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Ein Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand Thomas Buergenthal Broschiert, 12. August 2008 Verkaufsrang: 31607 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Glückskind'ist ein Buch, das einen umhaut: den, der noch nie ein Buch über den Holocaust gelesen hat, ebenso wie den, der sie alle gelesen hat. Überall, solange es Kinder gibt, Menschen essen müssen und leben möchten, wird man die Geschichte von Thommy, den der damals mächtigste Staat Europas umbringen wollte, verstehen und nicht mehr vergessen. (...) Indem sich'Glückskind'auf die Perspektive eines Kindes verlässt, gewinnt das Buch eine ganz besonders direkte, schlichte und ergreifende Qualität, beim Lesen spürt man aber auch die unmittelbare Energie und Lebensgier des kleinen Jungen." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 1.4.2007)
"Buergenthal schreibt die Geschichte seines ersten Lebens, seines vielfachen knappen Überlebens sachlich, aber nicht trocken auf. Er vermeidet Pathos, er klagt nicht an. Die Geschichte eines Kindes mitten in der Menschheitskatastrophe." (Süddeutsche Zeitung, 14.5.2007)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Glück kann man überall haben - man muss es nur sehen 5 von 5 Punkten Ein erstaunliches Buch. Eigentlich lese ich solche Bücher nicht besonders gerne, oft ist es unerträglich, solches Leid mitzuerleben, und ich weiß oft nicht wie man damit umgehen soll. Bei Thomas Buergenthal ist es anders: er beschreibt sehr detailliert und eindringlich. Und auf eine ganz subtile Art und Weise doch wieder distanziert und als Beobachter. Grausamkeiten wie eine Erschießung werden manchmal lakonisch in einem Satz abgehandelt. Aber sie bleiben einem trotzdem in Erinnerung. Gerade die scheinbare Distanz ist es, die die Nähe, das Annähern an das Grauen überhaupt ermöglicht. Nicht zuletzt ist dabei aber auch zu fühlen, mitzuerleben, dass der Autor bei seinem Erleben auf eine gewisse Art und Weise selbst innerlich erfroren ist um das Ganze - gerade als Kind - überhaupt bei psychischer Gesundheit überleben zu können. Mitfühlend, leidend, liebend doch irgendwie nur noch Maschine.... bis er irgendwann wieder in den Armen seiner Mutter liegen durfte, die er erst zwei Jahre nach Kriegsende wieder traf und von da an wieder Kind sein durfte - ein "Kind wie Du und ich" - oder etwa doch nicht? Insgesamt sehr lesenswert weil es Mut macht. Den unbedingten Überlebenswillen schon beim Lesen weckt und klar macht: auch und gerade mit solchen Erlebnissen lässt sich ein lebenswertes erfülltes Leben leben ohne zu verdrängen. Sondern gerade aus dem erlebten Grauen die Kraft dafür zu schöpfen, wozu man sich dadurch berufen fühlt. Dies macht Thomas Buergenthal im letzten Drittel des Buches eindrücklich klar.
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»Grüße und Küsse an alle«: Die Geschichte der Familie von Anne Frank Mirjam Pressler Gebundene Ausgabe, 5. Oktober 2009 Verkaufsrang: 24081 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ur-Ur-Großvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen; doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen; ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollte. Der letzte noch lebende Verwandte Anne Franks, ihr Cousin Buddy Elias, wurde schließlich berühmt als Eiskunstläufer und Schauspieler. Wie durch ein Wunder haben zahllose Briefe, Dokumente und Fotos der Familie auf dem Dachboden des Hauses der Familie in der Baseler Herbstgasse überlebt und wurden dort vor einiger Zeit entdeckt ein Sensationsfund. Die wunderbare Erzählerin Mirjam Pressler hat daraus die so einzigartige wie exemplarische Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank zusammengefügt, die sich liest wie ein großer schicksalhafter Familienroman.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Schmerzhafter Eindruck davon, welche Lebenswelten, welche Kultur und Tradition durch den Holocaust vernichtet worden ist 5 von 5 Punkten Ihr Buch "Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anne Frank" ist eines der besten Bücher über Anne Frank auf dem Markt. Zahlreiche weitere Bücher, die sich literarisch mit Anne Frank beschäftigen, hat sie aus verschiedenen Sprachen übersetzt und kann so als ausgewiesene Kennerin der Geschichte dieser durch ihre Tagebücher bekannt gewordenen jungen jüdischen Frau gelten. Die Rede ist von Mirjam Pressler, einer außergewöhnlich produktiven Schriftstellerin und Übersetzerin, die nun im S. Fischer Verlag eine über 400 Seiten umfassende Geschichte der Familie von Anne Frank vorlegt. Das Buch ist entstanden unter der Mitarbeit von Gerti Elias, der Ehefrau jenes Buddy Elias, eines Cousins von Anne Frank. Auf dem Dachboden seines Basler Hauses wurde eine Sammlung von Tausenden von Briefen, Dokumenten und Fotos gefunden, die für die Rekonstruktion der Familiengeschichte von Anne Frank von höchst wichtiger Bedeutung sind. Beide Autorinnen haben diese Quellen gesichtet und ausgewertet und zu einem beeindruckenden Buch verarbeitet. Ein Buch, das nicht nur eine einzelne Familiengeschichte erzählt, sondern auch die jüdische Welt des 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts bis zum Holocaust wieder auferstehen lässt. Mirjam Pressler versteht es mit ihrer außergewöhnlichen und fesselnden Erzählkunst, die so viele ihrer Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen auszeichnet, auch hier, aus dem Sensationsfund von Basel und seinen einzelnen Fundstücken eine Familiengeschichte zu schreiben - die exemplarische Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank. Das reich bebilderte Buch ( viele Bilder stammen aus dem jüngsten Fund in Basel) liest sich wie ein großer schicksalhafter Familienroman, mit dem einen Unterschied, dass dieses Geschichte nicht ausgedacht ist, sondern wirklich so geschah. Auch beim Lesen dieses Buches hatte der Rezensent einen schmerzhaften Eindruck davon, welche Lebenswelten, welche Kultur und Tradition durch den Holocaust vernichtet worden ist. Diese Geschichte sollte Mahnung und Ansporn sein, allen gegenwärtigen Antisemitismen bei uns und in vielen anderen Ländern der Welt (insbesondere im islamischen Raum) mutig entgegenzutreten.
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Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR Frank Sieren, Günter Schabowski Gebundene Ausgabe, 1. März 2009 Verkaufsrang: 18043 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls wird wieder einmal besonders intensiv Rückschau auf die DDR und ihr unrühmliches Ende gehalten. Schade nur, dass die noch lebenden Hauptverantwortlichen für den SED-Unrechtsstaat entweder abgetaucht sind oder immer noch die beleidigten Leberwürste spielen. Einzige Ausnahme: Günter Schabowski, der als Mann in die Geschichte eingegangen ist, der durch seine eigenmächtige Öffnung der Grenzen am 9. Novembers 1989 wahrscheinlich verhinderte, dass sich das mit dem Rücken zur Wand stehende Honecker-Regime zu Dummheiten gegen die eigene Bevölkerung hinreißen ließ. Schabowski gilt vielen als der "Wendehals" par excellence. Während seine ehemaligen Politbüro-Genossen bis heute nichts zu bedauern haben und sich wegen ein paar Jährchen lockeren Strafvollzugs zu Opfern einer Siegerjustiz stilisierten, nahm Schabowski seine Haft wegen Mitverantwortung für die Toten an der innerdeutschen Grenze als gerechtfertigt auf sich und gibt sich seitdem geläutert. Wenn man heute einen kompetenten Diskutanten über den ehemals real existierenden Sozialismus im Allgemeinen und das DDR-Unrechtsregime im Besonderen benötigt, ist Schabowski allererste Wahl ? nicht etwa für die Rolle des Verteidigers sondern des Anklägers. Und so ist es auch in den Gesprächen mit dem ZEIT-Redakteur Frank Sieren, die in das vorliegende Buch eingeflossen sind. Mit ungeheurer Präzision und einer für einen Ex-Apparatschik erstaunlich klaren Sprache rechnet der in dialektischem Denken bestens geschulte SED-Renegat gnadenlos mit Theorie und Praxis des Sozialismus ab, vor allem aber mit sich selbst, seinen Irrtümern und Lebenslügen. Die schon beinahe an die Schauprozesse kommunistischer Diktaturen erinnernde Selbstkritik, die Schabowski aus freien Stücken öffentlich zelebriert, könnte man als einen Akt der Selbstreinigung interpretieren. Ungemein spannend und lehrreich ist sie allemal. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Titel getrost ein Wörtchen gestrichen werden könnte. Arnold Abstreiter
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Fesselnder Geschichtsunterricht! 5 von 5 Punkten Anders als Herr Krenz, der die Opfer der DDR in wenigen dürren Nebensätzen bedauert, geht Herr Schabowski schonungslos mit der DDR und seiner Rolle darin ins Gericht. Dass dies ein schmerzvoller Prozess gewesen ist, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ein so radikaler Bruch mit dem System DDR und der eigenen Vergangenheit darin liest sich spannend und wird noch potenziert durch die scharfe Analyse und fast wissenschaftliche Aufarbeitung. Die Lektüre ist bei weitem kein trockener Stoff und bietet eine große Fülle an Hintergrundinformationen. Ein wichtiges Buch, danke Herr Schabowski! Unbedingte Kaufempfehlung für historisch interessierte Leser!
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DDR-Führer: Alltag eines vergangenen Staates in 22 Kapiteln Robert Rückel Taschenbuch, 5. Januar 2009 Verkaufsrang: 13178 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mauer und Stacheldraht schirmten die DDR von der Außenwelt ab, im Inneren wachte die Staatssicherheit. Wie aber sah das Leben im Sozialismus aus? Bestand es nur aus Spreewaldgurken, FKK und Plattenbauten? Oder aus Vollbeschäftigung und Schlangestehen? Der DDR-Führer zeigt auf 112 Seiten das Leben in einem vergangenen Staat. 22 spannende Kapitel, geschrieben von Experten des DDR Museum, über hundert Fotos und zahlreiche Illustrationen stellen den Alltag in der DDR auf anschauliche Art und Weise dar. Das kurzweilige Buch über die DDR.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
tolles buch zum durchschmökern 5 von 5 Punkten in dem buch findet man viel infos auf wenig platz ,echt klasse zum durchschmökern
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Abitur-Wissen Geschichte: Abitur-Wissen Nationalsozialismus u. 2. Weltkrieg Dr. Martin Liepach Taschenbuch, 12. November 2008 Verkaufsrang: 11626 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Prägnante Darstellung der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge und Strukturen des Dritten Reichs. Die Zusammenfassung wichtiger Kontroversen zur Interpretation des Nationalsozialismus ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung. Aufschlussreiches Bildmaterial ergänzt die systematische und übersichtliche Darstellung. Behandelt werden u.a.: NS-Wirtschafts- und Sozialpolitik; Nationalsozialistische Außenpolitik und Zweiter Weltkrieg; Formen des Widerstands; Verfolgung und Holocaust.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Guter Überblick 3 von 5 Punkten Generell finde ich dieses Werk ganz gut gelungen. Von der NS- Wirtschaftspolitik über die Außenpolitik bis hin zum Holocaust ist alles überblicksmäßig enthalten. Als störend empfand ich jedoch ganz besonders, dass keine Merkkästchen im Buch enthalten sind; auch auftretende Rechtschreibefehler und Sätze, die man erst nach mehrmaligen Durchlesen versteht, erhöhen nicht gerade den Lesespaß. Unter der Annahme, dass das Heft als Abitur-Vorbereitungsheft konzipiert wurde finde ich jedoch, dass es für den LK nicht ausführlich genug ist und auch Themenbereiche anschneidet, die sicherlich nicht besonders prüfungsrelevant sind. Da man sich auch dieses Werk stichpunktartig zusammenfassen muss, will man etwas daraus lernen, würde ich lieber gleich zum Schulbuch greifen! Fazit: Ganz guter Überblick, man sollte jedoch eine Alternative erwägen.
Alles Wissenswerte über das Dritte Reich! 5 von 5 Punkten Martin Liepach liefert mit diesem Buch eine tolle Zusammenfassung aller wissenswerten Fakten über den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg - verständlich und interessant geschrieben und gut gegliedert! Durch Bilder und Darstellungen wird das Material vertieft und man setzt sich automatisch näher mit den Texten auseinander - das Lesen der Geschichtsbücher des STARK Verlags bringt einem fast sogar schon Spaß! ;) Für LK-Klausuren und auch das Abitur hat mir dieses Buch viele Denkanstöße gegeben und mir beim Einprägen der Fakten und Verstehen der Zusammenhänge sehr geholfen!!! Besonders gut hat mir gefallen, dass auch die Kriegsschuldfrage aufgegriffen wird - das Buch trägt dabei zur eigenen Meinungsbildung bei. Insgesamt ein tolles Buch und sehr empfehlenswert!!! |
Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen Hannah Arendt Broschiert, Juli 2008 Verkaufsrang: 64135 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat. Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken - ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann. Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik - so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust - darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal. -Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
...you see, we like our Nazis in uniforms. 5 von 5 Punkten Es ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen. Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Aussage, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Hans Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert. Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Anmerken möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie sehr präzise heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt. Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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WN 62 - Erinnerungen an Omaha Beach Normandie, 6. Juni 1944 Hein Severloh Taschenbuch, August 2000 Verkaufsrang: 49614 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Das deutsche Pendant zum US-Kriegsfilm "Der Soldat James Ryan". Auch hier wird ungeschminkt das Grauen des mörderischen Gemetzels um ein Stückchen Strand geschildert." (Cellesche Zeitung)
"Historisch bedeutsam durch den speziellen Blickwinkel - den des unmittelbar betroffenen Frontsoldaten, wodurch manch fragwürdige Anschauung zurechtgerückt wird." (Steel Masters)
"Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in Schulen und Kasernen sein." (Visier)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)
mali 5 von 5 Punkten das buch ist sehr interessant, da aus der sicht des einfachen soldaten geschildert wird. der zweite teil erzählt vom suchen und finden alter kameraden und ehemaligen kriegsgegner sowie von der persönlichen aufarbeitung des erlebten. meiner meinung nach sehr interessant und empfehlenswert.
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Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft Dietrich Bonhoeffer Broschiert, 1. August 2005 Verkaufsrang: 34170 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach der Lektüre dieses Buches ist ein Christentum nicht mehr möglich, das sich nicht zu engagieren weiß. Bonhoeffers Briefe und Aufzeichnungen sind ein privates Dokument von größter zeitgeschichtlicher Bedeutung.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Nicht in den Fußstapfen von Petrus in den Fußstapfen von Jesus Christus 5 von 5 Punkten Dietrich Bonhoeffer ein würdiger Nachfolger des Boddhisatva Jesus Christus. Ein Mann der mit dem guten ewiglich verknüpft war. Ein Mann der für seine Überzeugung alles Leid überwand und im Geiste schon lange den Weg der Auflösung von Leid ging. Ein Deutscher ??? Ein Germane ??? Ein Christ ??? Ein Buddhist ??? Nein einfach nur ein wahrer "Übermensch" ohne den Menschen über zu haben.Während einer unmenschlichen faschistoiden wahnsinnigen Wahnwelt ging er den aufrichtigen wahren Weg des Glaubens des Christentums gepredigt vom einzigen wahren Christen nämlich Jesus Christus. Jede Zeile berührt und zeigt den Willen eines Mannes des Glaubens und der Willenskraft die wahrlich nicht irdische Züge trägt. Er hatte das alte indische Sprichwort gekannt. "Wer den Tiger töten will der muss zuerst seinen Geist besiegen." Seinen Körper konnten die Nazischergen töten seine geistige Hinterlassenschaft währt ewiglich und wird nie sterben denn der Geist eines Menschen an sich stirbt nie. Veritas Vos Liberabit
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Von Auschwitz nach Jerusalem: Über Deutschland und Israel Alfred Grosser Gebundene Ausgabe, 18. September 2009 Verkaufsrang: 19541 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Menschenrechte für alle! Das Plädoyer eines großen Humanisten"Der Gaza-Krieg hat die Fragen wieder aufgeworfen: Wie scharf darf man Israel kritisieren? Messen die Israel-Kritiker mit zweierlei Maß oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten? Wenn es um den jüdischen Staat geht, kochen sechzig Jahre nach dessen Gründung die Emotionen regelmäßig hoch. Das hat insbesondere in Deutschland damit zu tun, dass in der Debatte unterschiedliche Auffassungen darüber aufeinanderprallen, welche Lehren aus Auschwitz zu ziehen seien. Aus der Perspektive eines Franzosen, der als jüdischer Deutscher geboren wurde, bringt Alfred Grosser Klarheit in dieses von Polemik, Unterstellungen und Verzerrungen geprägte Feld. Er würdigt die deutsche Erinnerungspolitik und zeigt zugleich auf, wo diese doktrinär erstarrt ist. Für ihn kann die Konsequenz aus der Shoah nur lauten: Die Menschenrechte sind unteilbar und immer und überall einzufordern. Sie müssen für Muslime ebenso gelten wie für Juden in Palästina, aber auch in Europa selbst. Kaum ein Publizist hat diese Grundhaltung so konsequent vertreten, wie Grosser es seit mehr als fünfzig Jahren tut.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Zwei schwierige "Vaterländer" 3 von 5 Punkten Schwierige Deutschland - schwieriges Israel. Alfred Grosser, der in Frankreich lebende Jude mit deutschen Vorfahren, ist schon aus diesem Grunde befugt und berechtigt, sich ein Bild der Lage von zwei schwierigen "Vatterländern" zu machen. Ein Bild der Lage zwischen Deutschland und Israel, die beide einen teilweise gemeinsamen Weg von Auschwitz nach Jerusalem gegangen sind. Mit allen Folgerungen, die sich daraus ergeben. Beiden Ländern - Deutschland und Israel - gilt seine Sympathie. Beide hat er immer wieder gegen ungerechtfertigte Angriffe verteidigt, wo es ihm angebracht und angemessen erschien. Das aber berechtigt ihn auch zur Kritik. Und das ist immer eine Kritik, die sich an Fakten festmacht. So untersucht er das schwierige Verhältnis zweier schwieriger Staaten. Deutschland wegen seiner - sicher verständlichen - Haltung zu Israel. Eine Haltung, die sich keine Kritik erlaubt. Und Israel wegen seine Palästinenser-Politik mit allen bösen Folgerungen. Darf man Deutschland kritisieren? Ein uneingeschränktes Ja. Darf man Israel kritisieren? Hier wird die Antwort schon schwieriger. Für Grosser gibt es dazu ein ganz klares Ja, das er auch in weiten Teilen umsetzt. Wir Deutsche tun uns damit schon schwerer, selbst wenn es um politische Ereignisse und ihre Folgen geht, wie zum Beispiel um die schrecklichen Auseindersetzungen im Nahen Osten. Was an Grossers Auseinadersetzungen manchmal stört, sind der missionarische Eifer, mit der er seine Thesen vertritt und ein gewisses Maß an Selbstgerechtigkeit - für alem gegenüber der jüdischen Seite. Auf jeden Fall aber ein höchst interessantes Buch, dass zur Auseinandesetzung einlädt und zur Überprüfung eigener Aufassungen.
Ein Buch, das man bei allen Schwächen jedem empfehlen kann, der sich mit eigenständigem Denken an dem Diskurs beteiligen möchte 4 von 5 Punkten Wer die Antworten auf die Fragen wissen möchte, die der Verlag auf die Umschlagsseite des neuen Buches von Alfred Grosser gedruckt hat, muss sich gedulden: "Wie scharf darf man Israel kritisieren ? Messen die Israel - Kritiker mit zweierlei Maß - oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten?" Diesen insbesondere nach dem Gaza-Krieg wieder neu aufgeworfenen Fragen geht der bekannte Intellektuelle Alfred Grosser in seinem Buch nach, aber erst, nachdem, wie das für ihn selbstverständlich ist, über eine lange Strecke die historischen Grundlagen und Voraussetzungen dieser Fragestellungen aufgezeigt und geklärt worden sind. Grosser schreibt aus der Perspektive eines Franzosen, der als jüdischer Deutscher geboren wurde. Sein Denken war schon immer und ist auch in dieser Frage, wo es sich um Israel dreht, von bewundernswerter Unabhängigkeit. Nüchtern demontiert er etwa immer wieder bestimmte Argumentationsmuster in der Debatte um die Haltung zu Israel und dessen Politik, speziell in Deutschland. Der jüngste Besuch des neuen Außenministers Westerwelle in Israel und wie er gebannt in der Presse begleitet und kommentiert wurde, ist dafür ein ganz aktuelles Beispiel. Grossers Kritik am Zentralrat der Juden in Deutschland und seinen Repräsentanten ist hart. Er wirft ihm vor, mit seinen oft reflexhaften öffentlichen Einlassungen dem Antisemitismus Vorschub zu leisten. Dieser Vorwurf in der innerjüdischen Debatte ist allerdings so alt wie der Diskurs um den Antisemitismus selbst. Grossers Buch leistet insbesondere für die Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen kritischen Menschen etwas ganz Wertvolles: es vermittelt historische Grundlagen und Informationen, die man sonst in dieser Detailverliebtheit selten findet. Das ist aber auch eine Schwäche des Buches. Seine Zitate und Bezüge, seine Vermerke über dies und jenes ziehen sich oftmals in die Länge, und auch der andauernde Verweis auf eigene Schriften, Reden und Aussagen kommt einem ab und zu überzogen vor, vor allem deshalb , weil Grosser sich anscheinend niemals geirrt hat. Klare Antworten auf die oben gestellten Fragen gibt auch er nicht. Er zeigt aber die falschen und ideologiebeladenen Antworten auf, die in der Debatte kursieren und entlarvt sie. Das ist die Hauptleistung eines wichtigen Buches, das man bei allen Schwächen jedem nur empfehlen kann, der sich mit eigenständigem Denken an dem Diskurs "über Deutschland und Israel" beteiligen möchte.
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Die Deutschen: Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter Arens Gebundene Ausgabe, 13. Oktober 2008 Verkaufsrang: 7112 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "...spannend geschrieben, exzellent illustriert (...)." Wiener Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Besser gehts kaum 5 von 5 Punkten Habe das Buch regelrecht verschlungen, obwohl ich sonst eher wenig lese. Die Geschichte unseres Volkes wird besonders anschaulich und interessant geschildert. Habe viel dazugelernt !!!
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Mein Kriegstagebuch: Aufzeichnungen eines Stukafliegers
Gebundene Ausgabe, März 2006 Verkaufsrang: 25202 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hans-Ulrich Rudel war der bei weitem erfolgreichste Kriegsflieger des Zweiten Weltkrieges. Rudel wurde 1916 in Schlesien geboren und trat nach dem Abitur in die Militärfliegerschule Wildpark-Werder ein. Den Krieg erlebte er bis zum letzten Tag an der Ostfront, wo sein Einsatz an allen wichtigen Schwerpunkten des Kampfes entscheidend für die jeweilige Gesamtlage war. Nach 2530 Feindflügen wurde Oberst Rudel als einzigem Soldaten der Deutschen Wehrmacht die höchste Tapferkeitsauszeichnung verliehen, das goldene Eichenlaub mit Schwerten und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Rudel stellte sich auch nach 1945 patriotisch in den Dienst für Deutschland. Er starb 1982. Seine Kriegserlebnisse hat Rudel so niedergeschrieben, daß der Leser nahezu selbst die dramatischen Einsätze Rudels miterlebt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Gewaltige Eindrücke gewonnen 5 von 5 Punkten Also dieses Buch hat mich in das Leben dieses Piloten gezogen und mir viele Eindrücke des zweiten Weltkrieges vor Augen geführt. Man spürt die Spannung wenn sich die Jungs zur Ruhe begeben und nicht sicher sein können, ob der Feind nicht des Nachts den Platz überrollt und sie alle in die ungewisse und ungewollte russische Kriegsgefangenschaft gehen müssen. Auch die Arbeit der Techniker wird erwähnt, die wie ein Uhrwerk Maschinen warmlaufen ließen, Kaffee kochten und dafür sorgten, daß auch bei tiefen Minusgraden die Vögel Ihres "Rudels" fliegen könnten. Sehr fasziniert hat mich die Beobachtungsgabe des Herrn Rudel, der Zusammenhänge der am Boden vorstoßenden Truppe und deren Bedürfnisse zu interpretieren wußte und seine Strategie danach ausrichtete und auch noch für seine eigene Sicherheit strategische Ziele bekämpfte wie Luftabwehr und Artillerie. Auch die sehr riskanten Bergungsversuche der eigenen abgestürtzten Besatzungen mitten im Feindesland sind sehr spannend dargestellt, absoluter Mitreißer. Bemerken möchte ich noch, daß mir die Anschauungsweisen eines Herrn Rudel der so viele Jahre im Krieg verbrachte, mir im Gegensatz zu so vielen Gutmenschen die hier Rezensionen schreiben nicht mißfallen, da ich mir aus unserer Position kein Urteil erlaube über Verhaltensweisen unter den damaligen Umständen. Das möchte ich auch bitte den anderen Lesern nahelegen die glauben es wäre von Erfolg gekrönt gewesen, sich aufzulehnen, das schaffen ja nicht einmal die Leute die heute Leben Ihre Meinung zu äußern geschweige denn Zivilcourage haben, obwohl heute keiner mehr wegen negativer politischer Äußerungen inhaftiert oder ermordet wird. Kurzum : Spitzenbuch aus der Sicht von oben und bitte beachten :"..von Zahnweh sprechen und Zahnweh haben ist ein Unterschied ! "
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Bis zur letzten Stunde: Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben Traudl Junge Broschiert, Oktober 2003 Verkaufsrang: 11224 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Fräulein Junge, zum Diktat! Nehmen Sie auf." Fräulein Junge stenografierte, tippte Briefe, brachte ihrem Chef Kaffee und sortierte Akten - nicht ungewöhnlich für eine Sekretärin. Das Außerordentliche an Junges Berufsleben war ihr Vorgesetzter, denn der hieß Adolf Hitler. Zwischen 1942 und Kriegsende arbeitete Junge als Hitlers Privatsekretärin, saß in Wolfsschanze, Berghof oder Berliner Reichskanzlei, erlebte dort die Nazi-Administration hautnah. "Fräulein Junge, machen Sie aus Ihren Erlebnissen ein Buch!" Nein, diesen Satz hat Junge nie zu hören bekommen, trotzdem wusste sie von der Bedeutung ihrer Erinnerungen an die Arbeit im Führerhauptquartier. Sie schrieb diese bereits 1947/48 nieder, aber erst 2002 findet der Text an die Öffentlichkeit. Bis zur letzten Stunde enthält Junges nahezu unverändertes Originalmanuskript, eingerahmt von der Einschätzung des persönlich-historischen Bezugsrahmens der Verfasserin durch die Journalistin Melissa Müller - einer wichtigen Einordnung, strotzt das Manuskript doch stellenweise vor entwaffnender Naivität gegenüber dem Führer. Verständlich angesichts einer damals sehr jungen Schreiberin, noch ohne Distanz zum NS-Apparat - aber eben erklärungsbedürftig. Bis zur letzten Stunde ist also keine kritische Auseinandersetzung mit Hitler, ebensowenig eine Darstellung interner Entscheidungsprozesse (Junge protokollierte nur deren Ergebnisse). Das Buch zoomt hingegen auf das Alltagsleben des Führers: Umfangreiche Schilderungen seiner Arbeits- oder Freizeitgewohnheiten sind manchmal dröge, aber dafür fesseln die letzten Tage im Berliner Reichskanzleibunker. Der anfängliche Tonfall einer Teekränzchenberichterstattung macht drückender Endzeitstimmung Platz. Das gesamte Buch ist, Melissa Müller kündigte es an, ein Beleg für die "Banalität des Bösen". Und wie banal Hitlers Alltag war! Für die Einblicke in Hitlers biedere Welt muss man Traudl Junge trotz mancher "dramaturgischer" Schwäche loben: "Fräulein Junge, danke für diese Niederschrift!" -Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 67 Bewertungen)
Der banale Alltag als Sekretärin des AH 5 von 5 Punkten Traudl Junge war ab 1942 im Zentrum der Macht, eine Protokollantin des AH - und darüber hinaus auch Teilnehmerin privatester Gesellschaften. Sie wollte ursprünglich Tänzerin werden und bewarb sich eher aus Spaß beim Sekretariat des Führers. Weil sie am wenigsten aufgeregt war, machte sie am wenigsten Fehler und erhielt den Zuschlag. Sie arbeitete abwechselnd auf dem Obersalzberg, in Berlin und im Führerhauptquartier Wolfsschanze. Sie lebte die Arbeitszeit vom Hitler (spät aufstehen, ausgedehnte nächtliche Teestunden, zu Bett gehen meist um 5 Uhr morgens) mit und konnte ihn aus nächster Nähe erleben. Am 28. April war sie bei der Eheschließung Hitlers mit Eva Braun dabei, danach diktierte ihr Hitler sein politisches und privates Testament. Als am 30. April gegen 15:30 Uhr der tödliche Schuss fiel (Eva Braun nahm Gift, Hitler erschoss sich nach der Einnahme des Gifts noch zusätzlich), saß Traudl Junge in einem Nebenzimmer und aß mit den Goebbels-Kindern. Traudl Junge beschreibt die Situationen, die Umgebung und alle Abläufe akribisch bis ins kleinste Detail, sie zeichnet damit eine Landkarte des Normalen, Gutbürgerlichen, in dem sich AH wohlfühlte. Besonders beeindruckt hat mich ihre Beschreibung des Berghofes auf dem Obersalzberg, das Refugium bzw. der Lieblingsplatz des AH. Von der Terrasse aus hatte man bei schönem Wetter einen traumhaften Blick links nach Berchtesgaden und rechts hinüber zur Obersalzburg in Salzburg. Traudl Junge beschreibt die Einrichtung als unpersönlich, manchmal gutbürgerlich gemütlich, aber doch eher museal. Die Gaben der Besucher standen auf den Fluren (Statuen, Bilder etc.), irgendwie wie bestellt und nicht richtig arrangiert. In der Bibliothek gab es für alle zugänglich einige Werke der Weltliteratur, Enzyklopädien, Buschs Werke etc. - keines der Bücher sah zerlesen oder benutzt aus. Es sind diese kleinen Eingaben, die Traudl Junges Buch so interessant machen. Ihr Arbeitszimmer im Berghof wurde eher stiefmütterlich behandelt, es gefiel ihr nicht. Daneben war der Zahnarztraum, perfekt mit modernsten Geräten eingerichtet. AH benutzte den Aufenthalt in den Bergen immer dazu, seine Zähne auf Vordermann bringen zu lassen. "Jenseits der Straße erstreckte sich in sanften Hügeln ein zauberhaftes Gelände. Kein Gärtner hätte eine schönere Anlage schaffen können als die Natur sie hier hervorgebracht hätte." Die Beschreibungen von Junge stimmen auch heute noch, der Berghof ist allerdings nur noch als eine letzte Grundmauer zu sehen, der Platz ist mittlerweile bewaldet. Die Schilderungen aus dem Berliner Bunker sind teilweise unglaublich, ab Ende 1944 ein Wahnsinn der nahenden Niederlage. Sie schildert Eva Braun als eine lebenslustige Frau, die gerne feierte und tanzte. Sie schildert den letzten Tanzabend oben, außerhalb des Berliner Bunkers und die aufgekratzte Eva Braun. Sie beschreibt die letzten vernichtenden Tage (AH traut sogar seinem Leibarzt nicht mehr), die lange Reihe der letzten Besuche, sie spielt mit den Goebbels Kindern und muss miterleben, wie diese umgebracht werden. Frau Junge bleibt bis zuletzt und schlägt sich schließlich in die Heimat durch. Das Interessante am Buch ist dann auch die Schuldaufbereitung und der Weg zu sich selbst, aufgezeichnet von der Journalistin Melissa Müller. Diese schreibt: "So paradox das klingen mag: Traudl Junge hat eine radikale Distanzierung vom Nationalsozialismus vollzogen, dem sie sich nie zugehörig gefühlt hat und dessen System sie trotzdem mitgetragen hat." Ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte.
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Quentin Tarantino gegen die Nazis: Alles über INGLOURIOUS BASTERDS Georg Seeßlen Broschiert, 17. August 2009 Verkaufsrang: 10149 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Seeßlen liefert durch seinen Kenntnisreichtum und seine durchdringende Beobachtungsgabe sehr viel wertvolles Ausgangsmaterial, das durch seine große analytische Qualität die Rezeptionsgeschichte dieses Films in Deutschland sicherlich – und hoffentlich – stark beeinflussen wird. -Der Schnitt, 26.08.2009
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Sechs Striche, fünf Sterne 5 von 5 Punkten Seeßlens Buch über Inglourious Basterds (im Folgenden: I.B.) ist ein bißchen wie ein guter Tarantinofilm: Es unterteilt sich in Abschnitte, die in etwas verschiedenen Tonlagen gehalten sind. Doch das fügt sich alles schon zu einer Einheit. Das Buch beginnt mit einer Art Vorgeschichte (u.a. mit Informationen zur Entstehungsgeschichte des Filmes), setzt sich fort mit einer detailgenauen Nacherzählung, als Drittes folgt ein Kapitel über bestimmte Filmsubgenres als Referenzen, und schließlich kommt die anspruchsvoll und allumfassend angelegte Interpretation. Wer Seeßlen schon mal gelesen hat, weiß, dass bei ihm Genie und Wahnsinn immer auf einem ziemlich schmalen Grat wandeln, dass er gelegentlich zu überlangen Sätzen und obsessivem Breittreten seiner semiologischen Theorien (oder einfach nur fixen Ideen) neigt, dass er vor verquasten Überinterpretationen nie ganz gefeit ist, aber dass er bei allem eine Freude an und ein quantitativ erstaunliches Wissen über Filmtrash hat. Auch in seinen abgedrehtesten Büchern finden sich immer noch bestechende Ideen. Diese Kombination macht es beinahe zwangsläufig, dass QT ihm liegt. Das vorliegende Buch ist für Seeßlen-Verhältnisse nicht allzu verschwurbelt geschrieben, es gibt ein paar wenige Stellen, bei denen sich gewisse Verdrehungen einschleichen, aber insgesamt geht es noch und ist im Gegenteil von Vorteil, dass Seeßlen sich auf eine gewaltige Höhe wagt. Man mag seinen Thesen nicht immer folgen, man kann sie aber zumeist nachvollziehen. Ob QT das alles in den Film reingetan hat, was Seeßlen herausholt, ist mir schnurz: Ein Kunstwerk kann ein Eigenleben entwickeln, und eine über weite Strecken gut geschriebene anspruchsvolle Deutung, die ab und an mal zweifelhaft ist, gefällt mir allemal besser als eine, die gar nicht den Mut hat, aufs hohe Drahtseil zu steigen. Seeßlens Drahtseilakt ist jedenfalls so, dass er nur selten wankt und nie fällt. Das Buch ist auch optisch gelungen, vor allem durch diverse Schwarzweißfotos in guter Qualität, die nicht nur aus I.B., sondern auch aus diversen Referenzfilmen sind und immer an passender Stelle den Text ergänzen. Beim Register ist allein die Liste der Scores aus I.B. - immer mit Originalfilm, Regisseur und Komponisten - eine Fundgrube für sich. Weitere Details zum Inhalt: Die "Nacherzählung" ist viel mehr als nur das, sie hat schon Elemente einer Szene-für-Szene-Analyse, und das meiste besticht. Seeßlen hat unter anderem (typografisch vom Verlag gut kenntlich gemacht) entfallene Szenen aus der Drehbuchrohfassung eingebaut und kommentiert, was noch die eine oder andere zusätzliche Erkenntnis und interessante Interpretation bzw. Akzentverschiebung bringt (am gelungensten vielleicht die Verbindungen zwischen der Legende vom jüdischen Golem und einer entfallenen backstory des von Eli Roth gespielten "Bärenjuden"). Diverse Film-Assoziationen werden zumeist schlüssig begründet und von guten Hintergrundinformationen begleitet (warum ein Mitrezensent meint, das Buch sei schlecht recherchiert, ist mir offen gestanden nicht klar). Das geht soweit, dass Seeßlen nicht nur die meisten Filmzitate freilegt, sondern sich auch Gedanken über die Namensgebungen macht (beispielsweise durch Verknüpfung von Aldo Rays Kriegsfilmen der Fünfziger mit dem Rollennamen Aldo Raine in I.B.). Fast alles davon ist überzeugend, nur gelegentlich verliert sich Seeßlen in lexikalischer Fischerei im Trüben (ein Dorf in I.B. heißt "Nadine", Seeßlen liefert eine kurze Inhaltsangabe des Filmes "Nadine", aber was der mit I.B. zu tun hat, weiß Seeßlen - wie er indirekt selbst zugibt - auch nicht). Schwamm drüber, die Reichhaltigkeit ist doch so bestechend, dass diese ganzen Assoziationen eine ungemeine Bereicherung sind und das eine oder andere klarmachen, was man vielleicht ansonsten übersehen hätte. Allein für die auf den ersten Blick unpassende, aber letztlich genau passende Querverbindung zu dem Film "Paris - When It Sizzles" (= eine Dialogzeile in I.B.) kann man das Buch lieben: Es handelt sich um die meistunterschätzte, abgedrehteste Audrey-Hepburn-Komödie aller Zeiten, in der es um einen Film im Film im Film geht und in der alle Ebenen munter miteinander interagieren, einander die Logik durchkreuzen und die Grenzen zerschmettern. Klar, dass QT den mögen muss - in einem Film, in dem sich ebenfalls die Ebenen vermischen und die Kino-Kunst der Nazi-Barbarei den Krieg erklärt. Damit sei übergeleitet zum interpretatorischen Teil, es geht natürlich in I.B. um den Sieg des Kinos über die Wirklichkeit, über die Geschichte. Tarantinos Krieg ist ein Krieg der Bilder, und als solchen fasst Seeßlen ihn auch auf. Doch geht Letzterer noch etwas weiter und stellt die kühne These auf, dass das auch ein Krieg des Kinos gegen das Kino sei. Das ist allemal brillant und interdisziplinär (kulturtheoretisch, semiotisch, geschichtlich, politisch) argumentiert sowie hochinteressant zu lesen, allein, es hat mich nicht so ganz überzeugt. Wenn Seeßlen hier meint, nach Auschwitz könne man eigentlich nicht mehr vom Krieg erzählen und die gesamte (Kino-)Kunst sei in einer Art postfaschistischen Falle gefangen, dann sieht er hier mehr Gespenster als ich (auch der Vergleich von Bundeswehrgelöbnissen zur NS-Ästhetik ist reichlich gewagt). Für ihn ist I.B. ein Befreiungsschlag, für mich war dieser Befreiungsschlag nicht ganz so nötig. Aber gut ist er, und es lohnt sich eine Beschäftigung auch mit der etwas anderen Ansicht von Seeßlen. Uneingeschränkt gelungen ist das Buch hingegen, wenn es um die Entstehung des damaligen Nazismus und das Bild des kultivierten Nazis geht. Hier ist die politische Analyse zwar genauso pointiert, aber nach meinem Empfinden stichhaltiger, und Seeßlen gelingt ein beeindruckender Beitrag zu der auch unter Historikern tobenden Debatte, ob die Barbarei gerade in der Kultur oder gegen die Kultur möglich war. Seeßlen erteilt der These, dass Erziehung und Bildung das Schlimmste verhindert hätten, eine radikale Absage. Das mag angesichts der heutigen Erscheinungen am rechten Rand verwundern - aber bei einem Blick nach Frankreich, wo die Rechtsextremen viel stärker im kulturellen Establishment und in der bürgerlichen Oberschicht verwurzelt sind, schon weniger. Und es verwundert gar nicht mehr, wenn man sich beispielsweise einmal mit der Rolle von Beamten und Justiz im "Dritten Reich" und der davor liegenden Zeit beschäftigt. Das alles entfernt uns nie zu sehr von I.B. - natürlich finden wir die Figur des kultivierten Barbaren in Hans Landa wieder. Und auch wenn ich es als etwas billigen Plot-Trick empfunden hatte, dass dieser oberschlaue Schurke gepackt von seiner Eitelkeit in eine leicht zu erkennende Falle rennt: Vielleicht ist es ja doch konsequent, dass Aldo Raine diesem kultivierten Barbaren einen Strich durch die Rechnung macht. In den Worten von Seeßlen: Genauer gesagt sind es sechs Striche.
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Duell unter den Sternen: Tatsachenbericht eines deutschen Nachtjägers 1941-1945 Wilhelm Johnen Gebundene Ausgabe, 6. Oktober 2009 Verkaufsrang: 11215 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hauptmann Wilhelm Johnen, am 9. Oktober 1921 in Homberg am Niederrhein geboren, kam als junger Leutnant im Mai 1941 zur deutschen Nachtjagd. Eingebettet in die Geschichte der deutschen Nachtjagd und ihrer berühmten Piloten beschreibt er hier seinen militärischen Werdegang von seiner Ausbildung im Blindflug zu seinen ersten Nachtjagdeinsätzen beim Nachtjagdgeschwader 1 in Venlo und Schleswig. Nach seinem ersten Nachtjagdabschuss selbst vom Bordschützen eines viermotorigen Bombers erfasst und abgeschossen, kehrte er nach längerem Lazarettaufenthalt zu seinem Geschwader nach Venlo zurück. Im Dezember 1942 mit der dritten Staffel des Nachtjagdgeschwaders 1 zur III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 6 versetzt, nahm er von Venlo startend an den Abwehrkämpfen über Hamburg teil und wurde in dieser Zeit zum ersten Mal mit der neuen Staniolstreifen-Taktik der Royal Air Force konfrontiert. Beim ersten Nachtjagdeinsatz seiner Gruppe über Berlin konnten in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1943 allein 20 Abschüsse erzielt werden. Über Berlin erzielte Johnen auch seinen größten Erfolg, als es ihm gelang innerhalb von nur 45 Minuten vier feindliche Bomber abzuschießen. Nach verschiedenen Verlegungen seiner Gruppe machte er in Leipheim bei einem Testflug mit der Me 262 erste Erfahrungen mit diesem Düsenjäger. Am 28. April 1944 wurde er mit seiner Me Bf 110 in der Schweiz zur Notlandung gezwungen, ihm gelang jedoch die Rückkehr nach Deutschland. Nach ihre Verlegung nach Ungarn im Juni 1944 hatte die Gruppe die Aufgabe, Wien und Budapest vor Angriffen von Bomberstaffeln der RAF aus Italien zu beschützen und Partisanenflugzeuge abzuwehren. Nach 33 Nachtjagdabschüssen am 31. Oktober 1944 als Oberleutnant mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, erlebte er den Angriff auf Würzburg am 16. März 1945 aus der Luft und konnte als Gruppenkommandeur der III./Nachtjagdgeschwader 6 hier seinen 34. und letzten Nachtjagdabschuss erzielen. Das Kriegsende erlebte Wilhelm Johnen in Bad Aibling, wo er und seine Kameraden am 30. April 1945 ihre Maschinen sprengten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Sehr informativer Einblick in den Fliegeralltag-empfehlenswert 5 von 5 Punkten Der Autor beschreibt seinen Alltag im Kriegseinsatz sehr objektiv und ohnen nennenswerte Wertungen. Er berichtet über seine Einsatzflüge und den Betrieb am Boden schon fast einwenig emotionsreduziert, als wenn diese Geschehnisse alltäglich und somit unabwendbar wären. Er beschreibt alles genau und vermittelt auch gute und nicht immer bekannte Details rund um die Organisation und Belange der Luftwaffe und im speziellen der Nachtjagd. Habe schon sehr Vieles über die ehemalige Luftwaffe gelesen, konnte jedoch in diesem Buch noch weitere mir nicht so geläufige Details betreffend des Einsatzbetriebes hauptsächlich im Bereiche der Nachtjagd finden. Der Autor verherrlicht meines Erachtens nichts, sondern beschreibt in einer sehr ruhigen und gut aufnehmbaren Art den ganzen Irrsinn vergangener Geschehnisse. Ein guter Beitrag zur Deutschen Zeitgeschichte.
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"Wir weinten tränenlos...". Augenzeugenberichte des jüdischen "Sonderkommandos" in Auschwitz Gideon Greif Taschenbuch, 1. Januar 1999 Verkaufsrang: 13956 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Haben Sie manchmal geweint?" - "Oft. nicht nur einmal. Während der Arbeit, nur ohne Tränen. Seit damals habe ich keine Tränen mehr. Dort weinten wir tränenlos." Sieben Augenzeugenberichte versammelt Gideon Greif in seinem Dokumentarband "Wir weinten tränenlos...". Sieben Juden, die in Auschwitz-Birkenau als "Sonderkommando" tätig waren, erzählen, wie sie im täglichen Ablauf der Todesmaschinerie eingesetzt wurden. Kein einfaches Unterfangen. Wer im "Sonderkommando" arbeiten mußte, dem fällt es schwer, darüber zu reden: Zu unerträglich ist der Schmerz und zu gering die Kraft, auf Leute zu reagieren, die sie als Verräter, Denunzianten und Helfershelfer der Nazis beschimpfen würden. Dabei hatten sie niemals die Wahl, zwischen Verweigerung oder Gehorsam zu wählen. "Ihr wichtigstes Ziel sei es gewesen, zu überleben, um der Welt von der Shoah Zeugnis geben zu können", schreibt Greif in seinem Vorwort. Und wohl deshalb hat er diese Menschen, trotz aller Widrigkeiten, in einfühlsamer Annäherung und langen, zahlreichen Gesprächen dazu gebracht, über ihren Einsatz in Auschwitz-Birkenau zu reden. Greif, Mitarbeiter der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, ist ein gewissenhafter Historiker. Er befragt die Männer nach jedem einzelnen Detail des Vernichtungsprozesses, über den sie berichten können: Das "Sortieren" auf der Rampe, die Entkleidung, die Tötung in der Gaskammer, die "Verwertung" der Überreste - Lebensmittel, Kleidung, Wertsachen, Zahngold -, die Verbrennung der Leichen. Gerade die minutiöse Beschreibung der automatisierten technischen und menschlichen Prozesse führt die Ausmaße des Grauens in noch schärferen Konturen vor Augen als die ohnehin schon unerträgliche Zahl von sechs Millionen getöteter Juden. Wer diese Augenzeugenberichte gelesen hat, kennt das wahrscheinlich wichtigste Beweismittel dafür, daß die Shoah, der Völkermord an den Juden, eine eiskalt geplante Aktion gewesen war. -Bettina Albert
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Man darf nicht vergessen, was damals geschah! 5 von 5 Punkten Augenzeugen berichten detailliert über ihre Arbeit als Sonderkommandohäftlinge im KZ Auschwitz. Nichts für schwache Nerven! Wer den Film "Die Grauzone" gesehen hat, sieht die Bilder beim lesen wieder vor sich.
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Deutsche Geschichte Manfred Mai Broschiert, 27. November 2008 Verkaufsrang: 21472 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gibt es sie, eine Geschichte der Deutschen? Zweifelsohne gibt es eine Geschichte Deutschlands, aber eine der Deutschen? Manfred Mai hat mit seinem Buch Deutsche Geschichte in 56 kurzen, zwei- bis dreiseitigen Kapiteln versucht, die Historie dieses Volkes zusammenzutragen. Er spannt einen weiten Bogen: Beginnend mit dem Zeugnis des römischen Geschichtsschreibers Tacitus, der über den Ursprung der Stämme Germaniens berichtet, bis zum 3.Oktober 1990 ist es in der Tat ein weites Feld, das über Karl den Großen, die Habsburger, den Dreißigjährigen Krieg bis hin zu Napoleon führt. Die Weltkriege ziehen vorbei, Revolutionen haben in Deutschland noch nie so richtig stattgefunden, nicht einmal, als das geteilte Deutschland wieder vereint wurde. Sind wir ein Volk geworden? Nun - immerhin haben wir seit 50 Jahren eine funktionierende Demokratie und keinen Krieg erlebt, eine derart lange friedliche Phase, wie sie uns Deutschen noch nicht vergönnt war, will man den Kapiteln von Manfred Mai und den Bildern von Juliam Jusim glauben. Ein rundum gelungenes Buch, prägnant, leicht verständlich und vor allem den Überblick verschaffend, ohne daß der Autor ein einziges Mal einen Spiegelstrich zur Aufzählung von totem, langweiligen Faktenwissen benutzen müßte. Ganz im Gegenteil - spannend erzählt und einen roten Faden verfolgend, gräbt sich Mai durch mehr als 20 Jahrhunderte. Das Publikum hat die Qualität dieses herausragenden Geschichtsbuches sofort erkannt, denn innerhalb weniger Monate nach Erscheinen wird mittlerweile beim Beltz und Gelberg Verlag das 35. bis 45. Tausend der Auflage gedruckt. - Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Einfach genial! Auch für die Oberstufe 5 von 5 Punkten Also ich muss sagen, dass ich zu Anfang etwas skeptisch war, ob dieses Hörbuch zu Deutsch "was taugt". Aber ich wurde schnell überzeugt. Ich besuche die Oberstufe eines Gymnasiums und werde bald mein Abitur machen. Dieses Geschichtshörbuch hat mir bis jetzt bei jeder Klausur geholfen. Sicher es reicht bei weitem nicht aus, da es zu wenig ins detaille geht, aber es gibt einen guten Überblick. Mein Tipp für Schüler: Lernt erst ganz normal wie ihr es vorher auch getan habt, und hört euch einen Tag vor eurer Klausur die entsprechende Stelle in diesem Hörbuch an. Das lässt einen das gelernte Wissen noch einmal wiederholen und verinnerlichen und das dank Manfred Mai auf sehr spannende Weise.
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Gebrauchsanweisung für München Thomas Grasberger Taschenbuch, Dezember 2008 Verkaufsrang: 12449 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Aha, ein Münchner", sprach der liebe Gott, als ihm der Engel Aloisius gegenübertrat. Was aber ist typisch münchnerisch? Diese amüsante Gebrauchsanweisung spürt es auf. Der Physiognomie des Buches zufolge ist die Maxvorstadt mit seinen Museen und Universitäten der Kopf Münchens, den gewichtigen Hintern symbolisiert der Vorort Pasing. Auf Herz und Nieren geprüft wird das Verhältnis zwischen Umland und Stadt. Themen wie CSU-Skandale, Promi-Szene, Biergarten-Philosophien und Laptop in Lederhosen werden be- und teilweise durchleuchtet, wer warum welche Zeitung liest, erklärt. Und es ist gar nicht schwer, Münchner zu werden - wenn man eine Wohnung findet. Sind Sie einmal Münchner, dann beginnt der Urlaub "mit einer Fahrt über den Brenner", und auf der Heimreise geraten Sie "zwischen fünf und sieben Uhr irgendwo zwischen Irschenberg und Holzkirchen in den Stau". Recht hat er, Autor Thomas Grasberger: In gleich bleibendem Tempo berichtet der Journalist über Alltag und Eigenarten von Stadt und Städtern und kommt stets schnell auf den Punkt. Das Buch ist solide, ganz wie man es von einer Gebrauchsanweisung erwartet. Dabei bleibt es unspektakulär, ein wenig wie die Münchner, die es beschreibt. Der Autor ist ein aufmerksamer Beobachter, seine Urteile sind klar und kompetent: Ein echter Sauhund ist er also - auch wenn der Augustiner-Biergarten entgegen seiner Behauptung kleiner ist als der "Königliche Hirschgarten" (in überarbeiteter Ausgabe abgeändert). Kleiner Dorn im Auge: Leser, die nicht in München leben, verstehen nicht alle Anspielungen. Zudem geraten die Ausführungen des Wahlmünchners hie und da zu einer altbayrischen Gebrauchsanweisung - kein Wunder, denn Thomas Grasberger ist im oberbayerischen Altötting aufgewachsen. Nicht erst seit der ungewöhnlichen Ethnografie Tief in Bayern ist klar: "Der Bayer ist nicht maulfaul, sondern weiß ganz einfach, dass seit Anbeginn der Zeit eigentlich alles Wesentliche gesagt ist." Unter diesen widrigen Voraussetzungen gelang Thomas Grasberger eine prächtige Charakterstudie: Jeder, der wissen will, was die Stadt auszeichnet, wie sich Münchner verhalten und wie Sie aus ihnen schlau werden, wird viel Freude daran haben - egal ob Lese-Reisender, Tourist, Zugereister oder auch Original. Gleichzeitig setzt dieses Buch die bekannte Reihe von Gebrauchsanweisungen aus dem Piper-Verlag mit weit mehr als 20 Städte-, Regionen- und Länderporträts erfolgreich fort. Am allerbesten, Sie beobachten nach der Lektüre vor Ort, wie Münchner damit kokettieren, Einwohner der nördlichsten Stadt Italiens zu sein. Und wenn Sie wider Erwarten schlechte Erfahrungen machen, dann liegt es hoffentlich am Föhn. -Herwig Slezak
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Super! 5 von 5 Punkten Als Neu-Münchnerin musste ich dieses Buch unbedingt lesen! Und gut, dass ich es gemacht habe! Ich musste manches Mal schmunzeln und oft sogar laut lachen (was den Münchnern in der Tram recht gut gefallen hat, als sie den Titel des Buches gesehen haben). Man kann diese Gebrauchsanweisung für München wirklich in einem Rutsch durchlesen und sich - als Neuling - einfach freuen auf diese charmante Stadt, das Millionendorf München. Grasberger hat den richtigen Kompromiss gefunden zwischen Humor und Information. Ohne in langweilige Erklärungen zu verfallen, nimmt man durchs Lesen viele notwendige Infos auf und hat währenddessen viel Spaß!
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Kleiner kölscher Kosmos: Kurioses über Köln Stephan Meyer Gebundene Ausgabe, November 2008 Verkaufsrang: 67385 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der kleine kölsche kosmos ist eine Sammlung von über 160 Listen, Tabellen und kurzen Texten. Auf 112 Seiten sind Namen, Zahlen und Anekdoten zusammengestellt. Hier ein paar Themenbeispiele: - Die Glocken des Doms mit Gewicht, Umfang und Schlagton - Das Rezept für Kölsche Kaviar - Eine Übersicht über die Nationalitäten in Köln - Technische Daten zum RheinEnergieStadion - Die Titel der Köln-Tatort-Folgen - Eine Übersicht über die Kölner Brücken - Die Unterscheidung von Zappes und Köbes - Einige Daten zum Hausboot der Kelly-Family - Die Zuflüsse des Rheins - Alle Kölsch-Sorten auf einen Blick Kurze Texte und kompakte Informationen, leichte (aber nicht seichte) Lektüre, ein Buch für das Aha-Erlebnis und zum Schmunzeln. Wussten Sie zum Beispiel, dass Joseph Beuys am Dombau beteiligt war oder dass 47 % der Kölner Haushalte Einpersonenhaushalte sind? Kennen Sie die Wohnorte Heinrich Bölls oder den Patenbeitrag für eine Blattschneideameise im Kölner Zoo? Lesen macht schlau!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Wieder eine Perle - hurra ! 5 von 5 Punkten So viele große und kleine, dicke und dünne, schöne und langweilige Bücher gibt es über Köln, für Köln-Interessierte oder Fans dieser einmaligen Stadt. Dieses so kleine, unscheinbare Büchlein aber hat es in sich. Es ist eine wertvolle Perle für alle, die in Köln leben oder sich - vielleicht gar - dieser Stadt verschrieben haben. Info?s, Ankedoten, Kölsche Redewendungen und Begriffe. All das und viel mehr. Unglaublich, was in so ein kleines kaum Postkartengroßes Büchlein reinpasst. Wouw! sag ich nur. Ob Köln als Stadt der Frauen oder die Auflistung der Aurora Mehltypen. Mir machte es Riesenspaß darin zu schmökern. Und der Preis, den zahlt man gerne für dieses Kölnschätzchen für die Hosentasche ! - Mein Vorschlag: Kaufen! in den Stadtwald radeln und sich dort auf einer grünen Wiese Köln einmal näher einverleiben - bis ins Herz ! ;-) Danke - für die tollen Recherchen !!! -Mein TOPP-TIPP !
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Erinnerung an die Tiger-Abteilung 503: Die schwere Panzerabteilung 503 an den Brennpunkten der Front in Ost und West Franz W. Lochmann, Richard von Rosen, Alfred Rubbel, Rolf Sichel Gebundene Ausgabe, 1. November 2008 Verkaufsrang: 7998 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dies ist die Geschichte der Tigerabteilung 503. Am 4. Mai 1942 als erste von zehn selbstständigen Tigerabteilungen in Neuruppin, Putlos, Fallingbostel und Döllersheim aufgestellt, hatte sie am 30. Dezember 1942 ostwärts und westlich des unteren Don und am Manytsch ihre Feuertaufe zu bestehen. Im Februar 1943 auf volle Stärke aufgerüstet 3 Kompanien mit insgesamt 45 Tiger-Panzern nahm sie an der Abwehrschlacht im Donezgebiet und in der Mius-Donezstellung im März und April 1943 teil. Verlegt in den Raum von Charkow, kämpfte die Abteilung an forderster Front beim Unternehmen Zitadelle , der letzten großen deutschen Offensive im Osten. Nach den Kämpfen im Rahmen der 8. Armee am Dnjepr, bei Kiew und in der Südukraine, öffnete sie im Verband mit dem schweren Panzerregiment Bäke den Kessel von Tscherkassy und ermöglichte so den Ausbruch der deutschen Verbände aus diesem Kessel. Von März bis Mitte April 1944 bei Tarnopol eingesetzt, ging es zur Auffrischung in die Heimat zurück. Hier wurde die 1. Kompanie als erste Einheit der deutschen Wehrmacht auf denTiger II, den Königstiger, umgerüstet. Im Juni 1944 an die Invasionsfront verlegt, kämpfte die Abteilung bis August bei Caen, Cagny und ostwärts der Orne. Nach Auffrischung in Paderborn schlossen sich die Abwehrkämpfe in Ungarn, die Operation Horty , die Kämpfe im Raum Budapest, am Plattensee, der Donau, den Karpaten und nördlich von Wien an.In ihrem 36-monatigen Bestehen hatte die Abteilung 25 Monate im Fronteinsatz gestanden. Bis zum bitteren Ende hatte die Tiger-Abteilung 503, die in ihren Reihen so erfolgreichen Richtschützen und Panzerkommandanten, wie Feldwebel Kurt Knispel, Oberfähnrich Rondorf und Feldwebel Heinz Gärtner hatte, ihrePflicht tapfer, diszipliniert und verantwortungsbewusst erfüllt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ausgezeichnet ! 5 von 5 Punkten Dieses Buch hat mir sehr gefällt. Als Franzose habe ich es mit viel Spass gelesen. So habe ich viel über die Kämpfe bei uns in der Normandie gelernt. Es ist klar, dass die tapfere deutsche Soldaten, die in dieser berühmten Einheit dienten, keine Ahnung davon hatten, was sie erwartete. Besonders die schreckliche Angriffe von Bomber. Dieses Buch kann ich auch nur empfehlen. Il faut toujours reconnaître la valeur où elle est.
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Gefangen in Hohenschönhausen: Stasi-Häftlinge berichten
Broschiert, Juni 2007 Verkaufsrang: 17178 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Es ist richtig und wichtig, dass Knabe diese eindringlichen Schilderungen nun zusammen vorlegt. Der Band ist eine Grundlage für die öffentliche Aufarbeitung des Stasi-Systems, das für die DDR so charakteristisch war wie sonst nur noch das mörderische Grenz-Regime...Für die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die es nicht leicht hat und die dennoch ständig steil anwachsende Besucherzahlen verzeichnen kann, ist der neue Band eine wichtige Bereicherung. Er hätte leicht auch zehnmal so dick ausfallen können. Eindrucksvoll ist er auch mit nur 382 Seiten."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Erschütternd 5 von 5 Punkten Als Geburtsjahrgang 1982 habe ich bewusst nie etwas von der aktiven DDR mitbekommen, auch nicht von der Wiedervereinigung oder vom Mauerfall. In der Schule gab es das Thema DDR gar nicht, in Filmen wie Good Bye, Lenin, Sonnenalllee u.ä. wird das Leben der damaligen DDR-Bürger so dargestellt, dass ich es oftmals als filmisch überzogen gesehen habe, die richtigen Bücher, habe ich bisher nicht gefunden. Alles was ich bisher wusste, hatte ich durch Berichte und Reportagen aus den Medien. Es waren nur selten mir unbekannte Informationen dabei, da die Berichte ausschließlich objektiver Natur waren. Ich wusste, dass es die Stasi gegeben hatte und auch grob, welche Aufgaben und Funktionen sie hatte, aber mit welchen Mitteln sie arbeitete, war mir unbekannt. Natürlich wusste ich von den Überwachungen, Bespitzelungen und Denunzierungen durch Nachbarn, Freunde und Verwandte. Dass ein Staat eine solche Macht über sein Volk hatte, fand ich immer schon bizarr, wuchs ich doch in einer Welt auf, in der es zwar Grenzen und Regeln gab, aber auch immer die Möglichkeit, seine Meinung und Gedanken frei zu äußern. Gleichwohl ich oftmals in einer Diskussion auch mal eines Besseren belehrt wurde. Das Buch Gefangen in Hohenschönhausen hat mir nun auf sehr nachdrückliche Art und Weise das Leben in der ehemaligen DDR verdeutlicht. Das Buch ist zunächst unterteilt in die 50er, 60er, 70er und 80er Jahre. In den verschiedenen Epochen berichten Menschen, darunter Heinrich George (Vater von Schauspieler Götz George), der Autor Klaus Kordon, die DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, u. a. auf unterschiedlichste Art von ihrer Verhaftung und ihrer Zeit in Haft. Heinrich George erzählt in Briefen, die er an seine Frau und Familie schrieb von seinen Gefühlen und Erlebnissen in Hohenschönhausen; Klaus Kordon lässt seine Haftzeit eine andere Person erleben; Vera Lengsfeld erinnert sich in Tagebuchform, wie einige andere auch. Besonders beeindruckt hat mich die Schilderung von Erica Wallach (Pflegetochter des US-Amerikaners Noel Field), die während ihrer Zeit in Hohenschönhausen Mittel und Wege fand, sich sowohl geistig als auch körperlich fit zu halten, indem sie Gedichte schrieb, obwohl ihr kein Schreibzeug zur Verfügung stand, die aus ihrem Stofftaschentuch ein winziges Schachbrett machte, die jedes Mal, wenn sie in die Freiluftzelle gebracht wurde, Runde um Runde rannte. Diese Dinge gaben ihr die Kraft, die nächtelangen Verhöre besser zu ertragen und sich nicht selbst zu verlieren. Trotz allem beschreibt sie auch Momente, in denen sie an ihre Familie, speziell an ihre Kinder denkt und der Verzweiflung nahe ist. Für mich war dieses Buch eine Hilfe, mehr und besser zu verstehen, obgleich ich oftmals fassungslos war, wie menschenunwürdig die Gefangenen behandelt wurden. Schikanierungen, Erpressungen und psychische wie physische Folter, das alles lässt mich selbst jetzt noch wütend werden. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, da es zwar sachlich aber dennoch bewegend die dunkle Seite des Arbeiter- und Bauernstaates beschreibt. Einzig etwas anstrengend sind die vielen Fußnoten, die sich an jedes einzelne Kapitel anfügen, die aber die meist wichtige Erklärung von Namen und Bezeichnungen darstellen.
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