Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Der Feind im Schatten - Henning MankellDer Feind im Schatten
Henning Mankell

Gebundene Ausgabe, 30. April 2010
     Verkaufsrang: 144      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 26,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Håkan von Enke ist ein Mann mit Prinzipien. An einem verregneten Stockholmer Morgen verlässt der ehemalige U-Boot-Kapitän wie jeden Tag um sieben Uhr seine Wohnung im Stadtteil Östermalm, um seinen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Von seiner Frau hat er sich verabschiedet, alles scheint wie immer. Nur das Entscheidende ist anders: An diesem Morgen nämlich kommt Håkan von Enke nicht mehr in seine Wohnung zurück.
Das seltsame Verschwinden des U-Boot-Kommandeurs betrifft Kurt Wallander auf gleich mehrfache Art und Weise. Zum einen ist Håkan von Enke der Vater des Finanzmaklers Hans von Enke, den Wallanders Tochter Lisa heiraten will. Und zum anderen hat Lisas zukünftiger Schwiegervater Wallander auf seinem Geburtstag eine mysteriöse Geschichte erzählt, die Jahre zurückliegt und mit einem russischen U-Boot zu tun hat, das dereinst vor Schwedens Küste kreuzte und durch einen Befehl von höchster Stelle nicht vom heimischen Militär hochgenommen werden konnte. Hat das Verschwinden Håkan von Enkes vielleicht etwas mit diesem Vorfall zu tun, zumal sich der Kommandant ganz offensichtlich bedroht und verfolgt fühlte? Wallander beginnt zu ermitteln ? und stößt nicht nur in der Familienhistorie derer von Enkes, sondern auch on der schwedischen Geschichte auf einige äußerst dunkle Kapitel...
Kurt Wallander ist wieder da ? und zwar in altbewährter Form! Denn Henning Mankells melancholischer Ermittler hat wieder allerlei private Probleme ? so zum Beispiel ein Disziplinarverfahren, nachdem er seine Pistole im Suff in einem Restaurant liegen ließ. Auch diese psychologische Tiefe der Natur sorgt dafür, dass die Spannung über fast 600 Seiten erhalten bleibt, ebenso wie Mankells wundervoll dichte Sprache mit ihren traurig-präzisen Sätzen.
Dass Der Feind im Schatten wohl Wallanders letzter Fall sein wird ? das Ende liegt dies nahe ?, macht die Sache zwar nicht schöner, sollte aber jeden Krimifan erst recht dazu bewegen, diesen umwerfend gut geschriebenen ? und im Übrigen durch Wolfgang Butt kongenial übersetzten ? Roman zu verschlingen. - Stefan Kellerer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 52 Bewertungen)

Wehmütiger Abschied von Wallander      4 von 5 Punkten
Das war es nun also. Der letzte Roman mit Kurt Wallander als Hauptfigur. Ein sehr melancholischer Abschied, der mich mit leicht gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.
Als eigenständiger Roman ist das Buch meiner Meinung nach nur bedingt zu empfehlen. Leser, die vorher keinen Wallander-Roman gelesen haben, dürften mit "Der Feind im Schatten" eher nicht soviel anfangen können. Dazu setzt die Geschichte zu viele Vorkenntnisse voraus, hat man zuwenig Zeit, sich mit der Figur des Kurt Wallander auseinanderzusetzen, und ist der Fall des verschwundenen U-Boot-Kapitäns auch nicht fesselnd genug.
Für die große Fangemeinde, die bereits die restlichen Bücher um den beliebten, allzu menschlichen Kommissar kennt, stellt der "Feind im Schatten" den endgültigen Abschied von der liebgewonnenen Krimireihe dar, die immer mehr war als bloß spannende Unterhaltung, die auch gesellschaftliche und politische Zustände und vor allem Missstände (nicht nur in Schweden) beschrieb.
Was mich ein wenig gestört hat, ist das für meinen Geschmack allzu große Selbstmitleid, dem sich Kurt Wallander in "Der Feind im Schatten" hingibt und die im Gegenteil zu den früheren Bänden nur mäßige Spannung der Geschichte. Wallander war zwar stets eher pessimistisch, ja teilweise grüblerisch dargestellt, aber nie so übertrieben wehleidig wie hier. Irgendwie passt das auch nicht zu seiner früheren Darstellung. Ich kann aber nachvollziehen, dass Henning Mankell damit wahrscheinlich unmissverständlich klarmachen wollte, dass dies der Abschied von Wallander ist. Die Handlung um den verschwundenen Schwiegervater von Wallanders Tochter fand ich zwar nicht sehr spannend, aber dennoch passt sie zum melancholischen Ende der Reihe. Eine Jagd nach einem weiteren Serienmörder wäre hier nicht mehr angebracht gewesen.
Mankell stellt vor allem zum Ende des Buchs noch einmal ganz deutlich seine politische Position dar. Wie man dazu steht, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich finde es gut, wie offen Mankell seine Standpunkte vertritt.
Als endgültigen Abschluss der Wallander-Reihe fand ich "Der Feind im Schatten" zwar nicht herausragend, aber absolut würdig und für alle alten Fans auf jeden Fall zu empfehlen.


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Der Chinese: Kriminalroman - Henning MankellDer Chinese: Kriminalroman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. August 2010
     Verkaufsrang: 29      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Ein Buch, das aktueller nicht sein könnte ... sehr spannend erzählt und geradezu genial zu einer grandiosen Geschichte vom Zorn und Rache, aber auch Familie und Heimat verwoben." (Kerstin Strecker, Die Welt, 31.05.08)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Die konsequente Weiterführung von Mankells bisheriger schriftstellerischer Arbeit - ein großer Roman      5 von 5 Punkten
Eins sei gleich am Anfang gesagt: das neue Buch von Henning Mankell ist eine konsequente Weiterführung seiner bisherigen schriftstellerischen Arbeit. Er kommt mit jedem Buch näher an eine Synthese seiner genialen Wallander-Krimis, die immer auch den kritischen Blick auf den Zustand der schwedischen Gesellschaft, ihrer Demokratie und ihres Justizsystems hatten, seinen Afrikaromanen und seinem politischen Engagement im Rahmen der negativen Folgen der Globalisierung vor allem für die afrikanischen Länder, mit denen ihn ja eine tiefe Freundschaft, aber auch eine kritische Solidarität verbindet.
Zum zweiten: es lohnt sich, dieses dicke Buch zu lesen, und es lohnt sich, es möglichst zügig zu tun. Von der ersten Seite nimmt einen das Buch gefangen, und der Leser beginnt selbst darüber nachzudenken, welche Verbindung es wohl gibt zwischen dem unglaublichen Massenmord in dem kleinen Dorf bei Hudiksval, wo bis auf drei Ausnahmen jemand 19 Menschen auf zum Teil bestialische Weise getötet hat.
Die selbstbewusste Richterin Brigitta Roslin mit maoistischer 68-er Vergangenheit sieht am Tag nach den Morden in ihrer Zeitung ein Bild von einem der Häuser des Dorfes und erkennt mit großem Erschrecken darin das Haus wieder, in dem ihre schon lange verstorbene Mutter über eine lange Zeit ihrer Kindheit bei Pflegeeltern gewohnt hat.
Obwohl sie kurz vor einem beruflichen und ehelichen Burn-Out steht, klemmt sie sich hinter diesen Fall, versucht mit den örtlichen Ermittlern in Kontakt zu treten und stößt aber auf wenig Gegenliebe. Die unermüdliche Arbeit von Brigitta Roslin und ihre Art der Vergangenheitsbewältigung und Reflexion stellt den einen Teil dieses bemerkenswerten Buches dar. Der andere ist geprägt von der "chinesischen Linie", wie ich das nennen möchte. Sie beginnt 1863 mit der Geschichte von drei Brüdern, die auf ein Schiff entführt werden, um in Amerika bei dem Bau der großen Eisenbahnlinien als Sklavenarbeiter eingesetzt zu werden. San, der einzige überlebende Bruder kehrt unter abenteuerlichen Umstände über London nach China zurück und schriebt seine Geschichte auf und beschriebt dort besonders den brutalen blonden Vorarbeiter JA, der angeblich aus Nordeuropa kommt.
Fast 150 Jahre später liest der chinesische Shooting-Kapitalist Ya Ru das Tagebuch seines Vorfahren, und fasst einen verhängnisvollen Entschluss.
Dieser innerchinesischen Geschichte von Ya Ru, seiner Schwester Hong, mit der Brigitta Roslin auf einer Chinareise in Kontakt kommt,widmet Henning Mankell im Jahr der Olympischen Spiele in Peking seine große Aufmerksamkeit. Er will seine Leser aufklären über den neokolonialistischen Charakter des chinesischen Regimes, das angeblich plant, Millionen von chinesischen Bauern , die in den überquellenden Städte Chinas kein Auskommen mehr finden, in den menschenleeren Gegenden afrikanischer Länder anzusiedeln.
Hierbei zeichnet er am Beispiel der beiden Geschwister Hong und Ya Ru den mitunter tödlichen innenpolitischen Kampf im derzeitigen China nach. Mit der Protagonistin Brigitta Roslin und ihrer früheren Freundin Karin Wiman führt er zwei Frauen in die historische Handlung ein, die 1968/69 als Studentinnen selbst einmal große, ihnen heute unverständlich erscheinende Hoffnungen in die charismatische Person MaoTse Tungs gesetzt hatten und die schwedische Arbeiterklasse davon überzeugen wollten. Inwiefern Mankell hier eigene Geschichte bearbeitet, ist mir unbekannt.
Man hat seitens einiger Rezensenten Mankell vorgeworfen, das Buch habe Brüche. Ich finde das nicht, denn die Geschichte verläuft immer "ungleichzeitig" ( Ernst Bloch).
Mankell ist ein weiterer Baustein gelungen in seinem bewundernswerten Versuch, nicht nur einen Krimi oder einen Afrikaroman zu schreiben, sondern eine der tatsächlichen Lage in der globalisierten Welt standhaltende und sie beschreibende und gleichzeitig kritisierende Synthese zu finden, die auch literarisch überzeugt.
Mit diesem Buch ist er diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.


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Mörder ohne Gesicht: Roman - Henning MankellMörder ohne Gesicht: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. April 1999
     Verkaufsrang: 2594      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wenn Sie sich gerne an die dunklen und düsteren Martin-Beck-Kiminalgeschichten von Maj Sjöwall und Per Wahlöö erinnern, werden Sie auch die erste Kurt-Wallander-Kriminalgeschichte von Henning Mankell mögen.
Kurt Wallanders Privatleben kann gelegentlich deprimierender erscheinen als man es sogar von einem provinziellen schwedischen Detektiv erwarten würde. Sein Geschick beim Ermitteln dagegen ist absolut erstklassig. Und Mankells Geschichte eines brutalen Mordes an einem älteren Bauernehepaar enthüllt eine unbekannte Seite des Lebens im heutigen Schweden: einen gewissen Hang zur Ängstlichkeit und zum Vorurteil gegenüber den vielen Zugereisten aus Afrika, dem Nahen Osten und Osteuropa, die dort Asyl beantragt haben.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 133 Bewertungen)

Mörder ohne Gesicht - Ein Wallander-Hörspiel      5 von 5 Punkten
Erster Eindruck: Ermittler mit Herz und Hirn
Ein in die Jahre gekommenes Bauernehepaar wird auf seinem Hof brutal ermordet. Kurt Wallander, ein Kommissar in der schwedischen Kleinstadt, ist für die Aufklärung zuständig. Doch vorerst muss er sich gegen einen gesteigerten Ausländerhass zur Wehr setzten, der durch diese brutale Tat ausgelöst wurde...
Kurt Wallander, schwedischer Kommissar mit gescheiterter Ehe, Problemen im Umgang mit Tochter Linda, Hang zu depressiven Stimmungen. Kein strahlender Romanheld, sondern ein bodenständiger Ermittler mit seinen Schwächen. Das alles hat Henning Mankell in seinen Bestsellerromanen über den schroffen Ermittler geschaffen, der erste Band "Mörder ohne Gesicht" wurde im Jahr 2002 von Simon Berteling und Christian Hagitte als Hörspiel vertont. Hier wird logischerweise viel Zeit für die Charakterbeschreibung investiert - was zwar auch in den anderen Fällen eine wichtige Rolle spielt, hier aber besonders bedeutsam ist. Das etwas komplizierte Wesen von Kurt Wallander wird sehr genau abgebildet und kommt in den meisten Szenen stark zum Vorschein. Dabei ist der Fall nicht lediglich ein simpler Krimi, vielmehr wird zudem Gesellschaftskritik geübt, die Ereignisse nach dem Mord spielen eine wichtige Rolle. Doch auch die Ermittlungsarbeit in dem Mordfall ist gelungen und spannend geschildert. Dass Wallander den Mord eher durch einen Zufall klären kann, der kaum etwas mit dem vorherigen Spannungsaufbau zu tun hat, mag nicht jedem hartgesottenen Krimifan gefallen, wirkt aber durchaus realistisch. Ein guter Auftakt der Reihe, aber bei weitem nicht das beste Wallander-Hörspiel.
Der wunderbare Heinz Kloss ist in dieser Umsetzung als Kurt Wallander zu hören und vollbringt es, den vielschichtigen Charakter sehr nahe an den Hörer zu bringen, ihn auf seine ganz eigene Art liebenswert zu machen. Nyström, ebenfalls bei der schwedischen Polizei, wird von Friedrich Schoenfelder gesprochen, der mit seiner sehr punktierten Aussprache für genügend Aufmerksamkeit sorgt. Als Erzähler ist Christoph Schobesberger zu hören, der mit seiner ruhigen Art seine Passagen sehr angenehm gestaltet. Weitere Sprecher sind unter anderem Peter Panhans, Angela Hobrig und Katrein Frenzel.
Die musikalische Begleitung der Geschichte ist sehr unterschiedlich und dynamisch. Mal ist kein Hintergrundgeräusch zu hören und die Sprecher stehen im alleinigen Mittelpunkt, in anderen Passagen schwingt sich die Musik zu opulenten Höhen auf und beeinflusst die Stimmung des Hörspiels wesentlich entscheidender.
Ein Mensch, am Rücken an den Händen gefesselt, ist das Titelmotiv zu diesem Hörspiel. Die rote Kleidung harmoniert dabei wunderbar mit den ebenfalls rot gesetzten Akzenten in der Aufmachung. Der schwarze Hintergrund wirkt dabei ebenso schlicht wie edel. Schön ist, dass schon eine erste Sprecherauswahl auf dem Cover zu finden ist.
Fazit: Ein Krimi mit viel Gesellschaftskritik und einem der glaubwürdigsten und interessantesten Ermittler.


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Mittsommermord: Roman - Henning MankellMittsommermord: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Mai 2002
     Verkaufsrang: 1783      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Mankell ist ein Phänomen - sein neuester Roman ein Ereignis. Während viele bewährte Krimiautoren im x-ten Fall ihres Helden zu schwächeln beginnen ob der Zwänge des Marktes und der ihnen abgeforderten Schreibgeschwindigkeit, legte der schwedische Autor gerade sein bisher bestes Buch vor. Nichts ist zu bemerken von Verschleiß, Unlust oder Ideenarmut.
Mittsommermord ist gleichzeitig aber auch Mankells bisher düsterstes und pessimistischstes Buch, das einen trotz erfolgreicher Arbeit zutiefst beunruhigten und verunsicherten Kommissar Kurt Wallander zeigt. Der Plot selbst ist nicht neu. Ein Serienmörder wird gejagt. Ein Mörder allerdings, der eine merkwürdige Vorliebe für kostümierte Opfer zu entwickeln scheint. Alles beginnt damit, dass eine Gruppe von Jugendlichen spurlos verschwindet. Monate später findet man die Vermissten erschossen und im Zustand fortgeschrittener Verwesung in einem Naturpark, gerade dort, wo sie vor ihrem Verschwinden gemeinsam ein Mittsommernachtsfest gefeiert hatten. Wallanders Kollege Svedberg wird erschossen in seiner Wohnung aufgefunden - warum musste er sterben? Zunächst steht ein Zusammenhang der Morde gar nicht zur Diskussion, bis deutlich wird, dass Svedberg selbst im Urlaub heimlich am Fall der verschwundenen Jugendlichen arbeitete.
Ein hervorragender Kriminalroman wird eben doch durch mehr gekennzeichnet als nur durch die Originalität seiner Handlung und vordergründige Spannung. Intensiver als jemals zuvor legt Mankell die Psyche seiner Helden und seines Täters offen, ihre Ängste, Sorgen und Beweggründe. Er zeigt die tiefe Krise einer Ermittlercrew an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Und er schafft es wieder, dass der Leser ihm mit angehaltenem Atem folgt. Immer deutlicher wird auch: Henning Mankells Erfolgsgeheimnis ist eigentlich gar keines. Seine Figuren leben! Seine Helden sind aus Fleisch und Blut!
Mehr denn je zweifelt Kurt Wallander in diesem Roman am Sinn seines Tuns. "Man fühlt sich so machtlos. Und man fragt sich, ob man es wirklich aushält, bis man alt wird." Hoffen wir, dass dieser moderne Don Quixote seinen Kampf gegen die Windmühlen des Lebens erneut aufnehmen wird. Ulrich Deurer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 225 Bewertungen)

Mittsommermord - Ein Wallander-Hörspiel      5 von 5 Punkten
Erster Eindruck: Aus dem Leben eines Toten
Kurt Wallanders Kolege Svedberg wird mit zerschossenem Gesicht in seiner Wohnung aufgefunden. Der Kommissar ist ratlos, da Svedberg als solide, ja fast langweilig galt. Der Stein kommt erst ins Rollen, als auch die Leichen von drei ermordeten Jugendlichen aufgefunden werden und Wallander schnell eine Verbindung sieht...
Einige Krimis leben von dem zugrundeliegenden Mord. Andere von ihren interessanten und reizvollen Charakteren. Die Romane von Henning Mankell über Kurt Wallander leben von beidem. "Mittsommermord" wurde wie andere Romane des Autors als Hörspiel umgesetzt und ist nun wieder bei "Der Hörverlag" erhältlich - und man sollte es sich nicht entgehen lassen. Das vorangestellte Intro, das den Mord an den drei Jugendlichen zum Thema hat, eröffnet eine packende Story, die den Hörer wie den Ermittler gleichermaßen fordert und einen nicht mehr loslässt. Schon von der ersten Minute an ist man wie gebannt und kann die nächsten Informationen kaum erwarten, obwohl der Spannungsbogen steil nach oben geht, sodass man am Ende beinahe das Atmen vergisst. Das Besondere daran ist, dass die Ermittlungen herrlich unspektakulär ablaufen und nicht auf große Schockmomente oder um Achtung heischende Actionszenen gesetzt wird, sondern auf eine fortlaufende Geschichte, die mit Detailverliebtheit und Sinn für ihre Figuren sehr lebendig wirkt. Wunderbar erzählte Kriminalliteratur in einer mehr als würdigen Umsetzung, die rundum gelungen ist.
Wieder ist Ulrich Pleitgen als Kurt Wallander zu hören und gestaltet seine Figur mit viel Gefühl für seinen Charakter, sodass alles Abgewrackte, alles Tollpatschige, aber auch alles liebenswert Sympathische gezeigt wird. Christian Koerner spricht Wallanders Kollegen Martinsson mit ebensolcher Ernsthaftigkeit und ist fest in seiner Rolle verankert. Udo Schenk kann auch hier mit seiner außergewöhnlichen und einprägsamen Stimme punkten. Weitere Sprecher sind Dietrich Hollinderbäumer, Kathrin Bührung und Petra Redinger.
Die eingesetzte Musik ist vielseitig und perfekt auf die fast schon depressive Grundstimmung des Romans zugeschnitten. Man gerät in eine düstere Welt, die das Psychospiel des Massenmörders noch intensiver und greifbarer wirken lässt. Auch die Geräusche sind wunderbar eingefügt und können an den richtigen Stellen Akzente setzen.
Zur Zweitauflage des Hörspiels von 2001 ist die Aufmachung nicht nur abgespeckt, sondern auch verändert worden. So ist ein komplett neues, ebenfalls sehr passendes Titelmotiv gewählt worden, während das allgegenwärtige schwarz ebenso unaufgeregt ist wie die Story an sich.
Fazit: Eine packende Geschichte, die mit Erzählkunst zu überzeugen weiß und den Hörer in seinen Bann zieht.


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Die italienischen Schuhe: Roman - Henning MankellDie italienischen Schuhe: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Juni 2009
     Verkaufsrang: 1836      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Lange Zeit wurde vor dem Erscheinen eines neuen Mankells gerätselt: Wird es diesmal ein Wallander- oder ein "Afrika"-Roman? Doch die Zeiten sind vorbei, als der Mankell-Kosmos noch so überschaubar war. Romane wie Tiefe oder Tea-Bag wollten schon nicht mehr in die bekannten Schubladen passen. Und ganz sicher entzieht sich auch Die italienischen Schuhe diesem Raster.
Frederik Welin hat sich in die Einsamkeit geflüchtet. Nach der "Katastrophe", einem Kunstfehler, der dem Chirurgen unterlief, hat er sich auf eine abgelegene Schäreninsel zurückgezogen. Das ehemalige Haus der Großmutter ist zu seiner "Festung" geworden. Hier kann er, abgeschirmt von der Außenwelt, seine Rituale pflegen. Im tiefsten Winter, bei schneidendem Wind, hackt er jeden Morgen ein Loch ins Eis und springt hinein. Für ihn ist dies die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren, zu merken, dass er noch lebt.
Mankell erzählt die berührende Geschichte, wie der Einsiedler Frederik wieder ins Leben zurückfindet. Aus der freiwilligen Verbannung wird er von Harriet gerissen. Sie erinnert ihn an ein Versprechen, das er ihr vor 40 Jahren gegeben hat, damals, als beide noch ein Paar waren. Sie verbrachten einen verliebten Sommer in Stockholm - bis zum Verrat, als er, ohne sich auch nur zu verabschieden, mit einem Stipendium in die USA abreiste und sich nie wieder meldete. Nun ist Harriet sterbenskrank und verlangt, wie damals versprochen, mit ihm an einen Waldsee im Innersten Norrlands zu fahren. Dort wollten sie im Mondlicht schwimmen. Die Reise durch das winterliche Schweden wird für Frederik zu einer Reise ins Leben, für Harriet gibt es keine Rettung.
Es sind die vielen Begegnungen mit ungewöhnlichen, teils skurrilen Menschen, die etwas in Frederik auslösen. Es sind Individualisten, Traumatisierte, lebenskluge Stadtflüchtlinge wie der steinalte Italiener Giaconelli, der Schuhmacher, der nur zwei Paare im Jahr fertigt, oder Agnes, die sich um schwer erziehbare Mädchen kümmert. Schritt für Schritt entdeckt Frederik die Schönheit und die Grausamkeit des Lebens wieder und spürt das Bedürfnis nach Nähe.
Die italienischen Schuhe ist ein literarisches Roadmovie, das einst als Liebesgeschichte begann und als Entdeckungsreise fortgeschrieben wird. Und wie so oft entdecken die Reisenden dabei keine fremden Kontinente, sondern erfahren über sich selbst eine Wahrheit, "deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist", so das Motto des Buches. - Carsten Hansen, Literaturtest


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 61 Bewertungen)

Ein stilles, besonderes Hörbuch      5 von 5 Punkten
Ex-Arzt Frederik Welin lebt seit 12 Jahren wie ein Eremit mitten in der Einsamkeit der Schären zusammen mit einem alten Hund und einer alten Katze. Besuch erhält er nur gelegentlich vom Briefträger, ansonsten lebt er so in den Tag hinein und hat sich seine Welt aus Ritualen zusammengebaut. Schon an dieser Stelle ahnt der Hörer, dass Welin sich damit wohl von irgendetwas ablenken oder sich verstecken will. Seine Eremitage wird brutal durch die Ankunft von Harriet, seiner Jugendliebe, unterbrochen. Nach über 30 Jahren steht sie todkrank einfach vor seinem Haus und fordert ein altes Versprechen ein. Frederik stellt sich daraufhin widerwillig nach und nach allen Dämonen seines Lebens und entdeckt Erstaunliches...
Bisher kannte ich nur die Wallander-Krimis aus dem TV, das hier ist also mein erstes Hörbuch von Henning Mankell. Die einzige Verbindung zu den bekannten Krimis ist Sprecher Axel Milberg, der den Frederik Welin toll gemeistert hat. Ich bin überrascht von der Behutsamkeit und der Sensibilität des Autors, das Ganze ist kombiniert mit Milbergs einzigartigem Stil. Er beherrscht die nachdenklichen, traurigen Passagen genauso gut wie die aggressiven oder panischen. Es fällt schwer, nach einer längeren Autofahrt mit diesem Hörbuch den Motor auszuschalten. Das liegt nicht an etwaiger Spannung, sondern an der Versunkenheit in Themen wie Schuld, Verantwortung und Alter. Also ein Hörbuch, da nachwirkt. Respektvolle 5 Sterne: Handlung und Sprecher ergänzen sich perfekt.


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Hunde von Riga: Roman - Henning MankellHunde von Riga: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Januar 2000
     Verkaufsrang: 3980      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Zwei Tote im Schlauchboot an Südschwedens Küste gefunden! Die Reise nach Riga, wohin die Spur führt, gestaltet sich für Kommissar Wallander unter Blitzen und Krachen (der Soundtrack der CD ist tatsächlich martialisch laut und gut!). In diesem Fall aus dem Jahr 1991 verschlägt es den sympathischen schwedischen Opernfreund und Fachmann in Sachen Weltschmerz ins politisch unruhige Lettland, wo zudem ein Kollege Wallanders ermordet aufgefunden wurde.
In dem immer noch unter sowjetischem Einfluss stehenden Land gerät Kurt Wallander zwischen die Fronten korrupter Politiker und der lettischen Freiheitsbewegung. Ein teuflisches Komplott von internationalen Ausmaßen beginnt sich abzuzeichnen, in dessen Verlauf der Schwede in den Fängen der Hunde von Riga fast sein Leben lässt.
Die Geräuscheabteilung geizt nicht mit Horroreffekten. Die Musik von Christian Hagitte und Simon Bertling (die auch für die Regie zeichneten), hat - inklusive Streichquartett - beinahe symphonischen Charakter. Heinz Kloss als Wallander ist in Hochform - und unterm Kopfhörer macht das Ganze doppelt so viel Spaß. -Ravi Unger
Hörspiel; 2 CDs; Gesamtlaufzeit ca. 120 min.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 110 Bewertungen)

Gebrauchtes Buch      5 von 5 Punkten
Das Buch "Die Hunde von Riga" ist sofort geliefert worden und war in ausgezeichnetem Zustand. Ich bin sehr zufrieden


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Die falsche Fährte: Roman - Henning MankellDie falsche Fährte: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. April 2001
     Verkaufsrang: 2055      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Man mag glauben, die Lektüre eines Buches mache den Genuss eines Hörspiels überflüssig und umgekehrt. In der Regel wird man sich aber bei hervorragender Literatur und glänzend inszenierten Hörspielen in dieser Annahme getäuscht sehen. Die Hörspielversion von Henning Mankells Die falsche Fährte wird auch Leser des Romans erneut in Vibration versetzen, vermag andere Akzente zu setzen und stellt erneut die Einzigartigkeit der Kunstform Hörspiel unter Beweis.
Ein Serienmörder versetzt das Kriminalkommissariat von Ystad in hektische Betriebsamkeit und die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Der Täter richtet seine Opfer mit Äxten hin, skalpiert sie anschließend und verschwindet scheinbar spurlos. Ein ehemaliger Justizminister und ein bekannter Kunsthändler sind die ersten Toten. Wallander, der sich kurz zuvor noch mit der mysteriösen Selbstverbrennung einer jungen Frau beschäftigen musste, sucht mit seinen Kollegen nach Zusammenhängen und Verbindungen der beiden Opfer untereinander. Denn eines scheint klar zu sein: Es muss sich um ein und denselben Mörder handeln. Spuren tauchen auf, doch der Täter schlägt erneut zu, bis Wallander erkennen muss, dass sich seine Ermittlungen in die falsche Richtung bewegen. Keineswegs erkennt er jedoch die Gefahr, in der er schwebt.
Unaufdringlich, nicht reißerisch, stark in den Dialogen und unter Verzicht auf lautstarke Action präsentiert sich die Produktion des Senders Freies Berlin. Die großartige Sprechercrew, allen voran als Erzähler Peter Matic, der vielen Zuhörern als Synchronstimme des amerikanischen Schauspielers Ben Kingsley vertraut sein wird, schafft eine bedrohlich spannende Atmosphäre. Der größte Reiz dieser schönen Inszenierung liegt indessen darin, dass der Fortschritt der Ermittlungen und die Annäherung an den Täter in den Dialogen der Hauptfiguren, in deren Diskurs deutlich wird. -Ulrich Deurer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 120 Bewertungen)

Die falsche Fährte - Ein Wallander-Hörspiel      5 von 5 Punkten
Erster Eindruck: Wissensvorsprung für den Hörer
Im Sommer 1994 muss sich Kurt Wallander erneut einer brutalen Mordserie widmen. Eine junge, verbrannte Frau und der grausame Mord an einem ehemaligen Politiker sind nur die ersten beiden Fälle, die der Ermittler in einen Zusammenhang zu bringen weiß. Doch auch der Mörder schläft nicht und bereitet seine nächsten Taten vor...
Die Hörspielumsetzung des fünften Wallander-Romans "Die falsche Fährte" gehört zu den längsten der Reihe. Stolze 210 Minuten, verteilt auf 3 CDs warten darauf, vom Hörer beachtet zu werden und machen daraus kein Hörspiel für zwischendurch. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, wird mit einem außergewöhnlichen Krimi belohnt, der jede einzelne Minute wert ist. Der Aufbau beginnt recht schnell mit dem Bekanntwerden des ersten Todesfalles, sofort ist man mitten im Geschehen. Auch der Zusammenhang mit den weiteren Morden, den Wallander schnell vermutet, gibt zusätzliche Würze und Tempo. Beachtlich ist aber besonders, dass mitten im Hörspiel die Identität des Mörders sowie seine weiteren Planungen bekannt werden, der Hörer also einen deutlichen Wissensvorsprung hat. Das führt aber keineswegs zu einer Minderung der Spannung. Im Gegenteil: Jetzt erscheinen Wallanders nächste Schritte wichtiger denn je, denn ausgeschaltet ist der Mörder noch lange nicht. Vielmehr ist es unglaublich interessant, Wallanders Schlussfolgerungen zu betrachten und sein Pochen auf jedes einzelne Beweisstück zu verfolgen. Das grundlegende Thema ist durchaus heikel und lässt erstaunlicherweise die Taten des Mörders nachvollziehbar werden. Eine hochspannender Krimi, ein dynamischer Verlauf, ein ungewöhnlicher Täter und ein brisantes Thema, "Die falsche Fährte" gehört zu den besten Wallander-Krimis.
In dieser Umsetzung des rbb spricht Hermann Beyer die Hauptrolle und kann mit immer leicht grantigen Unterton, ansonsten aber variabler Stimme den Kommissar sehr genau darstellen. Als Sjösten ist Otto Mellies zu hören, der mit einprägsamer Betonung eine intensive Darstellung abliefert. Jens Wawrczek beweist hier als Stefan sein Talent für ernste Rollen und kann seinem einzigartigen Klang eine weitere Facette abgewinnen. Weitere Sprecher sind Ulrike Krumbiegel, Christine Schorn und Nina Hoss.
Die Musik hält sich unter der Regie von Lutz Volke mehr im Hintergrund als in anderen Wallander-Hörspielen, trumpft an den richtigen Stellen jedoch auf und steigert die Spannung deutlich. Die Geräusche sind sehr passgenau eingefügt und machen das Hörspiel plastischer, ebenfalls ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
In dieser Neuauflage finden sich die drei CDs in einer breiten Plastikhülle, deren eine Seitenlasche schwarz, die andere jedoch rot ist. Stehen alle Wallander-Hörspiele der Auflage im Regal nebeneinander, ist dies sehr auffällig. Das Titelbild mit der Axt gefällt mir jedoch sehr gut und passt zu der Handlung.
Fazit: Ein sehr spannender Wallander-Krimi mit ungewöhnlichem Verlauf und packendem Thema. Krimifans sollten hier unbedingt reinhören


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Die fünfte Frau: Roman - Henning MankellDie fünfte Frau: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Oktober 2000
     Verkaufsrang: 1858      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Henning Mankell gehört zu den bekanntesten Krimischriftstellern in Schweden und mit seinem neuen Roman Die fünfte Frau wird er sich auch in Deutschland einen Namen machen. Jeder Krimiliebhaber, der von einem Thriller mehr erwartet als nur einen spannenden Plot, liegt hier richtig.
Im Jahr 1994 werden in Algerien fünf Frauen von Fundamentalisten ermordet. Vier davon sind französische Nonnen, die fünfte ist eine schwedische Touristin. Ein Jahr später ereignen sich in Schweden eine Reihe grausamer Morde. Die Opfer haben keine Verbindung zueinander. Gemeinsam ist ihnen aber, daß sie sich Frauen gegenüber besonders gewalttätig verhalten hatten.
Kommissar Wallanders Aufgabe ist es, mögliche Zusammenhänge und Motive aufzudecken. Gibt es eine Beziehung zu den Toten in Algerien, und wenn ja, welche?
Die fünfte Frau ist Krimi, Gesellschaftsroman und psychologische Studie - was will man mehr? -Manuela Haselberger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 151 Bewertungen)

Außergewöhnlich realistisch und spannend!      5 von 5 Punkten
Kann mich den anderen 5-Sterne-Rezensionen nur anschließen. Das ist wieder mal ein Krimi, wie er sein soll. Wirklichkeitsnah, vor allem, was die Polizeiarbeit betrifft! Die Handlung ist sehr schlüssig dargestellt, man kann keine Widersprüche oder dergleichen finden. Bei vielen anderen Krimis findet man früher oder später doch einige Ungereimtheiten. Nicht bei diesem Buch! Es "menschelt", trotzdem ist es sehr spannend, man kann es kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil gefällt mir besonders gut. Er ist kurz und präzise und man muß sich nicht anstrengen, um alle Details und Wendungen zu behalten.
Da macht Lesen richtig Spaß.


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Die Brandmauer: Roman: Der achte Fall von Kommissar Kurt Wallander - Henning MankellDie Brandmauer: Roman: Der achte Fall von Kommissar Kurt Wallander
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Oktober 2003
     Verkaufsrang: 1697      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Deutliche Gesellschaftskritik verpackt in absolut hochkarätiger Spannung, das kann nur einer: Henning Mankell. Endlich ist er da, der neue Wallander-Krimi und auch in diesem Fall ermittelt der einsame 50-jährige Kommissar, der sich "uralt und kraftlos" fühlt, eigenwillig, manchmal dickköpfig, aber doch immer mit dem seinen Fans schon so vertrauten Team. Ein brillant erdachter Fall, der nach 570 fesselnden Seiten bedrückende und bedrohliche Visionen zurücklässt. In einem Interview sagt Mankell, gefragt, warum die Verbrechen, die er beschreibt oft so bestialisch seien: "Die Welt ist viel schlimmer als die Verbrechen in meinen Büchern." Wohl wahr!
Ein Taxifahrer wird brutal von zwei jungen Mädchen ermordet, ein Mann bricht vor einem Geldautomaten tot zusammen, seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen, in einer Transformatorstation finden die Beamten eine verkohlte Leiche. Ein turbulenter Fall, in dem lange so wenig zueinander passen will. Die Ermittlungen führen von dem kleinen schwedischen Städtchen Ystad bis nach Angola, reichen von Mord bis zu einem perfiden Computerverbrechen von internationalem Format.
Brandmauern oder Firewalls - natürlich geht es um Datennetze, elektronische Kommunikation, die Welt des Internets. "Die Verwundbarkeit der Gesellschaft in der sie lebten, war größer, als jemand hatte ahnen können". Computerspezialisten als Terroristen, ein einzelner Rechner, der die ganze Welt lahm legt?
Als Krimi genial und atemberaubend, als reales Geschehen nicht mehr utopisch, eher eine Angst erregende Vorstellung. Nüchtern schreibt Mankell, oft kurz und bündig, das ist nervenaufreibend, macht süchtig. Aber: Er legt es nicht nur auf Spannung allein an. In seinen Romanen will er gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten: "Wir müssen ein neues Sozialsystem schaffen, sonst geht die Welt zugrunde."
Wallander in Höchstform. 26 Länder hat dieser Kommissar mit begnadeter Intuition im Sturm erobert, er wurde verfilmt, bescherte seinem Erfinder Millionenauflagen und Preise. Kaum zu fassen, dass der ihn demnächst in den Ruhestand schicken will. Wer weiß, vielleicht überlegt er es sich ja doch noch. -Barbara Wegmann


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 159 Bewertungen)

Alles bestens      5 von 5 Punkten
Die Bücher kamen sogar noch früher an als angegeben. Sie waren völlig in Ordnung, fast neu.


 Weitere Lesermeinungen


Die Pyramide: Roman - Henning MankellDie Pyramide: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Juli 2004
     Verkaufsrang: 3772      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Vier verbrannte Leichen in Ystad. Mord? Wallander ermittelt ... Der Roman aus ›Wallanders erster Fall‹ - in großer Schrift.
In der Nähe von Ystad stürzt ein Sportflugzeug ab, aus dem brennenden Wrack werden zwei verkohlte Körper geborgen. Achtundvierzig Stunden später wird ein Handarbeitsgeschäft in die Luft gesprengt, und zwei alte Damen liegen fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt in den Trümmern. Mord?
Die beiden Schwestern weisen Einschußstellen am Kopf auf. Ein Fall für Kurt Wallander. Doch noch bevor er die Ermittlungen richtig aufnehmen kann, muß er seinen eigenen Vater aus dem Gefängnis holen, weil der versucht hat, in Ägypten auf eine Pyramide zu steigen. Es bleibt Wallander nichts anderes übrig, als selbst nach Kairo zu reisen, nicht ahnend, daß ihn die Rettung des Vaters auf eine entscheidende Spur im aktuellen Fall führen wird ...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

typisch Mankell      5 von 5 Punkten
Ein für Mankell kurzer Krimi ohne Schnörkel oder unnötige, utopische Verwicklungen. Einfach ein guter Lesestoff in typischer Wallander-Qualität.


 Weitere Lesermeinungen


Die Wallander Hörspiel-Edition: Die weiße Löwin, Mörder ohne Gesicht, Die Brandmauer, Die Pyramide, Wallanders erster Fall - Henning MankellDie Wallander Hörspiel-Edition: Die weiße Löwin, Mörder ohne Gesicht, Die Brandmauer, Die Pyramide, Wallanders erster Fall
Henning Mankell

Audio CD, 30. April 2010
     Verkaufsrang: 6163      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 23,97 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Diese Edition versammelt fünf Wallander-Krimis von Bestseller-Autor Henning Mankell - erbarmungslose Mittsommermorde, gefährliche Spurensuchen, mysteriöse Entdeckungen und mittendrin ein eigenbrötlerischer Kommissar, kurz: neuneinhalb Stunden maximale Hörspiel-Spannung rund um den beliebtesten Ermittler Schwedens! Die Edition enthält: Die weiße Löwin / Mörder ohne Gesicht / Die Brandmauer / Die Pyramide / Wallanders erster Fall

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Satte neun Stunden Stunden Wallander - allerdings chronologisch bunt gewürfelt      5 von 5 Punkten
9 CDs für relativ kleines Geld - daher gebe ich glatte fünf Sterne für diese Edition. Zumal in der Box keine billigen Papier-Verpackungen stecken, sondern (m. W.) die Original-Verpackungen der einzelnen Hörspiele. Sehr empfehlenswert somit für den Freund des eher düsteren Krimis. Allerdings sollte man wissen, dass die Hörspiele, was die Chronologie der Bücher von Mankell angeht, ziemlich bunt gemixt worden sind in dieser Box.
Ein Überblick über die bisher erschienen Wallander-Hörspiele (alle Bücher wurden dabei vertont) in der originalen (chronologischen) Reihenfolge:
00. Wallanders erster Fall (Produktion Stil 2002, Rolle des Wallander: Heinz Kloss) - Eigentlich das neunte Buch, aber wegen der offensichtlichen Chronologie habe ich es ganz oben plaziert.
01. Mörder ohne Gesicht (Stil 2002, Heinz Kloss)
02. Hunde von Riga (Stil 2002, Heinz Kloss)
03. Die weiße Löwin (Stil 2002, Heinz Kloss)
04. Der Mann, der lächelte (Stil 2001, Heinz Kloss)
05. Die falsche Fährte (RBB 1999, Hermann Beyer) - soweit mir bekannt, ist dies kein "richtiges" Hörspiel, sondern eher ein Hörbuch
06. Die fünfte Frau (WDR 1999, Ulrich Pleitgen)
07. Mittsommermord (WDR 2001, Ulrich Pleitgen)
08. Die Brandmauer (Stil 2001, Heinz Kloss)
09. Wallanders erster Fall s. o.
10. Die Pyramide (Stil 2002, Heinz Kloss)
11. Der Tod des Fotografen - nur als gekürzte Lesung erhältlich, Hörverlag 2004
12. Der Mann mit der Maske - nur als Lesung erhältlich, Hörverlag 2005
13. Der Mann am Strand - nur als Lesung erhältlich, Hörverlag 2005
14. Der Feind im Schatten - nur als gekürte Lesung erhältlich, Hörverlag 2010
Und dann noch: "Vor dem Frost" (Linda Wallander)
Bei Nr. 12 und 13 bin ich mir nicht sicher, ob diese beiden Veröffentlichungen zum "offiziellen Kanon" gehören.
Die Hörspielproduktionen von Stil und auch vom WDR sind sehr gelungen. Einige Folgen warten allerdings noch immer auf die Vertonung als HörSPIEL. Momentan scheint es allerdings eher fraglich, dass sich da in nächster Zeit etwas tut.

Bequemer Einstieg in Sachen Mankell & Wallander. (Bewertung der Hörbuch-Edition)      4 von 5 Punkten
HÖRBUCH-Rezension: DIE WALLANDER HÖRSPIEL-EDITION von Henning Mankell.
5 Hörspiele auf 9 Audio-CDs jeweils in Jewel Cases im Schutzkarton | Gesamtlaufzeit ca. 9 Stunden (ca. 553 Minuten) | Produktion: STIL im Auftrag des Hörverlags 2001/2001
Mit Mankells Wallander stand ich lese-technisch gesehen immer auf Kriegsfuß, weil mir die Verfilmungen zuvor kamen und die fand ich - Entschuldigung liebe Wallander-Fans - tödlich langweilig.
Als Hörbuch-Fan empfand ich diese Hörbuch-Edition als Schnäppchen, habe kurz entschlossen zugegriffen und bin nun einigermaßen versöhnt mit Wallander und seinem Schöpfer Henning Mankell.
Die Hörspiele finde ich von der Atmosphäre her sehr gut umgesetzt. Charakteristische Stimmen, nicht zu viele verschiedene für diese kurzen Gesamtspielzeiten und eine musikalische Untermalung die sich nur hin und wieder etwas lästig in den Vordergrund drängt.
Die Kriminalfälle selbst kannte ich (wie erwähnt, ich habe Mankell nie gelesen) nicht, erschienen in ihrer Kürze zumindest schlüssig und nebenbei erfahre ich auch noch den verkorksten Lebenslauf dieses legendären schwedischen Kommissars aus Ystad. - Sehr zufriedenstellend und unterhaltsam insgesamt.
Mein Resümee: Schön, dass es diese Hörspiele gibt. Lesen brauche ich Mankell nun auch nicht mehr.
Diese Edition enthält folgende, bereits einzeln erschienene Hörspiel-Produktionen:
Die Weiße Löwin - Die weiße Löwin - 2 CDs - 2 CDs ca. 153 Minuten Laufzeit
Mörder ohne Gesicht. 2 CDs.- Mörder ohne Gesicht - 2 CDs ca. 96 Minuten Laufzeit
Die Brandmauer. 3 CDs. - Die Brandmauer - 3 CDs ca.172 Minuten Laufzeit
Die Pyramide, 1 Audio-CD - Die Pyramide - 1 CD ca. 72 Minuten Laufzeit
Wallanders erster Fall. CD - Wallanders erster Fall - 1 CD ca. 59 Minuten Laufzeit
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Hörbuch-Bewertung:
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Inhalt: **** | Sprecher: ***** | Hardware: **** | Preis/ Leistung: *****
-
auf meiner persönlichen Horchlatte: ****
-


Der Feind im Schatten - Henning MankellDer Feind im Schatten
Henning Mankell

Audio CD, 30. April 2010
     Verkaufsrang: 5937      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Håkan von Enke ist ein Mann mit Prinzipien. An einem verregneten Stockholmer Morgen verlässt der ehemalige U-Boot-Kapitän wie jeden Tag um sieben Uhr seine Wohnung im Stadtteil Östermalm, um seinen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Von seiner Frau hat er sich verabschiedet, alles scheint wie immer. Nur das Entscheidende ist anders: An diesem Morgen nämlich kommt Håkan von Enke nicht mehr in seine Wohnung zurück.
Das seltsame Verschwinden des U-Boot-Kommandeurs betrifft Kurt Wallander auf gleich mehrfache Art und Weise. Zum einen ist Håkan von Enke der Vater des Finanzmaklers Hans von Enke, den Wallanders Tochter Lisa heiraten will. Und zum anderen hat Lisas zukünftiger Schwiegervater Wallander auf seinem Geburtstag eine mysteriöse Geschichte erzählt, die Jahre zurückliegt und mit einem russischen U-Boot zu tun hat, das dereinst vor Schwedens Küste kreuzte und durch einen Befehl von höchster Stelle nicht vom heimischen Militär hochgenommen werden konnte. Hat das Verschwinden Håkan von Enkes vielleicht etwas mit diesem Vorfall zu tun, zumal sich der Kommandant ganz offensichtlich bedroht und verfolgt fühlte? Wallander beginnt zu ermitteln ? und stößt nicht nur in der Familienhistorie derer von Enkes, sondern auch on der schwedischen Geschichte auf einige äußerst dunkle Kapitel...
Kurt Wallander ist wieder da ? und zwar in altbewährter Form! Denn Henning Mankells melancholischer Ermittler hat wieder allerlei private Probleme ? so zum Beispiel ein Disziplinarverfahren, nachdem er seine Pistole im Suff in einem Restaurant liegen ließ. Auch diese psychologische Tiefe der Natur sorgt dafür, dass die Spannung über fast 600 Seiten erhalten bleibt, ebenso wie Mankells wundervoll dichte Sprache mit ihren traurig-präzisen Sätzen.
Dass Der Feind im Schatten wohl Wallanders letzter Fall sein wird ? das Ende liegt dies nahe ?, macht die Sache zwar nicht schöner, sollte aber jeden Krimifan erst recht dazu bewegen, diesen umwerfend gut geschriebenen ? und im Übrigen durch Wolfgang Butt kongenial übersetzten ? Roman zu verschlingen. - Stefan Kellerer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 52 Bewertungen)

Wehmütiger Abschied von Wallander      4 von 5 Punkten
Das war es nun also. Der letzte Roman mit Kurt Wallander als Hauptfigur. Ein sehr melancholischer Abschied, der mich mit leicht gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.
Als eigenständiger Roman ist das Buch meiner Meinung nach nur bedingt zu empfehlen. Leser, die vorher keinen Wallander-Roman gelesen haben, dürften mit "Der Feind im Schatten" eher nicht soviel anfangen können. Dazu setzt die Geschichte zu viele Vorkenntnisse voraus, hat man zuwenig Zeit, sich mit der Figur des Kurt Wallander auseinanderzusetzen, und ist der Fall des verschwundenen U-Boot-Kapitäns auch nicht fesselnd genug.
Für die große Fangemeinde, die bereits die restlichen Bücher um den beliebten, allzu menschlichen Kommissar kennt, stellt der "Feind im Schatten" den endgültigen Abschied von der liebgewonnenen Krimireihe dar, die immer mehr war als bloß spannende Unterhaltung, die auch gesellschaftliche und politische Zustände und vor allem Missstände (nicht nur in Schweden) beschrieb.
Was mich ein wenig gestört hat, ist das für meinen Geschmack allzu große Selbstmitleid, dem sich Kurt Wallander in "Der Feind im Schatten" hingibt und die im Gegenteil zu den früheren Bänden nur mäßige Spannung der Geschichte. Wallander war zwar stets eher pessimistisch, ja teilweise grüblerisch dargestellt, aber nie so übertrieben wehleidig wie hier. Irgendwie passt das auch nicht zu seiner früheren Darstellung. Ich kann aber nachvollziehen, dass Henning Mankell damit wahrscheinlich unmissverständlich klarmachen wollte, dass dies der Abschied von Wallander ist. Die Handlung um den verschwundenen Schwiegervater von Wallanders Tochter fand ich zwar nicht sehr spannend, aber dennoch passt sie zum melancholischen Ende der Reihe. Eine Jagd nach einem weiteren Serienmörder wäre hier nicht mehr angebracht gewesen.
Mankell stellt vor allem zum Ende des Buchs noch einmal ganz deutlich seine politische Position dar. Wie man dazu steht, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich finde es gut, wie offen Mankell seine Standpunkte vertritt.
Als endgültigen Abschluss der Wallander-Reihe fand ich "Der Feind im Schatten" zwar nicht herausragend, aber absolut würdig und für alle alten Fans auf jeden Fall zu empfehlen.


 Weitere Lesermeinungen


Vor dem Frost: Roman - Henning MankellVor dem Frost: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. September 2005
     Verkaufsrang: 7838      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Linda Wallander, Tochter des weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Kommissars, kommt sich vor wie auf dem Abstellgleis: Am 10. September soll ihr Dienst bei der Polizei von Ystad beginnen, und bis dort hat sie noch einen langen Sommer vor sich. Auch die avisierte eigene Wohnung ist noch nicht frei, und so muss sie ausgerechnet beim Vater unterschlüpfen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist äußerst gespannt und wird auch nicht besser, als Kurt Wallander mit einem schwierigen Fall konfrontiert wird.
In Ystad und im Umland übergießt ein scheinbar Wahnsinniger Tiere mit Benzin und steckt sie in Brand. Eine ältere Frau wird auf einer Wanderung in einer abgelegenen Schlucht bestialisch ermordet, und eine von Lindas ältesten Freundinnen verschwindet von einem Tag auf den anderen. Auch wenn ihr Vater es nicht wahr haben möchte: Zwischen all diesen Ereignissen besteht ein Zusammenhang. Es bedarf akribischster Ermittlungen und einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Kurt und Linda Wallander, bevor der dickköpfige Kommissar bereit ist, an eine Verschwörung größeren Ausmaßes zu glauben.
Vor dem Frost ist ein Roman des Übergangs: Noch hält Kurt Wallander das Heft in der Hand und ist nicht bereit, seine Tochter als Polizistin zu akzeptieren. Linda muss um jeden Zentimeter Freiheit kämpfen, sowohl in privater wie in beruflicher Hinsicht. Dieser Kampf wird mit harten Bandagen geführt, wobei Mankell die Glaubwürdigkeit seiner Figuren gelegentlich sehr strapaziert. Auch die Handlung des Romans wirkt teilweise etwas konstruiert - der Autor hat eindeutig ein Anliegen, und es gelingt ihm nicht immer, daraus eine spannende Geschichte zu machen.
Für Wallander-Freunde bietet Vor dem Frost einige schöne Reminiszenzen: Linda erinnert sich immer wieder an Vorfälle aus ihrer Kindheit, die den Lesern aus früheren Mankell-Romanen geläufig sind. Auch der angestrebte Vergleich zwischen christlichem und islamischem Fundamentalismus ist ein durchaus lohnenswerter Stoff, der besonders durch die psychologisch genaue Schilderung der Antagonisten an Glaubwürdigkeit gewinnt. Wir können jedenfalls gespannt sein, wie sich Linda Wallander mausert, wenn sie aus des Vaters Schatten herausgetreten ist und als Polizistin selbstständig wird. -Hannes Riffel


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 132 Bewertungen)

Künstlich gewollt      3 von 5 Punkten
Der Versuch, düster und verschwörerisch zu klingen, schlägt mit jedem Kapitel ins Gesicht. Streckenweise interessant, jedoch: Man merkt die Absicht und man ist verstimmt....


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Wallanders erster Fall: und andere Erzählungen - Henning MankellWallanders erster Fall: und andere Erzählungen
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. April 2004
     Verkaufsrang: 2981      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein Fahrgast steigt in ein Taxi. Kurze Zeit später ist er mausetot. Wallanders Nachbar wird mit einer Kugel im Kopf aufgefunden, er soll kurz vor seinem Tod noch Edelsteine geschluckt haben. Noch mysteriöser: eine abgestürzte, unbekannte Sportmaschine und die brutale Ermordung zweier Schwestern, denen ein Handarbeitsgeschäft gehört. Hängen die beiden Vorkommnisse zusammen?
Mal ehrlich: Wenn es schon keinen umfangreichen neuen Wallander-Krimi mehr aus der Mankell'schen Feder geben wird, freut man sich über den Erzählband umso mehr. Vier kürzere Geschichten, und, wie als Zugabe, ein ausgewachsener Roman, alles auf knapp 500 Seiten - natürlich schlagen da die Herzen aller Fans des populären Schweden höher.
1969, da ist Kurt Wallander junger Polizist, schwer verliebt in Mona. Schon damals, obwohl noch unerfahren, ist Intuition bei den Ermittlungen immer dabei. "Irgendetwas beunruhigte ihn... Er hatte etwas übersehen." Es ist Wallanders erster Fall, die Titelgeschichte. Und die verspricht in weiten Strecken das, was auch die anderen Bücher auszeichnet: ein raffiniertes Wechselspiel zwischen extremer Spannung und persönlich-intimen Gedanken eines Polizisten, Beschreibungen, Zusammenfassungen und erneute Spannung.
Keine Frage, die romanhafte Länge liegt Mankell mehr als die kurze Erzählung. "Der Mann mit der Maske", gut 30 Seiten, wirkt geradezu wie eine Fingerübung, wie ein Warmlaufen für das Große. Wallander steht einem Mörder gegenüber, eine Momentaufnahme, eine Studie in Verhaltenspsychologie. Nicht hundertprozentig überzeugend. Anders die längeren Geschichten: Spannung, Atmosphäre, feinst verwobene Story, all das, was Mankell-Krimis zu unverwechselbaren, preisgekrönten Bestsellern machte, hier wird es genussreich entfaltet.
Freuen Sie sich auf fünfmal Wallander, den bereits legendären Kommissar, der leider vom Autor in den Ruhestand versetzt wurde. -Barbara Wegmann


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 49 Bewertungen)

Schwedenkrimi as it`s best      5 von 5 Punkten
+ schnörkelose Handlung, sehr spannend und unterhaltsam bis zum Schluß, intelligent überraschend und dabei sehr vielschichtig erzählt, dabei guter Einblick in das Wesen und das Leben von Kurt Wallander, Suchtgefahr !
- kein Nachteil oder schlechtes aus meiner Sicht zu berichten
Fazit: die restliche Bücher der Wallander Reihe sind bereits gekauft bzw. bestellt ;-)


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Die flüsternden Seelen: Roman - Henning MankellDie flüsternden Seelen: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Februar 2009
     Verkaufsrang: 4989      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Afrika ist ein schwarzer Mann, der im Dunkeln vorüberhuscht". So sieht es der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell in seinem stark autobiographisch angehauchten Roman Die flüsternden Seelen. "Die Nacht scheint sein Eigentum zu sein. Er trägt einen Mantel aus heimatlosen Winden."
So poetisch beginnt das Buch, mit einer eindrücklichen Beschreibung von Mankells eigenen Reisen zum nördlichen Ufer des Ljusnan 1955 und 1972 (die erste noch in der kindlichen Phantasie), und doch so platt zugleich. Denn unter diesem Mantel dichterischer Worte findet sich zunächst eine simple Botschaft, die das Offene lyrischer Sprache Lügen straft: "In Afrika habe ich etwas entdeckt, das eigentlich keine Entdeckung sein sollte", schreibt Mankell: "Die Hautfarbe, die Sprachen, die Art, wie wir Götter anbeten und unser Frühstück machen, Dummheiten betrachten und Kunst machen: Alle Menschen sind verwandt. Wir gehören zur selben Familie". Und tatsächlich: Eine Entdeckung ist das nicht.
25 Jahre hat Mankell, der neben seinen Krimis rund um den melancholischen Kommissar Wallander immer wieder auch über seine zweite große Leidenschaft - Afrika - geschrieben hat, nach eigenen Angaben an den Texten von Die flüsternden Seelen gearbeitet. Wer die Anfangsepisoden liest, möchte das gar nicht so recht glauben. Aber dann legt der Text langsam den Mantel der Banalität ab, weil Mankell später ganz auf das vertraut, was er am besten kann: aufs Erzählen. Von Felisberto mit dem unbezwingbaren Lächeln etwa, von der Arbeit als Diener im Kolonialismus und von der Unterdrückung eines ganzen Kontinents. Dann weiten sich Die flüsternden Seelen doch noch zu einem grandios komponierten Panorama, das über die Geschichte Afrikas ebenso viel wie über die einzelnen Menschen zu berichten weiß.
Wer gewissermaßen mit kindlicher Phantasie nach Afrika reisen will, dem sei Die flüsternden Seelen unbedingt ans Herz gelegt. Denn es gibt dann doch noch wirklich viel zu entdecken in dem Buch, dessen Anfang man vielleicht einfach überblättern sollte. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

afrikanische Blickwinkel      5 von 5 Punkten
Es wird sicher keinem Europäer je wirklich gelingen, die Welt aus den Augen einer schwarzen Afrikanerin oder eines schwarzen Afrikaners zu sehen. Doch Henning Mankell gelingt es zumindest, uns in die Nähe zu bringen.
Die verschiedenen, teils sehr skurillen Figuren und Ihre Geschichten lassen uns schmunzeln, aufhorchen, erschaudern und erschrecken. Vor allem aber lassen sie uns über unsere europäische ach so aufgeklärte Denkweise nachgrübeln.
Die brilliante fast lyrische Wortwahl und die eindringliche Art uns mit den oft dramatischen Schicksalen der durch den Kolonialismus aus Ihrer Welt gerissenen Menschen zu konfrontieren, entwicklt beim Leser die Kontraste zwischen dem uns oft vorschwebenden romantisch wilden Afrika und der grausamen, durch unsere Gier entstandenen Realität.
Es bleibt trotz der vielen düsteren Schiksale ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft des schwarzen Kontinents.


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Der Mann, der lächelte: Kriminalroman - Henning MankellDer Mann, der lächelte: Kriminalroman
Henning Mankell

Taschenbuch, 29. April 2010
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Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wozu Menschen fähig sind in einer Welt, in der sich alles nur um Kaufen und Verkaufen dreht. Die Ermittlungen führen diesmal ins Herz eines internationalen Verbrecherrings. Wallanders fünfter Fall

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Spannung bis fast zum Schluss      4 von 5 Punkten
Ein echt spannendes Buch. Sowohl thematisch als auch erzählerisch fesselnd, so das ich es fast am Stück durchgelesen habe. Der einzige kleine Wermutstropfen ist die für meinen Geschmack unnötige "Aktion" ganz am Ende des Buches. Sie passt meiner Auffassung nach nicht so recht zu der Atmosphäre des Buches. Dies sollte aber niemand vom Lesen des Buches abhalten.


Der Chronist der Winde: Roman - Henning MankellDer Chronist der Winde: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. April 2002
     Verkaufsrang: 15727      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Eine magische Aura umweht den afrikanischen Straßenjungen Nelio: Noch nie hat jemand gewagt, ihn zu verprügeln. Vielleicht weil aus dem 10-Jährigen, dem sich die irdischen Abgründe viel zu früh erschlossen haben, eine greise Weisheit spricht. Jetzt aber liegt Nelio mit schweren Schusswunden auf dem Dach eines ärmlichen Theaters. Dort erzählt er - zwischen kräftezehrenden Fieberschüben - dem Bäckerjungen José Antonio Maria Vaz sein Leben. Das beginnt mit der Erinnerung an die Banditen, die sein Dorf niederbrannten, seine Schwester töteten und vor denen er geflüchtet ist, als sie ihn zwingen wollten, einen Verwandten zu erschießen. Und es endet bei den Straßenkindern in der Stadt, denen Nelio zu einem an Fairness und Reife geradezu übermenschlichen Anführer wurde: Gestohlen jedenfalls wird nicht unter seinem Regime; bestenfalls - in der Villa eines verreisten Entwicklungshelfers - der Kühlschrank leer gegessen.
Henning Mankell - mit seinen Stories um den Kult-Kommissar Kurt Wallander dauerhaft auf den einschlägigen Bestseller-Listen vertreten - präsentiert sich also seinen Fans hier nicht als Krimi-Autor, sondern als poetischer Anwalt der Chancenlosen: Derer, die gezwungen sind, "das Leben roh zu essen". Trotz aller Tragik des Sujets gleitet der Romancier, der dem heimischen Schweden zeitweise den Rücken kehrt, um in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo Theaterstücke zu inszenieren, aber nicht in schwermütige Betroffenheitsprosa ab. Es darf - mit anderen Worten - auch gelacht werden: Über die Tomaten- und Zwiebelkulturen beispielsweise, die in Mandiocas Hosentaschen hervorragend gedeihen. Oder über den schwerfälligen Tristeza, der eine Bank gründen will und dem Nelio für den Fall, dass er seine Denkgeschwindigkeit steigert, erst einmal ein Paar Turnschuhe verspricht.
Vor allem aber bekennt sich Der Chronist der Winde - in Schweden mit dem Sveriges-Radio-Romanpreis 1996 ausgezeichnet - bedingungslos zur Kraft der Träume: "Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben, dachte Nelio. Die Flügel sind in uns, wenn uns vergönnt ist, sie zu sehen." -Christine Wahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 63 Bewertungen)

Genau das richtige für jemanden, der das "Besondere" sucht!      5 von 5 Punkten
Der berühmte Kriminalromanautor Henning Mankell veröffentlichte 1995 einen seiner wenigen Romane, die er bis heute schrieb. Der Chronist der Winde handelt über die Geschichte eines im sterben liegenden Kindes. Dieses Kind nennt sich selbst Nelio und hat von der Verbrennung seines Dorfes bis hin zum Straßenkindleben mit seinen gerade einmal 10 Jahren viele schwierige Situationen überstehen müssen. Am Ende seiner Geschichte, dessen Zuhörer sein Finder Jose Antonio Maria ist, stirbt Nelio. Daraufhin kündigt Jose seine Arbeitsstelle in einer Bäckerei und macht sich zur Lebensaufgabe, den Chronist der Winde darzustellen.
Für mich persönlich ein fesselnder Roman, in dem Spannung, Tragik, vor allem jedoch die Armut in Mosambik eine entscheidende Rolle spielt. Mankell gelingt es mit seinem sehr genauen Schreibstil dem Leser die Ängste, Hoffnungen und Träume der einzelnen Charaktere zu verdeutlichen. Die Verbindung zwischen der Realität, die unter anderem die Stadt Maputo oder auch das Theater verkörpert, und der Fiktion entsteht eine Spannung und ein Mitgefühl den leidenden Kindern gegenüber, die einen wieder einmal zeigt, wie gut es uns eigentlich in einem Land ohne Lebensmittelmangel geht. Interessant ist die Weise in der der schwedische Buchautor die Sichtweise des Rudels, aber auch des einzelnen Mitglieds vertritt. Er versucht hierbei sich in die Kinder hineinzuversetzen und wirft Gedankenzüge auf, die einem als Erwachsenen zunächst etwas schmunzeln, doch im Nachhinein überlegen lassen. Außerdem liest man zwischen den Zeilen eine klare politische Einstellung Mankells zur derzeitigen Lage in seiner Wahlheimat. Verschlechtert wird die Position der Revolutionäre durch extreme, beinahe bestialische Beschreibungen. Außerdem ist er ein Feind des möglicherweise unumgehbaren 2-Klassen-Systems Mosambiks.
Insgesamt ist der Chronist der Winde ein spannender, politisch und menschlich sehr bewegender Roman, der das Leben zwischen der Straße und den feinsten Villen widerspiegelt. Für Leser, die einmal etwas Besonderes erleben möchten, genau das richtige!


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Die Rückkehr des Tanzlehrers: Kriminalroman - Henning MankellDie Rückkehr des Tanzlehrers: Kriminalroman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. September 2009
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Vielleicht Mankells wichtigstes Buch.Brigitte

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Mankells Bester?      5 von 5 Punkten
Dieser Roman gilt nicht zu Unrecht als ein Meisterwerk Mankells. Er bietet Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, eine einzigartige Atmosphäre (hervorgerufen durch den Handlungsort in Nordschweden) sowie ganz viele historisch-gesellschaftliche Hintergründe, unter anderem über die Rolle Schwedens während der Nazizeit. Unbedingt empfehlenswert!


Die weiße Löwin: Roman - Henning MankellDie weiße Löwin: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, 1. Juli 1998
     Verkaufsrang: 4501     

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Mankell gehört ohne Zweifel auch international zur Elite der Krimiautoren. In Schweden ist er die Nummer eins.›Svenska Dagbladet‹

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 122 Bewertungen)

Die weiße Löwin - Ein Wallander Hörspiel      5 von 5 Punkten
Erster Eindruck: Von Schweden nach Südafrika
Der Mord an einer jungen Immobilienmaklerin erschüttert die schwedische Kleinstadt Ystad. Doch für Kurt Wallander ist dies erst der Gipfel des Eisberges, der für ihn äußerst schwer zu durchschauen ist und ihn an seinem Verstand zweifeln lässt. Und ihn weit, weit weg führt - direkt nach Südafrika...
Mit "Die weiße Löwin" dürfen wir ein drittes mal Henning Mankells Kultermittler Kurt Wallander bei einem seiner Fälle begleiten, wie alle früheren Romane ist auch hier das Duo Hagitte/ Berteling für die Umsetzung verantwortlich. Es ist schon erstaunlich, wie gradlinig Mankell die Brücke von einem schwedischen Mord zu politischen Verwicklungen in Südafrika schlägt, wie stimmig sich die einzelnen und vielfältigen Themen zusammenfügen. Denn hier liegt wie auch schon bei den "Hunden von Riga" kein reiner Kriminalfall vor, politische Verwicklungen spielen eine ebenso große Rolle und lassen die Geschichte stellenweise eher wie einen Thriller klingen. Auch das Thema Rechtsextremismus spielt wieder eine Rolle und wird sehr organisch mit den anderen Vorfällen verbunden. Auch steht hier nicht Wallander allein im Vordergrund, des öfteren dürfen wir auch andere Charaktere begleiten. Besonders diese Trennung der Handlungsstränge, die sich zu einem hochspannenden Finale entwickeln, macht "Die weiße Löwin" zu einem äußerst hörenswerten Hörspiel und unterstreicht Mankells Erzählkunst. Ein außergewöhnlicher Wallander-Fall, der vielleicht nicht jeden überzeugen kann, bei mir ist der Funke aber schnell übergesprungen und hat so schnell nicht nachgelassen.
Peter Groeger ist in der wichtigen Rolle des Konovalenko zu hören und lässt seine sonst so warme Stimme hier ganz anders, härter klingen und sorgt so für stimmungsvolle Momente. Auch Heiko Pickowski kann mit markanter Aussprache seinen Charakter Victor Mabasha sehr gut darstellen. Erzähler Christoph Schobelsberger sorgt mit seiner angenehmen Stimme für gelungene Einstiege in die Szenen und kann auch hier die Spannung aufrecht erhalten. Weitere Sprecher sind Heinz Kloss, Dietmar Obst und Heide Simon.
Die Musik wurde wieder mit klassischen Instrumenten eingespielt und fein auf die jeweiligen Stimmungen und den Spannungsbogen zugeschnitten. So wird eine dichte Begleitung der Handlung geboten, die einen roten Faden bildet, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten. Die zweieinhalb Stunden Laufzeit vergehen so recht zügig.
Ein brennendes Haus - nicht nur ein Motiv aus dem Hörspiel, welches hier auf dem Cover zu sehen ist, sondern ein sehr atmosphärisches Cover, das vor dem schwarzen Hintergrund besonders gut zur Geltung kommt und perfekt mit der roten Schrift harmoniert. Sehr auffällig und trotzdem schlicht.
Fazit: Ein spannender Krimi-Thriller, der seinen Reiz aus den unterschiedlichen Blickwinkeln bekommt. Hervorragend erzählt!


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Daisy Sisters - Henning MankellDaisy Sisters
Henning Mankell

Gebundene Ausgabe, 27. Juli 2009
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Es ist das dritte Kriegsjahr in Schweden. Einem höllisch kalten Winter eifert ein Sommer nach, der an Hitze und Dürre nicht zu überbieten ist. In dieser flirrenden, aber auch unheilschwangeren Atmosphäre fahren die Brieffreundinnen Elna und Vivi ? die "Daisy Sisters" ? frohgemut mit dem Fahrrad Richtung Norwegen. Der Ausflug wird für die lebenslustige Elna zum Verhängnis. Eine feucht-fröhliche Zufallsbekanntschaft der "Daisy Sisters" mit zwei schwedischen Soldaten trägt ein dreiviertel Jahr später ("Elna wird vergewaltigt werden, oder so gut wie") ungewollte Früchte. Elna will das Kind nicht haben, aber die Abtreibung misslingt. Und so nimmt die Geschichte durch Elnas Tochter Eivor einen weiteren, über weite Strecken tragischen Verlauf...
Es ist zum Teil schon harter Tobak, was Henning Mankell seinen Lesern in Daisy Sisters zumutet. Die Beschreibung von Elnas Versuch einer (damals natürlich illegalen) Abtreibung, in einer schmutzigen und entwürdigenden Atmosphäre unter vollkommener Geheimhaltung, mit Erniedrigungen, in einem schmuddeligen Schuppen, der nach Naphthalin riecht, im Alkoholdunst, von einem sinnlos in ihr herumstochernden Dilettanten ausgeführt und mit Geld und einer "Nummer" als Vorauszahlung als Gegenleistung in Auftrag geben, gehört sicher zum ekligsten, was der schwedische Bestsellerautor uns bisher zur Lektüre serviert hat. Aber die Generationengeschichte, die sich im Schicksal von Eivor fortsetzt, die harte Jahre als geschiedene, alleinerziehende Mutter zweier Kinder durchzustehen hat, ist schon fulminant erzählt und lohnt es selbst für zarter besaitete Leser durchzuhalten.
Henning Mankell hat zwei Stärken, die sich bisher in seinen Wallander-Krimis und den Afrika-Romanen dokumentierten: Er hat sowohl Sinn für einen spannenden Plot als auch den Blick für soziale Besonderheiten und Missstände. Beides verbindet sich in Daisy Sisters aufs Wundervollste. Große Literatur. - Isa Gerck


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 22 Bewertungen)

Wenn es mit der Lebensplanung nicht so klappt      5 von 5 Punkten
Wäre Henning Mankell nicht zum gefeierten Bestseller Autor geworden, hätte sich wohl kein deutscher Verlag zu einer Übersetzung bereit erklärt. Schon gar nicht in einer Zeit, in der Ratgeber für Karriereplanung und ausgeschilderte Wege zum Glück die Verkaufslisten anführen. Und so finde ich es denn auch nicht weiter erstaunlich, dass viele Leser dieses 1982 erschienenen Romans vom Inhalt enttäuscht sind. Aber so schön und wichtig Märchen auch sind, wer Twilight mit Daisy Sisters vergleicht, kann auch Gummibärchen einer Schwarzwäldertorte gegenüberstellen.
Der Erfolg seiner Kriminalromane und sein sympathischer Held Kurt Wallander lassen leicht vergessen, dass Henning Mankells ein gesellschaftspolitischer Schriftsteller ist, der in seinen Werken persönliche Erfahrungen und Einstellungen verarbeitet. Er fühlte sich schon früh zum Literaten berufen und schlug als Schauspieler und Regisseur eine Theaterlaufbahn ein. Sein erstes Prosawerk erschien erst 1973. Obwohl sich Mankell politisch immer stark engagierte und klare Positionen einnahm, erlag er nicht der Versuchung, Gesinnungsliteratur zu schreiben. So vermeidet er auch in Daisy Sisters plattitüdenhafte Bekenntnisse, sondern verpackt seine Botschaften und Beobachtungen in Geschichten. Oder anders gesagt: er erfindet starke Figuren, die er durch deren Leben begleitet. Wenn nun das Cover von Daisy Sisters die Erwartung weckt, hier werde von einer glücklichen und außergewöhnliche Frauenfreundschaft erzählt, führt dies tatsächlich auf eine falsche Fährte. Doch auch das Gewöhnliche verdient eine Bühne und eine Sprache. Und dass die eigenen Lebenspläne nur selten aufgehen, entspricht nun Mal dem Normalfall. Vielleicht liegt es auch an meiner eigenen Biographie liegt, dass dieser Roman bei mir keine depressiven Gefühle weckte. Vielmehr hat es mich tief berührt, wie die weiblichen Heldinnen ihr Leben meistern und dem Schicksal Paroli bieten, so gut es eben geht. Wie gut sich Hennig Mankell in seine Figuren einfühlen kann, beweist er schon in diesem Frühwerk. Wüsste ich nicht, von wem es geschrieben wurde, hätte ich eher an eine weibliche Autorin gedacht.
Dem Sprecher Axel Milberg hört man gespannt zu, wenn er diese Generationengeschichte von Hennig Mankell erzählt. Seine Stimme ist unaufgeregt, aber zeugt von einer intensiven Teilnahme am Schicksal der Figuren. Und wenn man bedenkt, dass es vor einem Vierteljahrhundert nur wenige Romane gab, in deren Zentrum alleinerziehende Frauen stehen, spricht dies ebenfalls für die Qualitäten des Autors. So tragisch das Geschehen vielen vorkommen mag, so real sind solche Geschichten eben meistens. Darauf will Henning Mankell ja auch mit dem Stilmittel der Wiederholung hinweisen. Obwohl sich Elnas Tochter Eivor vornimmt, einen anderen Weg als ihre Mutter einzuschlagen, wird auch sie damit konfrontiert, dass wir unser Lebensbahnen nur sehr bedingt beeinflussen können.
Mein Fazit: Da sich Henning Mankell wenig für allzu kitschige Traummärchen interessiert und ein äußerst feines Gespür für psychologische Feinheiten hat, kann er spannende Geschichten mit Tiefgang erzählen. So tragisch, wie das offenbar andere Leser empfunden haben, finde ich die geschilderten Schicksale deshalb nicht, weil sie das persönliche Überleben im ganz normalen Alltag einer Wettbewerbsgesellschaft zeigen. Und obwohl der Roman nicht das Märchen erzählt, der Mensch sei von Grund auf gut, weicht Hennig Mankell nicht vom Glauben ab, dass sich das Streben nach dem Guten lohnt. Und sei es auch nur, um sich selber und seinen Kindern das Überleben in Anstand zu ermöglichen. Ein starker Roman, von einer starken Stimme gelesen.


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