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| Deutsche Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg Ralph Giordano Taschenbuch, August 2000 Verkaufsrang: 116922 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Plan von der deutschen Weltherrschaft "Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen, und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen Rasse über die ganze Welt ausübt." Dieser Satz Hitlers aus dem Jahre 1930 zeugt nicht nur von Größenwahn und Fantasterei. Er war Programm. Und auch das nicht nur. Denn in den Parteiämtern und Behörden des "Dritten Reichs" arbeiteten wenig später intelligente und willfährige Köpfe an der Ausfüllung dieses Programms, an detaillierten Plänen für die Zeit nach dem Endsieg. Wie Deutschland, wie Westeuropa, wie die Welt nach dem gewonnenen Krieg aussehen würde, das war beschrieben in zahlreichen Denkschriften, Direktiven, Verordnungen, die nur darauf warteten, aus der Schublade gezogen zu werden... Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren und arbeitet als Journalist, Fernsehdokumentarist und Schriftsteller. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Israel, um Himmels willen, Israel" (1991), "Wird Deutschland wieder gefährlich?" (1993), "Ostpreußen ade" (1994) und "Mein irisches Tagebuch" (1996). Für seine publizistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Entlarvung von Hitlers Größenwahn 5 von 5 Punkten Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so schlechte Kritiken bekommen hat. Ich kenne keines, das besser den Größenwahn Hitlers und seiner Gefolgsleute in seinen Weltherrschaftsplänen und Architektur-Vorhaben sichtbar macht - und wie weit er auf dem Weg zu deren Verwirklichung schon war. Außerdem arbeitet Giordano sehr gut heraus, daß und warum so viele Deutsche sich mit diesen grandiosen Visionen von deutscher Weltbeherrschung identifizieren konnten - obwohl das alles ja nicht einmal im Ansatz zu finanzieren gewesen wäre - nicht einmal durch Einsatz von Zwangsarbeitern (der ja in genügenden Ausmaß bereits erfolgte). Ich kann jedem, der sich ein Bild von der Realität des Dritten Reichs ein klares Bild machen möchte und vor den durch das Ende der Nazi-Herrschaft gestoppten Nachkriegs-Plänen Hitlers dieses Buch nur dringend empfehlen. (In romanhafter Form hat Robert Harris in "Vaterland" durchgespielt, was Hitlers "Erfolg" bedeutet hätte!)
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Die Russische Revolution 1917 (Uni-Taschenbücher S)
Broschiert, September 2007 Verkaufsrang: 127847 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Revolution, die die Landschaft Europas und der Welt verändert hat wie keine andere, und ein Buch, das ihr auf weniger als 200 Seiten gerecht wird! Studierende wie historisch Interessierte dürfte von der kompakten Einführung gleichermaßen fasziniert sein. Tagebuchauszüge, Fotografien und zahlreiche Zitate zeugen vom dem Anspruch der Autoren und Autorinnen, die Revolution aus dem Blickwinkel der Menschen zu erzählen und die nüchterne Vogelperspektive des Wissenschaftlers zumindest ein wenig mit der des historischen "Reporters" zu tauschen. "Lebenswelten im Zarenreich", "Das Exil als Lebenswelt: Prägungen einer Generation von Revolutionären" - die Kapitelüberschriften deuten an, was die Texte später einlösen, nämlich welche Vielzahl von individuellen Sichtweisen möglich ist, die sich aus den zahlreichen, ineinander verwobenen Biografien, Anschauungen und Strukturen ergibt. Die Autoren haben auf diese Weise einen eleganten Weg gefunden, Komplexität zugänglich zu machen und dennoch einfache Urteile zu umgehen. Ihnen gelingt es, das reiche Material für sich sprechen zu lassen, und sie trauen ihren Lesern ein eigenes Urteil zu, verzichten also auf ideologische Hinweise oder Wertungen. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass der Kalte Krieg vorbei ist und die Deutungsmacht von Ideologien rapide abgenommen hat. Ganz sicher ist diese Herangehensweise aber auch Kennzeichen einer Geschichtsschreibung, die ihren Namen verdient. "Vom Kleinen zum Großen" könnte daher das Motto des feinen Taschenbuchs lauten, das mit einem kurzen Glossar - von "Agrarier" über "Leibeigenschaft" bis "Zentralkomitee" - das Vokabular des Kommunismus und damit seine Geschichte am Schluss noch einmal gekonnt zusammen fasst. -Dr. Stefan Rusche
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Leben in der DDR: Bilder und Geschichten Franziska Kleiner Gebundene Ausgabe, 20. Oktober 2009 Verkaufsrang: 86797 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was haben Pioniere eigentlich gemacht und wie haben die Kinder das selbst erlebt; was hieß es, Brigade der sozialistischen Arbeit zu sein; was kam bei den Kleingartensparten-Festen auf den Grill, wie war es, als man "seinen" Bands zu den Konzerten in die Dorfgasthäuser hinterhertrampte, wenn man seine erste Neubauwohnung bezog oder seinen Ehekredit beantragte …
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Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz Eric Friedler, Andreas Kilian, Barbara Siebert Taschenbuch, 1. Januar 2005 Verkaufsrang: 24255 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die erste, aus erschütternden Zeugenberichten erstellte, detaillierte Rekonstruktion des Massenmordes in Auschwitz. Hunderttausende wurden in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. In Gang halten mussten diese Todesfabrik hilflose Arbeitssklaven - die jüdischen Häftlinge des Sonderkommandos. Die SS zwang sie, die Opfer in den Auskleideräumen zu erwarten, ihnen zu helfen, damit es schnell ging. Sie mussten nach der Vergasung die Leichen verbrennen, ihnen zuvor die Haare abschneiden und die Goldplomben ausbrechen. Nur sehr wenige dieser Augenzeugen überlebten; manche konnten in die "Normalität" zurückfinden, viele leiden bis heute unter diesem schweren Trauma. Den Autoren ist es gelungen, einige von ihnen zu bewegen, über ihre grauenvollen Erlebnisse zu sprechen. Diese Interviews sind Grundlage des Buches, das zudem viele weitere Zeugnisse und die neuesten Forschungsergebnisse einbezieht und so erstmals die Abwicklung des Massenmords genau darstellt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Aufrüttelnd - Bedrückend - Meisterlich 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist schlicht ein Meisterwek der Aufarbeitung eines der schlimmsten kapitels der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, ich habe beim Lesen stets die frage vor Augen gehabt: wie ist es möglich, als Opfer dieser Arbeit bei den Gaskammern und Verbrennungsöfen überlebt zu haben und Mensch geblieben zu sein? Es ist schlicht unvorstellbar und nicht möglich, sich in diese Situation zu versetzen. Aber auch: wie ist es möglich, als Mensch, denn die Täter waren Menschen, diese unbegreiflichen, grauenvollen Taten begangen zu haben? Fragen, die unzählige Male gestellt wurden, aber diese ruft das Lesen dieses unbedingt lesenswerten Buches hervor. Es ist keine einfache Lektüre, denn es drückt schlicht die Luft weg, aber es ist nur empfehlenswert!
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Görings Revier: Jagd und Politik in der Rominter Heide Uwe Neumärker, Volker Knopf Gebundene Ausgabe, 19. September 2007 Verkaufsrang: 36663 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Uwe Neumärker und Volker Knopf haben die Geschichte der Rominter Heide zwischen Freizeitvergnügen und Schauplatz historischer Entscheidungen recherchiert und in einem üppig bebilderten Band zusammengefasst. Damit entreißen sie ein weiteres Objekt der NS-Selbstrepräsentation nüchtern und sachlich dem Nebel der Geschichte und damit der Mythologisierung. (Die Welt)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden 5 von 5 Punkten Jagd ist die Kunst, Wild zu hegen, bis es alt genug ist, damit es unter hohen Strapazen, hohen Kosten und viel Zeitaufwand wieder aufgespürt und erlegt werden kann, spottete der Schriftsteller Alfred Stampfel. Reichsjägermeister Hermann Göring scheute weder Kosten noch Mühen, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Dafür ließ er sich 1936 extra ein eigenes Anwesen in den Rominten, dem ostpreußischen Jagdparadies, erbauen. Schon lange galt das riesige Wald- und Seengebiet als bevorzugtes Rotwildrevier der Hohenzollern. Kaiser Wilhelm II. kaufte Ende des 19. Jahrhunderts sämtliche Ländereien auf und errichtete am Ufer der Rominte ein Jagdhaus im skandivanischen Blockhausstil. Als die Nazis unter Göring das Areal in Beschlag nahmen, weigerte sich der Kaiser partout, dem Reichsmarschall das Jagdschloss zu überlassen. So entstand sechs Kilometer nördlich davon auf einem 15 Meter hohen Steilhang der Reichsjägerhof, dessen Geschichte sich Göring-Experte Volker Knopf und der Geschäftsführer des Berliner Holocaust-Denkmals Uwe Neumärker in ihrem Buch Görings Revier: Jagd und Politik in der Rominter Heide widmen. Architekt des nicht ganz so mächtigen Gebäudekomplexes wie Carinhall in der Schorfheide war der Regierungsbaurat Friedrich Hetzelt. Während der folgenden Jahre gaben sich hier im gediegenen Ambiente mit Eisenleuchtern, Geweihen und Hirschgemälden Staatsgäste und Spitzen aus Politik, Wehrmacht, Luftwaffe und Industrie die Klinke in die Hand. Göring verband das Nützliche mit dem Angenehmen und verlegte diplomatische Gespräche und Sondierungen in die ungezwungene Atmosphäre während der Pirsch. Er selbst erlegte in der Rominter Heide viele kapitale Hirsche, etwa den Raufbold. Von diesem wurde 1937 eine überlebensgroße Plastik vor dem Haupteingang zur Internationalen Jagdausstellung in den Berliner Messehallen aufgestellt, die seit 1970 an der Freilichtbühne des Berliner Tierparks steht. Im Jahr 1942 schoss Göring sogar den seinerzeit weltstärksten Hirsch, den Matador. Über das Jagdglück seiner hochrangigen Besucher freute sich der Reichsmarschall allerdings weniger. Als Generalfeldmaschall Walther von Brauchitsch im Herbst 1941 den Eggenhirsch zur Strecke brachte, ordnete Göring an, dass solche kapitalen Hirsche zukünftig nur ihm vorbehalten sein sollten. Vom Jägerhof koordinierte er als Oberbefehlshaber der Luftwaffe den Bombenkrieg gegen England und zog sich während des Russlandfeldzugs ganz auf das Anwesen zurück. Als jedoch Partisanen im Umland gesichtet wurden und sogar ein Fahrzeugkonvoi der Göringschen Hofwache unter Beschuss geriet, schlug der Reichsjägermeister sein Nachtquartier aus Sicherheitsgründen im etwa zehn Kilometer nördlichen geparkten und streng bewachten Sonderzug Asien auf. Nachdem sich Göring aus der Rominter Heide zurückgezogen hatte, steckte die Wehrmacht am 20. Oktober 1944 auf seinen Befehl hin den Reichsjägerhof in Brand, ließ jedoch das Jagdschloss unversehrt. Tags darauf nahm die Rote Armee das Gelände ein. Heute zeugen nur noch einige Reste der Toreinfahrt vom einstigen Prachtsitz. Der Band enthält viele seltene historische Aufnahmen und recherchiert die bewegte Geschichte der Rominter Heide zwischen Freizeitvergnügen und Schauplatz politischer Ereignisse. Den Autoren gelingt es, einen weiteren Ort der NS-Selbstinszenierung sachlich zu entmythifizieren und einen interessanten Einblick in ein Kapitel ostpreußischer Geschichte zu geben. |
Der lange Weg nach Westen. Sonderausgabe. Zwei Bände im Schuber.: 2 Bände Heinrich August Winkler Taschenbuch, August 2002 Verkaufsrang: 45460 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nur zwei Jahre nachdem Heinrich August Winklers Der lange Weg nach Westen erstmals aufgelegt wurde, gilt diese glänzende zweibändige Studie über die jüngere deutsche Geschichte bereits als Standardwerk - und dies zu Recht. Urteilssicher und angenehm ungeschwätzig legt der Autor darin die historischen Entwicklungslinien vom Ende des Alten Reiches im Jahre 1806 bis zur Wiedervereinigung 1990 frei. Dass auch nach 1806 die politische Geschichte Deutschlands keinen voraussetzungslosen Anfang nehmen konnte, versteht sich von selbst. Winkler trägt den tief verwurzelten Bestimmungsgründen deutscher Befindlichkeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einem glänzenden Einleitungskapitel Rechnung, das er treffend "Prägungen: Das Erbe eines Jahrtausends" überschrieben hat. Auf gerade einmal etwas mehr als 30 Seiten erfährt man hier mehr über die tiefen Wurzeln der einen oder anderen deutschen Besonderheit, als in so manchem dicken Kompendium über die deutsche (Vor-)Geschichte. Ebenso prägnant und urteilssicher wie die Vorgeschichte präsentiert uns der Autor dann auch die deutschen (Ab- und Irr-)Wege durch die Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei wird noch einmal überdeutlich, wie sehr sich bis Weimar die obrigkeitsstaatlich geprägte deutsche politische Kultur und das politische Bewusstsein der Deutschen von dem demokratisch entwickelteren Politikverständnis in England sowie in Frankreich unterschied. Und noch einmal deutlich vor Augen geführt wird uns auch, wie tief der Bruch der Weimarer Republik mit dieser Tradition war. Sehr viel tiefer zumindest, als die obrigkeitsstaatliche Seele der politischen Eliten zu verkraften vermochte. Den der verspäteten Demokratisierung vorangehenden Nationalsozialismus schildert Winkler unter anderem, in dem er ihn abgrenzt gegen die faschistischen Bewegungen in anderen europäischen Ländern, namentlich in Italien, Spanien und Portugal. Als unvergleichlich radikaler erweist sich dabei einmal mehr die totalitäre politische "Religiosität" des Nationalsozialismus. Auch die auf "die deutsche Katastrophe" folgenden Wegmarken der deutschen Geschichte von der Teilung bis zur deutschen Einheit 1990 analysiert Heinrich August Winkler mit einem beeindruckend souveränen Urteil, das es ihm erlaubt, die komplexen politisch-historischen Prozesse überzeugend auf ihren Nenner zu bringen. -Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Magnus Opum deutscher Geschichtsschreibung 5 von 5 Punkten "Deutschlands Weg nach Westen war lang und auf weiten Strecken ein Sonderweg. Und wenn auch alle Geschichte eine Geschichte von Sonderwegen ist, so gibt es doch einige, die noch besonderer sind als die anderen. Die Deutschen bedürfen der Vergegenwärtigung ihrer Geschichte aber nicht nur um ihrer selbst willen. Sie sind diese Anstrengung auch dem gemeinsamen Projekt Europa schuldig" (Band II, 657). Heinrich August Winklers erstmals 2000 erschienende Geschichte der Deutschen, beginnend mit dem Untergang des Alten Reiches 1806, gehört nach wie vor zum Besten, was Schüler, Studenten und Interessierte zur Geschichte unseres Landes in den vergangenen 200 Jahren in die Hand bekommen können. Ausgehend von der Frage nach einem eventuellen deutschen Sonderweg beschreibt der Autor in zwei Bänden, elf Kapiteln und auf mehr als 1500 Seiten, wie aus Deutschland ein "postklassischer demokratischer Nationalstaat unter anderen" (Band II, 638) werden konnte, in dem wir heute leben. In der Einleitung definiert Winkler die drei Faktoren, die er als Voraussetzung des deutschen Sonderweges betrachtet: 1) das supranationale Gebilde des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 2) die Glaubensspaltung zu Beginn des 16. Jahrhunderts 3) der Dualismus Preußen-Österreich ab der Mitte des 18. Jahrhunderts Diese Faktoren begründen, so Winkler, dass Deutschland unter einer "doppelte[n] Verspätung" (Band II, 640) gelitten habe: späte Nationswerdung (erst 1871) und noch spätere Demokratisierung (1919/1945). Die Kapitel sind zeitlich gegliedert und zeichnen sich durch großen Quellenreichtum aus. Zahlreiche Zitate von Zeitgenossen werden in den Text integriert, so dass sich eine lebendige, spannende und exzellent zu lesende Darstellung ergibt. Höhepunkte sind die Kapitel über die Weimarer Republik (ein Spezialgebiet Winklers, über das er auch ein eigenes Buch geschrieben hat) sowie das abschließende Kapitel "Einheit in Freiheit 1989/90". Winkler war selbst an der Diskussion um das ob und wie der Wiedervereinigung beteiligt und bezieht daher klare Werturteile. Der Historiker verurteilt Lafontaines These vom Ende des Nationalstaates, mit dem der damalige Kanzlerkandidat der SPD gegen die Wiedervereinigung zu Felde zog. Auch andere Linke, die Auschwitz als Argument gegen ein erstarktes Deutschland in der Mitte Europas instrumentalisierten, werden von Winkler, der selber Sozialdemokrat ist, abgewatscht. Besonders deutlich wird seine Verachtung für Helmut Kohl. Zu Beginn des Jahres 2000, und somit kurz vor Veröffentlichung des zweiten Bandes, kam zu Tage, dass Kohl 16 Jahre lang das Gesetz gebrochen hat, da ihm sein Ehrenwort wichtiger war als sein dem deutschen Volk geschworener Amtseid. Kohl habe durch seine kriminelle Energie im Parteispendeskandal der Bonner Republik und dem Vertauen in die Demokratie schweren Schaden zugefügt. Dennoch würdigt der Autor Kohls Leistung in den Jahren 1989 und 1990. Winklers Thesen, vor allem die über den deutschen Sonderweg, bleiben umstritten. Doch das mindert nicht das Lesevergnügen. Im Gegenteil. Diese Darstellung wird wohl noch für Jahre das Magnus Opum deutscher Geschichtsschreibung bleiben.
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Den Hitler jag ich in die Luft. Der Attentäter Georg Elser Hellmut G. Haasis Broschiert, 26. August 2009 Verkaufsrang: 83338 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden München, 8. November 1939: Alles war sorgfältig vorbereitet. In dreißig Nächten hatte Georg Elser im Pfeiler hinter dem Rednerpult eine Bombe installiert. Doch kurz bevor sie explodierte, hatte Hitler, früher als sonst, den Bürgerbräukeller verlassen. Zum gleichen Zeitpunkt war der Attentäter durch aberwitzige Umstände bereits verhaftet. Noch während Hitler seine Zuhörer gegen England aufstachelte, hatte Elser bei Konstanz versucht, unbemerkt in die Schweiz zu gelangen. In seiner Jackentasche fanden die Zöllner eine Postkarte des Bürgerbräukellers, die den illegalen Grenzgänger später zum Verdächtigen machte. Er wurde an die Gestapo nach München ausgeliefert und dort nach schweren Misshandlungen zu einem Geständnis gebracht. Am 9. April 1945 wurde der schwäbische Schreiner im KZ Dachau hingerichtet. Bis dahin suchte die Gestapo in endlosen Verhören nach den Hintermännern . Hitler und Himmler wollten nicht glauben, dass Elser allein gehandelt hatte; es musste Drahtzieher geben. Es gab sie aber nicht ein Umstand, der später auch die Historiker verwirrte: Ein Handwerker, der keiner politischen Gruppe angehörte, ein Einzelner, der früh erkannte, dass der Kriegstreiber Hitler nur mit Gewalt gestoppt werden kann, passte in keine ideologische Schublade.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein Schreiner mit Gesellenprüfung als Widerstandskämpfer? 5 von 5 Punkten Hans und Sophie Scholl, Dietrich Bonhöfer, Martin Niemöller, Carl Friedrich Goerdeler, Carl von Ossietzky, Oskar Schindler, Erwin von Witzleben und Claus Schenk Graf von Stauffenberg: Das sind die Namen, die heute im allgemeinen in der Öffentlichkeit genannt werden, wenn es um den deutschen Widerstand gegen das Dritte Reich, gegen Adolf Hitler und das gleichgeschaltete nationalsozialistische Regime von 1933 bis 1945 geht, das weltweit insgesamt 50 bis 60 Millionen Menschen das Leben gekostet und Deutschland in Schutt und Asche gelegt hat. Auch Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, Württemberg; gestorben 9. April 1945 im KZ Dachau) war ein deutscher Widerstandskämpfer, der sich der nationalsozialistischen Diktatur nicht nur mit Worten hinter vorgehaltener Hand und im stillen Kämmerlein entgegenstellte. Er verübte am 8. November 1939 im Bürgerbräukeller in München, wenige Wochen nach Beginn des 2. Weltkrieges, ein penibel vorbereitetes Bombenattentat auf den Führer Adolf Hitler. Dabei wurden acht Menschen getötet, davon sieben Mitglieder der NSDAP. Adolf Hitler jedoch entkam unverletzt, da er wegen des schlechten Wetters mit seinem Stab die Versammlung außerplanmäßig 13 Minuten vor der Explosion der Bombe verließ. Warum ist Hans Georg Elser aber immer noch vergleichsweise unbekannt? Warum wurde er lange Zeit totgeschwiegen und nach dem Ende des 2. Weltkrieges von manchen Historikern sogar diffamiert? Das hat nach Ansicht des Autors durchaus seine Gründe: Der Attentäter Hans Georg Elser lässt sich nicht so einfach instrumentalisieren und von einer Gruppe vor den Karren spannen und er passt vor allem nicht in das stereotype Denkmuster, das in der Öffentlichkeit gezeichnet wird, wenn es in Deutschland um den Widerstand gegen das Dritte Reich und die nationalsozialistische Diktatur geht. Denn bei den weiter oben genannten Widerstandskämpfern handelt es sich um Studenten und Intellektuelle, um Adlige, um Männer der Kirche und bürgerliche Unternehmer. Die Verschwörer und Attentäter des 20. Juli 1944 sollen zeigen, dass es sogar in der damaligen Wehrmachtselite Widerstand gegen Hitler gab und deshalb nicht alle Offiziere nur Befehle ausführten oder skrupellose Verbrecher waren. Hans Georg Elser aber war nur ein "einfacher Schreiner". Ein zwar durchaus geselliger, aber offenkundig schweigsamer und introvertierter Arbeiter. Ein Mann ohne höhere Bildung und ohne hohem gesellschaftlichem Status, auch wenn er seine Gesellenprüfung damals als Jahrgangsbester abschloss. Ein libertärer Geist mit Sinn für soziale Gerechtigkeit, aber ein Einzeltäter ohne Mitverschwörer, ohne höhere Mission, ohne Partei im Hintergrund und ohne Geld. Dieser "einfache Schreiner" erkannte bereits Jahre vor Kriegsausbruch die Zeichen der Zeit und stellte sich nicht wie die Attentäter vom 20. Juli aus opportunistischen Gründen erst 1944 gegen Hitler, als selbst die Führung der Wehrmacht erkennen musste, dass der oberste Feldherr der Deutschen den Krieg endgültig verloren hatte. Ein "einfacher Schreiner" aus der Mitte der Gesellschaft als Widerstands- und Freiheitskämpfer gegen den Führer Adolf Hitler? Das kann oder besser gesagt, das darf nicht sein, schließlich heißt es doch immer: "Die einfachen Leute haben davon nichts gewusst." und "Was hätte ein Einzelner schon dagegen tun können?" Der Autor porträtiert in seinem Buch das Leben eines zwar einfachen, aber aufrechten und geradlinigen Mannes. Vielleicht liegt es daran, dass Hans Georg Elser vor allem für alle sogenannten Mitläufer das personifizierte schlechte Gewissen darstellt. Daraus machen anständige Bürger nicht nur in Deutschland höchst ungern Helden, benennen Straßen oder Schulen nach ihnen oder bauen ein Denkmal zur Erinnerung. |
Habsburgs verkaufte Töchter Thea Leitner Taschenbuch, November 2007 Verkaufsrang: 113989 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thea Leitner bringt eine unbekannte Seite der europäischen Geschichte zur Sprache, nämlich die Biographien Habsburger Prinzessinnen, die schon im Kindesalter der Politik verschrieben wurden. Ihre Wünsche und Gefühle hatten keinen Platz. Obwohl von Kindesbeinen an über sie verfügt wurde, waren sie als erwachsene Frauen keineswegs Opfer ihrer Herkunft. Im Gegenteil, unter ihnen gab es eine Reihe brillanter Politikerinnen, teils klüger und geschichter als die Herren des Hauses Habsburg.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
tapfere Frauen ohne Ruhm 5 von 5 Punkten hervorragend geschriebenes Buch mit sehr guten, geschichtlichen Hintergründen der Zeit. Die bedauernswerten Töchter Habsburg werden sehr gut beschrieben was sie für die "Herrscher" waren: Ware zum verfestigen oder Aufbau von Machtverhältnissen. Sie durften nicht damit rechnen als menschliche Wesen behandelt zu werden. Zu eng waren die Etikette bei Hofe und das gesamte Leben wurde danach ausgerichtet. Zwar mussten die Prinzessinnen und Königinnen nicht wie die meisten Menschenb der damaligen Zeit, mit Hunger und Durst kämpfen, dafür aber blieben Ihnen bösartige Intrigen so gut wie nie erspart. Die medizinische Kunst, die gerade auf dem Stand des 16. Jahrhunderts stehengeblieben war, und nur dazu angetan die Menschen zu quälen und zu erniedrigen. Zur Ader lassen und purgieren. Das Buch bringt überaus spannend und anschaulich die Frauenschicksale an den Königshöfen im 17. bis 18 Jahrhundert hervor. Ein Klassiker, den jede/r für den Geschichte nicht nur aus Schlachten besteht, lesen sollte. Das Geschehen im sogenannten Hintergrund ist ausserordentlich spannend und erhellend. Habsburgs verkaufte Töchter
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Medizin ohne Menschlichkeit: Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses
Taschenbuch, 1. Februar 1978 Verkaufsrang: 85472 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Medizin ohne Menschlichkeit OA 1949 Form Dokumentation Bereich Medizin Die von Alexander Mitscherlich zusammen mit Fred Mielke herausgegebene Dokumentation des Nürnberger Ärzteprozesses machte die Verbrechen vieler NS-Ärzte erstmals bekannt. Entstehung: Beim Nürnberger Ärzteprozess 1946 / 47 waren Mediziner angeklagt, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern Versuche an Menschen durchgeführt hatten. Eine deutsche Ärztekommission unter Leitung von Mitscherlich war von der Arbeitsgemeinschaft der Westdeutschen Ärztekammern entsandt worden, um den Prozess beim I. Amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg zu dokumentieren. Die Veröffentlichung des Abschlussberichts der Kommission mit den von den Herausgebern kommentierten Protokollen von erschütternden Aussagen der Zeugen und Angeklagten erfolgte im Auftrag des 51. Deutschen Ärztetages zuerst 1949 unter dem Titel Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Diese erste Auflage (10 000 Exemplare) war für die Westdeutschen Ärztekammern zur Verteilung an die Ärzteschaft bestimmt, blieb allerdings weitgehend ohne Wirkung. 1960 erschien die Dokumentation unter dem Titel Medizin ohne Menschlichkeit als Buchhandelsausgabe. Nun erfuhren erstmals größere Bevölkerungskreise von den grausamen Menschenversuchen und der "Euthanasie" in der NS-Zeit. Inhalt: Die Liste der aufgedeckten Verbrechen, die oft zum Tode führten, ist lang; neben Unterdruck- und Unterkühlungsversuchen, Fleckfieberimpfstoff-Experimenten, Sulfonamid-, Phlegomone- und Knochentransplantationsversuchen fanden "Forschungen" mit Giftgasen statt. Gegenstand des Nürnberger Ärzteprozesses waren auch das abwegige anthropologische Projekt einer jüdischen Skelett- und Schädelsammlung für die "Reichsuniversität" Straßburg sowie das NS-"Euthanasie"-Programm und die Massensterilisationen. Die Absicht der von Mitscherlich und seinem Assistenten Mielke herausgegebenen Dokumentation des Nürnberger Ärzteprozesses, zielte nicht auf juristische Fragen ab. Die veröffentlichten Dokumente zeigen vielmehr die "wissenschaftliche" Arbeitsweise, den ärztlichen Stil im Umgang mit den Patienten bzw. Versuchspersonen, das Milieu, in dem sich die Verbrechen entfalten konnten, die Qualität der "Forschungs"-Arbeiten, die rassenpolitischen und eugenischen Ziele, die ausschlaggebend waren, sowie die persönlichen und politischen Geschehnisse und Hintergründe. Wirkung: Das Buch entfaltete nach seiner Neuausgabe 1960 eine überaus große Wirkung und gilt seitdem nicht nur in Deutschland als Standardwerk zur nationalsozialistischen Medizin.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Medizin 5 von 5 Punkten Hallo, falls Sie, wie ich eine schwer verdauliche Urlaubsliteratur suchen, sind Sie hier genau richtig. Spass beiseite - das Thema ist zu ernst. Die Mediziner, die sich mit den Versuchen beschäftigt haben waren sich oft im Zweifel od. glaubten zumindest nach dem Krieg daran. Auf der andere Seite gab das III. Reich - hier in Gestalt von Himmler - die Möglichkeit, Versuche an Menschen durchzuführen. Alle Seite kommen hier zu Wort. Der Staat, die Ärzte und die Menschen. Dieses Buch kann man nicht jeden Tag lesen - es gibt Dinge, die sind Unglaublich, auch wenn sie bewiesen und geschrieben sind.
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Die Habsburger: Aufstieg und Glanz einer europäischen Dynastie Lothar Höbelt Gebundene Ausgabe, 30. April 2009 Verkaufsrang: 23164 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie waren der Inbegriff der Monarchie. Jahrhundertelang dominierten sie die Geschicke Europas. Als stolze Dynastie umgaben sie sich mit Prunk und Pracht. Ihre rauschenden Bälle waren legendär. Dieser Band erzählt die Geschichte der Habsburger vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Im ausgehenden Mittelalter eröffnete König Rudolf I. den langen Reigen gekrönter Habsburger, die von 1452 bis 1740 sämtliche deutschen Kaiser stellten. Kaiser Maximilian I., der "letzte Ritter", legte durch geschickte Heiratspolitik den Grundstock für ein Weltreich, in dem "die Sonne nicht mehr unterging". Stolzer Ausdruck habsburgischer Machtfülle waren die Wiener Hofburg und die glanzvollen Feste, die in Schloss Belvedere und Schloss Schönbrunn unter der couragierten Maria Theresia gefeiert wurden. Wiener Kongress, Kaiser Franz Josef und seine vom Volk verehrte "Sissi", aber auch die tragischen Ereignisse in Schloss Mayerlingk und Sarajewo stehen für Licht und Schatten der k. u. k. Monarchie. In seinem prächtigen Bildband präsentiert Lothar Höbelt die mehr als 900-jährige, wechselvolle Geschichte dieser faszinierenden Dynastie, die als "Donaumonarchie" Europa maßgeblich beeinflusste.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Von den "armen Grafen" zur längstgedienten Kaiser-Dynastie - Die Habsburger ohne Kitsch und Romantik 5 von 5 Punkten Sucht man nach Werken über die Habsburger wird man mit einer enormen Auswahl konfrontiert. So manche der unzähligen Biografien und Abhandlungen haben allerdings mit einer gewissen Idealisierung, Romantisierung und Verkitschung zu kämpfen, wenn sie nicht gerade um Objektivität bemüht einen eher trockenen Stil pflegen, der sich im Wiedergeben von Chroniken erschöpft. Dass es auch anders geht beweist Lothar Höbelt mit "Die Habsburger: Aufstieg und Glanz einer europäischen Dynastie" einer durchaus kritischen und mich persönlich in seiner Nüchternheit an Christopher Clarks "Preußen: Aufstieg und Fall" erinnernden Darstellung. Eine wohltuende und zuweilen auch ungewöhnliche Distanzierung macht's möglich, denn Höbelt versucht die Habsburger bewusst als europäische Dynastie zu präsentieren und ihre Geschichte so nicht mit der österreichischen gleichzusetzen, wodurch es ihm höchst geschickt gelungen ist, diesbezügliche Kontroversen von vornherein zu vermeiden. Ähnlich und doch anders als Clark in "Preußen" zeichnet er eben den Aufstieg einer Dynastie und nicht eines Staatswesens nach, auch wenn dieses damit verbunden sein mag. Zudem bleibt dadurch Raum um die spanische Linie der Habsburger und deren Entwicklung zur einer wahren Supermacht zurückzuverfolgen. Dabei zeigt Höbelt eindrucksvoll auf, dass jede Supermacht auch an ihre Grenzen stoßen kann und welche Bedeutung Geld als Nerv des Krieges besitzt. Mit eindrucksvollen Bild- und Kartenmaterial ergänzt eignet sich "Die Habsburger" für Interessierte die nach einer geeigneten Einstiegslektüre suchen. Trotzdem kommen die Texte nicht zu kurz und sind in einer klaren Sprache und einem mitreissenden Stil verfasst, wodurch sich das Gesamtwerk durchwegs flüssig liest und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Mythen wie die angeblich pazifistische Politik der Habsburger-Kaiser werden widerlegt, romantisierende Anwandlungen mancher Habsburger-Biografen vermieden und da es kein Buch über explizit "österreichische" Geschichte ist, reisst die Darstellung auch nicht mit dem Jahre 1918 ab, sondern zeigt am Beispiel des verhinderten Kronprinzen Otto von Habsburg das Schicksal der Dynastie im 20. Jahrhundert auf. Neigen andere Autoren vielleicht dazu, ihre Werke miteinander zu verweben und so die Lektüre dieser vorauszusetzen, hat Lothar Höbelt mit dem vorliegenden Buch eine eher eingeständiges Werk geschaffen, dass für sich selbst steht und nicht wie eine umgearbeitete Fassung anderer Publikationen aus seiner Feder wirkt. Fazit: Herausragende Lektüre |
Die Stasi lebt: Berichte aus einem unterwanderten Land Jürgen Schreiber Broschiert, 1. Mai 2009 Verkaufsrang: 92007 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Drahtzieher leben bis heute oft unbehelligt unter uns - Jürgen Schreiber deckt persönliche Abgründe der Agenten und ihrer Hintermänner, perfide Aktionen und geheime Operationen der Stasi auf. Spektakuläre Enthüllungen über die dämonische Seite des sozialistischen Biedersinns.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
perfekter Journalismus 5 von 5 Punkten Man kann mit der Sichtweise Jürgen Schreibers mitgehen oder auch nicht, die Artikel sind perfekt gemacht. Der Autor beherrscht die Sprache und vermag aus seiner Sichtweise zu kommentieren und zu charakterisieren. Für den Leser offenbaren sich damit nicht nur die Ansichten der beschriebenen Personen und Verhältnisse, sondern in noch stärkerem Maße die Ansichten des Autoren selbst. Um den Kreis zu schließen: ich gehe mit Jürgen Schreibers Sichtweise überwiegend nicht mit. Sie scheint von ähnlich ideologisch begründeten, nur gegensätzlichen Vorurteilen auszugehen, wie er bei anderen meint erkennen zu können. Dennoch 5 Sterne für die brilliant geschriebenen Beiträge.
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Der Mann, bei dem Honecker wohnte Uwe Holmer Gebundene Ausgabe, 21. September 2009 Verkaufsrang: 32509 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Nacht vom 8. auf den 9. November verändert Deutschland. Die innerdeutsche Mauer fällt. Die Ära Honecker ist beendet. Kurze Zeit später wird Pastor Uwe Holmer angefragt, ob er Erich Honecker und seine Frau Margot aufnehmen kann. Nach heftigem Ringen fasst Uwe Holmer mit seiner Familie den historischen Entschluss: Sie beherbergen den gestürzten SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzenden zehn Wochen in ihrem Pfarrhaus. Diese Wochen schildert Uwe Holmer packend - auch die Angriffe von außen. Uwe Holmer schreibt in seiner Autobiografie über seine Kindheit, Jugend und das Leben - mit 40 Jahren Planwirtschaft und Stasi-Bespitzelung - in der ehemaligen DDR. Und auch über die Zeit nach der Wende ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Lebensbild 5 von 5 Punkten Eingebunden in das jeweilige politische Umfeld schildert Uwe Holmer sein Leben als Pfarrer, Vater und Ehemann. Die prikäre Situation, das Ehepaar Honecker bei sich aufzunehmen, ist nur ein kleiner Teil seiner Biographie. Mutig und entschlossen bekennt er sich zum Glauben und handelt nach seinem Grundsatz: Klar in der Sache, freundlich in der Form. Auch gegen die politische Meinung und auf die Gefahr hin, dass für ihn persönlich und seiner Familie Nachteile daraus entstehen könnten.
Ein spannendes Buch 5 von 5 Punkten Wie gingen in der ehemaligen DDR die Emotionen hoch, als Uwe Holmer das Ehepaar Honecker im Februar 1990 für etliche Wochen bei sich aufnahm. Von Zustimmung bis zu Anfeindungen reichte die Meinung. In diesem Buch schildert der Autor seine Erlebnisse offen und ehrlich ohne jegliche Schnörkel. Zugleich geht es in diesem Buch um die Erlebnisse eines Pastors in der ehemaligen DDR, als Dorfpastor, Leiter einer Bibelschule und Leiter von Lobetal. Er schildert seine Art des Umgangs mit der sozialistischen Staatsmacht: klar in der Sache aber in freundlicher Art. Er ist aber auch nach der Wiedereinigung kritisch, so schildert er seine Erfahrungen bei der Neuprofilierung einer Einrichtung für Alkoholkranke. Ein Buch, das in einem flüssigen Stil geschrieben, sich spannend liest und ein wertvolles Dokument der Zeitgeschichte. |
Technik in Deutschland: Vom 18. Jahrhundert bis heute Joachim Radkau Gebundene Ausgabe, 6. Oktober 2008 Verkaufsrang: 23465 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 03.11.2008 / Deutschlandradio Kultur: "Joachim Radkau räumt mit vielen Vorurteilen auf. Sein Buch ist eine Fundgrube zahlreicher wenig bekannter Details und Querverbindungen."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
... und fülle meine Bildungslücken 4 von 5 Punkten Zum Produkt: Solider Einband mit Schutzumschlag. Angenehm griffiges Papier, jedoch nicht zu schwer. Zum Inhalt: Dieses Buch füllt Bildungs- und Wissenslücken bei allen, die sich fragen, wieso die Dinge so gekommen sind, wie sie heute sind. Z.B. warum es eine zentralisierte Stromversorgung gibt, warum das Krupp'sche Firmenlogo aus drei Ringen besteht, von welchen Ausgangspositionen sich die deutschen Vorzeigebranchen aus entwickelt haben und wie sie sich dabei gegenseitig beeinflussten. Und natürlich, was ist das typisch deutsche an der "deutschen" Technik, der Wandel des Labels "made in Germany" vom Image "schlecht und billig" zur Präzisionsarbeit in der Feinmechanik. Dabei geraten auch die gesellschaftlichen Folgen nicht außer acht, werden jedoch angenehm unideologisch behandelt. Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein gelungener Wurf, der alle erdenklichen Aspekte von Technik und Forschung behandelt, sich selbst für nicht-Techniker gut lesen lässt und an manchen Stellen auch zum Schmunzeln einläd, ohne jedoch den nötigen Ernst für ein Buch dieses Schlages vermissen zu lassen. Einen kleinen Abzug gibt es für recht seltene Abbildungen. Die vorhandenen sind jedoch von guter Qualität und hoher Aussagekraft, eben darum hätte ich mir noch mehr davon gewünscht. |
Bauern als Retter: Wie eine jüdische Familie überlebte Marga Spiegel Broschiert, 24. September 2009 Verkaufsrang: 12305 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 1943. Die Familie Spiegel gehört zu den letzten jüdischen Familien in Nazideutschland. Nun steht auch sie vor dem Abtransport. Doch Spiegels haben sich für einen anderen Weg entschieden. Dem einst erfolgreichen Pferdehändler Spiegel ist es gelungen, unter seinen Freunden - westfälischen Bauern - Retter zu finden. Marga Spiegel schildert in bewegender Weise ihr Leben in Deutschland. Sie schildert eine Zeit des Wartens und der ständigen Angst: Sie lebt mit ihrer Tochter als Frau Krone auf einem Hof. Ihr Mann ist bei einem anderen Bauern versteckt. Er darf auf keinen Fall gesehen werden. Die Familie überlebt durch den Rettermut vieler. Das Buch von Marga Spiegel diente als Grundlage für den Film UNTER BAUERN - RETTER IN DER NACHT. Marga Spiegel wird von Veronica Ferres gespielt.
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Das geht unter die Haut.... 5 von 5 Punkten Ein weiteres Beispiel dafür, dass es in D schon häufiger an Menschen mangelte, die Rückgrat besitzen und Mißstände nicht zur Angelegenheit des " Nächsten " erklären. Geht genauso wie > Schindlers Liste > u.a. unter die Haut.
Bauern als Retter: Wie eine jüdische Familie überlebte (Broschiert) 5 von 5 Punkten Das Buch ist der Beweis das es möglich war Jüdische Mitbürger während des Nationalsozialismus zu retten. Ich war von der Geschichte der beteiligten Frauen sehr überwältigt. |
Heimatcontainer: Deutsche Fertighäuser in Israel Friedrich von Borries, Jens-Uwe Fischer Broschiert, 16. November 2009 Verkaufsrang: 66194 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Berlin, Ende der zwanziger Jahre. Die Hirsch Kupfer und Messing AG entwickelt ein Fertighaus - selbstverständlich aus Kupfer, dem wetterbeständigen Material, das nach dem Ersten Weltkrieg in riesigen Mengen in den Lagern liegt. Hunderte Häuser sollen entstehen, Walter Gropius wird mit der Verfeinerung der Entwürfe beauftragt, die Häuser haben Namen wie "Kupfercastell" und "Frühlingstraum". Doch dann kommen die Weltwirtschaftskrise und die Machtübernahme Hitlers, plötzlich heißen die Fertighäuser nun "Jerusalem", "Tel Aviv" und "Libanon". In einer Anzeige in der Jüdischen Rundschau inseriert die Firma: "Nehmen Sie ein Kupferhaus mit nach Palästina. Sie wohnen bei größter Hitze in kühlen Räumen." Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer haben sich in Deutschland und Israel auf die Spuren der Erbauer und Bewohner der Kupferhäuser gemacht und mit ihnen darüber gesprochen, was Heimat in einer ultramobilen Welt bedeutet.
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Architektur & Geschichte - sachlich & emotional; nicht nur für Architekten 5 von 5 Punkten Für mich ein besonderes Buch. Hier wird Architektur und deren Geschichte in einer kompakten Form vermittelt, die auf jedes Schwelgen verzichtet und dennoch Emotionen auszulösen vermag. Auf endlose Gebäudebeschreibungen wird verzichtet. Stattdessen betten die Autoren die einzelnen Bauwerke in das gelebte Leben Ihrer Bewohner. Das Werden des Kupferhauses wird im Umfeld einer generationenübergreifenden Familien- und Firmengeschichte beschrieben. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und durch kurze Abschnitte sehr angenehm zu lesen. Historische wie aktuelle (farbige, nicht beschönigende) Abbildungen unterstützen das Verständnis für die Architektur. Bildunterschriften fehlen leider und machen ein Nachschlagen im Register erforderlich. Eine Liste der bekannten Kupferhäuser hätte dem ohnehin hervorragenden Buch einen weiteren Akzent geben können. Fazit: absolut lesenswert
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Maria Theresia: Die große Habsburgerin Franz Herre Taschenbuch, Januar 2010 Verkaufsrang: 105478 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Herre erzählt spannend, verknüpft Biographie und wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte anschaulich und geschickt, und kramt überdies einige Anekdoten hervor." (Badische Neueste Nachrichten)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Eine Frau, über die viel Geschichte geschrieben wurde, weil sie viel Geschichte geschrieben hat 5 von 5 Punkten Franz Herre hat mit dieser Biographie nicht nur Maria Theresia`s Person und ihr Leben, sondern auch das Österreich und Europa des 18. Jahrhunderst in all seinen Facetten mit kühlem Kopf und warmen Herzen be- und durchleuchtet. Er führt den Leser an die Zeit Maria Theresias heran und beschreibt, unter Einbezug soziologischer, politischer und nationalökonomischer Aspekte, äußerst spannend den Kontext zwischen einzelnen Personen, Gruppierungen und Ländern in lebendigen Bildern. Es mögen viele Autoren eine Biographie über die große Habsburgerin geschrieben haben, aber nur diese hier ist die Einzige, die man wirklich braucht und es verdient hat, im Bücherregal zu stehen.
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CD WISSEN - Der letzte Zeuge. "Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter", 6 CDs Rochus Misch Audio CD, 15. März 2009 Verkaufsrang: 42076 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "In seinem Buch 'Der letzte Zeuge' berichtet Misch distanziert und detailgenau aus dem privaten Umfeld des Nazi-Diktators." (Bild)
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Augenzeugenbericht 5 von 5 Punkten Da ich geschichtlich recht interessiert bin, habe ich mir mit einigen Erwartungen diese (gekürzte) Lesung bestellt (und zwischenzeitlich auch 1 x verschenkt). Kurz und knapp: die Lesung ist sympathisch vorgetragen und ziemlich umfangreich. Misch erzählt, wie er als junger Mann in die "Vorzeigeformation" des 3. Reiches gelangte und von dort in die Nähe Hitlers - mit dem bekannten Ende. Im letzten Teil werden recht ausführlich seine Erlebnisse in sowjetischer Gefangenschaft geschildert. Was erwartet den Hörer? Nein, nichts wirklich revolutionär neues. Trotzdem, die unzähligen Anekdoten - nicht nur über die Person seines Chefs - helfen, sich jenseits der inzwischen zahllosen Dokumentationen (die eigentlich "nur" immer wieder die gleichen Bilder und Informationen liefern), ein Gefühl für die damalige Zeit zu erwerben. Ich halte ihn dabei insgesamt durchaus für aufrichtig und bin ihm dankbar für die Schilderung der eigenartigen Atmosphäre an der Spitze des Dritten Reiches - bei dem beiläufig erwähnten Satz "man hatte immer ein bißchen Angst" konnte ich mich lebhaft in den jungen Rochus Misch hineinversetzen, der hier Schizophrenie pur erlebte. Misch war "immerhin" nach eigener Aussage nicht einmal Parteimitglied. Auch zeichnet er zwischendurch immer wieder ein Bild der damals lebenden Zivilbevölkerung (zumindest die Familie seiner Frau (er selbst ist früh Waise geworden) bestand eben nicht aus Nationalsozialisten). Natürlich fehlen auch viele persönliche "Schmankerl" zu berühmten Personen oder Ereignissen nicht (z. B. der Englandflug Hess oder die Atmospähre nach dem gescheiterten Attentat). Sehr hilfreich, Geschichte als etwas lebendiges zu sehen und nicht als unendlich weit entfernte Kette von Ereignissen, die ganz direkt ausschließlich von Mächtigen und Entrückten ausgelöst und konkret erlebt wird, unter deren Folgen wir aber alle leben müssen. Sicher; einiges (weniges), was Misch sagt, finde ich durchaus hinterfragenswert - dem Schatz, den er hier hinterläßt, tut das keinen Abbruch. Ich habe das Gefühl, daß er mit sich selbst und der Welt im reinen ist - und das gönne ich ihm herzlich. TL.
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Heinrich Himmler: Biographie Peter Longerich Gebundene Ausgabe, September 2008 Verkaufsrang: 105447 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Der deutsche Historiker Peter Longerich hat sich als Erster an eine große Biografie über den Reichsführer-SS getraut. Ihm ist ein blendendes Buch gelungen." Rheinischer Merkur
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Heinrich Himmler, in des Teufels Namen 5 von 5 Punkten 2008 erschien im renommierten Siedler-Verlag eine umfassende, 777 Seiten starke Biographie "Heinrich H i m m l e r " von Peter L o n g e r i c h, *1955 , Professor für "Neue deutsche Geschichte" an der Universität London. Das umfangreiche Werk mit einem zusätzlichen großen Literaturverzeichnis überzeugt durch Inhalt und schöne unmissverständliche Sprache. Vor den Augen des geschichtlich Interessierten entsteht das Bild eines innerlich unsicheren, aber gebildeten Mannes aus gutem, wenn auch strengem Elternhaus, der sich mit "Leib und Seele" dem verbrecherischen nationalsozialistischem Regime verschreibt und letztlich zum Hauptakteur bei der Vernichtung der europäischen Juden wird. In der abschließenden Bilanz dieses Lebens gelingt dem Autor eine vorzügliche psychologische Nachlese, die den teuflischen Charakter des Reichsführers SS gut zu deuten vermag. Eine große und überzeugende Arbeit, die das sogenannte "Dritte Reich" noch besser verstehen lässt.
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Speer und er. Hitlers Architekt und Rüstungsminister Heinrich Breloer, Barbara Hoffmeister Gebundene Ausgabe, 2005 Verkaufsrang: 91556 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Albert Speer hatte gewiss viele Talente, das hervorstechendste jedoch war die Fähigkeit, Unmögliches möglich erscheinen zu lassen. So glaubte Adolf Hitler in ihm - in ihm allein -den Mann gefunden zu haben, der der ansonsten nur ihm selbst wirklich offenbaren Großartigkeit des Nationalsozialismus eine adäquate bauliche Gestalt zu geben vermöchte. Und selbst seine innere Gewissheit, dass es doch unmöglich sein müsse, dass er - der Führer - in einem anderen Menschen vielleicht einen Freund finden könnte, geriet ihm im Falle Speers ins Wanken. "Wenn Hitler einen Freund gehabt hätte, wäre ich es gewesen", stellt Heinrich Breloer seinem erhellenden Buch denn auch ein treffendes Zitat Albert Speers als Motto voran. Sein wirkliches Meisterstück aber, so verdeutlicht Breloer mit seiner gründlich recherchierten Arbeit, gelang Albert Speer nicht als Verzauberer des größten Schlächters aller Zeiten, und auch nicht als dessen Rüstungsminister, sondern als Angeklagter vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal. Hier begann er mit der erfolgreichen Schöpfung seiner eigenen, äußerst unwahrscheinlichen Legende, in deren Zentrum zwar ein Schuldbekenntnis stand, jedoch eines von der Sorte, das den moralischen Kern der Person doch aus der Haftung entließ. Er hätte von der Vernichtung der Juden wissen können, wenn er gewollt hätte, gab er zerknirscht zu Protokoll. Aber er habe es wohl nicht wissen wollen, anders könne er sich nicht erklären, dass er von diesem schrecklichen Verbrechen entgegen aller Wahrscheinlichkeit tatsächlich nichts gewusst habe. Darin, so gestand er ein, bestehe seine Schuld. "Mitverantwortlich schuldlos geblieben, auf diesen Nenner möchte Albert Speer das Urteil über sein Tun bringen", schreibt Breloer. Tatsächlich war Speer mit diesem Bemühen einigermaßen erfolgreich. Zwar wurde er verurteilt, doch nicht zum Tode. Und anders als etwa Rudolf Hess, wurde er später - am 1. Oktober 1966 - aus der Haft auch wieder entlassen, gab Interviews und schrieb die seine wirkliche Lebensgeschichte verklärenden Erinnerungen, die tatsächlich auch über lange Jahre das Bild bestimmten, das die Öffentlichkeit sich von diesem wundersamen Albert Speer machte. Heinrich Breloer rückt dieses Bild mit dem Buch Speer und Er und dem gleichnamigen Fernsehfilm eindrucksvoll und unmissverständlich zurecht. - Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Einblicke in babylonischen Größenwahn ... 4 von 5 Punkten Natürlich darf man nicht den Tätern die Darstellung überlassen. Albert Speer hat umfangreiche Rechtfertigungs-Memoiren geschrieben, logisch, dass sein Hauptziel nicht die Selbstentlarvung sein konnte. Seine Tochter Margret Nissen bekannte sich in ihrem erst neulich erschienen Buch unverblümt zur Heilsamkeit der Verdrängung. Der viel gelesene Speer-Biograf Joachim Fest, FAZ-Journalist, war wohl auch allzu sehr mit Speer freundschaftlich verbunden, so dass er in vielen Dingen nicht wirklich auf den Grund der Abläufe blickte. Ungeheuer notwendig ist es daher, dass mit Heinrich Breloer endlich eine nüchternere, die Verstrickung Speers eher aufzeigende Darstellung publik wird. Zwar hatte dergleichen auch schon die Speer-Biografin Gitta Sereny versucht - Heinrich Breloer stehen aber als Film-Regisseur mit enormem Dreh-Budget ungleich größere Chancen zur Verfügung, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen: Sowohl durch sein Buch als auch durch die darauf fußende dreiteilige TV-Ausstrahlung im ARD. Es ist zu hoffen, dass durch die Auseinandersetzung mit dem von Heinrich Breloer geschaffenen Blickwinkel mehr Menschen in Deutschland den erschütternden babylonischen Größenwahn empfinden, von dem man sich nur schaudernd abwenden kann, statt ihn, das ist immer die Gefahr solcher Thematisierungen, auch noch unterschwellig zu bewundern ... |
Tiger-Panzer Roger Ford Gebundene Ausgabe, 1999 Verkaufsrang: 37039 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Panzerkampfwagen VI Tiger gehörte zu den wichtigsten Waffen im Zweiten Weltkrieg - er sollte den Sieg für die deutsche Wehrmacht garantieren. Dieses Buch dokumentiert die wechselnde Geschichte des gefürchteten Tiger-Panzers - vom Beginn seiner Entwicklung bis zum Ende des Krieges. Die Kampfgeschichte des Panzers wird dabei u.a. durch Originalfotos illustriert, die bisher noch nicht veröffentlicht wurde. Die gesamte Entwicklungsgeschichte des PzKpfw VI Tiger. Exakte Schnittzeichnungen und kommentierte Farbabbildungen. Farbige Abbildungen aller Versionen . Detaillierte technische Tabellen über den PzKpfw VI Tiger und seine Versionen. Packende Fotos des PzKpfw VI Tiger im Einsatz im Zweiten Weltkrieg.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Für Modellbauer top 5 von 5 Punkten Also wenn man den Tiger als Modell nachbauen möchte ist dieses Buch sehr hilfreich. Man sieht die verschiedenen Tarnanstriche und die genauen Maße. Sehr hilfreich bei den billigeren modellen. Ich besitze auch 2 und habe in dem Buch einiges über meinen Tiki erfahren. Wirklich ein sehr gutes Buch.
Oberflächlich, aber viele Fotos 3 von 5 Punkten Dieses Buch ist gut für Einsteiger, die erst einmal in die Materie hineinschnuppern möchten, ohne gleich viel Geld ausgeben zu müßen. Roger Ford packt von allem ein bißchen in sein Buch: Vorgeschichte, technische Daten, Einsatz -grunsätze, -taktiken, und -berichte, daher kann er auch nicht so tief auf die einzelnen Themen eingehen wie beispielsweise Spielberger oder Kleine-Kühn. Die vielen Photographien (z.T. bislang unveröffentlicht), Farbtafeln sowie Schnittzeichnungen sind jedoch für jeden Modellbauer eine wertvolle Anregungsquelle für Fahrzeugumbauten, Dioramen und Tarnschemata. |
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