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Geo Epoche: Geo Epoche Kaiser, Ritter, Hanse: Das Magazin für Geschichte: 25/2007 - Michael SchaperGeo Epoche: Geo Epoche Kaiser, Ritter, Hanse: Das Magazin für Geschichte: 25/2007
Michael Schaper

Unbekannter Einband, Juli 2007
     Verkaufsrang: 32838     

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Diese Ausgabe von GEO Epoche trägt den Titel "Deutschland im Mittelalter", doch ist natürlich mit einiger Berechtigung zu fragen, ob es so etwas wie Deutschland in jenen Jahrhunderten überhaupt gegeben hat. Tatsächlich ist der Eintritt der Deutschen in die Geschichte nicht klar zu datieren - die Bildung von Nationen verläuft durchweg über lange Zeiträume, und auch Engländer, Spanier, Italiener und Franzosen haben kein Daum, an dem sie die Geburtsstunde ihrer Nation feiern können. Dennoch haben Historiker immer wieder versucht, den Beginn der deutschen Geschichte festzulegen, was zu heftigen Auseinandersetzungen geführt haben.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein gelungenes Magazin!      5 von 5 Punkten
Dieses Magazin befasst sich mit Deutschland im Mittelalter und wartet mit einer Vielzahl von imposanten Fotographien auf, die den Leser visuell in die bemerkenswerten Textbeiträge einstimmen.
Im Mittelalter, dem Jahrtausend zwischen 500 und 1500, beherrschten Herzöge, Grafen und Ritter auf mächtigen Festungen das Land, so liest man. Mehr als 20 000 Burgen soll es gegeben haben. Einige von ihnen gibt es immer noch. Dazu zählt u.a. die märchenhafte Burg Eltz, die seit 33 Generationen im Familienbesitz ist, auch die Marksburg am Rhein, sowie Burg Vischering im Münsterland und natürlich die Wartburg in Thüringen, berühmt wegen des Sängerwettstreites zwischen Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide, aber auch weil Luther hier das neue Testament ins Deutsche übersetzte.
An anderer Stelle im Magazin wird man über Walther von der Vogelweide und die Macht der Minne informiert.
Aufklärung erhält man hinsichtlich der politischen Strukturen im Reich, über Könige und Kaiser, wie etwa die Ottonen, die Salier, die Staufer, über die Herrscher des Interregnums, die Regenten während der Zeit der wechselnden Dynastien aber auch über die der Habsburger.
Heinrich IV , der Investiturstreit und Heinrichs Gang nach Canossa werden erneut aus dem Dunkel der Geschichte hervorgezogen. Auch wird das facettenreiche Leben Friedrichs II , des hochgebildeten Stauferkönigs, in knappen Sätzen nachgezeichnet und von dem einst in Prag residierenden Karl IV erfährt man Essentielles, nicht zuletzt, weil unter seiner Herrschaft das wichtigste Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches geschaffen wurde, das ein halbes Jahrtausend überdauerte: die Goldene Bulle. Das ist die Schrift zur Regelung des deutschen Wahlkönigtums.
Im vorliegenden Heft wird man daran erinnert, was man unter den mittelalterlichen Begriffen Ablass, Bann, Investitur, Lehen, Zehnt, Simonie, Reichstag, aber auch unter einer Fehde zu verstehen hat.
Die Äbtissin Hildegard von Bingen wurde zuzeiten Friedrich Barbarossas als Prophetin verehrt. Sie wollte die Welt von Schuld und Sünde befreien und den Menschen einen Weg zu Gott weisen. Von Ihrer Zeit im Kloster Disibodenberg( das sollten Sie unbedingt besuchen!) und ihren weiteren Klosteraufenthalten wird ausgiebig berichtet und es wird ihr Werk " Scivias" -Wisse die Wege- thematisiert. Hildegard lernte u.a. die Kunst des Heilens und schrieb die "Physica" über Pflanzen, Metalle und Mineralien. Sie verzeichnete deren medizinische Wirkung und erläuterte in der Schrift die Herstellung von Pillen, Pulvern, Spülungen und Räucherungen. Die Äbtissin glaubte, dass der Mensch aufgrund des Sündenfalls zu Krankheiten, Siechtum und Unheil neigen würde.
Über Ritterspiele wird in einem längeren Beitrag von dem Historiker Dr. F. Neumann ausführlich berichtet. In diesem Zusammenhang wird auch der Begriff der Schwertleite erklärt und ein Hoffest geschildert, das am 20.5.1184 in der Nähe von Mainz stattfand. Friedrich I Barbarossa war der Gastgeber. 40 000 Ritter, ohne Geistliche und das Volk anderer Stände trafen sich auf der Maaraue um die Festtage zu begehen. Was sich dort im Einzelnen ereignete erfährt man detailliert im Text von Walter Saller.
Ein weiterer Bericht beschäftigt sich mit den Begriffen Macht und Ehre.
Die Fehde, eine kriegerische Form von Selbstjustiz war nicht selten das einzige Mittel, um sich gegen Ehrabschneider, Raubritter oder falsch erhobene Ansprüche sein Recht zu verschaffen. Am Beispiel eines Machtkampfes um die Vorherrschaft des Hunsrück wird verdeutlicht, wie vehement eine Fehde ausgetragen werden konnte, mit Kanonen, unterschiedlichen Armbrustmodellen, Stoßklingen und Hellebarden, mittels denen man feindliche Reiter aus dem Sattel hob.
Besonders beeindruckend ist der Beitrag über den Bau des Kölner Doms. Man betrachtet es als das kühnste Bauvorhaben des Mittelalters. 1248 begannen die Arbeiten dazu und waren 600 Jahre später immer noch nicht abgeschlossen. Die Architektur des Doms wird gut nachvollziehbar erklärt, auch wird über die wohldurchdachten Lichtverhältnisse gesprochen. Durch insgesamt 10000 Quadratmeter farbiger Fenster fällt Tageslicht in den Kölner Dom und beleuchtet Chor, Kirchenschiffe und Altäre. Man erfährt , dass die Fläche der Fenster fast ebenso groß ist, wie das Dach.
Über die so genannte Deutsche Hanse und die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Hansekaufmanns Hildebrand Veckinchusen wird berichet und von dessen Leidenschaft zur Spekulation, von riskanten Krediten, von Geld als auch Ehre, schließlich von Gewinnen und Verlusten.
Hansestädte, nicht nur Lübeck, sondern Brügge sowie Bergen und viele andere damalige Handelsmetropolen werden genannt und es wird verdeutlicht, mit welchen Waren, die Kaufleute damals ihr Geld verdienten.
Schließlich ist Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks und damit einhergehend der mittelalterlichen Stadt Mainz ein Beitrag gewidmet. In der Folge wird an den Verfasser des ältesten deutschen Rechtsbuches , genannt Sachsenspiegel, erinnert. Gemeint ist der großen Rechtsgelehrte Eicke von Repgow.
Ein sehr gut durchdachtes, hochinteressantes Magazin , das man mit Vergnügen immer wieder in die Hand nimmt und sei es nur, um einen Blick auf das Hauptportal des Kölner Doms zu werfen. Wunderschön!

Empfehlenswert!


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Geo Epoche: Geo Epoche: Geo Epoche. Weimarer Republik: Das Magazin für Geschichte. Drama und Magie der ersten deutschen Demokratie: 27/2007: Das Magazin ... der ersten deutschen Demokratie: 27/2007 - Michael ScharperGeo Epoche: Geo Epoche: Geo Epoche. Weimarer Republik: Das Magazin für Geschichte. Drama und Magie der ersten deutschen Demokratie: 27/2007: Das Magazin ... der ersten deutschen Demokratie: 27/2007
Michael Scharper

Unbekannter Einband, Januar 2008
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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Notwendige Schritte auf dem Weg zur Demokratie      5 von 5 Punkten
Die 27. Ausgabe des Magazins GEO-Epoche behandelt die Zeit von 1919 bis 1933 in Deutschland. Eingehend beschäftigt es sich mit der Bildung der Weimarer Republik und deren ersten Präsidenten Ludwig Ebert. Auch die Anfänge der NSDAP vom missglückten Putsch 1923 bis zur Machtübernahme werden aufgezeigt.

Aber die Weimarer Republik war mehr als die fast monatlich wechselnden Regierungen. Deutschland war damals in einer Aufbruchsstimmung nach dem Kaiserreich. Sehr deutlich wurde das in Berlin. Es wurden neue Theater und Ausstellungen eröffnet, die die Kunst und Kultur widerspiegelten. Die Ausgabe dieses Heftes mit DVD gibt noch ausführlichere Eindrücke darüber preis.

Auch die Wissenschaft hatte in dieser Zeit große Fortschritte. Insgesamt 17 Nobelpreisträger wie Einstein, Bosch oder Planck werden mittels Kurzbiografien vorgestellt. Ein weiteres Kapitel widmet sich der damaligen Kunst, wie sie sich in Gemälden oder Film darstellt. Diese Stimmung wird in bebilderten Reportagen eingefangen. Viele Details wie Plakate, übliche Gebrauchsgegenstände oder Zeitungsausschnitte machen anschaulich, warum letztendlich die Radikalität des allgemeinen Denkens zum politischen Desaster wurde.

Wie gewohnt bietet die GEO-Redaktion mit ungewöhnlichen Bildern einen Einblick, die die Epoche lebendig werden lassen. Das Geschichtsmagazin ist eine schöne Ergänzung der Geschichtsbücher, um Abschnitte partiell zu vertiefen. Dieses Heft setzt die bereits erschienenen Nummer 12 Deutschland um 1900" und Nummer 14 Der erste Weltkrieg" fort.

Guter Überblick - in mehrere Richtungen      5 von 5 Punkten
Die Weimarer Republik ist vielen Leuten in der Schule als nicht sonderlich zugänglich erschienen und dies wohl auch deswegen, weil in sehr kurzer Zeit sehr viele sehr unterschiedliche Dinge geschehen.

Dieses Heft gibt den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich den historischen Ereignissen in ihrer eigenen geschwindigkeit zu nähern und dabei ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen - eine kleine geistesübung, de rman sich durchaus unterziehen sollte um das vielleicht Versäumte oder Vergessene wiede rhervor zu holen.

Neben den rein historischen Betrachtungen werden auch viele kulturelle Momente aufgegriffen, so dass man ein ziemlich breites Spektrum an wichtigen Eindrücken dieser Zeit bekommt. Diese sind zwangsläufig unvollständig - besonders auf dieser geringen Seitenzahl, können aber sicher zum eigenen Weiterstudium reizen.

Sehr zu empfehlen.

Weimar-die erste deutsche Demokratie      5 von 5 Punkten
Die Weimarer Republik fand zwischen den beiden großen Kriegen des 20-Jhd. statt. Daher spielte sie im Geschichtsbewußtsein der Deutschen eher eine untergeordnete Rolle, oder war höchstens als Steigbügelhalter der braunen Machtergreifung durch Adolf Hitler bekannt.
Sie war aber besser als ihr Ruf. Die Deutschen errichteten unter heftigen Geburtswehen ihre erste Demokratie.
Revolution, Spartakistenaufstand, Kapp-Putsch,Reperationskosten, Ruhrbesetzung und Hyperinflation konnten noch einigermaßen bewältigt werden, der Weltwirtschaftskrise und den Machtkämpfen zwischen roten und braunen Extremisten erlag sie doch schlußendlich.
Das Drama war, dass die Deutschen in verschiedene Gruppierungen zersplittert waren. Monarchisten,Freikorpsleute,Kommunisten und Nationalsozialisten rangen um die Macht und bekämpften gegeneinander und auch gegen die Republik.Die in den zwanziger Jahren erlittenen Demütigungen machten es denn auch den Nationalsozialisten leicht, die Macht zu erobern und zu konsolidieren, denn sie gaben den Deutschen Werte, auf die sie vermeintlich stolz sein konnten.
Vielleicht ging es der Weimarer Republik wie einem ihrer Gründungsväter. Als Friedrich Ebert im Februar 1925 verstarb, trauerten Hunderttausende um ihn, die ihm im Leben diesen Rückhalt nicht gaben.
Erst nach dem Tode wußten sie, was sie an ihm hatten.Vielleicht ging es der Repubik genauso.

Geo Epoche hat einen Stil entwickelt, der den Leser zu fesseln versteht. Alle relevanten Entwicklungen werden dargestellt. Dabei nehmen die politischen Ereignisse naturgemäß den größten Raum ein. Aber auch das kulturelle und wirtschaftliche Leben findet statt. Kunststile wie der Dadaismus, Architektur im Bauhaus-Stil, die Filmwelt von Lubitsch und Lang, Theater von Brecht und Literatur von Tucholsky und , und, und....
Am besten hat mir aber der Essay "Morgen früh ist Weltuntergang!" gefallen, der auch mit dem Hintergrund der Hyperinflation 1923 gesehen wird. Die Menschen feierten und konsumierten was ging, da am nächsten Tag die Mark noch weniger wert war.
Ein sehr interessanter Band aus Geo-Epoche, der einen weiteren Glanzpunkt der Reihe setzt. Unbedingt lesen, ich war so gefesselt, dass ich an zwei Tagen alles gelesen hatte.


Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.10, Das Ende des Dritten Reiches: Bd. 10 - Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.10, Das Ende des Dritten Reiches: Bd. 10

Gebundene Ausgabe, Mai 2008
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Im Mittelpunkt der beiden Abschlussbände der renommierten Reihe »Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg« steht das Kriegsende in Deutschland 1945. Die militärischen Ereignisse an Ost- und Westfront sowie die alliierte Bomberoffensive führten im Frühjahr 1945 in die totale Niederlage und zu den größten Verlusten in der deutschen Geschichte. Bereits der Rückblick auf die deutsche Seekriegführung seit 1943 zeigt die Aussichtslosigkeit und den Realitätsverlust eines sinnlosen »Endkampfes«. Das moralische und politische Versagen der Wehrmachtführung erreichte während dieser Katastrophe seinen Höhepunkt. In der Agonie des Zusammenbruchs waren die Folgen für Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgefangene besonders verheerend. Die »deutsche Frage« belastete die deutsche wie die internationale Politik gleichermaßen; mit der beginnenden Erinnerung an den Krieg kam zugleich die Chance für einen Neubeginn. Wie wegweisend der Zweite Weltkrieg für die deutsche Geschichte war, zeigen die Ergebnisse dieses umfassenden Forschungsprojekts.
· Endlich vollständig: das große Standardwerk über den Zweiten Weltkrieg · Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg - eine Bilanz

"Ein konkurrenzloses Reihenwerk, ein großartiges Werk, das seinesgleichen sucht." Horst Schulze
Die Berliner Literaturkritik
"Das Standardwerk zum Zweiten Weltkrieg" Sven Felix Kellerhoff
Die Welt
"Eines der größten Unternehmen der modernen Geschichtswissenschaft" Johannes Hürter
FAZ




Der Zweite Weltkrieg - Janusz PiekalkiewiczDer Zweite Weltkrieg
Janusz Piekalkiewicz

Gebundene Ausgabe, Januar 2008
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Dieses Buch ist mehr eine Chronik als eine Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Der Verfasser versucht nicht, die Motive, Absichten und Pläne der kriegsführendenMächte zu ergründen, er versetzt sich nicht in die Gedanken Hitlers und Stalins, Churchills und Roosevelts. Er begnügt sich damit, die tatsächlichen Ereignisse, und zwar hauptsächlich die im weitesten Sinne militärischen, von Tag zu Tag mit größter Genauigkeit darzustellen, wie sie sich nachweisbar abgespielt haben.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Unglaubliches Übersichtswerk      5 von 5 Punkten
Man wird denken, dass man für den Kaufpreis nichts erwarten kann. Stimmt. Dieses Werk hatte ich für den Preis nicht erwartet. Die Vorkommnisse eines jeden Jahres sind beschrieben, aufgeteilt in Seekrieg, Ost- und Westfront, Luftkrieg und Politik. Natürlich sind nicht alle Gegebenheiten detailliert aufgeführt, aber das Wichtigste ist dabei, und dazu vieles, was man eher nicht erwartet hätte. Als Nachschlagewerk zur Übersicht der Wahnsinn. Hier stimmt der Preis!


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Im Sog der Tiefe: Wie zwei Taucher das Rätsel um ein verschollenes deutsches U-Boot lösten - Robert KursonIm Sog der Tiefe: Wie zwei Taucher das Rätsel um ein verschollenes deutsches U-Boot lösten
Robert Kurson

Broschiert, August 2006
     Verkaufsrang: 18485      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein atemberaubendes Tiefseeabenteuer: Der Stoff, aus dem Hollywood Thriller strickt! Ein unbekanntes deutsches U-Boot auf dem Grund des Atlantik vor der Küste New Jerseys: Was geschah im Zweiten Weltkrieg mit U-869? Das unglaubliche Abenteuer zweier Taucher, die alles riskieren, um ein Rätsel der Geschichte zu lösen – und dabei selbst Geschichte machen.
»Ein ergreifender Bericht über echte Abenteurer und ein wahres Mysterium.«
Scott Turow
»Aufregend und spannend wie ein großer Thriller.«
USA Today
»Ein starker Tatsachen-Thriller, erhöhte Pulsfrequenz ist garantiert.«
New York Times


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Eines der besten Bücher...      5 von 5 Punkten
... das ich je gelesen habe. Es liest sich wie ein spannender Krimi und fasziniert doch auch durch einen tragischen geschichtlichen Hintergrund. Immer mehr lässt es den Leser an den dramatischen Ereignissen bei der Aufklärung über die Idendität des U-Bootes teilhaben und macht am Ende betroffen über das traurige Schicksal seiner Besatzung. Absolut empfehlenswert !!!


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Die Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands - Rüdiger JungbluthDie Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands
Rüdiger Jungbluth

Taschenbuch, September 2004
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Die Quandts sind die reichste Industriellen-Familie Deutschlands. Auf über 20 Milliarden Euro wird ihr Vermögen geschätzt. So bekannte Unternehmen wie BMW, Varta oder Milupa sind oder waren im Besitz des Clans. Trotzdem wusste man bisher nur wenig über diese außergewöhnliche Familie. Denn die Quandts scheuen die Öffentlichkeit und halten ihre Archive unter Verschluss.

Dem Journalisten Rüdiger Jungbluth ist es jetzt gelungen, Licht ins Dunkel der Quandt'schen Familiengeschichte zu bringen. Er hat alle verfügbaren Quellen zusammengetragen und kritisch ausgewertet. Manche Familienmitglieder waren sogar erstmals zu Interviews bereit. Denn sie wussten, dass das Buch auch ohne ihr Einverständnis erscheinen würde.

Jungbluth schlägt den Bogen zurück bis zu Emil Quandt, der 1880 im brandenburgischen Städtchen Pritzwalk mit einer Textilfabrik den Grundstein für den Aufstieg der kommenden Generationen legte. Sein Sohn Günther vergrößerte das Unternehmen nach Kräften. Aus Erstem Weltkrieg und Inflation ging er als Krisengewinnler hervor. Die Batterie-Fabrik AFA, die spätere Varta, wurde zum Kernstück seines Firmen-Imperiums. Als ebenso geschäftstüchtig erwiesen sich nach 1945 seine Söhne: Harald Quandt betätigte sich im Rüstungsgeschäft, Herbert Quandt übernahm Anfang der 1960er-Jahre die Aktienmehrheit am Autobauer BMW. Und mit Ehrgeiz und Geschick baute die Familie Vermögen und Einfluss immer weiter aus -- bis heute.

Rüdiger Jungbluth verschweigt auch die Schattenseiten der Quandt-Story nicht. So musste sich alles Private stets dem Geschäftlichen unterordnen. Der Autor illustriert dies etwa an der wenig erfüllten und daher recht kurzen Ehe zwischen Günther Quandt und seiner zweiten Frau Magda, die ihren Mann nach einer Affäre verließ und später Josef Goebbels heiratete. Und für die Zeit des Dritten Reichs weist Jungbluth nach, dass der Quandt'sche Geschäftssinn auch mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit einherging: Günther Quandt war nicht nur "einer der größten Rüstungsproduzenten im Reich des Adolf Hitler", sondern bereicherte sich auch durch den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen in seinen Firmen.

Fazit: Rüdiger Jungbluth ist eine sorgsam recherchierte, kenntnisreiche und spannend zu lesende Darstellung über die Quandts gelungen: Wirtschaftskrimi, Familiendrama und erlebte Zeitgeschichte zugleich. --Christoph Peerenboom

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte      5 von 5 Punkten
In "Die Quandts" beschreibt Rüdiger Jungbluth den Aufstieg der Industriellenfamilie Quandt (u.a. Varta, BMW, Altana, Delton) von den Anfängen, über die Ereignisse während der Nazidiktatur in Deutschland bis hinein in die heutige Zeit. Er nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch die Geschichte, als wenn er selbst dabei wäre. Dabei gelingt dem Autor der Spagat zwischen detaillierter und spannender Darstellung. Jungbluth schreckt nicht davor zurück, die Geschehnisse während der 30er und 40er Jahre kritisch zu hinterfragen, gewährt dem Leser aber dennoch die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Diese Familienbiografie ist meines Erachtens nach eine der besten auf dem Markt. Wer sich für die Geschichte einer der erfolgreichsten und reichsten Familien Deutschlands interessiert, findet in diesem Werk ein angenehm zu lesendes Buch, das obendrein eine hohe Informationsdichte ausweist. Ohne Einschränkungen - daher fünf Sterne.


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Groundhopping Informer 2008/2009 - Oliver LeisnerGroundhopping Informer 2008/2009
Oliver Leisner, Frank Jasperneite

Taschenbuch, 15. Oktober 2008
     Verkaufsrang: 58820      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wer ihn nicht kennt, hat etwas verpasst: Der Groundhopping Informer ist ein Buch ganz anderer Art. Adressen, Landkarten und Vereinswappen dominieren die bald 400 Seiten. Wozu das gut sein soll? Fragen Sie mal einen Groundhopper! So dick und informativ wie nie zuvor präsentiert sich der Groundhopping-Informer zur Spielzeit 2008/2009. Auf 280 Seiten (mit Karten der verschiedenen Länder) sind die Anschriften&Kontaktinformationen, sowie Stadion-Infos (Name und Kapazität) zu allen Vereinen der fünf höchsten deutschen Spielklassen, allen europäischen National-Ligen sowie den wichtigsten Ligen weltweit zu finden. Ein absolutes Muss für jeden Fußballreisenden. Der Informer 2008/2009: das sind fast 400 Seiten prallvoll mit Informationen aus der Welt des Fußballs! (Ansgar Spiertz)



Zeitreiseführer Eifel 1933-1945 - Alexander KuffnerZeitreiseführer Eifel 1933-1945
Alexander Kuffner

Taschenbuch, 1. Juli 2007
     Verkaufsrang: 19938      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Neuer Blickwinkel auf die Eifel      5 von 5 Punkten
Ein sehr empfehlenswertes Buch für Eifelliebhaber, die nicht nur den Blick auf die Natur haben, sondern auch
auf Menschen und Geschichte.
Das Buch lädt ein, mal seine Wanderwege mit Stationen aus der Zeit von 1933- 1945 zu bereichern.
Alexander Kuffner führt zu Relikten aus dieser Zeit. Dabei gibt er kurze und anschaulich aufgearbeitete Informationen und führt durch präzise Angaben zu den historischen Orten.
Nicht nur für Erwachsene, auch für Kinder, die durch Erzählungen aus der Zeit der Großeltern vor Ort
Geschichte lebendig erleben können!

Wow! Ein ungewöhnliches Buch!      5 von 5 Punkten
Da ich in Aachen wohne, sind mir ein paar Weltkriegsbunker und der Westwall wohl bekannt, nicht aber, was dort so geschah. Vor allem auch nicht, was ausgerechnet im oft belächelten Aachener Hinterland für ein Weltkriegssturm herrschte!

Gestern dachte ich noch, der 2. Weltkrieg wird diese Gegend (vor allem die dörfliche Umgebung) ziemlich unbeleckt gelassen haben, heute lese ich von Hitlers Lieblingsorten und -hauptquartieren, Hemingways Berichterstattung und dass hier eine der verlustreichsten Schlachten des 2. Weltkriegs tobte!

Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus: was gestern für mich nur ein kleines Ortsschild war, birgt heute filmreife Ereignisse, die den Wandel der Welt buchstäblich beeinflusst haben.

Unglaublich gut recherchiert und akribisch genau auf den (GPS)-Punkt gebracht ? der Autor verdient ein großes Lob für seine Genauigkeit. Vor allem auch das Nebeneinanderstellen alter und neuer Bilder (aus der genau gleichen Perspektive fotografiert) fand ich beeindruckend. Diese »Erzählmethode« lässt das Geschehen sehr plastisch wieder aufleben. Klasse!

Gelungene Zeitreise durch die Eifel      5 von 5 Punkten
Es gibt viele Bücher über die NS-Zeit in der Eifel. Einige davon befinden sich in meinem Besitz, da ich am Rande der Eifel lebe und die jüngere Geschichte meiner Heimat mich schon immer fasziniert hat. Somit waren mir nicht alle Ziele des Zeitreiseführers unbekannt und dennoch konnte ich vieles neu entdecken, da der Autor auch Ungewöhnliches in seine Tourvorschläge eingebaut hat. Und selbst die Dinge, von denen ich bereits gelesen hatte bekamen mit diesem Buch endlich ein Gesicht, denn kaum ein Autor von historischen Büchern beschreibt auch detailliert, wo sich die einzelnen Stätten befinden. Kurz: Hier liegt ein wirklicher Reiseführer vor, der die Geschichte der Eifel sowohl den Einwohnern als auch (hoffentlich) vielen Touristen einfach und leicht zu vermitteln versteht. Für mich persönlich ganz toll: die zusätzlichen GPS-Daten zu jedem Ziel, da ich so ein Gerät seit langem zum Wandern nutze. Ein Wort zum Plagiatvorwurf meiner Vorrednerin: Kann ich nicht nachvollziehen, da ich auch das von ihr angesprochene sehr gute Buch besitze und damit bereits sehr schön in Berlin unterwegs war. Natürlich ähneln sich die Bände thematisch, was ja logisch ist, inhaltlich sind es aber zwei komplett verschiedene Bücher.

Abgekupfert ???      1 von 5 Punkten
Gucci, Prada und auch Boss Plagiate gibt es zu Hauf und auf den Märkten Asiens bekommt man die schlechten Kopien geradezu hinterhergeworfen. Scheinbar hat dieser Trend seinen Weg nach Europa gefunden und das bis in die Verlagsbranche. Als Buchhändlerin mit besonderem Interesse an Reiseliteratur freue ich mich über jeden Versuch, den Markt mit originellen Neuerscheinungen zu bereichern. Das Konzept für den Zeitreiseführer von Alexander Kuffner ist mir letzten Sommer schon in einer Berliner Buchhandlung aufgefallen. Da hieß die Reihe allerdings Pastfinder von Maik Kopleck, erschienen im Ch. Links Verlag. Konzept und Design sind fast 1:1 abgekupfert! So was dreistes haben wir in der Branche lange nicht gehabt. Tja, da hatte wirklich mal jemand eine gute Idee nur eben nicht Herr Kuffner.

Fundiert, interessant, lehrreich - toller Ausflugsbegleiter!      5 von 5 Punkten
Da hat mal einer eine gute Idee gehabt: Dieser Reiseführer durch die Eifel und ihr näheres Umland (und zurück in die Zeit) gibt abwechslungsreiche Ausflugstipps und vermittelt historisches Wissen über die Region, ohne anzustrengen! Viele viele Ausflugstipps mit narrensicherer Wegbeschreibung (und sogar GPS-Daten!). Selbst wenn man denkt, man wüsste was über die Zeit (Ardennenoffensive, Westwall und so), öffnet einem dieses Buch mal so richtig die Augen dafür, was dieser Landstrich doch für ein Brennpunkt war. Jede Menge historische Fakten und die Hintergründe dramatischer und tragischer Ereignisse kann man damit selbst erfahren, indem man die Orte besucht, die heute noch bezeugen, was damals passiert ist. Alles ist klar gegliedert und so in Kapitel unterteilt, dass man sich leicht eine Tour zusammenstellen kann, die mehrere Ziele bequem verbindet (Karten sind auch dabei).
Als Kritikpunkt kann man erwähnen, dass der Druck recht nah an den Seitenrand heranreicht, vor allem innen, so dass ich Angst hatte, das Buch beim Aufklappen zu beschädigen - aber dafür ist die Bindung glücklicherweise zu stabil.
Für mich als Eifeler und historisch Interessierten ist das auf jeden Fall ein Buch mit Langzeitnutzen. An historischer Eifel-Litaratur gibts ja schon einiges, aber DAS ist mal was Neues. Natürlich auch für Nicht-Eifeler zu empfehlen ;-)
Ausserdem finde ich, dass das ein schöner Beitrag ist, die Schrecken die der WK II mit sich brachte, in etwas lebendigerer Erinnerung zu halten.


Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 - AnonymaEine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
Anonyma

Taschenbuch, April 2005
     Verkaufsrang: 13645      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin -- wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei.

Man sollte sich wappnen vor der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität -- verständlich genug -- auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll, schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es sollte in den meisten Fällen nichts nützen.

Anonymas unterkühlter, fast lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen, um selbst ungeschoren davonzukommen.

Dem Schriftsteller Kurt W. Marek (bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig, sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959 erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin ist mittlerweile verstorben -- ihre Erinnerungen werden ewig leben. --Ravi Unger

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)

Einzigartiges Zeitdokument      5 von 5 Punkten
Die Anonymität der Verfasserin lässt jene Offenheit zu, die dieses Buch zu einem ganz außerordentlichen historischen und literarischen Dokument macht.

Im Jahr 1954 erscheint "A Woman in Berlin" zunächst in den Vereinigten Staaten, anschließend folgten Übersetzungen in acht weiteren Sprachen. 1959 publiziert der Schweizer Verlag Kossodo eine deutsche Ausgabe. Mitten im Kalten Krieg bleibt das Buch unbeachtet. Kurz vor ihrem Tod hat die Autorin das Manuskript nochmals durchgesehen und einige Veränderungen vorgenommen. Auf dieser Version beruht die jetzt in der Anderen Bibliothek erschienene Ausgabe.

Der Frau in Berlin dient ihr Tagebuch zur Selbstvergewisserung, sie schreibt, um zu spüren, daß sie noch Mensch ist in all der Barbarei und auch, um die Zeit zu festzuhalten.

Der Trieb, der sie am Leben erhält, ist der Hunger: Für eine anständige Mahlzeit nimmt sie sogar russische Gesellschaft in Kauf.

Es ist müßig, dieses ungeheuerliche Buch mit anderen Aufzeichnungen jener Zeit, zu vergleichen: Es ist einzigartig - seine Verfilmung obligatorisch.


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De bello Gallico / Der Gallische Krieg. Lateinisch / Deutsch - CaesarDe bello Gallico / Der Gallische Krieg. Lateinisch / Deutsch
Caesar, Marieluise Deissmann (Hg. / Übersetzung)

Taschenbuch, Januar 1980
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Eine Hilfe zum Verständnis      4 von 5 Punkten
Caesar ist ein Klassiker, den man als Lateinschüler gelesen haben wird. Er fordert den Leser jedoch auf mehreren Ebenen. Da sind zum einen Satzbau und Vokabeln. Diese muss man sich in der Übersetzung handwerklich erschließen, insbesondere das teilweise kriegerische Vokabular. Hier mag eine wortgetreue Übersetzung dem Schüler gefallen. Dabei würde aber ein schreckliches Deutsch entstehen. Nicht jede Konstruktion lässt sich in jeder Sprache nachbilden. Eine gute Übersetzung muss daneben den Sinn in der eigenen Sprache vermitteln. Diese Ausgabe erreicht beide Ziele. Sie führt den Leser ein in eine fremde Welt und hilft bei den Hausaufgaben.

Im "Verstehen" gut, aber im "Übersetzen" schlecht!!!      3 von 5 Punkten
Nachdem wir (10. Klasse Gym.) in Latein nun De bello Gallico übersetzten habe ich mir, zum besseren Verständnis nun diese Übersetzung gekauft.
Also zum Textverständnis muss ich sagen ist diese Ausgabe gut!!! Wenn man mal nicht weiterkommt, schlägt man nach, und hat dann den Sinn des Satzes. Jedoch ist die Übersetzung grammatikalisch total FALSCH!!!
Schon der erste Satz: "Gallia est omnis divisa in partes tres,[...]."
Als Übersetzung im Buch steht: "Das Gesamtgebiet Galliens zerfällt in drei Teile,[...]."
Das ist FALSCH!!!!

Richtig heißt es:"Gallien ist in seiner Gänze in drei Teile unterteilt,[...]."

Also nochmals! Nicht einfach die Übersetzung abschreiben, denn die ist doch sehr frei.

Jedoch zum Textverständnis ist diese Ausgabe sehr gut!!! Sie hilft...

Ausgezeichnete Arbeit      5 von 5 Punkten
Die acht Bücher zum Gallischen Krieg von Gaius Julius Caesar sind in dieser Ausgabe gut übersetzt und vor allem im Nachwort kommentiert.
Cäsar hat, nachdem er die wichtigsten Ämter an sich brachte- teilweise mittels großer Geldzuwendungen-, mit etwa 4 Legionen das damalige Gallien befriedet.
Das dauerte etwa 10 Jahre und in den acht Büchern zu diesem Vorhaben in Gallien beschreibt Cäsar ganz genau sein Vorgehen.

Wir können beim Lesen der Bücher zum Gallischen Krieg nicht nur seine militärischen Fähigkeiten, sondern auch seinen Stil und seine politischen Gedanken erkennen.

Als Vertreter der popularen Partei (der Plebejer) stand er als ehemaliger Anhänger Marius`s immer auf der Seite des Volkes.
Dabei hat er mitunter skrupellos das Gesetz gebrochen, z.B. den zweiten Konsul schon mal übergangen und die Macht der Triumvirn (er war einer von ihnen) gegenüber dem Senat durchgesetzt.
Das hat ihm schließlich auch das Leben gekostet als er nach Beendigung des Gallischen Krieges den Rubicon überschritt und gegen Rom marschiert ist.
Seine Gegner dachten, er wolle sich zum König aufschwingen. Da erdolchten sie ihn im Senat.

Diese Ausgabe des Gallischen Krieges zeigt uns Cäsar, wie er als Soldat, Mensch und Politiker dachte und lebte.
Der Kommentar am Schluß erarbeitet die Hintergründe des politischen Wirkens der damaligen Zeit.
Daraus entstehen Vergleichsmöglichkeiten zu der Stärke der noch einzigen Weltmacht heutzutage, die ebenfalls Kriege als politische Möglichkeit sieht.
Das alles gilt es zu bedenken, wenn wir den Bericht Cäsars heute lesen.

Übersetzung: 6 - setzen!      2 von 5 Punkten
Die hier von Reclam vorgelegte deutsche Übersetzung des Bellum Gallicum ist eine grammatische Katastrophe, hat mit dem Caesar'schen Original nicht mehr viel gemein! Diese Übersetzung ist lediglich brauchbar um inhaltliche Zusammenhänge der eigenen Übersetzung zu prüfen; in Betreff Grammatik ist sie gänzlich unbrauchbar, eine Zumutung und gehört in den Papierkorb. Finger weg - der Lateinlehrer wird es danken!

Zweisprachige Ausgabe besonders für SchülerInnen geeignet      4 von 5 Punkten
Der römische Herrscher Gaius Iulius Caesar zog nach Gallien. Das war lustigerweise in drei Teile geteilt, die sich alle in ihren Sprachen, Gesetzen und Institutionen unterschieden. Caesar hat das alles herzlich wenig ausgemacht. Ob Spionage, Infiltration oder Massenmord - dem Römer war jedes noch so unfeine Mittel recht, um die Einflusssphäre des Weltreichs noch größer zu gestalten. Von Glück können wir Nachgeborenen sprechen, dass die Alten noch nicht über biologische Waffen oder Atombomben verfügten. Als Staatsmann hat Caesar selbstverständlich ein Kriegstagebuch geschrieben, das ähnlich dem Logbuch der USS Enterprise jede Unwägbarkeit beschreibt. Caesars Kriegsbericht hat in neuerer Zeit Einzug in den Lateinunterricht gehalten. Wer auch nur ein kleines Latinum haben will, kommt am Gallischen Krieg nicht vorbei und damit auch nicht an den länglichen Ausführungen Caesars. Und die klassische Aufgabe im Lateinunterricht heißt nach wie vor: "Meier, übersetzen Sie!" Und da kommt die Reclam-Übersetzung ins Spiel: Am Original orientiert ohne viele sprachlichen Schnörkel klingt die Reclam-Übersetzung nicht gleich wie abgeschrieben. Die reichen sprachwissenschaftlichen und übersetzerischen Annotationen am Ende des Buches ermöglichen auch die korrekte Beantwortung kritischer Fragen kritischer LateinlehrerInnen. Deswegen kommt der Latein-Schüler an der Reclam-Ausgabe nicht vorbei. (Übrigens nur die deutsche Ausgabe ist wenig empfehlenswert: Nur im ständigen Abgleich mit dem Originaltext kann das nötige Verständnis aufgebracht werden!) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)



Preußen: Aufstieg und Niedergang 1600-1947 - Christopher ClarkPreußen: Aufstieg und Niedergang 1600-1947
Christopher Clark

Gebundene Ausgabe, Februar 2007
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Die Geschichte Preußens - ein brillant erzähltes Standardwerk
Die Auflösung Preußens durch ein alliiertes Kontrollratsgesetz am 25. Februar 1947 setzte einen Schlusspunkt unter eine Jahrhunderte alte wechselvolle Geschichte. Der Name Preußen ist untrennbar verbunden mit Aufklärung und Toleranz, verkörpert etwa in Friedrich dem Großen, verbunden aber auch mit Militarismus, Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung Wilhelms II. Das Nachdenken über Preußen stand in den letzten Jahrzehnten im Schatten der hitzigen Debatten über die deutsche Geschichte. Doch die Zeit ist reif für einen distanzierten, sensibel wägenden Blick auf dieses große Kapitel der deutschen und europäischen Vergangenheit. Christopher Clark schildert den Aufstieg Preußens vom kleinen, an Bodenschätzen armen Territorium um Berlin zur dominierenden Macht auf dem europäischen Festland und schließlich die Auflösung nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Seine brillante Darstellung ist ein Meisterwerk angelsächsischer Geschichtsschreibung. · 60. Jahrestag: Auflösung Preußens am 25. Februar 1947 · Unabhängiger, britischer Blick auf die ambivalente preußisch-deutsche Geschichte

"Es ist nicht möglich, Preußens Triumph und Tragödie besser zu erzählen. Christopher Clarks Geschichte Preußens schildert lebendig eines der großen Gemälde europäischer Geschichte."
Observer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Iron Kingdom,      5 von 5 Punkten
unter diesem Titel erschien Christopher Clarks Preußengeschichte in seiner Originalausgabe, offenbar ein wenig auf die englische Prussophobie schielend. Doch Clark macht schon in der Einleitung klar, um was es ihm geht: Er will Bericht erstatten über Preußen, wertungsfrei und ohne Lehren zu erteilen. Das macht neugierig und skeptisch zugleich. Preußen ist ein Reizthema und wird es im Schatten des dritten Reich gewiss bleiben. Und bekanntlich langweilt historische Literatur, die sich auf Bestandsaufnahme reduziert, oder wie immer den Anspruch auf Objektivität umschreiben will.

Clark beweist das Gegenteil. Er fördert keine grundlegend neue Erkenntnisse zutage, und sein Stil ist von trockener Geschmeidigkeit - der feinen englischen Art. Allein, man liest seine Geschichte von Kapitel zu Kapitel mit wachsendem Interesse, schließlich sogar mit Spannung, obgleich man das jämmerliche Ende ja kennt. Stets wendet er seinen Blick -wie aus einem fernen Land, aus Australien vielleicht, dort wo Clark herstammt - auf Preußen im europäischen Kontext, zieht zum Vergleich nicht nur das militärische und wirtschaftliche Potential anderer Großmächte heran, sondern auch das Bildungswesen und den Bildungsstand ihrer Bewohner. Der sonderbare Weg Preußens wird dabei deutlich. Clarks These hingegen, das Verderben Preußens sei schließlich Deutschland gewesen, mag politisch zutreffen, verdeckt aber den Keim der Fäulnis, der im Inneren spross.

Selbst in Großbritannien, in Frankreich ohnehin, so erfährt man, durchdrang in den letzten Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg militärische (Un-)Kultur die gesamte Gesellschaft. Was aber ließ die Preußen, denen Clark Toleranz und ein hohes Bildungsniveau bescheinigt, derart auf jenen aberwitzigen Militarismus verfallen, der in der Figur des Hauptmanns von Köpennick weltweit Lachkrämpfe, durch W.II, Ludendorff etc. weltweit Haß und erbitterte Feindschaft bewirkte? Clark verweist auf die Kaste ostelbischer Landjunker, deren Geringschätzung ziviler Werte, vermengt mit paranoider Abwehrhaltung, sowie auf die (Selbst-)Verherrlichung der von Parlament und Gesellschaft weitgehend abgeschotteten Armee, der "Prätorianergarde des Kaisers". Das ist nicht neu und erklärt wenig, sickerte doch der Militärfimmel und mit ihm die Verachtung demokratischer Grundsätze bis in die bescheidensten Amts- und Wohnstuben ein.

Clarks nüchterne Geschichtsschreibung erteilt eben doch eine ernüchternde Lehre: Geschichte ist letztlich unbegreiflich, obgleich oder weil sie von Menschen gemacht wurde.


 Weitere Lesermeinungen


Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen - Gerald SteinacherNazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen
Gerald Steinacher

Gebundene Ausgabe, 2008
     Verkaufsrang: 8294      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Als "Rattenlinie" bezeichneten die amerikanischen Geheimdienste den Fluchtweg vieler führender Nationalsozialisten und SS-Leute, der sie meist über Südtirol nach Rom oder Genua und von dort aus vor allem in südamerikanische, aber auch arabische Staaten führte. Auch Josef Mengele und Adolf Eichmann sind über Südtirol geflüchtet, erhielten hier eine neue Identität als Südtiroler und flohen damit nach Südamerika. Das war aber nur die Spitze des Eisberges. Das Buch zeigt anhand ausgewählter Biographien, warum hunderte Kriegsverbrecher und Kollaborateure aus ganz Europa nach 1945 den Fluchtweg Südtirol wählten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Auf den Spuren der Rattenlinien      5 von 5 Punkten
In der Diskussion um die Flucht prominenter Nazi-Kriegsverbrecher wie Josef Mengele oder Adolf Eichmann ist schon viel spekuliert worden, nicht zuletzt durch Frederick Forsysths im Zusammenarbeit mit Simon Wiesenthal entstandenen Thriller "Die Akte Odessa". Darin spielt der Bestsellerautor von "Der Schakal" mit der Theorie von einer Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen, welche nach Kriegsende vielen Nazi-Größen die Flucht aus Europa ermöglicht haben soll und sich der Errichtung eines Vierten Reiches verschrieben hat. Doch "Die Wirklichkeit war komplizierter, das Netz der Fluchtwege war weit verzweigt, es gab kein straff gesteuertes System von Fluchtorganisation" (S. 7) stellt Univ.-Doz. Dr. Gerald Steinacher klar und verweist den Odessa-Mythos dorthin, wohin er gehört, in das Reich der nicht ganz unspannenden Fiktion.

Die komplexe Realität der Dr. Steinacher in "Nazis auf der Flucht - Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen" nachspürt ist jene, dass in den Nachkriegsjahren viele Kriegsverbrecher und prominenter Nationalsozialisten über Südtirol nach Italien entkommen konnten und dort mit neuen Identitäten, in der Masse der Flüchtlinge durch passive und aktive Hilfe diverser Hilfsstellen und Behörden nach Übersee entkommen konnten. Diese Rattenlinien, wie sie die Geheimdienste bezeichneten, waren selbigen alles andere als unbekannt und auch US-Geheimdienste hatten bei der Evakuierung von potentiellen Informanten und Wissenschaftlern ihre Hände im Spiel, etwas das in US-Archiven auch gut nachverfolgen lässt. In den Vereinigten Staaten ist der wissenschaftliche Diskurs über Geheimdienstaktivitäten in der Nachkriegszeit jedoch weit ausgeprägter und auch in Sachen Nazi-Fluchthilfe gibt es dort größeres Interesse an einer Aufklärung. Somit überrascht es nicht, dass Dr. Steinachers Buch, eines der wenigen europäischen zum Thema ist und darunter das erste, welches die besondere Rolle Südtirols einer genaueren Untersuchung unterzieht, die sich wirklich lohnt.

"Für Südtiroler Kriegsverbrecher und SS-Offiziere war die Flucht relativ einfach. Die Südtiroler galten als staatenlose Volksdeutsche und hatten daher ein Anrecht auf einen Reisepass des Roten Kreuzes. Dabei behielten sie oft auch ihre realen Namen. Die staatliche Zugehörigkeit Südtirols wurde im September 1946 zugunsten Italiens geregelt. Die Staatsbürgerschaft der Südtiroler war aber noch bis 1948 ungeklärt. Mit anderen Worten: der Großteil der Südtiroler waren "Displaced Persons" - heimatlose Ausländer ohne jegliche Rechte. Erst 1948 konnten die Südtiroler ihre italienische Staatsbürgerschaft wieder erwerben. Damit bleib ihnen als deutschsprachige Minderheit nach 1945 das Schicksal der Vertreibung erspart. Der Status der Südtiroler als Volksdeutsche ohne Staatszugehörigkeit war ein wichtiger Grund dafür, dass Südtirol zum idealen NS-Schlupfloch wurde." (Seite 107)
Daneben gaben sich auch viele Flüchtlinge als vertriebene Volksdeutsche aus und nahmen nach illegaler Grenzüberschreitung mit Hilfe von bestechlichen Bauern, Bergführern oder ehemaligen Kameraden, eine neue Identität an, etwas das leichter möglich war als man vielleicht annimmt. Um die schiere Menge an auf ihre Ausreise wartenden Flüchtlingen in Norditalien los zu werden, wurden die Behörden angehalten, die Verfahren möglichst schnell abzuwickeln. Da die alliierte Militärregierung in Italien bereits am 31.12.1945 aufgelöst worden war, liefen anonym reisende Nazis kaum Gefahr in eine Kontrolle zu geraten und aufgedeckt zu werden. Da das Internationale Rote Kreuz für die Vergabe von Pässen an die Flüchtlinge zständig war, versuchte es die Verantwortung für die Identitätsprüfung an katholische Hilfswerke zu delegieren. Doch die Pontifica Commissione Assistenza hatte kaum Möglichkeit und wenig Interesse, die Angaben der Flüchtlinge erfolgreich zu prüfen, wozu auch der Direktor der Internationalen Caritas, Monisgnore Karl Bayer, der damals bei der Päpstlichen Hilfsstelle tätig war bemerkte (S. 77): "Na ja, natürlich stellten wir Fragen. Aber gleichzeitig hatten wir nicht die geringste Möglichkeit, die Antworten zu überprüfen. In Rom konnte man zu der Zeit jede Art von Papieren und Informationen kaufen. Wenn uns einer erzählen wollte, er sein in Viareggio geboren - egal ob er tatsächlich in Berlin geboren war und kein einziges Wort Italienisch sprechen konnte -, brauchte er nur auf die Straße hinunterzugehen und hätte Dutzende Italiener gefunden, die bereit waren, auf einen ganzen Stapel von Bibeln zu schwören, dass er in Viareggio geboren sei - für 100 Lire."

US-Generalkonsul Laurence G. Frank wandte sich diesbezüglich 1947 sogar an den US-Außeniminister um ihm mitzuteilen (S. 69): "Es ist jedem Interessierten möglich, von Personen im Umfeld des Vatikans ein Identitätsdokument des Internationalen Roten Kreuzes zu erhalten. Diese Dokumente werden ohne Identitätsnachweis oder Überprüfung durch das Internationale Rote Kreuz ausgestellt. Die Ausweise können einen falschen Namen oder eine falsche Nationalität angeben. Unsere Informationen und Berichte bestätigen, dass bekannte oder gesuchte Kriegsverbrecher, die illegal nach Italien eingereist sind, diese Dokumente mit einer falschen Identität erhalten haben und damit erfolgreich einer Verhaftung entgehen konnten."

Auch der als leitender Beamter in der römischen US-Botschaft beschäftigte Vincent La Vista merkte in einem Bericht (S. 80) zu den Rot-Kreuz-Reisesepässen an: "Es muss festgehalten werden, dass [...] die Reisepässe des Internationalen Roten Kreuzes [...] die Identität des Besitzers belegen sollen, aber in Wirklichkeit belegen diese Pässe gar nichts. Der Name auf den Reisepässen ist oft frei erfunden und möglicherweise einer von mehreren Decknamen einer Person, deren Foto am Reisepass angebracht ist. Zudem sind die Fotos nur mit einfachem Klebstoff be3festigt, kein Stempel ist am Foto angebracht, sodass man es sehr leicht austauschen kann. Das ist auch Praxis in Italien. Das Gleiche gilt für den Fingerabdruck. Dieser ist niemals sauber angebracht, meist verwischt und daher wertlos."

Im krassen Gegensatz dazu steht schon die Aussage Pater Krunoslav Draganovics, der Katholische Hilfsstelle für Kroaten in Rom, der vielen jugoslawischen NS-Kollaborateuren und Faschisten die Auswanderung ermöglichte und sich im Juni 1950 mit folgenden Worten (S. 90) an IKRK-Präsidenten Paul Ruegger wandte: "Das Reisedokument des Internationalen Roten Kreuzes ist das beste Dokument für die Auswanderer, anerkannt von fast allen Staaten, besonders aber von jenen, die Emigranten aufnahmen, denen von der Internationalen Flüchtlingsorganisation IRO nicht beigestanden wird. Darüber hinaus konnte man diese Dokumente sehr schnell erhalten, ganz im Gegenteil zu den Dokumenten anderer Organisationen. Ihnen ist bekannt, dass die IRO die Flüchtlinge diskriminiert, indem sie sie in 'anerkannte' und 'nicht anerkannte' einteilt und den Letztgenannten jede Hilfe verweigert."

Der Vatikan und seine Vertreter hatten in vielerlei ein begründetes Interesse daran, vor allem katholischen Nationalsozialisten und Faschisten die Flucht zu ermöglichen. Wie der österreichische Bischof Alois Hudal kritisierten zwar viele von ihnen die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, fürchteten aber auch die Möglichkeit einer kommunistischen Machtergreifung in Italien und anderen katholisch dominierten Staaten, was den politischen des ehemaligen Kirchenstaats stark unterminiert hätte. Auch diesen Zusammenhang hatte LA Vista in einem vertraulichen Bericht an das State Department am 15. Mai 1947 (Seite 119) genau erkannt: "Der Vatikan ist sicherlich die größte Einzelorganisation, die in die illegale Flüchtlingsbewegung verstrickt ist. [...] Die Rechtfertigung des Vatikans für seine Beteiligung an dieser illegalen Emigrationsbewegung ist einfach die Verteidigung und Verbreitung des Glaubens. Es ist der Wunsch des Vatikans, jeder Person, unabhängig von Nationalität oder politischer Überzeugung, zu helfen, sofern die Person nur katholisch ist. Der Vatikan rechtfertigt seine Beteiligung am Fluchtnetz mit dem Wunsch, möglichst viele europäische und lateinamerikanische Länder aller politischen Richtungen zu unterwandern, solange diese Menschen nur aufrechte Anti-Kommunisten sind und positiv zur katholischen Kirche stehen."

Als aktive Fluchthelfer hatten die Vertreter der katholischen Kirche, wie es der argenitinische Journalist Uki Goni in seinem Buch "Odessa - Die wahre Geschichte" beschreibt, womöglich die Bildung eines katholischen Blocks aus Spanien, Italien und Lateinamerika, als Bollwerk gegen den Kommunismus im Sinn. Fakt ist jedoch (S. 156): "Die Kirche in Südtirol hatte wesentlichen Anteil daran, dass das Grenzland zu einer Nazi-Zuflucht avancierte. Doch diese Zusammenhänge werden offiziell verdrängt. Heute ist sogar eine Tendenz zur Heroisierung in Zusammenhang mit der Zeitgeschichte der Diözese Brixen festzustellen." Genauso wie in Argentinien im Interesse der immer noch zahlreichen Anhänger Juan Perons selbst 1996 noch möglicherweise kompromittierende Akten vernichtet wurden, welche die erste Säuberungswelle der Archive 1955 überstanden hatten. "In einer Weltgegend, in der sich die schlimmsten Judenmörder des "Dritten Reiches" ein Stelldichein gaben, hielten viele Deutsche den millionenfachen Mord für eine üble alliierte - oder jüdische - Erfindung. Das erklärt, warum so viele geflüchtete NS-Verbrecher bei ihren - manchmal sogar integren - Landsleuten Schutz und Unterschlupf fanden. Simon Wiesenthal hat Argentinien das "Kap der letzten Hoffnung" genannt und das war es in jeder Weise: Die Nazi-Verbrecher durften dort auf letzte Zuflucht hoffen und viele alteingesessene deutsche Siedler bewahrten ihr geschöntes Bild vom "Dritten Reich". (S. 297) Das Land, das als letzte Nation dem Dritten Reich den Krieg erklärte, war bis in die 30er-Jahre selbst Ziel einer starken Emigration aus Europa, welche kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erneut aufzuleben begann. Wie Uki Goni in seinen Recherchen jedoch herausfand, unterlag diese Zuwanderung einer speziellen Restriktion, die nach einem geheimen Runderlass (der mittlerweile freigegeben wurde) eine Visavergabe an Juden verhindern sollte.

Doch außer Argentinien waren auch die USA und der Nahe Osten beliebte Ziele flüchtiger Kriegsverbrecher, was zu einer regen Beteiligung mancher Geheimdienste an den Rattenlinien führte. Schlussendlich waren es viele Organisationen, mit unterschiedlichen Zielen und Hintermännern, die sich in der Fluchthilfe engagierten. "Die 'Odessa' und andere Verschwörungstheorien rund um geheime, zentral gesteuerte und allmächtige NS-Fluchtorganisationen haben als Erklärung ausgedient - auch wenn sie sich noch lange hartnäckig in den Köpfen vieler halten werden." (S. 16) Es bleibt zu hoffen, dass dieser Wunsch eines Tages Realität wird und man nicht mehr versucht ist diese komplexen Zusammenhänge und Verflechtungen im Sinne einer Verschwörungstheorie zu vereinfachen, die Akteure zu homogenisieren und dem ganzen mit der Erfindung einer Geheimgesellschaft, welche die Weltherrschaft und eine Widererrichtung des Deutschen Reichs anstrebt, die Krone aufzusetzen. Die wahren Motive der Justiz-Flüchtlinge und ihrer Helfer lagen zwischen reinem Selbstschutz, Kameradschaft und staatlichen Interessen, Informanten, Spione und Experten rekrutieren zu können.

Mit Nazis auf der Flucht hat Gerald Steinacher einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieses bedeutenden, doch gerne vergessenen Teils der Nachkriegsgeschichte geleistet. Sein Werk beleuchtet mit reichen Quellenzitaten und Fotokopien von Original-Reisedokumenten die Rollen des Vatikans, des Roten Kreuzes, der agierenden Geheimdienste und die Bedeutung Südtirols. Der Leser ist verblüfft und schockiert zugleich, wenn er immer tiefer in den Sumpf der braunen Fluchthelfer mit ihren teils weißen Westen eingeführt wird und unweigerlich stellt sich ihm die Frage der Moral, wie man solches Handeln überhaupt vor sich selbst rechtfertigen konnte.

Fazit:
Faszinierende und zugleich belehrende Lektüre, welche die ODESSA endgültig in das Reich der Mythen verweist und einen wichtigen Beitrag zur seriösen wissenschaftlichen Aufarbeitung der Fluchthilfe für Kriegsverbrecher darstellt.


Packende Zeitgeschichte      5 von 5 Punkten
Nach der Titelgeschichte im Nachrichtenmagazin "Profil" habe ich mir das Buch "Nazis auf der Flucht" gleich zugelegt. Ich hatte schon einiges Vorwissen, aber was der Autor Gerald Steinacher da zusammengetragen hat, erschüttert doch sehr. Tragisch, dass es derart lange gebraucht hat, die engen Verstrickungen von Vatikan und Rotem Kreuz als quasi Handlanger der NS-Kriegsverbrecher derart penibel offenzulegen. Aber, das muss man schon sagen: Endlich gibt es dieses Buch. So eine Recherche braucht's bei so einem Thema. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Egal ob man sich nun für die Wirren nach Kriegsende, Südtiroler/Tiroler Regionalgeschichte oder den beginnenden Kalten Krieg interessiert - packende Zeitgeschichte, so wie man sie sich wünscht!


Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.10, Das Ende des Dritten Reiches: Bd. 10 - Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.10, Das Ende des Dritten Reiches: Bd. 10

Gebundene Ausgabe, Mai 2008
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Im Mittelpunkt der beiden Abschlussbände der renommierten Reihe »Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg« steht das Kriegsende in Deutschland 1945. Die militärischen Ereignisse an Ost- und Westfront sowie die alliierte Bomberoffensive führten im Frühjahr 1945 in die totale Niederlage und zu den größten Verlusten in der deutschen Geschichte. Bereits der Rückblick auf die deutsche Seekriegführung seit 1943 zeigt die Aussichtslosigkeit und den Realitätsverlust eines sinnlosen »Endkampfes«. Das moralische und politische Versagen der Wehrmachtführung erreichte während dieser Katastrophe seinen Höhepunkt. In der Agonie des Zusammenbruchs waren die Folgen für Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgefangene besonders verheerend. Die »deutsche Frage« belastete die deutsche wie die internationale Politik gleichermaßen; mit der beginnenden Erinnerung an den Krieg kam zugleich die Chance für einen Neubeginn. Wie wegweisend der Zweite Weltkrieg für die deutsche Geschichte war, zeigen die Ergebnisse dieses umfassenden Forschungsprojekts.
· Endlich vollständig: das große Standardwerk über den Zweiten Weltkrieg · Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg - eine Bilanz

"Ein konkurrenzloses Reihenwerk, ein großartiges Werk, das seinesgleichen sucht." Horst Schulze
Die Berliner Literaturkritik
"Das Standardwerk zum Zweiten Weltkrieg" Sven Felix Kellerhoff
Die Welt
"Eines der größten Unternehmen der modernen Geschichtswissenschaft" Johannes Hürter
FAZ




Auschwitz. Geschichte eines Verbrechens - Laurence ReesAuschwitz. Geschichte eines Verbrechens
Laurence Rees

Gebundene Ausgabe, März 2005
     Verkaufsrang: 20274      Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!

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Wie das Ende des Krieges jährt sich 2005 auch die Befreiung der NS-Vernichtungsfabrik von Auschwitz zum sechzigsten Mal. Nicht weniger als 1,3 Millionen Menschen fanden hier den Tod. Für die BBC hat Laurence Rees über die Geschichte des Lagers eine sehenswerte mehrteilige Fernsehdokumentation produziert, die auch vom deutschen Fernsehen übernommen wurde. Wie bereits bei früheren TV-Arbeiten legt Rees zeitgleich ein Buch zum Thema vor.

In dem mit großer Akribie über einen Zeitraum von 15 Jahren recherchierten Band versucht der Autor die Geschichte des in der Menschheitsgeschichte beispiellosen Verbrechens, dem Versuch der totalen Vernichtung des europäischen Judentums, für das "Auschwitz" gleichsam als Synonym steht, von seinen Anfängen bis zur "Befreiung und Vergeltung" nachzuzeichnen. Und weil das Unvorstellbare ohne sie ganz und gar nicht möglich gewesen wäre, lässt der Autor neben Opfern auch Täter zu Wort kommen, die, wie er versichert, entgegen des verständlichen Vorurteils mehrheitlich nicht verrückt gewesen seien, auch wenn sie von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt waren. Und das waren sie tatsächlich! Und man kann es kaum glauben: Manche dieser widerwärtigen Bestien waren es zum Zeitpunkt des Interviews immer noch!

Uns vor Augen zu führen, dass das, was man für noch unmöglicher halten muss als die bloße Faktizität der kaum mehr zu überbietenden Barbarei selbst, ist das Ziel der beklemmenden TV-Dokumentation und des nicht minder bedrückenden Buches. "Es steht viel Verstörendes in diesem Buch", bekennt Rees denn auch gleich zu Beginn seiner Einführung. Dem kann man nur beipflichten. Wahrlich keine angenehme Lektüre. Aber eine von der Sorte, die wohl nötig ist. -- Hasso Greb

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Wichtiges Buch!      5 von 5 Punkten

von Peter Waldbauer (Autor)

Handeln wie ein Jud. Wer von uns hat diesen Spruch nicht schon einmal gehört? Oder: Der ...ist Jude, der würde noch seine Großmutter verkaufen. Häufig auch: das jüdische Kapital bestimmt was in der internationalen Politik geschieht. Äußerungen, über die man lachen müsste, wenn es nicht so viele Leute gäbe, die fest daran glauben. Für kein anderes Volk als das der Juden haben sich derart spezifische Klischees herausgebildet, als festgefügte, meist negative Vorurteile überliefert und gleichzeitig so weit verbreitet. Über alle Ländergrenzen hinweg und durch viele Jahrhunderte hindurch. Mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit halten sie sich in den Köpfen der Menschen, Gebildeten wie Ungebildeten: Juden seien geldgierige Blutsauger und Wucherer, skrupellos Charaktere und verkauften ihre Waren zu Schleuderpreisen.
Wie aber kam es zu solchen Vorurteilen? Wann und woraus sind sie entstanden? Diesen Fragen will das Buch nachgehen.


Erschütternd, aber hervorragend geschrieben!      5 von 5 Punkten
Diese äußerst faktenreiche und oft erschütternde Dokumentation bringt einem das Grauen von Auschwitz auch nach über 60 Jahren noch sehr nahe. Wer sich mit Auschwitz, seiner Entstehung, seiner Funktion und der Existenz der anderen, oft in Vergessenheit geratenen Todes- und Konzentrationslager beschäftigen will, kommt an diesem Buch nur schwer vorbei. Rees lässt in seiner Dokumentation Täter, Opfer und auch Mitläufer zu Wort kommen und verleiht ihr damit die nötige Objektivität.

Fazit: Absolut empfehlenswert, wer sich mit dieser Thematik näher beschäftigen will!



Rebellion und Wahn. Mein '68: Mein '68. Eine autobiographische Erzählung - Peter SchneiderRebellion und Wahn. Mein '68: Mein '68. Eine autobiographische Erzählung
Peter Schneider

Gebundene Ausgabe, 25. Februar 2008
     Verkaufsrang: 18407      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Zeit des Aufbruchs von '68 nah und zum Erschrecken fremd. Peter Schneider war einer der Akteure von '68, mit Rudi Dutschke, Gaston Salvatore, Ulrike Meinhof. Als einer von ganz wenigen unter ihnen hat er damals Tagebuch geführt ein Schatz, den er erst jetzt hebt. Die Jahre 1967/68 waren eine Zeit des Aufbruchs, die Peter Schneider und viele seiner Generation als eine zweite Geburt erlebten. Schneider blättert in seinen Tagebuch-Aufzeichnungen und setzt sich mit den Hoffnungen, Utopien und Verstiegenheiten dieser Zeit auseinander. Es ist kein nostalgischer Rückblick, der da entsteht eher ein Streitgespräch des 68-Jährigen mit dem 68er über den Frühling vor dem deutschen Herbst. Dabei wird ernst gemacht mit dem Anspruch, alles Politische sei privat und umgekehrt. In Schneiders Darstellung verschränkt sich der weltweite Aufbruch von 67/68, der der Generation der Väter den Gehorsam verweigerte und eine neue Gesellschaft nach neuen Regeln erschaffen wollte, und eine Amour fou, die den Tagebuchschreiber womöglich mehr umwühlte als seine revolutionären Überzeugungen; der Widerstreit zwischen Künstlerehrgeiz und politischen Aktivismus; das Nebeneinander von Welterlösungsideen und tiefer persönlicher Verzweiflung; der Absturz einer historisch notwendigen Erneuerungsbewegung in persönliche ideologische Erstarrung. Bei ihrem Infight begegnen sich der alte und der junge Autor durchaus auf gleicher Augenhöhe. Zwar hat der ältere das biologische Privileg, dass er das letzte Wort behält. Dem jüngeren bleibt die Waffe, dass seine radikalen und zuweilen blutrünstigen Ausbrüche gegen die »herrschende Klasse« authentisch sind und sich durch besänftigende Erinnerungsarbeit nicht aus der Welt schaffen lassen. In einem Punkt ist sich der 68-Jährige mit dem 68er einig: Nicht diejenigen, die den Aufbruch wagten, haben sich zu rechtfertigen. Sondern die anderen, die nach dem Zivilisationsbruch des Dritten Reichs glaubten, in den Schuhen und Anzügen ihrer Väter ihrer Karriere nachgehen zu können, als wäre nichts geschehen.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Schneidend scharfe Sätze      5 von 5 Punkten
Ich war gerade dabei, die letzten Sätze für die Fortsetzung des Romans "1975" zu schreiben, genauer gesagt für - zeitlich gesehen - den Vorläufer, 1968 und die nachfolgenden Jahre aus der Sicht des damals 10- bis 16-jährigen. Und dann brachte mir meine Tochter aus dem Roten Buchladen in Göttingen Peter Schneiders "Mein '68" mit, und ich las erstmal, statt weiterzuschreiben.
Ich muss zugeben, dass ich Schneider schon bei den ersten Kapiteln ein bisschen um die Möglichkeiten beneidet habe, die er und viele seiner Kollegen damals hatten - zumindest wenn sie den Mut aufbrachten, auszubrechen und sich zur Wehr zu setzen, standen ihnen alle Türen offen. In der Aufbruchstimmung der Rebellion schien nicht nur, wie Schneider sagt, "alles möglich, besonders das Unmögliche", sondern war auch tatsächlich möglich. Verleger und Verlage suchten nach neuen Stoffen und Kunstformen und waren selber nur zu bereit, Neues zu wagen, statt wie heute in der fast panischen Angst, irgendeine klare Haltung zu zeigen und damit womöglich die vom Konzern-Management geforderten Verkaufszahlen zu gefährden, selbst noch das belanglose Geschreibsel von Fernsehköchen und Comedy-Blödmännern zu Literatur zu erklären und dreist zu behaupten, in immer neuen "Feuchtgebieten" literarische Ereignisse entdeckt zu haben.
Und ich nehme es Schneider und Kollegen auch durchaus übel, dass gerade sie, denen damals häufig genug von einigen weiterblickenden Älteren die Türen zum Literaturmarkt aufgestoßen wurden, es dann offensichtlich nicht für nötig hielten, diese Türen auch wiederum den ihnen Nachfolgenden zu öffnen. Aber dafür sind sie jetzt auch 15 oder 20 Jahre älter als ich, und das zumindest erscheint mir doch als vager Trost.
Unbenommen bleibt, dass Schneider ein Schriftsteller ist, der etwas zu sagen hat, und der auch weiß, wie er es sagen soll. Und so sind es dann bei aller überzeugenden Reflexion wahrscheinlich gerade die persönlichen Nebenschauplätze, die er immer wieder aufmacht, und die sein Buch weit über die Schilderung der politischen Ereignisse und Zusammenhänge hinaus zum literarischen Kunstwerk werden lassen. Das ist weniger die sich als "roter Faden" durch die Geschichte ziehende Amour fou mit der schönen L., als vielmehr solche Schilderungen wie der erste Kontakt des in Freiburg Großgewordenen und somit an schwäbische Freundlichkeit Gewöhnten mit dem "Schnauze-Berliner", der Schneider ebenso gründlich missrät wie mir - als ja durchaus unterkühltem Hannoveraner - über zehn Jahre später noch mein erster Versuch, in der Frontstadt frische Brötchen zu kaufen: "Det heißt hier Schribben!", gebrüllt, nicht freundlich darauf hingewiesen.
Schneider beherrscht jede Nuance des sprachlichen und erzählerischen Spiels, ohne auch nur einmal voyeuristisch, belehrend oder langatmig zu wirken, dass er ohnehin aus dem Stegreif - und wie er über sich selber urteilt - "schneidend scharfe Sätze" zu formulieren weiß, sollte eigentlich seit seiner Rede zum Sit-in an der FU-Berlin jedem bekannt sein. Übrigens war es eben diese Rede, die meine Tochter eingekürzt und mit leicht veränderten Vorzeichen für ihre Abiturfeier verarbeitet hat - und damit fast vierzig Jahre später wieder "ehrliches, allgemeines und nachhaltiges Grauen" bei Lehrern, Eltern und teilweise auch Mitschülern erregt hat. Der frühe Schneider wirkt also auch heute noch, und sein neuer Roman macht eines mehr als deutlich: "Nicht die 'kleine radikale Minderheit', die einen Aufstand gegen die Elterngeneration wagte, ist in Erklärungsnot, sondern jene Mehrheit, die nicht rebellierte und so tat, als können man nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zivilisationsbruch des Judenmords in Papas und Großpapas Fußstapfen treten und mit deren Scheitel, in deren Schlipsen und Anzügen einer Karriere nachgehen, als wäre nichts gewesen."
Das bitte mögen auch solche selbsternannten und von niemand benötigten "Korrigierer" wie der BILD-Chefredakteur Diekmann endlich zur Kenntnis nehmen und den Stift abgeben.


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Kulturgeschichte der deutschen Küche - Peter PeterKulturgeschichte der deutschen Küche
Peter Peter

Gebundene Ausgabe, Mai 2008
     Verkaufsrang: 40869      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Diese Geschichte der deutschen Küche spannt einen weiten Bogen von der Zeit der Germanen über die glanzvolle Kochkunst in späten Mittelalter, dem Niedergang der bürgerlichen Küche bis zur Renaissance der deutschen Küche in den letzten Jahren. Deutschland ist schon aufgrund der Vielfalt seiner Regionalküchen eine der spannendsten kulinarischen Nationen. Interessante Rezepte verlocken dazu, sich lesend oder kochend auf eine Reise durch Zeit und Raum zu begeben.
Mit dem Ruf der deutschen Küche stand es lange nicht zum besten. Zu fettig und schwer, zu sparsam und unfrisch haben deutsche Gaststätten jahrzehntelang aufgekocht und mit blumigen Bezeichnungen wie Winzersteak, Zigeunerschnitzel und Gutsherrentopf ihre fragwürdigen Kreationen schönzureden versucht. In den Privathaushalten wurden gern Dosen aufgemacht und alles mit Mondamin verdickt. Mittlerweile ist Besserung eingetreten. Wochenmärkte von Hamburg bis München bieten eine Fülle regionaler Produkte, es gibt Bio-Fleisch und Prä
dikatsriesling, artgerecht aufgezogenes Geflügel und traditionelle Kartoffelsorten. Ein Gang durch die Jahrhunderte zeigt, daß gute deutsche Küche mehr war als Kraut und Rüben. Das Bewußtsein, daß die deutsche Küche auch fein, edel und erlesen sein kann, kehrt allmählich zurück: Königsberger Klopse aus Kalbfleisch mit liparischen Kapern, Aal grün in Estragonsauce, Bremer Stubenküken oder ein echtes Leipziger Allerlei mit Morcheln und Flußkrebsen sind eben keine"Hausmannskost". Peter Peter hat die Geschichte der deutschen Küche durch die Jahrhunderte verfolgt. Er untersucht historische Rezepte, berühmte Kochbücher, legendäre Produkte. Er fragt nach den Gründen für Aufstieg und Niedergang der Kochkunst. Vor allem aber macht sein Buch neugierig darauf, die jahrzehntelang vernachlässigte deutsche Küche endlich wieder kennenzulernen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Küche in Zitaten      4 von 5 Punkten
Kultur und deutsche Küche, ja geht denn das zusammen? Blicken wir nicht immer schnell über die Alpen oder zumindest in das Land jenseits des Rheins, wenn wir unseren Gästen etwas wirklich gutes servieren wollen? Haben wir nicht viel mehr Spaß, etwas über das Kochen in Asien oder vielleicht Mexiko zu lernen, als sich mit den regionalen Klassikern wie den Königsberger Klöpsen zu beschäftigen? Deutsche Küche, so meint man zu wissen, das besteht doch nur daraus, das älteste Schwein des Hofes so lange in einem Bottich weich zu kochen, bis es genießbar geworden ist.

Das vorliegende Buch eines Autors mit dem spannenden Namen Peter Peter beschreibt die Entwicklung der einheimischen Küche weit dynamischer. Immer schon haben fremde Einflüsse eine Rolle gespielt. Erst mit den Römern betraten die Germanen die historische Bühne, und schon haben die Germanen diesen ihre Rezepte geklaut. Und immer schon wurden Lebensmittel aus der Ferne eingeführt. Auch im Mittelalter und in der Renaissance hat man sich also beim Kochen Mühe gegeben. Leider spielte aber auch immer wieder das Thema Gesundheit eine Rolle und - noch schlimmer - das Thema Religion. Und dann gab es in der frühen Neuzeit ein protestantisches Ethos, was den Genuss zumindest für uns Nordlichter plötzlich schwierig machte. Und dann kamen Kriegszeiten und Wirtschaftswunder, wechselnde Moden und politische Systeme. Und immer haben diese einen Einfluss auf das Essen gehabt.

Peter Peter begleitet diese Entwicklungen in einem Kapitel pro Epoche. Im Wesentlichen zitiert er dazu zeitgenössische Quellen, so oft, dass es dem Leser auch schon mal zu viel werden kann, vor so vielen Fragementen aus Kochbüchern, Traktaten, Romanen, Gedichten, Gesängen, Tagebüchern, Gesetzen und anderen Textsammlungen. Auf der anderen Seite: Spannend ist das schon. Und man erhält so auch einen Überlick über das, was man heute vielleicht nicht mehr so genau wissen kann. Dazu gibt es dann auch noch zeitgenössische Rezepte (oft allerdings ohne Maße, Zeit- und Gewichtsangaben). Ergänzt wird das dann noch durch epochenübergreifende Kapitel zu Sonderthemen wie Bier, Wurst und Brot.

Insgesamt ein informatives und unterhaltsames Buch, welches durchaus den Appetit des Leser anregen kann.

Seiltanz gelungen. Fast.      5 von 5 Punkten
Ein Thema kulturgeschichtlich anzugehen, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Autors. Daher habe ich vor jedem Versuch grossen Respekt und bin jeweils neugierig, wie die konzeptionellen Fragen gelöst werden. Welche Quellen wähle ich aus? Wo setze ich Schwerpunkte? Gehe ich chronologisch oder exemplarisch vor? Wie unterhaltsam darf ich Fakten präsentieren? Welche Bilder wähle ich aus? Und welches Layout unterstützt das Informationspaket am besten? Der Restaurantkritiker Peter Peter hat diese Fragen ganz in meinem Sinn beantwortet. Einzige Ausnahme: die Wiedergabe des Bildmaterials. Kann ich mit dem braunstichigen Altrosa bei alten Fotos noch leben, wird mir beim Betrachten schöner Kunstwerke übel, wenn sie in diesem Farbmus verschlammen. Schade, hätte beinahe einen Stern gekostet, wenn mich der Rest nicht so überzeugt hätte.

Der Autor lässt seine Kulturgeschichte mit einem Zitat von Johannes Mario Simmel beginnen. "Wir Deutschen können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat." Zwar scheinen noch immer viele Köche Spass daran zu haben, diese üble Behauptung zu bestätigen, aber seit einigen Jahren geht es auch in Deutschland rasant aufwärts mit Salaten. Wie es dazu kam und warum es so lange dauerte, erfährt der Leser bei Peter Peter. Aber selbstverständlich hat der Autor noch sehr viel mehr zu bieten. Wir hören von ihm, was bei den Germanen verspeist und versoffen wurde, warum Hildegard von Bingen die Klosterdiät erfand, was die Humanisten in Kochbücher kritzelten, worüber sich Luther freute, wo barocke Exzesse stattfanden, wie aus Essig langsam Wein wurde, wo die Drogen Kaffee, Tee und Schokolade ihren Siegeszug begannen, mit welchen Rezepten Dienstmädchen und Hausfrauen um die Gunst der Männer buhlten, warum Fastfood in Deutschland so ungemein beliebt war - und noch immer ist, wie Kohl Kohl bleibt, wer Hawaiitoast besonders mag, wann endlich Raffinierteres in deutsche Küchen drang, wen die TV-Menschen am liebsten an den Töpfen sehen und weshalb es auch im nächsten Jahrtausend noch Sauerkraut, Knödel, Würste und weich gekochte Nudeln geben wird.

Der unterhaltsame Text des fachkundigen Autors wird immer wieder von Bildern, Zitaten und Rezepten unterbrochen. Wobei einige schräge Rezepte den Kauf des Buches bereits rechtfertigen würden. Peter Peter lobt, kritisiert, beobachtet, mischt Ungewöhnliches zusammen und trennt scheinbar Unzertrennbares, gibt seine Literaturquellen preis und legt schliesslich ein kleines Gesamtkunstwerk auf den Tisch, das fast vollkommen ist.

Mein Fazit: Die merkwürdige Idee, Werke von Max Liebermann und seinen Kollegen gleich zu behandeln wie alte Kitschpostkarten, hält mich nicht davon ab, dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Es wird allen gefallen, die Infotainment, viel Bildmaterial, aussergewöhnliche Rezepte und überraschende Zusammenhänge lieben. Der Autor macht nicht nur gekonnte Vergangenheitsbewältigung, sondern auch beste Werbung für die neue deutsche Küche.


Die Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands - Rüdiger JungbluthDie Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands
Rüdiger Jungbluth

Taschenbuch, September 2004
     Verkaufsrang: 66343      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Quandts sind die reichste Industriellen-Familie Deutschlands. Auf über 20 Milliarden Euro wird ihr Vermögen geschätzt. So bekannte Unternehmen wie BMW, Varta oder Milupa sind oder waren im Besitz des Clans. Trotzdem wusste man bisher nur wenig über diese außergewöhnliche Familie. Denn die Quandts scheuen die Öffentlichkeit und halten ihre Archive unter Verschluss.

Dem Journalisten Rüdiger Jungbluth ist es jetzt gelungen, Licht ins Dunkel der Quandt'schen Familiengeschichte zu bringen. Er hat alle verfügbaren Quellen zusammengetragen und kritisch ausgewertet. Manche Familienmitglieder waren sogar erstmals zu Interviews bereit. Denn sie wussten, dass das Buch auch ohne ihr Einverständnis erscheinen würde.

Jungbluth schlägt den Bogen zurück bis zu Emil Quandt, der 1880 im brandenburgischen Städtchen Pritzwalk mit einer Textilfabrik den Grundstein für den Aufstieg der kommenden Generationen legte. Sein Sohn Günther vergrößerte das Unternehmen nach Kräften. Aus Erstem Weltkrieg und Inflation ging er als Krisengewinnler hervor. Die Batterie-Fabrik AFA, die spätere Varta, wurde zum Kernstück seines Firmen-Imperiums. Als ebenso geschäftstüchtig erwiesen sich nach 1945 seine Söhne: Harald Quandt betätigte sich im Rüstungsgeschäft, Herbert Quandt übernahm Anfang der 1960er-Jahre die Aktienmehrheit am Autobauer BMW. Und mit Ehrgeiz und Geschick baute die Familie Vermögen und Einfluss immer weiter aus -- bis heute.

Rüdiger Jungbluth verschweigt auch die Schattenseiten der Quandt-Story nicht. So musste sich alles Private stets dem Geschäftlichen unterordnen. Der Autor illustriert dies etwa an der wenig erfüllten und daher recht kurzen Ehe zwischen Günther Quandt und seiner zweiten Frau Magda, die ihren Mann nach einer Affäre verließ und später Josef Goebbels heiratete. Und für die Zeit des Dritten Reichs weist Jungbluth nach, dass der Quandt'sche Geschäftssinn auch mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit einherging: Günther Quandt war nicht nur "einer der größten Rüstungsproduzenten im Reich des Adolf Hitler", sondern bereicherte sich auch durch den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen in seinen Firmen.

Fazit: Rüdiger Jungbluth ist eine sorgsam recherchierte, kenntnisreiche und spannend zu lesende Darstellung über die Quandts gelungen: Wirtschaftskrimi, Familiendrama und erlebte Zeitgeschichte zugleich. --Christoph Peerenboom

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte      5 von 5 Punkten
In "Die Quandts" beschreibt Rüdiger Jungbluth den Aufstieg der Industriellenfamilie Quandt (u.a. Varta, BMW, Altana, Delton) von den Anfängen, über die Ereignisse während der Nazidiktatur in Deutschland bis hinein in die heutige Zeit. Er nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch die Geschichte, als wenn er selbst dabei wäre. Dabei gelingt dem Autor der Spagat zwischen detaillierter und spannender Darstellung. Jungbluth schreckt nicht davor zurück, die Geschehnisse während der 30er und 40er Jahre kritisch zu hinterfragen, gewährt dem Leser aber dennoch die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Diese Familienbiografie ist meines Erachtens nach eine der besten auf dem Markt. Wer sich für die Geschichte einer der erfolgreichsten und reichsten Familien Deutschlands interessiert, findet in diesem Werk ein angenehm zu lesendes Buch, das obendrein eine hohe Informationsdichte ausweist. Ohne Einschränkungen - daher fünf Sterne.


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Thomas Berger-von der Heide, Petra Bowien, Stephan Burrichter, Heidrun von der Heide, Karl-Heinz Müller, Stephan Warnatsch

Broschiert, Mai 2007
     Verkaufsrang: 21535      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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-Texte und Materialien knüpfen verstärkt an die Erfahrungswelt der Jugendlichen an
- Ein Leitfadentext vermittelt Zusammenhänge und Überblickswissen
- Angebote für einen handlungsorientierten Unterricht fördern die Selbsttätigkeit der Lernenden
- Regionalgeschichtliche Themen unterstützen alternative Unterrichtsformen (Projekte, Erkundungen)
- Historische Arbeitstechniken und Methoden werden altersangemessen eingeübt.




Iwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945 - Catherine MerridaleIwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945
Catherine Merridale

Broschiert, August 2008
     Verkaufsrang: 26416      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Mit ihrer aufwendig recherchierten Sozialgeschichte der Roten Armee beleuchtet Catherine Merridale eine von der historischen Forschung bislang sträflich vernachlässigte Seite der Geschichte der Sowjetarmee während des Zweiten Weltkriegs. Waren aus den unterschiedlichsten Perspektiven bisher vor allem die Heerführer und Militärstrategen Gegenstand der Betrachtung, richtet die englische Historikerin den Fokus auf die im (auch russischen) Volksmund "Iwan" genannten einfachen Soldaten.

Unter welchen Umständen lebte, kämpfte und starb der gemeine Rotarmist? Welche Ängste und Hoffnungen trieben ihn um? Wie ging er damit um, völlig unzureichend ausgerüstet gegen einen zeitweise übermächtigen Feind eine hoffnungslos erscheinende Abwehrschlacht schlagen zu müssen? Wie erlebte er den Tod seiner Kameraden (fast neun Millionen Sowjetsoldaten kostete der Krieg das Leben!), den Umschwung und schließlich den triumphalen Sieg?

Merridales profunde Untersuchung zeichnet ein sehr differenziertes Bild vom gemeinen Sowjet-Soldaten, das wenig gemein hat mit den weit verbreiteten Schwarz-Weiß-Klischees vom moralisch reinen Helden oder blutrünstigen Ungeheuer. Ein Bild jenseits des von der kommunistischen Propaganda mit großem Fleiß aufgerichteten Mythos vom sich selbst aufopfernden Patrioten (immerhin bestand die Rote Armee zu 75 Prozent aus Bauern, die die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft um ihr Eigentum gebracht hatte!) -- aber auch jenseits des während des Kalten Krieges im Westen in Umlauf gebrachten Zerrbildes, das -- nicht selten auf der Grundlage rassenideologisch inspirierter Berichte deutscher Kriegsgefangener -- den "Iwan" als primitiv-grausamen Schlächter erscheinen ließ. -- Andreas Vierecke

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Ein Buch über die armen Hunde des Krieges      4 von 5 Punkten
Mit "Iwans Krieg" schreibt eine britische Historikerin über die Rote Armee im 2. Weltkrieg. Daß ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert.

Zum einen ist es ein Thema, daß gerade in Westeuropa kaum beachtet wurde. Immerhin war der böse Sowjet-Russe seit 60 Jahren quasi das Feindbild des Westens gewesen und selten hörte man etwas über die Nation, die die mit Abstand größten Opfer zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus hat erbringen müssen.

Zum anderen sind britische Historiker oft für ihre oberflächliche Anglozentristik bekannt wenn es um daß Thema 2.Weltkrieg geht. Ginge es nach ihnen, hat der 2.Weltkrieg vor allem in Afrika und auf dem Meer stattgefunden und Monty hat die Deutschen praktisch "single-handed" besiegt. Ein Buch über die "Iwans" des 2. Weltkrieges ist daher gerade von einer britischen Historikerin ein überraschender Schritt.

Zwar bleibt die Autorin insgesamt etwas zu oberflächlich und handelt manche Schlüsselereignisse (vom Winterkrieg über die Besetzung der baltischen Staaten und Ostpolens bis zum Weltkrieg) etwas zu kurz ab. Dafür bleibt genügend Raum für Kommentare überlebender Frontsoldaten (und Soldatinnen, immerhin dienten in der Sowjetarmee auch Frauen). Diese Kommentare sind dann auch daß Highlight des Buches, denn am Ende wurden diese Kämpfer allein gelassen mit sich und ihren Erinnerungen. Schließlich blieben Wodka, Verdrängung und Folklore die einzigen Hilfen in einem Land, in dem der Soldat nur Masse ist; eben nur der "Iwan".



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Ich war Staatsfeind Nr. 1: Der Stich des Skorpion. Als Fluchthelfer auf der Todeslister der Stasi - Wolfgang WelschIch war Staatsfeind Nr. 1: Der Stich des Skorpion. Als Fluchthelfer auf der Todeslister der Stasi
Wolfgang Welsch

Broschiert, März 2006
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Spannung (Geheimdienste, verdeckte Aktionen), Grusel (Folter, unmenschliche Haft), Action (Mordanschläge, Fluchtdramen), Geschichte (DDR, Kalter Krieg, Fall der Mauer): Alles drin! Wer sich auch nur ein bisschen für Zeitgeschichte interessiert, der dürfte den Kauf nicht bereuen.

Wolfgang Welsch hat für seine Überzeugungen sieben Jahre seiner Jugend wortwörtlich hingegeben: Statt nach drei schrecklichen Jahren in Stasi-Knästen auszureisen (er ist bereits vom Westen freigekauft!), bleibt er in der DDR -- um einen entlarvenden Film zu drehen. Als Leser steht einem schier das Herz still: Wer wäre nicht bis ans Ende der Welt gerannt, um aus diesem Folter-Reich zu entkommen?

Er ist nicht lange draußen. Jahre im Zuchthaus Brandenburg folgen bis zur Abschiebung in den Westen 1971 auf Initiative von Willy Brandt. Bei der Schilderung des Haftalltags, der Gerichtspraxis und der Verhörmethoden steht Welschs Buch lediglich in einer Reihe mit Berichten anderer Zeitzeugen. Wesentlich seltener zu lesen sind jedoch Berichte über die linke Atmosphäre der 70er Jahre in der Bundesrepublik. Von Opfern des DDR-Systems will man zu jener Zeit nichts mehr hören. Welsch wird während des Studiums von DKP Professoren schikaniert. Einzigartig aber ist das Buch als authentischer Bericht eines der erfolgreichsten Fluchthelfers (der spannendste Teil). Die Stasi jagt ihn mit Killerkommandos. Nur mit unglaublichem Glück überlebt er und das gleich drei Mal! Die Geschichte selbst hat für die Pointe gesorgt: Nach 1990 setzt Welsch die Strafverfolgung der Mörder durch. Der unmittelbare Täter wird verurteilt, der Führungsoffizier erhängt sich in der Zelle.

Es gibt Stellen im Buch, da wankt der Boden und die seelischen Kosten werden sichtbar, die ein Leben im Dienst einer Moral, eines Gedankens, einer Besessenheit mit sich bringt. Da wird der Text selbstgerecht im Ton und verliert an Glaubwürdigkeit. Die Lebensleistung des Verfassers mindert das nicht und auch nicht die Faszination des Berichtes.