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| Deutsche Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin Michael Degen Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 83023 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ende der Dreißiger wurde es für die jüdische Familie Degen in Berlin gefährlich. Den Vater brachte man ins KZ Sachsenhausen, die Folgen der Mißhandlungen überlebte er nicht. Der ältere Sohn entkam nach Schweden. Dem noch nicht einmal zehnjährigen Michael und seiner Mutter blieb nichts anderes übrig als unterzutauchen, um den Krieg irgendwie zu überstehen. Das jahrelange Verstecken konnte nur gelingen mit tatkräftiger Unterstützung couragierter, nichtjüdischer Mitbürger, die damit häufig genug ihr eigenes Leben riskierten. Der Kommunist neben der russischen Aristokratin, die Oma mit ihren anschaffenden Töchtern, der sozialdemokratische Hühnerzüchter, der Freund von der HJ und noch einige andere bildete die bunt zusammengewürfelte Helferschar, ohne die kein Überleben möglich gewesen wäre. Merkwürdig nur, in welchem Gegensatz die schlimmen Ereignisse zu deren Schilderung stehen. Bei Degen hat man häufig den Eindruck, der Krieg sei so etwas wie ein großer Abenteuerspielplatz gewesen, auf dem sich das Gros der harmlosen Deutschen tummelte, eingeschüchtert oder verführt von den Nazis. Sogar der Antisemitismus erscheint nur als Hitlers Privatkrieg gegen den Lieblingsfeind. Die Geschichten kommen meist daher wie ein Kaffeeklatsch über den kürzlichen Zoobesuch am Raubtiergehege und sind entsprechend verharmlosend und verklärend. Degen meint es gut und will jenen ein Denkmal setzen, die im Kleinen den Kampf gegen das Naziregime aufgenommen haben. Es steht jedoch zu befürchten, daß gerade der "Blick des Jungen", mit dem das Buch geschrieben ist, genau jenen entgegenkommt, die im "Tausendjährigen Reich" alt genug waren, um selber Dreck am Stecken zu sammeln. Michael Degen ist ein beliebter Schauspieler, aus Theater und Fernsehen wohlbekannt. Ich denke, auch mit seinen Kindheitserinnerungen wird er sein Publikum glänzend unterhalten. --Jürgen Grande
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 29 Bewertungen)
Interessant, witzig und spannend! 5 von 5 Punkten Habe schon etliche Erzählungen aus dieser Zeit gelesen, aber auch Michael Degens Geschichte hat mich bis zur letzten Zeile in Spannung gehalten.
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Die Charité im Dritten Reich: Zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus
Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 16006 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In der nationalsozialistischen Medizin war das ärztliche Ethos vom Heilen in sein Gegenteil, in das der Vernichtung verkehrt worden. Die Mitglieder der medizinischen Fakultäten waren so weit in das NS-System eingebunden, dass zahlreiche Professoren und Dozenten1946/47 zu den Angeklagten des Nürnberger Ärzteprozesses gehörten.Die politischen Machthaber stießen auf die bereitwillige Unterstützung der medizinischen Wissenschaft. Sie lieferte Kriterien für die Differenzierung zwischen als »höherwertig« und »lebensunwert« kategorisierten Men-schen, für Rassenbiologie und Rassenhygiene, für Zwangssterilisierung und Menschenversuche.Das vorliegende Buch befasst sich mit diesem Thema am Beispiel der angesehensten deutschen Klinik ihrer Zeit, der Charité. Zu ihren herausragenden Gestalten gehörte der Chirurg Ferdinand Sauerbruch. Er hatte viele prominente Patienten; unter ihnen befand sich 1943 auch der Kopfdes militärischen Widerstandes gegen Hitler, Generaloberst Beck.Gegenstand des Buches, das exemplarischen Charakter beanspruchen kann, sind die Mitglieder der Berliner Medizinischen Fakultät, an die schon vor 1933 die berühmtesten Ärzte und Wissenschaftler des Deutschen Reiches berufen worden waren. Sie stützten die Ziele nationalsozialistischer Gesundheits- und Hochschulpolitik und beteiligten sich freiwillig und aktiv an menschenverachtenden und menschenvernichtenden Forschungen im Zeichen des »wissenschaftlichen Fortschritts«.Kritisch dargestellt werden u.a. das wissenschaftspolitische Engagement Ferdinand Sauerbruchs, das eugenische Denken des Gynäkologen Walter Stoeckel, die Untersuchungen an Hingerichteten durch Hermann Stieve, die Vorstellungen zu Sterilisation und »Euthanasie« der Psychiater Karl Bonhoeffer und Maximinian de Crinis, die menschenverachtenden Versuche Georg Bessaus an Kindern, aber auch die liberale Weltanschauung des Pharmakologen Wolfgang Heubner.
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Tiger. Die Geschichte einer legendären Waffe 1942-1945 Egon Kleine, Volkmar Kühn Gebundene Ausgabe, 1. Juli 2006 Verkaufsrang: 79927 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über 330 Seiten und über 500 Bilder zeigen die Einsatzgeschichte des Panzers "Tiger" mit seinen Versionen Tiger I, Tiger II, Jagdtiger und Sturmtiger. Der Panzer wurde während des Zweiten Weltkriegs entwickelt und kam ab Ende 1942 zum Einsatz. Die Waffe wurde an allen Fronten eingesetzt, in Russland, Afrika, Italien, Frankreich und schließlich auch in Deutschland bei Königsberg und Berlin. Das Buch zeigt zunächst die Entwicklungsgeschichte des Panzers bis zur Einsatzbereitschaft, dann folgen die Berichte zu den verschiedenen Einsatzgebieten, beginnend in Afrika bis schließlich zum Ende des Krieges im Osten Deutschlands. Mit zahlreichen Karten und vielen Bildern ist es ein wichtiges Werk der Technik- und Zeitgeschichte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Endlich mal keine Panzer-Technik, sondern Panzer-Taktik! 5 von 5 Punkten Das wirklich erfreuliche an diesem Buch ist (ich hab`s schon erwähnt), dass endlich mal nicht zum Einmillionstenmal die Entwicklung der Technik der deutschen Panzer im Vordergrund steht. Zu dem Thema gibt es die - für mich unüberbietbaren - Spielberger-Bände, mehr braucht kein Mensch. Aber, was besonders für Modellbauer wichtig ist, sind Informationen darüber, welche Panzereinheit WANN WO eingesetzt war und mit welcher Fahrzeugausstattung! Schließlich will man ja nicht sein schönes, mit Spielberger-Literaturunterstützung gebautes Panzermodell beispielsweise mit vollkommen deplatzierten Truppenkennzeichen versehen, das Buch bietet aber sogar die Möglichkeit, bei einigen Einheiten die einzelnen Turmnummern der Panzer zu rekonstruieren! Was an den Einsatzgeschichten glorifizierend sein soll, weiß ich beim besten Willen nicht, es sind ja wirklich - im soldatischen Sinn - große Taten vollbracht worden. Die Schilderungen in diesem Buch lassen lediglich nachvollziehen, was die Leute, deren Kampfmittel uns so sehr faszinieren, alles mitgemacht haben und was sie alles geleistet haben! Letztlich ist es das, weswegen wir z. B. Panzermodelle bauen oder uns sonstwie für die deutsche Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg interessieren. Ich war von der Informationsfülle des Buches glatt erschlagen, ein echtes Standard- und Nachschlagewerk!
Für technisch Interessierte leider nicht zu empfehlen. 2 von 5 Punkten Wer auf der Suche nach Hintergrundinformationen und Antworten auf technische Frage ist, wird mit diesem Buch falsch beraten sein. Über die Entwicklung des Tigers wird man in diesem Buch nur auf ganzen 2 Seiten informiert.
Stattdessen wird in schon fast glorifizierender Weise über Kampfeinsätze des Tigers berichtet. Mein Fazit lautet, Modellbauer und ähnliche sollten einen großen Bogen um dieses Buch machen. Leser, die Interesse an Kriegstagebüchern haben, werden dieses Buch mögen. |
Habsburgs verkaufte Töchter Thea Leitner Taschenbuch, November 2007 Verkaufsrang: 16193 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thea Leitner bringt eine unbekannte Seite der europäischen Geschichte zur Sprache, nämlich die Biographien Habsburger Prinzessinnen, die schon im Kindesalter der Politik verschrieben wurden. Ihre Wünsche und Gefühle hatten keinen Platz. Obwohl von Kindesbeinen an über sie verfügt wurde, waren sie als erwachsene Frauen keineswegs Opfer ihrer Herkunft. Im Gegenteil, unter ihnen gab es eine Reihe brillanter Politikerinnen, teils klüger und geschichter als die Herren des Hauses Habsburg.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Äußerst unterhaltsam - Man darf nur nicht alles glauben! 4 von 5 Punkten Ich besitze sowohl "Habsburgs Verkaufte Töchter" als auch "H. Goldene Bräute". Die Bücher zeichnen sich durch gute Lesbarkeit aus, sind kurzweilig und ínteressant geschrieben. Leider finden sich in dem Buch auch Passagen, die wohl eher der Fantasie der Autorin entsprungen sind , z.B. dass Margarethe am französischen Hof der "bewunderte Mittelpunkt" war. Außerdem werden in Leitners Büchern historische Figuren oft schwarz-weiß dargestellt.
Für Habsburg-Neueinsteiger trotz allem ein sehr gutes Buch, das man immer wieder lesen kann!
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Filmhörbuch Baader-Meinhof-Komplex: Tonspur zum Film Various Audio CD, 17. September 2008 Verkaufsrang: 11470 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Original-Tonspur des Films: grandios besetzt, dramatisch und berührend. Deutschland in den 70ern: Die Spaßrevolution der 68er ist für einige erloschen, Terror heißt jetzt die Losung. Die RAF befindet sich im Krieg mit der Bundesrepublik Deutschland. Eine deutsche Tragödie als großes Leinwand-Epos, nach Stefan Austs Standardwerk. In den Hauptrollen: Martina Gedeck als Ulrike Meinhof, Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin und Bruno Ganz als Horst Herold, Leiter des Bundeskriminalamts. Produziert von Bernd Eichinger und unter der Regie von Uli Edel. Der Film des Jahres!
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Die Vernichtung der europäischen Juden: 3 Bde Raul Hilberg Taschenbuch, November 1999 Verkaufsrang: 35828 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Judenmord war nicht das Werk Einzelner. Er wurde von einer hochgradig arbeitsteiligen und bürokratisch organisierten Gesellschaft in die Wege geleitet und verwirklicht; von einer Gesellschaft, die die technischen Mittel dazu hatte und den Willen, sie zu nutzen. Auf dieser Gesellschaftsanalyse basiert das wohl gewichtigste Werk der Schwarzen Reihe: Raul Hilbergs Die Vernichtung der europäischen Juden. In guter bürokratischer Tradition stand am Beginn des Vernichtungsprozesses die amtliche Definition dessen, was vernichtet werden sollte: das Judentum. Nachdem das Reichsinnenministerium dieses Problem zufrieden stellend gelöst hatte, konnte die systematische Entrechtung und Enteignung der Juden beginnen. Weitere Stufen folgten: die Konzentration der Juden in Ghettos, die Operationen der mobilen Tötungseinheiten, die Deportationen aus den besetzten Gebieten und schließlich die Errichtung spezieller Vernichtungszentren. Hinter dieser höchst effizienten Maschinerie verbarg sich ein ganzes Heer von Namenlosen, deren funktionale Hingabe diesen Genozid erst möglich gemacht haben. Es waren "gewöhnliche" Bürokraten, Reichsbahner, Polizisten und Soldaten, die diese Maschinerie in Gang hielten, und ihre Befehle kamen von subalternen Vorgesetzten, die den "Führerwillen" gewissenhaft vollstreckten. "Töten ist nicht mehr so schwer wie in früheren Zeiten." -- Es ist dieser Satz Raul Hilbergs, der sich ins Gedächtnis eingräbt. Er ist Fazit und Mahnung zugleich. Der technische Fortschritt machte den Holocaust erst möglich, und es ist dieser Fortschritt, der das Vernichtungspotenzial seitdem immer weiter perfektioniert und ausgebaut hat. Der Verwaltungsbeamte früherer Tage hatte nicht die Werkzeuge, eine ganzes Volks auszulöschen. Der Bürokrat von morgen wird diese Probleme nicht haben, er ist bereits heute besser ausgerüstet als die Nazis jemals waren. --Stephan Fingerle
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
das Standardwerk zum Thema "organisierter Wahnsinn" 5 von 5 Punkten Raul Hilberg ist ein hervorragender Analytiker; und wie anders als mit rationalem Ansatz könnte man sich eines solchen - nicht nur der Dimension wegen - unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit annehmen? Wie anders als durch die Zerlegung des so schwer fassbaren Gesamten in seine tausenden Einzelheiten und Facetten sollte man wenigstens ansatzweise verstehen können, was "die Täter" und was "die Opfer" ausmachte? Hilberg stellt in aller Deutlichkeit dar, wie die v.a. mit Lüge und Manipulation operierende sog. "Todesmaschinerie" funktionierte, die schließlich darin mündete, dass Millionen von Menschen - um ihre Interessen, Bedürfnisse und Hoffnungen betrogen - ausgebeutet und vernichtet wurden.
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Regensburg. Stadtführer durch das mittelalterliche Weltkulturerbe: Sehenswürdigkeiten, Routen, Karten Martin Kluger Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 25659 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Regensburg ist das "mittelalterliche Wunder Deutschlands" und mittlerweile auch UNESCO-Weltkulturerbe - einerseits. Und andererseits ist Regensburg eine bayerische Boomtown. Mittelalter und Boom sind beim Städtetourismus vereinigt, denn die Stadt an der Donau zeigt sich zahllosen Gästen aus aller Welt von ihrer jeweils besten Seite: Die römische Geschichte des "Castra Regina", die Geschlechtertürme der einst sagenhaft reichen Fernhandelskaufleute, der Dom, das "Weltwunder" Steinerne Brücke über die Donau, das rätselhafte Schottenportal, das riesige Schloss derer von Thurn und Taxis... Doch Regensburg ist weit mehr als steingewordenes Mittelalter, Geschichte und Geschichten. Regensburg ist eine quicklebendige Stadt mit italienischem Flair und bayerischer Lebensart, ein Tipp für das "Erlebnis Stadt" - voller Kultur, Genuss und Shoppingmöglichkeiten. Dieser Reiseführer leitet zu Sehenswürdigkeiten und berühmten Namen, gibt praktische Tipps zu Gastronomie, Übernachtung und Einkauf, zu
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Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz Eric Friedler, Andreas Kilian, Barbara Siebert Taschenbuch, Januar 2005 Verkaufsrang: 86938 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das ist eine Krankheit ohne Namen", sagt Shlomo Venezia. In seinen Träumen sieht er bis heute die verzweifelten Gesichter der Menschen in den Gaskammern. Er gehört zu den dem kleinen, heute noch lebenden Kreis der Häftlinge des jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau. In den Gaskammern dieses Vernichtungslagers ermordete die SS Hunderttausende Menschen. In Gang halten mussten die Todesfabrik jedoch hilflose Arbeitssklaven - die jüdischen Häftlingen des Sonderkommandos. Wie wurde der Massenmord in Auschwitz-Birkenau wirklich ausgeführt? Einige Überlebende des Sonderkommandos geben Antwort. Sie waren - außer den Tätern - die einzigen Augenzeugen der Vorgänge in den Vernichtungsanlagen. Die SS zwang sie, die Opfer in den Auskleideräumen zu erwarten, ihnen zu helfen, damit es schnell ging. Sie mussten nach der Vergasung die Leichen zu den Öfen schleppen und verbrennen. Wer sich weigerte, wurde ermordet. Die Interviews mit den Männern des Sonderkommandos und mit ihren Angehörigen zeigen, dass die ehemaligen Häftlinge die Todeszone von Birkenau bis heute in sich tragen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Pflichtlektüre 5 von 5 Punkten Selbst wenn man sich bereits ausgiebig mit der Problematik des Massenmordes an den Juden im Dritten Reich befasst hat, stockt einem beim Lesen dieses Buches dennoch immer wieder der Atem.
Den Autoren gelingt es anhand neuester Forschungsergebnisse und erstmals zugänglicher Unterlagen die unfassbaren Zustände in den Krematorien in Auschwitz so darzustellen und zu belegen, dass man noch jetzt versucht ist, den Glauben an irgendwelche angeborene ethische Grundwerte zu verlieren.
Auf Basis der ausgewerteten Zeugenaussagen erhält der Leser eine Ahnung davon, was es bedeutet als Sklave in einer Mordfabrik arbeiten zu müssen, in der tagtäglich tausende von unschuldigen Frauen, Männer und Kinder ermordet und anschließend industriell verwertet werden.
Verliert man ansonsten anhand der monströsen Zahlen des Holocausts irgendwann das Gespür dafür, dass hinter jeder einzelnen Ziffer ein Individuum und ein geraubtes Leben steckt, so wird das, von vermeintlich kultivierten Europären entfachte Inferno spätestens dann überdeutlich, wenn man die Beschreibungen liest, mit welcher zynischen Verachtung hundertausende von Menschen zu Schädlingen degradiert und zertreten werden und den Tätern weniger die Tatsache des Mordens, denn die zu beseitigend Masse an Gebirgen aus Leichen Kopfzerbrechen bereitet.
Die Schilderung dieses Schreckens gegen das sich Dantes Beschreibung der Hölle fast harmos ausnimmt ist zwar schwer erträglich, dennoch sollte das Buch Pflichtlektüre an allen Schulen sein.
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Ulrike Meinhof. Die Biografie Jutta Ditfurth Gebundene Ausgabe, November 2007 Verkaufsrang: 30626 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Man mag über Jutta Ditfurth denken, was man will. Auch muss man gewiss nicht allen Schlussfolgerungen und Mutmaßungen der Autorin folgen -- ausdrücklich nicht hinsichtlich der Frage, ob Ulrike Meinhof sich tatsächlich selbst das Leben genommen hat oder nicht (Ditfurth scheint hier, auch wenn ihre diesbezüglichen Ausführungen ein wenig vage bleiben, der These zuzuneigen, dass es sich nicht um Selbstmord gehandelt habe). Eines aber wird man der Autorin kaum absprechen können: Ihre biografische Studie über Ulrike Meinhof basiert zweifellos auf der akribischsten Recherche über das Leben der RAF-Terroristin, die bisher von irgendwem geleistet wurde (allerdings hätte man sich schon gewünscht, ein wenig mehr über die Quellen zu erfahren, die die Autorin konsultiert hat!) Und so sehr man auch darüber streiten mag, ob der Meinhof so viel Aufmerksamkeit denn überhaupt gebührt: Wer immer sich in Zukunft mit Ulrike Meinhof publizistisch noch auseinandersetzen wird -- um dieses Buch ebenso wenig herumkommen, wie um Bettina Röhls So macht Kommunismus Spaß. Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret. Biografien dienen vor allen Dingen einem Zweck: einen Menschen in seinem Werden und Handeln in seiner Zeit, so weit dies denn überhaupt möglich ist, zu verstehen. Wie konnte es dazu kommen, dass er dieses oder jenes getan oder unterlassen hat? Weshalb hat sein Leben an diesem oder jenen Punkt eine so jähe Wendung genommen? Letzte Antworten auf diese Fragen kann Ditfurth für das Leben Ulrike Meinhofs zwar auch nicht geben. Aber sie hat doch einige bisher wenig bekannte Details zutage gefördert -- und vor allen Dingen in einen in mancherlei Hinsicht erhellenden Zusammenhang gestellt. Manchem mag die ehemals erfolgreiche Journalistin und spätere Terroristin angesichts der zweifellos großen Schuld, die sie auf sich geladen hat, zu sympathisch dargestellt erscheinen. Immerhin aber erfahren wir Details aus ihrer Kindheit und Jugend, die wir so bisher noch nirgends nachlesen konnten. Die Nazi-Verstrickung des Vaters etwa, von dem man bisher meist nur lesen konnte, dass er Christ und ein Gegner des Nazi-Regimes gewesen sei. Christ mag er gewesen sein. Aber er war ganz offenbar in Wahrheit alles andere als ein Gegner des NS-Regimes, sondern im Gegenteil sowohl selber Nazi, als auch Profiteur des Regimes. Auch über die Mutter und deren Freundin, die spätere Ziehmutter der Meinhof-Geschwister erfahren wir bislang Unbekanntes. Vor allem aber erhellt Ditfurth die politisch-historische Wahrnehmung der Meinhof, in dem sie uns die Zeitläufte der sechziger und frühen siebziger Jahre aus einer der Meinhof anverwandelten Sicht rekapituliert. Auch wenn die Autorin sich in mancher Einschätzung vielleicht ja irren mag, ist ihr doch ein alles in allem lesenswertes Buch gelungen, das, soweit wir dies überblicken, keineswegs nur Altbekanntes widerkäut. -- Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)
eine Frau - ein Leben - ein Schicksal 5 von 5 Punkten Passend zum im Sept. 08 zu erwartenden Kino-Highlight möchte ich heute das Buch
Ulrike Meinhof
von Jutta Ditfurth vorstellen.
Beide Frauen sind ja schon vom Namen her sehr bekannt, die eine besonders bezüglich der Baader-Meinhof-Affäre und natürlich der Tatsache, dass sie Gründungsmitglied und Führungsperson der Rote Armee Fraktion war und die andere als Politikerin, besonders als Mitbegründerin der Partei "Die Grünen" und sie war von 1984 bis 1988 deren Bundesvorsitzende.
Beginnen möchte ich mit der Autorin dieser Romanbiografie:
Jutta Ditfurth:
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Geboren wurde Frau Ditfurth 1951 in Würzburg. Sie ist Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und Politikerin. Sie studierte Soziologie, Politik, Kunstgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Philosophie. Eine sehr lange Liste, wie ich meine. Sie macht Jutta Ditfurth u.a. prädistiniert für das Schreiben einer solchen Biografie.
Ulrike Meinhof:
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Am 7. Oktober 1934 wurde Ulrike Meinhof in Oldenburg geboren. Sie lebte in ihrer Kindheit in Jena (Thüringen) und übersiedelte kurz nach dem Krieg wieder nach Bad Berneck ins Fichtelgebirge.
Einige Jahre lebte sie auch wieder in Oldenburg.
1955 machte sie Abi in Weilburg.
In Marburg studierte sie Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik. Sie war vielseitig interessiert und eine überaus interessante Persönlichkeit, die viele Freundschaften mit männlichen Kommilitonen hatte, sich aber auch in eine Frau unsterblich verliebte, die eine Zeit ihres Lebens mit ihr teilte.
Ende der 50er Jahre begannen zahlreiche Protestbewegungen, an denen sich Ulrike beteiligte, so u.a. auch gegen Atomwaffen. Zahlreiche Zeitungen und Flugblätter sind aus ihrer Hand und unter ihrer Mitarbeit entstanden und ihre politische Karriere begann eigentlich ungewollt.
1958 trat sie in die verbotene KPD ein.
Sie war sehr gebildet, las viel und interessierte sich für Gemälde und Kunst überhaupt.
Sie war bei vielen beliebt, aber auch von vielen gehasst.
Andreas Baader trat 1967 in ihr Leben, er war der Gründer der RAF. Ihn befreite sie in einer ihrer ersten "Taten" (1970) (so beginnt auch das mir vorliegende Buch).
Sie wurde immer radikaler und ging sozusagen über Leichen für ihre Überzeugung.
Banküberfällen und Bombenanschläge ... das gehörte zu ihrem Leben im Untergrund. Sie hatte zwei Kinder, die natürlich auch unter dem Leben ihrer Mutter zu leiden hatten. Ulrike Meinhof wollte, dass diese bei ihrer Schwester aufwuchsen, aber sie wurden zum Vater gebracht.
Nach langen Jahren der Suche nach Ulrike Meinhof wurde sie am 16. Juni 1972 inhaftiert und bliebt dort in Köln in der Justizvollzugsanstalt bis zum 9. Februar 1973.
Nach ihr wurde wegen des bekannten Sprengstoffanschlags auf das Stammhaus des Axel Springer Verlages in Hamburg 1972 gefahndet. Sie wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt. In Stuttgart wurde sie im Gefängnis in ihrer Zelle am 9. Mai 1976 tod aufgefunden, es soll Selbstmord gewesen sein. Spekulationen rund um ihren Tod nahmen ihren Lauf. Der Friedhof von Berlin-Mariendorf ist zu ihrer letzten Ruhestätte geworden.
Personen im Umfeld Ulrike Meinhofs:
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Werner Meinhof: Vater
Ingeborg Meinhof: Mutter
Renate Riemeck: Lebensgefährtin Ingeborgs und spätere Ziehmutter Ulrikes
Wienke Meinhof: Schwester
Klaus Rainer Röhl: Ulrikes Mann Heirat: 1961
Andreas Baader: RAF Mitglied (1943 geboren, 1972 verhaftet und in Zelle 1977 erschossen aufgefunden
u.v.a.m.
Man kann über die Meinung und die Verhaltensweisen der Ulrike Meinhof geteilter Meinung sein, aber eines steht fest, diese Person ist eine besondere Persönlichkeit gewesen und wird wohl immer in aller Munde sein, wenn auch nicht immer positiv. Sie hatte ihre Vorstellung von Politik und Gesellschaft, die sicher auch durch ihr Umfeld, ihre Familie und ihre Entwicklung in einer schwierigen Zeit gepräft waren.
Jutta Ditfurth hat mit diesem Buch ein Werk geschaffen, welches top recherchiert wurde, welches eine umfassende Zusammenfassung eines Lebens darstellt, mit politisch und historisch fundierten Hintergrundgeschehnissen und -daten. Dieses Buch hat mich fasziniert und in seinen Bann gezogen.
Jeder kann sich nach und während des Lesens sicher sein Bild machen über diese Frau, ihre Zeit und ihre Freunde und Kommilitonen. Man kann ganz sicher aus diesem Buch lernen.
Jutta Ditfurth schreibt das Buch durchweg interessant, spannend und wahrheitsgetreu. Der Leser wird in die jeweilige Zeit der Geschehnisse versetzt, sehr bildhaft wird dargestellt, was passiert und auch die Gedanken und viele noch nie so dargestellte Meinungen und Fakten rund um Ulrike Meinhof beinhaltet das Buch, sodass es wirklich ein sehr gelungenes Werk ist.
TOP Leseempfehlung !!!
P.S. Ganz sicher auch super für den Geschichtsunterricht geeignet.
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Damals in der DDR: Der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat Hans-Hermann Hertle, Stefan Wolle Broschiert, Juli 2006 Verkaufsrang: 50739 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Um es ohne Umschweife gleich zu sagen: Wer nicht selbst dabei war und wirklich wissen will, was für ein Staat die DDR tatsächlich gewesen ist und wie sich das Leben in diesem Staat angefühlt haben mag, wird an diesem Buch kaum vorbei kommen. Fünfzehn Jahre nach deren Ende beleuchten die ARD mit einem bislang einmaligen Multimedia-Projekt die Wirklichkeit der DDR. Dazu gehören außer diesem unbedingt lesenswerten Buch von Hans-Hermann Hertle und Stefan Wolle eine Fernsehdokumentation, die auch in einer DVD-Version zu haben sein wird, eine Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, eine Website samt Internetforum, zwei mehrteilige Hörfunkfeatures sowie schließlich auch eine Hörbuch-Edition. Damals in der DDR hat nichts mit "Ostalgie" zu tun! Es geht den Autoren vielmehr sehr ernsthaft um die Frage, was die DDR wirklich war, wie man hier lebte und fühlte und wie man von hier aus die Welt wahrgenommen hat. Aus unterschiedlichen Perspektiven zeichnen die Autoren ein in der Summe sehr genaues Bild vom Leben im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Angefangen bei der Staatsgründung ("Das Zeitalter der großen Gesänge") über den Kalten Krieg, "die versäumte Revolte der DDR-Achtundsechziger", bis hin zum "Ende der Träume" führen uns Hertle und Wolle in ihrem Grundlagenwerk auf der Höhe der zeithistorischen Forschung kundig durch die Politik- und Gesellschaftsgeschichte des SED-Staates.-- Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Gute Übersicht über die DDR 4 von 5 Punkten "Der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat", so lautet der Aufhänger des Buches. Unterteilt in vier Kapitel erzählt es chronologisch die Geschichte der DDR, von der Gründung am 7.10.49 bis zu ihrem Untergang im Herbst 1989. Jedes Kapitel ist in mehrere weitere Themen gegliedert, in denen immer wieder Ex-DDR-Bürger aus verschiedensten Schichten zu Wort kommen. Die Autoren selbst lassen diese Kommentare unkommentiert, sondern konzentrieren sich auf die Abhandlung der politischen Geschichte. Gerade zu Beginn ist diese jedoch lückenhaft. So hätte ich mir doch mehr Informationen zum Aufbau des Regimes gewünscht. Zudem irritierte mich anfangs der phrasenhafte Schreibstil Stefan Wolles. Meiner Meinung nach hätte man in der gleichen Textlänge noch mehr Informationen unterbringen können. Jedoch entschädigt das Buch dafür mit Hintergründen aus den Machtzentralen des Ost-Blocks. Ab Kapitel drei (verfasst von Hans-Hermann Hertle) beginnt der für mich beste Teil des Buches, der die Epoche von der Machtübernahme 1971 bis zum Untergang erzählt. Das Hauptaugenmerk liegt in Kapitel drei auf der Wirtschaftspolitik sowie den Beziehungen zur BRD, in Kapitel vier auf dem langsamen Niedergang in den 80er Jahren und den Geschehnissen der letzten Monate (Montagsdemos in Leipzig o.ä.). Während die erste Hälfte des Buches mir noch leicht unstrukturiert und holprig erschien, ist die zweite Hälfte mit ihren vielen Hintergründen und interessanten Berichten der Bürger für mich sehr aufschlussreich. Angesichts des o.g. Aufhängers hatte ich eine Fokussierung auf das Alltagsleben der DDR-Bürger erwartet, sodass mich die umfangreiche Abhandlung der politischen Ereignisse etwas überraschte. Vielleicht hätte dem Buch noch eine Auffrischung mit mehr Bildern gut getan. Insgesamt enthält das Buch viele Informationen aus den meisten Bereichen des Lebens in der DDR, allerdings gibt es nur einen groben Überblick. Wer in die Tiefe gehen will, für den ist dieses Werk erst der Anfang.
Damals in der DDR 5 von 5 Punkten 15 Jahre Mauerfall. Nach dem Riesenerfolg von Good Bye, Lenin erreichte die jüngste Ostalgie ihren Höhepunkt. Neben dem gesteigerten Interesse für Spreewaldgurken und Rotkäppchensekt offenbarten sich aber auch eine große Neugierde und ein immenses Wissensdefizit. Wie lebte es sich in diesem Land, das es nicht mehr gibt? Hans-Hermann Hertle und Stefan Wolle haben unterschiedlichste Menschen befragt und erstaunliche Antworten und Eindrücke vom anderen Deutschland bekommen. Fünfzehn Jahre nach dem Mauerfall erzählen Rentner, Studenten, Funktionäre, Dissidenten, Sportler, Ex-Punks und viele andere ganz offen, wie sie lebten, arbeiteten, reisten, fühlten, hofften und verzweifelten. Im Mittelpunkt steht der ganz normale Alltag realsozialistischer Lebensweisen. Dabei bohren die Autoren an entscheidender Stelle nach. Wie konnte die Bevölkerung Jahr für Jahr am 1. Mai zu begeisterten Demonstrationen überredet werden? War die soziale Geborgenheit echt? Gab es tatsächlich keine Arbeitslosen? Wie war der Fall der Mauer? In der Vielschichtigkeit der Erinnerungen liegt ein Schlüssel zum Verständnis in der Gegenwart. Damals in der DDR veranschaulicht die Geschichte der DDR und zeigt, welche Lebens- und Alltagsgeschichten daraus erwachsen sind. |
Vita Karoli Magni / Das Leben Karls des Großen Einhard Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 69902
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Die Lebensgeschichte eines wahrhaft großen Mannes" 4 von 5 Punkten Die ‚Vita Karoli Magni’ ist das wichtigste Zeugnis über das Leben Karls des Großen und seines Hofstaates. Einhard, der Verfasser der Biographie, wurde um das Jahr 770 in eine edle ostfränkische Familie geboren. Er selbst bezeichnet sich als „homo barbarus“, der nicht so vermessen ist zu glauben „geschmackvoll und elegant auf lateinisch schreiben zu können“. Diese Bescheidenheit ehrt den Verfasser, der die Nachfolge des berühmten Alcuin als Leiter der Privatschule am Palast Karls des Großen antrat, nachdem dieser sich ins Kloster zurückzog. Mit Karl verband Einhard eine „lebenslange Freundschaft, die mich seit meiner Ankunft am Hof mit ihm und seinen Kindern verband.“Erstaunlicherweise steckt das Werk voller historischer Fehler. Doch sein an den Kaiserviten Suetons geschulter Blick offenbart Charakterzüge des Frankenkaisers, die ihn vor unseren Augen wieder lebendig werden lassen. Nach Einhards Worten war Karl von hoher Gestalt, kräftig und stark, seine ganze Körperhaltung männlich. Er besaß eine klare Stimme und schöne graue Haare. Schonungslos nennt Einhard auch die Schwächen: „Sein Nacken war zwar dick und kurz, und auch sein Bauch trat ein wenig hervor, doch fielen diese Fehler bei dem Ebenmaß seiner Glieder nicht sehr auf“. Karl war offenbar ein Anhänger der deftigen Küche: „Enthaltsamkeit im Essen fiel ihm dagegen schwer, und er beklagte sich oft, dass das Fasten seiner Gesundheit schade.“ Trunkenheit dagegen verabscheute er sehr. Zu seine Hobby zählten das Reiten und das Schwimmen: “Oft badeten mehr als hundert Leute mit ihm“. Felicita, patientia, constantia – (Kriegs)glück, Ausdauer und Standhaftigkeit waren nach Einhards Urteil ausschlaggebend für Karls Erfolg. In den 45 Jahren seiner Regentschaft vergrößerte er das Frankenreich „fast um das Doppelte“. Der mehr als 30 Jahre währende Krieg gegen das Volk der Sachsen wurde schließlich vom Erfolg gekrönt. Einhard notiert, dass die Sachsen „ihren religiösen Bräuchen und dem Götzendienst abschwören, die christliche Religion und die heiligen Sakramente annehmen“ mussten. Wild, feindlich, wankelmütig, treulos und wortbrüchig tituliert er die Sachsen, die es nicht als ehrlos empfanden, „alle göttlichen und menschlichen Gesetze zu verletzen“. Gleich mehrfach betont Einhard dagegen die Seelengröße und Freigiebigkeit, mit der Karl die christlichen Armen unterstützt. Große Teile seines Vermögens hinterließ er seinem Volk als Almosen. Einhard weiß auch von der Religiosität Karls zu berichten: „ Die christliche Religion, mit der er seit seiner Kindheit vertraut war, hielt er gewissenhaft und fromm in höchsten Ehren. ... Er besuchte die Kirche regelmäßig morgens und abends...“. Die Freundschaft war ihm heilig: „Karl war überhaupt besonders fähig zur Freundschaft, er schloss sie leicht und hielt unerschütterlich an ihr fest. Er hing mit großer Treue an allen, mit denen er eng verbunden war.“ Wenige Zeilen später lesen wir, dass er auch ein liebenswürdiger Familienvater war. Seine vier Ehefrauen und sechs Konkubinen schenkten ihm 16 Nachkommen. Die Söhne wurden in den Wissenschaften erzogen. Die Töchter lernten weben und spinnen. An ihnen hing sein Herz und „obwohl sie sehr schöne Mädchen waren und er sie über alles liebte, erlaubte er seltsamerweise keiner von ihnen zu heiraten“. Karl konnte zwar kaum schreiben, war aber sehr lernbegierig und wissensdurstig. Aus allen Teilen des Reiches und darüber hinaus versammelte er die Gelehrten an seinem Hofe. Die Wissenschaften erreichten eine bis dato nicht gekannte Blüte im Frankenlande. Auf seine Veranlassung hin, wurden die heidnischen Volkssagen niedergeschrieben. Leider fielen diese unwiederbringlichen Zeugnisse dem religiösen Wahn seines Sohnes zum Opfer. Die frühesten Aufzeichnungen althochdeutscher Sprache verdanken wir Einhards Aufzeichnungen. Karl gab den zwölf Monaten und den zwölf Winden volkstümliche Namen. Die vielen Kriege, die Karl führte, hinderten ihn nicht daran, mit ausländischen Herrschern Freundschaften zu pflegen und Bündnisse einzugehen. Der König von Persien und der oströmische Kaiser von Konstantinopel zählte er zu seinen Verbündeten. Nachdem er jedoch im Jahre 800 zum Kaiser des weströmischen Reiches gekrönt wurde, verfolgten Römer und Griechen den Herrscher mit Misstrauen. Einhard überliefert uns ein griechisches Sprichwort, das auch den Respekt vor dem Herrscher ausdrückt: „Der Franke soll dein Freund, nicht aber dein Nachbar sein“. Nach Karls Tod zog sich Einhard mit seiner Frau in das von ihm gestiftete Kloster Seligenstadt zurück. Er starb am 14. März 840.
Einfaches Quellenmaterial 4 von 5 Punkten Bei Einhard erfährt der Historiker vieles über Karl den Großen aus erster Hand. Mehr noch: Der Text ist sehr leicht verständlich. Wer Quellentexte noch aus Schulzeiten als dicke Brocken kennt und nur mit spitzen Fingern anfasst, wird hier eines angenehmen besseren belehrt. Dieses Büchlein ist ein gelehrsames Feierabendvergnügen. |
Für die RAF war er das System, für mich der Vater: Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus Anne Siemens Broschiert, September 2008 Verkaufsrang: 15106 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit Für die RAF war er das System, für mich der Vater beleuchtet Anne Siemens die, wie es im Untertitel heißt, "andere Geschichte des deutschen Terrorismus" -- die Geschichte des Leids nämlich, das die ihrem Selbstverständnis nach für eine gute Sache mordenden "Revolutionäre" der "Rote Armee Fraktion" über die Familien der Opfer gebracht haben. Auch wenn in den Medien selbst immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass die Opfer bei der Beschäftigung mit den Ursachen und Wirkungen des Links-Terrorismus der siebziger und achtziger Jahre bislang zu kurz gekommen seien, mangelt es bis heute immer noch an Büchern, die die Geschichte des "deutschen Herbsts" dezidiert aus deren Perspektive rekapitulieren. Siemens lässt die Opfer, zu denen eben auch die Hinterbliebenen zu zählen sind, in ihrem lesenswerten Buch ausführlich zu Wort kommen: Ehefrauen, Töchter und Söhne erinnern sich an ihre ermordeten Ehemänner und Väter, die als Repräsentanten des verhassten "Systems" gezielt "liquidiert" wurden. Auch mit Passagieren des entführten Lufthansa-Flugzeugs "Landshut" hat die Autorin gesprochen. Sie schildern die traumatisierenden Erlebnisse an Bord der gekaperten Maschine, die in einer spektakulären und für die Geiseln äußerst riskanten Aktion von einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes in Mogadischu befreit wurde. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt erläutert in dem den Band beschließenden Interview noch einmal die Beweggründe für die harte Haltung der Bundesregierung gegenüber zum Beispiel den Entführern von Hanns Martin Schleyer, denen man habe klar machen müssen, dass sich die Bundesregierung nicht mehr würde erpressen lassen. "Daß damit auch die Versehrtheit von unschuldigen Menschen in Kauf genommen wurde, war furchtbar, aber unausweichlich." Hätte man den Forderungen der Terroristen nachgegeben, und im Austausch gegen die Geisel inhaftierte RAF-Mitglieder freigelassen, "wäre man an anderer Stelle Verursacher des Todes von Menschen geworden" -- die Geiselnahme von Stockholm sei der Beweis dafür gewesen, "daß die Terroristen ihre mörderischen Aktivitäten zur Freipressung weiterer Inhaftierter fortsetzten -- und weiter fortsetzen würden". Für die RAF war er das System, für mich der Vater ist ein Buch von dem der Rezensent sich wünschen würde, dass sich dazu einmal einer der damaligen Täter öffentlich äußern würde. Vielleicht in einer Leserrezension auf dieser Seite. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Wichtiges Buch 5 von 5 Punkten Wir Deutschen waren nie besonders gut in der Aufarbeitung von Unrecht und Gewalt. So fokusiert sich auch die Aufarbeitung des Terrorismus auf die Täter und vieles wird relativiert, entschuldigt oder auch verdrängt. Bleibt der schale Beigeschmack, dass Opfer des Terrorismus fast so behandelt werden wie die des Faschismus: irgendwie haben sie es ja schon verdient. Das ist widerlich, besonders wenn man bedenkt, dass Jürgen Ponto sicherlich eine höhere historische Bedeutung hat als die RAF, da er im Nachkriegsdeutschland die Wirtschaft auf Werte und Kultur verpflichten wollte. Aber eine ernste Auseinandersetzung mit dem Leid und Elend der Opfer und deren Angehörigen fehlt vollkommen. Deshalb ist dieses Buch sehr wichtig, denn die RAF ist eben nicht nur ein historisches Phänomen und ein belächelter Irrweg der 68er, sondern reale politische Gewalt und Terror.
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Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.8, Das Deutsche Reich in der Defensive: Bd. 8 Karl-Heinz Frieser, Klaus Schmider, Klaus Schönherr Gebundene Ausgabe, 2007 Verkaufsrang: 38953 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Verbrannte Erde und der Zusammenbruch der Ostfront Was sich zwischen der Schlacht von Stalingrad und dem »Endkampf« 1945 an der Ostfront abgespielt hat, gehört zu den großen, bisher wenig beachteten, Dramen der Militärgeschichte. Lediglich die größte Landschlacht der Geschichte im Kursker Bogen fand breiteres Interesse. Die Rote Armee errang mühsam Pyrrhussiege, denn die Wehrmacht war immer noch in der Lage, dem Gegner enorme Verluste zuzufügen. Hitlers operative Interventionen waren noch dilettantischer und seine strategischen Visionen noch abenteuerlicher, als bislang angenommen. Da auch sein Gegenspieler Stalin trotz des nahen Sieges rücksichtslos seine Soldaten opferte, entwickelte sich der deutsch-sowjetische Krieg zum blutigsten der Geschichte. · Das große Standardwerk über den Zweiten Weltkrieg · Der Rückzug von Stalingrad bis an die Grenzen des Deutschen Reichs
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Der vergessene Krieg 5 von 5 Punkten Im deutschen Bewusstsein reduziert sich das Geschehen an der Ostfront heute weitgehend auf die Schlachten bei Moskau und Stalingrad, während die für die Wehrmacht weit schwereren Kämpfe der Jahre 43 und 44 so gut wie vergessen sind.
Dabei war der Blitzkrieg gegen die Sowjetunion nicht erst vor Moskau, sondern schon im August 41 gescheitert, als sich herausstellte, dass der kommunistische Koloss nicht beim ersten Stoß kartenhausähnlich zusammenbrach. Damit musste sich das Duell der beiden Diktatoren zwangsläufig in einen Abnutzungskrieg verwandeln, dessen Verlauf auch durch die Eroberung der sowjetischen Hauptstadt oder einen deutschen Sieg bei Stalingrad nicht verändert worden wäre.
Wenn aber beide Schlachten nicht als Wendepunkte angesehen werden können, wie vollzog sich dann die deutsche Niederlage im Osten? Die Antwort darauf gibt nun der achte Band der vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt herausgegebenen Geschichte des Zweiten Weltkrieges.
Auf 1300 Seiten werden darin die Ereignisse der Jahre 43 und 44 an der Ostfront in einer Breite und mit einer Gründlichkeit abgehandelt, die im deutschen Schrifttum bislang einmalig sind. Die Aufmerksamkeit gilt allerdings fast ausschließlich den Kampfhandlungen. Andere Aspekte des Krieges, wie die deutsche Besatzungspolitik oder die Verbrechen an der Zivilbevölkerung werden nur gestreift.
Dieses Versäumnis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass besonders die Beiträge Karl-Heinz Friesers, der die Hauptkämpfe dieser Jahre behandelt, Glanzstücke der Militärgeschichtsschreibung sind, mustergültig schon im Aufbau. Sie beginnen stets mit einer klaren Darstellung des Kräfteverhältnisses und der Pläne beider Seiten, gehen dann zur Operationsgeschichte über und enden mit überzeugenden strategischen Würdigungen, die gelegentlich auch interessante Alternativen zum Vorgehen der Beteiligten erörtern.
Wie Frieser deutlich macht, war das Grundproblem der deutschen Führung die sich ständig zugunsten der Roten Armee verschiebende Kräfterelation. Standen im Juni 41 den 3,3 Millionen deutschen Soldaten etwa gleich viele sowjetische gegenüber, so konnte die Wehrmacht Anfang 43 gerade noch 2,5 Millionen Mann gegen 6,4 Millionen Rotarmisten aufbieten. Während die Wehrmacht im Verlauf des Krieges immer schwächer wurde, gelang es der Roten Armee nicht nur ihre (viel höheren) Verluste auszugleichen, sondern auch unablässig neue Einheiten aufzustellen.
Dass die deutschen Truppen von dieser Überzahl nicht innerhalb weniger Monate erdrückt wurden, lässt sich nur mit ihrer überlegenen Kampfkraft erklären, die Frieser zufolge vor allem organisatorische Gründe hatte. In keiner anderen Armee der Welt hätten die Offiziere eine solche Handlungsfreiheit besessen und nirgendwo sei soviel Wert darauf gelegt worden, die Soldaten zu einer festen Gemeinschaft zusammenwachsen zu lassen, bevor man sie an die Front schickte. Obwohl die Rote Armee aus ihren Fehlern lernte und im Sommer 1944 einen qualitativen "Quantensprung" machte, habe sie bis zum Schluss nicht die militärische Effizienz ihres Gegners erreicht.
Infolgedessen erlitt sie auch bei ihren Siegen noch Verluste, die das Fünf- bis Zehnfache der deutschen betrugen. Aufgrund jüngerer russischer Studien kann Frieser belegen, dass die Zahlenangaben der offiziellen sowjetischen Geschichtsschreibung deutlich korrigiert und die Einschätzung vieler Schlachten revidiert werden muss.
Selbst westlichen Historikern galt die Schlacht bei Kursk im Juli 1943 bisher als entscheidender sowjetischer Sieg, bei dem die Rote Armee der Wehrmacht das "Herz herausgerissen" (R. Overy) und die deutsche Panzerwaffe "zu Schlacke verbrannt" habe. Frieser zufolge sah die Realität ganz anders aus. In dem von sowjetischer Seite zum Höhepunkt der Schlacht stilisierten Gefecht bei Prochorovka wurden nicht 400 deutsche Panzer ausgeschaltet, sondern nur 3, während die Russen 235 verloren. Insgesamt büßte die Wehrmacht bei Kursk 252 Panzer ein (statt angeblich 3572), die Rote Armee hingegen 1956, was sie so sehr schwächte, dass ihre anschließende Sommeroffensive das Ziel, die Deutschen noch in diesem Jahr auf die Reichsgrenze zurückzudrängen, nicht erreichen konnte.
Der katastrophale Rückschlag, den die Wehrmacht im Sommer 1944 in Weißrussland erlitt - die größte Niederlage der deutschen Militärgeschichte - beruhte nach Frieser auf dem sich zu diesem Zeitpunkt voll auswirkenden Zweifrontenkrieg. Mit der Verlegung fast der Hälfte des deutschen Heeres in den Westen sei die Ostfront von allen Reserven entblößt worden, so dass ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht entstand, das durch die qualitative Überlegenheit der Wehrmacht nicht mehr kompensiert werden konnte. Den 2.500.000 Rotarmisten und 6000 Panzern, die am 22. Juni in Weißrussland angriffen, standen auf deutscher Seite 486.000 Mann mit 118 Panzern gegenüber.
In dieser Situation habe die Rote Armee sogar die Möglichkeit zum Entscheidungsschlag besessen. Ein konzentrierter sowjetischer Vorstoß bei Kovel hätte die Ostsee erreichen und die Heeresgruppen Mitte und Nord in einem gigantischen Kessel einschliessen können. Dieses deutsche Dünkirchen hätte zum Zusammenbruch der gesamten Ostfront geführt. Der Zweite Weltkrieg wäre dann schon im Sommer 1944 zu Ende gewesen.
Sehr anregend ist Friesers Erklärung für die scheinbar sinnlosen Haltebefehle Hitlers. Wenn der Diktator den Kuban-Brückenkopf im Kaukasus bis zum Sommer 1943 halten ließ, die rechtzeitige Räumung der Krim untersagte, ganzen Divisionen befahl, sich in "festen Plätzen" einschließen zu lassen und der Heeresgruppe Nord mit ihren 500.000 erfahrenen Soldaten den Rückzug aus Kurland verbot, verband er damit die Hoffnung, von diesen Positionen aus bald wieder angreifen zu können. Selbst in der Endphase des Krieges sah Hitler in seinen Niederlagen nur zeitweilige Rückschläge und richtete alle Planungen auf einen offensiv zu erringenden Endsieg aus.
Allerdings ist nicht zu erkennen, wie diese Einschätzung mit der von Bernd Wegner, einem der anderen Autoren des Bandes, vertretenen These zusammenpasst, Hitler habe seit September 1942 nicht mehr an den Sieg geglaubt und den Krieg lediglich fortgesetzt, um für sich und das Reich einen heldenhaften Untergang zu inszenieren.
Ebensowenig sind die Urteile beider Historiker über die militärische Kompetenz des Diktators in Einklang zu bringen. Während Frieser Hitlers Entscheidungen für noch dilettantischer hält, als bislang vermutet wurde (S. 1217), bescheinigt ihm Wegner, dass er über ein viel moderneres und komplexeres Kriegsbild verfügte als die meisten seiner Generale und ihnen strategisch überlegen war (S. 1193).
Äußerst fragwürdig erscheint Friesers Ansicht, Stalin sei lernfähiger gewesen als Hitler. Bedenkt man, dass der rote Zar den Ratschlägen seiner Generale erst folgte, als die militärische Lage sich für ihn besserte, wird deutlich, wie ähnlich er seinem deutschen Gegenspieler war. BEIDE Diktatoren neigten dazu, auf Misserfolge mit Starrsinn zu zu reagieren. Stalin hatte in den späten Kriegsjahren nur weniger Gelegenheit, diese Eigenschaft unter Beweis zu stellen.
Trotz einiger Schwächen kann kein Zweifel daran bestehen, dass jede künftige Arbeit zum Zweiten Weltkrieg an dem Niveau, das die Autoren dieses Bandes vorgegeben haben, zu messen sein wird. |
Die Deutsche Revolution 1918/1919 Sebastian Haffner Taschenbuch, März 2004 Verkaufsrang: 65549 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Nüchtern und doch mitreißend setzt Sebastian Haffner sich mit markanten Personen und Ereignissen aus Geschichte und Zeitgeschichte auseinander, greift politische Probleme, Phänomene und Theorien auf. Seine Ausführungen, die teils Zustimmung, teils Widerspruch provozieren, geraten dank seines Formulierungsvermögens zu Literatur.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Vollblütig blutvolle Geschichte. 5 von 5 Punkten Sebastian Haffner weiß im Gegensatz zu der geschichtswissenschaftlichen und unterrichtlichen Vernachlässigung der Thematik um die immense Wichtigkeit der historischen Zäsur 1918/19! Er schreibt in Abgrenzung von Pauschalitäten wie stets einen engagierten und genau positionierten geschichtlichen Essay, der eine mit Kompetenz und kritischer Zeitzeugenschaft erworbene politische Haltung argumentativ bestechend vertritt. Gegenüber faden akademischen Lotungen hat diese Art der Darstellung den Vorteil, authentisch in der Wahrnehmung und blutvoll in der Aussage zu sein, ganz abgesehen davon, dass sich Haffner als profunder Kenner der Details des geschichtlichen Hergangs erweist.
Das Zentrum bildet die Tragödie der SPD, die aus Haffners Sicht von einer Partei revolutionärer Ansprüche spätestens seit dem Erfurter Parteitag zu einem Verein von Opportunisten verkam, deren Biederkeit sie nicht nur ihren Frieden mit dem Kaiserreich finden, sondern sie politisch und menschlich schuldig werden ließ. Nicht genug damit, dass sich Ebert und seine Korona schon von einer parlamentarischen Monarchie beschenkt fühlten, wie sie durch das Ludendorffsche Krisenmanagement im Herbst 1918 ermöglicht war, nein, die Stehkragenproletarier wurden im Verlaufe der Ereignisse zu Verrätern an ihrer eigenen Klientel und konnten sich lt. Haffner davon auch nicht in den späteren Jahren ihrer Parteiengeschichte rehabilitieren. Bei allem, was kausalen Zwangsläufigkeiten, realpolitischen Zwängen oder sogar bestem Wollen geschuldet war, charakterisiert Haffner die führenden Sozialdemokraten Ebert, Scheidemann, Noske als Männer ohne Größe und ohne echtes Profil, die weder Mut zum Neuaufbruch noch zum tragischen Untergang aufbrachten. Die Radikalen der Rechten und der Linken mögen politisch bedenklichen, ja gefährlichen Intentionen gefolgt sein, blieben aber im Gegensatz zu den führenden Sozialdemokraten ihrem Selbstverständnis treu und verfügten über das, was der Verrat, egal aus welchen "realpolitischen" Motiven begangen, eben nicht kennt, nämlich menschliche Größe oder einfach nur klare Haltung, die zu den Konsequenzen eigenen Denkens und Handelns steht. Indem sich die SPD-Führer der Schlagkraft der Rechten bedienten, von denen sie selbst zunächst verachtet und wenig später offensiv bekämpft wurden, mögen sie die entstehende Republik gesichert haben, aber sie verstanden dies nur mit Lüge, Verrat und rücksichtsloser Brutalität. Ein solcher Auftakt sicherte keine Demokratie im Diskurs, sondern belastete die Konstruktion von Weimar mit einer nicht zu überbrückenden Feindschaft. Von dieser Hypothek konnten sich die Sozialdemokraten nie mehr befreien. Haffner: "Der Geist der späteren Konzentrationslager und Ausrottungskommandos beherrschte, noch unartikuliert, schon 1919 die Truppen der von Ebert herbeigerufenen, von Noske kommandierten Gegenrevolution."
Ja, manches Haffnersche Urteil mag überspitzt und allzu provokativ anmuten, es mag trotz sicherer Chronologie und ausdifferenzierter Darstellung historisch nicht stichhaltig sein, aber es ist eben genau auf diese Weise markant, emotional und insofern echt geschichtlich, weil es das Empfinden der Zeitgenossen schlüssig rekonstruiert. Der Leser steht mitten in den Ereignissen und muss sich selbst Jahrzehnte danach positionieren. Ein Gewinn für jeden politisch denkenden und empfindenden Menschen.
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Hindenburg: Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler Wolfram Pyta Gebundene Ausgabe, 17. September 2007 Verkaufsrang: 65812 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dass sich in deutschen Städten immer noch zahlreiche Plätze und Straßen finden, die zur Ehre des Paul von Hindenburg seinen Namen tragen, hätte den ebenso selbstgerechten wie eitlen, seine politische Weitsicht maßlos überschätzenden Weimarer Reichspräsidenten sicherlich gefreut. Für die betroffenen Gemeinden aber ist es eine Schande, wenn sie den darin dokumentierten fatalen Irrtum offenbar noch immer nicht für korrekturbedürftig halten: dass das politische Streben Hindenburgs ohne Tadel gewesen sei -- auch wenn er sich am Ende, wie man einschränkend bestenfalls einräumt, geschwächt von seinem Alter von Hitler habe instrumentalisieren lassen. Eigentlich auch eine Schande -- für die Zunft der Historiker in Deutschland -- ist es, dass es bis ins Jahr 2007 gedauert hat, bis sich mit Wolfram Pyta jemand gefunden hat, der diesem Hindenburg endlich eine seiner historischen Bedeutung angemessene, große und von den sich um ihn wie Lorbeer und Eichenlaub rankenden Mythen gereinigte Biografie gewidmet hat. Mindestens zweimal war Paul von Hindenburg entscheidend an unheilvollen historischen Weichenstellungen beteiligt: Als Chef der 3. Obersten Heeresleitung, zu dem er 1916 berufen wurde, war er 1918 unmittelbar am Sturz Wilhelm II. beteiligt. Als 1925 in freier Volkswahl gekürter und 1932 wiedergewählter Staatspräsident der Weimarer Republik ernannte er Adolf Hitler am 30.Januar 1933 zum Reichskanzler. Dies tat er, nach anfänglichem Zögern, in freier Entscheidung und bei vollem Verstand -- ebenso, wie er seine Unterschrift unter die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 und unter das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 setzte, das endgültig den Weg zur Errichtung der NS-Diktatur freimachte. Und als Hitler noch an Hindenburgs Todestag per Gesetz die Amtsfunktionen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten auf sich vereinte, konnte er sich dabei auf das politische Testament Hindenburgs berufen, der in Hitler den Vollender seiner eigenen politischen Vision einer nicht nur äußerlich geeinten deutschen Nation sah. Und dies, wie die detailreiche und für die Zukunft maßgebliche Hindenburg-Studie Pytas eindrucksvoll belegt, sehr wohl im vollen Wissen, wes wahnhaften Geistes Kind der Nationalsozialismus tatsächlich war. Am Ende steht der Sieger von Tannenberg (der er in Wahrheit auch nicht gewesen ist) vor uns als das, was er tatsächlich war: kein ehrenvoller preußisch-deutscher Patriot, sondern einer der großen Unglücksfälle der deutschen Geschichte. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
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Familie Habsburg: 1273 bis 1918. Glanz und Elend des Herrscherhauses Dorothy Gies McGuigan Taschenbuch, 1994 Verkaufsrang: 22561 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Familienchronik handelt von Kaisern, Königen und Erzherzögen, ihren Liebes- und Ehegeschichten sowie mancherlei Geschäften, politischen Entscheidungen und Affären in Kriegs- und in Friedenszeiten. Der Reigen der liebenden und oftmals leidenden Habsburgerfrauen, von Johanna der Wahnsinnigen bis zu Kaiserin Elisabeth (Sissi) und Mary Vetsera ist ebenso stattlich und kontrastreich wie der der männlichen Habsburger mit ihren Heldentaten, Schwächen, Hobbys und allerlei Klatsch aus der intimsphäre.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Rasanter Ritt durch die Geschichte der Habsburger 5 von 5 Punkten ... Als er [König Rudolf - d. Verf.] einmal eine schmale Bergstraße entlangritt, begegnete er einem mürrischen Reiter, der keinen Fußbreit ausweichen wollte. Rudolf unverschämt anstarrend, fragte er herausfordernd: »Also, wohin soll ich denn, um dieser gewaltigen Riesennase Platz zu machen?« Rudolf lächelte freundlich, drückte seine Nase mit einem Finger seitwärts und sagte: »Nicht wahr, nun geht's?« ... Staubtrocken ist eine Spezifikation, die man oft mit dem Fach Geschichte in Verbindung bringt. Doch sollte man erwähnen, dass gerade dieses Fach ist, welches reich an Geschichten und Anekdoten ist. Wie belebt, vergnüglich und interessant Geschichte sein kann, davon sollte man sich mit diesem Buch überzeugen. Kein anderes Herrschergeschlecht wie das der Habsburger hat Europa und auch die Welt über ein so langen Zeitraum geprägt. Langatmig könnte also dieser Rückblick sein. Doch die Amerikanerin Dorothy Gies McGuigan verstand es eine „Chronik" zu schreiben, die man zu lesen anfängt und dann nicht mehr aufhören kann. Auf knapp 600 Seiten schafft sie einen Ritt durch die Geschichte, den man sich nicht amüsanter vorstellen kann. Immer wieder werden Familieninterna eingestreut, die man bei jeder nüchternen Betrachtung vergeblich suchen würde. Auch wenn die politischen Geschehen oft hinter den familiären Aspekten zurückstehen, ist ihr einfach ein lebendiges Portrait dieses Herrschergeschlechts gelungen, welches auch beim zweiten Mal lesen immer noch Spaß macht. Sehr lobenswert ist das Personenregister und die sehr ausführlichen Anmerkungen. Kritisch angemerkt werden muss aber die Sparsamkeit bei Bildern und Abbildungen, doch musste hier wohl wegen der Wirtschaftlichkeit bis auf ein Dutzend darauf verzichtet werden. Alles in allem sehr empfehlenswert.
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Die Jagd auf U-505 und der U-Boot-Krieg im Atlantik
Broschiert, Februar 2008 Verkaufsrang: 84689 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als nach einer gnadenlosen Jagd am 4. Juni 1944 U-505 bei seinem zwölften Einsatz schwer beschädigt in amerikanische Hände fiel, ohne sich vorher selbst versenkt zu haben, unterlag dieser Fang höchster militärischer Geheimhaltung. Denn durch das deutsche U-Boot vom Typ IX, konstruiert als »Einzelkämpfer« mit enormer Reichweite, erhielten die Alliierten mit einem Schlag Kenntnis vom modernsten Stand der U-Boot-Technik ihres Gegners. Der vorliegende Band rekapituliert erstmals die gesamte dramatische Geschichte der Einsätze von U-505 und seiner Besatzungen.
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Stumme Gewalt: Nachdenken über die RAF Carolin Emcke Gebundene Ausgabe, Mai 2008 Verkaufsrang: 16614 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Am 30. November 1989 wurde der Vorstandssprecher der Deutschen Bank Alfred Herrhausen in Bad Homburg mit einer Sprengladung getötet einer der letzten Morde der Rote Armee Fraktion. Achtzehn Jahre lang hat die Journalistin und Autorin Carolin Emcke geschwiegen zu dem Terror der RAF und damit auch über das Attentat an ihrem Patenonkel Alfred Herrhausen. In diesem berührenden, so persönlichen wie politischen Text plädiert die Autorin dafür, endlich das eisige Schweigen zwischen Tätern und Opfern des RAF-Terrors zu brechen. Sie plädiert jenseits von juristischer Sühne (oder Gnade) für einen gesellschaftlichen Dialog, für eine Aufklärung im emphatischen Sinne. Freiheit gegen Aufklärung nur das könnte, Carolin Emcke zufolge, dabei helfen, die Epoche des deutschen Terrors wirklich zu begreifen. Der Text ist ein moralisches Plädoyer gegen Gewalt, aber auch gegen Rache und Verachtung als gesellschaftliche Antworten darauf.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wichtiges Signal hin zu mehr Frieden 5 von 5 Punkten Die Wogen über den Artikel "Stumme Gewalt" von Carolon Emcke waren hoch, denn es geht Frau Emcke ja um eine Amnestie für die RAF-Mördern
Was ist das Ziel dieses Gnadenaktes?
Es soll endlich ein Gespräch möglich werden zwischen den Tätern, den ins Elend, in die Trauer und Unsicherheit geworfenen Menschen, weil sie einen wichtigen Lebensgefährten verloren haben, und den von dem Attentat mittelbar betroffenen Menschen, d.h. u.a. Kriminalbeamte.
Dahinter steht die fest Hoffnung, das Reden über schwere Verletzungen Linderung bringt und weiterhilft. Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen. Und solche Gespräche wohnt ein Moment der Verfriedlichung und Zivilisierung inne.
Das kann auch in anderen Bereichen gültig gewinnen und zeitigt sie auch schon.
Dieses Wort ist absolut empfehlenswert. Es gibt nichts schlimmeres, als nicht darüber zu reden. Unter dieser "stumme Gewalt" haben die Betroffenen zu leiden. Diese Stummheit muß durchbrochen werden!
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Meine Kommandounternehmen: Krieg ohne Fronten Otto Skorzeny Gebundene Ausgabe, April 2007 Verkaufsrang: 23559 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Otto Skorzeny war Handelnder und Augenzeuge seiner Zeit. Um seine Taten und Haltung spannen Freund und Feind Legenden. Hier spricht er selbst. So erhebt dieses Buch keinen Anspruch auf Objetivität, sondern ist Zeugnis eines Engagierten, der zu seiner Überzeugung stand, auch nachdem das Urteil der Geschichte bereits gesprochen war. So ist dieses Buch ein Dokument zur Zeit des Dritten Reiches und seines Unterganges.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Ein spannendes Buch für den Geschichtsunterricht 5 von 5 Punkten Das Buch von Otto Skorzeny ist ein sehr spannend geschriebenes und sehr interressantes Buch über den zweiten Weltkrieg.Der Leser erfährt hier vieles,was in den langweiligen,offiziellen sogenannten politisch korrekten Lehrbüchern nicht mal im Ansatz erwähnt wird.Das Buch ist so ausgezeichneten Geschichtsbüchern wie zum Beispiel die von Paul Carell ebenbürtig.Mein Urteil:sehr empfehlenswert,für den Geschichtsunterricht geeignet.
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Die nervöse Großmacht: Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871-1918 Volker Ullrich Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 42360 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Blick auf das deutsche Kaiserreich von 1871 hat sich in den letzten Jahren verändert. Wurden früher die rückständigen, anachronistischen Elemente betont, so entdeckt man neuerdings die dynamischen , entwicklungsfähigen Züge. Beides aber gehört untrennbar zusammen. Volker Ullrich macht in seinem Buch das eigentümliche Zwitterwesen der Bismarck-Schöpfung sichtbar. Indem er Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte zusammenführt, gelingt es ihm, die widerspruchsvolle Verbindung von Immobilität und Modernität auf den verschiedenen Ebenen zu thematisieren. Aus dieser brisanten Gemengelage vermag er auchdie nervöse Reizbarkeit zu erklären, die zu einem spezifischen Merkmal wilhelminischer Politik und Mentalität wurde - und die die konservativen Führungsschichten schließlich im Juli 1914 zur "Flucht nach vorn" in den Weltkrieg getrieben hat. Das Buch besteht aus vier großen Teilen: "Das Deutsche Reich im Zeitalter Bismarks"; "Das Wilhelminische Deutschland"; "Die Gesellschaft des Kaiserreichs" und "Der Erste Weltkrieg". Die Darstellung wendet sich nicht nur an Fachhistoriker, sondern an ein breites historisch interessiertes Publikum. Nicht zuletzt wird hier die vieldiskutierte Frage nach den Kontinuitäten zwischen Kaiserreich und "Drittem Reich" mit neuer Schärfe aufgeworfen. Vieles, was im Nationalsozialismus schreckliche Wirklichkeit werden sollte, war - so zeigt sich - bereits in der wilhelminischen Ära angelegt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Eine geglückte Quadratur des Kreises 5 von 5 Punkten Volker Ullrich bietet einen kompletten Überblick über die Geschichte des Kaiserreiches. Er unterteil das Buch in vier Abschnitte. Davon behandeln die ersten beiden vorrangig die politische Geschichte (Bismarckzeit/Wilhelminismus). Danach wendet sich Ulrich der Gesellschaft des Kaiserreichs zu, um dann abschließen den ersten Weltkrieg (hier wieder unterteilt in politische und geselllschaftliche Darstellung)zu behandeln. Diese Form der Gliederung, kombiniert mit einem zu jeder Zeit flüssig und interessant gehaltenen Stil machen das Buch zu einem muss, für jeden der sich mit dem Kaiserreich beschäftigen will. Man erhält vom Ablauf der Kaiserproklamation, über die Frauen- und Arbeiterbwegung, bis zur Entstehung der Julikrise einen umfassenden Einblick in die neuesten Forschungsergebnisse. Ullrich erläutert sie einleuchtend und wägt auch sich widersprechende Meinungen gegeneinander ab. So gelingt es ihm wirklich alles zu erfassen ohne zu langweilen. Eine Seltenheit unter den deutschen, historischen Darstellungen. Kurz: das Buch ist eine rundum gelungene Sache!
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