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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Verlorene Cormac McCarthy Taschenbuch, Mai 1994 Verkaufsrang: 21734 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Knoxville/ Tennessee: Anfang der fünfziger Jahre. In einem Slum am Ufer des Tennessee-Rivers lebt auf einem Hausboot Cornelius Suttree. Er ist so verloren wie seine Freunde. Eine archaische Welt im Schatten der rigiden, rassistischen Gesellschaft des amerikanischen Südens, geprägt durch Armut und brutalen Überlebenskampf. Dort ist der Tod alltäglich. Aber eigentlich steht im Mittelpunkt des Buches der Fluß, Lebensader und Styx: Suttree lebt vom Verkauf der Fische, doch allzuoft treibt eine Kinderleiche im Wasser. Im Schlamm, halb verborgen unter Giftsumach, und an den Abtürzen des Steilufers vegetieren die Außenseiter, die heroischen Überlebenskünstler; auf der anderen Seite des Flusses, hell erleuchtet und unerreichbar fern, liegt die moderne, die reiche Stadt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Unbedingt lesen! 5 von 5 Punkten Was für ein gewaltiger Roman! Wie sicher viel andere auch, begann ich mit "No Country for old Men", wo ich nach dem Film schon wusste, dass es einfach gut sein muss. Das hat mich auf "Die Straße" aufmerksam gemacht: eines der besten Bücher, die ich gelesen habe (wird übrigens gerade verfilmt!).
Schließlich wollte ich mehr und habe - teils wegen der Rezensionen hier - und wegen des Faulkner-Preises "die Verlorene" verschlungen.
Das ist groß(artig)e Literatur, die einen nach einigen Seiten fesselt und nicht mehr loslässt. Bei den ersten beiden Büchern dachte ich eher noch an den guten alten Hemingway, der auch nicht gerne zu viel Worte benutzen wollte. Bei "Verlorene" kam mir dann doch der Vergleich zu Steinbecks detaillierter Erzählkunst näher. Mc Carthey schreibt wie ein klassischer amerikanischer Erzähler, nur moderner eben.
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Die Straße der Ölsardinen John Steinbeck Sondereinband, 1986 Verkaufsrang: 7566 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden So komisch, leicht und nostalgisch ist diese Prosa, dass man beinahe vergessen könnte, dass es sich um Weltliteratur handelt. Gelegenheitsarbeiter, Taugenichtse, Dirnen und Sonderlinge bevölkern die Cannery Row im kalifornischen Fischerstädtchen Monterey. Sie leben in alten Lagerhallen wie Mack und seine vier Kumpane, denen jede geregelte Arbeit verhasst ist; sie hausen in ausrangierten Dampfkesseln und verrosteten Röhren auf dem »leeren Platz«, der alles andere als leer ist oder wie Henri, der Maler, in einem Boot Marke Eigenbau, an dem er seit zwanzig Jahren herumbastelt und in dem es keine seiner Frauen und Freundinnen lange aushält. Sie treffen sich im unerschöpflichen Kramladen des Chinesen Lee Chong, um auf Pump einzukaufen, in den Kneipen rund um die Fischkonservenfabriken, in Doras Etablissement und im Laboratorium des einsiedlerisch lebenden Meeresbiologen »Doc«, den sie eines Tages mit einer grandiosen Party überraschen. Und das alles spielt sich unter den misstrauischen Blicken der ordentlichen Bürger von Monterey ab ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Zeitlos! 5 von 5 Punkten John Steinbecks -Cannery Row- ist eine dieser zeitlosen Erzählungen, die man, einmal gelesen, nie wieder vergisst. Dabei bedeutet zeitlos in diesem Fall zweierlei: Die Geschichte aus den 40er Jahren hat nichts an Aktualität verloren. Die handelnden Personen schlagen sich mit den gleichen Problemen herum, wie die lieben Erdenbürger heute. Andererseits wird dieses Buch auch noch in Hundert Jahren gelesen werden. Die Charaktere sind einzigartig und Steinbecks Formulierungen einfach zu gut, als das man -Die Straße der Ölsardinen- jemals vergessen würde.
Monterey, ein kalifornisches Fischerstädtchen, zu Beginn des letzten Jahrhunderts. In der Cannery Row leben seltsame, wie einzigartige Menschen. Das Universum der Straße besteht aus Lee Chongs Laden, Mack und seiner Bande, die Im Palace wohnen, Doras Freudenhaus und Docs biologischem Institut. So verschieden diese Menschen sind, so eng und untrennbar verbindet sie das Schicksal miteinander. Steinbeck schildert in skurilen Szenen wie sich die Menschen der Cannery Row durchs Leben schlagen. Ohne erhobenen Zeigefinger aber mit einem Zwinkern im Auge und einem Humor, der unendlich viel Menschlichkeit beinhaltet, bringt er uns die Bewohner der Staße nahe.
Steinbecks Erzählstil ist grandios. Jeder Charakter erscheint scharf umrissen vor unserem inneren Auge. Dazu gibt es Geschichten über Leid und Glück, Gewinner und Verlierer. Docs Station ist der Mittelpunkt dieser eigenen Welt, in deren Zentrum das Meer und die Menschen stehen.
Zum Schluss: Das Taschenbuch ist für einen günstigen Preis zu haben. Es hat den Vorteil, das man es problemlos überall mit hinnehmen kann. Denn: Wer sich einmal in die Cannery Row begibt, der will sie so schnell nicht wieder verlassen. Probieren sie es aus.
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Über den Fluß und in die Wälder Ernest Hemingway Taschenbuch, Oktober 1996 Verkaufsrang: 5188 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. Wie in seinem berühmten Roman 'In einem anderen Land' greift der amerikanische Nobelpreisträger auch hier das Thema Krieg und Italien; Liebe und Tod auf. Sein Oberst Cantwell ist zwar den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges entronnen, aber er ist gezeichnet. Im kahlen und harten Licht des winterlichen Venedig erfüllt sich ein männliches Schicksal.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Einer der besten Hemingways überhaupt !!! 5 von 5 Punkten Ein Hemingway, vielleicht der sensibelste überhaupt. Mädchen liebt alten Mann. Mit lakonischer Disziplin wird erzählt, wie zärtlich und schön die Zeit des Abschieds sein kann. Zugleich jedoch auch ein Sittengemälde scheinbar desillusionierender Einsichten in das, was uns leise lächelnd das Leben immer weiter ertragen läßt. Am Schluß dann aber doch mit Hoffnung. Oder nicht?
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So zärtlich war Suleyken: Masurische Geschichten Siegfried Lenz Sondereinband, 1. Januar 1960 Verkaufsrang: 29574 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Diese Geschichten sind kleine Erkundungen der masurischen Seele und zwinkernde Liebeserklärungen an mein Land - eine Huldigung an die Leute von Masuren ..." (Siegfried Lenz)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Ein literarisches Panorama vom Wiederaufleben masurischer Lebensart in unvergesslichen Bildern 5 von 5 Punkten Siegfried Lenz gehört zu den ganz großen Erzählern der deutschen Nachkriegsliteratur. Aber nicht nur sein Buch "Deutschstunde" oder "Heimatmuseum" gehören zu seinen ganz großen und wichtigsten Werken, die den Leser in seine alte, deutsche Heimat Masuren in ausgezeichneten sprachlichen Bildern entführen, sondern ganz besonders dieses eine, kleine, fast unscheinbare Werk "So zärtlich war Suleyken", in dem er die Landschaft und Menschen dieses früheren deutschen Ostens wieder auferstehen lässt, sie in der direkten Rede in ihrer Mundart zum Leben erweckt und ihre kautzige und schrullig-verquere Denkungs- und Lebensart noch einmal auferstehen lässt.
Siegfried Lenz ist gerade mit diesem Buch kurzer Erzählungen ein unvergessliches Panorama seiner alten Heimat Ostpreußen gelungen, das längst Teil der Weltliteratur geworden ist, einer viele Jahrhunderte währenden Kultur, die längst verschollen scheint. Lenz gebührt daher für dieses Buch größter Dank und Anerkennung. Denn er gehört für mich mit dieser eher der Seitenzahl nach dünn geratenen, aber dennoch überaus gelungenen literarischen Kostbarkeit zu den ganz großen der deutschen und der Weltliteratur. Dieses Buch muss man gelesen haben!
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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Fuck Machine Charles Bukowski Taschenbuch, Juli 2003 Verkaufsrang: 14304 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Erzählungen des Poeten, der von ganz unten kam, sind aggressiv, grausam und obszön, aber auch außerordentlich witzig. Sie schildern brutal realistisch die Kehrseite des amerikanischen Traums, so wie er sich in Amerikas Slums, Absteigen, Bars, Hurenhäusern und Schlachthöfen abspielt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Bukowski's the best - forget the rest! 5 von 5 Punkten Mein Gott, was soll man über Bukowski noch schreiben? Man liebt ihn oder man haßt ihn, gleichgültig ist er wohl keinem. Ich liebe ihn, ich liebe ihn seit Jahren, und ich nehme immer wieder gern eines seiner Werke in die Hand. Ob Gedichtesammlung oder Romane, ganz gleich, das ist Stoff für die Seele, nicht verlogen und weinerlich, nein, hart und kompromißlos und doch auch zärtlich. Wünschte, es gäbe mehr Autoren wie er - aber leider seh ich da weit und breit keinen Meister. Nur der Roman "No ilore - Weine nicht" von Andre Pilz hat mich an Charles' Glanz erinnert.
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Tonio Kröger / Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis Thomas Mann Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 15385 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Tonio Kröger", eine "Prosa-Ballade", und "Mario und der Zauberer", "eine stark ins Politische hinüberspielende Geschichte" - zwei gegensätzliche Erzählungen, in denen Thomas Mann seine "Kunst des psychologischen Realismus zur Meisterschaft gesteigert" hat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Von einem verirrten Bürger 5 von 5 Punkten Tonio Kröger; eine Erzählung über den ewigen Konflikt, die ewige Zerrissenheit des (wahren) Künstlers - des verirrten Bürgers - zwischen künstlerischem und bürgerlichem Sein - geschrieben von einem solchen für solche und all die, denen daran gelegen ist, den Künstler - der Künstlerbegriff Manns ist weit gefasst - besser zu verstehen. Insbesondere der große Monolog des Tonio Kröger und dessen Brief an die Freundin Lisaweta wird den, der Künstler ist, tief berühren, ja mehr noch, er wird sich voller Erstaunen gespiegelt finden - und spätestens jetzt innig empfinden und wissen: Ich bin nicht allein und es ist gut so, wie ich bin.
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Stiller Max Frisch Taschenbuch, Januar 1973 Verkaufsrang: 2037 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bei der Einreise in die Schweiz wird Mr. White festgenommen, weil er für die Grenzpolizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde, sein Bruder, seine Frau Julika und der Staatsanwalt bestätigen in Aussagen und gemeinsamen Erinnerungen diesen Verdacht. Die Aufzeichnungen des Mr. White in der Untersuchungshaft aber wehren sich gegen diese Festlegung mit der Behauptung: »Ich bin nicht Stiller!« In immer neuen Erzählungen will er dieser Fixierung entgehen, weil ihm diese Identität fragwürdig geworden ist und weil er sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein, erhalten will. - »Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt. Anders gesagt: an Stelle des Ichs tritt ein fingiertes Ich, und das Ich wird ein Objekt. Romantechnisch gesehen: das Ich wird ein Kriminalfall. Einfacher ausgedrückt: Frisch hat sich durch diese Form, die gleichzeitig Handlung, gleichzeitig Problematik ist, in einen anderen verwandelt, der nun erzählt, nicht von Stiller zuerst, sondern von sich, von White eben, für den Stiller der andere ist, für den er sich nun zu interessieren beginnt und dem er nachforscht, weil man doch ständig behauptet, er sei mit ihm identisch. Gerade durch diese Romanform wird so Selbstdarstellung möglich, gesetzt -, der Leser mache auch mit, spiele mit. Ohne Mitmachen ist der Stiller weder zu lesen noch zu begreifen.« Friedrich Dürrenmatt
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)
Literaturgeschichte in 448 Seiten 5 von 5 Punkten Ich habe schon einige Bücher gelesen, unter anderem Bücher, die ganze Epochen und Generationen prägten, wie "Der Fänger im Roggen", aber ich glaube, ein Buch, wie "Stiller" gibt es sonst nirgendwo. Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil mein Lieblingsschauspieler, Matthias Schweighöfer, dieses Buch einmal sein "absolutes Lieblingsbuch" genannt hat- also war ich interessiert. Und siehe da! Ich liebte es, schon die ersten Zeilen machten es deutlich, dass dieses Buch eines dieser ist, die dein Leben in zwei Hälften schneiden können- dein Leben bevor du dieses Buch gelesen hast und dein Leben, nachdem du es gelesen hast.
Solche Bücher sind selten, und auch ebenso selten wirklich gut. Max Frisch hat ein Meisterwerk geschrieben, dass ich jedem, aber wirklich jedem, egal welches Classement Sie bevorzugen, empfehlen kann- sie sogar innigst darum bitte- zu lesen.
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Die Erzählungen Siegfried Lenz Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 12593 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Erstmals in einem Band: sämtliche Erzählungen auf 1536 Seiten. Darin sind nicht nur die berühmten Erzählungen wie »So zärtlich war Suleyken« , »Das Feuerschiff«, »Kriegsende« oder »Zaungast« enthalten, sondern auch über 50 bisher in Buchform unveröffentlichte: aus dem eigenen Archiv, aus den Archiven der Welt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Zeit und des Norddeutschen Rundfunks u. v. m.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Bereicherung der deutschen Literaturgeschichte 5 von 5 Punkten Siegfried Lenz - seine Vielfalt und sein Werk hier in den Erzählungen. 150 Stück auf über 1500 Seiten bereiten eine Einsicht in seine erzählende Entwicklung und geben Zeugnis seines Schaffens. Die bekannten Erzählungen, wie z.B. "So zärlich war Suleyken" fehlt so wenig wie der "Zaungast", der wir Leser nun auch gerne sind. Ein wunderbar gebundenes Buch mit Lesebändchen ist ein Zeichen der Wertschätzung an Lenz zu seinem 80. Geburtstag.
Lenz zählt zu den grossen deutschen Dichtern und Literaten und der Verlag dokumentiert und bereichert auf einzigartige Weise mit dieser Zusammenstellung die deutsche Literaturgeschichte.
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Das Versprechen: Requiem auf den Kriminalroman Friedrich Dürrenmatt Taschenbuch, 1978 Verkaufsrang: 4286 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es geschah am hellichten Tag ...Eigentlich sollte sich Kommissar Matthai, der auf der Höhe seiner Karriere angelangt ist, zum Flug nach Jordanien fertignachen, um dort ein ehrenvolles Amt zu übernehmen. Da erreicht ihn ein Anruf aus Mägendorf, einem kleinen Ort bei Zürich. Ein ihm unbekannter Hausierer teilt ihm mit, er habe im Wald die Leiche eines grausam verstümmelten Mädchens gefunden. Obwohl Matthais Abflug kurz bevor steht, fährt er nach Mägendorf und verspricht den Eltern des Kindes nicht zu rasten, bis er den Täter entlarvt hat. Dürrenmatt geht es um das Verbrechen an sich, um die verbrecherische Anlage als klinisch-sozilogisches Problem, das keineswegs nur kleinbürgerlich-hintertreppige Früchte zu zeitigen braucht.Die Tat, Zürich
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
"Das Versprechen" - eine einmalige Lektüre 5 von 5 Punkten Requiem auf einen Kriminalroman lautet der Untertitel von Dürrenmatts Roman Das Versprechen. Nicht umsonst hält der Schweizer Autor sein Werk für tödlich, es ist eine Kritik an dem klassischen Kriminalroman. Tatsächlich könnte man das Buch als eine neue Romangattung bezeichnen, in welcher der Detektiv es nicht schafft den Fall zu lösen, in dem Zufälle eine große Rolle spielen und der Held zugrunde geht.
Dürrenmatt baut seinen Roman so auf, dass er in der Rahmenerzählung einem Dr.H. das Wort gibt, der erst die fiktiven Kriminalgeschichten kritisiert, dann eine Geschichte, die Binnenerzählung, zu erzählen beginnt.
Seine Geschichte handelt von einem geradezu vollkommenen Detektiv, der hartnäckig auf der Suche nach einem Mörder ist, welcher jedoch bei einem Unfall bereits verstorben ist. Doch bis dies zufällig ans Licht kommt, ist der erfolglose, immer noch suchende Ermittler bereits verrückt geworden und krankhaft gestört.
Ob Dürrenmatt mit seinem neuen Kriminalroman die klassische Happy-End-Gattung zu Grabe tragen konnte, bleibt zu bezweifeln, denn es ist ein nur allzu menschliches Bedürfnis, dass das Verbrechen der Gerechtigkeit wegen aufgeklärt und der Täter bestraft wird, ganz nach dem frommen Motto, das Verbrechen lohne sich nicht...
Nichtsdestotrotz ist das Buch eine einmalige Lektüre, geprägt von neuen Ideen, tragischer Spannung und dennoch nicht unrealistisch.
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Wo warst du Adam? Heinrich Böll Sondereinband, 1972 Verkaufsrang: 12234 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur Buchhandelslehre, 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders; seit 1950 freier Schriftsteller in Köln; für sein Werk erhielt er u.a. 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Wo warst du Adam? - Ich war im Krieg! 5 von 5 Punkten Noch nie habe ich ein Buch gelesen, welches den (zweiten Welt-)Krieg so detailliert und so greifbar beschreibt, ihn dabei so furchterregend und vor allem so sinnlos erscheinen lässt. Wahnsinn....
Es ist das Erstlingswerk Heinrich Bölls, der ohnehin zu meinen persönlichen Lieblingen gehört und irgendwie hatte ich als Leser das Gefühl, jede einzelne Granate explodieren zu hören, jeden noch so winzigen Spritzer Blut, von dem Böll schreibt, sehen zu können...
Es ist im Prinzip eine Aufreihung von verschiedenen Kriegsgeschichten, die alle mehr oder weniger miteinander verbunden sind, aber im Prinzip auch getrennt voneinander zu lesen sind, was mir es jetzt schwer macht, es irgendwie anschaulich zu beschreiben, ohne die Pointen vorwegzunehmen, wesehalb ich mich auch auf ein oder zwei dieser kurzen Geschichten beschränke:
Zum einen wäre da die Brücke (die wird auch im Klappentext als Beispiel hergenommen), die im Krieg gesprengt wurde, die dann nach einer ganzen Weile plötzlich wieder neu aufgebaut werden sollte. Böll beschreibt detailliert die Einzelheiten während des Brückenbaus, während den Tagen, bis die Brücker endlich fertig ist, die vom restlichen Ort abgeschnittenen Bewohner eines kleinen ungarischen Weilers wieder mit diesem verbindet. Und dann, just an dem Tag, an dem die Brücke fertig ist, hört man, wie die Russen im Anmarsch sind, eben auf diese Brücke und paff, keinen Tag steht sie und wird wieder gesprengt...
Im Klappentext steht zu dieser Sache: Was kann die Sinnlosigkeit des Krieges besser verdeutlichen als die Sprenung dieser Brücke? (nicht wörtlich, aber sinngemäß)
Die andere Sache, die, die mich persönlich am meisten mitgenommen hat, spielt sich in einem KZ ab, dessen Vorsteher einen seltsamen Hang zur Musik hat und daher jeden Juden bei Einweisung singen lässt und dann, je nach Gesangsqualitäten, sofort hinrichten lässt oder ihnen eine Schonfrist zu geben, die er dann im "Lagerchor" zu verbringen hat. So lange, bis plötzlich eine junge Musiklehrerin vor ihm steht und anfängt zu singen, so schön, wie er noch nie wen hat singen hören, ein katholisches Kirchenlied...
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, der Krieg war eine furchtbare Sache und "Wo warst du, Adam?" trägt sicher dazu bei, dass wer dieses Buch gelesen hat, den Krieg niemals vergessen kann... auch wenn er ihn nie selbst miterlebt hat!
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Der Ruf der Wildnis Jack London Taschenbuch, Februar 2000 Verkaufsrang: 14607 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die ersten vier Jahre seines Lebens verbringt Buck, eine Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund, noch in zivilisierter Umgebung auf einer Farm in Kalifornien. Doch eines Tages wird er seinem Herrn gestohlen. Es ist die Zeit des Goldrausches, und Buck landet als Schlittenhund in Alaska. Rasch erkennt er, daß hier andere Gesetze gelten als im Süden. Entschlossen nimmt er den Kampf ums Überleben auf. Die Neuausgabe von Jack Londons populärem Abenteuer-Klassiker von 1903...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
eines meiner Lieblingsbücher! 5 von 5 Punkten Die Geschichte ist einfach einzigartig!
Meiner Meinung nach macht besonders die Erzählperspektive aus der Sicht des Hundes die Besonderheit dieses Buches aus; sie läßt den Leser in die ganze Gefühlswelt des Buck eintauchen, seinen unbändigen Überlebenswillen spüren und bis zum Ende mit ihm mitzittern.
Ein wunderbares Buch über die Erlebnisse des besten Freundes des Menschen- spannend bis zur letzten Seite. Unbedingt empfehlenswert!
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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil Thomas Mann Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 5321 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung - und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 25 Bewertungen)
Schön! 5 von 5 Punkten Schön, dass der schwere deutsche nachdenkliche Thomas Mann gegen Ende seines Lebens noch jene schöne Leichtigkeit erkannte, die das Leben so unerträglich macht.
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Der Steppenwolf Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, Februar 2005 Verkaufsrang: 5157 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In gleicher Ausstattung wie die bereits erschienenen Sonderausgaben "Das Glasperlenspiel", "Unterm Rad" und "Siddhartha" liegt nun auch Hesses einflußreichster Roman "Der Steppenwolf" vor. Die Ausgabe enthält in einem Anhang erstmals den kompletten Zyklus der Krisis-Gedichte, einem lyrischen Tagebuch der Jahre 1925 bis 1926, aus dem dieses internationale Kultbuch vieler Generationen hervorgegangen ist. Darüber hinaus bringt sie die wichtigsten Texte zur Entstehung des Buches mit einem Nachwort von Volker Michels.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Top 5 von 5 Punkten Das buch mag für die heutige zeit schwer zu lesen sein. Ich fande es sehr anstrengend. Doch die ersten 100 Seiten lass ich in gefühlten 10 Minuten es hat mich mitgerissen und beschreibt echt wie es vielen Menschen mal im leben geht.
Dieses Buch gehört nicht umsonst zu eins der besten Bücher in der Deutschen literatur geschichte. Inhaltlich tiefgründig und erfrischend.
Das einzige was mich persönlich stört ist es das es am ende etwas veriwrrend wird. Aber dennoch ist das ein Buch was man im Leben mal gelesen haben sollte.
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Sämtliche Werke Franz Kafka Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 3614 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Jugendlicher, der sich in einem hyperrealistisch-phantastischen "Amerika" durchschlagen muß; ein Bankangestellter, der sich in einen unerbittlichen "Prozeß" verwickeln läßt; ein Landvermesser, der auf seinem Weg ins Schloß nicht nur im Schnee einer magischen Landschaft steckenbleibt: In seinen Romanen genauso wie in seinen Erzählungen und Aphorismen, die hier neben unbekannteren Texten komplett abgedruckt werden, hat Franz Kafka die Physiognomie des 20. Jahrhunderts entworfen. So kompakt wie in diesem Buch wurde Kafkas Welt noch nie präsentiert: Von der "Beschreibung eines Kampfes" über das "Urteil", die "Verwandlung" und den "Brief an den Vater" bis zu den Erzählungen des "Hungerkünstler"-Bandes enthält dieses Buch das Gesamtwerk eines Autors, der die literarische Moderne geprägt hat wie kein anderer.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Die Jubiläumsausgabe 5 von 5 Punkten Der Prozeß: "Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet"
Amerika: "Da entfaltet sich eine Komik, deren Rang nur im Blick auf Falstaff, Don Quichote und die Walpurgisnächte zu bestimmen ist", FAZ
Das Schloß, Ein Landarzt, Ein Hungerkünstler, Ein Bericht für eine Akademie, In der Strafkolonie,
Die Verwandlung: "Eine ausnehmend ekle Geschichte - ekelhaft ist sie grenzenlos", Kafka an Felice Bauer,
Das Urteil: für Kafka "von allen Erzählungen die liebste",
Brief an den Vater: "Wer immer sich mit Kafka beschäftigt, greift auf diesen Brief zurück", Reich-Ranicki,
Der Kübelreiter, Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse, dann: Zum Nachdenken für Herrenreiter, Wunsch, Indianer zu werden u. w.
"Franz Kafka ist der Dichter, der unser Jahrhundert am reinsten ausdrückt." Elias Canetti. "Er schreibt die klarste und schönste Prosa, die zur Zeit in deutscher Sprache geschaffen wird." Kurt Tucholsky. "Der Realismus seiner Bilder übersteigt ständig die Vorstellungskraft." André Gide. "Er ist für mich der einzige, dem ich immer glauben kann" George Tabori. "Kafkas deutsche Prosa ist klar und durchsichtig wie keine andere." George Steiner, Die Zeit
"Komik ist das große Tabu in der Kafka-Rezeption. Das Gelächter auf das die vielen Seiten zielen, hat sich die akademische Leserschaft bis heute verboten." Peter von Matt, FAZ
"So wie Kafka hatte noch nie einer geschrieben. So wie Kafka wollten nach ihm viele schreiben. Die Opfer des Terrors lasen ihn als Trost. Die Täter hassten ihn. Im Ostblock war er lange verboten. Heute sehen wir, dass die Möglichkeiten, ihn richtig aufzufassen und zugleich misszuverstehen, unendlich sind." Ulrich Greiner, Die Zeit
Und 2008 wird Kafka zum 125sten als Humorist, Satiriker entdeckt, ein Tabu-Bruch? Überzeugen Sie sich selbst. Unter der Liste: Kafka - 125 Jahre stehen einige Rezensionen und Besprechungen bereit. |
Der Zauberberg Thomas Mann Gebundene Ausgabe, August 2003 Verkaufsrang: 22072 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wenn irgendwann einmal ein Preis für den besten Buchtitel vergeben werden sollte, würde für mich Thomas Manns Zauberberg ganz oben auf die Liste gehören. Noch bevor ich das Buch gelesen hatte, weckte schon das Wort Neugier auf eine magische Welt. Nun, wer den Zauberberg kennt, weiß, daß dies kein Buch von fremden Feenwelten ist, und doch waltet hier eindeutig Magie. Die erste magische Leistung besteht darin, eine Handlung, die in einem Satz zusammengefaßt werden kann, auf 1.000 Seiten zu packen: Der junge Hamburger Hans Castorp, Sproß einer Patrizierfamilie lebt bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs sieben Jahre in einem Schweizer Luxussanatorium für Lungenkranke, ohne selbst krank zu sein. Die zweite magische Leistung ist Thomas Manns Sprache, die auch in tausend Jahren nichts von ihrer Kraft verloren haben wird. Die dritte magische Leistung ist die Behandlung der Figuren, die alle mehr mehr sind als bloße Protagonisten. Sie sind Exponate ihrer Zeit, jede für sich repräsentiert einen Teil geistigen Lebens in einer Ära, deren Ende sich vollzog während Thomas Mann am Zauberberg saß und schrieb. Die vierte magische Leistung schließlich, die zauberbergigste vielleicht, ist das Spiel mit dem Leser. Oder besser: das Spiel mit der Geschwindigkeit des Lesers. Thomas Mann erreicht, daß dem Leser zehn Minuten Lesen wie eine halbe Stunde Lesen vorkommen, und zwar genau dann, wenn Hans Castorp denkt, er habe eine halbe Stunde geträumt. Wie sich herausstellt, waren es zehn Minuten. Elf Jahre hat Thomas Mann an dem Buch geschrieben, das doch eigentlich nur eine Weiterführung des Themas aus Tod in Venedig sein sollte. Es wurde einer der meist gelesenen deutschen Romane. Zu recht. --Bettina Albert
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 66 Bewertungen)
Großartig 5 von 5 Punkten Eine Kurzrezension zu Thomas Manns "Zauberberg" zu schreiben, ist in jeder Hinsicht ein heikles Unterfangen. Denn wie einen 1000-Seiten-Roman, an dem der Autor ganze 12 Jahre (!) geschrieben hat, nämlich von 1912 bis 1924, in wenigen Zeilen zusammenfassen?
Das Hauptaugenmerk dieser Rezension werde ich aus diesem Grund auf ein Phänomen richten, das Leser mit Angst vor umfangreichen Büchern dazu animieren möge, sich der Lektüre dieses literarisch so wichtigen Buches zu widmen. Es sei gleich gesagt, daß mit der folgenden Umschreibung des Zeitaspektes nur ein winziger Teil verraten sei; die Komposition und die Architektur dieses Romans machen den Text zu einem dialogischen Meisterwerk.
"Der Zauberberg", inzwischen in fast jedem seriösen Literaturkanon zu finden, wird in mehrfacher Hinsicht ein Zeitroman genannt. Zum einen, weil der Held, Hans Castorp aus Hamburg, auf jenem Zauberberg mit den Tücken der Zeit konfrontiert wird. Insgesamt sieben Jahre dauert seine "Kur" dort. - Die ersten Monate vergehen recht langsam, jeder Tag ist gewichtig und bedeutungsvoll. Doch nach einem Jahr kann Castorp kaum fassen, wie schnell die letzten 365 Tage verstrichen sind. Die Zeit vergeht ihm immer schneller, und nur einzelne Ereignisse werden ihm lang. Hastdusnichtgesehen sind die sieben Jahre plötzlich vorbei. Doch nicht nur, weil das Phänomen der "Zeitverflugsgeschwindigkeit" eines der großen Themen dieses Textes ist, wird er ein Zeitroman genannt. Hinzu kommt, daß die Form des Textes mit seinem Inhalt harmoniert derart, daß auch dem Leser die Zeit nach und nach schneller vergeht. Der Erzähler weiß darum; er kommuniziert gar mit dem Leser darüber. Mehr noch: Die Darstellung der Zeiträume wird nach und nach kleiner, da sowohl Castorp als auch dem Leser die Zeit schneller vergeht, während die Kapitel immer länger und länger werden. Diese - ich möchte fast sagen: magische Komposition macht den Reiz des Lesens aus, ist aber, wie bereits angedeutet, eher Träger der großen Inhalte, die an dieser Stelle noch nocht verraten seien.
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Mein Name sei Gantenbein Max Frisch Broschiert, Januar 2008 Verkaufsrang: 11040 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Max Frisch hat in seinem dritten großen Roman Mein Name sei Gantenbein (1964) sein zentrales Thema, das Problem der Identität, die Spannung des Ichs zum anderen, nicht verlassen. Radikaler erfaßt, entfaltet es sich heiterer, reicher als bisher. Der Komplexität des Themas entspricht die Form. Der Roman spiegelt die Verschiebung von Realität und Phantasie im Bannkreis einer Situation, die die erprobte Rolle eines Menschen in Frage stellt, sein Ich freilegt. Die Geschichten des Buches sind nicht Geschichten im üblichen Sinn, es sind Geschichten wie Kleider, die man probiert. Es sind Rollen, Lebensrollen, Lebensmuster, die die Wirklichkeit erraten haben.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
Wer bin ich, und wenn ja, wieviele? 5 von 5 Punkten Frisch mag bekannter sein durch sein konventionelleres "Biedermann und die Brandstifter". In "Mein Name sei Gantenbein" spielt er hingegen virtuos mit Rollen und Personen auf der Meta-Ebene.
Ist ein imaginiertes Leben denkbar - ist der Mensch gar Meister seiner selbst, frei entscheidender Erzähler seines Lebens? Gewisse Lifestyle-Bücher mögen es in teils amerikanischer Manier einfach behaupten; Max Frisch macht die Probe aufs Exempel. Gantenbein ist nur eine der Identitäten des Autors. Blind ist er scheinbar, um die anderen besser zu beobachten. Die Handlung verdient den Namen kaum; komplex geht es zu, doch zieht Frisch den Leser immer mehr in den Bann.
Lesen und genießen, das Nachdenken kommt automatisch.
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Früchte des Zorns John Steinbeck Taschenbuch, Januar 1985 Verkaufsrang: 31534 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Ein Roman, der so dicht und dabei so schrecklich ist, daß man vor der unmenschlichen Dimension des steinbeckschen Werks erschaudert.« Stuttgarter Zeitung Verarmte Landarbeiter finden in Oklahoma kein Auskommen mehr. Da hören sie vom gelobten Land Kalifornien und machen sich durch Hitze und Staub auf den Weg. Doch auch hier erfahren sie die Macht und Unterdrückung durch die Großgrundbesitzer. John Steinbeck hat mit diesem Buch seinen literarischen Ruhm begründet. Das Echo in Amerika war bei der Veröffentlichung gewaltig: Gegenschriften wurden verfasst, Politiker und Erzbischöfe verdammten es, der Autor wurde als Volksverhetzer und Klassenkämpfer verurteilt - und als Stimme der Unterdrückten und Ausgebeuteten gefeiert. Sein Roman, der auf ausführlichen Recherchen beruhte, wurde zur Basis von soziologischen Untersuchungen und diente als Vorlage für den gleichnamigen Film von John Ford. 1940 erhielt Steinbeck den Pulitzer-Preis, 1962 den Nobelpreis für Literatur. Bitte beachten Sie auch unser Special zum 100. Geburtstag von John Steinbeck unter john-steinbeck.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 26 Bewertungen)
Anklageschrift mit Weltruhm 5 von 5 Punkten Die USA der 1930er Jahre. Das Land befindet sich in der Großen Depression, jeder vierte Amerikaner ist arbeitslos. Im Mittleren Westen ist seit Jahren kein Regen mehr gefallen, die Felder sind zu Staub geworden. Hunderttausende Farmer ziehen in der Hoffnung auf Arbeit in das gelobte Land Kalifornien und finden dort kein Paradies vor, sondern eine kapitalistische Hölle der Ausbeutung und Erniedrigung. Mit geradezu biblischer Wucht erzählt John Steinbeck in seinem berühmtesten Roman vom Schicksal der Familie Joad, von der übermenschlichen Anstrengung ihrer Reise und der erbarmungslosen Profitgier der kalifornischen Plantagenbesitzer. Früchte des Zorns schlug hohe Wellen: Konservative Politiker und Wirtschaftsvertreter erreichten ein Verbot des Buches und beschimpften den Autor als verwirrten Kommunisten. Die Leser sahen das ganz anders: Die Nachfrage nach dem Roman war so gewaltig, dass der Buchhandel im ersten Jahr nach der Veröffentlichung ständig Lieferprobleme hatte. Inzwischen sind weit über zehn Millionen Exemplare verkauft worden. Kein Zweifel: Früchte des Zorns ist und bleibt ein atemberaubendes Leseerlebnis.
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Tauben im Gras Wolfgang Koeppen Taschenbuch, September 2004 Verkaufsrang: 5928 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Tauben im Gras", 1951 erstmals erschienen, ist der erste Roman jener "Trilogie des Scheiterns", mit der Wolfgang Koeppen eine erste kritische Bestandsaufnahme der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland gab. Mit Vehemenz und unerbittlicher Schärfe analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben und die schließlich in den fünfziger Jahren die Restauration der überkommenen Verhältnisse protegierten. Dabei ist das literarische Verfahren von "Tauben im Gras" ein kaleidoskopartiges: Der ganze Roman schildert Gestalten und Vorgänge eines einzigen Tages im München des Jahres 1949. Mit einer Fülle genauer atmospärischer Details zeichnet Koeppen den Nachkriegsalltag dieser Stadt, die sein Protagonist, der verhinderte Schriftsteller Philipp, wie ein Schlachtfeld erlebt, wie ein undurchdringliches "Pandämonium".
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Der deutsche Nachkriegsroman schlechthin 5 von 5 Punkten Wolfgang Koeppen hat uns nicht besonders viele Bücher hinterlassen. Am berühmtesten ist dieser erste Roman der "Trilogie des Scheiterns", wie sie vom Verlag genannt wurde. "Tauben im Gras" ist vor allem ein Stilexperiment, ein Roman, bei dem Ästhetik und Form mindestens genauso wichtig sind wie der Inhalt. Der Erzähler schildert einen Tag in der Stadt München und lässt den Leser an den Gedanken und Gefühlen von rund 30 Figuren teilhaben. Koeppens Pandämonium hat eine Menge zu bieten: schreibblockierte Poeten, fanatisch religiöse Kindermädchen, eine sexbesessene Schauspielerfrau, einen schwarzen US-Soldaten, der mit einer Deutschen um das Leben des gemeinsamen Kindes kämpft, kleine Dienstleute, alte Nazis, verbohrte Spießer, einen wütenden Mob, einen Nachkriegsfilmstar und eine Rasselbande ehemaliger NS-Pimpfe. Koeppen montiert den Bewusstseinsstrom einer ganzen Metropole mit Reklamesprüchen und Schlagzeilen zusammen. Es ist nicht immer leicht, der Handlung zu folgen; in jedem Fall aber bietet "Tauben im Gras" einen atmosphärisch dichten Blick auf die Straßen und in die Köpfe der Menschen im Nachkriegsdeutschland.
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Eigensinn macht Spaß: Individuation und Anpassung Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, März 2000 Verkaufsrang: 57477 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
meine eigensinnige Meinung 5 von 5 Punkten Hermann Hesse - welch ein genialer Kopf! In diesem Büchlein gibt es kurze Essays und Auszüge aus anderen Geschichten zu lesen, die den Eigensinn zum Thema haben. Und in jeder propagiert Hesse, steh zu Deinem Eigensinn, wenn Du ihn gefunden hast, denn das ist die Voraussetzung: sei Du selbst!
Leicht gesagt, doch schwierig zu leben. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man bereits auf dem Weg zu sich selbst ist, wenn man bereits eine Ahnung hat, worauf es ankommt im Leben. Die großen Denker unserer und vergangener Zeiten fordern alle dasselbe: sei Du selbst, entdecke die Kraft in Dir, steh zu Deinem - ja, Eigensinn.
Rückzug in die Einsamkeit, Loslassen, nicht Anhaften sind Forderungen, die so gar nicht in die heutige Zeit passen wollen. Gleichwohl leben wir in dieser Welt, müssen unser Leben im Hier und Jetzt bestreiten mit allem, was dazu gehört. Daraus entsteht der Lebenskampf, wie Hesse sagt, das Zerren in diese gegensätzlichen Richtungen, das immer wieder ein Ausbalancieren der eigenen Position erfordert, aber nie unsere Lebenskraft völlig erschöpfen soll.
Hesse gelingt es, seine Gedanken wundervoll, so klar und strukturiert in Worte zu fassen, so dass man sagen möchte, genau so habe ich es immer empfunden.
Eines wird auch schnell klar: keine von Hesses Aussagen ist überflüssig oder unwichtig geworden, sondern jede hat nach wie vor, vielleicht auch mehr denn je Gültigkeit.
Gestern und heute 4 von 5 Punkten Ein Buch, dass meiner Meinung nach sehr empfehlenswert ist, wenn man Hesse und seine Schreibweise mag. Ich war überrascht, wie wenig sich die Gesellschaft und ihre Richtlinien doch verändert hat. Ich selbst habe oftmals lächeln müssen, weil mir einige Situationen sehr vertraut waren und bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht allein diese Meinung teile.
Auf den Punkt gebracht. oder: Genialität in Buchform 5 von 5 Punkten Hesse`s Theorien sind keineswegs neu, jedoch hatte ich das Gefühl, endlich einmal das, was ich schon seit Jahren versuche zu leben und wofür ich auch gerne bereit bin, einzustehen, in schriftlicher Form vorzufinden. Endlich mal einer, der das alles in Worte packt. Endlich einer, der Individualität nicht einfach ungefragt mit der Form des Egoismus gleichsetzt, die immer einen negativen Beigeschmack hat. Einer, der aufrüttelt, in dem man sich wiederfindet. Hesse propagiert ja nicht Revolution gegen alles und jedes, aber er will den Mut in jedem einzelnen von uns wecken, zu sich selbst und seinen Idealen zu stehen, auch wenn man vielleicht manchmal den Eindruck hat, daß eben gerade diese Züge auf alles andere als Gegenliebe stoßen.Unbedingt empfehlenswert für jeden, der die Bereitschaft mitbringt, sich mit derartigen Gedanken auseinanderzusetzen. Eine schöne Bereicherung für denjenigen, der vielleicht schon andere Werke dieses Autors, ich erinnere hier nur an "Demian", für sich entdeckt hat.
Ein Titel, der Mut macht 5 von 5 Punkten Eigensinn macht Spaß ist ein Buch, daß Mut macht zu seinen eigenen Ideen zu stehen, auch wenn die Welt einem das Gefühl gibt sie sind falsch. Hesse schreibt über seine eigene Kindheit und Erfahrungen, die für mich sehr tröstlich waren, weil ich merkte, daß ich nicht allein bin mit meinen Erfahrungen, was den Eigensinn betrifft. " Alle Dinge, die man gegen inneres Wissen tut, anderen zuliebe, sind nicht gut und müssen früher oder später teuer bezahlt werden" schreibt Hesse sehr treffend. Und ich denke jeder sollte sich ein wenig Eigensinn gönnen und damit die Welt etwas besser zu machen, oder wenigstens zu verändern. |
Traumnovelle Arthur Schnitzler Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 5945 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Geschichte einer Ehe in faszinierenden und beklemmenden Bildern: Nach den unheimlichen erotischen Erlebnissen einer Nacht, seinen in einer traumhaften Wirklichkeit und ihren im Traum, erkennen beide ihre unerfüllten Wünsche und Begierden und finden einen Weg aus der Krise. Faszinierend schildert Arthur Schnitzler das parallele, stark erotisch bestimmte Erleben des Paares Fridolin und Albertine. Er ließ sich auf mysteriöse Weise in eine orgiastische Gesellschaft führen - sie ist in die Erregung eines unvergleichbaren Traumes geglitten. Die Fremde, die Fridolin in dieser leidenschaftlichen Nacht kennenlernt, opfert sich für ihn, weil in dieser bacchantischen Runde jeder Uneingeweihte zum Tode verurteilt ist. Albertine gibt sich im Traum einem eher zufälligen Bekannten hin und sieht ruhig zu, wie ihr Mann für seine Treue zu ihr sich kreuzigen lässt. Fridolin erkennt, als sie ihm dies erzählt, in der Fremden seine eigene Frau. Das Buch diente als Vorlage für den Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
So geht der Reigen auch nach der Hochzeit weiter 5 von 5 Punkten In einer Zeit, in der die standesgemäße Vernunftehe laut aktueller, demographischer Daten eine unerwartete Renaissance erlebt, werden Geschichten wie diese plötzlich wieder modern. Und so erinnert uns dieses kleine und kurze Buch daran, dass es jenseits der Bildungs-, Einkommens- und Hobbykategorien in den Suchmaschinen für Singles im Internet auch die unkalkulierbare Leidenschaft gibt, die unsere Pläne zunichte macht und die rationalen Ideen von Liebe, Beziehung und Ehe schnell an ihre Grenzen führen kann. Und ganz im Ernst: Das ist gut so.
99 Prozent aller Liebesgeschichten enden mit der Hochzeit, oder zumindest mit dem glücklichen Zusammensein zweier Menschen. Aber frei nach Tucholsky: Nach dem Happy End wird immer abgeblendt, denn dann passiert ja nichts mehr, die Situation ist stabil, und die dann folgende Langweile möchte man dem Leser nicht mehr zumuten, oder? Und soll man nicht den Protagonisten ihr Glück lassen, um das so lange gekämpft werden musste? Nun ja, das ist menschlich, entspricht dem Zeitgeist, ist wohl aber dennoch ein Irrtum. Schnitzler ist da etwas klüger. Der Autor ist vor allem für seinen Reigen berühmt, ein Buch, das eine Folge von Liebesakten zwischen Menschen verschiedener Herkunft erzählt, dabei brillante Charakterstudien bietet und tiefe Einsichten in Leidenschaften und Lügen von Menschen vermittelt. Schnitzlers Traumnovelle wiederum hat ein Film aus der Versenkung gerissen, es ist die Vorlage zu Eyes Wide Shut, dem letzten, umstrittenen, aber wohl doch genialen Film von Stanley Kubrick. Dieser schafft es, die Handlung nicht nur in unsere Zeit zu versetzen, sondern sie auch noch etwas extremer, klarer werden zu lassen. Und so gibt es einige, in der Summe aber doch kleine Änderungen gegenüber dem Buch.
Hier bei Schnitzler werden wenige Tage im Leben eines jüdischen Arztehepaars in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt. Gleich in der ersten Szene führt das Paar einen Dialog über die Leidenschaft, über die erotische Anziehungskraft, die Außenstehende auf das Paar haben. Ein erster, subtiler Höhepunkt: Die Frau gesteht ein, dass sie ihren Mann nicht nur geheiratet, sondern auch gegen alle Konvention ohne Heirat ihre Jungfraulichkeit an ihn verschenkt hätte - wenn er sie, die noch nicht Siebzehnjährige, einfach nur gefragt hätte. Eine wunderschöne Liebeserklärung, und eine wunderbar verdorbene dazu. Und auch die folgende Szene enthält noch eine kleine Botschaft über den Film hinaus, Tod, Krankheit und Alter werden eingeführt als bewusster Gegensatz zur Leidenschaft und Sexualität zwischen Mann und Frau. Auch die Phantasie von Gewalt, von Männlichkeit ausgeübt in einem Duell darf nicht fehlen. Man lebt nur, wenn man das Leben wagt, das scheint hier die Botschaft zu sein. Ein kleiner Gegensatz zum Film, in dem die Handlung eher von der sexuellen Verunsicherung des Ehemanns getrieben ist. Diese kommt hier im Buch auch, aber erst später.
Es folgt die auch aus dem Film bekannte Suche des Manns durch die Abgründe der Großstadt. Und natürlich hat Wien hier viel zu bieten, allem voran die diversen Formen von Prostituierten in der Stadt und die Ausschweifungen der höheren Gesellschaft, hier eine geheime Orgie zu Klavierspiel. Dabei ist Sex natürlich immer mit Gefahr verbunden, er ist lebensgefährlich, buchstäblich. Wie es schon der Titel verspricht, langsam gleicht die Handlung dann tatsächlich einem Traum, wobei es dem Leser nicht gelingt, einen Übergang zwischen der Wirklichkeit und den Traumszenen auszumachen. Sehr geschickt ist das alles geschrieben. Wie im Film auch gibt es dann als Kontrast zum Sexuellen plötzlich das Thema Opferbereitschaft für einen anderen, vielleicht sogar Liebe und Hingabe, als eine unbekannte Frau sich für den falsch handelnden Protagonisten der erforderlichen Bestrafung stellt. Wie im Film auch bleiben die Hintergründe ungeklärt. Man vermutet tiefere Wahrheiten hinter auch unwesentlich erscheinenden Details. Erotik und Geheimnis zusammen ergibt brennende Sehnsucht. Klarer als im Film werden die Parallelen zwischen den Erlebnissen des Ehemanns und dem später erzähltem Traum der Ehefrau. Kann es sein, dass beide eigentlich über dasselbe Erlebnis sprechen, die Frau nur deutlich weitergeht, als es der Mut des Mannes zuließ? Im Buch kann der Mann mit dieser Erkenntnis kaum mehr leben. Er scheint bereit, sein eigenes, bürgerliches Leben mit glücklicher Familie zu zerstören. Aber dann kommt erneut der Tod ins Spiel, und ein ungewöhnlicher Akt des Verständnisses, der geistigen und emotionalen Nähe zweier Menschen sorgt dafür, dass alles wieder ins Lot kommen kann.
Alles im allem erstaunt es, wie es dem Autor gelingt, soviel auf so wenigen Seiten unterzubringen. Und ich kann mich dem Eindruck nicht verschließen, dass man zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts - zumindest im Wien von Freud - ein genaueres Bild über den Menschen hatte als wir heute in unserer Zeit. Aber vielleicht war man auch nur einfach ehrlicher zu sich selbst als heutzutage, jedenfalls als Schriftsteller.
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