Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Schweigeminute - Siegfried LenzSchweigeminute
Siegfried Lenz

Gebundene Ausgabe, 5. Mai 2008
     Verkaufsrang: 23      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Gelungene Alternative zur Print-Ausgabe      5 von 5 Punkten
Mit "Schweigeminute" hat Siegfried Lenz eine außergewöhnlich zarte Liebesgeschichte verfasst, die nicht nur aufgrund der Alterskonstellation der Protagonisten den Konventionen widerspricht. Die üblichen Erwartungen an eine spannende, von steilen Höhen und Stürzen geprägten "Story" werden in dieser Novelle definitiv nicht erfüllt. Dafür lädt der Autor zum Eintauchen in eine emotionale Tiefe ein, wie man sie auch in hochwertiger Belletristik nur selten findet.
Fast unbemerkt wandelt sich das Empfinden von einer recht kumpelhaften Lehrerin-Schüler-Beziehung hin zu einer Liebe, leidenschaftlich-ungestüm und bedingungslos vonseiten des jungen Mannes, abwägend-zögerlich, was die realistische, reifere, bereits etwas mehr lebenserfahrene Lehrerin angeht. Wo er intensiv ganz konkrete Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedet, versucht sie, möglichen Schaden vorab zu begrenzen. Der Wucht der gegenseitig erwiderten Gefühle vermag sie sich jedoch nicht zu widersetzen.
Schwer lastet der Tod über der gesamten Erzählung. Er verbindet die Handlungsstränge, jene für Christian qualvolle Veranstaltung in der Aula der Schule und die Kette seiner Erinnerungen an die kurze, so intensive gemeinsame Zeit mit Stella, die Heimlichkeiten, die Leidenschaft, die für immer unerfüllten Sehnsüchte.
Es ist das Warum, das in der Novelle seltsam unklar bleibt: Was finden die beiden aneinander? Der Schüler verehrt die attraktive und kluge, jugendliche Lehrerin, gut. Doch was empfindet sie für ihn, den eher durchschnittlichen Schüler, der die wesentliche Botschaft in "Animal Farm" von George Orwell nur ansatzweise begreift? Dies erschließt sich nicht ohne Weiteres. Und doch scheint er für sie mehr als nur ein flüchtiges Ferienabenteuer zu sein.
Mehrere Kreise schließen sich im Verlauf dieser Novelle; zu den Geniestreichen des Autors gehört es, dass ein vom Ich-Erzähler gesetzter Stein letztlich Stellas Unfall verursacht.
Lenz' Novelle ist alles andere als spektakulär. Der Autor nimmt sich zurück, seine Präsenz ist allenfalls im Hintergrund zu erahnen. Schlicht, auf das Innerliche konzentriert, erzählt er eine zeitlos schöne Liebesgeschichte aus den 1970er-Jahren, die gerade wegen der zurückhaltenden, an die Erfahrungen und Gefühle des Lesers oder Hörers appellierenden Art der Schilderung an Dramatik kaum zu übertreffen ist. Das Nebeneinander von höchstem Glück und abgrundtiefem Schmerz haben die meisten von uns schon erlebt. Aber es wurde wohl kaum einmal so eindringlich in Worte gefasst.
Der Sprecher Konstantin Graudus versteht es, die Tiefe der Novelle für den Hörer erspürbar darzustellen: Die Hörbuchedition in ihrer klassisch-schlichten Aufmachung ist eine gelungene Alternative zur Print-Ausgabe.


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Das Nashorn schreibt der Tigerin. Bild-Geschichten von Friedrich Dürrenmatt - Friedrich DürrenmattDas Nashorn schreibt der Tigerin. Bild-Geschichten von Friedrich Dürrenmatt
Friedrich Dürrenmatt, Charlotte Kerr

Gebundene Ausgabe, Oktober 2002
     Verkaufsrang: 499      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 4,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Fritz schreibt oft bis spät in die Nacht. Manchmal erwache ich um zwei, drei Uhr, sehe noch Licht in seinem Arbeitszimmer, gehe hinunter, setze mich in den schwarzen Ledersessel mit dem abgeschabten Lederfleck gegenüber dem Schreibtisch, Fritz wirft mir eine Kußhand zu, ein Lächeln, dann beugt sich der Kopf wieder über das Papier. Ich schaue ihm beim Schreiben zu. Augenblicke großer Nähe. Irgendwann gehe ich wieder. Am Morgen liegt neben meinem Bett eine Nashornzeichnung." Charlotte Kerr.
Friedrich Dürrenmatt war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein großartiger Zeichner. Das Nashorn schreibt der Tigerin ist ein Reigen von Bildergeschichten, die sich zu einer wunderbaren Liebeserklärung Dürrenmatts an seine Frau Charlotte Kerr zusammenfügen, aber auch ein eindrucksvoller Bericht über sein Leben und Schaffen. Dürrenmatt kommentiert in seinen Bildern nicht nur persönlich Erlebtes, sondern auch politische und gesellschaftliche Geschehnisse wie bspw. den Fall der Berliner Mauer -- all dies immer auf ironisch-verspielte Weise.
Das Nashorn schreibt der Tigerin ist ein wunderschöner, bibliophiler Band, der die Poesie des Alltags in vergnügt humoristischen Zeichnungen und kleinen, von Charlotte Kerr angefügten Kommentaren, lebendig werden lässt.




Die Verwirrungen des Zöglings Törleß - Robert MusilDie Verwirrungen des Zöglings Törleß
Robert Musil

Taschenbuch, 2002
     Verkaufsrang: 184      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die oft gelobte Kühnheit Musilscher Psychologie zeichnet schon dies erste Werk aus. Es ist die ungewöhnliche, subtile Pubertätsstudie, in der Musil seine Erfahrungen als Kadett einer k. u. k. österreichischen Militärerziehungsanstalt auswertete. Eine scharfsichtig genaue, glasklare Interpretation jugendlichen Wachstums, die zugleich das Bild kommender Diktatur und der Vergewaltigung des einzelnen durch das System visionär verzeichnet.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Die Pubertät - eine Geisteskrankheit?      5 von 5 Punkten
Die Geschichte ist einfach: zwei Schüler eines k.u.k. Internats quälen und missbrauchen einen dritten Schüler, und Törless lässt sich davon abstoßen und faszinieren zugleich. Musil erzählt die Handlung ausschließlich aus der Perspektive des Törless. Dabei legt er dessen seelische Regungen in einer Weise bloß, die an die Arbeit eines Pathologen erinnert. Musil seziert das Seelenleben von Törless, ohne jedoch in platte psychologische Erklärungsmuster abzugleiten. Im Gegenteil verstärk er den Eindruck, dass die Pubertät eine Geisteskrankheit ist, in der die disparatesten Gedanken und Regungen planlos aufeinanderschlagen wie die Wellen in einer Kreuzsee. Am Ende ist der Leser ebenso verwirrt wie Törless derüber, wie das alles passieren konnte ebenso wie darüber, dass er (insofern repräsentativ für jeden Menschen, der die Pubertät hinter sich gelassen hat) das ganze einigermaßen unbeschadet überstehen konnte. Was die drei anderen Protagonisten angeht, dürften Zweifel erlaubt sein. Und der Weltkrieg scharrte schon von fern mit den Hufen ...


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Der Prozess - Franz KafkaDer Prozess
Franz Kafka

Gebundene Ausgabe, Januar 2006
     Verkaufsrang: 563      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." So beginnt die Geschichte des Josef K., dem an seinem 30. Geburtstag von einer mysteriösen Behörde der Prozeß gemacht werden soll. Und je mehr er seine Unschuld verteidigen will, um so tiefer sinkt er ins Gestrüpp undurchschaubarer Gesetze und menschlicher Verwirrungen. Josef K. muß schließlich erkennen, daß der "Sinn dieser großen Organisation, dieser korrupten Bande", der Sinn dieses geheimnisvollen Prozesses die "Sinnlosigkeit" ist. Der Prozeß, der erste Roman Franz Kafkas, zwischen 1914 und 1915 entstanden und 1925 zum ersten Mal erschienen, ist zwar Fragment geblieben, aber dennoch ein großes Werk der Weltliteratur. Die Bedeutung für das 20. Jahrhundert kann nicht überschätzt werden: Denn der Prozeß, den Josef K. über sich ergehen lassen muß, ist auch ein Prozeß, den er - unschuldig-schuldig - sich selbst macht und verlieren muß.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 29 Bewertungen)

Sind Sie auch schon im Prozeß ?      5 von 5 Punkten
Es ist hier schon so viel gesagt worden, dem ich mich nur anschließen kann, insbesondere über die Vieldeutigkeit des Romans auf verschiedensten Ebenen (also Futter für den Geist), und - spiegelbildlich - die verschiedensten emotionalen Ebenen, auf denen die Geschichte jeden ganz persönlich berühren kann. Deswegen ist der Roman so ganz besonders reichhaltig für mich.

Es werden keine Aussagen gemacht in diesem Buch bzw. Prozeß. Und (die richtigen) Fragen bzw. Gelegenheiten, diese zu stellen, werden garantiert stets verfehlt, siehe Gleichnis mit dem Türhüter.

Fragen sowie Antworten werden dem Leser überlassen. Eine unvergleichlich angenehme Situation auf den ersten Blick. Kein besserwisserischer Held weit und breit. Aber auch niemand, der uns hilft.

Die Figur des Josef K. war mir manchmal sympathisch, manchmal unsympathisch, aber nie gleichgültig. Zu Anfang ist er ein selbstgerechter, geradezu selbstverliebter, von sich eingenommener Schnösel und Weiberheld, unentbehrlich an seinem Arbeitsplatz, unentbehrlich bei seiner Vermieterin. Nichts scheint seinen Lebensplan zu kreuzen, als urplötzlich Franz und Willem auf dem Plan stehen und ihn "verhaften".

Was weiter mit Josef K. geschieht und wie er sich langsam verändert, sein Verhältnis zu seiner Umwelt sich ändert und zu sich selbst und seine Schnöselhaftigkeit nur noch notdürftig aufrechterhalten wird, kann ich nicht anders als spannend nennen.

Kafka ist nicht der Voyeur seines "Antihelden", sondern schildert alles kühl, manchmal gegen den Strich, erfüllt keine Erwartungen, bleibt gnadenlos. Hochachtung.

Wie herzergreifend und kompromißlos dann allerdings das Ende. Man ahnte es, Josef kapituliert. Heroisch möchte er sein am Ende, so schreitet er nicht nur willenlos, sondern kooperativ seiner Hinrichtung entgegen, möchte einen letzten guten Eindruck machen, Schnösel (und nicht Kämpfer) bis zum Schluß.

Es wird im Buch klar unterschieden zwischen "normalen" rechtlichen Vergehen, wie Diebstahl, gar Mord etc. = "normalen" Gerichten, und dem "Prozeß", wie Josef K. ihn konfrontieren muß. Allen Personen im Buch ist dieser Unterschied geläufig. Niemals wird K. gefragt, was er verbrochen hat. Es geht um Schuld, oder Schulden, für die es keine "weltliche", "juristische" Anklage gibt, nur die eigene. Das kann wohl jeder Mensch nachvollziehen. Das innere Gericht, der innere Prozeß, den man sich selbst macht, für Dinge, die doch gar niemand weiß außer uns selbst. Geheimnisse.

Einmal überlegt Josef K., was in der ersten "Eingabe" bei Gericht stehen müsse. Es ist nicht weniger als sein ganzes Leben, warum er wo wie was getan habe. Eine unglaublich arbeitsaufwendige, durch keine Fragen von außen gestützte "Eigen-Psychoanalyse" also. Aber er geht nicht in sich, man erfährt weiterhin nichts über seine Herkunft etc.. Er überlegt nur, daß er jetzt seinen Job kündigen oder Urlaub nehmen müßte, um Zeit dafür zu haben, eine rein (prozeß-)technische Überlegung, denn er hat keine Lust und kein Bedürfnis zur Selbsterforschung. Im Gegenteil, er beschwert sich, er sei in den besten Jahren, tagsüber will er Karriere machen, nachts in Weinlokalen sich amüsieren. Also sucht er sich Hilfe von außen, beim Advokaten z.B.. Dieser ist ihm sogar wohlgesonnen, obwohl anderen Mandanten (Kaufmann Block:-))) gegenüber geradezu sadistisch veranlagt. Außerdem hat er einen hilfreichen und resoluten Onkel. Und er lernt den Gerichtsmaler Tintorello kennen. Das alles ist absolut wertlos für ihn.

Im vorletzten Kapitel "Im Dom" sagt der "Gefängnispfarrer": Du hast Dir zuviel Hilfe von außen geholt.

Josef K. verändert sich, das ist der "Prozeß". Es ist nicht sentimental. Nicht belehrend. Nicht erbaulich. Es ist sogar vorhersehbar. Wie er mit allem umgeht, ist nicht gut. Wir stehen einem Dummkopf zur Seite, wie wir selber einer sind. Heutzutage könnte der Roman den Titel "Die Therapie" haben, oder so.

Es gibt eine Art negativen Sog in der Geschichte, der einen von Anfang an spüren läßt: dies wird keinen guten Ausgang nehmen. Die Verhaftung zu Beginn ist eigentlich das "Hallo-wach!-Zeichen" für dieses Individuum. Josef K. schafft es jedoch nie, sich dem existentiellen Kampf, der das Leben nunmal ist, mit Herzblut zu stellen. Er hat immer Ausflüchte. Und viel zu viele Gedanken im Kopf. Er meint, die Frauen könnten ihm helfen, da er offenbar von diesen geliebt wird. Er selbst ist jedoch total beziehungsarm und liebt niemanden. Besagte Frauen findet er eigentlich dumm und blöde, ist aber pfiffig genug, sie instrumentalisieren zu wollen.

Nur das Fräulein Bürstner widersteht ihm. Und nur dieses Fräulein achtet er. Und ausgerechnet sie sieht er auf seinem letzten Gang zum Schafott. Ein junger Mann, der nicht aus seiner Haut heraus kann.

Ich fand viele Szenen hochkomisch, habe laut gelacht. Szenen bildhaft vor mir gesehen. Es ist lustig, grotesk, wirklich witzig.

Und, das hätte ich vielleicht zu Beginn schreiben sollen, sehr leicht und eingängig zu lesen. Ein wunderschönes Deutsch. Manche Sätze sind lang, aber auch nur deshalb, weil Herr K. lieber durch Kommas trennt als durch Punkte. Das ist alles, nichts verschachtelt. Und dieses Stilmittel hält einen irgendwie atemlos.

Muß man gelesen haben. Und kann auch jeder lesen, der lesen kann.

P.S. Hat mich irgendwie an den Film "Caché" von Michael Haneke erinnert. Oder umgekehrt.








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Die Straße - Cormac McCarthyDie Straße
Cormac McCarthy

Broschiert, Juni 2008
     Verkaufsrang: 516      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Was ist da bloß aus Amerika auf unsere Büchertische niedergegangen? Drüben bemühte man bereits alttestamentarische Vergleiche. McCarthys frühere, düstere Werke kündigten einen solchen Wurf schon länger an. Nun aber, angesichts dieses finsteren Kreuzweges eines Vaters und seines Jungen durch ein schwarz verregnetes Endzeitamerika, wirken sie wie harmlose Fingerübungen. McCarthys Vision der letzten Menschheitstage nimmt sich aus, als wären Die Nacht der lebenden Toten in einem wahnwitzigen Remix wiederauferstanden. Ein verstörendes Stück Literatur. Man erschauert! Und erwacht!

Die Wand, von Marlen Haushofer. Thomas Glavinics Die Arbeit der Nacht. Letzter Überlebender in einer menschenleeren Welt zu sein, dies Thema hat Autoren seit jeher fasziniert. Doch keiner hat diesen Zustand derart existenzialistisch eingedampft wie McCarthy. Kein Baum, kein Strauch, keine Kreatur. Übrig ist nichts als das nackte Dasein. Wir kennen nicht den Anlass der Katastrophe, die Amerika in den nuklearen Winter gestürzt hat. Bleiben ohne Orientierung. Nur dieses erbarmungswürdige Bild wird uns eingebrannt: Der namenlose Vater und sein kleiner Sohn, ihren Einkaufswagen mit den wenigen Habseligkeiten über menschenleere Highways unter ewigem Ascheregen südwärts schiebend, in der Hoffnung auf ein wenig Wärme. Die, man ahnt es, nicht mehr zu finden sein wird!

Aus diesen frostigen Zutaten meiselt McCarthy Bilder von schauerlicher Gültigkeit. Die ständige Gefahr umherirrender Marodeure, die, grausigen Jenseitsgestalten gleich, auf der Suche nach Essbarem alles menschliche Verhalten abgelegt haben. Der Revolver des Vaters. Die verbliebenen zwei Patronen. Unmerklich jongliert McCarthy mit der Frage, ob in dieser apokalyptischen Kälte noch irgendein gütiger Gott am Wachen sei. Und bietet ebenso unmerklich eine Antwort an. Den Vater, der seinen kleinen Sohn in eiskalter Nacht unter der Plane wärmend an sich drückt. Ihn beschützend bis zum Ende. Seine letzte große Aufgabe. Spätestens jetzt wissen wir, was wir vor uns haben. Keinen Bruce Willis, keine Science fiction (was manche Mainstream-gewohnten Leser enttäuschte), -- sondern die zarte Geschichte einer großen Liebe in einer unwirtlichen Welt. Und dies fast ohne Worte! -- Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 41 Bewertungen)

Alles was dominiert ist grau, kalt und dunkel....      5 von 5 Punkten
Ich habe die von mir lang ersehnte Taschenbuchausgabe von "Die Straße" innerhalb von drei Tagen gelesen. Was soll ich sagen? Ein wirklich tolles Buch, dass ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

Der preisgekrönte US-Schriftsteller McCarthy weiß mit seinem ungewönlichen Schreibstil den Leser in eine Welt hineinzuziehen, die ihn in einen unbeteiligten und stillen Mitreisenden versetzt. Wenn es dem Leser dann doch gelingt, dem Sog einmal kurz zu entgehen, dann ist das Verlangen nach einem Tankstopp in der Sonne groß, denn im hier behandelten Endzeitszenario des Buches scheint die Sonne nie und alles was dominiert ist grau, kalt und dunkel.

Die Hauptprotagonisten, ein Vater und sein Sohn, werden lediglich durch ihren extremen Durchhaltewillen und der noch vorhandenen aber langsam schwindenden Hoffnung vorangetrieben. Sie reisen mit ihrem nackten Leben, den letzten Lumpen am Leib und ihrem vor sich hinschiebenden Einkaufswagen, in welchem sie ihr Hab und Gut der aufgelesenen Beute verstauen. Diese ist aus unserer heutigen Sicht nichts als Müll, jedoch in einer Welt wie der solchen im Buch wertvoll und Existenz sichernd. Daher ist es nicht außergewönhlich, wenn in dieser unwirtlich kalten Welt, zwei alte Decken mit dem Leben verteidigt werden. Der Himmel mit Aschewolken verhangen, der Boden aus einer Schicht mit Staub bedeckt, Ruinen in denen einstmals gemütliche Häuslichkeit herrschte, prägen das Bild der Reise von Vater und Sohn gen Süden. Dieser ist Hoffnung und Ungewissheit zugleich. Den Weg den sie dabei auf ihrer Reise beschreiten, ist nichts anderes als die dem Buch titelgebende Straße. Die ist jedoch nicht nur Leitpfad und Ziel sondern auch Herberge allerlei Gefahren, denen es gilt entweder aus dem Weg zu gehen oder sich diesen unweigerlich zu stellen. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, sei es auf der Suche nach etwas Ess- oder Trinkbarem oder bei seltenen Begegnungen mit anderen heruntergekommenen Überlebenden. Keiner traut dem anderen. Jeder ist sich selbst der Nächste und geht dabei über ausgehebelte moralische Grenzen.

Der wahre Grund des Untergangs der Welt wie wir sie kennen, wird nicht erwähnt, jedoch wird dies dem Leser indirekt vermittelt sodass dieser eigene Schlüsse daraus ziehen kann.

Ungewönlich ist, wie bereits erwähnt, der Schreibstil McCarthys. Dieser verzichtet vollkommen auf Anführungszeichen in der Wörtlichen Rede und den klaren nummerierten Trennungen von Kapiteln. Die Eingewöhnung dauert jedoch nur wenige Seiten und ab dann fällt die Unterscheidung zwischen wörtlicher Rede und normalen Text leicht. Das Ausschmücken des Textes beschreibt zudem die kleinsten sonst so unauffälligen Details, denen meist kaum Beachtung geschenkt werden.

Ein Buch das trotz der alles zu verschlingenden Trostlosigkeit und dem eigentümlichen Schreibstil des Autors zu gefallen weiß, jedoch sicherlich auch Meinungen spaltet. Mir hat es gefallen. Für diejenigen, bei denen ein solches apokalyptisches Endzeitszenario, das Schicksal eines Vaters und seines Sohnes oder das mögliche menschliche Verhalten über die eigenen bislang definierten Grenzen hinaus Interesse weckt, der ist hier richtig. Anderen mag diese Wucht des Buches zu schwer, einseitig und düster sein. Allen Lesern, die dieses Buch in der Gänze lesen, erwartet am Ende unweigerlich der eigene Gedanke zum Thema Glück, Gesundheit und Leben sowie die wahre Wertschätzung dessen, was wir oft als alltäglich hinnehmen.


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Buddenbrooks: Verfall einer Familie. Roman - Thomas MannBuddenbrooks: Verfall einer Familie. Roman
Thomas Mann

Taschenbuch, November 1989
     Verkaufsrang: 495      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die Buddenbrooks, und es kann sein, daß in meinem eignen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden bleiben wird." Thomas Mann an Bedrich Fucik, 15. April 1932

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)

"Das putzt ganz ungemein..."      5 von 5 Punkten
Zum Inhalt muss ja nicht mehr viel gesagt werden. Die Buddenbrooks könnten gut und gerne die Vorlage für die Drehbücher der Soaps dieser Welt sein:

Das Lieben und Leiden einer gut situierten Familie in Lübeck und ihr langsamer Untergang, eingebettet in ein Portrait deutscher Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts.

Viel wichtiger aber ist die Sprache und Hingabe mit der Thomas Mann seine Figuren zeichnet. Man taucht richtig ab in die Welt und die Ereignisse damals in Lübeck. Man kann sich regelrecht das Klappern der Pferdewagen auf dem Kopfsteinpflaster und das Rascheln der opulenten Kleider der Damen vorstellen. Man leidet und bangt, man lacht und weint mit den Figuren.

Und genau wie in einer Soap, kann man den nächsten Tag nicht erwarten, wenn man wieder das Buch zur Hand nimmt und lesen kann wie es weitergeht.
Und am Ende... Am Ende ist man traurig, dass es vorbei ist, und man hat den Wunsch Thomas Mann könnte noch eine Fortsetzung schreiben;-)

Für mich das schönste Buch, das ich je gelesen habe und ich bin schon sehr gespannt, auf die neue Verfilmung. Aber bisher konnte keine Verfilmung dem Roman auch nur annähernd das Wasser reichen.


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Die Verwandlung - Franz KafkaDie Verwandlung
Franz Kafka

Gebundene Ausgabe, März 2005
     Verkaufsrang: 929      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt".

Welch ein Satz! Ich erinnere mich, ihn in den 60er Jahren zum ersten Mal gelesen zu haben. Kafka galt in unserer Clique eine Zeitlang als jemand, den man gelesen haben mußte, um mitreden zu können. Verstanden habe ich damals eigentlich nichts. Oder fast nichts. Nur, daß etwas Ungeheuerliches geschehen war. In diesem Buch und mit mir.

Da erwacht also dieser Gregor, ein junger Handlungsreisender, der unter seinem Beruf und der Lieblosigkeit seiner Umwelt leidet, eines Morgens als riesiges Insekt. Zur Arbeit zu gehen, macht in seinem Zustand wenig Sinn. Schon taucht der erboste Prokurist auf und verlangt wütend eine Erklärung für Gregors Fernbleiben. Diese Szene, in der Gregor hinter verschlossener Tür sein Verhalten entschuldigt, seinen Käferkörper zur Tür quält und sich schließlich zu erkennen gibt, ist so haarsträubend kafkaesk, daß spätestens jetzt dieser Begriff jedem einleuchten dürfte. Gregors Familie ist angewidert, läßt den Sohn aber bei sich wohnen, bis schließlich -- nun, Sie werden es erfahren.

Keine Erklärung, nur dieser Hilfeschrei! Solche Radikalität war neu in der Literatur. Deutungen gab es viele. Gregor, wie Kafka, ein schwacher Mensch, der Tag für Tag mitansehen muß, wie diese Welt mit Schwachen umgeht, droht daran zugrundezugehen und vollzieht Die Verwandlung. Das ist seine "Rettung".

Im Jahre 1912 geschrieben, wurde Die Verwandlung noch zu Kafkas Lebzeiten veröffentlicht. Ein literarisches Jahrhundertereignis. Wie nachhaltig die Wirkung noch heute ist, läßt sich am Werk solcher Regiegrößen wie David Lynch und Polanski, um nur einige zu nennen, ablesen. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 85 Bewertungen)

Familie unter sich      5 von 5 Punkten
Die Verwandlung ist sicher Kafkas radikalste, direkteste Erzählung, verlangt geradezu nach Deutung, was sie zur idealen Schullektüre macht. Sie bietet nicht die Grundlage für Horrorphantasien, wie Therapeutenerkenntnisse, mit ihr spinnt der Autor sein Thema der Einsamkeit fort, die einen Menschen sich in sich verpuppen läßt. Die Psychologie besitzt dafür die passenden Begriffe. Kafkas Verdienst ist es, uns in Samsas Welt hineinzuziehen. Wie stehen ihm nicht gleichgültig gegenüber, auch wenn die Realität mehr und mehr verschwimmt, hinterläßt sie Ängste, Beklemmung, sucht man verzweifelt nach einem Ausgang, der sich nicht auftut. Was eine Familie sich selbst anzutun vermag, findet hier zwischen vier Wänden statt. Es muss nicht immer ein plötzlich über einen hereinbrechender Prozess sein, kein Schloss, dem man sich verzweifelt zu nähern versucht, es ist das so genannte eigene Fleisch und Blut, dass einen erschaudern läßt. Kafka besaß die Sprache, um die Erzählung nicht in eine banale Horrorgeschichte abgleiten zu lassen. Trotz einiger Schwächen in der Überzeichnung vergisst man Gregor Samsa so leicht nicht. Er könnte nebenan an wohnen. Oder noch näher.


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1984 - George Orwell1984
George Orwell

Taschenbuch, 1998
     Verkaufsrang: 865      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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b
BIG BROTHER IS WATCHING YO
s

George Orwells 1984 ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolute autoritären Staatsmacht. Seine düstere Vision hat einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 138 Bewertungen)

Willkommen im Jahr 1984      5 von 5 Punkten
George Orwells Buch "1984", von dem ich immer wieder hörte, es aber nie selbst in die Finger nahm, hat mich jetzt, da ich es tatsächlich las, doch sehr überrascht. Ich glaubte, ein politisches Buch aus dem Jahre 1948 könne heute nicht mehr aktuell sein und sei auch literarisch wie inhaltlich veraltet. Wie habe ich mich getäuscht! Wüßte ich nicht, dass es bereits 60 Jahre alt ist, so könnte es in meinen Augen auch heute entstanden sein. Insofern ist es ein wahrhaft zeitloses Buch.

Natürlich entstand es vor dem Hintergrund der totalitären Regimes des Zwanzigsten Jahrhunderts, doch die Art, wie er seine Vision weiterdenkt, zeigt, dass keine Gesellschaft davor gefeit ist, autoritär und absolutistisch zu werden, wenn es die Freiheit des Einzelnen für die Sicherheit einer Gesellschaft und im Endeffekt für die Sicherung der Macht einer oberen Klasse aufgibt.

So folgt der Leser dem Hauptcharakter Winston Smith, der in London lebt, einer Stadt der Supermacht Ozeanien, welche nicht nur die Britischen Inseln, sondern Amerika und Teile Afrikas umfasst. Ozeanien ist eine von drei übriggebliebenen Supermächten und befindet sich je nach Situation im Krieg mit Eurasien oder mit Ostasien. Winston arbeitet für die äußere Partei, was in etwa der Zugehörigkeit einer mittleren Klasse der Gesellschaft entspricht. Mitglieder der Partei werden als potenziell gefährlich angesehen und leben in ständiger Überwachung, jede Abweichung von der Realität der Partei ist gefährlich. Gedanken werden kontrolliert und geahndet, der Gedankenpolizei sei dank. Und doch findet Winston sich nicht mit den bestehenden Verhältnissen ab, verliebt sich in eine Parteigenossin und träumt vom Widerstand; ein Umstand, der ihn und seine Geliebte Julia in den Abgrund führen wird. Glaubt man anfangs noch an die Möglichkeit eines Widerstandes, an die Existenz einer Opposition, so führt Orwell den Leser in immer dunklere Abgründe, die in der absoluten Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber der Staatsmacht endet.

Daher ist dieses Buch eine Mahnung und ein Appell an die Wachsamkeit und die Mündigkeit des Einzelnen, nicht zu vergessen, Widerstand zu leisten, bevor diese düstere Vision Realität wird. Anzeichen dafür gibt es auch bei uns. Nicht umsonst gab es Neujahr 2008 den Auspruch: "Willkommen im Jahr 1984!" Und so ist es auch nicht wirklich wichtig, ob Orwell ein guter oder ein schlechter Belletrist war. "1984" ist nicht nur ein Buch, es ist ein literarisches Mahnmal. Ein literarisches Muss.


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Schöne neue Welt, Fischer Taschenbücher, Bd.26, - Aldous HuxleySchöne neue Welt, Fischer Taschenbücher, Bd.26,
Aldous Huxley

Taschenbuch, 1. Februar 1953
     Verkaufsrang: 1553      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die schöne neue Welt, die Huxley hier beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft »im Jahre 632 nach Ford«, einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen »formierten« Gesellschaft...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 70 Bewertungen)

Es gibt auch eine andere, bessere deutsche Übersetzung!      5 von 5 Punkten
Zur Geschichte brauch ich nichts zu sagen. die ist super!

Ich habe mir nur gewundert, warum sich hier viele über die deutsche Übersetzung ärgern, denn die deutsche Fassung die ich gelesen habe spielte definitiv in London!
Jetzt hab ich mal recherchiert; das war eine von Eva Walch! Wenn man bei Amazon sucht findet man auch die Ausgabe mit der angesprochenen Übersetzung, nur eben leider von 1988 und daher vergriffen. Also mal im Online-Antiquariat nachschaun! Ich hatte Glück, meine Uni-Bibliothek hat eine Ausgabe von 1978 mit der "richtigen" deutschen Übersetzung.


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Homo Faber - Max FrischHomo Faber
Max Frisch

Taschenbuch, September 2004
     Verkaufsrang: 1258      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Zusatztitel "Ein Bericht" des wohl bekanntesten, 1957 erschienenen Romans von Max Frisch ist symptomatisch: Er charakterisiert den Ich-Erzähler als rationalitätsgläubigen Menschen. Und er bezeichnet die Form seiner sachlichen Erinnerung. Walter Fabers Leben bestimmt ein technologisch-mathematisches Weltbild. Durch eine Reihe von 'Zufällen' wird die Identität des Ingenieurs erschüttert: Zuerst lernt er den Bruder seines Jugendfreundes kennen. Joachim hatte Hanna, damals Fabers Freundin, geheiratet. Dann trifft Faber auf einer Schiffspassage die junge Sabeth. Er begleitet sie auf ihrer Reise durch Südfrankreich und Italien bis nach Griechenland. Er will das junge Mädchen heiraten. Geschickt gelingt es ihm immer wieder, seinen Verdacht wegzuwischen. Doch Sabeth ist seine Tochter. Zum Inzest kommt am Ende auch noch, dass er den tödlichen Unfall Sabeths nicht verhindern konnte.

Max Frisch, 1911 bis 1991, wurde berühmt durch "Stiller, "Mein Name sei Gantenbein", "Montauk" und "Biedermann und die Brandstifter". Fabers Bericht wird von Felix von Manteuffel, einem der großen deutschen Schauspieler der Gegenwart, im kargen, trockenen Stil des Ingenieurs vorgetragen. Seine Stimme trifft die Sachlichkeit und Distanz zu allem, was den Helden selbst betrifft. Eine glaubwürdige Interpretation von unschuldiger Schuld und schicksalhaftem Verhängnis. Vollständige Lesung, Spieldauer: ca. 450 Minuten, 5 MC. Erhältlich auf 7 CD oder 5 MC. Mit Booklet.

-- culture.text

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

EINE GROSSE BEREICHERUNG      5 von 5 Punkten
Eines der besten, packendsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe... und ich musste echt viele für das Abitur lesen. Für mich ist es ein stets aktuelles Buch, dessen Inhalt zeitlos ist. Das Buch liest sich sehr gut und es ist relativ simpel geschrieben. EIN MUSS!


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Siddhartha (Siddharta). Sonderausgabe: Eine indische Dichtung - Hermann HesseSiddhartha (Siddharta). Sonderausgabe: Eine indische Dichtung
Hermann Hesse

Gebundene Ausgabe, März 2004
     Verkaufsrang: 935      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Nach den erfolgreichen Sonderausgaben von Das Glasperlenspiel und Unterm Rad, die im vergangenen Jahr das Hesse-Jubiläum begleiteten, folgt nun Hesses weltberühmte, u.a. aus den Eindrücken einer Asienreise geborene Legende in gleicher Ausstattung: in transparentem Folienumschlag und mit einem Lesebändchen.
»Für mich bleibt Hesses Siddhartha eines der einfachsten, schönsten und tiefsten Bücher, die ich je gelesen habe. C. G. Jung langweilt mich zuweilen...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 120 Bewertungen)

Wunderbares Buch      5 von 5 Punkten
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dieses Buch eines der besten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Ich pflege Stellen in Büchern die ich mag anzustreichen und in diesem Buch gibt es keine Seite auf der ich nichts angestrichen habe. Dieses Buch strotzt, bei näherem betrachten, vor Lebensweisheiten und ist für mich wie eine Art "Buddha- Bibel" geworden...


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Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthyKein Land für alte Männer
Cormac McCarthy

Gebundene Ausgabe, 10. März 2008
     Verkaufsrang: 2718      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Nüchternes, tiefgründiges und sehr ansprechendes Stück Literatur      5 von 5 Punkten
Als Llewelyn Moss in der texanischen Wüste zufällig mehrere Leichen, von Kugeln durchsiebte Autos und einen Koffer mit einer beträchtlichen Geldsumme findet, gerät er nicht in Panik, sondern rekapituliert in aller Ruhe sein Leben und seine Möglichkeiten - und nimmt dann den Koffer, der mehrere Millionen Dollar enthält, an sich. Er geht zu seiner Frau und sagt ihr, dass sie vorerst zu ihrer Mutter ziehen soll und dass sie nie wieder nach Hause zurückkehren werden. Dann verlässt Moss sein altes Leben, wohl wissend, dass jemand den Koffer mit dem Geld suchen wird, und dass dieser jemand niemals aufgeben wird, bis er es hat.
Tatsächlich wird Moss ein Killer auf den Hals gehetzt: Der soziopathische Anton Chigurh lebt in einer Welt nach seinen eigenen Regeln, und wer ihm in die Quere kommt, hat in aller Regel ein sehr, sehr kurzes restliches Leben.
Der dritte im Bunde ist der alternde Sheriff Ed Tom Bell, der auf den Spuren der Morde ist, die von nun an den Weg von Moss und Chigurh pflastern, der aber nie nahe genug an die beiden heran kommt, um das Geschehen tatsächlich zu durchblicken.

Aus diesen recht einfachen Zutaten hat Autor Cormac McCarthy einen düsteren Thriller mit Western-Atmosphäre geschaffen, der unter die Haut geht. Erst kürzlich wurde der Roman von den Brüdern Joel und Ethan Coen verfilmt und räumte einige Oscars ab. Wer zuerst den Film No Country For Old Men" gesehen hat, dem wird auffallen, wie akkurat und detailgetreu Kein Land für alte Männer" umgesetzt wurde. Die Szenen sind - bis auf wenige Ausnahmen - eins zu eins gleich, Stimmungen, Dialoge und Handlungen entsprechen im Film ganz genau der Vorlage.

Faszinierend ist an diesem Roman zum einen seine Leidenschaftslosigkeit, die sich zu einhundert Prozent mit der Handlung und ihren Protagonisten deckt. Hier gibt es keine mitreißenden Action-Szenen, keine großen Gefühle, sondern nur schmerzhaften Realismus und - im Endeffekt - Trostlosigkeit.
Zum anderen, und hier ergänzt sich alles wirklich perfekt, sind die Protagonisten selbst genial gelungen. McCarthy beschreibt sie nüchtern und ergeht sich niemals in Emotionen. Der einzige, dem Nostalgie und Gefühle gestattet sind, ist Sheriff Bell - und damit entlarvt er sich als alter Mann", auf den im Titel Bezug genommen wird. Bell ist der Entwicklung von Kriminalität und Gesellschaft lange nicht mehr gewachsen. Er trauert der Zeit hinterher, als noch Viehdiebe gejagt wurden, er zeigt sich betroffen über die irrsinnige und sinnlose Brutalität, die seinen Berufsalltag inzwischen ausmacht und die er nicht begreifen kann, weil er noch moralische Maßstäbe hat.
Dagegen sind sich Moss, der Vietnam-Veteran, und Chigurh, der perfekte, gnadenlose Killer, ironischerweise ein bisschen ähnlich - obgleich aus einigen Szenen klar wird, dass Moss Mitleid hat und kein schlechter Mensch ist. Chigurh hingegen spielt Schicksal, tötet wie am Fließband und ist faszinierend böse. Doch beide Männer besitzen eine Cleverness und Entschlossenheit, die dem Leser Bewunderung abringt. McCarthy zeigt uns nicht das Innenleben dieser beiden Personen - obwohl wir es erahnen und aus der Handlung zusammensetzen können -, sondern er zeigt uns seine beiden Hauptfiguren stets handelnd, planend. Wer hier schwer verletzt wird, der bricht nicht zusammen und zweifelt an sich, sondern der geht seinen Weg stoisch weiter. Hier gibt es noch echte Männer" wie in alten Western, die nicht jammern, nicht reflektieren, sondern in erster Linie kämpfen. Es nützt ihnen trotzdem nichts.
Dies spiegelt sich auch in den Dialogen wieder, die nüchtern sind und karg wie die beschriebenen Landschaften. Sie stechen nicht einmal aus dem Text heraus, denn McCarthy benutzt keinerlei Anführungszeichen für die wörtliche Rede und beginnt die Dialoge häufig mitten im Satz. Dem gegenüber hat der Autor Monologe in kursiver Schrift gesetzt, die die Gedanken von Sheriff Bell wiedergeben und die die Handlung immer wieder unterbrechen.

McCarthy erlaubt es sich sogar, dieser Trostlosigkeit die Krone aufzusetzen und eine der Hauptfiguren vor Ende des Romans sterben zu lassen, und zwar sang- und klanglos.

Kein Land für alte Männer" ist ein nüchternes, tiefgründiges und sehr ansprechendes Stück Literatur, das den Konventionen anderer Romane nur selten folgt. Knapp geschrieben, schlicht auf den Punkt gebracht und realitätsnah, wenn auch wie aus einer anderen Welt - ein sehr empfehlenswertes Buch!


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Der Steppenwolf - Hermann HesseDer Steppenwolf
Hermann Hesse

Broschiert, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 833      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Es war einmal einer namens Harry, genannt der Steppenwolf. Er ging auf zwei Beinen, trug Kleider und war ein Mensch, aber eigentlich war er doch eben ein Steppenwolf." Der erstmals 1927 erschienene Roman Der Steppenwolf vor allem begründet den Weltruf Hermann Hesses und ist dasjenige Buch, das die internationale Renaissance seines Autors in den sechziger und siebziger Jahren ausgelöst hat.
Der Steppenwolf ist die Geschichte von Harry Haller, der sich im Zustand völliger Entfremdung von seiner bürgerlichen Welt "eine geniale, eine unbegrenzte furchtbare Leidensfähigkeit herangebildet" hat. Die innere Zerrissenheit Hallers spiegelt die Erscheinungen der modernen Massen- und Industriegesellschaft wider und reflektiert kultur- und zivilisationskritische Strömungen des 20. Jahrhunderts.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein famoses Büchlein      5 von 5 Punkten
....ja, toller Titel für eine Rezension....aber was soll man da auch immer so tolles schreiben?!

Ob die Romanfigur Harry Haller für Hermann Hesse steht, und ob die in dem Buch beschriebenen psychischen Zustände der Hauptperson dem Borderline-Syndrom entsprechen, kann und will ich nicht beurteilen.

Für mich beschreibt der Steppenwolf eine Persönlichkeit die die Widersprüche der Gesellschaft und letztlich der Natur selbst in sich trägt und versucht mit seiner Umgebung und den sie prägenden Normen auszukommen.

Die Geschichte des Harry Haller gab mir so viele Denkanstöße und bestätigte meine bestehenden Sichtweisen, so daß ich sie gar nicht alle wiedergeben, und dem Leser dieser Rezension nur empfehlen kann, das Werk einfach selber zu lesen.


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Schachnovelle - Stefan ZweigSchachnovelle
Stefan Zweig

Taschenbuch, 1. April 1974
     Verkaufsrang: 1087      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Auf einem Passagierdampfer, der von New York nach Buenos Aires unterwegs ist, fordert ein Millionär gegen Honorar den mit einer Art mechanischer Präzision spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Der mitreisende Dr. B., ein österreichischer Emigrant, greift beratend ein und erreicht so ein Remis für den Herausforderer. Er hat sich, von der Gestapo, die ihn verhaftete, in ein Hotelzimmer gesperrt und von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen,...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 91 Bewertungen)

Grossartig !      5 von 5 Punkten
Ich kann mich dem Lob über dieses Werk nur anschliessen ! Literarisch etwas vom Besten, das ich gelesen habe.


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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Lebensstufen - Hermann HesseJedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Lebensstufen
Hermann Hesse

Gebundene Ausgabe, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 1486      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten. An keinem wie an einer Heimat hängen. Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen. Er will uns Stuf` um Stufe heben, weiten.Hermann Hesse, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Zauberer Hesse      5 von 5 Punkten
Was soll ich als Laie über Hesse schreiben? Ich kann mir kein Urteil anmaßen und das will ich auch nicht. Hesses Werken wohnt ein Zauber inne. Man muss Hesse lesen, um ihn zu verspüren. Ich kann mich diesem Zauber nicht entziehen. Ich genieße es, Hesse zu lesen. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" hat mich nicht nur immer wieder verzaubert. Dieses Buch hat mir immer wieder neuen Mut geschenkt, wenn ich es in schweren Lebenslagen gelesen habe.


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Deutschstunde - Siegfried LenzDeutschstunde
Siegfried Lenz

Taschenbuch, Februar 2006
     Verkaufsrang: 3185      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Siggi Jepsen hat einen Deutschaufsatz über "Die Freuden der Pflicht" zu schreiben. Ein Thema, das ihn zwangsläufig an seinen Vater denken läßt, einen Dorfpolizisten, der eines Tages einen hochpolitischen Auftrag erhält...."Ein Meisterwerk, dessen Ernst voller Trauer ist - wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat." (Werner Weber)Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Vater und Sohn      5 von 5 Punkten
In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein Vater ist Ausdruck dieses Pflichtgefühls schlechthin, in dem er das Malverbot für einen expressionistischen Maler überwacht. Wie die Nationalsozialisten ein Land abseits ihrer Parteigänger hat überwachen können, wird in dieser eindringlichen Geschichte geschildert. Die Menschen funktionieren über Freundschaftsgrenzen hinweg, fühlen sich berufen, Anordnungen durchzusetzen, zu gehorchen. Doch Siegfried Lenz erschafft auch ein Stück Widerstand in der Figur des Jungen, der sich dem Vater in seiner blinden Pflichterfüllung widersetzt, indem er dem Maler hilft, seine Bilder zu verstecken. Dass Verblendung häufig in Starrsinn übergeht, zeigt Lenz in dem Verhalten des Vaters nach dem Krieg, indem er keinen Zweifel zulässt, weiterhin glaubt, seine Pflicht erfüllen zu müssen, indem er die versteckten Bilder in Brand setzt. Siegfried Lenz ist mit der Deutschstunde sowohl gelungen, seine Leser einen Einblick in den nationalsozialistischen Alltag zu geben, als auch die Frage aufzuwerfen, wie hätte man selbst reagiert, neigt man nicht selber dazu, sich hinter dem aufgetragenen Notwendigen zu verstecken. Dass ausgerechnet Siggi Jepsen, der zu helfen versucht hat, in der Besserungsanstalt landet, ist an Hohn kaum zu überbieten. Siegfried Lenz kennt sein Land, die Menschen darin. Ihnen beim Leben zuzusehen, kann manchmal erschrecken. Nach dem Fall des Dritten Reiches haben viele behauptet, sie hätten nichts von Gräueln gewusst. Sie hätten nur Befehle ausgeführt. Wie ein solches Leben im Kleinen, in der Nachstellung, in der Unterdrückung aussieht, das alles formt der Autor zu einer mitreißenden Geschichte.


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Der Fänger im Roggen - Jerome D. SalingerDer Fänger im Roggen
Jerome D. Salinger

Taschenbuch, Januar 2004
     Verkaufsrang: 1698      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Beim ersten Mal Lesen konnte ich ihn auf Anhieb nicht ausstehen: Holden Caulfield, der Held in Jerome David Salingers Der Fänger im Roggen ging mir mit seinen naseweisen, altklugen Lebensbetrachtungen ziemlich auf den Wecker. Ein paar Jahre später fiel mein Urteil anders aus: Holden durchschaut und schildert in seinem schnodderigen Jugendjargon die oft so verlogene Welt der Erwachsenen. Und weil er merkt, daß er auf der Schwelle zu eben dieser Erwachsenenwelt steht, wehrt er sich dagegen, sich dort einzufügen.

So ist er gerade aus dem vierten Internat geflogen, weil seine schulischen Leistungen in fast allen Fächern ungenügend waren. Zurück in New York steigt er zunächst in einem zwielichtigen Hotel ab, da er sich nicht gleich bei seinen Eltern sehen lassen will. Die nun folgenden Begegnungen und Gespräche mit den verschiedensten Leuten machen seine Sensibilität und seine Gefühlsverwirrung deutlich, die er hinter einer coolen Fassade nur sehr unzureichend zu verstecken vermag und gipfelt schließlich in dem berühmt gewordenen Satz "Ein Pferd ist doch wenigstens menschlich".

Holden träumt von einer einsam gelegenen Blockhütte irgendwo im sonnigen Westen, in der er seine Kinder vor den Erwachsenen verstecken möchte. Doch im Gespräch mit seiner kleinen Schwester Phoebe wird deutlich, daß er nicht weiß, was er mit sich und seinem Leben tatsächlich anfangen soll. Und genau das ist es, was Salingers Roman auch fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen noch so aktuell sein läßt -- denn diesem Problem müssen sich die Heranwachsenden jeder Generation aufs Neue stellen. --Elisabeth Lang

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 114 Bewertungen)

Meisterhaft skizzierte Gesellschaftskritik      5 von 5 Punkten
Holden Caulfield ist ein Opfer des Systems, dass er sich selbst konstruiert hat. Das bemerkenswerte daran ist, dass dieses System der Realität erschreckend nahe kommt.
In Kapitel drei ermahnt ihn ein Lehrer, dass das Leben ein Spiel sei, welches bestimmten Regeln unterworfen ist. Leben heißt demzufolge, an diesem Spiel teilzunehmen und die Regeln einzuhalten.
Holden steht für alle diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer, nicht nach den Regeln des großen Spiels spielen wollen oder können und deshalb immer auf der Seite der Verlierer stehen werden. Er ist an einem Punkt angekommen, an dem er das Spiel hasst und eine Rückkehr auf die Seite der Gewinner nicht mehr möglich zu sein scheint. Er hat resigniert. Er urteilt vernichtend über das Establishment und prangert das heuchlerische, amerikanische Streben nach Macht und Geld an. Aufgrund seiner tiefgreifenden Resignation die bereits starke depressive Züge aufweist, muten seine Einschätzungen teilweise sehr brutal und übertrieben an.
Trotzdem - wenn man den Schleier seiner Übertreibungen und Anprangerungen einmal lüftet, bleibt eine berechtigte Kritik zurück, die nicht nur bezogen auf die amerikanische Gesellschaft bis zum heutigen Tage ihre Gültigkeit besitzt. Das Streben nach monetären und materiellen Werten bestimmt das Leben der meisten Menschen in unserer Gesellschaft. Der Weg dorthin führt in aller Regel über eine kompromisslose Leistungsbereitschaft wer da nicht mithalten kann, bleibt auf der Strecke.
Holden spricht jedoch auch euphorisch über das Gute im Menschen, dass sich ihm vorzugsweise und vor allem am unverdorbenen Verhalten von Kindern zeigt. Er möchte sie vor dem Abgrund bewahren, der sie dazu zwingt, die schmutzigen Regeln des großen Spiels befolgen zu müssen, indem er sie einfach vor diesem Abgrund, den er ja selbst bereits schmerzlich erfahren hat, "weg fängt".

Im Grunde ist Holden Caulfield Humanist.


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Licht im August - Helmut FrielinghausLicht im August
Helmut Frielinghaus, William Faulkner, Susanne Höbel

Gebundene Ausgabe, 7. März 2008
     Verkaufsrang: 1495      Gewöhnlich versandfertig in 6 bis 8 Tagen.

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Mit sinnlicher Leidenschaft entrollt Faulkner in diesem Klassiker der Literatur des 20. Jahrhunderts drei Lebenswege in der weiten Landschaft des Mississippi: Lena Grove, eine junge Schwangere auf einer fremden Landstraße, sucht ihren Geliebten. Am Ende hat sich ihr Schicksal in der Begegnung mit einem anderen Mann erfüllt, aber das Chaos sündhafter Verstrickung entlässt sie wieder fast unberührt. Joe Christmas, ein schwarzer Wanderarbeiter, findet hingegen keinen anderen Ausweg aus Unterdrückung und Gewalt, als selbst zum Mörder zu werden. Der Geistliche Gail Hightower durchschaut das Gewebe aus religiösem und rassischem Fanatismus, kann sich aber nicht aus seiner Verklärung der «glorreichen» Südstaatenvergangenheit befreien ... Faulkners zwingende Modernität, sein multiperspektivischer, psychologischer Stil machen «Licht im August», 1932 geschrieben, bereits 1935 bei Rowohlt veröffentlicht, zu einem der wirkungsmächtigsten Romane des 20. Jahrhunderts hierzulande vor allem nach dem Krieg, als er in einer rororo-Zeitungsausgabe einem breiten Publikum zugänglich wurde. Anlässlich seines hundertjährigen Bestehens bringt der Rowohlt Verlag Faulkners besten und bekanntesten Roman in einer Neuübersetzung von Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel, versehen mit einem Nachwort von Paul Ingendaay, neu heraus.



Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann - Heinrich BöllDie verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann
Heinrich Böll

Taschenbuch, Januar 2002
     Verkaufsrang: 1368      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin, die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen...

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)

Verzweiflung      5 von 5 Punkten
Man stellt sich vor, dass es...
...dem Autor nicht viel Mühe gemacht hat, dieses Buch zu schreiben...
denn...
...alles ist offensichtlich gewesen, ein Elfmeter für einen Schreiber, dieses Monopol der Zeitung", die Gläubigkeit der Menschen.

Aber...
Man stellt sich auch vor, dass es...
...dem Autor eine Menge an Überwindung gekostet hat, dieses Buch zu schreiben...
denn...
...man schreibt hier gegen eine Mauer des Narzissmus, der Überheblichkeit und der Ignoranz.

Was soll das bringen: Den Blinden die Augen zu öffnen - man sieht einen verzweifelten Heinrich Böll vor seinem Schreibtisch, der sich überlegt, was das soll. Er schreibt Selbstverständliches, für jeden mündigen Bürger zu jeder Zeit sichtbar - warum also...?

Verzweiflung ist manchmal ein gutes Motiv und bringt große Werke hervor.

Verzweiflung allerdings auch, wenn man sieht, wie wenig Bölls Werk bewirkt hat...


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Unterwegs - Jack KerouacUnterwegs
Jack Kerouac

Taschenbuch, März 1998
     Verkaufsrang: 4009      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Dies ist das literarische Manifest einer Jugend, inmitten der 'schlechtesten der Welten' ein leidenschaftliches Bekenntnis zum 'glückseligen Leben' ablegte. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit waren die Zauberwörter der Beatgeneration, die ständig auf der Such nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein war. Ihre Trampfahrten durch die ungeheuren Weiten des Landes ließen sie ein Amerika entdecken, das die bürgerliche Erfolgsmoral nicht kannte.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 34 Bewertungen)

Unrezensierbar      5 von 5 Punkten
Ich weigere mich, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Wer es nicht gelesen hat, hat noch nicht alles gelesen, was man gelesen haben muss. Wer seine Faszination nicht versteht, das Motiv des Reisens und diese Dynamik, insbesondere zwischen den beiden Hauptfiguren Sal Paradise und Dean Moriarty, der lebt in einer anderen Welt als ich. Diese Welt wäre so weit entfernt von meiner, dass eine Kommunikation sich auf den Austausch von Feststellungen beschränken müsste, während eine ernsthafte Diskussion, egal über welches Thema, für mich ohne jegliches Interesse wäre. Sorry, nicht böse gemeint.


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