|
| Junge Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Blick übers Tal. Regard sur la vallée Barbara Honigmann Gebundene Ausgabe, 1. September 2007 Verkaufsrang: 108073 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Die von Thomas Hettche in jährlichem Zyklus herausgegebenen kleinformatigen Leinenbände der Edition Spycher versammeln die Zeugnisse einer ungewöhnlichen Liaison: Texte jener Schriftsteller, die sich als Preisträger des Spycher: Literaturpreis Leuk darauf eingelassen haben, über fünf Jahre hinweg in dem kleinen Walliser Städtchen zu arbeiten und ein Stück ihres Lebens dort zu verbringen. Ein Stipendium als Refugium, eine Stippvisite, die auf Dauer angelegt ist. Band 3 der Edition Spycher ist das Dokument einer besonders reizvollen Konfrontation. Barbara Honigmann, Spycher-Preisträgerin des Jahres 2006, hat sich die Fotografien des Dorffotografen Arnold Zwahlen angesehen und in die Bilder des Leuker Alltags aus den 40er und 50er Jahren ihr eigenes Bild dieses Ortes hineingesehen und herausgelesen: Er wird der Dorffotograf genannt und dabei ist Leuk eine Stadt mit einem Schloss und einem Literaturpreis für Schriftsteller, die von überall her kommen, um in Leuk zu arbeiten, das heißt umherzugehen und neugierig zu sein. Der Fotograf ist auch nicht von hier, jedenfalls nicht seit Generationen, wie sich das gehört; außerdem ist er Protestant. Deshalb hat er die Stadt und die Leute und ihr Leben mit seinem Blick, der ein bisschen von außen kam, festgehalten. Ich habe seine Bilder gesehen, die ich nun, da ich als Preisträgerin des Spycher: Literaturpreis Leuk hierhergeschneit bin, mit ganz anderen Augen ansehe als eine echte Leukerin aber eben auch nicht als eine ganz Fremde, denn schließlich habe ich mich hier auch schon umgesehen. Das Bild aber, das ich unter den Fotos des Fotografen als erstes suchte, ist nicht dabei. Vielleicht soll oder kann man es auch gar nicht festhalten, den Wind und das Licht über dieser Landschaft; wie Rilke in seinem Testament sagt: Den Blick übers Tal. Barbara Honigmann, geboren 1949 in Berlin-Ost, studierte von 1967-1972 an der Humboldt-Universität Theaterwissenschaft. In den folgenden Jahren arbeitete sie als Dramaturgin und Regisseurin in Brandenburg und an der Volksbühne sowie am Deutschen Theater in Berlin. Seit 1975 ist sie freie Schriftstellerin. 1984 reiste sie aus der DDR aus; seitdem lebt sie als Autorin und Malerin in Straßburg.
|
Der Sadhu an der Teufelswand Ilija Trojanow Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 1041073 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Mit diesem Buch reist der Leser durch ein Indien jenseits der üblichen Klischees, Vorstellungen und Abbildungen. Die einzelnen Kapitel widmen sich so unterschiedlichen Themen wie der Tradition (Kamelmarkt von Pushkar), dem Umweltschutz (Bishnoi in der Wüste Rajasthans), den Festen (Drachenluftkampf), den Massenbewegungen (Protest gegen Großstaudämme), dem Sport (Kricket), der Wirtschaft (die neue Mittelklasse), der Literatur, der Musik, der Gesundheit (Ayurveda), der Technologie (Techno-Kulis oder Softwarevisionäre) oder dem Kulturhybriden (MTV-India). Sie zeichnen über die Vielfalt an Themen und Perspektiven ein genaueres und zugleich unterhaltenderes Porträt von der Vielfalt Indiens als der übliche Blick in den Slum von Kalkutta. Die einzelnen Reportagen, im Erstabdruck bei der Frankfurter Rundschau, der Süddeutschen Zeitung, dem Rheinischen Merkur und Bayerischen Rundfunk erschienen, werden literarisch verfeinert und ausgeweitet und miteinander verschränkt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die angenehme Reisevorbereitung 5 von 5 Punkten Vor jeder Reise quäle ich mich durch teilweise sehr trockene Reiseführer. Oft denke ich anschließend, dass ich das wichtigste zu meinem Land verinnerlicht habe um dann dort festzustellen, dass es nicht so ist. Dann geht das Gesuche im Reiseführer vor Ort wieder los.
Nicht so mit Ilija Trojanows Erlebnissen. Auf erzählerische Weise prägt sich das Gelesene so ein, dass man über Artikel in einem Reiseführer nur noch lächelt und teilweise denkt "kenne ich doch alles schon".
Die Reportagen aus einem andern Indien sind somit einfach schon eine kleine Reise für sich und für alle, die sich die Reiseplanung erleichtern oder Indien nur aus der Ferne erleben wollen.
Weitere Lesermeinungen |
Die Berge sind mir fremd. Edition Spycher: Literaturpreis Leuk Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, August 2005 Verkaufsrang: 2160010 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Spycher: Literaturpreis Leuk wagt in der Landschaft der Literaturpreise etwas Einzigartiges: Er verpflichtet hochrangige Autoren mit einem Ort, indem ihnen ein fünf Jahre andauerndes Heimrecht im Walliser Ort Leuk gewährt wird. Ausgehend von einer Definition des Mittelwallis, das als «transitorische Sehnsuchtslandschaft» bezeichnet wird und dessen Einzigartigkeit in seiner Schwellenfunktion zwischen Sprachen, Kulturen und geographischen Polen begründet ist, verweilen Autoren in Leuk, aus deren Werk und Arbeitsweise analoge Grenzbereiche zu lesen sind. Jährlich wird der Preis an zwei Autoren verliehen, so dass mit andauernder Wirkung des Preises eine Gruppe von Literaten entsteht, die aus Interesse diese Region besuchen. Den im ersten Band versammelten Texten der neuen, von Thomas Hettche herausgegebenen «Edition Spycher» merkt man die Lust an, sich unbekanntes Terrain erfinderisch-erzählerisch anzueignen. Sie ist in der Vorwegnahme Marcel Beyers spürbar, der das Wallis, bevor er das erste Mal hier war, als Sprach-Raum entwirft, und in der Erzählung Martin Mosebachs, der einen realen Ort mitsamt seinem Blick in den Kokon der Erfindung spinnt. Daniel de Roulets Essay nähert sich diesem Ort aus der diametral entgegengesetzten Richtung wie Thomas Hettches Naturbilder, beides konterkariert durch die britische Gelassenheit, mit der Lavinia Greenlaw auf die Berge schaut, und die antikische Gesetztheit von Durs Grünbein. So sind diese Texte in aller Verschiedenheit doch alle auch Protokoll der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Ort, der hoch über dem Rotten thront, wie die Rhone hier noch heisst. «Die Berge sind mir fremd», schreibt Felicitas Hoppe. Ein Satz, der gespannt sein lässt. Nichts ist so produktiv wie das Fremde.
|
Heute Morgen: Rave / Jeff Koons / Dekonspiratione / Celebration / Abfall für alle: 5 Bände Rainald Goetz Taschenbuch, Mai 2004 Verkaufsrang: 1015233 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Heute morgen, um 4 Uhr 11, als ich von den Wiesen zurückkam, wo ich den Tau aufgelesen habe, so lautet der vollständige, Harald Schmidt entliehene Titel von Rainald Goetz großer Geschichte der Gegenwart, die 19982000 erschien. Mit dem Band Celebration liegt der Fünfteiler, kurz Heute Morgen genannt, komplett im suhrkamp taschenbuch vor und wird zusätzlich in einer von Albert Oehlen gestalteten Kassette angeboten. Inhalt: Rave. Erzählung (st 3237) Jeff Koons. Stück (st 3428) Dekonspiratione. Erzählung (st 3377) Celebration. Texte und Bilder zur Nacht (st 3598) Abfall für alle. Roman eines Jahres (st 3542)
|
Carola Dicksons unendliche Reise: Drei Leben Tomás González Gebundene Ausgabe, Februar 2007 Verkaufsrang: 529207 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Tomas Gonzalez ist bekannt dafür, dass seine literarischen Figuren dem Leser unvergesslich bleiben. Das gilt sowohl für die'Helden'seiner Romane - den sterbenden Horacio in Horacios Geschichte und den glücklosen Aussteiger J. in Am Anfang war das Meer - als auch für die zahlreichen Nebenfiguren. Auch von den Protagonisten der drei in diesem Band vereinten Erzählungen kommt man nicht mehr los. Boris ist ein Maler, den der Tod eines geliebten Menschen aus der Bahn wirft und der nach seinem langsamen Abstieg in die Welt der Gestrandeten in New York sich in einer neuen Lebensform fängt. Carola Dickson, eine verschrobene ältere Lehrerin aus Brooklyn, macht sich nach ihrer Pensionierung in einem untauglichen Segelboot auf, um die Menschheit zu retten. Und William, ein erfolgreicher Unternehmer in Cali, ist von seiner Tanzleidenschaft so besessen, dass er zu einem gespaltenen Menschen wird und ein Doppelleben führt. Zwei der Protagonisten, Boris und William, sind Menschen, die sich wande ln; Carola Dickson dagegen ist eine unverbesserliche Weltverbesserin, die ihr Vorhaben bis zum unvermeidlichen Ende hartnäckig verfolgt. Alledrei sind gegenüber der Welt, aus der sie kommen, Rebellen. Doch obwohl Boris zum Stadtstreicher wird, Carola Dickson Schiffbruch erleidet und William sich zum Schluss als Strassenverkäufer durchschlagen muss, sind dies keine Geschichten des Scheiterns. Es sind Reisen an die Grenze der menschlichen Erfahrung, Erzählungen von der Freiheit und Würde des Menschen, von seiner Grösse.
|
Heinrich Grewents Arbeit und Liebe Christoph Peters Gebundene Ausgabe, Februar 2005 Verkaufsrang: 672971 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. Eine moderne Kleinbürgersatire von geradezu klassischem Format Als der Betriebswirt Heinrich Grewent unvermittelt für seine Firma nach Hamburg zu Verhandlungen reisen soll, kommt ihm dies alles andere als gelegen. Sein eher pedantisches Naturell bricht nur ungern mit der täglichen Routine, und außerdem weiß er nicht, wie er seiner Frau Gerda die plötzliche Reise erklären soll. Denn Gerda lässt ihn in letzter Zeit schmerzlich spüren, dass sie sich von ihm vernachlässigt fühlt. Dennoch macht sich Grewent auf den Weg. Die Zugfahrt nach Hamburg wird für ihn freilich zum Desaster. In der ungewohnten Umgebung findet er sich nur mühsam zurecht, und überdies wird er immer mehr von lange verdrängten Ängsten und Trieben übermannt. Schon bald sieht sich Grewent in ein Netz von paranoiden Gedanken verstrickt, aus dem er sich nicht mehr zu befreien vermag. Christoph Peters Erzählung entlarvt auf furiose Weise die Abgründe, die unter der Oberfläche eines scheinbar wohlgeordneten Kleinbürgerlebens lauern. "Auch für dieses Buch gilt, was Ira Panic über "Stadt Land Fluß" geschrieben hat: "Peters erzählt, wie Escher malt - ganz gelassen dem Abgrund zu." Hamburger Morgenpost zu "Das Tuch aus Nacht" "Ich habe in den letzten Jahren keinen Prosa-Erstling von vergleichbarer literarischer Virtuosität gelesen." Paul Kersten, NDR Bücherjournal "Ein bestechendes Debüt. Hier, so scheint es, hat jemand eine Sprache für das Erinnern gefunden. Dies ist vielleicht die größte Leistung des Erzählers Peters." Florian Illies, Frankfurter Allgemeine Zeitung
|
Osten. In 26 Geschichten um die Welt Andreas Neumeister, Helge Timmerberg, Thomas Palzer, Elena Lange, F X Karl, Jürgen Ploog, Georg M Oswald Gebundene Ausgabe, Oktober 2003 Verkaufsrang: 634989 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Reiseliteratur von ihrer schönsten Seite 5 von 5 Punkten Reiseliteratur gehört von jeher zu meinen Lieblingsbuchgattungen. Aber dieses ist mein 2.-liebstes (nach "Das Lächeln der Vergangenheit"). Allein die liebevolle Aufmachung macht schon viel Freude beim ersten Aufschlagen des Buchs. Der Leser reist Seite für Seite einmal rund um den Globus, man kann sogar sehen wie man sich Grad für Grad um den Globus bewegt. Die Geschichten sind in Erzählweise und Inhalt sehr unterschiedlich. Von einer Alltagsstory in Berlin bis zum Tod einer Rucksacktouristin in Asien ist alles (und viel mehr!) dabei. Allein die Erzählstile der Autoren variieren so stark, dass ich keinesfalls sagen kann mir würden alle Geschichten gefallen. Aber die meisten. Und eben wegen dieser Vielfalt bin ich mir sicher, dass jeder Leser seinen persönlichen Liebling darunter finden wird! |
In Afrika Ilija Trojanow Taschenbuch, 2007 Verkaufsrang: 956598 "Im ersten Treppenhaus laufen uns zwei Ziegen entgegen. Offene Feuer flackern auf dem Beton; die Massaifrauen bereiten das Essen in der althergebrachten Manier. In den Bodenritzen sprießt das Unkraut, und man spürt, dass die Massai, die Natur und die Zeit mit vereinten Kräften diesen Betonbau besiegen werden ..." Ilija Trojanow, der seine Kindheit und Jugend in Kenia verlebte, fühlt sich dem Schwarzen Kontinent zutiefst verbunden. Eine erste Begegnung sah jedoch anders aus: "Ich guckte nach links: Steine. Nach rechts: Steine. Nach hinten: Steine. So lernte ich das Reisen in Ostafrika kennen, gemeinhin Safari genannte. In der scheinbar menschenleeren Landschaft war es eine Pflicht anzuhalten, als plötzlich ein gebrechlicher Mann, in Tuchfetzen gehüllt, am Wegrand winkte - der Nomade wollte mitgenommen werden. Er stieg hinten ein, neben mir, saß unbeweglich auf dem Kunststoffpolster. Wir tauschten verstohlene Blicke aus. Meine Mutter sank in sich zusammen, ich rückte so nahe wi e möglich ans Fenster - im Nu war das Auto von sehr fremden Gerüchen erfüllt ..." Es brauchte eine Zeit, bis aus dem Befremden des Jungen starkes Interesse und tiefe Zuneigung für seine zweite Heimat erwuchs. "In Afrika" ist die überarbeitete und erweiterte Textausgabe des gleichnamigen Bildbandes des Marino Verlages, dessen Verleger Trojanow war und erster Berater immer noch ist. Seit Juli 1999 gehört der Marino Verlag zu Frederking & Thaler.
|
Inkubation Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, 1992 Verkaufsrang: 1318073
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Spannend verwobene Konstruktion 4 von 5 Punkten Ohne Seitenzahlen kommt die Hypertextausgabe des Buches daher. Statt dessen gibt es Koordinaten, die die Position der z. T. bizarren bis abstoßenden, immer jedoch interessanten Geschichten angeben. Die Geschichten oder Episoden kommunizieren miteinander, unterhalten sich in einem Buch über Kunst, über Literatur und die Beziehung zwischen Text, Autor und Figuren. |
Mesopotamia Christian Kracht Gebundene Ausgabe, 1999 Verkaufsrang: 809511 Wie sieht es denn hier aus? Und wie wird es weitergehen? Werden wir alle in den Tropen leben? Brauchen wir Häuser? Oder leben wir in Flughäfen? Wird die Luft dünner und das Atmen leichter? Mesopotamia, das neue Reich der Mitte - auf den staubigen Tourismuspfaden von Sri Lanka, in einem Jet der KLM, einer maltekischen Luftspiegelung, intimen Hinterzimmern der Frankfurter Buchmesse, weiten Suiten von Davos. Geschichten über Orte am Ende des Jahrtausends. Siebzehn eigens für diesen Band geschriebene Erzählungen, Ortsbestimmungen und Entgrenzungen von den Autoren: Joachim Bessing, Rebecca Casati, Christian Kracht, Eva Munz, Eckhart Nickel, Ingo Niermann, Alexander von Schönburg-Glauchau, Benjamin von Stuckrad-Barre, Moritz von Uslar u.a..
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Ein total geniales Buch 5 von 5 Punkten Selten laß ich so ein geniales Buch wie dieses. Im Gegensatz zu dem Buch "Faserland", dass für mich nicht das gelbe vom Ei war, hat Kracht mit dieser Textsammlung ein wahres Wunderwerk vollbracht. Die Geschichten der verschiedenen Literaten sind, traurig, depremierend,fantastisch,obszön, und von einer bestechenden und dadurch teils grausamen Realität. Diese macht die Pop-Literatur hier aus und dieses Buch so lesenswert. Ich empfehle jedem Liebhaber der Pop-Literatur und auch denen, die es bis jetzt nicht wahren,dieses geniale Buch zu lesen.
Weitere Lesermeinungen |
Döner in Walhalla Ilija Trojanow Taschenbuch, 2000 Verkaufsrang: 527005 Aus dem Zweistromland der deutschen Literatur Sommer. Zum ersten Mal hat sich ein deutscher Schriftsteller ausländischer Herkunft, der Bulgare Ilija Trojanow, daran gemacht, seine persönliche Auswahl der anderen deutschen Literatur zusammenzustellen, von Yoko Tawada bis Rafik Schami, von Emine Sevgi Özdamar bis Zedo Rock. Ein Welt-Atlas der deutschen Literatur. Die deutsche Gegenwartsliteratur ist kosmopolitisch, aber anders als in England oder in Frankreich wird dieser Reichtum...
|
Der Sadhu an der Teufelswand Ilija Trojanow Taschenbuch, 2006 Verkaufsrang: 1063399 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Mit diesem Buch reist der Leser durch ein Indien jenseits der üblichen Klischees, Vorstellungen und Abbildungen. Die einzelnen Kapitel widmen sich so unterschiedlichen Themen wie der Tradition (Kamelmarkt von Pushkar), dem Umweltschutz (Bishnoi in der Wüste Rajasthans), den Festen (Drachenluftkampf), den Massenbewegungen (Protest gegen Großstaudämme), dem Sport (Kricket), der Wirtschaft (die neue Mittelklasse), der Literatur, der Musik, der Gesundheit (Ayurveda), der Technologie (Techno-Kulis oder Softwarevisionäre) oder dem Kulturhybriden (MTV-India). Sie zeichnen über die Vielfalt an Themen und Perspektiven ein genaueres und zugleich unterhaltenderes Porträt von der Vielfalt Indiens als der übliche Blick in den Slum von Kalkutta. Die einzelnen Reportagen, im Erstabdruck bei der Frankfurter Rundschau, der Süddeutschen Zeitung, dem Rheinischen Merkur und Bayerischen Rundfunk erschienen, werden literarisch verfeinert und ausgeweitet und miteinander verschränkt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die angenehme Reisevorbereitung 5 von 5 Punkten Vor jeder Reise quäle ich mich durch teilweise sehr trockene Reiseführer. Oft denke ich anschließend, dass ich das wichtigste zu meinem Land verinnerlicht habe um dann dort festzustellen, dass es nicht so ist. Dann geht das Gesuche im Reiseführer vor Ort wieder los.
Nicht so mit Ilija Trojanows Erlebnissen. Auf erzählerische Weise prägt sich das Gelesene so ein, dass man über Artikel in einem Reiseführer nur noch lächelt und teilweise denkt "kenne ich doch alles schon".
Die Reportagen aus einem andern Indien sind somit einfach schon eine kleine Reise für sich und für alle, die sich die Reiseplanung erleichtern oder Indien nur aus der Ferne erleben wollen.
Weitere Lesermeinungen |
Killing Giesing Friedrich Ani Broschiert, 1996 Verkaufsrang: 590353 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Drei ermordete CSU-Mitglieder an einem Tag! Die Staatsregierung, die Münchner Stadtoberen und selbstverständlich auch die Presse stehen Kopf. Aus Gründen der Freistaatsraison gilt es nun, der Gefahr, dass Neugierige einen Blick hinter die Fassade bayerischer Politik werfen könnten, entschlossen entgegenzutreten. Da ist es ganz praktisch, dass die Tochter des dritten Toten, eines einflussreichen Rechtsanwalts, verschwunden ist. Bevor es Hauptkommissar Benedikt Schwaiger...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Der frühe Ani läßt die Brillanz der nächsten Bücher ahnen 4 von 5 Punkten „Killing Giesing" ist der erste wirkliche Kriminalroman des Münchner Autors Friedrich Ani. Auf ihn aufmerksam geworden durch eine begeisterte Rezension in der „ZEIT", habe ich mir antiquarisch dieses Buch besorgt, mit der Absicht, diesen Autor mit der Zeit chronologisch zu entdecken.Das Buch spielt in München. Drei CSU-Mitglieder werden an einem Tag ermordet und Hauptkommissar Benedikt Schwaiger versucht Licht in die mafiose Struktur der verschiedenen „Amigo-Beziehungen" zwischen Parteiführung, Rathausspitze und der Staatsanwaltschaft zu bringen. Das Ende, das hier nicht verraten wird, überrascht dann nicht wirklich, denn der Sumpf bleibt, so wie im wirklichen Leben. Ein starkes Krimidebut, das Lust macht auf die nächsten Bücher.
Morde in der CDU 4 von 5 Punkten Ein typischer Ani. Auch diesmal bekommt die Politik und die Münchner Gesellschaft ihr Fett weg, ohne das Ani auf seinen melancholischen Unterton verzichtet, die seine Bücher auszeichnen. |
Helden wie wir Thomas Brussig Broschiert, 2004 Verkaufsrang: 2320546 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Die deutsche Geschichte muß umgeschrieben werden: Klaus Ultzscht war es, der die Mauer mit seinem überdimensionalen Penis zum Einsturz gebracht hat! Klaus, der Sachenverlierer und Multi-Perverse, ist eigentlich ein Versager par Excellence und doch der beste Repräsentant der DDR. Sein Vater ein Stasi-Spitzel, die Mutter Hygieneinspektorin. Wenn Klaus nun von seinem verschlungenen und aberwitzigen Weg bis zum Fall der Mauer erzählt, entfaltet sich schillernd die...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)
Romanzo sarcastico, grottesco e mordace 5 von 5 Punkten Ich bin eine Italienische Studentin und ich schreibe mein Abschlussdiplom über "Helden wie wir" und "Sonnenallee". Ich stelle einen historischen und psychologischen Vergleich zwischen die Vertreter der Büchern und ich ziehe auch die zwei Filme heran. Klaus ist ein Schelm, ein Outsider, der die Mauer zu Fall brachte. Der Roman ist ein surrealistisches Märchen, wo der Held sehr witzig sondern echt und wahr ist. Mit diesem Roman habe ich geweint und viel gelacht; ich habe die Deutschen in diesem Buch getroffen. Helden wie wir è semplicemente fantastico. Per tutti gli italiani consiglio di leggerlo anche nella sua traduzione in italiano (per chi non conosce il tedesco).
Weitere Lesermeinungen |
Venus Else Buschheuer Broschiert, Mai 2006 Verkaufsrang: 320505 Nicht viel los an diesem heißen Frühsommertag in New York. Spielen wir also ein wenig Superman und fliegen ein paar Runden auf unserer Suche nach einer spannenden Sommergeschichte. Hallo, schon auf der Upper East Side werden wir fündig. Eine Frau, splitternackt hinter einem Panoramafenster, zu ihren Füßen die Leiche eines Mannes. Ein perfekter Anfang für unsere Story. Nun muss noch ein Retter her, der die Mörderin (!?), die ohne Erinnerung und barfuß durch New Yorks Straßen eilt, unter seine Fittiche nimmt. Nicht irgendwer -- nein, ein barhäuptiger Mönch in orangefarbener Kutte sollte es schon sein. Nennen wir ihn Bliss Swami. Ein neuer Wurf von Helge Schneider? Oder hat Gott selbst einem unserer Pop-Literaten die Feder geführt, wie der durchgängige Pluralis majestatis der Erzählerstimme nahelegt? Gar nicht so daneben. Else Buschheuer, ewiges Enfant terrible der deutschen Literatur- und Internetszene, lässt erneut ihren Fabulierkünsten freien Lauf. Man muss schon bereit sein für das Zufallsprinzip, nach dem die Autorin Personal und Handlungsstränge frei aus dem Hut zaubert. Im Tempel des Bliss Swami, dem God's Motel, wartet alsbald allerlei schellenklimperndes und heiligmäßiges Gelichter auf Venus (wie sie inzwischen getauft wurde). Hare Krishna, Hare
Normalos haben keinen Zutritt. Nur das absolut Grelle und Ausgeflippte erhält bei Frau Buschheuer die allerhöchsten Weihen, ihren Kosmos betreten zu dürfen. In God's Motel, einer Art ökumenischer Sozialstation für Geläuterte und Erleuchtete, begegnen wir Toga, dem haarigen Zwergen, Mau, dem Indianer und Glücklichen Sklaven Gottes, Sun Baba, einem scheintoten Maharishi-Double, sowie Bringfriede, die sich wechselweise für Buddha oder Satan hält. Angesichts dieser Traumbesatzung beschließt Venus, sich schnell und heftig in Bliss Swami zu verlieben. Buschheuer-Report aus dem Big Apple. Das heißt Eso-Sprüche, Zeitgeistiges und jede Menge Knallchargen-Bios, die den Fortgang der Story oft behindern. Schließlich gilt es, einen Mord aufzuklären, oder? Am Ende dieser in ihrer Supercoolness oft unfreiwillig komischen Liebesgeschichte gewahrt unser göttliches Späherteam auf seinem Weiterflug über Berlin einen potentiellen Selbstmörder. Stoff für die Herbstausgabe. What a bliss! --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Neues Großstadtgemüse 5 von 5 Punkten Ja! Ja! Ja! Mal wieder ein tolles Buch von der Else, der Buschheuer. Es ist eine schöne Sommergeschichte aus New York. Ein Krimi. Denn Venus könnte eine Mörderin sein. Könnte, denn sie erinnert sich an nix. Deswegen irrt sie barfuss durch New York bis sie einem gefallen Mönch begegnet und Teil seiner Vishnu-Krishna-wir-allen-lieben-Jesus-Sekte wird. Bis dahin ein ganz normaler Krimi. ABER (ja, das ABER muss so groß sein, denn die Else würde nicht Buschheuer heißen, wenn ihr hier nicht etwas ganz Tolles einfallen würde): Ihre Erzählperspektive! Sie nimmt den Leser nicht nur an die Hand, sondern verschwestert sich regelrecht mit. Und so kommt es einem vor, dass gemeinsam mit Else beschließt, dass sich die Venus jetzt gefälligst in den Mönch verlieben sollte, damit die Geschichte etwas Würze bekommt. Dadurch ist man nicht nur Voyeur, sondern seziert sozusagen Großstadtgemüse. Und noch eine Raffinesse: Viele Schriftsteller bauen die Lebensgeschichten ihrer Figuren mühsam in die Handlung ein. Das macht Else nicht. Immer, wenn ein neuer Charakter auftaucht, wird auch gleich seine ganze Vergangenheit erzählt. Bis zum Jetzt, in dem er so ist, wie er ist, warum er ist. Und wer jetzt denkt, dass solch ein Schreibstil auf Dauer anstrengend ist, der irrt. Es ist ein richtiger Lesespaß!
Weitere Lesermeinungen |
Ludwig muß sterben Thomas Hettche Broschiert, 1994 Verkaufsrang: 1242059 Ein Mann, der ein Wochenende in der Wohnung seines sterbenskranken Bruders verbringt. Der Bruder, Ludwig, der nach Italien gereist ist, um sich dort zu verlieben. Und zwei geheimnisvolle Gäste, die Ludwigs Schicksal besiegeln werden. In seiner bildkräftigen und suggestiven Prosa erkundet Thomas Hettche die Macht und Ohnmacht der Sprache und lotet die Grenzen des Erzählbaren aus.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ausnahmebuch 5 von 5 Punkten "Ludwig muss sterben" ist für mich eins der seltenen Bücher, das ich lese, ohne mich darin zurechtzufinden, bei dem ich aber völlig einverstanden mit dieser Orientierungslosigkeit bin. Zwar wird die Handlung nach zwei oder drei Mal lesen ebenfalls klar (tatsächlich habe ich das Buch mehrmals gelesen und es lohnt sich!), aber was oberflächlich zu geschehen scheint ordnet sich der Sprache unter, der Phantasie und inneren Struktur einer Logik, die aus dem Traum aufzusteigen scheint. Und doch ist das nicht bloß Sprachversessenheit, l'art pour l'art, sondern führt einen sehr dicht an etwas Geheimnisvolles und Unbegriffliches heran - Umgesetzte Philosophie im besten Sinn. Ich kenne kein vergleichbares Buch von dieser Art und Qualität.
Danke, dass es veröffentlicht wurde 5 von 5 Punkten Eigentlich ein Buch, dass nie die Schublade verlässt und bestenfalls erst nach einigen Jahren von einem Bekannten gefunden wird und der Autor posthum zum Genie erklärt wird. Sehr schwere Kost. Wenn man die ersten hundert Seiten durchgebracht hat, muss man es auch zu Ende lesen. Nichts klar bis dorthin, „Tod in Venedig" trifft „Lost Highway". Der Ich - Erzähler bleibt genauso mysteriös wie die beiden Gäste in Ludwigs Appartement. Ludwig ist ein williges Opfer, man wünscht ihm, dass er nach Hause kommt und erschrocken über das was vorgefallen. Der Ich - Erzähler geht völlig in seinen Visionen, seinen Urteilen auf und darf sich freuen, dass der Autor die Biologie des Menschen so gut studiert hat. Kommt man bis zum Ende freut man sich das Buch gelesen zu haben. Aber bis dorthin ist es lange. |
Helden wie wir Thomas Brussig Taschenbuch, 2000 Verkaufsrang: 1385458 Die deutsche Geschichte muß umgeschrieben werden: Klaus Ultzscht war es, der die Mauer mit seinem überdimensionalen Penis zum Einsturz gebracht hat! Klaus, der Sachenverlierer und Multi-Perverse, ist eigentlich ein Versager par Excellence und doch der beste Repräsentant der DDR. Sein Vater ein Stasi-Spitzel, die Mutter Hygieneinspektorin. Wenn Klaus nun von seinem verschlungenen und aberwitzigen Weg bis zum Fall der Mauer erzählt, entfaltet sich schillernd die...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)
Romanzo sarcastico, grottesco e mordace 5 von 5 Punkten Ich bin eine Italienische Studentin und ich schreibe mein Abschlussdiplom über "Helden wie wir" und "Sonnenallee". Ich stelle einen historischen und psychologischen Vergleich zwischen die Vertreter der Büchern und ich ziehe auch die zwei Filme heran. Klaus ist ein Schelm, ein Outsider, der die Mauer zu Fall brachte. Der Roman ist ein surrealistisches Märchen, wo der Held sehr witzig sondern echt und wahr ist. Mit diesem Roman habe ich geweint und viel gelacht; ich habe die Deutschen in diesem Buch getroffen. Helden wie wir è semplicemente fantastico. Per tutti gli italiani consiglio di leggerlo anche nella sua traduzione in italiano (per chi non conosce il tedesco).
Weitere Lesermeinungen |
Zwischen den Zeilen: Laudationes 2001-2005: Heft 16 Thomas Hettche Gebundene Ausgabe, Juli 2000
Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
| Die atlantische Mauer Reinhard Jirgl Taschenbuch, August 2002 Verkaufsrang: 715778 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
|
Kulturverschwörung Konrad Franke, Luminita Sabau, Ernst Elitz, Dieter Kosslock, Volker Schlöndorff, Isabella Parkinson, Steffen Kuchenreuther, Heike Schmoll, Maria Jepsen, Georg Sterzinsky, Eleonore Büning, Udo Zimmermann, Klaus Zehelein, Christiane Grefe, Hanna R Laurien, Herbert A Gornik, Gabriele Behler, Gesine Schwan, Lothar Romain, Konrad Adam, Sasha Waltz, Heinz Dürr, Claus Peymann, Jean Ch Ammann, Lieselotte Kugler, Stephan Schmidt-Wulffen, Sigrid Löffler, Paul Raabe, Thomas Hettche, Alfred Treiber, Barbara Sichtermann, Julian Nida-Rümelin, Hansjürgen Rosenbauer, Christiane zu Salm Taschenbuch, 20. März 2002 Verkaufsrang: 820536
| |
|

|