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| Geschichte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Basiswissen Antike: Ein Lexikon Heinz Mickisch Broschiert, November 2006 Verkaufsrang: 187439 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Die wichtigsten Informationen über die Antike in der Tasche: Das Lexikon 'Basiswissen Antike' (...) enthält von A(bacus) bis Z(ypern) das Wesentliche über das griechisch-römische Altertum. Die Erfahrungen, über die der Autor als Lehrer verfügt, haben sich niedergeschlagen in kluger Auswahl und konzentrierter, gut verständlicher Fassung der rund tausend Artikel, die Studierenden und weiteren an der Welt der alten Griechen und Römer Interessierten verlässliche Auskunft bereithalten." - codex flores "Ob in der Schule, dem Studium oder im privaten Bereich: Persönlichkeiten und Begriffe aus dem griechisch-römischen Altertum begegnen jedem einmal. Errungenschaften in Literatur und Kunst, ihrer Mythologie und Gesellschaftsmodelle wirken bis heute nach. Soll ein Name oder Begriff schnell nachgeschlagen werden, hilft dieses kompakte Lexikon im Kleinformat kompetent weiter. Von 'Abacus' bis 'Zypern' finden sich darin Schlagworte aus Architektur, Kunst, Literatur, Mythologie, Staatswesen und anderen Lebensbereichen des griechisch-römischen Altertums." - www.lernlick.de
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CD WISSEN - Große Frauen und Männer der Weltgeschichte (Teil 11): Peter der Große, Johann Sebastian Bach, Friedrich der Große, Maria Theresia, 1 CD
Audio CD, 1. März 2006 Verkaufsrang: 79967 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar! "Großes hören! Werden auch Sie zu einem grandiosen Entdecker - bei einem besonders lebendigen und musikalisch eingerahmten Hörerlebnis mit vielen Anekdoten und O-Tönen." (Zeitschrift Büchermenschen)
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Die Entdeckung der Vergangenheit: Ursprünge und Abenteuer der Archäologie Alain Schnapp Gebundene Ausgabe, September 2009 Verkaufsrang: 106352 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 5000 Jahre Archäologie - Wie die Menschheit die Vergangenheit entdeckte Alain Schnapp untersucht die verschlungenen Wege, die die Menschheit von der Antike bis zum 19. Jahrhundert beschritten hat, um sich ihrer Vergangenheit bewusst zu werden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Buch ist ein regelrechtes Erlebnis für den Geist und durch die vielen Abbildungen auch für das Auge 5 von 5 Punkten Mit dieser Übersetzung wird ein in Frankreich schon 1993 erschienenes Buch endlich der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt. Geschrieben hat es der 1946 geborene Alain Schnapp, als Professor für Archäologie und Leiter der Abteilung Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Paris ein ausgewiesener und auch international anerkannter Kenner seines Faches. Doch wer sich unter dem Titel dieses voluminösen Buches eine Art populärer Zusammenstellung der Höhepunkte der archäologischen Forschung der letzten 150 Jahre vorgestellt hat, von Schliemanns Entdeckung von Troja bis zu den neuen Funden zur Frühgeschichte des Christentums etwa, sieht sich enttäuscht. Denn Schnapp lässt sein Buch bewusst enden mit dem Jahr 1859, als Charles Darwin seine Evolutionstheorie vorstellte und die moderne Archäologie erst langsam begann, sich überhaupt durchzusetzen. Schnapp geht es in diesem Buch, das bei aller Komplexität einen hohen Lesegenuss bietet, um den Weg bis zu dieser entscheidende Wende, um den Prozess der "Entdeckung der Vergangenheit", wie er sein Buch betitelt hat. Vorher hatten die Menschen und Wissenschaftler nicht viele Quellen, die sie bei ihrer schwierigen Detektivarbeit nutzen konnten. Bis zum 18. Jahrhundert war die Bibel als Quelle verbindlich und allenfalls die Texte der alten Griechen konnten noch herangezogen werden. Fossilien, die man schon lange vorher gefunden hatte, passten nicht in dieses Weltbild. Man dachte, sie seien sozusagen in der Erde gewachsen. Erst um das Jahr 1800 herum, vor allen Dingen geprägt von englischen und skandinavischen Wissenschaftlern, begann man, Zusammenhänge zwischen der Geologie und der Archäologie herzustellen. Alain Schnapp erzählt die 4000- jährige Geschichte der "Entdeckung der Vergangenheit" in einem wenig professoralen Stil. Wenn man genug Zeit mitbringt, wie etwa der Rezensent während des Jahreswechsels, wird das Buch zu einem regelrechten Erlebnis für den Geist und durch die vielen Abbildungen auch für das Auge.
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Wappenkunde Ottfried Neubecker Gebundene Ausgabe, 8. Januar 2007 Verkaufsrang: 47126 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Handbuch der Heraldik Seit Jahrhunderten repräsentieren Wappen nicht nur einzelne Personen, sondern auch Personengruppen und Institutionen: Im Mittelalter dienten Wappen als Kennzeichen der Ritter im Kampf und bei Turnieren, markierten in späterer Zeit den gesellschaftlichen Status von Patrizierfamilien, Fürsten und Königen und fanden schließlich Eingang in die modernen Nationalflaggen, Militärabzeichen und Handelsmarken. In diesem reich illustrierten Buch wird die Kunst und Wissenschaft der Wappen in ihrer Entwicklung von den ersten Schilden, Helmen und Kronen bis zu den heutigen Staats- und Städtewappen nachvollzogen. Über fünfhundert hervorragende, farbig wiedergegebene heraldische Spitzenstücke vermitteln die starke Anziehungskraft dieser faszinierenden Kunst und machen dieses Buch zu einem umfassenden Kompendium der Heraldik.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Sehr spannend und handlich 5 von 5 Punkten Zwei wichtige Vorzüge von diesem Buch. Heraldik, wie die Wappenkunde ja auch genannt wird, zählt zu den sogenannten historischen Hilfswissenschaften. Die Wappen sind eben auch ein Teil der politischen Geschichte und können sehr viel über Wertvorstellungen der Menschen z.B. im Mittelalter oder der frühen Neuzeit aussagen, andererseits auch viel zur Enstehungsgeschichte politischer Einheiten, wie z.B. der Bundesländer, wenn man sie richtig deuten kann. Auch moderne Staaten (oder solche die es sein wollen) wählen sich Wappen und Hoheitszeichen, diese werden meist nach festgelegten Regeln zusammengestellt. In diesem Buch erfährt man viel über die Entstehungsgeschichte nicht nur von Wappen, sondern auch von Kronen und Prunkstücken vom Mittaelalter bis in die heutige Zeit. Gute Bilder und Texte halten sich die Waage und das Buch ist natürlich wie geschaffen auch zum Schmökern und Querlesen.Warum ist z.B. die Flagge der Bundesrepublik heraldisch nicht ganz einwandfrei - oder wie wird eine fachgerechte "Blasonierung" vorgenommen? In diesem Buch steht alles drin. Diese Wappenkunde bezieht sich auf ganz Europa, ganz vollständig kann sie natürlich bei dem Format nicht sein, aber auch außereuropäische, z.B. japanische Wappen werden erläutert. Inhaltlicher Aufbau: 1. Herold 2. Schild 3. Zeichen 4. Helm 5. Krone 6. Prunkstücke
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Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft Hans Joachim Störig Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 203466 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Generationen sind mit Hans Joachim Störigs Einführungen in die Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte groß geworden. Nun gibt es die "Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft" in einer vollständig überarbeiteten Neuausgabe - für eine neue Generation von Lesern..
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Großes Kompendium 5 von 5 Punkten Das Buch enthält auf 650 Seiten 12 Kapitel, Anmerkungen, Namen und Stichwortverzeichnis. Drei Kapitel bilden die Einführung, das vierte und fünfte widmet sich dem Altertum, das sechste und siebente dem Mittelalter, das achte bis 12. der Neuzeit, endend mit dem Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert. Jedes Kapitel beginnt mit einer Charakteristik der betreffenden Zeit und ihrer besonderen Probleme. Dabei werden auch die bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten dargestellt. Daran schließt sich die Charakterisierung der verschiedenen Wissenschaften in der betreffenden Zeit. Das beginnt mit Mathematik und Astronomie, später kommen Physik, Biologie hinzu, noch später Geografie, Recht, Geschichte und am Ende, im 19. Jahrhundert, Wirtschaft, Soziologie und Psychologie. Das ist ein kluger, zweidimensionaler Aufbau, der das Zurechtfinden in der ungeheuren Stoffmenge leicht macht. Die eine Dimension ist das Zeitalter, die andere die Entwicklung der einzelnen Wissenschaften in diesem Zeitraum. Und der Inhalt? Hält er, was die "Kleine Weltgeschichte der Philosophie" desselben Verfassers versprach? Ja und Nein. Ja, denn Störig stellt die großen Wissenschaften übersichtlich dar, nennt die wichtigen Namen und Daten, so daß der Neuling einen ausgezeichneten Einblick bekommt. Das ist mehr als man erwarten kann. Und alles ist in einen geistigen, philosophischen Zusammenhang gestellt. Nein, denn der Stoff ist einfach zu umfangreich für ein Buch mit 650 Seiten. Vieles muß an der Oberfläche oder unvollständig bleiben. Das ist dem Verfasser bewußt, er nennt sein Verfahren selbst "Dilettantismus". Aber "den lieb ich, der Unmögliches begehrt!" Für denjenigen, der bisher nicht wissenschaftlich gearbeitet hat, dürfte das Buch einzigartig sein. Wer schon mit einer Wissenschaft oder mehreren vertraut ist, mag dagegen Enttäuschungen erleben. So erging es mir, als ich nach Max Weber und seine Bedeutung für die Soziologie suchte. Ich fand über das Personenregister nur eine nackte Erwähnung seines Namens, Geburts- und Todesjahres. Zur Erschließung eines so großen Lese- und Nachschlagewerkes ist ein ausführliches Stichwortverzeichnis unentbehrlich. Das vorhandene ist zu kurz. So fehlen die in den Überschriften genannten Wörter und andere, häufig im Text vorkommende, wie "Soziologie". Alles in allem genommen ist dieses Lese- und Nachschlagewerk eine Zierde jeder Bibliothek und hat deshalb fünf Sterne verdient.
Wissenschaftsgeschichte - auch verstanden als Säule unserer Kulturgeschichte! 5 von 5 Punkten Obwohl Wissenschaft ein zentraler Teil unserer Kultur verkörpert, ist dass Wissen über diesen Themenkreis wenig verbreitet. In zwölf Kapiteln stellt der Autor seinen Lesern/Leserinnen ein gewaltiges Panorama der Wissenschaft vor, basierend auf einer methodischen Einleitung und einem kurzen Blick auf die Anfänge der Wissenschaft in frühgeschichtlicher Zeit, ehe er die Tür zur Geburt der Wissenschaft im antiken Griechenland öffnet. Der imposante Bogen schliesst die Leistung der Antike ein, befasst sich mit den Errungenschaften des Islams, beleuchtet das abendländische Mittelalter und leitet über zu den Wurzeln der modernen Wissenschaft an der Wende von Mittelalter zur Neuzeit. Sein Eckpunkt findet der vom Autor skizzierte Bogen mit der Evolution der Wissenschaft im 19. Jahrhundert und einem Kapitel über die Geisteswissenschaften im 19. Jahrundert. Das 20. Jahrhundert kommt nur punktuell zur Sprache. Es sprengt den Rahmen dieser Würdigung, auf alle bekannten Namen und behandelten Wissensgebiete zu verweisen. Angesichts des bescheidenen Preises darf das Fehlen von Illustrationen nicht bemängelt werden. Andererseits wertet ein nützliches Register dieses beeindruckende Handbuch auf, das in keiner Bibliothek fehlen sollte. |
Frauen, die Geschichte schrieben: Von Kleopatra bis zu Katharina der Großen Claudia Gold Gebundene Ausgabe, 1. September 2009 Verkaufsrang: 43596 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie beherrschten Königreiche, sie führten Armeen in die Schlacht, sie einten ihre Nationen, sie regierten mit gütiger oder harter Hand. Der illustrierte Bildband "Frauen, die Geschichte schrieben" stellt die 50 bedeutendsten Königinnen, Kaiserinnen, Mätressen und Politikerinnen der letzten 3500 Jahre vor - von Kleopatra bis Margaret Thatcher. Diese Frauen, ob durch Geburt, Erbfolge oder demokratische Wahl an die Spitze ihrer Staaten gekommen, gehören zu den einflussreichsten und charismatischsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Manche von ihnen prägten ihr Land bis heute. +++ Die Königin von Saba +++ Kleopatra +++ Margarete I. von Dänemark +++ Lucrezia Borgia +++ Mary Tudor +++ Catherina von Medici +++ Maria Theresia +++ Katharina die Große +++ Marie Antoinette +++ Golda Meir +++ Eva Perón +++ Margaret Thatcher +++ Benazir Bhutto +++ u.v.m. * Autorin Claudia Gold ist Expertin für Mediävistik * Die 50 bedeutendsten Frauenbiografien von Kleopatra bis zu Katharina der Großen * Zahlreiche Zeitachsen, Bilder und Illustrationen zur historischen Einordnung und Bedeutung der verschiedenen Persönlichkeiten * Rund 150 Fotos und Illustrationen, die die Geschichte der wichtigsten Frauen der Geschichte veranschaulichen
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Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam: Vom Dschihad zum Schutzvertrag Bat Ye'or Taschenbuch, März 2005 Verkaufsrang: 32415 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch gliedert sich in zwei große Teile: Die eine Hälfte schildert die historische Entwicklung seit der Entstehung des Islam bis in das 20. Jahrhundert, die andere Hälfte bringt als Beleg Quellentexte und Dokumente. Der Leser hat so die Möglichkeit sich einen Überblick über die Entwicklung zu verschaffen und gezielt Fragen zu vertiefen. Diese bemerkenswerte Veröffentlichung besitzt heute eine besondere Aktualität. In dem Buch wird die politische Bedeutung des Islam deutlich, seine Wertung erlaubt auch die aktuellen Entwicklungen besser zu beurteilen. An einer gründlichen Auseinandersetzung mit dem Islam kommen wir immer weniger vorbei, und deshalb ist es wichtig verlässliche Quellen zu Rate zu ziehen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Top Buch zur Toleranz des Islam ggü Andersgäubigen 5 von 5 Punkten Eines der besten Bücher über von der aktuellen Politik zensierte Fakten. Die Toleranz des Islam von seiner Gründung bis heute wird entlarvt als eine rassistische, diskrimminierende Poltik gegenüber Andersgläubgien. Eine diskrimminierende Politik, die heute noch von der Türkei bis nach Pakistan gang und gäbe ist. Eine diskrimminierende Politik, die bis heute die Rückendeckung unserer Politiker erhält. Eine diskrimminierende Politik die dieses Buch gnadenlos offenlegt. Es ist Zeit aufzuwachen für Europa bevor es zu spät ist. Und dieses sachlich verfasste und gut recherchierte Buch animiert dazu. Fünf Sterne! Mehr als nur lesenswert!
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Eine kleine Geschichte Brasiliens Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann, Rüdiger Zoller Taschenbuch, 3. November 2009 Verkaufsrang: 111852 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das historische Buch Alles im Fluss Eine kleine Geschichte Brasiliens Brasilien - das fünftgrösste Land der Erde, in 26 Staaten und den einen Bundesdistrikt gegliedert, mit 162 Millionen Einwohnern, wovon knapp ein Drittel unter 15 Jahren, wirtschaftlich laut Weltbank zu den Ländern mit mittlerem Einkommen zählend, je rund ein Viertel der Erwerbstätigen im Sektor Landwirtschaft und Industrie tätig, die übrige Hälfte im Dienstleistungssektor. Wie sicher sind diese Angaben aus dem Jahr 1998? Ausser der Fläche befindet sich alles im Fluss. Und dieser strömt schon seit mindestens fünfhundert Jahren. Eine zu lange Vergangenheit für das vom Mythos einer grossen Zukunft besessene Land. Mehr als ein Autor hat daran geglaubt: "Land der Zukunft" (St. Zweig, 1941), "Gigant der Zukunft" (P. Vageler, 1957), "Weltmacht von morgen" (J. v. Prellwitz, 1963), "Kontinent im Aufbruch" (L. Stucki, 1971, und G. Faber, 1977). Es haben sich aber auch Zweifler gemeldet: "Die Unordnung des Fortschritts" (Zoller/Schelsky, 1994). Auf der anderen Seite wollten die Historiker auch schon früh wissen, welches die Herkunft von so viel Zukunft sei. Die lesenswerte "Geschichte von Brasilien" (1860) des Norddeutschen Heinrich Handelmann ist 1987 mit einer Aktualisierung von Gustav Faber in Zürich neu aufgelegt worden, ein Zeichen der wachsenden historischen Neugier allenthalben. So füllen z. B. allein die Literaturhinweise zu Brasiliens Geschichte in dem hier anzuzeigenden Taschenbuch über neun Seiten, trotz strenger Auswahl. Im Textteil versuchen drei ausgewiesene Fachleute die Quadratur des Zirkels und teilen sich in die Aufgabe, über das grosse Land eine "kleine Geschichte" zu schreiben. Jedem stehen rund hundert Seiten zu. Horst Pietschmann stellt die kolonialen Ursprünge dar (Portugal - Amerika - Brasilien), Walther L. Bernecker das 19. Jahrhundert (Kolonie - Monarchie - Republik) und Rüdiger Zoller das lange 20. Jahrhundert (Präsidenten - Diktatoren - Erlöser). Man liest von Migrationen, von Wirtschaftszyklen, von Bürger- und anderen Kriegen, von Sklaverei und Abolition, von Rebellionen, Putschen, Diktaturen: Ereignisgeschichte eben, mit Betonung von Politik und Wirtschaft. Doch gerade die Raffung zwingt die Autoren, über die Brüche und Spannungen der Gesellschaft hin die Entwicklungslinien zu suchen. Eine detaillierte Zeittafel ermöglicht im Anhang die rasche Übersicht, und anstelle eines Schlagwortregisters findet man am Schluss ein ausführliches Inhaltsverzeichnis. Eine gedämpfte Zuversicht ist aus Zollers Schlussbemerkung zu vernehmen: Angesichts von "nun fünf Jahrhunderten der Geschichte Brasiliens sollten Anerkennung und Bewunderung für die menschlichen Leistungen ebenso wenig fehlen wie der Optimismus, dass Brasilien doch ein Land der Zukunft wird - und es nicht für immer bleibt". Gustav Siebenmann
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Chronik, Chronik 1935: Tag für Tag in Wort und Bild Matthias Felsmann, Dorothee Merschhemke Gebundene Ausgabe, 1989 Verkaufsrang: 52552 Chronik 1935 Für jeden Tag des Jahres zuverlässige Informationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport 12 Monatskalendarien mit 993 Eintragungen 339 abgeschlossene Einzelartikel über alle wichtigen Ereignisse 19 Übersichtsartikel zu den großen Entwicklungen des Jahres 620 Fotos, Graphiken und Karten 28 Seiten Anhang mit Statistiken, Übersichten, Nekrolog, Register
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Vergangene Reiche und Kulturen: Atlas der versunkenen Welten mit über 400 Abbildungen, zahlreichen Karten und Zeitleisten Markus Hattstein Gebundene Ausgabe, Dezember 2009 Verkaufsrang: 24004 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vergangene Reiche & Kulturen gibt einen faszinierenden Überblick über die Völker und prägenden Zivilisationen aller Kontinente der Erde. Macht und Einfluss der Perser, Griechen oder Römer werden ebenso beleuchtet wie die alten Reiche und Dynastien in China und Indien und die Errungenschaften der Hochkulturen der Inka, Maya und Azteken. Über 400 Abbildungen, zahlreiche Karten sowie infromative Texte liefern faszinierende Porträts früher Gesellschaften, den den Lauf der Menschheitsgeschichte geprägt haben.
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Stalins Tochter. Das Leben der Swetlana Allilujewa Martha Schad Gebundene Ausgabe, 2004 Verkaufsrang: 41759 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Stalin war einer der fürchterlichsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Was bedeutet es, als Tochter im Schatten dieses übermächtigen Vaters zu leben? Die Historikerin Martha Schad zeichnet das spannungsreiche Leben der Swetlana Allilujewa nach, die heute völlig zurückgezogen im Westen lebt, und deren Autobiografie vor drei Jahrzehnten eine Persönlichkeit im Zwiespalt zwischen Tochterliebe und Zeitzeugenschaft zeigte. Das Lebensdrama einer Frau auf der Suche nach sich selbst.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein spannend zu lesendes, einfühlsames, interessantes Buch 5 von 5 Punkten In die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat niemand nachhaltiger eingegriffen als Adolf Hitler und Joseph Stalin. Hitler blieb ohne Nachkommen, Stalin seinerseits hatte drei Söhne und eine Tochter. Swetlana, die "Lichtgestalt" gewann die ganze Liebe ihres Vaters, bis sie als Heranwachsende die Unmenschlichkeit des Sowjetdiktators erkannte, der selbst vor seiner eigenen Verwandschaft nicht Halt machte. Verzweifelt beging seine zweite Frau Nadeshda Selbstmord. Einer nach dem anderen aus Stalins Nähe verschwand in Sibirien oder wurde erschossen. Stalin starb 1953; vier Jahre später legte Swetlana den Vaternamen Stalin ab und nannte sich nach ihrer Mutter Allilujewa - ein entscheidender Schritt ihrer Emanzipation. 1967 gelang ihr die Flucht aus der Sowjetunion, zunächst nach Indien und schließlich über die Schweiz in die USA - ein aufsehenerregendes Geschehen, das weltweit für Schlagzeilen sorgte. Ein wechselvolles Leben begann für Swetlana in der Neuen Welt. Eine neue Liebe versprach ihr neues Glück: sie heiratete Lesley W. Peters, den verwitweten Schwiegersohn und Mitarbeiter des berühmten Architekten George Lloyd Wright. Nach zwei Jahren war alles vorbei, doch sie blieb mit ihrer Tochter Olga in den USA. Aus Sehnsucht nach ihren anderen Kindern kehrte sie für kurze Zeit in die Sowjetunion zurück. Gorbatschow ermöglichte ihr die erneute Ausreise. Heute lebt Swetlana zurückgezogen in einem kleinen Ort des amerikanischen Südens. Martha Schad ist dem ungewöhnlichen Schicksal der Stalinstochter in gründlichen Recherchen nachgegangen. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen wird der Lebensweg jener Frau nachgezeichnet, die einmal Stalins "kleiner Spatz" war. Durch Gespräche mit Verwandten Swetlanas sowie dem Stalin- Biographen Edward Radzinskij, die die Autorin in Moskau führen konnte, gewinnt die Biographie unmittelbare Authentizität. So entstand die erste Lebensbeschreibung von Swetlana Allilujewa in deutscher Sprache- ein spannend zu lesendes, interessantes Buch. |
Das Jahrhundert der Bilder: Bildatlas 1949 bis heute
Gebundene Ausgabe, 1. September 2008 Verkaufsrang: 107352 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das 20. Jahrhundert war mehr als jede Zeit zuvor ein Jahrhundert der Bilder. In zwei Bänden, auf rund 1.600 Seiten, präsentieren 160 ausgewiesene Expertinnen und Experten aus fünfzehn Wissenschaftsdisziplinen und zehn Ländern die wichtigsten und bekanntesten Bilder und Bildmedien dieses Jahrhunderts aus Politik, Kultur, Werbung und Freizeit. Das Spektrum der Bilder reicht von der Bildpostkarte und dem Sammelbild, dem Plakat und der Werbeanzeige, über die Fotografie und den Versandhauskatalog, das Kunstwerk und das Plattencover bis hin zu den elektronischen Bildern des Fernsehens und den digitalen Bildwelten von Google Earth und Second Life. Der "Bildatlas 1949 bis heute" zeigt das zunehmend global werdende Bild der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, beginnend mit den Fotografien des Gründungsaktes der Bundesrepublik und endend mit den interaktiven Bildwelten von Second Life. Der "Bildatlas 1900–1949", der im März 2009 erscheint, untersucht die Bilderwelten der ersten Hälfte des Jahrhunderts bis zur Friedenstaube Picassos.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wahnsinn 5 von 5 Punkten Das Buch gehört mit zu den schönsten Büchern der letzten Jahre. Es ist wie eine Reise in die eigene Vergangenheit, den wir sind ja alle im Jahrhundert der Bilder aufgewachsen. Was besonders auffällt, ist die wissenschaftliche und erzählerische Qualität der (meisten) Essays, die präzise Entstehung, Sachgehalt und Wirkungsgeschichte darstellen. Immer wieder gibt es verblüffende Erkenntnisse. Wer wußte beispielsweise (aus Band 1), daß das berühmte Foto der Verhaftung des Attentäters von Sarajewo gar nicht den Attentäter, sondern einen Mitläufer zeigt. Insgesamt hat Gerhard Paul hier ein Meisterwerk geschaffen. Meine Empfehlung: mehrere Exemplare kaufen, eins behalten, die anderen verschenken.
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Ungarn in der Nußschale: Geschichte meines Landes György Dalos Taschenbuch, 14. Februar 2005 Verkaufsrang: 195895 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden György Dalos unternimmt in diesem Buch einen Ausflug in die Vergangenheit seines Landes. Der vielfach preisgekrönte Schriftsteller zeigt, wie sich aus den zentralen historischen Erfahrungen das heutige, Europa zugewandte Ungarn entwickeln konnte. Wie sagt ein ungarisches Sprichwort: "Außerhalb von Ungarn gibt es kein Leben; und wenn, dann ist es nicht dasselbe." Was prägte die Ungarn? Was waren die zentralen historischen Erfahrungen der Bewohner eines Landes, das immer wieder erobert, zerstückelt, beherrscht und fremden Zielen unterworfen wurde? Ursprünglich sind die Ungarn ein aus Asien stammendes Nomadenvolk. Am Ende des 1. Jahrtausends christianisiert und unter Stephan dem Heiligen den Anschluß an die westeuropäische Kultur suchend, führten die Ungarn über Jahrhunderte hinweg einen Abwehrkampf gegen Mongolen, Türken und schließlich auch gegen die Habsburger, die die Ungarn erst 1918 in die Unabhängigkeit entließen. Heute steht das Land vor dem Beitritt in die EU 2004 und unterhält auch intensive Beziehungen zu Deutschland. Der Schriftsteller György Dalos fängt in seinem prägnanten, brillant geschriebenen Überblick über die mehr als 1000jährige Geschichte Ungarns die Essenz des ungarischen Lebens ein.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Wie in einem Spiegel 5 von 5 Punkten Dieser Husarenritt durch die ungarische Geschichte ist zugleich einer durch die Geschichte Europas und Deutschlands. In beide ist die ungarische in vielfacher Hinsicht verwoben und teilt mit ihnen ihre Katastrophen und Lichtblicke. Für mich besonders erschreckend, weil mir bisher unbekannt, war die Beschreibung der katastrophalen Verflechtung der ungarischen Politik mit der Nazizeit. Es lohnt sich schon deshalb dieses Buch zu lesen, weil darin die deutsche Geschichte wie in einem Hohlspiegel vergrößert aufscheint. Aber auch sonst: spannend geschrieben und plausibel - lesenswert.
Fast in einem Zug lesbar 5 von 5 Punkten Diese dichte und dennoch sehr gut lesbare ungarische Geschichte war fast in einem Zug lesbar - zugegeben Vorkenntnisse gehabt -. Die knappe Darstellung enthält alle wichtige Fakten. Die heutige Stellung Ungarns in Europa wird verständlicher, ebenso wie das Verständnis der Ungarn zu Europa. Lesenswert! |
Putzger - Historischer Weltatlas. [103. Auflage]: Putzger historischer Weltatlas, Ausgabe mit Register
Gebundene Ausgabe, August 2001 Verkaufsrang: 111660 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 1877 brachte der Leipziger Bürgerschuldirektor Friedrich Wilhelm Putzger die erste Auflage seines historischen Schulatlasses heraus - und ahnte nicht, dass er damit die Grundlage für ein international anerkanntes Standardwerk geschaffen hatte. Immer wieder ist der Putzger seitdem grundlegend überarbeitet, erweitert und neu gestaltet worden. In der 103. Auflage und rechtzeitig zu seinem 125. Jubiläum ist der Weltatlas jetzt wieder so großformatig wie einst und enthält 150 zusätzliche Karten. Informationstexte, klärende Nebenkarten, Datenlisten, Tabellen und Grafiken - all das hat es in diesem Umfang bisher nicht gegeben. Die Darstellungen ökonomischer, sozialer und kultureller Prozesse, insbesondere auch der außereuropäischen Regionen, lassen globale Entwicklungen erkennen. Das Standardwerk hat sich von einem Kartenwerk zu einem fundierten Überblick über die Geschichte der Menschheit entwickelt. Dies ist keine neue Auflage, dies ist ein gänzlich neuer Putzger. Immer noch geleitet von der epochalen Gliederung, ist die umfassende Erweiterung dieser Auflage feingliedrig regional und thematisch strukturiert. Ob germanische Völkerwanderung, Ausbreitung der Pest, Kolonialismus oder Rolle der Vereinten Nationen - der neue Putzger stellt nicht nur dar, sondern zeigt auch die weltgeschichtlichen Zusammenhänge. Deshalb ist er weit mehr als nur Grundlage für den Geschichtsunterricht. Dieser historische Weltatlas wird beim Lesen jedes geschichtlichen Textes als Nachschlagewerk wertvolle Dienste leisten, und er wird seiner selbst wegen zum Schmökern einladen. -Joachim Schüring
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Neues Outfit mit verbessertem Inhalt 5 von 5 Punkten Zunächst mag das neue Format des Putzgers etwas befremdlich wirken. Doch gibt es für diesen Formatwechsel einen plausiblen Grund: Der Putzger ist noch umfangreicher geworden. So findet man nun auch (neben den Karten) Zeitleisten, Statistiken und teilweise ausführliche Texte, die in hervorragender Weise das Kartenmaterial unterstützen. Darüber hinaus wurde auch das Kartenmaterial ergänzt und umfangreicher gestaltet. Neben diesen Neuerungen findet man auch altbewährtes wie die Rubrik "Staaten der Erde", die auch optisch aufgewertet wurde, und das Register, welches sich sehr umfangreich und informativ präsentiert. Der neue Putzger ist nicht bloß ein Geschichtsatlas, sondern vielmehr ein Handbuch der Geschichte, das es erlaubt, eigenständig Themen zu erarbeiten, ohne zwangsläufig auf ein Geschichtslexikon zurückzugreifen.
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Auf ewig in Hitlers Schatten?: Anmerkungen zur deutschen Geschichte Heinrich August Winkler Gebundene Ausgabe, 12. Januar 2010 Verkaufsrang: 48014 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Anders, als es der Titel vermuten lassen könnte, geht es in dieser lesenswerten Aufsatzsammlung nicht "nur" um die Frage, ob die deutsche Geschichte nach der Katastrophe des Nationalsozialismus fortan wohl Auf ewig in Hitlers Schatten stehen werde. Vielmehr wirft der Autor in den in diesem Band versammelten Essays aus drei Jahrzehnten seines Schaffens klug gesetzte Schlaglichter auf die deutsche Geschichte seit der Revolution von 1848 bis in die Gegenwart. Mit dem titelgebenden Aufsatz leistete Heinrich August Winkler 1986 seinen Beitrag zum Historikerstreit. Im Zentrum dieser Debatte stand seinerzeit die Frage nach der Einzigartigkeit der von den Nationalsozialisten betriebenen Vernichtung der Juden in Europa und der sich hieraus ergebenden Implikationen für die deutsche Geschichte und Geschichtsbetrachtung. Winkler stand damals (und steht bis heute) auf der Seite derer, die jeden Versuch, den Holocaust durch den Vergleich mit oder gar die Erklärung durch das "ursprünglichere" Verbrechen des Archipel GULag zu relativieren, als unerträglich empfinden. Auch wenn Winkler keinen Anlass hat, diesen Standpunkt zu revidieren - die Schlüsse, die die Linke seinerzeit aus der von ihr diagnostizierten Einzigartigkeit der Schuld für die Beantwortung der Frage nach der Möglichkeit einer deutschen Wiedervereinigung zog, hält er in seiner "Kehrseitenbesichtigung" bereits 1996 für falsch: "Die kaum je ausgesprochene, aber tiefsitzende Überzeugung, dass die nationalsozialistischen Verbrechen durch die Teilung Deutschlands gesühnt werden könnten, war zur Lebenslüge der bundesdeutschen Linken und damit zum Gegenstück einer anderen, eher ?rechten? Lebenslüge geworden: der Behauptung, die Wiedervereinigung sei das vorrangige Ziel bundesdeutscher Politik." Auch die übrigen Beiträge des Bandes lohnen die Lektüre. Von der "sperrigen Revolution" von 1848 über Otto von Bismarck, die mangelhafte Architektur der Weimarer Reichsverfassung, den "Anschluss an den Westen" unter Adenauer bis zur deutschen Vereinigung und der Frage nach der westlichen Wertegemeinschaft machen die bündig geschriebenen Essays ebenso verdichtet wie profund einschneidende Ereignisse sowie maßgebende Entwicklungen und Personen der deutschen Geschichte in ihrer nachhaltigen Bedeutung transparent. - Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Das Wesen des Westens 5 von 5 Punkten Heinrich August Winkler ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Historiker Deutschlands. Seine im Jahr 2000 erschienene Darstellung "Der lange Weg nach Westen" gilt als eine der besten, wenn nicht die beste, Darstellungen zur deutschen Geschichte in den vergangenen 200 Jahren. Und auch Winklers Buch "Weimar" über die Geschichte der Weimarer Republik ist mittlerweile zu einem Klassiker geworden. Der Historiker hat sich aber auch immer wieder im Rahmen von kurzen in Tageszeitungen oder Magazinen veröffentlichten Artikeln zu historischen oder tagesaktuellen Themen geäußert. 20 dieser Artikel finden sich im vorliegenden Sammelband "Auf ewig in Hitlers Schatten?" Die Artikel behandeln so unterschiedliche Themen wie "1848: Die sperrige Revolution", "Ein Junker als Revolutionär" über Otto von Bismarck oder "Hindenburg, ein deutsches Verhängnis". In meiner Rezension werde ich etwas näher auf drei Beiträge eingehen, die mir besonders wichtig erscheinen. Im Rahmen des Historikerstreites 1986 über die Einmaligkeit der Judenvernichtung antwortete Winkler in seinem Aufsatz "Auf ewig in Hitlers Schatten?" auf den Beitrag des rechts-konservativen Historikers Ernst Nolte, der kurz vorher in der FAZ behauptet hatte, dass die Vernichtungspolitik der Nazis gegen die Juden lediglich eine Kopie des stalinistischen Archipel GULag gewesen sei und das zusätzlich noch der Holocaust als eine Art "Putativnotwehr" (140) zu bewerten sei. Winkler bezieht klar gegen diese apologetische Geschichtsbetrachtung Stellung und wirft Nolte "Geschichtspolitik" (143) vor. Höhepunkte des Bandes sind die abschließenden Essays "Erinnerungswelten im Widerstreit" sowie "Was heißt westliche Wertegemeinschaft?". Hier versucht Winkler dazulegen, wie wichtig eine gemeinsame europäisch-westliche Identität jenseits von wirtschaftlichen Interessen für die Zukunft der Europäischen Union ist. Von besonderer Prägnanz ist dabei der abschließende Aufsatz "Was heißt westliche Wertegemeinschaft?". An dieser Stelle werden drei Thesen formuliert, die das Wesen des wertebezogenen Westens ausmachen. Erstens: "Es gibt keine europäischen, sondern nur westliche Werte". Zweitens: "Die Verwestlichung des Westens war ein langwieriger Prozess, dessen Hauptmerkmal die Ungleichzeitigkeit ist". Drittens: Die politische Kultur des Westens ist pluralistisch und muß deshalb eine Streitkultur sein". Zu Erstens: Der "Westen" umfasst nicht nur Europa, sondern auch die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Israel aus folgendem Grund: Typisch westlich sei der Dualismus zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt, der Europa seit dem Ende des Investiturstreites 1122 maßgeblich mitgeprägt habe: "Der Dualismus trug den Keim der Freiheit in sich, die das herausragende Kennzeichen des Okzidents ist" (182). Aus dieser "vormodernen Form der Gewaltenteilung" (184) habe Montesquieu sein Modell der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative entwickelt, die heute das Wesen des Westens definiert. Zu Zweitens: Vor allem die deutsche Geschichte lasse sich als ein Geschichte des Ungleichzeitigen beschreiben. Die Demokratisierung des Wahlrechts für Männer erfolgte 1871, die Parlamentarisierung Deutschlands jedoch erst mit dem Ende des Kaiserreichs 1918. Diese Ungleichzeitigkeit habe in Deutschland zu einem ausgeprägten Glauben an die Obrigkeit sowie an Zucht und Ordnung geführt, die zu Beginn des Ersten Weltkrieges als "Ideen von 1914" formuliert worden sind. Die erste deutsche parlamentarische Demokratie scheiterte am 30. Januar 1933 als Ergebnis einer Geschichte des Ungleichzeitigen. Zu Drittens: Der Westen ist pluralistisch, was allerdings nicht mit Beliebigkeit gleichzusetzen ist: "Pluralistisch ist nicht ein Staat, der nur pluralistisch, pluralistisch ist ein Staat, der auch pluralistisch ist" (199). Der Westen als Wertegemeinschaft ist aufgebaut auf einem Fundament, das nicht zur Diskussion steht. Dazu gehören zu allererste die unveräußerlichen Menschenrechte. Gegner des Westens ist daher jede Gesellschaft, die Menschen als Ungläubige abstempelt und zum Abschuss freigibt. Hier ist jede Toleranz fehl am Platz. Fazit: Eine Ansammlung von kurzen und präzisen Aufsätzen eines großen deutschen Historikers. Der Band ist auch für Laien geeignet, die sich sonst nicht für Geschichte interessieren. Kürze und inhaltliche Dichte lagen selten so Nahe zusammen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem sei "Der lange Weg nach Westen" wärmstens empfohlen.
Hervorragendes Buch 5 von 5 Punkten Heinrich August Winkler ist mit seinen bahnbrechenden Werken über die Weimarer Republik und den "langen Weg nach Westen", der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, bekannt geworden. Es ist diese Zeit, die Winkler auch in seinen geschichtspolitischen Essays betrachtet. Der vorliegende Band versammelt zwanzig Publikationen, die in Zeitungen oder Sammelbänden veröffentlicht wurden. Den Abschluss bildet seine Abschiedsvorlesung an der Humboldt-Universität in Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2007 tätig war. Im Zentrum dieser Aufsätze steht Deutschlands "langer Weg nach Westen". Dieser Weg sei mit der deutschen Einheit 1990 endgültig abgeschlossen worden. Die Wiedervereinigung 1990 bedeutete laut Winkler dreierlei: Sie klärte die völkerrechtlich verbindliche Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze als zukünftiger Ostgrenze Deutschlands unter Verzicht auf die früheren östlich von Oder und Neiße liegenden, heute zu Polen und Rußland (Königsberg) gehörenden Gebiete. Zweitens war die alte Doppelforderung von 1848, der nach Einheit und Freiheit, verwirklicht. Drittens war Deutschland in das westliche Bündnis und Wertesystem eingebunden und ging keinen nationalen "Sonderweg" mehr. Diese Thesen Winklers finden sich auch in seinem zweibändigen Werk: "Der lange Weg nach Westen." Insofern ist für Kenner des Winklerschen Werkes die Aufsatzsammlung selber keine Überraschung. Sie zeigen, wie Deutschland, welches durch obrigkeitsstaatliches Denken und seine politische Kultur und Tradition - insbesondere den, einen Gegensatz zwischen "Kultur" und "Zivilisation" zu gerieren, den es nicht gab, einen anderen Weg ging als seine westlichen Nachbarn. Ob man dies - und den preußischen Einfluß - im Anschluss an Hans-Ullrich Wehler nun als "Sonderbedingungen" der deutschen Geschichte beschreibt, ob man dies als "Sonderweg" - von der westlichen Entwicklung sieht (wie Winkler) oder ob man - wie etwa Wilhelm von Sternburg in seinem Band: "Deutsche Republiken: Scheitern und Triumph der Demokratie" (1999)keinen deutschen "Sonderweg" gelten lassen möchte ("Aber dies alles war noch kein "Sonderweg" (Wilhelm von Sternburg)) ist eine der diskutierten und umstrittenen Fragen in der Geschichts- und Politikwissenschaft bis heute. Für alle diese Auffassungen gibt es m.E. plausible Argumente. Insofern bietet der Band auf den ersten Blick nichts "neues". Wohl aber fasziniert er den Leser durch genaue Analyse in den großen Linien ebenso wie im Detail. Jede von Winklers Feststellungen wird akribisch mit Quellen belegt (und die zu Rate gezogenen Quellen - oft Originalquellen, mit denen Winkler seine Thesen belegt, sind beeindruckend). Winkler selber ist auch durchaus fähig zu selbstkritischem Denken. Dies wird vor allem im Vergleich zweier Aufsätze zum Historikerstreit deutlich, die hintereinander in dieser Sammlung abgedruckt sind. "Auf ewig in Hitlers Schatten?", der Aufsatz, der den Buchtitel bildet, erschien erstmals 1986 in der Frankfurter Rundschau. Doch in dem folgenden Beitrag "Kehrseitenbesichtigung", beinahe 10 Jahre nach dem ersten Aufsatz ebenfalls in der Frankfurter Rundschau publiziert, geht Winkler durchaus kritisch mit Teilen seiner früheren Schlussfolgerungen um, v.a.mit seiner Feststellung am Ende des Erstaufsatzes, angesichts der Rolle, die Deutschland bei der Entstehung der beiden Weltkriege gespielt habe, könne Europa und sollten auch die Deutschen ein neues politisches Reich, einen souveränen Nationalstaat, nicht mehr wollen. Diese Feststellung von 1986 revidiert Winkler in seinem späteren Beitrag. "An meinem eigenen Beitrag...stört mich heute die Selbstgewißheit, mit der ich damals Künftiges vorwegnahm....Woher konnte ich wissen, dass es einen deutschen Nationalstaat nicht mehr geben würde?" (S. 146). Diese Fähigkeit zur Infragestellung der eigenen Auffassungen hat mir sehr imponiert und zeugt von einer wirklichen liberalen Haltung, für die dieser Historiker steht. Doch worin liegt das Besondere dieses Buches - gerade gegenüber dem Standardwerk: "Der lange Weg nach Westen?" Er liegt an dem letzten Beitrag: "Was heißt westliche Wertegemeinschaft?" Hier - in seiner letzten Vorlesung als Professor an der Berliner Humboldt-Universität, liegt der wahre Wert dieses Buches - und so viel sei als Fazit schon vorweggenommen: schon um dieses einen Aufsatzes willen, der im April-Heft der Zeitschrift "Internationale Politik" abgedruckt worden war, lohnt sich der Kauf dieses Buches. Winkler analysiert genau, was er unter "westlicher Wertegemeinschaft" versteht und belegt seinen "Versuch einer Begriffserklärung" (S. 180) anhand von drei Thesen: Es gibt - so Winkler - keine europäischen, sondern nur westliche Werte. Nur der Westen habe als Grundlage von eigenen Werten "dualistischen Geist" und infolgedessen Widerstandsrecht und Gewaltenteilung hervorgebracht. Diese Gewaltenteilung untersucht Winkler anhand eines Vergleiches der amerikanischen und der französischen Verfassung. In den Menschenrechtserklärungen des späten 18. Jahrhunderts - die ein Ergebnis des transatlantischen Zusammenwirkens gewesen seien - wurde der Grund für eine gemeinsame Wertegemeinschaft gelegt: das "politische Projekt" des Westens. Die zweite These Winklers: Die Verwestlichung des Westens war ein ungleicher Prozess, dessen Hauptmerkmal die Ungleichzeitigkeit gewesen sei. Hier gelingt Winkler in Kurzfassung eine vergleichende Zusammenfassung der unterschiedlichen Demokratisierungsfortschritte in den westlichen Ländern - von der als von ihm als durchaus konservativ gesehenen amerikanischen Revolution (konservativ, weil sie vom britischen König Rechte einforderte, die die britische Verfassung den Bürgern garantierte und die verletzt worden waren) über die französische Revolution, die mit der englischen "glorious Revolution" beginnende Ausweitung der Partizipationsrechte, dem konfliktreichen Weg zur Demokratisierung in Spanien und Portugal sowie dem spät geeinten Italien. "In keinem Land des Okzidents stießen die demokratischen Ideen des Westens auf so hartnäckigen Widerstand wie in Deutschland". So konnte Ernst Bloch 1932 Deutschland das "klassische Land de Ungleichzeitigkeit" nennen - eine korrekte These, wie Winkler zeigt. Es bedurfte der Erfahrung der nationalsozialistischen Diktatur, dem Höhepunkt der deutschen Auflehnung gegen die politischen Ideen des Westens, um den antiwestlichen Ressentiments der deutschen Eliten und breiten Schichten der Bevölkerung allmählich den Boden zu entziehen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende seines anti-westlichen "Sonderweges" sei nun die Wiedervereinigung des Westens mit der Aufnahme von acht mitteleuropäischen Staaten, die alle zum alten Okzident, jenem Teil Europas gehörten, die im Mittelalter ihr geistliches Zentrum in Rom hatten und zur Westkirche gehörten, in Angriff genommen worden. Nur dieser Teil Europas hatte die beiden vormodernen Formen der Gewaltenteilung, die Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt und die von fürstlicher und ständischer Gewalt erlebt. Folglich können nun "zusammenwachsen, was zusammen gehört" (Willy Brandt). Winkler fordert von allen Staaten der EU die "vorbehaltlose Öffnung gegenüber der politischen Kultur des Westens." Dies müsse das Kriterium sein, an dem die Europäische Union ihre Mitglieder und alle Staaten messe, die ihr beitreten wollten. Um sich gegenüber der politischen Kultur des Westens zu öffnn, müsse man keinen Teil des historischen Okzidents bilden, aber die westlichen Werte und die Normen, die den Kopenhagener Beitrittskriterien der EU von 1993 zugrunde liegen, akzeptieren. Die politische Kultur des Westens - so Winklers dritte These - sei pluralistisch und müsse deshalb eine Streitkultur sein und bleiben. Mehrheitsherrschaft alleine sei - wie das Ende Weimars gezeigt habe - eben kein Garant der Demokratie, wenn es keine hinreichend große Gemeinsamkeit an Grundwerten gäbe. Auch das Scheitern der Demokratisierung des Irak nach 2003 zeige, dass ohne die Erfahrung dieser gemeinsamen Werte ein fremdes Land sich eben nicht zur Demokratie umerziehen lasse. "Westliche Errungenschaften bis hin zum Rechtsstaat, der Gewaltenteilung und der Demokratie sind schon von zahlreichen nicht-westlichen Gesellschaften übernommen worden...Doch der Westen hat längst aufghört, die Welt zu dominieren...Der Anspruch der unveräußerlichen Menschenrechte aber bleibt ein universaler. Da ihre globale Durchsetzung sich nicht erzwingen lässt, kann der Westen nichts Besseres für sie tun, als sich an seine eigenen Werte zu halten, für sie zu werben und dort, wo es möglich ist, den krassesten Verletzungen des Menschenrechte[s] mit allen Mitteln, einschließlich humanitärer Interventionen, entgegenzutreten. Folglich müßte der Westen insgesamt sich für eine entsprechende Reform der Vereinten Nationen und eine Überarbeitung ihrer Charta, also für eine Weiterentwicklung des Völkerrechts, stark machen...Aus der Geschichte des Westens läßt sich lernen...Das Projekt des Westens ist unvollendet, und wird es vermutlich immer bleiben. Aber es läßt sich weiterentwicklen. Wenn der Westen den Gedanken der Wertegemeinschaft nicht nur feierlich beschwört, sondern ernst nimmt, kann er noch viel für die allgemeine Geltung der Werte tun, die wir aus guten historischen Gründen die "westlichen" nennen." (S. 201). Es ist dieser - bahnbrechende - Aufsatz, der zeigt, dass Geschichte eben nicht nur eine Wiederholung von Fakten darstellt, sondern dass aus ihr gelernt werden kann. Hier gibt Winkler - gut fundierte - Ratschläge an eine künftige Politik des Westens, die meines Erachtens ernst genommen werden müssen. Ein wichtiger Anlass, dieses - hervorragende und nicht immer leichte Buch - gründlich zu lesen. Fazit Ich kann es nur jedem - dem historisch interessierten Laien, dem Schüler, dem Geschichts- und Politikstudenten und Lehrern und Kollegen empfehlen. Die Essays richten sich ganz bewußt an ein breites, historisch interessiertes Publikum, nicht nur an Fachleute. Alle kommen mit diesem Buch auf ihre Kosten. Absolut lesenswert. |
Nationalismus: Geschichte, Formen, Folgen Hans-Ulrich Wehler Taschenbuch, 10. November 2006 Verkaufsrang: 95912 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Glänzend geschriebene Studie"
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Duden. Was jeder wissen muss. Deutsche Geschichte: Allgemeinbildung kompakt
Broschiert, 23. Juli 2009 Verkaufsrang: 178703 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 10 Epochen der deutschen Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart sind hier in übersichtlicher Gliederung zusammengefasst. Mehr als 2000 Einträge nennen die wichtigsten Ereignisse, Begriffe und Personen in chronologischer Abfolge. 150 Kästen zu Meilensteinen aus Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft lassen herausragende Begebenheiten der deutschen Geschichte lebendig werden.
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Wilhelm II.: Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers Christopher Clark Gebundene Ausgabe, Oktober 2008 Verkaufsrang: 26637 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Christopher Clarks fulminante Geschichte Preußens beweist: Qualität und kommerzieller Erfolg müssen sich nicht ausschließen. Die Zeit
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Wilhelm II. 5 von 5 Punkten Entgegen hier geäußerter Meinungen sei eindeutig gesagt: Clarks hervorragende Studie zu Deutschlands letztem Kaiser ist eindeutig geeignet, den schillernden, hochkomplizierten Menschen Wilhelm dem interessierten Leser ebenso nahezubringen, wie auch den ebenso schillernden Kaiser Wilhelm II., dessen großspuriges Benehmen oftmals den Menschen Wilhelm verdeckte. Wer ein leichtes Lesevergnügen in der Art der Zergliederung eines Menschen à la "Deutschland sucht den Superstar" erwartet wird freilich enttäuscht sein. Clark ist aber kein oberflächlicher Bohlen, der sich darauf versteht, Menschen mit unverschämten Bemerkungen hinzurichten, sondern ein Historiker, der es versteht aus den facettenreichen Fakten einer hochkomplizierten Zeit und einer ausgezeichneten Gesellschafts- und Politikanalyse das ebenso facettenreiche Bild eines Menschen zu zeichnen, der durch seine Geburt berufen war, Deutschland in einer schwierigen Zeit zu regieren und an sich, seiner Umgebung und den politischen Zuständen scheiterte, ohne allerdings auf allen Gebieten gleichermaßen zu versagen. Interessant ist ein Nebenkriegsschauplatz in diesem Werk: Der Wilhelm-Kenner Clark widerlegt an vielen Stellen sehr glaubhaft den anderen großen Wilhelm-Kenner John Röhl nachhaltig, ohne ihn und seine Leistung allerdings zu demontieren. Richtig und einzig begrüßenswert ist die Einordnung Wilhelms II. in einen größeren politischen Rahmen, um seine Verhaltensweise zu erklären, wo Röhl stets das Bild eines alleinverantwortlichen Alleinherrschers bemüht und sich so als Anhänger eines überholten Geschichtsbildes zeigt. Nicht ein Mann machte Geschichte, wie Röhl postuliert, sondern die Geschichte, neben vielen anderen Faktoren, formte einen Mann, der dann Geschichte schrieb. Fazit: Eine hervorragende, scharfsinnige Analyse Wilhelms II. und mit ihm des gesamten wilhelminischen Kaiserreiches.
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Deutsche Erinnerungsorte. 3 Bände Etienne Francois, Hagen Schulze Broschiert, 16. September 2009 Verkaufsrang: 171447 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Band I - III: „Die Herausgeber und der Verlag C.H.Beck haben mit den drei Bänden Deutsche Erinnerungsorte einen großen Wurf gelandet. Mit seiner assoziativen und bewusst fragmenthaften Sicht auf die kollektive Identität der Deutschen ergänzt das Werk ausgesprochen originell und weiterführend die großen Monografien des Verlages.“ Claus Leggewie, die tageszeitung „Mehr als 100 Mythen, Rituale, Denkmäler, Gedenkfeiern, große Persönlichkeiten: Fixpunkte deutschen Denkens und Strebens, deutscher Sehnsüchte und Selbstvorstellungen. Ein gelehrtes, ein spannendes Buch.“ Focus „Blendend geschriebene Essays.“ Jörg Plath, Der Tagesspiegel In über 120 Beiträgen bieten die „Deutschen Erinnerungsorte“ ein einzigartiges, spannend zu lesendes Panorama deutscher Geschichte und zugleich ein herausragendes Beispiel lebendiger Erinnerungskultur.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Zu dem Preis am besten gleich alle drei Bände zusammen 5 von 5 Punkten Als dieses Werk 2001 erschien, erhielt es zu Recht das Prädikat "Jahrhundertunternehmen". Dass es nun neu aufgelegt wurde und fast 30 Euro günstiger ist, wird ihm hoffentlich weitere Leser zuführen, Ich bin jedenfalls froh, diese drei Bände nun ebenfalls in meiner Bibliothek zu haben. Der Leser erfährt nicht nur, was unser kollektives Gedächtnis prägte, sondern auch wie diese Erinnerungsorte entstanden, welche Entwicklungen sie durchliefen, zu welchen Irrtümern sie führten und von wem sie wozu missbraucht wurden. Worum es in den einzelnen Bänden genau geht, habe ich in meinen Rezensionen zu den jeweiligen Titeln geschrieben. Zudem gibt es bei allen drei Bänden ausführliche Kommentare von Amazon. Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Werk über Menschen, Werke und Ereignisse, die Identitäten stiften und manchmal sogar auflösen können. Eine Entdeckungsreise, die das Wahrnehmungsvermögen schärft, zu kritischen Auseinandersetzungen ermuntert und vieles in einem neuen Licht erscheinen lässt. Wissenschaftlichen Betrachtungen auf höchstem Niveau auf verständliche Art vermittelt.
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Im Herzen Europas: Geschichte Polens Norman Davies, Friedrich Griese (Übers.) Gebundene Ausgabe, 27. Oktober 2006 Verkaufsrang: 122150 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach jahrzehntelangen Kämpfen um die Grenzen und seine Selbstbehauptung hat Polen unter großen Opfern endlich erreicht, was unerreichbar schien: seine Souveränität. Es hat Aufnahme in die NATO gefunden, strebt die Mitgliedschaft in der EU an und sieht sich heute durchaus in einer Vermittlerfunktion zwischen Ost und West. Ausgelöst wurde dieser Wandel durch die einzigartige Bewegung der Solidarität, die Norman Davies auch als äußerer Rahmen für seine Darstellung der Geschichte der polnischen Nation dient. Er schildert die Triumphe und Niederlagen, beschreibt die beherrschende Rolle der Kirche und die der polnischen Liberalen und der Intelligenz, die vielschichtigen Beziehungen zu Russland und vor allem die dramatischen Geschehnisse der letzten zweihundert Jahre.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
in der Schule nie gelernt.....jetzt verschlungen! 5 von 5 Punkten Polens Geschichte, geschrieben von einem Engländer. Komische Mischung möchte man meinen, jedoch ist es das beste Buch zur Geschichte Polens, das mir empfohlen wurde und ich bin nicht enttäuscht worden! Wer sich also für Geschicht einteressiert und die Lücken aus der Schule schließen möchte, dem empfehle ich es sehr.
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