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| Kultur, Bildung | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Ästhetik zur Einführung Stefan Majetschak Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 295497 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. ¯Ästhetik® als philosophische Teildisziplin entsteht in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als mandie menschlichen Sinnesvermögen und die Kunst auf eine neue Weise zu sehen beginnt, die in der philosophischen Tradition so kein Vorbild hat: als etwas, in dem eine eigene, vernunftanaloge Art von Gesetzlichkeit herrscht, die mit den begriffs- und aussagenlogisch verfassten Vernunft- und Verstandesgesetzen einer diskursiven Rationalität nicht gleichgesetzt werden kann. Diese Eigengesetzlichkeit der sinnlichen Anschauung und der Kunst zu analysieren und in ihrer Relevanz für die menschliche Weltorientierung herauszustellen ist das Programm, dem sich Ästhetik seither verschreibt. Das Buch führt zunächst in Grundfiguren der philosophischen Ästhetik bei Baumgarten, Kant und Hegel ein und zeichnet dann Positionen der Ästhetik im Zeitalter der modernen Kunst u.a. bei Fiedler, Heidegger, Adorno, Wittgenstein, Goodman und Danto nach.
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Kultureller Austausch Peter Burke Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 270747
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Dauer und Wandel 4 von 5 Punkten Peter Burke entfaltet in diesem Buch Ideen, die er bereits in seinen Monographien zur Italienischen und Europäischen Renaissance angedeutet hatte. Wie immer blickt er dabei über den Tellerrand Westeuropas hinaus und zeigt typische Reaktionen zwischen Tradition und Reaktion auf, wobei seine Beispiele auch zeitlich von der von bricolage geprägten Renaissance bis zum Coca-Cola-Effekt reichen. Zentral werden für ihn dabei zwei Krisen des historischen Bewußtseins, die er mit dem französischen 17. Jahrhundert (Descartes u.a.)und der heutigen Postmoderne (Foucault u.a.) benennt. Gerade der Moment, in dem Kulturen auf andere treffen, zeigt sich als entscheidend für Dauer und Wandel einer Kultur, die zwischen Abwehr oder Anerkennung vielfältige Möglichkeiten der Reaktion behält. So sehr sein Ansatz gerade für das Zeitalter Ludwigs XIV. überzeugen kann, so zweifelhaft erscheint jedoch der gewinnbringende Effekt des Vergleichs mit heute und die Rückführung im Text auf die Gelehrtenrepublik des Erasmus. Dennoch trägt Burke zweifelsohne zur Problematisierung von Phänomenen des Kulturkontaktes bei und zeigt deren Vielfalt an den gewählten Beispielen auf, die in der Tat auch sein eigenes Oeuvre weiter komplettieren. |
Philosophische Kultur Georg Simmel Taschenbuch, November 1998 Verkaufsrang: 298138 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die wichtigsten Essays des in den achtziger Jahren wiederentdeckten Philosophen, Schriftstellers und Soziologen: weitsichtige Texte über die Krise der Moderne. Georg Simmel (1858-1918) zählt zu den Begründern der Soziologie, war ein glänzender Redner mit großer Publikumswirkung und wurde zum Anreger von Ernst Bloch, Walter Benjamin und Theodor W. Adorno. Simmels Denken paßt in kein System. In seinen Texten von unerhörter Themenvielfalt behandelt er Bedeutendes neben scheinbar Nebensächlichem: Kunst und Religion, die Frauenbewegung und die weibliche Kultur, einen Henkel, die Alpen, die Mode und das Abenteuer. Seine Sichtweise vermittelt mehr von den Strukturen und Prozessen der Moderne als viele Diskussionen der letzten Jahre.
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Bildatlas der Weltkulturen, Das Christentum Henry Chadwick, Gillian R. Evans Gebundene Ausgabe, 1998 Verkaufsrang: 223630
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein weiterer Reinwaschungsversuch der etablierten Kirchen 3 von 5 Punkten Für einen Laien auf dem Gebiet Religion ist dieser Abriß über die Christenheit sicher ein sanftes Kennenlernen. Werden doch die schwarzen Seiten der großen Religionen nur am Rande erwähnt, verharmlost oder verschwiegen z.B. die Rolle der Religion in den Kriegen oder die Greultaten der etablierten Kirchen werden so dargestellt als hätten sie weltliche Herrscher zu verantworten. Dadurch kann ein Laie sicher unvoeingenommener an dieses Thema heran gehen. In diesem Sinne wird aber der Geschichte der ersten Christen zur Zeit des Lebens Jesu und der Niederschrift der letzten Bücher der Bibel in diesem 240 seitigen Buch ganze drei Spalten gewidmet. Bei einer tieferen Betrachtung dieses Themas wäre man an dem Zitat aus der Bergpredigt sicher nicht vorbei gekommen: " an ihren Werken werdet ihr sie (die falschen Propheten) erkennen." Natürlich hätte dieses Buch dadurch viel von seinem wertungsfreien Charakter verloren. In der geschichtlichen Betrachtung werden den Fehlern von Führern kleinerer religiöser Bewegungen meist mehr Beachtung geschenkt als ihren ursprünglichen Zielen und Lehren, da diese Fehler naturgemäß und dargestellt einen verheerenden Einfluß auf das Ansehen der ganzen Bewegung oder ähnlichen Stömungen hatte, z.B. Wiedertäufer. Im Großen und Ganzen zeichnet dieses Buch ein realistisches wertungsfreies Bild der heute existierenden sich christlich nenenden Welt. Bei den großen Kirchen zwar mit einer gehörigen Portion Schönfärberei, aber doch lesenswert. |
Caspar David Friedrich: Ästhetik und Religion Werner Busch Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 188011 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über Caspar David Friedrich ist viel geschrieben worden. Und seine sehr eindringlichen, in ihrer Bedeutung aber schwer greifbaren Werke verleiten dazu, ihnen wahlweise einen absoluten oder gänzlich relativen Sinn beizumessen: sie entweder eindeutig religiös bzw. politisch auszudeuten oder ihre Sinnoffenheit diskursiv zu umkreisen. All diese Herangehensweisen verabsäumen eines: Sie vergessen zu fragen, wie und vor allem mit welchen Mitteln der Künstler im einzelnen Werk Sinn stiftet, wann sich das Werk der Festlegung entzieht und vor allem - mit welchen Gründen. So versucht dieses Buch etwas sehr Altmodisches: Die genaue Naturaneignung der Studien Caspar David Friedrichs zu verstehen und sein ästhetisches Verfahren, das jedem Bild ein abstraktes Ordnungsgerüst gibt, zu begreifen. Anders gesagt: einerseits den Werkprozeß nachzuvollziehen und andererseits diesen Prozeß zu historisieren. Seine Rechtfertigung findet ein solches Verfahren in C. D. Friedrichs von Schleiermacher geprägter Religionsauffassung - und in der Evidenz der Bilder. Werner Busch gibt damit dem Werk Caspar David Friedrichs seinen geschichtlichen und ästhetischen Ort zurück.
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Von Erlaucht bis Spektabilis: Kleines Lexikon der Titel und Anreden Otto Krabs Taschenbuch, März 2004 Verkaufsrang: 133665 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Durchlaucht, Erlaucht, Hochwürden, Exzellenz, Herr Präsident, Herr Professor ... landauf, landab werden mit diesen Formeln Ehrengäste begrüßt, Veranstaltungen eröffnet und Reden begonnen. Aber sind wir in der Wahl der Formulierungen immer ganz sicher? Wer trägt heute noch einen Titel? Wem gebührt welche Anrede? Wie lautet die Anschrift, wie die Anrede, will man einer Gräfin schreiben, einem Pater oder Dekan? Was tun, führt eine Person mehrere Titel? Für den beruflichen Alltag und den gesellschaftlichen Umgang unterrichtet dieses nützliche Lexikon über adlige und geistliche, akademische sowie Amts- und Ehrentitel und ihren korrekten Gebrauch in Anrede und Anschrift. Darüber hinaus erklärt es Entstehung und Herkunft der gebräuchlichsten Titel und führt damit ein in die Hierarchien des Adels und der Geistlichkeit, die Welt der Universität, des Militärs und der Administration.
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Robert van Gulik. Ein Leben mit Richter Di Janwillem van de Wetering Gebundene Ausgabe, 1990 Verkaufsrang: 311759 Robert van Gulik: Ein Sinologe, der sich sowohl für mittelalterliche Rechtsprechung wie für das Sexualleben der alten Chinesen interessiert; ein humorvoller Familienvater, der sich auch mit seinen nichtmenschlichen Hausgenossen, den Gibbons, blendend unterhält; ein Diplomat, ein Krimiautor und vieles mehr. Der weltberühmte Krimiautor Janwillem van de Wetering über sein großes Vorbild Robert van Gulik.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
interessanteste Details aus einem hochinteressaten Leben! 3 von 5 Punkten Leicht, locker und flüssig geschrieben bietet der Autor interessanteste Details aus einem hochinteressanten Leben - von einer hochinteressanten Person, nein Persönlichkeit: Robert van Gulik! Denn Robert van Gulik war nicht nur Autor von Kriminalromanen sondern auch Sinologe, Japankenner, Botschafter, Affenfreund- und halter, Sexologe, etc. Wer würde danach nicht sofort alle Bücher von van Gulik lesen wollen...? |
Halbzeit der Evolution Ken Wilber Broschiert, 1987 Verkaufsrang: 233900
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Spannend und kompetent 5 von 5 Punkten Zusammen mit dem "Atman-Projekt", was etwa zeitgleich geschrieben wurde, ist dies das erste Buch des neuen Wilber, nach seiner Abkehr von der retroromantischen Sichtweise. (Früher war alles besser und der Mensch der Einheit noch näher.) Wo es im "Atman-Projekt" um die Stufen der Individualentwicklung geht, befasst sich "Halbzeit der Evolution" mit der Kollektiventwicklung. Wilbers Stärke ist es, eine Vielzahl an Stimmen überzeugend zu einer Synthese zusammenzuführen und mit dieser Synthese etwas Neues zu schaffen. So sind Wilbers Thesen zwar neu, aber doch streckenweise so überzeugend, daß man sich manchmal fragt, warum man nicht schon viel eher darauf gekommen ist. Wilbers anderes großes Plus ist neben seiner Offenheit und enormen Belesenheit, daß er tiefgehend und unterhaltsam schreiben kann. Sein lockerer Stil wirkt niemals platt, seine tieferen Gedanken niemals Oberlehrerhaft. Alles in allem ein rundheraus empfehlenswertes Buch.
Biologisierung des Sozialen 1 von 5 Punkten Esoterische Wissenschaft at it's best: Der vielgelesene Autor Wilber behauptet durch alle Gegensätze der Wirklichkeit hindurch mittels Zusammenfassung gegensätzlichster Wissenschaften und religiöser Auffassungen reale Harmonie zu entwickeln: Sie entsteht durch die Vereinigung alles und jedens. Die Menschheit stehe in einem Evolutionsprozeß, der in dem erweiterten Bewußtseins seinen guten Abschluß finden könne. Dazu macht Wilber eine unglaubliche Melange von verschiedensten Vorstellungen auf: So ist er exzessiver Eklektizist im negativsten Sinne. Dabei negiert er nicht nur alle notwendigen Unterschiede der Wissenschaften, womit er deren Existenzberechtigung überhaupt bestreitet (ohne selbst in Konsequenz zu betreiben, wozu er im Sinne seiner eigenen Ansicht gezwungen ist), sondern schafft darüber hinaus dabei unter der Hand (und das wird der wesentliche Sinn des Buches sein) eine Apologetik der bestehenden materiellen Verhältnisse, deren Eigenschaft, Ausbeutung und zu Unterdrückungen zu ermöglichen und (im Sinne ihrer Erhaltung) nötig zu machen, ihm als in dieser Weltgesellschaft lebend erfahrbar (und so ebenso analysierbar) ist. Obwohl Wilber materialistische Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker als Baustein in seinem unendlichen Bewußtseinsmosaik heranzieht, hat er Ideologie- und Idealismus-Kritik augenscheinlich nicht verstanden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Großartige Synthese verschiednener Wissenschaften 5 von 5 Punkten Wilber legt mit diesem Buch - das ich für eines seiner wichtigsten halte - eine überzeugende Synthese verschiedener Wissenschaften vor. Er trägt Ergebnisse aus Evolutionsbiologie, Mythenforschung und Geschichtsphilosophie zusammen und verbindet sie mit Grundsätzen indischer Religiosität. Wer meint, dass etwas Interesantes entstehen kann, wenn Darwin, Schelling und Buddha aufeinandertreffen, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Wer das nicht meint - tja, der soll unbelehrt seiner Wege gehen.
Evolution des menschlichen Bewusstseins 4 von 5 Punkten Ken Wilber stellt uns einen großartigen methaphysischen Entwurf der Evolution des menschlichen Bewusstseins vor. Seine Geschichte dieser Evolution führt zu einem anderen Verständnis dessen was wir normalerweise als Kulturgeschichte bezeichnen. Mit Bezügen zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, Tiefenpsychologie, Anthropologie, und Kunst legt Ken Wilber einen neuen Weltentwurf vor, der auch durch seinen Absolutheitsanspruch nichts an seiner Faszination verliert. |
Die Grenzen der Interpretation Umberto Eco Broschiert, 1995 Verkaufsrang: 323846 Mit plastischen Beispielen illustriert Umberto Eco, daß man zwischen der Interpretation eines Textes und seinem Gebrauch unterscheiden muß, aber auch, daß es Interpretationen gibt, die entschieden zu weit gehen. Witzig und argumentativ bestechend analysiert er historische und moderne Fälle des Mißbrauchs der Interpretationsfreiheit und versucht, Kriterien für eine Interpretation zu schaffen, die diese Fehler vermeidet.Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ecos später Rückzug 4 von 5 Punkten Umberto Eco war bekannt geworden als ein Interpret, der die Offenheit von Kunstwerken bezüglich ihrer Interpretation verfocht. Alles schien interpretatorisch möglich - so stimmte der jung Eco in den Chor ein, dessen andere Sänger Iser, Jauß, Rorty und viele andere waren. In seiner Spätzeit trat Eco einen leichten und geordneten Rückzug an. Anfang der 90er erstmals erschienen, bestimmt Eco nun "Grenzen der Interpretation". Interpretationen sind nunmehr nicht mehr allein von der Absicht des Lesers (intentio lectoris) bestimmt, sondern maßgeblich von den Strukturen, die im Werk selbst eine Rolle spielen (intentio operis). Diese hat der Interpret zu ermitteln, und zwar so, daß er sich einen Modell-Leser erarbeitet, der einen idealen Verständnishorizont für den jeweiligen Text hätte. Anhand dieses Modell-Lesers lassen sich dann auch bestimmte Interpretationen überprüfen. Verkürzt gesagt: was Eco macht, ist die Anwendung der Popperschen Erkenntnistheorie auf die Hermeneutik: Zwar ist die Verifikation einer Interpretation nicht möglich (denn unendlich viele Interpretationen sind "richtig"), dafür lassen sich aber bestimmte Interpretationen eindeutig falsifizieren.Eco hat für dieses Werk, das nach meinem Dafürhalten aber durchaus in seiner eigenen Tradition steht und glänzende Anregungen enthält, Prügel bezogen. Man schimpfte ihn einen Strukturalisten - aber das hat er nicht verdient. Letztlich bleibt noch ein Bezug zu setzen: wie so oft, hat sich Ecos Philosophie auch auf die Literatur ausgewirkt: Sein Roman "Das Foucaultsche Pendel" ist zeitgleich entstanden und ist die konkrete Anwendung der "Grenzen der Interpretation", indem es die (im Roman sogar lebensbedrohlichen) Konsequenzen einer Überinterpretation eines mittelalterlichen Dokuments zeigt, das sich letztlich nur als Einkaufsliste erweist. Insgesamt: auch und gerade wegen der reichhaltigen Nachwirkungen auf Literaturwissenschaft, Philosophie und Theologie ist Ecos Spätwerk eine unverzichtbare Lektüre. Auch wenn man ihm nicht in allen Punkten zustimmen mag, wird man doch eine starke Bereicherung erfahren. |
Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn.: Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn Monika Wagner, Dietmar Rübel, Sebastian Hackenschmidt Taschenbuch, September 2002 Verkaufsrang: 283369 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Welchen Unterschied macht es, ob ein Künstler mit Gold, Fett oder Kunststoff arbeitet? Transportiert das jeweilige Material die Idee des Künstlers oder beeinhaltet es naturgemäß eine eigene Botschaft? Allesamt Fragen, mit denen sich der Betrachter moderner Kunst oftmals konfrontiert sieht, ohne darauf Antwort zu erhalten. Ansätze und Antworten finden sich im Lexikon des künstlerischen Materials. Die Herausgeber Monika Wagner, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiter Dietmar Rübel und Sebastian Hackschmidt, befanden dieses Lexikon schon lange für überfällig. Spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Symbolgehalt verwendeter Werkstoffe eine nicht zu unterschätzende Komponente zum Verständnis von Kunstwerken. Als Konsequenz daraus entstand ein handlicher Band im Taschenbuchformat aus dem Hause Verlag C. H. Beck, der auf 256 Seiten einen systematischen Überblick über Charakteristika, Einsatz und Bedeutung von über 50 Werkstoffen der modernen Kunst verschafft. Zur Veranschaulichung dienen zahlreiche Abbildungen. Von A wie Abfall bis Z wie Zinn erfährt der Leser in überschaubaren Abschnitten von einer bis zwei Seiten Wissenswertes über den jeweiligen Werkstoff. Ein historischer Überblick gehört ebenso dazu wie Erläuterungen zur Materialverwendung sowie eine kleine Sammlung von Zitaten und Sekundärliteratur. Wer sich noch intensiver mit der Materie beschäftigen möchte, wird im Anhang des Lexikons fündig. Dort befindet sich neben einem umfangreichen Künstlerregister ein ausführliches Verzeichnis weiterführender Literatur. Aber auch beim Querlesen und Herumstöbern kommt der Leser bereits auf seine Kosten. Es dauert nicht lange, bis der Blick an kuriosen Details hängen bleibt. Wer weiß schon, dass die ersten nachweisbaren Verwendungen eines betonähnlichen Gemischs mehrere Jahrtausende alt sind oder die Koralle in der Vergangenheit den Toten Schutz gewähren und Gift in Speisen erkennbar machen sollte. Von großer Gründlichkeit, aber auch einer Menge Spaß bei der Arbeit seitens der Herausgeber zeugt die humor- und fantasievolle Auflistung verwendeter Materialien. Wer beispielsweise auf das Stichwort "Dreck³" stößt, findet den Querverweis zu "¹Erde", und bei "Schokolade³" führt die Weiterleitung zu "¹Fett" und "¹Nahrung". Trotz hohem wissenschaftlichen Anspruch ist das Lexikon des künstlerischen Materials kein trockenes Nachschlagewerk, sondern vielmehr ein lebendiger kunstgeschichtlicher Führer, der aufgrund seiner kompakten Ausmaße beim Museumsbesuch in jeder Tasche Platz findet. --Andreas Schultz
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Dr. Mabuse, Winnetou & Co: Dreizehn Klassiker der deutschen Unterhaltungsliteratur Helmut Schmiedt Broschiert, Mai 2007 Verkaufsrang: 229454 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Namen wie Vulpius, Marlitt, Courths-Mahler, Spoerl und Konsalik stehen für den Teil der deutschen Literaturgeschichte, der ein Massenpublikum gefunden hat, nicht aber den Beifall derjenigen, die sich auf ihre Urteilsfähigkeit in ästhetischen Angelegenheiten einiges zugute halten. Das vorliegende Buch vermeidet weitgehend die ausdrückliche Wertungsdiskussion, sucht aber nach den jeweiligen Besonderheiten und verbindenden Merkmalen bei dreizehn markanten Texten der deutschen Unterhaltungsliteratur - eine Recherche, die manches zutage fördert, was auch heute noch reizvoll wirken mag. Die Skala der besprochenen Werke reicht vom Räuberroman der Goethezeit bis zum postmodern anmutenden Krimi des ausgehenden 20. Jahrhunderts, vom Liebesroman über die Wildwesttrilogie bis zur heiteren Agentenstory, vom erotischen Roman bis zum Schlager und zum Bühnenschwank; es tauchen Autorennamen auf, die inzwischen nur noch Spezialisten bekannt sind, aber auch solche, die immer noch ständig genannt wer
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Hinter Klostermauern. Alltag im mittelalterlichen Kloster. Geschichte erzählt: Bd. 5 Sabine Buttinger Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 284192 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Für die Mönche und Nonnen war das Kloster eine durch dicke Mauern abgeschlossene Welt, in der sie beteten, arbeiteten, schliefen, aßen, tranken und schließlich starben und begraben wurden. Der Rückzug aus der Welt sollte so vollkommen wie möglich sein. Wie aber sah das Leben im mittelalterlichen Kloster tatsächlich aus? Sabine Buttinger wirft einen Blick hinter die Klostermauern. Anhand von Quellen taucht sie in das faszinierende Leben der Mönche und Nonnen ein und beschreibt nicht nur die ganz banalen täglichen Verrichtungen, sondern auch die wichtigen Fragen der ›Innenpolitik‹ etwa die Abtwahl. Am Beispiel der Benediktinerklöster in der Zeit vom 9.–12. Jahrhundert zeigt sie, wie ein Kloster organisiert war, wie eine klösterliche Grundherrschaft aussah und wie sich das Außenverhältnis etwa zum König, Vogt oder der Stifterfamilie gestalten konnte. Dabei zeigt sich, dass es das Kloster des Mittelalters nicht gab, sondern dass klösterliches Leben im Mittelalter vielfältig und durchaus sehr unterschiedlich war.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Auf ins Kloster 5 von 5 Punkten Das Kloster des Mittelalters war Hort der Bildung und Ort tiefer Frömmigkeit, zugleich aber Lebensraum für Menschen in all ihrer Unvollkommenheit. Innere Einkehr und interne Eifersüchtelei, tiefe Spiritualität und scharfe Kontroversen um Habit, Speiseordnung und Klosterämter prägten das Dasein unter dem Dach der Benediktsregel. Der Autorin gelingt es, mit dem vorliegenden Buch beide Momente in einem facettenreichen Panorama des klösterlichen Alltags zusammen zu führen.
Ihr in der bibliophilen Reihe "Geschichte erzählt" erschienes Werk bietet dem interessierten Laien wie auch dem fachkundigen Leser einen knappen, aber umfassenden Einblick in die Welt mittelalterlicher Klöster. Mit schwungvollem Stil, feinem Gespür für das mitunter skurrile Detail und fachkundigem Blick für die großen Entwicklungslinien gelingt es ihr, den Leser in den Bann einer fremd wirkenden Vergangenheit zu ziehen. Dem populären Bild festlichen Hoflebens, farbenfroher Turniere und heldenhafter Ritterromantik vermag sie einen alternativen, auf den ersten Blick weniger populären Aspekt des Mittelalters auf anschauliche Weise zu erschließen. Durch fesselnde Schilderung, einprägsame Erläuterungen und ausgewählte Quellenpassagen macht sie die Lektüre zu einem angenehmen Erlebnis. Der Reihendevise, daß Geschichte "erzählt" und nicht nur beschrieben werden will, wird das Buch auf unterhaltsame Weise gerecht.
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Philosophieren zwischen den Sprachen. Vilem Flussers Werk Rainer Guldin Broschiert, April 2005 Verkaufsrang: 228526 Flussers Schriften begründen eine andere Art zu denken: ein polyglottes Philosophieren zwischen unterschiedlichen Sprach- und Diskurswelten. Sein Werk ist jedoch, vor allem in Deutschland, von einem einseitig medientheoretischen Standpunkt aus rezipiert worden. Der Erfolg von Internet und den Neuen Kommunikationstechnologien in den frühen 90er Jahren hat sein deutschsprachiges Spätwerk zwar berühmt gemacht, dadurch aber auch eine Rezeption anderer Facetten seines Oeuvres erfolgreich verhindert. So gilt es, unterschiedliche Persönlichkeiten in Flusser noch zu entdecken: den Essayisten, Kulturanthropologen, Phänomenologen, Ironiker und Fabelnerzähler. In dieser ersten Gesamtdarstellung begegnet Guldin der voreiligen medientheoretischen Kanonisierung, die einer Zähmung von Flussers unkonventionellem Denkstil gleichkommt, mit einer Neulektüre. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema der Übersetzung, das für Flussers Leben, sein Philosophieren und seine schriftstellerische Praxis von zentrale r Bedeutung war.
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' Klaus mit der Fidel, Heike mit dem Baß'. Jiddische Musik in Deutschland Aaron Eckstaedt Broschiert, März 2003 Verkaufsrang: 193819 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Aaron Eckstaedt, promovierter Musikwissenschaftler und Klezmermusiker, untersucht das Phänomen "Jiddische Musik in Deutschland" und deren erstaunliche Popularität in den letzten Jahren sowohl bei jüdischen als auch bei nichtjüdischen deutschen Musikern. Er zeigt, wie sich in den Lebensgeschichten der Musiker persönliche Bedeutungen ihrer musikalischen Tätigkeit herausbilden, auf welche Weise diese zur Identitätsbildung beitragen und welche Bedeutung es für sie hat, gerade in Deutschland jiddische Musik zu machen. Aaron Eckstaedts Monographie vermittelt ein anchauliches Bild von den Erfahrungen und dem Selbstverständnis der Musizierenden. Sie folgt den verschiedenen Wegen und Beziehungen der Musiker zu ihrer Musik: als Befreiung, Stiftung von Identität sowie als öffentliche und persönliche Erinnerungsarbeit. Jiddische Musik in Deutschland ist weitaus mehr als nur Vergangenheitsbewältigung. Der Autor: Aaron Eckstaedt studierte Musikwissenschaft, Pädagogik und Literatur an der Universität Dortmund und an der Hebrew University Jerusalem. Gegenwärtig forscht und lehrt er and der Universität Potsdam im Bereich jüdischer Musik. In den letzten Jahren publizierte er zahlreiche Schriften zur Musikpädagogik und zu jüdischer Musik.
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Lob der Peitsche. Eine Kulturgeschichte der Erregung Niklaus Largier Gebundene Ausgabe, September 2001 Verkaufsrang: 249789 An alle, die es mit dem Hauen und Gehauenwerden haben: kaufen. Falls Ihnen die eigenen Gelüste peinlich sind: Hier winkt Entlastung. "Lieber Freund", könnte man als Subtext entziffern, "deine Ferkeleien besitzen eine ehrwürdige Tradition". Aber auch wissenschaftlich Interessierte, die sich einschlägige (?) Texte bisher aus Bibliothek oder Antiquariatshandel beschaffen mussten, werden für dieses Lesebuch, diese Anthologie der Flagellationsliteratur dankbar sein. Ein Reader also? Auch nicht ganz. Zwar zitiert Largier -- ein Verdienst des Buches -- aus vielen teilweise entlegenen Quellen sehr ausführlich. Aber die Werke werden auf einen einzigen Aspekt, den der Flagellation, reduziert und die Kriterien der Auswahl selten begründet: "Was in diesem Buch zur Darstellung kommt, ist einem literar-historischen Bilderbogen der Geißelung ähnlicher als einer systematischen historischen oder psychohistorischen Analyse", schränkt der Verfasser bereits im Vorwort den eigenen Anspruch ein. Ein Bilderbogen ist unangreifbar, er muss nichts erklären. Und das ist manchmal doch schade: Wer die Bußübungen in den Frauenklöstern des späten Mittelalters beschreibt, ohne auf das spezifische geistige Klima der Zeit einzugehen -- das Weltende schien unmittelbar bevorzustehen, Gottes Strafgerichte schienen sich den Zeitgenossen in Katastrophen und Kriegen anzukündigen -- bleibt über Gebühr an der Oberfläche. Und gerade zum späten Mittelalter wäre der Verfasser Nikolaus Largier auskunftsfähig, hierzu hat er in den letzten Jahren veröffentlicht (etwa als Herausgeber der Bibliothek des Mittelalters). Es ist übrigens auch nicht ganz einzusehen, warum der Bilderbogen es mit dem 19. Jahrhundert bewenden lässt und uns Szenen etwa der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts vorenthält. Trotzdem: Lagiers Buch eignet sich wunderbar als beziehungsreiches Geschenk für die gebildete Liebhaberin und den gebildeten Liebhaber. --Michael Winteroll
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Sicherlich schon ein Standardwerk 5 von 5 Punkten Zu manchen Themen gibt es so viele Bücher, aber dieses hier war schon lange fällig, denn ist vielleicht das erste seiner Art. Ein Literatur- und Mittelalterexperte fasst hier auf beinahe 400 Seiten die Kulturgeschichte des Flagellantismus und des Sadomasochismus in Europa seit dem Frühen Mittelalter bis heute. Der Autor verliert sich nicht in der Psychoanalyse, sondern trägt vorhandenes Text- und Bildmaterial dieser Ära zusammen und zeichnet damit das Porträt einer einzigartigen Kultur. Er zeigt aber auch den Übergang der Peitsche, von einem Instrument der Askese zu einem Spielzeug der Erotik. Das Buch ist seriös, jedoch auch unterhaltsam geschrieben. Nicht selten mit Augenzwingern zwischen den Zeilen. Ein gebundenes Buch für einen super Preis. Nicht der schlechteste Beitrag, um dem eigenen Bücherregel etwas gutes zu tun.
Neue Geschichte der Sexualität 5 von 5 Punkten Faszinierend an diesem Buch ist, dass es anhand der - ohnehin schon fesselnden - Geschichte des Geisselns und Peitschens auch eine neue Geschichte der Sexualität entwirft. Im Zentrum steht dabei die Erregung und Praktiken der Erregung, die die Phantasie stimulieren. Wie Nikolaus Largier zeigt, wurden diese Praktiken in der Neuzeit mehr und mehr kritisiert und unterdrückt zugunsten einer normativen Vorstellung "gesunder Sexualität". Im Gegensatz dazu vollziehen die Flagellanten und auch die modernen Geissler und Peitschenliebhaber etwas, das die Erregung und Erregtheit, nicht die heterosexuelle normale Sexualität privilegiert. Die Lektüre des Buches ist eine vergnügliche und anregende Entdeckungsreise, die jedem und jeder zu empfehlen ist. |
Fußball als Kulturphänomen: Kunst - Kult - Kommerz Markwart Herzog Taschenbuch, 28. März 2002 Verkaufsrang: 193451 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Fußball hat im 20. Jahrhundert eine beispiellose Karriere durchlaufen: Lange und hartnäckig als geistloser 'Proletensport' geschmäht, konnte er sich als beliebte Freizeitbetätigung und unverzichtbarer Bestandteil der 'Popkultur' etablieren und dabei alle gesellschaftlichen Schichten in seinen Bann ziehen. Weltweit steht er in vitaler Kommunikation mit der globalisierten Unterhaltungs- und Medienindustrie. Zum ersten Mal werden im deutschsprachigen Raum die Beziehungen zwischen Fußball und der Kultur der Moderne auf breiter interdisziplinärer Basis analysiert. Die Autoren skizzieren die Herkunft des Fußballs aus dem Kontext der frühneuzeitlichen Ballspiele und befassen sich mit seiner wirtschaftlichen Zukunft. Ausführlich werden die Spuren nachgezeichnet, die dieser Sport heute in den Künsten und Medien hinterlässt: Dichtung, Abiturientenzeitschriften und schöngeistige Literatur, Kino und Fernsehen, Fotografie und Theater, Malerei und Graphik und Architektur, Schlager und Fankultu r. Auch die häufig gestellte Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sport und Religion wird in mehreren Beiträgen eingehend diskutiert. Stiftet doch die Identifikation mit dem Fußballverein für viele Fans einen Sinn im Leben, der signifikante Parallelen mit religiöser Daseinsorientierung aufweist.
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Das Verzeihen: Essays zur Moral und Kulturphilosophie Vladimir Jankelevitch Taschenbuch, November 2004 Verkaufsrang: 175052 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In seinem Heimatland Frankreich wird Vladimir Jankelevitch heute als einer der zentralen Philosophen des 20. Jahrhunderts angesehen. Das war nicht immer so. Unwillig, um die Gunst der öffentlichen Meinung zu buhlen, galt der Nachfahr jüdisch-russischer Einwanderer lange Zeit als Solitär, als "heimatloser Philosoph". Aus seiner Prägung durch Henri Bergson hat Jankelevitch nie ein Hehl gemacht. Vor allem seine Sprache verrät die Spur dieser Herkunft: Kühne Wortbildungen und ein von fließen Perioden getragener, durch jähe Abbrüche interpunktierter Stil bestimmen den Gestus eines Denkens, das ein permanenter Neubeginn sein will, Denken in Bewegung. Jankelevitch war ein Denker des Engagements, und nichts hat nachhaltiger seine Themenwahl bestimmt als die Jahre in der Resistance. Er hat über den Tod geschrieben, über die Liebe, über die Lüge - am eindringlichsten aber über das Verzeihen. Die Vernichtung der Juden war für Jankelevitch ein Kulturbruch, der die Grenzen des Verzeihens definitiv überschritt. So hat er, der einst über Schelling promoviert hatte, sich nach dem Krieg jede Verbindung nach Deutschland untersagt. Er blieb unversöhnt - bis zu seinem Tod im Jahr 1985. Anläßlich seines hundertsten Geburtstages präsentiert die vorliege Auswahl das Denken eines philosophischen Schriftstellers, der unbequem ist, ja fordernd, und der seine weitgespannten Themen ungemein pack darzulegen versteht. Für deutsche Leser ist Jankelevitch Entdeckung und Herausforderung zugleich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Provokant aber anregend 4 von 5 Punkten Es wurde lange diskutiert, ob das Buch überhaupt auf Deutsch übersetzt werden sollte, da es in höchstem Maße provozierend ist und dem europäischen Gedanken entgegen wirkt.Jankelevitch erklärt, warum es nicht möglich ist, manche Verbrechen überhaupt zu verzeihen. Er nimmt somit direkt Stellung zur Frage, ob denn die Auswirkungen des Dritten Reichs jemals vergessen werden sollten, so wie es die französiche Regierung 25 Jahre nach Kriegsende beschließen wollte. Seine Antwort darauf ist ein an seiner Deutlichkeit nicht zu übertreffendes "Nein". Das was passiert ist kann und darf nicht verziehen werden, da es ein Kollektivverbrechen war und in dieser Form auch wieder geschehen könnte. Das Buch ist sehr provokant geschrieben, man kann daraus jedoch einige anregende Gedanken ziehen. |
Kultur, Medien, Macht: Cultural Studies und Medienanalyse
Broschiert, Januar 2006 Verkaufsrang: 287798 Interdisziplinär orientierte Übersicht über den Cultural-Studies-Ansatz In den letzten Jahren haben sich die Cultural Studies in Deutschland zu einem wichtigen Ansatz der Kultur- und Medienforschung entwickelt. Dieser Band stellt die grundlegenden Konzepte der Cultural Studies dar und zeigt anhand exemplarischer Medienanalysen ihr innovatives Potential auf. Neben Texten von John Fiske und Lawrence Grossberg, zwei führenden Vertretern, dokumentieren die Beiträge die Diskussion und empirische Arbeiten dieser Forschungsrichtung im deutschsprachigen Raum.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Machtkultur 4 von 5 Punkten Kultur-Medien-Macht ist zwar mit einer Erstausgabe 1997 nicht mehr der aktuellste Reader zu den Cultural Studies, wohl aber eines der zugänglichsten Bücher zum Thema. Das Anliegen und die Tools der Cultural Studies werden genauso plausibel vorgestellt, wie die - immer noch schwierige - Rezeptionssituation im deutschsprachigen Raum. Vor allem dieser Punkt ist und bleibt aber - über die Behandlung im Reader hinaus - reflexionsbedürftig. Um so erfreulicher ist die gelungene Auswahl der hiesigen Autoren, die neben den Originaltexten von Grossberg, Fiske oder Ang nicht nur einen guten Einblick in die Rezeption und Weiterführung, sondern vor allem in die spezifischen produktiven Ausformen dieses - ja angeblich - gewollt uneinheitlichen Theoriegebäudes im deutschsprachigen Raum geben, ohne sich auf ein Schattenboxen mit der so übermächtigen Kulturtheorie der Frankfurter Schule und ihrer Nachfolger einzulassen. |
Zwischen den Sternen: Lichtbildarchive / Felix Eberty: Die Gestirne und die Weltgeschichte Karl Clausberg Gebundene Ausgabe, Mai 2006 Verkaufsrang: 194833 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. Um 1840 hatten präzise Messungen von Fixsternentfernungen erste gedankliche Landepunkte im Weltraum geliefert. Von diesen ausgehend reflektierte der Astronomieliebhaber und Jurist Felix Eberty (1812-1884), inwiefern die Erde von den Lichtjahre entfernten Fixsternen aus betrachtet in jeweils verschiedenen Stadien ihrer Vergangenheit zu sehen sein würde. Seine Überlegungen umriss er in einer schmalen Broschüre mit dem Titel "Die Gestirne und die Weltgeschichte. Gedanken über Raum, Zeit und Ewigkeit". Ebertys Beschreibung eines zeitlich zerdehnten Weltanschauungsbildes fand in Raubdrucken und Plagiaten weltweite Verbreitung und hinterließ in verschiedensten wissenschaftlich-fiktionalen Bereichen prägende Spuren, zum Beispiel in Einsteins Relativitätstheorie, der theoretischen Biologie Uexkülls und von Baers, im kosmogonischen Irrationalismus Klages', in der Geschichtsphilosophie Benjamins sowie im Kino der zwanziger Jahre. In seiner kleinen Schrift hat Eberty nicht nur neuartige denkmögliche Lichtbildlesarten beschrieben, sondern auch bereits wesentliche Züge einer zukünftigen Bildwissenschaft und Kinotheorie entworfen. Der vorliegende Band macht die Originalschriften Ebertys sowohl in der deutschen als auch in der intensiv rezipierten englischen Fassung zugänglich. Der vorangestellte Kommentar veranschaulicht die Rezeptionsgeschichte und die in das 20. Jahrhundert hineinreichende Wirkungskraft Ebertys "kosmischer Bildtheorie".
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Aura und Reflexion: Schriften zur Kunsttheorie und Ästhetik Walter Benjamin Broschiert, September 2007 Verkaufsrang: 45253 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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