|
| Deutsche Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der Baader-Meinhof-Komplex: Stefan Aust Broschiert, 11. August 2008 Verkaufsrang: 484 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum ?Deutschen Herbst? 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 102 Bewertungen)
Standard Werk zur Geschichte der RAF 5 von 5 Punkten Stefan Aust liefert hier eine interessante und spannende Analyse zur Entstehung und Ideologie der RAF. Ausgehend von der Studentenbewegung der 68er, über die Kaufhausbrände und die Baader-Berfreiung bis hin zur Schleyer- und Landshut-Entführung und bis zum Ende in Stammheim beschreibt der Autor den Lauf der Geschichte der RAF. Dabei gelingt es, äußert objektiv und neutral zu bleiben. Man kann gut nachvollziehen, wie der Rechtsstaat an die Grenze seiner Möglichkeiten gebracht wird.
Weitere Lesermeinungen |
Anne Frank Tagebuch Anne Frank Taschenbuch, 1. Juli 2006 Verkaufsrang: 741 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. -Wendy Smith
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 94 Bewertungen)
Mahnende Erinnerung 5 von 5 Punkten Es ist eigentlich zu traurig, um es zu lesen und dennoch Geschichte pur. Ich habe es regelrecht verschlungen und mußte auch über so manche Anekdote schmunzeln, was sie als junges Mädchen manchmal so für Ausdrücke in dieser harten Zeit gebrauchte. Einfach lesenswert und zum nachdenken.
Weitere Lesermeinungen |
Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Golo Mann Taschenbuch, 1. Mai 1992 Verkaufsrang: 5419 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wer sich in die Geschichte der deutschen Nation vertieft, der hat leicht den Eindruck eines unruhigen Lebens in Extremen ... Einmal erreichen deutsche Gestalten die höchsten geistigen Höhen, auf denen je Menschen gelebt haben, indessen gleichzeitig trübe Mittelmäßigkeit den öffentlichen Ton beherrscht. Von apolitischer Ruhe wendet Deutschland sich zur aufgeregtesten politischen Tätigkeit, von buntscheckiger Vielgestalt zu radikaler Einheitlichkeit; aus Ohnmacht erhebt es sich zu aggressiver Macht, sinkt zurück in Ruin, erarbeitet sich in unglaublicher Schnelle neuen, hektischen Wohlstand. Es ist weltoffen, kosmopolitisch, mit Bewunderung dem Fremden zugeneigt; dann verachtet und verjagt es das Fremde und sucht das Heil in übersteigerter Pflege seiner Eigenart. Die Deutschen gelten als das philosophische, spekulative Volk, dann wieder als das am stärksten praktische, materialistische, als das geduldigste, friedlichste, und wieder als das herrschsüchtigste, brutalste. Ihr eigener Philosoph, Nietzsche, hat sie das 'Täusche-Volk' genannt, weil sie die Welt immer wieder mit Dingen überraschen, die man gerade von ihnen nicht erwartet." Golo Mann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Nichts besseres wird man nicht finden 5 von 5 Punkten Wer Jahreszahlen, Schlachtenberichte und kurze Überblicke liebt - wird dieses Buch schnell wegstellen. Golo Mann arbeitet liebevoll die Essenz hinter der Geschichte heraus, entwirft ein Kontinuum an Ereignissen und Strömungen das die wechsellhafte Geschichte dieser Jahre schon fast in ein harmonisches, in sich geschlossenes und logisches Gesamtbild verwandelt. Wer Geschichte mit Herz und Verstand erfassen will ist hier bestens aufgehoben. Sprachlich ohnehin ein Kunstwerk. Fazit: Nichts zum reinschnuppern, eher zum sich hineinziehen lassen. Ein Buch das man über Jahrtehnte immer wieder gerne zur Hand nimmt.
Weitere Lesermeinungen |
trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager Viktor E. Frankl Taschenbuch, Oktober 1998 Verkaufsrang: 1560 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Der 1945 niedergelegte Bericht 'Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager' und die 1946 geschriebene dramatische Skizze 'Synchronisation in Birkenwald', die in diesem Band zusammengefaßt sind, wollen nicht Mitleid erregen oder Anklage erheben. Noch weniger geht es um die Situation des Grauens. Worauf es dem Neurologen Frankl vor allem ankommt, ist, zu beschreiben, durch welche Phasen der Entmenschlichung die KZ-Häftlinge gehen mußten und wie es doch einigen von ihnen möglich war, innerlich zu vollbringen, was das 'Buchenwald-Lied' forderte: "... trotzdem Ja zum Leben sagen." Das Buch wurde in 26 Sprachen übersetzt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
Hier ist mehr 5 von 5 Punkten als die, die nur in hehren Worten von einer Sache reden, die sie aus eigener Anschauung nicht kennen. Frankl war Philosoph, Arzt, Psychotherapeut und Begründer der Logotherapie. Und er war Lagerinsasse bei der "Endlösung" der Juden. Die Logotherapie ist eine die Offenheit und die Chancen einer Situation und des Lebens betonende Heilkunde", die Mut machen möchte (nicht zu verwechseln mit der Logopädie-Sprachheilkunde). Frankl`s Buch ist ein Documente humaine", wie es Carl Jaspers nannte, weil es echte Lebenshilfe bieten will. Die seelsorgerische Hilfe besteht nach Frankl für den Menschen in der Hinwendung an die Sache, an andere Menschen, in der Erinnerung an das Geglückte, in der Hoffnung, im Humor und im Gebet. Und wenn das Ganze unvermeidlich und grenzenlos ist, dann gibt es immer noch einen Sinn: das Leiden in Würde tapfer zu ertragen. Wie kam Frankl dazu? Frankl war Jude. Man steckte ihn im unseligen Reich ins KZ. Er überlebte, seine Eltern, seine Frau, sein Bruder kamen um. Unmittelbar nach seiner Befreiung schrieb er dieses Buch mit dem programmatischen Titel. Er schildert darin das Lagerleben aus der Sichtweise eines teilnehmenden Beobachters". Diese Relativierung hilft ihm auf Distanz zu den Schrecknissen zu gehen. Zugleich erhält er Hoffnung in einer schier ausweglosen Lage. Er wirbt bei den Verzweifelten im Lager für eine mehr biblische Haltung des Dennoch!" Er rät ihnen zu einem Bewusstsein, dass auch die Aussichtslosigkeit unseres Kampfes seinem Sinn und seiner Würde nichts anhaben können, den Mut zu bewahren." Frankl versucht ein ermutigendes Vorbild zu sein, Denn ich sagte ihnen auch, dass ich, für meine eigene Person, trotzdem nicht daran dächte, die Hoffnung aufzugeben. Denn kein Mensch wisse die Zukunft..." Nicht nur das Hoffen erfährt Frankl in den Lagern als eine Lebenskraft, auch die Liebe - und er erlebt das auch bei Mithäftlingen. Er schildert wie er inmitten äußerstem Elends liebend an seine Frau denkt, über die er noch nicht weiß, dass sie bereits nicht mehr lebt. Für den Erzähler Basil Hume ist Franks Schilderung seiner Tagträume inmitten der grausamen Lagerrealität, in denen er in Gedanken mit seiner ebenfalls inhaftierten Frau spricht, einer der bewegendsten Berichte über die menschliche Liebe, die ich je gelesen habe". Es wird auch deutlich, in welcher Weise der Mensch für Frankl mehr ist als der psychologische Organismus", der er z.B. für Freud war. Er ist ein geistiges Wesen, ein ewiges Geschöpf. In dieser Dimension, als geistige Person, ist der Mensch für Frankl unverletzbar und kann nicht erkranken. Nach der Befreiung entwickelt Frankl seine Logotherapie, die auf allen Kontinenten gelehrt wird. Frankl hatte mehrere Professuren in den USA inne. Er heiratete erneut. Mit 70 machte er noch den Pilotenschein mit der Begründung: Ich muss mir nicht alles von mir gefallen lassen". Er meinte damit die Angst vor dem Absturz, gegen die er auch bei seinen Patienten vorging.
Weitere Lesermeinungen |
Vom Kriege Carl von Clausewitz Gebundene Ausgabe, 12. November 2008 Verkaufsrang: 1857 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vom Kriege gilt als das bedeutendste Werk, das jemals über die Kriegsführung verfaßt wurde. Seinen Rang verdankt es insbesondere den ersten Kapiteln, in denen Clausewitz eine allgemeine Wesensbestimmung des Krieges vornimmt. In seinen Kernaussagen, wie der These vom politischen Charakter des Krieges, von seiner Doppelnatur als traditionellem und revolutionärem Krieg und seiner Bestimmung als Gewaltakt, der der Erfüllung des eigenen Willens dient, reicht sein Ansatz weit über den militärischen Bereich hinaus. Clausewitz berühmtes Postulat vom "Krieg als bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ist längst zum Gemeinplatz mutiert; viel gelesen, oft zitiert, aber selten verstanden. Clausewitz hat das Primat der Politik theoretisch begründet; hat Ziel, Mittel und Zweck des Krieges als Instrument der Politik definiert: "Der Krieg ist ein Akt der Gewalt um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen". Es gilt, "den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem fernern Widerstand unfähig zu machen". Eine Politik, die sich dem Mittel des Krieges verweigert, kann folglich nicht erfolgreich sein, da sie erpreßbar ist. Aber der Krieg sollte immer die Ultima ratio der Politik sein. Denn - so Clausewitz - er ist eine grausame und blutige Angelegenheit, und ein Erfolg setzt den unbedingten Willen zum Sieg voraus. "Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken, es gäbe ein künstliches Niederwerfen des Gegners ohne zu viel Wunden zu verursachen. Wie gut sich das auch ausnimmt, so muß man doch diesen Irrtum zerstören, denn in so gefährlichen Dingen, wie der Krieg eins ist, sind die Irrtümmer, welche aus Gutmütigkeit entstehen, grade die schlimmste". Einen "sauberen Krieg" gibt es nur in den Hirnen der PR-Strategen. -Stephan Fingerle
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Harter Tobak 5 von 5 Punkten Es ist nicht einfach zu lesen, dieses Buch zur (militärischen) Strategie. Manch einer, der sich eine lockere Lektüre erhoffte, wird es daher schnell enttäuscht zur Seite legen. Zugegebenermaßen muß man einige Passagen mehrmals lesen, um sie zu verstehen. Die Brillanz der Gedankengänge erschließt sich einem nicht gleich beim ersten Überfliegen. Harter Tobak, aber dennoch sehr lesenswert. Für Führungskräfte in Wirtschaft und Politik sollte es Pflichtlektüre sein.
Weitere Lesermeinungen |
John Rabe. Der gute Deutsche von Nanking
Broschiert, 13. Oktober 2008 Verkaufsrang: 3465 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kaum zu glauben, daß das Hakenkreuz Leben gerettet und nicht nur vernichtet haben soll. Hat es auch nicht. Doch zumindest wurde das Furcht und Schrecken verbreitende Symbol als Deckmantel genutzt. Oskar Schindler, berühmt geworden durch Steven Spielbergs Verfilmung seines Lebens, war einer, der unter dem Vorwand, ein Nazi zu sein, Menschen vor ihrer Ermordung gerettet hat. Ein anderer hieß John Rabe, war leitender Siemens-Angestellter im chinesischen Nanking und Mitglied der NSDAP. Seine Parteizugehörigkeit ist kaum vorstellbar, hat dieser Mann doch ein Tagebuch geschrieben, das ihn als humanitären und selbstlosen Retter zu erkennen gibt. In den USA nennt man ihn inzwischen den "Oskar Schindler von Nanking". Die Chinesen verehren John Rabe als Helden und haben ihn erst vor kurzem in ihre Memorial Hall aufgenommen. In Deutschland war der 1950 gestorbene Deutsche bis vor kurzem vergessen: Zu unbequem erschien ein Held, dessen Vergangenheit so deutliche braune Spuren hatte. John Rabe, für Siemens in der Hauptstadt Chiang Kai-sheks, wurde 1937 Augenzeuge des Massakers von Nanking, dem Hunderttausende von Menschen zum Opfer fielen. Japanische Truppen hatten zunächst die Stadt umzingelt, während im Innern furchtlose Ausländer, unter ihnen John Rabe, eine "Sicherheitszone" einrichteten, die vor allem durch das respekteinflößende Hakenkreuz an Rabes Arm gegen japanische Übergriffe verteidigt werden konnte. John Rabe hat über diese Zeit Tagebuch geführt. Er beschreibt detailliert die Vorgänge vor dem Angriff und die Vergewaltigungen, Hinrichtungen und Plünderungen während des Massakers, das wochenlang andauerte und in seiner Brutalität einzigartig war. "Wir sind damals buchstäblich über Leichen gestiegen", faßt Rabe die Greuel zusammen, denen er sich stellte, obwohl es für ihn, den verbündeten Deutschen, ein leichtes gewesen wäre, nach Nazi-Deutschland auszureisen. "Wenn doch der Führer nur wüßte", sinniert er in seinem Tagebuch. Doch Adolf Hitler mißbilligte in Wirklichkeit seine Menschenfreundlichkeit, und auch Siemens schätzte nicht, daß ein entscheidender Mitarbeiter sich und das Wohl der Firma für die Rettung von rund 2000 chinesischer Flüchtlinge in Gefahr brachte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland, fand Rabe ein Land vor, das in keinster Weise dem Bild entsprach, das er sich vom nationalsozialistischen Deutschland und seinem Führer im fernen China gemacht hatte. Das Tagebuch John Rabes rehabilitiert nicht nur "den guten Deutschen von Nanking", es ist auch der einzige umfassende Augenzeugenbericht der Greueltaten von Nanking und somit ein wertvolles zeitgeschichtliches Zeugnis. -Bettina Albert
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Lesenswert 5 von 5 Punkten Ein Buch welches unbedingt gelesen werden sollte. Der uneigennützige, beherrschte und selbstlose Einsatz um 250000 Menschenleben zu retten ist unvorstellbar. Das Buch hat mich sehr bewegt obwohl, oder gerade,weil es in einer Tagebuchversion verfasst ist und und man das Gefühl hat, ganz nah am Geschehen zu sein.
Weitere Lesermeinungen |
Die Deutschen: Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter Arens Gebundene Ausgabe, 8. Januar 2009 Verkaufsrang: 5290 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Tausend Jahre deutsche Geschichte anhand von drei zentralen Fragen: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Guido Knopp, Stefan Brauburger und Peter Arens zeichnen die hellen und dunklen Epochen einer verspäteten Nation nach. Als Orientierung dienen den Autoren dieses Standardwerks historische Persönlichkeiten, deren Leben sich mit Wendepunkten deutscher Geschichte verbindet. Dabei spiegelt sich in der deutschen Frage auch immer die Geschichte des europäischen Kontinents. Begleitet von einer 10-teiligen ZDF-Serie spannt diese groß angelegte Dokumentation den Bogen von Otto I., dem Großen, der 936 inAachen zum deutschen König gekrönt wird, bis hin zu Otto von Bismarcks Reichsgründung und zum letzten deutschen Kaiser Wilhelm II.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Besser gehts kaum 5 von 5 Punkten Habe das Buch regelrecht verschlungen, obwohl ich sonst eher wenig lese. Die Geschichte unseres Volkes wird besonders anschaulich und interessant geschildert. Habe viel dazugelernt !!!
Weitere Lesermeinungen |
Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen Sabine Bode Taschenbuch, Mai 2008 Verkaufsrang: 2292 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Doch diese Erinnerungen haben die Kriegskinder bislang in sich verschlossen gehalten. Statt dessen haben sie nach vorn geblickt, Deutschland wiederaufgebaut, eine Familie gegründet. Heute sind sie in Rente, die eigenen Kinder längst aus dem Haus, und zum ersten Mal im Leben schauen sie zurück. Sie fangen an zu begreifen, daß vieles in ihrem Leben auf ihre Kriegserlebnisse zurückzuführen ist. Auch die Kinder und Enkel der Kriegskinder beginnen, sich mit der vergessenen Generation zu beschäftigen. Sie wollen verstehen, warum ihre Eltern so sind, wie sie sind. Warum konnte man bestimmte Dinge einfach nicht mit ihnen besprechen? Ein wichtiges und notwendiges Buch.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Ein sehr wichtiges und wertvolles Buch 5 von 5 Punkten Dieses Buch habe ich mit großem Interesse verschlungen. Großartig! Selber ein Kind von Kriegskindern (->im Buch geht es speziell um die Jahrgänge 1933-1945), hat es mir sehr viele Erkenntnisse gebracht, die mir vorher einfach nicht bewußt gewesen sind. Man muss sich das mal vorstellen: ALLE Deutschen waren vom Krieg betroffen, Millionen haben traumatische Erlebnisse. Die Kinder haben damals mitgeholfen, Tote zu begraben, Brand, Hitze und Staub erlebt, Todesangst gehabt, Väter, Mütter, Geschwister und Freunde verloren. Und es wurde nie darüber gesprochen, ihre persönlichen Erlebnisse -die uns bis heute beeinflussen- wurden nie aufgearbeitet. Erst jetzt brechen sie ihr Schweigen. Ein kleines Buch mit großer Wirkung. Danke. Unbedingt lesen!
Weitere Lesermeinungen |
Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden Harald Welzer Broschiert, 16. August 2007 Verkaufsrang: 4425 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die "ganz normalen Männer", gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen. Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
0815 beim Massenmord 5 von 5 Punkten Neugierde trieb mich dazu dieses Buch zu kaufen. Auf 323 Seiten erklärt Harald Welzer schlüssig denke ich, wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Das faszinierende dabei ist, daß die daran Beteiligten dies eigentlich gar nicht merken. Der Massenmord ist eine administrative Angelegenheit, die erledigt werden muss. Und die verstehen das auch so. Die Beteiligten im nachhinein als Verbrecher zu bezeichnen stösst auf Unverständnis. Wie sonst hätte Adolf Eichmann sich bei seinem letzten Auftritt in Jerusalem als Opfer bezeichnen können. Seine Mittäter werden das bis zum heutigen Tag wohl auch so sehen. Der Autor beschreibt detailliert wie es zu dieser Situation gekommen ist. Seinen Argumenten kann man sich kaum entziehen. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland gelebt hätte, wäre ich wahrscheinlich auch einer dieser 0815s gewesen. Im Kapitel "Die Handelnden" führt der Autor eine Reihe von Personen des Polizei-Bataillons 45 auf. Bei einigen von diesen wurde der Name geändert aus Datenschutzgründen. Da hätte es mehr Erklärung bedurft, warum gerade diese Namen geschützt werden müssen (und andere vielleicht nicht). Abgesehen von diesem Punkt sollte dieses Buch Pflichtlektüre sein für jedermann.
Weitere Lesermeinungen |
Der Baader-Meinhof-Komplex Das Standardwerk Vollständig aktualisiert - Erstmals mit Fotos - Alle Fakten - Alle Details Stefan Aust Gebundene Ausgabe, September 2008 Verkaufsrang: 6769 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum ?Deutschen Herbst? 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 102 Bewertungen)
Standard Werk zur Geschichte der RAF 5 von 5 Punkten Stefan Aust liefert hier eine interessante und spannende Analyse zur Entstehung und Ideologie der RAF. Ausgehend von der Studentenbewegung der 68er, über die Kaufhausbrände und die Baader-Berfreiung bis hin zur Schleyer- und Landshut-Entführung und bis zum Ende in Stammheim beschreibt der Autor den Lauf der Geschichte der RAF. Dabei gelingt es, äußert objektiv und neutral zu bleiben. Man kann gut nachvollziehen, wie der Rechtsstaat an die Grenze seiner Möglichkeiten gebracht wird.
Weitere Lesermeinungen |
Transportnummer VIII/1 387 hat überlebt: Als Kind in Theresienstadt Margot Kleinberger Gebundene Ausgabe, 9. März 2009 Verkaufsrang: 1596 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wie kann ein Kind den Holocaust überleben? Die 8-jährige Margot verliert ihr Zuhause, ihre Freunde werden ermordet, ihre Familie wird vergast. Nach der Entmenschlichung in den Judenhäusern Hannovers kommt sie in das KZ Theresienstadt. Sie überlebt medizinische Versuche an ihrem kindlichen Körper, übersteht Hunger und Elend im KZ. Nach der Befreiung wagt sie einen Neuanfang im Land der Täter und Verräter. Ihr Lebensinhalt ist die Erinnerung: "Ich habe überlebt, damit diese unfassbare Geschichte und die vielen ermordeten Menschen niemals vergessen werden."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Einfach unvorstellbar !! 4 von 5 Punkten Der Vater kämpfte im ersten Weltkrieg und wurde in Russland schwer verwundet.Er bekam das Eiserne Kreuz für besondere Tapferkeit verliehen. Die Mutter war Krankenschwester,pflegte die Verwundeten im Krieg.Sie waren eine ganz normale deutsche Familie und sie waren Juden.Das war kein Widerspruch. Margot ist 1931 geboren ,verliert als 8-jährige ihr Zuhause,ihre Freunde werden ermordet,ihre Familien zum größten Teil vergast.Margot kommt mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Theresienstadt. Von dieser Zeit erzählt sie ausführlich im Buch. Ich habe schon viele Bücher aus dieser Zeit gelesen,aber dieses geht einem beim Lesen wirklich an die Nieren. Sie berichtet u.a. von den medizinischen Versuchen,die die Nazis an Kindern machten. Es ist unvorstellbar,wie Menschen so etwas tun können.Ich habe es schon oft gehört,aber es von einer Betroffenen selbst zu lesen,ist doch noch etwas anderes.Margot hat die Zeit in Theresienstadt als eine der wenigen überlebt und sie will mit diesem Buch aufrütteln und erinnern,das die unschuldig und grausam umgekommenen Juden nicht vergessen werden. Das Buch ist wirklich sehr bewegend und auf jeden Fall lesenswert.Was mich auch noch beeindruckt hat,ist wie sie beschreibt,wie ein Film in Thresienstadt gedreht wurde und alles hübsch hergerichtet wurde,um dem deutschen Volke zu zeigen: So gut geht es den Juden,während unsere Soldaten im Krieg kämpfen müssen. Einen Punkt habe ich abgezogen,weil ich den Preis von 14,95 für dieses ziemlich dünne Buch (190 Seiten ) sehr teuer finde. |
Die Stammheim-Bänder: Baader-Meinhof vor Gericht. Tondokument Maximilian Schönherr Audio CD, August 2008 Verkaufsrang: 3718 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 30 Jahre lagen sie im Staatsarchiv Ludwigsburg, jetzt gibt diese Auswahl aus 21 wieder aufgefundenen Tonbändern Einblick in den Stammheimer Gerichtsprozess gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe. Sondergesetze, Misstrauensanträge der Verteidigung, Versuche der Angeklagten, ein Tribunal gegen den Vietnamkrieg und die Isolationsfolter zu schaffen - die Aufzeichnungen legen Zeugnis ab von hochaggressiven Wortwechseln und politischen Deklamationen. Ein Tondokument von politischer Wucht.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Beeindruckend 5 von 5 Punkten Die vorliegenden Tondokumente liefern einen beeindruckenden Einblick in den Stammheim-Prozess. Die Wortwechsel sind laut und aggressiv. Die CD führt so direkt ins Geschehen.
Weitere Lesermeinungen |
Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR Frank Sieren, Günter Schabowski Gebundene Ausgabe, 1. März 2009 Verkaufsrang: 3204 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls wird wieder einmal besonders intensiv Rückschau auf die DDR und ihr unrühmliches Ende gehalten. Schade nur, dass die noch lebenden Hauptverantwortlichen für den SED-Unrechtsstaat entweder abgetaucht sind oder immer noch die beleidigten Leberwürste spielen. Einzige Ausnahme: Günter Schabowski, der als Mann in die Geschichte eingegangen ist, der durch seine eigenmächtige Öffnung der Grenzen am 9. Novembers 1989 wahrscheinlich verhinderte, dass sich das mit dem Rücken zur Wand stehende Honecker-Regime zu Dummheiten gegen die eigene Bevölkerung hinreißen ließ. Schabowski gilt vielen als der ?Wendehals? par excellence. Während seine ehemaligen Politbüro-Genossen bis heute nichts zu bedauern haben und sich wegen ein paar Jährchen lockeren Strafvollzugs zu Opfern einer Siegerjustiz stilisierten, nahm Schabowski seine Haft wegen Mitverantwortung für die Toten an der innerdeutschen Grenze als gerechtfertigt auf sich und gibt sich seitdem geläutert. Wenn man heute einen kompetenten Diskutanten über den ehemals real existierenden Sozialismus im Allgemeinen und das DDR-Unrechtsregime im Besonderen benötigt, ist Schabowski allererste Wahl ? nicht etwa für die Rolle des Verteidigers sondern des Anklägers. Und so ist es auch in den Gesprächen mit dem ZEIT-Redakteur Frank Sieren, die in das vorliegende Buch eingeflossen sind. Mit ungeheurer Präzision und einer für einen Ex-Apparatschik erstaunlich klaren Sprache rechnet der in dialektischem Denken bestens geschulte SED-Renegat gnadenlos mit Theorie und Praxis des Sozialismus ab, vor allem aber mit sich selbst, seinen Irrtümern und Lebenslügen. Die schon beinahe an die Schauprozesse kommunistischer Diktaturen erinnernde Selbstkritik, die Schabowski aus freien Stücken öffentlich zelebriert, könnte man als einen Akt der Selbstreinigung interpretieren. Ungemein spannend und lehrreich ist sie allemal. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Titel getrost ein Wörtchen gestrichen werden könnte. Arnold Abstreiter
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Dann schon lieber Krenz... 2 von 5 Punkten Als am 4.11.1989 die große Demonstration auf dem Berliner-Alexanderplatz war, da war das die eigentliche Wende. Neben Künstlern und Bürgerrechtlern sprachen in einem heiligen Moment deutscher Geschichte auch Politiker, in diesem Falle Günter Schabowski vor den Hunderttausenden. Er wurde als Mitglied des Politbüros gnadenlos ausgebuht. Für viele galt er später als Inbegriff des Wendehalses. Und mit der Verlesung der Reisefreiheit ging er als Bild in die Geschichte ein. Ich habe das Buch gelesen. Ich weiss nicht, wie mein Vorredner auf die 5 Sterne gekommen ist. Es kam in mir Ärger auf bei diesem Buch. Denn Schabowski schreibt nach wie vor selbstgefällig, um dann in ein unglaubwürdiges "mea maxima culpa" fast religiösen Eiferns zu schwenken. Ich kann nur vermuten, der Anblick der Massen an diesem Novembertag 1989 mag in Mischung mit der Absetzung Honeckers einen Ausblick der Hoffnung in ihm erwirkt haben, selbst Macht erhalten zu wollen: seine Macht. Der Streit zwischen ihm und Krenz, Schabowskis Entwicklung zum Anti-Kommunist liest sich wie ein Wunschmärchen. Dann doch lieber den aktuellen Krenz lesen. Oder den Berghofer von 1992. Oder den Modrow. Schabowski liest sich deshalb nicht gut und taugt auch nur bedingt als zeithistorisches Material zur DDR und Wende, weil er mir unglaubwürdiger erscheint, umsomehr er die Vergangenheit der DDR einseitig schlecht redet, wo er doch eben selbst einer der Mächtigen war, dem aber letztlich im Zweikampf im Politbüro der letzte Atem fehlte, und Sympathie in der Bevölkerung, um Nachfolger Honeckers oder Krenz zu werden. Die Option hätte sicherlich bestanden, und hätten die Menschen ihn in jenem November auf dem Alexanderplatz nicht so deutlich die rote, pardon, die schwarze Karte gezeigt, hätte er wohl heut noch gedacht, man könne in ihm eine Alternative zum System sehen. Durchaus schätzt es Schabowski heute durch ZDF Historiker-Veranstaltungen zu tingeln, zwischenzeitlich half er dem CDU Kandidat zur OB Wahl in Berlin beim Wahlkampf. Was also fehlt an diesem Buch: ein verständliches, nachvollziehbares ehrliches: DARUM! Was bei sich bei Krenz wenigstens nachvollziehbar betrachten lässt, ist in dieser Stellungnahme nur ein Aderlass einer gescheiterten Persönlichkeit, ohne Hauch von Solidarität und Freundschaft zu seinem alten Leben. Ein Mann der ein System verlassen hat, und es von außen betrachtet schlecht redet, dessen Teil er selbst war.
Ein wichtiges Buch 5 von 5 Punkten Hochinteressant in den Faktendarstellungen und den Analysen von der ersten bis zur letzten Seite. Für mich vielleicht am beeindruckendsten, wie ein intelligenter Mann mit vollem Zugang zur Westpresse bis zum Schluss bei allen offenkundigen Widersprüchen dem System verhaftet blieb. Dies analysiert er in überzeugender Weise. Ohne Gleichsetzung der Unrechtssysteme - wenn doch nur ein einziger hochrangiger Nazi mit ähnlicher Bereitschaft zu schonungsloser Analyse aufgetaucht wäre! |
Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 Anonyma Taschenbuch, 1. Dezember 2008 Verkaufsrang: 2584 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin - wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei. Man sollte sich wappnen vor der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität - verständlich genug - auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll, schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es sollte in den meisten Fällen nichts nützen. Anonymas unterkühlter, fast lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen, um selbst ungeschoren davonzukommen. Dem Schriftsteller Kurt W. Marek (bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig, sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959 erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin ist mittlerweile verstorben - ihre Erinnerungen werden ewig leben. -Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)
Tolles Buch! 5 von 5 Punkten Das Buch ist so ergreifend, dass man das Gefühl hat, vor Ort gewesen zu sein und alles mit erlebt zu haben. Ich hätte es am liebsten gleich nochmal gelesen, als es fertig war. Ein Muß!!!
Weitere Lesermeinungen |
Aber erst müßt ihr mich kriegen. Erinnerungen einer Malerin 1921 - 1944 Irene Awret Gebundene Ausgabe, 2005 Verkaufsrang: 38995 Ihr Talent rettete ihr das Leben - Der Lebensbericht einer eigenwilligen Künstlerin Irene Awret, jüdische Malerin aus Berlin, hat die finstersten Jahre des 20. Jahrhunderts durchgestanden, und nichts und niemand konnte ihre unbändige Lebenslust erschüttern. Ihre Bilder sind eine Chronik des Lageralltags - den sie überlebte. Ihre Erinnerungen spiegeln die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau und Künstlerin wider. Irene Awret erinnert sich an ihre Kindheit in den "Goldenen Zwanzigern": wie sich linke und rechte Extremisten auf der Straße bekämpften, die Reichsmark stündlich an Wert verlor und Lebensmittel knapp wurden. Doch auch ihr Stummfilmauftritt als Fünfjährige an der Seite der Diva Lil Dagover hat hier seinen Platz, ihre Begegnung mit dem Expressionisten Ludwig Meidner, der frühe Tod der Mutter und die erste Liebe. Als 18jährige flieht sie aus Berlin nach Brüssel, studiert dort an der Kunstakademie, bis Hitler auch in Belgien einmarschiert. Im Zwischenlager Mecheln wartet sie auf die Deportation nach Auschwitz, als ein SS-Mann ihr Skizzenbuch entdeckt - ein Glücksfall, dem Irene ihr Überleben verdankt: Sie soll in der Malerstube arbeiten, muß Nummernschilder für Mitgefangene, aber auch Porträts von Inhaftierten und Familienangehörigen der SS-Wachmänner anfertigen. Auf beeindruckende Weise gelingt es Irene Awret, die bitteren Erfahrungen ihres Lebens auch als eine künstlerische Weiterentwicklung unter schwierigsten Umständen zu verstehen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Geschichtsunterricht beinahe zum "Anfassen" 5 von 5 Punkten Ich danke Irene Awret für ihr Buch. Dem Geschichtsunterricht in der Schule konnte ich stets schlecht folgen. Wer verbarg sich denn überhaupt hinter den recht emotionslosen Zahlen und Fakten? Wie fühlten, was dachte, taten und sahen die betroffenen Menschen in der damaligen Zeit? Wie erlebten sie das Dritte Reich vor, während und nach der Machtergreifung, sofern sie das Martyrium überhaupt überlebten? Die Schule blieb mir viele Antworten schuldig, aber Irene Awret konnte mit ihrer Biographie viele der Lücken in meinem Wissen füllen. DANKE
Lesenswertes Dokument einer schwierigen Zeit 5 von 5 Punkten Irene Awret beschreibt in dem Buch ihre jüdische Biographie bis zu ihrer Befreiung aus dem belgischen Gestapo-Sammellager Mecheln / Malines im Jahr 1944 durch die Alliierten. Diese warmherzigen und mit Humor geschriebenen Erinnerungen an die schrecklichen Veränderungen im Leben eines jüdischen Mädchens durch die Nationalsozialisten zogen mich so in ihren Bann, daß ich das Buch bis zum Lesen des letzten Buchstabens kaum weglegen mochte. In Romanform geschrieben, ist es ein Zeitdokument, daß mir als Nachkriegskind das jüdische Leben von 1921 bis 1944 in Deutschland bzw. Europa anschaulich nahe und damit vorstellbarer macht. Ein gut zu lesender, schöner Schreibstil rundet das Buch ab. Absolut lesens- und empfehlenswert! |
Anus Mundi. Fünf Jahre Auschwitz Wieslaw Kielar Taschenbuch, 1. Februar 1982 Verkaufsrang: 3131 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der polnische Schriftsteller Wieslaw Kielar hat eine von Menschen erdachte und organisierte Hölle erlebt - das Konzentrationslager Auschwitz, das größte nationalsozialistische Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg. In Auschwitz haben die Folter- und Mordknechte des Dritten Reiches etwa 1,6 Millionen Menschen systematisch ermordet. Auschwitz, das ist der äußerste, brutalste Ausdruck deutschen Rassenhochmuts und Größenwahns, das sind Vernichtungsmethoden, wie sie sich nur von Menschenverachtung erfüllte Gehirne ausdenken können; Auschwitz, das ist ein Meer von Schmerzen, Qualen, Demütigungen, Todesängsten; Auschwitz. das ist ein Menschheitstrauma, das nicht wieder ausgelöscht werden kann. Wer an Auschwitz denkt, kann der noch unbefangen daran glauben, daß die Menschheit sich zu immer höherer Humanität entwickelt? Hat Auschwitz wenigstens neue Kriege, Vernichtungslager, Foltergreuel verhindert? Wieslaw Kielar hat Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, aus zeitlicher und innerer Distanz, ein Buch über seine Erlebnisse in der Hölle von Auschwitz geschrieben. ein Buch. das alle landläufigen literarischen Kriterien sprengt. Es hat zwar alle Merkmale eines großen Romans: kraftvolle Sprache, packende Schilderung menschlicher Charaktere und - Spannung, so zynisch der Begriff in diesem Zusammenhang auch klingen mag. Doch es ist weit mehr als ein Roman, es ist ein Dokument menschlicher Leidensfähigkeit, ein Dokument menschlicher Größe inmitten menschlicher Niedertracht.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Das Entsetzen in seiner Normalität 5 von 5 Punkten Anus Mundi ist nichts für zarte Gemüter. Das nicht deshalb, weil Ausschwitz als Symbol für das gesamte Grauen einer verwirrten Welt steht und man kein Buch darüber mal so eben beiläufig lesen kann. Sondern, weil Kielar einfach nur erzählt wie es war. Kein Schnickschnack, keine Emotionalität, keine Bewertung, einfach nur das Alltägliche in seinem gesamten Grauen. Da kommt man nicht so einfach durch, sondern man ertappt sich dabei, wie man sich gewöhnt so, wie sich auch der Autor in Ausschwitz daran gewöhnte. Und das ist die Frage, die mich lange gequält hat: wie kann man sich überhaupt an so etwas gewöhnen. Die Antwort darauf ist so leicht wie erschreckend: um zu überleben, tut man fast alles und soziale Gemeinschaften wie widerlich sie auch sein mögen, sind immer noch soziale Gemeinschaften. Kielar ist kein Autor für Jugendliche. Die sind mit Die Kinder von Bergen-Belsen besser bedient. Er schreibt für diejenigen unter uns, die wirklich verstehen wollen. Um es mit Frank Herbert zu sagen: wer seine Vergangenheit nicht kennt ist gezwungen sie zu wiederholen. Kielars Ausschwitz kann man nie ganz kennen, aber man kann die Grundprinzipien begreifen, wieso sich kaum jemand wehrte und wie es kommt, dass diejenigen, die die Lager überlebten, danach für den Rest ihres Lebens im buchstäblichen Wort "kaputt" sind. Ich habe Wochen gebraucht, um das Buch ganz zu lesen. Wochen, in denen ich mir Zeit genommen habe, das Beiläufige zu einem Nacherleben zu machen. Dass das niemandem wirklich gelingen kann ist klar, aber ohne Verstehen keine Besserung. Und irgend etwas müssen wir tun, um der Gleichgültigkeit entgegen zu wirken. Anus Mundi nimmt mit. Es greift tief ein in die Seele, es weckt die Dämonen von Abscheu, die Verstehen verhindern und hilft dann doch daraus wieder heraus. Ausschwitz ist eine Welt voller Monster, in denen ein paar Lichtblicke der Menschlichkeit wie Diamanten funkeln, um doch gleich wieder mit allem Scheußlichen besudelt zu werden, zu dem Menschen fähig sind. DAS SIND WIR! Hier wird so recht deutlich, dass Täter wie Opfer Menschen wie du und ich sind und dass die Grenze zwischen beiden oft nicht so leicht zu ziehen ist wie es scheint. Andere Bücher motivieren den Gutmenschen in uns. Anus Mundi tut dies nicht. Wer ehrlich mit sich selbst umgeht, der kann nicht anders als erkennen: verurteile andere, und du bist selbst verloren. Man muss den Blick nach innen lenken und das Monster in sich selbst erkennen, auch wenn der ultimative Selbsttest am Ende nur das Erleben ist, was man andererseits natürlich niemandem wünschen kann. Dennoch, ich denke nicht, dass der Weg des Verhinderns dass so etwas noch einmal geschieht, darin besteht, die Nazi"ideologie" zu analysieren. Nein, die Analyse muss sich auf uns selbst beziehen. Nur wenn wir uns selbst erkennen, sind wir gewappnet. Es ist der Opportunismus nackten Überlebens und der Opportunismus von Sicherheit, der uns Menschen so gefährlich macht. Wenn wir uns nicht wappnen, sind wir diesem Opportunismus ausgeliefert. Das Böse in uns ist uns umso näher, je weniger wir es sehen wollen, während das Gute in uns wachsen kann, je mehr wir uns klarmachen, wer wir sind. Dass das wehtut liegt auf der Hand. Aber, wir müssen aus allem Menschlichen lernen. Nur so ist eine bessere Welt möglich.
Weitere Lesermeinungen |
Im Auge des Jägers. Der Wehrmachtsscharfschütze Sepp Allerberger (eine biographische Studie) Albrecht Wacker Gebundene Ausgabe, 31. Januar 2009 Verkaufsrang: 9595 Im Rahmen einer biographischen Studie wird hier das Schicksal eines Scharfschützen der deutschen Wehrmacht geschildert. Erst spät eingezogen, kämpfte Sepp Allerberger im Rahmen der 3. Gebirgs-Division an der Ostfront. Dort entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Scharfschützen der Wehrmacht und wurde noch 1945 mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dieses Buch schildert den Kriegsalltag und besonders den Einsatz des Scharfschützen in schonungsloser Offenheit und mit ungeschönter Brutalität. Weiterhin enthält es Informationen zu den wichtigsten Scharfschützenwaffen sowie der Ausstattung und Ausbildung der Scharfschützen der Wehrmacht.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)
Real und brutal 5 von 5 Punkten Ich habe in den vergangenen Jahren einige Bücher zu diesem Thema gelesen und war von diesem Buch fasziniert. Es ist ein Mix aus sehr schonungsloser und anschaulicher Darstellung der Ereignisse, verbunden mit einer sehr ernüchternden Darstellung über die "Arbeitsweise" des Scharfschützen. Dieses Buch ist nichts für zarte Nerven und am Ende habe ich mich gefragt, wie kann ein Mensch nach all dem Erlebten wieder in ein "normales Leben" zurückkehren. Fazit: Wenn man dieses Buch gelesen hat braucht man eigentlich kein weiteres zur Hand nehmen.
Weitere Lesermeinungen |
Die Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands Rüdiger Jungbluth Taschenbuch, 24. August 2004 Verkaufsrang: 7518 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Quandts sind die reichste Industriellen-Familie Deutschlands. Auf über 20 Milliarden Euro wird ihr Vermögen geschätzt. So bekannte Unternehmen wie BMW, Varta oder Milupa sind oder waren im Besitz des Clans. Trotzdem wusste man bisher nur wenig über diese außergewöhnliche Familie. Denn die Quandts scheuen die Öffentlichkeit und halten ihre Archive unter Verschluss. Dem Journalisten Rüdiger Jungbluth ist es jetzt gelungen, Licht ins Dunkel der Quandt'schen Familiengeschichte zu bringen. Er hat alle verfügbaren Quellen zusammengetragen und kritisch ausgewertet. Manche Familienmitglieder waren sogar erstmals zu Interviews bereit. Denn sie wussten, dass das Buch auch ohne ihr Einverständnis erscheinen würde. Jungbluth schlägt den Bogen zurück bis zu Emil Quandt, der 1880 im brandenburgischen Städtchen Pritzwalk mit einer Textilfabrik den Grundstein für den Aufstieg der kommenden Generationen legte. Sein Sohn Günther vergrößerte das Unternehmen nach Kräften. Aus Erstem Weltkrieg und Inflation ging er als Krisengewinnler hervor. Die Batterie-Fabrik AFA, die spätere Varta, wurde zum Kernstück seines Firmen-Imperiums. Als ebenso geschäftstüchtig erwiesen sich nach 1945 seine Söhne: Harald Quandt betätigte sich im Rüstungsgeschäft, Herbert Quandt übernahm Anfang der 1960er-Jahre die Aktienmehrheit am Autobauer BMW. Und mit Ehrgeiz und Geschick baute die Familie Vermögen und Einfluss immer weiter aus - bis heute. Rüdiger Jungbluth verschweigt auch die Schattenseiten der Quandt-Story nicht. So musste sich alles Private stets dem Geschäftlichen unterordnen. Der Autor illustriert dies etwa an der wenig erfüllten und daher recht kurzen Ehe zwischen Günther Quandt und seiner zweiten Frau Magda, die ihren Mann nach einer Affäre verließ und später Josef Goebbels heiratete. Und für die Zeit des Dritten Reichs weist Jungbluth nach, dass der Quandt'sche Geschäftssinn auch mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit einherging: Günther Quandt war nicht nur "einer der größten Rüstungsproduzenten im Reich des Adolf Hitler", sondern bereicherte sich auch durch den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen in seinen Firmen. Fazit: Rüdiger Jungbluth ist eine sorgsam recherchierte, kenntnisreiche und spannend zu lesende Darstellung über die Quandts gelungen: Wirtschaftskrimi, Familiendrama und erlebte Zeitgeschichte zugleich. -Christoph Peerenboom
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte 5 von 5 Punkten In "Die Quandts" beschreibt Rüdiger Jungbluth den Aufstieg der Industriellenfamilie Quandt (u.a. Varta, BMW, Altana, Delton) von den Anfängen, über die Ereignisse während der Nazidiktatur in Deutschland bis hinein in die heutige Zeit. Er nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch die Geschichte, als wenn er selbst dabei wäre. Dabei gelingt dem Autor der Spagat zwischen detaillierter und spannender Darstellung. Jungbluth schreckt nicht davor zurück, die Geschehnisse während der 30er und 40er Jahre kritisch zu hinterfragen, gewährt dem Leser aber dennoch die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Diese Familienbiografie ist meines Erachtens nach eine der besten auf dem Markt. Wer sich für die Geschichte einer der erfolgreichsten und reichsten Familien Deutschlands interessiert, findet in diesem Werk ein angenehm zu lesendes Buch, das obendrein eine hohe Informationsdichte ausweist. Ohne Einschränkungen - daher fünf Sterne.
Weitere Lesermeinungen |
Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter Rochus Misch Gebundene Ausgabe, 27. Juni 2008 Verkaufsrang: 7109 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 'Misch Sie werden natürlich noch gebraucht.' Dieser gespenstische Befehl geht am 22.4.1945 im 'Führerbunker' an Rochus Misch, den Leibwächter und Telefonisten Hitlers. Kaum ein anderer hat die Kriegsjahre in ebenso ungeheuerlicher wie ungewöhnlicher Nähe des 'Führers' zugebracht. Nun erzählt der 'letzte Zeuge' seine Geschichte, mit der beklemmenden Aufrichtigkeit eines Mannes, der erkennen muss, dass er sein Tun damals für richtig hielt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Wirklich die letzte Zeuge 5 von 5 Punkten Herr Misch gibt uns hier Beschreibungen und Tatsachen die sehr spannend und wertvoll sind. Ausserdem kann man mit diesem Buch andere sogennante "letzte Zeuge"-Bücher ein wenig besser bewerten. Ausserordentlich!!
Weitere Lesermeinungen |
Endspiel: Die Revolution von 1989 in der DDR Ilko-Sascha Kowalczuk Gebundene Ausgabe, 16. Februar 2009 Verkaufsrang: 12959 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Untergang der DDR - das große Panorama der Revolution. Nur wenige welthistorische Ereignisse geschahen so unerwartet wie der Mauerfall vor 20 Jahren. Ilko-Sascha Kowalczuk schildert in diesem Buch, warum und wie es 1989 zur Revolution in der DDR kam und welche Entwicklungen die Zeit zwischen dem Sommer 1989 und den freien Wahlen vom 18. März 1990 prägten. Der Untergang der DDR lässt sich weder erklären noch verstehen ohne die vielfältigen Krisenerscheinungen zu berücksichtigen, die sich in ihren letzten Lebensjahren häuften. "In der DDR ist alles grau, nur die Flüsse sind bunt", lautete einer der sarkastischen Witze, mit denen die Ostdeutschen die desolaten Zustände aufs Korn nahmen. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Lage und der politischen Reformunfähigkeit des SED-Regimes wandten sich immer mehr Menschen von dem System ab. Lebendig und anschaulich zeigt Kowalczuk, wie schließlich 1989 eine revolutionäre Situation heranreifte, die gleichermaßen von Zusammenbruch, Massenflucht, neuen Bürgerbewegungen und Massendemonstrationen gekennzeichnet war - ein beeindruckendes Panorama der untergehenden DDR und eine packende Geschichte der Revolution.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Leuchtturm 5 von 5 Punkten Das Buch ist eine gut lesbare Gesamtdarstellung der Zustände und Ereignisse in der DDR ab den 70er Jahren. Erfrischend ist, dass Kowalczuk gelegentlich auch DDR-Witze als historische Quelle nutzt. Angesichts der wachsenden Schönfärberei und Verharmlosung der SED-Diktatur, nicht zuletzt auch durch Geschichtswissenschaftler ("Fürsorgediktatur", "Konsensdiktatur",) ist es gerade rechtzeitig erschienen. Es liefert keine neuen wegweisenden Erkenntnisse oder Interpretationen, würdigt aber deutlich Helmut Kohl, der den deutschlandpolitischen Entspannungskurs, den die SPD begonnen hat, nicht nur fortsetzt, sondern, anders als Bahr oder Lafontaine es wollen, sich nicht vor der gigantischen Aufgabe der Vereinigung drückt, die die alte Bundesrepublik an die Grenzen der Leistungsfähigkeit führt. Auch Mielke wird nüchtern als einer der wenigen SED-Politiker gesehen, die die Brisanz der Lage richtig einschätzen. Und (wieder einmal) zu lesen, dass hohe Kirchenfunktionäre mit den Machthabern Kontakt halten konnten, ohne in den Verdacht zu geraten IMs zu sein, ist auch nicht verkehrt. Alles in allem ein Leuchtturm im anschwellenden Meer der "Es war nicht alles schlecht"-, "Der Westen hat gesiegt"-, "Wir hatten aber den besseren Sex"- Literatur.
Weitere Lesermeinungen |
Aktuelle Informationen und Angebote finden Sie im Shop meiner Tochter, Abteilung Deutsche Geschichte
|


|