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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der glückliche Tod Albert Camus Taschenbuch, Juli 1997 Verkaufsrang: 43853 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Albert Camus notierte im Mai 1936 in seinem Tagebuch: 'Eines Tages ein Buch schreiben, das den Sinn gibt.' Dieses Buch wurde geschrieben. Es erhielt den Titel 'Der glückliche Tod'... Es wurde sofort ein Bestseller."("Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt") In einer beherrschten sinnlichen Prosa beschreibt Camus die geliebte algerische Landschaft, die mediterrane Sonne, den tiefblauen Himmel, die glühende Erde, die erlösende See, aber auch das Gefühl der Entfremdung und das vertraute Verhältnis zum Tod.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Es ist keine Schande das Glück vorzuziehen 5 von 5 Punkten Der anfangs gleichgültig wirkende Arbeiter Mersault gelangt an viel Geld und beschließt sein bisheriges Leben konsequent aufzugeben. Er bereist fremde Städte, besucht gute Freundinnen auf der anderen Seite des Meeres, bemerkt, wie er sich selbst neu erfährt, kauft sich ein Haus am Strand, genießt das Leben in vollen Zügen und stellt eine unheilbare Krankheit fest. Ein Buch über das Reisen, Fühlen, das Glück, die Entfremdung, das Verhältnis zum Tod und vor allem über das Leben. Ein kunstvolles Meisterwerk, dass die algerische Landschaft, den tiefblauen Himmel und das erlösende Meer zeichnet, bis man wegsieht, um danach mit diesem schwebend, verklärten Gefühl weiterzugehen, dass nur so etwas außergewöhnlich, schönes zurückzulassen vermag.
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Die flüsternden Seelen Henning Mankell Gebundene Ausgabe, Februar 2007 Verkaufsrang: 13345 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Afrika ist ein schwarzer Mann, der im Dunkeln vorüberhuscht. So sieht es der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell in seinem stark autobiographisch angehauchten Roman Die flüsternden Seelen. Die Nacht scheint sein Eigentum zu sein. Er trägt einen Mantel aus heimatlosen Winden. So poetisch beginnt das Buch, mit einer eindrücklichen Beschreibung von Mankells eigenen Reisen zum nördlichen Ufer des Ljusnan 1955 und 1972 (die erste noch in der kindlichen Phantasie), und doch so platt zugleich. Denn unter diesem Mantel dichterischer Worte findet sich zunächst eine simple Botschaft, die das Offene lyrischer Sprache Lügen straft: In Afrika habe ich etwas entdeckt, das eigentlich keine Entdeckung sein sollte, schreibt Mankell: Die Hautfarbe, die Sprachen, die Art, wie wir Götter anbeten und unser Frühstück machen, Dummheiten betrachten und Kunst machen: Alle Menschen sind verwandt. Wir gehören zur selben Familie. Und tatsächlich: Eine Entdeckung ist das nicht. 25 Jahre hat Mankell, der neben seinen Krimis rund um den melancholischen Kommissar Wallander immer wieder auch über seine zweite große Leidenschaft -- Afrika -- geschrieben hat, nach eigenen Angaben an den Texten von Die flüsternden Seelen gearbeitet. Wer die Anfangsepisoden liest, möchte das gar nicht so recht glauben. Aber dann legt der Text langsam den Mantel der Banalität ab, weil Mankell später ganz auf das vertraut, was er am besten kann: aufs Erzählen. Von Felisberto mit dem unbezwingbaren Lächeln etwa, von der Arbeit als Diener im Kolonialismus und von der Unterdrückung eines ganzen Kontinents. Dann weiten sich Die flüsternden Seelen doch noch zu einem grandios komponierten Panorama, das über die Geschichte Afrikas ebenso viel wie über die einzelnen Menschen zu berichten weiß. Wer gewissermaßen mit kindlicher Phantasie nach Afrika reisen will, dem sei Die flüsternden Seelen unbedingt ans Herz gelegt. Denn es gibt dann doch noch wirklich viel zu entdecken in dem Buch, dessen Anfang man vielleicht einfach überblättern sollte. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Atemberaubend 5 von 5 Punkten Dieses Buch hätte eigentlich 6 Sterne verdient, aber leider kann ich nicht mehr vergeben.
Henning Mankell hat es in die flüsternden Seelen geschafft, trotz der Gewalt die in seinem Buch allgegenwärtig ist, ein mythisches und verzauberndes Bild von Afrika heraufzubeschwören.
Ein wahrer Lesegenuss.
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Jütländische Kaffeetafeln Siegfried Lenz Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 134825 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Bereicherung in jeder Hinsicht - nicht nur für den Kaffeetisch Gebutterte Rundstücke, blätterteigartiger Kranz-kuchen mit Rosinen, Sahne-Großtorte mit Kirschen, Napoleonschnitten, gefüllt mit Vanillepudding, und Nusstorte mit Buttercreme, dazu literweise duftenden schwarzen Kaffee - das alles gehört zur jütländischen Kaffeetafel. Mit humorvollen und ausdrucksstarken Bildern hat Kirsten Reinhold die beliebte Lenz-Erzählung illustriert - ohne auch nur eine der kalorienreichen Etappen des jütländischen Gaumenmarathons auszulassen. Wer inmitten dieser Kuchenschlacht noch nach dem obligatorischen Kleingebäck fragt, gehorcht allen Völlegefühlen zum Trotz allein den Gesetzen der Gastfreundschaft. Nicht zu vergessen: Kredenzt wird die Kaffeetafel nach dem Abendessen, zur vorgerückten Stunde. »Wir brauchen das Zeug, um gut zu schlafen«, sagt der Tischnachbar zum leidgeprüften Gast und meint es bitterernst. Selten liegen herzhaftes Lachen und mitleidiges Grausen so nah beieinander wie in dieser grandios-köstlichen Geschichte.
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Ja Thomas Bernhard Gebundene Ausgabe, Januar 2006 Verkaufsrang: 11173 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Aus Anlaß des 75. Geburtstags von Thomas Bernhard erscheint mit Ja ein Prosastück, das sämtliche seiner großen Themen in den weitgespanntesten Denk- und Satzbewegungen präsentiert. Von Tod und Leben, von Wahnsinn und Vernunft, vom Gehen und Denken ist hier die Rede und damit, wie stets bei diesem Autor, von der Möglichkeit des Überlebens in unseren Zeiten. Die hier erzählte Geschichte läßt sich kurz zusammenfassen: Ein Naturwissenschaftler, der sich wegen seiner Arbeit drei Monate von allem abgeschlossen hat, besucht »urplötzlich«, um sich vor dem Umkippen in den Wahnsinn zu bewahren, einen befreundeten Makler. Die in dessen Haus stattfindende Begegnung mit einem Schweizer Bauingenieur und dessen Lebensgefährtin, einer Perserin, rettet ihn. Allerdings nicht die Perserin: Obwohl der Naturwissenschaftler zunächst als Zuhörer auf gemeinsamen Spaziergängen ihren physischen und psychischen Niedergang aufhält, kann er nicht verhindern, daß sie ihre Ankündigung, sich umzubringen, wahr macht. In kaum einem anderen Buch erfährt der Leser in derart konzentrierter Form die grundlegende Lebens- und Schreibhaltung des Thomas Bernhard: Es kommt stets darauf an, die sich »urplötzlich« einstellenden »lebensrettenden Augenblicke« zu bestehen, damit sich die bloße Existenz in ein geglücktes Leben verwandelt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Der beste Bernhard 5 von 5 Punkten Für mich ist "Ja" das beste Buch, das Bernhard geschrieben hat. Hier hat die Sprache einen unfassbaren Rhythmus und es schimmert zwischen den Zeilen immer wieder durch, wie sehr Bernhard um die Menschen und um das Gute im Menschen gekämpft hat. Es ging ihm eigentlich immer um das "Ja" und nicht um das Nein, das so oft in seine Texte hineininterpretiert wurde. Wer Bernhard kennenlernen will, sollte mit diesem Buch anfangen. Danach ist man sicher ein Fan. Und wenn nicht, sollte man die Hände von anderen Bernhard-Büchern lassen.
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Arnes Nachlaß Siegfried Lenz Taschenbuch, Oktober 2001 Verkaufsrang: 87439 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Kühler, ruhiger Erzählfluß. Breit angelegt. Sich Zeit nehmend. Norddeutsch unaufgeregt. Ja, sowas gibt es noch mit Arnes Nachlaß, dem neuen Roman von Siegfried Lenz. Spannende Geschichte? Ja auch, aber ist das denn so wichtig? Wem trotz all der durch die heutige Literatur marodierenden Heerscharen von Alchimisten und Hannibalisten der Begriff des schlichten Geschichtenerzählens nicht schon völlig ins Absurde gerutscht ist, der wird mit diesem Buch reich belohnt werden. Ach, Arne! Ein Aufseufzen, das sich durch das ganze Buch zieht. Lenz hat das Porträt eines Menschen geschaffen, der kaum auffiel und doch so viel bewegte. Der junge Arne Hellmer, einziger Überlebender einer Familientragödie, findet Aufnahme bei der Familie eines Ex-Kapitäns, der ein Freund seines verstorbenen Vaters war. In Hans, Sohn des Hauses und Ich-Erzähler des Romans, findet Arne einen geistigen Bruder. Zwischen den beiden entsteht eine innige Freundschaft. Dennoch vermutet Hans hinter Arnes Verstocktheit und seinem Trauma durch den schrecklichen Freitod seiner gesamten Familie, bei dem nur er durch Zufall gerettet wurde, ein weiteres, tiefgründigeres Geheimnis. Lenz verlegt den Ort der Handlung in eine Abwrackwerft im entlegensten Winkel des Hamburger Hafens. Hier webt er sein meisterhaftes Geflecht aus Fernweh und Abenteuerspielplatz, zaubert längst vergessene Seefahrtsutensilien aus seiner Sprachtruhe. Und hier in dem nächtlichen Zimmer, an dem die Ozeanriesen vorbeigleiten, lernt Hans seinen unergründlichen Freund Arne, diesen Suchenden und Verzweifelten, endlich kennen -- um ihn wieder zu verlieren. Nun gilt es, Arnes Nachlaß zu ordnen. Im Sammelsurium dieser traurigen Hinterlassenschaft findet Hans die Wahrheit über den verlorenen Freund. Ach, Arne! Wer, wenn nicht ich, soll nun deine Geschichte erzählen? --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 37 Bewertungen)
wie immer ein Lenz 5 von 5 Punkten da Siegfried Lenz zu meinen Lieblingsautoren zählt, ich habe eigentlich fast alles von ihm gelesen, naja nicht alles, aber ich werde jedes Buch von ihm lesen, das mir in die Hände fällt...., ist mein Urteil über dieses Buch schon im Vorhinein, nein, nein, wäre es, da ich es ja schon gelesen habe..also, es ist mal wieder ein typisches Lenz-Buch. Wer seine anderen Erzählungen kennt, weiß ihn zu lesen, und auch hinter seinen Zeilen zu lesen.... er versteht es meisterhaft, alleine durch Gebrauch seiner Sprache, zunächst Vordergründiges zu schildern, wobei der Hintergrund eigentlich das ist, was er sagen will.
Also kurz und gut: es ist eine sehr lesenswerte Sammlungen von Lenz-Geschichten!!!!!
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Rückkehr von den Sternen Stanislaw Lem Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 30822 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auch wenn sich Stanislaw Lem schon vor geraumer Zeit aus dem Literaturbetrieb zurückgezogen hat, gehören Romane wie Solaris oder Der futurologische Kongress dennoch immer noch zu den unbestrittenen Klassikern der Science Fiction und haben bis heute nichts von ihrer Aktualität und Faszination eingebüßt. Mit Rückkehr von den Sternen ist nun eines der poetischsten Werke des polnischen Autors endlich wieder erhältlich (dieser Roman ist früher auch unter dem Titel Transfer erschienen). Nach einer zehnjährigen Expedition in die Tiefen des Weltraums kehrt der Sternenfahrer Hal Bregg in seine Heimat zurück. Auf der Erde sind inzwischen allerdings über hundert Jahre vergangen und die Gesellschaft, die Hal vorfindet, scheint nichts mehr mit jener gemein zu haben, die er einst verlassen hatte. Mithilfe einer chemischen Droge ist es den Menschen gelungen, die zerstörerische Kraft der menschlichen Aggressivität zu bannen. Krieg und Verbrechen haben aufgehört zu existieren, Krankheiten, Hunger und selbst das Alter wurden besiegt. Die Menschheit lebt in Wohlstand und Zufriedenheit -- und dennoch widerstrebt es Hal, sich dieser neuen Erde und ihren sanften Bewohnern anzupassen. Mit ihrer Aggressivität scheint den Menschen auch jeder Lebenswille und Forschergeist verloren gegangen zu sein und Hal begegnet ihnen mit kaum verhohlener Abscheu. Erst die Liebe zu der geheimnisvollen Eri zwingt Hal, sich seiner inneren Zerrissenheit zu stellen. Lem fragt nach der Möglichkeit von Erkenntnis und dem Sinn und Zweck einer Forschung, die den Menschen von seiner eigenen Welt entfremdet. Mit seiner philosophischen Tiefe, der dichten Metaphorik der Sprache, und nicht zuletzt der Eindringlichkeit, mit der Lem seine utopische Welt vor dem Leser ausbreitet, gehört Rückkehr von den Sternen zweifellos zu seinen Meisterwerken. --Sara Schade
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Ein großartiger Roman, der Kontroversen hervorrufen muss 5 von 5 Punkten Hal Bregg, ein Astronaut des 20. Jh. kehrt mit weniger Kollegen nach einem Jahrzehnt zur Erde zurück, als er gestartet ist, wobei wegen relativistischer Effekte dort mehr als ein Jahrhundert vergangen ist. Die Gesellschaft hat sich extrem verändert und die Gewalt und Aggression mit künstlich-chemischen Mitteln wie eine Krankheit weggeimpft. Der Protagonist und seine Gefährten fühlen sich wie primitive Höhlenmenschen stigmatisiert und kommen nur schwer mit der Situation zurecht. Im Gegensatz zu seinen Freunden, schafft Hal es durch die Liebe zu einer modernen Frau, die traumatisierenden Erlebnisse seiner Reise zu verarbeiten und einen Zugang zur Gesellschaft zu finden.
Die Alles beherrschende Frage: Ist der Mensch noch Mensch, wenn sein evolutionäres Vermächtnis der Aggression unterdrückt wird? Ist Fortschritt noch möglich? Denn wie kann sich jemand ohne Risikobereitschaft in eine unbekannte, neue Situation begeben? Und man muss lernen, dass es offenbar doch nicht ganz ohne geht, wenn auch anders, als man zunächst denkt. Dies muss geradezu zu Konflikten beim Lesen führen. Und jeder muss für sich die Vor- und Nachteile abwägen. Eine eindeutige und endgültige Antwort liefert das Buch dazu jedenfalls nicht.
Der Schreibstil ist mal wieder brilliant. Allein schon der Beginn, als die Flut von Eindrücken bei der Ankunft auf der Erde den Protagonisten schier zu erdrücken scheint, wird hervorragend vermittelt. Ein Feuerwerk von oft sinnlich unverständlichen Dingen strömt auch auf den Leser ein. Nach dem ersten Teil musste ich das Buch erst einmal weglegen und kräftig durchschnaufen. Auch im weiteren Verlauf kann man sich oft sehr gut in die Situation des Icherzählers einfühlen und die vielen verblüffenden und zunächst unbegreiflichen Situationen miterleben. Wie von Lem nicht anders zu erwarten, wimmelt es nur vor phantasiereichen Einfällen. Die 300 Seiten sind im Nu durch.
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Die Nackten und die Toten Norman Mailer Taschenbuch, Januar 2004 Verkaufsrang: 15099 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In seinem 1948 erschienener Erstlingsroman Die Nackten und die Toten schildert Norman Mailer die Eroberung der fiktiven Pazifikinsel Anopopei, auf der sich starke japanische Stellungen befinden. An der Nordspitze Anopopeis geht eines Morgens ein amerikanischer Truppenkonvoi mit 6000 Mann vor Anker. Der sich daraus ergebende Kampf um die Insel wird aus der Sicht von 13 Soldaten eines Infanteriezuges erzählt, parallel dazu aber auch aus der Perspektive des Divisionskommandeurs, des rücksichtslosen Strategen General Edward Cummings. Die Nackten und die Toten gilt noch heute als eines der bedeutendsten Erzählwerke über den Zweiten Weltkrieg.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
So viel mehr als ein Kriegsbuch 5 von 5 Punkten "Die Nackten und die Toten", das der jüngst verstorbene Mailer mit 25 Jahren veröffentlichte, und an dessen Erfolg er niemals mehr anknüpfen konnte ist mehr als ein Kriegsbuch: Es ist vielmehr eine Studie, wie Menschen aus verschiedenen Schichten reagieren, wenn man sie in einer Extremsituation zusammenwürfelt. Die 12 Soldaten, die auf der japanischen Insel Anapopei landen, und zusammen einen Alptraum aus Mord, Dreck, Schweiß und lähmender Langeweile durchstehen, sind allesamt so menschlich und bis ins kleinste Detail überzeugend charakterisiert, dass man sie weder als Sympathieträger, noch als Schurken, sondern tatsächlich als menschliche Wesen nachvollziehen kann.
In mehreren Rückblenden, in denen die Vorgeschichten der einzelnen Rekruten ausgeleuchtet wird, bevor sie zur Armee eingezogen wurden, hat der junge Autor eine Einsicht in Milieu und Politik bewiesen, wie man sie bei anderen amerikanischen Autoren wie Updike und Roth bis heute nicht findet: Ehekrisen, Scheidungen, politischer Extremismus, Armut, die Träume einer polnischen Immigrantenfamilie vor ihrer Reise nach Amerika, die Weltwirtschaftskrise, Antisemitismus: All diese Themen behandelt Mailer unter dem Deckmantel eines Kriegsromans; ohne sich jemals zu wiederholen, und ohne jemals platt oder altklug zu wirken. Es ist unbestritten, dass er danach keinen anständigen Roman mehr veröffentlichte - wenn man sich gewisse Preisträger ansieht, gerade in jüngster Zeit, hätte er aber alleine für dieses Jahrhundertepos den Literaturnobelpreis verdient.
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Murphy Samuel Beckett Taschenbuch, Juli 2005 Verkaufsrang: 57508 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Leben in der eigenen Welt 5 von 5 Punkten Nach dem Lesen dieses 220seitigen Romans stellte ich fest, dass dieses Werk auch Literaturnobelpreisträger war. Es war mein erster Beckett-Roman, sein Name fällt in diversen Zeitungen oder TV-Sendungen ja desöfteren.
Dem Buch eine eigentliche Handlung" nachzusagen, wäre zu viel. Es gibt eine Handvoll Figuren: Protagonist Murphy, seine Anvertraute Celia, eine gewisse Miss Counihan, einen Weary, einen Neary, die sich als die liebsten Freunde Murphys bezeichnen und Miss Counihans Opa, Mr. Kelly. Weiters die Krankenpfleger in der Irrenanstalt Bim und Bom, weiters Tickleberry, der seinen Krankenhausjob erfolgreich Murphy aufschwatzen kann.
Murphy ist antisozial und fühlt sich in seiner kleinen Welt" wohler als in der großen Welt, der Realität". Er möchte sich von allem Irdischen lossagen und allein in seinem Geiste leben. Dies gelingt aber nur bedingt, da er sich, wie alle Romanfiguren in diesem Buch, verschiedensten Gefühlsregungen, die Bestandteil des Lebens sind, unterwerfen muss. Auch fühlt er sich, wie die meisten, zum anderen Geschlecht hingezogen, seine Suche nach dem persönlichen Glück in seinem eigenen alleinigen Universum muss also scheitern.
In verwirrenden Verstrickungen liebt hier jeder irgend jemanden, doch nur in seltensten Fällen wird diese Lieber erwidert und wenn, dann nur, weil der eigentliche Wunschpartner gerade einer anderen Romanze nachrennt.
Celia will Murphy zwingen, Arbeit zu suchen (eine der wenigen klar als solche zu erkennenden Fakten/Handlungen/Geschichtsverläufe, die im Buch zu erkennen sind). Er fügt sich ihrem Willen, konstatiert allerdings, dass es Celia, ihn und seinen Geist von diesem Zeitpunkt an nicht mehr geben wird. Etwas wird verloren gehen. Beim Mittagessen trifft er auf Tickleberry, der ihm von seinem ihn aufzehrenden Irrenanstalt-Krankenpfleger-Job berichtet. Er will den Job hinschmeißen, müsste aber Ersatzpersonal bringen, um für die bisherigen zehn Tage, die er dort arbeitete, entlohnt zu werden. Da Murphy von Celia aus ohnehin eine Arbeit suchen soll (sie will ihn ändern, so nicht weitermachen), ist Murphy mit dem Tauschgeschäft einverstanden. Er zieht bei Celia aus, bekommt eine kleine Dachzimmerwohnung. Zu Murphys (ein strenger Nicht-Leser) Glück in der einsamen Wohnung fehlt ihm nur ein kleines Öfchen. Durch komplizierte Weisen gelingt es Tickleberry und ihm, Gas durch die WC-Leitung in Murphy's Wohnung zu leiten.
Murphy erfüllt die Arbeit mit den geistig Gestörten mit großer Zufriedenheit, da sie in seinen Augen den Wirrungen der großen Welt" erfolgreich entrinnen konnten und so leben können, wir er es eigentlich auch will. Nach einer Weile Tagdienst bekommt Murphy allerdings die Nachtschicht, in der er kaum noch Kontakt mit den Patienten hat, da diese ja schlafen. Murphy wird immer depressiver und kommt bei einem Unfall mit dem Gasöfchen um.
Das Buch schließt mit einer Szene, in der Celia und ihr Großvater Drachen steigen lassen. Fazit: etwas wirr und verschroben, aber große Literatur.
***** einfach Beckett 5 von 5 Punkten kurz zum Inhalt: Murphy hat seine Geliebte in Irland verlassen und lebt nun in London mit Celia zusammen. Celia ist eine wunderschöne Prostituierte, die mit Murphy einen neuen Lebensabschnitt beginnen will. Celia sieht sich außerstande Ihren Beruf weiter zu führen. Deshalb bedrängt Sie Ihn sich einen Job zu suchen. Doch Murphy ist in sich gespalten. Er trennt Physis und Psyche und versucht dieses in einer isolierten und Ihm gefälligen Art auszuleben. Damit sind seine Interessen ganz andere & so findet er zu sich indem er gefesselt in seinem Schaukelstuhl verharrt. Als sich seine Geliebte samt Verehrern auf die Suche nach Murphy begibt, nimmt das amüsante Spiel seinen Lauf.
Becketts Art zu schreiben "fesselte" mich an dieses Buch. Der feine Humor darin kitzelte meine Leselust. Es ist diese realistische, minimalistische und zugleich detailverliebte Schreibart die mir gefällt. Leider kann ich es nicht besser Ausdrücken. Zu Beckett fehlen mir die richtigen Worte, alles erscheint einen zu wortreich bzw. wortarm. Man fühlt sich sprachlos und kann dennoch nicht aufhören immer weiter zu lesen. Er beschreibt Myrphy auf eine sehr komische Weise und löst dennoch nichts auf. Alles bleibt offen und muss auch nicht erklärt werden.
Myrphy ist eines der ersten Werke Becketts und aus meiner Sicht das zugänglichste. Es ist sehr stark durch persönliche Erfahrungen und Erinnerungen von Beckett geprägt und besticht durch eine intensive Ironisierung.
Deshalb kann ich nur eines sagen: Empfehlenswert zu lesen und sehr gut als Einstieg zu Beckett geeignet.
Na klar, die Ir(r)en … 5 von 5 Punkten Schock schwere Not, da brat’ mir doch einer ’nen Storch; da wird man alt wie ne Kuh und weiß immer noch nichts von der Bücherwelt. Da hält man sich für einen Lesegourmet erster Güte und man kennt die Prosa eines Samuel Beckett nicht.Man ist halt vorsichtig. Wenn da einer mit „Warten auf Godot“ zur zentralen Gestalt des Theaterjahrhunderts wird und das Stück doch eher durchschnittlich ist, dann geht man als kluger Leser eben behutsamer vor. Dennoch hätte ich’s wissen müssen. Na klar, die Iren. Zu meinen literarischen Hausgöttern gehören mit Jonathan Swift, Lawrence Sterne und James Joyce gleich drei von der grünen Insel. Und nun auch Beckett. Samuel Beckett. Mit „Murphy“ ist ihm ein Buch gelungen, das sich ganz sicher den Werken eines Joyce an die Seite stellen lässt. Klug, skurril und zum Brüllen komisch beschreibt es den letzten Lebensabschnitt seines „Helden“ in einer vertrackten und gelehrt-naiven Kunst- und Causeursprache, die sich gern eleganter und ganz und gar wenig gebräuchlicher Fremdwörter bedient. Das Kaleidoskop menschlicher Schwächen, das in den Nebenpersonen satirisch und ohne jeden wirklichen moralischen Erzählerkommentar gegeben wird, kontrastiert um so deutlicher das Streben Murphys aus der Banalität des Lebens, hin ins Nichts, in die Glückseligkeit des Nicht-Mehr-Sein-Müssens. Murphy, gemessen an den Forderungen der bürgerlichen Gesellschaft ein arbeitsscheues, abergläubisches, schwaches und moralisch zumindest verdächtiges Individuum, beschreitet den Weg eines Idealisten und Lebensverneiners mit ehrlicher Konsequenz. Für den wahren Menschen mit Herz und Verstand kann der Weg nur Irrenhaus und Tod bedeuten. Mal sehen, ob die anderen Romane Becketts mir ähnlich munden …
Becketts witzigster Roman, aber nicht belustigend 5 von 5 Punkten Murphy ist wie jeder andere Antiheld in Becketts Romanen ein körperlich schwacher, hinfälliger Mensch, der sich durch die pure Isolation vor der Welt zu verstecken versucht. Er schafft es nicht, da die ihn umgebenden Personen ihn dazu zwinen ein bürgerliches Leben zu führen. Murphy arbeitet in einer Psychiatrie und findet dort gleichgesinnte. neinneinnein, zuviel Inhalt. Gibt nicht mehr als das worauf die sonne schien, war nichts neues, nichts, ich verliere mich, überall frauen, kann nicht sterben, verdammte Geilheit, muss ich doch wohl tun um jetz..,Ist ja auch egal, ich glaube nur was Suk sagt, WER IST SUK?
Unterhaltsamer, einfacher und kürzer als "Ulysses"... 5 von 5 Punkten ... aber im gleichen, detailverliebten, die Absurdität des menschlichen Strebens und Denkens beschreibenden, den Alltag portraitierenden, Stil gehalten. Was nicht heissen soll, dass Murphy, einer der humorvollsten Romane den ich je gelesen habe, einfach zu lesen sei. Manche Absätze wollen mehrmals gelesen werden und viele haben es sogar verdient! So kam ich nicht herum die Stelle an der Murphy sein Mittagessen zu sich nimmt 3 mal hintereinander zu lesen und mich jedesmal von neuem in diesen (tragi-)komischen Charakter Murphys und die Schönheit des Beckett'schen Satzbaus zu verlieben. " ... so würde plötzlich das ganze Assortiment lebendig werden und ihm den schillernden Tanz seiner totalen Vertauschbarkeit vortanzen, da es auf hundertzwanzig Weisen zu essen wäre!"(S.80) Humorvoll, (selten habe ich über einem Buch gesessen und so oft wirklich laut gelacht), kurzweilig und gleichzeitig anspruchsvoll. Beckett hat hier ein geniales Stück Unterhaltung geschaffen, das für all die zu empfehlen ist, denen es nichts ausmacht, dass mal der Zusammenhang verloren geht und die volle Schönheit belangenloser Poesie zu schätzen wissen!
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Demian Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 38974 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wie alle Hauptwerke Hermann Hesses hat auch der Demian, den der damals 40jährige Autor mitten im Ersten Weltkrieg schrieb, eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Daß dieses im Herbst 1917 vollendete Buch erst im Juni 1919, ein halbes Jahr nach Kriegsende, veröffentlicht wurde, lag an der Unbekanntheit des Verfassers. Denn Hesse hatte das Manuskript dem Verlag als das Erstlingswerk eines kranken jungen Dichters empfohlen, des zeitkritischen Poeten Emil Sinclair, der bisher nur in Zeitungen und Zeitschriften durch pazifistische Mahnrufe und Erzählungen aufgefallen war (die gleichfalls von Hesse stammten). Doch trotz des Inkognitos erlebte das Buch eine geradezu stürmische Aufnahme und wurde noch im Erscheinungsjahr mit dem Fontane-Preis für das beste Erstlingswerk eines Nachwuchsautors ausgezeichnet. Thomas Mann verglich die elektrisierende Wirkung des Buches mit der von Goethes Werther, da es »mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf und eine ganze Jugend, die wähnte aus ihrer Mitte sei ihr ein Künder ihres tiefsten Lebens entstanden, zu dankbarem Entzücken hinriß«. Bis zur Entdeckung des Pseudonyms im Mai 1920 erschienen drei Auflagen, denen dann unter Hesses eigenem Namen zu seinen Lebzeiten noch 93 weitere folgten. Bis heute hat der Demian eine deutsche Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren erreicht und wurde in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt. Unsere Ausgabe enthält ein ausführliches und informatives Nachwort von Volker Michels.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 57 Bewertungen)
Wahrheit 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist bisher eines der genialsten Werke, das ich je gelesen habe. Dank der zahlreichen Rezensionen, ist es wohl nicht mehr notwendig auf den Inhalt oder dergleichen einzugehen. Ich möchte "Demian" einfach jedem empfehlen, der sich annähernd für die menschliche Psyche, sein eigenes Seelenleben, Symbole oder Träume interessiert. Für mich ist dieses Werk ein wunderbarer Seelenspiegel... ein literarischer Leckerbissen ... Wahrheit.
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Die Erzählungen Joseph Roth Gebundene Ausgabe, 25. Februar 2008 Verkaufsrang: 12620 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das ist geballte Erzählkunst: Sämtliche Erzählungen von Joseph Roth in einer Sonderausgabe. Joseph Roths scharfe Beobachtungsgabe und minuziöse Prosa, die seine Romane und Feuilletons auszeichnen, lassen sich auch in seinen kunstvollen Erzählungen bewundern. Dieser Band präsentiert alle Geschichten des »größten Schriftstellers, den Österreich je hervorgebracht hat« (André Heller), in einer besonderen Ausstattung zum Sonderpreis! Der chronologische Aufbau der zwischen 1916 und 1939 entstandenen Erzählungen vermittelt ein genaues Bild von der literarischen Entwicklung Joseph Roths: Der Bogen seiner Erzählkunst spannt sich vom Frühwerk »Der Vorzugsschüler« über die »Die Legende vom heiligen Trinker«, »eine der schönsten Legenden, die im 20. Jahrhundert gedichtet wurde« (Marcel Reich-Ranicki), zur Novelle »Der Leviathan«, Roths letzter gleichnishafter Erzählung vom Korallenhändler Nissen Pizenik. Joseph Roth erzählt lauter alltägliche Geschichten, bevölkert von lauter traurigen Figuren, die lauter unglückliche Schicksale haben. Wie er diese Verliebten und Sonderlinge, diese Schmuggler und Rittmeister, Huren und Eisenbahner, Briefträger und Lehrer mit leichter Hand in unvergessliche Figuren verwandelt, grenzt an Zauberei und ist doch nichts als große Literatur. »Joseph Roth hatte die Lust des geborenen Erzählers an Menschen und Geschichten und das korrespondierende Talent des genialen Zuhörers.« Hermann Kesten »Jede Seite, jede Zeile, ist wie die Strophe eines Gedichts, gehämmert mit dem genauesten Bewusstsein für Rhythmus und Melodik.« Stefan Zweig
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Kleine große Meisterwerke... 5 von 5 Punkten ... sind diese Erzählungen des großen Altösterreichers Joseph Roth ("der katholischste Jude und der jüdischste Katholik", so ein Freund über ihn), die der Kiepenheuer&Witsch-Verlag nun in einer wohlfeilen (und schönen) Ausgabe vorlegt.
Die Palette reicht von der frühen Erzählung "Der Vorzugsschüler" (1916) über diverse undatierte Texte bis zu den großen Erzählungen aus den 30er Jahren ("Stationschef Fallmerayer" - 1933; "Die Büste des Kaisers" - 1935; "Die Legende vom heiligen Trinker" -1939 und "Der Leviathan" - 1940).
Die Themenbreite ist einerseits riesig; andererseits ist - gerade in den umfangreicheren Werken - die Welt der untergegangenen k.u.k.-Monarchie (und hier in erster Linie der Osten) besonders präsent.
Es sind Meisterwerke (sprachlich wie inhaltlich), die dem Leser eine Welt zeigen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, da sie - die jüdische Welt des Ostens - von den Nazis brutal zerstört wurde.
Ein Tipp: Sollten Sie, verehrter Leser, einmal in die Westukraine kommen, besuchen Sie das Städtchen Brody (ist der Geburtsort von Joseph Roth und gehörte bis 1918 zur k.u.k.-Monarchie; knapp hinter der Stadt war damals die Grenze zu Russland). Am Gymnasium von Brody legte der Autor seine Matura (= Abitur) "Sub auspiciis majestatis" mit Auszeichnung ab. In eben dieser Schule gibt es einen kleinen Joseph-Roth-Gedenkraum. Erste lebende Fremdsprache an der Schule ist Deutsch!
Heftigste Leseempfehlung! |
Wenn das Herz denken könnte...: Sätze aus dem Gesamtwerk Fernando Pessoa Gebundene Ausgabe, September 2006 Verkaufsrang: 20605 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Beste von Fernando Pessoa in Kürze, kenntnisreich und persönlich zusammengestellt von seinen deutschsprachigen Verlegern, Marie-Luise Flammersfeld und Egon Ammann. Pessoa für Anfänger und Fortgeschrittene, für Erst- und Immerwiederleser. Die Einstiegsdroge für die große Ausgabe der Neuübersetzungen.
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Grieche sucht Griechin Friedrich Dürrenmatt Taschenbuch, Januar 1985 Verkaufsrang: 65631 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Arnolph Archilochos ist Unterbuchhalter eines Unterbuchhalters in der Geburtszangenabteilung einer großen Firma. Des Alleinseins müde geworden, gibt Arnolph Archilochos eines Tages ein Heiratsinserat auf, dessen Text kurz und vielsagend lautet: Grieche sucht Griechin. Und das Wunder geschieht: der dickliche Junggeselle lernt das reizendste Mädchen kennen, das man sich erträumen kann. Nur einen Fehler hat sie.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Subtil, humorvoll, böse - großartig! 5 von 5 Punkten Dürrenmatt gab dem kurzen Roman oder der langen Erzählung "Grieche sucht Griechin" den Untertitel "Eine Prosakomödie". Wer die großen Komödien Dürrenmatts - vor allem "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame" - kennt, wird tatsächlich auch in diesem Prosatext vieles finden, was Dürrenmatt als Bühnenautor auszeichnet. Zu nennen wären da: Fabelhafte Dialoge, der doppelte Boden der Sprache, die bitterböse Gesellschaftskritik verpackt in einer flüssigen und freien Sprache sowie die tiefere Botschaft, die unterschwellige philosophische Aussage des Geschriebenen. Aber vor allem, und das macht Dürrenmatt kaum einer nach, der subtile, pechschwarze Humor. Alle bekommen hier einmal wieder ihr Fett weg, die Kirche, der Staat, die Spießbürger und die Gesellschaft überhaupt.
Das Buch enthält neben "Grieche sucht Griechin" auch noch zwei kürzere Prosatexte Dürrenmatts: "Mister X macht Ferien", eine Persiflage auf Himmel und Hölle (leider nur als Fragment vorhanden, der Großteil der Handlung ist nicht ausformuliert, sondern liegt nur als Entwurf vor) sowie die Groteske "Bericht über den Stand des Zeitungswesen in der Steinzeit", ein kurzer und meiner Meinung nach etwas schwächelnder Bericht eines Redakteurs der Steinzeitpresse.
Dürrenmatt ist sowohl ein Meister der Dramas als auch der Prosa. Wer subtilen und durchaus auch etwas bösen Humor mag, dem rate ich dringend zur Lektüre von "Grieche sucht Griechin", für Dürrenmattliebhaber ist es ohnehin ein Muss.
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Deutschstunde Siegfried Lenz Gebundene Ausgabe, 1968 Verkaufsrang: 85134 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Siggi Jepsen hat einen Deutschaufsatz über "Die Freuden der Pflicht" zu schreiben. Ein Thema, das ihn zwangsläufig an seinen Vater denken läßt, einen Dorfpolizisten, der eines Tages einen hochpolitischen Auftrag erhält...."Ein Meisterwerk, dessen Ernst voller Trauer ist - wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat." (Werner Weber)Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
Vater und Sohn 5 von 5 Punkten In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein Vater ist Ausdruck dieses Pflichtgefühls schlechthin, in dem er das Malverbot für einen expressionistischen Maler überwacht. Wie die Nationalsozialisten ein Land abseits ihrer Parteigänger hat überwachen können, wird in dieser eindringlichen Geschichte geschildert. Die Menschen funktionieren über Freundschaftsgrenzen hinweg, fühlen sich berufen, Anordnungen durchzusetzen, zu gehorchen. Doch Siegfried Lenz erschafft auch ein Stück Widerstand in der Figur des Jungen, der sich dem Vater in seiner blinden Pflichterfüllung widersetzt, indem er dem Maler hilft, seine Bilder zu verstecken. Dass Verblendung häufig in Starrsinn übergeht, zeigt Lenz in dem Verhalten des Vaters nach dem Krieg, indem er keinen Zweifel zulässt, weiterhin glaubt, seine Pflicht erfüllen zu müssen, indem er die versteckten Bilder in Brand setzt. Siegfried Lenz ist mit der Deutschstunde sowohl gelungen, seine Leser einen Einblick in den nationalsozialistischen Alltag zu geben, als auch die Frage aufzuwerfen, wie hätte man selbst reagiert, neigt man nicht selber dazu, sich hinter dem aufgetragenen Notwendigen zu verstecken. Dass ausgerechnet Siggi Jepsen, der zu helfen versucht hat, in der Besserungsanstalt landet, ist an Hohn kaum zu überbieten. Siegfried Lenz kennt sein Land, die Menschen darin. Ihnen beim Leben zuzusehen, kann manchmal erschrecken. Nach dem Fall des Dritten Reiches haben viele behauptet, sie hätten nichts von Gräueln gewusst. Sie hätten nur Befehle ausgeführt. Wie ein solches Leben im Kleinen, in der Nachstellung, in der Unterdrückung aussieht, das alles formt der Autor zu einer mitreißenden Geschichte.
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Duell mit dem Schatten Siegfried Lenz Taschenbuch, März 2000 Verkaufsrang: 86560 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was damals geschah, lastet schwer auf ihm. Er erhofft sich Befreiung von diesem Druck und versucht, Mitleid und Verständnis von der Tochter zu erpressen. Doch die Schuld ist unter der Glut der libyschen Sonne stärker. Und die Begegnung mit zwei jungen Engländern, die auch die damaligen Kampforte aufsuchen, vermittelt dem Mädchen allmählich die Kraft, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten, sich von ihm zu lösen. Die Wüste wird zu einem Raum, in dem sich das Schicksal von Menschen erfüllt auch deutsches Schicksal. Ein zeitgeschichtlicher Roman über die Schuld der Väter im Krieg und deren Bewältigung durch die Söhne und Töchter.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
einfach klasse 5 von 5 Punkten Hier greif siegfried lenz ein thema auf, dass jeden leser emotional mitleben lässt. Es ist der konflikt zwischen tochter und vater, der vater geht auf reise mit seiner tochter biggi nach nordafrika, wo der vater "oberst" seine kriegsvergangenheit zu bewältigen versucht, eigentlich möchte er gern dort alleine hin, jedoch braucht er die hilfe von biggi, da er schon körperlich beeinträchtigt ist.Außerdem versucht der Oberst seine tochter verständnis und v.a. mitleid für die kriegsvergangenheit und das dort geschehene bei ihrer tochter biggi zu erregen. In diesem ganzen roman entstehen oft konflikte zwischen vater und tochter, wobei die tochter stets unterliegt, bis sie neugierig wird, was der oberst einst für ein verhältnis hatte mit seinem soldatenkamerraden makenroth. Durch ein Unglück kommt sie in kontakt zu zwei engländern, die ebenfalls ihre erinnerungen an den krieg wachrütteln wollen, die engländer sind von der jungen dame völlig angetan und helfen ihr aus den schlamasel, der durch das unglück ausgelöst wurde, wieder herauszukommen. Durch einen der engländer erfährt sie, dass das verhältnis zwischen den oberst und makenroth garnicht so makellos war und sie "müpft" auf gegenüber seinen vater und will die wahre vergangenheit ihres vaters wissen... Siegried Lenz beschreibt die natur sehr schön, wie die erbarmungslose hitze auch stets wieder konflike entstehen lässt, die sich gegen den menschen richten. Die Rolle des Oberst ist die faszierensde peron überhaupt, sie lässt bei den leser richtig wut aufkommen über seine sturrheit und verachtung gegenüber allem, ein richtiger "kotzbrocken" halt. Das Buch ist einfach ein Muss für jeden "lenz- fan"!, ist auch nicht so langatmig wie andere lenz bücher, da stets etwas passiert. |
Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche Stefan Zweig Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 21319 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hölderlin, Kleist, Nietzsche - drei Außerordentliche, denen sich Stefan Zweig als "Psychologe aus Leidenschaft, Gestalter aus gestaltendem Willen" zutiefst verbunden fühlte. Unverstanden von ihrer Generation, enden alle drei "vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord." Sigmund Freud rühmte Stefan Zweigs "Vollkommenheit der Einfühlung" in Wesen, Charakter und Gedankenwelt schöpferischer Menschen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Dionysos in Weimar 5 von 5 Punkten Es sind keine Biographien im herkömmlichen Sinn, die Stefan Zweig hier geschaffen hat, sondern eher psychobiographische Essays oder Psychogramme. Historisches oder Biographisches im engeren Sinn interessiert ihn nur insofern, als es geeignet ist, das Wesentliche und Typische seiner Figuren sichtbar zu machen. Im Vergleich miteinander soll dieses Typische herausgearbeitet und sichtbar gemacht werden. Das erinnert an Plutarchs Methode der vergleichenden Doppelbiographik und Zweig nennt ihn im Vorwort auch einen "erlauchten Ahnherren".
Was ist nun das Wesenhafte, das Hölderlin, Kleist, Nietzsche miteinander verbindet? Zweig nennt es das "dämonische" Element. Das Dämonische, das ist Übermaß und Ekstase, Selbstentäußerung und Selbstvernichtung, tragische Atmosphäre, "ein Gewitterhimmel von Gefahr und Gefährdung des Lebens", Rauschkunst und fieberhaftes Schaffen. Es ist auch kein Zufall, dass in diesem Kontext immer wieder altgriechische Sprachbilder auftauchen: Das Dionysische, das Pythische (Orakelhafte), das Orphische, das Tragische. Hölderlin und Nietzsche und zu einem guten Teil auch Kleist, sie mögen im Deutschland des 19ten Jahrhunderts gelebt haben, aber ihr Denken wurzelt fest in griechischem Boden.
Es hat aber seinen Preis, als Altgrieche in deutschen Ländern zu leben. Das ist die andere Seite, die Zweig herausarbeitet: Nomadische Existenzen sind es, Besitzlose, Heimatlose, Familienlose, die ständig an der Grenze leben, physisch und psychisch. Und an der äußersten Grenze ihrer Existenz, kurz vor dem geistigen Verfall (Hölderlin, Nietzsche) oder der Selbstvernichtung (Kleist) schaffen sie Ungeheuerliches, Großartiges: Nietzsche verglüht zum Klang seiner Dionysos-Dithyramben, Hölderlin verdämmert in der Rhythmik seiner Nachtgesänge, Kleist zelebriert seine Selbstauslöschung in der dunklen Messe seiner Todesbriefe. Dieser Weg in den Abgrund, in die letzte Götterdämmerung ist der rote Faden, den Zweig in seinen Psychogrammen nachzeichnet.
Nie "psychologisiert" Zweig. Das ist deshalb bemerkenswert, weil er sich selbst als "Psychologe als Leidenschaft" bezeichnet und das Buch Sigmund Freud gewidmet ist. Zwar notiert er manchen bemerkenswerten Gleichklang in der Familienkonstellation (alle drei wachsen sie früh vaterlos auf, bleiben ein Leben lang von den Müttern abhängig), in der Sozialisation (deutsche Gymnasialtradition), im späteren Bindungsverhalten (distanziert und zugleich schwärmerisch) oder in den künstlerischen Neigungen (zentral bei allen drei: die Musik). Aber diese psychologischen Erkundungen dienen immer nur dazu, die Kräfte und Temperaturen des "Dämonischen" freizulegen, niemals aber dazu, die dionysischen Gesänge selbst auf einen Familienroman zu reduzieren. Davor schützt Zweig - neben seinem Kunstverständnis - sicher auch die tief empfundene Nähe zu den Portraitierten.
Nie "moralisiert" Zweig. Zwar führt er die "Dioskuren" aus Weimar, Goethe und Schiller als Gegenpole zu Hölderlin, Kleist und Nietzsche ein und zeigt wie die beiden den "Dämon" bändigen konnten, während ihm die drei verfallen sind. Der Vergleich impliziert aber keine Wertung. Keine künstlerische, aber auch keine moralische. Gewiss, Goethes Dichtung (wie auch sein Leben) ist, bei aller Dämonie im einzelnen (Werther, Faust) doch an sich "gesund". Kräfte und Gegenkräfte balancieren sich aus, Sinnlichkeit und Vernunft, Einzelstreben und Gemeinschaftsgefühl gehen eine harmonische Verbindung ein. Nicht umsonst gilt Goethe als Sinnbild des Klassischen, des Humanistischen. Anders die Jünger des Dionysios: Deren Werk und Leben ist bei aller Harmonie im einzelnen doch an sich "ungesund", grenzüberschreitend, zerstörerisch. Die Abgründe des Dämonischen sind augenfällig: Rausch, Gewalt, Exzess liegt hier in der Luft. Aber in ein paar Randbemerkungen zeigt Zweig auch die von vielen gefühlten Untiefen des Humanistischen auf: das Abgleiten ins Pietistische, Quietistische.
Kann man es sich aussuchen, ob man zum "Hammer des Herren" (Nietzsche) wird, oder zum "orphischen Sänger des Göttlichen" (Hölderlin) oder zum "Herrn Geheimrat" (Goethe). Ja? Das wäre dann aufklärerisch-deutsch gedacht. Nein? Das wäre dann tragisch-griechisch gedacht. Ich denke, Zweig neigt mehr zur griechischen Antwort...
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Das fünfte Kind Doris Lessing Taschenbuch, April 1997 Verkaufsrang: 19377 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der kleine Ben hat nichts Kindliches an sich. Er ist mehr ein bösartiger Troll als ein menschliches Wesen, und wie ein finsteres Verhängnis bricht er über die Familienidylle Harriets und Davids herein. "Das fünfte Kind" ist eine eindringliche Parabel auf das Abgründige und Dunkle im Menschen und auf die Kraft unerschütterlicher Liebe.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 51 Bewertungen)
Ungeheuerlich ! 5 von 5 Punkten Sehr, sehr spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Verpackt in diesen überhaus eindrücklichen und beklemmenden Roman sind verschiedene kontroverse und gesellschaftskritische Themen (Verantwortlichkeit von Aerzten, Lehrern, Polizisten etc., Vorbestimmung und Herausforderung des eigenen Glücks, Umgang mit behinderten oder andersartigen Menschen, Verurteilung anderer Lebensgewohnheiten und vieles mehr).
Eine Geschichte, die einem nicht mehr loslässt und sehr berührt. Auf jeden Fall lesenswert !
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Wo warst du Adam? Heinrich Böll Sondereinband, 1972 Verkaufsrang: 18455 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur Buchhandelslehre, 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders; seit 1950 freier Schriftsteller in Köln; für sein Werk erhielt er u.a. 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Wo warst du Adam? - Ich war im Krieg! 5 von 5 Punkten Noch nie habe ich ein Buch gelesen, welches den (zweiten Welt-)Krieg so detailliert und so greifbar beschreibt, ihn dabei so furchterregend und vor allem so sinnlos erscheinen lässt. Wahnsinn....
Es ist das Erstlingswerk Heinrich Bölls, der ohnehin zu meinen persönlichen Lieblingen gehört und irgendwie hatte ich als Leser das Gefühl, jede einzelne Granate explodieren zu hören, jeden noch so winzigen Spritzer Blut, von dem Böll schreibt, sehen zu können...
Es ist im Prinzip eine Aufreihung von verschiedenen Kriegsgeschichten, die alle mehr oder weniger miteinander verbunden sind, aber im Prinzip auch getrennt voneinander zu lesen sind, was mir es jetzt schwer macht, es irgendwie anschaulich zu beschreiben, ohne die Pointen vorwegzunehmen, wesehalb ich mich auch auf ein oder zwei dieser kurzen Geschichten beschränke:
Zum einen wäre da die Brücke (die wird auch im Klappentext als Beispiel hergenommen), die im Krieg gesprengt wurde, die dann nach einer ganzen Weile plötzlich wieder neu aufgebaut werden sollte. Böll beschreibt detailliert die Einzelheiten während des Brückenbaus, während den Tagen, bis die Brücker endlich fertig ist, die vom restlichen Ort abgeschnittenen Bewohner eines kleinen ungarischen Weilers wieder mit diesem verbindet. Und dann, just an dem Tag, an dem die Brücke fertig ist, hört man, wie die Russen im Anmarsch sind, eben auf diese Brücke und paff, keinen Tag steht sie und wird wieder gesprengt...
Im Klappentext steht zu dieser Sache: Was kann die Sinnlosigkeit des Krieges besser verdeutlichen als die Sprenung dieser Brücke? (nicht wörtlich, aber sinngemäß)
Die andere Sache, die, die mich persönlich am meisten mitgenommen hat, spielt sich in einem KZ ab, dessen Vorsteher einen seltsamen Hang zur Musik hat und daher jeden Juden bei Einweisung singen lässt und dann, je nach Gesangsqualitäten, sofort hinrichten lässt oder ihnen eine Schonfrist zu geben, die er dann im "Lagerchor" zu verbringen hat. So lange, bis plötzlich eine junge Musiklehrerin vor ihm steht und anfängt zu singen, so schön, wie er noch nie wen hat singen hören, ein katholisches Kirchenlied...
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, der Krieg war eine furchtbare Sache und "Wo warst du, Adam?" trägt sicher dazu bei, dass wer dieses Buch gelesen hat, den Krieg niemals vergessen kann... auch wenn er ihn nie selbst miterlebt hat!
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Herz der Finsternis Joseph Conrad Taschenbuch, September 1991 Verkaufsrang: 26769 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In den Abenteuerbüchern Joseph Conrads ist der Dschungel still. Im Herz der Finsternis (1899) etwa schlängelt sich der Kongo lautlos durch die "erhabene Stille des Urwalds": Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der "schweigenden Wildnis" ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur "ein Wort" in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun "als eine Stimme dar". Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf "Das Grauen! Das Grauen!" sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: "Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme". Im Herz der Finsternis, das von den teuflischen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie von den düstren Untiefen der menschlichen Seele berichtet, ist auch der Ich-Erzähler Marlowe für seine Zuhörer "nicht mehr gewesen als eine Stimme". Auf der CD-Fassung des Reclam Verlags nun leiht der 57-jährige Schauspieler Christian Brückner, der bereits Robert de Niro und Alain Delon synchronisierte, dem Organ des Kapitäns sein raues Timbre. Er tut dies mit viel Gespür für Conrads Text: Denn während der charismatische Kurtz "ernst, tief, bebend" -- als Störung im Urwaldschweigen eben -- hätte gesprochen werden müssen, ist die von Brückner gegebene Erzählstimme Marlowes ruhig, schlängelnd und tiefgründig wie der Kongostrom. "Meine Stimme ist es, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann", behauptet Marlowe einmal. Nun macht uns die unverwechselbare Stimme Brückners den herrlich gleichförmig mäandrischen "Zauberfluss der Rede" vom Herz der Finsternis anschaulich. Getreu dem auf Kurtz gemünzten Diktum Conrads: "Man spricht nicht mit dem Mann -- man hört ihm zu". 5 CDs, Spieldauer: 303 Minuten. --Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Kino für die Ohren. Ganz große Erzählkunst. 5 von 5 Punkten Die Geo Hörwelten Auswahl ist an sich schon ein Genuß. Aber mit Joseph Conrads -Herz der Finsternis- wird dem Hörer ein besonderer Leckerbissen angeboten. Ein klassischer Erzähler der alten Schule mit einer überbordenden Geschichte von Leid, Glück, Abenteuer und Forscherdrang. Geschrieben in Worten, die auch heute noch berühren und anfassen. Aber gerade da liegt das Problem bei den klassischen Erzählern wie Conrad, Steinbeck, Sayoran oder Hemingway. Der heutige Leser findet oft nur schwer Zugang zur Sprache der großen Schriftsteller. Sicher sieht das bei einer absoluten Leseratte anders aus, aber nicht jeder verschlingt dutzendweise Bücher; schon gar keine Klassiker. Und genau hier setzen die Geo Hörwelten in genialer Weise an. Die alten Geschichten der großen Meister wollen erzählt werden. Okay, man kann sie auch lesen, aber es sind Erzählungen. Und wenn man einen Christian Brückner gewinnen kann, der die Geschichte in einer Art und Weise präsentiert, dass einem jeder Satz ein Bild in den Kopf zaubert, das sich einem die Nackenhaare aufstellen und man das Geräusch der Stromschnellen hört; was will man dann noch mehr?
Der alte Kapitän Marlowe erzählt seinen Freunden von seiner Reise den Kongo hinauf. Dort sucht und findet er den geheimnisvollen Mister Kurtz, der eine Art Phantom unter den Elfenbeinhändlern zu sein scheint. Gerüchte eilen ihm voraus und der junge Marlowe muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um die gefahrvolle Reise zu meistern...
Eine einfache Geschichte, aber erzählt mit Worten, die die Welt still stehen lassen können. Klar, einfach, phantastisch. Wer den Zugang zur Weltliteratur noch nicht gefunden hat, hier kann er es noch einmal versuchen. Sich einfach zurücklehnen, Christian Brückners Stimme lauschen und sich von Joseph Conrad in das dunkle Afrika zur Wende des 19. Jahrhunderts entführen lassen. Eine Reise mit den Ohren, die sie, das kann ich fast versprechen, nie wieder vergessen werden.
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Erzählungen Heinrich Böll Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 16024 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als Heinrich Böll 1972 den Literaturnobelpreis erhielt, wurde er als einer der bedeutendsten Romanciers seiner Zeit gewürdigt. Mindestens ebenso groß ist sein Rang als Meister der kurzen Form. Dieser Band präsentiert Erzählungen aus vier Jahrzehnten in besonderer Ausstattung zum Sonderpreis! Es beginnt im Jahr 1937 mit der Erzählung »Jugend« und endet 1982 mit der Humoreske »In welcher Sprache heißt man Schneckenröder?«: Heinrich Böll hat seine literarische Laufbahn mit Kurzgeschichten eröffnet, und er ist diesem Genre Zeit seines Lebens treu geblieben. Der Erfolg der frühen Erzählungen aus den Jahren nach dem Krieg setzte sich in den 50er und frühen 60er Jahren fort, in denen Böll die kurze literarische Form zur Vollendung führte. Der von Jochen Schubert herausgegebene Band bietet eine umfassende Auswahl aus dem erzählerischen Werk Heinrich Bölls und folgt dabei mehreren Gesichtspunkten: Neben den bekanntesten Erzählungen stehen solche, die aufgrund ihres Themas und ihrer Erzählweise repräsentativ sind, und andere, die bisher noch gar nicht oder nur an schwer zugänglichen Orten veröffentlicht wurden. Die insgesamt 75 Erzählungen dokumentieren auf anschauliche Weise das Schaffen Bölls in diesem Genre, bieten eine Fülle von Lesestoff und dazu unter dem Titel »Gibt es eine deutsche Story?« einen nicht mehr zugänglichen Essay Bölls aus dem Jahre 1953. Der Band wird ergänzt durch ein editorisches Nachwort des Herausgebers.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Überfällig 5 von 5 Punkten Fast scheint es so als ob Heinrich Böll etwas in Vergessenheit geraten sollte.
Am ehesten finden noch seine plakativeren Werke wie "Ansichten eines Clowns" oder "Die verlorene Ehre der Katherina Blum" Aufmerksamkeit, aber seine leisen Werke gelten inzwischen eher als unpopulär.
Es ist daher sehr zu begrüssen, dass insbeondere seine Erzählungen neu aufgelegt werden, da die Qualitäten des Autors in diesem Genre am stärksten zum Vorschein treten.
Böll vertsteht es in diesen unaufgeregten Texten mit sparsamer Sprache auf den Grund der Dinge vorzudringen. |
Wandlungen einer Ehe Sandor Marai Taschenbuch, Juli 2004 Verkaufsrang: 55681 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unglaubliche 60 Romane hat er hinterlassen. Nach den unerwarteten Bestsellererfolgen der letzten Jahre mit den um 1940 erschienenen und erst am Ende des Jahrhunderts wiederentdeckten Werken Die Glut und Das Vermächtnis der Eszter werden sie jetzt einer nach dem anderen wieder (oder erstmals) aufgelegt: Sándor Márai (1900-1989) ist posthum zu einem der wichtigsten Autoren Ungarns, ja sogar Europas des 20. Jahrhunderts erklärt worden. Das eine oder andere der in dieser Márai-Renaissance ans Tageslicht gespülte Buch hat allerdings Zweifel aufkommen lassen, ob man die Bedeutung des Romanciers nicht doch etwas überschätzt habe -- zu marginal erschien so manches Werk. In Wandlungen einer Ehe, 1941 genau zwischen dem Vermächtnis der Eszter und Glut erschienen (und 1949 bereits auf Deutsch erstmals veröffentlicht), straft Márai alle Kritiker Lügen und behauptet eindrucksvoll seinen Platz unter den Großen der Literaturgeschichte. Der dreiteilige Roman erzählt eine klassische Dreiecksgeschichte: die zwischen Mann, Frau und Dienstmädchen. Das Spezifische dieser Konstellation sind die gesellschaftlichen Grenzen, die zwischen den Protagonisten stehen, und die zeitgeschichtliche Einbettung: Denn der Roman ist unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Vor diesem Europa für immer verändernden Hintergrund variiert Márai hier seine großen Themen Liebe und Verrat auf kluge, reizvolle und spannende Weise und stellt in gewohnt fesselnder und dichter Sprache die große Frage nach der Existenz und Dauerhaftigkeit echter, tiefer Gefühle. Ein großes Buch über ein komplexes Beziehungsgeflecht in schwierigen Zeiten. --Christoph Nettersheim
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Wunderbarer Roman mit viel Tiefgang 5 von 5 Punkten Sándor Márai wurde leider erst zehn Jahre nach seinem Freitod der Rang zugestanden, den er in der Weltliteratur verdient hat. Seine Romantrilogie "Wandlungen einer Ehe" ist ein Lesegenuß besonders für Vielleser mit Allgemeinbildung.
In diesem Roman wird das großbürgerliche Ungarn in der Zeit zwischen den Weltkriegen beschrieben und zwar aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zunächst Ilonka, die bürgerliche Ehefrau, die spürt, daß ihr Mann nicht ganz zu ihr steht. Teil Eins dieser kühn konstruierten Trilogie liest sich spannend und atmosphärisch dicht. Er ist für sich schon ein Kunstwerk und war ein in sich abgeschlossenes Werk bis Márai Teil zwei schrieb. Hier wird die gleiche Geschichte erzählt aber aus einer anderen Perspektive, nämlich der des Ehemannes, der zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen ist. Es geht hier ein ganzes Stück weiter in der Rahmenhandlung. Teil Drei schließlich rundet das Ganze ab, indem auch die dritte beteiligte Partei, die zweite Frau diese klassische Dreiecksgeschichte aus ihrer Sicht erzählt. Hier entwickelt sich der Roman noch einmal großartig weiter; denn der Leser muß einige seiner bereits gewonnenen Erkenntnisse relativieren und die Urteile, die er sich in Teil Eins und Zwei gebildet hat.
Das Konzept "Drei Menschen erzählen die gleiche Geschichte jeweils aus ihrer Sicht" ist hier perfekt durchgearbeitet und vollkommen stimmig. Márai bietet darüber hinaus mehr als nur handwerkliches Können. Er schenkt uns das Stimmungsbild, die genaue Atmosphäre einer Epoche, die dem Untergang geweiht ist und das Psychogramm mehrerer feinsinniger Menschen, die diesen Untergang vorausahnen.
Wer etwas für die leisen Töne, die genaue Beobachtung unterschwelliger gesellschaftlicher und psychologischer Strömungen hat, kann diesen Roman genießen. Ich möchte das Buch für den sensiblen und gebildeten Leser empfehlen.
Auch wenn man etwas über Literatur und das Schreiben guter Texte lernen möchte, kann man aus diesem Roman Erkenntnisse gewinnen; denn sie enthalten viele Passagen, in denen über das Schreiben und die Schriftstellerei reflektiert wird. Dies ist eines der Bücher, die unbedingt lesen sollte, wer auch etwas über das Verfassen von Texten mit tiefgehender Aussage erfahren möchte.
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