|
| Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs Ulrich Grober Gebundene Ausgabe, 1. März 2010 Verkaufsrang: 6378 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nachhaltig ist heutzutage alles, von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Das von Joachim Heinrich Campe 1807 herausgegebene Wörterbuch der deutschen Sprache definiert das Wort "Nachhalt" als das, "woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält". An was kann man sich halten, was bedeutet Nachhaltigkeit? In diesem anschaulich erzählten Buch wird der Begriff "Nachhaltigkeit" neu vermessen. Vor fast 250 Jahren avancierte er zum Leitbegriff des deutschen Forstwesens und bezeichnet seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen nachzuhalten. Das von Hans Carl von Carlowitz 1713 erstmals beschriebene Dreieck der Nachhaltigkeit ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit ist heute als "sustainable development" in aller Munde. Die Idee dieses Begriffs aber reicht noch weiter zurück. Sie findet sich im "Sonnengesang" des Franziskus von Assisi genauso wie bei den griechischen Philosophen und den Philosophen der Aufklärung. Ulrich Grobers spannende (Zeit)Reise führt uns an den Hof des Sonnenkönigs und in die deutschen Fürstenstaaten, erzählt vom sächsischen Silberbergbau und vom Holzmangel. Und davon, dass die Nachhaltigkeitsidee überall, wo sie auftaucht, ein Kind der Krise ist, aber auch die Entstehung eines neuen Bewusstseins markiert. Des Bewusstseins, dass der Planet, auf dem wir leben, erhalten und bewahrt werden muss.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Informatives Lesevergnügen 5 von 5 Punkten Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Heutzutage ist alles nachhaltig. Was für eine vorbildliche Nation Deutschland doch in Sachen Umweltschutz ist. An wirklicher Umweltbildung, abseits der bequemen Schlagworte, mangelt es hingegen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Nachhaltigkeit? Welche Geschichte hat dieser Begriff ? Die Fragen werden im Buch Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs" eindrucksvoll und mit grosser sprachlicher Schärfe erklärt. Das Buch von Ulrich Grober ist nicht nur lehrreich im alten Sinne des Begriffes. Ulrich Grober macht die Abhandlung zu einem Lesevergnügen. Gerade auch deshalb weil er dem Bedürfnis nach bequemer, mundgerechter, Lektüre nicht nachkommt. Eine Kulturgeschichte des Begriffes Nachhaltigkeit ist gleichzeitig auch eine Zeitreise. Franz von Assisi, die europäischen Königshöfe, die Brundlandt Kommission, sind nur einige Stationen. Die Situation des Waldes, die immer neuen Definitionen in Sachen Nutzung, sind ebenso spannend zu lesen die Diskussionen zum Thema Energie (vom Tagebau zur Solarenergie !?). Das Buch von Ulrich Grober ist verblüffend aktuell und fundiert. Menschen die sich am umweltpolitischen Diskurs beteiligen ist die Lektüre dringend zu empfehlen. Allen anderen Menschen auch. Es geht letztlich um die Frage woher wir kommen und wohin wir gehen wollen. Wer lenken will, wer mitgestalten will, muss aber informiert sein. Informiert abseits der vorgekauten Medienkost. Es geht darum sich selbst zu informieren, sich selbst ein Urteil zu bilden, Schlicht: selbst zu denken. Das Buch von Ulrich Grober ist eine gute Übung zum Selbstdenken.
Weitere Lesermeinungen |
Who's who in der antiken Mythologie Gerhard Fink Taschenbuch, 1. Mai 1998 Verkaufsrang: 10841 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gerhard Fink hat mit seinem Who's Who in der antiken Mythologie ein ausführliches und gut verständliches und übersichtliches Lexikon zusammengestellt. Fink beschränkt sich nicht etwa auf die bekannteren Vertreter der antiken, sprich griechisch-römischen Mythologie, wie Zeus/Jupiter oder dessen Heldensohn Herakles - nein, der Autor hat auch die unbekannteren, fast vergessenen Gestalten aufgenommen. Wer weiß heute schon noch, wer beispielsweise Hersilia oder Klio waren? Doch nicht nur die überraschende Menge der aufgeführten Namen, auch die Ausführlichkeit der vom Autor sicher oft mühsam recherchierten Details überrascht. Zu beinahe jedem der erwähnten Helden oder Götter gibt er eine Kurzfassung der zugehörigen antiken Sagen und Werke, meist sogar unter Angabe der Seiten- oder Verszahl. In vielen Fällen erwähnt er auch die bekannteren Kunstwerke, die den jeweiligen Helden darstellen. Fink erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wenn es um die Aufzählung der Quellen und Kunstwerke geht. Ganz im Gegenteil - in seinem Vorwort betont er, daß er sich nur auf die jeweils noch geläufigen Darstellungen bezieht. Das macht das Werk für den interessierten Laien ausführlich genug, ohne an Übersichtlichkeit zu verlieren; für den Spezialisten ist es jedoch sicherlich nicht genügend differenziert. Eine große Hilfe - vor allem bei mehrseitigen Beiträgen - ist auch, daß der Autor das jeweils behandelte Stichwort am oberen Seitenrand, wie in einem Wörterbuch, bis zu dessen Ende beibehält. Auch der Anhang des Buches, mit Abstammungstafeln der wichtigsten Götter- und Königsgeschlechter - allein die Aufzählung von Zeus' Kindern beansprucht eine halbe Seite - sowie Karten des antiken Griechenland und Kleinasiens, verhilft dem Leser zu einem besseren Durchblick in der antiken Mythologie. Dieses Lexikon sollte sich eigentlich jeder, der sich für die antike Mythologie interessiert, zulegen. Besonders empfohlen sei es aber Schülern, vor allem natürlich den Lateinern, denn es erleichtert das Verständnis lateinischer Texte ungemein, wenn man etwas über den jeweiligen Hintergrund der Hauptfigur weiß. -Jörn Polhammer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Lexikon zu Figuren und Taten aus Sagen und Erzählungen. 5 von 5 Punkten Lange Zeit ist vergangen, seit die Griechen und Römer ihr Netz aus Sagen und Mythen gesponnen haben. Unzählige Geschichten erzählen von Göttern, Halbgöttern, Monstern und Menschen, von Verrat und Freundschaft, Mut und Feigheit, ehrenvollen Taten und hinterhältigen Morden. Das ganze Spektrum menschlicher Fehler und Fähigkeiten stellten diese Geschichten dar und verknüpften sie mit der bestehenden religiösen Vorstellung. Noch heute sind viele Begriffe aus dieser Zeit präsent: Die "Sisyphusarbeit", die "Odyssee" oder "becircen". Autor Gerhard Fink stellt in seinem Lexikon "Who's who in der antiken Mythologie" rund 800 Figuren, alle wichtigen Personen, Götter und Kreaturen, vor, macht Zusammenhänge klar und erschafft ein komplettes Bild von der Erzählkunst der antiken Dichter. Dabei erhebt er keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern hebt die wichtigsten Aspekte hervor und zeigt die bedeutendsten Kunstwerke auf. Seine Begriffe sind alphabetisch geordnet und in ihrer Komplexität dem jeweiligen Thema angemessen. So umfasst der Eintrag zu "Zeus" zwei Seiten und die Geschichte von berühmten griechischen Helden wie "Achilleus" oder "Odysseus" sind ähnlich umfangreich erläutert. Das ist aber auch nötig, um allen Aspekten der einzelnen Personen gerecht zu werden und auch Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ereignissen und Persönlichkeiten aufzuzeigen. Doch nicht nur als Lexikon lässt sich das Buch "Who's who in der antiken Mythologie" nutzen. Dank der Ausführlichkeit der Texte ist es auch eine spannende Lektüre. Wichtige Informationen, die unter anderen Stichwörtern abgedruckt sind, sind gut gekennzeichnet. Der Leser wird um das eine oder andere Nachschlagen nicht herum kommen, wenn er das ganze Gefüge erkennen und verstehen möchte. An einigen Stellen zitiert der Verfasser aus den Übersetzungen der antiken Vorlagen und möchte so "dem Leser den raschen Zugriff zu einer guten Übersetzung oder gar zum Originaltext ermöglichen." Illustriert ist "Who's who in der antiken Mythologie" mit mehr als 80 Bildern, die die Werke von Künstlern aus allen Epochen zeigen, die sich mit diesen Themen befassten. Die Abbildungen der ältesten Stücke zeigen Reliefs, Vasen und Skulpturen, die meistens Helden, Götter oder wichtige Kämpfe darstellen. Durch alle kunsthistorischen Epochen ziehen sich die Darstellungen, die Künstler auf Leinwand bannten und die in diesem Lexikon zu sehen sind. Auch hier stehen die mythologischen Gestalten und Taten im Mittelpunkt, wie zum Beispiel bei Sandro Botticellis Gemälde "Pallas Athene und der Kentaur". Diese Art der Bebilderung veranschaulicht sehr schön die dauerhafte Beeinflussung der Kunst durch diese Themen und gibt dem Betrachter eine Vorstellung, wie die Personen ausgesehen haben könnten. Im Anhang findet der Leser Stammtafeln der Götter und wichtiger Herrscherfamilien, die dazu beitragen, dass die oftmals verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse besser durchschaut werden. Zwei Karten von Griechenland und Kleinasien bieten auch den geographischen Zusammenhang und das Kapitel "Lesehinweise" verweist auf Quellen, aus denen zitiert wurde. "Who's who in der antiken Mythologie" ist ein sehr umfangreiches und schön gestaltetes Lexikon, das dem Leser äußerst übersichtlich und schnell alle relevanten Informationen zu einem Thema vermittelt. Wer sich für die griechische Mythologie interessiert, wird an diesem Nachschlagewerk nicht vorbei kommen!
Weitere Lesermeinungen |
Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter Rochus Misch Broschiert, 21. November 2009 Verkaufsrang: 13554 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Rochus Misch verherrlicht nichts, kritisiert nichts und rechtfertigt nichts, auch nicht sich selber. Er hat einen scharfen Blick für Details, die er auch nach all den Jahren glaubhaft schildert Die Faszination des Buches liegt in Misch selbst. Er verkörpert den typischen Deutschen seiner Zeit wohl sehr genau: Kein Fanatiker war er, kein glühender Nazi. Unpolitisch und eher aufs eigene Durchkommen bedacht." (Göttinger Tageblatt)
"Lesenswert, weil es eben eine typisch deutsche Geschichte erzählt." (Lübecker Nachrichten)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 29 Bewertungen)
Mittendrin statt nur dabei ......... 5 von 5 Punkten ..... oder mitgefangen, mitgehangen! Zunächst ein Kompliment an das Vorwort des Journalisten und Schriftstellers Ralph Giordano, der als Betroffener des Holocausts dies fair und sachlich verfasste, abseits der üblichen Schuld-Kult-Dogmen. Es ist die Geschichte des Rochus Misch, seine Sicht der Dinge, seine Wahrheit und sie klingt glaubhaft und nachvollziehbar. Die Geschichte eines einfachen Mannes, der zu einer ungewöhnlichen Zeit, eine besondere Aufgabe hatte. Der SS-Mann Rochus Misch war der Leibwächter, Kurier, Fahrer und letztendlich Bunkertelefonist des Führers Adolf Hitler. Misch diente, nicht mehr und auch nicht weniger, als Veteran des Polenfeldzuges und im Zentrum der Macht des dritten Reiches. Er war kein Macher und kein Verantwortlicher der NS-Herrschaft, er relaiviert, verharmlost und verniedlicht nicht, will sich für nichts entschuldigen oder um Verzeihung bitten. Warum auch? Es ist Zeitgeschichte wie er sie erlebt hat, er hat sie nicht beeinflusst. Er erlebte die Anfänge des dritten Reiches, dessen Untergang und Suizid Hitlers aus einer ganz besonderen Perspektive, manchmal näher als ihm lieb war. Doch seine Geschichte endete nicht mit der Niederlage Deutschlands, viele Jahre der Zwangsarbeit, Folter und Erniedrigung folgten. Dem Tot ins Auge zu sehen war Misch nicht fremd und mitunter hatte dieser seinen Schrecken verloren und erschien ihm gar als erstrebenswerte Alternative. Doch Misch wäre eben nicht dieser Misch gewesen, geprägt von dieser Zeit, wenn er sich Frau und Kind gegenüber derart aus der Verantwortung gestohlen hätte, wie einige Verantwortliche des NS-Regimes. Wie auch Giordano, dem die NS-Ideologie die geliebte Mutter nahm, dem ehemaligen SS-Oberscharführer Misch, ohne zögern die Hand schütteln würde so geniessen auch diese beiden Personen meinen Respekt. "Misch, Sie werden natürlich noch gebraucht" , ist eine der Aussagen die sich diabolisch durch dieses Buch zieht und fast seinem Todesurteil glich. Ebenso zweckmäßig wie fachlich kompetent war der Epilog der Co-Autoren Burkhard Nachtigal und Dr. jur. Sandra Zarrinbal. "Natürlich werden Sie noch gebraucht Herr Misch, denn wir wollen Ihre Geschichte hören, Sie haben interessante Dinge zu berichten und wir hören gerne zu, Danke!"
Weitere Lesermeinungen |
Meine Geschichte: Zeitzeugen erzählen - 100 Jahre Deutschland Inge Kurtz, Jürgen Geers Audio CD, Mai 2010 Verkaufsrang: 38349 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über fünf Jahre lang haben die Autoren mehr als hundert Zeitzeugen interviewt, haben nie aufgehört, Fragen zu stellen und zuzuhören. Menschen wie du und ich, wie unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, Menschen aus allen Schichten und Regionen Deutschlands. Aus ihren ganz individuellen Lebensgeschichten entsteht im Hörbuch ein breit angelegtes Panorama deutscher Geschichte, wie es berührender, lebendiger und persönlicher nicht sein könnte. Originaltoncollage.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Geschichte und Geschichten im Kopf für die Ohren 5 von 5 Punkten Über hundert Zeitzeugen wurden in mehr als fünf Jahren von Inge Kurtz und Jürgen Geers interviewt. Das ist der Fakt für dieses Hörbuch bzw. die 13 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von über 15 Stunden. Im Grunde genommen hört man aber die jeweils ganz persönlichen Erinnerungen und Eindrücke von ganz unterschiedlichen Personen aus diversen Regionen Deutschlands und mit facettenreichen politischen, relgiösen oder sonstwie weltanschaulichen Hintergründen. Ob es nun das DDR-System, die Kaiserzeit, die 68er Bewegung oder der Nationalsozialismus, die Flucht und Vertreibung oder der Wiederaufbau sind: die so unterschiedlich wahrgenommenen Geschichtsmomente werden hier zu ganz persönlichen Geschichten. Man merkt ihnen an, dass diese Darstellungen noch sehr lebendig sind bei den Interviewten. Zum Teil berichten sie so authentisch und packend, als ob man selbst gerade dabei ist. Man wird mit einer so anderen Lebenswirklichkeit bekannt und vertraut gemacht. Hierbei ist man an einigen Stellen sicher geschockt, wenn von Vergewaltigungen, Kindestod, Abtreibung, Suizid und vielem Grausamen hört. Allein das Hören reicht schon, so dass man froh ist, nicht auch noch Bilder, die die Eindrücke noch verstärken würden, mit ansehen zu müssen. Aber bei den Stimmen der Frauen und Männer hört man die persönliche Betroffenheit sehr stark. Man bekommt etwas mit von anderen Wohn- und Arbeitsverhältnissen, anderen politischen Strukturen, anderen Alltagsbedürfnissen und Nahrungsbeschaffungen sowie von ethischen Fragestellungen. Hierbei wird spürbar, wie rasch doch ein Leben anders verlaufen kann, wie politische Entscheidungen sich bis ins kleinste Detail der Gesellschaft auswirken können und wie man unterschiedlich u.a. mit der Vergangenheit, mit Schuld und Versagen, umgehen kann. Die Interviewten werden alle im booklet aufgeführt sowie auch die Dankesrede anläßlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden im Jahre 2000. Wenn es in dieser zum Schluss heißt: "Wir danken Ihnen fürs Zuhören" verdeutlicht dies noch einmal diesen so wichtigen Aspekt in der Vergangenheitsbewältigung und bei der Generationenverständigung: Zuhören, anhören und nicht aufhören zu fragen, damit man in der Gegenwart und Zukunft hoffentlich bessere und hilfreichere Antworten auf die Fragen des Lebens findet. Die sehr kleinteilige Tracksetzung mit immer wieder abwechselnden Stimmen der Zeitzeugen (-innen) ohne Einspielung der Fragen oder Nennung der gerade sprechenden Personen erleichtert das Zuhören. Eine ausgesprochen (heraus-) fordernde Produktion, von der man sich wünscht, dass sie in vielen Familien und auch in Schulen in ihren Platz findet
100 Jahre deutsche Geschichte von unprominenten Zeitzeugen erzählt 4 von 5 Punkten Wozu 894 Minuten lang fremden Menschen zuhören? Alltags- und Kriegsgeschichten von ganz normalen Menschen - ist das nicht langweilig und gibt es nicht schon mehr als genug Dokus im Fernsehen, gerade zum Thema Zweiter Weltkrieg? Reicht es nicht mit den Grosseltern geredet zu haben und fleissig Guido Knopp geguckt zu haben? Diese 13-CD Box (drei dicke Doppel-CD Plastikhüllen in einem Pappschuber) bietet leider kein Inhaltsverzeichnis und so ist es erstmal schwierig gezielt einzelne Beiträge zu hören. Allerdings sind sie chronologisch angeordnet, beginnend mit der Wilhelminischen Ära und endend mit dem wiedervereinigten Deutschland. Entstanden ist das Projekt für den Hessischen Rundfunk 1999/2000. Und als Hör-Marathon entfaltet diese Sammlung unkommentierter, nicht von Musik unterbrochener Zeitzeugen-Berichten einen ganz besonderen Reiz. Die Autoren weisen daraufhin, dass sie nicht als Historiker oder Juristen, ja nicht mal als Journalisten an dieses Werk herangegangen sind. Statt dessen liessen sie die Damen und Herren einfach reden. Gerade die Erlebnisse von 1933 bis 1945 (gut ein Drittel der Box widmet sich diesem Zeitabschnitt) treiben manchem Erzähler die Tränen in die Augen. Bleibt drin, wird nicht geschnitten und wirkt somit anders als der Großteil der Fernsehberichte. Ein politisch unkorrektes Lied aus der NS-Zeit wird vorgesungen, ein Landser schildert ungerührt den Frontalltag - vieles was hier erzählt wird, kannte ich so noch nicht. Und ich kenne Knopps und andere Fernsehdokumentationen. Neben den grossen Schicksalsschlägen sind auch viele kleine Anekdoten dabei, manche durchaus auch humorvoll. Die grosse jüdische Gemeinde in Berlin etwa brachte eine Verkäuferin dazu die vielen Kunden namens Cohen kurzerhand durchzunumerieren, damit schnell klar war, dass die Ware für Cohen 4 da ist. Eine Sächsin klagt über ihren so oft verspotteten Dialekt in der Zeit nach 1990. Eine Frau schildert, dass sie weinen musste als sie in West-Berlin zum ersten Mal in ihrem Leben gewaschene und hübsch dekorierte, frische Mohrrüben beim Händler sah und erschüttert fragte, was sie den für die DDR-Regierung war, Vieh, dem man den Dreck in den Trog wirft? Das Fazit am Ende der letzten der 13 CD's ist ergreifend. Ein betagter Herr denkt laut über all die Korrekturen nach die er durchführen müsste um voller Freude auf sein Leben zurückblicken zu können, aber da war zu viel Schlimmes. Helmut Kohls Ausspruch von der Gnade der späten Geburt kam mir dazu in den Sinn. Nach dem Anhören dieser CD-Box ist der Horizont des interessierten Hörers ganz sicher gewachsen, die Neugier geweckt selbst mit älteren Menschen ins Gespräch zu kommen, denn auch die Erlebnisse ganz normaler Menschen können lehrreich und spannend sein. Kaiserzeit, Erster Weltkrieg, BRD, DDR, Mauerfall und Wiedervereinigung kommen vergleichsweise kurz, das alles dominierende Thema ist die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg. Das ist schade, aber bereits 13 CD's sind für ein Hörbuch recht üppig. Spannend! 13 CD's, Gesamtlaufzeit: ca. 894 Minuten, 1 Booklet mit einem Beitrag von Rafael Seligmann und der Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden 2000 von Jürgen Geers und Inge Kurtz
|
Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte Niall Ferguson Broschiert, August 2010 Verkaufsrang: 13801 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Lebendig , pittoresk und detailreich... eine überbordende Fundgrube, effektvoll und pointensicher geschrieben." (Deutschlandradio Kultur) "Niall Ferguson vermittelt ein tiefes grundsätzliches Verständnis vom Geld." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Gründe für die Defizite und das Versagen unserer Finanzsysteme 5 von 5 Punkten Harvard-Professor Niall Ferguson ist ein munterer Geschichtenerzähler. Der Historiker geht in seinem Parforceritt durch die Geschichte des Finanzwesens vor allem den spannenden Storys nach, die sich hinter dem scheinbar langweiligen Thema verstecken. In schnellen Schnitten und Szenenwechseln erzählt Ferguson von der jüngsten Immobilien- und Finanzkrise, von den Anfängen der Banknoten, vom Einfluss der Bankiersfamilie Rothschild auf den Ausgang des Kriegs gegen Napoleon, vom Enron-Skandal, vom Wunderwerk Anleihe und sogar vom Versicherungsdebakel, das der Hurrikan Katrina ausgelöst hat. Mit dem Tempo und dem etwas chaotischen Aufbau erinnert Fergusons Buch an das Drehbuchscript einer modernen TV-Dokumentation. Der Autor springt stufenlos zwischen Heute und Gestern, der Finanzkrise und Waterloo, Chinas Aufstieg und dem Kampf der italienischen Stadtstaaten in der Renaissance hin und her. Die Historikerzunft mag befremdet sein, aber alle, die sich über die Finanzkrise und ihre geschichtlichen Vorläufer informieren wollen, werden in dem Werk eine sehr lehrreiche und unterhaltsame Feierabendlektüre finden, meint getAbstract.
Weitere Lesermeinungen |
Kompendium Geschichte: Von der Antike bis zur Gegenwart Maximilian Lanzinner Gebundene Ausgabe, August 2008 Verkaufsrang: 26952 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das einbändige Oberstufen-Kompendium bietet einen Überblick von der Antike bis zur Zeitgeschichte. Es ist als klar und übersichtlich strukturiertes Arbeitsbuch für die Hand des Schülers konzipiert, das auch als Nachschlagewerk und zur Vorbereitung auf das Abitur genutzt werden kann. Jedes Kapitel beginnt mit einer Auftaktseite aus großformatiger Abbildung und problemorientiertem Einführungstext. Es folgen ein knapper, aber verständlich geschriebener Darstellungs- und ein vielfältiger Materialienteil. Beide sind eng miteinander vernetzt. Vertiefende Arbeitsaufträge zu jedem Oberkapitel, deren Antworten im Anhang skizziert werden, ermöglichen den Schülerinnen und Schüler ihr Wissen selbst zu überprüfen. Eine integrierte, exemplarische Methodenschulung und ein "Serviceteil" im Anhang mit Hinweisen zu allgemeinen und fachspezifischen Arbeitsmethoden schulen Schlüsselqualifikationen im Hinblick auf das Abitur.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Für LK ungeeignet 3 von 5 Punkten Wir benutzen seit 2 Monaten das Buch und ersetzten damit unser altes Geschichtsbuch. Und ich muss sagen, dass das Buch für einen leistungskurs einfach ungeeignet ist. Geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge werden leider in sehr kurzen abschnitten abgehandelt. Zusätzlich gibt es einige gravierende Übersetzungsfehler in Quellen sowie sich widersprechende Jahreszahlen.So wird beispielsweise Robespiere Todesdatum im Jahre 1793 angegeben und keine 30 Zeilen weiter 1794, was korrekt ist. Das mag man verzeihen, da es sich um eine Erstauflage handelt. Trotzdem ist das Buch für einen LK einfach ungeeinget, da zu kurz gehalten. Für einen Grundkurs halte ich das Buch aber sinnvoll und gut aufgebaut. Schön sind auch die vielen Internettipps, die einem viele nützliche Links für Hausaufgaben oder für privates Interesse bieten.
Nicht zu empfehlen 1 von 5 Punkten Als Lehrer hatte ich lange auf ein einbändiges Buch für den Oberstufenunterricht gewartet. Im Vertrauen auf die gewohnt hohe Buchner-Qualität habe ich das "Kompendium" anschaffen lassen. Nach einigen Wochen Unterricht bin ich nur enttäuscht. Die Verfassertexte bewegen sich auf einem sprachlichen Niveau, das sie für die häusliche Vorbereitung ungeeignet macht (zahlreiche Fremdwörter und Fachausdrücke, die nicht erklärt werden). Zudem kranken die Texte wie in vielen Geschichtsbüchern daran, dass sie nicht die Spur interessant aufgemacht sind; ich würde das als Schüler nicht freiwillig lesen wollen. Auch von der Quellenauswahl hätte ich mehr erwartet. Quellen sind zwar zahlreich vorhanden, aber anscheinend liegt es im Trend, besonders abseitige (oder "originelle") Quellen abzudrucken und darüber zentrale Texte, die jeder Schüler kennen sollte, zu vergessen. Auch über die Gründe, warum z.B. Götz Aly mit "Hitlers Volksstaat" gleich viermal im Quellenteil vertreten ist, will man lieber nicht spekulieren. |
dtv-Atlas Weltgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart Manfred Hergt, Hermann Kinder, Werner Hilgemann Taschenbuch, 1. September 2006 Verkaufsrang: 18801 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie beginnt mit dem Leben in der Steinzeit vor rund einer halben Million Jahren und endet im ereignisreichen Jahr 1990, in dem neben vielem anderem die DDR der Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist - die Geschichte der Menschheit, die der dtv-Atlas "Weltgeschichte" in zwei Bänden vermittelt.. Dazwischen liegen Aufstieg und Niedergang ganzer Kulturen, Kriege und Revolutionen, technische Entwicklungen - eben alles das, was uns Menschen ausmacht. Das Lexikon präsentiert mit sehr kompakten und auf den Punkt genau formulierten Einträgen eine aussagekräftige Übersicht aller wichtigen Daten, Ereignisse und Personen der Weltgeschichte, optisch so aufgebaut, daß man das Gesuchte rasch findet. Dazu tragen insbesondere auch die vielen farbigen Schaubilder bei. Vor allem Kartenmaterial, aber auch Graphiken zur Klärung bestimmter Sachverhalte wie der Organisation der UNO erleichtern das Verständnis und heben den dtv-Atlas über sonstige, rein textgestützte Nachschlagewerke hinaus. Der Aufbau der Bände folgt dem zeitlichen Ablauf unserer Geschichte, zusammengefaßt zu thematischen Schwerpunkten wie dem antiken Griechenland, dem Zeitalter Napoleons oder den beiden Weltkriegen. So kann man je nach Bedarf schnell eine historische Epoche mit ihren wichtigsten Eckdaten erfassen oder anhand des sehr umfangreichen Personen- und Sachregisters bestimmte Ereignisse nachschlagen. Auch in dieser nunmehr 32. Auflage, die auf der 1991 erschienenen, 25. überarbeiteten Edition basiert, stellt der dtv-Atlas ein hervorragendes Nachschlagewerk dar, das man jedem nahelegen kann, der mit historischen Daten zu tun hat. Denn wer kann sich schon jedes Ereignis unserer umfangreichen Geschichte merken? Und wenn man ein solches Lexikon zur Hand hat, muß man das ja eigentlich auch gar nicht.-Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Kurz und knackig II 5 von 5 Punkten Von der Französischen Revolution bis Neuzeit im Jahr 2005 bietet dieser handliche Atlas der Weltgeschichte schnelle Information über die wesentlichen Fakten über das Napoleonische Zeitalter, den Weltkriegen und aktueller Zeitgeschichte. Die inzwischen 40. Auflage seit 1966 beinhaltet neun Kapitel, die die historischen Ereignisse chronologisch wiedergeben. Die wichtigsten Daten sind dabei übersichtlich gegliedert und vermitteln in kurzer Zeit Wissen über politische, geografische und soziale Zusammenhänge der jeweiligen Epochen. Viele Karten visualisieren die historischen Fakten wie beispielsweise Grenzverläufe, Bevölkerungszahlen oder das Bruttosozialprodukt. Ein Stichwortregister am Ende hilft, das Gesuchte schnell auf den rund 300 Seiten zu finden. Es umfasst auch die Suchbegriffe des ersten Bandes. Diese knappen Erläuterungen ersetzen natürlich kein Lehrbuch. Das würde den Rahmen arg überstrapazieren. Zum schnellen Nachschlagen von Fakten ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Auch das Kartenmaterial ist in dieser Preisklasse einmalig. Zusammen mit dem ersten Band, der die Daten von den Anfängen der Menschheit in der Altsteinzeit bis zur Französischen Revolution behandelt, erhält man ein Nachschlagewerk über mehr als 10.000 Jahre.
Weitere Lesermeinungen |
Kleine Geschichte Schottlands Michael Maurer Broschiert, Juni 2008 Verkaufsrang: 16127 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hervorzuheben ist neben der Fülle der Informationen und dem sehr guten Lesetext der soziologisch geprägte Blickpunkt, der das Büchlein zu einem guten Instrumentarium für kulturinteressierte Schottlandreisende macht. 'Studiosus - Reiseleiter Rundschreiben' Was ist Schottland? Eine Anhäufung von Klischees aus Dudelsack, Kilt und Whisky? Oder eine ernst zu nehmende Nation mit spannender Geschichte? Michael Maurer beleuchtet dieses mythenumwobene Land in seinem Buch, das wunderbar in jeden Rucksack für eine Wanderung durch die Highlands passt. 'Schweriner Volkszeitung'
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
klein aber fein 5 von 5 Punkten Die Geschichte Schottlands ist keineswegs als klein zu bezeichnen, dennoch schafft es Maurer in die "Kleine Geschichte Schottlands" nahezu die ganze Geschichte des Landes - von den Anfängen vor über 10.000 Jahren über die Unabhängigkeitsbemühungen im frühen und späten Mittelalter bis hin zur Gegenwart - anschaulich und verständlich zu skizzieren. Ich habe dieses kleine Werk für meine Facharbeit genutzt und wurde nicht enttäuscht. Sollte man mehr Informationen zu einem Thema suchen, so findet man im Literaturverzeichnis genügend Verweise - so wie es sich für ein gutes, historisch korrektes, Buch gehört. |
Adolf Hitlers Mein Kampf. Eine kommentierte Auswahl Christian Zentner Taschenbuch, 1974 Verkaufsrang: 8912 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer sich mit Hitler und dem Nationalsozialismus auseinandersetzen will und sich nicht allein mit Sekundärliteratur begnügen möchte, kommt nicht umhin, wesentliche Passagen von -Mein Kampf- im Originaltext nachzulesen. Schon in den fünfziger Jahren hatte Bundespräsident Heuss empfohlen, Hitlers -Mein Kampf- kommentiert zu veröffentlichen, um ein für allemal vor nationalsozialistischen Tendenzen abzuschrecken. Christian Zentner hat aus diesem Buch alle Passagen ausgewählt und kommentiert, die den -Fahrplan für die Reise ins Chaos- besonders dokumentieren. Dabei hat er dort Richtigstellungen und Ergänzungen vorgenommen, wo Hitler seine Zitate - wie es sein Stil war - ohne Quellenangabe veröffentlichte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Adolfnazi im Original - stark gekürzt und sinnvoll kommentiert 5 von 5 Punkten Soll man "Mein Kampf" komplett frei verfügbar machen? Wird das "Gift" dann nicht wieder wirken? Doch was ist mit der Meinungsfreiheit, und haben die Demokratie und Völkerfreundschaft nicht sowieso die ganz klar besseren Argumente, allem nationalistischem Gekrähe zum Trotz? Eine schwere Frage. Christian Zentner ist sie 1974 mit dem Mittelweg dieser stark durchkommentierten und gekürzten Ausgabe angegangen, was damals auch deutliche Kritik auslöste. 2015 laufen, heißt es, die vom Freistaat Bayern gehaltenen Urheberrechte aus. Wer bis dahin nicht warten möchte, um sich ein eigenes Bild zu machen, hat einige Möglichkeiten: Augenschmerzen beim Lesen irgendwo im Netz, womöglich in einer obskuren Übersetzung; den "Giftschrank" einer wissenschaftlichen Bibliothek als sachlich Interessierter; Flohmarkt unterm Ladentisch ... oder, und das wäre meine ausschließliche Empfehlung, ebendiese Ausgabe. ((Ein Historiker natürlich wäre gehalten, immer selbst das Original einer Quelle zu lesen. "Autopsieprinzip" nennt sich das. Daher ist selbst diese Ausgabe für wissenschaftliche Arbeiten bestenfalls ein Einstieg, doch auch schon ein guter.)) "Mein Kampf" wird man jedoch gerade als Nichthistoriker leider nur mit einordnender Kommentierung verstehen. Hitler schrieb es nach seinem völlig gescheiterten Münchner Feldherrnhallen-Pütschlein in bequemer Festungshaft 1924 nieder. "Mein Kampf" erschien 1925/26 auf rund 800 Seiten. Hitler spielt an, klaut Gedanken, belegt nichts, vor allem: behauptet einfach dreist völlig Absurdes. Wer da nicht mit guten Fakten versehen ist, wird bestenfalls nichts vom Lesen haben und die Brisanz nicht verstehen, schlimmstenfalls Hitlers teils haarsträubenden Unfug (sorry, ist so) auch noch glauben. - Das heißt, die Lektüre des Propagandabuchs sollte schon gut vorbereitet sein. - Übrigens: nur für einen Schauder des Verbotenen ist schon das Lesen der bei Zentner abgedruckten Hitler-Passagen eine pure Zeitverschwendung, da diese einfach tumb sind. Christian Zentner hat mit seinem Vater Kurt wie auch alleine zum Nationalsozialismus intensiv geforscht. Er liefert die Einordnung, gibt Daten, weist auf Hitlers lockeren Umgang mit Quellen hin. Seine Kommentare und Zusammenfassungen nehmen damit im Buch schätzungsweise einen größeren Raum ein als das Original. Und das ist auch gut so, damit eben auch etwas verstanden wird. Die Auswahl Zentners zielt nach eigener Aussage darauf ab, neben dem Autobiographischen vor allem die Ankündigungen des Werks anzureißen. Die wurden damals zumeist nicht ernst genommen, sorgten aber durch Krieg und Ermordungen letztlich für rund 55 Mio. Tote. Fazit: wenn überhaupt lesen, dann in einer kommentierten Ausgabe, also dieser hier.
Weitere Lesermeinungen |
Der Untergang des Abendlandes Oswald Spengler Gebundene Ausgabe, Januar 2007 Verkaufsrang: 43564 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Untergang des Abendlandes OA 1918 / 22 (2 Bde.)Form Sachbuch Bereich Philosophie Mit seinem Buch Der Untergang des Abendlandes (Untertitel: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte) prägte Oswald Spengler das moderne Geschichtsbild nachhaltig. Entstehung: Das Werk entstand aus einer kleineren politischen Schrift Spenglers aus dem Jahr 1911. Im Lauf seiner Recherchen seien ihm die "zuweilen berührten, nie begriffenen" Beziehungen - zwischen Formen der bildenden Künste und des Kriegs, zwischen "politischen und mathematischen Gebilden" - aufgefallen. Spengler setzt sich - wie im Untertitel des Werks angekündigt - zum Ziel, eine Morphologie der Weltgeschichte zu umreißen. Inhalt: Spengler entwirft eine Entwicklungsgeschichte der Kultur, gemäß der alle Hochkulturen (die indische, antike, arabische und abendländische) in ihren "Altersstufen" eine frappierende Parallelität aufweisen. Als Beweis hierfür führt Spengler so genannte "homologe Bildungen" an; hierunter versteht er kulturelle Erscheinungen, deren Entstehung zwar Jahrhunderte auseinander liegt und die sich äußerlich unterscheiden (wie die "antike Plastik und die abendländische Instrumentalmusik, die Pyramide des 4. Dynastie und die gotischen Dome, der indische Buddhismus und der römische Stoizismus"), die aber denselben Platz in der Phasenaufteilung einnehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem vom Autor geprägten Begriff der "Gleichzeitigkeit": "Ich nenne gleichzeitig' zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in genau derselben - relativen - Lage auftreten und also eine genau entsprechende Bedeutung haben. Gleichzeitig vollzieht sich die Entstehung der Ionik und des Barock. Polygnot und Rembrandt, Polyklet und Bach sind Zeitgenossen. Gleichzeitig erscheinen in allen Kulturen die Reformation, der Puritanismus, vor allem die Wende zur Zivilisation." Durch die Einordnung solcher funktionsgleicher "Tatsachen" in die entsprechenden historischen Epochen der vier Kulturen entsteht ein komplexes Raster von jeweils "gleichzeitigen" Geistes-, Kunst- und politischen Epochen. Diese Interpretation, die als eine der frühsten Erscheinungen der strukturalistischen Methode gelten darf, hat nach Spenglers Ansicht nicht nur den Vorteil, dass man im Stil eines Paläontologen die fehlenden Stücke des Entwicklungspuzzles verschollener Kulturen rekonstruieren, sondern auch die Weiterentwicklung einer bestehenden Kultur, namentlich der abendländischen, vorherbestimmen könne. So sagt Spengler für das westliche Europa nach der momentanen "Herrschaft des Geldes" (der "Demokratie") die "Ausbildung des Cäsarismus" und den "zunehmend primitive(n) Charakter der politischen Formen" voraus. Aufbau: In der sprachlichen Ausführung bisweilen brillant, scheint die Analyse jeder Chronologie und Systematik zu entbehren. Die teilweise künstlich anmutenden Definitionen und Periodisierungen der behandelten Kulturen erscheinen willkürlich eingestreut. Auf der anderen Seite untermauert Spengler seine Argumentation mit Erklärungen philosophischer Begriffe wie Ausdehnung, Zeit, Raum, Takt und Tempo sowie mit der Unterscheidung der Prinzipien des Schicksals und der Kausalität in der Geschichtsschreibung. Beeindruckend ist die Vorgehensweise Spenglers, in einzelnen Kapiteln nicht nur den bildenden Künsten und den Staatsstrukturen, sondern auch dem mathematischen Wissen der einzelnen Kulturen eine besondere Bedeutung beizumessen. Als wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Kulturen kommt Spenglers Vorstellung von Kulturseelen zum Tragen. So sei die antike Kultur in ihrem Wesen apollinisch, die ägyptische mystisch, die abendländische in ihrem Streben nach dem Unendlichen faustisch. Bestimmender als dieser Seelencharakter sei indes die unaufhaltsame Entwicklung einer Kultur hin zur Zivilisation, mit der Spengler den Verfall des abstrakten Denkens, die schaffende Kunst sowie den geordneten Staat verbindet. Wirkung: Die deutlich fatalistische, antidemokratische und daher letztlich konventionelle Zivilisationskritik Spenglers erfuhr in rechten Kreisen der Weimarer Republik den größten Zuspruch und verzerrte das Gesamtbild des Werks bis heute. B. A.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Fundiert und noch immer Top-Aktuell 5 von 5 Punkten Spengler versucht zu beweisen dass alle grossen menschlichen Zivilisationen ein ähnliches Entwicklungsschema aufweisen. Grundlage ist die Idee dass eine Zivilisation einen Prozess durchlebt, ähnlich dem Lebensprozess eines Menschen. Geburt - Wachstum - Produktivität - Senilität - Tod. Die Idee dieses Prozesses ist nicht neu, aber Spengler hat es soweit ich weiss zum ersten mal in dieser fundierten Form und mit zahlreichen zusätzlichen Basis-Überlegungen auf Papier gebracht. Grundlage für die Überlegungen bieten die Zivilisationen der Griechen / Römer / Chinesen / Inder und unsere "faustische" Zivilisation. Dabei versucht Spengler anhand der Mathematik/Kunst/Spiritualität/Religion/Kunst etc etc einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kulturen zu ziehen. Dabei wird klar dass unserer faustischen Kultur grundsätzlich andere Werten und Betrachtungsweisen innewohnen als beispielsweise der indischen,chinesischen oder griechischen. Dies ist noch nicht verwunderlich, verwunderlich ist dass trotz all der Verschiedenheit jeder Kultur/Zivilisation ein gewisser "Lebensplan" zugrunde liegt. So etwas wie eine biologische Uhr die tickt. Nach Spengler durchleben wir in der faustischen Zivilisation gerade die letzte Phase, und bis ins Jahr 2200 wird unsere Kultur in dieser Form untergegangen sein. Wohlgemerkt: Spengler ist kein Untergangs-Prophet. Sein Werk würde ich als geschichts-philosophisch betrachten. Und auch wenn es bereits 90 Jahre alt ist so sind die Betrachtungen und Schlüsse in keinster Weise veraltet. Im Gegenteil: es wird klar wie stark das Schicksal einer Zivilisation vom Grund-Denken eines Menschenschlages bestimmt wird. Einem Grund-Denken dass sich in dunkler Vorzeit gebildet hat, vor Jahrtausenden, und weiterbesteht ohne dass dieser Zusammenhang in der Zivilsation wirklich zum Ausdruck käme, respektive ohne dass sich die einzelnen Teile einer Kultur, der einzelne Mensch, darüber im klaren wären. Insofern ist Spenglers Werk ein Aufklärungswerk und jedem zu empfehlen der sich Gedanken über unsere Zivilisation macht. Es ist interdisziplinär und wirkt in folgenden Disziplinen: Meta-Mathematik / Geschichte / Philosophie / Soziologie / Ahnenkunde / Psychologie / Zukunftsforschung / Kunstgeschichte etc. Kantianer aufgepasst, Spengler ist ein Goethianer. Er versucht zu erkennen, nicht zu verlogifizieren. Das Buch kann vom Laien verstanden werden. Spengler bleibt in der Sprache klar und bemüht sich um Verständlichkeit. Ein Studium der Geschichte wäre natürlich vorteilhaft, aber rudimentäres Wissen über die Gesamt-Zusammenhänge genügen auch. Kein leichtfertiges Werk. Zu Empfehlen? Auf jeden Fall.
Weitere Lesermeinungen |
dtv - Atlas Weltgeschichte 2. Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart Werner Hilgemann Taschenbuch, 1. September 1966 Verkaufsrang: 17856 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie beginnt mit dem Leben in der Steinzeit vor rund einer halben Million Jahren und endet im ereignisreichen Jahr 1990, in dem neben vielem anderem die DDR der Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist - die Geschichte der Menschheit, die der dtv-Atlas "Weltgeschichte" in zwei Bänden vermittelt.. Dazwischen liegen Aufstieg und Niedergang ganzer Kulturen, Kriege und Revolutionen, technische Entwicklungen - eben alles das, was uns Menschen ausmacht. Das Lexikon präsentiert mit sehr kompakten und auf den Punkt genau formulierten Einträgen eine aussagekräftige Übersicht aller wichtigen Daten, Ereignisse und Personen der Weltgeschichte, optisch so aufgebaut, daß man das Gesuchte rasch findet. Dazu tragen insbesondere auch die vielen farbigen Schaubilder bei. Vor allem Kartenmaterial, aber auch Graphiken zur Klärung bestimmter Sachverhalte wie der Organisation der UNO erleichtern das Verständnis und heben den dtv-Atlas über sonstige, rein textgestützte Nachschlagewerke hinaus. Der Aufbau der Bände folgt dem zeitlichen Ablauf unserer Geschichte, zusammengefaßt zu thematischen Schwerpunkten wie dem antiken Griechenland, dem Zeitalter Napoleons oder den beiden Weltkriegen. So kann man je nach Bedarf schnell eine historische Epoche mit ihren wichtigsten Eckdaten erfassen oder anhand des sehr umfangreichen Personen- und Sachregisters bestimmte Ereignisse nachschlagen. Auch in dieser nunmehr 32. Auflage, die auf der 1991 erschienenen, 25. überarbeiteten Edition basiert, stellt der dtv-Atlas ein hervorragendes Nachschlagewerk dar, das man jedem nahelegen kann, der mit historischen Daten zu tun hat. Denn wer kann sich schon jedes Ereignis unserer umfangreichen Geschichte merken? Und wenn man ein solches Lexikon zur Hand hat, muß man das ja eigentlich auch gar nicht.-Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Kurz und knackig II 5 von 5 Punkten Von der Französischen Revolution bis Neuzeit im Jahr 2005 bietet dieser handliche Atlas der Weltgeschichte schnelle Information über die wesentlichen Fakten über das Napoleonische Zeitalter, den Weltkriegen und aktueller Zeitgeschichte. Die inzwischen 40. Auflage seit 1966 beinhaltet neun Kapitel, die die historischen Ereignisse chronologisch wiedergeben. Die wichtigsten Daten sind dabei übersichtlich gegliedert und vermitteln in kurzer Zeit Wissen über politische, geografische und soziale Zusammenhänge der jeweiligen Epochen. Viele Karten visualisieren die historischen Fakten wie beispielsweise Grenzverläufe, Bevölkerungszahlen oder das Bruttosozialprodukt. Ein Stichwortregister am Ende hilft, das Gesuchte schnell auf den rund 300 Seiten zu finden. Es umfasst auch die Suchbegriffe des ersten Bandes. Diese knappen Erläuterungen ersetzen natürlich kein Lehrbuch. Das würde den Rahmen arg überstrapazieren. Zum schnellen Nachschlagen von Fakten ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Auch das Kartenmaterial ist in dieser Preisklasse einmalig. Zusammen mit dem ersten Band, der die Daten von den Anfängen der Menschheit in der Altsteinzeit bis zur Französischen Revolution behandelt, erhält man ein Nachschlagewerk über mehr als 10.000 Jahre.
Weitere Lesermeinungen |
Namen, die keiner mehr nennt: Ostpreußen - Menschen und Geschichte Marion Dönhoff Taschenbuch, 2. Juni 2009 Verkaufsrang: 7778 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Landschaft ist eben wichtiger und gewiß prägender als alles andere." Es ist diese kräftige atmosphärische Strahlung, es ist die Liebeserklärung an ihre Heimat Ostpreußen, die das ganze Buch durchzieht, die den Leser einfängt und nicht mehr losläßt. Die Bilder der Erzählung werden so zu den eigenen. Man bekommt unweigerlich etwas von dieser Liebe ab, leidet mit und ist letztlich froh, den Verlust der Heimat nicht selbst erlitten zu haben. Dennoch ist Marion Gräfin Dönhoffs Abschied von den "Bildern ihrer Jugend" nicht sentimental wie so manche Erinnerung an das Land zwischen Weichsel und Memel, sondern zwar durchaus emotional, zuweilen aber sogar von feinen Fäden der Ironie durchwirkt. 600 Jahre, nachdem ihre Vorfahren von der Ruhr gen Osten gezogen waren, legte sie - wie damals zu Pferd - den umgekehrten Weg zurück. 600 Jahre, in denen die Dönhoffs die Geschichte Ostpreußens mitgestaltet hatten, gingen zu Ende. In brillanten historischen Skizzen führt die Zeit-Herausgeberin den Leser Jahrhunderte zurück, beginnt mit der Geschichte des Deutschen Ordens, beschreibt die Wirtschaftsgeschichte der Provinz und die Rolle ihrer Vorfahren, von denen einer, August Heinrich Dönhoff, 1848 preußischer Gesandter im Bundestag war und schließlich von keinem geringeren als Otto von Bismarck abgelöst wurde. Als intime Kennerin der ostpreußischen Geschichte zeichnet die Autorin am Beispiel ihrer Familie das Bild einer Gesellschaft, die unwiederbringlich Geschichte ist. Ihre Darstellung der patrimonial organisierten Gutsherrschaft vermittelt dem Leser einen tiefen Einblick in die Beschaffenheit einer Gesellschaft, deren Mitglieder für den Größenwahn Hitlers den höchsten aller Preise bezahlen mußten - den endgültigen Verlust ihrer Heimat. -Manfred Schwarzmeier
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
keeping the spirit alive 5 von 5 Punkten "Namen, die keiner mehr nennt" takes you back to a time that once was. In a land that once was. Told by a representative of its aristocracy that once was. Writer Marion Dönhoff leaves no doubt that everyone took the landscapes of former East Prussia to his or her heart. Thereafter she treats us to some agricultural realities of the past, followed by an extensive review of her most important noble ancestors. Let us keep the spirit alive. This must have been Marion Dönhoff's principal guideline in writing "Namen, die keiner mehr nennt". As far as I can and may judge, she succeeded excellently.
Weitere Lesermeinungen |
Fünf Deutschland und ein Leben: Erinnerungen Fritz Stern Taschenbuch, 1. September 2009 Verkaufsrang: 14999 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Fritz Stern, 1926 in Breslau als Sohn zum Protestantismus konvertierter deutscher Juden geboren und 1938 mit seinen Eltern vor den Nazis in die USA emigriert, ist einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Dass er zugleich ein großer Schriftsteller ist, der fesselnd zu erzählen weiß, belegt seine überaus lesenswerte Autobiografie Fünf Deutschland und ein Leben. Darin rekapituliert Stern neben seiner eigenen Lebensgeschichte und der Geschichte seiner Familie zugleich die Geschichte der nicht weniger als fünf deutschen Staaten, die er während seines Lebens aus der Nähe und der Ferne studieren konnte. Jahrzehntelang, bekennt der Autor, habe er davor zurückgeschreckt, über seine privaten Erfahrungen zu schreiben - er "wollte das Fachliche und das Persönliche säuberlich getrennt halten". Doch nachdem er zum ersten Mal wieder in seiner seinerzeit deutschen Geburtsstadt gewesen sei, die nun zu Polen gehörte, schrieb er darüber einen persönlichen Bericht für seine Kinder. Überschrieben war dieser Bericht "Heimkehr 1979": ein Titel, der, wie ihm später bewusst wurde, zumindest voller Ironie war, vielleicht sogar Ausdruck einer Selbsttäuschung. Dass er nach all den Jahren seine Geburtsstadt besuchte, erklärt sich der Autor damit, dass er sich wohl "aus irgendeinem Grund davon überzeugen musste, dass mein Elternhaus zerstört war und das Land meiner Geburt nicht mehr existierte". Sein Verlustgefühl, so der Autor weiter, sei überlagert gewesen von einer alles beherrschenden Dankbarkeit dafür, dass er in den Vereinigten Staaten eine zweite, bessere Heimat gefunden hatte. Immerhin: Mit diesem Bericht, den Stern im Einführungskapitel dieses Bandes abdruckt, hatte er erstmals sein Prinzip einer strikten Trennung von Fachlichem und Persönlichem gebrochen. Und zum Glück für uns Leser tut er dies auch in diesem Buch, dessen Lektüre sich durch die kluge und erzählerisch gekonnte Verknüpfung von fachlichem Wissen und persönlicher Erfahrungen zu einem beeindruckenden Bildungserlebnis weitet. - Hasso Greb
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Spannend, lehrreich, sehr gut zu lesen 5 von 5 Punkten Ich habe dieses Buch bei einem Freund gesehen und, nachdem ich darin geschmökert habe, es selbst gekauft. Es ist sehr spannend zu lesen und vermittelt viele neue Erkenntnisse über die unmittelbare Vergangenheit und Gegenwart Deutschlands. Auch die beschriebenen Persönlichkeiten aus dem persönlichen Umfeld der Familie Stern machen das Buch interessant. Hier schrieb kein "trockener" Wissenschaft ein noch "trockeneres" Buch, sondern fast eine Unterhaltungslektüre, allerdings mit realem und - besonders was die Nazizeit anbelangt - auch erschütterndem Bezug. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!
Weitere Lesermeinungen |
Götter und Kulte der Germanen Rudolf Simek Taschenbuch, 16. September 2009 Verkaufsrang: 19531 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das vorliegende Buch liefert einen knappen, informativen Überblick über die religiöse Welt der Germanen, über Opferkulte, Kultstätten, Götterwelt und ihre Mythologie sowie über Magie und Totenreich. Der Autor hält sich dabei vor allem an die authentischen archäologischen Zeugnisse und zeigt, daß sich von einer einheitlichen Religion der Germanen nach dem neuesten Stand der Forschung nicht mehr sprechen läßt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Sehr wissenschaftlich 5 von 5 Punkten Ich kaufte das Buch, weil ich Information über die germanische Religion wollte. Die Information,die das Buch bietet ist sehr genau und war für mich mehr als ausreichend. Teilweise wurde das Thema sehr wissenschaftlich betrachtet, dadurch manchmal ein wenig langamtmiger zum Lesen. Vom Grund auf jedoch ein gutes und sehr informatives Buch.
Weitere Lesermeinungen |
Deutsche Geschichte für Dummies Christian von Ditfurth Taschenbuch, 11. März 2009 Verkaufsrang: 17343 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "... Gut aufbereitet präsentiert "Deutsche Geschichte für Dummies" in lockerem Schreibstil nicht nur trockene Fakten, sondern zeigt auch Hintergründe, Anekdoten und Randbemerkungen. ...Etwas vom Gelesenen im Kopf zu behalten, Geschichte einfach (und) spannend zu finden, ist der Ansatz dieses Buches - und nicht zuletzt aus diesem Grund auch ein passendes Geschenk für den Start auf einer weiterführenden Schule, denn gerade Schülern kann das gelb-schwarze Werk helfen, noch einmal anschaulich die wichtigsten Fakten durchzulesen - und (Das Kommende bitte nach dem Lesen sofort wieder vergessen!) beim Schummeln zu helfen. ..." Karfunkel, Zeitschrift für erlebbare Geschichte (Nr. 85 / Januar 2010)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Gut verständlich und sehr unterhaltsam 5 von 5 Punkten In der Buchreihe "Für Dummies" erscheinen seit 1991 Sachbücher, deren Aufgabe es ist, komplexe Themen einfach und für jeden Verständlich zu erklären. Anfangs noch vor allem für Themen des IT-Bereichs und der Naturwissenschaften geschrieben, erscheinen die Bücher mittlerweile zu allen Themengebieten, und zuletzt endlich auch für die deutsche Geschichte. Die "Deutsche Geschichte für Dummies" wird von Christian von Ditfurth verfasst, studierter Historiker und Autor von sowohl Sachbüchern als auch Romanen. Wie alle Bücher der Reihe zeichnet sich auch dieses Werk durch eine gut verständliche Sprache aus, wobei besonders wichtige Passagen zusätzlich mit Symbolen markiert sind. Die komplexe Strukturierung erlaubt es außerdem, dass Buch als Nachschlagewerk zu nutzen. Die einzelnen Großkapitel sind zunächst in Einzelkapitel unterteilt, die wiederum in zahllose, meist nur einen Absatz lange, Unterabschnitte gegliedert sind, die alle im detaillierten Inhaltsverzeichnis aufgelistet werden. So können ganz bestimmte Themen, die nur einen kurzen Unterabschnitt betreffen, ohne langes Suchen direkt ausgewählt werden. Natürlich hilft auch ein Index am Ende des Buches bei der Stichwortrecherche. Das Buch selbst umfasst 529 Seiten, und lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. Die ersten Kapitel (knapp 40 Seiten) rekapitulieren die Jahre von den allerersten Menschen über die ersten Germanenstämme bis zur Gründung des Ostgotenreiches im Jahre 493. Dieser Teil wird kurz und oberflächlich gehalten, da die eigentlich deutsche Geschichte erst mit den German beginnt. Es folgt der zweite Abschnitt, der sich mit den ersten Königs- und Kaiserdynastien der germanischen Völker beschäftigt, die zunächst ihr eigenes Reich, später auch das römische Reich beherrschen. Dieser Teil (ca. 240 Seiten), der die Jahre 493 bis 1815 umfasst, ist im Grunde eine Aufzählung der verschiedenen deutschen Kaiser und der Kriege, die sie führten. Es werden die verschiedenen Dynastien (Merowinger, Karolinger, Ottonen, Habsburger, Hohenzollern...) vorgestellt, ihre jeweiligen Herrscher knapp beschrieben und es wird auf die verschiedenen Kriege und die damit verbundenen Grenzverschiebungen eingegangen, wobei es bei Letzterem hilfreich gewesen wäre, mehr Karten einzufügen, um die vielen Gebietserweiterungen und Verluste besser nachvollziehen zu können. Dieser Teil des Buches kann kurzzeitig etwas langweilig werden, wenn sich der Autor wirklich nur auf eine Aufzählung der Herrscher verlegt. Mit der Märzrevolution von 1848 beginnt der letzte Abschnitt des Buches, der die neuere Zeit bis 2009 umfasst (ca. 230 Seiten). Dieser Abschnitt, obwohl nur 150 Jahre umfassend, nimmt gleich viel Platz ein, wie der vorherige Abschnitt, der ganze 1320 Jahre umfasst. Hier wird die Geschichte also deutlich ausführlicher beschrieben, was natürlich nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass es aus dieser Zeit einfach deutlich mehr Quellen gibt. Dieser Abschnitt beginnt mit den turbulenten Jahren zwischen der Märzrevolution 1848 und dem Beginnen des ersten Weltkriegs 1914, es folgt die Weimarer Republik, das dritte Reich und der zweite Weltkrieg, die BRD und die DDR nach dem Krieg, und schließlich das vereinte Deutschland in Europa. Schließlich bleiben die für die "Für Dummies" Reihe üblichen Gimmicks: Ein knapper Spickzettel am Anfang des Buches, der alle wichtigen Daten noch einmal kurz zusammenfasst, und eine Handvoll "Zehner Listen" am Ende des Buches, in diesem Fall die 10 klügsten Herrscher, die 10 größten Versager, die 10 wichtigsten Dokumente und die 10 größten Schlachten. In diesem Abschnitt wird im Grunde zu jedem Punkt nur noch einmal wiederholt, was bereits im Buch geschrieben wurde. Wie von einem Buch "Für Dummies" zu erwarten, ist auch die deutsche Geschichte von Christian von Ditfurth sehr gut geschrieben, immer gut verständlich und mit einem Schuss Humor versehen. So macht das Lesen von Anfang bis Ende Spaß. Die einzigen Kritikpunkte wurden bereits kurz angesprochen: In den Kaiserjahren (ca. 450 bis 1815) verlegt sich der Autor teilweise auf eine einfache Aufzählung der Kaiser, was gelegentlich etwas langweilig werden kann. Zudem verschoben sich in diesen Jahren durch Kriege ständig die Grenzen des Reiches, was zwar beschrieben, aber nur in sehr seltenen Fällen anhand von Karten verdeutlicht wird. Diese beiden kleinen Kritikpunkte fallen beim Lesen zwar auf, sie fallen jedoch nicht sehr schwer ins Gewicht, denn der Lesespaß wird dabei höchsten kurzzeitig etwas getrübt. Insgesamt handelt es sich bei der Deutschen Geschichte für Dummies um ein sehr gutes Buch, das sowohl am Stück gelesen als auch als Nachschlagewerk verwendet werden kann.
Weitere Lesermeinungen |
Germany, oh Germany: Ein eigensinniges Geschichtsbuch Simon Winder Gebundene Ausgabe, 12. März 2010 Verkaufsrang: 49532 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Herrlich – sehr geistreich und höchst unterhaltsam, brillant und originell. ‹GERMANY, oh GERMANY› beschreibt auf wunderbar anschauliche Weise ungewöhnliche Orte und kaum bekannte Menschen und steckt voll amüsanter Einsichten in die deutsche Geschichte und Kultur." Ian Kershaw Ein Brite, der besessen ist von Deutschland: Simon Winder nimmt uns mit auf eine Sightseeingtour durch die Vergangenheit unseres Landes. Ob Baudenkmäler, Machtintrigen oder Geistesgrößen – Winder wirft auf alles einen frischen Blick. Und nebenbei stopft er Bildungslücken, von denen Sie nicht einmal wussten, dass Sie sie hatten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Das Buch über Deutschland, dass Deutsche leider nicht schreiben können 5 von 5 Punkten Endlich mal ein Buch über Deutschland das alles besitzt was ein gutes Buch besitzen sollte. Es ist unterhaltsam, intelligent und erfrischend frei von akademischer Engstirnigkeit. Mich hat es zwar mehr an Bill Brysons "Notes from a small island" erinnert als an ein Geschichtsbuch (zumal die Grundanordnung - ein Ausländer reist durch das Land, dass er liebt und beschreibt dessen Schönheiten und Hässlichkeiten, Stärken und Schrullen - sehr ähnlich ist). Ich kann darin aber keinen Fehler sehen, sondern empfinde es eher als Stärke. Dies umsomehr als er ein gutes Gespür dafür hat, Deutsche Wirrnisse (wie zum Beispiel die undurchdringliche Verwaltungsstruktur der Heiligen Römischen Reiches), Zusammenhänge (wäre Luthers Refomation gescheitert hätte es den Buchdruck nicht gegeben?) und Selbstbetrügereien (wie die Tatasache, das Luthers Geburtshaus erst zweihundert Jahre nach seinem Tod gebaut wurde...). Winder schreibt sicher nicht für eine Publikum aus promoverierten Historikern, aber sein detailverliebter Querfeldeinritt durch die Deutsche Geschichte macht Spass und ist nur zu Empfehlen
Weitere Lesermeinungen |
dtv-Atlas zur Weltgeschichte 1. Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution Hermann Kinder, Werner Hilgemann Taschenbuch, 1. September 1964 Verkaufsrang: 26919 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie beginnt mit dem Leben in der Steinzeit vor rund einer halben Million Jahren und endet im ereignisreichen Jahr 1990, in dem neben vielem anderem die DDR der Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist - die Geschichte der Menschheit, die der dtv-Atlas "Weltgeschichte" in zwei Bänden vermittelt.. Dazwischen liegen Aufstieg und Niedergang ganzer Kulturen, Kriege und Revolutionen, technische Entwicklungen - eben alles das, was uns Menschen ausmacht. Das Lexikon präsentiert mit sehr kompakten und auf den Punkt genau formulierten Einträgen eine aussagekräftige Übersicht aller wichtigen Daten, Ereignisse und Personen der Weltgeschichte, optisch so aufgebaut, daß man das Gesuchte rasch findet. Dazu tragen insbesondere auch die vielen farbigen Schaubilder bei. Vor allem Kartenmaterial, aber auch Graphiken zur Klärung bestimmter Sachverhalte wie der Organisation der UNO erleichtern das Verständnis und heben den dtv-Atlas über sonstige, rein textgestützte Nachschlagewerke hinaus. Der Aufbau der Bände folgt dem zeitlichen Ablauf unserer Geschichte, zusammengefaßt zu thematischen Schwerpunkten wie dem antiken Griechenland, dem Zeitalter Napoleons oder den beiden Weltkriegen. So kann man je nach Bedarf schnell eine historische Epoche mit ihren wichtigsten Eckdaten erfassen oder anhand des sehr umfangreichen Personen- und Sachregisters bestimmte Ereignisse nachschlagen. Der dtv-Atlas stellt ein hervorragendes Nachschlagewerk dar, das man jedem nahelegen kann, der mit historischen Daten zu tun hat. Denn wer kann sich schon jedes Ereignis unserer umfangreichen Geschichte merken? Und wenn man ein solches Lexikon zur Hand hat, muß man das ja eigentlich auch gar nicht.-Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Kurz und knackig 5 von 5 Punkten Von den Anfängen der Menschheit in der Altsteinzeit über die Hochkulturen, Mittelalter bis zur Französischen Revolution bietet dieser handliche Atlas der Weltgeschichte schnelle Information über die wesentlichen Fakten. Die inzwischen 39. Auflage seit 1964 beinhaltet elf Kapitel, die die historischen Ereignisse chronologisch wiedergeben. Die wichtigsten Daten sind dabei übersichtlich gegliedert und vermitteln in kurzer Zeit Wissen über politische, geografische und soziale Zusammenhänge der jeweiligen Epochen. Viele Karten visualisieren die historischen Fakten wie beispielsweise Grenzverläufe oder Heeresbewegungen in Kriegen. Ein Stichwortregister am Ende hilft, das Gesuchte schnell auf den rund 300 Seiten zu finden. Diese knappen Erläuterungen ersetzen natürlich kein Lehrbuch. Das würde den Rahmen arg überstrapazieren. Zum schnellen Nachschlagen von Fakten ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Auch das Kartenmaterial ist in dieser Preisklasse einmalig. Zusammen mit dem zweiten Band, der die Daten von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart behandelt, erhält man ein Nachschlagewerk über mehr als 10.000 Jahre.
Weitere Lesermeinungen |
Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von der Urzeit bis zur Gegenwart Ernst H. Gombrich Taschenbuch, 15. April 2010 Verkaufsrang: 10269 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ernst H. Gombrich, einem der herausragendsten Gelehrten des 20. Jahrhunderts, gelang, was heute unglaublich erscheint: auf 300 Seiten die Geschichte der Menschheit prägnant und überzeugend zu schildern. Eine bis heute nicht erreichte und schon gar nicht überholte Leistung dieses großen Mannes. Voller Vertrauen auf die Wissbegier seiner jungen und jung gebliebenen Leser veranschaulicht er in seiner ebenso leichten wie bildreichen Sprache Entwicklungen und Zeitenwenden und charakterisiert Persönlichkeiten und Auseinandersetzungen so lebendig, dass seine Schilderungen den Leser das große und komplexe Geschehen in einem Zug erfassen lassen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)
Kurzweilig, generationenübergreifend, informativ. 5 von 5 Punkten Gomrich beherrscht die Kunst, das wesentliche knapp und interessant darzustellen. Das Hörbuch ist - entgegen der Altersangabe - auch für jüngere Kinder schon geeignet, aber auch für Erwachsene durchaus interessant. Mein ältester Sohn hat mit fünf Jahren das erste Mal beide "Bände" der kurzen Weltgeschichte gehört, und war fasziniert. Natürlich hat er nicht alles verstanden, aber auch für diese jungen Jahrgänge ist das Hörbuch durchaus geeignet. Wir hören es jetzt auf längeren Autofahrten immer mal wieder, und sein Verständnis wächst von Mal zu Mal. Auch für Erwachsene ist eine Wiederholung durchaus zu ertragen - im Gegensatz zu Pumuckel oder Benjamin Blümchen - und regt zu Gesprächen oder näheren Erläuterungen an. Christoph Waltz ist ein unaufdringlicher Sprecher, der es dennoch versteht, die Zuhörer zu fesseln. Vermisst habe ich in der Artikelbeschreibung Angaben über die Länge: Der erste Teil umfasst 5 CD mit einer Spieldauer von insgesamt 342 Minuten, der zweite Teil 4 CD mit einer Spieldauer von insgesamt 271 Minuten.
Weitere Lesermeinungen |
Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Golo Mann Taschenbuch, 1. Mai 1992 Verkaufsrang: 35503 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wer sich in die Geschichte der deutschen Nation vertieft, der hat leicht den Eindruck eines unruhigen Lebens in Extremen ... Einmal erreichen deutsche Gestalten die höchsten geistigen Höhen, auf denen je Menschen gelebt haben, indessen gleichzeitig trübe Mittelmäßigkeit den öffentlichen Ton beherrscht. Von apolitischer Ruhe wendet Deutschland sich zur aufgeregtesten politischen Tätigkeit, von buntscheckiger Vielgestalt zu radikaler Einheitlichkeit; aus Ohnmacht erhebt es sich zu aggressiver Macht, sinkt zurück in Ruin, erarbeitet sich in unglaublicher Schnelle neuen, hektischen Wohlstand. Es ist weltoffen, kosmopolitisch, mit Bewunderung dem Fremden zugeneigt; dann verachtet und verjagt es das Fremde und sucht das Heil in übersteigerter Pflege seiner Eigenart. Die Deutschen gelten als das philosophische, spekulative Volk, dann wieder als das am stärksten praktische, materialistische, als das geduldigste, friedlichste, und wieder als das herrschsüchtigste, brutalste. Ihr eigener Philosoph, Nietzsche, hat sie das 'Täusche-Volk' genannt, weil sie die Welt immer wieder mit Dingen überraschen, die man gerade von ihnen nicht erwartet." Golo Mann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
spannend wie ein Roman... 5 von 5 Punkten Ich hatte mir Golo Mann's Deutsche Geschichte schon einmal als 20-jähriger gekauft. Damals verstand ich nichts; das Buch verstaubte in einer Ecke und fiel später einer Entrümpelung zum Opfer. 25 Jahre später bin ich von der Lektüre begeistert: Spannend wie ein Roman, mit langem Atem geschrieben, tief geschürft und facettenreich. Familie Mann bürgt für Spitzenlektüre. Allerdings setzt das Buch Vorkentnisse über den Gang der Ereignisse voraus, zumindest ein grober Überblick ist nötig. Bei "blinden Flecken" hilft es auch, den dtv-Atlas griffbereit zu haben.
Weitere Lesermeinungen |
Geschichte bei Twilight
Taschenbuch, 6. Oktober 2010 Verkaufsrang: 25954 Noch nicht erschienen.
| |
|

|