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Der Fluch des neuen Jahrtausends: Eine Bilanz Peter Scholl-Latour Taschenbuch, Mai 2004 Verkaufsrang: 34786 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In schöner Regelmäßigkeit beglückt Peter Scholl-Latour sein Publikum alljährlich mit ein bis zwei Büchern, von denen nicht wenige in ebenso schöner Regelmäßigkeit flugs die Bestsellerlisten erobern. Mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit hat es der an Dutzenden von Kriegen und Krisen von Algerien bis Zaire gestählte Haudegen der internationalen politischen Publizistik seit jeher verstanden, in brenzligen Situationen entweder als Berichterstatter zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, oder aber als ausgewiesener Kenner fundierte Kommentare zur aktuellen Lage abzugeben. Der Fluch des neuen Jahrtausends lautet der Titel seines neuesten Werkes, einer Sammlung von über 100 Kolumnen und Filmskripten aus den Jahren 1997 bis 2001 -- Schlaglichter nur, die aber in der Zusammenschau tatsächlich den Charakter einer Bilanz des Weltgeschehens annehmen. "Welche Hoffnungen sind doch zerbrochen, seit die Menschheit sich festlich gestimmt versammelte, um den Beginn des neuen Jahrtausends zu begehen!", hebt Scholl-Latour im Vorwort spöttisch an, um im Folgenden in der ihm eigenen unsentimentalen und geradlinigen Art, mit knochentrockenem Realismus und beinharter Konsequenz deutlich zu machen, dass die Welt nun einmal nicht gut und der Mensch schon gar nicht lieb ist. Bosnien, Kosovo, Albanien, Russland, China, Indien, Pakistan, Indonesien, Äthiopien, Kongo, Zimbabwe -- dies sind nur einige der zahlreichen Schauplätze, die er in diesem Zusammenhang in den Blick nimmt und deren Verhältnisse er mit den illusorischen Wunschvorstellungen der westlichen Welt abgleicht. Letztere mutet ihn als eine schrumpfende Insel der Seeligen an, wo der Tanz um das Goldene Kalb zelebriert wird, während der Rest des Globus in Elend und Gewalt versinkt. Am spannendsten wird es naturgemäß dort, wo sich Scholl-Latour dem Nahen und Mittleren Osten zuwendet -- auch und gerade mit Blick auf die Ereignisse seit dem 11. September 2001. Diese Region ist und bleibt die eigentliche Domäne des Islamexperten, der sich nach eigenem Bekunden ausgerechnet den Koranspruch "Allah ist mit den Standhaften" zum persönlichen Leitmotiv gemacht hat. Seinen bekanntermaßen unkonventionellen Analysen und unbequemen Einschätzungen jenseits gängiger Links-Rechts-, Schwarz-Weiß- oder Freund-Feind-Schemata verdankt es Peter Scholl-Latour, dass sein politischer Sachverstand und Instinkt in fast allen politischen und religiösen Lagern gleichermaßen gefragt und geschätzt ist. Zu Recht, wie die in Häppchen mundgerecht servierten, scharfsinnigen Beiträge in diesem Buch einmal mehr beweisen. --Roland Detsch
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Der Altmeister spricht 5 von 5 Punkten Wenn Peter Scholl-Latour einmal das Zeitliche segnen muss - möge ihm ein langes Leben beschieden sein - so wird es mit Sicherheit entweder in einem arabischen Beduinenzelt, als Folge russischen Wodkas oder in einem Hotel im Kongo sein. Bis dahin sollte er die Zeit nutzen, herauszubringen, was er für herausbringenswert hält. Seine Bücher haben Qualität, seine Analysen besitzen Tiefe. Hier schreibt jemand aus der Erfahrung eines Lebens an den Brennpunkten der Welt. "Der Fluch des neuen Jahrtausends" ist eine Zusammenstellung kurzer Berichte von den "Hot Spots" der Erde - den Krisenherden zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Im typischen Stil von Scholl-Latour ist dieses Buch eine Mischung aus Reisebeschreibung, Interview und politischer Analyse. Es ist spannend, unterhaltsam und gleichzeitig informativ. Besser als der Altmeister himself kann gegenwärtig im Bereich des politischen Journalismus nun mal niemand schreiben. Empfehlenswert!
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Bildung: Ein Essay Hartmut von Hentig Taschenbuch, April 2007 Verkaufsrang: 59983 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Die Antwort auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit ist Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht der Ordnungsstaat, nicht ein Mehr an Selbsterfahrung und Gruppendynamik, nicht die angestrengte Suche nach Identität." Hartmut von Hentig Hartmut von Hentigs Forderung: Die Rückkehr zum Wesentlichen "Bildung" als zentrale Aufgabe der Schule. Sein Bildungsbegriff: Abscheu und Abwehr von Unmenschlichkeit; Wahrnehmung von Glück; die Fähigkeit und den Willen, sich zu verständigen; ein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz; Wachheit für letzte Fragen und die Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Verantwortung in der 'res publica'.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Bildung zwischen Gesellschaft und Schulalltag 4 von 5 Punkten Bildung ist zur Zeit wieder ein viel diskutierter Begriff. Von Hentig versucht diesen Tatbestand, den gesellschaftlichen bzw. politischen Einfluss, darzustellen. Für ihn spielen andere Wege zum unterrichtlichen Alltag eine große Rolle. Er zeigt jedoch auch neben seiner Kritik an der Bildungspolitik in Deutschland die Chancen der schulischen Bildung, d.i. die Fächerkombinationen und deren Curricula, auf. Er zeigt Diskrepanzen zwischen z.B. Qualifikation und Bildung auf. Bisweilen ist der Text schwierig zu verstehen. Ein guter Leitfaden sind die 14 Sätze, in die dasBuch eingeteilt ist.
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Diagnose: unbezahlbar. Aus der Praxis der Zweiklassenmedizin Sibylle Herbert Gebundene Ausgabe, 25. September 2006 Verkaufsrang: 27206 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wenn du gesetzlich versichert bist, musst du früher sterben. Die Wahrheit über die Zweiklassenmedizin. Sibylle Herbert bricht ein Tabu. Sie spricht aus, was niemand zu sagen wagt: Medizin ist ein knappes Gut, zu dem längst nicht mehr jeder Zugang hat. Opfer ist der Patient, der eine optimale Behandlung erwartet, aber sie längst nicht immer erhält. Eine Frau, 78 Jahre alt, hat einen fortschreitenden Lungenkrebs. Ein neues Krebsmedikament könnte ein Jahr Überleben bringen. Die Kasse lehnt die Übernahme der Kosten ab. Wie viel darf ein Jahr Überleben kosten? Knochenschwund-Untersuchungen - viele Jahre von den Kassen übernommen - zahlt inzwischen der Patient selbst. Wird Früherkennung unbezahlbar? Krankengymnastik hilft Rheumapatienten. Dauerhaft. Aber das Budget des Arztes ist begrenzt - und deshalb auch der Anspruch auf Krankengymnastik. Ein teureres Schmerzmittel bringt chronisch Kranken Linderung. Dem Arzt droht die Zahlung aus der eigenen Tasche. Krankenhäuser schicken Kranke zu früh nach Hause, empfehlen teure Medikamente und verlagern die Ausgaben in die Praxen. Bestimmte Untersuchungen, Medikamente und Therapien sind für gesetzlich Versicherte längst tabu. In Facharztpraxen und Krankenhäusern sind Privatpatienten willkommen, Kassenpatienten werden gerne vertröstet oder gar nicht mehr angenommen. Dabei werden Politiker nicht müde zu beteuern: »Jeder bekommt in Deutschland die Versorgung, die medizinisch ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist.« Doch wer entscheidet das? Und nach welchen Kriterien? Sibylle Herbert hat Ärzte in ihrem Alltag begleitet und Kassenvertreter mit diesen Praxisgeschichten konfrontiert. Das Ergebnis ihrer Recherchen: Die medizinische Entwicklung macht rasante Fortschritte, die Kosten explodieren, aber die Mittel sind begrenzt. Das Opfer ist der Patient.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
So ist es !!!! 5 von 5 Punkten Ich bin auch einer der mehr als 100 000 deutschen Kassenärzte und praktiziere in Berlin. Auch ich stecke in dem beschriebenen System. Die hier geschilderten Probleme kann ich nur voll und ganz bestätigen. Wer sich interessiert, wie in Deutschland die ambulante Medizin tickt, sollte dieses Buch lesen. Zwar ist die Materie hochkompliziert und selbst Betroffene sehen oft nicht durch. Sibylle Herbert gelingt es aber, diese einfach und auch für den Nicht-Experten verständlich zu beschreiben. Man erfährt, wie Kassenärzte bezahlt werden, warum es eine Mehr-Klassenmedizin gibt, warum das System nicht bezahlbar ist, mit welchen Problemen der Kassenarzt um die Ecke zu kämpfen hat. Man erfährt die Gründe, warum Otto-Normalverbraucher nicht mehr jedes Medikament verschrieben bekommt und warum die beliebten Massagen nicht mehr erhältlich sind. Auch die betroffenen und oft gescholtenen Krankenkassen kommen zu Wort. Drei Anmerkungen: in dem sonst tollen Buch befindet sich ein winziger Fehler: Betäubungsmittel-Rezepte sind zumindest in Berlin nicht budgetiert (S.67). Über die in dem Buch genannte Zahl von 32 pro Sprechstundentag von Dr. Kruse behandelte Patienten (S. 11) kann ich nur müde lächeln; bei mir sind es locker bis zu 150 ! Patienten an einem Sprechstundentag. Von Kollegen kann ich ähnliche Zahlen berichten. Ein bischen gehen auch in dem Buch die Folgen der stringenten Honorar - Budgetierung für die betroffenen Kassenärzte unter: vor einer Reihe von Jahren wurden jedem Kassenarzt ein Budget zugebilligt. Er darf eine bestimmte Menge an Leistungen gegenüber seiner Kassenärztlichen Vereinigung erbringen, die zu einem gleitenden Honorar-Volumen bezahlt wird. In manchen Fachrichtungen und in manchen Berliner Bezirken kam es aber im Laufe der Zeit zu erheblichen Verschiebungen in der Arztdichte, d.h. zahlreiche Arztsitze sind in vermeintlich lukrativere Bezirke verlegt worden, unter Zurücklassung der meisten Patienten. Diese haben natürlich versucht, bei den verbliebenen Ärzten unterzukommen. Die Budgets sind aber gleich geblieben. Nun hat der Arzt die Möglichkeit, ohne Bezahlung die Behandlung durchzuführen oder kranke Menschen abzuweisen oder seine Praxis zu schließen. Wer macht das schon? Mittlerweile werden in manchen Berliner Bezirken bis zu 40% der erbrachten ärztlichen Leistungen nicht ! oder mit einem Mini-Alibi-Honorar ( eine Konsultation bei einem Arzt mit vielleicht Untersuchung, kurzes Gespräch, Ausschreiben der Arbeitsunfähigkeit und einer Spritze = 15 Cent brutto, wirklich, nicht gelogen ) bezahlt. Bei vollem Haftungsrisiko wohlgemerkt. Unvorstellbar ? Nein, das ist die Realität in Berlin 2007.
Auf jeden Fall ein gutes und lesenswertes Buch.
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Die Schule neu denken: Eine Übung in pädagogischer Vernunft Hartmut von Hentig Taschenbuch, Dezember 2006 Verkaufsrang: 25973 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Ein weiser Spruch, doch mal ehrlich: Wer von uns kann behaupten, in der Schule wirklich etwas fürs Leben gelernt zu haben? Leistet unser bis zur PISA-Studie so hoch gelobtes deutsches Bildungssystem wirklich das, was es leisten soll -- und zwar jungen Menschen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben, die sie zu selbstständigen, mündigen Bürgern machen? Hartmut von Hentig, einer der größten Schulreformer unserer Zeit, hat schon 1993 -- also vor PISA, Erfurt und Hoyerswerda -- mit Die Schule neu denken für eine andere Schule plädiert, eine Schule, die das Leben zulässt und auf das Leben vorbereitet. Jetzt ist von Hentigs erfolgreiches Buch erstmals als Taschenbuch erschienen, ergänzt durch ein 60-seitiges Vorwort, in dem sich der Pädagoge zum ersten Mal eingehend zur PISA-Studie, zum Amoklauf von Erfurt und zum 11. September äußert. Was sagt PISA wirklich über die Qualität unserer Schulen? Und wie kann Schule der jungen Generation trotz Terrorismus und Massenarbeitslosigkeit Zuversicht geben und sie zu Mündigkeit und Verantwortung erziehen? Von Hentigs antwortet darauf, erschöpft sich dabei jedoch nicht in der Kritik am Ist-Zustand der Schule von heute als "Gemischtwarenladen für nützlich erscheinende Kenntnisse und Fähigkeiten". Vielmehr liefert Die Schule neu denken eine sorgfältige Analyse, warum dem so ist und zeigt auf, wie Lehrer, Schüler, Eltern und die Verantwortlichen in den Ministerien gemeinsam daran arbeiten können, die Schule wieder zu einem Lebens- und Erfahrungsraum werden zu lassen, in dem sich die jungen Menschen in Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit und Verantwortung für sich selbst und andere üben können. Ein utopischer Gedanke? Eine romantische Vorstellung von Pädagogik? Sicher, es bedarf einer beträchtlichen Anstrengung seitens aller Beteiligten, um das System Schule grundlegend zu reformieren. Aber von Hentigs Erfolge in seiner Versuchsschule in Bielefeld zeigen, dass Veränderung möglich und vor allem lohnenswert ist. Fangen wir an! --Andrea Zeller
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Schule heute 4 von 5 Punkten Hentig beschreibt zunächst ausführlich den veränderten Lebenskontext, in den die Schule zwangsläufig eingebettet ist. Schule als die größte gesellschaftliche Veranstaltung unserer Kultur trägt mit dem Auftrag der Erziehung und Bildung der jungen Generation, eine schwere Last. Die Verfehlung dieses Auftrags, seine Einseitigkeit, seine wirtschaftliche Ausrichtung, sein Automatismus und Schematismus und das mangelnde Bewusstsein darüber macht Hentig zum Gegenstand seiner Kritik. Nach Hentig wird die Schule der veränderten Wirklichkeit nicht gerecht, indem sie versucht die jungen Menschen den Verhältnissen anzupassen, anstatt sie zu einem bewussten und kritischen Umgang mit ihnen zu befähigen, der Mündigkeit und Verantwortungsgefühl jedes einzelnen mit einschliesst. |
Krieg im Lande des Mahdi: Darfur und der Zerfall des Sudan Thilo Thielke Gebundene Ausgabe, 26. September 2006 Verkaufsrang: 44040 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Quer durch den Sudan verläuft die Bruchstelle zwischen dem arabischen Norden Afrikas und dem"Schwarzen"Kontinent, zwischen dem Islam und dem"ungläubigen"Rest. Und daran droht der größte Staat Afrikas zu zerbrechen. Doch Religion und kulturelle Unterschiede sind nur eine Erklärung für die immer wieder aufflammenden Unruhen in den südlichen Provinzen und in Darfur. Handfeste wirtschaftliche Interessen großer ausländischer Mächte lähmen die Handlungsfähigkeit der Weltgemeinschaft.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Erstklassige Reportage über den Sudan 5 von 5 Punkten Thilo Thielke hat mit diesem Buch die Probleme eines afrikanischen Landes dargestellt, welches mit den Folgen des Kolonialismus, mit den Folgen des Zusammenlebens vieler Völker in einem Staat, sowie mit der auswärtigen Einmischung von Staaten oder Gruppen konforntiert ist. Hierbei hat er sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, um seinen Mitmenschen diese hervorragende Reportage zu vermitteln. Ausserhalb der Begebenheiten vor Ort findet der Leser zusätzlich Einblicke in die Vergangenheit, sowie Rückblicke auf die gesamten politischen Entwicklungen, sowohl im Sudan als auch in den Nachbarländern.
Das grösste Land Afrikas kommt aus dem Sumpf der Bürgerkriege nicht mehr heraus. Hauptgegensatz ist dabei der islamische Norden und der animistisch-christliche Süden. Diese Konfrontationen haben allerdings später auch auf andere Regionen wie Darfur, übergegriffen. Zu den Unterschieden von Hautfarbe sowie Religion kommen dann noch die Aufteilungen in verschieden Volksstämme, welche sich bereits traditionnel feindlich gegenüberstanden.
Ein sozialer Staatsaufbau kann unter diesen Umständen nicht funktionnieren und der Grossteil des Landes befindet sich im totalen Chaos. Ausländische Hilfe wirkt dabei noch eher negativ, trotz guter Ansätze verschiedener Organisationen. Verschieden ausländische Unternehmen sind aber lediglich an den Bodenschätzen des Sudan interessiert, profitieren hierbei von dem Chaos, und provozieren diesen zum Teil selbst. Entwicklungshilfe macht die Leute hiervon abhängig, schadet zudem dem einheimischen Handel und der Landwirtschaft, da die Bauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen können bei einer Überschwemmung mit Lebensmitteln aus dem Ausland. Der inländische Handel wird in den Ruin getrieben. Es kommt zur Bildung von parasitären Cliquen, welche ihr Land ausbeuten und gleichzeitig nach mehr Auslandshilfe rufen. Die Bevölkerung wird so abhängig von der Auslandshilfe, und gibt es auf für sich selbst zu sorgen.
Die Konflikte greifen ebenfalls über die Grenzen über, der Sudan unterstützt Rebellengruppen des Tschad, Ugandas, Äthiopiens, und umgekehrt unterstützen diese Länder die Rebellen aus dem Sudan.
In Afrika ist der Sudan hierbei kein Einzelfall, viele Länder sind mit identischen Problemen konfrontiert (Kongo, Tschad, Uganda, um nur einige zu nennen). Es bleibt zu hoffen dass die verschiedenen Stämme und Völker sich besinnen um ein friedlicheres Zusammenleben zustande zu bringen. Zudem müssen die negativen Einwirkungen aus dem Ausland (Waffenlieferungen, wirtschaftliche Ausbeutung) aufhören, damit das Land die Möglichkeit erhält, wieder auf die Beine zu kommen.
Ein Buch das zum besseren Verständnis dieser Region und deren Problemen beiträgt. Absolut empfehlenswert.
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Der China-Code: Wie das boomende Reich der Mitte Deutschland verändert Frank Sieren Broschiert, August 2006 Verkaufsrang: 83278 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wenn alle Chinesen zugleich aus einem Meter Höhe auf den Erdboden springen würden, hat man früher den Kindern erzählt, dann seien die Erschütterungen noch in Deutschland zu spüren. Heute passiert genau das, zumindest im übertragenen Sinne: China boomt, und die deutsche Wirtschaft erzittert unter den Ausläufern dieses ökonomischen Bebens am anderen Ende der Welt. In einer globalisierten Wirtschaft haben Entfernungen ihre Bedeutung verloren -- und deshalb hat das chinesische Wirtschaftswunder sehr viel mit der wirtschaftlichen Lage Deutschlands zu tun. Das ist das Thema von Frank Sierens Buch Der China Code. Es geht darin um einen Perspektivwechsel: Während deutsche Wirtschaftslenker dem Schwellenland vor nicht allzu langer Zeit noch gute Ratschläge erteilt haben, gelte es heute von China zu lernen, meint Sieren: Was aus Deutschland wird, entscheidet sich in achttausend Kilometern Entfernung, lautet die These des Wirtschaftsjournalisten. Wie England zu Zeiten der ersten industriellen Revolution, ist China heute dabei, sich zur Produktionsbasis der Welt aufzuschwingen. Wie ein ökonomischer Durchlauferhitzer saugt das Reisenreich Rohstoffe, Arbeitsplätze und Know-how an und spuckt wachsende Warenströme auf den Weltmarkt. Die chinesische Produktionsmaschine expandiert mit einer Geschwindigkeit, dass andere Volkswirtschaften nicht mehr Schritt halten können. Zumal dann, wenn -- wie bei der deutschen -- ihr Motor stottert. China sorgt mit dafür, dass die industrielle Basis in Deutschland immer kleiner wird, warnt Sieren. Und längst wirft China nicht allein Massenware auf den Markt, sondern ist dabei, sich in den Bereich der Hochtechnologie vorzuarbeiten. Das lange unterschätzte Land hat ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickelt: Es verkauft Marktanteile gegen Technologie- und Know-how-Transfer. Und holt so mit Siebenmeilenstiefeln auf. Die Lehre? Sehr schön sei Deutschland, zitiert der Autor einen chinesischen Gesprächspartner, aber leider ein Land ohne Ruckzuck. -- Winfried Kretschmer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
So interessant wie erschreckend 5 von 5 Punkten Schon während der Lektüre des Buches habe ich meine private Fianzplanung überarbeitet und meinen Schwerpunkt von Europa nach China verlegt. Womit die klare Kernaussage des Buches nicht deutlicher wiedergegeben werden kann: Laut dem Autor ist Chinas Wirtschaftlicher Aufstieg erst am Anfang.
Erschreckend ist, wie die westliche Welt China in die Hände spielt, wie 20-30 Millionen Menschen verhungern (auf ein paar Millionen kommt es ja nicht an) und der Rest der Welt bekommt es nicht mit. Erschreckend ist, wie die westlichen Fitmen zum Wohle von Umsatz (wohlgemerkt nicht Gewinn) sich selbst das Wasser abgraben und tatenlos zusehen, wie ihre Technologie kopiert wird.
Ganz besonders nachdenklich stimmt die Aussage, dass westliche Buchläden voll sind mit Büchern, wie man mit Chinesen umzugehen hat, aber umgekehrt in China keine solchen Bücher über Deutschland zu finden sind. Deutlicher kann man die Machtpositionen eigentlich nicht darstellen.
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Nur wer sich ändert, wird bestehen: Vom Ende der Wohlstandsillusion - Kursbestimmung für unsere Zukunft Friedrich Merz Broschiert, August 2005 Verkaufsrang: 58513 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Rechtzeitig zu seinem Rücktritt von seinen Führungsämtern in Partei und Bundestagsfraktion hat der CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz im September 2004 eine lesenswerte Denkschrift vorgelegt, in der er eine "Kursbestimmung für unsere Zukunft" vornimmt. Wer sich von dem Buch wegen der zeitlichen Koinzidenz von Rücktritt und Veröffentlichung irgendwelche Enthüllungen oder dergleichen erwartet, wird enttäuscht. Dem Autor geht es offenbar tatsächlich um die Sache und er redet Klartext. Inhaltlich mag man zu der vorgetragenen Diagnose und den daraus abgeleiteten Therapievorschlägen stehen, wie man will: Dies allein schon nimmt den Leser für den Autor ein. Der klar und folgerichtig gegliederte Text bietet zunächst in vier Kapiteln eine schnörkellose Beschreibung der gegenwärtig in der Gesellschaft auszumachenden Sorgen und Zukunftsängste, der Entfremdung der Gesellschaft von der politischen Elite, des wirtschaftlichen Ist-Zustands ("Das Ende der Illusionen") und des politischen Sollzustands ("Vollbeschäftigung und ein wohlhabendes Land"). Im Anschluss referiert Merz in drei großen Schritten sein Reformmodell: Mit einer konsequent wertorientierten Politik will er die Glaubwürdigkeit der Politik wieder herstellen, auf deren Grundlage allein ein "Neues Denken für die Risikogesellschaft" mehrheitsfähig werden könne. Stichworte sind hier unter anderem ein einfaches, gerechtes und leistungsorientiertes Steuersystem, Einwanderung und Integration sowie die Eigenverantwortung im modernen Sozialstaat. Auch Reformen innerhalb des politischen Institutionengefüges sind nach Auffassung des Autors nötig. Dabei müsse die Rolle des Parlaments ebenso neu definiert werden, wie die des Bundes, der Länder und der Kommunen. Auch der Anhang bietet noch interessanten Lesestoff: Unter der Überschrift "Ein modernes Einkommenssteuerrecht für Deutschland" kann man hier noch einmal die von Merz bereits im November 2003 vorgelegten zehn Leitsätze für ein grundlegend reformiertes, radikal vereinfachtes Einkommenssteuersystem nachlesen. Wer wissen will, für welche Politik eine von Friedrich Merz geführte CDU wohl stünde, erhält in diesem Buch klare Antwort. -- Hasso Greb
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Optimismus ist Pflicht! 5 von 5 Punkten Friedrich Merz gibt hier einige Antworten zu Themen wie
Überalterung, Rente, Überschuldung, überforderte Sozialsysteme, Risikogesellschaft, Dekadenzverhalten, fehlende Glaubwürdigkeit u. a.
Er empfiehlt
- die Rückbesinnung auf grundlegende Werte (Was ist uns wichtig?),
- Klarheit der Führenden (Was müssen wir tun oder lassen?),
- Einordnung nach der Mitbestimmung (An einem Strang ziehen, wenn Entscheidungen gefallen sind),
- Bürokratieabbau (Wege erleichtern und transparenter machen),
- Sozialprodukt erarbeiten bevor man es verteilen kann (Von nichts kommt nichts),
- Stärkung der Familien und gleichzeitig aber auch einer Bildungselite, die sich im internationalen Geschehen bewähren kann (oben und unten verbinden, jeder hat eine wichtige Aufgabe),
- Drosselung des Wachstumstempos um z. B. Firmen nachhaltig in ein Umfeld zu integrieren ,
- Eigenverantwortung stärken,
- Streitkultur entwickeln, die aber z. B. im TV nicht zum politischen Palaver entartet, sondern guten Rat und Werte zusammenfaßt und ersichtlich macht.
Durchaus hörenswert, auch wenn einiges schon vor Jahren von ihm geschrieben wurde.
Den Begriff "Tauschwirtschaft" finde ich aber eher positiv.
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Quo vadis, Amerika?: Die Welt nach Bush Thomas Barnett, Peter Bender, Norman Birnbaum, Ian Buruma, Saskia Sassen, Chas W. Freeman, Al Gore, William Greider, Cilja Harders, Seymour Hersh, Robert Kagan, William Kristol, Immanuel Wallerstein, Barack Obama, Rick Perlstein, William R. Polk, Naomi Wolf, u.a. Taschenbuch, 1. Juli 2008 Verkaufsrang: 74278 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Schlacht ist eröffnet: Bis zum 4. November kämpfen der Demokrat Barack Obama und der Republikaner John McCain um die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush. Doch wohin bewegt sich Amerika? Wird sich der viel zitierte Change letztendlich doch nur auf den Stuhl des Präsidenten beschränken, oder kommt es, nach der imperialen Präsidentschaft Bushs, tatsächlich zu einer echten Wende der US-Politik?
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Plädoyer für einen anderen Film 2 von 5 Punkten
»Wo gehsse?
Im Kino.
Wat gibt dat da?
Quo vadis.
Wat heißt dat?
Wo gehsse?
Im Kino . . .«
(Ruhrgebiet, Fünfziger Jahre)
Wohin geht Amerika, wenn das Kapitel Bush erledigt ist, fragt die »edition Blätter« und versammelt 24 ansehnliche Autoren, die meisten von Ihnen kommen aus den USA, um diese Frage zu beantworten. Auch wenn manche Beiträge schon ein wenig älter sind, auch wenn sie nahezu sämtlich schon in den »Blättern für deutsche und internationale Politik« veröffentlicht wurden: Den Herausgebern ist ein vorzüglicher Sammelband gelungen, der natürlich die Frage nicht beantwortet, sondern weitere, neue aufwirft und zugleich dem Leser die Chance gibt, die USA in ihrer komplizierten Einfachheit besser zu verstehen.
Der schlechteste aller in »Quo vadis, Amerika?» veröffentlichten Beiträge ist der des Kandidaten Obama, dessen Wahlkampflogo »Hope» die Titelseite des Bandes ziert. Ein lang ein breit erklärt Obama, in einer Rede aus dem März 2008, warum Reverend White, der zeitweilig sein Mentor bei der Glaubensfindung war, heute nicht mehr sein Berater ist. Viel Raum nimmt das Erweckungserlebnis ein, das der Kandidat in eben jener Trinity-Kirche hatte, der White lange Jahre vorstand. Und dann, nach längeren Ausführungen über das Schwarz und Weiß der amerikanischen Gesellschaft, mutet Obama seinen Lesern ein »Patt zwischen den Rassen» zu, das es in der amerikanischen Gesellschaft gäbe, weil »der schwarze Zorn» häufig ähnlich unproduktiv sei wie die weißen »Ressentiments«. Nun ist der Mann im Wahlkampf, will schwarze wie weiße Wähler an sich binden und Wahlkämpfe haben immer ein gewisses Maß an Lug und Selbstbetrug. Bleibt die Hoffnung, dass, wenn der Kandidat gewinnen sollte, er mit sich und den Amerikanern ehrlicher umgeht: Das Logo auf dem Titel wird verständlicher.
Unmissverständlich, erfrischend offen und brutal ist der Aufsatz des rechten Vordenkers Robert Kagan. Er macht sich über jene Leute, Europäer wie Amerikaner, herzhaft lustig, die ein wunderbares, friedfertiges Land in den USA gesehen haben und nun, nach George W. Bush, die Welt nicht mehr verstehen: Natürlich, so Kagan, wollten die USA immer ihre »Revolution« exportieren, jene Mischung aus puritanischer Gottgläubigkeit und Geschäftssinn, von happiness durch property. Und zum Export gehöre nun einmal die Expansion: »Wenn also amerikanische Kaufleute irgendwo im Ausland auf Hindernisse stießen, die ihre Geschäfte beeinträchtigten«, zitiert Kagan einverständig die Geschichte der USA, »dann verlangten sie, dass die amerikanische Regierung ihnen zu Hilfe komme und ihre Rechte schütze«. Es ist der selbe Kagan, der in seinem neuen Buch (The Return of History an the End of Dreams) mit einem düsteren Wohlbehagen den Georgien-Konflikt vorausgesagt hat und die Rückkehr der alten, klassischen Kriege. Happiness durch Pipelines, so einfach kann die USA gelesen werden.
Den komplizierteren, also intelligenteren Rückblick auf die amerikanische Geschichte bietet William R. Polk, der den Irak-Krieg mit dem in Vietnam vergleicht und der in seiner Analyse der Aufstände (Algerien, Kuba, Afghanistan zum Beispiel) sich dem für Amerikaner naheliegendsten Aufstand zuwendet: Dem eigenen gegen die Engländer. Polk erkennt die frühen Widerstandsgruppen der Siedler gegen das Mutterland umstandslos als »terroristische Vereinigungen«, die »teerten und federten« und auch ansonsten nicht vor Brutalitäten aller Art zurückschreckten. Er erzählt vom Guerillakrieg, von den Kommandos, die ihr Leben riskierten, wenn sie ihre Nachbarn umbrachten, nur weil die Freunde der Briten waren. Da kommt einem der Selbstmordattentäter nicht mehr so fremd vor. Im Spiegel amerikanischer Geschichte wird an die vielen Kriege erinnert, die von den USA in der Rolle der Engländer geführt wurden und Polk kommt zum simplen Schluss: Die Kriege der Fremden gegen die Einheimischen seien nicht zu gewinnen: "Beenden wir schnellsten diesen Krieg (Irak) und beginnen wir, um unserer Kinder und Enkel willen, keinen neuen». Da könnte dem deutschen Leser einfallen, dass dies auch für Afghanistan gelten müsse.
Von den deutschen Autoren ist es Hauke Ritz, der mit einer Einschätzung des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski den kühlenden Wind der Vernunft über die Obama-Emotionen wehen lässt. Vieles spricht dafür, schreibt Ritz, dass mit Obama die geopolitischen Vorstellungen der Brzezinski-Fraktion zum Tragen kämen. Zu gerne wurde, auch von den Linken, die Kritik Brzezinskis am Irak-Krieg zitiert und übersehen, dass dem alten antikommunistischen Haudegen nur ein anderes imperialistisches Vorgehen vorschwebt: Über die Kooperation mit Europa und China soll Russland isoliert werden, damit die USA nicht nur die einzige sondern auch die »letzte« Weltmacht werden könne. »Zentrale Bedeutung», schreibt Ritz, »kommt dabei der Region um das Kaspische Meer zu.» Und wir erinnern uns, dass die jüngste Pipeline in dieser Gegend von Baku (Kaspisches Meer) über Georgien (Potentieller NATO-Partner) zum Mittelmeer (Standort der 6. US-Flotte) führt. Überhaupt ist Ritz bedrohlich aktuell: Wenn er im im Zuge der Entblätterung des Amerikanisch-Polnisch-Tschechischen Raketenschildes darauf aufmerksam macht, dass die als Vorwand genommenen iranischen Raketen mitnichten über eine ausreichende Reichweite verfügen, also nicht der Iran, sondern Russland gemeint ist. In einem Szenario, das Ritz aus Brzezinskis Texten liest, sorgt sich der Autor um «Stellvertreterkriege», um einen »eurasischen Balkan» und einen von dort ausgehenden, denkbaren letzten Weltkrieg. Diese Sorge ist, seit dem Georgien-Konflikt, noch ein wenig näher gerückt.
Es ist nicht möglich, all die guten Autoren von »Quo Vadis Amerika« mit einem eigenen Abschnitt zu würdigen. Von Peter Bender, der für eine Allianz der EU und Russland plädiert, um den Europäern Handlungsfreiheit zu sichern; über Chas W. Freeman jr., der in den USA einen »von Geheimhaltungsobsessionen getriebenen Garnisonstaat« sieht; bis zu Norman Birnbaum, der auch im Hinblick auf Barack Obama formuliert: »US-Präsidenten genießen die Freiheit, als Vollstrecker des imperialen Erbes zu handeln - nicht jedoch, dieses Erbe als die erdrückende Bürde zu behandeln, zu der es geworden ist. Einer der Autoren allerdings, Seymour M. Hersh verlangt nach einer Hervorhebung. Mit fulminanter Sprache, mit ironischer Wut und verzweifeltem Patriotismus schreibt er über seine USA, die er in den falschen Händen weiß, das muss man gelesen haben: »Es steht einem Journalisten auch nicht an zu sagen, der Präsident habe Wahnvorstellungen. Das ist ein medizinischer Fachbegriff. `Durchgeknallt geht in Ordnung.«
Als es noch das Ruhrgebiet gab, jene Gegend, die von seltsam selbstbewussten Arbeitern bewohnt wurde, da kam Anfang der Fünfziger Jahre der Film »Quo Vadis» in die Lichtspielhäuser. Dramatischer Höhepunkt des monumentalen Sandalenfilms ist der Brand Roms, angezündet vom durchgeknallten Kaiser Nero. Das Hollywoodmärchen erzählt vom bösen Imperator und dem guten Volk, dass sich dem Christentum zuwendet. Wo gehsse? Die volksmundige Frage der Ruhrgebietler endete in einer Endlosschleife: Im Kino. Wünschenswert wäre, wenn der amerikanische Gewaltfilm dieser Tage nicht in der immer gleichen dummen und brutalen Wiederholung enden würde.
Krieg und Frieden nach Bush 5 von 5 Punkten In diesem Buch werden sowohl die möglichen Perspektiven der Ära nach Bush aufgezeigt als auch klärende und kritische Artikel über den gesellschaftlichen und politischen Wandel in Amerika nach den Terroranschläge von 2001.
Dass der ausufernde sicherheitspolitischen Wahn der Regierung Bush, der sich bis heute mitunter auch in der isolationistischen Außenpolitik der USA zeigt, nicht nur eine Reaktion auf den 11. September, sondern auch die Fortsetzung einer neokonservativen Strategie ist, die bereits unter Bush Senior ihre ersten Formen annahm, ist ebenso seriös erläutert wie der insbesondere medial orientierte Obamawahlkampf. Auch die Tatsache zu bewerten, dass das Buch einerseits keine bloße Verherrlichung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama darstellt und dass andererseits McCains Programmatik keine polemische Ablehnung erfährt, jedoch seine militärisch-aussenpolitischen Antworten auf internationale Konflikte,enttarnt werden, ist positiv zu beurteilen.
Ich empfehle das Buch jedem, der sich mehr als nur für blinden Anti-Amerikanismus interessiert und auch jedem, der wissen will, was die Alternative nach Bush womöglich mit sich bringen wird, welche Weltbilder hinter den Lagern der beiden Kandidaten verborgen sind.
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Faktor vier: Doppelter Wohlstand - halbierter Verbrauch. Der neue Bericht an den Club of Rome Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. Lovins, L. Hunter Lovins Taschenbuch, Dezember 1997 Verkaufsrang: 109918 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Know-how für eine neue umweltschonende Wachstumspolitik ist vorhanden. Wir können heute Solarhäuser bauen, deren Energiekosten fast bei Null liegen, oder Supersparautos, die nicht nur sparsam und sicher, sondern auch komfortabel sind. Der Umweltschutz, von der Wirtschaft immer als Kostenfaktor gefürchtet, ist längst dabei, zum Nutzenfaktor zu werden. Die Autoren machen sich für eine Effizienzrevolution stark, die dazu führen soll, daß wir die Naturgüter mindestens viermal besser nutzen als bisher. Das ist allerdings nur mit Unterstützung der Politik möglich, die endlich aufhören muß, Vergeudung zu subventionieren, und sich zu einer ökologischen Steuerreform entschließen sollte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Pflichtlektüre ! 5 von 5 Punkten Pflichtlektüre für jeden Politiker und Wirtschaftsmenschen der Welt !
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Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart Gerhard Schulze Broschiert, September 2005 Verkaufsrang: 49651 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Campus Bibliothek Klassiker der Geschichte, Sozial- und Kulturwissenschaften 1992 erschien Die Erlebnisgesellschaft zum ersten Mal und machte rasch Furore. Heute kann der Text mit Fug und Recht als moderner Klassiker der Soziologie gelten. Gerhard Schulze konstatierte einen umfassenden Wandel in unserer Gesellschaft, durch den das Leben zum Erlebnisprojekt geworden ist. Die Erlebnisorientierung ist die unmittelbarste Form der Suche nach Glück. Eine Suche, die noch längst nicht abgeschlossen ist diese neue Art zu leben müssen wir erst lernen und die Folgen noch bewältigen. Dies gilt auch heute noch: Die Sucht nach dem Kick und nach Performance ist eher gewachsen, und damit ist Gerhard Schulzes Analyse aktueller denn je.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Prägnanter kultursoziologischer Überblick 5 von 5 Punkten Dieses Buch von Gerhard Schulze ist für den kultursoziologisch Interessierten eine Art Offenbarung. Auf einer empirischen Studie beruhend teilt er die (west)bundesdeutsche Gesellschaft nach kultursoziologischen Kriterien ein und findet dabei 5 wesentliche Milieus: das Niveaumilieu, Harmoniemilieu, Integrationsmilieu, Unterhaltungsmilieu und Selbstverwirklichungsmilieu Der methodische Teil ist weniger interessant, dafür sind die Milieubeschreibungen sehr bissig und absolut empfehlenswert. Essentiell zum Verständis der Gesellschaft und zur Orientierung in derselbigen.
Fundierte Studie der Spaßgesellschaft 5 von 5 Punkten Eventkultur und Spaßgesellschaft sind Schlagwörter, die schon seit einiger Zeit durch die Medien geistern. Dabei ist oft alles andere als klar, was sich dahinter eigentlich verbergen soll. Mit diesem Band legt Gerhard Schulze eine umfangreiche Studie der kulturellen Entwicklungen vor, die sich hinter diesen Schlagworten verbergen. Zunächst arbeitet er die Ästhetisierung des Alltags heraus, womit Schulze sich auf die zunehmende Orientierung der Menschen an ihren individuellen Lebensplänen, Lebensstilen und eigenen Vorlieben und eben nicht mehr an tradierten Milieus faßt. Dann wendet er sich detaillierter den Lebensstilen zu und versucht zunächst die sie konstituierenden Prozesse zu erläutern. Dem folgt eine Untersuchung über Lebensstile in Deutschland und welchen Spannungen sie unterliegen. Von hier an wendet sich Schulze den sozialen Milieus zu: Ihre Segmentierungsfunktion, ihre spezifische Konstruktion von Wirklichkeit und der Zusammenhang einer in Milieus zerfallende Gesellschaft. Damit ist - nach rund 400 Seiten - die Grundlage geschaffen, um sich dem veränderten Verständnis von Kultur zu widmen. Kultur wird zur Jagd nach dem Erlebnis und traditionelle kulturelle Unterschiede zerfallen in Szenen, in denen diese Erlebnisse gesucht werden. Schließlich wendet sich Schulze noch den Konsequenzen für die Kulturpolitik und dem Prozeß des Übergangs in Deutschland zu. Am Ende des Buches finden sich umfangreiche Anhänge, in denen Schulze sein empirisches Datenmaterial ausbreitet und ein Glossar. Das Buch ist rundum gelungen und interessant, aber alles andere als Bettlektüre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Im Zentrum der Katastrophe: Was es wirklich bedeutet, vor Ort zu helfen Munz, Richard Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 72004 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Insider berichtet Regelmäßig rufen die Medien nach Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöten oder Flüchtlingsdramen die »größte humanitäre Katastrophe aller Zeiten« aus. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit entsteht dabei ein Bild von hilflosen Betroffenen, die verzweifelt auf westliche Hilfe warten. Doch dieses Bild ist verzerrt und meist grundfalsch. Richard Munz, Notfallchirurg und Einsatzleiter des Roten Kreuzes bei internationalen Katastrophen, räumt mit den Mythen auf und beschreibt engagiert und aus persönlicher Sicht die Realität der Katastrophen und Katastropheneinsätze. Er kritisiert die überzeichnete und einseitige Berichterstattung der Medien ebenso wie Hilfsorganisationen, die aus der Medienaufmerksamkeit und der dadurch zumeist ausgelösten Spendenflut ihren Vorteil ziehen. Ein starkes und engagiertes Buch, das aufklärt und für eine bewusstere, überlegtere und gezieltere Hilfe für Katastrophenopfer eintritt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Zuerst lesen - erst dann spenden! 5 von 5 Punkten Immer wieder werden wir in den letzten Jahren mit Katastrophenmeldungen aus unterschiedlichsten Kontinenten konfrontiert.
Und meist sind die Betroffenheit und der Wille zu helfen im ersten Moment groß.
Und doch tauchen immer dann viele Fragen auf. Wie hilft man am besten. Welcher Hilfsorganisation soll man spenden. Werden meine Mittel wirklich vor Ort hilfreich eingesetzt, oder versickern diese irgendwo ...
Richard Munz zeigt, wie es wirklich vor Ort aussieht.
Nämlich größtenteils völlig anders, als in den Medien suggeriert!
Er zeigt anhand verschiedenster Mythen (z.B. von der Objektivität der Medien, von den hilflosen Überlebenden, von der gezielten Soforthilfe, etc.) plakativ, wie vor Ort wirklich geholfen werden kann, warum die die Kooperation mit allen Einsatzkräften vor Ort unerlässlich ist und warum wir uns genau ansehen sollten, welcher Organisation wir Mittel zur Verfügung stellen.
Für alle jene, die hinter die Kulissen und wirkliche Einblicke in die Realitäten von Katastrophenhilfe bekommen wollen ein absolut empfehlenswertes Buch!
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Sozialpolitik: Grundlagen und vergleichende Perspektiven Michael Opielka Taschenbuch, 1. Dezember 2004 Verkaufsrang: 27953 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Neben einem Überblick über den gegenwärtigen Stand der Theorien des Wohlfahrtsstaates und einem Abriss zu seiner Geschichte gibt das Buch detaillierte Auskünfte über die zentralen Politikfelder: Arbeitsmarkt und Zukunft der Arbeit, Familie und Geschlechtergleichheit, Soziale Sicherungs-systeme, Alter und Demographie, Gesundheitssystem und Pflege, Selbsthilfe und freiwilliges Engagement, Migration und Globalisierung. Dabei wird die deutsche Sozialpolitik stets in den internationalen Kontext gestellt. Diese Einführung in die Soziologie der Sozialpolitik ist auch für benachbarte Disziplinen nützlich, weil sie deren Funktion in der modernen Gesellschaft analysiert.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Sehr empfehlenswert 5 von 5 Punkten Der Band von Opielka ist hochinformiert und informiert hervorragend. Er empfiehlt sich sowohl einem sozialpolitisch interessierten Fachpublikum als auch für den Einsatz in der Lehre (Sozialpolitik, Soziale Arbeit usw.). Es ist ein analytisches Buch, das versucht, das Dickicht von bestehenden Regelungen aber auch von aktuell und/oder seit langem verhandelten Reformoptionen kategorial zu ordnen. Dabei enthält es sich keineswegs Bewertungen, hält diese aber sämtlich transparent als solche und gibt kriteriengeleitete Begründungen. Die Kombination aus Grundwissen mit zusätzlichen Bezügen zur Soziologie der Sozialpolitik, zur aktuellen Diskussion, zu internationalen Debatten - dies alles macht das Buch zu einer echten Bereicherung. Und zu einer guten Ergänzung des Buchangebots im Themenfeld - in dem nach wie vor einige empfehlenswerte Bücher existieren, einige der Besten leider allerdings etwas angejahrt sind.
Rezension für SGb 4 von 5 Punkten „Rowohlts Enzyklopädie" war in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein Verlagsformat, das dem deutschsprachigen Publikum das zeitgenössische Denken erschloss. Die Reihe öffnete den Zugang zu den internationalen Debatten zu Existentialismus und Strukturalismus, Psychologie und Marxismus. An diese ehrwürdige Tradition knüpft Michael Opielka mit seiner „Sozialpolitik" an. Er öffnet dem Leser den Zugang zu den Grundfragen der Sozialpolitik aus einer internationalen Perspektive. Durchgängig wird der Leser über Grundlagen und Grundfragen der Sozialpolitik aus internationalem Blickwinkel unterrichtet. Schon die einführende Partie über „gerechtes Glück" sowie die Theorie der Sozialpolitik stimmen den Leser auf die internationale Diskussion um. Sozialpolitik, deren Ziele und Funktionen werden eingehend behandelt. In dem sich daran anschließenden Kapitel über Arbeit, Armut und Aktivierung wird nicht nur der elementare Zusammenhang zwischen Arbeit und Armutsbekämpfung sichtbar, sondern es wird auch die Problematik des aktivierenden Sozialstaats angeschnitten. Weitere Partien wenden sich der Familienförderung, Alter- und Gesundheitssicherung sowie - insoweit ganz angelsächsisch gedacht - auch der Bildungspolitik zu. Globalisierung, Reform der Sozialpolitik und deren verschiedene Kulturen werden im An- und zum Abschluss behandelt. Die gesamte Darstellung durchzieht die Reformvorstellung einer durch einkommensproportionale Beiträge finanzierten Grundsicherung für Gesundheit und Einkommensersatzleistungen, die als Einlösung des Postulats sozialer Menschenrechte verstanden wird. Diese Position wird etwas sperrig „Garantismus" genannt. Die Arbeit greift die aktuellen politischen Streitfragen um die Reformen des Sozialstaats (Gesundheitsprämie, „Bürger-" oder besser und richtig Einwohnersicherung) auf und verknüpft die im Inland geführte Debatte eindrucksvoll mit internationalen Entwicklungen und Beobachtungen. Die Arbeit ist mit Schaubildern und Ordnungsschemata durchzogen, die - wenn auch zugespitzt, so doch höchst sinnfällig - die Gegensätze in den sozialpolitischen Grundeinstellungen zwischen konservativen, liberalen, sozialdemokratischen und „garantistischen" (grünen?) Ansätzen aufzeigen. Ein anregendes, weil theoriegeleitetes und international offenes Buch, das für die Wiederbelebung von „Rowohlts Enzyklopädie" durchaus beachtliche, aber dem Format gemäße Maßstäbe setzt und hält. Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer Friedrich-Schiller-Universität Jena |
Die Selbstbehauptung Europas: Perspektiven für das 21. Jahrhundert Helmut Schmidt Broschiert, Mai 2004 Verkaufsrang: 16024 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Abschied aus der Weltpolitik: Europa wird zweitklassig Der Ost-West-Konflikt ist zu Ende, neue Weltmächte sind im Aufstieg begriffen, die demographischen und technologischen, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen verändern sich dramatisch. Wie kann sich Europa im 21. Jahrhundert behaupten? Trotz aller Unkenrufe: Der Untergang des Abendlandes hat bisher nicht stattgefunden. Und dennoch sind Friede und Wohlstand in Europa keineswegs auf Dauer gesichert. Neue Probleme müssen bewältigt werden. Noch ist vielen Verantwortlichen - auch manchen Politikern in Berlin - die Dimension nicht klar. Nur wenn Europa gemeinsam auftritt, hat es angesichts der globalen Herausforderungen überhaupt eine Chance, im Konzert der Weltmächte gehört zu werden. Aber trotz großer Fortschritte ist die Europäische Union allzu schwerfällig. Eine rasche Verdoppelung der teilnehmenden Staaten kann ihre Funktionsfähigkeit entscheidend gefährden. Außen- und sicherheitspolitisch ist die EU noch lange nicht handlungsfähig, das haben zuletzt Bosnien und Kosovo gezeigt, das unterstreichen die wachsenden Spannungen im Verhältnis zu den USA. Wenn jedoch die innere Entwicklung der EU nicht Schritt hält mit ihrer Erweiterung, dann - so die Diagnose von Altbundeskanzler Schmidt - ist ein Scheitern der EU keineswegs ausgeschlossen. Helmut Schmidt entwickelt eine Reihe von Vorschlägen für die weitere Entfaltung der Europäischen Union. Dabei erklärt er die Selbsteinbindung Frankreichs und Deutschlands und engste Zusammenarbeit zwischen beiden zur vorrangigen Notwendigkeit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Hervorragend 5 von 5 Punkten Helmut Schmidts Publikationen sind meiner Meinung nach alle hervorragend. Wer einen Einblick in die weltpolitischen Probleme und Konstellationen des 21. Jahrhunderts bekommen möchte, kommt an diesem Buch, für mich das wichtigste politische Buch dieses Jahres, nicht vorbei. Helmut Schmidt analysiert nicht nur die weltpolitischen Probleme der Gegenwart und der Zukunft (neue Formen der Kriege, wie sie der 11. September gezeigt hat - im Vorwort dieser Taschenbuchausgabe geht er auch darauf ein), die Probleme der Globalisierung, den sogenannten "Raubtierkapitalismus" (einen Begriff, den auch der "Spiegel" in einer seiner jüngsten Ausgaben verwendete)und die amerikanische Dominanz mit ihrem - gerade unter dem gegenwärtigen US-Präsidenten Bush sichtbar werdenden - Hang zum Unilateralismus (hierzu vgl. auch den kürzlichen Beitrag Schmidts in der Wochenzeitung: "Die Zeit". Als Weltmächte der Zukunft betrachtet Schmidt neben den USA vor allem China, - nach wie vor Rußland, Indien und - möglicherweise - Brasilien (trotz seiner gegenwärtigen Wirtschaftskrise). Um sich unter diesen Mächten zu behaupten und um ihr wirtschaftliches Wohlergehen zu sichern, plädiert Schmidt für die europäische Integration mit einer gemeinsamen Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Dieses legt er am Ende des Buches in 20 Thesen eindrucksvoll dar. Er "bleibt ein engagierter Anhänger der europäischen Integration aus strategischem, patriotischen Interesse." Die globalen technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen zwängen die Europäer zu höhereer Leistung und zu neuen Anstrengungen, um nicht ins Mittelmaß abzusinken. "Gegen künftige globale Gefahren und Bedrohungen kann keiner der europäischen Staaten sich allein behaupten. Aus dieser Einsicht folgt das strategische Prinzip der Selbstbehauptung durch Gemeinsamkeit. Dieses Prinzip muß das Handeln der politischen Führer der europäischen Staaten sehr bewußt bestimmen." Dieses ist das Anliegen Schmidts in all seinen Büchern und schriftlichen Publikationen, die hier sehr komprimiert und fundiert zusammengefasst werden. Abseits jeder Tagespolitik ist dieses Buch ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Politiker aber auch die interessierten Bürger: "Nicht nur die Regierenden müssen sich heute die bereits erkennbaren Gefährdungen des 21. Jahrhunderts vor Augen halten, sondern wir alle, wir Wähler unserer Regierungen, müssen uns genauso fragen: "omit müssen wir rechnen? Was sollen wir tun?" Schmidt bemüht sich um Antworten auf diese lebenswichtigen Probleme im 21. Jahrhundert. Gut ist, dass Schmidt auch Umweltprobleme (Treibhauseffekt), die Gefahr des Nationalismus aber auch des Zentralismus nicht verschweigt, sondern ausführlich behandelt. Wer eine solide Einführung in die wichtigsten Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Politik sucht, kommt um dieses Buch - meines Erachtens neben dem Buch von Joseph S. Nye jr: "The Paradox of American Power" das wichtigste politische Werk dieses Jahres - nicht herum. Fazit: unbedingt lesen !!!!
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Übersicht über das Sozialrecht 2008
Gebundene Ausgabe, Mai 2008 Verkaufsrang: 71110 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Alles über das neue Pflege-Weiterentwicklungsgesetz mit den Regelungen zu den Pflegestützpunkten und den zusätzlichen Betreuungskosten - Alles über den Rechtsanspruch behinderter Menschen auf Persönliches Budget - Alles über die Rentenanpassung zum 1. Juli 2008 - Alles über den Fortgang der Gesundheitsreform - Alle Informationen aus erster Hand von Autoren und Autorinnen aus den Fachabteilungen der Bundesministerien, dem Bundessozialgerichtshof und den Sozialversicherungen Das Nachschlagewerk gibt einen Überblick über das gesamte Sozialrecht der Bundesrepublik Deutschland. In allgemein verständlicher Sprache führt das Praxisbuch in alle Sozialgesetzbücher und Rechtsvorschriften ein: Experten informieren über den neuen Rechtsstand und erläutern für die Praxis relevante Fragestellungen zu: - Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) -Arbeitsförderung - Krankenversicherung - Rentenversicherung - Rehabilitation behinderter Menschen - Kinder- und Jugendhilfe - Unfallversicherung, Pflegeversicherung - Altersversorgung - Sozialhilfe - Internationale Soziale Sicherung - Sozialgerichtsbarkeit Ein kurzer Überblick über die historische Entwicklung rundet den Einblick in das jeweilige Rechtsgebiet ab. Berater im sozialen Bereich, Juristen, Universitätsangehörige, Menschen aus Verwaltung, Verbänden oder dem Versicherungswesen finden hier Sachinformationen und Verständnishilfen. Die beigelegte CD-ROM enthält alle Texte des Buches. Der Band erscheint jährlich
Das Nachschlagewerk gibt einen Überblick über das gesamte Sozialrecht der Bundesrepublik Deutschland. In allgemein verständlicher Sprache führt das Praxisbuch in alle Sozialgesetzbücher und Rechtsvorschriften ein: Experten informieren über den Rechtsstand zum 01.01.2008 und erläutern für die Praxis relevante Fragestellungen zu: * Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) * Arbeitsförderung * Krankenversicherung * Rentenversicherung * Rehabilitation behinderter Menschen * Kinder- und Jugendhilfe * Unfallversicherung, Pflegeversicherung * Altersversorgung * Sozialhilfe * Internationale Soziale Sicherung * Sozialgerichtsbarkeit Ein kurzer Überblick über die historische Entwicklung rundet den Einblick in das jeweilige Rechtsgebiet ab. Berater im sozialen Bereich, Juristen, Universitätsangehörige, Menschen aus Verwaltung, Verbänden oder dem Versicherungswesen finden hier Sachinformationen und Verständnishilfen. Die beigelegte CD-ROM enthält alle Texte des Buches. Der Band erscheint jährlich in aktualisierter Fassung. Aktuell in der Ausgabe 2008 "Übersicht über das Sozialrecht" (Rechtsstand 01. Januar 2008) * Alles über das neue Pflege-Weiterentwicklungsgesetz mit den Regelungen zu den Pflegestützpunkten und den zusätzlichen Betreuungskosten * Alles über den Rechtsanspruch behinderter Menschen auf Persönliches Budget * Alles über die Rentenanpassung zum 1. Juli 2008 * Alles über den Fortgang der Gesundheitsreform * Alle Informationen aus erster Hand von Autoren und Autorinnen aus den Fachabteilungen der Bundesministerien, dem Bundessozialgerichtshof und den Sozialversicherungen
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Wir retten die Welt zu Tode: Für ein professionelleres Management im Kampf gegen die Armut William Easterly Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 76529 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Gegenspieler von Jeffrey D. Sachs 3 von 5 Punkten Dieses Buch sollte nur gemeinsam mit dem Buch "Das Ende der Armut" von Jeffrey D. Sachs gelesen werden. Easterly erwähnt es immer und kritisert Sachs auch heftig. Die beiden sind Pole der Aussrichtung der Entwicklungspolitik. Sachs setzt auf mehr Geld, Easterly hält dies für wirkungslos, vielleicht sogar schädlich. Er setzt auf die freie Entwicklung der Märkte, auf den Kapitalismus.
In diesem Buch werden eine Vielzahl von Probleme und Unzulänglichkeiten der Entwicklungspolitik aufgezeigt und mit Recht scharf - und sehr polemisch - kritisiert. Dafür ist Easterly zu danken. Die Lösung nur im freien Markt, im puren Kapitalismus zu sehen ohne auf dessen mitunter gefährlichen "Nebenwirkungen" (Konzentration, unlauterer Wettbewerk, Monopole, führt das Bedürfnis nach Gewinn immer zur Befriedung der Bedürfnisse der Menschen, ...) hinzuweisen, ist kurzsichtig.
Easterly alleine greift zu kurz, dazu ist er zu sehr auf einen - seinen eigenen - Standpunkt fixiert. Gemeinsam mit anderen Büchern (wie Sachs) ist es aber wertvoll, weil dadurch ein vollständigeres Bild entsteht.
Was mir an dem Buch gar nicht gefallen hat ist das Fehlen eines Stichwortverzeichnissen und das Fehlen einer Zusammenstellung der verwendeten Literatur. Diese muss man sich mühsam aus den Anmerkungen zusammen suchen. Manche Aussage sind auch nicht belegt, so etwa die Behauptungen über Burkina Faso auf Seite 134.
Wie können wir Menschen so einen grauenhaften Wahnsinn veantworten ??? 5 von 5 Punkten Um Afrika hat sich eine neue Industrie gebildet, die den Menschen dort eine vermeintliche Hilfe anbietet. In Wirklichkeit fließt diese Hilfe vor allen Dingen in die Taschen der zahlreichen, extrem hochdotierten Experten, der westlichen Industrie und den wenigen einheimischen Familien, die ihr eigenes Land auf grausame Art ausbeuten! Millionen von Menschen sterben jedes Jahr in Afrika, weil sich niemand darum schert und diese Menschen keine Stimme mehr haben! Der Genozid in Uganda, dann der Genozid in Ruanda, der 1994 über einer Million Menschen binnen einiger Wochen das Leben kostete, lockte in der übrigen Welt keinen Hund hinter dem Ofen heraus! Welch eine Disproportion der Information, wenn auf der anderen Seite der Welt 3000 Menschen in einem Hochhaus ums Leben kommen!
William Easterly, Ökonomieprofessor und langjähriger Mitarbeiter der Weltbank, ist einer der besten Kenner der westlichen Entwicklungshilfe. Das Urteil, zu dem er in seinem Buch "Wir retten die Welt zu Tode" gelangt, wiegt daher schwer. Für ein professionelleres Management im Kampf gegen die Armut ist eine Kreation des Campus-Verlages, die offenbar den Zweck hat, die vom Autor beabsichtigte Provokation zu unterschlagen. Unverblümt stellt Easterly fest, dass die Bemühungen des Westens, die Armut in der Dritten Welt zu bekämpfen, fast vollständig gescheitert sind.
Innerhalb der letzten fünfzig Jahre brachten die Industrieländer die unvorstellbare Summe von 2,3 Billionen (2.300.000.000.000) Dollar für Entwicklungshilfe auf. Gleichzeitig gelang es ihnen nicht, 12 Cent teure Medikamente zur Verfügung zu stellen, die der Hälfte aller an Malaria erkrankten Kinder das Leben gerettet hätten. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und waren nicht in der Lage, vier Dollar teure Insektennetze zur Verfügung zu stellen, die verhindert hätten, dass Millionen von Kindern an Malaria erkranken. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und konnten nicht verhindern, dass fünf Millionen Neugeborene starben, die beim Einsatz von drei Dollar pro Mutter hätten gerettet werden können.
Wie kann man also derartige Summen nutzlos in den Sand setzen? Praktisch alle Lebensbereiche Afrikas verschlimmern sich dramatisch: die Küsten sind leergefischt, die Länder überbevölkert, die Wälder bald alle abgeholzt, die Fauna reduziert, Aids grassiert ohne Anzeichen von einer Verlangsamung und die Diktatoren halten weiterhin ihre schwere Hand auf Volk und Land, um es für die eigenen Zwecke auszubeuten.
Noch heute sind die Afrikaner das einzige Volk der Erde, die glauben, daß andere für sie aufkommen müssten! Die Asiaten, in den sechziger Jahren in etwa auf dem selben Entwicklungsstand, überflügelten alle Erwartungen der Entwicklungshilfe!
Doch der afrikanische Kontinent wird weiterhin mit Glacéhandschuhen angefasst, weil man die Diktatoren für das Geschäft braucht, weil man fürchtet, irgendwelche postkolonialen Anwandlungen bezichtigt zu werden und weil das Menschenleben dort allem Anschein nach so gut wie nichts wert ist!
Jeder Experte weiß, daß es Projekte in Afrika gibt, die seit Jahrzehnten einwandfrei und mit durchschlagenden Erfolg funktionieren. Doch sie werden totgeschwiegen, aus Scham oder aus Furcht, daß damit das ganze, mühsam aufgebaute System der Entwicklungshilfe ein jähes Ende finden könnte! Diese wenigen Projekte werden von charismatischen, autoritären Führungspersönlichkeiten gemanagt, die sowohl von den Afrikanern, als auch von den Europäern respektiert werden. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur den Pater Pedro Opeka erwähnen, der seit 20 Jahren seine eigene Stadt von 44.000 Einwohnern in Madagaskar leitet und diejenigen Kinder, die er als tierähnliche Wesen vor 20 Jahren auf der Müllkippe gerettet hat, heute als Gymnasiallehrer in seinen 72 Schulen einsetzt!!!
Wie kann man das Dilemma, den Mord am afrikanischen Volk verhindern, das ist das Thema dieses hochinteressanten Buches!
Die Last des Weissen Mannes 5 von 5 Punkten William Easterly, Ökonomieprofessor und langjähriger Mitarbeiter der Weltbank, ist einer der besten Kenner der westlichen Entwicklungshilfe. Das Urteil, zu dem er in seinem Buch "The White Man's Burden" gelangt, wiegt daher schwer. (Der deutsche Titel "Wir retten die Welt zu Tode. Für ein professionelleres Management im Kampf gegen die Armut" ist eine Kreation des Campus-Verlages, die offenbar den Zweck hat, die vom Autor beabsichtigte Provokation zu unterschlagen). Unverblümt stellt Easterly fest, dass die Bemühungen des Westens, die Armut in der Dritten Welt zu bekämpfen, fast vollständig gescheitert sind.
Innerhalb der letzten fünfzig Jahre brachten die Industrieländer die unvorstellbare Summe von 2,3 Billionen (2.300.000.000.000) Dollar für Entwicklungshilfe auf. Gleichzeitig gelang es ihnen nicht, 12 Cent teure Medikamente zur Verfügung zu stellen, die der Hälfte aller an Malaria erkrankten Kinder das Leben gerettet hätten. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und waren nicht in der Lage, vier Dollar teure Insektennetze zur Verfügung zu stellen, die verhindert hätten, dass Millionen von Kindern an Malaria erkranken. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und konnten nicht verhindern, dass fünf Millionen Neugeborene starben, die beim Einsatz von drei Dollar pro Mutter hätten gerettet werden können.
Dabei ist die Lage in Wirklichkeit noch schlimmer als diese Angaben vermuten lassen. Die westliche Hilfe ist nämlich nicht nur ineffektiv, sondern sogar schädlich. Sie hat die Situation vieler Länder objektiv VERSCHLECHTERT. Statistisch lässt sich belegen, dass Entwicklungshilfe, die ein bestimmtes Maß überschreitet (8 % des Bruttosozialprodukts), das Wirtschaftswachstum des Empfängers VERRINGERT. (Das durchschnittliche afrikanische Land erhielt in den neunziger Jahren Zahlungen im Wert von über 15% seines Bruttosozialprodukts).
Auch der Demokratisierungsprozess litt unter diesen Wohltaten. Paul Biya, der Diktator Kameruns, bestreitet zur Zeit 41% seines Staatsbudgets aus Entwicklungshilfegeldern. Würden die gegenwärtigen Pläne zur Erhöhung der Hilfe realisiert, stiege dieser Anteil auf 55%. Ohne Entwicklungshilfe wäre die Welt um ein paar Diktatoren ärmer.
Stellt man zudem noch in Rechnung, dass Südkorea und Taiwan sich zu industriellen Giganten entwickeln konnten, obwohl sie so gut wie keine Entwicklungshilfe erhielten, müsste man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass die Unterstützung für die Dritte Welt eingestellt werden sollte. Nur weil er glaubt, die Ursachen der bisherigen Fehlschläge erkannt zu haben, möchte Easterly sich dieser Forderung nicht anschließen.
Die Entwicklungshilfe hat nicht versagt, so meint er, weil es ihr an Geld oder politischem Rückhalt mangelte, sondern weil ihr Ausgangspunkt falsch war. Über Jahrzehnte hinweg strebte sie danach, die Armut des Südens mit ehrgeizigen Grossprojekten gänzlich zu beseitigen. Diese Haltung beruhte auf der Überzeugung, dass der Weisse Mann die Probleme unterentwickelter Länder besser lösen kann als deren Einwohner. Glaubte er früher, die farbige Menschheit zivilisieren zu müssen, indem er ihre Länder besetzte und selbst verwaltete, so will er heute "Hilfe zur Selbsthilfe" leisten, um damit Wirtschaftswachstum und Demokratie nach seinem Bilde zu erzeugen. Während das Etikett bescheidener wurde, hat sich am Größenwahn, der dahinter steht nichts geändert.
Diese Einstellung brachte einen ehrgeizigen Plan nach dem anderen hervor, - alle am grünen Tisch entworfen, an einer Vielzahl vager Ziele ausgerichtet, mit horrenden Summen finanziert, mit gewaltigem bürokratischen Aufwand, aber ohne Erfolgskontrollen umgesetzt, und stillschweigend zu den Akten gelegt, nachdem sie an der Realität gescheitert waren. So gelang es den Entwicklungsbürokraten im Laufe der Jahrzehnte sämtliche Fehler sozialistischer Planwirtschaften im kleinen Maßstab zu reproduzieren.
Ein anschauliches Beispiel dafür sind die in jüngster Zeit unternommenen AIDS-Kampagnen. Nachdem die WHO die Ausbreitung von HIV jahrzehntelang verschlief und zuließ, dass sich 29 Millionen Afrikaner damit infizierten, verfolgt sie nun ein Programm, in dessen Rahmen 4,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden sollen, um die Lebensdauer von 3 Millionen AIDS-Kranken um ein Jahr zu VERLÄNGERN. Würde man das gleiche Geld für Prävention ausgeben, könnte man bis zu 15 Millionen Menschenleben RETTEN. Diese Politik bedeutet eine Vergeudung knapper Ressourcen und wird dazu beitragen, dass HIV sich weiterhin rasant verbreiten kann.
Easterly zufolge ist die traurige Geschichte kontraproduktiver Verschwendung nur zu beenden, wenn sich die geistigen Voraussetzungen der Entwicklungshilfe ändern. Am Anfang müsse das klare Bewusstsein der eigenen Grenzen stehen: DER WEISSE MANN KÖNNE DIE FARBIGE WELT WEDER RETTEN, NOCH ZIVILISIEREN, NOCH MODERNISIEREN, NOCH DEMOKRATISIEREN. DIE EINZIGEN, DIE DIE ARMUT BESIEGEN KÖNNTEN, SEIEN DIE ARMEN SELBST.
Der Westen könne lediglich versuchen, die schlimmsten Misstände zu lindern, bis sich die Völker des Südens aus eigener Kraft entwickelten. Seine Hilfe werde umso effektiver sein, je konkreter sie ansetze, je mehr sie aus der Kenntnis lokaler Bedingungen erwachse und je mehr sie einer unabhängigen Erfolgskontrolle unterliege. Zu diesem Zweck sollten die allwissenden "Planer" unter den Entwickungsbürokraten durch "Sucher" ersetzt werden, die ständig bereit seien, ihre eigenen Vorstellungen zu hinterfragen und aus neuen Erfahrungen zu lernen. Großprojekte, ehrgeizige Generallösungen und langfristige Szenarien gehörten auf den Müllhaufen. "Idealisten, Aktivisten, Entwicklungshelfer der Welt, ihr habt nichts zu verlieren als eure utopischen Ketten." Das Ziel aller Maßnahmen müsse darin bestehen, Individuen zu helfen, nicht ganze Gesellschaften zu verändern.
Easterlys Vorschläge klingen so überzeugend, dass sie optimistisch stimmen könnten, würde er - freilich ohne sich dessen bewusst zu werden - in seinem Buch nicht selbst die Gründe anführen, die ihrer Umsetzung entgegenstehen. Gemessen an ihrer Wirkung auf das Selbstverständnis des Westens war die Entwicklungshilfe nämlich alles andere als erfolglos. Dem Weissen Mann die Möglichkeit verschafft zu haben, sich als Weltsamariter aufzuspielen, ist eine beachtliche Leistung, die mit 2,3 Billionen Dollar vermutlich nicht zu teuer erkauft wurde.
Erkennt man, dass der eigentliche Adressat der Entwicklungshilfe die westliche Öffentlichkeit war, verwandeln sich all ihre Fehlschläge in märchenhafte Triumphe. Ihre praktische Ineffizienz war kein Betriebsunfall, sondern gehörte zum System. Wer kann den Entwicklungsbürokraten die Misswirtschaft schon verdenken, wenn ihr Geldgeber sich mehr für utopische Visionen als für handgreifliche Resultate begeisterte? Jahrzehntelang erhielt der Kunde wonach er verlangte.
Da es schwer fällt zu glauben, dass die westliche Öffentlichkeit bereit sein könnte, auf ihre Allmachtsphantasien und ihre Rolle als Welterlöser zu verzichten, werden die Armen des Südens wohl auch in Zukunft keine Hilfe erhalten, die diesen Namen verdient.
Ein Buch das wachrütteln soll 4 von 5 Punkten Die tödliche Krankheit Malaria wird durch Mücken übertragen. Auf der ganzen Welt sterben jährlich tausende von Menschen an dieser Krankheit. Besonders betroffen sind Kinder. Ein Moskitonetz kostet nur 4 Dollar und die Medikamente, mit denen die Hälfte aller Malariaopfer gerettet werden könnten, nur 12 Cent pro Dosis. Was passiert also mit den 2,3 Billionen Dollar, die der Westen in den letzten fünf Jahrzehnten in die Entwicklungshilfe gesteckt hat?
Diesem Problem geht William Easterly im Buch "Wir retten die Welt zu Tode" nach. Er zeigt Missstände in der Dritten Welt auf und will deutlich machen, dass Entwicklungshilfe dringend notwendig ist, oft aber anders eingesetzt werden muss. In manchen Regionen würden die Hilfsmaßnahmen die Situation eher verschlechtern als den Menschen zu helfen.
William Easterly zeigt seinen Lesern, dass es vor Ort zu wenig Menschen gibt, die sich beispielsweise um die Kranken kümmern können. Die Organisatoren hätten oft zu wenig Ahnung von den wahren Umständen der betroffenen Gebiete. Sie bekämen auch zu wenig Rückmeldung, egal ob über Erfolg oder Misserfolg der Hilfsmaßnahmen. Die Kommunikation zwischen denjenigen, die das Geld geben, und denjenigen, die vor Ort Hilfe leisten, müsse laut Easterly besser werden.
William Easterly schreibt über die Dinge, über die andere gerne schweigen. Er deckt auf, wie es wirklich ist. Besonders interessant sind auch die Tabellen und Diagramme, die seine Erkenntnisse belegen. Manche dieser statistischen Erhebungen wurden sogar von ihm persönlich durchgeführt.
Sein Buch macht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Menschen endlich die Probleme verstehen und Gegenmaßnahmen einleiten. Das Entwicklungshilfeprogramm muss professioneller werden, wie Easterly in seiner Buchüberschrift verdeutlicht. Denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.
....mehr als 2 Billionen Dollar sinnlos ausgegeben....? 4 von 5 Punkten Er arbeitete für die Weltbank, ist Ökonom und Afrikanist. Und er zeichnet ein bestürzend düsteres Bild der Entwicklungshilfe ("...die der Demokratie eher schadet als nützt..."). Auf 360 Seiten belegt er dies anhand einer langen Reihe wohlbekannter Beispiele. Wir lesen die schlimme Geschichte nahezu aller afrikanischen Staaten oder auch von Korea, Afghanistan, El Salvador oder Jugoslawien, den Ländern des 'nahen Ostens' und vieler anderer Länder. Und wir begegnen den Lumumbas, Mobutus und Kabilas (oder wie die Verbrecher alle heißen mögen), die von unseren Geldern schmarotzten statt sich um ihre Völker zu sorgen. Die Quintessenz des Autors: eine entscheidende Verbesserung der Situationen der Armen ist trotz der 2,3 Billionen Dollar, die in den letzten 50 Jahren als Entwicklungshilfe aufgewandt wurden, nicht erkennbar.
Bei der scharfsinnigen Analyse dieses Ergebnisses werden hierfür eine Reihe von Gründen aufgeführt und durch z.T. eigene Studien belegt. So etwa die, dass die "Planer" der Entwicklungshilfe politische Bedingungen an die Hilfe knüpfen, die lokalen und sozialen Gegebenheiten vor Ort nicht berücksichtigen, keine Rückmeldung über Erfolg oder Mißerfolg erwarten oder bekommen, inkompetent oder arrogant sind und vieles mehr. Eine spannende und aufregende Lektüre also. Und eine Sammlung von Daten, die unsereinen auf das höchste ernüchtert und enttäuscht. Allerdings gibt Easterly am Ende auch ein paar Ratschläge, die weiterhelfen könnten, die anregen und - es mag komisch klingen - auch ein wenig Hoffnung machen. Entwicklungshilfe ist unverändert notwendig, absolut! Aber, sie sollte wirklich "professioneller" sein, wie im Untertitel des Buches zu lesen ist....
Einen kritischen Einwand allerdings muß ich noch loswerden. Es geht um das 7. Kapitel mit der Überschrift "Die Heiler - Triumph und Tragödie". Darin wird zur HIV/AIDS-Problematik in Afrika Stellung genommen. Allerdings scheint mir hier der Ökonom sicher überfordert, wenn er etwa zu dem hochkomplexen medizinethischen Problem der Mittelverteilung (sehr verkürzt!) sagt und den Ratschlag gibt: besser wäre es, das wenige Geld zur Verhütung der HIV-Infektion ("gebt Kondome aus!") einzusetzen statt mit dem Geld das Leben einiger weniger AIDS-Patienten um paar Jahre zu verlängern. Ebenso kurz meine Antwort: Ein verlängertes Leben ist für den Betreffenden aber auch seine Familie und den Staat (!) existentiell wichtig. Und: Prophylaxe ist natürlich nicht minder wichtig, aber: wenn sie wirklich effektiv sein soll, ist sie ebenfalls sehr, sehr teuer und mit ein paar Kondomen allein ist es noch lange nicht getan.
Zusammenfassend: Ein wichtiges, ein anregendes, ein notwendiges Buch. Ein Dank dafür an den Verfasser. |
Energieautonomie: Eine neue Politik für erneuerbare Energien Hermann Scheer Gebundene Ausgabe, April 2005 Verkaufsrang: 40463 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Erdölvorräte gehen zur Neige; Ressourcenkonflikte schüren die "neuen Kriege" unseres Jahrhunderts. Bei gleichzeitig steigendem Energieverbrauch rast die Welt auf eine existenzielle Krise zu. Hermann Scheer beschreibt in seinem neuen Buch die vielfältigen mentalen Barrieren, die die "ungebrochene Macht tradierten Energiedenkens" zementieren. Er beleuchtet aber auch schlüsselhafte Initiativen, mit denen der Wechsel zu Erneuerbaren Energien gelingen kann. Der archimedische Punkt und das Leitmotiv dafür ist die "Energieautonomie" - als vielfältig realisierbares politisches, technologisches und wirtschaftliches Konzept. Das Buch ist ein ideeller und praktischer Leitfaden für die Ablösung atomarer und fossiler Energien, die schneller und umfassender erfolgen kann, als allgemein angenommen wird - und eine Weltentwicklung nach sich ziehen wird.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Aufbruch in eine nachhaltige Energieversorgung 5 von 5 Punkten 25 Jahre beschäftige ich mich schon mit dem Themenkomplex der erneuerbaren Energien. Dieses Buch bringt alle Fakten, die nötig sind, um die Problematiken der bisherigen Energieträger zu durchschauen und eine eingleisige Diskussion um CO2-Emissionen aufzubrechen, da die Schäden sich auch in anderen Bereichen wie z.B. verstärktem Wassermangel auswirken.
Darüberhinaus wird mit den Vorurteilen aufgeräumt, die einer flächendeckenden Nutzung von erneuerbaren Energien im Wege stehen und konstruktive Wege aufgezeigt, um bis zum Jahr 2050 komplett ohne fossile Brennstoffen auszukommem.
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Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert Samuel P. Huntington Taschenbuch, Mai 2002 Verkaufsrang: 62831 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nicht mehr ideologische oder wirtschaftliche Auseinandersetzungen werden die zukünftige Weltpolitik bestimmen, sondern die Konflikte zwischen den grossen Kulturkreisen, so lautet Huntingtons These. Sind die Grenzen zwischen den Kulturen die Fronten der Zukunft? Provokant, spannend und international heftig diskutiert - ein Muss für jeden politisch interessierten Leser!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 45 Bewertungen)
Von der europäischen Hegemonie zur Hegemonie der Kulturen 5 von 5 Punkten Samuel P. Huntingtons Buch über den Kampf der Kulturen (Clash of civilization) ist bis heute sehr umstritten. Viele lehnen wie sie behaupten seine These, dass es im 21. Jahrhundert zu einem Zusammeprall der Kulturen kommen müsse, ab, weil sie sagen, dass der 21. September 2001 nicht die Trendwende der Menschheitsgeschichte bedeute, mit dem es zu einer Eskalation zwischen westlicher Hemisphäre und islamistischem Fundamentalismus als Konflikt der Kulturen kommen müsse. Aber Huntingtons Argumentation ist wesentlich breiter als diese Verkürzung auf ein bestimmtes Ereignis es nahelegt. Er spricht davon, dass mit dem Ende des europäischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts, mit dem Ende des Kalten Krieges im 20. Jahrhundert eine multipolare Welt entsteht, in der die Kulturkreise immer mehr an Gewicht gewinnen: in der die Nationalstaaten ihre Bedeutung zugunsten der Kulturräume, zugunsten übernationaler Organisationen verlieren, in kontinentalen Großräumen aufgehen, die nur noch von der Identität aus einer Religion, gleicher Lebensweise und vergleichbaren Werten bestimmt sind. Und Huntington sagt, dass dies frei nach Thomas Kuhn ein neues Paradigma zur Betrachtung der Weltgeschichte sei, eine Konzentration auf neue Rahmenbedingungen, in denen sich Weltgeschichte abspielt, z.B. zwischen den Kulturräumen, die durch eine oder wenige Nationen zwar bestimmt, aber durchaus nicht dominiert sind, so z.B. der Euro-amerikanische Raum, durch asiatisch-chinesische Raum, der hinduistisch-indische Raum usw.
Huntingtons Buch schreibt meiner Meinung nach Geschichte. Weil es zeigt, dass der Kultur in einer globalisierten Welt, in einer multipolaren Welt freier (Markt-)Kräfte, immer größere Bedeutung zukommt, also eine multipolare und multikulturelle Perspektive entsteht. Daher habe ich das Buch mit sehr viel Gewinn gelesen. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für die Grundlagen der Geschichte im 21. Jahrhundert interessiert. Dieses Buch ist ein unbedingtes Muss.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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Die rot-grünen Jahre. Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum 11. September: Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak Joschka Fischer Gebundene Ausgabe, Oktober 2007 Verkaufsrang: 77756 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nie wieder Krieg. Nie wieder Auschwitz. Diese zwei Prinzipien galten nicht nur für Joschka Fischer unumstößlich. Doch dann marschierte die serbische Armee 1999 im Kosovo ein. Deutschland musste sich entscheiden, entweder ethnische Säuberungen zuzulassen oder erstmals seit 1945 wieder Krieg zu führen. Folglich steht die Kosovo-Krise im Zentrum dieses politischen Rückblicks. Zudem erörtert der Ex-Außenminister und -Vizekanzler den rot-grünen Wahlsieg 1998, die anschließenden Regierungsgeschäfte, die Partei-, Nahost- sowie Europapolitik samt EU-Osterweiterung. Anekdoten erzählen von Schröders Haifischlächeln, einem schmuddeligen Hotel in New York oder davon, worüber sich Madeleine Albright einmal köstlich amüsierte. Staatstragend, offen und persönlich, mitunter ausschweifend erklärt, ja legitimiert der Politiker getroffene Entscheidungen. Der Leser jettet gleichsam mit Joschka Fischer durch die Welt -- von Konferenz zu Krisenherd und zurück nach Berlin. Da Fischers Erinnerungen immer länger wurden und zwei angekündigte Erscheinungstermine verschoben werden mussten, reifte die Idee heran, seine Sicht der Dinge in zwei Bücher zu fassen. Deshalb reichen die vorliegenden Memoiren nur bis zum 11. September 2001. In einem zweiten Band wird Fischer die Zeit vom Terror-Anschlag auf das World Trade Center bis zur Bundestagswahl 2005 beleuchten. Laut Umfragen war Joschka Fischer jahrelang der beliebteste Politiker Deutschlands. Im politischen Alltag jedoch fühlte sich der Pragmatiker oft zwischen Bundeskanzler und grüner Partei wie eingeklemmt zwischen Baum und Borke. Keinen Hehl macht der charismatische Macher daraus, dass ihn Parteilinke wie Jürgen Trittin mit ihren grundsätzlichen Vorbehalten und anstrengenden Diskussionen nerven. Politik kennt keinen Konjunktiv, hält Fischer dagegen. So steht dieses Buch auch als Mahnung an Bündnis 90/Die Grünen, sich keinen politischen Illusionen hinzugeben. Vielmehr könne die Partei nur mittels realpolitischer Pragmatik zurück an die Regierung kommen. Und darum gehe es letztendlich in der Politik, so Realo Fischer überzeugt. --Herwig Slezak
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Erstaunlich offen 4 von 5 Punkten Um es gleich zu Beginn festzustellen: Ich bin kein grüner Parteigänger und auch wirklich kein Fischer Fan. Trotzdem habe ich das Buch mit Interesse gelesen. Es enthält wirklich interessante Einblicke in die Arbeit der Regierung in dieser Zeit bereit. Natürlich hätte ich mir auch noch mehr "Histörchen" von einem Insider versprochen, aber das was drinsteht ist schon gut. Gut kommentiert die falschen Entscheidungen der Regierung damals wie z.B. "Die Rücknahme des demographischen Faktors bei der Rente war ein Fehler."
Auch seine Sicht der Dinge und seine Einstellung z.B. zu Lafontaine und Schröder óder zu Helmut Kohl ist interessant zu lesen.
Was mich wirklich stört, sind seine Bemerkungen über Ereignisse, auf die er später noch mal zurück kommen möchte, aber dann nichts mehr darüber schreibt. Wenigstens in diesem Band nicht. Also gibt es mit Sicherheit noch mindestens einen zweiten. Man darf gespannt sein.
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Kein schöner Land: Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit Heribert Prantl Taschenbuch, März 2005 Verkaufsrang: 76447 Hand aufs Herz: Wer hat sich noch nicht dabei ertappt, die eine oder andere Floskel nachzuplappern, die uns die Propheten einer von lästigen sozialstaatlichen Fesseln befreiten Wirtschaft als die Schlüssel in eine besser Zukunft Tag für Tag vorbeten? Aber: Es ist ja auch kein Wunder, dass man sich irgendwann in das angeblich so wie so Unvermeidbare fügt, und in den Chor derer einstimmt, die angeblich, auch wenn dies vordergründig anders scheine, ja auch nur unser aller Bestes wollen. Zumal die Herren immer ungeduldiger werden angesichts des starrhalsigen Unverstands der ihnen fortdauernd entgegenschlägt. Kann man es -- so fangen wir schon selbst an, uns zu fragen -- mit dem Kündigungsschutz denn noch gründlicher übertreiben als bei uns?! Ist doch klar, dass man niemanden mehr einstellen mag, wenn man Angst haben muss, ihn dann nicht mehr loszuwerden. Und zeugt es nicht vielleicht wirklich von ökonomischer Naivität, sich über das Millionengehalt manches Vorstandschefs zu beschweren, der trotz sprudelnder Gewinne nicht nur niemanden mehr einstellt, sondern Tausende auf die Straße setzt? "Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit", hat Heribert Prantl seine pointierte Streitschrift im Untertitel genannt, in der er die gängigsten der im Umlauf befindlichen sozio-ökonomischen Phrasen-Blasen, eine nach der anderen platzen lässt. Die Dinge unmissverständlich und treffend bei ihrem oft schlichten, die Sache aber treffenden Namen zu nennen, ist leider nicht jedem gegeben. Und so ragt Kein schöner Land wie eine rettende Insel aus dem weiten, öden Phrasenmeer der journalistischen Krisenliteratur unserer Tage. Lesenswert! -- Hasso Greb
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Kein schöner Land - Ein Statement 5 von 5 Punkten Ich muss hier von mir selbst sagen das ich wahrscheinlich in meiner Altersgruppe (20 -25) einer der wenigen "jungen" Leser sein werde - denn der Titel "...Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit..." schreckt meine Altersklasse eher ab da es zu sehr nach "grauer" langweiliger Politik riecht.
Meine ersten Gedanken als ich dieses Werk in die Hand bekam war "Kann ja ganz interessant sein, na höffentlich ist es nicht zu Langatmig und Langweilig."
Ich muss gestehen ich wurde eines besseren belehrt.
Nicht ein Kapitel das mich gelangweilt hätte nicht einmal eine Minute die ich dachte Zeitverschwendung. Das Buch räumt auf mit der eigenen medienbeeinflussten Meinung. Wie sehr man sich doch von den Medien hat polarisieren und beeinflussen lassen stellt man ca. bei der Hälfte des Buches fest; und ist erschreckt wie schleichend das Gift das man Tag für Tag durch selbige eingetrichtert bekommt, doch gewirkt und die eigene Meinung getrübt hat.
Ein "wach auf Deutschland" schreit einem das Buch entgegen.
Einer der Vorrezensoren meinte das es nur eine wiedergabe politischer Debatten in den Medien sei. Mag sein, denn das Buch handelt ja gerade davon.
Aber gerade die Konzentration ist es die einem die Tragweite erkennen läßt, da es nicht auseinander gezogen ist wie in den Tageszeitungen.
Es schreibt dem Leser auch nicht die Lösung vor sondern gibt geziehlt Denkanstöße das die Lösung an uns ist.
Meiner Meinung nach ein wirklich Lesenswertes Buch.
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Soziale Säuberung: Wie New Orleans nach der Flut seine Unterschicht vertrieb
Broschiert, Juli 2008 Verkaufsrang: 106951 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
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