Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Seite 2

Jakob der Lügner - Jurek BeckerJakob der Lügner
Jurek Becker

Taschenbuch, Januar 2008
     Verkaufsrang: 2200      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Buch erzählt eine Geschichte aus dem Ghetto während des Krieges. Es ist nicht eine Geschichte vom Widerstand, sondern von einem Heldentum ganz anderer Art; eine melancholisch-heitere, leise, eine kunstvolle komponierte Geschichte ist es, die ohne Phantasie und Menschlichkeit nicht denkbar wäre und deren Held Jakob ein "Lügner aus Barmherzigkeit" ist.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 40 Bewertungen)

Unglaublich gefühlvoll und tiefsinnig      5 von 5 Punkten
Als erstes, Beckers Roman ist mit Abstand eines der besten Bücher das ich je gelesen habe. Es ist spannend, gut lesbar udn verständlich aber hat trotzdem eine sehr tiefe Botschaft. Man kann erkennen zu was Menschen in Extremsituationen fähig sind, welche Fähigkeiten sie entwickeln und wie sie um ihr überleben kämpfen. Es ist nicht nur von Intresse, wenn man etwas über das Dritte Reich erfahren willen sondern ebenso über Mitgefühl und Menschlichkeit, die in jedem schlummert.


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Mephisto: Roman einer Karriere - Klaus MannMephisto: Roman einer Karriere
Klaus Mann

Taschenbuch, April 2000
     Verkaufsrang: 2171      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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'Mephisto' erschien erstmals 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido, 1966 wurde seine Verbreitung in der BRD gerichtlich verboten, 1981 erschien trotz des Verbots eine Neuausgabe. Der Roman wurde zu einem Kultbuch: eine exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 33 Bewertungen)

Überleben      5 von 5 Punkten
Roman einer Karriere lautet der Untertitel, und es ist viel über die Figur des Gustaf Gründgens im Aufstieg des Schauspielers Höfgen geschrieben worden. Dabei stellt der Roman über die biographische Randnotiz hinaus die entscheidenden Fragen, wie das Leben Bestand hatte, der berufliche Aufstieg im Nazideutschland, die Anpassung im gleichgeschalteten Dritten Reich vonstatten ging. Es fällt leicht Höfgen, in dessen Name sich der Begriff Höfling spiegelt, ohne Vorbehalt zu verdammen. Doch Klaus Mann macht es trotz aller Abrechnung seinen Lesern nicht einfach. Hat Höfgen nicht auch Menschen zu retten versucht, indem er sie seinem Theater als unabkömmlich bezeichnete? Hat er nicht gleichzeitig viele Freunde fallen lassen? Anders als viele Immigranten blieb er vor Ort, katzbuckelte, weil er es seiner Kunst schuldig zu sein glaubte. Es fällt den Nachgeborenen leicht, Urteile zu fällen. Es gehört Mut, Rückgrat, Einsicht in das Unabänderliche dazu, um ein Zeichen zu setzen, seinem Land den Rücken zu kehren. Höfgen ist feige. Niemand weiß das besser als er selbst. Trotz seiner unterschwelligen Abrechnung mit Gründgens hat Klaus Mann sich bemüht, sich in sein Leben hineinzuversetzen. Dabei kommt nicht nur Schwarz-Weiß raus, sondern sehr viel grau, das unter Theaterschminke verschwindet. Ich bin doch nur ein Schauspieler, sagt Höfgen an einer Stelle. Ähnliche Sätze lauten: Ich habe nur einen Befehl ausgeführt, meine Pflicht getan, von all dem nichts gewusst, uns hat ja keiner was gesagt. Und alles gipfelt in dem Satz: Was hätte ich den tun sollen? Um ihn dreht sich der Roman. Klaus Mann beschreibt furios, die Verführung, die Angst, die Ohnmacht, den Genuss, sich im Schatten der Macht einzurichten, und weist akribisch nach, wie sehr man wegsehen muss, um das durchzuhalten. Ein sehr deutsches Buch. Die Gefühle überhitzen sich in Ideen, sie finden nicht die Kraft zum Widerstand.


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Der Fremde - Albert CamusDer Fremde
Albert Camus

Taschenbuch, Juli 1997
     Verkaufsrang: 3588      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Sonne sei Schuld gewesen, er habe den Araber am Strand nicht erschießen wollen. Mit dieser Erklärung erntet der Büroangestellte Meursault vor Gericht nur Gelächter. Der Staatsanwalt fordert seinen Kopf und klagt ihn der Unmenschlichkeit an.

Meursaults grundlegende Schuld besteht jedoch darin, ein Sonderling zu sein, gesellschaftliche Spielregeln zu mißachten, am Grab seiner Mutter nicht geweint und tags drauf eine Liebschaft begonnen zu haben. Man wird lange suchen müssen nach einem Roman, in dem eine Philosophie (aus Camus' zeitgleich entstandenem Essay über das Absurde Der Mythos von Sisyphos) ähnlich elegant und überzeugend in Literatur verwandelt wird. Und erstaunlich, wie betörend klar und frisch die Sprache in Camus' frühem Meisterwerk heute noch wirkt, wie kunstvoll Aufbau und Motivführung sind.

Meersault ist ein Anti-Held par excellence: Abgesehen von kleinen sinnlichen Genüssen lebt er unauffällig, gelangweilt und passiv sein unbedeutsames Leben. Er läßt sich treiben, wenn er nichts zu sagen hat, redet er auch nicht, und als ihn Maria fragt, ob er sie heiraten wolle, ringt er sich nur ein "das ist mir einerlei" ab. Erst angesichts des Todesurteils beginnt er nachzudenken und wird sich bewußt, daß er glücklich gewesen war und es immer noch ist. Als der Gefängnispriester ihn, den Ungläubigen, zu gottesfürchtiger Buße anhält, schleudert er ihm wütend sein eigenes Glaubensbekenntnis "dieses ganzen absurden Lebens" ins Gesicht und unterwirft sich endgültig "der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt", der er sich "brüderlich" verbunden fühlt. Er hat nur noch einen Wunsch: "Am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen". --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 61 Bewertungen)

ein Abgrund, in dem die Gesellschaft umkommen kann      5 von 5 Punkten
In seinem 1942 veröffentlichten Roman Der Fremde beschreibt Albert Camus aus der Ich-Perspektive seiner Hauptfigur Mersault wie dieser gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft in Widersprüche gerät, die letztlich dazu führen, daß er zum Tode verurteilt wird. Im Vorwort zur amerikanischen Ausgabe schrieb Camus bezüglich der Aussage des Fremden: "In unserer Gesellschaft setzt sich jeder Mensch, der bei der Beerdigung seiner Mutter nicht weint, der Gefahr aus, zum Tode verurteilt zu werden". Mersault, ein lediger Büroangestellter bekommt eines Tages ein Telegramm aus dem Altenheim, welches ihn über den Tod seiner Mutter informiert. Er nimmt sich zwei Tage Urlaub um zur Totenwache und anschließenden Beerdigung zu fahren. Es ist heiß, er ist übermüdet und er verhält sich nicht den Konventionen entsprechend, womit er ständig Anstoß erregt, (er weint nicht, möchte die Tote nicht noch einmal sehen, raucht bei der Totenwache, weiß nicht wie alt sie war). Mersault möchte mit den anderen im Einklang sein, ihre Sympathie gewinnen, aber er beherrscht die dazu notwendigen Gesten und Rituale nicht und wird außerdem stark durch seine körperlichen Bedürfnisse beansprucht. Am Tag nach der Beerdigung geht er schwimmen und beginnt ein Verhältnis mit einer jungen Frau, Marie Cardona. Sie ist kurzzeitig verstört, als sie erfährt, daß er am vorangegangenen Tag seine Mutter beerdigt hat, und Mersault stellt fest, daß man "sowieso immer ein bißchen schuldig" ist. Er hat den Eindruck, daß sich durch den Tod seiner Mutter "nichts geändert hätte" und setzt sein Leben den üblichen Gewohnheiten gemäß fort. Nach einem gewöhnlichen Arbeitstag trifft Mersault seinen Flurnachbarn Raymond Sintes, einen hitzigen jungen Mann, der im Viertel als Zuhälter verrufen ist. Dieser lädt ihn zum Essen ein und bittet ihn, einen Brief an seine ehemalige Geliebte aufzusetzen, um sie zu ihm zu locken. Er möchte sich an ihr rächen, weil sie ihn betrogen habe, er sie aber immer noch begehrt. Mersault erlebt Raymond als ihm gegenüber freundlich und sieht keinen Grund die Bitte abzuschlagen. Über das Vorhaben des anderen urteilt er rein formal: er kann den Wunsch nach Rache nachvollziehen und hält die Methode für erfolgsversprechend. Raymond sieht ihn daraufhin als seinen Freund. Schon am nächsten Tag gelingt das Rachevorhaben: Raymond verprügelt die Frau. Bald darauf lädt Raymond Mersault und Marie zu einem Tag im Strandhaus seines Freundes ein. Zunächst verläuft dieser Tag sehr positiv. Mersault genießt die Sonne und das Schwimmen mit Marie bei dem er große Nähe zu ihr empfindet. Am Nachmittag treffen er und die beiden anderen Männer jedoch bei einem Strandspaziergang auf eine Gruppe von Arabern, die das von Raymond verprügelte Mädchen rächen wollen. Einer von ihnen verletzt Raymond mit einem Messer, worauf beide Seiten sich zurückziehen. Um zu verhindern, daß Raymond auf die Araber schießt, nimmt Mersault seinen Revolver an sich. Da ihm die Atmosphäre im Strandhaus jedoch unerträglich erscheint, bleibt er alleine am Strand und kehrt im Taumel der unerträglichen Hitze zum Ort der Auseinandersetzung zurück. Nur einer der Araber ist noch da, der, als er Mersault sieht, ihm zur Warnung sein Messer zeigt. Mersault fühlt jedoch "nur noch die Beckenschläge der Sonne auf [seiner] ... Stirn", sieht undeutlich das bedrohliche Messer und umklammert den Revolver, worauf der Abzug nachgibt und ein tödlicher Schuß fällt. Er feuert noch vier weitere Schüsse auf den Toten ab. Mersault wird verhaftet, und ein Untersuchungsverfahren wird eingeleitet. Das Mersault bei der Beerdigung seiner Mutter " Gefühllosigkeit an den Tag gelegt hätte" stellt sich schon zu Beginn als das entscheidende Kriterium zur Bewertung seines Falles heraus. Der Pflichtverteidiger möchte ihn daher zur Unehrlichkeit überreden, doch Mersault spielt das Spiel nicht mit: er weigert sich zu lügen. "er weigert sich, seine Gefühle zu verhehlen, und sogleich fühlt die Gesellschaft sich bedroht." Der Untersuchungsrichter, ein überzeugter Christ, möchte Mersault zur Reue bewegen, damit Gott ihm vergeben kann, doch Mersault glaubt nicht an Gott und empfindet "eher als wirkliche Reue einen gewissen Verdruß". In der Hauptverhandlung hat Mersault den Eindruck, daß alle sich unterhalten "wie in einem Club" und er der einzig überflüssige, ein Eindringling ist. Er spürt, wie stark er von den anderen verabscheut wird und versteht in diesem Moment, daß er in ihren Augen schuldig ist. In seiner Abschlußrede fordert der Staatsanwalt Mersaults Tod, da "die Leere des Herzens, wie sie bei diesem Mann zu beobachten ist, ein Abgrund wird, in dem die Gesellschaft umkommen kann."
Mersault lebt von Anfang an nach Camus Moral der Quantität, ohne daß eine Krise des Überdrusses oder ein Erwachen des absurden Bewußtseins thematisch würde. Für ihn zählt einzig das Gegenwärtige, welches er ohne Hoffnung oder Bedauern auslebt. Er scheitert in einer Gesellschaft, die ihn kraft ihrer heuchlerischen christlichen Moral verurteilt. Ausschlaggebend ist dabei nicht der Mord an einem Araber, sondern das unangepaßte, dem gesellschaftlichen Konsens widersprechende Selbstverständnis von Mersault. Die Gesellschaft sieht sich durch die Demontage ihres moralischen Horizontes gefährdet und fordert seinen Tod. Camus schreibt dazu in seinen Tagebüchern: "Sie haben deshalb beschlossen, Tugend zu nennen, was der Einrichtung der von ihnen gewünschten Gesellschaftsordnung dient. ... [Meine Abrechnung] mit dieser Auffassung ... bildet das Thema des Fremden."






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Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend - Hermann HesseDemian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend
Hermann Hesse

Broschiert, April 2007
     Verkaufsrang: 2230      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wie alle Hauptwerke Hermann Hesses hat auch der Demian, den der damals 40jährige Autor mitten im Ersten Weltkrieg schrieb, eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Daß dieses im Herbst 1917 vollendete Buch erst im Juni 1919, ein halbes Jahr nach Kriegsende, veröffentlicht wurde, lag an der Unbekanntheit des Verfassers. Denn Hesse hatte das Manuskript dem Verlag als das Erstlingswerk eines kranken jungen Dichters empfohlen, des zeitkritischen Poeten Emil Sinclair, der bisher nur in Zeitungen und Zeitschriften durch pazifistische Mahnrufe und Erzählungen aufgefallen war (die gleichfalls von Hesse stammten). Doch trotz des Inkognitos erlebte das Buch eine geradezu stürmische Aufnahme und wurde noch im Erscheinungsjahr mit dem Fontane-Preis für das beste Erstlingswerk eines Nachwuchsautors ausgezeichnet. Thomas Mann verglich die elektrisierende Wirkung des Buches mit der von Goethes Werther, da es »mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf und eine ganze Jugend, die wähnte aus ihrer Mitte sei ihr ein Künder ihres tiefsten Lebens entstanden, zu dankbarem Entzücken hinriß«. Bis zur Entdeckung des Pseudonyms im Mai 1920 erschienen drei Auflagen, denen dann unter Hesses eigenem Namen zu seinen Lebzeiten noch 93 weitere folgten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)

Ein Meisterwerk (voller [Jugend-]Psychologie und "Lebensphilosophie")      5 von 5 Punkten
"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heisst Abraxas."

Mit keinem anderen Buch konnte ich mich bislang derart identifizieren als mit diesem. Und ich bin wohl nicht der einzige, der so fühlt. Hermann Hesses "Demian", kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges 1919 erschienen, blickt auf eine geniale Weise in die Psyche eines jungen Menschen und verfolgt dessen Entwicklung vom vorpubertären Schuljungen bis zum Studenten. Trotzdem dass es in der wilhelminischen Zeit spielt, ist das Buch meiner Meinung nach äusserst aktuell; ich, 1988 geboren, fand darin zahllose Parallelen zu meinem Leben und meiner Psyche.

Dieser Junge, Emil Sinclair, wirkt in der Rolle des Ich-Erzählers besonders authentisch. Wie er selbst (quasi als fiktiver Schriftsteller) am Anfang sagt, ist die Erzählung die Suche nach "sich selbst", nach einer Identität; dementsprechend verläuft der rote Faden durch das Buch und kaum einmal weicht Hesse von diesem Thema ab. Jedoch treten die Handlungen - besonders gegen Ende des Buches - gegenüber Sinclairs Gedanken, psychologischen Selbstinterpretationen bis hin zu deliriumähnlichen Zustandsbeschreibungen zunehmend in den Hintergrund.

Das Stichwort "Lebensphilosophie" - auch im Titel bewusst mit Anführungsstrichen - traue ich mich fast nicht zu verwenden angesichts immer zahlreicherer esoterischer Lebensratgeber - ein Trend, der erst rund fünfzig Jahre nach dem Erscheinen Demians kommt. Damit hat Demian herzlich wenig zu tun. Dennoch hat das Buch einen gewissen philosophischen Inhalt, insofern es auf die Fragen der eigenen Existenz und Identität eingeht. Das Ich zu finden wird demnach nie vollständig gelingen, aber der Weg dazu ist quasi das Ziel. Zentral dabei ist die Anerkennung der "bösen" Seite der Welt, zu der alles Nicht-Bürgerliche, Nicht-Kirchliche, Nicht-Offizielle, auch das Triebhafte und Sexuelle gehört. Der manichäische Gott Abraxas symbolisiert das dualistische Prinzip, das Nebeneinander von der "guten" und der "bösen" Welt.

Das Eindrücklichste am ganzen Buch ist der Punkt, wo der ungefähr achtzehnjährige Sinclair aus der (mit Wein aufgefüllten) Leere, in die er nach dem Zerstören der alten, heilen Kinderwelt geraten ist, - plump gesagt dank Abraxas - einen Weg für sich wiederfindet.

Aus heutiger Sicht gleitet das Buch (im Gegensatz zum Steppenwolf) dann wiederum nicht in Hippie-Sphären und Märchenwelten ab (trotz viel a-realem Text), wenn Demian (Sinclairs Freund und Mentor) z. B. biologische Erklärungen einbringt, in seinem Chemielabor arbeitet (Faust?) oder den reinen Symbolgehalt des Kainszeichens und der dualistischen Religion betont.

Vielleicht ein Buch mit nicht besonders viel literarischem Gehalt, eher schlichter, einfacher Sprache, aber ohne Kitsch, mit umso mehr Nähe zum Leser, mit viel Genie.


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Der Tod in Venedig. Novelle - Thomas MannDer Tod in Venedig. Novelle
Thomas Mann

Taschenbuch, 1. Juli 1992
     Verkaufsrang: 1815      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Der 50-jährige, in München lebende Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der pflichtbewusst und diszipliniert arbeitend, sich auf der Höhe seines öffentlichen Ruhms befindet, reist, von plötzlichem Fernweh und Reiselust erfasst, nach Venedig. In der schwül-fiebrigen Atmosphäre der Lagunenstadt verbringt er eine Reihe von Tagen in einem Zustand zunehmend aufgelöster innerer Ordnung und Disziplin, in sinnlicher Zuneigung entflammt zu dem im gleichen Hotel...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)

Eine perfekte Erzählung!      5 von 5 Punkten
'Der Tod in Venedig' ist eine absolut perfekte Erzählung. Auf nicht weniger als zwei Erzählebenen, welche aber nur aus einer Perspektive erzählt werden und nur von einem auktorialen Erzähler berichtet werden, wird diese Novelle aufgebaut.
Nicht nur das oberflächlich Dargestellte, sondern auch das kryptisch Verwobene bringen erst Licht in die Erzählung.
Auch wird hier ein absolutes Tabu gebrochen, denn in welcher Erzählung wird schon so sehr auf das Thema Liebe zwischen einem doch schon älteren Herren zu einem gerade mal 14 Jährigen eingegangen. Aber gerade diese Liebe bringt Aschenbach den Tod, weil er Venedig einerseits nicht verlassen kann und auch nicht will, obwohl gerade die Pest oder Cholera Einzug hält.
Mann hat mit diesem Werk wirklich ein beeindruckendes Werk geschaffen!


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Das Schloß - Franz KafkaDas Schloß
Franz Kafka

Gebundene Ausgabe, März 2007
     Verkaufsrang: 4196      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 4,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

"Wie komme ich ins Schloß?" - "Du? Gar nicht!"      4 von 5 Punkten
"Das Schloß" ist Kafkas dritter und letzter Roman. Ebenso wie "Amerika" und "Der Prozeß" liegt "Das Schloß" nur als Fragment vor.

Ähnlich wie ein geschickt unterbrochener Mehrteiler im Abendprogramm, endet Kafkas Romanfragment plötzlich und ohne Vorwarnung an genau der Stelle, die verspricht Licht ins Dunkel zu bringen. Dem Leser bleibt nur die Möglichkeit über das, was kommen könnte zu spekulieren oder den Roman für sich selbst abzuschließen. Doch wie kommt es zu dem starken Wunsch, um jeden Preis das Ende erfahren zu wollen?

Ein Mann namens K. spielt einmal mehr die Hauptrolle in Kafkas Roman, dessen Anfang an einen Schauerroman erinnert. "Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor."

Auch wenn der Roman nicht ganz so schaurig verläuft wie etwa "Dracula", ist er doch voll von merkwürdigen Menschen, Vorkommnissen und Zufällen, die dem Leser immer wieder neue Rätsel aufgeben. Selbst die Hauptfigur K. ist für den Leser ein Rätsel, denn bis zum Schluss weiß der Leser nicht, wer K. ist, wo er herkommt und warum er unbedingt in ein Schloss will, von dem zwar ständig die Rede ist, aber für dessen Existenz es keine Beweise gibt.

Genauso ominös wie das Schloss selbst, sind die mächtigen und viel beschäftigten Beamten des Schlosses. Der wichtigste von Ihnen, Klamm, ist den ganzen Roman über zwar in aller Munde, aber für den Leser nicht greifbar. Ähnlich wie beim Schloss, gibt es keinen Beweis für seine Existenz, und die Beschreibungen Klamms durch die Dorfbewohner könnten gegensätzlicher nicht sein. "Er soll anders aussehen, wenn er ins Dorf kommt, und anders, wenn er es verläßt, anders, ehe er Bier getrunken hat, anders nachher, anders im Wachen, anders im Schlafen, anders allein, anders im Gespräch und, was hiernach verständlich ist, fast grundverschieden oben im Schloß. Und es sind schon selbst innerhalb des Dorfes ziemlich große Unterschiede, die berichtet werden, Unterschiede in der Größe, der Haltung, der Dicke, des Bartes, nur hinsichtlich des Kleides sind die Berichte glücklicherweise einheitlich: Er trägt immer das gleiche Kleid, ein schwarzes Jackettkleid mit langen Schößen."

Doch nicht nur Klamm stachelt die Neugier des Lesers an. Die Dorfbewohner, die weder über K.s überraschende Ankunft, noch über seine Absicht zum Schloss gelangen zu wollen sehr erfreut sind, scheinen, wie der Protagonist selbst, Leichen im Keller zu haben. Allen voran die Wirtin, in deren Gasthaus die Beamten tief in der Nacht ihre Bürgersprechstunden abhalten. Sie ist eine von vielen Dorfbewohnern, die K., der sich als Landvermesser ausgibt, für seine Zwecke benutzen will. Allerdings scheitert er.

Je mehr er versucht zum Schloss vorzudringen, desto mehr Hindernisse tauchen auf. Seinen Wunsch ins Schloss zu gelangen, ersetzt er deshalb zeitweise mit dem Wunsch Klamm zu sehen. Doch auch hier muss er erfahren, dass das Streben nach einem Treffen mit Klamm einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.

Einmal jedoch bekommt K. die Chance Klamm in seiner Bürgersprechstunde zu treffen, muss jedoch sehr lange warten. Durch einen dummen Zufall nimmt er die falsche Tür und gelangt zum Beamten Bürgel. Dieser ist so freundlich, dass K. sich in seiner Nähe ganz geborgen fühlt. So geborgen, dass die Anspannungen der letzten Tage von ihm abfallen und er in einen tranceartigen Schlaf fällt. Als er aufwacht, ist es zu spät, um Klamm zu treffen. Er hat seine vielleicht einzige Chance verschlafen.

"Das Schloß" ist durch die zahlreichen Geheimniskrämereien fesselnd und mysteriös zugleich. Kaum glaubt man der Lösung eines Rätsels auf der Spur zu sein, wird man eines besseren belehrt. Von Anfang an ist nichts wie es scheint, und im Verlauf des Romans wird nichts klarer, sondern alles immer mysteriöser. Das abrupte Ende weckt beim Leser das Gefühl, selbst die ganze Zeit getäuscht worden zu sein und lässt die Frage aufkommen, ob das Schloss und seine Beamten wirklich soviel Macht haben, wie die Dorfbewohner behaupten.

Preiswerter Einstieg      5 von 5 Punkten
Das Schoß thront mitsamt seinem aufragenden Burgfried ausserhalb des Ortes auf einem Hügel. Der Landvermesser K kommt im Dorf aus der nicht näher beschriebenen ferne an und erwartet nun Anweisungen um seine Arbeit aufnehmen zu können. Diese kommen aus dem Schloß, werden mittels eines Boten überbracht und distanzieren K immer mehr von seinen Vorstellungen.
Seine eigene Persönlichkeit unterliegt dem Einfluß der Menschen aus dem Dorf die alle ihre Dienste auf Wunsch des Schloßherren ausüben können.
Nur K scheint sich nicht einzuleben. Verschiedene Versuche wie Heirat und aufsuchen des Schloßes wollen ihn jedoch nicht weiterkommen lassen.
Er scheitert letztendlich und stirbt.
Kafka verfügte in seinem Testament die Verbrennung dieses Manuskriptes, was sein langjähriger Freund Brodt aber verweigerte und um noch eins draufzusetzten ein extra Ende geschrieben hat. Dieses ist aber nur in der Suhrkamp Ausgabe enthalten und glücklicherweise nicht in dieser.
Nun drängt sich seit erscheinen dieses Buches die Frage auf welche Metapher wie z.b. das Schloß für was stehen.
Brodt sagte einmal Kafka hätte ihm gesagt dieser Roman wäre ein Metapher für das Beamtentum.
Das ist vielleicht ein Stück weit korrekt sind doch deutliche Plattitüden im Text enthalten aber sollte man auch die kosmische Dimension beachten die hier als differenzierung zu Kafkas Prozess in der Zielsuchung des Machtpatriarchen besteht.
Ist doch K im Prozess auf der Flucht so ist der Darsteller in diesem Roman offensiv bereit sich aufzudrängen, ob er nun die Freundin eines Schloßangestellten sexuell beglückt o.ä er selbst ist agierend.
Zu bezwecken mag er nichts, er findet kein Glück und Ziel und das was ihn zum suchenden macht ist der glaube an eine fehlende Heimat.

Wunderbare Ausgabe eines wichtigen Romans      5 von 5 Punkten
Natürlich kommt es bei einem Buch auf den Inhalt an und nicht in erster Linie auf das äußere Erscheinungsbild. Trotzdem frage ich mich aber, warum manche Bücher äußerlich so langweilig gestaltet werden, dass man sie nicht in die Hand nehmen mag. Es gibt keinen Zweifel an der herausragenden Bedeutung von Kafkas "Das Schloss". Dazu will ich nichts weiter schreiben. Ich möchte aber darauf jhinweisen: Man kann gute Bücher auch äußerlich schön gestalten, so wie dies bei dieser Ausgabe gelungen ist.

Zerfliesende Realitäten      5 von 5 Punkten
Wir taumeln verloren durch eine uns fremde Welt ohne die geringste Chance irgendetwas davon zu verstehen.
Niemand hat diese bittere Erkenntnis treffender dargestellt als Franz Kafka.
Ebenso wie in seinem Werk "Der Prozess" führt er auch hier den Leser durch eine, auf den ersten Blick unspektakuläre Geschichte.
Je länger man jedoch dem Text folgt, desto mehr zerinnt einem der scheinbare vorhandene Realitätsansatz zwischen den Fingern, ohne das einem so recht bewußt wird, woran dies letztendlich liegt.
"Das Schloß" ist eines der ganz großen Meisterwerke der deutschen Erzählkunst.


Sansibar oder der letzte Grund - Alfred AnderschSansibar oder der letzte Grund
Alfred Andersch

Taschenbuch, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 1703      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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In der kleinen Stadt an der Ostsee treffen zufällig sechs Gestalten zusammen: Der Junge Gregor, der KPD-Funktionär; Judith, die Jüdin; am Ort selbst befinden sich Pfarrer Helander; Knudsen der Fischer und Kutterbesitzer; als letzter die Holzplastik des lesenden Klosterschülers. Und die sechs Gestalten haben kein anderes Anliegen, als Deutschland zu verlassen. Anderschs großes Buch von Sansibar ist Mißtrauensvotum ersten Ranges gegen unser behäbig-aufgeblasenes Volk der Mitte.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Menschen wie sie sind      5 von 5 Punkten
Um es gleich vornweg zu sagen - auch ich habe dieses Buch (vor 40 Jahren) im Deutschunterricht gelesen und als Hausarbeit bearbeitet - und ich sage LESEN!

Völlig wurscht, ob man sich heute noch mit der Nazizeit identifiziert oder auch nur auseinandersetzt. Jeder, der in dieser fetten und reichen Republik lebt, muss sich fragen, wie er reagiert hätte, was sein Beitrag gewesen wäre, und vor allem, was sein Beitrag sein wird, wenn es wieder passieren sollte.

Würde er reagieren wie der Fischer Knudsen, der nur aus Sorge um seine kranke Frau den Mund hält?
Oder wie Gregor, der sowohl eine Mission hat als auch ein bisschen ein Feigling ist und mit dem Tode bedroht ist?
Oder wie Judith die einfach leben will?
Oder der Junge, dem noch alles egal ist, Hauptsache er kommt nach Sanisbar?
Oder Pfarrer Helander, der seiner Vision nachhängt, sich aus der Wirklicheit ausblendet und daran stirbt?
Oder doch so wie die Anderen?

Soll mir keiner erzählen, dass dieser Klassiker nicht auch heute in unzähligen Ländern der Erde relevant ist. Gut zu wissen wie man sich verhalten würde. Und bemerkenswert, wie diese spröde Art der Strukturierung Spannung aufbaut. Lesen und handeln!


 Weitere Lesermeinungen


Der Untertan - Heinrich MannDer Untertan
Heinrich Mann

Taschenbuch, November 1997
     Verkaufsrang: 5109      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heßling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman über den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz -- in seiner Religiosität, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit".

Der Untertan, die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.

Verkörperte in einem der gelungensten deutschen Spielfilme der Nachkriegszeit noch der grandiose Werner Peters den ölig-feisten Heßling, so übernimmt in dieser Hörspielfassung von 1971 Heinz Drache den Part. Zusammen mit ihm ist eine halbe Hundertschaft der gesamten damaligen deutschen Schauspielerelite angetreten -- Namen wie E.O. Fürbringer, Karl Lieffen, Hans Caninenberg, Hans Quest oder Lore Lorentz bürgen für die absolute Qualität dieses fast sechsstündigen Lesemarathons.

Ein hochpolitisches, hochmoralisches Lehrstück und -- beinahe ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen -- noch immer hochgültig. Spieldauer ca. 350 min., 5 CDs. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)

Der Spießer in uns      5 von 5 Punkten
Heinrich Mann hat in seinem meisterhaften Roman "der Unterten" den deutschen Spießer beschrieben. Erschreckend ist, dass man an manchen Stellen sich selber erkennt.
Diederich Heßling war ein feiges Kind ging immer den Weg des geringsten Wiederstandes, studierte, machte seinen Doktor.
Nach oben hat er gebuckelt, nach unten hat er getreten. Heinrich Mann hat offensichtlich seine Umwelt sehr genau beobachtet und fast einhundert Jahre später ist seine Beschreibung immer noch aktuell.


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Ansichten eines Clowns - Heinrich BöllAnsichten eines Clowns
Heinrich Böll

Taschenbuch, Januar 1997
     Verkaufsrang: 3060      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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»Ich bin ein Clown, im Augenblick besser als mein Ruf.«Hans Schnier, einst ein gefragter Pantomime und Spaßmacher, sitzt, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, zum Bettler degradiert auf den Stufen des Bonner Bahnhofs. »Heinrich Böll zeigt, was so selten gezeigt wird: den Alltag einer Liebe.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

Grossartig!!!      5 von 5 Punkten
Immer wenn mich bislang jemand fragte, was denn meine Lieblingsbücher seihen, nannte ich 'Wahlverwandtschaften' von Goethe als mein absolutes Lieblingsbuch und einige andere, die ich auch ganz gut fand. Von nun an jedoch, werden ich zwei Bücher als meine absoluten Lieblingsbücher nennen!
Ich fand dieses Buch hervorragend und habe es über ein Wochenende regelrecht verschlungen! Die Geschichte zieht den Leser vom ersten Kapitel in seinen Bann. Tragisch und teilweise komisch zugleich, derart wunderschön und ergreifend geschrieben, dass man sich dem Schicksal von Hans Schnier nicht mehr entziehen kann.
Es war mein erstes Buch das ich von Heinrich Böll gelesen habe, doch werden sicherlich noch einige folgen (eigentlich sollten sie bereits per Post zu mir unterwegs sein).
Ich habe jede Seite dieses Buches in grössten Zügen genossen und war traurig, als es schliesslich zu Ende war; und dies nicht nur wegen des rührenden Schlussbildes, welches mir einen kleinen Kloss in den Hals zauberte...
Ich werde das Buch sicher irgendwann noch einmal lesen, oder auch zweimal, wer weiss. Jedenfalls kann ich das Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen! Einfach rundum grossartige Literatur!


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Der Zauberberg. Roman - Thomas MannDer Zauberberg. Roman
Thomas Mann

Taschenbuch, 1. Oktober 2000
     Verkaufsrang: 2408      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wenn irgendwann einmal ein Preis für den besten Buchtitel vergeben werden sollte, würde für mich Thomas Manns Zauberberg ganz oben auf die Liste gehören. Noch bevor ich das Buch gelesen hatte, weckte schon das Wort Neugier auf eine magische Welt. Nun, wer den Zauberberg kennt, weiß, daß dies kein Buch von fremden Feenwelten ist, und doch waltet hier eindeutig Magie.

Die erste magische Leistung besteht darin, eine Handlung, die in einem Satz zusammengefaßt werden kann, auf 1.000 Seiten zu packen: Der junge Hamburger Hans Castorp, Sproß einer Patrizierfamilie lebt bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs sieben Jahre in einem Schweizer Luxussanatorium für Lungenkranke, ohne selbst krank zu sein.

Die zweite magische Leistung ist Thomas Manns Sprache, die auch in tausend Jahren nichts von ihrer Kraft verloren haben wird.

Die dritte magische Leistung ist die Behandlung der Figuren, die alle mehr mehr sind als bloße Protagonisten. Sie sind Exponate ihrer Zeit, jede für sich repräsentiert einen Teil geistigen Lebens in einer Ära, deren Ende sich vollzog während Thomas Mann am Zauberberg saß und schrieb.

Die vierte magische Leistung schließlich, die zauberbergigste vielleicht, ist das Spiel mit dem Leser. Oder besser: das Spiel mit der Geschwindigkeit des Lesers. Thomas Mann erreicht, daß dem Leser zehn Minuten Lesen wie eine halbe Stunde Lesen vorkommen, und zwar genau dann, wenn Hans Castorp denkt, er habe eine halbe Stunde geträumt. Wie sich herausstellt, waren es zehn Minuten.

Elf Jahre hat Thomas Mann an dem Buch geschrieben, das doch eigentlich nur eine Weiterführung des Themas aus Tod in Venedig sein sollte. Es wurde einer der meist gelesenen deutschen Romane. Zu recht. --Bettina Albert

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 66 Bewertungen)

Großartig      5 von 5 Punkten
Eine Kurzrezension zu Thomas Manns "Zauberberg" zu schreiben, ist in jeder Hinsicht ein heikles Unterfangen. Denn wie einen 1000-Seiten-Roman, an dem der Autor ganze 12 Jahre (!) geschrieben hat, nämlich von 1912 bis 1924, in wenigen Zeilen zusammenfassen?
Das Hauptaugenmerk dieser Rezension werde ich aus diesem Grund auf ein Phänomen richten, das Leser mit Angst vor umfangreichen Büchern dazu animieren möge, sich der Lektüre dieses literarisch so wichtigen Buches zu widmen. Es sei gleich gesagt, daß mit der folgenden Umschreibung des Zeitaspektes nur ein winziger Teil verraten sei; die Komposition und die Architektur dieses Romans machen den Text zu einem dialogischen Meisterwerk.

"Der Zauberberg", inzwischen in fast jedem seriösen Literaturkanon zu finden, wird in mehrfacher Hinsicht ein Zeitroman genannt. Zum einen, weil der Held, Hans Castorp aus Hamburg, auf jenem Zauberberg mit den Tücken der Zeit konfrontiert wird. Insgesamt sieben Jahre dauert seine "Kur" dort. - Die ersten Monate vergehen recht langsam, jeder Tag ist gewichtig und bedeutungsvoll. Doch nach einem Jahr kann Castorp kaum fassen, wie schnell die letzten 365 Tage verstrichen sind. Die Zeit vergeht ihm immer schneller, und nur einzelne Ereignisse werden ihm lang. Hastdusnichtgesehen sind die sieben Jahre plötzlich vorbei. Doch nicht nur, weil das Phänomen der "Zeitverflugsgeschwindigkeit" eines der großen Themen dieses Textes ist, wird er ein Zeitroman genannt. Hinzu kommt, daß die Form des Textes mit seinem Inhalt harmoniert derart, daß auch dem Leser die Zeit nach und nach schneller vergeht. Der Erzähler weiß darum; er kommuniziert gar mit dem Leser darüber. Mehr noch: Die Darstellung der Zeiträume wird nach und nach kleiner, da sowohl Castorp als auch dem Leser die Zeit schneller vergeht, während die Kapitel immer länger und länger werden. Diese - ich möchte fast sagen: magische Komposition macht den Reiz des Lesens aus, ist aber, wie bereits angedeutet, eher Träger der großen Inhalte, die an dieser Stelle noch nocht verraten seien.


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Farm der Tiere: Ein Märchen - George OrwellFarm der Tiere: Ein Märchen
George Orwell

Taschenbuch, Januar 2002
     Verkaufsrang: 3575      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Orwells Meisterwerk der politischen Satire mit dem geflügelten Resümee: Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere. Mit Zeichnungen von F. K. Waechter, Essays und Dokumenten.
Dem Roman liegt die Überzeugung zugrunde, daß alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung im Kaleidoskop der Macht herbeiführen, daß die Grunstrukturder Gesellschaft aber immer die gleiche bleibe. Dieser Pessimismus zeigt, daß die Farm der Tiere mehr ist...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 34 Bewertungen)

Unter Schweinen      5 von 5 Punkten
Ob Orwell sich bewußt darüber war, als er Farm der Tiere schrieb, dass er mit seinem Bauernhof einen modernen Klassiker verfasste, der es in die Schulbücher schaffte, wo er Leichterhand mit Interpretationen überfrachtet werden kann? Es muss ihm Freude bereitet haben, seine politische Analyse der Tierwelt anzuvertrauen. Die Geschichte von den Revolutionären, die ihre eigene Revolution auffrisst, wird oft mit den politischen Verhältnissen hinter dem eisernen Vorhang verglichen. Das Gleichnis jedoch reicht weit über die konkreten Missstände, Fehlentwicklungen hinaus, legt vielmehr menschliche Schwächen bloß, die auch bei einem Systemwechsel nicht gleich ad acta gelegt werden, und gipfelt in dem Satz, dass manche Tiere eben gleicher sind. Orwell war ein politischer Schriftsteller, jemand, der sich eingemischt hat. Mit der Farm Tiere ist ihm gelungen, den Ideologen, dem Machtstreben einen hässlichen Spiegel vorzuhalten. Vor allem ist es eine wunderbare literarische Farce.


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Jeder zahlt drauf - Charles BukowskiJeder zahlt drauf
Charles Bukowski

Taschenbuch, Januar 1995
     Verkaufsrang: 6229      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Diese Stories von Charles Bukowski sind mit beißendem Realismus geschrieben, sind provokativ und frech, obszön und witzig. Aber auch traurig und nachdenklich, denn "jeder zahlt drauf".Charles Bukowski wurde am 16. August 1920 in Andernach geboren. Er lebte seit seinem zweiten Lebensjahr in Los Angeles. Nach Jobs als Tankwart, Schlachthof- und Hafenarbeiter begann er zu schreiben und veröffentlichte weit über 40 Prosa- und Lyrikbände. Charles Bukowski starb am 9. März 1994 in San Pedro/L.A.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Göttlich      5 von 5 Punkten
DIE Kurzgeschichten-Sammlung von ihm. Jede Kurzgeschichte besticht durch ihre Ehrlichkeit und den Schreibstil. Es handelt wie immer über Pferdewetten, Sex, Alkohol, Frauen aber es wird nie langweilig, im Gegenteil. Man kann die Kurzgeschichten immer wieder lesen und es sie kommen immer noch super rüber.


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Tiefe: Roman - Henning MankellTiefe: Roman
Henning Mankell

Taschenbuch, April 2007
     Verkaufsrang: 4547      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Es ist neblig an jenem Tag im Herbst 1937, als sich zu dem, „was eben noch verbotenes Terrain war, von unbekannter Hand ein Tor geöffnet“ hat. Nach 22 Jahren in der Nervenheilanstalt tritt Kristina Tacker aus der Nervenheilanstalt aus einem umzäunten Gebiet, in dem die „schweren Körper der Häuser wie schlummernde Raubtiere“ lagen, hinein in einen Nadelwald. Dass der Pfad, den sie nun beschreitet, nur eine Einbildung ist, stört sie nicht weiter. Sie geht ihn einfach, Schritt für Schritt, „ohne Ziel“ -- und am Ende ist doch ihre Geschichte und die ihrer Umgebung klarer.

Erst langsam lichtet sich der Nebel in Henning Mankells Roman Tiefe, danach offenbart sich Tackers Geschichte -- und die ihres Mannes Lars Tobiasson-Svartman, mit dem sie vor Urzeiten einmal verheiratet war: Er berichtet von der Distanz, den Tobiasson-Svartman zu seiner Mutter hatte. Und von dem Koffer, den er bei sich trug, um Entfernungen besser bestimmen zu können, damals, im Oktober 1914, als er in Stockholm erschien, mit seinem kostbarsten Besitz, einem Messing-Lot zur Seevermessung aus dem 18. Jahrhundert. Als er mit dem Panzerschiff Svea zu einer militärischen Aktion -- einer geheimen Kommandosache -- aufbricht, hält er das Lot fest umklammert. Auf der Reise verliebt er sich in eine fremde Frau, Sara Fredrika. Aber zuhause wartet eine andere. Also muss sich der Vermessungsingenieur, um Nähe wiederherzustellen, mit einer Lüge Distanz schaffen: Ein Betrug, der in die Katastrophe führt.

Wieder einmal ist es dem schwedischen Bestsellerautor Mankell gelungen, seinen überaus raffinierten Plot um Liebe und Verrat bis in die Tiefen der menschlichen Psyche perfekt auszuloten: mit einem „geheimen Gespür fürs Lot“, wie der erste Teil seines Romans überschrieben ist. Großartige Roman-Unterhaltung, die man von Mankell nach einigen etwas schwächeren Büchern so schon gar nicht mehr erwartet hätte. Überaus empfehlenswert. -- Stefan Kellerer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)

Ein ganz besonderes Buch      5 von 5 Punkten
OK, man muss reinkommen in de Erzählweise von Mankell hier, darf keinen Wallander erwarten und sollte sich einlassen auf dieses Buch. Denn das lohnt sich. Ich habe noch kein vergleichbares Buch gelesen das mich auch lange nach dem Auslesen noch beschäftigt hat. Man könnte es sogar als verstörend bezeichnen, diese Studien emotionaler Abgründe sind schon sehr beeindruckend und fesselnd. Ein ganz ganz aussergewühnliches Buch das sich immens von der Masse der angebotenen Bücher unterscheidet. Ich empfand es alles andere als langweilig, man braucht allerdings, glaube ich, etwas Muße dazu, etwas Ruhe. Ein gutes Winterbuch, nicht nur weil es in großen Teilen auf einer unwirtlichen Schäreninsel (auch im Winter) spielt.


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Gesammelte Werke: Jugend ohne Gott: Bd 13 - Ödön von HorváthGesammelte Werke: Jugend ohne Gott: Bd 13
Ödön von Horváth

Taschenbuch, 6. September 2007
     Verkaufsrang: 4387      Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 6 Tagen.

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Alles Denken ist ihnen verhaßt. Sie pfeifen auf die Menschen! Sie wollen Maschinen sein, Schrauben, Räder, Kolben, Riemen - doch lieber als Maschinen wären sie Munition: Bomben, Schrapnells, Granaten. Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld! Der Name auf einem Kriegsdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 52 Bewertungen)

der innere kampf      5 von 5 Punkten
eines lehrers. als beobachter und kollborateur eines systems, das nicht das seine ist, entwickelt er eine eigene meinung und entzieht sich dem system. ein fantastisches buch(erinnert mich ein wenig an Haruki Murakami) , das ich zuerst vor 28 jahren gelesen habe und seitdem ein wegbegleiter ist


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Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland - Anna SeghersDas siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland
Anna Seghers

Taschenbuch, Dezember 1993
     Verkaufsrang: 1875      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Im Zentrum des 1937 spielenden Romans steht die Flucht von sieben Häftlingen aus einem deutschen Konzentrationslager. Sechs der Häftlinge werden im Lauf der sieben Tage umspannenden Handlung zu Tode gejagt oder gefangen. Im Lager stellt der KZ-Kommandant die Opfer an eigens errichteten >>Kreuzen<< zur Schau. Nur die Hauptfigur Georg Heisler, der siebte Flüchtling, kann den Verfolgern entkommen. Die Flucht ins Ausland gelingt dank der Hilfe von Freunden, Familienmitgliedern und Zufallsbekanntschaften, deren Lebensumstände und Beweggründe - wie die der Häscher und Mitläufer des Regimes - in zahlreichen mit der Rahmenhandlung verwobenen Episoden mitgeteilt werden. Widerstand und Zivilcourage führen dazu, dass das siebte, für Heisler bestimmte Kreuz am Ende leer bleibt und zu einem Symbol der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit wird.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Unter Nazis      5 von 5 Punkten
Politisch engagierte Literatur hat es zu Zeiten des Mainstream nicht einfach. Außer sie wird historisch betrachtet und katalogisiert. Anna Seghers Roman hat sich den weiten Weg über Amerika und Mexiko zurück in den deutschsprachigen Roman erkämpfen müssen, um dort erst einmal hinter der Mauer zu landen. Der Makel, dass seine Autorin Kommunistin sei, haftete lange an ihm. Mit der Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager hat die Autorin nicht nur eine spannende Geschichte geschrieben, die sich als Pamphlet wider die Geschehnisse liest, als Fanal, dass solches in Deutschland nie wieder geschehen darf, vor allem jedoch verlieh sie nackten Fakten ein menschliches Gesicht. Mag der Stil teils spröde wirken und nicht darauf ausgelegt sein, es einem leicht zu machen, versprüht er doch jene fesselnde Wirkung, deren Sog den Leser hoffen und bangen läßt, dass die Flüchtlinge durchkommen, ein Zeichen setzen, dass sie dem Terror entfliehen. Anna Seghers nimmt uns mit ins Boot, rudern müssen wir selber. Aufgeben gilt nicht. Sieben Bäume werden gekappt, um Kreuze aufzustellen. Und es ist nicht zum ersten Mal, dass Kreuzigungen der Abschreckung dienen, den Genickbruch des Widerstands erreichen sollen. Sechs der Entflohenen überleben diese Flucht nicht. Das siebte leere Kreuz wird zum Symbol, dass sich Widerstand nicht nur lohnt, sondern dass er vor allem eines braucht, die Hilfe und Solidarität anderer. Dies mag bei jenen, die dem sozialistischen Gedanken nicht zugeneigt sind, Ablehnung hervorrufen. Vor allem wegen ihrer politischen Heimat ist die Autorin oft angefeindet worden. Doch eine Geschichte bewährt sich nur dann, wenn sie auch ohne die Biographie einer Autorin, eines Autors auskommt. Nur dann erfüllt sie sich mit Leben. Georg Heislers verzweifelte Flucht vermag das. Doch wäre sie ohne Anna Seghers Widerstand kaum vorstellbar.


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Berlin Alexanderplatz - Alfred DöblinBerlin Alexanderplatz
Alfred Döblin

Taschenbuch, Januar 2002
     Verkaufsrang: 6348      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Im Maxim-Gorki-Theater gab der Schauspieler Ben Becker den Franz Biberkopf in einer Bearbeitung von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, wobei es ihm auf brillante Art und Weise gelang, das Leben eines kleinen Mannes, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis von der rasant veränderten Großstadt daran gehindert wird, ein anständiger Mensch zu werden, auch auf der Bühne darzustellen. Jetzt hat Becker Döblins Roman, der nicht zuletzt von den vielen tausend neuen Stimmen der großen Stadt -- ihrem Jargon, ihrer Musik und Reklame-Sprache -- erzählt, seine Stimme gegeben: Markant, polyphon und über die ganzen drei Stunden der Lesung überaus unterhaltsam. Döblin hätte sich über diesen Franz Biberkopf wohl sehr gefreut.

Das Booklet zum Hörbuch listet erklärungsbedürftige Ausdrücke des Berliner Dialektes auf, die zum Verständnis des Textes wichtig sind. Auch dies ein schöner Nebenaspekt dieser gelungenen Produktion. --Stefan Kellerer

Hörbuch, drei CDs, Spieldauer ca. 174 Minuten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

Lektüre für den anspruchsvollen Leser      5 von 5 Punkten
Berlin Alexanderplatz - dieser Name liegt erst einmal schwer im Raum und genauso geht es dem Leser, der in ein wahres Geflecht aus Wortfetzen, Reklame, Gedanken und Gefühlen hineingestoßen wird. Ohne Orientierung tastet er sich durch die ersten Seiten und sieht bruchstückhaft eine Handlung heraufziehen.
Wahres Großstadtleben eben - du siehst hinein und wirst erfasst vom Rausch, dem du dich nicht mehr entziehen kannst. Das Thema dieses Romans ist die STADT, in all ihren Widersprüchen und ihrer Strahlkraft.
Das hat für Handlung schwerwiegende Folgen. Die Montagetechnik liefert eine zertrümmerte Sprache, während die Handlung in Sprüngen voranschreitet, die der Leser oft nicht nachvollziehen kann.
Doch wer sich darauf einlässt, wer sich den Roman erobert, wie es Franz Biberkopf mit der Stadt vorhat, der wird belohnt, mit einem der modernsten und innovativsten Romane der Moderne, der in einer philosophischen Dimension und Modernität der Erzähltechnik einzigartig bleibt.
Fazit: Anspruchsvolle Lektüre für den fortgeschrittenen Leser. Die Lichter der Großstadt - sie sind in Sprache gegossen worden!


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Der Ekel - Jean-Paul SartreDer Ekel
Jean-Paul Sartre

Taschenbuch, 1. September 1963
     Verkaufsrang: 7394      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein den Mitmenschen und der Aussenwelt entgegengebrachtes, sich steigerndes Ekelgefühl veranlasst den Gelehrten Antoine Roquentin, seine alltäglichen Verrichtungen und Eindrücke minuziös aufzuzeichnen. Dabei kommt eine wachsende sarkastische Distanz gegenüber dem bourgeoisen Milieu der Provinzstadt Bouville, in der er sich zu Forschungszwecken aufhält, zum Ausdruck, z. B. beim Besuch des Museums mit seinen Porträts erfolgreicher Bürger. Im Mittelpunkt...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

"[D]ie Dinge sind genau das, was sie scheinen - und hinter ihnen...ist nichts" (153).      5 von 5 Punkten
"Die Menschen. Man muss die Menschen lieben. Die Menschen sind bewundernswert. Ich möchte kotzen - und mit einem Schlag ist er da: der Ekel" (193).

Jean-Paul Sartres Roman "Der Ekel", erschienen erstmals 1938, gilt als das Gründungsdokument des Existentialismus. Sämtliche Grundannahmen dieser Philosophie, die Sartre fünf Jahre später in seinem Hauptwerk Das Sein und das Nichts: Versuch einer phänomenologischen Ontologie. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Philosophische Schriften, 3) systematisch ausformulieren sollte, sind hier bereits angelegt. Der dreißigjährige Einzelgänger Antoine Roquentin lebt ein Leben der absoluten Nähevermeidung und schreibt dabei ein Buch über einen gewissen Monsieur de Rollebon. Doch sein Leben ändert sich, als er feststellt, dass er nicht mehr nur mit Gleichgültig auf die ihn umgebenden Dinge reagieren kann: "Das war eine Art süßliche Übelkeit. Wie unangenehm das doch war! Und das ging von dem Kiesel aus, ich bin sicher, das ging von dem Kiesel in meine Hände über. Ja, das ist es, genau das ist es: eine Art Ekel in den Händen" (23).

Woher mag er nur kommen, dieser Ekel vor allen Dingen, fragt sich Roquentin? Während er weiterhin genauestens seine Umwelt beobachtet und mit einer Mischung aus Verwunderung und Verachtung seine Mitmenschen analysiert, überkommt ihn auf einmal die Wahrheit über das Wesen seiner, aller, menschlichen Existenz: "[I]ch hatte kein Recht zu existieren. Ich war zufällig erschienen, ich existierte wie ein Stein, eine Pflanze, eine Milbe" (135). Der Mensch IST, im Sinne von existiert. Das ist alles. Hinter dem Wahrnehmbaren aller Existenz verbirgt sich nichts (siehe Überschrift). Hier kommt deutlich der Gedanke zum Ausdruck, dass das menschliche Dasein sinnlos ist in dem Sinne, dass es keine Transzendenz (Götter, zum Beispiel) gibt, die unsere Existenz rechtfertigen oder ihr einen Sinn geben: "Alles ist grundlos, dieser Park, diese Stadt und ich selbst. Wenn es geschieht, daß man sich dessen bewußt wird, dreht es einem den Magen um und alles beginnt zu schwimmen, [...] das ist der Ekel" (207). In "Das Sein und das Nichts" verdeutlicht Sartre die Bedeutung des Ekels als eine grundlegende Konstitution des Menschen und eben nicht als eine Reaktion auf eine bestimmte als unangenehm empfundene Situation: "Dieser Begriff Ekel ist keineswegs als eine aus unserm physiologischen Widerwillen genommene Metapher zu verstehen, sondern umgekehrt, aller konkrete und empirische Ekel (vor faulem Fleisch, frischem Blut, Exkrementen usw.), der unser Erbrechen herbeiführt, entsteht vielmehr erst auf seiner Grundlage" (Sartre, Das Sein und das Nichts, München 2007, S. 597f.).

Der Ekel ist also nichts anderes als die Erkenntnis der Sinnlosigkeit aller Existenz. Um seine Existenz zu rechtfertigen ist der Mensch ganz auf sich selbst zurückgeworfen. In "Das Sein und das Nichts" formulierte Sartre diesen Gedanken folgendermaßen: "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (ebd., S. 838). Diese ultimative Freiheit besteht darin, dass jeder Mensch seine Existenz, seine Werte, seine Lebensmaximen ständig allein aus sich heraus begründen und rechtfertigen muss. So lautet auch Roquentins Schlussfolgerung: "[N]ie kann ein Existierender die Existenz eines anderen Existierenden rechtfertigen" (278). Das kann eben nur jeder für sich.

Fazit: Siebzig Jahre alt und aktueller denn je. In einem Zeitalter, wo mehr und mehr Menschen sich vor ihrer Freiheit drücken und ihre Daseinsberechtigung an weltliche oder religiöse Ideologien koppeln, kann man sich eigentlich nur wünschen, dass wieder mehr Menschen ihre Existenz als zur Freiheit verurteilte Wesen begreifen und akzeptieren, anstatt sich in die Nestwärme ideologischer Welterklärungsmodelle zu fliehen.


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Traumnovelle - Arthur SchnitzlerTraumnovelle
Arthur Schnitzler

Gebundene Ausgabe, August 2005
     Verkaufsrang: 4517      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)

Eine Tragödie, über die die Unwirklichkeit eines Traumes liegt.      5 von 5 Punkten
"Es gibt wenige unter uns, die nicht manchmal vor Tagesgrauen erwacht sind, entweder nach einer der traumlosen Nächte, die uns fast verliebt in den Tod machen, oder nach einer Nacht voller Entsetzen und Alpdruckslüste, die fürchterlicher sind als die Wirklichkeit selber und die von dem starken Leben triefen, das in allem Grotesken lauert ..."
(Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray)

Faszinierend schildert Arthur Schnitzler das parallele, stark erotisch bestimmte Erleben des Paares Fridolin und Albertine. Er ließ sich auf mysteriöse Weise in eine orgiastische Gesellschaft führen - sie ist in die Erregung eines unvergleichbaren Traumes geglitten.

Traum und Wirklichkeit begegnen sich. Im Traum, als erotische Erzählung der Ehefrau an ihren Mann und er als zielloser Wanderer durch die reale Nacht, dem Dunkel. Ihn zwingt es triebhaft in das karnevalistiche Wien, auf einen Maskenball. Die Aufforderung einer Frau, zu gehen, überhört er in Leidenschaft und bleibt trotzig, um dem Neuen, Spannenden, Erlebnisreichen nicht zu entgehen. Es war seine Frau Albertine, die ihn animierte zu diesem Schritt ins Dunkle, seine Sehnsucht mit ihrer erotischen Phantasie anfeuerte, er handelt aus Rache für ihre Phantasie, in der er, Fridolin, nicht mal einen Platz hatte. Beide wollten aus dem normalen Leben raus, aber dennoch das normale Leben beherrschen.

Schnitzler als Vertreter des fin de siecle bringt hier die Themen seiner Zeit, Beziehung, Sexualität und deren individuelle Bedeutung unter und gewinnt damit eine lebenslange Beständigkeit. Noch heute ein äußerst lesenswertes komplexes Buch, welches viel Freiraum für Interpretationen bietet.

Leidenschaftliche Abgründe      5 von 5 Punkten
Die Lektüre der Traumnovelle ist fatal: Man gerät zugleich selbst in den fiebrigen Strudel leidenhschaftlicher Fantasien, aber auch Freudscher Ängste. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist zudem, dass Schnitzler nur wenige Seiten braucht, um seine Novelle eindringlich zu erzählen und unvergesslich zu machen. Außerdem ist das Werk auch noch heute aktuell, hat es doch die Abgründe der menschlichen Existenz zum Thema, die im grunde zeitlos sind. Auch wenn es längst klar sein sollte, will ich es nochmal betonen: Die Traumnovelle ist nicht nur ein kurzweiliger Klassiker, sondern ein Meisterwerk.

Besser geht es wurklich nicht      5 von 5 Punkten
Wenige Stunden und die Novelle ist durch. Literatur vom Feinsten und unbedingt empfehlenswert. Inzwischen fast hundert Jahre alt, aber immer noch aktuell, ein Buch das den Leser in die Welt der Träume lotst und die Wirklichkeit verschwimmen lässt.

Zu Recherchezwechen begonnen und als Liebhaber zur Seite gelegt.
Sensationell!

Sehr schöne Erzählung zwischen Traum und Wirklichkeit      5 von 5 Punkten
Das Buch war die Grundlage für Stanley Kubricks letzten Film "Eyes Wide Shut", der die traumhafte Stimmung der Novelle für mein Empfinden sehr gut rüberbringt.
Der Schreibstil ist mitunter recht altmodisch, die Stimmung ziemlich melancholisch, all das unterstützt aber auf wunderbare Weise die traumhafte Entrücktheit der Darstellung. Insgesamt eine sehr kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Niveau.

An der Grenze zwischen Traum und Realität      5 von 5 Punkten
Arthur Schnitzlers Traumnovelle beschäftigt sich wie schon der Name vermuten lässt vorwiegend mit Träumen und traumgleicher Realität. Nach den turbulenten, einen seltsamen Traum gleichen, Ereignissen eines Maskenballs sehen sich Albertine und ihr Mann Fridolin gezwungen sich wieder einmal so richtig auszusprechen.

Im Verlauf ihres Gespräches erfolgt die tiefgehende Schilderung ihrer letzten Urlaubserlebnisse, die typisch für Schnitzler eindeutige sexuelle Anspielungen enthalten. Das Gespräch legt auch dar, wie die beiden Ehepartner zueinander stehen und lässt erahnen wie sich die Geschichte schon bald entwickeln wird. Mit dem Versprechen sich solche Erlebnisse in Zukunft immer gleich zu erzählen versucht Fridolin das Gespräch zu beenden, doch Albertine erwähnt noch ein anderes verschwiegenes Erlebnis, dass noch in ihre Jugendzeit zurückreicht. Das Dienstmädchen unterbricht die beiden jedoch, denn soeben hat sie die Botschaft erreicht, dass ein Patient Fridolins, ein wichtiger Hofrat, einen Herzanfall erlitten hat und im Sterben liegt. Fridolin verabschiedet sich von seiner Frau, doch als er beim Hofrat angekommen ist und dessen Tochter ihn empfängt, kann er nur noch den Tod des alten Mannes feststellen. In ihrer Verzweiflung offenbart ihm die Tochter seines verstorbenen Patienten schließlich dass sie ihn liebt, obwohl sie widerwillig mit einem Universitätsdozenten verlobt ist. Sie verrät ihm weiters, dass sie wegziehen werden und wie unglücklich sie mit ihrem zukünftigen Mann jetzt schon ist. Als die ersten Trauergäste, der engere Kreis der Familie, eintreffen muss Fridolin jedoch gehen. Während er durch den Park spaziert ist er so in Gedanken versunken, dass er es gar nicht merkt, wohin ihn seine Schritte führen und plötzlich steht er in einer Gasse. Dort findet er mehrere Dirnen vor, von denen eine ihn in seinen Bann zieht. Sie gehen in ihr Haus, wo sie sich als Mizzi vorstellt. Anders als zu erwarten lehnt er ihre Angebote jedoch ab und bittet sie ihm doch stattdessen etwas zu erzählen. Nachdem er Mizzi wieder verlassen hat, führt ihn sein Weg in ein Kaffeehaus wo er auf einen alten Freund und Studienkollegen trifft, der ihm von einer mysteriösen Veranstaltung berichtet, zu der er als Klavierspieler eingeladen ist. Fasziniert von den Ausführungen seines alten Freundes beschließt Fridolin kurzerhand sich auch auf diese Feier zu schleichen.

Selbst mit anderen Werken Schnitzlers verglichen ist die Traumnovelle ein überaus komplexes Buch, welches viel Freiraum für Interpretationen lässt. Selbst Sigmund Freud soll sich einst Gedanken über dieses Buch gemacht haben und das tut dieses Werk auch heute noch. Ob es nun an diesem Verschwimmen von Realität und Traum liegt oder Schnitzlers Fähigkeit eine Geschichte nicht bloß zu erzählen, sondern tiefsinnig nachempfinden zulassen, ist eine Frage für sich, erfolgreich und faszinierend ist dieses Werk ohnehin.


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Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthyKein Land für alte Männer
Cormac McCarthy

Gebundene Ausgabe, 10. März 2008
     Verkaufsrang: 5085      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Besser als der grandiose Film      5 von 5 Punkten
Der Film war grandios. Die Straße von Cormac McCarthy war eine unglaubliche Erfahrung. Das auf der Suche nach der Buchvorlage zu Film gekaufte Verlorene war packend und ernüchternd.
Und dann las ich No Country vor old men und danke den Cohen-Brüdern dafür das auf die Leinwand gebracht zu haben - aber grandios ist der Film nur wegen der Vorlage.
Erschütternd in der Brutalität, drastisch in der nüchternen Sprache, bildgewaltig, große Fragen behandelnd. Und nebenbei auch dieses seltsame Land mit seinen Wurzeln entlarvend, sezierend und es doch annehmend, so schicksalhaft, wie die Figuren eben auf den falschen Mann treffen.
Ein großartiger Autor, der mich wohl nicht los lässt, bis auch die letzte verfügbare Seite gelesen habe.


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Herz der Finsternis - Joseph ConradHerz der Finsternis
Joseph Conrad

Gebundene Ausgabe, Januar 2006
     Verkaufsrang: 4593      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In den Abenteuerbüchern Joseph Conrads ist der Dschungel still. Im Herz der Finsternis (1899) etwa schlängelt sich der Kongo lautlos durch die "erhabene Stille des Urwalds": Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der "schweigenden Wildnis" ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur "ein Wort" in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun "als eine Stimme dar". Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf "Das Grauen! Das Grauen!" sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: "Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme".

Im Herz der Finsternis, das von den teuflischen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie von den düstren Untiefen der menschlichen Seele berichtet, ist auch der Ich-Erzähler Marlowe für seine Zuhörer "nicht mehr gewesen als eine Stimme". Auf der CD-Fassung des Reclam Verlags nun leiht der 57-jährige Schauspieler Christian Brückner, der bereits Robert de Niro und Alain Delon synchronisierte, dem Organ des Kapitäns sein raues Timbre. Er tut dies mit viel Gespür für Conrads Text: Denn während der charismatische Kurtz "ernst, tief, bebend" -- als Störung im Urwaldschweigen eben -- hätte gesprochen werden müssen, ist die von Brückner gegebene Erzählstimme Marlowes ruhig, schlängelnd und tiefgründig wie der Kongostrom.

"Meine Stimme ist es, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann", behauptet Marlowe einmal. Nun macht uns die unverwechselbare Stimme Brückners den herrlich gleichförmig mäandrischen "Zauberfluss der Rede" vom Herz der Finsternis anschaulich. Getreu dem auf Kurtz gemünzten Diktum Conrads: "Man spricht nicht mit dem Mann -- man hört ihm zu". 5 CDs, Spieldauer: 303 Minuten. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

Kino für die Ohren. Ganz große Erzählkunst.      5 von 5 Punkten
Die Geo Hörwelten Auswahl ist an sich schon ein Genuß. Aber mit Joseph Conrads -Herz der Finsternis- wird dem Hörer ein besonderer Leckerbissen angeboten. Ein klassischer Erzähler der alten Schule mit einer überbordenden Geschichte von Leid, Glück, Abenteuer und Forscherdrang. Geschrieben in Worten, die auch heute noch berühren und anfassen. Aber gerade da liegt das Problem bei den klassischen Erzählern wie Conrad, Steinbeck, Sayoran oder Hemingway. Der heutige Leser findet oft nur schwer Zugang zur Sprache der großen Schriftsteller. Sicher sieht das bei einer absoluten Leseratte anders aus, aber nicht jeder verschlingt dutzendweise Bücher; schon gar keine Klassiker. Und genau hier setzen die Geo Hörwelten in genialer Weise an. Die alten Geschichten der großen Meister wollen erzählt werden. Okay, man kann sie auch lesen, aber es sind Erzählungen. Und wenn man einen Christian Brückner gewinnen kann, der die Geschichte in einer Art und Weise präsentiert, dass einem jeder Satz ein Bild in den Kopf zaubert, das sich einem die Nackenhaare aufstellen und man das Geräusch der Stromschnellen hört; was will man dann noch mehr?

Der alte Kapitän Marlowe erzählt seinen Freunden von seiner Reise den Kongo hinauf. Dort sucht und findet er den geheimnisvollen Mister Kurtz, der eine Art Phantom unter den Elfenbeinhändlern zu sein scheint. Gerüchte eilen ihm voraus und der junge Marlowe muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um die gefahrvolle Reise zu meistern...

Eine einfache Geschichte, aber erzählt mit Worten, die die Welt still stehen lassen können. Klar, einfach, phantastisch. Wer den Zugang zur Weltliteratur noch nicht gefunden hat, hier kann er es noch einmal versuchen. Sich einfach zurücklehnen, Christian Brückners Stimme lauschen und sich von Joseph Conrad in das dunkle Afrika zur Wende des 19. Jahrhunderts entführen lassen. Eine Reise mit den Ohren, die sie, das kann ich fast versprechen, nie wieder vergessen werden.


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