Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Seite 18

Der Arbeiter: Herrschaft und Gestalt - Ernst JüngerDer Arbeiter: Herrschaft und Gestalt
Ernst Jünger

Gebundene Ausgabe, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 145674      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Aus dem Vorwort zur ersten Auflage 1932 von Ernst Jünger:
"Der Plan dieses Buches besteht darin, die Gestalt des Arbeiters sichtbar zu machen jenseits der Theorien, jenseits der Parteiungen, jenseits der Vorurteile als eine wirkende Größe, die bereits mächtig in die Geschichte eingegriffen hat und die Formen einer veränderten Welt gebieterisch bestimmt."


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Leicht zu begreifen, vielleicht deshalb so missverstanden?      5 von 5 Punkten
Noch in seinem letzten Interview, vor seinem allzu frühen Tod, sagte Ernst Jünger, dass selbst Geistesgrößen wie Oswald Spengler und Carl Schmitt den "Arbeiter" nicht vrstanden hätten. Wieso sollte es also dem Rezensenten Heck gelingen; er befindet sich da in bester Gesellschaft. Dieser eine Stern beleuchtet dabei nicht das Werk Jüngers....

Einige begreifen das Buch aber doch. Und je mehr Zeit vergeht - typisch für die Texte dieses großen Autors - desto klarer wird die Hellsichtigkeit, seine unnachahmliche Erfassungskunst, was die zukünftigen Entwicklungen unserer Welt angehen. Der Arbeiter steht für das "Titanische", dem Jünger für das 3. Jahrtausend (sehr richtig) einen unvergleichlichen Siegeszug voraussagt. Der Arbeiter als Typus des Kommenden und Herrschenden. Nicht der ausgediente Proletarier ist hier gemeint, sondern die Abermillionen Computernutzer und digitalen Welteneroberer unserer und kommender Tage. Das ist "der Arbeiter".

Und was Jünger hierzu in seinem genialen Essay sagte und prognostizierte (vor fast 80 Jahren!) sollte sich niemand entgehen lassen, der sich mit der Welt ohne ideologische Scheuklappen konfrontiert sehen will.

Der Arbeiter ist das Schicksal unseres Planeten.

Im Reich der Sinne - in der Arche des Verstands. Absolut empfehlenswert!

Widersacher des Lebens      1 von 5 Punkten
Sucht man den Moloch, den Geist als Widersacher des Lebens, wie in Ludwig Klages formuliert und vor ihm gewarnt hat, der Arbeiter ist von ihm durchherrscht. Unverblümt will Jünger die Seele des Menschen duch Gestalt ersetzen, das Individuum durch den Typus. Es ist das schlimmster Buch, das ich je gelesen habe und ich habe sie alle gelesen!

In keinster!! Weise stimmt, dass Jünger hier, wie Heidegger meint, Nietzsches Willen zur Macht ausformuliert.
»Pfui selbst zur Schraube zu werden« war Nietzsches Kommentar zum Fabriksklaven und er empfahl Arbeitern, die sonst keinen Unterhalt finden, eher auszuwandern, als sich derart zu erniedrigen.

Von Unmenschlichem zu reden, bin ich sehr vorsichtig, Jünger aber einen Unmenschen zu nennen, würde nur seinen eigenen Anspruch auf den Punkt bringen.

Klaus Heck


Die Blendung - Elias CanettiDie Blendung
Elias Canetti

Gebundene Ausgabe, Dezember 2005
     Verkaufsrang: 48357      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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So ist das nun mal: Bei allen großen Romanen ist die Sprache der eigentliche Hauptdarsteller. Wäre dem nicht so, ließe sich in diesem Fall berichten, daß sich alles um den Privatgelehrten Peter Kien dreht, einen exzentrischen Kopf- und Büchermenschen, der sich "bedeutendster Sinologe seiner Zeit" und Besitzer der umfangreichsten Privatbibliothek Wiens nennen darf.

Er forscht in allergrößter Ruhe vor sich hin, bis ihm ein entscheidender Fehler unterläuft: In einem Anfall von Rührseligkeit heiratet er seine Haushälterin Therese, weil diese jahrelang seine Bücherschätze so gewissenhaft abgestaubt hat. Kaum ist sie aber Frau Kien, möchte sie noch viel mehr abstauben -- es entbrennt ein irrsinniger, erbarmungsloser Kampf um die Vorherrschaft in der heimischen Bücherfestung. In diesen Kampf greifen außerdem ein: Benedikt Pfaff, der sadistische Hausmeister, und Fischerle, ein buckliger Zwerg und Zuhälter, der sich nebenbei für den größten Schachspieler aller Zeiten hält. Und alle sind einzig beseelt von Habgier und betreiben mit Eifer Kiens Untergang.

Die Blendung ist von entwaffnender Trostlosigkeit, eine positive Identifikationsfigur wird der Leser vergebens suchen. Mehr als entschädigt wird er aber durch den ins Groteske gesteigerten Humor, mit dem das absurde Treiben der Figuren und deren Denkwelten geschildert werden. Der sprachliche Zauber dieses Romans beruht vor allem auf Canettis Fähigkeit, diese bizarren Kreaturen völlig innerhalb ihrer Wahnlogik und konsequent im jeweils eigenen Tonfall sprechen zu lassen. Auch wenn nach der ersten Veröffentlichung mehr als drei Jahrzehnte verstreichen mußten, bis die literarische Öffentlichkeit von Canettis einzigem Roman Notiz nahm, zählt er mittlerweile zweifellos zu den Klassikern der Moderne. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Ein ganz besonderes Buch - sehr empfehlenswert      5 von 5 Punkten
Ich habe "Die Blendung" von E. Canetti noch nicht durchgelesen und konnte mich nicht zurückhalten, hier einen Kommentar loszuwerden: Selten habe ich so ein Buch gelesen, ein Wunderwerk!


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Stiller - Max FrischStiller
Max Frisch

Taschenbuch, Januar 1997
     Verkaufsrang: 19375      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Ich bin nicht Stiller!" ? Vor über 40 Jahren erschien Max Frischs Roman Stiller, und er ist noch immer von größter Aktualität: Bei seiner Einreise in die Schweiz wird Mister White festgenommen, weil er für die Polizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde bestätigen den Verdacht. Er aber widersetzt sich dieser Festlegung, seine Aufzeichnungen in der Untersuchungshaft wehren sich gegen diese Behauptung mit der Feststellung: "Ich bin nicht Stiller!". Kein anderer zeitgenössischer Roman stellt derart ehrlich wie hintergründig die Frage nach der Identität des Menschen des 20. Jahrhunderts. Die Frage der Identität st Max Frischs zentrales Thema, der Roman Stiller fragt nach der Spannung des einzelnen Ich zum anderen. Hermann Hesse schrieb: "Stiller, die Hauptperson, vergißt man nicht wieder, er ist keine Romanfigur, sondern ein Individuum, ein in jedem Zug erlebter und überzeugender Charakter."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)

Literaturgeschichte in 448 Seiten      5 von 5 Punkten
Ich habe schon einige Bücher gelesen, unter anderem Bücher, die ganze Epochen und Generationen prägten, wie "Der Fänger im Roggen", aber ich glaube, ein Buch, wie "Stiller" gibt es sonst nirgendwo. Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil mein Lieblingsschauspieler, Matthias Schweighöfer, dieses Buch einmal sein "absolutes Lieblingsbuch" genannt hat- also war ich interessiert. Und siehe da! Ich liebte es, schon die ersten Zeilen machten es deutlich, dass dieses Buch eines dieser ist, die dein Leben in zwei Hälften schneiden können- dein Leben bevor du dieses Buch gelesen hast und dein Leben, nachdem du es gelesen hast.
Solche Bücher sind selten, und auch ebenso selten wirklich gut. Max Frisch hat ein Meisterwerk geschrieben, dass ich jedem, aber wirklich jedem, egal welches Classement Sie bevorzugen, empfehlen kann- sie sogar innigst darum bitte- zu lesen.


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Holzfällen: Eine Erregung - Thomas BernhardHolzfällen: Eine Erregung
Thomas Bernhard

Taschenbuch, 22. Februar 2006
     Verkaufsrang: 137455      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Holzfällen ist die Geschichte einer "Erregung", die Geschichte eines "künstlerischen Abendessens" in Wien, in der Gentzgasse. Der Ich? Erzähler, ein Schriftsteller, sitzt auf dem Ohrensessel und beobachtet die Gesellschaft die, auf den Schauspieler des Burgtheaters wartet, der versprochen hatte, gegen halb zwölf zu diesem Essen zu kommen. Während seiner Beobachtungen beschwört er die Erinnerung an Joana, sein Leben mit ihr, und damit wird er mit jenen Menschen konfrontiert, rnit denen er in den fünfziger Jahren Umgang pflegte. Es entspricht der erzählerischen Dramaturgie wie der musikalischen Wortfügung Bernhards, daß in der Mitte der Erzählung der Burgschauspieler endlich auftritt. Der Schauspieler setzt der Abendgesellschaft die Botschaft des Natürlichen entgegen: "Wald, Hochwald, Holzfällen." Für den Erzähler dauert diese philosophische Haltung, die ihn für den Schauspieler einnimmt, doch nur Augenblicke. Ihn selbst erfaßt eine immer größere Erregung. Er verläßt das Haus, rennt in die Innere Stadt Wiens hinein, diese Stadt, die er haßt und die doch für ihn die beste Stadt ist, deren Menschen er haßt und die doch für ihn die besten Menschen sind. "Was Thomas Bernhard hier schreibt, ist eine große Auseinandersetzung mit menschlichen Beziehungen, mit Verstrickungen, Liebe, Ausbeutung, Verrat, Haß." Karin Kehrein, Die Presse

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)

Furios      5 von 5 Punkten
Dieser Roman hat in Österreich für Furore gesorgt, da die Protagonisten allzu leicht innerhalb der Wiener Gesellschaft auszumachen waren. Er führte dazu, daß Thomas Bernhard sich seiner Heimat noch weiter entfremdete und sowohl ein Publikations- als auch ein Aufführungsverbot für seine Werke erließ. Neueste Erkenntnisse lassen vermuten, daß er wußte, was er tat, als er seine Fiktion so nahe an der Wirklichkeit anlehnte. Bei manchen Autoren ist es das Nichts, die eigene Leere, eine unglückliche Liebe, Sendungsbewußtsein, bei Bernhard war es ein ganzes Land, das ihn zum Schreiben trieb. Österreich hinterließ seine Spuren. Die Geschichte einer Erregung war geplant, und nur von einem Schriftsteller zu bewältigen, der mit sich im Reinen war und sich einem Sturm der Entrüstung aussetzte.

Daß der Roman sowohl sprachlich auch inhaltlich bestehen kann, stellt sich unter Beweis, wenn man ihn heute noch einmal zur Hand nimmt. Bernhards manische Kunst der Sprache seinen Überdruß, seinen Ärger, seine Verachtung anzuvertrauen, dient hier dem Zweck der Demaskierung. Wehe dem, der sich einem so gewaltigen Schriftsteller gegenübersieht. Er schreibt einen mit Lust in die Verdammnis.


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Das falsche Gewicht - Joseph RothDas falsche Gewicht
Joseph Roth

Broschiert, Dezember 2005
     Verkaufsrang: 11567      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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»Das falsche Gewicht« ist die in brennenden Farben und mit fesselnden Bildern erzählte Geschichte des Eichmeisters Anselm Eibenschütz, in der Joseph Roth die Welt des sterbenden k.u.k.-Österreich heraufbeschwört. Nach zwölf Jahren Militärdienst übernimmt Anselm Eibenschütz seiner Frau zuliebe den Posten eines k.u.k-Eichmeisters. Auf seinem kleinen Wagen fährt er durch die Dörfer, prüft Maße und Gewichte der Händler. Doch in einer Gegend, in der Bestechung und Betrug an der Tagesordnung sind, ist einer wie Eibenschütz, der gewissenhaft die Einhaltung der Gesetze überwacht, ein geborener Feind. Einsam inmitten der Gauner, Spieler und Deserteure wird der Eichmeister auch von seiner Frau betrogen, die ihm das Kind eines anderen unterschieben will. Da gelingt es dem ehemaligen Unteroffizier, den größten aller Halunken hinter Gitter zu bringen, den Mörder Leibusch Jadlowker. Eibenschütz verliebt sich in dessen Freundin, die schöne Zigeunerin Euphemia, und genießt einen Sommer lang sein Glück. Als Euphemia sich von ihm abwendet, Frau und Kind an der Cholera sterben, beginnt sein unausweichlicher Abstieg. Der einst ehrliche Eichmeister wird gemein, wird zum Händler mit falschen Gewichten und verliert sich im Alkohol. Schließlich entkommt Jadlowker aus dem Zuchthaus, und sinnt auf Rache … Joseph Roth schrieb den Roman 1937 im Pariser Exil. Er schuf im Untergang eines redlichen Mannes, der aus Liebe schuldig wird, und im Bild von den Gewichten, die falsch und richtig zugleich sind, ein unvergessliches Gleichnis für das sterbende Habsburgische Reich.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Großer deutschsprachiger Meister der Erzählkunst      5 von 5 Punkten
Der 1894 im östlichen Galizien, also der Gegend, in der auch "Das falsche Gewicht" spielt, geborene Joseph Roth gehört zu den großen deutschsprachigen Meistern der Erzählkunst. Seine Charaktere sind vorzüglich beobachtet und authentisch dargestellt, er vermittelt Stimmungen so lebendig und zugleich mit geradezu malerischer Anschaulichkeit, dass sie sich dem Leser oder Hörer tief einprägen. Die Obsession des Anselm Eibenschütz für die schöne Euphemia äußert sich am eindringlichsten durch die nachhaltigen Schilderungen des Klingelns ihrer Ohrringe, das Eibenschütz ständig zu hören vermeint, wo auch immer er sich aufhält. Nachvollziehbar und anschaulich beschreibt Roth, wie diese verzweifelte Hörigkeit, nicht anders als jede andere Sucht, Eibenschütz nach und nach in den Ruin treibt: Schließlich ist er bereit, alles zu tun, um nur in Euphemias Nähe sein zu können.
Der Roman befasst sich jedoch nicht nur mit der persönlichen Tragödie des Eichmeisters, der nach langem Kampf gegen die unredlichen Geschäftspraktiken in seinem Bezirk selbst seine Redlichkeit verliert, sondern er schildert auch die verzweifelten Verhältnisse in der bitterarmen Grenzregion des sich seinem Ende zuneigenden Habsburgerreichs, die den Menschen kaum die Möglichkeit lassen, "gut" zu ihren Mitbürgern zu sein.
Euphemia bleibt meistens im Hintergrund, sie tritt weniger als klassische "femme fatale" auf, auch wenn sie sich ihrer Reize bewusst ist und diese bei Bedarf berechnend einzusetzen weiß, denn als ein oberflächliches Geschöpf, das mit seiner Liebe großzügig umgeht. Großartig gezeichnet sind Mit- und Gegenspieler von Anselm Eibenschütz, vor allem Jadlowka, Euphemias skrupelloser Freund, der bald danach trachtet, den Eichmeister auszuschalten.
Die Nichtigkeit des einzelnen Menschenlebens in einer solchen Gesellschaft stellt Roth nachdrücklich in seiner Schilderung einer Zlotogrod heimsuchenden schweren Choleraepidemie heraus, die auch Eibenschütz' Frau und deren außereheliches Kind tötet. Über der gesamten Handlung schwebt eine unvergleichlich düstere, dichte Atmosphäre, die den Hörer in ihren Bann zieht und es schwer macht, die "akustische Lektüre" vor dem Ende der letzten CD abzubrechen. Hierzu trägt auch der Sprecher Joseph Lorenz bei, der ausdrucksvoll, spannend, doch ohne billige Effekthascherei den Roman vorträgt: ein bemerkenswertes Stück Weltliteratur aus der untergehenden Donaumonarchie.
Preisgünstig ist die Hörbuchausgabe nicht, doch die einwandfreie akustische Qualität und auch die schöne, hochwertige Aufmachung der Edition rechtfertigen den Preis im Großen und Ganzen.


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Der Baron auf den Bäumen - Italo CalvinoDer Baron auf den Bäumen
Italo Calvino

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 86655      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eine zauberhafte Baumrobinsonade von märchenhafter Leichtigkeit von einem der großen Zauberer der europäischen Literatur.
Cosimo, 12jähriger Erbe des Hauses Piovasco di Rondò, ist mit einer entsetzlich tyrannischen Familie geplagt. Das Maß ist voll, als eines schönen Tages seine boshafte Schwester einen Topf mit ekelhafter Schneckensuppe kredenzt, die Cosimo tags zuvor noch vor ihrem Ende als Hauptgericht bewahren wollte. Nein, diese Suppe will er nicht länger im Kreise seiner Lieben essen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen - denn es ist die Zeit der Aufklärung, die dem Menschen das Reich der Freiheit zeigen will. Also erhebt er sich von der Familientafel, steigt auf eine Steineiche - und wird den Rest seines Lebens den Boden nie wieder betreten. Nicht, daß er auf diesem einen Baum geblieben wäre: er erschließt sich vielmehr einen völlig neuen Lebensraum. Sein Leben dort oben unterscheidet sich indessen gar nicht so sehr von dem der »irdischen« Bewohner: Er jagt, liest sich durch ganze Bibliotheken, führt rege Briefwechsel mit Philosophen wie Rousseau und pflegt so manch amouröses Abenteuer im Schutz des dichten Laubes. Selbst an der Weltgeschichte nimmt er Anteil, unterstützt er während der Französischen Revolution doch die Franzosen und trifft sogar Napoleon. Von Baum zu Baum hangelt er sich so durchs Leben, bis er mit 65 Jahren sterbenskrank vom Landeanker eines Heißluftballons mitgerissen wird - und so das Reich der Bäume und das Buch verläßt.




Duell mit dem Schatten - Siegfried LenzDuell mit dem Schatten
Siegfried Lenz

Taschenbuch, März 2000
     Verkaufsrang: 141606      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Was damals geschah, lastet schwer auf ihm. Er erhofft sich Befreiung von diesem Druck und versucht, Mitleid und Verständnis von der Tochter zu erpressen. Doch die Schuld ist unter der Glut der libyschen Sonne stärker. Und die Begegnung mit zwei jungen Engländern, die auch die damaligen Kampforte aufsuchen, vermittelt dem Mädchen allmählich die Kraft, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten, sich von ihm zu lösen. Die Wüste wird zu einem Raum, in dem sich das Schicksal von Menschen erfüllt – auch deutsches Schicksal. – Ein zeitgeschichtlicher Roman über die Schuld der Väter im Krieg und deren Bewältigung durch die Söhne und Töchter.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

einfach klasse      5 von 5 Punkten
Hier greif siegfried lenz ein thema auf, dass jeden leser emotional mitleben lässt. Es ist der konflikt zwischen tochter und vater, der vater geht auf reise mit seiner tochter biggi nach nordafrika, wo der vater "oberst" seine kriegsvergangenheit zu bewältigen versucht, eigentlich möchte er gern dort alleine hin, jedoch braucht er die hilfe von biggi, da er schon körperlich beeinträchtigt ist.Außerdem versucht der Oberst seine tochter verständnis und v.a. mitleid für die kriegsvergangenheit und das dort geschehene bei ihrer tochter biggi zu erregen. In diesem ganzen roman entstehen oft konflikte zwischen vater und tochter, wobei die tochter stets unterliegt, bis sie neugierig wird, was der oberst einst für ein verhältnis hatte mit seinem soldatenkamerraden makenroth. Durch ein Unglück kommt sie in kontakt zu zwei engländern, die ebenfalls ihre erinnerungen an den krieg wachrütteln wollen, die engländer sind von der jungen dame völlig angetan und helfen ihr aus den schlamasel, der durch das unglück ausgelöst wurde, wieder herauszukommen. Durch einen der engländer erfährt sie, dass das verhältnis zwischen den oberst und makenroth garnicht so makellos war und sie "müpft" auf gegenüber seinen vater und will die wahre vergangenheit ihres vaters wissen...
Siegried Lenz beschreibt die natur sehr schön, wie die erbarmungslose hitze auch stets wieder konflike entstehen lässt, die sich gegen den menschen richten.
Die Rolle des Oberst ist die faszierensde peron überhaupt, sie lässt bei den leser richtig wut aufkommen über seine sturrheit und verachtung gegenüber allem, ein richtiger "kotzbrocken" halt.
Das Buch ist einfach ein Muss für jeden "lenz- fan"!, ist auch nicht so langatmig wie andere lenz bücher, da stets etwas passiert.


Ingrid Babendererde: Reifeprüfung 1953 - Uwe JohnsonIngrid Babendererde: Reifeprüfung 1953
Uwe Johnson

Taschenbuch, Juli 2006
     Verkaufsrang: 90761      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Am 22. Februar 1957 sandte der dreiundzwanzigjährige Uwe Johnson ein Manuskript an Peter Suhrkamp: "Sehr geehrter Herr Dr. Suhrkamp: Dieser Brief betrifft das Manuskript >Ingrid Babendererde / Reifeprüfung 1953<, über das Sie durch Herrn Prof. Mayer gesprächsweise unterrichtet sind und das ich Ihnen nun übersende."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Tiefgründige Literatur      5 von 5 Punkten
Zum Inhalt und zur Stilistik ist hier alles gesagt worden.
Festzuhalten bleibt, dass Uwe Johnson hier keine Untehaltungsliteratur geschaffen hat, sondern ein zutiefst komplexes Stück, dass mit Muße und Geduld gelesen werden will. Dann aber schimmert zwischen den schwerfälligen Sätzen ein so wunderbar unvoreingenommener, sich nicht mit schnellen und wohlfeilen Beurteilungen eines Menschen abgebende Humanismus hervor, wie man ihn selten findet. Ein Buch zum immer wieder in die Hand nehmen, ein guter Freund für viele Jahre.


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Das Kalkwerk - Thomas BernhardDas Kalkwerk
Thomas Bernhard

Taschenbuch, 8. Dezember 2005
     Verkaufsrang: 162437      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Thomas Bernhard gehört zu den Autoren, deren Sprache auflebt, wenn sie von guten Schauspielern interpretiert wird. Nicht zuletzt deshalb hat der Österreicher -- "einer der streitbarsten, umstrittensten und bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache" -- seine größten Erfolge im Theater gefeiert. Und Ulrich Matthes ist ohnehin einer der besten Sprecher und setzt in der Bernhard'schen Sprachlandschaft, die einem auf den Buchseiten oft etwas monoton und wüst erscheint, genau die richtigen Akzente. Das Besondere an dieser Aufnahme von Kalkwerk ist aber, dass es sich -- dem Deutschlandradio Berlin sei Dank dafür -- um eine "inszenierte Lesung" handelt. Was mit Kopfhörern besonders eindrucksvoll wirkt, denn die Stimme des Schauspielers spricht aus unterschiedlichen Richtungen. Wechselnde Tonlagen und verschiedene Klangatmoshären verstärken den Effekt, der Text und Vortrag noch interessanter macht.

Darüber hinaus gewährt Das Kalkwerk einen repräsentativen Blick ins düstere Bernhard'sche Universum, weil hier viele seiner Motive versammelt sind: Die Beschäftigung mit einem großen Geistestwerk (wie in Beton), das doch nie fertig wird; die Peinigung der Familienangehörigen mit dieser Obsession (wie beim Theatermacher); und schließlich auch die verhängnisvolle Wirkung eines Gebäudes (wie in der Auslöschung). Und schließlich -- wie könnte es anders sein -- endet alles in Agonie und tödlichem Chaos. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 90 Minuten, 2 CDs, inszenierte Lesung.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Einfach in einem Zuge...      5 von 5 Punkten
...die Studie niederschreiben; mit dem ersten Satz beginnen und dann die erste Hälfte niederschreiben und dann die zweite; aber einfach die Ruhe finden, sich hinsetzen und in einem Zuge die Studie niederschreiben...das wünscht sich ein Herr Konrad, Hauptaktuer des Buches. Konrad ist ein Privatgelehrter, der wie er selbst behauptet über ein absolutes GEHÖR verfügt; Konrad hört alles: er hört selbst "etwas aus der Tiefe des Wassers herauf"; andere außer ihm hören dies und anderes nicht. Und Konrad möchte eine Studie über Das GEHÖR verfassen; darüber nachdenken muß er nicht mehr, er habe die Studie seit Jahren vollständig im Kopf: nur niederschreiben, einfach in einem Zuge die Studie niederschreiben: das ist ihm bisher nicht möglich gewesen. Und er hat -weiß Gott - wirklich alles dafür getan: zuletzt hat er das ehemalige Kalkwerk gekauft (ist dadurch bankrott), um die nötige Abgeschiedenheit für das Niederschreiben der Studie (einfach in einem Zuge) zu finden. Aber er findet diese Ruhe nicht: mal ist es der Baurat, der an die Tür klopft (Konrad kann das Klopfen nicht ignorireren), mal Konrads Frau, die nach ihm läutet, mal der Höller, der im Garten Holz hacke, mal der Rauchfangkehrer, mal der Wind und manchmal schlicht zuviel Ruhe, die verhindert, daß er die Studie (einfach in einem Zuge) niederschreiben kann. Bis auf die Tatsache, dass Konrad (fast) niemanden mag, seine Frau mit seinen Experimenten mit der urbanschitschen Methode terrorisiert und dass er seine Frau zuletzt erschossen hat, ist er eigentlich ganz in Ordnung. Wie immer bei Bernhard haben wirs bei Konrad mit einer Persönlichkeit zu tun, die ständig am Rande des Wahnsinns ("am Wendepunkt" wie ich es öfter aus eigener Erfahrung nenne) spazieren geht. Und der Roman ist "einfach in einem Zuge" niedergeschrieben: fast keine Absäze, ellenlange Sätze, in denen man auf 5 Doppelseiten z.B. erfährt wie Konrad seine Jagdstiefel einwichst, und dass er das grundprinzipiell mit seinen Handballen macht. Oder dass man im Kalkwerk nur bewaffnet hrumlaufen könne, dass er schwerste Eisengitter und Riegel habe einbauen lassen. Das alles erfährt man auf typische bernhardsche Weise: mit dem sprachlichen Hammer. Das Buch ist ein absolutes Novum wie alle Bücher von Bernhard, meiner bescheidenen Meinung nach aber auch ein absoltes Muss.


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Bibliothek Suhrkamp, Bd.84, Lieblose Legenden - Wolfgang HildesheimerBibliothek Suhrkamp, Bd.84, Lieblose Legenden
Wolfgang Hildesheimer

Gebundene Ausgabe, 12. Mai 2005
     Verkaufsrang: 158777      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Seit ihrem ersten Erscheinen 1952 sind Wolfgang Hildesheimer Lieblose Legenden fast schon legendär geworden - und wahr geblieben. "Diese Erzählungen haben bei aller Ironie, aller bezaubernden parodistischen Spiegelfechterei, allem Sinn fürs offenbar Groteske, fürs Satirische jenen unbedingten geistigen Charme, jene Grazie, jene musische Heiterkeit, die sie bis zu legitimem Dichtungen machen." Karl Krolow

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Köstlich und virtuos      5 von 5 Punkten
Eine herrliche, bissige, aber gar nicht lieblose Sammlung von Kurzgeschichten von Kunst, Künstlern und solchen, die es gerne wären - oder gar sind, wie die vom begnadeten Versicherungsvertreter, der durch seine bösen Eltern zu einer Klaviervirtuosenkarriere gezwungen wird.

Die Zeiten mögen sich ändern, die Menschen tun es nicht - das sieht man daran, wie jung und frisch diese "Legenden" auch fünfzig Jahre nach ihrem Erscheinen noch wirken. "Legende" heißt ja eigentlich: das zu Lesende. Auf nichts trifft diese Bezeichnung besser zu als auf dieses Buch.


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Die Reise nach Sofia - Angelika SchrobsdorffDie Reise nach Sofia
Angelika Schrobsdorff

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 165903      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Reise beginnt nicht mit dem gebuchten Flugzeug und die Landung auf einem winzigen Flughafen am Schwarzen Meer ist unplanmäßig. Wie die Passagiere aus Paris dennoch irgendwann nach Sofia gelangen, ist abenteuerlich. Doch Angelika Schrobsdorff trägt das alles mit Humor. Sie kennt die Verhältnisse, hat sie doch als Kind mit ihrer Mutter, einer deutschen Jüdin, acht Jahre als Eminrantin in Bulgarien gelebt. Sehnsüchtig wird sie von ihrer Jugendfreundin Ludmilla erwartet, die alsbald zu einem Gegenbesuch nach Paris aufbricht. Die Begegnungen zwischen den beiden Jugendfreundinnen werden zum Ausgangspunkt amüsant geplauderter, aber mit analytischer Ironie erfasster Beobachtungen über Konsum und Liebe, Freiheit und Glück in Ost und West.
Simone de Beauvoir hat das Vorwort zu diesen interessanten Gesprächen geschrieben.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Hintergründig, tragisch und amüsant      5 von 5 Punkten
Geboren im Erscheinungsjahr des Buches, bekam ich als behütetes, westdeutsches Kind nicht mehr viel mit vom Kalten Krieg und den unversöhnlichen Ideologien von Ost und West. Daher war es besonders gewinnbringend für mich ein Buch zu lesen, das beide Parteien kritisch beleuchtet.
"Die Reise nach Sofia" habe ich bisher zweimal gelesen, einmal im Stillen für mich und ein zweites Mal, da ich die Geschichten derart köstlich fand, las ich sie meinem Freund vor. Er, ebenfalls 1983 geboren, stammt aus Ost-Berlin und hat durchaus noch eigene Erinnerungen an die Zeit des Eisernen Vorhangs, auch für ihn war "Die Reise nach Sofia" ein Gewinn.
Die drei unvoreingenommen erzählten Geschichten ermöglichten uns ein distanziertes Nachdenken und Diskutieren über Dinge, die ganz alltäglich und nicht wegzudenken scheinen in unserer globalisierten Überfluss & Wegwerf-Gesellschaft, obwohl sie im Großteil der Welt vielfach unnormal sind.

In der ersten Geschichte wird die Hinreise von Paris nach Sofia beschrieben. Ein Schneesturm zwingt das klapprige Flugzeug des einzigen Reiseunternehmens, welches von Frankreich nach Bulgarien fliegt, zu einem nächtlichen Zwischenstopp in Burgas und der anschließenden achtstündigen Bahnreise mit einem Bulgarischen Expresszug nach Sofia. Ohne Bargeld und in unbeheizten Abteilen, dafür aber von gesprächigen, zahlreichen Mitreisenden umgeben, verbringt die Autorin eine amüsante bis katastrophale Reise nach Sofia.

Im gewohnt ironisch und zugleich ernsten Tonfall erzählt Frau Schrobsdorff von den zwei Welten, in der sie sich als privilegierte, im Westen lebende Künstlerin und ihre Freundin Ludmila, als Bulgarische Ärztin, zu Recht finden müssen.
Seit ihr Ehemann, samt der grässlichen Schwiegermutter und dem gemeinsamen Sohn, nach Griechenland verschwunden ist lebt Ludmila alleine. Sie ist eine ehemalige "Höhere Tochter" deren reicher Familienbesitz vom kommunistischen Regime enteignet wurde. Weil ihr Einkommen nicht ausreicht, bewohnt sie in ihrer Wohnung die schäbigste Kammer, da sie den schöneren Teil an Gäste untervermieten muss.
An ihrem ersten Morgen in Sofia erlebt Frau Schrobsdorff die aufregende Installation eines neuen Boilers in Ludmilas chaotischer Küche. Gemeinsam mit ihren hektischen Jugendfreundinnen, Sofioter Handwerkern und deren - mal hoffnungslosen, mal bissigen - Betrachtungen über das Dasein der Bulgaren im Allgemeinen sowie das persönliche Schicksal im Besondern, beschreibt Angelika Schrobsdorff mit großer Herzlichkeit und Mitgefühl das Leben in Bulgarien.

Im Gegensatz zu Ludmila lebt Angelika, mit Ehemann und Heißgeliebter Perserkatze, in einer schönen Pariser Wohnung.
Vorfreudig schmiedet Frau Schrobsdorff Pläne für den, von der Freundin, vor der Bulgarischen Bürokratie, lang erkämpften Urlaub im Westen.
Ludmila ihrerseits schwankt zwischen Angst und Neugierde, zudem leidet sie unter starken Schlafproblemen. Ihre Anreise beginnt dann auch mit aufgekratzter Übermüdung und ihrer Angst vor Paris.
Davon ausgehend, dass jeder, der dem düsteren Kommunismus für ein paar Wochen entkommen ist, nach quietschbunter Konsumfreude und ästhetischen Bauwerken lechzt, gestaltet Frau Schrobsdorff das touristische Programm.
Ludmila hingegen reagiert unerwartet: Anstelle die Sehenswürdigkeiten und prallgefüllte Geschäfte zu genießen, rennt sie panisch in die Wohnung zurück. Sie fühlt sie auf dem Friedhof Montparnasse wohler, als beim Einkaufsbummel. Das Bordell-Viertel mit öffentlichen Piepshows und unzähligen Sexshops findet sie beachtlicher als den Champs d'Elysee oder den Louvre.
Mit erfrischendem Unverständnis beobachtet Ludmila das ganz gewöhnliche Leben einer Konsumgesellschaft.
Ob sie ein Ratgeberbuch für reife Frauen entdeckt, das die üblichen Tipps bzw. eher entwürdigende Verhaltensnormen vorgibt, wie eine Frau "im Herbst des Lebens" z.B. ihr Sexualleben gestalten soll. Oder sich durch das Überangebot an Nahrungsmitteln unbeeindruckt zeigt, stattdessen nur trocken bemerkt, dass sie satt ist und nichts weiter braucht; Ludmila legt mit scharfem Auge offen, zu welch merkwürdigen, bisweilen tragischen Verhaltensweisen die Menschen unserer Gesellschaft neigen und dass der "Goldene Westen" eben so wenig nur golden, wie der "Graue Kommunismus" nur grau war.

Sowohl inhaltlich als auch stilistisch ist "Die Reise nach Sofia" herrlich zu lesen.
Insbesondere Lesern, die die Ära der Ost/West-Teilung nicht mehr bewusste miterlebt haben, sei dieses Buch empfohlen. Es ist in der Tat überraschend und lehrreich, vor allem die Erkenntnis, wie wirksam viele der alten Propagandastereotype von Ost und West noch heute sind.

Angelika Schrobsdorff selbst, sagte - im Interview mit der Berliner Zeitung im Februar 2007 - über "Die Reise nach Sofia": "Ich glaube, es ist das Beste, was ich je schrieb."


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Herz der Finsternis: Mit dem 'Kongo-Tagebuch' und dem 'Up-river Book' - Joseph ConradHerz der Finsternis: Mit dem 'Kongo-Tagebuch' und dem 'Up-river Book'
Joseph Conrad

Taschenbuch, Juni 1998
     Verkaufsrang: 156969      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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In den Abenteuerbüchern Joseph Conrads ist der Dschungel still. Im Herz der Finsternis (1899) etwa schlängelt sich der Kongo lautlos durch die "erhabene Stille des Urwalds": Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der "schweigenden Wildnis" ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur "ein Wort" in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun "als eine Stimme dar". Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf "Das Grauen! Das Grauen!" sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: "Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme".

Im Herz der Finsternis, das von den teuflischen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie von den düstren Untiefen der menschlichen Seele berichtet, ist auch der Ich-Erzähler Marlowe für seine Zuhörer "nicht mehr gewesen als eine Stimme". Auf der CD-Fassung des Reclam Verlags nun leiht der 57-jährige Schauspieler Christian Brückner, der bereits Robert de Niro und Alain Delon synchronisierte, dem Organ des Kapitäns sein raues Timbre. Er tut dies mit viel Gespür für Conrads Text: Denn während der charismatische Kurtz "ernst, tief, bebend" -- als Störung im Urwaldschweigen eben -- hätte gesprochen werden müssen, ist die von Brückner gegebene Erzählstimme Marlowes ruhig, schlängelnd und tiefgründig wie der Kongostrom.

"Meine Stimme ist es, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann", behauptet Marlowe einmal. Nun macht uns die unverwechselbare Stimme Brückners den herrlich gleichförmig mäandrischen "Zauberfluss der Rede" vom Herz der Finsternis anschaulich. Getreu dem auf Kurtz gemünzten Diktum Conrads: "Man spricht nicht mit dem Mann -- man hört ihm zu". 5 CDs, Spieldauer: 303 Minuten. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

Kino für die Ohren. Ganz große Erzählkunst.      5 von 5 Punkten
Die Geo Hörwelten Auswahl ist an sich schon ein Genuß. Aber mit Joseph Conrads -Herz der Finsternis- wird dem Hörer ein besonderer Leckerbissen angeboten. Ein klassischer Erzähler der alten Schule mit einer überbordenden Geschichte von Leid, Glück, Abenteuer und Forscherdrang. Geschrieben in Worten, die auch heute noch berühren und anfassen. Aber gerade da liegt das Problem bei den klassischen Erzählern wie Conrad, Steinbeck, Sayoran oder Hemingway. Der heutige Leser findet oft nur schwer Zugang zur Sprache der großen Schriftsteller. Sicher sieht das bei einer absoluten Leseratte anders aus, aber nicht jeder verschlingt dutzendweise Bücher; schon gar keine Klassiker. Und genau hier setzen die Geo Hörwelten in genialer Weise an. Die alten Geschichten der großen Meister wollen erzählt werden. Okay, man kann sie auch lesen, aber es sind Erzählungen. Und wenn man einen Christian Brückner gewinnen kann, der die Geschichte in einer Art und Weise präsentiert, dass einem jeder Satz ein Bild in den Kopf zaubert, das sich einem die Nackenhaare aufstellen und man das Geräusch der Stromschnellen hört; was will man dann noch mehr?

Der alte Kapitän Marlowe erzählt seinen Freunden von seiner Reise den Kongo hinauf. Dort sucht und findet er den geheimnisvollen Mister Kurtz, der eine Art Phantom unter den Elfenbeinhändlern zu sein scheint. Gerüchte eilen ihm voraus und der junge Marlowe muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um die gefahrvolle Reise zu meistern...

Eine einfache Geschichte, aber erzählt mit Worten, die die Welt still stehen lassen können. Klar, einfach, phantastisch. Wer den Zugang zur Weltliteratur noch nicht gefunden hat, hier kann er es noch einmal versuchen. Sich einfach zurücklehnen, Christian Brückners Stimme lauschen und sich von Joseph Conrad in das dunkle Afrika zur Wende des 19. Jahrhunderts entführen lassen. Eine Reise mit den Ohren, die sie, das kann ich fast versprechen, nie wieder vergessen werden.


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Meistererzählungen - Jack LondonMeistererzählungen
Jack London

Taschenbuch, Dezember 2002
     Verkaufsrang: 142068      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Sechzehn Geschichten von Seefahrern und Goldgräbern: Die Perle / Chun Ah Chun / Koolau, der Aussätzige / Westwärts / Der Mexikaner / Wie vor alters zog die Argo / Das Gesetz des Lebens / Die Goldschlucht / Das Feuer im Schnee / Jan, der Unverbesserliche / Der Sohn des Wolfs / Das weiße Schweigen / Eine Tochter des Nordlichts / Am Ende des Regenbogens / Der Abtrünnige / Die Liebe zum Leben."Der naturwüchsige Erzähler seines abenteuerliches Lebens, das ihn aus Bettlerarmut, über die Stationen des Fabrikarbeiters, Matrosen, Goldsuchers, Landstreichers, Studenten und Schriftstellers zu Weltruhm und Reichtum führt; ein naturalistisch-romantischer Wirklichkeitsschilderer, der durch seine Erlebniskraft zum Dichter wird."(Handbuch der Weltliteratur)
Jack London wird am 12. Januar 1876 in San Franzisko geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Er schlägt sich als Fabrikarbeiter, Austernpirat, Landstreicher und Seemann durch, holt das Abitur nach, beginnt zu studieren, geht dann als Goldsucher nach Alaska, lebt monatelang im Elendsviertel von London, gerät als Korrespondent im russisch-japanischen Krieg in Gefangenschaft und bereist die ganze Welt. Am 22. November 1916 setzt der berühmte Schriftsteller auf seiner Farm in Kalifornien seinem zuletzt von Alkohol, Erfolg und Extravaganz geprägten Leben ein Ende.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Der Meistererzähler erzählt!      5 von 5 Punkten
Jack London ist einer der bekanntesten und beliebtesten Abenteuerschriftsteller aller Zeiten. Auch die deutschsprachigen Jugendlichen aller Generationen haben seine Klassiker, von denen die meisten bereits mehrfach verfilmt wurden, mit glühenden Ohren verschlungen. Wer kennt etwa nicht die Romane „Wolfsblut" oder „Ruf der Wildnis" oder „Der Seewolf". Meistens spielen die Geschichten Londons in den Wäldern Alaskas oder auf hoher See. Niemals sind sie langweilig, sondern immer voller Spannung, Abenteuer und eine tiefen Liebe für die freie Natur und einem profunden Verständnis für die menschliche Seele. Der vorliegende Band enthält so berühmte und geliebte Werke wie „Die Perle", „Der Mexikaner", „Der Sohn des Wolfs", „Das weiße Schweigen" und „Die Liebe zum Leben". Sie alle spiegeln das wider, was das Große und Schöne an Londons Schriftstellerei ausmacht. Der Kampf des Menschen, von eisernem Überlebenswillen getrieben, gegen die Elemente der Natur. Selbst in harten und unmenschlichen Situationen, in denen es oftmals um Leben und Tod geht, verlieren Londons Charaktere niemals ihre tiefe Güte und Herzenswärme. Die Geschichten sind Liebeslieder an die Menschen und an die Schönheit der Natur. Beide gehören untrennbar zusammen.


Gebete der Einsamkeit - Antoine de Saint-ExuperyGebete der Einsamkeit
Antoine de Saint-Exupery

Gebundene Ausgabe, Juni 2000
     Verkaufsrang: 146222      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Erbarme Dich meiner, o Herr, denn meine Einsamkeit lastet auf mir. Es gibt nichts, auf das ich wartete. Hier bin ich in dieser Kammer, in der nichts zu mir spricht. Und doch wünsche ich nicht die Gegenwart der Menschen herbei, denn ich weiß mich noch verlorener, wenn ich in der Menge untertauche. Aber sich jene andere, die mir gleicht und die sich in eben solch einer Kammer befindet und sich doch glücklich fühlt, wenn die Menschen, denen ihre Zärtlichkeit...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

sehr poetisch      5 von 5 Punkten
Das Büchlein enthält Auszüge aus dem Band "Die Stadt in der Wüste" von Saint-Exupéry.

Folgende Überschriften gibt es (nicht alle Texte sind überschrieben): Gebet für Consuelo, Gebet der Einsamkeit, Hymne auf die Stille, Hymne auf die Nacht, Gebete des Herrschers der Stadt in der Wüste, Gebete vor dem Tode.

Die Texte wirken für mich wie eine Mischung aus dem Hohelied, Kohelet/Prediger und den Psalmen. Die Sprache ist bildlich und poetisch, aber klar. Aus den Gebeten sprechen tiefe Emotionen und Weisheit. Im Alten Testament würden die Texte gar nicht auffallen ;-)



Die Kinder unseres Viertels - Nagib MachfusDie Kinder unseres Viertels
Nagib Machfus

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 80853      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Als Nagib Machfus 1988 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde immer wieder auf seinen Titel "Die Kinder unseres Viertels" hingewiesen. Dieses Werk hat der Autor im Auftrag der ägyptischen Tageszeitung "al-ahram" geschrieben. Die Veröffentlichung in der Zeitung wurde 1959 nach Erscheinen der ersten Folgen unter dem Druck konservativer Kräfte eingestellt, und auch in Buchform durfte der Roman in Ägypten nicht erscheinen. Als Machfus mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sprachen islamische Fundamentalisten wegen des Buches ein Todesurteil über ihn aus. "Machfus erzählt vom Anspruch der Weltverbesserer, der Heilsbringer in ganz gegenwärtiger Form. Er schreibt einen Aktionsroman mit Mord und Totschlag..." (Doris Kilian)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Dieses Werk muss bekannter werden      5 von 5 Punkten
Irgendwo in der Wüste liegt ein Dorf. Die Bewohner werden über Generationen von diversen Wächterbanden schikaniert und unterdrückt. Und das, obwohl immer mal wieder Personen auftauchen, die dieses Gewaltregime beenden. Es sind dies 5 an der Zahl. Adham, Gabal, Rifaa, Kasim und Arafa. Sie kennen sich nicht, da sie verschiedenen Generationen angehören. Ihnen gemeinsam ist aber, das sie alle ihren Auftrag vom großen Gabalawi erhalten haben (mehr oder weniger). Dieser Gabalawi von dem jeder (außer im ersten Kapitel) als "unser aller Großvater" spricht, lenkt und leitet, zuerst direkt, dann irgendwie doch eher unsichtbar, die Geschicke der 5 Männer und somit natürlich auch die der Dorfbewohner. Er lebt im sagenumwobenem Großen Haus am Rande der Wüste. Je weiter das Buch fortschreitet, desto länger hat niemand mehr den Großvater und das Innere des Großen Hauses gesehen. Doch seine Taten und vor allem die seiner 5 Auserwählten bleiben lebendig, da sie immer wieder in den Kaffeehäusern in Form von Liedern zum Besten gegeben werden und sowieso irgendwie immer über allem zu schweben scheinen.
Man muss kein Fachmann zum Thema Religion sein, um sofort die Ähnlichkeiten der Protagonisten mit diversen Gestalten der Religions- und Menschheitsgeschichte zu erkennen. Und wie die großen Vorbilder, schaffen es ja auch die Figuren hier nicht den endgültigen Frieden zu schaffen. Dann fragt man sich unweigerlich warum, es läuft doch alles bestens. Aber hier sterben mit den Menschen auch ihre Ideen.
Ein großartiges Buch, welches sich um die großen Fragen der menschlichen Existenz dreht. Was muss ich tun um glücklich zu sein? Kann man Gewalt mit Gegengewalt bekämpfen? Bekommt man Tradition und Fortschritt unter einen Hut usw.
Es ist lehrreich, leicht lesbar, propagiert Toleranz, hinterfragt blinde Ergebenheit und berührt durch seine völlig unaufgeregte, fast naive Erzählweise den Leser auf fast allen der 570 Seiten. Spannung fehlt genauso wenig wie Tragik und an Aktualität hat es, meines Erachtens nach, seit dem Erscheinen nichts eingebüßt. Ich bin sehr froh es für mich entdeckt zu haben und wünsche diesem Werk noch viele Leser mehr. Die Verleihung des Nobelpreises hat 1988 dazu beigesteuert und ich hoffe, das der baldige erste Todestag des Autors auch einige Buchhandlungen dazu verleiten wird die Werbetrommel etwas zu rühren.


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La Noia - Alberto MoraviaLa Noia
Alberto Moravia

Broschiert, März 2007
     Verkaufsrang: 110135     

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In einer Ehe stellt sich oft die Frage: Wer langweilt sich zuerst? Der große Menschenkenner Moravia läßt die Frage im großen und ganzen offen, beantwortet sie aber im erotischen Detail. Der wegen seiner Freizügigkeit umstrittene Roman wurde mit Horst Buchholz verfilmt.



Der falsche Nero - Lion FeuchtwangerDer falsche Nero
Lion Feuchtwanger

Taschenbuch, Juli 2002
     Verkaufsrang: 90621     

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Ein genialer Streich, ein hintergründiger Racheakt, vielmehr war es nicht, als Senator Varro in den römischen Ostprovinzen den Kaiser Nero, elf Jahre nach dessen Tod, auferstehen läßt. Und sein Coup gelingt. Terenz, der Töpfer, der aussieht wie Nero, spielt seine Rolle erfolgreich. Bis er, eitel und machtbesessen, angestachelt von seinen Vertrauten, Staatssekretär Knops und General Trebon, vergißt, daß er nur eine Marionette ist.
Eine der großen politischen Betrugsaffären der Weltgeschichte wird für Lion Feuchtwanger - im dritten Jahr der Nazidiktatur - zur Vorlage für eine grandiose Parodie auf das Triumvirat Hitler, Göring, Goebbels.Lion Feuchtwanger wurde 1884 in München geboren. Nach vielseitigen Studien gab er die Kulturzeitschrift "Der Spiegel" heraus, schrieb Theaterkritiken und arbeitete an Siegfried Jacobsohns "Schaubühne" mit. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Feuchtwanger in Tunis interniert, konnte jedoch fliehen. In München vom Wehrdienst suspendiert, nahm er die Übersetzung und Bearbeitung indischer, griechischer und spanischer Dramen wieder auf, zudem entstanden eigene Stücke und Antikriegsdichtung. 1925 siedelte er nach Berlin über. Als die Nazis die Macht übernahmen, befand er sich auf einer Vortragsreise in den USA. Seine Bücher wurden verboten, Haus und Vermögen konfisziert. Sanary-sur-mer, Feuchtwangers neuer Lebensort, war zeitweilig ein Zentrum deutscher Emigranten.
1940 internierten ihn die Franzosen. Ab 1941 lebte er in Kalifornien, wo weitere große historische Romane, Erzählungen, Stücke und Essays entstanden. Feuchtwanger starb 1958 in Pacific Palisades.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein Schlüsselroman der Meisterklasse      5 von 5 Punkten
Im dritten Jahr der Nazidiktatur schreibt der 1884 in München geborene Lion Feuchtwanger, in seinem französischen Exil Sanary-sur-Mer, den Roman Der falsche Nero", als Parodie auf das deutsche Triumvirat Hitler, Göring und Goebbels.

Eine der großen politischen Betrugsgeschichten des alten Rom, hundert Jahre nach Christi Geburt, die weit entfernt von Rom im Zweistromland zwischen Babylon und Euphrat spielt, diente ihm dabei als Vorlage. Dort in den Ostprovinzen lässt Senator Varro, elf Jahre nach Neros Tod, den Töpfer Terenz, der schon zu Neros Lebzeiten diesen immer parodiert und kopiert hatte, auferstehen und behaupten, er wäre gar nicht umgebracht worden. Terenz genießt die ihm zugedachte Rolle, dabei werden seine Eitelkeit und Machtbesessenheit von den vertrauten Gefolgsleuten, dem General Trebon und dem Staatsdiener Knops, angestachelt. Die verwegene Unternehmung gelingt dem Senator, denn die Nero - Dublette" vergisst die Tatsache,in Wahrheit nur eine Marionette zu sein.

Es ist ein Schlüsselroman, weil man erst hinterher merkt, wer mit den Figuren gemeint ist. Mit Nero meinte Feuchtwanger Hitler und die beiden anderen hinterhältigen, lästigen, mörderischen Figuren sind auch leicht zu erkennen. Der General verkörpert den Orden geschmückten, dicken Göring, der Staatssekretär ist der kleine, schmächtige, humpelnde Goebbels. Hat man das erkannt, dann macht der Roman noch viel mehr Spass. Ein sehr interessantes Buch, das dem Leser Sternstunden der Lektüre beschert.



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Der Proceß. In der Fassung der Handschrift.: Der Proze? - Franz KafkaDer Proceß. In der Fassung der Handschrift.: Der Proze?
Franz Kafka

Taschenbuch, Dezember 1999
     Verkaufsrang: 157645      Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 3 Wochen.

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Das Besondere an Christian Brückner ist, dass man eigentlich bei jedem Hörbuch mit ihm das Gefühl hat, seine Stimme würde gerade zu diesem Text, zu diesem Stil ganz besonders gut passen. Und eben das scheint die Kunst dieses außergewöhnlichen Sprechers zu sein. Franz Kafkas Der Prozeß macht da keine Ausnahme. Man hat den Eindruck, die beklemmende Geschichte des Josef K., der durch eine undurchschaubare Anklage und die Konfrontation mit einem mysteriösen Gerichtsapparat nach und nach aus der Bahn seines geordneten, kleinen Lebens getragen wird, in den über acht Stunden des Hörbuchs neu zu entdecken. Zum Beispiel die komischen Seiten des Romans -- als Höhepunkt K.s Treffen mit dem Maler Titorelli und der bedrohlichen Mädchenbande vor dessen Tür. Oder die erotische Komponente, und wie es Josef K. im Verlauf der Geschichte immer mehr zu den Frauen hinzieht, als würde durch sein Angeklagtsein ein lange unterdrücktes Verlangen frei. Fazit: Der Prozeß als Hörbuch ist eine wunderbare Gelegenheit, Kafkas berühmtesten Roman wieder zu entdecken. --Christian Stahl



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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 29 Bewertungen)

Unter dem Gesetz      5 von 5 Punkten
Nicht nur wer einmal vor Gericht erleben mußte, wie sein Gerechtigkeitssinn davon abhängt, ob ein Richter denselben empfindet und aus dem Gesetz herauszufiltern versteht, wird in Der Prozeß von Franz Kafka ein Stück Realität entdecken. Hilflos ist K seinen Richtern ausgeliefert, deren Bemächtigung im Dunklen bleibt. Vor allem sucht er den Grund zu ermitteln, weswegen er angeklagt wird, und muss je tiefer er in die Maschinerie vordringt, feststellen, dass diese vor allem um ihrer selbst Willen besteht. Die Handlung mit einer Parabel abzuschmettern, die viele sie vor allem im Gleichnis beim Torwächter gegen Ende der Handlung entdecken, drängt Kafka in die Ecke des Klassikers ab. Wohl analysiert, mit Deutungen behaftet und unschädlich gemacht. Dem Prozeß gelingt es, jedoch hochaktuell zu bleiben. Sei es als Beschreibung eines totalitären Systems, sei es in der religiösen Auseinandersetzung mit Schuld und Sühne, sei es als absurdes Spiel, als existentialistisches Nichts, fast jede geistige Strömung, Philosophie ist an dem Text haftbar gemacht worden. Der Leser wird sich in dem Labyrinth zurechtfinden, wenn er sich selbst darin spiegelt, eigene Erfahrungen einbringt, sie zulässt. Die Angst, die Enge, die Hilflosigkeit ist schleichend. Was Allgemeingültig dargestellt erscheint, erlaubt den direkten Zugriff auf Fragen, die die Menschheit sich sowieso stellt: Wieso bin ich auf der Welt? Um Gesetze zu befolgen, um sie zu missachten, um mich bestrafen, aburteilen zu lassen? Was geschieht mit mir, wenn ich zwischen die Räder falle? Kafka bietet uns einen faszinierenden Einblick in Ks Innenleben. Wer das Buch liest oder hört, bleibt nicht unbeschadet zurück.


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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne - Hermann HesseJedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Hermann Hesse

Gebundene Ausgabe, November 2005
     Verkaufsrang: 175090      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten. An keinem wie an einer Heimat hängen. Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen. Er will uns Stuf` um Stufe heben, weiten.Hermann Hesse, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Zauberer Hesse      5 von 5 Punkten
Was soll ich als Laie über Hesse schreiben? Ich kann mir kein Urteil anmaßen und das will ich auch nicht. Hesses Werken wohnt ein Zauber inne. Man muss Hesse lesen, um ihn zu verspüren. Ich kann mich diesem Zauber nicht entziehen. Ich genieße es, Hesse zu lesen. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" hat mich nicht nur immer wieder verzaubert. Dieses Buch hat mir immer wieder neuen Mut geschenkt, wenn ich es in schweren Lebenslagen gelesen habe.


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An der Biegung des großen Flusses - V. S. NaipaulAn der Biegung des großen Flusses
V. S. Naipaul

Taschenbuch, Mai 2002
     Verkaufsrang: 154020      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Salim, ein indischer Kaufmannssohn von der Ostküste Afrikas, sensibel für politische Veränderungen, verläßt die Heimat, kurz bevor sich hier ein Umbruch vollzieht, und übernimmt in einer innerafrikanischen Stadt ein heruntergekommenes Geschäft. Er versucht Wurzeln zu schlagen, Perspektiven zu gewinnen, aber die Verhältnisse bleiben labil...
Der berühmteste und erfolgreichste Roman des großen Erzählers.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

literarisch fesselnder Blick auf Afrika      5 von 5 Punkten
V.S. Naipaul ist ein großer Erzähler. Seine Figuren sind in großer Ehrlichkeit beschrieben. Die Biegung des großen Flusses vermittelt dem Leser mehr Information über Afrika, als so mancher politisch korrekte Fernsehbericht.


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