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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Aphorismen Oscar Wilde, Frank Thissen Taschenbuch, Januar 1987 Verkaufsrang: 41270 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Sehr empfehlenswert! 5 von 5 Punkten Wer Aphorismen schätzt kommt um Oscar Wilde nicht herum. Scharfsinnig und pointiert ist er einer der facettenreichsten Aphoristiker der Weltliteratur. Es handelt sich hier um eine gelungene Auswahl, geordnet nach den Bereichen Kunst und Wahrheit, Leben und Moralität, Genie und Laster, Weisheit und Religion, England und die Gesellschaft, Geschlecht und Mode, Jugend und Schönheit, Liebe und Vernunft. Ein schönes Büchlein, welches man immer wieder gerne zur Hand nimmt. Sehr empfehlenswert!
"wenn ein Kunstwerk ..... 5 von 5 Punkten .... nicht bedacht ist, ist es nichts." Aphorismus als Kunst? Was ist eigentlich ein Aphorismus? Es ist ein in sich geschlossener, kurz und treffend formulierter Gedanke oder geistreicher Sinnspruch. Er sagt also nicht nur so wenig wie möglich, sondern sagt weniger als möglich. Der Aphorismus teilt keine Wahrheiten mit, sondern soll die Wahrheit überflügeln und muss mit einem Satz über sie hinauskommen. Also ist er ein Kunstwerk, und Wild schafft es immer wieder zu zeigen, dass er alles in geschriebener Kürze bedenkt und damit (mit seinem Kunstwerk) "den Zuschauer (Leser) beherrrscht." Wie sagt er selbst: "So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man dieses Kunstwerk (der Aphorismen) zu verstehen und zu würdigen wisse. "
Immer wieder gern gelesen 5 von 5 Punkten Der Leser wird diesen schmalen Band mit Aphorismen Oscar Wildes mit Freude und Gewinn lesen. Tiefgründige, ungeschminkte, zynische und humorvolle Gedanken zu den vielfältigen Themen des Lebens finden sich in großer Anzahl. Wilde hat insbesondere dort seine Stärken, wo er die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten des menschlichen Miteinanders paradox auflöst. Was dem Band fehlt, ist die Schwere der späten Erfahrungen Oscar Wildes, die Zeit seiner Gefängnishaft. So manches sah Wilde danach anders. Hier aber findet man den schlagfertigen Gesellschafter, dessen Kunst der Rede in den Salons seiner Zeit berüchtigt war. Ein Buch voller schöner Gedanken!
IMMER WIEDER SEHR GERNE GELESEN... 5 von 5 Punkten wird dieses Buch und darum regelmäßig in die Hand genommen. So wie der Leser sein Leben ändert, scheinen sich auch die guten Sprüche dem eigenen Verständnis anzupassen. Ich bin begeistert, seitdem ein Freund von mir anfing, zu allerlei Anlässen OSCARS WILDE APHORISMEN zu zitieren. Für wenig EURO bekommst du gute aneinandergereihte Buchstaben. KAUFEN!!!
Interessante Weis- und Wahrheiten über Liebe, Leben & Laster 5 von 5 Punkten Immer wieder gerne zur Hand genommenes Werk über weise Worte des Zynikers, die oft den Nagel auf den Kopf treffen. Gut strukturiert und sortiert nach Aphorismenanfängen, Stichworten und Themen. Auszug: "Gute Menschen reizen die Geduld, böse Menschen reizen die Phantasie." Also, "Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr."
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Jenseits von Eden John Steinbeck Taschenbuch, Januar 1997 Verkaufsrang: 80008 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bitte beachten Sie auch unser Special zum 100.Sie erzählt die Geschichte der Trasks und der Hamiltons: die Geschichte von Charles und Adam, den ungleichen Brüdern, die um die Liebe ihres Vaters buhlen und den Reizen derselben Frau erliegen. Von eben jener Cathy die ihren Mann und die neugeborenen Zwillinge verläßt, um sich ihren Lebensunterhalt in einem Bordell zu verdienen. Und von Aron und Caleb, ihren beiden Söhnen, deren spannungsgeladenes Verhältnis in einer modernen Version des biblischen Kainsmythos gipfelt. Der Roman wurde - nicht zuletzt durch die Verfilmung mit James Dean in der Hauptrolle - ein weltweiter Erfolg.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
"Der Weg liegt offen vor dir." (Lee) 5 von 5 Punkten "Jenseits von Eden " des Literaturnobelpreisträgers John Steinbeck ist die Geschichte zweier Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Der Roman spielt im Kalifornien des 19. Jahrhunderts und reicht bis hin zum Ende des 1. Weltkrieges. In Amerika herrscht Gründerzeitstimmung und die Industrialisierung sowie die wachsende Infrastruktur prägen den Zeitgeist.
Charles und Adam Trask wachsen auf einer Fram auf und die beiden Bruder buhlen um die Gunst ihres Vaters. Dieser ist besessen von dem Gedanken, eine ehrenvolle Aufgabe im Militär zu bekommen, was ihm als Invalide jedoch versagt bleibt. Während Charles die Farm bewirtschaftet, wird Adam zur Armee geschickt. Als er nach Jahren wieder zurück kommt, voll von schrecklichen Erlebnissen, findet er die schwer verwundete bildhübsche Cathy und pflegt diese gesund. Beide Brüder verlieben sich in die eigenartige Frau.
Im zweiten Teil heiraten Adam und Cathy und sie wird mit Zwillingen schwanger. Liebestrunken kauft Adam eine Farm und will sie zum trauten Heim umbauen. Doch Cathy negiert ihre Schwangerschaft und verlässt nach der Geburt der Zwillinge in einer dramatischen Szene Adam und die beiden Säuglinge.
Wieder ist Adam traumatisert und Lee, der chinesische Diener, sowie Samuel Hamilton, ein weiser Erfinder, nehmen sich der Trasks an. In der Folge wiederholt sich die Geschichte- nun sind es die Brüder Caleb und Aron, die um die Gunst des Vaters kämpfen.
"Jenseits von Eden"-dieser Titel bezieht sich auf ein Zitat aus dem 1. Buch Mose in der Bibel. Nachdem Kain aaus Wut seinen Bruder Abel erschlagen hat, wird er von Gott aus dessen Nähe vertrieben und siedelt "jenseits von Eden" in dem Lande Nod.
Die Figuren der alttestamentlichen Ur-Familie stehen sinnbildlich für die im Roman charakterisierten Personen. Es dreht sich alles um die Ur-Frage des Menschen, der schon Eva im Paradies ausgesetzt war: Wie kommt es dazu, dass der Mensch sich bei der Wahl zwischen Gut und Böse oft für das Böse entscheidet?
Dass der Mensch eine Wahl hat und verantwortlich für sein Tun ist, erörtert Steinbeck meisterhaft in einem Gespräch zwischen Lee und Sam Hamilton- für mich ist dies der Höhepunkt des Buches. Es geht um die Bedeutung des hebräischen Wortes "timschal", dem in der Kain-und-Abel-Geschichte eine entscheidende Bedeutung zukommt. In dem Wörtchen steckt kein Befehl, sondern eine Verheißung, eine Wahl. Die Entscheidung für sein Handeln liegt beim denkenden Menschen, der sich nicht aus der Verantwortung für sein Tun herauswinden kann.
Dieser rote Faden zieht sich durch alle Protagonisten dieses Buches, ob sie sich für das Übel (wie Cathy) entscheiden oder für den Weg der Tugend wie Samuel Hamilton.
"Jenseits von Eden" ist ein wundervolles Buch, gespickt mit Lebensweisheiten, gefüllt mit herrlichen Landschaftsbeschreibungen und gewürzt duch ausgefeilt Charakterisierungen.
Ein Meisetwerk der Literatur.
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Die Verwandlung Franz Kafka Taschenbuch, 1995 Verkaufsrang: 95405 "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt".
Welch ein Satz! Ich erinnere mich, ihn in den 60er Jahren zum ersten Mal gelesen zu haben. Kafka galt in unserer Clique eine Zeitlang als jemand, den man gelesen haben mußte, um mitreden zu können. Verstanden habe ich damals eigentlich nichts. Oder fast nichts. Nur, daß etwas Ungeheuerliches geschehen war. In diesem Buch und mit mir. Da erwacht also dieser Gregor, ein junger Handlungsreisender, der unter seinem Beruf und der Lieblosigkeit seiner Umwelt leidet, eines Morgens als riesiges Insekt. Zur Arbeit zu gehen, macht in seinem Zustand wenig Sinn. Schon taucht der erboste Prokurist auf und verlangt wütend eine Erklärung für Gregors Fernbleiben. Diese Szene, in der Gregor hinter verschlossener Tür sein Verhalten entschuldigt, seinen Käferkörper zur Tür quält und sich schließlich zu erkennen gibt, ist so haarsträubend kafkaesk, daß spätestens jetzt dieser Begriff jedem einleuchten dürfte. Gregors Familie ist angewidert, läßt den Sohn aber bei sich wohnen, bis schließlich -- nun, Sie werden es erfahren. Keine Erklärung, nur dieser Hilfeschrei! Solche Radikalität war neu in der Literatur. Deutungen gab es viele. Gregor, wie Kafka, ein schwacher Mensch, der Tag für Tag mitansehen muß, wie diese Welt mit Schwachen umgeht, droht daran zugrundezugehen und vollzieht Die Verwandlung. Das ist seine "Rettung". Im Jahre 1912 geschrieben, wurde Die Verwandlung noch zu Kafkas Lebzeiten veröffentlicht. Ein literarisches Jahrhundertereignis. Wie nachhaltig die Wirkung noch heute ist, läßt sich am Werk solcher Regiegrößen wie David Lynch und Polanski, um nur einige zu nennen, ablesen. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 88 Bewertungen)
&, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt 5 von 5 Punkten Leser, die keinen Wert darauf legen, eine Novelle vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen des Autors zu betrachten sind bei Kafka an der falschen Adresse. Das Antimärchen Die Verwandlung handelt von Gregor Samsa, der eines Morgens erwacht und erkennen muss, dass er sich in einen Käfer verwandelt hat. Er ignoriert diese Verwandlung zunächst und ist kaum verwundert. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich Gregor an seinen neuen Körper, er wird jedoch von Schuldgefühlen geplagt, da er bisher dir Familie alleine durch sein Einkommen ernährt hat. Der Familie gelingt es dennoch die Schwierigkeiten der veränderten Situation zu bewältigen, der Vater und die Tochter finden eine Arbeit und auch die kranke Mutter verdient ein bisschen dazu, in dem sie von Zuhause Näharbeiten erledigt. Durch die Selbständigkeit der Familie wird Gregor mehr und mehr isoliert und als Belastung angesehen. Die scheinbar heile Familienidylle treibt Gregor schließlich in den Tod. Die Verwandlung ist als eine Art literarische Lebensbewältigung Kafkas anzusehen und durchaus interessant zu lesen und zu interpretieren. Ohne die Intention des Textes zu beachten ist es abnorm sich eine Vater vorzustellen, der seinen Sohn mit einem Apfel bewirft, statt sich Gedanken darüber zu machen und zu verstehen, warum sich sein Sohn in einen Käfer verwandelt hat und welche Gründe dafür eine Rolle spielen. Betrachtet man dieses im Zusammenhang mit Kafkas Intention, so stellt man im Vergleich mit anderen Werken, wie etwa Das Urteil oder Eine kaiserliche Botschaft, fest, dass Kafka in seinen Werken das Herkömmliche durch etwas Fremdartiges interpretiert und somit die Wahrheit, die sich hinter der Fassade des Herkömmlichen versteckt hat, auf wundervolle Weise zum Vorschein bringt. Die Verwandlung in einen Käfer ist also symbolisch zu deuten. In Gestalt eines Käfers ist Gregor machtlos, es wird deutlich, dass Gregor es vorher ebenfalls schon war, die Idylle des sorgenden Sohnes wird zerstört, besser gesagt, es gab sie nie. Gregor war zeit seines Lebens seinem Vater und seinem Arbeitgeber untergeordnet. Die Verwandlung verbildlicht seine Situation und seine Minderwertigkeit gegenüber seiner Familie und Chef. Liest man die Verwandlung ohne biografisches Hintergrundwissen, bleiben also viele Fragen offen, warum etwas Gregor sich nicht über seine Verwandlung wundert. Doch nach näherer Beschäftigung wird vieles klarer, besonders die Ähnlichkeit zwischen Kafka und Gregor wird deutlich. Auch Kafka hatte eine jüngere Schwester, zu der er ein besonderes und inniges Verhältnis aufrechterhielt, Ottla. Das Konkurrenzverhalten zwischen Gregor und seinem Vater lässt sich mit dem ödipalen Konflikt in Verbindung bringen, der besagt, dass der Vater und der Sohn sich konkurrierend gegenüber stehen. Verständnisvoller wird es also, wenn man den Konflikt zwischen Kafka und seinem Vater analysiert. Auch Kafka fühlte sich nie von seinem Vater anerkannt, wie Gregor, der nie ein Lob von seinem Vater zu hören bekam, für all die Arbeit die er für die Familie erledigte. Beide waren also einer dominanten Vaterfigur untergeordnet. Kafka versuchte zunächst seine Kindheit in einem Brief an seinen Vater seine meist erniedrigenden Auseinandersetzungen mit dem Vater zu verarbeiten. Doch er fürchtete sich, diesen Brief seinem Vater zu übergeben. Mit der grandiosen Darstellung des Vater-Sohn-Konfliktes in seiner Novelle verarbeitete Kafka also seine Kindheit auf andere Weise.
Sprachlich ist sein Werk ebenfalls exzellent gelungen. Mit seiner realistischen Schreibweise und durch exakte und genaue Beschreibungen ist es dem Leser möglich, eine objektiv wertungsfreie Darstellung der Situation zu erhalten. Dialoge zwischen den Charakteren verdeutlichen das Scheitern einer Verständigung innerhalb der Familie Samsa. Die Verwandlung fordert den Verstand des Lesers heraus, man hat Angst jeden morgen selbst als Käfer zu erwachen und als Verlierer enttarnt zu werden. Das Buch zieht einen vollständig in seinen Bann vom ersten Satz: Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. bis zum letzten Und es war Ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter sich erhob und ihren jungen Körper dehnte.
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Clockwork Orange Anthony Burgess Taschenbuch, Januar 1997 Verkaufsrang: 7448 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der fünfzehnjährige Alex und seine drei Freunde Pete, Georgie und Doofie sitzen wie jeden Abend zusammen und überlegen, was sie machen sollen. Vielleicht einen alten Mann zusammenschlagen, - oder, wie Alex sagen würde, einen Fecken tollschocken? Oder einen Laden überfallen und 'der Petieze' den letzten 'Deng' aus der Ladenkasse klauen? - Alex und seine Droogs sind die Jugendlichen einer Welt, in der Gewalt und Brutalität sich selbst rechtfertigen und in ihrer Allgegenwärtigkeit eher betäuben als erschrecken. Als Alex schließlich unabsichtlich eine alte Frau umbringt, wird er von seinen Freunden verraten, von der Polizei festgenommen und zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Um der Haft zu entgehen, willigt Alex ein, Testobjekt eines neuen Resozialisationsprogramms zu werden: Ludovico. Grausam wird Alex konditioniert und zu einer menschlichen Maschine umgepolt ("Clockwork Orange" - Anspielung auf Maschine und Orang = Mensch), die beim geringsten Gedanken an Gewalt oder Sexualität von grausamen Schmerzen und schrecklicher Übelkeit übermannt wird. Wieder auf freiem Fuß, wird Alex so hilflos zu einem Spielball seiner ehemaligen Opfer, Freunde und machthungriger Politiker... - - Pressestimmen: - "'Clockwork Orange' ist zweifellos ein außergewöhnliches Buch. (...) Die detaillierte Beschreibung all der Grausamkeiten mag abschreckend wirken; darin liegt wohl auch die Absicht des Romans. (...) Trotzdem kann ich Burgess' Roman allen Lesern mit starken Nerven empfehlen. Das Buch ist schockierend, deprimierend, aufrüttelnd. Anthony Burgess ist es mit diesem Roman gelungen, einen neuen Weg radikaler Offenheit zu beschreiten." - Frankfurter Allgemeine Zeitung Hier kommt Alex - Vorhang auf zu seiner Horrorshow! Anthony Burgess´ Klassiker über die kranke Jugend in einer erschreckend nahen Zukunft nun endlich in werkgetreuer Übersetzung und erstmals mit umfassenden Glossar. Anthony Burgess, geboren 1917 in Manchester, arbeitete als Lehrer, bis er im Alter von 42 Jahren zusammenbrach und die Ärzte einen Gehirntumor diagnostizierten. In dem einen Jahr, das ihm die Ärzte noch zutrauten, schrieb Burgess fünf Romane, nach eigener Aussage von dem Gedanken getrieben, seiner Frau etwas hinterlassen zu müssen. Nach einem Jahr war Burgess allerdings immer noch nicht tot - tatsächlich lebte er bis zum November 1993 -, schrieb dafür aber auch weiterhin wie ein Besessener. 1962 erschien sein Meisterwerk Clockwerk Orange, auch bekannt als "Uhrwerk Orange" oder "Die Uhrwerk-Orange",
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Mir scheint 5 von 5 Punkten Mir scheint es, dass die Leser neben dem "Slang" vergessen, worum es eigentlich in diesem Buche geht: Die Macht des Staates. Wir sollten ein so wichtiges Buch für alle Gesellschaften nicht einfach auf die Sprache reduzieren oder allein auf den "brutalen Alex". Denn schließlich sind alle Menschen auch neben Liebe und Verständnis - "dem Guten" - gefüllt mit Hass, also "dem Bösen". Gerade hier in Deutschland werden wichtige Triebe einfach unterdrückt, die stets auftauchen können. Clockwork Orange "spricht" ein hartes und wahres "Wort".
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Die rote Antilope Henning Mankell Taschenbuch, Mai 2003 Verkaufsrang: 40025 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Henning Mankell ist bei uns vor allem als Autor düsterer Kriminalromane bekannt. In diesem neuen Roman widmet sich der in Moçambique lebende Schwede seinem zweiten großen Thema: Afrika. Die rote Antilope erzählt, wie Henning Mankell in seinem Nachwort schreibt, von dem, "was hätte geschehen können". Durchaus denkbar, dass sich ein junger Schwede ohne Talente 1877 nach Kapstadt einschiffte, um seinem mittelmäßigen Leben einen Sinn zu geben. Hans Bengler hat den Vorsatz, in Afrika ein unbekanntes Insekt zu entdecken und damit unsterblich zu werden. Doch er kehrt nicht nur mit einem Koffer voller toter Insekten, sondern auch in Begleitung eines kleinen Jungen in sein Heimatland zurück. Das Kind -- Bengler nennt es Daniel -- hat ein Massaker überlebt, das deutsche Marodeure an seiner Sippe verübt haben. Mit den besten Vorsätzen nimmt Bengler den Jungen an Sohnes statt an. Doch Daniel muss als Anschauungsobjekt auf Benglers Vortragsreise durch die schwedische Provinz herhalten. Als sein Pflegevater mit dem Gesetz in Konflikt gerät, kommt Daniel zu einem kinderlosen Bauernpaar. In der streng protestantischen Gemeinde soll er zum Christentum bekehrt werden. Angeregt durch die biblische Geschichte beschließt er zu lernen, wie Jesus auf dem Wasser zu gehen, um über das Meer nach Afrika zurückzukehren. Denn Daniel hat in der Fremde nur ein Ziel vor Augen: den Auftrag seines Vaters zu erfüllen und die von diesem begonnene Felszeichnung, die dem Roman den Titel gibt, zu vollenden. Die rote Antilope ist ein trauriges und nachdenklich stimmendes Buch. Dem Leser bleibt letztlich als Trost nur der versöhnliche Epilog und die Hoffnung, dass Engstirnigkeit und falsch verstandene Menschenliebe im Verhältnis Europas zu Afrika heute zumindest in Teilen überwunden sind. --Anna Hochsieder
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)
Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe 5 von 5 Punkten Mit diesem Buch übertrifft sich Henning Mankell. Es ist kein Krimi, sondern die Geschichte eines jungen Biologen mit Namen Bengler der nach Afrika fährt um dort unbekannte Insekten zu entdecken. Auf dieser Reise begegnet er einem 8jährigen dunkelhäutigen Jungen, der seine Eltern auf tragische Weise verloren hat. Diesen nennt er Daniel, denn er weiß noch nichts über ihn, weiß nicht, dass er eigentlich Molo heißt. Als er mit seinen Insekten nach Schweden zurückkehrt, nimmt er Daniel mit und gibt ihn als seinen Sohn aus. Er möchte dem Jungen eine bessere Zukunft geben, als die, die er in Afrika haben würde.
Zunächst lässt Mankell nur durch seine Figur Bengler die Geschehnisse erzählen, aber schon im 2. Teil, auf Seite 117, kommt durch Daniel eine ganz andere Sicht in die Erzählung. Es ist seine Geschichte. Eine traurige Geschichte, in der ein afrikanischer Junge aus seiner gewohnten Umgebung in ein Land versetzt wird, indem er nicht zurecht kommt. Vielleicht kann ich seine Sehnsucht, sein Heimweh, so gut verstehen, weil ich selber mit 17 Jahren aus meiner vertrauten Umgebung auf Gran Canaria herausgerissen wurde. Das Wort "Heimweh" drückt es perfekt aus. Es ist tatsächlich körperlicher Schmerz den man empfindet, so stark, dass man daran verzweifeln kann. Daniel/Molo macht diesen Schmerz durch und da er mit dem Schiff nach Schweden kam, versucht er verzweifelt auf der Wasseroberfläche zu gehen, so wie Jesus es konnte.
Es ist eines der besten Bücher die ich gelesen habe, aber auch eines der traurigsten. Wer es liest, muss sich darauf einlassen können.
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König Alkohol Jack London Taschenbuch, 1973 Verkaufsrang: 26187 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als fünfjähriger probiert er aus Neugier Bier, als siebenjähriger trinkt er aus Todesangst einige Liter Rotwein: beide Male kostet es ihn fast das Leben. Doch schon der vierzehnjährige Jack London lernt, daß der ihm so widerlicher Alkohol ein wesentlicher Bestandteil der wilden, für ihn voller Abenteuer und Romantik erfüllten Männerwelt ist, die ihn fortlockt von seiner monotonen und schlechtbezahlten Fabrikarbeit. Und so trinkt er zum Zeichen der Männlichkeit und des Erwachsenseins, um die Freundschaft der von ihm bewunderten Austernräuber zu gewinnen. Fortan begleitet der Alkohol sein abenteuerliches Leben. "König Alkohol" ist ein faszinierender, stark autobiographisch gefärbeter Roman.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Tolle Lektüre 5 von 5 Punkten
Ein Zitat aus diesem Roman hat mich schwer beeindruckt und so möchte ich es als Anregung für die Lektüre erwähnen:
"Meine Anklage gegen König Alkohol ist schwer und wuchtig. Denn gerade die guten Kameraden, die wertvollen, die Burschen mit der Schwäche allzu großer Kraft, die geistreichen, feurigen und von prachtvoller Tollheit entflammten, gerade die verdirbt und verführt er am liebsten. Selbstverständlich vernichtet er Schwächlinge; aber mit denen beschäftigen wir uns hier nicht. Ich behaupte, daß es gerade die besten von uns sind, die König Alkohol vernichtet. Und der Grund, daß diese besten vernichtet werden, ist der, daß König Alkohol an jeder Straße und jedem Wege mit offenen Armen unter dem Schutze der Gesetze und achtungsvoll von der Polizei gegrüßt steht, daß er jeden anspricht und ihn an der Hand dorthin führt, wo die guten Kameraden und die verwegenen Burschen sich treffen und stark trinken. Räumte man König Alkohol aus dem Wege, diese waghalsigen Burschen würden dennoch geboren, und dann würden sie Großtaten verrichten, statt wie jetzt zu Grunde zu gehen."
Jack London schreibt in einem unheimlich schönen Stil, der sehr lebhaft und realistisch anmutet. Außer "Wolfsblut" (und das war in der Schulzeit) habe ich noch kein weiteres seiner Bücher gelesen und trotzdem muss ich sagen: Beeindruckend. London nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut keine noch so abschreckenden autobiografischen Erzählungen. Er lässt uns in seine tiefste Seele blicken und ist extrem ehrlich, was ihn meiner Meinung nach sehr sympatisch macht. Beim Lesen hat man stets das Gefühl, auf irgend eine Weise sein Freund und Begleiter für die Dauer der Erzählung zu sein und leidet, lacht und freut sich mit ihm. Das bringt einem die Bedeutung des Buches, die er dem Leser vermitteln will, noch näher, als dies vielleicht ein anderer Autor mit einem anderen Schreibstil und ohne jeglichen Bezug zum Erzählten, getan hätte.
Als "Abschreckung" für Erwachsene ist dieser Roman sicherlich sehr gut geeignet, ich finde jedoch, dass - entgegen Londons ausfrücklicher Empfehlung für "die Jungen seiner Zeit" - Jugendliche es nicht unbedingt lesen sollten. Im allergrößten Teil des Buches wird nämlich äußerst positiv über den Konsum von Alkohol geschrieben und wie London durch ihn zu vielen Freunden und Erlebnissen gekommen ist. Man gewinnt den starken Eindruck, dass er eigentlich nichts gegen Alkohol hat und ihn teilweise sogar als notwendig für soziale Bindungen hält, und das, so denke ich, sollte man Jugendlichen und Heranwachsenden nicht eintrichtern. Auch am Ende fasst er den Entschluss, nie wieder alleine und in großen Mengen zu trinken, sondern nur noch in Gesellschaft, denn er habe so schöne Erfahrungen sozialer und kameradschaftlicher Art mit dem Alkohol gemacht, dass er ihn für solche Zwecke nicht mehr entbehren könne. Andererseits sagt er aber, dass es notwendig ist, die vollständige Prohibition einzuleiten und somit die kommenden Generationen von König Alkohol fernzuhalten. Trotzdem, wie gesagt, für Jugendliche nicht zu empfehlen, da man es auch komplett falsch verstehen könnte, vor allem, wenn man das Buch nicht zu Ende liest.
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Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche Stefan Zweig Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 41364 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hölderlin, Kleist, Nietzsche - drei Außerordentliche, denen sich Stefan Zweig als "Psychologe aus Leidenschaft, Gestalter aus gestaltendem Willen" zutiefst verbunden fühlte. Unverstanden von ihrer Generation, enden alle drei "vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord." Sigmund Freud rühmte Stefan Zweigs "Vollkommenheit der Einfühlung" in Wesen, Charakter und Gedankenwelt schöpferischer Menschen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Dionysos in Weimar 5 von 5 Punkten Es sind keine Biographien im herkömmlichen Sinn, die Stefan Zweig hier geschaffen hat, sondern eher psychobiographische Essays oder Psychogramme. Historisches oder Biographisches im engeren Sinn interessiert ihn nur insofern, als es geeignet ist, das Wesentliche und Typische seiner Figuren sichtbar zu machen. Im Vergleich miteinander soll dieses Typische herausgearbeitet und sichtbar gemacht werden. Das erinnert an Plutarchs Methode der vergleichenden Doppelbiographik und Zweig nennt ihn im Vorwort auch einen "erlauchten Ahnherren".
Was ist nun das Wesenhafte, das Hölderlin, Kleist, Nietzsche miteinander verbindet? Zweig nennt es das "dämonische" Element. Das Dämonische, das ist Übermaß und Ekstase, Selbstentäußerung und Selbstvernichtung, tragische Atmosphäre, "ein Gewitterhimmel von Gefahr und Gefährdung des Lebens", Rauschkunst und fieberhaftes Schaffen. Es ist auch kein Zufall, dass in diesem Kontext immer wieder altgriechische Sprachbilder auftauchen: Das Dionysische, das Pythische (Orakelhafte), das Orphische, das Tragische. Hölderlin und Nietzsche und zu einem guten Teil auch Kleist, sie mögen im Deutschland des 19ten Jahrhunderts gelebt haben, aber ihr Denken wurzelt fest in griechischem Boden.
Es hat aber seinen Preis, als Altgrieche in deutschen Ländern zu leben. Das ist die andere Seite, die Zweig herausarbeitet: Nomadische Existenzen sind es, Besitzlose, Heimatlose, Familienlose, die ständig an der Grenze leben, physisch und psychisch. Und an der äußersten Grenze ihrer Existenz, kurz vor dem geistigen Verfall (Hölderlin, Nietzsche) oder der Selbstvernichtung (Kleist) schaffen sie Ungeheuerliches, Großartiges: Nietzsche verglüht zum Klang seiner Dionysos-Dithyramben, Hölderlin verdämmert in der Rhythmik seiner Nachtgesänge, Kleist zelebriert seine Selbstauslöschung in der dunklen Messe seiner Todesbriefe. Dieser Weg in den Abgrund, in die letzte Götterdämmerung ist der rote Faden, den Zweig in seinen Psychogrammen nachzeichnet.
Nie "psychologisiert" Zweig. Das ist deshalb bemerkenswert, weil er sich selbst als "Psychologe als Leidenschaft" bezeichnet und das Buch Sigmund Freud gewidmet ist. Zwar notiert er manchen bemerkenswerten Gleichklang in der Familienkonstellation (alle drei wachsen sie früh vaterlos auf, bleiben ein Leben lang von den Müttern abhängig), in der Sozialisation (deutsche Gymnasialtradition), im späteren Bindungsverhalten (distanziert und zugleich schwärmerisch) oder in den künstlerischen Neigungen (zentral bei allen drei: die Musik). Aber diese psychologischen Erkundungen dienen immer nur dazu, die Kräfte und Temperaturen des "Dämonischen" freizulegen, niemals aber dazu, die dionysischen Gesänge selbst auf einen Familienroman zu reduzieren. Davor schützt Zweig - neben seinem Kunstverständnis - sicher auch die tief empfundene Nähe zu den Portraitierten.
Nie "moralisiert" Zweig. Zwar führt er die "Dioskuren" aus Weimar, Goethe und Schiller als Gegenpole zu Hölderlin, Kleist und Nietzsche ein und zeigt wie die beiden den "Dämon" bändigen konnten, während ihm die drei verfallen sind. Der Vergleich impliziert aber keine Wertung. Keine künstlerische, aber auch keine moralische. Gewiss, Goethes Dichtung (wie auch sein Leben) ist, bei aller Dämonie im einzelnen (Werther, Faust) doch an sich "gesund". Kräfte und Gegenkräfte balancieren sich aus, Sinnlichkeit und Vernunft, Einzelstreben und Gemeinschaftsgefühl gehen eine harmonische Verbindung ein. Nicht umsonst gilt Goethe als Sinnbild des Klassischen, des Humanistischen. Anders die Jünger des Dionysios: Deren Werk und Leben ist bei aller Harmonie im einzelnen doch an sich "ungesund", grenzüberschreitend, zerstörerisch. Die Abgründe des Dämonischen sind augenfällig: Rausch, Gewalt, Exzess liegt hier in der Luft. Aber in ein paar Randbemerkungen zeigt Zweig auch die von vielen gefühlten Untiefen des Humanistischen auf: das Abgleiten ins Pietistische, Quietistische.
Kann man es sich aussuchen, ob man zum "Hammer des Herren" (Nietzsche) wird, oder zum "orphischen Sänger des Göttlichen" (Hölderlin) oder zum "Herrn Geheimrat" (Goethe). Ja? Das wäre dann aufklärerisch-deutsch gedacht. Nein? Das wäre dann tragisch-griechisch gedacht. Ich denke, Zweig neigt mehr zur griechischen Antwort...
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Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Das Lied von Bernadette: (Gesammelte Werke in Einzelbänden) Franz Werfel Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 39166 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 6 Tagen. Das Lied von Bernadette ist ein jubelnder Hymnus auf den geistigen Sinn der Welt. An einem holden einfachen Beispiel wir gezeigt, wie selbst mitten in unserem skeptischen Zeitalter die göttlichen Kräfte wirken und ein unwissendes, aber geniales Geschöpf über das gewöhnliche Maß hinausheben.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Warum ist nicht Nichts? 5 von 5 Punkten Man muss kein Katholik sein, um von diesem Meisterwerk ergriffen zu sein. Auch kein jüdischer Sympathisant des Katholizismus, zu dem sich Franz Werfel selbst erklärte. Noch nicht einmal ein Christ oder überhaupt ein gottgläubiger Mensch muss man sein, um sich in bewundernder Wertschätzung zu verneigen vor der Melodie des in die Welt widerstrahlenden Menschengeistes, die der Autor in diesem großartig erzählten Roman in leisen Tönen zum Schwingen bringt. Eher unbeabsichtigt gibt Werfel eine Antwort auf die Frage: Warum ist eigentlich nicht Nichts?
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Der glückliche Tod Albert Camus Taschenbuch, Juli 1997 Verkaufsrang: 11637 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Albert Camus notierte im Mai 1936 in seinem Tagebuch: 'Eines Tages ein Buch schreiben, das den Sinn gibt.' Dieses Buch wurde geschrieben. Es erhielt den Titel 'Der glückliche Tod'... Es wurde sofort ein Bestseller."("Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt") In einer beherrschten sinnlichen Prosa beschreibt Camus die geliebte algerische Landschaft, die mediterrane Sonne, den tiefblauen Himmel, die glühende Erde, die erlösende See, aber auch das Gefühl der Entfremdung und das vertraute Verhältnis zum Tod.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Es ist keine Schande das Glück vorzuziehen 5 von 5 Punkten Der anfangs gleichgültig wirkende Arbeiter Mersault gelangt an viel Geld und beschließt sein bisheriges Leben konsequent aufzugeben. Er bereist fremde Städte, besucht gute Freundinnen auf der anderen Seite des Meeres, bemerkt, wie er sich selbst neu erfährt, kauft sich ein Haus am Strand, genießt das Leben in vollen Zügen und stellt eine unheilbare Krankheit fest. Ein Buch über das Reisen, Fühlen, das Glück, die Entfremdung, das Verhältnis zum Tod und vor allem über das Leben. Ein kunstvolles Meisterwerk, dass die algerische Landschaft, den tiefblauen Himmel und das erlösende Meer zeichnet, bis man wegsieht, um danach mit diesem schwebend, verklärten Gefühl weiterzugehen, dass nur so etwas außergewöhnlich, schönes zurückzulassen vermag.
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Es waren Habichte in der Luft Siegfried Lenz Sondereinband, 1969 Verkaufsrang: 75583 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Roman spielt kurz nach dem Ersten Weltkrieg im russisch-finnischen Grenzgebiet. Ein Lehrer versucht nach dem politischen Umsturz seinen Verfolgern zu entgehen. Seine Tarnungsmanöver werden jedoch von den Bewohnern des Grenzdorfes durchschaut. Das Ganze ist so unsentimental scharf und richtig gesehen, so klar profiliert und in der Aktion motiviert, daß man dem jungen Autor Siegfried Lenz einen Platz unter den Hoffnungen unserer jungen erzählenden Literatur einräumen muß.Karl KornInzwischen hat Lenz seinen Rang in der deutschen Nachkriegsliteratur durch ein kontinuierlich gewachsenes Werk eindrucksvoll bestätigt. Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der Literaturgeschichte, Anglistik und Philosophie. Danach wurde er Redakteur und lebt seit 1951 als einer der profiliertesten deutschen Schriftsteller in Hamburg. Weitere Werke von Siegfried Lenz bei dtv
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Das Beste zuerst! 5 von 5 Punkten Lenz schrieb sein bestes Buch gleich zu Beginn seiner Laufbahn als einer der besten deutschen Nachkriegsautoren. Unglaublich, mit welchen Sprachbildern er ganz alltägliche nebensächliche Dinge wiedergeben kann. Und nichts wiederholt sich. Wer Freude an der Sprache von Stefan Zweig hat, wird hier eine Steigerung erfahren. Leider hat Lenz das Niveau in dieser Hinsicht nicht halten können, trotz großartiger Romane wie Deutschstunde und Heimatmuseum. Hervorragend auch die Charakterisierung der handelnden Personen, bis hin zu den Nebenfiguren wie der Witwe im Hause von Leo oder dem Korporal. Man kann mit dem Erkki förmlich mitfühlen, der den gesuchten Lehrer Stenka (anfangs) eigentlich an}s Messer liefern will, es aber dann doch nicht fertig bringt und später mit ihm flieht. Auch er wird plötzlich zum Gejagten. Und über allen kreisen ständig die Habichte. Für mich eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.
Thomas Kolb, Hattingen
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Der Chronist der Winde Henning Mankell Taschenbuch, Juli 2007 Verkaufsrang: 9101 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine magische Aura umweht den afrikanischen Straßenjungen Nelio: Noch nie hat jemand gewagt, ihn zu verprügeln. Vielleicht weil aus dem 10-Jährigen, dem sich die irdischen Abgründe viel zu früh erschlossen haben, eine greise Weisheit spricht. Jetzt aber liegt Nelio mit schweren Schusswunden auf dem Dach eines ärmlichen Theaters. Dort erzählt er -- zwischen kräftezehrenden Fieberschüben -- dem Bäckerjungen José Antonio Maria Vaz sein Leben. Das beginnt mit der Erinnerung an die Banditen, die sein Dorf niederbrannten, seine Schwester töteten und vor denen er geflüchtet ist, als sie ihn zwingen wollten, einen Verwandten zu erschießen. Und es endet bei den Straßenkindern in der Stadt, denen Nelio zu einem an Fairness und Reife geradezu übermenschlichen Anführer wurde: Gestohlen jedenfalls wird nicht unter seinem Regime; bestenfalls -- in der Villa eines verreisten Entwicklungshelfers -- der Kühlschrank leer gegessen. Henning Mankell -- mit seinen Stories um den Kult-Kommissar Kurt Wallander dauerhaft auf den einschlägigen Bestseller-Listen vertreten -- präsentiert sich also seinen Fans hier nicht als Krimi-Autor, sondern als poetischer Anwalt der Chancenlosen: Derer, die gezwungen sind, "das Leben roh zu essen". Trotz aller Tragik des Sujets gleitet der Romancier, der dem heimischen Schweden zeitweise den Rücken kehrt, um in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo Theaterstücke zu inszenieren, aber nicht in schwermütige Betroffenheitsprosa ab. Es darf -- mit anderen Worten -- auch gelacht werden: Über die Tomaten- und Zwiebelkulturen beispielsweise, die in Mandiocas Hosentaschen hervorragend gedeihen. Oder über den schwerfälligen Tristeza, der eine Bank gründen will und dem Nelio für den Fall, dass er seine Denkgeschwindigkeit steigert, erst einmal ein Paar Turnschuhe verspricht. Vor allem aber bekennt sich Der Chronist der Winde -- in Schweden mit dem Sveriges-Radio-Romanpreis 1996 ausgezeichnet -- bedingungslos zur Kraft der Träume: "Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben, dachte Nelio. Die Flügel sind in uns, wenn uns vergönnt ist, sie zu sehen." --Christine Wahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 59 Bewertungen)
Nelio, der kleine Prinz 5 von 5 Punkten Was soll ich schreiben, was von meinen Mit-Rezensienten nicht schon geschrieben worden ist?
Der Chronist der Winde möchte Ihnen eine Geschichte eines außergewöhnlichen Menschen erzählen, die des Strassenjungen Nelio.
Auf das Sie die Geschichte von Nelio so ergreifen wird wie den Erzähler, den Bäcker José, selbst.
Wenn Sie schon nicht die Geschichte von Nelio weiter erzählen, so bin ich sicher, dass er in Ihrem Herz ein Platz finden wird.
Es sollte mehr Menschen wie ihn geben, der trotz aller Widrigkeiten nicht am Leben verzweifelt und gegenüber den anderen Kinder nie sein Mitgefühl und seine Verantwortung verliert.
Manchmal hat mich Nelio an den kleinen Prinzen erinnert.
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Mario und der Zauberer: Ein tragisches Reiseerlebnis. (Erzähler-Bibliothek) Thomas Mann Taschenbuch, Januar 1989 Verkaufsrang: 18961 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eigentlich sollte es ein angenehmer Familienurlaub im italienischen Touristenort Torre di Venere werden. Stattdessen aber wird die Atmosphäre gleich zu Beginn durch die offenkundige Unfreundlichkeit der Italiener gegenüber den ausländischen Urlaubern getrübt."Geradeso merkwürdig und spannend, geradeso unbehaglich, kränkend und bedrückend" wie der gesamte Urlaub gestaltet sich auch der groß angekündigte Auftritt des Zauberkünstlers Cipolla, und indem dieser den Kellner Mario zu sich auf die Bühne ruft, nimmt die Novelle schließlich die schon im Untertitel angekündigte "tragische" Wende...
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Ein dämonischer Verführer 5 von 5 Punkten Die Novelle "Mario und der Zauberer" wurde 1930 veröffentlicht und entwirft, ohne direkt darauf hinzuweisen, ein bedrückendes Bild der Gefahr des Faschismus noch vor der Machtergreifung Hitlers. Eine deutsche Familie macht Ferien in Italien und findet sich in einer merkwürdig gereizten, patriotisch aufgeladenen Atmosphäre wieder, die in mehreren Eklats gipfelt. Der schlimmste wird durch den Zauberkünstler Cipolla provoziert. Seine Bühnenkunststücke entpuppen sich dem Eingeweihten als Hypnosenummern, in denen einzelne Zuschauer bloßgestellt werden. Er lässt sie die Zunge rausstrecken, sich vor Schmerzen krümmen oder tanzen wie Hampelmänner, und sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Alles zielt auf den Entzug des eigenen und das Aufdrängen eines fremden Willens der sich unter der Hypnose aber anfühlt wie frei gewählt. Der Kellner Mario bereitet dem Schrecken schließlich das gewaltsame Ende, auf das die Erzählung von Anfang an zusteuert: Von Cipolla gedemütigt, erschießt er ihn. Ein spannendes, atmosphärisch starkes Stück Weltliteratur vom Zauberer Thomas Mann, das in der Frage nach der Verführbarkeit des Menschen und nach den Grenzen der Willensfreiheit ungebrochen aktuell ist.
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Fräulein Else Arthur Schnitzler Taschenbuch, Februar 2002 Verkaufsrang: 11438 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was gibt es Besseres beim Lesen, als einer literarischen Figur ganz nah zu sein? In ihre Haut zu schlüpfen, sie ganz und gar zu verstehen; das denken, was sie denkt, das fühlen, was sie fühlt. Eins werden mit der Person. Arthur Schnitzler war einer der ersten, denen mit der Technik des inneren Monologs genau dies gelang. Zuerst in Leutnant Gustl 1900, dann in Fräulein Else 1924. Zwei sehr unterschiedliche Figuren werden hier dargestellt, mit zwei völlig verschiedenen Lebens- und Gefühlswelten. Der junge Offizier, der von einem nicht satisfaktionsfähigen Bäckermeister beleidigt wird und sich deshalb, obwohl niemand den Vorfall mitbekommen hat, nach dem Ehrenkodex der Armee erschießen müßte, durchleidet eine Nacht der Todesangst -- bis er morgens erfährt, daß jener Bäckermeister einem Schlaganfall erlegen ist. Dann die junge Anwaltstochter Else, die von ihrer Mutter gebeten wird, den Vater aus einer Schuldenmisere zu befreien und einen befreundeten Kunsthändler um das Geld zu bitten; als dieser seine finanzielle Hilfe aber unter die Bedingung stellt, Else nackt sehen zu dürfen, verzweifelt sie an den moralischen Konflikten, entblößt sich im Musikzimmer des Hotels und nimmt eine Überdosis Veronal. Das Lesen der beiden Novellen ist wie ein Sog. Man wird immer weiter hineingezogen in die Seelenzustände von Gustl und Else, in ihre Verwirrung, Assoziationen, Erinnerungen. Und man leidet mit ihnen in diesen extremen Grenzsituationen. Am Ende findet man nur schwer zurück in die eigene Welt. Denn das Ich der Personen macht Schnitzler so erlebbar und plastisch, wie kaum ein anderer deutschsprachiger Erzähler dies vermochte. --Lilli Belek
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Vom »Erfinder des Inneren Monologs« 5 von 5 Punkten Die Erzählform, in der »Lieutenant Gustl« verfasst wurde, wird als innerer Monolog bezeichnet. Der Leser wird dabei von Schnitzler ausschließlich mit den ungefilterten Gedanken eben jenes Lieutenants Gustl konfrontiert. Dieser sitzt bei einsetzender Handlung in einer Gesangsaufführung und langweilt sich. Dabei schweifen Gustls Gedanken in alle möglichen Richtungen ab und schwanken zwischen belanglos und entlarvend. Mal fragt sich Gustl, ob eine hübsche Frau Blickkontakt zu ihm sucht, oder doch nur zu einem anderen Mann neben ihm. Dann ruht Gustls Aufmerksamkeit wieder auf einer anderen schönen Frau im Publikum, bis er bemerkt, dass ihm ihre Nase zu »jüdisch« ist.
Arthur Schnitzler (1862-1931) war selbst ein jüdischer Arzt und Reserveoffizier. Sein »Lieutenant Gustl« war teils eine Anklage des Antisemitismus seiner Zeit und schlug nach Veröffentlichung hohe Wellen in der österreichischen Gesellschaft. Es reicht jedoch nicht das Werk auf eine bloße Anklageschrift zu reduzieren.
Die Handlung erreicht ihren Höhepunkt als Gustl an der Theatergradrobe von einem Zivilisten gedemütigt wird. Um seine Ehre wiederherzustellen, hätte Gustl diesen, nach geltenden Militärgesetz, sogleich erschlagen müssen. Da er jedoch zögert, verliert er so seine Möglichkeit zu Genugtuung. Einsam zeiht er durch das nächtliche Wien und denkt über seine Möglichkeiten nach: Wird der Zivilist die Ehrverletzung publik machen? Soll Gustl sich unehrenhaft aus der Armee verabschieden lassen? Oder soll er den Freitod wählen, um sich ein letztes bisschen Würde zu bewahren? Schnitzler gelingt so die Darstellung eines moralischen Konflikts zwischen Ehreauffassung und der Wahrung des äußeren Scheins.
Ein wichtiger Aspekt des inneren Monologs »Lieutenant Gustl«, ist das von Schnitzler definierte Wesen des »Mittelbewusstseins«. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Gegenentwurf zu Sigmund Freuds Modell der Aufteilung der Persönlichkeit in »Ich«, »Es« und »Über-Ich«. Gemeint ist beim Mittelbewusstsein ein Zustand des »sich Selbst nicht bewusst werdens«. Bei »Lieteunant Gustl« ließe sich dies daran festmachen, dass Gustl zum Beispiel zwar antisemitische Gedanken hegt, aber diese nicht reflektiert, beziehungsweise sich selbst nicht als Antisemit empfindet.
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Der Garten Eden Ernest Hemingway Taschenbuch, Juli 1999 Verkaufsrang: 10205 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Traumhafte Dreiecksgeschichte 5 von 5 Punkten Ein Mann, zwei Frauen, Südfrankreich und das Meer. Alle Sehnsüchte und Ängste zwischen Mann und Frau(en). Ein Meisterwerk Hemingways. Einfühlsam, lebenshungrig, farbenreich und mit schriftstellerischer Überraschung. Absolute Pflichtlektüre!
Löwenjagd beendet 5 von 5 Punkten Dieses posthum erschienene Buch schlägt dem König der Machos ein paar dekorative Schrammen in den Thron: Der Roman handelt von einem Möchtegern-Schriftsteller, der mit seiner Ehefrau in den Flitterwochen an der französischen Riviera weilt. Mit einer weiteren Frau wagen sie sich in eine Menage a trois. Sexuelle Identität wird das - sehr modern behandelte - Thema. Mit Hemingways sonstigen Stierkämpfern, Löwenjägern und Fischern hat die männliche Hauptperson - sensibel, passiv, nachdenklich - dabei überraschend wenig zu tun. Das Ganze liest sich annähernd wie eine härtere, dunklere Version von Tucholskys „Schloss Gripsholm".
verrueckte frauen, beschaeftigte maenner? 5 von 5 Punkten "der garten eden" ist tatsaechlich eines der feinfuehligsten buecher, die hemingway geschrieben hat: catherine und david haben von anfang an ein prolematisches verhaeltnis, denn sie ist reich, womit ihr mann sichtlich probleme hat. auch genuegt ihr nicht die frauenrolle; auf ihre initative werden im bett die rollen getauscht, was david klar als anfang vom ende erkennt. denn er ist nicht faehig, catherine so zu lieben wie sie ist, sondern moechte am liebsten sein idealbild von ihr als "seinem maedchen" aufrecht erhalten. da geht es um mehr, als um sexuelle spielchen, sondern um weibliche und maennliche identitaet. gegen ende des romans wird catherine immer mehr zur verrueckten abgestempelt, die eifersuechtig auf die schriftstellerei davids ist und sein manuskript verbrennt. eine frau, die sich nicht unterordnen kann, kann nur den verstand verloren haben; umgekehrt versagt david, weil ER catherine auch nicht geben kann, was sie braucht. die kritische rezeption tut dem buch keinen abbruch, sondern enthuellt seine vielschichtigkeit.und darueber hinaus ist die lekruere wirklich einfach ein genuss, wenn auch ein melancholischer.
Abgründe im Paradies 5 von 5 Punkten David und Catherine Bourne, heftig verliebt und frisch verheiratet, verbringen scheinbar unbeschwerte Flitterwochen an der südfranzösischen Küste, essen und trinken viel und gut und lieben sich ausgiebig. Fast könnte man meinen, sie erleben so etwas wie das Paradies, das für Hemingway irgendwo an der Riviera und in Spanien (aber auch in Key West und auf Kuba) lag. Auch David ist Schriftsteller. Catherine ist in steigendem Maße eifersüchtig auf seine Welt des Schreibens, von der sie sich ausgeschlossen fühlt. Sie kommt nicht damit klar, wenn er sich in diese Welt begibt, in der er u.a. eigene Erlebnisse und Konflikte zu verarbeiten sucht, so eine Geschichte von der Elefantenjagd mit seinem Vater, der einst gemeinsam mit anderen vor dem 12jährigen David brutal einen Elefanten niedermetzelte, um an dessen Elfenbein zu gelangen. David hatte den Elefanten, dessen Leiden ihn ein Leben verfolgen werden, entdeckt und fühlt sich seitdem als sein Verräter. Catherine, 21 Jahre jung, versucht zunächst durch Rollenspiele Davids Aufmerksamkeit zu gewinnen und von der Schriftstellerei abzulenken, indem sie sich wie ein Mann gibt, was David reizvoll findet, und sich ihm auch sexuell entsprechend nähert, was er widerwillig, aber auch fasziniert, mitspielt. Schließlich bändelt sie mit einer schönen jungen Französin namens Marita an, von der sie bemerkt hat, daß sie in David verliebt ist. Das Spiel mit dem Feuer beginnt, ohne daß Catherine es bewußt zu werden scheint, und sie verführt die beiden zu einer „ménage á trois". Aufgeklärt und anti-spießig, wie sie sich geben, haben sie zunächst viel Spaß bei der Sache, doch langsam und allmählich , großartig subtil dargestellt von dem angeblichen Macho, kommt das Unheil auf, da sie sich natürlich alle überfordert haben, besonders Catherine, die das Ganze aus ihren Ängsten und ihrem schon vorher erkennbaren Hang zu den dunklen Seiten der Liebe und den Abgründen der Seele heraus inszeniert hat. Es kommt also zum Chaos, von dem keiner unbeschadet bleibt, in welcher Form und welchem Ausmaß sollte hier nicht verraten werden. Hemingway war ein Meister der kurzen Sätze und der griffigen, unangestrengten Dialoge. Wer ihn nicht kennt, wird überrascht sein von der Verletzlichkeit, mir der er seine Figuren darstellt, und über die Sensibilität staunen, die seine Beschreibung der Menschen und Landschaften auszeichnet. Er war halt ein hochempfindsamer Schriftsteller, der sich in seine Figuren, darunter die einfachsten Leute, hinein versetzen konnte wie wenige andere, und der hier anhand von Catherine Bourne zeigt, welche Frauengestalten er kreieren konnte. Das Macho-Image ist oberflächlich, sicher entstanden durch seine Vorlieben für Jagd, Stierkampf und Whiskey - gut gemixte Drinks waren ihm noch lieber - und seine Beziehungen zu überaus interessanten (und sehr attraktiven) Frauen. Wie er in diesem nachgelassenen Roman, dessen 1.500 Manuskript-Seiten vom Verlag auf 300 heruntergekürzt wurden, zeigt, waren ihm auch die düsteren Seiten der menschlichen Seele keineswegs fremd. Aber auch die Passagen am Anfang, als noch eitel Sonnenschein herrscht und die Konflikte weit entfernt zu sein scheinen, sind wunderbar einfühlsam verfaßt, etwa wenn David und Catherine sich nachts im Hotelzimmer lieben und hören, wie die Fischerboote mit der ersten Brise zum nächtlichen Fang hinausfahren. Genauso sinnlich werden die Eß- und Trinkgewohnheiten seiner Figuren beschrieben, allein schon deswegen macht es Spaß, das Buch zu lesen; es verlangt einen geradezu nach den köstlichen Imbissen, die wiederholt genossen werden, und diese mit kaltem Weißwein oder Bier hinunterzuspülen. Über 15 Jahre lang soll er immer wieder an der Geschichte geschrieben haben, die in den 20er Jahren spielt - wie traumhaft es damals zum Beispiel in Cannes gewesen sein muß - und natürlich autobiographische Züge trägt, wie so vieles bei ihm. Sein Fundus war weniger die Phantasie als sein eigenes reiches Leben. Beim jetzigen zweiten Lesen (nach seinem Erscheinen 1987) war ich vom Zauber dieses Schriftstellers noch mehr überwältigt als damals, ein Buch, das heute geschrieben sein könnte, oder auch nicht; denn wer könnte das schon: Die einfachen Freuden des Lebens mit einfachen Worten in einer Weise beschreiben, daß man nicht loslassen kann und dabei andere Dinge vernachlässigt, das muß ihm erst mal einer nachmachen.
Das Glanzstück Hemingways 5 von 5 Punkten Der Garten Eden stellt für mich persönlich das Glanzstück der Hemingway Romane und Erzählungen dar. Er hat in dieses Buch all jenes hineingepackt, das er in all seinen vielen Geschichten davor nicht zusammen bringen konnte. Es ist das letzte seiner Werke und nach meinem Wissen wurde es auch erst nach seinem Ableben veröffentlicht. Wer Hemingway mag muss es gelesen haben, wer ihn noch nicht kennt wird bei dieser Lektüre von Zeit zu Zeit eine Lesepause einlegen müssen um sich bewußt zu machen was der Auto hier sagen wollte - obwohl das wird wohl für immer eines seiner größten Geheimnisse bleiben. Sehr zu empfehlen! Viel Spaß dabei.
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Gammler, Zen und Hohe Berge Jack Kerouac Taschenbuch, Januar 1971 Verkaufsrang: 8500 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kerouac, der gefeierte Autor der "beat generation", schrieb mit diesem Buch das literarische Dokument einer Jugend, die für sich die Natur neu entdeckt und die fesseln der zivilisatorischen Annehmlichkeiten abzuwerfen bereit ist. Ein Roman von überquellender Spontaneität und herrlicher Lebenslust.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
"Sieh die Leere an, und sie ist sogar noch stiller" 5 von 5 Punkten Der Ich-Erzähler Ray Smith trampt mit seinem Rucksack durch die Vereinigten Staaten. Er trifft Japhy Ryder, einen Zen-Buddhisten-Jünger, von dem Ray eine Menge über Zen und die Welt kennen lernt. Bei gemeinsamen Touren in die Abgeschiedenheit der Berge lernen sie sich kennen und schnell wird klar, dass sie voll auf der gleichen Wellenlänge liegen und im Wechselspiel voneinander lernen können. Nicht fehlen dürfen natürlich wilde, ausschweifende Partys voll mit Jazz, Sex und Alkohol. Doch immer schwingt der Hauch des Zen mit. Sei es bei diversen sexuellen Orgien mit altasiatischen Klängen im Hintergrund, Zen-Meditationsritualen oder auch die Gespräche der beteiligten Personen und ihren Versuchen, die Welt mit den Zen-Weisheiten erklären zu wollen. In der Stille der Berge fühlt Ray eine starke Verbundenheit zur Natur und sieht im Zen den Schlüssel zu ihr. Als Japhy nach Asien aufbricht, um dort in die Lehre eines Mönchs zu treten, nimmt Ray Japhy`s alte Saisonarbeitsstelle als Waldbrandmelder in der Einsamkeit der Berge an. Hier ist er der Natur so nahe und so ausgeliefert wie nie zuvor in seinem Leben und entdeckt in sich eine bis dahin nicht in diesem Maße gekannte Ausgeglichenheit, Fröhlichkeit und Zufriedenheit.
Dieses Buch Kerouac`s deckt so ziemlich alles ab, was ich an dieser Art von Büchern mag. Abenteuerlust und Fernweh im Wechselspiel mit Partys, guter Musik und hübschen Mädchen. Freiheit, die Natur und die Berge treffen auf die damit verbundene Einsamkeit, die Gefahren aber auch auf eine atemberaubende Schönheit hoch über den Wolken, mit fantastischen Sonnenauf- und untergängen oder sternenklaren Nächten....
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Brief einer Unbekannten Stefan Zweig Taschenbuch, Oktober 2006 Verkaufsrang: 24782 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Mit einem einzigen Brief kann man keine Meisternovelle erschaffen? - Man kann! 5 von 5 Punkten Der "Brief einer Unbekannten" erschien erstmals 1922 in der Sammlung "Amok. Novellen einer Leidenschaft". Und wahrlich, mit Leidenschaften kannte sich Stefan Zweig bestens aus. Er besaß sie nicht nur, er beobachtete sie, formte sie in seinem Innern und bannte sie wie wohl kein Zweiter in stilistisch feinster Manier auf Papier.
Leidenschaften reißen mit, aber sie bergen auch den Kontrollverlust in sich. Der Mensch läuft Gefahr, seiner Leidenschaft dergestalt ausgeliefert zu sein, dass sie sein Leben willkürlich lenkt.
Und eine solche Form der Leidenschaft entblättert sich in dieser Novelle vor dem Leser eines Briefes. Er, ein berühmter, oberflächlicher und durchaus libidinöser Schriftsteller, liest die Zeilen einer Verehrerin. Dabei tritt nicht nur die hingebungsvolle Passion einer jungen Frau, sondern auch das damit im Zusammenhang stehende menschliche Versagen zutage.
"(...) Was war mir Freundschaft, was meine Existenz gegen die Ungeduld, wieder einmal Deine Lippen zu fühlen, dein Wort weich gegen mich gesprochen zu hören. So habe ich Dich geliebt, nun kann ich es dir sagen, da alles vorbei ist und vergangen. Und ich glaube, riefest Du mich von meinem Sterbebette, so käme mir plötzlich die Kraft, aufzustehen und mit Dir zu gehen."
Diese Form der leidenschaftlichen Liebe, die in ihrer Absolutheit und Unbedingtheit, wie sie die Protagonistin vorträgt, etwa an die zwischen Catherine und Heathcliff in Emily Brontes "Stürmhöhe" erinnert, trägt nur ein Manko: Sie blieb einseitig.
"Dir, der du mich nie gekannt" lautet die Überschrift des Briefs. Und in der Tat muss der Leser des Briefes - wie auch der Leser der Novelle - am Ende eine zweite Form falscher Leidenschaftlichkeit erkennen: oberflächliche.
Fazit: Die Form der Psychologisierung, die Zweig seinen Novellen einzuhauchen wusste, fesselt den Leser auch heute noch. Sein Stil, fließende und kunstvolle Satzgebilde, ist überragend. Die im Brief angelegte stufenweise Entblößung stellt einen kleinen Kunstgriff dar, eingeklammert mit den Reaktionen des Schriftstellers vor und nach dem Öfnnen des Briefes. Ohne Zweifel reiht sich "Brief einer Unbekanntem" nahtlos in die großen Novellenschöpfungen Zweigs ein.
Meisterwerk 5 von 5 Punkten "Brief einer Unbekannten" ist das Beste, was ich von Stefan Zweig gelesen habe (neben "Ungeduld des Herzens").
Als der Schriftsteller ahnungslos den Brief öffnet, in dem es heisst, das gemeinsame Kind sei gestorben, begreiftd er Leser ebensowenig wie er, was das bedeuten soll. Genial, wie allmählich - in dem langen Brief - enthuellt wird, in welcher Beziehung die Unbekannte zu dem Schriftsteller steht:
Als sie ein Kind war, waren sie Nachbarn, und sie hat sich unsterblich in ihn verliebt. Die Liebe zu ihm bestimmt fortan ihr gesamtes Leben, und immeer wieder kreuzen sich ihre Wege im Laufe der Jahre, ohne dass er sie wiedererkennt.
"Brief einer Unbekannten" ist der Brief einer Hörigen, einer Besessenen, die nur fuer einen einzigen Menschen gelebt hat - den Schriftsteller - und dann noch fuer das, was sie von ihm hatte, nämlich das gemeinsame Kind. Als das Kind stirbt, ist auch ihr Leben zu Ende.
Fesselnd und beklemmend.
Mitreißende innere Berührung 5 von 5 Punkten Nichts ist persönlicher als ein Brief. Goethes Werther, Kafkas "Brief an den Vater", Oriana Fallacis "Brief an ein nie geborenes Kind" und auch der überaus lesenswerte Brief "Fast ganz die Deine" einer kränkelnden Frau an ihren Fast-Mann von Marcelle Sauvageot geben hiervon beredtes Zeugnis.
Sprachlich tief und berührend schreibt Zweig von der gelebten Liebe einer Frau, die unerkannt ihrem Geliebten gegenüber ihre Liebesbeweise in einem letzten Brief offenbart. Nicht mit freudiger Erwartung beginnend wie Sauvageot es dem Leser offeriert, sondern hart und direkt beginnt in Zweigs Novelle diese Frau ihren Brief an den "Dir, der du mich nie gekannt": "Mein Kind ist gestern gestorben". Und die Verwirrung der Gefühle scheint perfekt, denn wie kann eine Unbekannte damit beginnen, wenn nicht tiefer Bezug in die Erwartung kommen soll. Und die Spannung beginnt von diesem Moment, der Wunsch, das Schicksal aufgeklärt zu sehen, fesselt den Leser zusehends und man spürt die Verzweifelung dieser Frau wachsen, die in ihrem Leben von der Hoffnung des Erkannt-Werden-Wollens lebt und letztendlich mit dem Tode des dann tatsächlich gemeinsamen Kindes alles verliert. Solang ich atme, hoffe ich, mag ihre Wahl gewesen sein. Die Konsequenz: Bewusst wählt sie den Freitod, der eintritt mit dem Ende des Briefes, in dem nun alles gesagt ist.
Gesagt ist Alles. Alles aus der immerwährenden Leidenschaft: Von den Momenten der Nachbarschaft in Kindertagen, von den drei wunderbaren Tagen einer Liebesbeziehung, der die Schwangerschaft folgt, das Kind, das dem Geliebten ähnelt, gleicht und immerfort Antrieb und sichtbares Dokument ihrer Liebe ist, von dem Sturz in das Schicksal wie in einen Abgrund, von allem, was aufbrach, "wusste nur Dich, den Traum von Dir". Bis hin zu der Begegnung, die in eine spontane Affäre ohne Widerspruch und vollendeter Hingabe zweier vermeintlich Fremder mündet, aber niemals zu einem Zeichen des Erkennens seitens des Mannes oder des Bekennens seitens der schönen Frau führt. Die Zurückhaltung der Frau, ihr Wunsch, nur erkannt werden zu wollen von ihrem im Stillen Geliebten führt zur erhöhten Qual der Leidenschaft durch die vom Mann dann bezahlten Liebe dieser einen Nacht. Letztendlich bleibt sie, die Absenderin des Briefes in den Gedanken des Empfängers wie entfernte Musik, körperlos, aber leidenschaftlich.
Zweig ist ein Meister der Sprache, die Leidenschaft, die in dieser kleinen Novelle wohnt, bricht in wunderbarer Weise spannend, mitreißend und in gewisser Hinsicht atemberaubend heraus und berührt den Leser auf unfassbare Weise. Ein Beschwörungszauber ist in Zweigs Sprache. Die Offenbarung der menschlichen Seele ist sein Werk, nicht nur hier, sondern in vielen seiner Werke, weil er die Beobachtung des Unsichtbaren beherrscht.
Diese wunderbare Novelle ist Teil der Meistererzählungen (Meisternovellen), die allesamt in den Kanon der Leidenschaften passen.
Typisch genial 5 von 5 Punkten Stefan Zweigs Novelle „Brief einer Unbekannten" fesselt den Leser in einer atemlosen Kurzgeschichte mehr denn je.Typisch für Stefan Zweig ist es, dass es zwei Handlungsebenen und mehrere Perspektiven gibt, aus denen erzählt wird. In einer sehr kurz gefassten Rahmenhandlung berichtet ein unbekannter allwissender Erzähler von einem Schriftsteller, der zu seinem Geburtstag einen anonymen Brief bekommt. Durch diesen Brief, geschrieben aus der erzählerischen Perspektive des Absenders, kommen die Charaktere des weiblichen Absenders sowie des Schriftstellers und eine unfassbare Handlung zum Vorschein. Die Frau erzählt in einer Verzweiflung, die beim Lesen spürbar ist, von ihrer krankhaften Sucht, die ihr Leben von Kind auf geprägt hat, nach dem Schriftsteller. Dabei kommt sie immer wieder, mit fühlbarer Trauer, auf ihr gerade verstorbenes Kind zurück, welches ihr eine Verbindung zu dem unerreichbaren Geliebten war. Der Schriftsteller nämlich, ein bekannter hektischer Mann, vergaß sie und seine Affäre mit ihr nach einer Reise und erinnerte sich auch nach einer zweiten Affäre nicht wieder an sie. Das Wissen, ihr Lebensziel, mit ihm jemals glücklich zu werden, nicht erreichen zu können, ließ sie letztlich Selbstmord begehen. Das tat sie jedoch nicht, bevor sie diesen genialen Brief noch nicht abgeschickt hatte. Als währe noch nicht genügend Tragik vorhanden, überfällt den Schriftsteller beim Beenden des Briefes eine gewisse Sehnsucht, was zumindest vermuten lässt, dass die Geschichte bei weniger Zurückhaltung der Frau ganz anders ausgefallen wäre. Diese geniale und sehr kurze Novelle lässt sich gut und schnell in einem Rutsch lesen, ist aber auch ideal um sich mit dem Geschehen um einiges länger auseinanderzusetzen. Zurecht, meiner Meinung nach, wird diese Novelle als eine seiner „Meisternovellen" gehandelt.
Kritik zu Stefan Zweigs "Brief einer Unbekannten" 4 von 5 Punkten â¬~Unser Kind ist gestern gestorbenâ¬S â¬" man mag sich wohl vorstellen, wie verdutzt der renommierte Schriftsteller R. ausgesehen hat; beachtet man, dass dieser nie etwas von einer Vaterschaft gewusst hat, geschweige denn von der vermeintlichen Mutter. Ja, so manches ist an dem berühmt-berüchtigten Frauenheld, dem Lebemann von Wien vorbeigegangen. Wie hätte er nur erahnen können, dass sich unter der morgendlichen Post ein Brief befinden könnte, ein Brief, der sein Leben so einschneidend verändern würde, ihn aus dieser sprunghaften, ungebundenen Leichtigkeit herausreiÃxen und ihn im Angesicht seiner eigenen Ignoranz erschaudern lassen würde? Nein, nicht in seinen wildesten Träumen hätte er sich vorstellen können, was ihn sogleich in unruhiger, fremder Frauenschrift erwartete. â¬~Mein Kind ist gestern gestorbenâ¬S â¬" mit diesen Worten beginnt die unbekannte Verfasserin ihr Schreiben. Sie fährt fort, den erbitterten Todeskampf ihres Sohnes zu schildern, in einer Art und Weise, wie es nur eine Mutter, der das Liebste genommen worden ist, zu vermögen weiÃx. AnschlieÃxend wendet sie sich an den Adressierten, unseren notorischen Jungessellen R. , nennt ihn â¬~Du der mich nie gekannt und den ich immer geliebtâ¬S und macht sich daran, ihr Leben, â¬~das immer das deine gewesen und das du nie gewusstâ¬S niederzuschreiben. Sie habe sich als dreizehnjährige Nachbarin nach und nach unsterblich in den Fünfundzwanzigjährigen, der sich trotz seiner Leichtlebigkeit durch so glanzvolle Tugenden, wie Pflichtbewusstsein und Bildung auszeichnete, verliebt und die zwei Jahre der Trennung, die sie in einer fremden Stadt verbracht habe, ausschlieÃxlich in ununterbrochener Wiederholung jeder noch so kleinen Erinnerungen an ihn, existiert. Zurückgekehrt in der Heimatstadt habe sie Tag für Tag vor seinem Mietshaus gestanden, bis er eines Tages auf sie aufmerksam geworden sei und sie über Nacht mit nach Hause eingeladen habe, ohne das ehemals benachbarte Mädchen in ihr wiederzuerkennen. Aus dieser kurzen Affäre sei das Kind hervorgegangen, in das die Mutter all ihre Liebe injizierte, all die unerwiderte Liebe, die sie für dessen Erzeuger hegte: â¬~Aber dieses Kind war alles für mich, war es doch von dir, aber nicht mehr du, den ich nicht zu halten vermochte, sondern du für immer, mir gegeben, verhaftet in meinem Leibe, verbunden in meinem Leben.â¬S Rund zehn Jahre später habe er sie ein zweites Mal zu sich genommen, erneut ohne Kenntnis, wer diese Frau sei. Er habe in ihr nicht die Liebende, sondern nur â¬~das Namenslose, die heiÃxe Stundeâ¬S gesehen. Wieder habe sie ihn nicht über ihre wahre Identität aufgeklärt und erst, als sie den Tod in ihre Glieder steigen spürt, verfasst sie dieses Manuskript, lässt den Unwissenden von ihrer â¬~hingebungsvollen, hündischenâ¬S Liebe, von einer Frau, â¬~die dich mehr geliebt als alle und die du nie erkannt, die immer auf dich gewartet und die du nie gerufenâ¬S, wissen. Trotz dieser Offenbarung ist unser Weiberheld nicht fähig sich an dieses Gesicht zu erinnern, doch regt sich etwas in ihm, â¬~als sei plötzlich eine Tür unsichtbar aufgesprungenâ¬S: er empfindet â¬~unsterbliche Liebeâ¬S für die tote Unbekannte. Mit â¬~Brief einer Unbekanntenâ¬S (1922) hat Stefan Zweig eine Novelle geschaffen, die tief unter die Haut geht, die dem Leser - genau wie bei seiner â¬~Schachnovelleâ¬S (1942) â¬" ein präzises Bild des Seelenlebens eines Menschen malt, ihn an all seinen Gefühlen teilnehmen, all seine Regungen nachvollziehen lässt. Obwohl dieses Werk fiktiv ist und die geschilderte Begebenheit für den normalen Menschenverstand auf den ersten Blick völlig unrealistisch wirkt - eben ein dramatisches Liebesmärchen darstellt - erscheint dies bei näherer Betrachtung doch nicht so weit hergeholt - beachtet man unsere moderne â¬~Popkulturâ¬S. Millionen Jugendliche - besonders die weiblichen scheinen für diese Art der Geistesverwirrung extrem anfällig zu sein - eifern Idolen, ihren â¬~Starsâ¬S hinterher, den Göttern der Moderne, würden alles für eine kurze Begegnung mit ihren Angebeteten tun. Jedoch unterscheidet sich dieser moderne Fanatismus von dem unserer unbekannten Verfasserin: wo dieser erbärmlich wirkt, hat der ihrige etwas Erhabenes, Ehrfurchterweckendes - und das ist nur der grandiosen Fähigkeit des Autors zu verdanken, der wie kein anderer versteht, die menschliche Psyche und all ihre Gefühlsregungen so zu schildern, dass es einem den Atem raubt.
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Transit Anna Seghers Taschenbuch, 2007 Verkaufsrang: 21408 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Weltweit sind Menschen auf der Flucht -- wir kennen die Bilder aus dem Fernsehen. Was es jedoch heißt, sein Zuhause verlassen zu müssen und andernorts nicht willkommen zu sein, ist mir durch Anna Seghers Roman Transit klargeworden. Seghers verarbeitet darin ihr eigenes Flüchtlingsschicksal: Schon 1933 vor den Nazis aus Deutschland nach Paris geflohen, mußte sie 1941 auch Europa verlassen. Eindringlicher als andere Romane über diese Zeit, etwa Lion Feuchtwangers Exil oder Klaus Manns Der Vulkan, schildert Seghers die Angst der Flüchtenden und deren verzweifelte Suche nach einem Land, das bereit ist, ihnen Asyl zu gewähren. Im Zentrum des Romans steht ein aus dem KZ nach Frankreich Entflohener, der namenlos bleibt. Über Rouen und Paris gelangt er nach Marseille, das nach der Besetzung Frankreichs 1941 Sammelbecken für zahlreiche Emigranten wird. Gleichmütig beobachtet er zunächst die verzweifelten Versuche der Flüchtlinge, Visa, Transitscheine und Schiffstickets zu erhalten. Erst als er eine Frau kennenlernt beginnt er selbst die Odyssee von Behörde zu Behörde. Zermürbende Bittgänge zu zynischen Beamten, um rechtzeitig alle Papiere zu bekommen, bevor die "Montreal" ausläuft... Der Titel Transit ist dabei doppeldeutig -- damit ist nicht nur das wichtige Formular gemeint, mit dem andere Länder Flüchtenden die Durchfahrt erlauben, sondern auch der Zustand der Heimatlosigkeit. Ein Thema das leider auch am Ende dieses Jahrtausends aktuell bleibt -- ein lehrreiches Buch, für uns, die wir bequem und sicher in Mitteleuropa leben.--Gudrun Christoph "Transit gehört zu den Büchern, die in mein Leben eingreifen, an denen mein Leben weiterschreibt, so daß ich sie alle paar Jahre zur Hand nehmen muß, um zu sehen, was inzwischen mit mir und mit ihnen passiert ist."--Christa Wolf
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ein großartiges Buch 5 von 5 Punkten Marseille 1940. "Nun stell Dir vor, du hast es erreicht. ... Dein Visum, dein Transit, dein Visa de sortie. Du bist reisefertig. Du hast Dich von deinen liebsten Menschen verabschiedet. Dein Leben hinter Dich geworfen. Du denkst nur an das Ziel. Du willst endgültig an Bord gehen." Der namenlose Protagist führt uns in ein Marseille der wartenden Menschen, alle haben nur ein Ziel, auszureisen... Die Stimmung wird - aufgrund der eigenen Erfahrungen von Anna Seghers, sie verarbeitet ihr eigenes Flüchtlingsschicksal - sehr authentisch eingefangen. Man sieht sie vor sich stehen, die Schlangen wartender Menschen vor den Konsulaten, die, die zusammenbrechen, weil ein Stempel verweigert wird, die, die sich von ihren Angehörigen verabschieden. Großartig geschrieben, (leider) immer noch aktuell, absolut empfehlenswert.
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Kinderseele Hermann Hesse Taschenbuch, 6. September 2007 Verkaufsrang: 16989 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Lehrstück 4 von 5 Punkten Wie es aussieht, schart sich wohl eher naive Gefolgschaft um den mittleren Hesse, während Kenner immer mehr Abstand von dieser oft schwer erträglichen Periode nehmen, wie auch von des Autors Kennzeichnung 1922 dieser und anderer Erzählungen als 'Dichtungen'.
Jedenfalls bleibt 'Kinderseele' wegen des gebändigten Stils und bewährter (hier Selbst-)Beobachtungsgabe nächst der Meisternovelle 'Klein und Wagner' eine der erfreulichsten Erzählungen jener Zeit und stellt kindliche Gewissenskonflikte, ebenso aber die Fühllosigkeit Erwachsener, hier des Vaters, mustergültig dar. Sofern sie denn begegnen, verbreiten Vaterfiguren im Werk schwerlich Sympathie, - kein Wunder, schließlich verweisen sie auf den christlichen Gottespatriarch. Eigentlich findet man ein Lehrstück über ecclesiagene Neurosen, also religionsbedingte Beschädigungen, doch obwohl Hesses Charakter dadurch in hohem Maße verbogen wurde, wagte er doch kein umfängliches Werk über dieses öfter angesprochene Thema...
Allerdings mag man zweifeln, ob die Theodizee, also die Frage nach dem guten Gott in einer bösen Schöpfung, einem Kindergemüt angemessen sei, ferner leidet der Text an Schwächen des Aufbaus, zumindest der Gewichtung, wie sie mangelnde Selbstdisziplinierung des Autors öfter verantwortet: Eigentlich böten die Geschehnisse um den proletarischen Freund, sofern erweitert, Stoff für eine eigene Erzählung, da dieser mit dem Hauptmotiv lediglich äußerlich verknüpft wird, indem er zunächst vorgeschoben wird, dann aber nicht mehr erscheint. Diese Schwäche deckt auch nicht die voraufgegangene Prügelei als umgeleitete Aggression gegen sich selbst und den Vater.
Ärgernis gibt die Vermarktung dieser 80 Seiten, die in einen Sammelband gehörten.
Sehr genau erzaehlt 4 von 5 Punkten Hesse erzaehlt sehr genau wie ich mich als Kind manchmal gefuehlt habe. Und an seiner Sprache kann man eh nicht meckern. Aber es ist eben, weil anders, nicht vergleichbar mit Siddharta oder Steppenwolf. Aber wer Hesse mag, wird auch dieses Buch moegen
Schöne Erzählung 5 von 5 Punkten Wunderschöne Erzählung von einem 11-jährigen Jungen, dem sein schlechtes Gewissen plagt. Ein Einblick in eine Kinderseele, wie wir sie nie besser erleben könnten. Ein Meisterwerk von Hermann Hesse, der uns das Seelenleben eines Kindes (vielleicht sogar von sich selber?) sehr real und anregend erzählt. Das schöne an diesem Buch ist, dass sich jeder Leser mit dieser Geschichte identifizieren kann und schmunzelnd an die eigene Kindheit erinnert wird. Empfehlenswert nicht nur für Hesse-Fans. |
Meisternovellen Stefan Zweig Taschenbuch, März 2001 Verkaufsrang: 76716 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Stefan Zweigs Novellen wenden die neu gewonnenen Erkenntnisse der zeitgenössischen Psychologie in einem biegsamen, fast nervös vibrierenden Stil auf ihre Themen an.« Richard Friedenthal
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Der Psychologe Stefan Zweig 5 von 5 Punkten Seit ich die Schachnovelle in der Schule gelesen habe, bin ich von Stefan Zweig begeistert. Sein Stil mag für die heutige Zeit ein wenig antiquiert erscheinen, seine Themen sind jedoch immer aktuell.
Das faszinierende an Stefan Zweig ist, wie er sich in extreme Psychen hineinversetzen konnte und sie penibel beschrieb. Ob der Amokläufer oder der Spielsüchtige, seine Beschreibungen von Gefühlszuständen packen den Leser und versetzen ihm fast schon in die Lage des Leidenden. Stefan Zweig war Historiker, Schriftsteller, Psychologe und vor allem Menschenkenner.
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Alle Menschen sind sterblich Simone de Beauvoir Taschenbuch, April 2004 Verkaufsrang: 7596 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit Fosca, dem ungewöhnlichen Helden des Romans, dem auf geheimnisvolle Weise Unsterblichkeit verliehen ist, erleben wir sechs Jahrhunderte europäischer Geschichte in blutvollen Gestalten und abenteuerlichen Ereignissen. Foscas wechselvolle Schicksale lassen in ihm die tragische Erkenntnis reifen, daß die Sehnsüchte der Menschen ewig erfüllbar und ihre Hoffnung immer vergeblich sind.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Schön (&) lang 5 von 5 Punkten Nanu! Da schreibt eine mit Sicherheit hochintelligente Frau ein Buch, mit einem Unsterblichen als Hauptfigur - und wie nennt sie es? Ausgerechnet "Alle Menschen sind sterblich"! - Na, offensichtlich ja nicht! Fällt das nicht schon unter "grober Kunstfehler" ?
Naja, wie auch immer.
Während des gesamten Prologs habe ich gedacht, dass dies Buch ein wahre Offenbarung werden könne, doch ich habe mich dann beim Lesen selbst gestört. Möglicherweise bin ich nicht der richtige Typ für ein Buch dieser Art. Und bei über 450 Seiten kann ich sagen, dass es nicht immer ganz leicht war, dem eigenen Anspruch, es durchzulesen, gerecht zu werden. Doch die Gier nach potentiell realitätsnahen Informationen über das mögliche Leben eines Unsterblichen, halfen mir einige Geschichtspassagen zu überfliegen. Wer es mag, den wird es umso mehr begeistern. Doch, und ich glaube, dass dies ein Zeichen für ein eher gutes Buch ist, auch dem, den Geschichte nicht interessiert, wird es kaum gelingen aufzugeben. Spätestens bei Beginn des vierten, wenn nicht schon dritten Teiles wird man sein Interesse wiedererwecken können. Ganz sicher.
Mein anderes Problem war die ständige Überlegung: ist es wirklich so realitätsnah, wie es den Anschein macht? Kann ein Mensch überhaupt so lang bei Sinnen bleiben? Und natürlich, die, jede Illusion zerstörende, Frage: "Wie soll sich Unsterblichkeit tatsächlich darstellen?" Um einen kleinen Anriss zu geben: Was passiert mit einem Unsterblichen, wenn der Planet nichtmehr existiert? Was, wenn das Universum kollabiert? Ich möchte hier nun auch keinen Stoff für den nächsten Bollywood-Streifen vorgeben - ich wollte bloß klar machen, dass einem die Logik durchaus im Wege stehen kann. Die Kunst ist es, wie so oft, sie zeitweise zu unterdrücken, sich den eigenen Gedanken nicht zu sehr hinzugeben, sondern brav den Geschehnissen im Buch zu gehorchen. Einen Gedanken wird man dennoch nicht vermeiden können: was würde ich tun?
Das große Unglück: der Mensch wünscht, was er nicht bekommen kann.
Darüber hinaus wird hier die Frage nach dem absoluten Sinn des Lebens schlichtweg mit "es gibt keinen" beantwortet. Der Mensch lebt und stirbt, egal was passiert. Dieses 'Wissen' ist der Fluch, den Fosca mit sich durch die Jahrhunderte trägt. Obwohl er stellenweise am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen versucht, zerstört er eben diese Welt, die er um ihren Eifer beneidet, mit seinem Gleichmut immer wieder aufs neue.
Beatrice, ein Kind, dass er um seine sorgenlose Lebensfreude beneidete und schließlich zwang, seine Lebensgefährtin zu werden, sagte es so:
"Wenn Antonio (Foscas Sohn; von ihr geliebt) in einen See sprang, wenn er als erster angriff, so bewunderte ich ihn, weil er sein Leben wagte; aber was ist bei dir denn Mut? Ich liebte seine Großherzigkeit: du gibst, ohne deine Schätze zu zählen, deine Zeit zu berechnen, deine Mühen zu wägen, aber du verfügst ja über Millionen Leben, und was du opferst, bleibt immer nichts. (...) Ich ertrage es nicht, von Händen gestreichelt zu werden, die niemals verwesen werden. Es ist wie eine Demütigung."
Wenn man ein wenig kleinlich sein möchte, könnte man natürlich sagen, dass ein Welt, in der ein Unsterblicher umherirrt, nicht die unsrige sein kann, da dies bei uns eher unmöglich scheint. Wenn dies nun also doch möglich ist, vielleicht gibt es dann in jener Welt auch den Wahrhaftigen.. ja muss ihn vielleicht sogar geben, um soetwas zu ermöglichen.Vielleicht verpasst Fosca das ewige Leben im Paradies - doch könnte dies denn überhaupt besser sein? Unsterblichkeit für alle? Ewige Freude?
Noch ein kleines Zitat einer meiner liebsten Stellen: "Ich lächelte immernoch. Er wollte mich provozieren. Offenbar wusste er nicht, dass ich keine Ehre zu verteidigen hatte, keinen Zorn zu beschwichtigen. Es hinderte mich aber auch nichts, ihn zu ohrfeigen, zu verprügeln, ihn zu Boden zu werfen. Ich unterstand keiner ihrer Konventionen. Wenn sie gewusst hätten, wie frei ich ihnen gegenüber war, so hätten sie erst wirklich Angst vor mir gehabt."
Eines noch: Fosca hatte ja ein riesen Glück, in all der Zeit und bei all den Gelegenheiten niemals "auf Lebzeit" gefangen genommen worden zu sein...
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