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| Junge Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Agnes Peter Stamm Gebundene Ausgabe, Mai 2008 Verkaufsrang: 163790 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Im überheizten Lesesaal der Public Library in Chicago wechseln sie die ersten Blicke, bei einem Kaffee die ersten Worte: er, ein Schweizer, der über amerikanische Luxuseisenbahnwagen recherchiert, sie, eine amerikanische Physikstudentin, die ihre Dissertation schreibt. Sie gehen zusammen essen, machen Ausflüge in die nahegelegenen Wälder oder spazieren am Lake Michigan entlang. Eines Tages fordert die junge Frau ihn auf, eine Geschichte über sie zu schreiben, damit sie sieht, was er von ihr hält. Schnell zeigt sich, daß Bilder und Wirklichkeit sich nicht entsprechen - und daß die Phantasie immer mehr Macht über ihre Liebesbeziehung erhält. Peter Stamms Debütroman machte bei seinem Erscheinen Furore: Man verglich den jungen Schweizer mit Max Frisch, sein Buch wurde von der Kritik einhellig bejubelt, mehrfach preisgekrönt und stand monatelang auf der SWR-Bestenliste.
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Die Kugeln in unseren Köpfen. Kolumnen Max Goldt Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 190358 Dieses Buch enthält Max Goldts gesammelte Titanic-Kolumnen der Jahre 1993 bis 1994.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Manch Formulierung erweckte meinen Neid. 5 von 5 Punkten Gekauft habe ich dieses Buch, als ich auf der Suche nach Katz & Goldt Druckerzeugnissen war. Da mir im Geschäft dann 10 Euro "nur" für Zeichnungen zu viel waren, nahm ich drei Textwerke von Goldt mit. Dieses ist das zweite, das ich lese und ich muss sagen, es gefällt mir sehr. Es enthält zahlreiche Kolumnen aus der Titanic, gesammelt und aufbereitet. Die meisten stützen sich auf wertvolle Gedankengänge, die geschickt verknüpft und mit kreativer Wortwahl ausgedrückt werden. So bleibt das Buch nicht einfach nur unterhaltsam, sondern wölbt das Wissen und die Fülle erinnerungswürdiger Formulierungen des Lesers.
Lesenswert in jedem Falle, dank der Länge der Kolumnen ideal für tägliche 20 Minuten Bahn- oder Busfahrten geeignet. Und wer dies Buch verschenkt, tut es in der Gewissheit, damit einen ausgenommen sympathischen und charmanten Eindruck zu hinterlassen.
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Vergesst mich Marcel Beyer Gebundene Ausgabe, März 2006 Verkaufsrang: 114917 Ein Mann und seine Freundin laufen unter dem klaren Novemberhimmel durchs Zentrum von Madrid: Uniformierte, Falangistenfahnen und Franco-Devotionalien erinnern an den soeben zu Ende gegangenen Aufmarsch. In Madrid aber kommt auch wieder das Bild eines Freundes vor Augen, und mit dem Bild eine Geschichte, »nachdem es mir gelungen war, eine Weile nicht an ihn zu denken«. Vergeßt mich ist eine Erzählung in Bildern und Fantasien, Erinnerungen an ein letztes Telefonat und wie hinterher gerufen: »Vergeßt mich, drei Silben, und aus weiter Ferne: Vergeßt mich.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
in 45 min gelesen und die ganze Zeit gehofft, zu verstehen, worum es geht 1 von 5 Punkten Dieses Buch ist sehr kurz und sehr unverständlich geschrieben. Obwohl ich früher im Deutsch-Leistungskurs im Abi gar nicht so schlecht war und ganz gut im Interpretieren von Literatur bin. Habe ich den Inhalt und Sinn dieses Buches überhaupt nicht verstanden. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob das Buch über zwei Männer oder über einen schizophrenen Mann handelt.
Dieses Buch ist wohl eher zum Lesen im Unterricht oder Literaturkreisen geeignet, wo man zusammen bzw. mit Anleitung vielleicht herausfindet, worum es in diesem Buch geht.
Aber vielleicht wollte der Autor auch einfach nur verwirren und einen fragenden unzufriedenen Leser zurücklassen. |
Stadt Land Fluß Christoph Peters Taschenbuch, März 2005 Verkaufsrang: 294680 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ironisch, zärtlich und mit hintersinnigem Humor, in einer präzisen, zuweilen harten, immer poetischen Sprache, verfolgt Stadt Land Fluß die Geschichte der einzigartigen Liebe von Hanna und Thomas Walkenbach: den Weg der großen Gefühle durch die Banalitäten des Alltags, hinein in eine fatale Abhängigkeit, die für Walkenbach nur mit zunehmend raffinierteren Strategien des Selbstbetrugs zu bewältigen ist. Und zusehends treten die wahren...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Drei Geschichten in einem Buch 5 von 5 Punkten "Mir scheint das Fliegenschicksal nicht so schwer, dass Rauschmittel vonnöten wären, um es auszuhalten", liest man auf Seite 34 des vorliegenden Buches. Oder: "Mein sporadisches Bedürfnis nach NICHTS wird durch den leeren Himmel hinreichend befriedigt."(S. 178). Die Person, der dergleichen Gedanken durch den Kopf gehen und der der Wechsel von Ebbe und Flut so stupide vorkommt "wie das rhythmische Nicken von Geistesgestörten", heißt Thomas Walkenbach (33) und stammt aus der Gemeinde Niel am Niederrhein, wo sich die Ehepaare bald nach der Hochzeit nichts mehr zu sagen haben, "was vielleicht der einzige Grund ist, warum sie so lange zusammen bleiben". Doch es sind durchaus urige Figuren, die diese ländliche Welt bevölkern: der Großvater, der in seiner Demenz dahindämmert, "ab Mitte der Woche bis zum Himmel stinkt und jeden Samstag zwangsgebadet werden muss", Onkel Henno "mit seinem Loch in der Bauchdecke" und der Pastor Herms, der im Krieg zweimal verschüttet wurde und von dem "es hieß, die Schädelverletzungen hätten ihm ein kindliches Gemüt bewahrt."(S.50).
So beginnt Christoph Peters Buch auf den ersten 55 Seiten wie eine liebevolle und unterhaltsame Hommage an das Land seiner Väter, das daherkommt wie eine unwandelbare Provinz der Beständigkeit und das doch dazu bestimmt ist, als Land der Käuze ebenso zu verschwinden wie der Melkeimer, die Nachttöpfe, die Ascheneimer und das Butterfass(S.55).
Thomas Walkenbach hat die scheinbare Beständigkeit von LAND und FLUSS jedoch schon lange vor dem Niedergang von Niel verlassen und ist in die STADT gegangen, wo er das Unbeständigste kennen lernt, Was es gibt: die Liebe - und das auch noch zu seiner Zahnärztin, der jungen und aparten Hanna Martinek, die ebenso scheu ist wie ihr zahn- und liebeskranker Patient. Unsicher wie er sich seiner Zahnärztin nähern soll, bringt er ihr ein Buch über den niederrheinischen Meister Henrick Douwermann mit in die Praxis. "Mit in ihre Wohnung nehmen, wollte sie das Buch allerdings nicht. Als fürchte sie, ich könnte mich hineinverwandeln und herausklettern, sobald sie das Licht gelöscht hatte, mich ans Fußende hocken und ihren Schlaf belauern." (S.89). Am Ende, das kann vorab verraten werden, bekommen sich die beiden und heiraten. Die Zahnärztin Hannah und der fünf Jahre jüngere Kunsthistoriker Thomas durchleben die ersten Jahre ihrer Ehe wie ein Fest der Liebe, reisen nach Italien und nach Niel und wissen die gegenseitigen Marotten so gut es geht, zu tolerieren. Und auch als die Leidenschaft nachlässt, bleibt die gegenseitige Attraktion bestehen. "Sie hat sich in ein natürliches Bedürfnis verwandelt, das regelmäßig gestillt wird. So wie man dreimal täglich eine Mahlzeit zu sich nimmt, ehe der Hunger zu bohren anfängt."(S. 140).
Der Leser, der dem Autor durch bis zu dieser Stelle gefolgt ist, ahnt aber bereits, dass dieses Glück nicht dauern wird. Denn es fehlt "eine Möglichkeit, die eigene Geschichte anzuhalten, sobald sie gut ist, von da an dürfte sich nichts mehr ändern"(S. 190). Schon früh im Buch, zunächst kündet sich das Unheil an: der Tod nähert sich beiläufig, bleibt lange unerkannt und gibt sich erst zu erkennen, als es zu spät ist. Nach der heiter-rustikalen Nieler Saga und der romantischen Liebesgeschichte zwischen Hanna und Thomas folgt ein bitteres und bewegendes Ende im dritten und letzten Teil.
Das Buch, seine drei ganz unterschiedlichen Teile, seine Sprache, seine Gestalten und die feine, fast schon weise Selbstironie haben mich tief berührt. Obwohl Peters von den literarisch letzten Dingen, von Heimat, Liebe und Tod, erzählt, fehlt jede Lamoryanz. Die Rollenprosa ist ebenso literarisch ausbalanciert wie die Erzählperspektive, mit der der Autor zwischen den Zeitebenen hin- und herlarviert, ohne den Leser manieristisch zu verwirren. Ein früher Wurf, der die hoch gerühmten Bücher der Generationengenossen wie Kehlmann, Geiger oder Hetche locker in den Schatten stellt. Nur eine Kritik, die allerdings mit dem Autor nichts zu tun hat, kann man an dem Buch üben: die Klappentexte sind schwachsinnig und haben mit dem Inhalt und dem Anliegen des Romans fast nichts zu tun.
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Königinnen Elke Naters Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 332284 Sie heißen Gloria und Marie, leben in Berlin, sind beste Freundinnen, trendbewußt, so um die dreißig und haben den Blues. Richtig gut geht es ihnen nur, wenn sie einkaufen gehen. Mit der goldenen KaDeWe-Kundenkarte, ohne einen Pfennig auf dem Konto. Dann sind sie die Königinnen. Meistens geht es aber so aus: "Um meine Laune zuheben, gehe ich Schuhe kaufen. Mit Absätzen. Marie will erst mitkommen, aber dann fällt ihr ein, daß sie kein Geld hat und geht lieber nach Hause. Ich gehe über die Straße zum Bankautomaten. Der gibt mir kein Geld. Ich weine ein bißchen und fahre auch nach Hause." Das Leben ist traurig. Und ehrlich: Wie das Buch so anhebt, denkt man, dieses Buch ist öde. Eitle Gedanken eitler Mädchen über das Einkaufen und die Fehler, die man dabei machen kann. Zum Glück schneidet der Friseur wenigstens gut: "Ich sehe fast aus wie vorher, nur viel viel besser" Man weiß nicht, wie einem geschieht, aber all diese kleinen naiven, manchmal unglaublich bescheuerten, zickigen Sätze, die Elke Naters ihren Handtaschen-Heldinnen in den Mund legt: sie fesseln. Von wegen naiv. Gucci-Gürtel und Prada-Taschen ja, aber so nach und nach, kaum merklich, webt die junge Berliner Autorin aus der Shopping-Gedankenwelt eine Geschichte, die viel ehrlicher von der Freundschaft zwischen zwei Menschen, von der Sehnsucht nach Liebe, Lust und Geborgenheit erzählt, als irgendein Buch, das von Liebe, Lust und Geborgenheit handeln will. Da liest man fort und fort in diesem überaus leichten Roman, der etwas hat von den seltsam entrückten Stimmungen in Judith Hermanns Sommerhaus, später. Was passiert da eigentlich, fragt man, und versteht alles. Und kann irgendwie nicht anders als immer weiter, bis nach 150 Seiten Schluß ist. Leider. Dann fängt man von vorne an, um die Laune zu heben. --Nikolaus Stemmer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Amüsieren... 4 von 5 Punkten ...kann man sich mit diesem kurzweiligen, einfachen Roman über eine dicke "Frauenfreundschaft". Ich würde nicht sagen, dass das ein hochkomplexes Buch ist, aber einige Weisheiten und Situationen, die man kennt wird jede Frau hier finden.Auf jeden Fall ist es erschreckend wie Frauen, die beste Freundinnen sind, miteinander umgehen, welche Gedanken und Taten verbrochen werden und wie man sich auf der anderen Seite immer wieder zusammenrauft, gegenseitig Gedanken liest und sich in den schwersten Stunden bei steht. Männer können hier bewusst sagen - verstehe da einer die Frauen!!! Aber Hauptsache ist doch man hat eine beste Freundin und ist man noch so neidisch auf die blöde Kuh ;)
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Der Weltensammler Ilija Trojanow Gebundene Ausgabe, 29. Januar 2008 Verkaufsrang: 449752 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Der uralte Rhythmus einer indischen Tabla-Trommel, ein Menschenmeer, der Geruch von Henna und faulem Fisch -- tausend Eindrücke schwappen dem Neuankömmling entgegen. Als Kundschafter der englischen Krone soll Richard Francis Burton in der Kolonie Britisch-Indien dienen. Für den wissensdurstigen Burton ist dies eine verlockende Aufgabe. Doch aus Neugierde erwächst bald eine regelrechte Obsession, das Fremde zu enträtseln und darin aufzugehen. So spannend Ilija Trojanows Roman Der Weltensammler beginnt, so spannend geht es weiter: Einen Brahmanen fleht Burton an, sein Lehrer zu sein. Binnen kurzem ist er in der Lage, Tradition und Sprache wie Kleider an- und abzulegen. Als ein englischer General Burtons Wandlungsfähigkeit erkennt, schickt er ihn als Spion unter die Einheimischen. Burton jedoch geht eigene Wege: Von Indien aus reist er nach Arabien, wo er sich als Moslem ausgibt und die Hadsch, die Pilgerreise beginnt. Vom Strudel der Pilger lässt sich Burton treiben, sucht die heiligen Orte Medinas auf und erreicht völlig ausgezehrt Mekka. Wunderbares und Schreckliches gräbt sich tief in sein Gedächtnis ein. Aber auch dieser Fleck Erde kann den Rastlosen nicht halten, der längst ein neues Ziel vor Augen hat -- die Suche nach der Quelle des Nils in Ostafrika. In drei Etappen und aus der Perspektive vieler Figuren erzählt, nähert sich Trojanow einem außergewöhnlichen Menschen. Dabei spielt er mit Fiktion und Realität, denn Der Weltensammler Burton lebte tatsächlich zwischen 1821 und 1890. Trojanow selbst hat eine Vita, die ihn von Bulgarien nach Deutschland, Kenia, Indien, Arabien bis nach Südafrika führte. In den Reisereportagen An den inneren Ufern Indiens und Zu den heiligen Quellen des Islam verarbeitete er als scharfer Beobachter eigene Erfahrungen. Kein Wunder also, dass Der Weltensammler ein so gelungener historischer Roman geworden ist. --Fenja Wambold
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)
viele Stimmen 5 von 5 Punkten Viele Stimmen erzählen von Richard Burton, dem Weltensammler, der als erster Europäer nach Mekka kam, der die Quellen des Nils suchte, der Indien erforschte: Es gibt den Autor, der aus der Sicht des Entdeckers berichtet. Was das Buch so spannend macht, sind die anderen Stimmen, die sich hineinmischen - Stimmen der "Eingeborenen", des indischen Dieners von Burton, der die gemeinsamen Abenteuer einem Briefeschreiber diktiert; der Reisegefährten nach Mekka, die im Nachhinein bei der Behörden über ihre Beziehungen zu diesem Mann Auskunft geben müssen; des afrikanischen Führers der Expedition, der als alter Mann seinen Freunden und Nachbarn in Sansibar von den Strapazen und Entbehrungen berichtet. Für sie ist das Fremde ja nicht fremd, fremd ist ihnen oft das Verhalten der Kolonialherren. Immer wieder wird deutlich, wie wenig die Weißen wirklich verstanden haben.
Ein wichtiger Erzählstrang in diesem Buch sind die Religionen, denen Burton begegnet und von denen er fasziniert ist - dem Hinduismus, dem Islam und den afrikanischen Naturreligionen.
Das ist kein Abenteuerroman im herkömmlichen Sinne. Es ist ein langsames Buch - eines für das der Leser Zeit braucht. Wenn man sie sich nimmt, dann ist diese Lektüre ein großer Gewinn.
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Niemand lacht rückwärts Kathrin Röggla Broschiert, Juli 2003 Verkaufsrang: 360965 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kathrin Röggla erzählt mit lakonischem Witz von unserem Leben und dem, was es sein könnte. Sie beleuchtet scharf unsere alltäglichen Sehnsüchte, Verwirrungen und Illusionen. Wortgewaltig arrangiert sie Großstadtszenarien, die unsere Gegenwart glasklar widerspiegeln.
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Die Welt ist groß und Rettung lauert überall Ilija Trojanow Gebundene Ausgabe, 1996 Verkaufsrang: 408539 Autobiographisch motivierter Debütroman des 1965 in Sofia geborenen und in Kenia sowie in Deutschland aufgewachsenen Autors. Der intakte Mythos einer balkanischen Welt als Familiensaga, die ernüchternde Erfahrung des Exils im italienischen Asylantenheim und die utopische Reise um die kleine, große Welt als Lehr- und Wanderjahre des jungen "Helden".
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein moderner Schelmenroman 4 von 5 Punkten Die eingerückten Rezensionen aus den Printmedien treffen ihren Gegenstand zwar insgesamt, berücksichtigen aber nicht seinen Charakter als Picaro, d.h. Schelmenroman, der bekanntlich mit der Geburt des Helden anhebt. In diesem Genre nun ist (fast) alles möglich, zudem zeigt es den Vorzug, eine chaotische und unübersichtliche Welt besser als andere Gattungen fassen zu können, indem der ausgebreitete Aberwitz stets als Exempel begriffen werden kann: Zumeist verweist die Einzelheit aufs Ganze.
Daher verbietet es sich, Trojanow flüchtig zu lesen, denn er schreibt bereits in seinem Erstling Kunstprosa:
Entworfen werden vier Lebensbereiche, die unterschiedliche Überlebensstrategien einfordern: Die diktaturgeplagte Heimat Bulgarien, das italienische Flüchtlingslager, die Asylantenexistenz in Deutschland, schließlich der Aufbruch in die Welt.
Auffällig wenig wird das deutsche Exil bedacht, beinahe erscheint Alexandar so gefangen wie ehemals, weil der äußeren Freizügigkeit die innere fehlt, wie auch Sozialkontakte, die sinnstiftend wirken. Entwurzelt steht er allein, - den frühen Unfalltod seiner Eltern erfährt man nur beiläufig. Tatsächlich erkrankt er schwer, bezeichnenderweise vermag sich der Rekonvaleszent nach einer Operation nicht wieder dem Leben zuzuwenden.
Das 'Asylantenroulette' als missraten zu diffamieren, geht fehl: Es verschärft nicht nur die tagespolitische Instrumentalisierung der Asylbewerber zur zynischen Show, sondern verdeutlicht, weshalb Alexandar in solcher Inhumanität nicht zu wurzeln vermag. Daher schaltet er ja auch das TV-Gerät aus, was weit mehr leistet, als etwa eine Schilderung. Zudem greift Roulette dem letzten Teil vor, wie überhaupt Trojanow Bezüge stiftet: So verweisen z.B. die absurden bengalischen Artikulationsübungen 'Hohenzollern' auf Alexandars Quartier nächst dem Hohenzollernplatz.
Aus solcher Lethargie reißt ihn sein hochbetagter, indessen äußerst agiler Patenonkel und Lebenskünstler Bai Dan in die Welt zurück. Scheinbar liegt da ein Bruch, doch schon vorher fand sich wiederholt Surreales wie das Leichbegängnis Shivkovs, nunmehr trägt die anschließende ausgreifende Reise auf dem Tandem phantastisches, beinahe orientalisch-märchenhaftes Gepräge. Gegenüber ihrer zumeist realitätsnahen Vorgeschichte kann sie nur als Gleichnis begriffen werden: Reisefreiheit galt den Bürgern kommunistischer Diktaturen als Freiheit schlechthin, doch meint Reise concettistisch Er-Fahrung und das Glücksspiel, mit dem der Onkel alle Kosten bestreitet, das Spiel des Lebens überhaupt, den souveränen Umgang damit, in dem bekannten Sinne, dass der Mensch nur dann ganz Mensch sei, wenn er spielt: homo ludens. Demgegenüber erscheinen die begegnenden Besitzbürger unfrei. So gewinnt auch Alexandar zunehmende Sicherheit im Spiel; wie es sie begann, so beendet es die Handlung.
Trojanow kann lebendig erzählen, anschaulich schildern und Charaktere durchbilden, und sein Humor reicht von Verschmitztheit bis zum Sarkasmus; gattungsgerecht spricht der ironische Erzähler oft den Leser an. Indessen hängen seinem mehrperspektivischen Erstling in verschachtelter, allerdings überschaubarer Struktur noch manche Modernismen im Erzählstil an, der darum öfter uneinheitlich wirkt; das ganze Instrumentarium wird bemüht, von Einwortsätzen, monomanischer Wiederholung wie: 'ein Laufstall neben Bett neben Gobelin neben Schrank neben Fenster neben Gobelin...' u.s.w bis zu innerem Monolog und Bewusstseinsstrom. Noch fehlt die durchgeführte Rhythmisierung, auch finden sich Überspitzungen, darunter manche nicht passgenauen Metaphern.
Indessen gibt der bemerkenswerte Erstling schon alle Tugenden mehr oder minder deutlich zu erkennen, die später den schlackenlosen 'Weltensammler' zum überragenden Meisterwerk erheben, wo Manieriertheiten sich zu künstlerischem Hochmanierismus adeln.
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Feuer, Lebenslust! Erzählungen deutscher Einwanderer Nicol Ljubic, Mohammad Aref, Radek Knapp Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 415899 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. »Plötzlich gehörte mir die ganze Welt.« Natascha Wodin Erzählungen von deutschsprachigen Einwanderern mit Wurzeln in Rußland, Kroatien, Polen, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, dem Iran und den USA spüren einem kostbaren Gut nach: der Lebenslust! Was bedeutet für Sie Lebenslust? Nach Ceylon zu reisen, um dort singende Fische zu finden? Als Fleischfliege der Verfolgung durch Käfer zu entkommen? In Wien zur Miß Polonia gewählt zu werden? Von einer Swingerparty in die Freiheit aufzubrechen? Wenn ein Mann und eine Frau am 11.9. entdecken, daß sie sich etwas zu erzählen haben? Mit einer geheimen Urkunde in die USA zu reisen? Jeden Abend am selben Türsteher zu scheitern? Auf der Suche nach der Lust das Leben zu verlieren? Über den Unterschied zwischen Versager und Verlierer nachzudenken? Mineralwasser aus fünf verschiedenen Ländern zu trinken? Zehn Erzählungen deutscher Einwanderer helfen bei der Antwort. »Man wird sie als Werkzeug betrachten, sie eine Zeitlang gebrauchen und endlich wegwerfen, oder wenigstens vernachlässigen «, so Goethe mit berechtigter Sorge über Eingewanderte. Zehn Gründe gegen diese Einschätzung liegen nun vor mit Texten, die Lebensglut neu entfachen und die Weite der Welt zu uns bringen. Aus ironischen, temperamentvollen und zärtlichen Plädoyers für das Feuer und die Lebenslust in den Herzen und Köpfen entstand ein erfrischender Erzählband im Land der ewigen Unzufriedenheit. Die Autoren: Tzveta Sofronieva, Natascha Wodin, Mohammad Aref, Jefferson S. Chase, Zoran Drvenkar, Richard Duraj, Catalin Dorian Florescu, Radek Knapp, Nicol Ljubic, Selim Özdogan
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Helden des Alltags Wladimir Kaminer, Helmut Höge Taschenbuch, Oktober 2002 Verkaufsrang: 326769 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Nachdem ich ein Buch mit dem Titel Schönhauser Allee herausgebracht habe", notiert Wladimir Kaminer amüsiert, "genieße ich verstärkt die Aufmerksamkeit der Einwohner rund um die Schönhauser Allee. Unbekannte sprechen mich auf der Straße an und geben mir gute Ratschläge und Tipps, worüber ich noch berichten sollte." Manche von seinen neuen Bekannten fühlten sich nun selbst animiert, etwas über ihre Umgebung zu Papier zu bringen, und sammelten bereits eifrig Material dafür. Er sehe diesen Versuchen gelassen entgegen, bekundet Berlins berühmtester Russe: Stoff für Geschichten sei schließlich ausreichend da. Die kleine Geschichte, in der Kaminer über seine Position als Kiez-Chronist im Prenzlauer Berg von Berlin reflektiert, trägt den bezeichnenden Titel "Menschen, die einander was erzählen". Auch in Kaminers neuester Sammlung literarischer Alltagsminiaturen geht es wieder ausschließlich um die merkwürdigen Zweibeiner und ihre mitunter absonderlichen Verhaltensweisen -- ganz gleich, ob diese nun in Berlin oder Krasnojar/Sibirien zum Tragen kommen. Und weil der Mensch also das Maß aller Dinge ist, ist es nur konsequent, dass dieses anthropozentrische Weltbild schon in den Überschriften seinen Niederschlag findet. Schließlich wurde jede der 36 kurzen Erzählungen in seinem Namen geschrieben: Da geht es um "Menschen, die einkaufen", "Menschen, die spielen", "Menschen unter Tannenbäumen", und selbstverständlich auch um "Menschen, die einander überzeugen". Feinsinnig unterscheidet der Autor zwischen "Menschen" und "Einheimischen" und berücksichtigt auch Sonderfälle wie "Menschen mit Datschen" oder "Menschen, die lesen". Natürlich sind diese Menschen meist Bekannte des Autors, oder er ist ihnen zumindest einmal begegnet. Kongenial illustriert wird das Ganze mit Schnappschüssen aus Helmut Höges Dia-Sammlung. Ende der 80er-Jahre begann der ehemalige Weltenbummler und heutige taz-Autor damit, auf Trödelmärkten alte Dias aus den 50er- bis 70er-Jahren zu kaufen. Fotos, auf denen häufig Menschen zu sehen sind (meistens Ehefrauen), die der Fotograf (meist der knipsende Ehemann) eigentlich nur als Vordergrund für eine historische oder landschaftliche Kulisse dort hingestellt hat. Im Nachhinein, sagt Höge (im Gespräch mit Kaminer: "Menschen, die einander interviewen"), interessierten die Urlaubs-Highlights keinen mehr. Während die Beschäftigung mit Menschen, wenn man -- wie die Herren Höge und Kaminer -- etwas davon versteht, nie langweilig wird. Auch wenn sie immer wieder die gleichen Fehler machen. "Noch in der Pubertät beginnt der Mensch nach den Gründen seines Unglücks zu suchen und wird dann schnell in seiner Umwelt fündig. Das verfluchte Land und die idiotischen Zeitgenossen sind schuld. Er will weg; neue unbekannte Welten entdecken ... Dort wird er aber jedes Mal mit Eingeborenen konfrontiert. ... Höflich, freundlich und unkonventionell zeigen sie dem Neuankömmling wie dumm es von ihm war, auf die Idee zu kommen, dass es anderswo anders sein könnte." --Axel Henrici
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Mit viel Liebe zum Detail... 4 von 5 Punkten ...präsentiert uns Wladimir Kaminer seine -Helden des Alltags-. Seit -Russendisko- ist Kaminer Kult, wird aber auch irgendwie immer ein bisschen missverstanden. Wer Kaminer kennt, ihn zum Beispiel bei Talkshowauftritten beobachten konnte, der weiß, dass der gemütliche Russe keinerlei Anspruchsdenken in Bezug auf seine literarischen Leistungen hat. Wer bei ihm tiefschürfende, literarische Erkenntnisse zur Verbesserung der Welt oder dem eigenen Ying und Yang erwartet, der ist falsch gewickelt. Kaminer will das nicht und kann es vermutlich auch nicht.
Was er allerdings beherrscht, dass ist die genaue Beobachtung seiner Umwelt. Da macht ihm so schnell keiner etwas vor. Kaminer ist detailliert, minimalistisch, ungeheuer witzig, trocken und ironisch. Die russische Seele tief im Inneren des Schreibers ist dabei nicht überlesbar.
Wenn sie also schon immer mal wissen wollten, woran man erkennt, ob in der örtlichen Alkoholikerszene Russen anwesend sind, oder wieso eine Katze verrückt wird, wenn man die Möbel umstellt, und vor allem, wo sie dann ihr Geschäft verrichtet, dann lesen sie Kaminer. Wenn sie daran interessiert sind, wie man ein russisches Essen zubereitet, auch wenn man von der russischen Küche keine Ahnung hat, oder warum es keine schlechte Idee ist, seinen dreijährigen Sohn schwer bewaffnet durch die Wohnung laufen zu lassen, auch da weiß Kaminer Rat.
Illustriert wird -Helden des Alltags- von Fotos, die Helmut Höge beigesteuert hat. Da geht jedem Fan der Fünfziger Jahre das Herz auf. Die Bilder sind passgenau in Kaminers Geschichten eingebaut und das, obwohl sie gar nichts damit zu tun haben. Halt auf Kaminer Art. Das macht das Buch nicht nur lesens- sondern auch sehenswert.
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Wie man's nimmt Norbert Niemann Taschenbuch, August 2005 Verkaufsrang: 436866 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Leben des Restaurators Peter Schönlein kennt keinen Mangel, alles ist wie ein wunderbarer Film. Ehe, Familie, Beruf und Alltag scheinen vor Intensität, Sinnlichkeit und Glück nur so zu leuchten. Doch dann fährt seine Frau Christa für ein paar Tage auf ein Seminar. Schönlein trifft eine jüngere Frau, und der schöne Film fängt an zu flackern. Warum beginnt er ein Verhältnis mit Lisa, die ihn eigentlich bloß abstößt? Wo liegt der unsichtbare Fehler in seinem makellosen, idealen Drehbuch? Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
der Verfall nach der Orgie des Lebens 5 von 5 Punkten Was hier auf höchstem Niveau von Sprache und Reflektion erzählt wird,ist die Dekonstruktion und die Auflösung eines Ich, eines Subjektes und damit die Geschichte von uns allen. Eine Geschichte der Gegenwart, in der alles durchblickt und die Ironie als Lebenshaltung längst fade geworden ist. Die Restaurator Schönlein verliert scheinbar ohne Anlass bei lebendigen Leib sein leben: nichts, dass vorher noch seine Idylle ausgemacht hat, macht auf einmal mehr Sinn. Ein gewollter und kosequenter Verfall folgt. Schönlein ist vielleicht die Personifizierung der sogenannten Postmoderne, in der alles gemacht, befreit, verstanden worden ist und nun nichts mehr bleibt als ratlos vor der Leere des so aufgeklärten Lebens zu zerfallen.
Das ist keine aufmunternde Lektüre, aber eine die etwas zu sagen hat über die Gegenwart
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Zwölf Gramm Glück Feridun Zaimoglu Gebundene Ausgabe, Februar 2004 Verkaufsrang: 334305 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Herz klopft, wenn die Liebe springt - zwölf große Geschichten vom kleinen Quentchen Glück Was bleibt, wenn das große Glück nicht mehr zu haben ist und das Leben zu versanden droht? In ebenso fulminanten wie filigranen Geschichten erzählt Feridun Zaimoglu von der Suche nach dem kleinen beglückenden Rest. Feridun Zaimoglu schickt einsame Glücksritter ins Feld - sei es im sanierten Kiez deutscher Großstädte, in den Hinterhöfen touristischer Badeorte oder in archaischen Dörfern. Auf dem Basar der Geschlechter wird hart gehandelt: Rachelüsterne Ehemänner und bigotte Ex-Freundinnen, romantische Schurken, Lustagenten und unkäufliche Verkäuferinnen verstricken sich in den Tauschgeschäften der Liebe. In der beim Bachmann-Wettbewerb preisgekrönten Erzählung 'Häute' kollidiert die Sehnsucht nach dem Einfachen und Ursprünglichen mit den kruden Gesetzen kapitalisierter Bedürfnisbefriedigung. Die gebrochenen Helden leben in der modernen westlichen Wirklichkeit und wollen ihr um jeden Prei s entkommen. Aber der Weg zurück in die Welt aus Altväterglauben, Ritualen und Reliquien bleibt verschlossen. Der Leser spürt die Sehnsucht, die sie treibt, und den Schmerz, der sie quält. Der begnadete Sprachschöpfer Zaimoglu fesselt mit alttestamentarischer Wortgewalt und poetischen Bildern. Staunen macht, wie der Erfinder der 'Kanak Sprak' jenen Zauber einfängt, der den flüchtigen Augenblicken des Glücks innewohnt. Denn entgegen aller Wahrscheinlichkeit klopft plötzlich das Herz, wenn die Liebe springt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Wunderschöne Migrationsliteratur 5 von 5 Punkten 12 Gramm Glück handelt nicht vom Glück im allgemeinen, sondern eher im speziellen. Für den Autor scheint die höchste und reinste Form des Glücks die Liebe zu sein. Dies klingt vordergründig sehr kitschig, ist es im vorliegenden Fall aber keineswegs.Zaimoglu behandelt in seinen Geschichten Alltägliches: den täglichen Frust, die tägliche Vereinsamung in Großstädten, die unpersönlichen Trabantenstädte usw. Und immer, gerade wenn die Protagonisten anfangen zu verzweifeln, bäumen sie sich noch einmal auf, setzen alles auf eine Karte, brechen aus und machen ihr Glück. Oder jedenfalls fast immer - naja zugegeben recht häufig. Zaimoglu beherrscht die Kunst der Sprache virtuos. Elegant verführt er uns zum Zuhören, zum Dranbleiben an der Stimme. Führt uns mit fast schon arabischer Erzähltradition Bilder vor Augen, die uns bisher verborgen geblieben sind. Und dabei entwickelt er neben poetischen, wortgewaltigen Bildern auch feine, subtile Ironie, die sich dem Zuhörer evtl. sogar erst beim zweiten Hören erschließt. Leider ist auf dem Hörbuch nicht die gesamte Printausgabe enthalten. Aber dies ist nicht weiter dramatisch, da zufällig gerade jetzt im Oktober eine Taschenbuchausgabe zu einem sehr günstigen Preis erscheint. Ein Buch, nicht nur für frisch Verliebte.
Westöstliches 4 von 5 Punkten Mal mit beieindruckender Wortgewalt, mal mit feinem Sprachwitz beschreibt Zaimoglu die Möglichkeit und Unmöglichkeit der Liebe, des Glücks. Wer auch immer sich in diesen Tagen ohne vorgefaßte Meinung mit den Fragen zur Erweiterung der EU nach Osten und dem Islam unter einem kulturellen Blickwinkel auseinandersetzt wird hier einige ganz spannende, facettenreiche, absolut zeitgenössische Geschichten finden, die nachdenklich machen. Sehr lesenswert! |
im Gras Sven Lager Taschenbuch, Oktober 2002 Verkaufsrang: 370794 "Es ist eine Übung des Sommers. Im stillen Gras zu liegen und den Grillen zu lauschen." In den Himmel zu schauen und aus der Präsens der Wolken Erinnerungen zu formen, bis das Jetzt und Damals verschmelzen. Sven Lager gelingt diese "Übung des Sommers" mit seinem zweiten Roman auf wunderbare Weise. Im Gras fängt eine -- zuerst vielleicht etwas unnahbare -- Gedankenwelt, eine Stimmung von Wärme und Freundschaft ein, die die Kraft der Erinnerung beschwört, etwas Schönes nicht sterben zu lassen. Eigentlich ist Im Gras ein trauriges Buch. Seine Beschreibungen spielen sich vor dem Hintergrund eines Todes ab. Weit entfernt stirbt Monica, eine alte Freundin des Icherzählers. Der heißt Ben und muss das Bett hüten, weil er sich eine Scherbe in den Fuß getreten hat. Ben ist bei Freunden in Bangkok, Monica in Spanien. Wahrend Ben auf die Rückkehr seiner Freunde wartet, die für ein paar Tage ans Meer gefahren sind, löst die schwüle Atmosphäre des Krankenzimmers eine Flut von Erinnerungen aus: an die Frauen in seinem Leben, in Berlin, in Schweden, sonstwo. Er sei "nie... nur in eine verliebt gewesen", sagt Ben, im Mittelpunkt aber steht Monica und das schwedische Sommerhaus, in dem beide Sommer um Sommer verbracht haben. Jetzt droht ihr Tod, und selbst der kommt noch in Gestalt einer Frau. "Nicht selten rufen wir uns an, weil wir voneinander geträumt haben, an einander denken, belanglos, weil wir parallel in einer Welt leben, die alltäglich ist. Nur ein Satz fehlt. Sie sagt ihn nicht und ich sage ihn nicht: Wir sehen uns im Sommer." Ein Buch, in dem all das, was Handlung und Zeitrahmen genannt werden kann, bloß gestellt wird von der Imagination seines Erzählers und der atmosphärischen Suggestion des Autors. Mit den Oberflächenprotokollen, die ein Sven Lager als Mitbegründer des literarischen Internet-Projekts Pool mitverwaltete, hat das nichts mehr zu tun. Bereits mit seinem Erstling Phospor hat Lager nahe gelegt, dass er sich mehr für den Flimmer der poetischen Wahrnehmung interessiert, als für die Nachstellung der faktischen Welt. Im Gras ist der vorerst letzte Beleg dafür, und durchaus empfehlenswert. --Nikolaus Stemmer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
eines meiner Lieblingsbücher 5 von 5 Punkten Ich denke, wie man dieses Buch findet kommt wirklich darauf an, in welcher Lage man sich befindet, wenn man es liest. Es ist vielleicht nicht einfach. Und für Menschen, die dieses Buch einfach so ohne Hintergrund und nüchtern lesen, langweilig und schnulzig. Aber es entführt einen in eine andere Welt. Mal ist man in Bangkok bei dem Hauptcharakter und seinen Freunden, seiner Frau, und wenn dieser in Erinnerung schwelgt, ist man ganz schnell in Berlin oder Schweden. Die Zeit spielt dabei keine Rolle. Dieses Buch kann einem sehr viel bedeuten, und man kann es wie in Trance durchlesen. Oder man findet es einfach nur schrecklich. Mir bedeutet es etwas. Und Sven Lager hat mal wieder etwas großes geleistet.
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In Afrika. Inkl. CD. Mythos und Alltag Ostafrikas Michael Martin, Ilija Trojanow Gebundene Ausgabe, 1993 Verkaufsrang: 463636 Ilija Trojanow wurde 1965 in Sofia geboren. Nach der Flucht mit der Familie über Jugoslawien nach Italien erhielt er politisches Asyl in Deutschland. Er lebte zehn Jahre in Kenia und gründete 1989 den Kyrill & Method Verlag und 1992 den Marino Verlag in München. 1996 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Marburg. 1999 lebt Trojanow in Bombay, Indien. Veröffentlichungen: "In Afrika", 1993. "Naturwunder Ostafrika", 1994. "Hüter der Sonne", 1996. Die Romane: "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall", 1996. "Autopol", 1997. Der Bulgarien-Essay "Hundezeiten", 1999.
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Der perfekte Roman. Das Maxim-Biller-Lesebuch Maxim Biller Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 391849 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. Das Beste von Maxim Biller: Geschichten von der Suche nach dem Glück.
Der perfekte Roman: ein Stück Literatur, das man in einer Nacht verschlingt. Das einem hilft, das Leben und sich selbst neu zu sehen, das einem zeigt, warum die Welt »ein so verrotteter Misthaufen ist und zugleich das Schönste, Herrlichste, was wir uns vorstellen können.« So sieht es Maxim Biller. Direkt und leidenschaftlich erzählt er davon, wie es ist, wenn Menschen einander lieben oder bekämpfen und dabei merken, daß es nur diese eine Welt gibt, in der sie ihr Glück verlieren und wiederfinden können. Bei ihrer großen Glückssuche läßt Biller sie nie allein. Der Blick auf seine Figuren ist mal besorgt, mal ironisch, mal zornig, aber immer zutiefst menschlich.
»Man muß sich auf echte Gefühle einigen, in den Momenten der Liebe, des Hasses und der Entrüstung man muß glauben, daß im wirklichen Leben Schluß ist mit kecken Posen. Im echten Leben und in der Literatur«, meint Biller. Lesen Sie hier das Beste von ihm. Inhalt - Der perfekte Roman (aus: Land der Väter und Verräter) - Rosen, Astern und Chinin (aus: Wenn ich einmal reich und tot bin) - Ein ganz normales Leben (aus: Bernsteintage. Erzählungen. Voraussichtlicher ET: Herbst 2004) - Der Joint (Süddeutsche Zeitung, 31.5.2001, SZ-Serie Das war die BRD) - Cilly (aus: Wenn ich einmal reich und tot bin) - Deutscher wider Willen (aus: Deutschbuch) - Motti Wind (aus: Die Tochter) - Ein Meister aus Deutschland (aus: Deutschbuch) - Auschwitz sehen und sterben (aus: Die Tempojahre) - Land der Väter und Verräter (aus: Land der Väter und Verräter) - Tischmann wird älter (Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 29.9.2001) - Adam und Esra (aus: Blaue Löwen. Roman. ET: März 2003) - Die Schwierigkeiten beim Sagen der Wahrheit (aus: Deutschbuch) - Drei Partien Scheschbesch (aus: Deutschbuch)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ardeo ergo sum 2 von 5 Punkten Ich finde Maxim Billers Literatur noch lange nicht ueberfluessig. Leider gibt es noch viel zu viele Dinge, die wir mit Samthandschuhen anfassen und nicht offen ansprechen. Es ist gesund und wichtig fuer die Zukunft eines Volk, irgendwann den Mantel der Normalitaet wieder zu tragen. Wenn ich Billers Aufsaetze lese, dann fuehle ich aber, dass unter diesem Mantel noch vieles am Arbeiten ist und noch bearbeitet werden muss. Ich moechte nicht blind sein und taub sein, ich moechte fuehlen, was richtig ist und nicht muede werden, dafuer zu kaempfen. Danke Biller, dass du mich immer wieder erinnerst!
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Papiertiger: Eine Geschichte in fünf Episoden Radek Knapp Taschenbuch, August 2004 Verkaufsrang: 383890 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Aufseher im Paviangehege? Mietweihnachtsengel bei der dubiosen Agentur "Schenken von oben"? Walerians bisheriger Karriereweg gleicht einem einzigen Betriebsunfall. Als Knirps hatte er die wertvolle Armbanduhr des Vaters in ihre Bestandteile zerlegt, ohne den folgenschweren Vorgang wieder rückgängig machen zu können. Danach geschah nichts Erwähnenswertes mehr in Walerians Leben. Er blieb ein Mann ohne Eigenschaften, antriebslos, umso genauer dafür in der Beobachtung des alltäglichen Wahnsinns. Nun jedoch, nach zähen Wanderjahren durch sämtliche Talsohlen des Daseins, scheint der Sinnsucher seine Bestimmung gefunden zu haben. Walerian hat einen Bestseller geschrieben! Der Anruf des Frankfurter Verlegers war aus heiterem Himmel gekommen. Fast hatte Walerian sein Papiertiger-Manuskript vergessen gehabt, diese in seiner Zeit als Pfleger in einem Wiener Altenheim zwischen Bettpfannen- und Gebisswechseln gesammelten Geistesblitze. Walerian Gugania, ein literarischer Shootingstar! Kaum jedoch umlagern ihn auf der Verlegerparty hyänengleich die Feingeister und Kunstsinnigen dieser Welt, beginnt er sich zu seinen Pavianen zurückzusehnen. Doch das literarische Karussell kreist erbarmunslos. Eine ausgedehnte Lesereise beginnt. Radek Knapps sympathischer Loser entdeckt mit naivem Kinderblick eine Kulturschickeria, die am liebsten um sich selbst kreist. Menschliche Frostlandschaften offenbaren sich hinter dünn wissendem Lächeln. Pirschende Autogrammjägerinnen und schmachtende Verlegergattinnen, die Walerians früheres Ich keines Blickes gewürdigt hätten, kleben an des Dichters Lippen, mag ihnen auch der größte Nonsens entströmen. Vergnüglich bis dahin, erfährt das ohnehin nur etwas über 100 Seiten starke Büchlein im letzten Viertel eine merkwürdige Wandlung. Knapps scharfzüngige Realsatire auf Literaturbetrieb und abgehobene Lifestyle-Philosophien, geht sanft in die Knie. Womöglich trieb ihn die Sorge um, den leichten Anfangssound nun mit einer Botschaft krönen zu müssen. Ernst und Bedeutung schleichen sich ein, das Gift jeder Satire. Walerian, erfolgreich installiert in der besseren Gesellschaft, wird vom Autor mit deren Zynismus und falscher Abgeklärtheit ausgestattet. Dahin ist die Lebensklugheit des Toren. Am Ende gleicht er jenem Papiertiger, den er geschaffen hatte. Zahnlos, aber mit aufgerissenem Maul. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Eitelkeit 5 von 5 Punkten Manchmal ist es schwer sich seiner eigenen Eitelkeit bewußt zu werden. Das Buch Papiertiger ist so ein Prozeß. Es geht nicht nur um die Eitelkeit eines Autors oder Künstlers, sondern des Menschen an sich. Papiertiger zeigt sehr anschaulich wie dieser Prozeß bei uns allen funktioniert. Man glaubt über sich selbst und die Umgebung Kontrolle zu haben, aber ehe mansich versieht ist die Kontrolle dahin. Es ist wie mit dem Spruch: Ich warte bis mein Leben anfängt, aber es geht nur weiter. Papiertiger hat mir das klargemacht.
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Meeres Stille Stefan Beuse Gebundene Ausgabe, Oktober 2003 Verkaufsrang: 403769 Ein entlegenes Ferienhaus im französischen P rigord: Dort will der erfolgreiche Journalist Viktor Callner mit seiner Familie Urlaub machen. Doch es liegt eine unerklärliche Beunruhigung über ihm und seiner Frau. Dann taucht ein Fremder auf und mit ihm eine lange verschwiegene Vergangenheit ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Superklasse! 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist richtig schön zu lesen. Der Anfang muss erst etwas anlaufen, aber dann führt uns Stefan Beuse Stück für Stück in die Verstrickung einer Familie ein, die ein großes Geheimnis inne hat und es um jeden Preis geheim halten möchte, bis sie es - letztendlich - nicht mehr kann. Das Ende könnte - meiner Meinung nach - etwas spektakulärer ausfallen, aber so wie es ist, ist es auch ok :-) Auf jeden Fall sollte man dieses Buch gelesen haben!
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Agnes Peter Stamm Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 443908 Es ist ein schmales Bändchen, mit dem der Schweizer Autor Peter Stamm sein Debüt als Schriftsteller gibt. Vordergründig erzählt er eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen einer amerikanischen Physikstudentin und einem jungen Journalisten, der Nachforschungen zu seinem Buch über Eisenbahnen betreibt. Doch glückliche Liebesgeschichten sind nicht interessant, "denn Glück macht keine guten Geschichten" meint Agnes, und so ermuntert sie ihren Freund, eine Erzählung über sie und ihre Liebe zu erfinden. Es geht nicht gut aus, denn immer mehr greift die erfundene Handlung in ihre Realität ein und bald verschwimmt für die beiden die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Peter Stamm hat in seinem ersten Roman Agnes das gar nicht so leichte Kunststück fertiggebracht, einen gehaltvollen Inhalt durchsichtig schillernd und schwebend leicht wie eine Seifenblase zu verpacken -- sehr zur Freude seiner Leser. --Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
von der kühle der nähe 5 von 5 Punkten so minimalistisch der titel ist, so konzentriert und silhouettenhaft entspinnt sich hinter dem buchdeckel eine sprachlose liebesgeschichte, die sich im spiel, die eigene liebe virtuell zu fiktionalisieren, verliert.
im zeitlosen dasein an einem nichtort - die existenz in der fremde sowie das erzählen am pc erscheint wie eine stasis - vollzieht sich ein nahezu trotzig beschworenes drama.
karg und artifiziell mutet die sprache an, ist aber auf die wesentliche aussage konzentriert und in ihrer konsequenz endlos traurig. stamm skizziert den versuch einer liebe in zeiten des virtuellen daseins und zeigt die beziehungsunfähigkeit einer generation, die in ihrer selbstreferentialität und fatalistischen projektion das private scheitern kommentar- und reaktionslos erleidet.
die lektüre hinterlässt einen kloß im hals und hilflose wut. oder ist es erkenntnis ...?
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Erste Liebe Alexa Hennig von Lange Gebundene Ausgabe, September 2004 Verkaufsrang: 316498 Lelle, die wunderbare freche Lelle aus "Ich hatte einfach Glück", ist zuhause ausgezogen. Direkt in Vaters Büroräume, genauer: in das leerstehende Hinterzimmer. Das hat einen Vorteil - morgens wird sie pünktlich vom Staubsauger geweckt - und viele Nachteile. Wenn Lelle nachts "jemand mit nach Hause" bringt, lässt sie das Licht lieber aus, denn zwischen Aktenschränken zündet die Romantik nicht. Doch genau die braucht sie jetzt eigentlich dringend. Arthur, ihr Freund, ist nach Afrika gegangen und hat sie mit allem allein gelassen: der ängstlichen Mutter, dem cholerischen Vater, der unberechenbaren Schwester Cotsch und der langweiligen Freundin Tessi... Ein lustig-nachdenkliches Buch über die erste Liebe, die immer wieder neu zu entdecken ist.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Einfach klasse! 5 von 5 Punkten Diese Buch ist einfach klasse. Man kann gar nicht mehr aufhören es zu lesen. Für jeden der Jugendlich ist, oder sich gerne mal wieder an seine Jugend zurück erinnern will ist es einfach nur empfehlenswert. Die Schreibweise von Alexa Hennig von Lange ist total verständlich und macht das Buch nur noch viel interessanter.
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Houwelandt. Buch mit DVD John von Düffel Gebundene Ausgabe, September 2005 Verkaufsrang: 287778 »The making of
« Houwelandt ein Roman entsteht Der Autor John von Düffel und der Dokumentarfilmer Jörg Adolf haben sich getroffen daraus wurde ein unvergleichlicher Film über die Entstehung des Romanes Houwelandt, den Elke Heidenreich in Lesen! vorstellte und der sich über Wochen auf der Bestseller-Liste platzieren konnte. Von den Mühen des Schreibens, von der Zusammenarbeit mit dem Verlag bis hin zu den Büchertischen im Handel und ersten Lesungen die Kamera war immer dabei. Die Kino-Uraufführung findet statt beim Münchener Filmfest. Eine Produktion von ZDF/3sat/Caligari Film München Houwelandt ein Roman entsteht wird gesendet am 25. September um 21.15 Uhr auf 3sat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
interessantes, sehenswertes MakingOf 5 von 5 Punkten Wir haben uns diese DVD im Deutsch-H-Kurs angeschaut, und ich fand es wirklich interessant zu sehen, wie ein Buch entsteht.
Es ist weitaus komplexer als man denkt, jedes Wort scheint durchdacht zu sein, zahlreiche Lektoren sowie Bekannte werden nach Korrektur und Meinung gefragt.
Diese DVD behandelt sowohl die eigenen Gedanken von dem sympathischen Düffel (wie er eine Obzession für's Schreiben entwickelt hat) als auch Einblicke in die Diskussionen über Cover-Gestaltung, Buch-"Definition" (Familienroman oder Generationsgeschichte?), Marketing und auhc einige Einblicke in Düffels Privatleben (Joggen, Pendeln zwischen Hamburg <--> Bremen) sind gegeben.
Der Author erscheint mir etwas suspekt ("ich lebe seit 7 Jahren in einer WG mit meinen Romanfiguren"), er braucht ziemlich lange, um seine Sätze in die Kamera zu sprechen und er gibt schnell klein bei bei Korrekturen Anderer. Trotzdem ist er ein freundliches Wesen, der den Betrachter/Leser durch den ganzen Film hindurch locker und durchdacht begleitet.
Wer sich auch allgemein für die Arbeit von Schrifstellern interessiert, den kann ich diese DVD wirklich empfehlen.
Vorallem, weil es nicht gefaked und gespielt aussieht, sondern authentisch rüberkommt.
Gut, man kann drüber streiten, ob nicht auch das nur Schein ist, trotzdem empfand ich diesen Bericht als überzeugend und nachvollziehbar.
Das Buch habe ich nicht gelesen, allerdings interessiert mich das Thema auhc nicht allzu sehr.
Wahrhaftige Einblicke 5 von 5 Punkten Vorweg gesagt: Ich habe weder dieses Buch noch ein anderes von John van Düffel gelesen und mir Houwelandt eigentlich nur wegen der beigelegten DVD gekauft. Doch alleine wegen dieser Dokumentation hat sich der Erwerb gelohnt. Sie zeigt den Prozess der Entstehung und Vermarktung eines Buches auf eine absolut schonungslose Weise, wobei der Mut aller Beteiligten nicht hoch genug anzurechnen ist, sich mit ihren Schwächen und Marotten öffentlich zu machen. Besonders von Düffels Arbeit mit dem absolut humorfreien Lektor Christian Döring ist ein Schock, denn man spürt die heiße Luft und sieht den Schaum, den dieser ehemalige Suhrkamp-Lektor schlägt. Spätestens ab diesem Moment möchte man John von Düffel in den Arm nehmen, ihm über den Kopf streichen und sagen, es wird alles gut. Doch wer den Film zu Ende sieht, weiß, dass es nicht stimmt und wohl auch nicht simmen darf.Man kann zu seinen Büchern stehen, wie man will, seine Sprache zu schön finden, seine Geschichten zu leise, am Ende bleibt nur eine Überzeugung: Dieser Mann, der so sympathisch, redlich und besessen ist, verdient jede Unterstützung. Und sei es nur, damit er endlich so viel Geld hat, um aus seinen sozialen Wohnungsbau herauszukommen. Nur in einem Punkt hat er Unrecht: Wenn er sagt, er gehöre nicht in diesen Literaturbetrieb und fühle sich fehl am Platz, hat er die falsche Perspektive eingenommen. Es ist dieser Literaturbetrieb, der nicht zu ihm passt. |
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