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| Deutsche Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Sozialrebellen in Bayern: Matthäus Klostermair, Michael Heigl, Mathias Kneißl Michaela Karl Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 135287 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bayern, wo der Himmel weiß-blau und die Regierung schwarz ist, die Menschen gottesfürchtig und die Welt noch in Ordnung ... In diesem Land sind nahezu unbemerkt immer schon auch Widerspenstigkeiten und Aufbegehren zu Hause. Vor mehr als 100 Jahren lebten hier drei berühmte Räuber: Matthäus Klostermair (1736-1771), Michael Heigl (1816-1857) und Mathias Kneißl (1875-1902). Obwohl alle drei bis heute als Volkshelden verehrt werden, wurden sie in der Historie über ihre Darstellung als Räuber hinaus als echte bäuerliche Sozialrebellen so gut wie nicht zur Kenntnis genommen. Dass ihre Taten jedoch Ausdruck einer spezifischen Form von unorganisiertem sozialen Protest und ihr Handeln ein Stellvertreterkrieg der armen Landbevölkerung gegen äPfaffen, Obrigkeit und Protzbauern war, zeigt dieses Buch, das Geschichte als Geschichte von unten erzählt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
"Die Woch fangt scho wieder guad o!" 3 von 5 Punkten Ein unterhaltsames Buch, das nach meinem Geschmack etwas zu populistisch geschrieben ist. Ansonnsten enthällt es aufjedenfall wissenwerte Fakten zu den drei beschriebenen "Sozialrebellen", die allerdings nicht mit einer jeweils detailierten Biographie gleichzusetzen ist! Ich hätte mir etwas mehr objektivität und mehr Fakten gewünscht. Viel erscheint mir selbst interpretiert. Was allerdings sehr gut beschrieben ist, sind die damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhälltnisse in Bayern!! Allein das macht mir schon mehr Lust auf bayerische Geschichte! |
Überlebt: Als Kind in deutschen Konzentrationslagern Agnes Sassoon Broschiert, Februar 2006 Verkaufsrang: 17089 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nur wenige Kinder überlebten die Todeslager der Nazis, und noch viel weniger konnten später über ihre Erlebnisse schreiben. Agnes Sassoon ist elf Jahre alt, als ihre Odyssee durch deutsche Konzentrationslager beginnt. In ihrem Buch erzählt sie die ergreifende Geschichte eines Mädchens, das wie durch ein Wunder Dachau und Bergen-Belsen überlebt hat und von ihrem Aufbruch in ein neues Leben. Als Elfjährige wird Agnes Lichtschein, später: Agnes Sassoon, im November 1944 direkt aus der jüdischen Schule in Budapest heraus nach Dachau deportiert. Die Befreiung durch die Alliierten erlebt sie in Bergen-Belsen, oben auf einem Berg von Leichen, ein kleines Skelett nur noch, das darauf wartet, verbrannt zu werden. Eindringlich beschreibt sie den Alltag in den Konzentrationslagern und ihr typisches Emigrantenschicksal nach Kriegsende, die Zeit des Wiedereingewöhnens in ein normales Leben und die Organisation ihrer Einreise in das damalige Palästina. Es ist der Bericht einer Frau, die wie durch ein Wunder überlebt - und der selbst die grausamsten Erlebnisse ihren Lebenswillen und den Willen zu Verständigung und Liebe nicht brechen konnten. "So beschloss ich, viele Jahre, nachdem ich aus dieser Hölle befreit worden war, meine Geschichte zu erzählen. Ich möchte, dass die Menschen uns nicht als seelenlose Körper betrachten. Wir mögen wie lebendige Leichen ausgesehen haben, aber wir hatten immer noch Sinne, mit denen wir fühlten, und Gehirne, mit denen wir dachten." Agnes Sassoon
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein bisschen zu kurz aber trotz allem sehr sehr gut 5 von 5 Punkten ich denke,dass die die dieses buch schlecht bewerten vielleicht einfach nicht ganz verstanden haben!es gibt viele büche über das dritte reich die einige hunderte seiten lang sind und trotz schrecklicher erfahrungen einen einfach nur langweile,da sie absolut oberflächlich geschrieben wurden!dieses buch ist hingegen wirklich nicht sehr lang doch trotz allem hat es mich fesselt wie sonst nur ein paar von zb klaus kordon.agnes sasson schreibt ihre schreckliche zeit unter den nazis so dass sie nicht genau von schrecklichen morden erzählt sondern vielmehr ihre angst und das leiden der vielen mitgefangenen.doch trotz allem übermittelt sie einem wie schrecklich es damals war.
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Das Skelett im Wald. Unbekannte und vergessene Mordfälle aus der DDR Hans Girod Taschenbuch, 1. März 2005 Verkaufsrang: 88489
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wirklich ein super Buch... 4 von 5 Punkten ...aber leider genau das selbe wie der "Würger von Plauen" jetzt hab ich das Buch doppelt nur mit anderem Cover :-(
Sehr Empfehlenswert 5 von 5 Punkten Wer schon erschiedene Bücher von Hans Girod besitzt, weiß, was der Leser an diesem Autor hat und weiß seine Schreibweise zu schätzen. Es werden verschiedene Fälle mitfiebernd und mitzitternd erzählt, so das richtige Fans auch dieses Buch in kürzester Zeit ausgelesen haben. Hans Girod ergänzt auch die neusten Fälle wieder mit Methoden der Polizeiarbeit und Täteranalysen. Ein wiedermal sehr gelungendes Buch von einem Autor, der es versteht seine Leser in einem Bann zu ziehen. Ich freue mich schon auf das neuse Buch, welches im Oktober 2006 erscheint.
Gelungen 5 von 5 Punkten Wieder einmal ein sehr gelungenes Buch von Hans Girod.Wie seine 4 Bücher davor,ist auch dieses spannend erzählt (aus Sicht von Täter und Kriminalist)und sehr informativ.Nach Lesen dieses Buches möchte man wissen,wieviel Verbrechen die ehemalige DDR noch verschwiegen hat.Für Freunde dieses Genres eine absolute Kaufempfehlung. |
Lexikon Nationalsozialismus. Begriffe, Organisationen und Institutionen.: Begriffe, Organisationen und Institutionen Hilde Kammer; Elisabet Bartsch; Manon Eppenstein-Baukhage Broschiert, 1. September 1999 Verkaufsrang: 189412 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer immer sich mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft beschäftigt, stößt auf Begriffe und Schlagwörter, die heute nicht ohne weiteres verständlich sind. Dieses Lexikon erklärt nicht allein die Grundbegriffe der nationalsozialistischen Ideologie, sondern erläutert auch Namen und Funktionen der zahlreichen Einrichtungen und Organisationen des "Dritten Reichs". Zugleich erleichtern Hinweise auf Dokumente der Zeitgeschichte die gründliche Auseinandersetzung mit Geschichte und Bedeutung des Nationsalsozialismus.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Unverzichtbar! 5 von 5 Punkten Wer sich genauer mit der NS-Geschichte auseinander setzt, wird früher oder später vielen Begriffen begnen, die einem entweder gar nichts sagen oder nur vage bekannt sind. Die Stärke dieses Buches liegt eben darin, viele Schlüsselbegriffe des Nationalsozialismus zu erklären. Zu finden sind so bekannte Begriffe wie "Münchener Abkommen", "Reichskristallnacht", "Blutschutzgesetz" neben "Ferntrauung", "Glaube und Schönheit" usw.
Einige wenige Karten und Tabellen ergänzen die Texte.
Das tolle an diesem Lexikon ist, dass man nicht nur Begriffe nachschlagen wird, die einem in irgend einem Zusammenhang begnet sind, sondern man kriegt auch Lust, zu schmöckern und weitere Facetten des Nationalsozialismus zu entdecken, die man vorher gar nicht gekannt hat.
Für alle, die sich berufshalber mit dem Dritten Reich auseinander setzen müssen, wird dieses Buch zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk. Aber es ist auch für jeden Interessierten vorbehaltlos zu empfehlen.
Ein gut geschriebenes, umfassendes Werk 5 von 5 Punkten Das Buch behandelt sehr viele Definitionen aus der NS-Zeit. Die Definitionen sind gut geschrieben und sehr informativ. Eines der besten Nachschlagewerke, das es gibt. |
Berühmte Flugzeuge der Luftwaffe 1939 - 1945. Sonderausgabe: Berichte eines Testpiloten Eric Brown Gebundene Ausgabe, Januar 2000 Verkaufsrang: 172913 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses Buch ist ein »Muss« für jeden Freund der deutschen Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges. Eric Brown verfügt nicht nur über umfangreiches Hintergrundmaterial, das er seiner Bekanntschaft mit Flugpionieren wie Willy Messerschmitt, Ernst Heinkel und Kurt Tank verdankt. Sondern als Chefeinflieger der Royal Navy auch über jede Menge praktischer Flugerfahrungen mit deutschen Beuteflugzeugen. Für dieses ungewöhnliche Sachbuch hat Eric Brown die Flugzeuge ausgewählt, die seiner Ansicht nach im Zweiten Weltkrieg zu den bekanntesten und bedeutendsten zählten und technisch am weitesten entwickelt waren. Unterlegt von aussagekräftigen Fotos und exakten dreidimensionalen Schnittzeichnungen, schildert Eric Brown die Entstehungsgeschichte dieser Maschinen, íhre besonderen Eigenschaften und Eigenheiten, ihre Technik und ihre Einsätze.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Spannende Erlebnisse mit grandiosen Flugzeugen 5 von 5 Punkten Der Autor beschreibt die Flugzeuge der Deutschen Luftwaffe, die er teils während des Krieges und teils danach als Testpilot der RAF geflogen hat. Daher handelt es sich nicht um ein Sammelwerk mit Anspruch auf Vollständigkeit, umfasst aber mindestens 20 verschiedene Typen. Leider fehlen z.B. die Horten-Nurflügel. dafür sind die He162 und vor allem die Me163 drin. Zu jedem Zeitpunkt ist seine subjektive Sicht klar nach zu vollziehen, nichts ist heroisch verklärt dargestellt. Spannend auch seine Beschreibungen, wie die Engländer an die Flugzeuge gekommen sind. Gewürzt wird das Ganze mit guten Photos, sagenhaften Schnittzeichnungen und sehr guten Farbdokumentationen. Nur zeigen die Photos eben selten die Flugzeuge im Original, sondern mit den Hoheitszeichen der Gegner. Absolut lesenwert und sehr informativ.
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U-Boote vor Murmansk: Mit den Unternehmungen des letzten deutschen Weltkriegs-U-Bootes U 995 Eckard Wetzel Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 29761 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 1944/45 wurde die alliierte Übermacht für die deutschen U-Boote im Nordmeer immer erdrückender. Sobald sie den Stützpunkt Narvik verließen, um gegen die Konvois mit Nachschub für die Sowjetunion vorzugehen, warteten zahlreiche Jäger zu Wasser und in der Luft auf die grauen Wölfe, zu denen auch U 995 gehörte, das heute vor dem Marine-Ehrenmal in Laboe steht. Eckard Wetzel, 25 Jahre Erprobungsingenieur für U-Boote bei der Bundesmarine und bestens mit der Materie vertraut, beschreibt noch einmal ohne jedwedes Pathos das dramatische Geschehen auf dem nördlichsten Seekriegsschauplatz.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Neues Buch - Neue Details 5 von 5 Punkten Schön zusammengefasster Bericht über die letzten Fahrten von U-995. Sehr übersichtlich, gut lesbar und mit vielen Fotos gestaltet.
Ein Wehrmutstropfen der Geschichte von U-995: die unrühmliche Tat des letzten Kommandanten des Bootes gegenüber eines österreichischen Mannschaftmitgliedes, nach der Kapitulation Deutschlands. ...aber lesen Sie selbst! |
Vom Verschwinden der Täter. Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei Hannes Heer Gebundene Ausgabe, März 2004 Verkaufsrang: 102059 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Kriegskind Hannes Heer wollte eigentlich Geschichts- und Deutschlehrer werden. Doch sein 1968 abgelegtes Staatsexamen fiel in eine Zeit, als der bundesdeutsche Staat in Fragen der Verfassungstreue seiner zukünftigen Diener noch sehr misstrauisch war. Den Antifaschisten Heer jedenfalls wollte man nach seinem Staatsexamen 1968 lieber nicht in den Schuldienst übernehmen. Sein politisch-volkspädagogischer Furor aber hat ihn nie verlassen. Davon kündete die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Die Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" von 1995, an der er als damaliger Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung federführend beteiligt war. Nachdem die Ausstellung massive Proteste hervorgerufen hatte, unter anderem weil für manche der ausgestellten Fotos falsche und irreführende Bildunterschriften übernommen worden waren, ist sie mittlerweile in einer überarbeiteten Fassung wieder zu sehen. Von dieser zweiten, "völlig entschärften" Wehrmachtsausstellung distanziert sich Hannes Heer, der darin nur ein weiteres Indiz sieht für eine von ihm diagnostizierte "geschichtspolitische Wende", der gemäß die Deutschen begännen, sich vorwiegend selbst als Opfer von Vertreibung und Bombenterror zu betrachten, statt sich über die eigene Schuld zu grämen. Die "Tiefenströmung, die das Schicksal der Bundesrepublik von Beginn an beeinflusst" habe, sei von der "Obsession bestimmt, sich eine Vergangenheit zu suchen, die passend ist". Mit Vehemenz richtet sich Heer mit seinem Buch gegen die "bedingungslose Kapitulation der zweiten Wehrmachtsausstellung", die nur den Wünschen des Publikums aber nicht mehr der historischen Wahrheit verpflichtet sei. Starker Tobak also für jene, denen es nach wie vor ein Anliegen ist, "die Ehre der Wehrmacht" zu verteidigen und die darauf pochen, dass man Verbrechen von (ganz normalen) Wehrmachtsangehörigen als außerordentliche Ausnahmen zu betrachten habe. An der Faktizität des Vernichtungskrieges aber gibt es nun mal nichts zu deuteln. Nach den Tätern zu fragen muss deshalb erlaubt sein. Freilich steht es zugleich jedermann frei, die Thesen Hannes Heers zu widerlegen. Dies indes wird gar nicht so einfach sein! --Hasso Greb
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
moralisierend läßt sich Geschichte nicht verstehen 1 von 5 Punkten Genau dazu neigt Hannes Heer aber mit seiner ach so klaren Zuordnung in Gute und Böse. Natürlich gibt es keine Kriege ohne Krieger. Aber wenn hier wirklich eine personalisierte Schuldzuweisung für notwendig erachtet wird, muß sie auch den entsprechenden Wahrheitskriterien genügen. Da sind Bilddokumente nun mal wirklich nicht so eindeutig, wie sie zunächst scheinen. Daraus die Konsequenzen zu ziehen, muß also noch nichts mit einer neuen gesellschaftlichen 'Verschwörung' zu tun haben, die Heer hier m. E. versucht an die Wand zu malen. Neben schlechteren Büchern gibt es es nämlich auch eine ganze Menge gute, so daß mir seine Zuspitzung nicht sehr angemessen erscheint. Hervorheben möchte ich hier die Arbeiten zur Erforschung des deutschen Kommunismus von Mallmann (1996) und Weber (insbesondere 2004), die Einblicke in die Familiengeschichte von Wibke Bruns sowie die Arbeit von Aly (Hitlers Volksstaat). Wie begrenzt einsichtsfähig in das historische Dilemma zwischen dem 1. und dem Ende des 2. Weltkriegs die moralische Sichtweise macht, zeigte Heer übrigens mit seiner - keiner kritischen Überprüfung standhaltenden und die größten Dummheiten zudeckenden - Thälmann Biographie von 1975 selbst. |
Nürnberger Tagebuch: Ehemaliger Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher. (Die Zeit des Nationalsozialismus) Gustave M. Gilbert Sondereinband, März 2004 Verkaufsrang: 59310 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Als Psychologe interessierte es mich natürlich, herauszufinden, was Menschen dazu gebracht hatte, sich der Nazi-Bewegung anzuschließen und all das zu tun, was sie getan hatten", schreibt Gustav M. Gilbert im Vorwort des Nürnberger Tagebuchs. Seine Suche nach Antworten beginnt dort, wo Saul K. Padovers Studie Lügendetektor endet. Während Padover Kriegsgefangene und deutsche Zivilisten befragte, wandte sich Gilbert ihren Führern zu, genauer gesagt, den 22 Hauptkriegsverbrechern, die im Nürnberger Gefängnis auf ihren Prozess warteten. Als offizieller Gerichtspsychologe des Hauptkriegsverbrecher-Prozesses führte Gilbert zunächst eine Reihe psychologischer Tests mit den Angeklagten durch (Intelligenztest, Rorschach-Test, Persönlichkeitstest), deren Ergebnisse er im ersten Teil des Buches referiert. Er war sich jedoch im Klaren darüber, dass "eine derartig weitreichende und katastrophale Bewegung wie der Nationalsozialismus nicht ausreichend durch individuelle Charaktereigenschaften seiner Führer analysiert und verstanden" werden kann. Eine realistische Annäherung von der psychologischen Seite verlangt vielmehr einen "Einblick in die Gesamtpersönlichkeit in ihrer Wechselwirkung mit den jeweiligen gesellschaftlichen und geschichtlichen Gegebenheiten". Gilberts Methode war verblüffend einfach: eine zwanglose Unterhaltung. So gelang es dem erfahrenen Psychologen, das Vertrauen der Häftlinge zu gewinnen. In zahllosen Vier-Augen-Gesprächen ergingen sich die ehemaligen Nazigrößen in erbärmlichen Selbstrechtfertigungsversuchen, politischen Halbwahrheiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen; aber gerade dadurch, dass sie zu heftig protestierten und ehrlicher in ihrer Meinung über die anderen als über sich selber waren, enthüllten sie unvermeidlich die eigenen Charaktere und Motive. Dies macht Gilberts Tagebuch zu einem Zeitdokument aller ersten Ranges, das an Authentizität bis heute unübertroffen ist. --Stephan Fingerle
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Einzigartiges Dokument... 5 von 5 Punkten Das von G.M. Gilbert geführte Tagebuch ist ein einzigartiges Dokument der als Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg 1945 Angeklagten, mit denen er als Gerichtspsychologen sehr viele Gespräche führte. Aus dem Gedächtnis schrieb er jeweils nieder, was ihm von den Gesprächen haften blieb. Es werden die Gedankengänge und Argumentationen der sich verteidigenden Nazis deutlich. Natürlich kommt der unverbesserliche Göring besonders schlecht dabei weg. Die Brüchigkeit der Charaktere, ihre oftmals zwischen glühender Hitler-Anhängerschaft und tiefen Gewissensbissen über die begangenen Greuel schwankenden Emotionen zeigen sie als Menschen, die sich oft erst jetzt richtig klar werden über die enorme Verantwortung, die sie durch die Annahme ihrer hohen Ämter übernommen hatten. Sehr lesenswert. (4.02.06)
Ungewöhnlich und packend 5 von 5 Punkten Ein wie ich finde äußerst interessantes Buch. Die Gespräche, die Gilbert mit den angeklagten ranghohen Nazis führte, offenbaren einen tiefen und fundierten Einblick in die Gedankengänge dieser Menschen. Dort findet man im Grunde genommen alles, vom "ahnungslosen" Mitläufer, der in der Stunde seines Gerichts mit Hysterie erfüllt wird, ebenso wie den alten Haudegen, der auch jetzt noch eisern und mit "altem Mannstum" an seinem Glauben festhält (Göring). In dieser Form ist dieses Buch sicher einmalig und für alle Historiker bzw. interessierten Laien gleichfalls ein Gewinn. Meine klare Empfehlung schon deswegen, weil es sich hier um Geschichte pur aus erster Hand handelt. |
Der Tod im Reisfeld. Dreißig Jahre Krieg in Indochina Peter Scholl-Latour Gebundene Ausgabe, 1988 Verkaufsrang: 162564 Angesichts vieler erfolgreicher Hollywood-Filme über den Vietnam-Krieg ist etwas in Vergessenheit geraten, dass die Auseinandersetzung um das südostasiatische Land weit länger andauerte als nur die zehn Jahre der US-amerikanischen Beteiligung. Zuvor versuchten die Franzosen seit 1941, ihre Kolonie gegen den Kommunismus zu verteidigen, nach dem Kriegsende 1975 führte die chinesische Einmischung zu Konflikten. Alles in allem dauerte dieser Krieg so runde dreißig Jahre. Einer, der garantiert keine der Phasen dieser Auseinandersetzung vergessen wird, ist Peter Scholl-Latour, war er doch immer wieder vor Ort in Vietnam und seinen Nachbarstaaten. Resultat dieser Aufenthalte in Asien war 1979 der Band Tod im Reisfeld, in dem Scholl-Latour seine Eindrücke aus der Zeit zwischen 1945 und 1979 festhielt. Erlebnisse wie die Reise auf einem französischen Truppentransporter oder der Flug mit US-Hubschraubern ins Gefecht spiegeln die Stimmung in einem kriegsgebeutelten Land wider, erfassen aber auch dessen Nachbarstaaten Laos oder Kambodscha. Zugleich vermittelt Scholl-Latour mit seinen Berichten den politischen Fortgang der Dinge. Die oft geäußerte Kritik an den neueren Büchern Scholl-Latours hinsichtlich zu geringer Recherche vor Ort kann man diesem Band wirklich nicht vorwerfen. Scholl-Latour war tatsächlich jahre-, sogar jahrzehntelang immer wieder in Asien, was ihm vielschichtige Einblicke ermöglichte. Genau diese authentischen Augenzeugenberichte sind denn auch die Stärke seines Buches und machten es zu einem Standardwerk in Sachen Indochina. Schön wäre jedoch gewesen, wenn Scholl-Latour der Neuauflage seines Bandes wenigstens ein kleines Kapitel über Vietnams Entwicklung nach 1979 mitgegeben hätte, denn ein winziges Nachwort als einzige Ergänzung ist ein bisschen dürftig.--Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Nicht nur Politik 5 von 5 Punkten Anerkanntermaßen ist dieses Buch die vielleicht beste, politische Analyse der Zeitgeschichte eines anderen Landes in deutscher Sprache. Besser kann man den Vietnamkonflikt wirklich kaum erzählen. Es beginnt in den 50er Jahren, man erlebt den moralischen, dann den faktischen Zusammenbruch der europäischen Kolonialreiche im Nachgang des zweiten Weltkrieges. Zum ersten Mal wird transparent, welche weltweiten Folgen der Krieg auch bis in die letzten Winkel der Welt hatte. Was dann folgte, waren die Amerikaner mit einer gewissen Naivität und allen Neurosen des kalten Krieges. Man sieht, wie sich die Parameter der Politik langsam verändern. Scholl-Latour zeigt hervorragend, welche Folgen die große Politik auf die kleinen Leute hat. Wenn es heißt, eine gewisse Bevölkerungsgruppe würde die eine oder die andere Seite unterstützen, fährt der Autor einfach mal in die Region und sieht sich die Tatsachen vor Ort wirklich an. Und meist entsteht dann ein Bericht, in dem die großen Linien der Weltpolitik dann deutlich relativiert werden müssen. Und auch der direkte Kontakt mit vielen der handelnden Politiker hilft bei der Klarheit der Analyse der Ereignisse. Es sind eben doch Menschen, die Politik machen und nicht nur Systeme. Ich würde mir wünschen, dass man auch für die Politik heute aus diesem Buch seine Lehren ziehen würde.
Seltener wird bemerkt, dass das Buch auch in der Gattung Reiseberichte in deutscher Sprache einzigartig, man muss wohl sagen herausragend ist. Als junger Mann war der Autor als Soldat der französischen Fremdenlegion zum ersten Mal in diesem wunderschönen Land, und es hat ihn seitdem nicht wieder losgelassen. Man liest aus den Beschreibungen von Land und Leuten seine Begeisterung heraus. Das ganze ist dabei auch noch unterhaltsam und stellenweise witzig geschrieben. Mich erinnert es an Reisebeschreibungen, wie ich sie eher von den klassischen, englischsprachigen Reiseautoren kenne. Insbesondere seine Personenbeschreibungen sind herrlich zu lesen.
So mag der Konflikt, der hier beschrieben wird, heute nicht mehr aktuell sein. Das Buch allerdings ist ein Klassiker. Und die haben die Eigenschaft, immer aktuell zu bleiben.
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Schlacht in den Ardennen: Die Offensive - Dezember 1944 David Jordan Gebundene Ausgabe, März 2006 Verkaufsrang: 115123 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Um einen "Sieg" zu erringen, warf Hitler 1944 alle verbleibenden Kräfte an die Westfront, wo die Alliierten seit der Landung in der Normandie auf unaufhaltsamem Vormarsch waren - ein Pyrrhussieg kurz vor Kriegsende. Voraussetzungen, Vorbereitungen und die Folgen behandelt dieses Buch. Vor allem aber schildert es die ersten 24 Stunden einer typischen Wahnsinnstat Hitlers - mit vielen eigens entwickelten Karten, die die Kampfgebiete und die eingesetzten Truppen zeigen, sowie Informationen zu den eingesetzten Panzern und Flugzeugen.
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Geschichte der deutschen Kolonien (Uni-Taschenbücher S) Horst Gründer Taschenbuch, 1. Mai 2004 Verkaufsrang: 24503 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Schwerpunkte dieser Arbeit sind: Die Kolonialbewegung und Kolonialpolitik im Gefüge der inneren und äußeren Politik des Deutschen Kaiserreiches, die Ausübung und Auswirkung der Kolonialherrschaft in den ehemals deutschen 'Schutzgebieten' in Afrika, Ostasien und Ozeanien, die 'situation coloniale', die Begegnung von Kolonialherren und einheimischen Gesellschaften.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ideales Überblickswerk 5 von 5 Punkten Das Überblickswerk von Horst Gründer liefert den idealen Einstieg in die deutsche Kolonialgeschichte. In einer spannenden, nicht ermüdenden Schreibweise verschafft Horst Gründer dem Leser einen ersten Einblick in die Thematik. Chronologisch behandelt er hierbei erstes koloniales Engagement im 17 Jh. ehe er auf die Kolonialpolitik der Bismarck-Ära zu sprechen kommt. Anschließend setzt er regionale Schwerpunkte auf die einzelnen Kolonien. Den Abschluss bildet der Kolonialrevisionismus nach dem 1. WK sowie eine Bilanz. Jeder dieser Abschnitte umfasst 10 bis 20 Seiten und erlaubt somit auch das Nachschlagen einzelner Themen. Ergänzt wird jeder Abschnitt durch ausführliche Literaturverweise, die eine vertiefende Recherche erleichtern. Auf drei Seiten listet er zudem die leitenden Kolonialbeamten der einzelnen Kolonien auf.
Hier nocheinmal die orzüge kurz und knapp:
+ leichter, verständlicher Einstieg
+ Themenbereich sinnvoll umrissen, alle Abschnitte von Bedeutung erwähnt
+ 60 Seiten Bibliografie
+ Verweis auf geschichtswissenschaftliche Kontroversen (sowie deren Vertreter)
+ Personen- und Beamtenregister
Daher: Ganz klar, 5 Sterne. Ein unersetzlicher Überblick für Geschichtsstudenten und geschichtlich Interessierte.
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Henning von Tresckow: Ein Preusse gegen Hitler Bodo Scheurig Gebundene Ausgabe, Februar 2004 Verkaufsrang: 153156 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Rechtzeitig bevor sich am 20. Juli 2004 das Stauffenberg-Attentat zum 60. Mal jährt, erscheinen allerorts Biografien und Sammelbände, die den widerständigen Militärs des Dritten Reichs gewidmet sind. Bei dem hier anzuzeigenden Band aus der Feder Bodo Scheurigs handelt es sich um eine Neuauflage der zuerst 1973 und zuletzt 1987 erschienenen Biografie des Wehrmachtsoffiziers Henning von Tresckow, von der der Autor in seinem Vorwort sinngemäß sagt, dass sie unverändert hat bleiben dürfen, weil auch die jüngere historische Forschung keine wirklich relevanten neuen Erkenntnisse geliefert hätte, die er hätte berücksichtigen müssen. Ausdrücklich erwähnt Scheurig die Tresckow-Beiträge Christian Gerlachs (vor allem: Kalkulierte Morde, 1999), die angeblich keine Auseinandersetzung verdient hätten. "Sie sind", so Scheurig, "nicht kritikwürdig, mehr noch: indiskutabel. Sie verletzen nahezu jede Regel seriöser Forschung und verbiegen aus ideologischer Voreingenommenheit die historische Wahrheit oft zu puren Zerrbildern". Ohne die Arbeit Scheurigs schmälern zu wollen, die sehr wohl auch heute noch lesenswert ist, hier schießt er -- wohl selbst aus der von ihm beklagten "ideologischen Voreingenommenheit" -- deutlich über das Ziel hinaus. Weshalb er auf die in den letzten Jahren unter Historikern lauter werdenden Zweifel an der Heiligkeit Tresckows und von manch anderem widerständigen Militär so gereizt reagiert, erhellt der letzte Satz besagten Vorworts, mit dem Scheurig uns glauben machen will, das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944 habe wirklich gerettet, was längst verloren war: "Was 1944 zählte, war vorab die Rettung Deutschlands, und wie je gilt -- über allem -- das Opfer derer, ohne die wir ehrlos geworden wären." Ohne Herrn Scheurig zu nahe treten zu wollen: Man wird zumindest zu bedenken geben dürfen, dass von Tresckow, der sich schon bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 von deren Politik und Ideologie entfremdet hatte, auch nach der Auffassung von niemand Geringerem als Hans Mommsen unzweifelhaft und wiederholt unmittelbar mit so genannten Antipartisanenaktionen befasst gewesen ist. Auch führt für Mommsen "kein Weg daran vorbei, sich einzugestehen, dass eine beträchtliche Zahl derjenigen, die am 20. Juli aktiv mitgewirkt und dabei vielfach ihr Leben geopfert haben, zuvor am Rassenvernichtungskrieg teilgenommen, ihn jedenfalls streckenweise gebilligt und in einigen Fällen aktiv vorangetrieben haben". Kurzum: Bodo Scheurig hätte um der historischen Wahrheit willen durchaus Anlass gehabt, die neuere Forschung zur Kenntnis nehmen, bevor er ein Manuskript aus dem Jahr 1973 mehr als 30 Jahre nach seiner Fertigstellung unverändert wieder abdrucken ließ. Eine Auseinandersetzung mit dieser Forschung in einem ausführlichen Nachwort wäre das Mindeste gewesen, was der Verlag dem Autor hätte abverlangen müssen. --Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Immer wieder lesenswert 5 von 5 Punkten Ich habe 1989 ein Exemplar des Buches erstanden und es seitdem im Abstand von einigen Jahren immer mal wieder gelesen - ein beeindruckendes Werk über einen beeindruckenden und vorbildgebenden Mann.
Ich habe auch sowohl schon mit dem Autor diskutiert als auch folge ich der aktuellen Forschung. Die wertenden und wenig unparteilichen Aussagen der Amazon-Redaktion sind für mich nicht nachvollziehbar - die Qualifikation des Rezensenten würde mich interessieren. Um es mit Scheurig aufzunehmen, sollte er mindestens einschlägig promoviert sein.
starkes Buch über eine beeindruckende Persönlichkeit 5 von 5 Punkten Zuerst noch von Hitler und dem Nationalsozialismus angezogen, ist Henning von Tresckow schon bald davon überzeugt, dass Hitler Deutschland in den Abgrund führt und deshalb beseitigt werden muss. Das Buch gefällt mir deshalb so gut, weil es nicht nur von den bekanntlich misslungenen Attentatsversuchen erzählt, sondern einen tiefen Einblick in das von preußischen Tugenden geprägte Innenleben von Tresckows gibt. Das Buch beschränkt sich auf das Wesentliche: den Soldaten und Widerständler - auf den Generalmajor, der im Krieg als Vorgesetzter und Besatzer nie seine Menschlichkeit verlor und trotz aller Rückschläge und Widrigkeiten seinen Plan stets konsequent und zielstrebig verfolgte: Hitler zu töten. Ein bewunderungswürdiges Beispiel für Zivilcourage! Bodo Scheurig hat Henning von Tresckow mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt. |
Der Gottesbegriff nach Auschwitz: Eine jüdische Stimme Hans Jonas Taschenbuch, Januar 1987 Verkaufsrang: 46248 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Erhellend 5 von 5 Punkten Warum muß ich 41 Jahre werden, um das Wesen Gottes so gut dargelegt zu bekommen? Herr Jonas hat eine wunderbare, klare Form gefunden um an das Thema heran zu gehen und dann zu bearbeiten. Sehr zu empfehlen. Dieses kleine Buch könnte ich mir z. B. gut im Philosophie- oder Religionsunterricht der Oberstufe vorstellen.
Je mehr ich lese, desdo mehr frage ich mich, warum in der Schule zwar Themen angesprochen wurden, aber nie mit kleinen, aber wichtigen Büchern untermauert wurden.
Nur wenige Seiten, aber welch ein Inhalt ! 5 von 5 Punkten Auf nur wenigen Seiten zeichnet Jonas ein Gottesbild, das mich wie kaum eine andere Darstellung des Themas tief beeindruckt hat. Zum Entwurf dieses Bildes bedient sich der Autor im Zentrum seines Werkes eines selbstentworfenen Mythos, um sich damit der Größe und eigentlichen Unfassbarkeit des Themas vorsichtig nähern zu können, was ihm eindrucksvoll gelingt. Das Büchlein ist äußerst lesenswert für jeden, der sich für das Thema Theodizee interessiert. Innerhalb der Sammlung meiner besten Bücher gehört das dünne Bändchen zu den wichtigsten. |
Deutsche Geschichte 1800 - 1918: Arbeitswelt und Bürgergeist. Machtstaat vor der Demokratie: 3 Bde Thomas Nipperdey Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 108659 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die höchste Stufe der Adelung wissenschaftlicher Literatur ist -- noch jenseits der Bezeichnung als "Standardwerk" -- die schlichte Nennung des Autorennamens: Name und Werk sind dann eins, weitere Hinweise sind überflüssig. In diese eigene Kategorie dringen nur wenige Autoren vor. Thomas Nipperdey mit seinem "Nipperdey" ist ohne Zweifel einer davon. Fraglos ist Gordon A. Craig zuzustimmen, der die Trilogie des 1992 verstorbenen Historikers zur deutschen Geschichte zwischen Napoleon und der Ausrufung der Weimarer Republik als eine "großartige Verbindung von wissenschaftlicher und literarischer Kraft" würdigte. Kaum ein anderes Meisterstück der Historiographie vereint so brillant erzählt die verschiedenen Stränge einer Epoche. Die traditionelle politische Geschichtsschreibung im besten Sinne tritt hier neben die Wirtschaftsgeschichte, Sozial- und Alltagsgeschichte wechseln sich mit Religions- und Wissenschaftsgeschichte ab. Eigentlich nicht so umfangreich geplant, breitet Nipperdey schließlich die Darstellung und Bilanz in drei Bänden mit insgesamt über 2400 Seiten aus. Der erste Band Bürgerwelt und starker Staat umfasst den Zeitabschnitt von 1800 bis 1866, das Kaiserreich ist hingegen in zwei thematisch unterschiedliche Halbbände gegliedert: Arbeitswelt und Bürgergeist mit dem Akzent auf der Gesellschaftsgeschichte sowie Machtstaat vor der Demokratie, in dem der Autor die innen- und außenpolitischen Entwicklungsstränge zuerst entwirrt, um sie dann in der europäischen Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges wieder miteinander zu verknüpfen. Nipperdeys Zielsetzung, "eine die Totalität der Lebenswelten umgreifende Geschichte zu bieten", ist ihm mit diesem Werk eindrucksvoll gelungen. Die Sonderausgabe des dreibändigen Werkes durch den Beck-Verlag überzeugt durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. --Manfred Schwarzmeier
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Standardwerk zur neueren Deutschen Geschichte 5 von 5 Punkten Neben vielen anderen wichtigen historischen Werken von Nipperdey sind insbesondere diese Bücher von unschätzbaren Wert für die, die alles über das Deutschland von 1800-1918 erfahren wollen - egal ob privat, für die Schule oder die Universität. Nipperdey durchleuchtet in diesen Büchern einfach alles: Innen- und Außenpolitik, Gesellschaft und Wirtschaft. Oft empfiehlt sich -und dies ist bei diesen Büchern Dank ihrer übersichtlichen Strukturierung relativ enfach- nicht das ganze Buch zu lesen, sondern nur die Kapitel, die das Thema betreffen, welches einen interessiert. Dies ist insbesondere Schülern zu empfehlen, die sich zum Beispiel auf ein Referat im Fach Geschichte vorbereiten. (Obendrein ist Nipperdey bei den Lehren als Quelle sehr beliebt.) |
Das »Dritte Reich«: Eine Einführung Winfried Süß Broschiert, August 2008 Verkaufsrang: 113042 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Kompendium zum Nationalsozialismus - von einer jungen Historikergeneration glänzend geschrieben Wo lag das Machtzentrum des »Dritten Reiches«? Wer plante den Judenmord, und wer wagte Widerstand gegen Hitlers Regime? Wie profitierten die deutschen »Volksgenossen« von Krieg und Barbarei? Diese und zahlreiche andere Fragen beantwortet die kompakte und verständlich geschriebene Einführung und liefert dabei nicht nur einen kompetenten Überblick, sondern ermöglicht auch tiefe Einblicke in neue Forschungserkenntnisse und aktuelle Debatten. Die Zeit des Nationalsozialismus ist jene Phase der deutschen Geschichte, die wohl am besten erforscht ist und das größte Interesse beim Publikum erfährt. Untersuchungen zu einzelnen Aspekten des »Dritten Reichs« sind daher in großer Zahl vorhanden, bislang fehlte jedoch ein leicht verständlicher und gut lesbarer Überblick, der zugleich die neuesten Ergebnisse der zeithistorischen Forschung berücksichtigt. Das vorliegende Buch schließt diese Lücke und bietet eine kompakte und umfassende Einführung in alle wichtigen sowie bislang vernachlässigten Fragen und Interpretationen zum »Dritten Reich«. Ein unverzichtbares Buch für jeden, der sich für die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Folgen interessiert. Aus dem Inhalt Der »Führer« und seine Partei Volksgemeinschaft und Vernichtungskrieg Nachgeschichte und Gegenwart des Nationalsozialismus · Umfassend, systematisch, gut lesbar · Auch für Schule und Studium geeignet · Die Herausgeber und Autoren zählen zu den besten Köpfen der jüngeren Historikergeneration
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Für einen Überblick lohnt sich das Buch 5 von 5 Punkten Ich habe das Buch noch nicht ganz durch, aber die Herausgeber bemühen sich um einen weiten Fächer an Themen, die das Dritte Reich betreffen. Die jeweiligen Autoren schaffen es in der Kürze pointiert die verschiedenen Themen abzuhandeln ("Der Führer", Frauenbild, Umgang mit Kirchen, ...) und auch viele Fragen zu beantworten. Für jemanden, der sich dem Thema "Drittes Reich" erstmalig annähern möchte oder seine alten Schulkenntnisse auffrischen und viele neue Ansatzpunkte kennenlernen möchte, ist dieses Buch genau geeignet. Wer in die jeweiligen Themen vertieft einsteigen möchte, muss Sekundärliteratur dazuziehen. Alles in Allem zeigt das Buch aber deutlich, was in der nun nicht mehr so jüngeren Geschichte im Dritten Reich wirklich geschah, wie die Menschen sozial und persönlich "gestrickt" waren und warum vieles vielleicht auch so geschehen musste, wie es geschah (das soll keine Entschuldigung sein, sondern nur ein Ansatzpunkt für eine Erklärung). Ich kann das Buch nur empfehlen; kurze einprägsame und unterhaltsame Kapitel. |
Der Rote Baron: Sein letzter Flug: Die Wahrheit über den Tod des deutschen Flieger-Asses Norman Franks, Alan Bennett Broschiert, 17. September 2007 Verkaufsrang: 159447 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bis heute ist der Abschuss des legendären Jagdfliegers Freiherr Manfred von Richthofen, auch bekannt als der äRote Baron, ein Rätsel. 80 Jahre lang glaubte die Royal Air Force an seinen Tod durch die Salven ihres Piloten Roy Browns, der dafür sogar ausgezeichnet wurde. Doch den Autoren Norman Franks und Alan Bennett liegen bislang verschollene Augenzeugenberichte der Luftkämpfe an der Westfront vor, die es ermöglichen, die bis heute gültigen Fakten über den letzten Flug Richthofens am 21.04.1918 in Frage zu stellen und seinen Absturz neu zu rekonstruieren. Als Todesschütze taucht nun ein bislang unbekannter australischer Infanterist auf, der nur durch Zufall Richthofen vom Boden aus erschossen haben kann. Eindrucksvolles Bildmaterial wie zahlreiche historische Abbildungen, Illustrationen und 3-D-Tafeln ermöglichen es dem Leser, sich eine genaue Vorstellung der Ereignisse vor über acht Jahrzehnten zu machen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
... ein MUSS für jeden Richthofen-Forscher 4 von 5 Punkten Das Forscher-Gespann Franks-Bennett hat hier eine ganz besondere Arbeit geleistet. Minutiös wird der letzte Flug des "Roten Kampffliegers" beschrieben. Sehr detailliert werden die verschiedenen Sichtweisen der alliierten Zeugen dargestellt und einander entgegengesetzt. Der Streit zwischen Brown-Popkin-Evans wird in aller Einzelheit auseinandergenommen und - gegensätzlich zu CARISELLA gelößt. Auch für Richthofen-Begeisterte, die bisher glaubten alles zu wissen, birgt dieses Buch Neuigkeiten, die sie sich nicht entgehen lassen sollten. |
Europa im Ost-West-Konflikt 1945 - 1991 Jost Dülffer Taschenbuch, 1. September 2004 Verkaufsrang: 79955 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Geschichte Europas nach dem Zweiten Weltkrieg stand nachdrücklich im Zeichen des Ost-West-Konflikts. Dieser Konflikt entstand aus dem Zweiten Weltkrieg und war nicht alternativlos. Er eskalierte zu drei Kalten Kriegen in der Zeit um Berliner Blockade und Koreakrieg (1948-1952), zweite Berlinkrise und Kubakonflikt (1958-1962) sowie um die Raketenrüstungen (1979-1984). Jost Dülffers Band ist eine studentengerechte Einführung in die von Brüchen, Konflikten und Integrationsversuchen geprägte Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung des Ostblocks. In bewährter "Grundriss"-Manier tritt neben die Darstellung der geschichtlichen Ereignisse eine umfassende Diskussion der Forschung sowie eine Bibliographie der wichtigsten Literatur.
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Als die Deutschen weg waren: Was nach der Vertreibung geschah: Ostpreußen, Schlesien, Sudetenland Adrian von Arburg, Wlodzimierz Borodziej, Jurij Kostjaschow Broschiert, Januar 2007 Verkaufsrang: 62231 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der 2. Weltkrieg war schrecklich. Bücher und TV-Dokumentationen tragen bei, die menschliche Katastrophe aufzuarbeiten. Ein Thema blieb jedoch weitgehend ausgespart -- nämlich: Was geschah in den ehemals deutsch besiedelten Gebieten, nachdem Deutsche geflüchtet oder vertrieben worden waren? Diese Frage beantwortet nun ein siebenköpfiges Autoren-Team aus Deutschland, Polen, Tschechien und Russland. Ihr mit Karten und Bildern ausgestattetes Buch begleitet eine dreiteilige WDR-Reihe (Erstausstrahlung ab 03.10.2005 wöchentlich um 20.15 Uhr). Als Quelle dienen sowohl Deutsche, die bleiben durften, als auch neue Siedler. Etwa 20 Millionen Menschen verloren nach dem 2. Weltkrieg ihre Heimat, knapp zwei Drittel davon Deutsche. Polen, die von Lemberg nach Breslau umsiedeln mussten, ging es nicht viel besser als Schlesiern, die aus Breslau vertrieben wurden. Eine einzigartige ethnische Säuberung war voll im Gange. Was danach geschah, zeigen Geschichten aus drei beispielhaften Orten: Tollmingkehmen in Ostpreußen, Groß Döbern in Schlesien und Gablonz im Sudetenland. Auch die Vorgeschichte bleibt nicht ausgespart. Beispiel Sudetenland: Dort erlebt Christa Petrásková, geborene Tippelt, wie Deutsche nach dem Krieg eine weiße Armbinde mit einem N für Nemec (Deutscher) tragen müssen. Tschechen übernehmen im Grenzland die Häuser der Vertriebenen. Nicht nur wer mit den Nazis kollaboriert hatte, muss gehen. Die deutsche Sprache bleibt verpönt und aus den Schulen verbannt. Da nur zwei Millionen Tschechen in die Gebiete zogen, aus denen drei Millionen Deutsche vertrieben worden waren, entstehen Hunderte von Geisterdörfern. 1948 übernehmen die Kommunisten die Macht, 1968 beenden die Bruderstaaten den Prager Frühling, 1989 bricht die Sozialistische Republik zusammen. Sowohl Versöhnliches als auch Vorbehalte kennzeichnen die deutsch-tschechischen Beziehungen heute. Wir Deutsche vergessen nicht, dass wir den Krieg und das damit verbundene gewaltige Leid lostraten. Andererseits rechtfertigt der Verweis auf die deutsche Kriegsschuld kein Verbrechen an deutschen Zivilisten -- und auch keine ethnische Säuberung. Wiederum schwierig ist es, Nachsicht von denen einzufordern, die überfallen und gedemütigt worden waren und dabei Angehörige wie Freunde verloren hatten. Andauernd mahnen uns alle unschuldigen Opfer, in Frieden zusammenzuleben. Dazu gehört, die Geschichte ehrlich aufzuarbeiten. Dieses Buch hilft dabei. Und letztendlich lädt gestern wie heute der Einzelne Schuld auf sich und nicht das Kollektiv. --Herwig Slezak
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Flucht oder Angst Deutscher zu sein 4 von 5 Punkten Die Flucht von Tausenden wurde schon oft geschildert. Und wie erging es aber denen die zurückgeblieben sind. Auch nach über 60 Jahren ein Buchthema. Emotionen werden erkennbar. Wir leben in Europa und müssen offen über solch weit zurückliegende Ereignisse sprechen. Das Buch hilft dabei. Die Flucht wurde oft erst nach vielen Versuchen von den damaligen Behörden genehmigt. Die Kriegsgeneration hat die ganze Existenz aufs Spiel gesetzt. An den Übrigen wurde Rache ausgeübt oder es gab Ausnahmen wo es nicht geschehen ist. Wer weis dass heute noch. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzen will, sollte das Buch lesen. Mit einem vollständigen Wissen über alle Aspekte der Vertreibung können wir für die Zukunft lernen. Das ist der Buchbeitrag der mit vier Sternen beurteilt wird.
Martin Ludwig, Gessertshausen
Der Titel hält leider nicht vollständig was er verspricht 2 von 5 Punkten In zwei von drei Kapiteln hält der Titel leider nicht was er verspricht.
Lediglich im Kaptel, welches die Nachkriegsgeschichte des ehemaligen Ostpreussen schildert, erfüllt das Buch, daß was es im Titel verspricht, die Zustände und den Verlauf der Geschichte nach der Vertreibung der Mehrzahl der ursprünglichen deutschen Bewohner zu schildern.
Die Kapitel über Schlesien und das Sudetenland schildern in erster Linie mit Zeitzeugen das Schicksal von gebliebenen und und unter Druck assimilierten Deutschen in diesen Regionen.
Daraus entstehen sehr lesenswerte und äußerst informative und spannende Kapitel, welche nicht nur schwarz und weiß zeichnen, sondern auch die Grautöne der Geschichte abbilden. Leider jedoch mit einem ganz anderen inhaltlichem Resultat, als der Titel und der Begleittext des Buches erwarten lassen.
Zumindestens für das Sudetenland liegt als Begleitresultat zur Ausstellung "Das verschwundene Sudetenland" von einem tschechischen Autorenteam, mit dem zweisprachigen und umfangreich illustriertem Buch ein Titel vor, welcher inhaltlich exakt das erfüllt, was das o. g. Buch nicht halten kann. |
Eine Frage der Ehre: Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 Christian Graf von Krockow Taschenbuch, Juli 2004 Verkaufsrang: 131374 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Christian Graf von Krockow erzählt die Geschichte von Stauffenberg und dem 20. Juli, die zu einem Symbol des deutschen Widerstands gegen die NS-Diktatur geworden ist. Er beleuchtet die Kindheit und Jugend des Attentäters, schildert seinen Weg in den Widerstand, verfolgt die Vorbereitung und Durchführung des Staatsstreichs und berichtet von den schrecklichen Folgen seines Scheiterns. Nicht zuletzt geht er der Frage nach, was jeder von uns tun kann, damit Deutschland nie wieder einen solchen Helden nötig hat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Sehr gute Einführung 5 von 5 Punkten Christian Graf von Krockow hat eine sehr lesenswerte Biographie von Stauffenberg geschrieben. Er zeigt auf, warum sich der zunächst begeisterte Hitler-Anhänger zum Widerständler wandelte. Besonders eindrucksvoll ist es, dass Krockow aufzeigt, wie mutig die Entscheidung, gegen Hitler ein Attentat zu verüben, gewesen ist. Denn bei einem Fehlschlag bezahlte man im totalitären Staat mit dem eigenen Leben. Es war in der Tat eine Frage des Gewissens. Ähnlich eindringlich wie Marion Gräfin Dönhoff in ihrer fast gleichnamigen Publikation: "Um der Ehre willen" (überhaupt habe ich den Eindruck, dass diese beiden persönlich befreundeten und aus demselben ostpreußischen Milieu stammenden Schriftsteller viele geistige Gemeinsamkeiten hatten)zeigt Krockow auf, dass die Widerständler ein besseres, ein moralischeres Deutschland wollten - und alles taten, um das Land von Hitler zu befreien. Wie schwierig es war, die eigenen Skrupel zu überwinden, den auf Hitlers Person geschworenen Eid zu verletzen und die Tat zu wagen, weil sich derjenige, auf den der Eid geschworen war, als skrupelloser Verbrecher erwies, der das Land in den Abgrund führte, zeigt Krockow - wie Frau Dönhoff - auf. Das Attentat musste trotz geringer Erfolgsaussichten (das Dritte Reich war ein totalitäter Staat)gewagt werden, um, wie Henning von Treskow, einer der Mitverschworenen sagte, vor der Welt zu zeigen, dass Deutsche konnte, dass Deutsche diesen mutigen Schritt gewagt hatten. Auch der schmerzliche Wandlungsprozess Stauffenbergs vom Hitler-Bewunderer zum erbitterten Gegner wird gut dargestellt.Wie in seiner sehr gut lesbaren Hitler-Biographie beschäftigt Krockow die Frage, wie es möglich war, dass die Deutschen Hitler verfallen sind, dass diese Kulturnation ein solch barbarisches Regime erhielt. Sehr interessant die Erörterung der Frage, was zu tun ist, damit Hitler nicht wiederkehren kann und damit solche "Helden" wie Stauffenberg nicht mehr notwendig sind. Es bleibt zu hoffen, dass die politische Reife und das demokratische Bewußtsein der Deutschen so weit ausgeprägt ist, dass auch in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten ein Rattenfänger wie Hitler keine Chancen mehr erhält. Denn dies ist das wichtigste an diesem Buch: es zeigt noch einmal für seine Zielgruppe - in erster Linie junge Leute - auf, wie wichtig es ist, die Entstehung einer totalitären Diktatur zu verhindern. Denn - so Krockow zu recht - wenn diese erst einmal etabliert ist, ist es fast unmöglich, sie von innen zu beseitigen. Auch dies zeigt der 20. Juli 1944, der hunderte von unschuldigen Opfern gefordert hat. Insgesamt ein eindrucksvolles Buch, wenn auch nichts "Neues" geliefert wird, was der Autor nicht in früheren Publikationen angesprochen hätte oder was Marion Gräfin Dönhoff und andere - hervorragende Stauffenberg-Biographen, wie Peter Hoffmann, bereits in ihren Schriften dargestellt haben. Trotzdem: gerade für Jugendliche, aber auch für jeden politisch Interessierten nach wie vor äußerst lesenswert.
Weitere Lesermeinungen |
Deutsche Geschichte - Ein Versuch 1. 4 CDs: Von den Anfängen bis zum Wormser Konkordat Herbert Rosendorfer Audio CD, Januar 2006 Verkaufsrang: 138492 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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