeden der sich mit unserer Esskultur kritisch auseinandersetzt. |
Die Rosen der Kleopatra: Ein Spaziergang durch die Gärten der Geschichte Holger Lundt Gebundene Ausgabe, 1. Juli 2008 Verkaufsrang: 332415 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden ? Berühmte Personen der Geschichte und ihre Lieblingspflanzen ? Geschmackvolles Geschenk für Historiker, Literaturfreunde und Gartenliebhaber In sieben Miniaturen erzählt Holger Lundt eine einzigartige Weltgeschichte: Die Liebe der historisch Großen zu den meist kleinen, scheinbar unbedeutenden Gebilden der Pflanzenwelt. So wollte Kleopatra ihre Reize durch den verführerischen Duft der Rosen noch steigern, Napoleon hingegen liebte das Veilchen über alles, und Alexander der Große entdeckte das Schönheitsmittel Aloe vera. Botanische Hinweise runden die Biographien ab, so dass Naturfreude die Lektüre ebenso genießen werden wie historisch Interessierte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Die Rosen der Kleopatra 5 von 5 Punkten Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, in Teilen schon zum zweiten Mal. Pflanzen, die für die Menschen wichtig sind, werden mit geschichtlichen Persönlichkeiten zusammengebracht. Es erinnert natürlich vom Aufbau und Art an Holger Lundts letztes Buch Im Garten der Nymphen". Obwohl mich auch der griechische Götterhimmel mit seinen tausenden von Nymphen - die Kombination mit Pflanzen im letzten Buch - fasziniert, finde ich den Zusammenhang mit historischen Personen doch noch deutlich spannender und mir näher, realer, wie halt geschichtliche Personen realer als Nymphen sind. Das Geheimnisvolle leidet dennoch nicht unter diesen geänderten Bedingungen, sind die beschriebenen Personen doch Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende entfernt. Das Buch verknüpft in sieben Geschichten Pflanzen mit mehr oder weniger bekannten Personen, die in besonderer Weise mit diesen Pflanzen verbunden sind: Sie haben sie z.B. in einer weltgeschichtlich bedeutenden Weise verwendet, wenn etwa Kleopatra den römischen Feldherrn Marcus Antonius auf Rosen bettete und damit ihre politischen und vielleicht auch privaten Interessen durchzusetzen suchte. Lundt fügt hier aber noch die noch viel wichtigere Pflanze Weizen/Korn" dazu, durch deren Export Ägypten im gesamten Altertum für das römische Reich und seine Nachfolger in West und Ost (über)lebensnotwendig war. Und die lange Zeit wachsenden Weizenmengen, die Rom benötigte, erzwangen immer ungünstigere Anbauflächen mit entsprechenden ökologisch negativen Konsequenzen, aber auch Hunger in den exportierenden Gegenden! So anders sind einige moderne Parallelen nicht! Oder die beschriebenen Personen haben bestimmte Pflanzen entdeckt, vielleicht auch als erste ihre Heilkraft untersucht, beschrieben und genutzt, wie der Schwiegersohn der beiden oben Angesprochenen Juba II. und spezielle Wolfsmilchgewächse, Alexander der Große und die Aloe von der geheimnisvollen Insel Sokotra. Und so führen uns die Geschichten durch die Geschichte, angefangen mit Alexander dem Großen, über Kleopatra und Juba II. in das späte Altertum zu dem Frankenkönig Chlodwig I. und der Iris, weiter ins späte Mittelalter zu Isabella von Kastilien mit dem Zuckerrohr, das in den neuentdeckten Kolonien in Amerika viel besser gedieht als in Spanien, dann ins 17. Jahrhundert weit weg nach Japan zu Shogun Hidetada Tokugawa und der Kamelie und dann ins 19. Jahrhundert zu Napoleons Frau Joséphine und dem Veilchen. Dabei führen die Geschichten durch fast alle Kontinente, Asien, Afrika, Amerika mit dem Schwerpunkt Europa. Natürlich ist das alles nicht linear, alles ist vernetzt, vieles davon hier auch angedeutet: Über Joséphines botanischen Garten in Schloss Malmaison kommen wir zurück zu Chlodwig I., zu Alexander von Humbold und seinen Gefährte Bonpland, Zar Alexander I. und natürlich zu ihrem Ehemann Napoleon usw.. Und ebenso beschreibt Lundt nicht nur die Heilwirkungen, die Schönheit vieler dieser Pflanzen und ihre kulinarischen Möglichkeiten; sie sind oft für uns Menschen wichtiges Nahrungsmittel, oft auch politisch eingesetzt, ihr Raubbau führt zu ökologischen und sozialen Katastrophen, oft von globaler Art, sinnvolle, neue Verwendungsformen könnten vielleicht Energieengpässe verringern etc.. Schön ist auch die Aufmachung dieses Buches, das handliche Format, der schöne Einband und die meisten Illustrationen, eine Ausnahme ist vielleicht die der Aloe. Insgesamt gefällt mir die Rosen der Kleopatra" sehr! Ich freue mich schon auf das nächste Büchlein, das 2009 erscheinen soll.
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Verbotene Blicke, schamloses Sehen: Das Auge der Welt: Das Auge und die Welt Frank Gonzalez-Crussi Gebundene Ausgabe, 1. September 2007 Verkaufsrang: 218765 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Das Wissen, über das Frank Gonzalez-Crussi verfügt, ist bemerkenswert …" (Literaturen, Januar/Februar 2008)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Scharfer Beobachter, aber kein Komponist 3 von 5 Punkten Ohne seine Scharfsichtigkeit hätte der Autor in seinem angestammten Beruf keinen Erfolg. Denn er ist Pathologe. Das heisst, dass er täglich mit der Frage konfrontiert wird, ob ein Objekt gut- oder bösartig ist. Doch Frank Gonzales-Crussi beschäftigt sich auch noch mit dem Sehen, wenn er das Krankenhaus längst verlassen hat. Zudem liest er viel, assoziiert, stellt Vermutungen an, sucht nach ungewöhnlichen Zusammenhängen und kann gut schreiben. Obwohl seine Bücher in mehrere Sprachen übersetzt wurden, ist er in Deutschland noch nicht so bekannt, wie er es verdient hätte. Ob sich allerdings mit diesem Buch viel daran ändern wird, bezweifle ich. Denn so viele Druckfehler wie in dieser Übersetzungsarbeit habe ich schon lange nicht mehr angetroffen. Zudem wiegt der Mangel schwer, dass dem Leser keine einzige Abbildung geboten wird. Und die wären eben oft nötig, um den Gedankengängen des Autors folgen zu können. Frank Gonzales-Crussi verfügt über eine so besondere Beobachtungsgabe, dass er die Leser mit seinen Ausführungen immer wieder überrascht. Ich wunderte mich allerdings sehr über die inhaltliche Unordnung. Als ob er in seiner Freizeit vom Beruf Abstand nehmen wollte, springt Gonzales-Crussi ziemlich wild von einem Gedanken zum nächsten. Schwierig nachvollziehbar sind auch die Rhythmuswechsel durch Exkurse, Zusammenfassungen von Büchern und Filmen auf der einen Seite und telegrammartige Seitenblicke auf der anderen. Kurz. Mir fehlte eine publikumsfreundliche Komposition. Da ist mir die gedankliche Konzentration eines Roland Barthes sehr viel lieber. Mein Fazit: Da der Autor mit so vielen überraschenden Assoziationen und Beobachtungen aufwartet, habe ich die Lektüre nicht bereut. Aber nebst den vielen Druckfehlern finde ich den Verzicht auf Bildmaterial und die gedankliche Unordnung so ärgerlich, dass ich dem Buch nicht mehr als drei Sterne gutschreibe.
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Ereignis und Aura: Untersuchungen zu einer Ästhetik des Performativen (edition suhrkamp) Dieter Mersch Taschenbuch, 22. Juli 2002 Verkaufsrang: 309487 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 09.11.2002 Ausgangspunkt von Merschs Untersuchung "Ereignis und Aura" ist für Rezensentin Michaela Ott seine Kritik an dem von Derrida in seiner 1967 erschienenen Grammatologie begründeten Primat von Schrift, Spur und Textualität. Wie Ott ausführt, macht Mersch demgegenüber Momente der Erfahrung geltend, die sich gerade deshalb aufdrängen, weil sie sich dem sprachlichen Zugriff entziehen. Diese Momente findet Mersch vor allem in der Praxis der Kunst, im Performativen, in dem für ihn das "Auratische" aufscheint, erläutert die Rezensentin. Mersch erinnere daran, dass nicht alles in Textur aufgehe, sondern wie beispielsweise das Bild in seinem Rätselcharakter davon unterschieden werden solle. Für Ott eine "wohltuende Unterhöhlung der häufig nurmehr selbstreferentiellen Dekonstruktionsartistik". Allerdings erscheint ihr Merschs Bestimmung des Auratischen der Kunst auch wieder metaphysisch. Kritik übt sie insbesondere an der fehlenden politischen Dimension von Merschs Ansatz. So wirft sie ihm vor, dass seine Ästhetik des Performativen erneut auf eine "theoretische Hierarchisierung der künstlerischen Ausdrucksformen" hinauslaufe und gerade jene Manifestationen ignoriere, die unter dem Zeichen des Performativen im öffentlichen Raum kritisch-politisch intervenieren. Als Beispiel nennt sie die Performances von Gomes-Peña, die auf die Tragödien an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze verweisen: Das Performative mahne hier eine Leerstelle im politischen Diskurs und in der öffentlichen Aufmerksamkeit an. "Man sollte ihm", schließt die Rezensentin, "seinen politischen Anklagecharakter nicht nehmen durch Reauratisierung des Begriffs." © Perlentaucher Medien GmbH
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Ästhetische Erfahrung in der Kindheit: Theoretische Grundlagen und empirische Forschung
Broschiert, Juli 2004 Verkaufsrang: 311227 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unser Wissen über die Gefühle und Gedanken von Kindern während ihrer ersten künstlerischen Versuche und bei der Begegnung mit Kunstwerken ist noch immer recht schmal. Klaus Mollenhauer hat ihre Erforschung in den neunziger Jahren entschieden vorangetrieben. An seine Arbeiten knüpfen die Herausgeberinnen und Autoren dieses Buchs an, das sie ihm posthum widmen. Sie diskutieren die Angemessenheit des Begriffs Ästhetische Erfahrung für das Erleben des Kindes und fragen nach dessen Bildungsbedeutung. Sie sondieren das Terrain zwischen ästhetischen Erlebnissen und der Sprache, untersuchen Kindheitserinnerungen ebenso wie die tastenden Versuche, musikalische Eindrücke in ästhetische Gebilde und Worte zu übersetzen und prüfen Modelle und Methoden empirischer Forschung zu musikalischen, bildkünstlerischen und literarischen Erfahrungen in der Kindheit. Das Buch bietet einen facettenreichen Beitrag zu den Grundlagen ästhetischer Bildung und Erziehung. Der Band versammelt Beiträge und Forschungsa nsätzen aus Philosophie und Erziehungswissenschaft, aus Musik-, Kunst-, Literatur-, Theater- und Medienpädagogik. Mit Beiträgen von Johannes Bilstein, Ursula Brandstätter, Cornelie Dietrich, Christina Griebel, Ulrike Hentschel, Gundel Mattenklott, Hans-Rüdiger Müller, Michael Parmentier, Georg Peez, Constanze Rora, Stefan Roszak, Kaspar H. Spinner, Jutta Ströter-Bender und Jörg Zirfas.
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Grundfragen der Kulturgeschichte Silvia Serena Tschopp, Wolfgang Weber Broschiert, 1. Dezember 2006 Verkaufsrang: 337759 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "...einen erwartungsgemäß knappen, aber dennoch sehr informativen und lesbaren Abriss des aktuellen Standes der Kulturgeschichte in Deutschland..." (iaslonline.de, 7.1.2008)
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Inästhetik - Nr. 0: Theses on Contemporary Art
Broschiert, 1. März 2008 Verkaufsrang: 370388 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Inästhetik denkt die Kunst von der Philosophie und die Philosophie von der Kunst her, ohne dabei das eine zum Objekt des anderen zu machen, ohne eines ans andere zu binden oder dem anderen unterzuordnen in der Überzeugung, daß in der Philosophie wie in der Kunst das Unendliche nur jeweils unterschiedliche endliche Formgebungen erfährt. Inästhetik zeichnet "die aus der unabhängigen Existenz bestimmter Kunstwerke hervorgehenden intraphilosophischen Wirkungen" nach, wobei die Philosophie die Immanenzebene bereitstellt. Inästhetik bringt ein Denken in Anschlag, das Kunst und Philosophie gleichermaßen als Wahrheitsproduktion auffaßt und, im Sinne Badious, die "Treue" zu diesen Wahrheiten aufrechterhält.Inästhetik versucht die Ebene einer allgemeinen Ontologie zu fixieren, auf der sich das Verhältnis von Philosophie und Kunst aufspannt.Inästhetik erscheint im Halbjahresrhythmus und stellt unter wechselnden Thementiteln internationale Positionen neben explizit jüngere Ansätze. Inästhetik will internationale zeitgenössische Konfigurationen sichtbar machen und operiert daher bewußt mehrsprachig.
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Lector in fabula: Die Mitarbeit der Interpretation in erzählenden Texten Umberto Eco Taschenbuch, 1. Oktober 1998 Verkaufsrang: 348836 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Problem der Interpretation, der interpretatorischen Freiheiten und Abweichungen, das sich durch Umberto Ecos gesamten wissenschaftlichen Diskurs zieht, ist auch Thema des vorliegenden Buches. Der "lector in fabula", der Leser, "der immer ganz nahe, der immer dem Text auf den Leib gerückt oder ihm auf den Fersen war, ist nunmehr im Text selbst untergebracht. Eine Art, dem Leser Glaubwürdigkeit zuzugestehen, ihn aber zugleich einzuschränken und zu kontrollieren". Das Spiel der Interpretation der aktiven Mitarbeit des Lesers - ist demnach im Kunstwerk selbst angelegt, ohne daß es letztendlich von ihm bestimmt werden kann. So setzt der Leser das "Nicht-Gesagte" oder das "Schon-Gesagte" voraus, er füllt Leerstellen aus und schreibt sogar "Phantom-Kapitel". Doch die Bedingungen und Möglichkeiten der Auslegung einesTextes hat derAutor vorgegeben. Ecos Studie bereitet dem Leser, der geistige Anstrengung nicht scheut, höchstes intellektuelles Vergnügen und gibt ihm sozusagen das Werkzeug in die Hand, sich in der Rolle des Lesers zu analysieren.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
ein wichtiger Beitrag zur Erzähltheorie 5 von 5 Punkten Ecos "Lector in Fabula" (ursprünglich auf Italienisch 1979 erschienen) ist ein rezeptionstheoretischer Beitrag zur Erzähltheorie, der sich jedoch - anders als Iser oder gar Ricoeur - offen zeigt für den relativen Wert der strukturalistischen Narratologie. Die zentrale These Ecos lautet, so wie es der Untertitel bereits nahe legt, dass die Struktur narrativer Texte nicht einfach objektiv gegeben ist, sondern sich der "Mitarbeit der Interpretation" verdankt. Grundlage für diese Position ist zum einen die Zeichentheorie von Peirce, zum anderen aber auch Ecos eigene semiotische Konzeption, die er wenige Jahre vorher für sein Buch "Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen" noch einmal überarbeitet und systematisiert hat. In einiger Hinsicht erscheint "Lector in Fabula" tatsächlich als text- und erzähltheoretische Ausarbeitung von Ecos Semiotik und entsprechend häufig wird auch auf den "Entwurf" zurückverwiesen. Wie auch in anderen theoretischen Werken Ecos ist auch "Lector in Fabula" durch eine theoretische Synthese oder, salopp formuliert, durch einen Spagat zwischen Rezeptionstheorie und semiotischem Objektivismus gekennzeichnet. Einerseits betont er - hierin der Rezeptionstheorie verbunden -, die große Bedeutung von Lesererwartungen für die Konstitution der erzählten Geschichte, für den Plot. Um dem sich aufdrängenden Verdacht der Beliebigkeit der Interpretation zu entgehen, relativiert er die rezeptionstheoretische Orientierung jedoch durch zwei Thesen. Zum einen stellt Eco nicht den empirischen Leser als Rezeptionsinstanz in den Mittelpunkt seiner Untersuchung sondern vielmehr den "Modellleser". Der Modellleser ist ein theoretisches Konstrukt. Es bezeichnet den Leser, der das Werk zum Zeitpunkt des Erscheinens des Werkes vor dem Hintergrund bestimmter künstlerischer und allgemein ideologischer Erwartungen gelesen haben könnte. Wer einen Erzähltext verstehen möchte, so die These, der muss versuchen nachzuvollziehen, wie der Text die Erwartungen des Modelllesers steuert und mit ihnen spielt. Womit bereits die zweite Relativierung der rezeptionstheoretischen Orientierung anklingt: Für Eco ist zwar die Mitarbeit des Lesers an der Gestaltung des Erzähltextes essentiell. Diese Mitarbeit ist jedoch nicht im Sinne einer rein subjektiven Konstruktion vollkommen frei, sondern sie muss sich an den Signalen orientieren, die der Text dem Leser gibt. Jenseits der in den letzten Jahrzehnten etwas übertriebenen radikalen Unterscheidung von "Ebenen" narrativer Texte geht Eco davon aus, dass die Konstruktion eines Erzählplots sich einer Erwartungsbildung verdankt, die ihren Ausgang nimmt vom sprachlichen Material. Die Oberflächenstruktur erscheint so nicht allein als sprachliche Oberfläche des Textes, sondern in ihr finden sich die Signale, auf deren Grundlage der Leser seine Erwartungen über Konflikte und Handlungssequenzen bildet, der Stoff, aus dem Geschichten werden. Die narrative Versprachlichung und die erzählte Geschichte erscheinen so nicht als getrennte "Ebenen", sondern als zwei Momente einer Dynamik der Lektüre. Durch die Integration strukturalistischer Begriffe und die enge Orientierung an seiner semiotischen Konzeption bietet Ecos Buch für Fragen der narrativen Figuration viele wichtige Anregungen. In einiger Hinsicht bietet er hier nützlichere Konzepte als einige der neueren Ansätze der "Möglich-Welten-Theorie" (Ryan, Ronen, Doloz'el, Pavel), deren Entwicklung im Übrigen durch Ecos Buch maßgeblich angeregt wurde. Und nicht zuletzt antizipiert Eco mit seiner Konzeption viele Vorstellungen neuerer kognitionstheoretisch orientierter Positionen von Narratologie und Texttheorie. Insgesamt eine nicht nur sehr anregende, sondern auch konzeptionell weiterführende Lektüre auch heute noch.
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Menschen- und Weltbilder moderner Malerei Bernhard Grom Taschenbuch, September 2003 Verkaufsrang: 402848 Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 3 Wochen Dieses Buch zeigt am Beispiel von 15 Malerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, wie prominente Vertreter der künstlerischen Moderne über die ästhetischen Probleme innovativer Bildgestaltung hinaus auch am geistigen Ringen ihrer Zeit teilgenommen und intensiv nach dem Sinn unseres Lebens und Zusammenlebens gefragt haben. Wer ihr Werk umfassend verstehen will, kann dieses weltanschauliche und spirituelle Suchen nicht ausklammern. Es kommen zu Wort: Die Expressionisten Max Beckmann, Emil Nolde, Georges Rouault und Alfred Hrdlicka; als Maler mit kubistischen Ursprüngen: Pablo Picasso und Marc Chagall; als Vertreter der Abstraktion: Wassily Kandinsky, Piet Mondrian und Barnett Newman; als Künstler mit surrealistischen Wurzeln: Max Ernst, Salvador Dal, Mark Tobey, Joseph Beuys und als Nachwort zu ihnen allen: Paul Czanne, von dem Picasso sagte: "Er war unser aller Vater." Zum Autor: Bernhard Grom, geb. 1936, ist Professor an der Hochschule für Philosophie, München.
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Popfeminismus! Fragezeichen!: Eine Einführung Katja Kauer Broschiert, 15. Juli 2009 Verkaufsrang: 391972 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| Reisen über die Kontinente der Kunstwissenschaften Gert Mattenklott Gebundene Ausgabe, September 2010 Verkaufsrang: 204012 Noch nicht erschienen.
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