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| Junge Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Die Unvollendeten Reinhard Jirgl Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 442842 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Von den Vertreibungen aus dem Sudetenland und dem Berlin des Jahres 2002: Reinhard Jirgl - der große Chronist deutscher Vergangenheit und Gegenwart - erzählt die Geschichte von vier Frauen aus der Kleinstadt Komotau, die nach dem Zweiten Weltkrieg übrig geblieben sind: die siebzigjährige Johanna, deren Töchter Hanna und Maria und die siebzehnjährige Enkelin Anna. Eine Familiensaga von Heimatlosen, die der Verlust bis heute nicht los lässt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Unerträglich 1 von 5 Punkten Mag ja sein, dass der Autor ganz talentiert ist - das Problem ist aber, bei dieser unmöglichen Art von Rechtschreibung legt man nach spätestens 10 Seiten das Buch völlig entnervt zur Seite. Man hat doch im Allgemeinen besseres zu tun, als sich durch wie Kraut und Rüben verteilte Satzzeichen und verquere Rechtschreibung zu quälen, und möge der Text noch so gut sein. Gäbe es die Möglichkeit, keinen Stern zu geben, hätte ich das getan!
Macht Geschichte eindrucksvoll erlebbar 4 von 5 Punkten Das Buch habe ich in wenigen Tagen ausgelesen, wobei die erste Hälfte flüssiger geschrieben ist als die Zweite. Es hat mir die Verhaltensweisen meiner Großväter- und Vätergeneration verständlich werden lassen weil in unserer Familie über das Trauma Vertrieben sein und in der "Fremde" Fuß-fassen-müssen niemals so offen geredet wurde.-Insofern eigentlich 5 Sterne. Die eigenwillige Rechtschreibung erschweren das Lesen sehr. Außerdem wird es in einigen Kapiteln erst recht spät klar, wer der jeweilige Ich-Erzähler ist. Dabei leidet m.E. das Verständnis des Inhalts sehr. Daher einen Stern Abzug. |
Animationen Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, 1999 Verkaufsrang: 842580
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
grandios 5 von 5 Punkten Thomas Hettche ist ein großer Essay gelungen, dessen brillanter Stil in jedem Winkel der Serenissima, ob auf der vergilbten Seite eines alten Folianten oder der abgelösten Tapete eines Stundenhotels, beschriebene Haut findet und mit souveräner Neugier kosmische Tiefen auslotet: Spannend, elegant,wortmächtig. Was Greenaways "Prosperos Books" für das Kino war, sind die Animationen für die Literatur.
Ein schwieriges aber lohnendes Buch 5 von 5 Punkten Hettche schreibt in Venedig über Venedig und seine seltsame Grenzkonstruktion zwischen Wasser und Land, geht über zu anderen Grenzen - denen von Literatur und Kunst. Er spannt einen weiten Bogen zwischen der künstlerischen Betrachtung von Körpern über Arretinos pornographische Gedichte bis zur anatomischen Sicht auf den Menschen. Hettche findet Gemeinsamkeiten und Entwicklungen, umkreist sein Thema und kehrt immer wieder nach Venedig zurück.
Klicken durch die Kultur des Abendlandes 4 von 5 Punkten Das Essay hat seit Montaigne nichts an seiner Anziehungskraft, seinem leichten erzählend- informierenden Stil verloren. Thomas Hettche begibt sich auf die Suche nach der Herkunft seiner Wörter und Medien. Der Leser begleitet seine essayistische Reise mit Goethe in die Schweiz und Flaubert in den Orient. Alles strebt auf die alte Serenissima Venedig zu, dort treffen sich die Spuren. Dort, so seine These, entstanden unsere kulturellen Bilder der Liebe. In Venedig trafen sich erstmals die anatomischen Betrachtungen des Körpers mit denen der Kunst und Literatur. Dort liegt der Ursprung der anatomischen und pornografischen Körperschau der Träume, Kunst und Literatur. Das Buch beschränkt sich aber nicht auf ein Thema. Hettche spannt den Bogen von der Unbeschreiblichkeit der Fresken Tizians bis zur Raumkapsel Pioneer 10. Er verbindet auf wundersame Weise das Einwahlgeräusch eines Modems mit den Ratten und dunklen Gestalten Venedigs. In dem Buch finden sich einige Illustrationen und immer wieder Fußnoten, die auf Erklärungen oder Internetseiten am Ende des Buches hinweisen. An dieser Stelle liegt auch das Hauptmanko des Buches: stets muss man blättern, um zu den Anmerkungen zu gelangen. Wieder und wieder den PC bemühen, der ja meist nicht gerade in der bevorzugten Leseecke steht. Hat man aber erst einmal die "geografischen" Voraussetzungen geschaffen; den Kopf frei von der Außenwelt, der PC summt leise und der Tee ist noch heiß, begibt man sich auf eine wundersame Reise in die Welt eines wunderbar "animierten" Wissens in das alte Venedig, die ewig alte Stadt und deren Künste. Ein ideales Herbstbuch.
Die hinkende Begrenzung 1 von 5 Punkten Zwei Dinge waren spannend: 1. Die Zusammenführung von Pornographie und Anatomie 2. Die etymolgischen Untersuchungen Ansonsten begrenzt in den philosophischen Diskursen und hinkend in der Leichtigkeit seines Assoziationsvermögens. Ein ärgerliches Buch, darum rausgeschmissenes Geld. |
33 Augenblicke des Glücks: Aus den abenteuerlichen Aufzeichnungen der Deutschen in Piter Ingo Schulze Gebundene Ausgabe, Oktober 2003 Verkaufsrang: 594215 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die einzelnen Episoden dieses im besten Sinne elektischen Bandes erzählen von einer Stadt, die Generationen von Schriftstellern, Künstlern, Musikern - und Lesern - fasziniert hat. Einer Stadt, wo aus jedem Kanaldeckel die Geschichte hervorzuquellen und jede Mauer von einer frischen Patina überzogen scheint. Doch trotz dieser alles überlagernden Pracht des Vergänglichen, das nie vergeht - oder gerade ihretwegen -, eignet sich 'Piter' vorzüglich als...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ein fantastisches Debüt 5 von 5 Punkten Berühmt geworden (zu Recht!) ist Ingo Schulze durch das Erzählungsbuch "Simple Storys" und seinen Wende-Roman "Neue Leben". Aber mein Favorit ist nach wie vor sein erstes Buch mit dem poetischen Titel "33 Augenblicke des Glücks". ("Handy", sein viertes Buch, steht noch auf meiner Leseliste.)
Schon in seinem Debüt von 1995 weiß Ingo Schulze zu begeistern. Es enthält traumhaft schöne, zum Teil höchst fantastische Geschichten aus Sankt Petersburg. Jede dieser kurzen Geschichten ist ein "Augenblick des Glücks". Die Stadt an der Newa ist die fabelhafte Kulisse für Schulzes mit Witz und voller Poesie erzählte Fantasiestücke, die manchmal an den Romantiker E.T.A. Hoffmann erinnern, aber auch von der russischen Literatur inspiriert sind.
"Vor einem Jahr erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch und fuhr mit der Bahn nach Petersburg." Der Beginn des Buches stimmt mit Ingo Schulzes Leben überein, wie der Autor in einem Rückblick auf sein Debüt erzählt hat ("Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt", herausgegeben von Renatus Deckert). Auch die Veröffentlichung seiner Geschichten war für den Autor ein "Augenblick des Glücks". Er schreibt: "Beinah genauso wichtig wie der Beginn des Schreibens war dann jener Augenblick, in dem ich im Verlag saß und meine spätere Lektorin mich nach einer halben Stunde Plauderei fragte: Wären Sie denn bereit, uns das Manuskript anzuvertrauen? Ich weiß nicht, wie ich in diesem Moment aussah. Ich weiß nur, dass ich beinah laut losgelacht hätte, weil ich selbst kurz davor gewesen war zu fragen: Wären Sie denn unter Umständen bereit, sich dieses Manuskripts anzunehmen?"
Damit war der Schriftsteller Ingo Schulze geboren!
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Ich und Kaminski Daniel Kehlmann Broschiert, Juli 2007 Verkaufsrang: 592784 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Daniel Kehlmann schrieb einmal: Aus irgendeinem Grund hören viele Menschen einen Text lieber, als ihn selbst zu lesen, und sie hören ihn lieber dargeboten von einem stotternden und hustenden Vorlese-Dilettanten, der sein Verfasser ist, als von einem Profi. Und dann machte er sich daran, selbst als Vorleser seines Romans Ich und Kaminski auf drei CDs zu dilettieren und so seine eigene Aussage zu bestätigen. Gehustet und gestottert wird zwar nicht, aber Kehlmanns Vortrag ist doch dazu angetan, sich ein allgemeines Verbot von Autorenlesungen zu wünschen. Umso mehr, wenn man vergleicht, wie genial und berauschend, Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt vom Schauspieler Ulrich Matthes interpretiert wurde. Der Schuss geht leider gleich doppelt nach hinten los. Durch den eher unangenehmen und laienhaften Vortragsstil des Autors treten die literarischen Schwächen des Romans noch deutlicher hervor. Und eigentlich muss man sich wundern, dass Kehlmann sich mit seinem nächsten Roman, dem gefeierter Bestseller Die Vermessung der Welt, so steigern konnte. Auf dem Cover wird der Autor zitiert: Mit Ich und Kaminski habe ich mir die Komik als Stilmittel erarbeitet. Wenn das stimmen sollte, dann merkt man es dem Roman leider nicht an. Am schlimmsten aber ist, dass der Autor seinen Text mit einem Tonfall liest, als wäre er schreiend komisch. Also Finger und Ohren weg. Wer ein Hörbuch von Daniel Kehlmann haben möchte, sollte unbedingt zu Die Vermessung der Welt greifen. --Christian Stahl Spieldauer: ca. 215 Minuten, 3 CDs, Autorenlesung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)
Mein Favorit 5 von 5 Punkten Habe alle Kehlmanns gelesen und bin von fast allen begeistert, aber dieser hat mich sicher am lautesten zum Lachen gebracht. Feinste Ironie trifft auf Slapstick.
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Nox Thomas Hettche Unbekannter Einband, 1995 Verkaufsrang: 1322847 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Nox - Nacht, das ist die Nacht, als die Mauer fiel. Die Nacht, nach der sich alles änderte. Auch für das junge Mädchen, das einen Mord begangen hat, vor seiner Tat flüchtet und sich im nächtlichen Berlin Ausschweifungen mancherlei Art hingibt. Hettche erzählt von der Irrfahrt des Mädchens, von einem Schiff, das auf dem Landwehrkanal Richtung Osten fährt, von einem Ostberliner Anatomen, einem Geräuschemacher und von einem Wachhund an der innerdeutschen...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Bitte nicht mit dem Kopf schreiben! 1 von 5 Punkten Angeblich ist das ein Wendezeit-Roman. Ich kann mich aber des
Verdachts nicht erwehren, dass der 9. November 1999 als Tag der
Handlung nur gewählt wurde, damit über den zeitgeschichtlichen Rahmen
ein Bedeutungskontext hineininterpretiert werden kann, den das Buch in
Wahrheit gar nicht hat.
Es muss irgendwo in Deutschland eine Schreibschule geben, die darauf
besteht, dass Detailgenauigkeit, Faktenreichtum und Akribie bei der
Recherche genügen, um einen guten Roman zu schreiben. Sie genügen
nicht! Und es genügt auch nicht, eine Folge drastischer Szenen in
einen einzigen Tag zu pressen, um atmosphärische Dichte zu
erzeugen. Das hat früher bei Wolfgang Koeppens "Tauben im Gras" nicht
richtig hingehauen, und es funktioniert bei Hettche im neuen
Jahrtausend ebenfalls nicht.
Also gut: Die Mauer ist offen, man kann sich auf den Rücksitz eines
Trabi setzen, dort koitieren und gleichzeitig über die Grenze
fahren. Man kann sich Zigaretten auf der Haut ausdrücken lassen und
dabei an die Heilung von Wunden denken, weil die Grenze ja auch so was
wie eine Wunde gewesen ist. Na und? Da wird dick aufgetragen, und weil
eben doch kein rechter Tiefsinn aufkommen möchte, immer dicker und
dicker. Es klaffen die Wunden, es eskalieren die Exzesse. Das Ganze
ist weder glaubwürdig, noch überzeugend.
Natürlich hat sich da wieder einer extrem viel Mühe gemacht, hat seine
ganze Sprachgewalt bemüht, hat genau recherchiert, an den Sätzen
gefeilt. Er kann schreiben, der Hettche, und er kann denken, nur
kriegt er leider beides nicht zusammen. Über der Eleganz seiner Sätze
hat er die einfachsten Fragen vergessen: Warum das alles? Warum die
Maueröffnung mit einer klaffenden Wunde vergleichen, und nicht mit
einer heilenden? Das Gegenteil wäre doch näher gelegen, oder? Bestimmt
hat Hettche darauf eine kluge Antwort, und vielleicht steht sie sogar
im Text und ich habe sie nicht gefunden. Sie würde mich nicht
überzeugen, kännte ich sie, denn das Buch als solches überzeugt mich
einfach nicht.
Seit Joyce' Ulysses gibt es immer wieder Autoren, die sich der
Herausforderung stellen, die darin besteht, die Handlung eines Romans
auf einen einzigen Tag zu konzentrieren. Der schon erwähnte Koeppen
hat das vor Jahrzehnten getan, und es ist intellektualisierendes
Epigonentum dabei herausgekommen. Zeitschmerz in feinstem
Romandeutsch. Genau daran ist auch Hettche gescheitert: Am seinem
klugen Kopf, an seinem literarischen Feinsinn, mit dem er seine wilden
SM-Szenen nicht adelt, sondern ihnen das Leben entzieht. Sie sind
nämlich nicht lebendig, sondern papieren. Das bisschen Glaubwürdigkeit
ist im Bedeutungswust und im Faktenwahn verloren gegangen.
Ich wünsche mir wirklich, Hettche hätte ein wenig schlechter
recherchiert und seine Sätze etwas gröber gelassen. Dann hätte er
vielleicht mal Zeit und Muße gehabt, einen Schritt zurückzutreten und
seinen Text platt und glatt gegen die Wirklichkeit zu halten. Er wäre
dann unter Umständen sogar auf die Idee gekommen, die Lupe mal
wegzulegen und mit seinen gesunden Augen hinzusehen. Dann hätte er
sich gesagt: "Schreib doch bitte entweder eine SM-Geschichte, oder
einen Wenderoman. Aber nicht beides gleichzeitig, das kriegst du
nämlich nicht zusammen. Du nicht!"
Vom Rausch einer Nacht 2 von 5 Punkten „Nichts, dachte sie, wird so bleiben, wie es war." - Diese Worte der weiblichen Protagonistin des Textes fassen alle Ereignisse zusammen, die sich in „Nox" zutragen. Die Geschichte einer Nacht erzählt von einem Mord, der Identitätssuche einer Mörderin, dem Mauerfall sowie dem kollektiven und individuellen Taumel der Nacht, in der alles anders wurde.Ganz anders ist auch der ganze Text: Ein Ich-Erzähler, der schon nach dem ersten Kapitel stirbt; eine wechselnde Erzählperspektive, die sich zwischenzeitig einem Hund an die Fersen heftet; rauschhaft-perverse, fast irreale Szenen. Kurzum: Hettche ist es mit diesem Text gelungen, etwas Neues zu kreieren, das den Leser teils fesselt, teils verstört, teils mitreißt. Gekonnt spielt er mit dem Motiv des Schmerzes, der den ganzen Plot zu einer Einheit verschmelzen lässt: Durch die geteilte Stadt Berlin zieht sich eine Narbe, die weibliche Protagonistin leidet darunter, nicht zu wissen, wer sie ist, der Ich-Erzähler empfindet permanenten Schmerz in seinem Todeskampf und sogar Nebencharaktere wie David, auf dessen Rücken und Po Schriftzüge eingebrannt sind und dessen Eichel durch einen Schnitt vernarbt ist, sind vom Schmerz gezeichnet. Daneben verbindet auch der Rausch - aus verschiedensten Gründen befinden sich alle Menschen in einem Taumel der Nacht. Obwohl der Autor sein Handwerk meisterhaft beherrscht, weiß der Text gerade gegen Ende nicht mehr zu überzeugen. Zu surreal, zu paradox präsentiert sich dem Leser das „Theater der Anatomie". Was Hesse mit dem „magischen Theater" des „Steppenwolf" schaffte - seinem Roman im metaphorischen Bereich ein furioses Ende zu setzen - , gelingt Hettche in meinen Augen nicht. |
Zigarettenroman Maxim Biller, Doris Dörrie, Wladimir Kaminer Sondereinband, Januar 2004 Verkaufsrang: 1876215 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Mit je 10 Zigarettenromanen von Biller, Maxim / Dörrie, Doris / Kaminer, Wladimir / Krausser, Helmut / Westphalen, Joseph von. Box mit 50 Zigarettenhüllen. 5 Autoren schreiben je eine Geschichte zum Thema. In der Box enthalten sind je 10 Exemplare der einzelnen Stories.
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Spycher 2: Laudationes 2001-2005 Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, August 2006 Verkaufsrang: 2052484 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. Der Spycher: Literaturpreis Leuk zeichnet SchriftstellerInnen aus, die als Mittler zwischen den Sprachen und literarischen Formen agieren. Er besteht aus einem fünfjährigem Gastrecht in der Walliser Gemeinde Leuk und wird jährlich an zwei Autoren verliehen. Der Band versammelt alle Reden auf die bisherigen PreisträgerInnen: Andrea Köhler preist Durs Grünbein und Thomas Hettche, Christian Döring Lavinia Greenlaw und Michael Hofmann, Michael Maar Martin Mosebach, Marion Graf Daniel de Roulet, Roman Bucheli Marcel Beyer, Hubert Spiegel Felicitas Hoppe, Iso Camartin Barbara Honigmann und Dieter Bingel Adam Zagajewski.
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Simple Storys, lim. Sonderausgabe Ingo Schulze Taschenbuch, März 2005 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Mit seinem lakonischen, gänzlich unpathetischen Stil an die Tradition der amerikanischen Short Story anknüpfend, erzählt Schulze scheinbar einfache Geschichten. Was den Bewohnern der ostthüringischen Kleinstadt Altenburg, eines in der DDR verfallenen architektontichen Kleinods inmitten von Uran- und Kohleabbau, in diesem 'Simplen Storys' widerfährt, erscheint auf den ersten Blick nicht weiter ungewöhnlich. Und doch offenbart sich in den vielen kleinen Alltagsbegebenheiten das Zusammenstürzen einer ganzen Welt, jener traumatische Bruch, der sich nach 1990 durch so viele ostdeutsche Biographien zieht. Und so zeichnet er völlig unsentimental die Hoffnung und Hilflosigkeit, die Irrungen und Wirrungen und vielen tragikomischen Situationen, mit denen die Bewohner der ehemaligen DDR tagtäglich konfrontiert werden - befreit von einer Mauer, die sowohl Tragödien zeitigte als auch Sicherheiten gewährte.
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German Amok Feridun Zaimoglu Gebundene Ausgabe, August 2002 Verkaufsrang: 586274 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es sei "Zeit für infernalische Dekadenzen", meint Feridun Zaimoglu. So lautet jedenfalls das Motto, das der selbst ernannte Einpeitscher der Abteilung Kanak-Attack seinem neuen Roman German Amok voranstellt. Wer Zaimoglus bisherige Bücher kennt, darf saftige Sentenzen und sperrige Sprachbilder erwarten -- und wird auch nicht enttäuscht. Oder doch? Held des Romans ist ein namenloser, offenbar deutsch-türkischer Künstler, der in eine seltsame Beziehung verstrickt ist, die teils geschäftlicher, überwiegend aber geschlechtlicher Natur ist -- mit einer Dame, die uns gleich im ersten Satz als "Kunstfotze" vorgestellt wird, und offenbar der Mittelpunkt einer der zahlreichen Berliner Kunst-Subkulturen ist. Eine Beschäftigung als Bühnenbildner im Rahmen eines etwas surrealen Theater-Workshops in der ostdeutschen Provinz bringt jede Menge Abwechslung in das Geschlechtsleben des Erzählers, leider aber nicht in die Handlung des Romans, für den sich als Motto auch "Brot und Fickspiele" geeignet hätte. "Ich bin das Männchen, das sie benutzen, sie sind die Weibchen, die ich benutze." Dass Kunst viel mit sich Prostituieren zu tun hat, wird dem einen oder anderen Leser auch vor der Lektüre dieses Romans schon geläufig gewesen sein. Und dass ganz harte Burschen auch mal zarte Gefühle für soziale Randexistenzen entwickeln, mag ja sein. Aber muss man deshalb 255 Seiten lang mit dem Holzhammer erzählen? Von der "Ostbrut", die "eine Altarkerze nicht von einem Kunstharzdildo unterscheiden" kann, von "Drogenethnos", "Fotzenhändlern" und sonstigem "Dreck"? "Die Natur lohnt nicht, festgehalten zu werden", sagt der Erzähler, "sie ist nicht mehr als der Boden, der die Exkremente aufnimmt, die Nährstoffe vom endgültigen Unrat scheidet, und das verwertbare Material allen Geschöpfen bereitstellt, die davon kosten wollen." "This is hardcore" scheint Zaimoglu seinem Leser mit jeder Seite einbimsen zu wollen -- und gleichzeitig aber auch: Vorsicht, Leute, es ist Literatur! Was der deutsch-türkische Autor in seinem neuesten Roman macht, erinnert ein bisschen an die amerikanische Hardcore-Band Rage against the Machine. Wahnsinnig provokativ und rau -- und dabei garantiert mittelklassenkompatibel. Ein bisschen Brachial-Sound, ein wenig "F*** you, I won't do what you tell me!", und mehr oder weniger subtile politische (Sub-)Texte. Aber wie Rage schafft es auch Zaimoglu, seine Leser/Zuhörer hin und wieder mit ansatzlos eingestreuten lyrischen Elementen zu überraschen. Verbaler Freejazz, gekonnt phrasiert, bis dann wieder das übliche Brett kommt. "Wenn ein Mann sie anspricht, taucht sie aus ihrer Vertiefung auf, in die einzudringen sie immer imstande ist, und wehrt das Gefühl ab, es versuche der Fremde sie in eine Situation, ein Lebensbild, einzupassen." Unüberhörbar in all der Kolportagehaftigkeit, die den Roman leider auszeichnet, ist, Drastik hin oder her, der Wille zum hohen Ton -- und zur Kulturkritik: "Was, wenn der Menschendreck nur der natürliche Auswurf der auf ästhetische Standards kapitalisierten Gegenden wäre? Dann würde man den Wildwuchs hinnehmen nicht als Fehler des Systems, aber als Folge schöner Maßnahmen. Ohne Heroin und lockere Sitten kein Pop." Der Autor ist als Polemiker überaus begabt, als Apokalyptiker ganz manierlich, als Pornograf zu gewollt -- und als Romancier diesmal leider eine Enttäuschung. "Postmillenniumsscheiße" würde der Erzähler sagen: dem wir auch die Erkenntnis verdanken, dass man sich "als Kultursöldner keinen Charakter leisten kann." --Axel Henrici
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Starker Anfang, Sarkasmus pur 4 von 5 Punkten Ich habe sehr, sehr oft herzlich gelacht, als ich die ersten 100 Seiten las. Zaimoglu ist ein guter Beobachter und äußert sich sarkastischst über die Berliner Kunstszene, das Leben und den täglich Wahnsinn. Zur Schmähung von allem, was wer hasst, kreiert er Wortungetüme, die mir die Tränen in die Augen trieben vor lachen. Leider flacht das Buch nach hinten ab und hat auch keine wirklich runde Handlung, die stimmig endig.
Wenn man Bukowski, Easton-Ellis, Beigbeder oder Joachmim Lottmann mag und kein Happy End braucht, dann zugreifen. Wer mit negativer Energie in Schriftform nichts anfangen kann, dann Finger weg.
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Null. Literatur im Netz Thomas Hettche, Jana Hensel Taschenbuch, 2000 Verkaufsrang: 593156
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Viele Einzelblätter ... 1 von 5 Punkten Von einer witzigen Aufmachung (kommt als Einzelblattsammlung) abgesehen konnte ich den Sinn des ganzen nicht ganz verstehen. Ich habe mehrmals versucht, mich einzulesen und habe schließlich ziemlich entnervt aufgegeben. |
Gold Sibylle Berg Taschenbuch, September 2000 Verkaufsrang: 682590 Das Geheimnis von Castrop-Rauxel. Sibylle Berg versammelt alle bösen Aufsätze in einem Band und schreibt "Gold" darauf. "Vielleicht sollte irgendwer den Schrott lesen, bevor er ins Blatt genommen wird?", schreibt die zornige Leserin aus einer nordbayrischen Kleinstadt an den Chefredakteur der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT und kündigt erbost ihr Abonnement. 25 Jahre hielt sie dem Blatt nun schon die Treue, aber das ging nun doch zu weit. Lange genug ertrug sie die Beiträge dieser kapriziösen Jungautorin Sibylle Berg. Wen interessiert auch ein Artikel über das Geheimnis von Castrop-Rauxel. Diese nette, ruhige Stadt mitten im Ruhrpott, wo es jetzt überall so grün werden soll. Und mit so viel dufte Kultur in den stillgelegten Fabrikanlagen. Eine überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate stört da die Bilanzen, stört "das Virus der Friedlichkeit, der Sauberkeit von Straßen und Geist. Das den Verstand benebelt, Zufriedenheit macht und Angst vor allem Neuen." Oder warum sollte sich ausgerechnet Robert Worcester, Professor an der renommierten London School of Economics, die Absurdität seiner Studie von Frau Berg vorführen lassen, nach der in Bangladesch, das regelmäßig von Wirbelstürmen und Überschwemmungen heimgesucht wird, die glücklichsten Menschen der Welt leben: "Also frage ich die junge Frau in der Warteschlange, ob sie glücklich ist. "Ja", sagt die Frau. Dann erzählt sie, dass sie ihr Kind gestern verloren hat, und dass sie solche Schmerzen hat. Die Frau zeigt mir ihr offenes Bein. Wie soll das heilen in dem Dreck?" Solche und andere Texte aus den letzten Jahren versammelt der Band Gold. Reiseberichte aus Wien und Weimar, Porträts von Gerhard Schröder, Haruki Murakami oder Wiglaf Droste, Szenen von dem Tag, an dem sie sterben wollte. An Sibylle Berg scheiden sich die Geister, und das ist gut so. Die Anarchie des gesunden Menschenverstandes in den Texten der bissigen Feuilletonistin ist nicht immer zu ertragen. Dass dieser jedoch im tagespolitischen Statementgeschäft noch oft genug fehlt, zeigte nicht zuletzt die Rechtsradikalismusdebatte im Sommer 2000. Das Geheimnis von Castrop-Rauxel durfte dabei leider keine Rolle spielen. Damals wäre ein solcher Text Gold wert gewesen. --Jana Hensel
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
wenn das schon das Best of ist, 2 von 5 Punkten dann brauche ich von Frau Berg nix weiter zu lesen. Das Schlimmste an dem Buch ist, dass überall Leserreaktionen abgedruckt sind. Natürlich negative Reaktionen auf Frau Bergs Kollumnen. Sie will damit wohl zum Ausdruck bringen, dass sie da ja SOOOO drüber steht. Bei mir ist allerdings ein anderer Eindruck entstanden. Ich kann nicht bestreiten, dass ich manchmal bei der Lektüre dieses schönen Buches sehr gelacht habe, aber nicht oft genug.
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Hüter der Sonne Chenjerai Hove, Ilija Trojanow Gebundene Ausgabe, Dezember 1999 Verkaufsrang: 1014966 Längst ist Europa von bildender Kunst und Musik aus Afrika fasziniert. Von der zugrundeliegenden Weltsicht jedoch wissen wir wenig. Sie wird weiterhin hauptsächlich mündlich überliefert. Auf ihren Reisen zu angesehenen Ältesten legten die beiden Autoren 8000 Kilometer teils auf asphaltierten Straßen, teils auf holprigen Pisten zurück. Im Gepäck trugen sie Fragen nach den Zyklen des Lebens, den Elementen der Natur, dem Wirken der Ahnen und der Mittler. In langen Gesprächen vermittelten ihnen die Ältesten ihre Sicht von Moral, Zeit, Eigentum und Arbeit. Die Stimmen, die in diesem Buch zu Wort kommen, führen in eine originäre Gedankenwelt. Sie laden den Leser ein, an einem Reichtum teilzuhaben, den es noch zu entdecken gilt.Ilija Trojanow wurde 1965 in Sofia geboren. Nach der Flucht mit der Familie über Jugoslawien nach Italien erhielt er politisches Asyl in Deutschland. Er lebte zehn Jahre in Kenia und gründete 1989 den Kyrill & Method Verlag und 1992 den Marino Verlag in München. 1996 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Marburg. 1999 lebt Trojanow in Bombay, Indien. Veröffentlichungen: "In Afrika", 1993. "Naturwunder Ostafrika", 1994. "Hüter der Sonne", 1996. Die Romane: "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall", 1996. "Autopol", 1997. Der Bulgarien-Essay "Hundezeiten", 1999.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Zum Verweilen 5 von 5 Punkten Eine wunderschöne Sammlung von Weisheiten aus Zimbabwe, der bekannte Autor Chenjerai Hove aus Zimbabwe und sein europäischer Kollege Ilija Trojanow (bekannt durch Literatur zum Thema Afrika) reisen durch Zimbabwe und sammeln die Weisheiten der Ältesten, das Buch kann man auf jeder Seite aufblättern und sich dort festlesen, als Ergänzung zu den Texten sind wunderschöne Fotos enthalten. Auch sehr gut als Geschenk zu empfehlen. |
Simple Storys. Sonderausgabe zum Welttag des Buches: Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz Ingo Schulze Gebundene Ausgabe, April 2002 Verkaufsrang: 528016 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)
Buntes, aber arg konstruiertes Mosaik, das blass bleibt 3 von 5 Punkten Zu Beginn dieses Romans von Ingo Schulze, der nur scheinbar aus 29 Geschichten besteht, in Wirklichkeit aber die Schicksale eines guten Dutzends ,Ossis' aus der ,Provinz' erzählt , fällt es durch die Vielzahl der kurz hintereinander eingeführten Personen schwer, Zusammenhänge zu begreifen oder gar einen roten Faden zu finden. Im ersten Drittel des Buches treten pro ,Short Story' bis zu 10 neue Protagonisten auf, deren Beziehungen zueinander erst zum Ende hin nachvollziehbar werden.
Verstärkt wird die anfängliche Verwirrung noch durch den stark stilisierten Stil Schulzes, der Situationen und Umgebungen meist nur wie Regieanweisungen skizziert und dann auf Dialoge anstelle von Schilderungen setzt: Wichtige Ereignisse wie der Unfalltod einer Radlerin oder die Stasi-Vergangenheit eines Lehrers werden derart sparsam angedeutet, dass sie erst nach Variationen des Themas in anderen Geschichten ein klares Bild ergeben. Dagegen werden andere Personen recht zufällig eingeführt und ihr Schicksal bleibt unklar.
So weit, so kunstvoll bzw. konstruiert Schulzes Stil, der die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Gut gefallen hat mir dabei das schrittweise Ausbreiten der Entwicklungen und des Lebens der Protagonisten über circa 10 Jahre. Was leider auf der Strecke bleibt ist die Anschaulichkeit und damit der Effekt, den manche der Entwicklungen bei direkterer Beschreibung auf den Leser haben könnten. Solange man sich Geschehnisse nur zusammenreimen kann werden leider auch keine Emotionen und keine Botschaft transportiert. Es ,kommt also wenig rüber', salopp ausgedrückt: Weder vermittelt das Buch einen tieferen Einblick in die ostdeutschen Befindlichkeiten der 90er noch trägt es zum Verständnis der Hintergründe und Motive seiner Hauptpersonen bei. Es bleibt bei oberflächlichen Klischees über reiche Spekulanten aus dem Westen, Träume von der weiten Welt und Stasi-Vergangenheit. Für einen Schlüsselroman über die DDR scheint mir das zu wenig.
All too simple stories 3 von 5 Punkten Schulze's "East German Novel" is certainly that, but to call it *the* East German novel, as some have done, is going too far. The overwhelmingly positive response to this book given in higher literary circles at the time of its release is, in my eyes, undue praise.
Schulze's critique of the West's impact on East German life is veiled to a degree that it requires some digging to extract. His characters are lackluster and do not stand out from one another, even when they narrate their own stories.
Some praise the monotonous and unexciting tone of the book as mirroring the reality of life in the former GDR. I think Schulze could have done the same thing with more individualized characters and without the stilted speech and utter lack of focus.
Simple storytelling that doesn't quite live up to expectations. 3 von 5 Punkten The title of Ingo Schulze's second novel may seem misleading to some readers, as Simple Storys is anything but simple. Set in the small East German town of Altenburg straight after reunification, Schulze's novel intricately links the lives of its characters through seemingly unconnected chapters. This added level of complexity sets the novel apart from its well-cited equivalent, Sherwood Anderson's Winesburg, Ohio. Unlike Anderson, Schulze's characters reflect the situation of a society trapped between the memory of Communism and the reality of 'western' democracy.
However the novel does stay true to its title through its straightforward precise language, which may ring true with fans of Raymond Carver. Schulze's stories feel more believable because of this; the reader will not agonise over his political agenda, simply enjoy the fact that Schulze is, through a series of intriguing narratives, depicting a society undergoing political change. His subtle narration of such fragmented events as a meeting between new lovers, the concealment of a painful secret, a trip to Italy and a car accident with a badger will leave the reader feeling an enthralling mix of optimism and sadness as the characters struggle to sort out their confused lives.
Yet Schulze attempts to use the group of characters alone as the glue which binds his stories together. In doing so readers may become aware that Schulze's great strength in using straightforward language is actually one of the novel's greatest weaknesses, as it does not allow for unique and identifiable protagonists throughout each story. At times it may become necessary to flick back through previous chapters to remind oneself of an earlier character. Of course, this wouldn't be a problem if Schulze's aim was to create a book of short stories, but his attempt is at 'ein Roman aus der ostdeutschen Provinz', and I am sorry to say that some readers may decide that this is not achieved in Simple Storys. Despite this, readers who have an interest in this period of German history will no doubt appreciate Schulze's insightful tales into the struggles of the individual in the aftermath of the GDR.
Allzu simple Geschichten 3 von 5 Punkten Ingo Schulze nennt sein zweites Buch "Simple Storys" und im Untertitel einen "Roman aus der ostdeutschen Provinz". Die meisten Geschichten spielen in Altenburg, eine in Berlin, eine andere in New York und zum Schluß verirrt man sich nach Stuttgart. Seine Geschichten bilden durch die handelnden Personen einen Zusammenhang, in immer neuer Mischung tauchen sie in den "Stories" auf. Leute lernen sich kennen, andere trennen sich, wieder andere sterben. Einige werden mit ihrer Vergangenheit nicht fertig, andere nicht mit ihrer Gegenwart. Die Geschichten sind in genau beobachtete und beschriebene Ereignisse eingebettet. Die Situationen sind echt, sie sind "mitten aus dem Leben gegriffen".
Nur sie sind so gut wie nicht typisch für die Ossis. Es sind allenfalls Geschichten aus der Provinz. Gut, der eine hat eine angebliche Stasi-Vergangenheit, was schließlich dazu führt, daß er seinen Lehrerberuf quittiert und in der Irrenanstalt endet oder zumindest eine Zeit dort verbringt. Gut, es werden manchmal geradezu genüßlich "West-Produkte" samt ihrer Werbeslogans zitiert, aber das kann es ja wohl nicht sein. Seine Figuren geben sich die Hände, eine Frau beschimpft die Konkurrentin als "Westtussi", irrt sich aber. Und zu guter Letzt bekommt einer der "Ossis", ein "Edel-Ossi", da ohne Anstellung mit seiner akademischen Ausbildung nach der Wende im Universitätsbetrieb nicht zurechtgekommen, verwitwet und sein Sohn bei der Schwägerin auf Dauer "geparkt", da bekommt dieser Mann von einem Schwaben ein Veilchen verpaßt. Ach du meine Güte, humorlos sind auch Ossis.
Die Geschichten sind meisterlich erzählt, die Dialoge geben die Sprache der neunziger Jahre unseres Jahrhunderts wieder. Aber das Buch hinterläßt trotzdem nur einen schalen Geschmack. Es ist nichts als simples Geschwätz, hohl und vertan. Das vielfältige Lob kann ich nicht teilen. Neidlos anerkennen muß ich seine Art, zu beschreiben, Details darzustellen; aber wer solche Talente besitzt, sollt sie nicht an so kümmerlichen Dingen verschwenden lassen.
Wunderbar 5 von 5 Punkten Ich hatte dieses Buch lange auf meiner Leseliste, neulich bekam ich es geschenkt und habe es in zwei Nächten durchgelesen. Leicht und humorvoll und dennoch tiefgründig und wer je in der (ost-)deutschen Provinz gelebt hat wird damit eine Menge anfangen können. Zum Weiterverschenken an Weihnachten sehr geeignet.
Weitere Lesermeinungen |
Postcard Stories Summertime John von Düffel, Alex Capus, Silke Scheuermann, Eva Menasse, Ewald Arenz, u.a. Pappband, 1. Juni 2008 Verkaufsrang: 2837271 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 25 hochkarätige Autorinnen und Autoren entführen uns in den Sommer: Exclusiv für diese inzwischen fünfte Edition der so erfolgreichen Postcard Stories-Reihe haben sie Miniatur-Geschichten geschrieben, die auf eine Postkarte passen. Sommerlich schöne, verrückte und auch melancholische Stories zum Selberlesen, Sammeln und Verschicken. Für alle, die sich den Sommer nach Hause holen möchten.
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9. Open Mike: Internationaler Literaturwettbewerb deutschsprachiger Autorinnen und Autoren div. Taschenbuch, Februar 2002 Verkaufsrang: 1148000 Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 4 Wochen. Seit 1993 lesen an einem Wochenende im November vierundzwanzig junge Autorinnen und Autoren in der literaturWERKstatt berlin vor einem gespannten Publikum und einer kritischen Autoren-Jury. Sie sind noch ganz am Anfang ihrer schriftstellerischen Karriere, keiner ist älter als 35 Jahre, sie suchen nach einer ernsthaften Herausforderung in der Literaturszene und nehmen deshalb am Open Mike teil. Der Open Mike ist ein internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Literatur. Schon längst ist er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden. Die Zahl der Einsendungen aus der Schweiz, Österreich und aus Übersee belegen das. Nach 9 Jahren Open Mike gibt es auch schon Vorbilder für die Teilnehmer. Zum Beispiel die Bachmann-Preisträgerin von 1999, Terézia Mora, die erfolgreich am 5. Open Mike teilnahm und danach bekannt wurde. Auch Julia Franck, 2001 neben Adolf Muschg und Jens Sparschuh Mitglied der Jury, war 1995 Preisträgerin und ist nunmehr eine erfolgreiche Autorin. Weitere inzwischen anerkannte Autorinnen und Autoren zählten in den vergangenen Jahren zu den Preisträgern, u.a. Kathrin Röggla und Tim Krohn (1993), Karen Duve (1994), Tobias Hülswitt (1998) oder Jochen Schmidt (1999). Die vorliegenden 24 Textbeiträge sind aus nahezu 800 Einsendungen von Lektorinnen und Lektoren renommierter Verlage ausgewählt worden, erstmals gab es im Jahr 2001 einen Lektor speziell für Lyrikeinsendungen. Der mit insgesamt DM9000,- dotierte Preis ging 2001 an Nico Bleutge, Erika Anna Markmiller und Tilman Rammstedt. Der Open Mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der literaturWERKstatt berlin und der STIFTUNG PREUSSISCHE SEEHANDLUNG. Mit freundlicher Unterstützung der Pro Helvetia, taz. die tageszeitung und DeutschlandRadio Berlin.
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Das Sehen gehört zu den glänzenden und farbigen Dingen Thomas Hettche Broschiert, 1997 Verkaufsrang: 1134789 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Thomas Hettche, wichtiger und wortführender Essayist und Kritiker unter den jüngeren deutschen Schriftstellern, legt hier einen Essay vor, der den ganz besonderen Inszenierungen unseres Blicks und den daraus entstehenden Bildern, am Ende der Schriftkultur und Beginn eines Zeitalters der Bilder, nachgeht."Das Sehen gehört zu den glänzenden und farbigen Dingen", heißt es bei Aristoteles. Seit damals beschäftigt uns der Vorgang des Sehens, das Erzeugen von Bildern vor unseren Augen und auf unserer Netzhaut. Heute, da nicht nur Thomas Hettche ein Ende der Schriftkultur, wie wir sie kennen, für absehbar hält und ein neues Zeitalter der Bild-Kommunikation im Entstehen sieht, sind die alten Fragestellungen aktueller denn je: Wissenschaftliche Beobachtung als die scheinbar objektivste Form von Wahrnehmung und Erkenntnis war nie frei von einer bestimmten Inszenierung des Blicks, vom Theatrum anatomicum (dem Amphitheater, in dem Sektionen zu Lehrzwecken stattfanden) und den Lebenden Bildern bis zum Panorama und dem Kino. Thomas Hettches Essay geht nicht nur der Geschichte des Blicks nach, er IST eine Geschichte des Blicks und eine Geschichte der Bilder, angesiedelt vor dem Panorama Venedigs, dessen Bilder sich lange schon verselbständigt und ihre eigenen Geschichten generiert haben."Thomas Hettche hat sich, seit er vor acht Jahren mit dem Roman Ludwig muß sterben debütierte, noch nie wiederholt, und so macht er auch in seinem neuen Buch wieder etwas ganz Neues: er erzählt einen Essay. Kann man einen Essay erzählen? Hettche kann. ... Erzählen ist ein anatomischer Akt bei Hettche, und dieser erzählte Essay betreibt eine Anatomie des Blicks. Hettches Blick ist ein Blick in den Spiegel; reflektiert wird der menschliche Körper, wahrgenommen wird er von dem Auge, das zu diesem Körper gehört. "... Im Wort erzählt wird eben der Blick, vor allem der auf den Körper: 'Wenn ich onaniere, schließe ich die Augen nicht mehr.' Ende der Literatur? Vonwegen!" (Friedhelm Rathjen in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG)"Was aber wird, wenn Sprache nicht mehr der universale Code sein wird, der die Welt aufschließt? Wenn jene blinkende, tönende und sprachlose Bilderwelt, die einst Natur hieß, wiedererscheinen wird in Form der neuronalen, namenlosen Datennetze, in denen das Selbstgespräch dieses Planeten bald schon stattfinden wird? Wenn Entscheidungen und Denkprozesse die Form von Naturkatastrophen annehmen, Datenstürme und Gigabyte-Fluten um die Erde ziehen und die Gebäude der Sprach-Welt, in der wir noch wohnen, abgebrochen und unter dem Sand der Bilder begraben sein werden? Werden wir noch einmal in jener Welt, in der die Dinge wieder keine Namen haben werden, zu sprechen beginnen wie einst, als vor dem Meer oder unter einem großen Himmel ein einzelnes Wort - und das war das Skandalon von Sprache - plötzlich Bestand hatte gegen die brüllende Allgewalt der Bilder, die in Augen und Ohren stürzten? ... Angesichts des technischen und also existenziellen Paradigmenwechsels, der sich zu ereignen begonnen hat, ist die Suche nach dem, was in der Welt uns benennt und bewahrt, die einzige, die lohnt."
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Wasserfarben Thomas Brussig Taschenbuch, 2002 Verkaufsrang: 705718 Anton Glienicke, Abiturient einer Elite-Oberschule,auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Volle Punktzahl! 5 von 5 Punkten Volle Punktzahl! Ich bin anfangs sehr skeptisch an das Buch heran gegangen, da ich es mit dem Deutsch LK lesen musste und ich nicht davon ausgegangen war, dass man in der Schule auch gute Bücher lesen kann. Thomas Brussig hat jedoch mit seinem Roman Wasserfarben mein Weltbild gedreht. Er hat es geschafft, in einem Buch alles zu verpacken was ein Buch überhaupt brauchen kann. Er erzählt eine Spannende Geschichte aus seinem Leben, die er in einer humorvollen, lässig-ironischen und dadurch unterhaltsamen Schreibweise verfasst hat. So gelingt es ihm, dass man sich zu jeder Situation perfekt in den Protagonist Anton hinein versetzen kann. Brussig stellt in seinem Roman die großen Sinnfragen und es gelingt ihm einfach alles so ins Ironische zu ziehen, dass man nach dem lesen jeder Seit wieder denkt: Der hat den Nagel auf den Kopf getroffen!.
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Inkubation Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, 30. Juni 1992 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Spannend verwobene Konstruktion 4 von 5 Punkten Ohne Seitenzahlen kommt die Hypertextausgabe des Buches daher. Statt dessen gibt es Koordinaten, die die Position der z. T. bizarren bis abstoßenden, immer jedoch interessanten Geschichten angeben. Die Geschichten oder Episoden kommunizieren miteinander, unterhalten sich in einem Buch über Kunst, über Literatur und die Beziehung zwischen Text, Autor und Figuren. |
Inkubation Thomas Hettche Sondereinband, 1992 Verkaufsrang: 2446564 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Spannend verwobene Konstruktion 4 von 5 Punkten Ohne Seitenzahlen kommt die Hypertextausgabe des Buches daher. Statt dessen gibt es Koordinaten, die die Position der z. T. bizarren bis abstoßenden, immer jedoch interessanten Geschichten angeben. Die Geschichten oder Episoden kommunizieren miteinander, unterhalten sich in einem Buch über Kunst, über Literatur und die Beziehung zwischen Text, Autor und Figuren. |
Ludwigs Tod Thomas Hettche Broschüre, 1988
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