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Die Vermessung der Welt - Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann

Broschiert, 29. Februar 2008
     Verkaufsrang: 93      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 281 Bewertungen)

Gutes Buch mit historischem Hintergrund      5 von 5 Punkten
Die Vermessung der Welt

Ich hatte das Buch auf einer Bestellerliste gesehen, und habe es mir darauf hin gekauft.

Das Buch handelt von den beiden Personen Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Der eine ein Mathematiker und Gegner von großen Reisen, der andere ein Mensch, der in seiner Kindheit im Schatten seines Bruders stand und dadurch die Weite der Welt sucht.

Die Geschichte beginnt damit, dass Alexander von Humboldt Hr. Friedrich Gauß zu einem intellektuellen Treffen einlädt. Und genau hier beginnen die Rückblenden der beiden Protagonisten.

Die Reisen von Alexander von Humboldt sind sehr witzig und angenehm zu lesen. Auch der inhärente, aber unausgesprochene Konflikt mit seinem Kompagnon Bonpland wird im Buch sehr bildlich und stellenweise auch witzig wiedergegeben.

Hr. Gauß wird von seinem Sohn begleitet. Hier entspringt ein Konflikt zwischen Vater und Sohn. Friedrich Gauß kämpft damit, dass sein Sohn nicht das geistige Niveau seiner selbst erreicht. Dies gibt er auch öfters seinen Sohn verständlich zu verstehen.

Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung für einen verregneten Tag.

Ein Hinweis sollte aber noch erwähnt werden. Das Buch entfaltet nur für jene die volle Kraft, die einen Überblick über die zum damaligen Zeitpunkt gültigen Thesen und bekannten Persönlichkeiten wissen haben.


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Die Stadt der träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz: Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Aus dem Zamonischen ... übertragen und illustriert von Walter Moers - Walter MoersDie Stadt der träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz: Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Aus dem Zamonischen ... übertragen und illustriert von Walter Moers
Walter Moers

Taschenbuch, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 626      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, womit sich Walter Moers, Schöpfer von ”Das kleine Arschloch” und ”Käpt'n Blaubär” in seiner knapp bemessenen Freizeit beschäftigt: Er übersetzt zamonische Literatur ins Deutsche. Soeben erschienen ist Die Stadt der Träumenden Bücher, ein autobiographisches Werk des legendären Hildegunst von Mythenmetz, dessen ”Mythenmetzsche Abschweifung” bereits in Ensel und Krete viele Leser an den Rand des Wahnsinns getrieben hat -- und darüber hinaus.

Hildegunst ist als junge Großechse auf der uneinnehmbaren Lindwurmfeste aufgewachsen, einem Ort, an dem jeder davon träumt, einmal ein ganz großer Schriftsteller zu werden und zu diesem Zweck von den Eltern mit einem ”Dichtpaten” ausgestattet wird. Hildegunsts Abenteuer nimmt seinen Anfang, als sein Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler das Zeitliche segnet und ihm ein Manuskript hinterlässt, das es in sich hat: Nur zehn Seiten umfasst es, aber es ruft beim Leser eine Vielzahl stärkster Empfindungen hervor wie kein anderer Text der zamonischen Literaturgeschichte.

Leider kennt Hildegunst den Namen des Autors nicht, denn Danzelot hatte die Erzählung von einem angehenden Schriftsteller erhalten und diesem empfohlen, sein Glück in der Bücherstadt Buchhaim zu versuchen. Und so macht sich Hildegunst auf den Weg in die Stadt der Träumenden Bücher, wo an jeder Straßenecke finstere Antiquariate auf Kunden lauern, magisch begabte Buchimisten ihr Unwesen treiben und auch sonst zahllose Gefahren die dem ahnungslosen Bücherliebhaber drohen ...

Um es gleich zu sagen: Moers' Übersetzung aus dem Zamonischen ist vorzüglich gelungen. Mit großer Sprachgewalt beschwört er die exotische Bücherstadt mit all ihren merkwürdigen Lebensformen herauf. Ob gepanzerte Bücherjäger, Nebelheimer Trompaunenkonzerte oder Katakomben voller Erstausgaben und ”Gefährlicher Bücher” -- das vorliegende Werk ist eine Großtat der Völkerverständigung. Nicht nur die gekonnt ins Deutsche gerettete Makrostruktur des Buches und die zahllosen Illustrationen legen Zeugnis ab von Moers' Kunst, auch im Detail hat er Herausragendes geleistet. Überaus staunenswert sind vor allem die herrlichen Alliterationen in Sätzen wie ”Eine Weile lauschte ich den beängstigenden Lauten der Labyrinthe ...” -- man kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Die Stadt der Träumenden Bücher ist ein Roman, der auch in Buchhaim für größtes Aufsehen sorgen würde, und das will etwas heißen! --Hannes Riffel

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 244 Bewertungen)

Buch super, Hörbuch finger weg!      5 von 5 Punkten
Ein phantastisch geschriebenes Buch, voller liebe zum Lesen! Als mir das Buch empfohlen wurde fing ich skeptisch an zu lesen, doch um so tiefer ich in das Buch hinein stieg um so weniger konnte ich es wieder aus der Hand legen. Lebendig geschrieben und mitreißend!

Das Hörbuch wird von Herrn Bach gelesen. Bereits nach den ersten Sätzen habe ich es wieder ausgemacht, denn Herr Bach bringt seinen typischen spöttischen und übertriebenen Humor mit ein, der nach Lesen des Buches fast unerträglich zerstört, was Walter Moers kunstvoll mit seinem geschriebenen Worten aufbaute.

Wer dieses Buch liebt, sollte die Finger vom Hörbuch lassen, es sei denn, er ist ein Freund des Bachschen Humors!


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Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär: Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären; mit zahlreichen Illustrationen. Unter Benutzung des 'Lexikons der erklärungsbedürftigen ... Umgebung' von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller - Walter MoersDie 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär: Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären; mit zahlreichen Illustrationen. Unter Benutzung des 'Lexikons der erklärungsbedürftigen ... Umgebung' von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller
Walter Moers

Taschenbuch, Dezember 2002
     Verkaufsrang: 756      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Seemannsgarn vom Feinsten: ein Feuerwerk bäriger Ideen
Daß Walter Moers mehr als das Kleine Arschloch zeichnen kann, hat er längst bewiesen. Sogar in den Sprechblasen ist er hervorragend ohne Worte ausgekommen, als der Pinguin zweimal klopfte. Und nun sein erster Roman: Eine genial dicke Schwarte von 720 Seiten, in der ein Geistesblitz den nächsten jagt. Grün und gelb möchte man vor Neid werden: Wo hat der Mann bloß die vielen Ideen her? In seinen dreizehneinhalb Leben begegnet der Blaubär gehässigen Stollentrollen, unangenehmen Nattifftoffen, quasselnden Tratschwellen, durch die Wüste ziehenden Gimpeln, dem Wahnsinn, Fredda, der Berghutze -- eine Figur skurriler als die andere. Ab und an illustriert der Zeichner Moers die Gestalten des Erzählers Moers, ein Glücksfall natürlich, aber im Vordergrund steht der Text, unerschütterlich. Und hier entfaltet sich in vollen Zügen, was der eine oder andere bereits geahnt haben mag: Moers ist ein begnadeter, ironischer Erzähler.

Mit wieviel Sprachwitz er arbeitet, wie er an Ausdrücken feilt, Begegnungen verschachtelt komponiert, Satzrhythmen herstellt und wieder auflöst, das nötigt Respekt ab. Und man freut sich über die irrwitzigen Inhalte der Abenteuer. Ob er mit dem Rettungssaurier Mac als Navigator fliegt, eine Fata Morgana am Wüstenboden verklebt, durch Dimensionslöcher stürzt oder sich ein Duell mit dem Lügengladiator liefert: die Spannung bleibt ungebrochen (außer beim sechsten Kapitel), die unzähligen Geschichten sind unglaublich. Münchhausen entpuppt sich als blutiger Lehrling im Vergleich zu Moers.

Auch wenn sich beim Lesen gelegentlich Assoziationen zu Texten von Michael Ende oder Janosch einstellen mögen: Der Roman ist kein Kinderbuch, sondern nachdenklich machende (haben Sie schon mal über eine Tornado-Haltestelle nachgedacht?) Literatur, die bestens unterhält. Das vielgesuchte Leichte, das so schwer zu machen ist: hier ist es. --Sophie Thoma

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 216 Bewertungen)

Endlose Fantasie      5 von 5 Punkten
Nachdem ich "Rumo" und "die träumenden Bücher" gehört habe, habe ich mir dieses Mal "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär vorgenommen. Und auch in diesem Roman hat Walter Moers mir bewiesen, daß seine Fantasie endlos ist.
Grandios auch wieder mal Dirk Bach als Leser. Wie alle anderen Zamonienromane ist auch dieses Werk ein "Muß" für alle, die diesen fiktiven Kontinent lieben.


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Die Mittagsfrau - Julia FranckDie Mittagsfrau
Julia Franck

Gebundene Ausgabe, 10. September 2007
     Verkaufsrang: 1127      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Als der siebenjährige Peter in der Küche in seinem improvisierten Bettchen liegt, singt Frau Kozinska durch die Risse im Boden in der Wohnung unten. Die Russen, die neuerdings bei ihr wohnen, halten sie nicht davon ab. Dann reißt die Mutter Peter unsanft aus seinen Träumen. Er müsse zur Schule, sagt sie, der Lehrer Fuchs warte. Aber der Lehrer wartet schon lange nicht mehr auf jeden Schüler, seit die Schule zerbombt und in den Milchladen von Fuchs' Schwester umgezogen ist. Der Krieg ist verloren, Hoffnungslosigkeit hat sich breit gemacht. Was soll man da noch lehren und lernen?

In Die Mittagsfrau entrollt die 37-jährige Berliner Autorin Julia Franck ihre Geschichte, die vor den ersten Weltkrieg zurück reicht, vom Ende her. Mit ihrem Sohn Peter geht Helene, deren unbeschwerte Kindheit in der Lausitz 1918 abrupt beendet wurde, 1945 wie fast jeden Tag zu einem Bahnhof in Vorpommern, um vor den Russen Richtung Berlin zu fliehen. Am Bahnhof lässt sie Peter stehen und verschwindet: die traurige Konsequenz eines Lebens, dass selbst kaum Liebe erfahren hat und dem von daher auch die kindliche Liebe unerträglich wird. Von den Männern enttäuscht und von der Familie verlassen, fasst Helene einen Entschluss, der so grausam ist wie die Schicksalsschläge, die sie selbst erlitten hat...

Offenbar gibt es heute nichts mehr zu erzählen. Nur so lässt sich erklären, warum auch die jüngste Generation deutscher Autorinnen und Autoren literarisch immer wieder zum Krieg und seinen Schrecken Zuflucht nimmt. Solange dies allerdings auf so blendende Art und Weise wie bei Julia Franck geschieht, will und kann man sich nicht beschweren. Die Mittagsfrau jedenfalls entwirft am Einzelschicksal ein grandioses Panorama einer erbarmungslosen Zeit. Unbedingt lesenswert. -- Stefan Kellerer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 49 Bewertungen)

beeindruckend      5 von 5 Punkten
Ich weiß nicht, was manche Rezensenten vor mir für Probleme mit diesem Buch hatten: Sprache, Stil, Grammatik sind gut und die Darstellung einer Frau, die die Liebe ihres Kindes aufgrund schicksalhafter Umstände opfert sind beeindruckend in dieser generationenübergreifenden Geschichte geschildert. Top.


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Der Weltensammler - Ilija TrojanowDer Weltensammler
Ilija Trojanow

Broschiert, August 2007
     Verkaufsrang: 1877      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der uralte Rhythmus einer indischen Tabla-Trommel, ein Menschenmeer, der Geruch von Henna und faulem Fisch -- tausend Eindrücke schwappen dem Neuankömmling entgegen. Als Kundschafter der englischen Krone soll Richard Francis Burton in der Kolonie Britisch-Indien dienen. Für den wissensdurstigen Burton ist dies eine verlockende Aufgabe. Doch aus Neugierde erwächst bald eine regelrechte Obsession, das Fremde zu enträtseln und darin aufzugehen.

So spannend Ilija Trojanows Roman Der Weltensammler beginnt, so spannend geht es weiter: Einen Brahmanen fleht Burton an, sein Lehrer zu sein. Binnen kurzem ist er in der Lage, Tradition und Sprache wie Kleider an- und abzulegen. Als ein englischer General Burtons Wandlungsfähigkeit erkennt, schickt er ihn als Spion unter die Einheimischen. Burton jedoch geht eigene Wege: Von Indien aus reist er nach Arabien, wo er sich als Moslem ausgibt und die Hadsch, die Pilgerreise beginnt. Vom Strudel der Pilger lässt sich Burton treiben, sucht die heiligen Orte Medinas auf und erreicht völlig ausgezehrt Mekka. Wunderbares und Schreckliches gräbt sich tief in sein Gedächtnis ein. Aber auch dieser Fleck Erde kann den Rastlosen nicht halten, der längst ein neues Ziel vor Augen hat -- die Suche nach der Quelle des Nils in Ostafrika.

In drei Etappen und aus der Perspektive vieler Figuren erzählt, nähert sich Trojanow einem außergewöhnlichen Menschen. Dabei spielt er mit Fiktion und Realität, denn Der Weltensammler Burton lebte tatsächlich zwischen 1821 und 1890. Trojanow selbst hat eine Vita, die ihn von Bulgarien nach Deutschland, Kenia, Indien, Arabien bis nach Südafrika führte. In den Reisereportagen An den inneren Ufern Indiens und Zu den heiligen Quellen des Islam verarbeitete er als scharfer Beobachter eigene Erfahrungen. Kein Wunder also, dass Der Weltensammler ein so gelungener historischer Roman geworden ist. --Fenja Wambold

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)

viele Stimmen      5 von 5 Punkten
Viele Stimmen erzählen von Richard Burton, dem Weltensammler, der als erster Europäer nach Mekka kam, der die Quellen des Nils suchte, der Indien erforschte: Es gibt den Autor, der aus der Sicht des Entdeckers berichtet. Was das Buch so spannend macht, sind die anderen Stimmen, die sich hineinmischen - Stimmen der "Eingeborenen", des indischen Dieners von Burton, der die gemeinsamen Abenteuer einem Briefeschreiber diktiert; der Reisegefährten nach Mekka, die im Nachhinein bei der Behörden über ihre Beziehungen zu diesem Mann Auskunft geben müssen; des afrikanischen Führers der Expedition, der als alter Mann seinen Freunden und Nachbarn in Sansibar von den Strapazen und Entbehrungen berichtet. Für sie ist das Fremde ja nicht fremd, fremd ist ihnen oft das Verhalten der Kolonialherren. Immer wieder wird deutlich, wie wenig die Weißen wirklich verstanden haben.

Ein wichtiger Erzählstrang in diesem Buch sind die Religionen, denen Burton begegnet und von denen er fasziniert ist - dem Hinduismus, dem Islam und den afrikanischen Naturreligionen.

Das ist kein Abenteuerroman im herkömmlichen Sinne. Es ist ein langsames Buch - eines für das der Leser Zeit braucht. Wenn man sie sich nimmt, dann ist diese Lektüre ein großer Gewinn.


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Der Schrecksenmeister.Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl. Neu erzählt von Hildegunst von Mythenmetz - Walter MoersDer Schrecksenmeister.Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl. Neu erzählt von Hildegunst von Mythenmetz
Walter Moers

Gebundene Ausgabe, September 2007
     Verkaufsrang: 2146      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Schrecksenmeister ist das neue Meisterwerk von Hildegunst von Mythenmetz - und Walter Moers hat es auf sich genommen, es aus dem Zamonischen zu übersetzen. Es ist eine großartig fabelhafte Abenteuergeschichte, die ganz schnell zum modernen Klassiker werden könnte.

Moers heißt uns willkommen in Sledwaya, dem krankesten Ort von ganz Zamonien. Hier sind sogar die Straßen nach Krankheiten benannt, man begrüßt sich mit "Ohwehohweh" und verabschiedet sich mit "Gute Besserung". Ein Husten, Röcheln und Schniefen liegt in der Luft, es riecht nach Eiter, Mundgeruch und Durchfall. Hoch über der Stadt thront in einem bizarren Schloss "Eißpin der sehr Schreckliche", der Schrecksenmeister, der die Bevölkerung und natürlich die Schrecksen mit immer neuen Gemeinheiten malträtiert.

Derweilen schleppt sich verzweifelt die halbverhungerte Hauskratze Echo durch die Straßen von Sledwaya. Sie schließt mit dem schaurigen Eißpin einen Teufelspakt. Der Schrecksenmeister darf sie töten und ihr wertvolles Kratzenfett auskochen, wenn er sie zuvor einen Monat fürstlich bewirtet und unterhält.

Im schwarzen Schloss des Schrecksenmeisters lernt Echo die geheime Welt der Alchimie kennen, erfährt, wie man "Schmerzenskerzen" oder "gekochte Gespenster" fabriziert, er lernt Fjodor F. Fjodor und die Schloss-Ledermäuse kennen und wird mit der Zeit fetter und fetter. Es wird höchste Zeit, aus dem Schloss zu fliehen...

Die Atmosphäre mag düster sein, und dennoch geht einem schon nach den ersten Zeilen das Herz auf: Es ist diese hochkomische, ganz eigene Fabulierkunst und Fabulierlust, die man sonst vielleicht noch bei Michael Ende oder Cornelia Funke findet. Fast glaubt man, dass es ebenfalls mit Magie zu tun haben muss, wenn Leser um Leser sich in die überbordende Fantasiewelt aus grübelnden Eiern, einem Baum der Erkenntnuss, Knilschbrömen, metamorphosen Malzeiten oder Schrecksenquetschen hinabziehen lässt. Der aufwendig ausgestattete Band ist natürlich von Walter Moers selbst illustriert und hervorragend dazu geeignet, sich in ihn zu vertiefen, daraus vorzulesen oder sich vorlesen zu lassen. Ein großartig amüsantes Zamonien-Abentuer! -- Henrik Flor, Literaturtest

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 74 Bewertungen)

Wunderbarer Lesestoff      5 von 5 Punkten
Gleich vorneweg: Dieses Buch ist nach "Die Stadt der träumenden Bücher" erst mein zweites von Walter Moers, aber es hat mich weiter dazu angetrieben noch mehr von ihm zu lesen!

Auf die Story will ich gar nicht lang eingehen. Es ist einfach wunderbar das Krätzchen Echo in seinen vermeindlich letzten Wochen beim Schrecksenmeister zu begleiten. Die Geschichte ist mit soviel Witz und Einfallsreichtum geschrieben, dass es einem einfach nicht langweilig wird. Zugegeben, es ist kein Buch was man nicht mehr weglegen kann, aber doch eins dass man sehr gerne wieder in die Hände nimmt! Es gibt viele überraschende Wendungen, die ich als Noch-nicht-Moers-Experte nicht hätte kommen sehen.

Fazit: Sehr unterhaltsam und kaufenswert! Ihr werdet eure Freude daran haben.


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Ich hab die Unschuld kotzen sehen - Dirk BernemannIch hab die Unschuld kotzen sehen
Dirk Bernemann

Taschenbuch, Januar 2005
     Verkaufsrang: 2624      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ansonsten ist Ich hab die Unschuld kotzen sehen einfach eine andere Art von Hörspiel, als es die meisten kennen. Es gibt hier sozusagen keinen wirklichen Spannungshöhepunkt, vielmehr ist jede Geschichte eine Welt für sich, in der sich der Hörer immer wieder neu einfinden kann. Das Hörbuch muss nicht unbedingt in einem Fluss durchgehört werden, sondern kann immer und zu jeder Zeit unterbrochen werden. Die vielen Kapitel machen es einfach, immer dann einzusteigen, wenn man Lust hat. Man braucht keine Angst zu haben, den roten Faden verloren zu haben.
In Bernemanns Werk geht es allerdings überwiegend um Sex und Gewalt. Wenn nicht gerade jemand stirbt, denkt die Person an Geschlechtsverkehr oder sonstige anderen Sachen. Viel Fantasie ist nicht unbedingt in das Buch hineingesteckt worden.
Zu Gute muss man Bernemann allerdings halten, dass die beiden CDs durchaus schnell und kurzweilig zu hören sind, da sie doch immer etwas Interessantes bieten, was so noch nicht wirklich auf dem Markt erschienen ist.
Das Buch ist durchschnittlich gesehen in Ordnung, rechtfertigt den Preis zwar nicht unbedingt, aber ist durchaus für viele, die Tragik und Leid in Büchern mögen, entsprechend gut.

Der Vorleser Helmut Krauss passt wie die Faust aufs Auge zu diesem Hörbuch. Seine etwas ältere Stimme verleiht der Geschichte das richtige Flair.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

Ich mag das Buch      4 von 5 Punkten
Ich mochte das Buch, aber ganz ehrlich - es ist zu viel im selben Grundton auf zu wenig Seiten. Die ersten Geschichten lassen sich noch im zügigen Fluß lesen, doch gegen Ende dann wird es schwerer - immer derselbe Lebensschmerz mit anderem Protagonisten - da wäre noch viel auszubauen gewesen. Doch lesenswert ist es auf jeden Fall


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Ensel und Krete: Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Mit Erläuterungen aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen ... von Professor Dr. Abdul Nachtigaller - Ensel und Krete: Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz. Mit Erläuterungen aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen ... von Professor Dr. Abdul Nachtigaller

Taschenbuch, Juli 2002
     Verkaufsrang: 2103      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Urlaub mit den Eltern kann so langweilig sein. Die beiden Fhernhachen-Kinder Ensel und Krete erleben das am eigenen Leibe, als sie mit ihren Eltern den zamonischen Großen Wald bereisen. Dabei hatten sie gehofft, dort endlich einmal etwas zu erleben! Und so ziehen sie auf eigene Faust los, um das Abenteuer zu suchen, verlaufen sich jedoch nach kurzer Zeit. Damit nimmt ein rasantes Märchenabenteuer seinen Lauf, bei dem selbst den Gebrüdern Grimm bald die Puste ausgegangen wäre. Die beiden Zwergenkinder treffen auf zahlreiche gefährliche oder einfach nur sonderbare Geschöpef: einen Laubwolf, Erdgnömchen, Geheimbären, Fledertratten, Schuhus, Einhörnchen, einen sprechenden Meteor und allerlei andere Seltsamkeiten. Natürlich finden auch ein Hexenhaus, und der fantasievolle Showdown hat mehr mit dem Blair Witch Project als mit unseren alten Hausmärchen gemeinsam.

Erzählt wird die Geschichte übrigens vom berüchtigsten Dichter Zamoniens, Hildegunst von Mythenmetz, einem tausend Jahre alten, aufrecht gehenden Zwergsaurier, der die Handlung -- meist an ihren spannendsten Stellen -- unterbricht, um weiterführende Erläuterungen zu geben, die sogar noch interessanter und witziger sind als die Handlung selbst. Diesem Stilmittel lieh der Dichter sogar seinen Namen: die "Mythenmetzsche Abschweifung". Und so erfährt man ganz nebenbei haarsträubende Details über zamonische Zahlensysteme, die sieben Grundtugenden des Dichters oder auch Insiderinformationen über den zamonischen Literaturbetrieb. Abgerundet wird das Buch durch die halbe Biografie des Hildegunst von Mythenmetz unter dem Titel "Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg".

Auf die Frage, wieso dieses Buch keine direkte Fortsetzung von Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär sei, antwortete Walter Moers: "Das hat verschiedene Gründe. Erstens glaube ich, dass ein Buch mit über 700 Seiten für eine Figur genügen sollte. Zweitens war für mich schon beim ersten Buch der eigentliche Held nicht der Blaubär, sondern der Kontinent Zamonien. Dessen Geschichte -- und die seiner Bewohner -- möchte ich weitererzählen, in alle möglichen Richtungen." Und so besteht die Hoffnung, dass es auch weitere Zamonien-Bücher geben wird, selbst wenn Walter Moers die zweiten 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär im Dunklen lässt. --Hardy Kettlitz

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 75 Bewertungen)

Ensel und Krete      5 von 5 Punkten
Ensel und Krete ist weder ein Kindermärchen noch der beste Zamonienroman. Jedoch hat mir das Buch, wie alle anderen Moers- Bücher, sehr gut gefallen. Am Anfang zieht es sich ein wenig in die Länge, als die Stadt im Großen Wald beschrieben wird, was sehr detailliert getan wird. Dennoch ist auch dies aufgrund von den tollen Ideen, die darin verarbeitet sind, wirklich interessant. Lustig ist das Ganze ohnehin. Dann wird es auch etwas spannender als sich die beiden im Wald verirren.
Bemerkenswert sind die Mythenmetzschen Abschweifungen, die ab und zu etwas nerven, aber ansonsten sehr komisch und manchmal auch herrlich boshaft sind.
Besonders hat mir die Art der Fhernhachen gefallen, da sie manchmal wunderbar kindisch sind und auch hochsensibel (was sich zeigt, wenn sie Angst haben).
Die Illustrationen machen das Buch noch mal extra gut.
Natürlich ist das Buch auch, wie man es von Zamonienromanen gewohnt ist, voller Phantasie, sehr lustig und auch spannend.
Am Ende bekommt man noch mal einen Teil von Mythenmetz' Lebensgeschichte erzählt, was zwar nicht besonders spannend ist, aber auch hier gibt es so mannche lustige Stelle.
Ich fand, der Kauf hat sich gelohnt, auch wenn die anderen Moers Bücher doch noch ein bisschen besser sind.


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Rumo und Die Wunder im Dunkeln. Ein Roman in zwei Büchern - Walter MoersRumo und Die Wunder im Dunkeln. Ein Roman in zwei Büchern
Walter Moers

Taschenbuch, 22. Juli 2004
     Verkaufsrang: 2346      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Im fünften Kapitel seiner 13 1/2 Leben nahm Käpt'n Blaubär als Navigator des vagabundierenden Rettungssauriers Mac an einer folgenschweren Aktion teil: Er befreite Dutzende kleiner, herzzerreißend jaulender Wolpertingerwelpen aus einem Haus, das nur Sekundenbruchteile später von einem Bolloghintern zerquetscht werden sollte. Sieben Leben später begegnete er einem dieser Welpen wieder, der inzwischen zu einem ausgewachsenen Raubtier im Dienste des Lügentycoons Volzotan Smeik herangewachsen war. Aus Dankbarkeit befreite der Wolpertinger Blaubär aus den Klauen seines Chefs. Sein Name war Rumo.

Zu Beginn des neuen Zamonien-Romans ist Rumo noch ein kleiner, schutzbedürftiger Welpe, der von Fhernhachenzwergen auf einem Bauernhof aufgezogen und verhätschelt wird. Diese Idylle hat jedoch bald ein Ende: Eine Horde bösartiger Teufelszyklopen überfällt das Anwesen und verschleppt alles, was sich bewegt. Und so verbringt Rumo seine intensivste Wachstumsphase in der Speisekammer auf den Teufelsfelsen, einer schwimmenden Insel. Dort halten die Zyklopen ihre lebendige Nahrung, und mit Gier und Begeisterung sehen sie zu, wie Rumo immer größer und appetitlicher wird.

Glücklicherweise findet der verängstigte Wolpertinger unter den Gefangenen bald einen Freund: Die Haifischmade Volzotan Smeik -- genau, der spätere Lügentycoon -- nimmt den Welpen unter seine Fittiche. Er erzählt ihm Geschichten und bringt ihm viel Wissenswertes über das Leben in Zamonien bei, bis Rumo zu seiner endgültigen Größe herangewachsen ist und die beiden Fluchtpläne schmieden können. Bald erleben die Teufelszyklopen ihr blaues Wunder!

So weit nur das erste der zahlreichen neuen Abenteuer aus der fantastischen Welt Zamoniens. Neben einer ganzen Reihe von Figuren aus den 13 1/2 Leben und Ensel und Krete hat Walter Moers viele neue ungewöhnliche Gestalten ersonnen. Auch Rumo ist eine eigenwillige und eigenständige Hauptfigur, die Moers zu gänzlich neuen Betrachtungen Anlass bietet. Ein Geschenk des Himmels für Zamonien-Fans also, ein dicker Schmöker voll schräger Ideen und abgefahrener Zeichnungen. Ergo: Computer abschalten und den Telefonstecker ziehen -- und den Nachbarn Bescheid sagen, dass lautes, lang anhaltendes Gelächter kein Anzeichen aufkeimenden Wahnsinns ist. Der neuen Moers ist eben erschienen. --Hannes Riffel

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 159 Bewertungen)

Auf nach Zamonien!      5 von 5 Punkten
Dies ist das bislang beste Buch von Walter Moers. Es entführt den Leser nach Zamonien und er darf den Abenteuern des Wolpertingers Rumo und seinen
Freunden teilhaben. Die Erlebnisse sind sehr spannend erzählt und die Welt von Zamonien ist sehr phantasievoll gestaltet.
Das Buch beschreibt das Erwachsenwerden des Rumo, die Entdeckung von Hoffnung und Liebe, aber auch von Enttäuschung, Sterblichkeit und Tod.
Es ist zwar an manchen Stellen etwas brutal, aber im wahren Leben ist eben auch nicht alles eitel Sonnenschein. Insofern ist die Stimmung in der Untenwelt
manchmal etwas düster, was aber der Lesefreude keinen Abbruch bereitet.
Alles in allem: Der Roman ist vielschichtig und kurzweilig und einfach nur zu empfehlen.


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Die kleinen Gärten des Maestro Puccini - Helmut KrausserDie kleinen Gärten des Maestro Puccini
Helmut Krausser

Gebundene Ausgabe, 25. April 2008
     Verkaufsrang: 6067      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Puccinis Geheimnisse Leben und Lieben eines großen Künstlers
Helmut Kraussers Roman zum 150. Geburtstag des Komponisten
Aus Liebe zu den Opern Giacomo Puccinis begann Helmut Krausser, dessen verborgene Lebensumstände zu erforschen. Mit den Ergebnissen seiner Recherchen schrieb er einen Roman, der zehn ereignisreiche Lebensjahre des Meisters in neuem Licht erscheinen lässt. Es gelang dem Autor nicht nur, die streng gehütete Identität der Puccini-Geliebten Corinna zu enthüllen, sondern - mit Hilfe neu aufgetauchter Dokumente - auch die tragischen Umstände, die zum Skandal um sein Hausmädchen Doria Manfredi führten. Entstanden ist dabei viel mehr als nur eine Chronique Scandaleuse. Die Spannungsfelder zwischen Kunst und Erfolg, Liebe und Begierde, Neid und Intrige, Eifersucht und Hass, Revolte und Versagen liefern den Stoff zu einem oft bizarren Geflecht der Verstrickungen. Rund um die Person des heute populärs­ten Opernkomponisten entfaltet sich das spannende Panorama jener letzten Phase der Belle Epoque in einer neuen, überraschenden Perspektive.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Jetzt oder nie      5 von 5 Punkten
Was für eine Liebeserklärung an die Musik, das Leben, die Kunst - und auch an die Widrigkeiten. Beinahe zärtlich zeichnet Helmut Krausser zehn Lebensjahre Puccinis nach, wirft sein ureigenes Licht auf dunkel gebliebene Stellen und schafft gekonnt den Spagat zwischen (neuen) Fakten und literarischem Hochgenuss.

Dieses Buch ist nicht nur für Opern-/Puccini-/Krausserliebhaber, es erzählt vor allem eine verflucht gute Geschichte. Kaufen, lesen. Alle!


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Wilde Reise durch die Nacht - Walter MoersWilde Reise durch die Nacht
Walter Moers

Taschenbuch, Oktober 2003
     Verkaufsrang: 1792      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eigentlich ist es ja immer andersrum: Ein Autor schreibt ein Buch, und irgendwann später kommt ein Illustrator und macht sich ans Bebildern. So hat es Zeit seines Lebens auch Gustave Doré gehalten, dem wir wundervolle Stiche zu Orlando Furioso, Don Quixote, Gargantua und Pantagruel oder der Bibel verdanken.

Walter Moers macht immer alles anders. Und so ist er auch diesmal den umgekehrten Weg gegangen und hat Dorés Kupferstiche zu einem neuen erzählerischen Kabinettstück versammelt. Dabei schickt er den 12-jährigen Gustave in seine eigenen (Alb-)Traumbilder und lässt ihn nach klassischer Märchenmanier (sechs gelöste Aufgaben = Todesaufschub) auf dem Pferd Pancho Sansa im "Reich der Ungeheuer" allerlei Abenteuer mit Fabelwesen, Rittern und Jungfrauen bestehen. Hier hat Gustave gegen treulose Kumpanen und die erste (kurze) Liebe gleichermaßen anzukämpfen. Dazwischen bringen diverse Diener des Todes unseren Helden in immer neue Gefahren: "Wenn er aus den Fluten auftauchte, hatte Gustave die Wahl, gefressen, von Krallen zerfetzt, bei lebendigem Leibe verbrannt oder gekocht zu werden". Er hat also keine Chance -- und die nutzt er gut.

Früher war Moers ja für seine Lügengeschichten bekannt, die er Käpt'n Blaubär in die sympathische Schnauze legte. In Wilde Reise durch die Nacht nun erzählt er endlich die ganze Wahrheit über die Welt der Mythologie: Hierzu gehört die Erkenntnis, dass Drachen nur dressierte Kampfhunde und Jungfrauen so richtig böse sind. Da ist sehr viel geklaut von Italo Calvino und den Rittern der Kokosnuss. Aber schon Ensel und Krete war eine kongeniale Verballhornung Grimm'scher Volksmärchenkunst. Und dass Moers die Illustrationen von Doré stibitzte, um sie mit neuem fantastischem Erzählstoff zu umgarnen, dafür ist man ihm bei der vergnüglichen Lektüre Seite für Seite dankbar. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 45 Bewertungen)

Geniales Hörbuch mit genialem Dirk Bach      5 von 5 Punkten
Walter Moers hat auch dieses Buch in die Werke eingereiht, die man gelesen haben muß (Blaubär, Rumo, Die Stadt der träumenden Bücher).
Zur Geschichte möchte ich nichts verraten, nur soviel:
Spannung, Witz und Überraschung sind garantiert.

Ein großes Lob an Dirk Bach, der für die Rollen (und das sind viele) wie geschaffen ist.
Unbedingt anhören.


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Die Vermessung der Welt - Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann

Gebundene Ausgabe, September 2005
     Verkaufsrang: 1384      Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen.

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 281 Bewertungen)

Gutes Buch mit historischem Hintergrund      5 von 5 Punkten
Die Vermessung der Welt

Ich hatte das Buch auf einer Bestellerliste gesehen, und habe es mir darauf hin gekauft.

Das Buch handelt von den beiden Personen Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Der eine ein Mathematiker und Gegner von großen Reisen, der andere ein Mensch, der in seiner Kindheit im Schatten seines Bruders stand und dadurch die Weite der Welt sucht.

Die Geschichte beginnt damit, dass Alexander von Humboldt Hr. Friedrich Gauß zu einem intellektuellen Treffen einlädt. Und genau hier beginnen die Rückblenden der beiden Protagonisten.

Die Reisen von Alexander von Humboldt sind sehr witzig und angenehm zu lesen. Auch der inhärente, aber unausgesprochene Konflikt mit seinem Kompagnon Bonpland wird im Buch sehr bildlich und stellenweise auch witzig wiedergegeben.

Hr. Gauß wird von seinem Sohn begleitet. Hier entspringt ein Konflikt zwischen Vater und Sohn. Friedrich Gauß kämpft damit, dass sein Sohn nicht das geistige Niveau seiner selbst erreicht. Dies gibt er auch öfters seinen Sohn verständlich zu verstehen.

Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung für einen verregneten Tag.

Ein Hinweis sollte aber noch erwähnt werden. Das Buch entfaltet nur für jene die volle Kraft, die einen Überblick über die zum damaligen Zeitpunkt gültigen Thesen und bekannten Persönlichkeiten wissen haben.


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Am kürzeren Ende der Sonnenallee - Thomas BrussigAm kürzeren Ende der Sonnenallee
Thomas Brussig

Taschenbuch, Juni 2001
     Verkaufsrang: 5303      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Micha liebt Miriam. Nur ist er da leider nicht der Einzige. Denn Miriam ist "das Ereignis" schlechthin, was sich vor allem daran zeigt, daß auf der Straße "ein ganz anderer Rhythmus" einsetzt, wenn sie das Haus verläßt: Ehrfürchtig stoppen die Autofahrer, Bauarbeitern fallen die Preßlufthammer aus der Hand, und die Grenzsoldaten auf dem Wachtturm im Todesstreifen reißen ihre Ferngläser herum. Thomas Brussigs von Erinnerungen an die früheste Jugend inspiriertes Werk spielt nämlich Am kürzeren Ende der Sonnenallee; und damit sind jene sechzig Meter der kilometerlangen Straße gemeint, die zu Mauer-Zeiten in der DDR-Hauptstadt lagen. Michas Eroberung der "Schulschönsten" vollzieht sich daher unter der demütigenden Beobachtung durch westdeutsche Abiturklassen, die von ihrem Aussichtsturm am längeren Straßenende aus auf den Osten herunterspotten.

Dort ziehen neben Miriam, Micha und dessen Clique eine subversive Existentialistin, dubiose Schallplattenhändler, ein angstbesetzter Westonkel und lästige Staatsdiener ihre Kreise; dort wird man zu linientreuen Diskussionsbeiträgen verdonnert, hört verbotene Songs und bewerkstelligt mit Asthma-Medikamenten astreine Drogen-Exzesse. Mit anderen -- nämlich Michas -- Worten: "Es war von vorn bis hinten zum Kotzen, aber wir haben uns prächtig amüsiert".

Und prächtiges Amüsement stellte sich auch auf seiten der Rezensentin ein: Wie schon in seinem Erfolgsroman Helden wie wir erweist sich Thomas Brussig als begnadeter Komiker; treibt er Personal und Ereignisse in eine schrille Groteske. Bei alledem aber klingt der Ton in den Geschichten vom kürzeren Ende der Sonnenallee leiser: Brussigs Ost-Topographie kommt -- zehn Jahre nach dem Mauerfall -- trotz aller Schrägheit, nicht unzärtlich daher.

Übrigens will der Autor sein Werk keinesfalls als "Buch zum Film" verstanden wissen. Zwar basiert es auf dem preisgekrönten Sonnenallee-Drehbuch, das er gemeinsam mit dem Regisseur Leander Haußmann verfaßte. Aber die cineastische Mauerkomödie erlebte an Brussigs Schreibtisch noch einmal die eine oder andere Akzentverschiebung und wurde um etliche Episoden reicher. --Christine Wahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 77 Bewertungen)

Am kürzeren Ende der Sonnenallee: una vera commedia sociale      5 von 5 Punkten
Der Roman ist die Geschichte über eine erwünschte Freiheit und über die Liebe, die ein Zustand notwendig für das Leben ist. In der Jugend können die Leute zutiefst leben: es ist nicht wichtig, wie viele Probleme wir als junge Leute haben, sondern es ist wichtig, wir sind alle verliebt in das Leben und wir denken an die Vergangenheit mit Sehnsucht wieder.


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Wir fliegen - Peter StammWir fliegen
Peter Stamm

Gebundene Ausgabe, April 2008
     Verkaufsrang: 11135      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.
Es sind diese Momente, in denen sich etwas verändert im Leben, in denen etwas geschieht, man merkt es kaum. Momente, die der Zeit enthoben scheinen. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse, in die man vor langer Zeit geraten ist. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Mein erster Kontakt zu Peter Stamm      4 von 5 Punkten
Mit Erzählungen oder short stories stehe ich in der Regel auf Kriegsfuss. Hier war es anders. Alltägliche Begegnungen und Situationen werden fast beiläufig, oft lakonisch erzählt. Knapp skiziert, tauchen filmische Szenen vor dem inneren Auge des Lesers auf. Keine großen Effekte, keine großen Einsichten ... und doch will man die nächste Geschichte aufnehmen. Ein großes Vergnügen. Die vorletzte Geschichte "Kinder Gottes", auch die längste, ist leider nicht so gelungen. Hier wollte Stamm wohl zuviel.
Dennoch ein Lesevergnügen.

12 Erzählungen      4 von 5 Punkten
"Wir fliegen" ist bereits der dritte Band mit Erzählungen von Peter Stamm. Im Vergleich zu früher sind die Geschichten positiver gestimmt. Es geht nicht mehr um die total einsamen Charaktere, sondern um Personen, die mitten im Leben stehen und nun an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt sind. Das Leben ist in Bewegung und es stellt sich die Frage nach dem Sinn im eigenen Leben.
Durch die knappe und auf den Punkt gebrachte Erzählweise erzielt Stamm eine ganz eigene Wirkung, indem die Leser richtig gegehend in die Geschichten gezogen werden und sich vom Hier und Jetzt lösen. Allerdings erfordert Stamms subtiler Stil, dass die Leser absolut konzentriert lesen müssen. Peter Stamm ist kein Autor, den man mal so schnell nebenbei liest.


Rumo & Die Wunder im Dunkeln. Ein Roman in zwei Büchern - Rumo & Die Wunder im Dunkeln. Ein Roman in zwei Büchern

Broschiert, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 7111      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Im fünften Kapitel seiner 13 1/2 Leben nahm Käpt'n Blaubär als Navigator des vagabundierenden Rettungssauriers Mac an einer folgenschweren Aktion teil: Er befreite Dutzende kleiner, herzzerreißend jaulender Wolpertingerwelpen aus einem Haus, das nur Sekundenbruchteile später von einem Bolloghintern zerquetscht werden sollte. Sieben Leben später begegnete er einem dieser Welpen wieder, der inzwischen zu einem ausgewachsenen Raubtier im Dienste des Lügentycoons Volzotan Smeik herangewachsen war. Aus Dankbarkeit befreite der Wolpertinger Blaubär aus den Klauen seines Chefs. Sein Name war Rumo.

Zu Beginn des neuen Zamonien-Romans ist Rumo noch ein kleiner, schutzbedürftiger Welpe, der von Fhernhachenzwergen auf einem Bauernhof aufgezogen und verhätschelt wird. Diese Idylle hat jedoch bald ein Ende: Eine Horde bösartiger Teufelszyklopen überfällt das Anwesen und verschleppt alles, was sich bewegt. Und so verbringt Rumo seine intensivste Wachstumsphase in der Speisekammer auf den Teufelsfelsen, einer schwimmenden Insel. Dort halten die Zyklopen ihre lebendige Nahrung, und mit Gier und Begeisterung sehen sie zu, wie Rumo immer größer und appetitlicher wird.

Glücklicherweise findet der verängstigte Wolpertinger unter den Gefangenen bald einen Freund: Die Haifischmade Volzotan Smeik -- genau, der spätere Lügentycoon -- nimmt den Welpen unter seine Fittiche. Er erzählt ihm Geschichten und bringt ihm viel Wissenswertes über das Leben in Zamonien bei, bis Rumo zu seiner endgültigen Größe herangewachsen ist und die beiden Fluchtpläne schmieden können. Bald erleben die Teufelszyklopen ihr blaues Wunder!

So weit nur das erste der zahlreichen neuen Abenteuer aus der fantastischen Welt Zamoniens. Neben einer ganzen Reihe von Figuren aus den 13 1/2 Leben und Ensel und Krete hat Walter Moers viele neue ungewöhnliche Gestalten ersonnen. Auch Rumo ist eine eigenwillige und eigenständige Hauptfigur, die Moers zu gänzlich neuen Betrachtungen Anlass bietet. Ein Geschenk des Himmels für Zamonien-Fans also, ein dicker Schmöker voll schräger Ideen und abgefahrener Zeichnungen. Ergo: Computer abschalten und den Telefonstecker ziehen -- und den Nachbarn Bescheid sagen, dass lautes, lang anhaltendes Gelächter kein Anzeichen aufkeimenden Wahnsinns ist. Der neuen Moers ist eben erschienen. --Hannes Riffel

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 159 Bewertungen)

Auf nach Zamonien!      5 von 5 Punkten
Dies ist das bislang beste Buch von Walter Moers. Es entführt den Leser nach Zamonien und er darf den Abenteuern des Wolpertingers Rumo und seinen
Freunden teilhaben. Die Erlebnisse sind sehr spannend erzählt und die Welt von Zamonien ist sehr phantasievoll gestaltet.
Das Buch beschreibt das Erwachsenwerden des Rumo, die Entdeckung von Hoffnung und Liebe, aber auch von Enttäuschung, Sterblichkeit und Tod.
Es ist zwar an manchen Stellen etwas brutal, aber im wahren Leben ist eben auch nicht alles eitel Sonnenschein. Insofern ist die Stimmung in der Untenwelt
manchmal etwas düster, was aber der Lesefreude keinen Abbruch bereitet.
Alles in allem: Der Roman ist vielschichtig und kurzweilig und einfach nur zu empfehlen.


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Ich hab die Unschuld kotzen sehen - Und wir scheitern immer schöner - Dirk BernemannIch hab die Unschuld kotzen sehen - Und wir scheitern immer schöner
Dirk Bernemann

Broschiert, Februar 2007
     Verkaufsrang: 10235      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Man nehme Sex, garniere ihn mit ein paar deftigen Worten und krassen Ansichten und fertig ist der Ego-Trip. Denn etwas anderes ist dieses Hörbuch nicht. Ein Ego-Trip eines Autors, der die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben scheint und nun seine Erkenntnisse der breiten Zuhörerschaft präsentieren will. Bitte schön nihilistisch und depressiv, ohne Lichtblick und so angelegt, dass alle Klischees, Stereotypen und Vorurteile bedient werden.
In den einzelnen Geschichten schlüpft der Autor in verschiedene Rollen. Mal ist er Priester, mal eine Friseurin und dann wieder ein Neonazi. Dabei gibt er vor, deren Gedanken und Verhaltensmuster zu kennen. In Wahrheit aber gibt er nur die Klischees wider, die ohnehin allerorts zu finden sind. Der Pastor, der es mit seiner Zugehfrau treibt und der Neonazi, der dumm und brutal ist, damit er Kameradschaft findet. Dabei zeichnet er die Leute alle nach dem gleichen Bild. Sie sind desillusioniert und hassen, was sie sind und womit sie gerade konfrontiert werden. Wären die Menschen wirklich so, würde die Selbstmordrate rapide ansteigen.
Der Stil des Autors ist immer gleich. Vulgäre Ausdrücke, kurze Sätze, teils abgehackt. Auch das benutzte Vokabular ist überwiegend stark eingeschränkt. Vielleicht traut Bernemann den Zuhörern nicht zu, ihn sonst zu verstehen. Oder er traut sich nicht zu, auch auf andere Art zu überzeugen als durch plumpe Darstellungen. Nur manchmal blitzt durch, dass der Autor sehr wohl auch andere Worte als die Verwendeten kennt. Doch solche Momente sind selten. Ungleich dankbarer nimmt sie der bis dahin gequälte Zuhörer auf.
Dass Bernemann Deutsch und Englisch mischt, um mit Hilfe von Zitaten aus Songs seine Meinung, seine Aussagen zu unterstreichen, wirkt dabei ebenso seltsam wie eigentlich das gesamte Hörbuch.
Das wirklich störende sind jedoch nicht die verwendeten Worte. Harte Ausdrücke und Fäkalsprache können sehr wohl ansprechend und passend sein, wie zum Beispiel Bret Easton Ellis in American Psycho beweist. Doch dieses Buch hat auch eine Handlung. Es ist gerade durch seine übertriebene Gewaltdarstellung und den Sex satirisch im Kontext zu der beschriebenen, kalten und emotionslosen Zeit der 80er Jahre. Bernemann erreicht diese Klasse nicht. Seine Kurzgeschichten sind lediglich eine Ansammlung bizarrer Darstellungen, die mit der Zeit ermüdend wirken und den Reiz verlieren. Zudem nimmt man ihm den häufigen Rollenwechsel nicht ab. Er gibt vor, sich in der Gedanken- und Gefühlswelt vieler Protagonisten auszukennen, und dies wirkt umso anmaßender, je häufiger der Wechsel stattfindet. Von der Friseurin zum Priester und von ihm zum Neonazi. Das funktioniert nicht. Letztlich wirkt das Buch eben wie ein Ego-Trip. Bernemann verleiht seinem eigenen Nihilismus Ausdruck, in dem er ihn seinen Protagonisten in den Mund legt. Humorlos, abstumpfend, unglaubwürdig. Der Autor reißt nicht die Wunden unserer Tage auf, sondern er ergießt seine geschundene Seele auf den Zuhörer. Vielleicht ist es ja einfacher, solch ein Werk auf den Markt zu bringen, statt sich einer Therapie zu stellen. Billiger ist es auf jeden Fall.
Was den Sprecher angeht, so trifft er mit seinem Ton exakt den Tenor der Geschichten. Krauss ist damit das einzige Highlight dieses Hörbuchs.

Fazit: Ich hab die Unschuld kotzen sehen II könnte auch Ich hab den Rezensenten kotzen sehen heißen. Ein Hörbuch, das die Welt nicht braucht. Nur Fäkalsprache und Sex machen noch kein gutes Werk, bediente Klischees und Stereotypen sind nicht innovativ. Den Zynismus und Nihilismus haben andere Autoren bedeutend besser zu Papier gebracht. Höchstens postpubertierende Geradeso-Erwachsene werden an dem Werk Gefallen finden, da sie noch nicht viel kennen und leicht zu beeindrucken sind.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Und wir kotzen fröhlich mit!      5 von 5 Punkten
Dirk stochert mit einem salzüberzogenen, dicken Stamm, in der kleinen, aber tiefen Wunde der Gesellschaft wieder rum. Er reißt sie mit seiner vulgären aber direkten Art und Weise wieder ein Stück auf und zeigt uns die wahrsten Wahrheiten der Welt um uns herrum. Wie eklig, gemein und pervers sie sich selbst eigentlich befriedigt und das auch noch geil findet.

Ich mag seine Art und Weise, wie er schreibt, einfach anders und doch ist am Ende jedem klar und deutlich, worum es geht. Wer den I. Teil nicht gelesen hat, sollte es tun und anschließend auch dieses Buch sich ins Hirn brennen.

Die einen hassen Dirk - die anderen lieben ihn..


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Dies ist kein Liebeslied - Karen DuveDies ist kein Liebeslied
Karen Duve

Taschenbuch, Mai 2004
     Verkaufsrang: 3924      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Anne Strehlau, die Icherzählerin in Karen Duves Roman, weiß es genau: "Wenn du dir von einem Mann eine Kassette aufnehmen lässt, erfährst du mehr über ihn, als wenn du mit ihm schläfst." Heutzutage, der Rezensent beklagt dies aus tiefstem Herzen, sind liebevoll selbstgebastelte Tapes leider ein Auslaufmodell. In den Jahren, von denen Duve uns erzählt, war CD eine Seife und sonst nichts.

Sechs Kassetten von sechs Liebhabern hat Anne Strehlau im Gepäck, als sie nach London reist, um Peter Hemstedt, ihre unerwiderte Jugendliebe, ein letztes Mal zu treffen. Vor wohl 20 Jahren hatte Hemstedt sein Desinteresse musikalisch bekundet; auf dem Tape für Anne ließ er Ex-Pistols-Chef John Lydon "This Is Not A Lovesong“ nölen. Auch die restlichen fünf Bänder dokumentieren vor allem eins: missglückte Liebesversuche.

Wenn Duve hier Popmusik zum Erzählanlass einer Frauenbiografie macht, liegt sie einigermaßen im Trend: Sentimentalische Jugenderinnerungen aus den 70er- und 80er-Jahren boomen in Ost wie West, die Sache mit der Musik läuft ohnedies bestens: Verschwende deine Jugend, der Doku-Roman des Journalisten Jürgen Teipel über die frühen Tage von Punk und New Wave in Deutschland, avancierte zum Bestseller und wird eben verfilmt; die Düsseldorfer Kunsthalle zeigt unter dem Titel Zurück zum Beton eine Ausstellung zum Thema. Das alles ist mehr oder weniger männerdominierte Heldengeschichtsschreibung; Anne Strehlau weiß anderes zu berichten: "Kate Bush!", muss sie sich etwa von einem entsetzten Lover vorhalten lassen. "Du hörst Kate Bush?" Anne ahnt: "Wenn Diedrich Diederichsen mit mir schlief, würde ich in Hemstedts Augen an Wert gewinnen."

Bisweilen drastisch und mit ausgeprägtem Sinn für Situationskomik begleitet Karen Duve das Erwachsenwerden ihrer von Selbstzweifeln geplagten Heldin, würdigt sie aber nie zur bloßen Karikatur herab. Mit Anne erleben wir die Demütigungen des ersten Sportunterrichts, Diätterror und Schokoladenrausch, Liebeskummer, später erste Ausbruchsversuche als Tramperin und Taxifahrerin. Seine zweifellos stärksten Passagen hat das Buch in der Beschreibung von Annes Kindheit und Jugend im "späten Wirtschaftswunderhaus" der Familie in Hamburg-Barnstedt: Die grieseligen TV-Bilder der Mondlandung, das "Froschhospital", in dem die Kinder die von Nachbars Rasenmäher verstümmelten Tiere mit Tesaband heilen wollen, verrutschte Küsse von Jungs, aus deren Jeansweste der Plastikstiel einer Haarbürste ragt: "Wie Rotkreuzsanitäter die leichter Verwundeten von einem Schlachtfeld, führten uns die Jungen ins Partyzelt und legten uns auf den Matratzen ab."

Leider hält Duve dieses erzählerische Niveau nicht über alle 280 Seiten ihres Buchs durch; Annes spätere Erlebnisse in Therapiegruppen und Sado-Maso-Clubs bieten kaum mehr als mäßige Kolportage und bereichern den Roman nicht wirklich; auch Peter Hemstedt hätten wir am Ende lieber als jugendlichen Helden und Kassetten-Virtuosen in Erinnerung behalten. Dass dieser Ritter vom guten Geschmack nun Die Nebel von Avalon und das Große Sommer-Reise-Lesebuch im Regal stehen hat -- wirklich zu dumm. --Niklas Feldtkamp

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 40 Bewertungen)

Suchtpotential      5 von 5 Punkten
Dieser Roman hat Suchtpotential, er beginnt gar nicht leise mit grotesken Kindeheitserinnerungen an das Froschhospital im Garten und endet mit der Erkenntnis, dass ein verkorkstes Leben nicht ohne Grund verkorkst ist und auch bleibt. Karen Duve hat mit "Dies ist kein Liebeslied" ein grandioses Buch geschrieben, so ernsthaft und zugleich doch amüsant reisst es den Leser heraus aus seinem Alltag hinein in ein Leben voller Diäten, Neurosen und der Suche nach dem ganz persönlichen Glück. Die Hauptprotagonistin gewährt Einblick in ein Leben voller "Ups an Downs", ohne dass Langeweile oder Wiederholungen den Leser ermüden.
Und wenn sie es gelesen haben, können sie wie ich die Erscheinung von "Taxi" im Mai 2008 kaum erwarten.


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Ich und Kaminski - Daniel KehlmannIch und Kaminski
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 4833      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Daniel Kehlmann schrieb einmal: „Aus irgendeinem Grund hören viele Menschen einen Text lieber, als ihn selbst zu lesen, und sie hören ihn lieber dargeboten von einem stotternden und hustenden Vorlese-Dilettanten, der sein Verfasser ist, als von einem Profi“. Und dann machte er sich daran, selbst als Vorleser seines Romans Ich und Kaminski auf drei CDs zu dilettieren und so seine eigene Aussage zu bestätigen. Gehustet und gestottert wird zwar nicht, aber Kehlmanns Vortrag ist doch dazu angetan, sich ein allgemeines Verbot von Autorenlesungen zu wünschen. Umso mehr, wenn man vergleicht, wie genial und berauschend, Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt vom Schauspieler Ulrich Matthes interpretiert wurde.

Der Schuss geht leider gleich doppelt nach hinten los. Durch den eher unangenehmen und laienhaften Vortragsstil des Autors treten die literarischen Schwächen des Romans noch deutlicher hervor. Und eigentlich muss man sich wundern, dass Kehlmann sich mit seinem nächsten Roman, dem gefeierter Bestseller Die Vermessung der Welt, so steigern konnte. Auf dem Cover wird der Autor zitiert: „Mit Ich und Kaminski habe ich mir die Komik als Stilmittel erarbeitet“. Wenn das stimmen sollte, dann merkt man es dem Roman leider nicht an. Am schlimmsten aber ist, dass der Autor seinen Text mit einem Tonfall liest, als wäre er schreiend komisch. Also Finger und Ohren weg. Wer ein Hörbuch von Daniel Kehlmann haben möchte, sollte unbedingt zu Die Vermessung der Welt greifen. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 215 Minuten, 3 CDs, Autorenlesung

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)

Mein Favorit      5 von 5 Punkten
Habe alle Kehlmanns gelesen und bin von fast allen begeistert, aber dieser hat mich sicher am lautesten zum Lachen gebracht. Feinste Ironie trifft auf Slapstick.


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Faserland - Christian KrachtFaserland
Christian Kracht

Taschenbuch, Juni 2002
     Verkaufsrang: 3589      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Vielleicht sollte sich über Faserland nur jemand äußern, der weiß, was eine "Barbourjacke" ist. So oft wie dieses Kleidungsstück erwähnt wird, muss es jedenfalls etwas ungeheuer Tolles und Symbolträchtiges sein für junge, schicke Menschen mit dem nötigen Kleingeld, die an Sylter Stränden Champagner trinken oder mit Porsches Seevillen am Bodensee ansteuern.

Krachts Icherzähler lässt sich mittreiben, nimmt teil am müßigen Luxusleben, steigt in den besten Hotels ab, Hamburg, Frankfurt, Zürich, stilvolle Partys, viel Alkohol, noch mehr Zigaretten, und bleibt doch bei all dem seltsam unbeteiligt. Nur hin und wieder kann er sich für Momente zu ein klein wenig Hass oder Mitleid aufraffen. So etwas wie Begeisterung glimmt einzig in ihm auf, wenn er von Isabella Rossellini träumt, mit der er Kinder haben und auf einer Schweizer Alm leben möchte, weit weg von Deutschland, dieser großen Maschine im Norden, "die sich selber baut".

Karg ist dieses Faserland, sein Reiz steckt eher zwischen den Zeilen, vielfältige Deutungen sind möglich; vielfältig waren auch die Reaktionen auf das Buch, reichten von Begeisterung bis Abscheu. Nun können sich die Kritiker davon überzeugen, dass Christian Kracht ein ausgezeichneter Interpret seines Textes ist (was man wirklich nicht von vielen Autoren behaupten mag): ruhig und von sanfter Melancholie ist diese Stimme, der man gerne noch etwas länger -- die Lesefassung ist etwas gekürzt -- gelauscht hätte und die viele Fragen zurücklässt. Zum Beispiel, wie wohl Isabella Rossellini in einer Barbourjacke aussehen mag... --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 158 Bewertungen)

Irgendwie traurig stimmend...      5 von 5 Punkten
Faserland von Christian Kracht habe ich an einem Tag durchgelesen.
Am Anfang hat mich das Buch nicht sonderlich überzeugt; ein gesichtsloser und unpersönlich wirkender Ich-Erzähler pendelt von Ort zu Ort durch Deutschland ohne das man eine Ahnung hat warum.
Er trifft an jedem dieser Orte scheinbar zufällig Freunde oder Bekannte, betrinkt sich mit ihnen dass man um sein Leben bangt und zwischendurch erinnert er sich aus heiterem Himmel an Episoden aus seiner Kindheit.
Die ganze Zeit fehlten mir, obwohl das Buch fesselnd geschrieben war, die Hinweise darauf, worauf das Ganze hinaus läuft, aber vielleicht ist das gerade das Gute daran.
Man weiß nicht sicher was passiert, wer da spricht und was er uns sagen will, aber dennoch spürt man mit jeder Seite mehr und mehr die unbestimmte Einsamkeit und Isolation, das Fehlen eines Ziels des Ich-Erzählers und sympathisiert auf eine Weise mit ihm.
Nach dem Lesen war ich immer noch ein bisschen unsicher, worauf Kracht eigentlich hinauswollte, aber das Gefühl was ich beim lesen hatte, hat sich danach noch verstärkt und mich lange nicht losgelassen.
Das Buch ist ein geschickt geschriebener, den Leser einwickelnder Ausschnitt aus dem Leben eines einsamen Menschen, der eigentlich nicht einsam sein sollte. Es wirkt langsam aber stark und man kann es nicht weglegen. Und nicht zuletzt ist die Gesellschaft in der der Ich-Erzähler sich bewegt und die er beobachtet unsere. Deshalb hat das Buch 5 Sterne verdient.


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Das Blütenstaubzimmer - Zoe JennyDas Blütenstaubzimmer
Zoe Jenny

Taschenbuch, 2. Oktober 2007
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Zoë Jenny war mit ihrem Debutroman das Medienereignis der Frankfurter Buchmesse im Herbst 1997. Jung, schön, klug und von großer Präsenz, kam kaum ein Feuilletonjournalist an ihr vorbei. Aber nicht nur die Autorin beeindruckte, auch ihr Roman Das Blütenstaubzimmer überzeugt durch große poetische Kraft und eindringliche Bilder der inneren und äußeren Landschaft, die sich beide analog entwickeln und gestalten.

Anders als Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (1999), das von der zynischen Weltsicht des Protagonisten und dessen kalter Ablehnung der verlogenen Gesellschaftsrituale lebt, ist Jennys Blütenstaubzimmer eine fein ziselierte Studie eines langsamen, desillusionierenden Abschieds einer jungen Frau vom kindlichen Wunsch nach Aufgehobensein und Anerkanntsein in der Familie.

Während der Vater, bei dem die 18jährige Jo aufgewachsen ist, bei all seiner Hilflosigkeit doch immer wieder versucht, der Tochter emotionale Zuwendung zu vermitteln, ist die Mutter Lucy, die von Jo nach zwölf Jahren das erste Mal besucht wird, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse der Tochter zu kümmern. Zudem stirbt kurze Zeit nach Jos Ankunft Lucys zweiter Ehemann (Unfall? Selbstmord?), was zu einer tiefen seelischen Krise der Mutter führt, während derer sie sich in dem titelgebenden Blütenstaubzimmer einschließt.

Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu Interaktion beherrschen das Verhalten der Protagonisten. Statt zu reden, flüchten sie sich in symbolische Akte. So der Vater, der Jo auf schweigsame nächtliche Spritztouren in seinem Buick mitnimmt, bei denen nichts weiter passiert als daß die beiden Gauloise-rauchend nebeneinander im Wagen sitzen. So die Mutter, die sich erst total zurückzieht und verschließt, nach dieser Phase dann ihrem Hedonismus frönt. Jo selbst versucht schon als kleines Mädchen, der verständnislosen Erwachsenenwelt ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ebenfalls natürlich nur in symbolischer Form. Aber ihre Anstrengungen scheitern, Enttäuschungen, das Desinteresse der Umwelt, führen schließlich zu Jos Desillusionierung.

Jenny kleidet diese Geschichte des Erwachsenwerdens in eindringliche, doch niemals aufdringliche Bilder, die beim Leser noch lange nachwirken. --Kathrin Rüstig

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 46 Bewertungen)

eher als Kunstwerk      3 von 5 Punkten
Der Roman "Das Blütenstaubzimmer" von Zoe Jenny handelt von der jungen Frau Jo, deren Eltern geschieden sind und die abwechselnd bei ihrer Mutter Lucy und ihrem Vater wohnt. Jo wird von den Eltern stark vernachlässigt, da diese zu sehr mit sich selbst und ihren Problemen beschäftigt sind. Jo lernt, mit ihrer Reise mit ihrer unfreiwiligen Freiheit umzugehen und trift auf ihrer Reise zum Erwachsensein auf kuriose Gestalten.
Das Buch ist für mich kein typischer Roman. Es gibt zwar eine Handlung, doch diese wird in den Hintergrung gerückt und etwas anderes wird in den Vordergrund gestellt: die Umwelt, die Jo mit allen fünf Sinnen wahrnimmt und die Eindrücke, die sie auf ihrer Reise sammelt. Ich kann nicht pauschal sagen, ob mir das Buch gut oder schlecht gefallen hat, aber ungewöhnlich ist es schon. Das Buch kann wohl eher als surrealistisches Kunstwerk verstanden werden, nicht als Drama. Doch ich habe auch etwas zu bemängeln: die vielen Zeitsprünge, die eher irritierend als poetisch sind und die nur kurze Erwähnung des Blütenstaubzimmers. Da die Bedeutung des rätselhaften Titels direkt auf den ersten Seiten gelöst wird, nimmt die Spannung rapide ab und der Rest plätschert so vor sich hin. Und da das Blütenstaubzimmer der Titel des Romans ist, habe ich erwartet, dass ausführlicher darauf eingegangen wird.


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