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Seite 12

Fünf Deutschland und ein Leben: Erinnerungen - Fritz SternFünf Deutschland und ein Leben: Erinnerungen
Fritz Stern

Gebundene Ausgabe, 17. September 2007
     Verkaufsrang: 149116      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Fritz Stern, 1926 in Breslau als Sohn zum Protestantismus konvertierter deutscher Juden geboren und 1938 mit seinen Eltern vor den Nazis in die USA emigriert, ist einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Dass er zugleich ein großer Schriftsteller ist, der fesselnd zu erzählen weiß, belegt seine überaus lesenswerte Autobiografie Fünf Deutschland und ein Leben. Darin rekapituliert Stern neben seiner eigenen Lebensgeschichte und der Geschichte seiner Familie zugleich die Geschichte der nicht weniger als fünf deutschen Staaten, die er während seines Lebens aus der Nähe und der Ferne studieren konnte. Jahrzehntelang, bekennt der Autor, habe er davor zurückgeschreckt, über seine privaten Erfahrungen zu schreiben - er "wollte das Fachliche und das Persönliche säuberlich getrennt halten". Doch nachdem er zum ersten Mal wieder in seiner seinerzeit deutschen Geburtsstadt gewesen sei, die nun zu Polen gehörte, schrieb er darüber einen persönlichen Bericht für seine Kinder. Überschrieben war dieser Bericht "Heimkehr 1979": ein Titel, der, wie ihm später bewusst wurde, zumindest voller Ironie war, vielleicht sogar Ausdruck einer Selbsttäuschung. Dass er nach all den Jahren seine Geburtsstadt besuchte, erklärt sich der Autor damit, dass er sich wohl "aus irgendeinem Grund davon überzeugen musste, dass mein Elternhaus zerstört war und das Land meiner Geburt nicht mehr existierte".
Sein Verlustgefühl, so der Autor weiter, sei überlagert gewesen von einer alles beherrschenden Dankbarkeit dafür, dass er in den Vereinigten Staaten eine zweite, bessere Heimat gefunden hatte. Immerhin: Mit diesem Bericht, den Stern im Einführungskapitel dieses Bandes abdruckt, hatte er erstmals sein Prinzip einer strikten Trennung von Fachlichem und Persönlichem gebrochen. Und zum Glück für uns Leser tut er dies auch in diesem Buch, dessen Lektüre sich durch die kluge und erzählerisch gekonnte Verknüpfung von fachlichem Wissen und persönlicher Erfahrungen zu einem beeindruckenden Bildungserlebnis weitet. - Hasso Greb


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Spannend, lehrreich, sehr gut zu lesen      5 von 5 Punkten
Ich habe dieses Buch bei einem Freund gesehen und, nachdem ich darin geschmökert habe, es selbst gekauft. Es ist sehr spannend zu lesen und vermittelt viele neue Erkenntnisse über die unmittelbare Vergangenheit und Gegenwart Deutschlands. Auch die beschriebenen Persönlichkeiten aus dem persönlichen Umfeld der Familie Stern machen das Buch interessant.
Hier schrieb kein "trockener" Wissenschaft ein noch "trockeneres" Buch, sondern fast eine Unterhaltungslektüre, allerdings mit realem und - besonders was die Nazizeit anbelangt - auch erschütterndem Bezug.
Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!


 Weitere Lesermeinungen


Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert - Andreas WirschingDeutsche Geschichte im 20. Jahrhundert
Andreas Wirsching

Taschenbuch, 7. November 2005
     Verkaufsrang: 133747      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Dieses Buch bietet eine knappe Einführung in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Andreas Wirsching beschreibt die wichtigsten Ereignisse und Tendenzen vom wilhelminischen Deutschland über beide Weltkriege und die Zeit des Kalten Krieges bis zum Mauerfall und der Vereinigung. Seine Darstellung legt ein besonderes Augenmerk auf die strukturellen Merkmale der deutschen Gesellschaft und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Demokratie und Diktatur im 20. Jahrhundert.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Hervorragend gelungen      5 von 5 Punkten
Andreas Wirsching hat auf 124 Seiten eine hervorragende Überblicksdarstellung über "Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert" vorgelegt, die gleichermaßen Ereignisgeschichte, Gesellschaftsgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte vom Kaiserreich bis zum Ende des Jahrhunderts darlegt. Wirsching untersucht zunächst die Frage, ob es einen deutschen Sonderweg in der europäischen Entwicklung gegeben habe und bejaht diese Frage. Absolute Monarchie, Kompromisscharakter der Reichsverfassung von 1871 zwischen monarchischem, demokratischen und ständestaatlichen Elementen, die geringe Bindungskraft der Parteien, die Gleichzeitigkeit zwischen Industrialisierung und Beharrung der ostelbischen Eliten, deren "Zeit" eigentlich abgelaufen war und die sich deshalb kompromißlos jeglicher Veränderung widersetzten, der Hang zu ideologischen Doktrinen, all dies gehörte - wie Wirsching kompetent nachweist - zu den spezifisch deutschen Elementen, die die ungelösten Konflikte im deutschen Kaiserreich manifestierten und bis in die Weimarer Republik als "Erbe" nachwirkten. Deren Geschichte wird - in Anlehnung an die Publikation des Verfassers: "Die Weimarer Republik" : Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kompetent auf 22 Seiten beschrieben, wobei es dem Verfasser gerade hier gelingt, die wesentlichen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen überblicksartig darzustellen. Hervorragend ist Wirsching auch die Darstellung von Diktatur im Dritten Reich und Grundzügen des Weltkrieges gelungen, wobei Hitler als "starker Diktator" begriffen wird. Insbesondere die Judenvernichtung und die Rassenideologie des Nationalsozialismus sind ohne die Person Hitlers nicht denkbar. Ebenso wäre der Zweite Weltkrieg ohne den Willen Hitlers, der diesen als Eroberungs- und Vernichtungskrieg plante, wie Wirsching nachweist, nicht möglich gewesen. Dass es nach 1945 möglich war, ein stabiles demokratisches Staatswesen aufzubauen, war, wie Wirsching belegt, neben der konsequenten Entmachtung der Nationalsozialisten und ihrer Ersetzung durch überzeugte Demokraten insbesondere der "doppelten Entmachtung" der Kräfte zu verdanken, die ganz dezidiert einen antiwestlichen deutschen "Sonderweg" gewollt hatten (S. 94).
Hervorragend wird auch die Geschichte der Bundesrepublik und der DDR nachgezeichnet, wobei dies dem Verfasser im Kapitel 4 auf 38 Seiten gelingt. Dass es Wirsching auch hier gelungen ist, gleichermaßen außen-, innen-, wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte abzuhandeln und kompetent zu vermitteln, ist meines Erachtens die Leistung des vorliegenden, gut als Einführung auch für Schüler zu lesenden Buches. Der Anspruch des Verfassers, auf "knappstem Raum" Basisinformationen zu vermitteln, ist ihm gelungen. Ich habe nicht das Gefühl, dass wesentliche Faktoren ungesagt oder unberücksichtigt geblieben sind. Für mich ist dieses Buch daher wirklich eine Meisterleistung.

Postmoderne Einführung      5 von 5 Punkten
"Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert" auf 128 Seiten - geht das überhaupt? Wider Erwarten ist dem Autor eine bemerkenswerte Einführung und ein ausgezeichneter Überblick über ein ganzes Jahrhundert gelungen. In unseren postmodernen Zeiten sind nicht so sehr dickleibige Geschichtswälzer gefragt - die bei vielen nur Angst und Schrecken, aber keine Neugier erzeugen - , sondern knappe, aber informative und fundierte Überblicksdarstellungen, die zur ersten Information, zu Überblick und Orientierung und natürlich auch zur Prüfungsvorbereitung dienen kann.
Erkenntnis leitendes Interesse und ist die Frage nach einem "deutschen Sonderweg" - d.h. Nation und starker Staat als Gegenkonzept zur Moderne - im letzten Jahrhundert. In sechs kurzen Kapiteln wird von den Strukturproblemen des Wilhelmismus, über Weltkrieg und Demokratie (1914-1933), Diktatur und Weltkrieg (1933-1945), Zwei deutschen Staatsgründungen (1945-1955), Gesellschaft und Politik im geteilten Deutschland bis zum deutschen Jahr 1989/90 die deutsche Geschichte strukturiert zusammengefasst. Trotz der Faktenfülle bleibt der strukturierende Blick, der dem Leser die Orientierung sowie das Erfassen der wesentlichen Ereignisse und Probleme ermöglicht, immer nachvollziehbar. Sogar Hinweise auf Kontroversen der Forschung sowie kultur-, mentalitäts- und sozialgeschichtliche Aspekte fehlen nicht.
Für Andreas Wirsching ist mit der deutschen Wiedervereinigung endgültig der "deutsche Sonderweg" beendet: "Deutschland als Ganzes ist nach einem langen und schmerzlichen Prozeß ?westlich' geworden."
Dieses schmale, aber sehr gehaltvolle Bändchen kann man nur wärmstens empfehlen.


Preußens Könige privat. Berliner Hofgeschichten - Karl Eduard VehsePreußens Könige privat. Berliner Hofgeschichten
Karl Eduard Vehse

Gebundene Ausgabe, Februar 2006
     Verkaufsrang: 94616      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Unter dem strengen Vorsatz, "nichts zu verschweigen und zu bemänteln", erzählt Karl Eduard Vehse die private Geschichte der preußischen Könige von Friedrich I. bis zu Friedrich Wilhelm III. Anekdotenreich und sehr lebendig berichtet er von den gesellschaftlichen Zuständen am preußischen Hof, schildert die Vielfalt des kulturellen Lebens und wagt einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Macht. Hat das intime Leben der preußischen Herrscher die große Politik beeinflußt? Was waren ihre Leidenschaften und Vorlieben, wie ihr Verhalten im Umgang mit Ministern, Untertanen oder Mätressen?

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Die Höfe zu Preussen      3 von 5 Punkten
In the 19th century Karl E. Vehse published a series of books about the German courts. In the 1990s several of his books were republished in the "Die Höfe zu" series with black-and-white pictures and a genealogical overview at the end of each book.
Now some of these books have been republished again in a new series "Könige Privat".
"Preussens Könige Privat" contains biographies from king Friedrich I to king Friedrich Wilhelm III with 46 pages for Friedrich II alone. This new publication doesn't include any pictures or genealogical information or index and some biographies are easier to read than others.


Diercke International Atlas - Diercke International Atlas

Gebundene Ausgabe, Februar 2010
     Verkaufsrang: 87128      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der Englische
Learning with maps!
(Sichern Sie sich bis zum 30.04.2010 den Atlas zum Subskriptionspreis von 19,95 EURO statt 25,95 EURO)
Der Diercke International Atlas ist speziell für den bilingualen Unterricht in Sachfächern und den Englischunterricht konzipiert wurde. Er richtet sich vor allem an dementsprechend profilierte Schulen in Europa und besitzt daher einen besonders vielseitigen Europateil.
224 Seiten, davon 195 Kartenseiten mit über 300 Karten und über 250 Grafiken, Sachwortregister, Versprachlichungshilfen, 20 Seiten Karteneinführung.
Der ausführliche Kartenkurs vermittelt umfassend methodische und fremdsprachliche Grundlagen der Kartenarbeit. Erstmalig zeigt ein englischsprachiger Atlas physische Karten und Wirtschaftskarten in weltweiter Abdeckung, die umfangreich durch Fallbeispiele ergänzt werden. Der eingedruckte "Map Code" auf jeder Atlasdoppelseite bietet einen Schnellzugriff auf Hintergrundinformationen zu jeder Atlaskarte im Internet unter www.diercke.com (ab Februar online) natürlich komplett in englischer Sprache.
Wie alle neuen Diercke Atlanten hat auch die englische Edition einen eigenen Globus, der alle Atlaskarten in 3-D anzeigt.

Der Diercke International Atlas im Überblick:
- komplett in Englisch
- Physische Karten und Wirtschaftskarten in weltweiter Abdeckung
- mit neuartiger umfangreicher Einführung in die Kartenarbeit und das Kartenverständnis
- zahlreiche Fallbeispiele zu unterschiedlichen Themen
- vielfältige Graphiken und Bilder ergänzen den Zugang zu den Karten und erleichtern so die Versprachlichung und Vorstellungsbildung
- für den Einsatz in verschiedenen Fächern konzipiert (Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik, Naturwissenschaften, Religion, Englisch)
- mit "Diercke Globe", der interaktiven Globussoftware, die all Atlaskarten in 3-D zeigt.





Allgemeinbildung - Weltgeschichte: Das muss man wissen - Allgemeinbildung - Weltgeschichte: Das muss man wissen

Gebundene Ausgabe, Juni 2007
     Verkaufsrang: 146949      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Übersichtlich und verständlich geschrieben bietet die Reihe "Allgemeinbildung" unverzichtbares Wissen aus den verschiedensten Bereichen. Ob Literatur, Naturwissenschaften, Geschichte, Kunst oder wichtige Persönlichkeiten, die "Allgemeinbildung" ist das zuverlässige Nachschlagewerk in jedem Bücherregal.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

klasse      5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist nicht mein erstes, das das Thema Geschichte für Jugendliche behandelt. Jedoch muss ich sagen, dass es auf jeden Fall das Beste ist. Hier wird auf über 400 Seiten alles (und noch viel mehr) beschrieben, was man für eine sehr gute Allgemeinbildung in Geschichte braucht. Entgegen dem Titel ("Das muss man wissen"), glaube ich nicht, dass viele das wissen, was in diesem Buch sehr detailgetreu beschrieben wird, man daher also auch nicht wissen muss. Es geht also über die "normale" Geschichtsbildung meiner Meinung nach hinaus (was kein Kritikpunkt ist!).
Außerdem gibt es auf jeder Doppelseite zum Schluss einen kleinen Kasten "Bemerkenswertes", der sich auf das auf dieser Seite behandelte Thema bezieht und der sehr interessante und teils auch lustige Fakten liefert, z.B. als das Thema "Indianer in Amerika" war, stand in dem Kasten, dass das heutige Wort "Tomate" aus dem Aztekischen, dass Wort "Kakao" aus der Sprache der Maya und "Coca" aus der Inkasprache stammen, was ich persönlich hochinteressant finde.
Gut ist auch noch, dass sich dieses Buch wirklich auf die GESAMTE Weltgeschichte bezieht. Kein Kontinent (Abgesehen von der Antarktis) wird ausgelassen.
Das Beste an diesem Buch kommt jedoch noch: Es ist alles sehr schön und lebendig geschildert, keinswegs trocken und langweilig, so dass es für jeden ansprechend ist.
Also meine Empfehlung lautet auf jeden Fall: Nicht zögern, KAUFEN!


 Weitere Lesermeinungen


Nationen und Nationalismus: Mythos und Realität seit 1780 (Campus Bibliothek) - Eric J. HobsbawmNationen und Nationalismus: Mythos und Realität seit 1780 (Campus Bibliothek)
Eric J. Hobsbawm

Taschenbuch, 7. März 2005
     Verkaufsrang: 121261      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eric Hobsbawm gilt als einer der wichtigsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Seine scharfsinnige Analyse zur Geschichte der Nationen und des Nationalismus ist ein Klassiker der Geschichtswissenschaft und hat bis heute nichts an Aktualität und Bedeutung verloren. Es war der um 1780 entstehende moderne Nationalismus, der unserer heutigen Welt ihr politisches Gesicht verliehen hat. Gegenwärtige Prozesse wie Europäisierung und Globalisierung können losgelöst von nationalen Maßstäben und Kategorien, die in den letzten 200 Jahren geprägt wurden, nicht erklärt werden. Hobsbawm wagt eine Bewertung des folgenreichen Begriffs der Nation und der entsprechenden Bewegungen, deren Lektüre ein Muss für jeden ist, der sich mit dem Thema auseinander setzt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Geradezu Pflichtlektüre für Geschichtsinteressierte      5 von 5 Punkten
Deutschland? Gab's doch schon immer. Oder? ... Oder?... Auch Nationen, gerade Nationen sind ein geschaffener Mythos. Aktiv erschaffen wurden sie. Der Nationalismus ist ein Kind Europas, in den meisten Teilen geformt aus Anti-Napoleonismus und/oder der Romantik.
Diese "Nationen" verändern die Welt. Und Eric Hobsbawm sähe Nationalstaaten lieber heute als morgen abgeschafft.
Eric Hobsbawm hat als jüdisch-österreichisch-britischer Kosmopolit vielleicht von seiner Prägung bereits von Anfang an weniger borniertes Nationsdenken als viele andere. Sein Werk von 1990 jedenfalls ist ein Meilenstein in seiner Klarheit. Nationen sind nicht ewig. Es gab sie einmal nicht, und womöglich werden sie eines Tages nicht mehr sein. Eigentlich ist dies so offensichtlich. Und doch werden die heutigen Nationalisten in aller Welt schäumen.
Zugegeben, Hobsbawms Abgesang auf den kleinen Nationalstaat war vielleicht verfrüht: gekoppelt mit einer supranationalen Vereinigung wie der EU sind Kleinstaaten durchaus quietschlebendig. Doch sein mit marxistischen wie großbürgerlichen Elementen durchwobenes Buch "Nationen und Nationalismus" ist ein Standardwerk, um so genannte Nationen zu verstehen. Immer mehr Historiker folgen Hobsbawm in dieser seiner kritischen Sichtweise.
Klare Empfehlung.
(rezensiert wurde die erste Auflage)

Gegen Klischees      4 von 5 Punkten
Hobsbawn räumt mit einigen Mythen zum Thema Nationalismus auf. So zeigt er, dass Nationen im 19. Jahrhundert von oben geschaffen wurden, um einheitliche Wirtschaftsräume zu schaffen, dass Nationen also nichts "Natürliches" sind und dass sie meistens nicht einmal auf einer gemeinsamen Sprache basieren. Den vielen Kleinstaaten, die am Ende des 20.Jahrhunderts entstanden sind, gibt er keine Zukunft, denn die Entwicklung läuft auf immer grössere Wirtschaftsräume hinaus, so dass der Nationalismus zu einem Anachronismus und zu einer Abwehrhaltung gegen die Globalisierung geworden ist. Ein Buch, das mit historischer Kritik weitverbreitete Klischees auflöst, also ein Buch für Leute, die gerne mit dem eigenen Kopf denken.


Skanderbeg: Der neue Alexander auf dem Balkan - Oliver Jens SchmittSkanderbeg: Der neue Alexander auf dem Balkan
Oliver Jens Schmitt

Gebundene Ausgabe, September 2009
     Verkaufsrang: 93731      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 26,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Als neuer Alexander, Athleta Christi und Held der italienischen Renaissance ging Georg Kastriota (1405-1468), genannt Skanderbeg, in die Geschichte Südosteuropas ein. Ein Vierteljahrhundert lang führte er im albanischen Hochland mit Bauern- und Hirtenkriegern erfolgreich den Widerstand gegen die osmanischen Sultane. Bereits zu Lebzeiten genoss er einen ungewöhnlichen Ruhm als Freiheitskämpfer.
Skanderbegs Taten fanden auch nach seinem Tod ein starkes Echo in der europäischen Öffentlichkeit. Von allen Völkern Südosteuropas wurde er als nationaler Held beansprucht, und heute noch weckt die Erinnerung an ihn heftige Gefühle auf dem Balkan.

Die fesselnde Darstellung gelangt zu einer weitgehenden Neubewertung Skanderbegs, die in Albanien bereits vor Erscheinen heftige Reaktionen hervorgerufen hat.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Ungemein facettenreich und packend      5 von 5 Punkten
Von Stefan Löffler (Thüringen)
Endlich eine detailreiche Biografie Skanderbegs in deutscher Sprache! 30 Jahre lang wartete ich darauf. 20 Jahre davon hatte ich Material gesammelt, um sie notfalls selbst zu verfassen - falls sich denn hierzu nicht endlich jemand aufrafft. Denn obwohl ich dies als Deutscher schlecht erklären kann: Irgendwie hat mich gerade der Albaner Skanderbeg von Kind an mit ungebrochener Intensität fasziniert und interessiert. Leider hatten sowohl die Historiker in Ost- (DDR) und Westdeutschland (BRD) den großen Albaner bisher eher stiefmütterlich abgehandelt.
Zugegeben, auch ich hätte nichts gegen eine Biografie gehabt, die der Chronologie folgt, akzeptiere aber dennoch die Vorgehensweise des Autors. Natürlich kann ich aber auch die Argumente anderer Rezensoren verstehen, die in Schmitts Werk "die Dramatik Skanderbegs" und das "osmanische Trauma der Balkanvölker" an sich usw. vermissen. Denn auch ich habe in den zurückliegenden Jahrzehnten viele Werke zur Geschichte aller Balkanvölker verschlungen und weiß so um diese Problematik. Hinzu kam die Lektüre solch literarischer Rezeptionen Skanderbegs wie Ismail Kadares "Die Festung" oder Sabri Godos "Skanderbeg". Diese Meisterwerke habe ich förmlich verschlungen und genossen - Epen, die Skanderbeg heroisieren und idealisieren, die die Dramatik seines Lebens ganz und gar zum Ausdrück bringen. Und mein erster Kontakt mit der Materie resultierte auch aus dem recht propagandistisch daherkommenden sowjetisch-albanischen Streifen "Skanderbeg" von 1953 (welcher den Helden zwar grenzenlos heroisiert, aber dennoch auch schon den ständig in den eigenen Reihen der Albaner lauernden Verrat thematisiert).
Natürlich waren es auch für mich zunächst ganz der Mensch bzw. die Persönlichkeit Skanderbeg, die mich so stark interessierten. Bald aber auch das ganze Drumherum. Gerade deshalb empfinde ich Schmitts Darstellung als bereichernd - weil er nämlich über all dies weit hinaus gegangen ist und uns in seinem Buch Facetten der Skanderbeg-Ära erschließt, die bis heute oftmals noch recht unbeachtet blieben. Darauf hinzuweisen, wie inneralbanische Familienzwiste und Querelen die Widerstandskraft seines Aufstandes untergruben, ist meiner Meinung nach völlig legitim, auch wenn albanische Nationalisten dies schier nicht ertragen können.
Dennoch würdigt Schmitts Werk meiner Meinung nach Skanderbegs Lebenswerk keineswegs herab. Das wäre eine üble Verkennung dieser packend geschriebenen Fleißarbeit, die durch ihren Detail- und Facettenreichtum besticht und (entgegen allen Unken-Rufen) - sicherlich für viele Jahre - d a s Standardwerk über Skanderbeg im deutschsprachigen Raum bleiben wird.

Strukturelle Analyse im Stil der Annales!      4 von 5 Punkten
Ich rezensiere hier aus der Warte eines laienhaften Lesers, der sich für die Geschichte Süd- und Osteuropas im 14. und 15. Jahrhundert interessiert. Bevor ich mit dem vorliegenden Werk begann, hatte ich ein Werk über die Hussitenkriege, zwei über den Wojwoden Vlad Tepes (Dracula!) und ein englisches über den ungarischen Gouverneur und Kriegshelden Janos Hunyadi gelesen. Als ich das vorliegende Werk annonciert sah, zögerte ich nicht lange. Leider aber hat es meine Erwartungen - und nur von denen kann ich sprechen - nicht ganz erfüllt.
Die Geschichte Kastriotas (genannt Skanderbeg) ist sicher eine der dramatischsten überhaupt. Als Geisel verbrachte er seine Jugend unter dem Türkensultan Murad II. und wurde später zum erbittertsten Feind seines Sonnes Mehmed Fatih, des Eroberers von Konstantinopel. Jahrzehnte hielt er in einem fast ausschichtslosen Kampf, umgeben von zahlreichen Verrätern, in heldenhafter Weise aus. Dabei wurde Albanien praktisch völlig verwüstet; es blieb aber das Andenken an die persönliche Unbeugsamkeit dieses Mannes, das bis heute - gerade im modernen Staat Albanien - ein wichtiger Anker kultureller und politischer Identität darstellt.
Die vorliegende Darstellung aber folgt den neuen, vor allem aus Frankreich bekannten Strukturanalyse wie sie von der Schule der Annales her bekannt ist. Dies bedeutet ein Höchstmaß kritischer Distanz gegenüber den Quellen und eine Darstellung, in der der Stoff nicht in einer historischen Abfolge dargestellt wird, sondern unter verschiedenen Sachgesichtspunkten außerhalb der chronologischen Abläufe gebrochen und reflektiert wird (vgl. Braudels Darstellung des Mittelmeers). So erfährt der Leser von den wirtschaftlichen Grundlagen des Widerstandes von Skanderbeg, seinem Verhältnis zur orthodoxen, aber auch zu katholischen Kirche, die ihn als einzigen vorbehaltlos unterstützt. Geographische, demographische Faktoren des Balkans im Renaissance-Zeitalter werden vor dem Leser ausgebreitet. Der Autor hat dabei erkennbar keine Mühe gescheut und sich mit den geographischen Gegebenheiten vor Ort selbst vertraut gemacht. Auch liefert er neueste Fakten, die aus den Staatsarchiven von Venedig zu Tage gefördert wurden: So erklärt sich die Flucht Skanderbegs vom Hofe Murads II., wohl aus dem Umstand, dass er an der Ermordung des Lieblingssohnes von Murad beteiligt war und dabei Blutrache für die Ermordung seines eigenen Vaters nahm usw.
Jetzt komme ich aber zu der Einschränkung, wegen derer ich hier einen Punkt abziehen muss: Die Darstellung vermittelt leider nichts vom Eigentlichen, nämlich von der Dramatik des Skanderbeg selbst. Wer dieses Buch gelesen hat, wird Skanderbeg als mutige, allerdings auch eher provinziell und engstirnig denkende Lokalgröße erkennen. Er wird dagegen nicht verstehen, was bis heute auf dem Balkan mit diesem Namen mitschwingt. Für den Leser wird die bedrückende Ohnmacht der Balkanvölker vor der osmanischen Übermacht, die Schmach der zahlreichen Niederlagen, die religiöse Hysterie wie sie etwa im "Wunder von Belgrad" zum Ausdruck kam völlig unverständlich bleiben. Dies in einer solchen Darstellung nacherleben zu wollen, mag vielen als naiver Wunsch vorkommen. Ich bewundere jedoch immer wieder an den historischen Darstellungen aus dem anglo-amerikanischen Raum, wie es dort gelingt, das menschlich Packende von Geschichte einerseits und die erforderliche wissenschaftliche Distanz andererseits miteinander zu vereinen. Vorliegend werden die historischen Quellen aber viel zu stark mit Glacéhandschuhen angefasst, als dass aus der Darstellung ein Funke überspringen könnte. So mag ein faszinierendes Werk für den Fachmann bleiben, den Liebhaber lässt die Darstellung leider etwas ratlos zurück.


Rosa Luxemburg (Suhrkamp BasisBiographien) - Dietmar DathRosa Luxemburg (Suhrkamp BasisBiographien)
Dietmar Dath

Taschenbuch, 25. Januar 2010
     Verkaufsrang: 109186      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Dietmar Dath, geboren 1970, Schriftsteller und Übersetzer, lebt in Freiburg und Frankfurt am Main. Er war Chefredakteur der Spex (1998-2000) und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2001-2007). Seine Romane, Sachbücher und Artikel unterwandern, überfliegen und durchkreuzen Gattungs- und Vorstellungsgrenzen, und zwar mit System.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Über Luxemburg neoleninistisch und mit viel Dath darin      3 von 5 Punkten
Der Inhalt des Buches ist einerseits Luxemburgs Leben (ca. 60 S.), ihr Werk (60 S.) und schließlich ihre Wirkung (14 S.).
Das Leben wird eher essayistisch erzählt: Privatklatsch und Liebeleien werden dabei höchstens angetippt. Auch feministische Ansätze fände man hier so gut wie gar nicht.
Dath interessiert sich eher für Luxemburgs Ideen, Marx und Lenin. Dazu versieht Dath alles durchgehend mit dem Senf eigener Meinung, Beobachtungen und Einschätzungen, teils eher über aktuelle Abläufe.
Das Werk Luxemburgs wird ebenfalls mit viel Dath garniert, positiv ausgedrückt: interpretiert und in die heutige Zeit eingeordnet. Teils werden R.L.s Sätze auch wiedergegeben. Sich selbst sieht Dath offenbar als links-marxistisch. Lenin sogar kommt sehr gut weg im "Rosa Luxemburg"-Buch - über diesen hätte er vielleicht lieber die Monografie verfertigt?
Die Wirkung Rosa Luxemburgs ist entsprechend eher rasch abgehandelt, denn Dath hat dies ja bereits in die früheren Teil einfließen lassen. Weil hier Filme erwähnt werden, doch das Berliner Musical fehlt: http://grips-theater.de/stuecke/jugend/repertoire.rosa, doch dies nur nebenbei.
Autor Dietmar Dath stammt vom alemannischen Oberrhein und ist Berufsjournalist. Ein Schriftsteller ist Dath auch, welcher hier sogar den brillanten Sprachinquisitor Karl Kraus an einer Stelle aufgreift. Umso trauriger ist sein zuweilen schludriger Umgang mit der Sprache in einem gedruckten Buche: "Batallion", "letzterer-ersterer", "Inklusion heterogenster Elemente", "langjährige(r) Lebensgefährte",... bzw. vage Satz- und Wortkaskaden sowie Pathosformeln, die vergeblich mit denen Luxemburgs konkurrieren. Ein traditioneller Suhrkamp-Lektor hätte die Zeit für diese Prüfung und gnädige Korrektur wohl auch noch gehabt.
Der hätte Dath vielleicht auch ermuntert, einmal Archivstudien zu betreiben. Dath kittet, so scheint es, einfach aus vielen Büchern und seinem Mitteilungsdrang ein weiteres zusammen. Zum Beispiel stellt er die ursprüngliche Schreibweise des Namens Luxemburg als ungeklärt da. Mag sein. Es wäre aber a) möglich gewesen, dies logisch mit der kyrillischen Schrift der zaristischen Verwaltung zu erklären oder b) einfach selbst den widerstrebenden Hinweisen forschend nachzugehen und sie mit eigenen Augen abzuwägen.
Aufgemacht ist das Buch mit einigen Photos, Zeichnungen, Plakaten etc. Mein Liebling ist M.M. Prechtls bekanntes R.-L.-Plakat (S. 134). Ab und an gibt es am Rand zusammenfassende Wörter.
Kurzum: eine Basis-Biographie ist es nur bedingt - eher, was Dath schon mal immer zu Luxemburgs Ideen sagen wollte und warum er selbst cleverer sei als seine Protagonistin (was er ja auch schon einmal ist, das sei zugestanden).
Nein, Rosa Luxemburg hätte da mehr verdient. - Eher drei als vier revolutionäre Sterne kriegt das Buch.


Stalins Tochter. Das Leben der Swetlana Allilujewa - Martha SchadStalins Tochter. Das Leben der Swetlana Allilujewa
Martha Schad

Gebundene Ausgabe, 2004
     Verkaufsrang: 113856     

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Stalin war einer der fürchterlichsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Was bedeutet es, als Tochter im Schatten dieses übermächtigen Vaters zu leben? Die Historikerin Martha Schad zeichnet das spannungsreiche Leben der Swetlana Allilujewa nach, die heute völlig zurückgezogen im Westen lebt, und deren Autobiografie vor drei Jahrzehnten eine Persönlichkeit im Zwiespalt zwischen Tochterliebe und Zeitzeugenschaft zeigte. Das Lebensdrama einer Frau auf der Suche nach sich selbst.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein spannend zu lesendes, einfühlsames, interessantes Buch      5 von 5 Punkten
In die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat niemand nachhaltiger eingegriffen als Adolf Hitler und Joseph Stalin. Hitler blieb ohne Nachkommen, Stalin seinerseits hatte drei Söhne und eine Tochter.
Swetlana, die "Lichtgestalt" gewann die ganze Liebe ihres Vaters, bis sie als Heranwachsende die Unmenschlichkeit des Sowjetdiktators erkannte, der selbst vor seiner eigenen Verwandschaft nicht Halt machte. Verzweifelt beging seine zweite Frau Nadeshda Selbstmord. Einer nach dem anderen aus Stalins Nähe verschwand in Sibirien oder wurde erschossen.
Stalin starb 1953; vier Jahre später legte Swetlana den Vaternamen Stalin ab und nannte sich nach ihrer Mutter Allilujewa - ein entscheidender Schritt ihrer Emanzipation. 1967 gelang ihr die Flucht aus der Sowjetunion, zunächst nach Indien und schließlich über die Schweiz in die USA - ein aufsehenerregendes Geschehen, das weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Ein wechselvolles Leben begann für Swetlana in der Neuen Welt. Eine neue Liebe versprach ihr neues Glück: sie heiratete Lesley W. Peters, den verwitweten Schwiegersohn und Mitarbeiter des berühmten Architekten George Lloyd Wright. Nach zwei Jahren war alles vorbei, doch sie blieb mit ihrer Tochter Olga in den USA.
Aus Sehnsucht nach ihren anderen Kindern kehrte sie für kurze Zeit in die Sowjetunion zurück. Gorbatschow ermöglichte ihr die erneute Ausreise. Heute lebt Swetlana zurückgezogen in einem kleinen Ort des amerikanischen Südens.
Martha Schad ist dem ungewöhnlichen Schicksal der Stalinstochter in gründlichen Recherchen nachgegangen. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen wird der Lebensweg jener Frau nachgezeichnet, die einmal Stalins "kleiner Spatz" war. Durch Gespräche mit Verwandten Swetlanas sowie dem Stalin- Biographen Edward Radzinskij, die die Autorin in Moskau führen konnte, gewinnt die Biographie unmittelbare Authentizität. So entstand die erste Lebensbeschreibung von Swetlana Allilujewa in deutscher Sprache- ein spannend zu lesendes, interessantes Buch.


Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts - Detlef BrandesLexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts
Detlef Brandes, Holm Sundhaussen, Stefan Troebst

Gebundene Ausgabe, 28. April 2010
     Verkaufsrang: 222022      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Alphabet des ethnischen Wahnsinns. (Süddeutsche Zeitung / Das politische Buch)



Geo Epoche, Nr.21 : Das kaiserliche Japan: 21/2006 - Michael SchaperGeo Epoche, Nr.21 : Das kaiserliche Japan: 21/2006
Michael Schaper

Broschiert, 22. Februar 2006
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Peter-Matthias Gaede, geboren 1951 in Selters, Studium der Sozialwissenschaften in Göttingen, ist Chefredakteur von GEO. Zahlreiche Auszeichnungen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Weitreichende Einführung      5 von 5 Punkten
Leute, die dazu neigen, die japanische Kultur ? vor allen Dingen den bushido ? zu glorifizieren, werden beim Lesen dieses Heftes den ein oder anderen Realitätsschock erleben. Besonders Fans des Films "Der letzte Samurai" werden mit dem Artikel über die Meiji-Zeit ihre Problem haben. Aber wer mit offenen Augen und Herzen an dieses Heft heran geht wird hier eine Menge interessanter und schön dargestellter Informationen finden, die ihn sicherlich auch weiter für das Land der aufgehenden Sonne interessiert halten werden. Und somit ist dieses Heft auch für Nippon-Laien ein guter Einstieg in die Betrachtung der japanischen Kultur und Geschichte.

Samurai, Shogun, Geisha und Tenno....      4 von 5 Punkten
Begriffe, die untrennbar mit Japan verbunden sind.
Geo Epoche versucht, mit 15 Bildessays und historischen Reportagen das Rätsel Japan uns näher zu bringen.
Im ersten Bildteil "In einem Land jenseits der Zeit", zeigt Geo Epoche, wie die ersten eupöpäischen Fotografen das alte Japan in Bildern festhielten; so wurde ein Dokument geschaffen, das den Leser interessante Impressionen vermittelt.
Weiter geht´s mit dem "Machtkampf auf den Götterinseln" in dem Japan zum ersten Mal zeigt, zu welchen Entwicklungssprüngen es fähig ist; um 600 n.Chr. gestatten die Herrschenden den Einfluss koreanischer und chinesischer Händel und binnen kurzem wird das rückständige Inselreich ein modernes Land nach den damaligen Verhältnissen. Zudem vermischte sich die alte Sinto Religion mit dem neuen Buddhismus.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Schaffung einer Schrift, die größtenteils aus dem Chinesischem abgewandelt wurde.
In "Am Hof der Sorglosen" wird eine Zeit beschrieben, in der um 800 bis 1185 das einzige Interesse der Führungsschicht war, Kunst, Schönheit und Gedichten zu huldigen, die Welt außerhalb ihres eigenen Kosmos interessierte nicht.
Das Wesen der Samurai wird im nächsten Kapitel erläutert. Die Kriegerkaste, auf deren Schultern die Herrschenden ihre Macht gründeten stellten sich im 13.Jhd. den mongolischen Eindringlingen. Deren Kampfweise mit geschlossenen Infantrieformationen und Nutzung des Schwarzpulvers schienen die Zeit der Samurai zu beenden. (ging es den europ. Rittern bald darauf nicht ebenso...?)Die japanischen Ritter hatten jedoch Glück, "Kamikaze" der göttliche Wind versenkte zweimal die Invasionsflotte und bewahrte die Japaner vor Fremdherrschaft. Hier sind die begleitenden Bilder sehr positiv zu erwähnen, der Leser kann schnell in die Materie eintauchen.
Kapitel sechs ,acht, neun, elf und zwölf beschäftigen sich mit Gartenarchitektur, Ästhetik, Lyrik und Kunst die für das Verständnis der jap. Kultur zwar wichtig sind, gegen die anderen Kapitel aber abfallen.
Reportage Nr. 7 nimmt sich "Japans christlichen Jahrhundert " an. Um 1542 treiben schiffbrüchige Portugiesen an Land. Sie werden zuerst freundlich aufgenommen, Japan zieht wiederum Nutzen aus dem Wissen und der Errungenschaften der Fremden. Es importiert Feuerwaffen und Kulturgütern - und sogar den christlichen Glauben. Später findet noch ein Engländer den Weg nach Japan und wird Berater des Shoguns. Hier erinnert man sich an den Film "Shogun" mit Richard Chamberlain aus den Achtzigern.
Schließlich überspannen die Europäer den Bogen, sie mischen sich in die Politik ein. Der Herrscher wittert Authoritätsverlust, lässt viele Europäer und Konvertiten aus dem Weg räumen und schottet sein Land Mitte des 16.Jhd. ab; die Isolation wird beinahe 200 Jahre andauern.
Jetzt befinden wir uns circa im Jahr 1700 n.Chr. und Edo , das heutige Tokio schwingt sich auf , die bedeutendste Stadt Japans zu werden. Zugleich gewinnen die Händler und Kaufleute an Einfluss.
Im Westen und Osten haben sich aber mittlerweile die europ. Staaten und die USA zu den führenden Militär- und Handelsmächten aufgeschwungen. Sie suchen um 1853 neue Märkte und erzwingen die Öffnung der japanischen Städte.
Japan beweist noch mal seine Lernfähigkeit und wandelt sich in kürzester Zeit zum modernen Industriestaat. Einen Höhepunkt erreicht Japans Streben nach Weltgeltung erstmals mit dem Sieg über das zaristische Russland 1904/05. Jetzt gehört es zu den Weltmächten.
Ein Samurai jedoch kann sich nicht mit der Schnelligkeit des Umbruchs abfinden und wagt die Revolte. Diese Episode wurde von den Filmemachern als Grundlage für "The last Samurai" mit Tom Cruise umgesetzt.
Die letzten Kapitel befassen sich mit der Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg und dem darauf folgenden Zusammenbruch der militärischen Expansion. Der Tenno stieg von seinem Thron herab und sprach erstmals zu seinem Volk, um die Kapitulation im Sommer 1945 bekannt zu geben.
In unseren modernen Zeit besitzt der Tenno keine Macht mehr, wahrscheinlich sogar weniger als vergleichbare Königshäuser.
Geo Epoche ist ein gutes, lesenswertes Journal gelungen. Es versteht, die Leser für sein Thema einzunehmen.
Was mir aber gefehlt hat, wäre eine genauere Beschreibung der Expansion in den dreißiger Jahren des 20.Jhd. mit der Unterwerfung weiter Gebiete Chinas. Ebenso fehlt der wirtschaftliche Sprung zur Weltspitze nach 45.


Die Sternstunden der Deutschen - Guido KnoppDie Sternstunden der Deutschen
Guido Knopp

Gebundene Ausgabe, 11. September 2009
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Preis: € 19,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Krönung Kaiser Karls des Großen, die Erfindung des Aspirins oder die Einführung der Krankenversicherung - aus über tausend Jahren deutscher Geschichte sind hier einhundert Wegmarken der Deutschen kaleidoskopartig in einem Buch versammelt.
Zwischen zwei und sechs Seiten nehmen die einzelnen Sternstunden ein - es sind ausschließlich positiv belegte Ereignisse versammelt; den Abschluss bildet von Donnersmarcks Auszeichnung mit dem Oscar für seinen Film Das Leben der Anderen im Jahr 2007.
Der Autor Professor Knopp, Leiter des ZDF-Programmbereichs Zeitgeschichte, wäre nicht der Fernsehmann, der er ist, hätte er nicht neben klaren und eingängigen Texten wunderbares Bildmaterial zusammengetragen. Doch schöne Bilder hin oder her: Sei es Schindlers Liste, Die Heimkehr der Zehntausend (aus russischer Kriegsgefangenschaft) oder Die Rückkehr des Saarlands zu Deutschland - die Auswahl der Themen zeigt schon auf den ersten Blick, dass auch dunkle und dunkelste Kapitel deutscher Geschichte ihren Platz in diesem Band haben. Bei aller Kompaktheit der Darstellung ist Knopp um Ausgewogenheit und ein differenziertes Bild bemüht. Das gilt gleichermaßen für die Geschichte der Deutschen insgesamt als auch für jede einzelne der aufgeführten Einzelgeschichten ? von denen übrigens eine der Gründung der emanzipatorischen Zeitschrift Emma gewidmet ist.
Fazit: Was kaum eine historische Darstellung schafft, gelingt Knopp in Minuten: Schon nach kurzem Blättern stellt sich beim Leser ein Staunen über die Vielfalt und die Brüche der deutschen Geschichte ein. -Carsten Hansen, Literaturtest


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

positive und negative Sternstunden - das ist Deutschland ...      5 von 5 Punkten
Ich war in Mühlhausen vor einigen Monaten zum Sparkassen-Forum während dieser Veranstaltung hielt Herr Guido Knopp einen sehr interessanten Vortrag.
Wie das im Anschluss immer so der Fall ist, gab Herr Knopp Autogramme und signierte seine Bücher, die man natürlich auch kaufen konnte.
Eines seiner interessanten Werke nannte ich schon mein Eigen, aber beim Buch, welches ich euch jetzt vorstellen möchte, konnte ich nicht Nein sagen.
Die Sternstunden der DEUTSCHEN !!!!
Gliederung:
=========
Abbildungen: 173
Das Buch ist von der Gliederung her beginnend mit dem Jahr 800 und der Kaiserkrönung Karls des Großen, über das Jahr 1791 mit der Uraufführung von Mozarts Zauberflöte bis hin zum Jahr 2007 mit dem Oscar für den Film Das Leben der Anderen zeitlich gegliedert.
Die Kapitel bezeichnen immer das Jahr mit dem dazugehörigen ausgewählten Ereignis.
Zuerst kann man eine Einführung lesen, die aufzeigt, was das Buch besagen möchte.
Inhalt und Gliederung:
=================
Wie schon bei den Erklärungen zur Gliederung erwähnt, beginnt das Buch mit der Kaiserkrönung Karls des Großen. Es geht also mehr als 1000 Jahre zurück in der Geschichte. Es werden sowohl bittere und traurige Kapitel aufgeschlagen, als auch Sternstunden, die z. B. Erfindungen verursacht haben also Momente, die Glück und Wohlstand hervorriefen.
Ergreifende Momente, die im Buch auch ergreifend und detailliert geschildert werden.
Jedes Kapitel ist sehr übersichtlich gestaltet. Jede Seite ist in zwei Spalten gegliedert.
Farblich abstechend ist vor jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung zu lesen, der sehr gut in das Kapitel einführt.
Meine Meinung:
============
Die auch für nichtgeschichts-Fetischisten leicht verständlichen und in die Thematik einführenden Texte sind sehr flüssig geschrieben, sehr spannend und interessant und ich finde, dass beim Lesen viel hängen bleibt, also die Berichte über die einzelnen Themen zu den Sternstunden der Deutschen sehr lehrreich sind.
Ich habe während des Lesens die Erfahrung gemacht, dass Herr Knopp wirklich sehr geschichtsträchtige Ereignisse ausgewählt hat, aber auch sagen wir einfache Dinge, die aber für die Deutschen nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Ob es die historischen Begebenheiten sind oder die neuere Zeitgeschichte, man bekommt hier von Beginn an alles präsentiert, was uns Deutsche ausmacht, was Deutschland zu dem macht, was es ist.
Man kann sehr gut Deutschlands Geschichte nachvollziehen.
Ich möchte einige interessante Kapitel und Ereignisse nennen, die der Autor als so wichtig und Sternstundenträchtig eingestuft hat, um diese im Buch aufzunehmen:
- 1832 Einheit und Freiheit das Hambacher Fest
- 1882 Koch entdeckt den Erreger der Tuberkulose
- 1885 Die Erfindung des Automobils
- 1900 Plancks Quantensprung in der Physik
- 1919 Die Einführung des Frauenwahlrechts
- 1922 Das Gummibärchen erobert die Welt
- 1942 Die Weiße Rose Studenten gegen Hitler
- 1945 Die Befreiung Kriegsende in Deutschland
- 1949 Die Gründung der Bundesrepublik
- 1955 Romy Schneider wird als Sissi berühmt
- 1955 Karl Lagerfeld Beginn einer Weltkarriere
- 1962 Land unter Sturmflut in Hamburg
- 1969 Die Erfindung der chipkarte
- 1977 Das Wunder von Mogadischu
- 1982 Ein bisschen Frieden Nicole beim Grand Prix
- 1089 Das Wunder von Berlin der Fall der Mauer
- 2003 Die Fußballerinnen holen den WM-Titel
An dieser kurzen (nicht vollständigen) Auflistung einiger Kapitel kann man sehen, dass es sowohl politische Themen sind, die der Autor aufgreift, aber auch kulturelle und sportliche sowie wirtschaftliche Themen, die uns Deutsche begeistert und gefangen gehalten haben.
Kurze Leseprobe an dieser Stelle:
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1944
Stauffenberg Attentat in der Wolfsschanze
Es war eine helle Sternstunde in Deutschlands dunkelster zeit. Das Attentat Stauffenbergs auf Hitler am 20. Juli 1944 hätte ein Wendepunkt des Zeiten Weltkriegs sein können. Sein Scheitern machte die Verschwörer zu tragischen Helden. Doch gut ist, dass es wenigstens versucht wurde und dass die Welt erfuhr: Nicht alle Deutschen folgten Hitler blind. So bleibt die Tat Stauffenbergs ein Grund für stillen Stolz.
Der Tod des Diktators sollte als Initialzündung einen lange vorbereiteten Staatsstreich auslösen. Mord und Staatsstreich, verübt aus Gewissensgründen: Die Verschwörer wollten den Krieg beenden, den totalen militärischen Untergang Deutschlands verhindern, dem Sterben an den Fronten und dem Morden in den Konzentrationslagern ein Ende bereiten. Niemals schien diese Vision greifbarer als an jenem 20. Juli das Jahres 1944.
Ich finde, die Geschichte der Deutschen kann nicht besser zusammengefasst werden, all diese aufgeführten Ereignisse, ob positiv oder negativ machen Deutschland aus und Guido Knopp hat hier eine perfekte Zusammenstellung geschaffen, die Deutschland wirklich aus sehr vielen Blickwinkeln anschauen lässt.
Es sind teilweise Momente und Stunden, die jedem von uns noch im Gedächtnis sind, aber es sind auch kleine Ereignisse, die oftmals in Vergessenheit geraten sind, bzw. die man gar nicht so wahrgenommen hat, aber die auf Grund des Buches noch einmal zum Vorschein kommen. Ich finde es gut, ein solches Buch zu lesen, weil halt diese Ereignisse in ihrer Gesamtheit einfach nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Es ist ein Spannungsbogen, der über 1000 Jahre Deutscher Geschichte reicht, den der Autor hier vor seinen Lesern spannt.
Ich habe das Buch mit großem Genuss und Interesse gelesen, sehr viel daraus gelernt und schaue immer wieder gern in dieses Buch, das auch mit zahlreichen informativen Fotos die Texte noch bildhaft untermalt.
Ein wirklich qualitativ sehr hochwertiges Sachbuch, welches sich flüssig liest und auch so möchte ich sagen Interesse an der Geschichte weckt.
Kurz zum Abschluss noch einiges über den Autor:
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Guido Knopp wurde 1948 geboren. Seit dem Jahr 1984 leitet er die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte. Seit 2004 ist er für den Programmbereich Zeitgeschichte/Zeitgeschehen zuständig und moderiert die ZDF-Reihe History.
Schon viele weitere Werke stammen aus seiner Feder. So u. a. auch: Stauffenberg und die Deutschen aus dem Jahr 2008. Er erhielt schon zahlreiche Auszeichnungen für sein Wirken.
(Goldene Kamera, Deutscher Fernsehpreis, Bundesverdienstkreuz)


 Weitere Lesermeinungen


Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Geschichte - Stefan JordanTheorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Geschichte
Stefan Jordan

Broschiert, 22. Oktober 2008
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Auch das komprimierte B. A.-Studium erfordert Kenntnisse darüber, was Geschichte als Wissenschaft ausmacht. Dieses UTB richtet sich an Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse und führt sie auf jene Wissensebene, die viele andere Einführungsbücher schon stillschweigend voraussetzen. Aus dem Inhalt: - Grundbegriffe geschichtswissenschaftlichen Arbeitens - Geschichte der modernen Geschichtswissenschaft - neueste Tendenzen der Geschichtstheorie - Methoden der Geschichtswissenschaft - Institutionen historischer Wissensvermittlung.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Hält, was es verspricht!      4 von 5 Punkten
Mit diesem Buch erhält man einen chronologisch angelegten Einblick in die Entwicklung der modernen Geschichtswissenschaft (von den Anfängen des Historismus' bis zur Neuen Kulturgeschichte). Ideal für die Einführung ins Studium oder um sich kurze, aber auf den Punkt gebrachte Informationen zum Thema zu holen.
Besonders gut gefallen haben mir die "Definitionskästen", welche die wichtigsten Begrifflichkeiten noch einmal prägnant zusammenfassen sowie die weiterführenden Literaturangaben nach jedem (Unter-)Kapitel.
Sicherlich ist der Preis für das eher schmale Werk (228 Seiten) etwas hoch gegriffen, aber dennoch ist das Buch eine Investition, die sich lohnt.

Kurzweiliger Überblick      5 von 5 Punkten
Das Buch behandelt im Wesentlichen chronologisch die Entwicklung der modernen Geschichtswissenschaft, angefangen im 18. / 19. Jh., bis zu den gegenwärtigen Debatten. Vorgestellt werden dabei die wichtigsten Strömungen: der Historismus, die Kritik an diesem, die Schule der Annales, die Verbindung von Geschichtswissenschaft und Gesellschaftswissenschaft (Sozialgeschichte) nach 1945 in den verschiedenen Ausprägungen sowie die postmodernen Debatten der Geschichtstheoretiker, va. Mentalitätsgeschichte, Gedächtnis- und Diskurstheorien in den Geschichtswissenschaften, linguistic und iconic-turn sowie neueste Themen und Forschungsansätze der Kulturgeschichte.
Immer wieder zusammengefasst / definiert werden in grau hinterlegten Kästchen die wichtigsten Begriffe der verschiednen Ansätze sowie einführende und vertiefende Literaturhinweise nach jedem Kapitel. Der Umfang des Buches ist recht knapp bemessen, dafür eigent es sich aber gut, um sich einen eiligen Überblick über die verschiedenen Theorien und Modelle der Geschichtswissenschaft in den letzten 200 Jahren zu verschaffen - der zudem sehr leser- und einsteigerfreundlich geschrieben ist. Der Autor bezieht zudem deutlich die Position, dass "Geschichte" - und diese zu betreiben - wichtige Funktionen für Gegenwart und Zukunft besitzt. Damit spricht er sich gegen all die Positionen aus, die bereits vom "Ende der Geschichte" und der Geschichtswissenschaft sprechen. Empfehlenswerter Einstieg.


Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (insel taschenbuch) - Bartolomé de Las CasasKurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (insel taschenbuch)
Bartolomé de Las Casas

Taschenbuch, 19. Dezember 2005
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Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Bartolomé de Las Casas (1474-1566), Geschichtsschreiber Kolumbus', lebte seit 1502 in den spanischen Kolonien Mittelamerikas und wurde dort Zeuge der Ausrottung der Indianer unter den Konquistadoren. 1522 veröffentlichte er seinen Bericht, die Dokumentation eines Völkermords riesigen Ausmaßes. Die mit diesem Buch vorliegende neue Ausgabe enthält neben Las Casas' berühmter Anklage einen einleitenden Essay des Herausgebers sowie ein Nachwort von Hans Magnus Enzensberger. Ein erschütterndes Zeugnis kolonialherrschaftlicher Greueltaten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Mehr als nur ein Fürstenspiegel...      5 von 5 Punkten
Bartolomé de Las Casas lebte zu Beginn der Conquista und war Mitglied des Dominikanerordens. Er war nicht nur als Priester tätig, sondern bekleidete auch das Amt des Bischofs in der Neuen Welt (Chiapas). Seit einem bekehrenden Erlebnis setzte er sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mittel- und Südamerikas ein; so sprach er bereits von Menschenrechten.
In seinem berühmtesten Werk -auch aufgrund der jahrhundertelangen Instrumentalisierungen von verschiedenster Seite- schildert Las Casas nach Regionen geordnet die Massaker der Conquistadoren an der jeweiligen indigenen Bevölkerung (darunter Azteken, Indianer, Inka, etc.). Auch wenn sich die Topoi oft wiederholen (Urbevölkerung = friedfertige, genügsame Schafe vs. spanische Eroberer = habgierige, ehrgeizige Wölfe o.ä.) und die Beschreibungen redundant erscheinen, umso schockierender ist dies angesichts der Tatsache, dass die Zuverlässigkeit des Autors hoch einzuschätzen ist. Immer wieder wird man von einer neuen Art der Lebewesen-unwürdigsten Behandlung bzw. Tötung aufgerüttelt.
Eigentlich war als Leser der spanische König gemeint. Las Casas warnt immer wieder mit Beispielen tyrannischer Herrschaft, die unter seiner Krone geschehen. Durch den Erfolg des Buchdrucks wurde dieses Werk jedoch weltweit mehrfach publiziert.
Bereichert wird diese Ausgabe durch ein Nachwort von Hans Magnus Enzensberger sowie einem erhellendem Essay des Theologie-Professors Michael Sievernich. Interessant ist das Nachwort von Enzensberger vor allem durch den historischen Kontext, in dem der Autor es schrieb: 1966. So versucht dieser analoge Bezüge zu dem damaligen Vietnam-Konflikt herzustellen.


Der Verlust: Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert - Thomas UrbanDer Verlust: Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert
Thomas Urban

Broschiert, 20. September 2006
     Verkaufsrang: 122832      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Debatte über ein "Zentrum für Vertreibungen" hat in letzter Zeit die Gemüter westlich und östlich der Oder erregt und einen Schatten auf die deutsch-polnischen Beziehungen geworfen. Thomas Urban nähert sich dem schwierigen Thema der wechselseitigen deutsch-polnischen Vertreibungen aus der Perspektive beider Länder. Die Vertreibung der Deutschen und Polen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte jahrzehntelang für Spannungen zwischen Deutschen und Polen, die längst noch nicht überwunden sind. Weniger bekannt ist die Vorgeschichte der beiderseitigen Vertreibungen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Thomas Urban stellt die Ausweisung von Polen aus Preußen unter Bismarck ebenso dar wie die Enteignung und erzwungene Emigration Zehntausender von Deutschen nach der Neugründung des polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg. Er analysiert die deutsche Besatzungspolitik in Polen, die Vertreibungen ebenso wie Massenverhaftungen und -exekutionen als Instrumente im Kampf gegen die polnische Intelligenz umfasste. Einen großen Raum nimmt die Darstellung der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Die deutsche Bevölkerung der Gebiete östlich von Oder und Neiße floh entweder vor der Roten Armee oder wurde mit Zustimmung der Alliierten von den polnischen Behörden vertrieben oder zwangsausgesiedelt; das Gebiet wurde Polen zugeschlagen, das seinerseits den Ostteil an die Sowjetunion verlor. Auch die Bewohner Ostpolens wurden zur Aufgabe ihrer Heimat gezwungen. Thomas Urban gelingt es in dieser konzisen Darstellung, die Geschichtsschreibungen beider Länder zu diesem umstrittenen Thema zu Wort kommen zu lassen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Zwischen Oder und Weichsel      5 von 5 Punkten
Das Buch ist eine kurze Geschichte der Vertreibung von Deutschen und Polen seit der dritten polnischen Teilung 1795. Der Schwerpunkt der Schilderung liegt im 20. Jahrhundert. Dort sind es vor allem die Jahre seit dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Anfang der 1950er Jahre. Die Untersuchung ist nicht auf das deutsch-polnische Wechselverhältnis beschränkt, sondern nimmt auch die im 20. Jahrhundert mehrfach geänderte Ostgrenze Polens in den Blick, die von polnisch-russischen und polnisch-ukrainischen Auseinandersetzungen bestimmt wurde. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs mit der erneuten Aufteilung Polens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion und dem deutsch-russischen Krieg sowie der anschließenden Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten des Reiches. In den abschließenden Kapiteln widmet sich Urban den politischen Auseinandersetzungen um die Oder-Neiße-Grenze, der Stellung der Vertriebenen in Westdeutschland und den zaghaften, oft kläglichen Versuchen, das deutsch-polnische Verhältnis neu zu justieren nach dem Zusammenbruch des Kommunismus.
Deutsche und Polen haben sich im 20. Jahrhundert nichts geschenkt. Großmannssucht und verbrecherisches Handeln auf beiden Seiten. Doch das Buch ist so sachlich und im Ton unaufgeregt, dass man beim Lesen gar nicht erst auf den Gedanken kommt, hier rechne einer auf. Die Unterschiede sind vielmehr deutlich markiert, der Massenmord dort eingeordnet, wo er hingehört, ebenso die Massendeportationen.
Das Buch enthält zudem eingestreut 14 Kurzportraits wichtiger politischer Personen, die das Geschehen geprägt haben, von Otto von Bismarck über den in Deutschland weitgehend unbekannten Polen Michal Gradzynski bis hin zum deutschen Vertriebenenfunktionär Herbert Hupka. Hier hätte man sich vielleicht etwas mehr Polen gewünscht, wie etwa Wojciech Korfanty, eine der für Deutschland besonders prägnanten Hassfiguren der 1920er Jahre. Aber das ist Geschmackssache, die dem gelungenen Werk keinen Abbruch tun kann.
Helmut Roewer


Top Information zu einem umstrittenen Thema      5 von 5 Punkten
Thomas Urban gelingt es, tiefgründig und genau recherchiert in die schwierige Problematik des Verhältnisses zwische Polen und Deutschen einzuführen. Er zeigt auf, dass die Wurzeln des Konflikts weit in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg zurückreichen, berichtet schonungslos und ehrlich über Fehler und Vergehen auf beiden Seiten und zieht die gedankliche Linie fort bis in die Jetztzeit. Bei seinem ganzen Vorhaben ist es stets um Sachlichkeit und Fairness bemüht. Ein großartiges und höchst notwendiges Buch!


Mein Leben: 1809-1882. Vollständige Ausgabe der »Autobiographie« (insel taschenbuch) - Charles DarwinMein Leben: 1809-1882. Vollständige Ausgabe der »Autobiographie« (insel taschenbuch)
Charles Darwin

Taschenbuch, 18. August 2008
     Verkaufsrang: 76898      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Veröffentlichung von Darwins Entstehung der Arten war eine Revolution, die nicht nur die wissenschaftliche, sondern auch die gesamte geistige Welt in ihren Grundfesten erschütterte. Die Stellung des Menschen in der Schöpfung mußte danach neu definiert werden. Charles Darwins Autobiographie - 1876 geschrieben, "für meine Kinder und deren Kinder" - zeigt den großen Naturforscher nicht nur von seiner ganz privaten Seite, sondern gibt auch Einblicke in die Entwicklung seines wissenschaftlichen Denkens und die Entstehung seiner Theorien.
Erstmals im Taschenbuch: die vollständige Ausgabe der "Autobiographie" des großen Naturforschers


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Darwins eigenes Leben      5 von 5 Punkten
Die Autobiographie von Charles Darwin ist ausgesprochen aussagestark: Es kann gut nachvollzogen werden, wie sich die wissenschaftlichen und weltanschaulichen Auffassungen Darwins entwickelt haben. Die Höhepunkte seines Wirkens und seiner Erkenntnisse werden deutlich.
Seine Autobiographie hat natürlich auch persönliche Züge, sowohl hinsichtlich seines privaten Lebens als auch im Ton, denn sie soll seinen nachkommenden Familienmitgliedern ein Bild seines Werdens vermitteln. Sie ist leicht und zugleich anspruchsvoll geschrieben.
Wer Darwin selbst kennenlernen möchte, möge sein Buch unbedingt lesen.


 Weitere Lesermeinungen


Die Torheit der Regierenden: Von Troja bis Vietnam - Barbara TuchmanDie Torheit der Regierenden: Von Troja bis Vietnam
Barbara Tuchman

Sondereinband, November 2006
     Verkaufsrang: 54337      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Torheit der Regierenden
OT The March of Folly. From Troy to VietnamOA 1984 DE 1984 Form Sachbuch Bereich Geschichte
Die Torheit der Regierenden mit dem Untertitel Von Troja bis Vietnam von Barbara Tuchman war eines der erfolgreichsten historischen Sachbücher des 20. Jahrhunderts. Die Beziehung zur Gegenwart, welche die Historikerin und Journalistin in den Geschichtsepochen herstellt, machen ihre Werke lebendig und verleihen ihnen einen aktuellen Charakter.
Inhalt: Auch in den Fällen politischer Torheit, die sie ausgewählt hat und deren Folgen sie beschreibt, fühlt sich der Leser einbezogen und betroffen. Auch wenn die Geschichte vom Trojanischen Pferd jeder historischen Grundlage entbehrt, wird in deren Wiedergabe deutlich, welche katastrophalen weit reichenden Folgen ein solches Fehlverhalten etwa in unserer Zeit gehabt hätte.
Wie das Fehlverhalten und die Inkompetenz, die Machtgier und Verderbtheit zahlreicher Renaissancepäpste schließlich zur Spaltung der Christenheit und zahllosen blutigen Kriegen führten, beschreibt Tuchman im folgenden Kapitel. Sie schildert, wie die Päpste die Anschauungen und den Lebensstil der "räuberischen Fürsten" der italienischen Stadtstaaten der Epoche übernahmen, deren Habgier und Verschwendungssucht nacheiferten und alle Rufe nach Reform der Kirche überhörten.
Sixtus IV. (1414-84) aus der Familie della Rovere war ein "herrschsüchtiger, unerbittlicher Charakter", wie Tuchman schreibt, der während seiner Amtszeit nur ein Ziel hatte: sich und seine Familie zu bereichern. Innozenz VIII. (1432-92) gelangte nur durch einen Zufall auf den Papstthron. Der Charakter Alexanders VI. (1431?-1503) wird als verderbt beschrieben. Dieser aus der Borgia-Familie stammende Papst hatte zahlreiche Mätressen und sieben Kinder und hatte seine Papstwürde durch Bestechung erlangt. Sein Sinnen richtete sich mehr auf die Politik als die Religion, und auch er verwandte keinen Gedanken an notwendige Reformen. Auch Julius II. (1443-1513) war mehr Machtpolitiker als geistlicher Vater, selbstherrlich und unerbittlich. Papst Leo X. (1475-1521), ein Medici, war zu sehr damit beschäftigt, seine Macht und seine Stellung zu genießen, als sich wichtigeren Aufgaben zu widmen. Klemens VII. (1478-1534) wurde ein Opfer der politischen Verhältnisse und seiner Unentschlossenheit. Als er Frankreich und Habsburg-Spanien gegeneinander ausspielen wollte, verscherzte er es sich mit beiden Mächten. Unter seiner Ägide kam es 1527 zum Sacco di Roma, der Plünderung und blutgierigen Zerstörung Roms.
In einem weiteren Kapitel untersucht Tuchman, wie es dazu kam, dass Großbritannien seine Kolonie in Nordamerika verlor. Sie beschreibt die politische Situation in Großbritannien, wo die herrschenden Kreise mit Arroganz und ohne jeglichen politischen Weitblick agierten und einen ganzen Kontinent wegen ihrer Rechthaberei verloren.
Im letzten Kapitel liefert Tuchman eine hervorragende Zusammenfassung der Entwicklung des Vietnamkrieges. Immer wieder hatten Berater davor gewarnt, sich in diesem Teil der Welt politisch und militärisch zu verstricken, zumal die USA in Asien als Befürworter der Unabhängigkeit der Völker geachtet waren; dennoch ließen sie sich zu einem militärischen Eingreifen bewegen.
Wirkung: Tuchman war klar, dass ihre plausible Darlegung der offensichtlichen Torheiten der Regierenden und der Machthaber der Vernunft nicht zum Sieg verhelfen würde. Ihr Epilog mit dem Titel Eine Laterne am Heck, bezieht sich auf einen Ausspruch des englischen Dichters Samuel Coleridge (1772-1834): "Aber Leidenschaft und Parteigeist machen unsere Augen blind, und das Licht, das die Erfahrung spendet, ist eine Laterne am Heck, die nur die Wellen hinter uns erleuchtet." Dennoch erreichte ihr Buch, das heute aktueller den je scheint, hohe Auflagen und hat zumindest, den Blick der Menschen für die Machenschaften der Regierenden geschärft. N. B.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Geschichtsunterricht einmal anders.      4 von 5 Punkten
An vier repräsentativen Fällen untersucht die Autorin Barbara Tuchmann, das in der Geschichte immer wieder vorkommende Phänomen, dass Regierende eine Politik betreiben, die ihren Interessen zuwiderläuft. Die Beispiele sind gut gewählt, beginnend mit Troja, über die Renaissancepäpste, Englands Verlust von Amerika und Amerikas Vietnamkrieg.
Wer diese vier Ereignisse zunächst im Inhaltsverzeichnis liest wird schwerlich glauben, wie viele Gemeinsamkeiten im verhängnisvollen Handlungsablauf vorzufinden sind, ohne das aus der Geschichte Lehren gezogen wurden. Allen Niederlagen sind nicht auf eine Handlung oder Entscheidung zurückzuführen, sondern hatten eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Das Endresultat war immer bereits am Anfang den Entscheidungsträgern bekannt. In jedem Fall gab es zahlreiche Möglichkeiten vorher auszusteigen und die drohende Gefahr abzuwenden oder zumindest abzuschwächen. In dem Fehlen jeder Skrupel gegenüber Rechtsbrüchen, wiederholte Nixons Regierung die Haltung der Renaissancepäpste. Kassandras Warnungen, Luthers Thesen, die Steuerdebatten in Englands Oberhaus noch die Warnungen von Johnsons Generälen konnten die Selbsthypnose der Regierenden aufheben. Wie Fremdgesteuert folgten sie weiter dem Weg ihres eigenen Untergangs.
Neben den vier sehr ausführlich beschriebenen Fällen zählt die Autorin noch eine Menge weiterer gleichgelagerter Fällen auf und versucht eine Formel zu finden, die solches Verhalten zu verhindern vermag. Doch weder Bildung noch Wohlstand scheinen dazu in der Lage zu sein. Es scheint, die Macht selbst verändert den Regierenden und verleitet ihn zu jenen Fehlern.
Gute Recherche, feines Gespür für wichtige Details und eine spannende Darstellungstechnik lassen das Buch zu einer angenehm lehrreichen Gesichtsstunde werden. Neben einem Inhaltsverzeichnis, einer fünfzig Seiten starken Bibliographie und Anmerkungen rundet ein Register das Buch ab. Nach zwei Golfkriegen gewinnt das Buch erneut an Aktualität und sollte vielleicht auch mal von Regierenden gelesen werden.


 Weitere Lesermeinungen


Die Pest: Geschichte des Schwarzen Todes - Klaus BergdoltDie Pest: Geschichte des Schwarzen Todes
Klaus Bergdolt

Broschiert, 23. August 2006
     Verkaufsrang: 90101      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Pest war über Jahrhunderte eine der schlimmsten Seuchen der Menschheit. Die großen Pandemien dieser Krankheit haben den Lauf der Geschichte beeinflußt. Klaus Bergdolt stellt ihren weltweiten Siegeszug mit den gravierenden sozialen, politischen und mentalitätsgeschichtlichen Folgen dar. Erst spät wurde der Erreger entdeckt, doch auch heute ist die Krankheit noch nicht ganz besiegt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Sehr informativ      3 von 5 Punkten
Das Buch ist sehr informativ, aber man merkt deutlich, dass der Autor Historiker ist und nicht Schriftsteller. Er behandelt das Thema sehr gründlich und bietet jede Menge Hintergrundinformation. Leider wirft er aber auch für den Laien zum schwerverständlichen akademischen Fachausdrücken um sich und bezieht sich auf diesen und jenen Gelehrten oder Studie, die nicht Historiker oder Leute die eine grosse Bibliothek zum Thema Geschichte noch nie etwas davon gehört haben. Wer sich sich von der akademischen Fachsprache und Schreibstil des Autors nicht abschrecken lässt erhält ein ausserst informatives Buch über die Geschichte der Pest.

Umfassend, informativ, erstaunlich      5 von 5 Punkten
Was sie schon immer über die Pest wissen wollten, das findet sich in diesem Kompendium. Am erstaunlichsten sind wohl die Zitate von Zeitzeugen, der Umgang der Betroffenen mit einer sie überfordernden Katastrophe von wahrhaft biblischen Ausmassen (kein Krieg hat jemals das an Menschenleben gefordert was sich die Pest im 14 Jh nahm), sei es menschenverachtende Gleichgültigkeit, kaltherzige Gier oder aufopfernde Hilfsbereitschaft mit allen Konsequenzen für die europäische Geschichte. Jeden Cent wert.


CD WISSEN - Große Frauen und Männer der Weltgeschichte (Teil 13): Johann Wolfgang von Goethe, Marie Antoinette, Wolfgang Amadeus Mozart, Maximilien de Robespierre, 1 CD - CD WISSEN - Große Frauen und Männer der Weltgeschichte (Teil 13): Johann Wolfgang von Goethe, Marie Antoinette, Wolfgang Amadeus Mozart, Maximilien de Robespierre, 1 CD

Audio CD, 1. März 2006
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"Großes hören! Werden auch Sie zu einem grandiosen Entdecker - bei einem besonders lebendigen und musikalisch eingerahmten Hörerlebnis mit vielen Anekdoten und O-Tönen." (Zeitschrift Büchermenschen)



P.M. HISTORY - Unsere großen Momente. Deutsche Geschichte von 1945 bis heute, 5 CDs - P.M. HISTORY - Unsere großen Momente. Deutsche Geschichte von 1945 bis heute, 5 CDs

Audio CD, 25. März 2009
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"Wir freuen uns, mit unserem Hörbuch den 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland zu feiern. Ein Ereignis, das für Wiederaufbau und Demokratie in Europa steht - und für bewegende Jahrzehnte, deren Geschichte unser Heute und Morgen prägt." (Dr. Sascha Priester, Redaktionsleiter P. M. HISTORY)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

History      5 von 5 Punkten
Artikel war Geschenk und kam beim Empfänger gut an. Zum Inhalt kann ich leider noch nichts sagen.

Super interessant      5 von 5 Punkten
Ich bin ganz hin und weg von diesem Hörbuch. Die Tracks beleuchten schlaglichtartig wichtige Ereignisse und Momente der deutschen Geschichte. Trotzdem wirkt das Hörbuch in sich geschlossen, da es immer Überleitungen zwischen den "Schlaglichtern" gibt. Sehr interessant fand ich die O-Töne. Es handelt sich dabei nicht nur um Ausschnitte aus Politikerreden, sondern es sind auch Werbungen, Reportagen und ähnliches darunter. Eben alles, was einen den Flair der Zeit nachempfinden lässt. Dazu tragen auch effektvoll eingesetzte Geräusche und Musikstücke bei. Bei dem Track über die Fußballweltmeisterschaft von 1954, dem sogenannten Wunder von Bern, fühlt man sich zum Beispiel direkt in das Stadion versetzt, wenn man den Jubel der Fans und die Begeisterung des Fußballkommentators Herbert Zimmermann hört.
Mit Gert Heidenreich und Walter von Hauff sind die Sprecherrollen super besetzt. Man kann ihnen stundenlang zuhören, ohne dass es langweilig wird.
Das Booklet enthält jede Menge Fakten und Hintergründe zu den Ereignissen in Deutschland von 1945 bis heute. Für mich ist "Unsere großen Momente" einfach DAS Deutschland-Hörbuch!


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