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| Junge Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der gelbe Bleistift Christian Kracht Taschenbuch, April 2002 Verkaufsrang: 39624 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die deutsche Welt am Sonntag. Erst schläft noch alles, dann wird Klassik aufgelegt und es gibt Brötchen mit Ei. Dazu Zeitung: die Welt am Sonntag. Was steht da? Christian Kracht aus Tokio. Die Rubrik im Reise-Teil der Zeitung heißt "Der gelbe Bleistift". Über den Autoren muss man wissen: Kracht lebt seit einigen Jahren in Bangkok und hat vor zwei Jahren mit Eckhart Nickel Ferien für immer geschrieben, das ihn als Traveller der feinen Unterschiede ausgewiesen hat. Nun also erscheint ein Solo-Buch mit Reiseberichten. 20 Stücke sind es ingesamt, gesammelte Erlebnisse aus den Jahren 1992-99. Es sind sehr viel weniger Reiseberichte als atmosphärische Schilderungen, viel weniger Berichte über das Fremde im Ausland als über das Erstaunen, das Vertraute im Ausland anzutreffen: Marken, Menschen, Mentalitäten. Hier geht es um das, was westliche Ausländer in Asien suchen: Business, Drogen, Mädchen, Natur und Exotik. Kracht ist einer, der das Gebot des Subjektiven als Reporter gerne und großzügig befolgt. Ein Moralist ist er, aber die mahnende Pose bleibt immer hinter der Kunstfertigkeit zurück. Und das ist gut so. Dafür, muss man annehmen, liebt er die Freiheit zu sehr, auch die Freiheit, keinen Standpunkt einnehmen zu müssen. Wenn er den "Anarchie-Supermarkt" Goa auseinander nimmt, dann ist das keine Schelte der Sehnsucht nach Anarchie, sondern des Ausverkaufs dieser Sehnsucht. Kracht, der gescheitelte Anarchist: Wenn es mir hier nicht gefällt, dann haue ich wieder ab. Wenn meine Geschichte gerade spannend wird, dann breche ich sie hier einfach ab. Eine extrem elitäre Position, die Kracht in diesem feinen, leisen, bisweilen vergnüglich skurrilen Buch einnimmt -- aber auch eine extrem zeitgemäße. --Nikolaus Stemmer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 43 Bewertungen)
zeitlos interessant 5 von 5 Punkten Bangkok ist die schönste Stadt der Welt. Irgendwie habe ich es immer geahnt, auch ohne in Kyoto gewesen zu sein.
Die Reportagen von Christian Kracht sind zeitlos. Er schreibt schließlich keinen Reiseführer, sondern über Menschen und Begegnungen. Das macht die Geschichten auch für Menschen interessant, die nicht unbedingt ausgesprochene Asien-Fans sind. Er hat intelligentes zu erzählen und das macht er gut. So liest man sich von Ort zu Ort und denkt sich: richtig beobachtet.
Das Vorwort sollte man weglassen. Es ist wesentlich schlechter als die eigentlichen Geschichten des Autors. Und auch die letzte Geschichte fällt irgenwie aus dem Rahmen. Der Rest ist einfach großartig. Und weil ich das Buch erst jetzt entdeckt habe, es aber unbedingt weiterempfehlen möchte, schreibe ich also auch noch die 43. Rezension und das 6 Jahre nach dem Erscheinen des Buchs.
Hang loose, Hong Kong Long Dong!
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Kampfabsage: Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen Ilija Trojanow Gebundene Ausgabe, 24. September 2007 Verkaufsrang: 19060 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der angebliche Kampf der Kulturen, davon sind Ilija Trojanow und Ranjit Hoskotè überzeugt, ist lediglich eine Schimäre. Zwar werden die Autoren kaum leugnen, dass sich Menschen im Namen der Kultur gegenseitig bekämpfen. Ihr Kampf aber ist kein Ausdruck von Kultur, sondern gerade im Gegenteil das Ergebnis von Unwissen über das Werden und das Wesen der eigenen Kultur. Gegen dieses Unwissen ist dieses lesenswerte Buch geschrieben, das die vielfältigen Verknüpfungen zwischen den Kulturen und ihre gegenseitige Befruchtung anhand zahlreicher historischer Beispiele belegt. Die im Untertitel auf den Punkt gebrachte Grundthese des Buches, der zufolge sich Kulturen nicht bekämpfen, sondern zusammenfließen, folgt einem schönen Bild, das wir hier ausführlich zitieren, weil es all das beinhaltet, was die Autoren uns anschließend ausgesprochen plastisch anhand unserer (Kultur-)Geschichte vor Augen führen: ?Je größer ein Fluß, desto irreführender sein Name. Unser geographisches Grundverständnis schreibt vor, daß die Quelle, die von der Mündung am weitesten entfernt ist, als Ursprung des Flußes zu gelten hat. Der gesamte Flußlauf trägt lediglich einen einzigen Namen. Aber kein Strom kann zu majestätischer Größe wachsen und den Ozean erreichen, ohne von Neben- und Zuflüssen gespeist zu werden: Rinnsale, Bäche, Kanäle vereinigen sich im Quellfluß, führen ihm mehr Wasser, Mineralien, Schlamm und Getier zu, als er ursprünglich hatte. Wenn der große Strom das Meer schließlich erreicht, hat er mit dem ursprünglichen Quellwasser nicht mehr gemeinsam als eine vage Erinnerung. Vermischung und Zusammenfluß haben seinen Charakter definiert, aber sein Name tut immer noch so, als hätte es diese Vermischung nie gegeben, er verschweigt seine wahre Herkunft. Um das Wesen des Flußes wirklich zu verstehen, müßte man jedoch vor allem die Stellen untersuchen, an denen Wasser zusammenfließen, müßte herausfinden, was sich ergänzt, verdrängt, erneuert.? Und genau dies ist dies wollen Trojanow und Hoskopé mit ihrem Buch erreichen: dass wir die gegenseitigen Einflüsse und damit auch das Gemeinsame der Kulturen zu sehen, beziehungsweise danach überhaupt erst zu fragen lernen. Ob daraus tatsächlich eine Kampfabsage des Huntington?schen Kulturkampfes folgt, ist freilich eine andere Frage. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Augenöffnend 5 von 5 Punkten Kulturen sollten voneinander lernen, und daß sie dies tatsächlich tun, daß seit Urzeiten neben der kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Fremden auch ein fruchtbarer Austausch von Ideen und Erfindungen zwischen den unterschiedlichen Lebenswelten stattfindet, zeigen uns die Autoren mit viel Kenntnis und oftmals überraschenden Beispielen. Beispiele, die zeigen, wie nahtlos sich das einstmals Fremde ins eigene, ins westliche Kulturgut fügt, so daß der Gedanke, es könne sich um eine Errungenschaft handeln, die nicht durch eigene Kraft hervorgebracht wurde, absurd anmutet.
Kultur speist sich also aus vielen Quellen, und nur durch Verarbeitung, Adaptierung oder Ablehnung externer Einflüsse ist eine Weiterentwicklung der jeweiligen Kultur möglich. Der Austausch mit dem Fremden, dem Anderen ist ergo für den Fortbestand notwendig - ein beruhigender Gedanke in Zeiten wie diesen, in denen der Abgrenzung das Wort geredet wird.
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Wir schlafen nicht Kathrin Röggla Broschiert, Februar 2006 Verkaufsrang: 23390 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie werden in der Literatur oft als plakative Feindbilder abgehandelt, jene Manager und Unternehmensberater, die schon mal im Dienste der Gewinnmaximierung tausende Arbeitsplätze wegrationalisieren, so etwa in Rolf Hochhuths viel diskutiertem Stück McKinsey kommt. Kathrin Röggla richtet nun ihre Aufmerksamkeit auf die Menschen selbst und ihre Befindlichkeiten in einer Arbeitswelt, in der Leistung als Fetisch schlechthin gilt. Ergebnis ihrer literarischen Feldforschung, in deren Verlauf die Autorin "consultants, coaches, key account managerinnen, programmierer, praktikanten usw." interviewte, ist ein fast ausschließlich aus indirekter Rede bestehender Text, der aus ironischer Distanz die Lebenshaltung von Arbeitsjunkies durchmisst. Ort des Geschehens, oder vielmehr Geredes, ist eine Messe, und der hier besonders spürbare Stress -- "all das short-sleeping, quick-eating und diese ganzen nummern" -- spiegelt sich in den überdrehten Berichten der Protagonisten. Getrieben scheinen sie alle zu sein: ob nun "die praktikantin", die Schwierigkeiten des Berufseinstiegs beklagt, oder "der partner" gebetsmühlenartig von "harter bwl" und der Notwendigkeit von Entlassungen schwadroniert. Und wenn der "senior associate" über den mit Anglizismen angereicherten Berufsjargon reflektiert und meint, "auch er finde es ganz schön absurd, das ganze wording" kommt die latente Komik zum Vorschein, die dem auf bloßes Funktionieren reduzierten Welt- und Selbstbild innewohnt. Die Belustigung kippt freilich schnell in leises Grauen, wenn etwa die "key account managerin" die Totenstille ihres Handys als Bild der eigenen Unlebendigkeit begreift. Kathrin Röggla hat schon in ihrem Berlin-Roman Irres Wetter ein genaues Gehör für Idiome und ihnen zu Grunde liegende Mentalitäten bewiesen, und die Gabe, sie in hochbrisante Literatur zu transformieren. Auch wir schlafen nicht überzeugt vor allem durch die formale Virtuosität, mit der aus den phrasenhaften sprachlichen Leerläufen der Karrieristen ein vor innerer Spannung und Überspanntheit vibrierendes Textgebäude komponiert wird: eine subtile Gruselgeschichte, von Gespenstern in Business-Kluft über sich selbst erzählt. --Mathis Zojer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
... 5 von 5 Punkten Dieser Veröffentlichung liegen Gespräche mit Consultants, Coaches, Keyaccount-ManagerInnen, Programmierer und anderer Berufsgruppen zugrunde. Unternehmensberater, Online-Redakteure oder Keyaccount-ManagerInnen - sie schlafen nicht! Denn denselben geht es um Organisation, um Content, um Kommunikation und vor allem um die eigene Identität. Wo sie standen, wurden sie von der Autorin befragt bzw. in ein Gespräch „verwickelt", damit sie so reden: Reden über ihr Leben mit der Droge Arbeit, über Hierarchien, über Erfolg und Privatleben. „Sie hat diese Gespräche zu einem fiktiven Kosmos verwoben, der zugleich fremd und erschreckend vertraut erscheint." Der Interview-Blick liest sich bestechend scharf und portraitiert Menschen, von denen gesagt wird, sie gestalteten die Gegenwart. Erfrischend aufrichtig, zum Teil wahlverwandt und in allem so treffgenau nachgezeichnet, dass das Gemeinte sofort erkennbar wird. Zahlreicher Stoff zum Nachdenken wird nachgereicht, zum Überprüfen seiner Selbstverwirklichung, Absichten und Stärken und als Wünschelrute zur Ermittlung des eigenen Ichs.Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: - aufmerksamkeit - positionierung - life-Style - privatleben - aussprechen dürfen (der Partner) - politikbesuch (der Partner) - ausreden (die online-Redakteurin) - das gerät (der partner und der senior-associate) - auszeit nehmen - schock-exit-szenarium - streik - wiederbelebung Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge
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Dies ist kein Liebeslied Karen Duve Gebundene Ausgabe, September 2002 Verkaufsrang: 88075 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar! Anne Strehlau, die Icherzählerin in Karen Duves Roman, weiß es genau: "Wenn du dir von einem Mann eine Kassette aufnehmen lässt, erfährst du mehr über ihn, als wenn du mit ihm schläfst." Heutzutage, der Rezensent beklagt dies aus tiefstem Herzen, sind liebevoll selbstgebastelte Tapes leider ein Auslaufmodell. In den Jahren, von denen Duve uns erzählt, war CD eine Seife und sonst nichts. Sechs Kassetten von sechs Liebhabern hat Anne Strehlau im Gepäck, als sie nach London reist, um Peter Hemstedt, ihre unerwiderte Jugendliebe, ein letztes Mal zu treffen. Vor wohl 20 Jahren hatte Hemstedt sein Desinteresse musikalisch bekundet; auf dem Tape für Anne ließ er Ex-Pistols-Chef John Lydon "This Is Not A Lovesong nölen. Auch die restlichen fünf Bänder dokumentieren vor allem eins: missglückte Liebesversuche. Wenn Duve hier Popmusik zum Erzählanlass einer Frauenbiografie macht, liegt sie einigermaßen im Trend: Sentimentalische Jugenderinnerungen aus den 70er- und 80er-Jahren boomen in Ost wie West, die Sache mit der Musik läuft ohnedies bestens: Verschwende deine Jugend, der Doku-Roman des Journalisten Jürgen Teipel über die frühen Tage von Punk und New Wave in Deutschland, avancierte zum Bestseller und wird eben verfilmt; die Düsseldorfer Kunsthalle zeigt unter dem Titel Zurück zum Beton eine Ausstellung zum Thema. Das alles ist mehr oder weniger männerdominierte Heldengeschichtsschreibung; Anne Strehlau weiß anderes zu berichten: "Kate Bush!", muss sie sich etwa von einem entsetzten Lover vorhalten lassen. "Du hörst Kate Bush?" Anne ahnt: "Wenn Diedrich Diederichsen mit mir schlief, würde ich in Hemstedts Augen an Wert gewinnen." Bisweilen drastisch und mit ausgeprägtem Sinn für Situationskomik begleitet Karen Duve das Erwachsenwerden ihrer von Selbstzweifeln geplagten Heldin, würdigt sie aber nie zur bloßen Karikatur herab. Mit Anne erleben wir die Demütigungen des ersten Sportunterrichts, Diätterror und Schokoladenrausch, Liebeskummer, später erste Ausbruchsversuche als Tramperin und Taxifahrerin. Seine zweifellos stärksten Passagen hat das Buch in der Beschreibung von Annes Kindheit und Jugend im "späten Wirtschaftswunderhaus" der Familie in Hamburg-Barnstedt: Die grieseligen TV-Bilder der Mondlandung, das "Froschhospital", in dem die Kinder die von Nachbars Rasenmäher verstümmelten Tiere mit Tesaband heilen wollen, verrutschte Küsse von Jungs, aus deren Jeansweste der Plastikstiel einer Haarbürste ragt: "Wie Rotkreuzsanitäter die leichter Verwundeten von einem Schlachtfeld, führten uns die Jungen ins Partyzelt und legten uns auf den Matratzen ab." Leider hält Duve dieses erzählerische Niveau nicht über alle 280 Seiten ihres Buchs durch; Annes spätere Erlebnisse in Therapiegruppen und Sado-Maso-Clubs bieten kaum mehr als mäßige Kolportage und bereichern den Roman nicht wirklich; auch Peter Hemstedt hätten wir am Ende lieber als jugendlichen Helden und Kassetten-Virtuosen in Erinnerung behalten. Dass dieser Ritter vom guten Geschmack nun Die Nebel von Avalon und das Große Sommer-Reise-Lesebuch im Regal stehen hat -- wirklich zu dumm. --Niklas Feldtkamp
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 40 Bewertungen)
Suchtpotential 5 von 5 Punkten Dieser Roman hat Suchtpotential, er beginnt gar nicht leise mit grotesken Kindeheitserinnerungen an das Froschhospital im Garten und endet mit der Erkenntnis, dass ein verkorkstes Leben nicht ohne Grund verkorkst ist und auch bleibt. Karen Duve hat mit "Dies ist kein Liebeslied" ein grandioses Buch geschrieben, so ernsthaft und zugleich doch amüsant reisst es den Leser heraus aus seinem Alltag hinein in ein Leben voller Diäten, Neurosen und der Suche nach dem ganz persönlichen Glück. Die Hauptprotagonistin gewährt Einblick in ein Leben voller "Ups an Downs", ohne dass Langeweile oder Wiederholungen den Leser ermüden.
Und wenn sie es gelesen haben, können sie wie ich die Erscheinung von "Taxi" im Mai 2008 kaum erwarten.
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Die Vermessung der Welt Daniel Kehlmann Gebundene Ausgabe, 29. Januar 2008 Verkaufsrang: 122172 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher. Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen. Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 281 Bewertungen)
Gutes Buch mit historischem Hintergrund 5 von 5 Punkten Die Vermessung der Welt
Ich hatte das Buch auf einer Bestellerliste gesehen, und habe es mir darauf hin gekauft.
Das Buch handelt von den beiden Personen Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Der eine ein Mathematiker und Gegner von großen Reisen, der andere ein Mensch, der in seiner Kindheit im Schatten seines Bruders stand und dadurch die Weite der Welt sucht.
Die Geschichte beginnt damit, dass Alexander von Humboldt Hr. Friedrich Gauß zu einem intellektuellen Treffen einlädt. Und genau hier beginnen die Rückblenden der beiden Protagonisten.
Die Reisen von Alexander von Humboldt sind sehr witzig und angenehm zu lesen. Auch der inhärente, aber unausgesprochene Konflikt mit seinem Kompagnon Bonpland wird im Buch sehr bildlich und stellenweise auch witzig wiedergegeben.
Hr. Gauß wird von seinem Sohn begleitet. Hier entspringt ein Konflikt zwischen Vater und Sohn. Friedrich Gauß kämpft damit, dass sein Sohn nicht das geistige Niveau seiner selbst erreicht. Dies gibt er auch öfters seinen Sohn verständlich zu verstehen.
Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung für einen verregneten Tag.
Ein Hinweis sollte aber noch erwähnt werden. Das Buch entfaltet nur für jene die volle Kraft, die einen Überblick über die zum damaligen Zeitpunkt gültigen Thesen und bekannten Persönlichkeiten wissen haben.
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Könige über dem Ozean Helmut Krausser Taschenbuch, Juli 1994 Verkaufsrang: 85311 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein guter Nachfolger 5 von 5 Punkten Der 2. Teil der Hagen Trinker Trilogie ist mit Sicherheit anders, als sein Vorgänger (Fette Welt), mir hat er aber genauso gut gefallen. Das Buch ist leider etwas kurz und teilweise noch vulgärer als sein Vorgänger, aber das passt auch zu der Entwicklung der Hauptperson Hagen. Wem Fette Welt gefallen hat, der sollte auch unbedingt Könige über dem Ozean lesen! |
Hotel Angst John von Düffel Broschiert, Juni 2007 Verkaufsrang: 90130 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Fahrt Richtung Vergangenheit, nach Bordighera an der der italienischen Riviera, dahin, wo der Erzähler in Gedanken schon so oft gewesen ist, ins »Hotel Angst« benannt nach seinem Besitzer Adolf Angst, ein Luxushotel der Jahrhundertwende, eine Titanic unter den mondänen Prachthotels dieser Welt. Hotel Angst erzählt die Geschichte eines magischen Ortes, bewohnt von seiner Vergangenheit und von der Erinnerung an den Vater, der davon träumt, das Hotel Angst wieder zu eröffnen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Hotel Damals 5 von 5 Punkten Eine hübsche kleine Erzählung über Träume, die sich verwirklichen lassen, und solche, die man nur träumt (aber das mit einer Perfektion, die eine Realisierung vielleicht sowieso unmöglich machen würde). Interessant ist auch der "Du-Erzähler", der den eigentlichen Erzähler in eine merkwürdig enge Distanz rückt - klingt schräg, aber so fühlt sich das auch an.
Der Erzähler jedenfalls begibt sich nach Bordighera, einem Ferienort an der italienischen Riviera, wo er mit seinen Eltern und seinem Bruder so manchen Sommer verbrachte. In diesen Sommern lebte sein Vater, eigentlich ein nüchterner Statiker, immer auf, denn er träumte davon, das Hotel Angst wiederzueröffnen. Dieses Hotel, benannt nach seinem einstigen Besitzer Adolf Angst, war ein prächtiges Luxusetablissement, bei dem sich die Haute Volée seinerzeit die Klinke in die Hand gab. Vielleicht kommt einem dieses sagenhafte Hotel beim Lesen selbst wie ein Sehnsuchtsort vor (weswegen man den Vater gut verstehen kann), weil es eine Mischung aller Nobelhotels zu sein scheint, von denen man je gehört hat, in denen man gern mal zu Gast gewesen wäre und deren Hoch-Zeit leider schon fast ein Jahrhundert zurückliegt.
Das kleine Buch erzählt sowohl die Geschichte des Hotels als auch die des Erzählers und vor allem die seines Vaters, den der Erzähler erst posthum näher kennen lernt.
Der Titel lässt an einen Horrorroman denken - denkste! 4 von 5 Punkten Der kurze Roman "Hotel Angst" beschreibt die Suche eines Mannes nach der Identität seines Vaters.
Als Kind hat der Du-Erzähler einige Sommer in Ligurien im Urlaub verbracht. Der Vater, so erinnert er sich, war dann ein ganz anderer Mensch, nicht der graue Statiker, der seine Träume vom Architektenberuf für die Familie begraben hat. In den Ferien versuchte er an seinem Traum zu arbeiten, einer Wiedereröffnung des Jahrhundertwendehotels "Angst".
Nach dem Tod des Vaters reist der Sohn erneut an das alte Urlaubsziel, während der Bruder daheim die Haushaltsauflösung regelt. Er erkennt, dass er von seinem Vater nie alle Seiten gekannt hat. Er ist verblüfft, als ein Freund seines Vaters ihm einen Umschlag reicht, der die Vorarbeiten zu einem Roman über das Hotel "Angst" enthält, das den Vater lange Jahre beschäftigte. Sein Vater war kein Literat, aber doch ein Mensch, der in einer eigenen Welt lebte, der vergangenen, als der Tourismus in Italien begann und Engländer Ligurien als Fluchtort vor den Wintern auf der Insel entdeckten, die Ruhe suchten und sie damit zerstörten.
Den Roman durchzieht das Gefühl der Melancholie und das Bekenntnis zu Verfall. Er zeigt, wie nahe die Angst vor dem Tod und die Sehnsucht nach einer Idylle verwebt sind - und er beschreibt einen realen Ort im realen Italien mit seiner Geschichte.
Die Geschichte ist in einem Tonfall geschrieben, lakonisch, unaufgeregt, beinahe beiläufig, der dem Roman eine enorme Glaubwürdigkeit verleiht. Es spielt beim Lesen keine Rolle, ob der Roman autobiographische Elemente hat. Die geschilderte Familie ist alltäglich und auch der Erkenntnisprozess, dass man eine andere Person nur in einer ihrer Rollen kennenlernt, ist ein universelles, übertragbares. Das macht den Roman so lesenswert. Es ist keine Bewältigung einer schweren Kindheit, keine Psychostudie, sondern eine zum Denken anregende Abhandlung über die Frage, wie gut man Menschen kennen kann, selbst wenn sie nahe stehen. |
Der neue Koch Julia Franck Broschiert, Oktober 2007 Verkaufsrang: 78228 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Draußen die weite Bucht, drinnen der Empfangstisch des engen Hotels: Dazwischen spannt sich eine Bühne, auf der sich die Stammgäste jedes Jahr ihre Einsätze zuflüstern. Das Hotel gehört einer jungen Frau, die es von ihrer Mutter ererbt hat und keinen Sinn hat für "Tanztee", und da ist der neue Koch, der Pikantes liebt und von der Küche aus den Laden übernehmen will. Die Stammgäste hat er schon auf seiner Seite ...
»Julia Francks Erzählkunst rührt an den geheimnisvollen Untergrund menschlicher Triebe, Gefühle und Affektlagen: an den wirbelnden Partikelstrom unter allen Regungen, in dem Liebe und Hass, Lust und Ekel, Furcht und Vertrauen nichts sind als Momente einer Allsinnlichkeit, in der es keinen Aggregatzustand gibt, der nicht zur äußersten Leidenschaft und Wahrheit eines Augenblicks werden könnte.« Süddeutsche Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Außergewöhnlich und besser als das Preisgekrönte! 4 von 5 Punkten Eine junge Frau leitet ein Hotel. Sie hat mit ihm auch die Gäste geerbt, die wie Zombies Räume und Gänge belagern. Seit drei Tagen liegt ein Toter im ersten Stock. Der Koch schickt die junge Frau ständig einkaufen.
Der stets scheitende Dichter Anton Jonas verachtet sie.
Warum ist die junge Frau nur so stur?
Sie könnte doch mal ein hübsches Kleid anziehen. Da gibt es nur eins, eine Katastrophe muß her.
Für mich sehr viel besser und spannender als ihr aktuelles Buch!
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Für Nächte am offenen Fenster. Die prachtvollsten Texte von 1987 bis 2002 Max Goldt Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 19591 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als der ebenso renommierte wie wohlfeile Haffmans Verlag zu Grunde ging, da weinte mancher Kollege bittere Krokodilstränen und mancher Leser ehrlich. Gibt es denn nichts Gutes, was aus dem Desaster zu ziehen wäre?, fragte sich mancher damals. Doch, gibt es, kann man sagen. Denn die Kolumnen-Legende Max Goldt wechselte zu Rowohlt über. Und weil sie nicht immer unbedingt Neues zu bieten hatte, gibt es nun eben ein Best Of in neuer Verlagsumgebung. Was soll man sagen: Die prachtvollsten Texte von 1988-2002 (so der Untertitel) sind wirklich das Wundervollste, was Lesern passieren kann, die Goldts Bücher wie Die Radiotrinkerin, Die Kugeln in unseren Köpfen, Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau, Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Klunker oder Ä noch nicht im Bücherschrank haben. In Für Nächte am offenen Fenster geht Goldt unter anderem der Frage nach, ob Claudia Schiffers Schwester schwitzte, was es mit Herrn Eibuhms Badezimmerradio im Besonderen (oder Brillenputztüchern im Allgemeinen) so auf sich hat und warum auch Tote seine Füße filmen dürfen. Dabei werden in bester Goldt-Manier Bezüge geschaffen, die man so nicht hätte erwarten können (siehe das Kapitel "Zimt auf Samt"). Für Nächte am offenen Fenster jedenfalls ist unbedingt etwas für Abende am offenen Kamin. Oder für die gepflegte Lektüre auf geschlossenen Toiletten, sofern man denn eine von Max Goldt so sehr geliebte "Kloumpuschelung" sein eigen nennt. Treffsicher und "goldtrichtig" eben. --Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Herrliche Sammlung! 5 von 5 Punkten Schön, dass die wunderbare Textsammlung von Max Goldt durch die eindrucksvolle Darbietung von Jürgen von der Lippe und Cordula Stratmann in "Was liest du?" wieder in den verdienten Blickpunkt gerückt wurde. Die Texte sind zeitlos und herrlich unterhaltsam.
Zu Weihnachten verschenken wir es zusammen mit unserem Lieblingsbuch 2006 - von Ben Redelings das wunderbar amüsante "Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten" - an gute Freunde. Sinnliche und lustige Unterhaltung garantiert... :-)
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Relax Alexa Hennig von Lange Taschenbuch, August 1999 Verkaufsrang: 108155 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden «Relax» ist ein Drogenroman. Und es ist eine Liebesgeschichte: Cool und komplett unmoralisch, schreiend komisch und doch wunderbar anrührend. «Alexa Hennig von Lange die Antwort der Literatur auf die Spice Girls.» (Die Zeit) «Der Leser wird sich köstlich amüsieren: über witzige Dialoge, die schnodderig-minimalistische Sprache, den schnellen Rhythmus der Szenen. Ein Buch wie ein Film.» (Max)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 54 Bewertungen)
Mein Lieblingsbuch 5 von 5 Punkten Hallo!
Ich würde gerne mal etwas Gutes zu diesem Buch schreiben.
Natürlich ist es nicht für jeden etwas, aber mich hat es voll und ganz angesprochen. Die legere Jugendsprache macht es am Anfang schwer sich in die Geschichte einzufinden, aber es macht Spass diese spannende Geschichte zu lesen. Es ist mein Lieblingsbuch (das Einzige, dass ich schon 3mal gelesen habe)und ist wohl eher etwas für Jüngere. Ich habe es mit 16 gelesen, bin jetzt 21 und finde es immer noch total faszinierend. Man sollte alles nicht immer so ernst nehmen und muss sich auch mal auf neue Erlebnisse einlassen. - Daher -Schade, dass es manche Leute nicht zu Ende gelesen haben, denn das ist wirklich sehr überraschend.
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Liebe heute: Short Stories Maxim Biller Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 140339 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Erzählt werden Geschichten über die Liebe und was dazu führt und wann sie kommt und wer sie teilt und wo sie bleibt - ein Kompendium der Liebesarten unserer Tage. Billers Figuren pendeln zwischen dem Wunsch, sich auszuliefern, und der Angst davor, und das macht die Sache ziemlich kompliziert, und deswegen wird selten jemand glücklich, aber alle wollen es sein und stehen sich selbst im Weg. Das ist die wahre Metropolenliebe, sehr ehrlich und oft sehr ergreifend.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Liebe heute - und morgen? 5 von 5 Punkten Ja, manche dieser Short Stories (hat eigentlich schon jemand bemerkt, daß Maxim Biller der einzige ist, der deutsch schreibt - und dieses Genre trotzdem beherrscht) gehen böse aus: Was natürlich aber nichts daran ändert, daß die meisten dieser Geschichten eben auch Vergnügen bereiten, ein großes, modernes, kosmopolitisches Vergnügen, das sich nicht nur aus Billers souveräner Sprache und seiner Beherrschung der Form speist, sondern halt auch daran, daß man hier nicht ständig in den Mädchenzimmern der Befindlichkeiten eingesperrt wird. Sondern daß diese Geschichten sich hinaustrauen, in eine sogenannte Welt - man sitzt dann da, mit Maxim Billers Sätzen, in einem Café in Schwabing oder der Kastanienallee. Und wenn man, weil eine Geschichte zu Ende geht und man die nächste erst morgen lesen wird, auseinandergeht, tut man das eigentlich immer in dem Gefühl: Wie schön, daß wir beide, diese Sprache und ich, einander begegnet sind.
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Neue Leben Ingo Schulze Broschiert, Juli 2007 Verkaufsrang: 73833 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ingo Schulzes Roman Neue Leben ist hoch romantisch. Das gilt nicht nur für die Herausgeberfiktion des Untertitels -- Die Jugend Enrico Türmers in Briefen und Prosa. Herausgegeben, kommentiert und mit einem Vorwort versehen von Ingo Schulze --, die man aus vielen Romanen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennt. Das gilt auch für den Glauben an das Glück des Schreibens, der den Protagonisten inmitten der Ungerechtigkeit der DDR schon in der Jugend in der Provinz überfällt. Das gilt für den Glauben in die Macht der Phantasie, die Mauern zum Einsturz bringen kann -- ein Glauben, in den sich Türmer einigelt wie in einen Elfenbeinturm. Und das gilt für die Kraft wahrhaft mephistotelischer Verführungskunst, der sich der Held nach dem tatsächlichen Fall der Mauer 1989 ausgesetzt sieht. Der inneren Widerstands-Immigrant und desillusionierte Überzeugungs-Ossi aus Altenburg wird dank der Mithilfe eines humpelnden Aushilfsteufels namens Clemens von Barrista zum Kapitalisten ersten Ranges, der zwar weiter Texte produziert, bezeichnenderweise aber als Chef eines Anzeigenblättchens, das den Grundstock bildet für sein späteres Medienimperium: Eine deutsch-deutsche Karriere, die Schulze in großartiger Manier als klassischen Briefroman erzählt. Sieben Jahre haben Fans von Ingo Schulze auf ein neues Buch warten müssen nach dem sensationell guten Roman Simple Storys, immer wieder mit Hoffnung gefüttert durch Vorabveröffentlichungen in Zeitungen oder durch Live-Lesungen längerer Passagen. Das Warten hat sich gelohnt. Denn Neue Leben ist mit 800 Seiten nicht nur unglaublich dick und episch breit, sondern auch schlichtweg großartig geschrieben. Auch wenn die Fußnoten Schulzes beizeiten allzu lehrmeisterlich daherkommen und der viel zu lang geratene Anhang mit angeblich verworfenen Texten Türmers sich wohl als Sammlung mit verworfenen Texten Schulzes entpuppt, die besser verworfen geblieben wären, ist Neue Leben trotzdem jener Wende- und Wendehals-Roman, auf den alle seit langem gewartet haben. Dass er so autobiographisch angehaucht daher kommt, gibt ihm einen weiteren, verführerischen Reiz. --Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Irreführend, Spannend, Wunderbar 5 von 5 Punkten Ich habe das Buch soeben zur Seite gelegt, und hatte bis zur letzten Seite Zweifel darüber, wie es mit der Fiktion nun wirklich steht. Dass ich in Fußnoten und vor allem dem Vorwort permament des Gefühl einer absolut reelen Erzählung bekam, verwirrte mich bis zur letzten Seite... doch schlecht war das nicht!
Es gibt noch keinen Wikipedia-Artikel, dafür wird es m.E. schleunigst Zeit, denn ich habe dieses Buch geliebt, sowohl in den kurzen Straßenbahnfahrten, in denen ich las, als auch in den langen Abenden. Ständig mögliche Zäsuren ermöglichen Pausen, Denkpausen, um sich mit eigenen Gedanken und Erfahrungen abzugleichen. Auch um "Zeitzeugen" zu fragen, da ich selbst zur Wendezeit noch zu jung war. Hier lohnt das Buch auch aus historischen Gründen.
Der Anhang ist dann keinesfalls nur Anhang, eher wie ein Schlüssel zu dem Bild, das in den Briefen gebildet wird - Türmer selbst war (leider!) nie ein großer Autor - Schulze indes ist es!
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Leyla Feridun Zaimoglu Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 31824 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Besser ist es, erst den Pfirsich und dann die Melone zu essen. Das weiß Leylas Mutter. Denn die Melone ist süßer, das ist der nicht weiter hinterfragbare Grund. Wie nach einem festgefügten Ritual zerschneidet sie die Melone, und bestimmt von Ritualen, göttlichen Regeln, ist alles im Leben des jungen Mädchens, das Feridun Zaimoglus Roman seinen Namen gab. Wenn man vor den Spiegel tritt, misst sich Schönheit daran, ob der Mund an jener Stelle sitzt, wofür Gott ihn bestimmt hat. So wächst Leyla auf, in einer anatolischen Kleinstadt, unter einem Vater, der seinen Job verliert, unter Brüdern, die gegen den Erzeuger rebellieren, unter Schwestern, die darauf warten, verheiratet zu werden. Aber Leyla will mehr, erobert sich Freiheiten, die sie aber wieder zu verlieren droht. Bis der Umzug der Familie nach Istanbul die große Liebe bringt, alles zu verändern scheint -- und doch alles nur noch komplizierter macht ... Der 41-jährige Autor Feridun Zaimoglu (Kanak Sprak, Zwölf Gramm Glück, Abschaum )lebt seit 35 Jahren in Deutschland, wo er Kunst und Humanmedizin studierte. Geboren wurde er im anatolischen Bolu, und da wären auch schon die drei Grundpfeiler beisammen, die sein Schreiben bestimmen: Der präzise, sezierende Blick auf seine Figuren und ihren ärmlichen Alltag ist der des Mediziners, die raffinierte Handlung und eine literarisch anspruchsvolle Sprache verraten Zaimoglus Hang zu kunstvoller Ästhetik. Die Geschichte von Leyla führt zurück ins Land seiner Kindheit, in dem der Glauben stark und der Vater noch stärker ist, in dem Frauen einen fest gefügten (und nicht von ihnen bestimmten) Platz im Leben zugewiesen bekommen -- und in dem die Dämme der alten Welt, von den Männern beargwöhnt oder mit ungläubigem Schrecken beobachtet, durch die hereinflutende neue Zeit langsam zu zerbrechen drohen. Stark, genau und auf anrührende Art exotisch. --Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Wunderbar poetisch - schonungslos direkt 5 von 5 Punkten Diese Buch hat mich total begeistert. Es ist meiner Meinung nach keine leichte Kost. Der Stil war für mich ungewohnt - sehr blumig, aber nachdem ich ein paar Seiten hinter mir gelassen habe, kam ich gut damit klar und fand ihn wunderbar poetisch. Und dies obwohl das Thema alles andere als harmonisch ist. Schonungslos und knallhart schildert Feridun Zaimoglu das Leben im Anatolien der 50er Jahre. Als Tochter eines arbeitsscheuen, brutalen und menschenverachtenden Vaters ist das Leben nur selten ein Freund. Trotz aller Poesie schafft es Zaimoglu Leylas Geschichte authentisch und z. T. grausam dem Leser nahe zu bringen. Für mich ein Meisterwerk!
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Remix 2: Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft Benjamin von Stuckrad-Barre Taschenbuch, Mai 2004 Verkaufsrang: 125000 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Meister "des meinungsbetonten 100-Zeilers" (taz) ist zurück. Wie schon in Remix betreibt er "Alltagsarchäologie und Gegenwartsstenografie" (Klappentext), sprich: Er schaut den Leuten aufs Maul und kratzt an den Oberflächen der schönen neuen Medienwelt. Er begleitet einen Tag lang Paola und Kurt Felix, "die Fleisch gewordene James-Last-Platte in der Endlosschleife", aber das ist gar nicht mal böse gemeint. Er macht sich Gedanken über Solarien und "Wohnen, Möbel, Leben", versucht in Tübingen eine Karte fürs Madonna-Konzert zu ergattern ("kei Schoongs") und trifft die Ministerin a.D. Andrea Fischer im Abgeordneten-Restaurant: Am Nebentisch sitzt Helmut Kohl "wie zwei Öltanks... und guckt, als habe man von seinem Tellerchen gegessen". Es geht also wieder mal, immer noch, um Deutsches Theater. Darum, wie wir alle uns in Szene setzen, die einen auf der großen Bühne, die anderen auf Nebenschauplätzen. Das ist nicht immer zum Lachen, etwa bei einer Realsatire wie der MDR-Kuppelshow Je t'aime. Auch die Materialsammlungen mit Klosprüchen und Gästebucheinträgen sind Geschmackssache. Einige der besten Texte kommen ohne die üblichen Promi-Verdächtigen aus und entfalten nicht polemisches, sondern poetisches Potential. "Im Copy-Shop" blockiert einer stundenlang "den besten Farbkopierer am Platze" -- warum? Auf einem Rockfestival fragt sich der "Rockliterat", ob es "richtiges Lesen im falschen Zelt" gibt, und liefert eine hübsche Sozialstudie dieser Versammlungsform. In meinem Lieblingsstück, "Herbst in Berlin", flaniert er durch den sommermüden Tiergarten, "dabei versucht man je nach Charakter, so viele oder so wenig Bucheckern oder Eicheln wie möglich zu zertreten. Am schönsten knacken die Fruchtbecher der Eicheln..." Einige wird die Materialmasse abschrecken, andere werden sich Schritt für Schritt durchlesen. Und einen Stuckrad-Barre entdecken, der sich weiterentwickelt. Neben anderen Süchten scheint er auch seine zwanghafte Neigung zum Kalauer in den Griff zu bekommen. An seinem 26. Geburtstag beginnt er gar zu dichten: "Am neuen Computer sitzen / Glauben, dass jetzt alles / Besser wird / (anders zumindest) / Und seine Ordnung kriegt". Dann: "Noch kürzer werden / Knapper / Besser". Wohlan! --Patrick Fischer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 50 Bewertungen)
Neues aus der Literatenküche 5 von 5 Punkten Der "Festwertspeicher" ist ein bunter Eintopf aus erheiternden, erschreckenden und auf jeden Fall tiefgründigen Texten, die auf diese Weise doch ein erschreckend gutes Bild unserer modernen Gesellschaft malen. Für alle, die mal etwas andere Denkanstöße brauchen könnten: Höchst empfehlenswert, aber nur für Menschen mit einer Prise gutem Humor.
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Das Unerfreuliche zuerst: Herrengeschichten Sibylle Berg Taschenbuch, September 2001 Verkaufsrang: 47631 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unter Herren Es war tief in den Jahren der Kohl-Ära, die Frauenbewegung stand in schönster Blüte, als der Kohlenpott-Rocker Herbert Grönemeyer sämtliche Urteile, Vorurteile, Klischees und Gemeinplätze über seine Artgenossen zu einer Hymne der virilen Gegenreformation verrührte. "Männer nehmen in den Arm, geben Geborgenheit, / weinen heimlich, brauchen viel Zärtlichkeit, / sind so verletzlich, sind auf dieser Welt einfach unersetzlich." Sibylle Berg, wir ahnten es, kommt in ihren Feldforschungen zwischen Stammtisch, Südseeinsel und Schleiflackschlafzimmer zu einem anderen Ergebnis. Kein geringerer als Gott ist es, der den letztinstanzlichen Befund ausspricht: "Dreckzeug." Und wirklich: Gegen die Mehrzahl der Exemplare, die wir in Bergs 17 "Herrengeschichten" kennen lernen, wirken die Figuren eines Michel Houellebecq nachgerade als fidele, aufgeräumte Zeitgenossen. Ob allein vor heimischer Schrankwand, oder in Honkong, Lanzarote und Bangkok, ob einsam oder mit Lebensabschnittsgefährtin -- Erfreuliches, wie es der Buchtitel doch immerhin auch nahe legt, bekommen wir nicht zu sehen. Stattdessen: Viel Schmutz, viel schmutziger Sex, viel Sehnsucht. Das Leben eben. Liebe? "Ich würde ihr sehr gerne erst die Finger brechen, dann die Augen mit Sekundenkleber zupappen, die Füße schnüren und den spitzen Mund mit einem Bügeleisen bearbeiten. Eingeschaltet, versteht sich. Höchste Stufe." -- Ein Buch also, so recht dazu angetan, es mit einem hübschen Schleifchen zu versehen und mit einer Packung "Ferrero Küsschen" einem nahe stehenden Menschen zu schenken. "Menschen", so verrät einer der Berg'schen Helden von der traurigen Gestalt, "erscheinen mir oft wie Nuklearsprengköpfe". Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Frau Berg besser nicht. --Niklas Feldtkamp
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Grossartige Literatur 5 von 5 Punkten Während meines Indien-Trips habe ich die Herrengeschichten von Sibylle Berg gelesen. Tief beeindruckt, sitze ich nun in einem Internet-Café, um dieses Buch weiterzuempfehlen. Mein Fazit ist kurz: Das ist grossartige Literatur einer brillanten Schriftstellerin. Wer Bergs Texte liest, der darf lachen, das befreit. Er soll aber auch darüber nachdenken. Die Darstellungen als zynisch abzutun, wäre zu einfach, sind sie doch alles andere als realitätsfremd. Die Tragik, die Schicksale, die uns Männer ein Leben lang begleiten, deckt Sibylle Berg pointiert auf. Vermutlich würden wir Männer uns nie trauen, so schonungslos über uns nachzudenken. Bezeichnend und erfreulich, dass eine Frau aus Mitleid, aus Neugierde vielleicht auch, sich unserer Spezies angenommen hat und - wenn ihr mich fragt - uns die entscheidenden Denkanstosse liefert. Chapeau!
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Weihnachten mit Thomas Müller Karen Duve, Petra Kolitsch Gebundene Ausgabe, Oktober 2003 Verkaufsrang: 34998 Thomas Müller, der Teddy der Familie Wortmann, hat ein echtes Problem: Er hat beim Heilig-Abend-aller-letzter-Drücker-Weihnachsteinkauf im Hamburger Karstadt seine Familie verloren. Dann ist er von einem Taxifahrer verprügelt worden, der merkte, das er sich ohne Geld in die heimatliche Vorstadt kutschieren lassen wollte. Und nun sitzt er, nass, verzweifelt und mit dem verfilzten Fell langsam am Brunnenrand festfrierend, mitten in der menschenleeren, nächtlichen Innenstadt von Hamburg. Und ausgerechnet da taucht auch noch diese ziemlich gefährlich aussehende Katze auf . . .
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Entzückende Geschichte für große und kleine Leser 5 von 5 Punkten Die abenteuerliche Geschichte von Thomas Müllers Heimkehr, dem Teddy, den man bei all dem Weihnachtstrubel aus Versehen in einem Kaufhaus vergessen hat, ist sehr nett geschrieben. Ganz besonders haben es mir aber die Zeichnungen in dem Buch angetan. Und ich denke, dass mich da nicht nur jeder Hamburger verstehen kann, der dieses Buch kennt, sondern auch alle Nicht-Hamburger, die von dieser kleinen Weihnachtsgeschichte spontan begeistert sind.
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Moralische Geschichten Maxim Biller Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 167064 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Maxim Billers gefeierte "Moralische Geschichten" Jeden zweiten Sonntag muss man die Kaffeetasse sicher abstellen, bevor man Billers Kürzesterzählungen in der FAS am Frühstückstisch liest, denn es wird gefährlich: entweder bleibt das Brötchen im Halse stecken, oder man bricht in prustendes Lachen aus - meistens irgendwie beides. Heftige Reaktionen sind sicher, wenn Biller sich den ganz alltäglichen, allgemein-menschlichen Abgründen im Leben von Juden, Nicht-Juden und anderen menschlichen Wesen zuwendet. Da wird ein Lippenstiftrest nach einem feuchten Traum zum Gottesbeweis, die tätowierte Nummer auf dem linken Arm zum Lottogewinn und ein Fleischermesser zum Garanten einer glücklichen Ehe. Eine irrwitzige Komik entsteht, weil mit Titeln wie "Kosmos", "Der Sinn des Lebens", "Dichtung und Wahrheit" oder "Apokalypse" die ganz großen Themen angeschlagen, dann aber rasant auf das Alltagsniveau heruntergebrochen werden. Träume, Phantasien und Freud'sche Fehlleistungen führen zu den überrasch endsten und befreiendsten Erkenntnissen. So stößt der Literaturstudent Orlovsky in Kafkas Tagebüchern auf den Eintrag "Manchmal denke ich, ich bin einfach nur bescheuert" und erhält dadurch ein völlig neues Kafka-Bild, ohne den Satz später jemals wiederfinden zu können. Maxim Biller schreibt seit zwanzig Jahren seine "Moralischen Geschichten", die seit drei Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung abgedruckt werden. Diese Auswahl größtenteils unveröffentlichter Geschichten versteht sich als wertvoller Beitrag zur Unterhaltungsliteratur und zur kulturellen Verständigung.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
fundierte Kritik 5 von 5 Punkten Natürlich sind Woody Allens Erzählungen hintergründiger und die Bücher von Irene Dische viel gehaltvoller. Und bei Binnie Kirschenstein bleibt einem ständig das Lachen im Halse stecken.
Leider habe ich trotz aller fundierten Kritik Billers Moralische Geschichten verdammt gern gelesen.
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Ruf! Mich! An! Else Buschheuer Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 55828 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Paprika sieht gut aus, hat Erfolg und ist ziemlich neurotisch. Mensch und Tier sind ihr ein Gräuel. Im Kampf um Parkplätze und gegen die grassierende Broilerisierung Berlins helfen nur Valium und eine geladene Knarre. Im Kampf gegen das Unglücklichsein hilft nur tabuloser Sex mit einem geheimnisvollen, gefährlichen Liebhaber.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 133 Bewertungen)
selten so gelacht 5 von 5 Punkten wer sich elke buschheuer als wetterfee bei pro 7 eingeprägt hat, denn das war sie ja mal, und daher etwas unsicher ihr buch in die hand nimmt, wird entweder schockiert oder völlig begeistert sein. der wetterjob gab ihr wahrscheinlich den finaziellen freiraum dieses wunderbar sarkastische buch zu schreiben. ein buch zum superschnellen durchlesen, denn weglegen kann man es eh nicht, ein buch zum totlachen, ein buch mit themen, die jeder kennt, aber so noch nie erlebt oder betrachtet hat.
genial !!
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Thomas Müller und der Zirkusbär Karen Duve Gebundene Ausgabe, September 2006 Verkaufsrang: 24741 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wenn ein Stoffbär und ein Zirkusbär zusammen mit dem Fahrrad nach Sibirien wollen auf großer Fahrt mit Thomas Müller. Als am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages Vater Wortmann der versammelten Familie seine große Extra-Weihnachtsüberraschung verkündet, bricht zum Erstaunen des Familienoberhaupts keineswegs der erwartete Jubel aus. Zirkuskarten hat Herr Wortmann reserviert, aber Thomas Müller, der Stoffbär der Familie, würde eigentlich lieber den zweiten Teil von Lederstrumpf sehen. Doch Vater Wortmann spricht ein Machtwort und im Zirkus gibt es einen Bären namens Momps, der auf dem Fahrrad vor- und rückwärts und sogar im Handstand fahren kann und dabei »Que sera, sera« singt. Thomas Müller ist begeistert. Nach der Vorstellung besucht er Momps in seinem Käfig, und der erzählt nicht nur, wie gefährlich wilde Bären wie er eigentlich sind und was er alles außer Fahrradfahren noch kann (nämlich ziemlich viel), sondern auch, dass er eigentlich aus Sibirien stammt und eben dahin zurück will. Kurz darauf bricht Momps aus und steht bei Thomas Müller vor der Tür. Nach Sibirien soll es gehen und die beiden machen sich an einem schneeverwehten Weihnachtstag auf Momps Fahrrad auf die Reise ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein schönes Kindergeschenk in der Weihnachtszeit 5 von 5 Punkten Ein schönes und fantasievolles Kinderbuch von Karen Duve, die bislang eher mit Erwachsenen-Romanen wie Dies ist kein Liebeslied und Der Regenroman bekannt geworden ist. Vor drei Jahren jedoch erfand sie für eine Kurzgeschichte den Bären Thomas Müller und landete damit einen echten Weihnachtshit. Laut Eichborn-Verlag verkaufte sich das Buch über 50.000 Mal. Die neue Geschichte von Thomas Müller ist ein ebenso amüsantes wie kurzweiliges Abenteuer. Auch die Illustrationen von Petra Kolitsch, die schon das erste Buch schmückten, sind sehr liebevoll und kindgerecht gemacht. Ein schönes Kindergeschenk für die dunklen Tage in der Weihnachtszeit |
Ich mache mir Sorgen, Mama Wladimir Kaminer Gebundene Ausgabe, Juni 2004 Verkaufsrang: 184319 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Für Mein deutsches Dschungelbuch ist Wladimir Kaminer kreuz und quer durchs Land gereist. Jetzt ist er wieder in Berlin und berichtet von kuriosen Alltäglichkeiten links und rechts der Schönhauser Allee und dem Dasein als Familienvater. Da gibt es für "Das sexuelle Leben der Marfa K.", einer Siamkatze, ebenso Raum wie für Sohn "Sebastian und die Ausländerbehörde" oder den liebenswert zynischen Vater, "der, obwohl schon seit über zehn Jahren in Deutschland, immer noch nicht gelernt hat, ohne Grund zu saufen". Und nicht nur, wenn Besuch aus Russland kommt, bietet sich ein Vergleich zwischen Ost-Berliner und osteuropäischen Gepflogenheiten an, zum Beispiel was die "Service-Mentalität" oder Gesundheitsfragen betrifft: Russen wollen beim Arzt "kein 'Kardiogrammchen' und keinen 'Kommen-Sie-morgen-wieder'-Unsinn hören, sondern fordern ihre ultimative Heilung -- sofort." Inzwischen unter dem Namen Kamjenier offiziell eingebürgert ("Deutscher Pass" -- fast schon eine Reportage), spielt der Russen-Deutsche natürlich weiterhin mit dieser doppelten Perspektive und mit der deutschen Sprache, für ihn "eine Art Lego-Baukasten, in dem alle Teile zueinander passen". Klein und bunt wie Lego-Gebilde sind auch die Geschichten, die oft eher Glossen sind und den roten Faden ebenso zuverlässig verlieren wie Kaminers Balkonblumen den Kampf gegen "Die Raubpflanze". Längst nicht alles passt zueinander, trotzdem bereichert Ich mach mir Sorgen, Mama Kaminers Kiez-Kosmos um einige neue funkelnde Mosaiksteine. Die literarischen Fünf-Minuten-Terrinen sind ideale U-Bahn-Lektüre, am besten in der Hörbuchversion. Achten Sie aber bitte in jedem Fall auf Ihre Umgebung: Kaminer-Figuren gibt es auch in Kiel, Dortmund oder Mannheim. Mit etwas Glück trifft man sogar ein Pendant zu seiner persönlichen "Miss Prenzlauer Berg". --Patrick Fischer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Viel Vergnügen! 5 von 5 Punkten Humorvoll, witzig, unterhaltsam geschrieben. Kaminer zeigt sich mal wieder von seiner besten Seite. So lieben wir ihn. Geschichten aus dem Alltag und von seiner Familie sind einfach seine Stärke. Dies ist eins seiner besten Bücher. Kurzweilige Begebenheiten und Erlebnisse aus dem Leben mit Kindern und den eigenen Eltern. Hoher Spaßfaktor!
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