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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Ben in der Welt Doris Lessing Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 61413 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Alle, die bereits den Roman Das fünfte Kind kennen und von ihm beeindruckt waren, werden sich über Ben in der Welt freuen. Zwölf Jahre später erzählt Doris Lessing, eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, die seltsame und tragische Geschichte des fünften Kindes weiter und zu Ende. Ben stammt aus einer gut situierten Familie, die ihr Glück in einem Haus und vielen Kindern zu finden hofft. Er zerstört dieses Glück mit seiner scheinbar angeborenen Bösartigkeit und animalischen Aggressivität. Doch er kann nichts dafür. Im vorliegenden Folgeroman hat Ben den Kontakt zu seiner Familie bereits verloren und lebt überwiegend auf der Straße. Er behauptet, achtzehn zu sein und sieht aus wie vierzig. Die Menschen, denen er begegnet, starren ihn an. Irgend etwas stimmt nicht mit ihm. Man könnte ihn für ein Tier halten, doch er ist zivilisiert gekleidet und isst mit Messer und Gabel. Dass er manchmal aus Hunger Vögel fängt und sie roh verspeist, weiß niemand. Die, die ihn kennen, wissen höchstens, dass er eine auffällige Vorliebe für Fleisch und Obst besitzt. Doris Lessings Figur steht für eine Einsamkeit, die ungeheuerlich ist, auch wenn es immer wieder Gründe gibt, aus denen sich Leute für Ben interessieren, ihm sogar aufrichtige Zuneigung entgegenbringen. Nach und nach erst fügt sich ein klares Bild für den Leser zusammen, das das schwierige Außenseitertum von Ben erklärt. Hätte es einen anderen Weg für ihn geben können, als den, den Doris Lessing hier in ihrer wie immer einfachen, direkten und packenden Erzählweise zeichnet? Hätte so ein Mensch wie Ben in unserer heutigen Gesellschaft eine reale Chance? Wohl kaum. Und deshalb ist das Ende gut so, wie es ist, auch wenn es sehr traurig ist, aber jedes andere Ende wäre wahrscheinlich verheerend gewesen. --Daphne von Unruh
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Ben in unserer Welt 5 von 5 Punkten Die Fortsetzung von "Das fünfte Kind". Ben ist erwachsen geworden. Er hat noch immer etwas animalisches, agressives, fast böshaftes an sich.
Ein Buch über das Anders sein und über das Alleine sein. Eine Gesellschaft in der man sich nicht zurechtfindet. Einsamkeit. Die Suche nach Seinesgleichen. Kann man in so einer Umgebung überleben oder ist man zum Scheitern verurteilt?
Auch diese Forsetzung über Ben, das fünfte Kind hat mich fasziniert. Das Thema ist faszinierend. Doris Lessing schreibt einfach und doch irrsinnig fesselnd. Auf meiner Liste steht schon wieder ein Buch von ihr.
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Neun Erzählungen Jerome D. Salinger Taschenbuch, August 1968 Verkaufsrang: 47117 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Lieblingskurzgeschichten 5 von 5 Punkten Salinger ist einfach ein klasse Schriftsteller, dessen Können sich eben nicht nur im Roman "Fänger im Roggen" ausdrückt. Allein schon für die beiden Geschichten "Der lachende Mann" und "Die blaue Periode des Herrn de Daumier-Smith" lohnt es sich, das Buch zu lesen. In "Der lachende Mann" schildert ein Ich-Erzähler retrospektiv seine Erlebnisse als Neunjähriger, als er dem Kinderclub "Comanchen" in New York angehörte. Zusammen mit dem Ich-Erzähler reist der Leser in die Vergangenheit und erlebt mit ihm die Gefühle, die sich aus seiner Beziehung zum Kindergruppenleiter John Gedsudski, einem Studenten ergeben. Überaus beeindruckend wechseln sich in der Story die Geschichte vom 'Lachenden Mann', einer fantastischen erfundenen Figur des Kindergruppenleiters John, ab mit den Ereignissen, die sich aus Johns Verliebtheit für eine junge Frau mit Namen Mary Hudson ergeben. Alles konsequent nacherzählt aus dem Blickwinkel eines Neunjährigen. Das ist große Erzählkunst für meine Begriffe.
Ähnlich begeisternd ist die Geschichte "Die blaue Periode ...": Ebenfalls gewährt uns ein Ich-Erzähler einen Einblick in eine Zeit seines Lebens, in der er seinen Unterhalt als Dozent an einer privaten Kunstakademie verdient. Sein Job ist es, Gemälde der Privatschüler per Brief zu korrigieren. Neben all den grottenschlechten Bildern erhält unser Protagonist plötzlich großartige Gemälde einer Frau zur Korrektur zugesandt. Aus diesem Ereignis entwickelt sich die Geschichte.
Nicht jede der neun Erzählungen mag jedem gefallen, doch Perlen sind unbedingt dabei.
eingeschränkt empfehlenswert 4 von 5 Punkten Jerome David Salinger war gewiss einer der talentiertesten Schriftsteller des letzten Jahrhunderts. Dies bescheinigte ihm auch Hemingway, als er ihn während des 2. Weltkrieges kennenlernte. Salinger war als Soldat in Europa, was sichtlich Spuren hinterließ. Er überzeugt durch einen genialen Schreibstil mit durchkonstruierten Dialogen und glaubhaften, wenn auch diffusen Charakteren.Liebhaber intelligenter Kurzgeschichten werden teils auf ihre Kosten kommen, teils nicht. Manchmal fehlt den Geschichten ein Pep oder eine Pointe, was aber sicherlich auch seinen Reiz hat. Hauptthema ist zumeist der Verlust der kindlichen Unschuld. Besonders bewegend fand ich "Für Esmé mit Liebe und Unrat". Es herrscht eine ganz besondere Erzählatmosphäre vor und eine plötzliche Wendung, die Autobiographisches beinhaltet.. Für mich persönlich stellte der "Fänger im Roggen" eine solidere Einheit dar, hat man diesen aber schon gelesen, kann man sich mit den Erzählungen befassen. Mitunter aufgrund des insgesamt schmalen Werks des Verfassers für Fans empfehlenswert.
Der wunderbare J.D. Salinger... 5 von 5 Punkten ...scheint die Leserschaft ja ziemlich zu spalten. Ich denke, die entscheidende Frage ist, ob sein unverwechselbarer Erzählstil und seine mit viel zutiefst menschlicher Einfühlsamkeit beschriebenen (und, ja, zugegebenermaßen immer irgendwie ähnlichen) Figuren einen sogleich anrühren, faszinieren und gefangennehmen, oder eben nicht. Man muss sich einfach in irgendeiner Weise mit den zerbrechlichen, empfindsamen, irgendwie schizoiden und hilflos hochbegabten Figuren seiner erzählten Welt, wie z.B. Holden Caulfield im "Catcher" oder Seymour, Franny und den Glass Kindern identifizieren können, denke ich, denn sie sind meiner Meinung nach das eigentliche Erlebnis. Äußerlich gesehen passiert ja in den Geschichten wirklich nicht besonders viel, aber was die leisen, warmen, verzweifelten, oft entfremdeten zwischenmenschlichen Töne, und die Zeichnung bestimmter Charaktere, angeht, ist Salinger ein Meister, dessen Geschichten denen, die sich davon ergreifen lassen, einfach tief berühren müssen. In jedem Fall aber würde ich das Englische Original empfehlen, bei Salinger ganz besonders wichtig.
Schwieriger Mix 4 von 5 Punkten Wer den "Fänger im Roggen" kennt, wird von dieser Sammlung vermutlich enttäuscht sein. Zu heterogen ist das Material, das der New Yorker Schreibverweigerer Salinger hier zusammengestellt hat. Die Stories umfassen die Zeit vor 1951, sind also als Vorarbeiten zum "Fänger" zu verstehen, der erzähltechnisch eine auf Romanlänge gestreckte Kurzgeschichte ist. Mit "A Perfect Day for Bananafish", 1948 zum ersten Mal in der amerikanischen Literaturzeitschrift "The New Yorker" erschienen, eröffnet der Band. Hier wird dem Leser eine Geschichte um die Ohren gehauen, mit der - wie es scheint - wenig anzufangen ist. Der Protagonist Seymour Glass, seit dem Krieg leicht verwirrt, macht mit seiner Frau eine Urlaubsreise, lernt dort ein kleines Mädchen kennen, mit dem er sich am Strand über Bananenfische unterhält, kurz dananch geht er zum Hotel zurück und schießt sich in Anwesenheit seiner schlafenden Frau eine Kugel durch den Kopf. Einem konservativeren Erzählstil verpflichtet ist die Geschichte "Pretty Mouth an Green my Eyes". Sie fällt aus dem Rahmen der übrigen Stories, erschließt sich einem beim Lesen jedoch ungleich schneller, weshalb ich sie sehr gern mag. Auch hier verarbeitet Salinger sein Thema der Lüge, die dem Erwachsensein quasi immanent zu sein scheint und vor der man nur als Kind gefeit ist. Der Erzählband ist in toto sehr gewöhnungsbedürftig, obwohl Salingers herausragendes Talent beim Schreiben von Dialogen und der Komposition einer Story auch hier heraussticht. Ich persönlich würde das Buch nur Hard-Core-Lesern empfehlen.
Sein Meisterwerk 5 von 5 Punkten Natürlich kennt der Normalsterbliche nur ein Buch von J.D. Salinger. Warum, ist mir ein Rätsel, denn mit "9 Stories" hat der öffentlichkeitsscheue Autor seine besten Geschichten zu einem wahren Meisterwerk zusammengefasst. Die Verbitterung, die Seymour in "A perfect day.." empfindet, die verlorene kindliche Unschuld, welche die Protagonistin in "Uncle Wiggily" betrauert oder der Einfluss der Realität auf die Geschichte des "Laughing Man" sind großartig konzipiert und voller versteckter Hinweise. Ein Schuß vor den Bug der Massengesellschaft und dem Streben nach Erwachsen-sein.
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Der Engel schwieg Heinrich Böll Taschenbuch, November 1997 Verkaufsrang: 33641 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieser Roman Heinrich Bölls entstand in der Zeit zwischen 1949 und 1951. Die Handlung beginnt am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation. Ein Soldat, mit falschen Papieren desertiert, kehrt in seine zerbombte Heimatstadt zurück und begibt sich auf die Suche nach einer Bleibe. "Die Handlung zeigt die Menschen dieser Zeit, ihren Hunger", schrieb Heinrich Böll, "sie berichtet von einer Liebesgeschichte, klar und spröde, die der Phrasenlosigkeit der heimkehrenden Generation entspricht, die weiß, daß es keine Heimat auf dieser Welt gibt."Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur Buchhandelslehre, 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders; seit 1950 freier Schriftsteller in Köln; für sein Werk erhielt er u.a. 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985. REASON: review already exists
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Frühwerk aus dem Nachlaß 5 von 5 Punkten Mai 1945: Der Deserteur Hans Schnitzler kehrt in seine in Trümmern liegende Heimatstadt zurück, die unschwer als Köln zu erkennen ist. Er trifft auf Regina Unger, die soeben ihr Kind verloren hat. Beide sind verzweifelt und laufen Gefahr, in das bodenlose Loch der Lebenssinnkrise abzustürzen. Sie entdecken, daß ihre scheue, von tiefer Trauer unterlegte Liebe zueinander Stärke verleiht, die auf ein mögliches Morgen hoffen läßt. Zugleich müssen sie jedoch erfahren, daß es auch nach dem Kriegsinferno keine Stunde Null geben wird. Die Opportunisten und Karrieristen haben ihre Fahnen bereits wieder in die "richtige" Windrichtung gehängt. Ein Dr. Dr. Fischer z.B., typischer Vertreter des von Böll stets bekämpften Verbandskatholizismus, entpuppt sich als mieser "Geldfischer", wo er "Menschenfischer" hätte sein sollen.
Neben der Liebe und dem basisorientierten Glauben verleiht die Wut Kraft zum Überleben. Wut auf diejenigen Menschen, die nichts verstanden haben, noch jemals verstehen werden. Wenn diese Wut in Haß umzuschlagen droht, greift Böll zum Mittel der Satire.
In seinem postum veröffentlichten Frühwerk ist bereits alles angelegt, was den Weltautor und Nobelpreisträger Heinrich Böll ausmacht. Viel gelernt hat er von Hemingway und Faulkner. In kühler, bis zur Lakonie reduzierter Sprache läßt er die kaputte Welt der unmittelbaren Nachkriegszeit vor dem Leser entstehen. Natürlich hat "Der Engel schwieg" noch Schwächen. Er ist kein abgerundeter Roman, sondern eher eine Sammlung von Skizzen, Episoden und Kurzgeschichten, die nur mühsam miteinander verzahnt werden. Auch verfällt Böll schon hier seiner später häufig monierten Schwarz-Weiß-Typisierung.
Dennoch ist die Lektüre sehr zu empfehlen, denn es handelt sich um ein Schlüsselwerk, mit dem Böll seine Auseinandersetzung mit Nachkriegsdeutschland einleitete.
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Der Untertan Heinrich Mann Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 47908 "Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heßling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman über den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz -- in seiner Religiosität, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit". Der Untertan, die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt. Verkörperte in einem der gelungensten deutschen Spielfilme der Nachkriegszeit noch der grandiose Werner Peters den ölig-feisten Heßling, so übernimmt in dieser Hörspielfassung von 1971 Heinz Drache den Part. Zusammen mit ihm ist eine halbe Hundertschaft der gesamten damaligen deutschen Schauspielerelite angetreten -- Namen wie E.O. Fürbringer, Karl Lieffen, Hans Caninenberg, Hans Quest oder Lore Lorentz bürgen für die absolute Qualität dieses fast sechsstündigen Lesemarathons. Ein hochpolitisches, hochmoralisches Lehrstück und -- beinahe ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen -- noch immer hochgültig. Spieldauer ca. 350 min., 5 CDs. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 35 Bewertungen)
Aktuell wie eh und je 5 von 5 Punkten Auch wenn die Entstehung des Buches bereits eine ganze Weile her ist, ist es heute genauso aktuell wie zu der Zeit, als es geschrieben wurde. Eines der besten Bücher, erzählerisch und fordernd, großartig. Heinrich Mann hätte dafür den Literatur-Nobelpreis verdient.
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Wem die Stunde schlägt Ernest Hemingway Taschenbuch, Januar 2000 Verkaufsrang: 63189 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Für mich war Ernest Hemingway (1899-1961) immer ein Mann der kurzen Strecken. Short stories wie Die Killer (1927) oder Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber (1936) sind Meisterwerke des rasanten Sprints und fulminanten Endspurts, und spätestens seit seiner Schulzeit weiß man, wie sehr es in der deutschen Literaturlandschaft der Nachkriegszeit als sportlich galt, diesem Weltmeister der amerikanischen Kurzgeschichte hinterherzuhecheln. Auch Hemingways Roman Wem die Stunde schlägt (1940) beginnt mit einem schnellen Glücksstart, der den Helden Robert Jordan im atmosphärischen Stil der Short story auf die Reise schickt: "Er lag der Länge nach auf dem braunen, nadelbedeckten Boden des Waldes, das Kinn in die verschränkten Arme gestützt, und hoch über ihm wehte der Wind durch die Wipfel der Kiefern". Dann genügen zwei, drei Sätze, und man ist mittendrin im Geschehen um die Brückensprengung während des Spanischen Bürgerkriegs, erlebt die Liebesgeschichte des antifaschistischen Protagonisten mit der jungen Partisanin Maria -- und gerät beim Lesen manchmal selbst ganz außer Atem. Leider kann Hemingway, einst Reporter im Spanischen Bürgerkrieg, dieses Erzähltempo nicht immer beibehaltenhalten: Über lange Distanzen gerät er etwas aus der Puste. Dann wird er allzu langatmig und verliert das Ziel ein wenig aus den Augen. Und mancher Satz ist einfach schlecht geschrieben. Aber dann gibt es wieder Passagen von einer derart versöhnlichen Dichte, die jene der Erzählungen fast noch übertrifft. Der tötliche Spießrutenlauf der Dorffaschisten durch das Dreschflegelspalier der Partisanen etwa, der wahnwitzige Kampf des Guerillaführers El Sordo, der sich seine "Reisegesellschaft" ins Jenseits zusammenschießt, oder die eigentliche Schilderung der Brückensprengung gehören zum Eindrucksvollsten, was Hemingway geschrieben hat. Irgendwann im Buch macht sich Jordan als Alter ego des Autors auch Gedanken darüber, wie das Erlebte zu verarbeiten sei: "ich vermute, du wirst das alles loswerden, wenn du darüber schreibst", heißt es im Selbstgespräch. "Wenn du es erst einmal niederschreibst, wird es verschwinden. Es wird ein gutes Buch werden, falls du dazu kommst, es zu schreiben. Besser als das andere." Wer das Glück hatte, Hemingways Bürgerkriegsepos mit 14 Jahren zu verschlingen, wird dieses Urteil über weite Strecken teilen. Wer es nach etwa zwanzig Jahren wiederliest, der über kurze Strecken auch. --Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Literarische Kriegsberichterstattung 5 von 5 Punkten Unmittelbar im Anschluss an seine Tätigkeit als Kriegsberichterstatter in Spanien verarbeitete Ernest Hemingway seine Erfahrungen und Erlebnisse in diesem Roman, der zu seinen meistgepriesenen und erfolgreichsten Werken zählt. Der junge Amerikaner Robert Jordan nimmt, wie viele Intellektuelle der damaligen Zeit, als Mitglied der Internationalen Brigaden am Kampf gegen die Faschisten Francos teil. Als Sprengstoffexperte ist Jordan ein Einzelkämpfer. Er wird zu bestimmten Einsätzen kommandiert und muss sehen, wie er sich zusätzliche Hilfe bei den Partisanen vor Ort organisiert. Zur Unterstützung einer groß angelegten Offensive soll er mithilfe einiger bäuerlicher Guerilleros eine strategisch wichtige Straßenbrücke sprengen. In den drei Tagen und drei Nächten der Vorbereitung wird die Gruppe, zu der auch zwei Frauen gehören, zur Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt; Robert und Maria entdecken ihre Liebe. Das Ende ist tragisch, genau wie die historische Realität. Auch wenn das Buch etwas uneinheitlich wirkt und etliche Nebenfiguren blass bleiben, gelingt Hemingway eine sehr spannungsvolle, exemplarische Verdichtung eines weltpolitischen Dramas.
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Eine Liebe Swanns. SZ-Bibliothek Band 39 Marcel Proust Gebundene Ausgabe, 11. Dezember 2004 Verkaufsrang: 85820 Die Geschichte von Charles Swann, der sich in die Kokotte Odette de Cr cy verliebt und unter seiner Eifersucht leidet, gehrt zu den groáen Klassikern des 20. Jahrhunderts. Michael Kleebergs Neubersetzung tritt mit dem Anspruch der grátmglichen Nhe zum franzsischen Original an. Durch die differenzierte bertragung der verschiedenen Sprachebenen werden vor allem die Komik, aber auch die Hrten und Brche des Werkes adquat wiedergegeben. Besonders die verschachtelten, oft bis zum Zerreiáen gespannten Stze bildet Michael Kleeberg detailgetreu nach. So ist ein Sprachkunstwerk entstanden, daá dem deutschsprachigen Lesepublikum einen neuen, zeitgemáen Blickwinkel auf das Werk Marcel Prousts erffnet.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Not for everyone 5 von 5 Punkten Proust ist ganz klar erste Klasse. Der Roman hat mich sehr beeindruckt. Langsam wird die Geschichte des Charles Swanns erzählt, der sich in Odette verliebt,als ihm aufällt, dass sie einer Figur in einem Fresko von Botticelli gleicht. Proust geht wirklich bis ins letzte Detail in der Analyse von Emotionen und Verhaltensweisen. Neben dem doch interessant konstruiertem handlungsstrang, ist diese "Liebe zum Detail" das definierende für diesen Roman. Dieser Roman geht auf jedenfall in die Tiefe. Meinem Geschmack hat er entsprochen und er ähnelt Oscar Wilde's Bildnis des Dorian Grey, da auch dieser Roman in der blüte Zeit des Fin de siècle spielt. (zudem ist eine interessante Fragestellung,bei der der Leser sein Geschick zur Psychoanalyse auf die Probe stellen kann, warum Swann , genau wie Dorian Grey und die Schauspielerin, Odette verfällt nur weil sie dem Gemälde Botticellis gleicht. Beim Konstruieren dieser Situation hat Proust sofort gezeigt wie hochintelligent er ist.) Hochintellektueller Roman der Einblick in eine vergangene Gesellschaft gibt. Ich glaube jedoch, dass dieser Roman nicht jedem gefallen wird da wahrscheinlich nicht jeder mit einem Roman sympathesiert der auf andere Weise spannung aufbaut!Wie dem auch sei , Weltliteratur und somit Allgemeinbildung!!
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Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis Lion Feuchtwanger Taschenbuch, Oktober 2001 Verkaufsrang: 80416 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der spanischen Inquisition sind die "Caprichos" des Malers Francisco de Goya überbracht worden. Es scheint eine Frage der Zeit, bis das Heilige Tribunal den Ketzer und sein Werk vernichten wird. Aber die kühne, eigenwillige Kunst Goyas triumphiert über den Geist klerikaler Willkür.Lion Feuchtwanger wurde 1884 in München geboren. Nach vielseitigen Studien gab er die Kulturzeitschrift "Der Spiegel" heraus, schrieb Theaterkritiken und arbeitete an Siegfried Jacobsohns "Schaubühne" mit. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Feuchtwanger in Tunis interniert, konnte jedoch fliehen. In München vom Wehrdienst suspendiert, nahm er die Übersetzung und Bearbeitung indischer, griechischer und spanischer Dramen wieder auf, zudem entstanden eigene Stücke und Antikriegsdichtung. 1925 siedelte er nach Berlin über. Als die Nazis die Macht übernahmen, befand er sich auf einer Vortragsreise in den USA. Seine Bücher wurden verboten, Haus und Vermögen konfisziert. Sanary-sur-mer, Feuchtwangers neuer Lebensort, war zeitweilig ein Zentrum deutscher Emigranten. 1940 internierten ihn die Franzosen. Ab 1941 lebte er in Kalifornien, wo weitere große historische Romane, Erzählungen, Stücke und Essays entstanden. Feuchtwanger starb 1958 in Pacific Palisades.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
perfekter Schmöker für Liebhaber von historischen Romanen 5 von 5 Punkten "Goya- oder der arge Weg der Erkenntnis" von Lion Feuchtwanger ist ein klassischer Geschichtsroman. Eingebettet in die reale Umwelt Spaniens des 18 Jh. erzählt Feuchtwanger die Geschichte des Hofmalers Goya, über den Weg wie er zu diesen Titel kommt, über seine Lieb- und Leidenschaften und seine (politischen) Ansichten. Er beschreibt in lebhafter Form seine Ängste und wie er sie in seinen Bildern ausdrückt. Überhaupt legt Feuchtwanger großes Gewicht auf die Beschreibung einiger Gemälde Goyas. Aus diesem Grund empfehle ich auch, beim Lesen des Romans das gleichnamige Büchlein "Goya" von Rose-Marie und Rainer Hagen bei sich zu haben, da es viele Bilder Goyas abbildet und Hintergründe erklärt. So hat man nicht nur die Vorstellung der, von Feuchtwanger liebevoll beschriebenen Bilder vor Augen, sondern kann sie noch mit der Original-Umsetzung Goyas vergleichen.
Im Ganzen gesehen ist dieser Roman lehrend und unterhaltsam zugleich. Auch wenn Feuchtwanger das Leben Goyas nicht chronologisch durchleuchtet bekommt man doch einen sehr guten und realistischen Eindruck des Mannes, der als einer der herausragendsten Maler Spaniens gilt und dessen Werke noch heute in den Sälen des museo del Prado in Madrid zu bewundern sind.
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Die Hauptstadt der Welt: Die Hauptstadt der Welt / Schnee auf dem Kilimandscharo / Oben in Michigan Ernest Hemingway Taschenbuch, Januar 2001 Verkaufsrang: 81954 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein Kleinod 5 von 5 Punkten Dieses Buch präsentiert 3 Kurzgeschichten, die allesamt sehr flüssig zu lesen sind und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Schauplätze sind Spanien, Afrika und Nordamerika. Sicherlich ist dieses Buch für unterwegs gedacht - und da sollte man es auch mitnehmen. Einzig schade an dieser Ausgabe ist, dass nur diese 3 und nicht auch noch Der alte Mann und das Meer enthalten sind.
Ideal für Unterwegs 5 von 5 Punkten Drei Kurzgeschichten enthält dieses Buch.
1.Die Hautstadt der Welt
2.Schnee auf dem Kilimandscharo
3.Oben in Michigan
Alle drei, an sehr unterschiedlichen Orten spielend(Spanien,Kenia,Usa), haben die typischen Hemingway-Themen inne.
Mal tritt die Hauptfigur als Stierkämpfer, Großwildjäger oder Frauenheld in Erscheinung, oft noch kombiniert mit dem Tod. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man Hemingway entweder liebt oder nicht. Ich bin ein Freund seiner Werke und habe auch dieses verschlungen.
Noch positiv zu erwähnen ist das extrem kleine Format dieses Buches. Es passt in eine Hosentasche und ist somit ideal für Unterwegs. |
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Lebensstufen Hermann Hesse Taschenbuch, Januar 2008 Verkaufsrang: 58442 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten. An keinem wie an einer Heimat hängen. Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen. Er will uns Stuf` um Stufe heben, weiten.Hermann Hesse, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Zauberer Hesse 5 von 5 Punkten Was soll ich als Laie über Hesse schreiben? Ich kann mir kein Urteil anmaßen und das will ich auch nicht. Hesses Werken wohnt ein Zauber inne. Man muss Hesse lesen, um ihn zu verspüren. Ich kann mich diesem Zauber nicht entziehen. Ich genieße es, Hesse zu lesen. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" hat mich nicht nur immer wieder verzaubert. Dieses Buch hat mir immer wieder neuen Mut geschenkt, wenn ich es in schweren Lebenslagen gelesen habe.
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Segen der Erde Knut Hamsun Taschenbuch, 1989 Verkaufsrang: 31167 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit diesem Hymnus auf das bäuerliche Leben erlangte sein Dichter Weltruhm: 1920 wurde dem Norweger Knut Hamsun der Nobelpreis für den Roman »Segen der Erde« verliehen. Unter Verwendung autobiographischer Elemente erzählt Hamsun die Geschichte Isaks, des Bauern, der in der Einsamkeit des Nordlandes dem Moor ein Stück Erde abringt, es urbar und zu einer fruchtbaren, weithin angesehenen Oase des Lebens für viele macht. In seiner einfachen, manchmal biblisch...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Ein Loblied auf eigener Hände Arbeit und ein Abgesang auf das Spekulantentum 5 von 5 Punkten Isak, ein einfacher Bauer bestellt hoch in den Bergen das brachliegende Ödland. Zu ihm gesellt sich Inger. Sie ist durch eine Hasenscharte entstellt und wird nirgendwo geduldet. Aberglauben und Intoleranz schlägt ihr entgegen. Doch Isak erkennt ihren Fleiss und ihre Akribie im zähen Ringen um das tägliche Brot. Sie passen sich, ihr Leben und die sozialen Interessen den Bedingungen die ihnen das Ödland auferlegt, an und erschaffen aus dem kargen Land eine reiche, fruchtbare Oase. Doch sie bleiben im Ödland nicht allein. Andere kommen, angelockt vom Erfolg der beiden und versuchen an deren Erfolg anzuknüpfen. Aber der Erfolg fordert Mühe und Entbehrung. Nur die Tüchtigen werden ihn erlangen.
"Der Ödlandbewohner quält sich nicht wegen der Herrlichkeiten, auf die er verzichten muss: Kunst, Zeitungen, Luxus, Politik sind gerade so viel wert, als die Menschen dafür bezahlen wollen. Nicht mehr. Der Erntesegen aber muss erarbeitet werden um jeden Preis, das war der Ursprung, die Quelle von allem und jedem." (S. 294)
Die Sprache dieses Romans bleibt einfach, bodenständig und schmucklos - eben wie das bäuerliche Leben auf dem Ödland. Auf sprachliche Bilder und ausführliche Umschreibungen wird weitgehend verzichtet. Ebenso dramaturgische Überzeichungen und auf Spannungsbögen. Selbst bei der Beschreibung menschlicher Abgründe, bleibt Hamsuns Sprache nüchtern und emotionslos. Alles hat sich dem Wesentlichen - der Bestellung der Scholle - unterzuordnen. So gelingt es Hamsun den Leser in das karge Dasein der Ödlandbewohner einzuverleiben.
Hamsuns Werk, für das er 1920 den Nobelpreis erhielt ist ein Loblied auf die Fruchtbarkeit der Scholle und der eigenen Hände Arbeit und ein Abgesang auf Spekulantentum und Überheblichkeit. Er entsprach somit Strömungen im Zeitgeist der 20er Jahre, der dann später auch in die "Politik" der Nationalsozialisten einfloss. Hamsun war ein glühender Anhänger von Adolf Hitler und ein Verfechter dessen "Blut und Boden" - Politik, was ihm im Alter zu Recht Ansehen kostete.
Dennoch ist "Segen der Erde" ein wunderbar zu lesendes Buch über das ländliche Leben im Ödland. Und auch im Wissen der späteren Entgleisungen Hamsuns, bleibt das Buch unbedingt empfehlenswert.
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Schlechte Verlierer: Short Stories Charles Bukowski Sondereinband, Juni 1992 Verkaufsrang: 159916 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Kurzweilige Geschichten von einem fantastischen Autor 4 von 5 Punkten 12 kurze Geschichten von Bukowski, die insgesamt sehr gefällig zu lesen sind. Dabei sehr viel Ironie und Zynismus und was bei Bukowski natürlich nie fehlen darf eine gehörige Portion Sex und Alkohol. Teilweise alles nicht besonders hochtrabend, aber das erwartet man auch nicht zwingend von diesem Autor. Am besten gefiel mir die Story: Das liederliche Leben und Treiben im Landeskrankenhaus. Sehr empfehlenswertes Buch für Bukowski-Liebhaber, aber auch solche die diesen Autor einfach einmal kennen lernen wollen.
Kruzweilige Geschichten von einem fantastischen Autor 4 von 5 Punkten 12 kurze Geschichten von Bukowski, die insgesamt sehr gefällig zu lesen sind. Dabei sehr viel Ironie und Zynismus und was bei Bukowski natürlich nie fehlen darf eine gehörige Portion Sex und Alkohol. Teilweise alles nicht besonders hochtrabend, aber das erwartet man auch nicht zwingend von diesem Autor. Am besten gefiel mir die Story: Das liederliche Leben und Treiben im Landeskrankenhaus. Sehr empfehlenswertes Buch für Bukowski-Liebhaber, aber auch solche die diesen Autor einfach einmal kennen lernen wollen.
Storie-Band-Highlight 5 von 5 Punkten Es ist ein schlankes Band, aber das Beste, was Bukowski an Kurzgeschichten je veröffentlicht hat. Wer anderer Meinung ist, der wird jedoch nicht abstreiten, dass dieses Buch seine bunteste und charkteristischte Zusammenstellung von Shortstories ist. In keinem anderen Band sticht einem Bukowskis grober Stil ins Gesicht, wie in diesem Buch - toll!!! Vulgär, unverwechselbar, nicht trivial, sondern durchaus mit hochgeistigem Beigeschmack. Bukowski pur. |
Würdest du bitte endlich still sein, bitte Raymond Carver Broschiert, Dezember 2001 Verkaufsrang: 139241 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auch wenn Raymond Carver (1938-1988) niemand war, dem man unbesorgt eine volle Flasche Whisky oder seinen Hund für einen Spaziergang um den Block anvertrauen konnte, auf seine Storys ist Verlass. Dies zeigt überzeugend sein erster Erzählband, 1976 von ihm selbst zusammengestellt, mit dem ihm der Durchbruch in der literarischen Szene Amerikas gelang. Darunter sind neun Erzählungen erstmals in deutscher Übersetzung zu lesen. Carvers Spezialität, die von vielen Autoren seither nachgeahmt und nur selten erreicht wird, ist der knappe Dialog in alltäglichen Situationen. Am meisten kommt zur Sprache, während die Personen miteinander schweigen oder sich, je mehr sie reden, immer weniger sagen. John Updike dazu: "Carver bringt die Dinge in ihrem Schweigen zum Sprechen." Die Storys brauchen keine lange Einführung. Sofort befindet sich der Leser mitten im Geschehen. Der Anruf einer fremden Frau entzieht der gesicherten Welt Arnolds den Boden. Der kurze Blick, den er im Gespräch in ihr Leben wirft, lässt ihn verstört zurück. Oder eine nebensächliche Bemerkung zweier Restaurantgäste nähren aufkeimende Zweifel des Ehemanns an seiner Frau. Bedeutungslose Kleinigkeiten, die, plötzlich hochgeschwemmt, eine ganze Existenz in Frage stellen. Achtung: Suchtgefahr! --Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Mundfaul 5 von 5 Punkten Wie soll Literatur sein? Soll sie uns alles beschreiben, jeden Gedanken vorgeben, zum Zurücklehnen verführen und den Autor mal machen lassen, damit er uns unserer eigenen Welt entführt? Wie genau muss Carver hingesehen, hingehört haben, um diesen Ton in seiner Sprache zu finden. Er filtert seine Erzählungen bis zum Minimalismus hin, und wie in der Musik, fehlen einem die überzähligen Töne nicht, da der Rest intensiver nachklingt als alle Harmonien zuvor. Carvers Helden sind zumeist einfache Leute. Seine Überschriften wie aus einem Dialog entrissen: Was machen Sie in San Francisco?, Versetzen Sie sich in meine Lage, Allein der Gedanke. Carvers Alltag besteht darin, in ihn hineinzuschneien und seine Helden für einen Moment ins Scheinwerferlicht zu zerren. Das genügt, damit sie sich durch ihre Handlungen, lakonischen Gespräche entblättern. Ob Carver über Nachbarn schreibt, über Väter, allesamt sind sie uns vertraut. Manchmal hofft man gar, dass man nicht so ist wie sie. So wortkarg, so hoffnungslos, so blind glücklich. Wofür andere Romane schreiben, schafft Carver oftmals um die zehn Seiten. Ein Augenaufschlag. Er fordert uns auf, zwischen den Zeilen zu lesen. So wie im richtigen Leben, wo wir auch zweimal hinschauen, nachfragen, um uns zurechtzufinden, und doch zumeist mehr dem Unausgesprochenen vertrauen.
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Mario und der Zauberer: Ein tragisches Reiseerlebnis. (Erzähler-Bibliothek) Thomas Mann Taschenbuch, Januar 1989 Verkaufsrang: 144417 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eigentlich sollte es ein angenehmer Familienurlaub im italienischen Touristenort Torre di Venere werden. Stattdessen aber wird die Atmosphäre gleich zu Beginn durch die offenkundige Unfreundlichkeit der Italiener gegenüber den ausländischen Urlaubern getrübt."Geradeso merkwürdig und spannend, geradeso unbehaglich, kränkend und bedrückend" wie der gesamte Urlaub gestaltet sich auch der groß angekündigte Auftritt des Zauberkünstlers Cipolla, und indem dieser den Kellner Mario zu sich auf die Bühne ruft, nimmt die Novelle schließlich die schon im Untertitel angekündigte "tragische" Wende...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Ein dämonischer Verführer 5 von 5 Punkten Die Novelle "Mario und der Zauberer" wurde 1930 veröffentlicht und entwirft, ohne direkt darauf hinzuweisen, ein bedrückendes Bild der Gefahr des Faschismus noch vor der Machtergreifung Hitlers. Eine deutsche Familie macht Ferien in Italien und findet sich in einer merkwürdig gereizten, patriotisch aufgeladenen Atmosphäre wieder, die in mehreren Eklats gipfelt. Der schlimmste wird durch den Zauberkünstler Cipolla provoziert. Seine Bühnenkunststücke entpuppen sich dem Eingeweihten als Hypnosenummern, in denen einzelne Zuschauer bloßgestellt werden. Er lässt sie die Zunge rausstrecken, sich vor Schmerzen krümmen oder tanzen wie Hampelmänner, und sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Alles zielt auf den Entzug des eigenen und das Aufdrängen eines fremden Willens der sich unter der Hypnose aber anfühlt wie frei gewählt. Der Kellner Mario bereitet dem Schrecken schließlich das gewaltsame Ende, auf das die Erzählung von Anfang an zusteuert: Von Cipolla gedemütigt, erschießt er ihn. Ein spannendes, atmosphärisch starkes Stück Weltliteratur vom Zauberer Thomas Mann, das in der Frage nach der Verführbarkeit des Menschen und nach den Grenzen der Willensfreiheit ungebrochen aktuell ist.
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Das Brot der frühen Jahre Heinrich Böll Sondereinband, 1978 Verkaufsrang: 95017 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur Buchhandelslehre, 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders; seit 1950 freier Schriftsteller in Köln; für sein Werk erhielt er u.a. 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Subtiles und Absurdes zum Kringeln 5 von 5 Punkten In den Satiren aus "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen" übetrifft Böll sich selbst. Keine Idee scheint ihm absurd genug, als dass man nicht eine Geschichte daraus machen könnte. Herzhaft gelacht habe ich vor allem über die Titelgeschichte, von Dr. Murke, der das Schweigen sammelt und über "Nicht nur zur Weihnachtszeit". Aber auch die anderen Geschichten sind durchaus schmunzelnswert.
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Schachnovelle Stefan Zweig Gebundene Ausgabe, Juli 2007 Verkaufsrang: 134541 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auf einem Passagierdampfer spielt der Emigrant Dr. B mit dem Schachweltmeister Mirko Czentovic Schach. Dr. B., der sich während einer Gestapo-Haft monatelang durch blindes Schachspiel seine geistige Widerstandskraft zu bewahren versuchte und schließlich wegen eines Nervenfiebers entlassen wurde, gewinnt die erste Partie. Dann aber lässt er sich auf eine Revanche ein.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Zwischen Wahnsinn und Genie 5 von 5 Punkten Stefan Zweigs Schachnovelle ist eines der bekanntesten Werke der deutschsprachigen Literatur und auch eines der wohl komplexesten Bücher welches in den breiten Bereich der Beletristik fällt. Zweigs Klassiker wird aus der Sicht eines Ich-Erzählers vorgetragen, der auf einer Überseefahrt Zeuge eines Schachduells zwischen zwei Personen wird, die kaum unterschiedlicher sein können. Die eine Person ist die einzigartige Verkörperung eines Anti-Genies, des Schachweltmeister Mirko Czentovic, der im Grunde kaum mehr als ein ungebildeter Flegel ist, dessen einziges Talent in seinem meisterhaften Schachspiel liegt.
Die andere Person ist Dr. B, das genaue Gegenstück zum eigentümlichen Schachmeister, ein Intellektueller der von den Nationalsozialisten im Verlauf eines besonderen Folterprogrammes für Intellektuelle in ein fast vollkommen leeres Zimmer gesperrt wurde, um dort durch den Entzug jeglicher geistiger Beschäftigungsmöglichkeiten Geständnisse von ihm zu erpressen. Jedoch gelangt er in den Besitze eines einzigen Buches, über Schachpartien großer Meister, das er zunächst auswendig lernt und dessen Spiele er nachher eins zu eins nachspielt. In diesem Wahn gelingt es ihm schließlich seiner Hölle zu entkommen und so ist er an Bord dieses Schiffes gekommen. Um herauszufinden ob sein Tun damals bereits ein Akt des Wahnsinns war, willigt er schließlich ein eine Partie gegen den Schachmeister zu spielen.
Verglichen mit anderen Büchern ist die Schachnovelle etwas kürzer gehalten, doch der Spielraum der Geschichte reicht aus, um alle Aspekte der beiden Charaktere genügend zur Geltung zu bringen. Dieses Buch gehört ausnahmslos zur anspruchsvolleren Literatur und ich möchte es vor allem Jenen empfehlen, die sich für diese interessieren.
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Siddhartha. Eine indische Dichtung Hermann Hesse Taschenbuch, 13. September 2007 Verkaufsrang: 17330 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Siddhartha, die weltberühmte Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus familiärer und gesellschaftlicher Fremdbestimmung zu einem selbständigen Leben, zeigt, daß Erkenntnis nicht aus Lehren zu vermitteln ist, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. Hermann Hesse erzählt die fiktive Lebensgeschichte Buddhas - Siddhartha ist sein Vorname - und ergründet, "was allen Konfessionen und menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 120 Bewertungen)
Wunderbares Buch 5 von 5 Punkten Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dieses Buch eines der besten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Ich pflege Stellen in Büchern die ich mag anzustreichen und in diesem Buch gibt es keine Seite auf der ich nichts angestrichen habe. Dieses Buch strotzt, bei näherem betrachten, vor Lebensweisheiten und ist für mich wie eine Art "Buddha- Bibel" geworden...
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Meistererzählungen Stefan Zweig Gebundene Ausgabe, August 2006 Verkaufsrang: 34256 Ja, es stimmt, was der kurze Einführungstext im Sammelband Meistererzählungen formuliert: Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) war ein Erzähler aus Leidenschaft. Seit er 1904 seine erste Novelle veröffentlichte, blieb er dieser Gattung bis zu seinem Freitod im Exil auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Petrópolis bei Rio de Janeiro treu. Er tat dies in einer psychologisch durchdringenden, schon damals wohl leicht antiquiert klingenden Sprache. Hin und wieder hat Zweig die Leidenschaft für das Erzählen auch übermannt, etwa in den überaus pathetisch daher kommenden Sternstunden der Menschheit. Im Idealfall aber hat er sie kanalisiert und die menschlichen Leidenschaften selbst zum Gegenstand seiner Geschichten werden lassen. Meistererzählungen besteht fast ausschließlich aus solchen Idealfällen. Versammelt sind die Erzählungen Brennendes Geheimnis, Der Amokläufer, Brief einer Unbekannten, Die Frau und die Leidenschaft, Verwirrung der Gefühle, Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Episode am Genfer See, Die unsichtbare Sammlung und Schachnovelle, wobei letztere sicher die bekannteste, bei weitem aber nicht die beste Erzählung Zweigs darstellt. So ist denn jeder aufgerufen, mit Hilfe dieser überaus preisgünstigen Sonderausgabe auch die anderen, mehr oder weniger bekannten (und zum Teil fast 100 Seiten umfassenden) Geschichten des österreichischen Klassikers zu entdecken. Aber auch für jene, die sie bisher nur in vergilbten Taschenbuchausgaben aus Schulzeiten im Bücherregal stehen haben, lohnt sich die Anschaffung. Denn Meistererzählungen ist nicht nur ein sehr preisgünstiges, sondern auch noch ein wunderschön gemachtes Buch. Einziger Wermutstropfen ist da lediglich, dass man sich nicht nur einen Zwölfzeiler als Begleittext, sondern ein ausführliches Vor- oder Nachwort als Einführung beziehungsweise Ausklang gewünscht hätte. Aber dies ist wohl noch am ehesten zu verschmerzen. --Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Form und Inhalt: perfekt! 5 von 5 Punkten Normalerweise sollte sich eine Rezension ja allein auf den Inhalt eines Buches stützen; in diesem Fall sei es jedoch einmal erlaubt, den Inhalt UND die äußere Form zu würdigen. Für den Preis eines Taschenbuchs erhält man hier eine sehr schön aufgemachte, gebundene Ausgabe, die dem leidenschaftlich-kunstvollen Schreibduktus Zweigs wahrlich gerecht wird. Allen Zweig-Einsteigern oder einfach bibliophil Veranlagten sei diese Ausgabe des Fischer-Verlags dringend empfohlen.
Doch was erwartet nun den Leser inhaltsseitig - vor allem eines: fesselnde und elegante Schreibkunst. Die insgesamt neun Novellen streifen Leidenschaften, Affekte und Bedürfnisse in zahlreichen Facetten. Von pathologischer Selbstzerstörung bis hin zur Triebwelt des Alltags. Stefan Zweig war ohne Zweifel einer der brillantesten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Seinerzeit war Stefan Zweig zudem einer der wenigen Emigranten gewesen, die einen internationalen Leserkreis und komfortable im Exil Lebensumstände ihr Eigen nennen konnten. Dennoch wurde Carl Zuckmayer im frühen Herbst 1942 mit der zunächst sehr unscheinbaren Frage eines Amerikaners konfrontiert: "Did you know Stefan Zweig?" und während er noch sagte "sehr gut, warum?", machte ihm die Form des Präteritums deutlich, dass der große Novellenkünstler nicht mehr war. Zweig und seine Frau hatten aus Schwermut über die Zerstörung des geistigen Europa den Freitod gewählt.
Zweig war ein großer Sprachästhet. Ihn heute zu lesen, das heißt, Genuss zu erleben, sich fesseln zu lassen von perfekt gestalteten Sätzen, die kunstvoll und zugleich eingängig sind. Der herausragende Beweis für Zweigs Können ist gewiss die Schachnovelle. Eine Erzählung, die besser konstruiert ist als jede noch so gute Schachtaktik: Auf einem Passagierdampfer zwischen New York und Buenos Aires befindet sich der geniale, aber zugleich arrogante und tumbe Schachweltmeister Czentovic. Dieser wird von einem etwas starrsinnigen Millionär herausgefordert, den Czentovic daraufhin in Grund und Boden spielt. Eine Revanche soll es richten; doch neuerlich scheint Czentovic leichtes Spiel zu haben, bis plötzlich ein mysteriöser Fremder in den Kreis der Herausforderer tritt und das Blatt wendet. Das Geheimnis jenes Fremden mit Namen Dr. B. ist eine Geschichte der psychischen Qualen, der Selbsterhaltung aus der pursten Not und Verzweifelung heraus. Gerade sein einzigartiges Wissen um die Kunst des Schachspielens wird ihm schließlich zum fatalen Verhängnis werden.
Fazit: Als Einstieg in das Prosawerk eines begnadeten Erzählers eignen sich die "Meistererzählungen" in besonderem Maße. Diese Novellen sind ein kleiner Seelenspiegel des großen Schreibästheten. Und zu guter Letzt nötigen die schöne Aufmachung und eine gute Auswahl tatsächlich einmal Respekt ab.
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Die Gräfin von Parma Sandor Marai Taschenbuch, März 2004 Verkaufsrang: 155410 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine fiktive Episode aus dem Leben Casanovas, einer der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts, wird in diesem 1940 entstandenen Roman von Sándor Márai beschrieben. Kurz nach seiner waghalsigen Flucht aus den venezianischen Bleikammern, auf dem Weg nach München, macht der berühmte Liebhaber und Verführer Station in Bozen. Marai, der seit der Wiederveröffentlichung seines Romans Die Glut zu den besten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt, porträtiert Casanova als einen Menschen, der hin- und hergerissen ist zwischen Freiheit, Liebe und der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Er sieht ihn als letztlich einsamen Mann. Sein Roman ist eine raffinierte Vorlage für Reflexionen und philosophischen Betrachtungen zum Thema ,Liebe und wahre Gefühle'. In dem Hörspiel wird die Legende Casanova ironisch gespiegelt: Die Szene, in der die Frauen den berühmten Casanova wie ein Objekt der absoluten Neu- und Begierde begaffen, und er sich selbst wie ein wildes Raubtier gebärdet, setzt eindeutige Akzente. Sylvester Groth spielt diese Rolle überzeugend, genauso glaubhaft klingt seine Irritation, als er, der große Verführer, das junge Stubenmädchen Therese nicht in Ekstase versetzen kann. Es gibt aber in seinem Leben einen Moment, wo er berührt ist: Es handelt sich um Francesca, die Gräfin von Parma. Casanova weiß, dass er sich mit ihr ein Leben hätte vorstellen können, dass er genau darum damals weggegangen war. Und genau diese Frau soll er jetzt wieder treffen. Höhepunkte des Hörspiels mit einem hervorragenden Rufus Beck als erklärendem Erzähler sind die Dialoge mit dem Grafen Parma und mit Francesca, dessen Frau. Karl Michael Vogler als alternder Graf, der seine geliebte Frau für immer von ihrer Sehnsucht nach Casanova heilen bzw. freikaufen will, beschließt einen Handel: Es ist ein Arrangement, das als Gegenleistung freies Geleit für den gesuchten Venezianer verspricht. Weniger klar und tatkräftig läuft die nächtliche Begegnung mit Francesca ab. Hier kristallisiert sich das zentrale Spiel aus Sehnsucht, Unerreichbarkeit der Liebe, Verrat und Maske heraus. Lena Stolze leiht ihre Stimme der Frau, die für ihre Liebe bereit ist, alles zu geben und dennoch selbstbewusst fordert und schließlich kränkt. Die Schauspielerin trifft sehr genau die Tonlage für diese höchst sensible Gratwanderung. Fazit: Das Hörspiel mit der unverkennbaren Musik von Henrik Albrecht ist mit Sylvester Groth, Lena Stolze und Rufus Beck hervorragend besetzt. Es besticht durch die feine Umsetzung einer Lebens- und Liebesskizze voller Raffinesse und wunderschöner Sentenzen. Hörspiel, Spieldauer: ca. 75 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. Ein Produktion des Westdeutschen Rundfunk Köln 2004. -- culture.text
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Sandor Marai, Die Gräfin von Parma 5 von 5 Punkten Ein kluger, wunderschöner Roman, von dem man hofft, dass er niemals endet! Obgleich der Inhalt des Buches großen Tiefgang hat, kommt der Text beinahe verspielt daher und so spürt man immerfort, dass die Handlung nur im Zeitalter des Rokoko angesiedelt sein kann. Die Hauptpersonen sind psychologisch tief ausgelotet, wodurch sie allerdings keineswegs konstruiert, sondern vielmehr geradezu lebendig erscheinen und einen nachhaltigen Eindruck beim Leser hinterlassen. Die Kernaussage des Buches besteht wohl darin, dass Harmonie und damit wirkliches Glück im Menschen nur dann aufkommen können, wenn er bedingungslos liebt und ebenso wiedergeliebt wird. Um allerdings diesen Zustand herbeizuführen, bedarf es großer seelischer Reife. Menschen, denen es an dieser Reife mangelt, agieren selbstsüchtig. Genau diese Selbstsucht aber wird von Marai als einer der großen Hemmschuhe für das Glück betrachtet. Nicht nur derjenige, der sein Freiheitsbedürfnis über die Liebe stellt, sondern auch der, welcher unerwidert liebt, bleibt unglücklich. Die durch seine unerwiderte Liebe als Individuum gedemütigte Person sinnt zudem auf Rache und lässt damit das ursprünglich positive Gefühl zur Farce werden. Was bleibt ist besitzergreifendes Destruktionsgebaren, wie sich am Grafen und der Gräfin Parma zeigen. Nur Giacomo,- Geistesfreund Voltaires -, kennt die vereinnahmende Liebe nicht, dieser nämlich steht sein nicht unerhebliches Freiheitsbedürfnis entgegen. Gerade das macht Giacomo allerdings so überaus verführerisch und damit eben zum legendären, von allen geliebten Casanova!
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Die Verwandlung Franz Kafka Taschenbuch, Januar 1986 Verkaufsrang: 94863 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt".
Welch ein Satz! Ich erinnere mich, ihn in den 60er Jahren zum ersten Mal gelesen zu haben. Kafka galt in unserer Clique eine Zeitlang als jemand, den man gelesen haben mußte, um mitreden zu können. Verstanden habe ich damals eigentlich nichts. Oder fast nichts. Nur, daß etwas Ungeheuerliches geschehen war. In diesem Buch und mit mir. Da erwacht also dieser Gregor, ein junger Handlungsreisender, der unter seinem Beruf und der Lieblosigkeit seiner Umwelt leidet, eines Morgens als riesiges Insekt. Zur Arbeit zu gehen, macht in seinem Zustand wenig Sinn. Schon taucht der erboste Prokurist auf und verlangt wütend eine Erklärung für Gregors Fernbleiben. Diese Szene, in der Gregor hinter verschlossener Tür sein Verhalten entschuldigt, seinen Käferkörper zur Tür quält und sich schließlich zu erkennen gibt, ist so haarsträubend kafkaesk, daß spätestens jetzt dieser Begriff jedem einleuchten dürfte. Gregors Familie ist angewidert, läßt den Sohn aber bei sich wohnen, bis schließlich -- nun, Sie werden es erfahren. Keine Erklärung, nur dieser Hilfeschrei! Solche Radikalität war neu in der Literatur. Deutungen gab es viele. Gregor, wie Kafka, ein schwacher Mensch, der Tag für Tag mitansehen muß, wie diese Welt mit Schwachen umgeht, droht daran zugrundezugehen und vollzieht Die Verwandlung. Das ist seine "Rettung". Im Jahre 1912 geschrieben, wurde Die Verwandlung noch zu Kafkas Lebzeiten veröffentlicht. Ein literarisches Jahrhundertereignis. Wie nachhaltig die Wirkung noch heute ist, läßt sich am Werk solcher Regiegrößen wie David Lynch und Polanski, um nur einige zu nennen, ablesen. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 85 Bewertungen)
Familie unter sich 5 von 5 Punkten Die Verwandlung ist sicher Kafkas radikalste, direkteste Erzählung, verlangt geradezu nach Deutung, was sie zur idealen Schullektüre macht. Sie bietet nicht die Grundlage für Horrorphantasien, wie Therapeutenerkenntnisse, mit ihr spinnt der Autor sein Thema der Einsamkeit fort, die einen Menschen sich in sich verpuppen läßt. Die Psychologie besitzt dafür die passenden Begriffe. Kafkas Verdienst ist es, uns in Samsas Welt hineinzuziehen. Wie stehen ihm nicht gleichgültig gegenüber, auch wenn die Realität mehr und mehr verschwimmt, hinterläßt sie Ängste, Beklemmung, sucht man verzweifelt nach einem Ausgang, der sich nicht auftut. Was eine Familie sich selbst anzutun vermag, findet hier zwischen vier Wänden statt. Es muss nicht immer ein plötzlich über einen hereinbrechender Prozess sein, kein Schloss, dem man sich verzweifelt zu nähern versucht, es ist das so genannte eigene Fleisch und Blut, dass einen erschaudern läßt. Kafka besaß die Sprache, um die Erzählung nicht in eine banale Horrorgeschichte abgleiten zu lassen. Trotz einiger Schwächen in der Überzeichnung vergisst man Gregor Samsa so leicht nicht. Er könnte nebenan an wohnen. Oder noch näher.
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Die weiße Garde Michail Bulgakow Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 21297 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Krieg und Frieden in Kiew: Michail Bulgakows erster, autobiografisch gefärbter Roman. Dezember 1918: In Russland herrscht Bürgerkrieg. Die Truppen des kaiserlichen Deutschland haben weite Teile der Ukraine besetzt. Kiew wird zum Sammelbecken für die Weißen: Bankiers, Adlige, Halbweltdamen auf der Flucht vor der roten Gefahr.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Keine Zeit für Helden 5 von 5 Punkten "Die weiße Garde" nimmt in gewisser Weise eine Sonderstellung in Bulgakows Gesamtwerk ein: Man liest hier keine Groteske, keine irrwitzige Satire auf den real existierenden Sozialismus, blickt nicht in die schwindelerregenden Abgründe der menschlichen Seele, sondern man liest einen historischen Roman -- aber keinen gewöhnlichen historischen Roman. Bulgakow kann auch hier nicht verleugnen, dass er ein Meister des Phantastischen ist. Die Handlung der "Weißen Garde" ist auf jenen kurzen Zeitraum des Jahres im Winter 1918/19 begrenzt, in dem sich das Schicksal kiews und der Ukraine entscheiden sollte: Der Roman beginnt mit dem Abzug Skoropadskis, des Hetmans von deutschen Gnaden, am 12. Dezember 1918; es folgt das Regiment Petljuras. Dessen Soldateska, die ukrainische Rada, wird schließlich Anfang Februar 1919 von der Roten Armee aus Kiew verjagt (dies nur die historischen Eckpunkte). Außerdem mischen immer wieder deutsche und polnische Militärverbände mit, und obendrein ist Kiew ein Zentrum der "Weißen": Adlige, Bankiers, Lebedamen, ehrenhafte und weniger ehrenhafte "Bürger" harren hier aus und fürchten die "Roten" -- ein wahrer Hexenkessel an Temperamenten und Weltanschauungen brodelt vor sich hin. Eine Lage also, wie sie unübersichtlicher kaum sein könnte. Ins Zentrum der Ereignisse versetzt Bulgakow die zarentreuen Geschwister Turbin, die zunächst in geradezu grotesker Verkennung der Situation den Geist von Borodino aufrechterhalten wollen und die erst allmählich, jeder für sich und jeder auf seine Art, die Lage neu beurteilen. Und auch sonst betont Bulgakow den Unterschied zum sieg- und glorreichen Jahr 1812: Diesmal gibt es kein einiges Russland, sondern ein Russland, in dem sich stündlich die Machtverhältnisse ändern können, in dem Überläufer zum Regelfall werden, in der unerfahrene junge Kadetten verheizt werden, in dem eine Partei die andere niedermetzelt, auch wenn man tags zuvor noch verbündet war. Keine Zeit für Helden diesmal. Wie bereits erwähnt, ist "Die weiße Garde" kein historischer Roman im üblichen Sinne, und schon gar nicht ein Historienschinken. Die Geschichte der Turbins und mit ihnen die Geschichte Kiews wird aus allen möglichen Perspektiven präsentiert. Bulgakow versteht es meisterhaft, den verschiedenen Figuren Leben einzuhauchen, keine einzige wird als Sprachrohr einer typisierten Ideologie missbraucht. Stattdessen taucht man ein in die Erlebnisse und Weltanschauungen der Träumer, der resignierten Denker, der heillosen Idealisten, der Fanatiker und Zyniker... Jede Figur ist unverwechselbar und prägt sich dem Gedächtnis des Lesers ein. "Die weiße Garde" hat mit dem "Meister und Margarita" nicht viel gemeinsam -- aber eine Gemeinsamkeit gibt es bestimmt: Beide Romane gehören zum Besten, was jemals in den betreffenden Genres geschrieben worden ist. |
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