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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der Ekel Jean-Paul Sartre Taschenbuch, 1. September 1963 Verkaufsrang: 16228 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein den Mitmenschen und der Aussenwelt entgegengebrachtes, sich steigerndes Ekelgefühl veranlasst den Gelehrten Antoine Roquentin, seine alltäglichen Verrichtungen und Eindrücke minuziös aufzuzeichnen. Dabei kommt eine wachsende sarkastische Distanz gegenüber dem bourgeoisen Milieu der Provinzstadt Bouville, in der er sich zu Forschungszwecken aufhält, zum Ausdruck, z. B. beim Besuch des Museums mit seinen Porträts erfolgreicher Bürger. Im Mittelpunkt...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
"[D]ie Dinge sind genau das, was sie scheinen - und hinter ihnen...ist nichts" (153). 5 von 5 Punkten "Die Menschen. Man muss die Menschen lieben. Die Menschen sind bewundernswert. Ich möchte kotzen - und mit einem Schlag ist er da: der Ekel" (193).
Jean-Paul Sartres Roman "Der Ekel", erschienen erstmals 1938, gilt als das Gründungsdokument des Existentialismus. Sämtliche Grundannahmen dieser Philosophie, die Sartre fünf Jahre später in seinem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" systematisch ausformulieren sollte, sind hier bereits angelegt. Der dreißigjährige Einzelgänger Antoine Roquentin lebt ein Leben der absoluten Nähevermeidung und schreibt dabei ein Buch über einen gewissen Monsieur de Rollebon. Doch sein Leben ändert sich, als er feststellt, dass er nicht mehr nur mit Gleichgültig auf die ihn umgebenden Dinge reagieren kann: "Das war eine Art süßliche Übelkeit. Wie unangenehm das doch war! Und das ging von dem Kiesel aus, ich bin sicher, das ging von dem Kiesel in meine Hände über. Ja, das ist es, genau das ist es: eine Art Ekel in den Händen" (23).
Woher mag er nur kommen, dieser Ekel vor allen Dingen, fragt sich Roquentin? Während er weiterhin genauestens seine Umwelt beobachtet und mit einer Mischung aus Verwunderung und Verachtung seine Mitmenschen analysiert, überkommt ihn auf einmal die Wahrheit über das Wesen seiner, aller, menschlichen Existenz: "[I]ch hatte kein Recht zu existieren. Ich war zufällig erschienen, ich existierte wie ein Stein, eine Pflanze, eine Milbe" (135). Der Mensch IST, im Sinne von existiert. Das ist alles. Hinter dem Wahrnehmbaren aller Existenz verbirgt sich nichts (siehe Überschrift). Hier kommt deutlich der Gedanke zum Ausdruck, dass das menschliche Dasein sinnlos ist in dem Sinne, dass es keine Transzendenz (Götter, zum Beispiel) gibt, die unsere Existenz rechtfertigen oder ihr einen Sinn geben: "Alles ist grundlos, dieser Park, diese Stadt und ich selbst. Wenn es geschieht, daß man sich dessen bewußt wird, dreht es einem den Magen um und alles beginnt zu schwimmen, [...] das ist der Ekel" (207). In "Das Sein und das Nichts" verdeutlicht Sartre die Bedeutung des Ekels als eine grundlegende Konstitution des Menschen und eben nicht als eine Reaktion auf eine bestimmte als unangenehm empfundene Situation: "Dieser Begriff Ekel ist keineswegs als eine aus unserm physiologischen Widerwillen genommene Metapher zu verstehen, sondern umgekehrt, aller konkrete und empirische Ekel (vor faulem Fleisch, frischem Blut, Exkrementen usw.), der unser Erbrechen herbeiführt, entsteht vielmehr erst auf seiner Grundlage" (Sartre, Das Sein und das Nichts, München 2007, S. 597f.).
Der Ekel ist also nichts anderes als die Erkenntnis der Sinnlosigkeit aller Existenz. Um seine Existenz zu rechtfertigen ist der Mensch ganz auf sich selbst zurückgeworfen. In "Das Sein und das Nichts" formulierte Sartre diesen Gedanken folgendermaßen: "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (ebd., S. 838). Diese ultimative Freiheit besteht darin, dass jeder Mensch seine Existenz, seine Werte, seine Lebensmaximen ständig allein aus sich heraus begründen und rechtfertigen muss. So lautet auch Roquentins Schlussfolgerung: "[N]ie kann ein Existierender die Existenz eines anderen Existierenden rechtfertigen" (278). Das kann eben nur jeder für sich.
Fazit: Siebzig Jahre alt und aktueller denn je. In einem Zeitalter, wo mehr und mehr Menschen sich vor ihrer Freiheit drücken und ihre Daseinsberechtigung an weltliche oder religiöse Ideologien koppeln, kann man sich eigentlich nur wünschen, dass wieder mehr Menschen ihre Existenz als zur Freiheit verurteilte Wesen begreifen und akzeptieren, anstatt sich in die Nestwärme ideologischer Welterklärungsmodelle zu fliehen.
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Der Tod in Venedig. Novelle Thomas Mann Taschenbuch, 1. Juli 1992 Verkaufsrang: 2142 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der 50-jährige, in München lebende Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der pflichtbewusst und diszipliniert arbeitend, sich auf der Höhe seines öffentlichen Ruhms befindet, reist, von plötzlichem Fernweh und Reiselust erfasst, nach Venedig. In der schwül-fiebrigen Atmosphäre der Lagunenstadt verbringt er eine Reihe von Tagen in einem Zustand zunehmend aufgelöster innerer Ordnung und Disziplin, in sinnlicher Zuneigung entflammt zu dem im gleichen Hotel...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)
Eine perfekte Erzählung! 5 von 5 Punkten 'Der Tod in Venedig' ist eine absolut perfekte Erzählung. Auf nicht weniger als zwei Erzählebenen, welche aber nur aus einer Perspektive erzählt werden und nur von einem auktorialen Erzähler berichtet werden, wird diese Novelle aufgebaut.
Nicht nur das oberflächlich Dargestellte, sondern auch das kryptisch Verwobene bringen erst Licht in die Erzählung.
Auch wird hier ein absolutes Tabu gebrochen, denn in welcher Erzählung wird schon so sehr auf das Thema Liebe zwischen einem doch schon älteren Herren zu einem gerade mal 14 Jährigen eingegangen. Aber gerade diese Liebe bringt Aschenbach den Tod, weil er Venedig einerseits nicht verlassen kann und auch nicht will, obwohl gerade die Pest oder Cholera Einzug hält.
Mann hat mit diesem Werk wirklich ein beeindruckendes Werk geschaffen!
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Wendekreis des Krebses Henry Miller Taschenbuch, 11. Mai 1979 Verkaufsrang: 17248 Mit diesem jahrzehntelang verketzerten und verbotenen Buch fegte der einst verfemte, heute weltberühmte Autor alle Tabus hinweg. Es war der erste heftige Angriff gegen eine Gesellschaft, die den Boden bereitet, auf dem das Laster gedeiht. Er schlug die entscheidende Bresche in eine Mauer von Heuchelei und Prüderie.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
die hässliche Realität mit viel Sex 5 von 5 Punkten Ein sehr gutes Buch, das mit Ehrlichkeit und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, die Gedanken und das Leben des Erzählers, der in Paris ein Leben knapp über dem Existenzminumum und jenseits von moralischen Grundsätzen führt, beschreibt. Es erzählt eine hässliche Realität und ein Leben mit auschweifend ausgelebter Sexualität.
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Der Richter und sein Henker Friedrich Dürrenmatt Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 8243 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses ist die Geschichte eines Mordes. Mit den reißerischen Mitteln einer Detektivstory erzählt er die Aufklärung einer Gewalttat an einem Polizeileutnant, den letzten Fall des todkranken Kommissärs Bärlach- die Geschichte einer hintergründigen Pointe.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 53 Bewertungen)
Der Dichter und sein Lenker 5 von 5 Punkten Dürenmatt.... ein bekannter Name in der Deutschen Literatur. In Erwartung auf einen in altmodischer Sprache verfassten Kriminalroman habe ich mir das Buch im Laden mitgenommen und an zwei Abenden durchgelesen. Überraschend spannend und modern geschrieben zählt das Werk zu einem der spannendsten Kurzwerke die ich bisher gelesen habe. Realistisch und schnörkellos.
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Von Mäusen und Menschen John Steinbeck Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 9308 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sehr poetische Naturschilderungen eröffnen den Roman von John Steinbeck. Sie stehen in krassem Gegensatz zu der rauhen, unpersönlichen Welt der Wanderarbeiter, die sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlagen. Der bärenstarke, herzensgute, aber dumme und vergeßliche Lennie und sein Freund George, der das Denken und Reden für Lennie erledigt, "tippeln" gemeinsam durch Kalifornien. Lennie faßt alles Schöne gern an, aber bei aller kindlichen Unschuld töten seine groben Berührungen immer wieder die Tiere, die er streicheln will und auf seiner letzten Arbeitsstelle stirbt dann nicht nur ein junger Hund, sondern auch die Frau des Juniorchefs. George sieht nur noch die Möglichkeit, Lennie vor der Lynchjustiz der Arbeiter zu bewahren, indem er ihn -- während er ihm mit den immer wiederkehrenden Worten von der gemeinsamen Farm erzählt -- mit einem Genickschuß erschießt. Mit Lennie tötet George auch ein Teil seiner selbst, denn ihm wird schlagartig klar, daß das Gefühl von Zusammengehörigkeit und der gemeinsame Traum von einer kleinen Farm mit Lennie gestorben ist. Was mich an diesem Kurzroman besonders berührt und ihn zu einem Buch für das nächste Jahrtausend macht, ist Steinbecks unbeirrbarer Glaube an die Solidarität und an das Gute im Menschen, dem er in seinen fast anrührenden Helden Gestalt verleiht. --Cornelia Rediger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Ein erschütterndes und beglückendes Drama 5 von 5 Punkten Der geistig behinderte Lennie ist mit so enormer Kraft ausgestattet, dass er alles zerstört, was er liebt, ob das nun Mäuse sind oder auch Menschen. Aber er hat seinen Freund George, der ihm hilft, wenn er Situationen selbst nicht bewältigen kann, was oft geschieht. Gemeinsam träumen sie den Traum von einem seßhaften Leben statt dem Tagelöhnerdasein als Wanderarbeiter. Stattdessen kommt es zur Katastrophe.
Ein brillantes Buch, das durch Dramatik und Menschlichkeit und die plastische Darstellung besticht, die Steinbeck beherrschte wie kaum ein anderer amerikanischer Schriftsteller.
"Von Menschen und Mäusen" sei wärmstens empfohlen. Aber Achtung: das Buch läßt sich einfach nicht mehr aus der Hand legen, bevor die letzte Zeile verschlungen ist.
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Traumnovelle Arthur Schnitzler Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 8276 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Geschichte einer Ehe in faszinierenden und beklemmenden Bildern: Nach den unheimlichen erotischen Erlebnissen einer Nacht, seinen in einer traumhaften Wirklichkeit und ihren im Traum, erkennen beide ihre unerfüllten Wünsche und Begierden und finden einen Weg aus der Krise. Faszinierend schildert Arthur Schnitzler das parallele, stark erotisch bestimmte Erleben des Paares Fridolin und Albertine. Er ließ sich auf mysteriöse Weise in eine orgiastische Gesellschaft führen - sie ist in die Erregung eines unvergleichbaren Traumes geglitten. Die Fremde, die Fridolin in dieser leidenschaftlichen Nacht kennenlernt, opfert sich für ihn, weil in dieser bacchantischen Runde jeder Uneingeweihte zum Tode verurteilt ist. Albertine gibt sich im Traum einem eher zufälligen Bekannten hin und sieht ruhig zu, wie ihr Mann für seine Treue zu ihr sich kreuzigen lässt. Fridolin erkennt, als sie ihm dies erzählt, in der Fremden seine eigene Frau. Das Buch diente als Vorlage für den Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Psychologisches Meisterwerk 5 von 5 Punkten Es gibt Autoren, die jahrelang an gewaltigen Wälzern schreiben, ohne in der Welt der Literatur auch nur gesteigerte Beachtung zu finden, und es gibt Schriftsteller, die mit Büchern von knapp 100 Seiten die Literatur nachhaltig beeinflussen. Zur letzteren Kathegorie gehört Arthur Schnitzler. Natürlich ist der österreichische Autor nicht nur durch seine "Traumnovelle" bekannt, er hat diverse wichtige Novellen ("Leutnant Gustl") Erzählungen ("Fräulein Else"), Romane ("Der Weg ins Freie") und Theaterstücke ("Reigen", "Liebelei", "Der einsame Weg") geschrieben, doch vor allem durch die kongeniale Verfilmung "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick gelangte vor allem diese Novelle wieder zu einiger Bekanntheit.
Zwar wird der Film dem Original ganz und gar gerecht, doch lohnt sich die Lektüre des Buches noch immer.
Innerhalb einer Nacht und eines Tages wird das scheinbar glückliche Ehepaar Fridolin und Albertine mit tief in ihrem Unterbewußtsein brodelnden erotischen Phantasien und Wunschträumen konfrontiert. Fridolin erfährt in einem Kaffeehaus von seinem Studienfreund Nachtigall von dessen geheimer Einnahmequelle, er spielt mit verbundenen Augen Klavier bei mysteriösen Veranstaltungen, Fridolin beschließt, sich bei einem dieser Bälle, der noch in derselben Nacht stattfinden wird, einzuschleichen. In einem geliehenen Mönchskostüm und mit der geheimen Parole versehen, erlebt er eine seltsame Orgie in einer Villa, bei der sich als Mönche und Nonnen Maskierte zusammenfinden und sich von bis auf einen Schleier um den Kopf nackten Frauen verwöhnen lassen. Fridolin wird entdeckt, als er eine weitere Parole nicht weiß, doch eine Unbekannte erklärt, sich für ihn opfern zu wollen. Tief verwirrt kommt er nach Hause und hört seine Frau im Bett hysterisch lachen. Albertine hatte einen Traum, in dem sie von einem Mann, von dem sie sich während eines Dänemarkurlaubs angezogen fühlte, verführt wurde und Fridolins Gefangennahme, Folterung und Hinrichtung durch eine mysteriöse Fürstin (in der Gestalt eines Mädchens, das Fridolin sehr anzog) erlebte, was sie jedoch nicht dazu bewegte, ihm zuhilfe zu kommen, sondern vielmehr, ihren gekreuzigten Mann zu verspotten. Fridolin ist entsetzt, sieht seine Ehe am Ende. Am nächsten Tag beginnt er, Nachforschungen über die Geschehnisse der letzten Nacht zu betreiben, wird jedoch von geheimnisvollen Männern eindringlich davor gewarnt und gibt schließlich eingeschüchtert auf. Zuhause entdeckt er seine Mönchsmaske aus der vorigen Nacht neben seiner friedlich schlafenden Frau. Eine Warnung und zugleich ein Zeichen der Bereitwilligkeit zur Verzeihung...
Die "Traumnovelle" ist ein hervorragendes Beispiel für einen gelungenen psychologischen Roman, die Figuren sind sehr präzise gezeichnet und die emotionale Verwirrung durch die erotischen Ereignisse und Traumeindrücke zweier dem Anschein nach völlig "normaler" Charaktere lassen den Leser einen tiefen Blick ins Innenleben von Fridolin und Albertine werfen. Trotz der Kürze des Buches ergibt sich eine komplexe Handlung mit vielen Querverweisen auf frühere, zeitweise nur angedeutete Erzählstränge und der Leser hat viel Gelegenheit, selbst die Ereignisse und inneren Vorgänge zu analysieren.
Ein wichtiges Werk der Weltliteratur, das man auf jeden Fall gelesen haben sollte, und das nicht nur einmal.
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Fuck Machine Charles Bukowski Taschenbuch, Juli 2003 Verkaufsrang: 5141 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Erzählungen des Poeten, der von ganz unten kam, sind aggressiv, grausam und obszön, aber auch außerordentlich witzig. Sie schildern brutal realistisch die Kehrseite des amerikanischen Traums, so wie er sich in Amerikas Slums, Absteigen, Bars, Hurenhäusern und Schlachthöfen abspielt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Bukowski's the best - forget the rest! 5 von 5 Punkten Mein Gott, was soll man über Bukowski noch schreiben? Man liebt ihn oder man haßt ihn, gleichgültig ist er wohl keinem. Ich liebe ihn, ich liebe ihn seit Jahren, und ich nehme immer wieder gern eines seiner Werke in die Hand. Ob Gedichtesammlung oder Romane, ganz gleich, das ist Stoff für die Seele, nicht verlogen und weinerlich, nein, hart und kompromißlos und doch auch zärtlich. Wünschte, es gäbe mehr Autoren wie er - aber leider seh ich da weit und breit keinen Meister. Nur der Roman "No ilore - Weine nicht" von Andre Pilz hat mich an Charles' Glanz erinnert.
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Zaungast Siegfried Lenz Taschenbuch, März 2006 Verkaufsrang: 2393 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum Welttag des Buches am 23. April erscheint in diesem Jahr eine Sammlung mit Reisegeschichten von Siegfried Lenz. Unter dem Titel "Zaungast" hat der Auto seine Lieblingsgeschichten zusammengefasst. Der Band enthält folgende Erzählungen: Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln Eine Schulstunde auf Japanisch Das Gelächter des Kukkabura Die Stunde der Taucher Sonntag eines Rangers Hinter der Fliegenschnur Unter Dampf gesetzt Eine exklusive Sonderausgabe in limitierter Auflage!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Siegfried Lenz in der Fremde 5 von 5 Punkten Ausnahmsweise verlässt Siegried Lenz mal die "heimat"-lichen Gefilde. Er lässt uns in seiner unvergleichbaren Erzählweise als Zaungast teilhaben an einem Schüleraustausch in Japan, einer jütländischen Kaffeetafel, einem Saunaaufenthalt in Finnland, einem Kneipenbesuch in Spanien u.v.a.m.Wenn jemand erzählen kann, dann Siegfried Lenz. Wunderbare (!) kurze Geschichten, souverän vorgetragen mit feinem Humor, in denen sich Lenz dem Fremden annähert. Ein Genuss für jeden, der Lenz mag, ein Gewinn für den, der ihn noch nicht kennt.
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Buddenbrooks. Sonderausgabe: Verfall einer Familie Thomas Mann Gebundene Ausgabe, Oktober 1997 Verkaufsrang: 11183 "Es ist eine hervorragende Arbeit, redlich, positiv und reich", urteilte S. Fischers Lektor Moritz Heimann nach der Lektüre des Manuskripts über Thomas Manns, ersten Roman, seinen wohl am meisten gelesenen, am meisten verbreiteten. >Verfall einer FamilieBuddenbrooksGroße kommentierte Frankfurter Ausgabe< der Werke Thomas Manns.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)
"Das putzt ganz ungemein..." 5 von 5 Punkten Zum Inhalt muss ja nicht mehr viel gesagt werden. Die Buddenbrooks könnten gut und gerne die Vorlage für die Drehbücher der Soaps dieser Welt sein:
Das Lieben und Leiden einer gut situierten Familie in Lübeck und ihr langsamer Untergang, eingebettet in ein Portrait deutscher Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts.
Viel wichtiger aber ist die Sprache und Hingabe mit der Thomas Mann seine Figuren zeichnet. Man taucht richtig ab in die Welt und die Ereignisse damals in Lübeck. Man kann sich regelrecht das Klappern der Pferdewagen auf dem Kopfsteinpflaster und das Rascheln der opulenten Kleider der Damen vorstellen. Man leidet und bangt, man lacht und weint mit den Figuren.
Und genau wie in einer Soap, kann man den nächsten Tag nicht erwarten, wenn man wieder das Buch zur Hand nimmt und lesen kann wie es weitergeht.
Und am Ende... Am Ende ist man traurig, dass es vorbei ist, und man hat den Wunsch Thomas Mann könnte noch eine Fortsetzung schreiben;-)
Für mich das schönste Buch, das ich je gelesen habe und ich bin schon sehr gespannt, auf die neue Verfilmung. Aber bisher konnte keine Verfilmung dem Roman auch nur annähernd das Wasser reichen.
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Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland Anna Seghers Taschenbuch, Dezember 1993 Verkaufsrang: 11670 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Im Zentrum des 1937 spielenden Romans steht die Flucht von sieben Häftlingen aus einem deutschen Konzentrationslager. Sechs der Häftlinge werden im Lauf der sieben Tage umspannenden Handlung zu Tode gejagt oder gefangen. Im Lager stellt der KZ-Kommandant die Opfer an eigens errichteten >>Kreuzen<< zur Schau. Nur die Hauptfigur Georg Heisler, der siebte Flüchtling, kann den Verfolgern entkommen. Die Flucht ins Ausland gelingt dank der Hilfe von Freunden, Familienmitgliedern und Zufallsbekanntschaften, deren Lebensumstände und Beweggründe - wie die der Häscher und Mitläufer des Regimes - in zahlreichen mit der Rahmenhandlung verwobenen Episoden mitgeteilt werden. Widerstand und Zivilcourage führen dazu, dass das siebte, für Heisler bestimmte Kreuz am Ende leer bleibt und zu einem Symbol der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit wird.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
Unter Nazis 5 von 5 Punkten Politisch engagierte Literatur hat es zu Zeiten des Mainstream nicht einfach. Außer sie wird historisch betrachtet und katalogisiert. Anna Seghers Roman hat sich den weiten Weg über Amerika und Mexiko zurück in den deutschsprachigen Roman erkämpfen müssen, um dort erst einmal hinter der Mauer zu landen. Der Makel, dass seine Autorin Kommunistin sei, haftete lange an ihm. Mit der Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager hat die Autorin nicht nur eine spannende Geschichte geschrieben, die sich als Pamphlet wider die Geschehnisse liest, als Fanal, dass solches in Deutschland nie wieder geschehen darf, vor allem jedoch verlieh sie nackten Fakten ein menschliches Gesicht. Mag der Stil teils spröde wirken und nicht darauf ausgelegt sein, es einem leicht zu machen, versprüht er doch jene fesselnde Wirkung, deren Sog den Leser hoffen und bangen läßt, dass die Flüchtlinge durchkommen, ein Zeichen setzen, dass sie dem Terror entfliehen. Anna Seghers nimmt uns mit ins Boot, rudern müssen wir selber. Aufgeben gilt nicht. Sieben Bäume werden gekappt, um Kreuze aufzustellen. Und es ist nicht zum ersten Mal, dass Kreuzigungen der Abschreckung dienen, den Genickbruch des Widerstands erreichen sollen. Sechs der Entflohenen überleben diese Flucht nicht. Das siebte leere Kreuz wird zum Symbol, dass sich Widerstand nicht nur lohnt, sondern dass er vor allem eines braucht, die Hilfe und Solidarität anderer. Dies mag bei jenen, die dem sozialistischen Gedanken nicht zugeneigt sind, Ablehnung hervorrufen. Vor allem wegen ihrer politischen Heimat ist die Autorin oft angefeindet worden. Doch eine Geschichte bewährt sich nur dann, wenn sie auch ohne die Biographie einer Autorin, eines Autors auskommt. Nur dann erfüllt sie sich mit Leben. Georg Heislers verzweifelte Flucht vermag das. Doch wäre sie ohne Anna Seghers Widerstand kaum vorstellbar.
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Der Chronist der Winde Henning Mankell Taschenbuch, April 2002 Verkaufsrang: 10218 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine magische Aura umweht den afrikanischen Straßenjungen Nelio: Noch nie hat jemand gewagt, ihn zu verprügeln. Vielleicht weil aus dem 10-Jährigen, dem sich die irdischen Abgründe viel zu früh erschlossen haben, eine greise Weisheit spricht. Jetzt aber liegt Nelio mit schweren Schusswunden auf dem Dach eines ärmlichen Theaters. Dort erzählt er -- zwischen kräftezehrenden Fieberschüben -- dem Bäckerjungen José Antonio Maria Vaz sein Leben. Das beginnt mit der Erinnerung an die Banditen, die sein Dorf niederbrannten, seine Schwester töteten und vor denen er geflüchtet ist, als sie ihn zwingen wollten, einen Verwandten zu erschießen. Und es endet bei den Straßenkindern in der Stadt, denen Nelio zu einem an Fairness und Reife geradezu übermenschlichen Anführer wurde: Gestohlen jedenfalls wird nicht unter seinem Regime; bestenfalls -- in der Villa eines verreisten Entwicklungshelfers -- der Kühlschrank leer gegessen. Henning Mankell -- mit seinen Stories um den Kult-Kommissar Kurt Wallander dauerhaft auf den einschlägigen Bestseller-Listen vertreten -- präsentiert sich also seinen Fans hier nicht als Krimi-Autor, sondern als poetischer Anwalt der Chancenlosen: Derer, die gezwungen sind, "das Leben roh zu essen". Trotz aller Tragik des Sujets gleitet der Romancier, der dem heimischen Schweden zeitweise den Rücken kehrt, um in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo Theaterstücke zu inszenieren, aber nicht in schwermütige Betroffenheitsprosa ab. Es darf -- mit anderen Worten -- auch gelacht werden: Über die Tomaten- und Zwiebelkulturen beispielsweise, die in Mandiocas Hosentaschen hervorragend gedeihen. Oder über den schwerfälligen Tristeza, der eine Bank gründen will und dem Nelio für den Fall, dass er seine Denkgeschwindigkeit steigert, erst einmal ein Paar Turnschuhe verspricht. Vor allem aber bekennt sich Der Chronist der Winde -- in Schweden mit dem Sveriges-Radio-Romanpreis 1996 ausgezeichnet -- bedingungslos zur Kraft der Träume: "Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben, dachte Nelio. Die Flügel sind in uns, wenn uns vergönnt ist, sie zu sehen." --Christine Wahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)
Henning Mankells Der Chronist der Winde - ein schönes lesenswertes Buch 5 von 5 Punkten Der Chronist der Winde ist ein trauriges, aber auch humorvolles Buch, welches das Elend und auch die schrecklichen oder amüsanten Erlebnisse der Straßenjungen umschreibt.
Bereits in der Schreibweise ist der Henning Mankell zu erkennen. Sein Schreibstil kommt selten so dazu sich zu entfalten, wie in diesem Werk. Gefühl- wie Phantasievoll umschreibt Mankell die Abenteuer den jungen Nelio, in kurzen aber in der Wortwahl bedachten, Sätzen. Natürlich steht er nahe am Rande zwischen Realismus und Surrealismus, jedoch schafft es der Autor den Protagonisten fein zu zeichnen, in seinen Weisheiten, wie auch sonst. Leider fällt die Zeichnung der anderen Figuren dadurch sehr grob aus. Zwar ist die Geschichte alles andere als genial oder etwas Neues, all dies wird jedoch vom Schreibstil, den Charakteren und dem was das Buch vermittelt ausgeglichen.
Mankell berührt mit dem Schicksal der Akteure, in einem seiner besten Bücher. Er appelliert aber auch daran, seinen Blick in Richtung der dritten Welt und deren Armut zu richten. Und dass aber jeder Mensch eine Würde hat und eben diese auch bis zu Letzt bewahren sollte und dass Weisheit auch denen, die es einfach verstehen das Leben zu leben, vergönnt ist.
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Die Erzählungen Siegfried Lenz Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 5191 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Erstmals in einem Band: sämtliche Erzählungen auf 1536 Seiten. Darin sind nicht nur die berühmten Erzählungen wie »So zärtlich war Suleyken« , »Das Feuerschiff«, »Kriegsende« oder »Zaungast« enthalten, sondern auch über 50 bisher in Buchform unveröffentlichte: aus dem eigenen Archiv, aus den Archiven der Welt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Zeit und des Norddeutschen Rundfunks u. v. m.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Bereicherung der deutschen Literaturgeschichte 5 von 5 Punkten Siegfried Lenz - seine Vielfalt und sein Werk hier in den Erzählungen. 150 Stück auf über 1500 Seiten bereiten eine Einsicht in seine erzählende Entwicklung und geben Zeugnis seines Schaffens. Die bekannten Erzählungen, wie z.B. "So zärlich war Suleyken" fehlt so wenig wie der "Zaungast", der wir Leser nun auch gerne sind. Ein wunderbar gebundenes Buch mit Lesebändchen ist ein Zeichen der Wertschätzung an Lenz zu seinem 80. Geburtstag.
Lenz zählt zu den grossen deutschen Dichtern und Literaten und der Verlag dokumentiert und bereichert auf einzigartige Weise mit dieser Zusammenstellung die deutsche Literaturgeschichte.
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Herz der Finsternis Joseph Conrad Gebundene Ausgabe, Januar 2006 Verkaufsrang: 3741 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In den Abenteuerbüchern Joseph Conrads ist der Dschungel still. Im Herz der Finsternis (1899) etwa schlängelt sich der Kongo lautlos durch die "erhabene Stille des Urwalds": Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der "schweigenden Wildnis" ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur "ein Wort" in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun "als eine Stimme dar". Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf "Das Grauen! Das Grauen!" sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: "Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme". Im Herz der Finsternis, das von den teuflischen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie von den düstren Untiefen der menschlichen Seele berichtet, ist auch der Ich-Erzähler Marlowe für seine Zuhörer "nicht mehr gewesen als eine Stimme". Auf der CD-Fassung des Reclam Verlags nun leiht der 57-jährige Schauspieler Christian Brückner, der bereits Robert de Niro und Alain Delon synchronisierte, dem Organ des Kapitäns sein raues Timbre. Er tut dies mit viel Gespür für Conrads Text: Denn während der charismatische Kurtz "ernst, tief, bebend" -- als Störung im Urwaldschweigen eben -- hätte gesprochen werden müssen, ist die von Brückner gegebene Erzählstimme Marlowes ruhig, schlängelnd und tiefgründig wie der Kongostrom. "Meine Stimme ist es, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann", behauptet Marlowe einmal. Nun macht uns die unverwechselbare Stimme Brückners den herrlich gleichförmig mäandrischen "Zauberfluss der Rede" vom Herz der Finsternis anschaulich. Getreu dem auf Kurtz gemünzten Diktum Conrads: "Man spricht nicht mit dem Mann -- man hört ihm zu". 5 CDs, Spieldauer: 303 Minuten. --Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Kino für die Ohren. Ganz große Erzählkunst. 5 von 5 Punkten Die Geo Hörwelten Auswahl ist an sich schon ein Genuß. Aber mit Joseph Conrads -Herz der Finsternis- wird dem Hörer ein besonderer Leckerbissen angeboten. Ein klassischer Erzähler der alten Schule mit einer überbordenden Geschichte von Leid, Glück, Abenteuer und Forscherdrang. Geschrieben in Worten, die auch heute noch berühren und anfassen. Aber gerade da liegt das Problem bei den klassischen Erzählern wie Conrad, Steinbeck, Sayoran oder Hemingway. Der heutige Leser findet oft nur schwer Zugang zur Sprache der großen Schriftsteller. Sicher sieht das bei einer absoluten Leseratte anders aus, aber nicht jeder verschlingt dutzendweise Bücher; schon gar keine Klassiker. Und genau hier setzen die Geo Hörwelten in genialer Weise an. Die alten Geschichten der großen Meister wollen erzählt werden. Okay, man kann sie auch lesen, aber es sind Erzählungen. Und wenn man einen Christian Brückner gewinnen kann, der die Geschichte in einer Art und Weise präsentiert, dass einem jeder Satz ein Bild in den Kopf zaubert, das sich einem die Nackenhaare aufstellen und man das Geräusch der Stromschnellen hört; was will man dann noch mehr?
Der alte Kapitän Marlowe erzählt seinen Freunden von seiner Reise den Kongo hinauf. Dort sucht und findet er den geheimnisvollen Mister Kurtz, der eine Art Phantom unter den Elfenbeinhändlern zu sein scheint. Gerüchte eilen ihm voraus und der junge Marlowe muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um die gefahrvolle Reise zu meistern...
Eine einfache Geschichte, aber erzählt mit Worten, die die Welt still stehen lassen können. Klar, einfach, phantastisch. Wer den Zugang zur Weltliteratur noch nicht gefunden hat, hier kann er es noch einmal versuchen. Sich einfach zurücklehnen, Christian Brückners Stimme lauschen und sich von Joseph Conrad in das dunkle Afrika zur Wende des 19. Jahrhunderts entführen lassen. Eine Reise mit den Ohren, die sie, das kann ich fast versprechen, nie wieder vergessen werden.
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Unterm Rad Hermann Hesse Taschenbuch, 8. Oktober 2007 Verkaufsrang: 13242 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Schulmeister hat lieber zehn notorische Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner. Wer aber mehr und Schwereres vom anderen leidet, der Lehrer vom Knaben oder umgekehrt, wer von beiden mehr Tyrann, mehr Quälgeist ist, und wer von beiden es ist, der dem anderen Teile seiner Seele und seines Lebens verdirbt und schändet, das kann man nicht untersuchen, ohne bitter zu werden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)
Aktueller denn je 5 von 5 Punkten Es scheint aktueller denn je zu sein. Eine traurige Geschichte sauber Aufgebaut und im tollen Hesse-Stil erzählt.
Für mich ein Muss für alle Hesse-Fans
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Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend Hermann Hesse Broschiert, April 2007 Verkaufsrang: 6211 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wie alle Hauptwerke Hermann Hesses hat auch der Demian, den der damals 40jährige Autor mitten im Ersten Weltkrieg schrieb, eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Daß dieses im Herbst 1917 vollendete Buch erst im Juni 1919, ein halbes Jahr nach Kriegsende, veröffentlicht wurde, lag an der Unbekanntheit des Verfassers. Denn Hesse hatte das Manuskript dem Verlag als das Erstlingswerk eines kranken jungen Dichters empfohlen, des zeitkritischen Poeten Emil Sinclair, der bisher nur in Zeitungen und Zeitschriften durch pazifistische Mahnrufe und Erzählungen aufgefallen war (die gleichfalls von Hesse stammten). Doch trotz des Inkognitos erlebte das Buch eine geradezu stürmische Aufnahme und wurde noch im Erscheinungsjahr mit dem Fontane-Preis für das beste Erstlingswerk eines Nachwuchsautors ausgezeichnet. Thomas Mann verglich die elektrisierende Wirkung des Buches mit der von Goethes Werther, da es »mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf und eine ganze Jugend, die wähnte aus ihrer Mitte sei ihr ein Künder ihres tiefsten Lebens entstanden, zu dankbarem Entzücken hinriß«. Bis zur Entdeckung des Pseudonyms im Mai 1920 erschienen drei Auflagen, denen dann unter Hesses eigenem Namen zu seinen Lebzeiten noch 93 weitere folgten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 57 Bewertungen)
Wahrheit 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist bisher eines der genialsten Werke, das ich je gelesen habe. Dank der zahlreichen Rezensionen, ist es wohl nicht mehr notwendig auf den Inhalt oder dergleichen einzugehen. Ich möchte "Demian" einfach jedem empfehlen, der sich annähernd für die menschliche Psyche, sein eigenes Seelenleben, Symbole oder Träume interessiert. Für mich ist dieses Werk ein wunderbarer Seelenspiegel... ein literarischer Leckerbissen ... Wahrheit.
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Der Liebhaber Marguerite Duras Taschenbuch, Februar 2008 Verkaufsrang: 7827 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die erste Liebe eines jungen europäischen Mädchens zu einem doppelt so alten chinesischen Mann: "Eine heikle, zwischen Liebe und Prostitution schwankende Geschichte ohne Scham, ohne Stolz und ohne eine Spur von Koketterie ... Mag jeder dieses Buch auf seine Weise verstehen. Mir scheint, daß Marguerite Duras sagen wollte: Die Liebe, sie ist doch kein leerer Wahn." Marcel Reich-Ranicki
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Indochina 5 von 5 Punkten Das eigene Leben zum Gegenstand der Literatur zu machen, birgt die Gefahr zu großer Nähe. Marguerite Duras entgeht ihr, indem sie für ihre Geschichte die Sprache leidenschaftlicher Distanz erschafft. Das mag sich wie ein Widerspruch anhören, doch wer weiß, wie oft man sich in Situationen wieder findet, die zeitlich begrenzt sind, einen der Verzweiflung überantworten, wenn man sich vollkommen darauf einläßt, oder einen vor der aufkeimenden Nähe fliehen läßt, wird für sich hoffen, daß er stets Distanz wahrt, um sich nicht aufzugeben. Die Geschichte dieser nicht sittsamen Liebe, allein wegen des Altersunterschieds, allein wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Europa und Indochina, allein wegen oben und unten der Klassen, ist die fein ziselierte Geschichte einer ersten Liebe, bei der der erfahrenere, älterere Liebhaber nur scheinbar der Überlegene ist.
Er hat am Ende mehr als ein paar erotisch aufgeheizte Nächte verloren. Er muß gehorchen, und das Mädchen bricht in ein eigenes Leben auf, das sich für sie abseits der Familie auftut, abseits dessen, was allgemein als Schande betrachtet wird. Wie Marguerite Duras dies alles auf wenigen Seiten erzählt, die ungeschrieben vielen Seiten dahinter uns überläßt, ist meisterhaft verfaßt. Eine große Stilistin, die die Poesie zu einem Strich verkürzte, und hier genau wußte, wovon sie schrieb: Von der Liebe.
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Der Mann mit der Ledertasche Charles Bukowski Taschenbuch, September 2004 Verkaufsrang: 4143 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Das gesamte Personal der Post muss in seiner völligen Hingabe an das Interesse der Öffentlichkeit immer standhaft und rechtschaffen bleiben. Vom Personal der Post wird erwartet, dass es nach den höchsten sittlichen Grundsätzen handelt, die Gesetze der Vereinigten Staaten achtet und sich im Übrigen an die Vorschriften und Richtlinien der Postverwaltung hält.« Der Briefträger Henry Chinaski alias Charles Bukowski bleibt unsittlich: Er legt sich mit...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
Uns ich war noch am Leben 5 von 5 Punkten Chinaski, die Legende. Über das Wort Underground hätte er gelacht. Gibt es ein Overground? Wie viele Menschen gibt es, die so mit sich leben, nur nicht die poetische Kraft eines Charles Bukowski besitzen, um davon zu erzählen? Witzig, sarkastisch mitunter, rücksichtslos sich selbst und anderen gegenüber berichtet Chinaski von der Akkordmühle der amerikanischen Post, den Tücken eine Wette zu platzieren und das alles andere als eine Kunst darstellende Vermögen, Gedicht zuschreiben. Gleich fällt einem dazu die deutsche Post ein, deren Bürokratenseele hoffentlich ein paar Nischen für Chinaskis Kollegen bereithält.
Wir könnten ihre Gedichte gut brauchen. Vor allem sprich aus dem Roman eine anarchische Sehnsucht, das Spucken auf den Overgrund, den zu erreichen, man nur imstande ist, wenn man sich bedingungslos anpaßt. Wozu? Das Leben gibt und nimmt, und wenn man bereit ist, den Preis zu zahlen, läßt es einen sogar in Ruhe. Eine schnelle, leidenschaftliche Geschichte, bei der man manchmal erstaunt ist, wie befreiend das eigene Lachen klingt.
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Jakob der Lügner Jurek Becker Taschenbuch, Januar 2008 Verkaufsrang: 6692 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch erzählt eine Geschichte aus dem Ghetto während des Krieges. Es ist nicht eine Geschichte vom Widerstand, sondern von einem Heldentum ganz anderer Art; eine melancholisch-heitere, leise, eine kunstvolle komponierte Geschichte ist es, die ohne Phantasie und Menschlichkeit nicht denkbar wäre und deren Held Jakob ein "Lügner aus Barmherzigkeit" ist.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 40 Bewertungen)
Unglaublich gefühlvoll und tiefsinnig 5 von 5 Punkten Als erstes, Beckers Roman ist mit Abstand eines der besten Bücher das ich je gelesen habe. Es ist spannend, gut lesbar udn verständlich aber hat trotzdem eine sehr tiefe Botschaft. Man kann erkennen zu was Menschen in Extremsituationen fähig sind, welche Fähigkeiten sie entwickeln und wie sie um ihr überleben kämpfen. Es ist nicht nur von Intresse, wenn man etwas über das Dritte Reich erfahren willen sondern ebenso über Mitgefühl und Menschlichkeit, die in jedem schlummert.
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Radetzkymarsch Joseph Roth Taschenbuch, September 1998 Verkaufsrang: 16025 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In der Schlacht bei Solferino im Jahre 1859 rettet der slowenische Infantrieleutnant Joseph Trotta dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. das Leben. Er wird dafür geadelt und mit Orden ausgezeichnet und verläßt unwiderruflich den Weg seiner bäuerlichen Vorfahren. So beginnt die Geschichte der Familie von Trotta in einer Zeit, in der die Herrschaft der Habsburger noch einmal eine glorreiche Blüte erlebt. Der Kaiser ist mächtig, das Reich ist groß, die...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Viel Wahres aus der lebendigen Welt 5 von 5 Punkten "Und obwohl Leutnant Trotta keinerlei literarischen Geschmack besaß und obwohl ihm, wenn er zufällig einmal das Wort Literatur hörte, lediglich das Drama "Zriny" von Theodor Körner einfiel und gar nichts mehr, hatte er doch immer einen dumpfen Widerwillen gegen die wehmütige Sanftheit jener Büchlein und gegen ihre goldenen Gestalten empfunden. Er war nicht erfahren genug, der Leutnant Trotta, um zu wissen, daß es auch in der Wirklichkeit ungeschlachte Bauernburschen mit edlen Herzen gab und daß viel Wahres aus der lebendigen Welt in schlechten Büchern abgeschrieben wurde; nur eben schlecht abgeschrieben.
Er hatte überhaupt noch wenig erfahren, der Leutnant Trotta."
So charakterisiert Joseph Roth gegen Ende des Buches seinen Helden, den unglücklichen und glücklosen Leutnant Carl Joseph Trotta. Es ist fast so, als wollte Joseph Roth eben noch beweisen, daß es auch anders geht, und legt mit "Radetzkymarsch" seinen sehr gut "abgeschriebenen" Roman über "viel Wahres aus der lebendigen Welt" vor. Nur ist die Welt, die des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn unter Kaiser Franz Joseph I., so lebendig nicht mehr und das Wahre, d. h. die soziale und politische Wirklichkeit bricht explosionsartig durch und endet mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in der Katastrophe.
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Stiller Max Frisch Taschenbuch, Januar 1973 Verkaufsrang: 15621 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bei der Einreise in die Schweiz wird Mr. White festgenommen, weil er für die Grenzpolizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde, sein Bruder, seine Frau Julika und der Staatsanwalt bestätigen in Aussagen und gemeinsamen Erinnerungen diesen Verdacht. Die Aufzeichnungen des Mr. White in der Untersuchungshaft aber wehren sich gegen diese Festlegung mit der Behauptung: »Ich bin nicht Stiller!« In immer neuen Erzählungen will er dieser Fixierung entgehen, weil ihm diese Identität fragwürdig geworden ist und weil er sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein, erhalten will. - »Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt. Anders gesagt: an Stelle des Ichs tritt ein fingiertes Ich, und das Ich wird ein Objekt. Romantechnisch gesehen: das Ich wird ein Kriminalfall. Einfacher ausgedrückt: Frisch hat sich durch diese Form, die gleichzeitig Handlung, gleichzeitig Problematik ist, in einen anderen verwandelt, der nun erzählt, nicht von Stiller zuerst, sondern von sich, von White eben, für den Stiller der andere ist, für den er sich nun zu interessieren beginnt und dem er nachforscht, weil man doch ständig behauptet, er sei mit ihm identisch. Gerade durch diese Romanform wird so Selbstdarstellung möglich, gesetzt -, der Leser mache auch mit, spiele mit. Ohne Mitmachen ist der Stiller weder zu lesen noch zu begreifen.« Friedrich Dürrenmatt
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)
Literaturgeschichte in 448 Seiten 5 von 5 Punkten Ich habe schon einige Bücher gelesen, unter anderem Bücher, die ganze Epochen und Generationen prägten, wie "Der Fänger im Roggen", aber ich glaube, ein Buch, wie "Stiller" gibt es sonst nirgendwo. Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil mein Lieblingsschauspieler, Matthias Schweighöfer, dieses Buch einmal sein "absolutes Lieblingsbuch" genannt hat- also war ich interessiert. Und siehe da! Ich liebte es, schon die ersten Zeilen machten es deutlich, dass dieses Buch eines dieser ist, die dein Leben in zwei Hälften schneiden können- dein Leben bevor du dieses Buch gelesen hast und dein Leben, nachdem du es gelesen hast.
Solche Bücher sind selten, und auch ebenso selten wirklich gut. Max Frisch hat ein Meisterwerk geschrieben, dass ich jedem, aber wirklich jedem, egal welches Classement Sie bevorzugen, empfehlen kann- sie sogar innigst darum bitte- zu lesen.
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