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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der Schaum der Tage. (Wagenbach SALTO) Boris Vian Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 141919 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Colin hat seinen Freund Chick zum Essen geladen - alles ist bestens vorbereitet: blaßblaues, zum Teppich passendes Tischtuch, als Tafelaufsatz ein Glasgefäß, in dem zwei in Formalin schwimmende Hühnchen das Spectre de la Rose von Nijinski darstellen; als Aperitif gibt es einen Drink aus dem Pianococktail (jeder Note ist ein Getränk oder Gewürz zugeteilt, man muß nur noch die Melodie bestimmen). Nicolas, der Koch, serviert Pastete von einem Aal, den er mit Ananas-Zahnpasta aus der Wasserleitung gelockt hat. Die beiden Freunde unterhalten sich über Schielston, den neusten Modetanz, und natürlich über Jean-Saul Partre, den Chick mehr liebt als seine Freundin Alise und für dessen in Stinktierleder gebundene Ausgabe von Moder oder Erbrechen er sein ganzes Geld ausgibt. Als Colin endlich die süße Chloe kennenlernt - sie sieht aus, als wäre sie von Duke Ellington arrangiert -, wird gleich geheiratet, mit allem, was dazugehört: Ehrenpäderasten, einem schneeweißen Automobil und Unmengen von weißen Gladiolen und roten Rosen, mit denen die Zimmer ausgelegt werden. Der kleine Zwischenfall in der Kirche (der erste Kapellmeister war zu nahe an den Rand der Empore getreten und ins Leere gestürzt) wird nicht weiter beachtet, genausowenig wie einige nur von den Mäusen mit den netten Schnurrhaaren bemerkten Veränderungen in der Wohnung: die Sonnen scheinen nicht mehr so hell, die Kacheln erblinden, und die Ecken der Zimmer verschwinden. Noch auf der Hochzeitsreise hat Chloe ein rätselhaftes Gefühl. Professor Frißtfrist läßt zwar den Goldpegel in Colins Tresor immer weiter sinken, weiß aber keinen rechten Rat ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Eines der schönsten Bücher... 5 von 5 Punkten ...die ich je gelesen habe. Ein wunderschöner Liebesroman mit vielen tollen Metaphern!!! - hier wird Gefühl durch märchenhaft schöne Elemente des Erzählens ausgedrückt.
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Wenn das Herz denken könnte...: Sätze aus dem Gesamtwerk Fernando Pessoa Gebundene Ausgabe, September 2006 Verkaufsrang: 99031 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Beste von Fernando Pessoa in Kürze, kenntnisreich und persönlich zusammengestellt von seinen deutschsprachigen Verlegern, Marie-Luise Flammersfeld und Egon Ammann. Pessoa für Anfänger und Fortgeschrittene, für Erst- und Immerwiederleser. Die Einstiegsdroge für die große Ausgabe der Neuübersetzungen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
...aber kann man rosen lösen...??? 5 von 5 Punkten fragt der ehem. prof. günter grote in seinem aufsatz "nicht cogito, ergo sum-sondern umgekehrt: est, ergo, cogito" ...
natur und poesie haben gesetz und regel...aber eben auch spielerische freiheit und lebendigkeit...
leider habe ich pessoa und damit auch diese wirklich hervorragende kleine zusammenstellung seiner lyrik erst recht spät kennen gelernt...aber sofort, unmittelbar geschätzt...
heidegger hätte sicherlich direkt gemerkt "hier setzt sich wahrheit ins werk"...
die verse pessoas sind keine geschriebenen gedichte...sie sind mehr als poesie bei aller erotik...sie bilden eine harmonie und wesenhafte umsetzung von liebe, leben und wahrheit...
sie sind eine parallele natur zum leben, wenn nicht gar das leben an sich...
es gibt mut, kraft und stimmige einsichten, dieses dünne aber eben verdichtete büchlein zu lesen...(= ein wunderbares geschenk für freunde...!!!)
eine sehr gute auswahl als neugierig machender einstieg in das gesamtwerk des portugiesischen, leisen "stars", der worte setzt wie cézanne seine farben, um damit gestalt zu erzeugen, die dann existiert, als wäre sie immer da gewesen...selbst-verständlich...!!!
so wird man den rosen anders (eher) gerecht, als sie nur chemisch zu analysieren, biologisch zu beschreiben oder physikalisch auf ihre funktionen hin zu testen...
der "duft" dieser gedichte ist nicht nur ein olfaktorischer reiz...er ist mehr als ein parfum...er erfasst auch den leser wesentlich...denn dichterisch wohnet der mensch (m.h.) |
Taifun Joseph Conrad Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 113386 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Kapitän MacWhirr bemühte sich zu sehen, mit angestrengter Wachsamkeit des Seemanns, der dem Sturme ins Auge schaut wie einem persönlichen Gegner, um seine verborgene Absicht zu durchdringen und das Ziel und die Stärke des bevorstehenden Angriffs zu erraten. Aber der Sturm kam ihm aus undurchdringlicher Nacht entgegen. Er fühlte die Unruhe seines Schiffes unter sich und vermochte nicht einmal, einen Schatten von dessen Form zu erkennen. Er wünschte aus tiefster Seele, es möchte anders sein, und konnte doch nur schweigend warten, hilflos wie ein Blinder.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein großer Autor, lustlos übersetzt 3 von 5 Punkten Die titelgebende Geschichte dieser Sammlung von 4 Novellen gehört zum besten, was Joseph Conrad je geschrieben hat. Die anderen 3 Geschichten fallen dagegen etwas ab. Nicht, dass diese weiteren Geschichten schlecht wären, aber wenn Conrad ganz auf der Höhe seiner Kunst war - wie eben in "Taifun" - , dann setzte er Maßstäbe, denen er an "normalen" Tagen m.E. selbt wohl nicht ganz folgen konnte (wenn er allerdings ganz bei sich war, wie z.B. in Nostromo, Lord Jim oder Herz der Finsternis, dann war er in seinem Metier kaum zu überbieten!).
Etwas bedrückend finde ich die teilweise lustlos wirkende Übersetzung, die an einigen Stellen Sätze produziert, die nicht lesbar wirken und sogar kaum Sinn ergeben. Hier hat der Verlag übel gepfuscht - sie werden diese Stellen mühelos finden und meine Meinung überprüfen können.
Und so werden aus den 5 Sternen dann nur 3: ein halber Stern Abzug für die 3 weiteren Geschichten, einfach weil sie nicht so fesselnd und bezwingend sind, und 1,5 Sterne Abzug, weil der Verlag seine Übersetzer offensichtlich nicht ordentlich bezahlt.
Entfesselte Naturgewalten 5 von 5 Punkten Wenn man so wie ich diese Erzählung genau in dem Zeitraum liest, als ein Seebeben Indonesien heimsucht, dann ist der Schrecken doppelt groß.Der Mensch meint in seinem Wahn ja, sich die Welt Untertan machen und sich über die Natur stellen zu müssen und verkennt, dass die Naturgewalten ihn immer wieder in seine Schranken verweisen werden. In der gleichnamigen Erzählung "Taifun", als einer von dreien in diesem Buch, wird das Schiff Nan-Shan von Kapitän McWhirr (!) geführt. Es gerät im indonesischen Meer in einen gewaltigen Sturm. Nur die emotionslose Nüchternheit, die übrigens stark an Sten Nadolnys John Franklin in "Die Entdeckung der Langsamkeit" erinnert, rettet Mannschaft, Besatzung und Schiff. Die gut 100 Seiten wollen von der aufgebauten Spannung her am liebsten in einem Stück gelesen werden. Die Schilderung der Naturgewalten ist sprachlich brilliant. Nicht nur für Seefahrer. |
Gertrud Hermann Hesse Taschenbuch, Januar 1983 Verkaufsrang: 174856 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Gutes Buch! 5 von 5 Punkten Die Geschichte des aufstrebenden Komponisten Kuhn, der seit einem Unfall bei einer Schlittenfahrt, bei der er ein Mädchen beeindrucken wollte, auf einem Bein gelähmt ist. Beinahe hat er schon mit dem Leben abgeschlossen, doch die Liebe an der Musik hält ihn am Leben. Er lernt durch seine ersten Kompositionen den bekannten Opernsänger Heinrich Muoth kennen, dem er anfangs mißtraut. Mit der Zeit verbindet die beiden durch ihre Einsamkeit eine tiefe Freundschaft. Gertrud, eine gute Freundin Kuhns, ist seine heimliche angebetete. Doch als er ihr seine Liebe offenbart, muss er feststellen, dass sie keine Gefühle für ihn hat. Später wird sie Heinrich heiraten... Gute Figuren und Hesses wunderbare, bildhafte Sprache machen dieses Buch zu einem besonderen Genuß. Kein Meisterwerk, aber ein äußerst gelungenes Buch. Sehr Angenehm zu lesen, einfach verständlich. Sollte man mal lesen!
Solides Handwerk 4 von 5 Punkten Sicherlich nicht das stärkste Werk Hesses, aber dennoch lesenswert. Hesses sprachlichen Fähigkeiten faszinieren auch bei "Gertrud". Wieder einmal geht es um einen Einzelgänger. Dieser lernt die große Liebe kennen, die indes seinen Freund ehelicht. Das ganze findet ein tragisches Ende. Will man Hesses Gesamtwerk lesen gehört dieses Buch dazu. Mit dem "Steppenwolf" oder "Unterm Rad" kann es sicher nicht mithalten.
Sehr schön aber nicht magisch! 4 von 5 Punkten Obwohl "Gertrud" einfach und schön geschrieben ist, voller Leidenschaft und Dramaturgie, eben wie man es von Hermann Hesse gewöhnt ist und gerade das seine Werke besonders auszeichnet, erreicht dieses Buch nicht die Größe des "Steppenwolf" oder "Deminan". Besonders zu empfehlen ist "Gertrud" Menschen die Musik oder Hermann Hesse lieben. Natürlich kann man auch bei diesem Buch nicht auf ein glückliches Ende hoffen, sondern muss mit dem Protagonisten lieben und leiden.
Das Glück einer unglücklichen Liebe 5 von 5 Punkten der 'zufall' trug mir dieses buch in die hand, von dem ich zuvor nichts weiter als den titel wußte, und von dem ich nun so unendlich berührt bin. das thema der liebe zieht sich durch fast alle werke hesses, doch gefangen hat er es in gertrud wie in kaum einem anderen buch. es ist die geschichte des jungen kuhn, der einen traum von musik hat, der sich nur schlecht mit den richtlinien der schule vereinbaren läßt. für ihn ist musik der klang der sphären und es ist sein bestreben dem mit seinen eigenen kompositionen nahezukommen. was ihm recht gut gelingt, als er die liebe spürt, die nah bei ihm nicht zu greifen ist. dabei ist kuhn jedoch kein normaler junger und gesunder mann. das leben schien sich durch einen schweren schicksalsschlag gegen ihn ausgesprochen zu haben, ihm nicht gönnen zu wollen, was es anderen läßt; gesundheit, glück und liebe. dennoch ist sein leben wohl noch reicher an allem entbehrten, als das der menschen seines nahen umfeldes. - in wunderbarer zartheit hat es hesse in meinen augen vollbracht, eine weitere facette der liebe aufzuzeigen, in der nicht alles so wünschenswert verläuft und die doch unverzichbar ist. gertrud ist ein roman der gefühle, des lebens; in kuhn kann man auch sich selbst sehen, denn die zerrissenheit, die zur vollkommenheit oder ganzheit führen kann, das undurchsichtige auf und ab, ist nah vertraut in augenblicken, in denen man an das eigene ringen um leben und liebe denkt.
Ein Frühwerk - aber ein Hesse 5 von 5 Punkten Wie in anderen Rezensionen schon zu lesen war, merkt man, daß es sich um ein frühes Werk von Hesse handelt. Es ist noch nicht so durchdrungen von Hesses Anforderungen an den Menschen und zeichnet eher ein düsteres Bild der Hauptperson Kuhn ab, aus dem es auch keinen Ausweg gibt. Trotzdem ist es sehr zu empfehlen, gerade wenn man erst beginnt, sich mit Hesse zu beschäftigen.
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Der Untergeher Thomas Bernhard Taschenbuch, 9. Januar 2007 Verkaufsrang: 118818 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Erzähler ist beim Schreiben einer Arbeit über den Klaviervirtuosen Glenn Gould, als ihn die Nachricht erreicht, daß sein Freund Wertheimer, der Untergeher, sich umgebracht hat. Die drei hatten sich in Salzburg bei einem Musikkurs von Horowitz kennengelernt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Drei Facetten von Bernhard 5 von 5 Punkten Bernhard, Thomas, Der Untergeher, 1983 (Suhrkamp Taschenbuch)
Die Personenkonstellation und Handlung: Der Sprecher und Wertheimer lernen Glenn Gould, dessen Genialität und Überlegenheit beide schnell erkennen, in einem Meisterkurs bei Horowitz in Salzburg kennen. Während Gould bald zu Weltruhm kommt, stürzen die beiden anderen in eine Existenzkrise: beide vergleichen sich mit Gould und geben ihr Klavierspiel auf, der Sprecher (S) wird Weltanschauungskünstler", philosophiert, sucht sich in diesem Buch Klarheit über Wertheimer und über sich zu verschaffen. Wertheimer (W) begeht Selbstmord, er erhängt sich vor dem Haus seiner Schwester in Chur, die gegen seinen Willen geheiratet hat. Nun besucht der Sprecher (S) Traich, den letzten Aufenthaltsort W.s, in der Hoffnung, dort noch Aufzeichnungen von ihm zu finden, vergeblich. Er erfährt von dem Hausknecht Franz, wie W seine letzten Tage zubrachte: Er ließ sich aus Wien einen verstimmten Flügel schicken, lud im Gegensatz zu seiner sonstigen Menschenscheu seine ehemaligen Studienkollegen ein, bewirtete sie ausgiebig, quälte sie aber mit seinem unablässigen Klavierspiel kurz bevor er sich umbrachte, also ein Beispiel von Selbsthass und Selbstzerstörung.
Glenn Gould repräsentiert Bernhards Verabsolutierung der Kunst, Kunst wird begriffen als Bollwerk gegen..(die) Welt" (31), alle drei betreiben ihr Klavierspiel mit einer alles andere ausschließenden Besessenheit, W und S so lange, bis sie auf Gould stoßen.
Im Wesentlichen versucht S sich über sich selbst Klarheit zu verschaffen, indem er sich über W Klarheit zu verschaffen versucht. Für den Leser ist klar, dass W offensichtlich ein alter ego von S, sprich Bernhard, ist., oder besser gesagt: die drei Figuren sind Facetten von Bernard: Gould insofern, als Bernhard als obsessiver Künstler ebenfalls zu Weltruhm gekommen ist. Interessanter ist dann die Differenzierung zwischen W und S.
S gibt sich gern als der, der das Leben im Gegensatz zu W gemeistert hat. So heißt es später über die Kunst und W: "Er wollte Künstler sein, Lebenskünstler genügte ihm nicht, obwohl doch gerade dieser Begriff alles ist, das uns glücklich macht." (149) S radotiert mit unnachsichtiger Hellsichtigkeit über W und sein notwendiges Scheitern, offenbar ein Prozess der Selbstorientierung und Stabilisierung für Bernhard selbst. So distanziert S sich von Ws Untugenden: W war neidisch (auf Gould), suchte den Ruhm und die Anerkennung , quälte seine Schwester und machte sie vollkommen abhängig von sich. Schließlich warf er sich auf die Geisteswissenschaften, um hier ersatzweise zu Ruhm zu gelangen. Dass W alter ego von Bernhard selbst ist, wird z.B. an der Tatsache deutlich, dass W "eine deprimierende Jugend" (143) gehabt hat - wie Bernhard selbst.. Schließlich hatte sich W (wie Bernhard von Zeit zu Zeit) auch in die ländliche Einsamkeit verkrochen, wobei S nun dagegen zu Felde zieht und stattdessen die Anonymität Madrids preist (wo Bernhard selbst sich auch aufhielt).. Das Buch ist so etwas wie ein unaufhörlicher, gewissermaßen rasender Monolog von S - äußeres Geschehen, Dialoge werden in diesen Monolog eingeebnet. "Ich werde mich in der Calle del Prado einsperren und über Glenn schreiben und ganz von selbst wird mir Wertheimer deutlich werden, dachte ich." (224). Damit ist die Unabgeschlossenheit der Reflexion angedeutet, denn während er sich dies vornimmt, tut er es bereits. Also setzt er auf seinen unaufhörlichen Monolog, sein sehr subjektives Kreisen um dieselben Dinge: Wie immer übertrieb ich auch jetzt...so, dachte ich, gehe ich immer gegen Andere vor, ungerecht ja verbrecherisch."(215)
Bernhard hat mit seiner unnachahmlichen Schreibweise eine Möglichkeit gefunden, über sich und seine Kunst zu schreiben.
2.4.07
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Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter: Novelle in vierundzwanzig Sätzen Friedrich Dürrenmatt Taschenbuch, Januar 1988 Verkaufsrang: 163002 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Getrieben von Satz zu Satz, in vierundzwanzig Sätzen, gerät eine Filmjournalistin, indem sie den Auftrag annimmt, das Schicksal einer jungen Frau zu rekonstruieren, in Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden, indem sie, bedroht vom Beobachter, den sie beobachtet, in einer Welt, wo alle alle beobachten, in die Falle geht, die sie sich selber gestellt hat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Großartige Spannung 5 von 5 Punkten Da ich prinzipell keine Bücher über 100 Seiten lese, bin ich von Dürrenmatts Werk überwältig. Es ist ein phantatisches Feuerwerk voller Phantasie und Ideen, welche auf viele Alltagssituationen sehr gut übertragbar sind. Wußten wir nicht alle, dass wir uns nur beobachtet fühlen können, wenn wir den Beobachter beobachten?
Das sprachliche Niveau ist einmalig und es gibt nur wenige Bücher, welche in 24 Sätzen so viel erzählen können. Ein scheinbarer Mord zieht eine Reporterin in ein unbekanntes Krieggebiet. Dabei sind die Themen so aktuell wie kaum zuvor Terrorismus, Krieg(sinnlos?) und Geheimdienste(Überwachungsstaat).
Was heute erst diskutiert wird, ist in diesem Werk schon analysiert.
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Die grünen Hügel Afrikas Ernest Hemingway Taschenbuch, Januar 2003 Verkaufsrang: 85327 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die autobiographische Erzählung basiert auf Erlebnissen Hemingways bei einer Großwildjagd, an der er 1933 teilnahm. Hier fabuliert er voller Lust über die Pirsch im Dornendickicht der afrikanischen Steppe, die Jagd auf Kudus und Antilopen, Löwen und Nashörner, die wilde Schönheit und Grazie des Animalischen. Die 'primitive', archaische Dimension der Großwildjagd gestaltet Hemingway als ein maskulines Urerlebnis, das Mensch und Tier im Fokus des gewaltsamen Todes zusammenführt: ®Eine der größten Freuden beim Töten ist das Gefühl der Rebellion gegen den Tod, das man erlebt, wenn man ihn verursacht.¯
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Afrika - politsch unkorrekt 4 von 5 Punkten Schön, dass es solche Bücher gibt: Ohne sich um das Für und Wider der Jagd kümmern oder über das politische System Afrikas referieren zu müssen, schreibt Hemingway auf, was ihn an seiner Safari fasziniert. Und das ist faszinierender als manch' ein zeitgenössisches Produkt aus einer um correctness bemühten Feder. Allerdings: Ein richtiger Roman im klasssichen Sinne ist es nicht. Aber wer jemals in Kenia war - dort herrscht übrigens mittlerweile zu recht ein strenges Jagdverbot, weiß wie schön dieses Land, wie unvergleichlich diese Tierwelt und wie interessant seine Menschen sind. Und genau für diesen Buchkäufer beschert dieser Hemingway tolle Lesestunden.
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Kalendergeschichten Bertolt Brecht Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 22995 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wir haben ein Volk vor Augen, das Geschichte macht, das die Welt und sich selbst verändert. Wir haben ein kämpfendes Volk vor Augen und also einen kämpferischen Begriff volkstümlich", schrieb Bertolt Brecht 1938. Dies zur Volkstümlichkeit der Kalendergeschichten aus eigener Produktion, die Brecht kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Lesebuch zusammenstellt. Der Band gehört 1949 zu den ersten Ausgaben, mit denen sich Brecht nach den Jahren des Exils in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands vorstellt - für die junge Generation zum ersten Mal.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Brecht at his best 5 von 5 Punkten Ein Muss für einen Jeden, welcher deutsche Literatur interessant findet. An den Kalendergeschichten führt einfach kein Weg vorbei. Lehrreich, unterhaltsam und bestens geeignet zum weitererzählen....
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Unterm Rad. Sonderausgabe Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 90910 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach dem großen Erfolg der Jubiläumsausgabe von Das Glasperlenspiel legt der Suhrkamp Verlag nun das »vielleicht schönste Buch von Hermann Hesse« (Marcel Reich-Ranicki) in einer ebenso außergewöhnlichen Umschlaggestaltung und Ausstattung vor: In handlichem Format, mit Flex-Cover, transparentem Folienumschlag, gedruckt auf chamoisfarbenem Papier und mit einem Lesebändchen. »Das Werk des jugendbewegten, doch nicht nur von der Jugend geschätzten, ja auch geliebten Erzählers Hermann Hesse hat sich als verhältnismäßig dauerhaft erwiesen und war auch nach dessen Tod (er starb 1962 in hohem Alter) außerordentlich erfolgreich und das nicht nur in der deutschsprachigen Welt, sondern auch in den Vereinigten Staaten und in Japan. Dieses Echo hat seine guten Gründe, die nicht anderswo zu finden sind als in Hesses Epik: Sie bietet eine Mischung aus deutschromantischer Tradition und moderner Psychologie, aus Naturanbetung und Zivilisationsverachtung. Hesse war bemüht, den berühmten Weg nach innen zu gehen
so der Titel eines seiner Gedichte: Der Abwendung von der als fragwürdig und abstoßend empfundenen Gegenwart und der heftigen Kritik des bürgerlichen Lebens, ja, der Meuterei gegen die bestehende Gesellschaftsordnung entspricht in dieser Prosa die Sehnsucht nach einer soliden und stabilen Ordnung. Einer der sensiblen Träumer und einsamen Außenseiter, die an den Zwängen der modernen Gesellschaft leiden, ist der Schüler Hans Giebenrath, der unheroische und zarte Held des vor bald einem Jahrhundert entstandenen kleinen Romans Unterm Rad, des vielleicht schönsten Buches von Hermann Hesse.« Marcel Reich-Ranicki
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)
Danke Hermann Hesse 5 von 5 Punkten Was mich an den Büchern von Hesse immer wieder begeistert und fasziniert ist die Intensität seiner Sprache. Unglaublich, wie man auf jeder Seite das Leben spürt, wie man von der Gefühlswelt berauscht wird.
Genauso faszinierend ist die Figur des Hans Giepenrath. Man spürt den gewaltigen Wandel in ihm, man kann ihn förmlich miterleben. Man leidet mit ihm, egal ob in den unbeschwerten Tagen seiner Kindheit in seiner Heimatstadt, während der Prüfungen im Landexamen oder in seiner Zeit als Seminarist. Man hat das Bedürfnis ihm helfen zu wollen, aber man kann nicht. Keiner kann ihm wirklich helfen. Und so nimmt das tragische Ende, meiner Meinung nach absichtlich, seinen unaufhaltsamen Lauf.
Ein Buch über das Leben, über übertriebenen Ehrgeiz, über das Scheitern und das Alleinsein. Ein faszinierendes Buch.
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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil Thomas Mann Gebundene Ausgabe, Mai 2006 Verkaufsrang: 45988 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thomas Manns populärer Gauner-Roman ist eine fiktive Autobiographie, deren jugendlicher Held im Sturm die Herzen der Leser erobert: Kein abgeklärtes Alterswerk, sondern eine parodistische Abenteuergeschichte von höchster sprachlicher Eleganz. Mit Felix Krull hat sich Thomas Mann seit 1910 immer wieder beschäftigt. Erst im Herbst 1954 erschien allerdings"der Memoiren erster Teil". Über einen zweiten Teil gibt es keine konkreten Pläne Thomas Manns.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Dichtung und Wahrheit bei Thomas Mann 5 von 5 Punkten Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung - und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.
Aus humorvoll-ironischer Distanz zeichnet der Autor augenzwinkernd und amüsant ein von vielen heiteren bis absurd-grotesken Einfällen durchzogenes Panoptikum der bürgerlichen Welt, die ihre spießige Unbeweglichkeit damit bezahlen muss, von einem Gernegroß wie dem Protagonisten Krull an der Nase herumgeführt zu werden.
Das Werk ist in einem für Thomas Mann typischen Stil geschrieben: Es werden lange, verschachtelte Sätze verschwendet. Und trotzdem liest es sich relativ leicht, viel leichter, als etwa der "Zauberberg".
Ich habe dieses Werk mit wachsendem Wohlgefallen genossen - um einmal mit Thomas Manns Worten zu sprechen. Seine blumige Weitschweifigkeit regt meine Phantasie an, lässt mich das Geschehen auf einer ganz anderen Ebene miterleben. |
Die grünen Hügel Afrikas Ernest Hemingway Taschenbuch, Januar 2003 Verkaufsrang: 85327 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die autobiographische Erzählung basiert auf Erlebnissen Hemingways bei einer Großwildjagd, an der er 1933 teilnahm. Hier fabuliert er voller Lust über die Pirsch im Dornendickicht der afrikanischen Steppe, die Jagd auf Kudus und Antilopen, Löwen und Nashörner, die wilde Schönheit und Grazie des Animalischen. Die 'primitive', archaische Dimension der Großwildjagd gestaltet Hemingway als ein maskulines Urerlebnis, das Mensch und Tier im Fokus des gewaltsamen Todes zusammenführt: ®Eine der größten Freuden beim Töten ist das Gefühl der Rebellion gegen den Tod, das man erlebt, wenn man ihn verursacht.¯
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Afrika - politsch unkorrekt 4 von 5 Punkten Schön, dass es solche Bücher gibt: Ohne sich um das Für und Wider der Jagd kümmern oder über das politische System Afrikas referieren zu müssen, schreibt Hemingway auf, was ihn an seiner Safari fasziniert. Und das ist faszinierender als manch' ein zeitgenössisches Produkt aus einer um correctness bemühten Feder. Allerdings: Ein richtiger Roman im klasssichen Sinne ist es nicht. Aber wer jemals in Kenia war - dort herrscht übrigens mittlerweile zu recht ein strenges Jagdverbot, weiß wie schön dieses Land, wie unvergleichlich diese Tierwelt und wie interessant seine Menschen sind. Und genau für diesen Buchkäufer beschert dieser Hemingway tolle Lesestunden.
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Kalendergeschichten Bertolt Brecht Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 22995 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wir haben ein Volk vor Augen, das Geschichte macht, das die Welt und sich selbst verändert. Wir haben ein kämpfendes Volk vor Augen und also einen kämpferischen Begriff volkstümlich", schrieb Bertolt Brecht 1938. Dies zur Volkstümlichkeit der Kalendergeschichten aus eigener Produktion, die Brecht kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Lesebuch zusammenstellt. Der Band gehört 1949 zu den ersten Ausgaben, mit denen sich Brecht nach den Jahren des Exils in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands vorstellt - für die junge Generation zum ersten Mal.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Brecht at his best 5 von 5 Punkten Ein Muss für einen Jeden, welcher deutsche Literatur interessant findet. An den Kalendergeschichten führt einfach kein Weg vorbei. Lehrreich, unterhaltsam und bestens geeignet zum weitererzählen....
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Unterm Rad. Sonderausgabe Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 90910 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach dem großen Erfolg der Jubiläumsausgabe von Das Glasperlenspiel legt der Suhrkamp Verlag nun das »vielleicht schönste Buch von Hermann Hesse« (Marcel Reich-Ranicki) in einer ebenso außergewöhnlichen Umschlaggestaltung und Ausstattung vor: In handlichem Format, mit Flex-Cover, transparentem Folienumschlag, gedruckt auf chamoisfarbenem Papier und mit einem Lesebändchen. »Das Werk des jugendbewegten, doch nicht nur von der Jugend geschätzten, ja auch geliebten Erzählers Hermann Hesse hat sich als verhältnismäßig dauerhaft erwiesen und war auch nach dessen Tod (er starb 1962 in hohem Alter) außerordentlich erfolgreich und das nicht nur in der deutschsprachigen Welt, sondern auch in den Vereinigten Staaten und in Japan. Dieses Echo hat seine guten Gründe, die nicht anderswo zu finden sind als in Hesses Epik: Sie bietet eine Mischung aus deutschromantischer Tradition und moderner Psychologie, aus Naturanbetung und Zivilisationsverachtung. Hesse war bemüht, den berühmten Weg nach innen zu gehen
so der Titel eines seiner Gedichte: Der Abwendung von der als fragwürdig und abstoßend empfundenen Gegenwart und der heftigen Kritik des bürgerlichen Lebens, ja, der Meuterei gegen die bestehende Gesellschaftsordnung entspricht in dieser Prosa die Sehnsucht nach einer soliden und stabilen Ordnung. Einer der sensiblen Träumer und einsamen Außenseiter, die an den Zwängen der modernen Gesellschaft leiden, ist der Schüler Hans Giebenrath, der unheroische und zarte Held des vor bald einem Jahrhundert entstandenen kleinen Romans Unterm Rad, des vielleicht schönsten Buches von Hermann Hesse.« Marcel Reich-Ranicki
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)
Danke Hermann Hesse 5 von 5 Punkten Was mich an den Büchern von Hesse immer wieder begeistert und fasziniert ist die Intensität seiner Sprache. Unglaublich, wie man auf jeder Seite das Leben spürt, wie man von der Gefühlswelt berauscht wird.
Genauso faszinierend ist die Figur des Hans Giepenrath. Man spürt den gewaltigen Wandel in ihm, man kann ihn förmlich miterleben. Man leidet mit ihm, egal ob in den unbeschwerten Tagen seiner Kindheit in seiner Heimatstadt, während der Prüfungen im Landexamen oder in seiner Zeit als Seminarist. Man hat das Bedürfnis ihm helfen zu wollen, aber man kann nicht. Keiner kann ihm wirklich helfen. Und so nimmt das tragische Ende, meiner Meinung nach absichtlich, seinen unaufhaltsamen Lauf.
Ein Buch über das Leben, über übertriebenen Ehrgeiz, über das Scheitern und das Alleinsein. Ein faszinierendes Buch.
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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil Thomas Mann Gebundene Ausgabe, Mai 2006 Verkaufsrang: 45988 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thomas Manns populärer Gauner-Roman ist eine fiktive Autobiographie, deren jugendlicher Held im Sturm die Herzen der Leser erobert: Kein abgeklärtes Alterswerk, sondern eine parodistische Abenteuergeschichte von höchster sprachlicher Eleganz. Mit Felix Krull hat sich Thomas Mann seit 1910 immer wieder beschäftigt. Erst im Herbst 1954 erschien allerdings"der Memoiren erster Teil". Über einen zweiten Teil gibt es keine konkreten Pläne Thomas Manns.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Dichtung und Wahrheit bei Thomas Mann 5 von 5 Punkten Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung - und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.
Aus humorvoll-ironischer Distanz zeichnet der Autor augenzwinkernd und amüsant ein von vielen heiteren bis absurd-grotesken Einfällen durchzogenes Panoptikum der bürgerlichen Welt, die ihre spießige Unbeweglichkeit damit bezahlen muss, von einem Gernegroß wie dem Protagonisten Krull an der Nase herumgeführt zu werden.
Das Werk ist in einem für Thomas Mann typischen Stil geschrieben: Es werden lange, verschachtelte Sätze verschwendet. Und trotzdem liest es sich relativ leicht, viel leichter, als etwa der "Zauberberg".
Ich habe dieses Werk mit wachsendem Wohlgefallen genossen - um einmal mit Thomas Manns Worten zu sprechen. Seine blumige Weitschweifigkeit regt meine Phantasie an, lässt mich das Geschehen auf einer ganz anderen Ebene miterleben. |
Rausch der Verwandlung: Roman aus dem Nachlaß Stefan Zweig Taschenbuch, Dezember 1999 Verkaufsrang: 14602 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
"Wer stark fühlt, beobachtet wenig: alle Glücklichen sind schlechte Psychologen." (S.131) 4 von 5 Punkten Stefan Zweigs "Rausch der Verwandlung" spielt in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und stellt das Schicksal tausender durch den ersten Weltkrieg um ihre Jugend Betrogenen in beispielhafter Gestalt der Postassistentin Christine dar. Diese, um die Jahrhundertwende geboren, hat während des Krieges Vater und Bruder verloren und auch in der Nachkriegsdepression gestaltet sich ihr Schicksal nicht besser: Aus finanzieller Not heraus und weil sie die kranke Mutter pflegen muss, geht sie ihrem ungeliebten Beruf nach, hat kaum ein Sozialleben und lebt in tristester Umgebung. Plötzlich wird sie durch einen Zufall aus ihrem Alltagstrott gezogen: Die reiche Tante aus Amerika lädt sie überraschend in ein schweizer Luxushotel ein, wo die 26jährige, völlig frei von ihrer gewöhnlichen Last, sichtlich aufblüht und beginnt zu leben. Viel zu schnell aber ist die kurze Gnadenfrist vorüber und Christine spürt nun um so deutlicher, in welch armseliger, kleinbürgerlich spießiger, trüben Welt sie lebt. Schließlich lernt sie Ferdinand kennen, welcher ihr trauriges Schicksal teilt. Die beiden suchen nach einem Ausweg und finden ihn schließlich weit jenseits alles bis dato für Christine Vorstellbaren...
Deutlich spürte ich beim Lesen den Bruch zwischen den beiden Hälften des Romans und erfuhr dann auch im (sonst nur mäßig informativen) Nachwort, dass Zweig die beiden Teile zeitlich voneinander getrennt verfasst hat. Die erste "salzburger" Hälfte hat mir deutlich besser gefallen als die zweite "englische", die Christines Schicksal zurück zu Hause nach dem Tod ihrer Mutter schildert. Während erstere tiefe Einblicke in Christines Seele gewährt und in einer wunderschönen bildhaften, dahinplätschernden Sprache verfasst ist, die einem Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, erscheint letztere im Vergleich dazu mittelmäßig.
Kostprobe aus der ersten Hälfte: "Überschüttet von Sonne, überschwemmt vom weißen wirbeligen Bergwind, die Hände wohlig eingewühlt in eisig duftendes Alpenmoos, Wolken über sich in nie erträumtem Blau und unten die panoramisch aufgehende Schau, so liegt sie da, wohlig von sich selbst betäubt und berauscht, wach und träumend zugleich das eigene brausende Ich genießend und den stürmischen Andrang der Welt." (S. 89)
Wenn das mal nicht schön ist, na dann weiß ich nicht... Ein Zeugnis für die Anmut und Eleganz unserer deutschen Sprache, das seinesgleichen sucht! Da möchte ich nicht Übersetzer sein...
Fazit: Die erste Hälfte ist meines Erachtens viel, viel stärker als die zweite, aber allein für diese lohnt sich die Lektüre des Buches, das nicht nur tief in die Psyche der Protagonistin eindringt, sondern auch durchaus als eine Art Zeitzeugnis gelesen werden kann, da es uns viel über diese Kriegsgeneration verrät.
Rausch der Verwandlung - Roman aus dem Nachlaß 5 von 5 Punkten Sehr spannender, psychologisch tiefgründiger Roman;Christine Hoflehner, Postangestellte, aus kargen Verhältnissen kommt nach dem Tod ihrer Mutter zur Erholung zu Verwandten in eine Welt voller Luxus. Dort zählt mehr Schein als Sein, Christine wird betört mitgerissen, widerspricht dem falschen Bild, das von ihr entsteht nicht. Durch Neid und Mißgunst wird ihre "niedrige" Herkunft dann aber ans Licht gezerrt und sie mit Schimpf und Schande als Betrügerin davongejagt. Zurück im alten Sumpf ist das Leben nur mehr schwer zu ertragen. Sie lernt Ferdinand kennen, der durch Krieg und Gefangenschaft ebenfalls seiner Zukunftschancen beraubt wurde...
Rausch der Verwandlung - Roman aus dem Nachlaß 5 von 5 Punkten Sehr spannender, psychologisch tiefgründiger Roman; Christine Hoflehner, Postangestellte aus kargen Verhältnissen, kommt nach dem Tod ihrer Mutter zur Erholung zu Verwandten in eine Welt voller Luxus. Dort zählt mehr Schein als Sein, Christine wird betört mitgerissen, widerspricht dem falschen Bild, das von ihr entsteht, nicht. Durch Neid und Mißgunst wird ihre "niedrige" Herkunft dann aber ans Licht gezerrt und sie mit Schimpf und Schande als Betrügerin davongejagt. Zurück im alten Sumpf ist das Leben nur mehr schwer zu ertragen. Sie lernt Ferdinand kennen, der durch Krieg und Gefangenschaft ebenfalls seiner Zukunftschancen beraubt wurde...
Rausch der Verwandlung, Roman aus dem Nachlaß 5 von 5 Punkten Sehr spannender, psychologisch tiefgründiger Roman; Christine Hoflehner, Postangestellte, aus kargen Verhältnissen kommt nach dem Tod ihrer Mutter zur Erholung zu Verwandten in eine Welt voller Luxus. Dort zählt mehr Schein als Sein, Christine wird betört mitgerissen, widerspricht dem falschen Bild, das von ihr entsteht nicht. Durch Neid und Mißgunst wird ihre "niedrige" Herkunft dann aber ans Licht gezerrt und sie mit Schimpf und Schande als Betrügerin davongejagt. Zurück im alten Sumpf ist das Leben nur mehr schwer zu ertragen. Sie lernt Ferdinand kennen, der durch Krieg und Gefangenschaft ebenfalls seiner Zukunftschancen beraubt wurde... |
Irisches Tagebuch: Mit Materialien, Fotos Heinrich Böll Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 150945 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach 50 Jahren neu - Bölls »Irisches Tagebuch« mit bislang unveröffentlichten Dokumenten und Fotos. Im Mai 1957 erstmals veröffentlicht, hat Bölls »Irisches Tagebuch« das Bild der Deutschen von der »Grünen Insel« bis heute geprägt. René Böll und Jochen Schubert liefern zum Jubiläum eine mit vielen unveröffentlichten Materialien und Fotos versehene Neuausgabe. Es war zunächst nur ein Reiseziel und wurde schnell zu einem Refugium: Achill Island an der Westküste Irlands, eine in den Fünfzigerjahren noch sehr ursprüngliche, fast rückständige Region, die Heinrich Böll zutiefst faszinierte und dazu bewog, künftig mehrere Monate im Jahr dort zu verbringen. Sein »Irisches Tagebuch« legt beredtes Zeugnis ab von den landschaftlichen Reizen, den menschlichen Begegnungen und anregenden Wirkungen, die dieses Land dem Autor und seiner Familie bot. So zeugen zahlreiche Briefe und von Böll geschossene Fotos von der Faszination, die diese Insel bis zu seinem Lebensende auf ihn ausübte. Und es entstanden in den folgenden Jahren viele literarische Texte auf Achill Island, die die Reputation und den Erfolg Heinrich Bölls in Deutschland begründeten. René Böll und Jochen Schubert bieten zu dem Text von Heinrich Böll zahlreiche ergänzende und erläuternde Informationen. Die Berichte und bisher unveröffentlichten Dokumente aus dem Alltag auf der Insel, die Auszüge aus Briefen und die Vielzahl von Fotografien sowie ein Nachwort, das die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Buches darstellt, erlauben einen ganz neuen Blick auf diesen Klassiker der deutschen Literatur.
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Nexus Henry Miller Taschenbuch, Mai 1995 Verkaufsrang: 77670 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieser farbige Baustein zur großen Lebenschronik Henry Millers ist wie alle seine Bücher eine beredete Lobpreisung des Lebens und der Liebe. Aus dem unergründlichen New Yorker Menschenmeer tauchen, von Erinnerung und Sprachkraft beschworen, Charaktere mit unverkennbarer Physiognomie auf, die das Dasein meistern oder an ihm scheitern. Aus Millers hingebender Neigung zum Nächsten erwächst ihm die Kraft, sich selbst zu verwirklichen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
As pure as it gets 5 von 5 Punkten Henry does not fake or pretend, nor does he bother to create a great picture for the reader. He writes what he thinks, feels, lives as authentically as possible. This means no great plot, no story, no smart characters, no fiction to feed the audience. To some it's just his everyday life that he describes, and still it's so much more. Why? Because he finds illuminating words and puts down fascinating thoughts. He reanimates you and raises you to another level, at least in case you're open for it, ready for it. I read him 10 years ago and wasn't touched at all. But now the moment was right.
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Unter der Haut: Autobiographie 1919 - 1949 Doris Lessing Taschenbuch, Mai 1996 Verkaufsrang: 87966 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Doris Lessing schreibt hier über die ersten dreißig Jahre ihres Lebens, über die Kindheit im Iran, auf der elterlichen Farm im ehemaligen Südrhodesien und über die Zeit, die sie als junge Frau in Salisbury, der Hauptstadt der britischen Kronkolonie, verbrachte. "Wir sehen unser Leben in jeder Phase unterschiedlich...", sagt Doris Lessing, "wenn ich dieses Buch mit Dreißig geschrieben hätte, wäre es ein ziemlich aggressives Dokument geworden. Mit Vierzig ein Aufschrei der Verzweiflung, voller Schuldgefühle. Jetzt blicke ich mit wachsender Distanz und Neugier zurück auf das Kind, das Mädchen, die junge Frau..."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Was macht Menschen zu dem, was sie sind 5 von 5 Punkten Ich habe vor dieser Autobiographie einige Bücher Lessings gelesen und war von jedem einzelnen erschüttert (ein treffenderes Wort dafür gibt es wohl nicht) und zutiefst berührt. In diesem Buch beschreibt sie ihre Kindheit in Persien, die Übersiedlung nach London und schließlich nach Süd-Rhodesien, immer mit extrem klarem Blick auf die inneren Zusammenhänge ihrer Umgebung: Das unausweichliche Scheitern ihrer Eltern durch den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs; die gedankenlose und selbstverständliche Borniertheit der britischen Gesellschaft; der alltägliche Rassismus und die Engstirnigkeit der Weißen in Afrika. Daraus erkennt der Leser schließlich fast notwendig Lessings eigenen Weg zum Erwachsenwerden. Dass sie zwei ihrer drei Kinder verlassen hat, Kommunistin wurde und 1949 nach London zog, sind äußerlich vielleicht wichtige, für die meisten Lessing-Leser aber bekannte Fakten; Lessing gelingt es aber - in der ihr eigenen, oft sarkastischen, manchmal humorvollen, aber immer entwaffnend ehrlichen Art -, dem Leser einen Blick in die Gedankenwelt der Kult-Autorin, aber auch hinter die Umstände der "damaligen Zeit" zu gewähren. Das erklärt auch, warum sie für die ersten dreißig Jahre ihres Lebens 500 Seiten brauchte - sie lässt den gesamten Kosmos der Zeit nach dem WK I im südlichen Afrika (und auch Europa) wiedererstehen und gibt uns damit einen tiefen Einblick in die (Geistes)geschichte des 20. Jahrhunderts.In diesem Sinn war dieses Buch für mich wesentlich mehr als eine Autobiographie: ich habe als Kind der 60er eine Welt kennengelernt, von der ich nur "Faktenwissen" aus der Schule hatte - Lessing hat mir das Lebensgefühl dieser Zeit näher gebracht. |
Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden Raymond Carver Broschiert, Mai 2002 Verkaufsrang: 85065 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden" ist nicht nur der bekannteste Titel einer Kurzgeschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er steht auch mittlerweile für eine ganze Ästhetik -- der aufs Wesentliche reduzierte Erzählstil, für den Raymond Carver berühmt wurde. Womöglich viel zu berühmt, könnte man argumentieren -- zumindest was den Nutzen für seine Geschichten angeht. Wie auch die Geschichten von Ernest Hemingway oder anderer ähnlich geliebter, imitierter, parodierter und geschmähter Schriftsteller, können diese manchmal das Gefühl vermitteln, man lese eine Persiflage. So wirken diverse Anfangssätze wie Türen, die den Weg ins Carver-Reich eröffnen, in dem jeder in einfach deklamatorischen Sätzen spricht, niemand nach einem Bier aufhört, und Versagen und Gewalt die wahren Ergebnisse des amerikanischen Traums sind. Diese Geschichten bieten sich jedoch wie jedes wirklich wichtige und dauerhafte Werk für eine weitere sorgfältige Lektüre an. Zum einen gehört Carver zu den wenigen Schriftstellern, die Verzweiflung zutiefst komisch erscheinen lassen können. Zum anderen sind die Geschichten trotz ihrer scheinbaren Einfachheit so kunstvoll konstruiert wie Gedichte -- und wie Gedichte können die besten von ihnen unseren Atem ins Stocken geraten lassen. Vieles von dem, was in den Geschichten von Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden passiert, findet außerhalb der eigentlichen Geschichte statt, und wir müssen uns mit den Requisiten der Tragik zufrieden geben: Alkohol, löslicher Kaffee, Möbel aus einer gescheiterten Ehe, Zigaretten, die mitten in der Nacht geraucht werden. Das ist nicht einfach nur eine Sache der Technik. Carter lässt vieles weg, aber das ist lediglich ein Maßstab für die Verletzlichkeit seiner Charaktere -- die Nerven, die von seinen Geschichten blank gelegt werden. Mehr zu sagen, so meint man, würde einfach zu sehr weh tun. --Mary Park
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Weg mit dem Ballast 5 von 5 Punkten Wer Raymond Carver schmälern will, spricht vom Einfluß seines Lektors auf dessen Werk. Wer sich jedoch im Literaturbetrieb auskennt, weiß die Stellung eines guten Lektors zu schätzen. Je höher die Anforderung ist, die er an einen Autor stellt, umso besser für den Leser. Somit können wir uns glücklich schätzen, daß Carver fraglos einen solchen besessen hat, dessen literarische Ambitionen offensichtlich nicht dazu ausreichten, um selber Storys zu verfassen. Dafür - Carver sei Dank - gab es nur ihn. Mit wie wenig er auskommt, um seine meisterhaften Geschichten zu verfassen, beeindruckt heute wie damals. Oft sind es nur Momente, die alles über eine Person aussagen, Gesprächsfetzen die ganze Leben demaskieren, das Schweigen, Weglassen, der nüchterne Ton, indem eine Handlung spielt.
Dabei von Minimalismus zu sprechen, wertet seine Geschichten ab. Sie brauchen nicht mehr und ihnen gegenüberstellt wirken die meisten anderen Kurzgeschichten überfrachtet. Daß uns das Rüstzeug fehlt, miteinander ein klärendes Gespräch zu führen, wissen wir seit langem, den kühlen Humor, den Carver im Absurden des Alltags findet, ist ein Genuß. In Abwandlung des Titels, mag man bei Carver sagen: Wovon wir reden, wenn wir von Literatur reden: von Raymond Carver.
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Peter Camenzind Hermann Hesse Sondereinband, 22. März 2007 Verkaufsrang: 164635 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Im Anfang war der Mythus. Wie der große Gott in den Seelen der Inder, Griechen und Germanen dichtete und nach Ausdruck rang, so dichtet er in jedes Kindes Seele täglich wieder.« Mit diesen Sätzen beginnt die erste Erzählung Hermann Hesses (18771962), die 1904 im S.Fischer Verlag erschien und ihren Autor mit einem Schlag berühmt machte. Der in unmittelbarer Nachfolge von Gottfried Kellers Grünem Heinrich stehende »Erziehungsroman« hat mit seinen erfrischenden, allem Pathetischen abholden Naturschilderungen bis heute nichts an Charme und Farbe verloren. Hesse selbst hat den dezidierten Individualismus Camenzinds als den »Anfang des roten Fadens« bezeichnet, der sein ganzes Werk durchzieht. 1951 schreibt er an die Neue Zürcher Zeitung: »Ich bin zwar nicht bei der etwas kauzigen Eremitenhaltung Camenzinds geblieben, ich habe mich im Lauf meiner Entwicklung den Problemen der Zeit nicht entzogen
aber das erste und brennendste meiner Probleme war nie der Staat, die Gesellschaft oder die Kirche, sondern der einzelne Mensch, die Persönlichkeit, das einmalige, nicht normierte Individuum. Von diesem Standort aus läßt sich der Camenzind, so unzulänglich er sein möge, recht wohl einer Betrachtung und Analyse meines ganzen Lebens zugrunde legen.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Hesse ist zwar später noch gewachen, doch war er schon mit Peter Camenzind groß 5 von 5 Punkten Eines seiner ersten Werke, macht lust auf die folgenden und mit Sicherheit auch größeren Werke, jedoch liegt in diesem Buch die Wurzel der weiteren und mit Interesse verfolgte ich die Entwicklung seines Stils.
Für Hesse Fans kein unbedingter "Muss", aber eine absolute Bereicherung!!!!
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