Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Seite 20

Montauk - Max FrischMontauk
Max Frisch

Gebundene Ausgabe, Januar 1978
     Verkaufsrang: 172818      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Montauk ist ein indianischer Name, er bezeichnet die nördliche Spitze von Long Island, hundertzehn Meilen von Manhattan entfernt; dort findet das Wochenende statt, das erzählt wird. »In Montauk heißt es: 'Ich möchte dieses Wochenende beschreiben können, ohne etwas zu erfinden, diese dünne Gegenwart...' Der Erzähler ist entschlossen, das Wochenende 'autobiographisch' zu beschreiben: 'Ohne Personnagen zu erfinden, ohne Ereignisse zu erfinden, die exemplarischer sind als seine Wirklichkeit; ohne auszuweichen in Erfindungen.' Der große Fabulierer, der Meister der Parabel, bekennt: 'Er möchte bloß erzählen...: sein Leben.' Nie hat er knapper und karger und zugleich präziser und prägnanter, nie anschaulicher und anregender geschrieben. Montauk ist eine poetische Bilanz: ein Buch der Liebe, geschrieben von einem Dichter der Angst.« Marcel Reich-Ranicki

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

kurz vor schluss      5 von 5 Punkten
Die etwas andere Autobiografie. In ihr wird die Methode, die Max Frisch hier anwendet, selbst reflektiert: Seine Absicht war es, nur ein Wochenende zu beschreiben. Einfach nur beschreiben, was passiert ist, ohne Schnörkel. Und in der gleichen Weise in Rückblicken eingestreut alle wichtigen Ereignisse in seinem Leben zu beschreiben. Das Wochenende und dessen Wahrnehmung geben also den Ton vor, sind eine Art Schablone für die Betrachtung des eigenen Lebens. Haben in anderen Autobiografien oft so viele Ereignisse einen tieferen Sinn, der sich im Zeitverlauf zeigt - "dieses Erlebnis als 13-Jähriger prägte mich so, dass ich von da an mein Leben der Absicht widmete, mich für xy einzusetzen" - und entwickelt sich dort dann eins aus dem anderen, hängt bei Max Frisch alles doch relativ lose aneinander. Einen roten Faden, einen Sinn gibt es nicht. Auch wenn Max Frisch natürlich ein gefeierter Schriftsteller ist wie die Ereignisse des beschriebenen Wochenendes zeigen, ist auch das Leben eines gefeierten Schriftstellers gegen Ende hin eher nüchtern.

Das Wochenende findet auf Long Island statt, deren äußerstes Ende Montauk heißt und wohin Max Frisch mit einer Journalistin gefahren ist, kurz bevor er einen längeren Aufenthalt in New York beendet. Was genau ihn nach New York geführt hat, bleibt unerwähnt, jedenfalls finden Interviews mit Journalisten statt, Vorlesungen an Universitäten und Diskussionen mit Studierenden sowie feierliche Empfänge, zu denen der Autor geladen ist. Bei einem der Interviews lernt er die Journalistin kennen, mit der er dann eine Affäre haben wird. Auch das, was über das Leben der Journalistin zu erfahren ist, wirkt in der Art, in der Max Frisch es erzählt, einigermaßen trostlos: enge Wohnung mit vergitterten Fenstern, kurze gescheiterte Ehe und schlecht bezahlter Job ohne jemals Urlaub zu haben.

Die Betrachtung des eigenen Lebens wirkt soziologisch-abgeklärt. Selbstverständnis als Schriftsteller, Berufsleben als Architekt, Freundschaft gegen Ende der Schulzeit und während des Studiums, soziale Herkunft, optische Gebrechen, Tod der Mutter, Eigenschaft als Vater, Ehe und ihr Scheitern, Beziehungen ohne Eheschließung, Ingeborg Bachmann ... alles wird abgehandelt. Nur an vereinzelten Stellen erscheinen rückblickende Bewertungen ("es wäre besser gewesen, wenn..."), und es macht den Anschein, als würden nur äußerst wenige Informationen ausgelassen (woran scheiterte die Beziehung zu Ingeborg Bachmann?). Die meisten Fragen, die sich aufdrängen, werden beantwortet in einer Art schonungsloser Selbstreflexion.

Die Stimmung bewegt sich irgendwo zwischen lakonischem Altherren-Humor, Understatement und Schwermut. Die dargestellte Person ist keine, die man gerne kennenlernen möchte. Die Einzelheiten, die hier erzählt werden, sind, auf jeden Fall soweit sie das besagte Wochenende betreffen, also die Gegenwart, nicht nur nicht besonders spannend, sondern es sind auch vielfach Dinge, von denen man gar nichts wissen will. Max Frisch als älterer Herr, dem ein Verkäufer von Esskastanien an einer Straßenecke in New Yorck in seliger Erinnerung bleibt, der mit Potenzproblemen kämpf und für den es eine intellektuell bereichernde Erfahrung zu sein scheint, Sätze alltäglicher Gespräche statt auf deutsch mal auf amerikanisch zu hören zu bekommen, vor allem, weil dies auch noch dazu führt, dass einige Sachverhalte mangels Vokabelkenntnis umschrieben werden müssen. Sowas erlebt man natürlich nicht jeden Tag, aber es liest sich eher zäh.

Trotzdem. Wohl die einzige Art und Weise, eine Autobiografie zu schreiben, die nicht aufgesetzt wirkt. Kein Lebenslaufforscher könnte ein so vollständiges Bild eines Lebens ermitteln, das alle wesentlichen Themen umfasst und über die jeweiligen Motive und Empfindungen Auskunft gibt. Und das eigene Leben einmal so erzählen zu können, nach Überwinden einer kleinen Scham- und Anständigkeitsgrenze über alles berichten zu können ohne Angst vor Verurteilung, ist auch eine schöne Vorstellung. Dass ein Schriftsteller das, was ihm passiert, immer schon auf besondere Art und Weise verarbeitet, beschreibt Max Frisch so:
"Der Schriftsteller scheut sich vor Gefühlen, die sich zur Veröffentlichung nicht eignen; er wartet dann auf seine Ironie; seine Wahrnehmung unterwirft er der Frage, ob sie beschreibenswert wären und er erlebt ungern, was er keinesfalls in Worte bringen kann."


 Weitere Lesermeinungen


Die Kraft und die Herrlichkeit - Graham GreeneDie Kraft und die Herrlichkeit
Graham Greene

Taschenbuch, Dezember 2003
     Verkaufsrang: 37702      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Der Leutnant sagte: "Ich suche zwei Männer - einer ist ein Gringo, ein Yankee, ein Mörder. Es ist eine Belohnung von 500 Pesos für seine Gefangennahme ausgesetzt. Haltet die Augen offen!" Er machte eine Pause und blickte sie alle an. "Der andere", sagte der Leutnant, "ist ein Priester." Im Konflikt mit einer ausbeuterischen totalitären Staatsmacht findet ein schwacher und sündiger Priester, der im Rausch ein Kind gezeugt hat, die Kraft, seine Mission zu erfüllen....

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Was für ein grossartiges Werk!      5 von 5 Punkten
Das Buch fand ich versteckt unter vielen anderen in meiner Bibliothek. Als schmaler Band wirkte es richtig unscheinbar neben all den anderen modernen Bestsellern. Aber ich konnte es nach Beginn nicht mehr aus der Hand legen. Graham Greene hat mit der Figur des „Schnapspriesters" eine eindrucksvolle Figur geschaffen. Ein Priester, der sich seiner Suenden bewusst ist, der dem Alkohol verfallen ist und im Rausch ein Kind gezeugt hat. Ein Priester, der so gar nichts von einem salbungsvollen Geistlichen hat. Dieser Priester sucht nach Wegen, mit sich selbst ins reine zu kommen in der Zeit der mexikanischen Christenverfolgung. Er wird gejagt, Menschen müssen für ihn als Geiseln sterben und trotzdem sucht er die Flucht, die ihm am Ende auch gelingt. Dennoch nimmt er am Ende die Strafe als Busse für seine Suenden an. In dieser Situation beschaemt er noch seinen Verfolger. Graham Greene hat in seinem packenden Roman auf jegliche Effekthaschereien verzichtet. Er benoeötigt nicht diese Banalitaeten. Die Handlung und die Sprache ruehren einem in Inneren an. Man kann sich diesem Roman nicht entziehen.

Graham Greenes vielleicht katholischster Roman      5 von 5 Punkten
"Die Kraft und die Herrlichkeit", erschienen 1940, also 14 Jahre, nachdem Greene zum Katholizismus konvertierte, ist wohl einer seiner katholischsten Romane. Er spielt zur Zeit der Christenverfolgung in Mexiko und entstand nach Greenes Mexiko-Reise 1938. In einer Zeit, in der alle Priester, die nicht zu heiraten bereit sind, hingerichtet werden, flieht ein namenloser, dem Alkohol verfallener Priester vor der Hand des Gesetzes. In keinem seiner Verstecke kann er länger bleiben, da ihm die Polizei stets dicht auf den Fersen ist und auch vor der Ermordung Unbeteiligter nicht zurückschreckt. Je weniger Respekt ihm von der Bevölkerung entgegengebracht wird, desto mehr zweifelt der Priester an sich selbst. Gleichsam wird ihm, je länger die Verfolgung andauert, seine Berufung und seine Aufgabe immer deutlicher bewusst, der er sich, zunächst widerwillig, dann aber mit geradezu stoischer Gelassenheit auch stellt und schließlich den Tod in kauf nimmt. "Die Kraft und die Herrlichkeit" ist wunderschön geschrieben, mit einfachsten Bildern wird die Kraft Gottes und seine Liebe trotz allen menschlichen Versagens verdeutlicht. Graham Greene überzeugt gerade dann, wenn er auch die offensichtlichen Sünder, wie z.B. für die Judas-ähnliche Gestalt des Mesitzen, als nicht zu verurteilende Menschen beschreibt, denen ihre Sünden vergeben werden und die mit einer liebenden Stimme beschrieben werden können. Interessant ist, dass es ohne "Die Kraft und die Herrlichkeit" "Das Ende einer Affäre" wohl nie gegeben hätte: Eine junge, verheiratete Frau konvertierte nach der Lektüre von "Die Kraft und die Herrlichkeit" zum Katholizismus und wählte Graham Greene als Taufpaten. Die beiden hatten eine Affäre, und später stand diese Frau Pate für Sarah, die Protagonistin in "Das Ende einer Affäre". Im Vorwort zu "Das Herz aller Dinge" heißt es, Graham Greenes Fähigkeiten, die Tiefen der menschlichen Seele auszuleuchten, seien bis heute unerreicht. Dies gilt auch für "Die Kraft und die Herrlichkeit", und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.


Die weiße Garde - Michail BulgakowDie weiße Garde
Michail Bulgakow

Broschiert, Oktober 2006
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Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Krieg und Frieden in Kiew: Michail Bulgakows erster, autobiografisch gefärbter Roman.
Dezember 1918: In Russland herrscht Bürgerkrieg. Die Truppen des kaiserlichen Deutschland haben weite Teile der Ukraine besetzt. Kiew wird zum Sammelbecken für die „Weißen“: Bankiers, Adlige, Halbweltdamen auf der Flucht vor der „roten Gefahr“.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Unfassbar      5 von 5 Punkten
ist dieses Werk. Wer meint, dass klassische Literatur in unserem Heute nichts mehr zusagen hat, sollte "Meister und Margarita" und unbedingt "Die weiße Garde" lesen. Hier ist nicht nur der Höhepunkt des Bulgakovs einzigartigen Talents zu finden, sondern auch wirklich einzigartige Literatur zu genießen. Der Roman beruht auf historischen Tatsachen, aber es wäre kein Bulgakov, wenn er auch hier nicht seinen einmalligen Kosmos erschaffen würde. Witzig, traurig, originell und in einer dermaßen bildhaften Sprache geschrieben, dass ich geneigt bin zu behaupten: die Kinokunst steckt ohne Zweifel noch in den Kinderschuhen. Falls sie sich schon mal gewünscht hatten, ein anderes Dasein zu erleben, dann kann ich ihnen nur empfehlen: Lesen und erleben.

Keine Zeit für Helden      5 von 5 Punkten
"Die weiße Garde" nimmt in gewisser Weise eine Sonderstellung in Bulgakows Gesamtwerk ein: Man liest hier keine Groteske, keine irrwitzige Satire auf den real existierenden Sozialismus, blickt nicht in die schwindelerregenden Abgründe der menschlichen Seele, sondern man liest einen historischen Roman -- aber keinen gewöhnlichen historischen Roman. Bulgakow kann auch hier nicht verleugnen, dass er ein Meister des Phantastischen ist.
Die Handlung der "Weißen Garde" ist auf jenen kurzen Zeitraum des Jahres im Winter 1918/19 begrenzt, in dem sich das Schicksal kiews und der Ukraine entscheiden sollte: Der Roman beginnt mit dem Abzug Skoropadskis, des Hetmans von deutschen Gnaden, am 12. Dezember 1918; es folgt das Regiment Petljuras. Dessen Soldateska, die ukrainische Rada, wird schließlich Anfang Februar 1919 von der Roten Armee aus Kiew verjagt (dies nur die historischen Eckpunkte). Außerdem mischen immer wieder deutsche und polnische Militärverbände mit, und obendrein ist Kiew ein Zentrum der "Weißen": Adlige, Bankiers, Lebedamen, ehrenhafte und weniger ehrenhafte "Bürger" harren hier aus und fürchten die "Roten" -- ein wahrer Hexenkessel an Temperamenten und Weltanschauungen brodelt vor sich hin. Eine Lage also, wie sie unübersichtlicher kaum sein könnte.
Ins Zentrum der Ereignisse versetzt Bulgakow die zarentreuen Geschwister Turbin, die zunächst in geradezu grotesker Verkennung der Situation den Geist von Borodino aufrechterhalten wollen und die erst allmählich, jeder für sich und jeder auf seine Art, die Lage neu beurteilen. Und auch sonst betont Bulgakow den Unterschied zum sieg- und glorreichen Jahr 1812: Diesmal gibt es kein einiges Russland, sondern ein Russland, in dem sich stündlich die Machtverhältnisse ändern können, in dem Überläufer zum Regelfall werden, in der unerfahrene junge Kadetten verheizt werden, in dem eine Partei die andere niedermetzelt, auch wenn man tags zuvor noch verbündet war. Keine Zeit für Helden diesmal.
Wie bereits erwähnt, ist "Die weiße Garde" kein historischer Roman im üblichen Sinne, und schon gar nicht ein Historienschinken. Die Geschichte der Turbins und mit ihnen die Geschichte Kiews wird aus allen möglichen Perspektiven präsentiert. Bulgakow versteht es meisterhaft, den verschiedenen Figuren Leben einzuhauchen, keine einzige wird als Sprachrohr einer typisierten Ideologie missbraucht. Stattdessen taucht man ein in die Erlebnisse und Weltanschauungen der Träumer, der resignierten Denker, der heillosen Idealisten, der Fanatiker und Zyniker... Jede Figur ist unverwechselbar und prägt sich dem Gedächtnis des Lesers ein.
"Die weiße Garde" hat mit dem "Meister und Margarita" nicht viel gemeinsam -- aber eine Gemeinsamkeit gibt es bestimmt: Beide Romane gehören zum Besten, was jemals in den betreffenden Genres geschrieben worden ist.


Ein Hund mit Charakter - Sandor MaraiEin Hund mit Charakter
Sandor Marai

Taschenbuch, Dezember 2003
     Verkaufsrang: 143655      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Einen Hunderoman zu schreiben, und das in diesen historischen Zeiten - das ist die Krise, sagt sich der Schriftsteller. Noch dazu wo er andere Pflichten hätte. Doch der Schriftsteller erliegt der Versuchung und macht sich ans Werk. Der Roman beginnt mit der Warnung: CAVE CANEM. Achtung, werter Leser, hier folgt eine Hundegeschichte. Und der Hund, als "Symbol der Liebe" vom Herrn der Dame als Weihnachtsgeschenk übergeben, stellt von nun an die Ordnung des Haushalts auf den Kopf. Es ist aber nicht der gnädige, wohlwollende Blick auf das Tier, mit dem der Herr den Hund ansieht. Nein, er versucht ihn zu verstehen. Dabei schafft das Hündchen es, ihn aus dem Konzept zu bringen. Fast scheint es, als würden sein sinnliches Erleben, seine unbeschwerte Leidenschaft den Herrn faszinieren. Doch was kann man schon über einen Hund wissen, wenn schon die Menschen nichts voneinander wissen?

Seit der Wiederveröffentlichung seines Romans "Die Glut" schätzt man Sándor Márai als einen der großen Schriftsteller. Charles Brauer, renommierter Schauspieler und passionierter Sprecher von Hörbücher, trifft genau die richtige Tonlage für diese humorvollen und ironischen Hunde-Töne. Den Kontrast zwischen 'ungefilteter' Hundewelt und den vielen Reflexionen und philosophischen Betrachtungen hält er mühelos aufrecht. Charmant, witzig, absolut unterhaltsam! Ungekürzte Lesung ohne Musik, Spieldauer: ca. 360 Minuten, 4 CD. Erhältlich als MC und CD.

-- culture.text

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Ein "preiswertes Symbold der Liebe"      4 von 5 Punkten
Ein Mann, der seiner Ehefrau versprochen hat, keine Weihnachtsgeschenke mehr auszutauschen, kauft am Heiligabend für sie einen Hund. Was zunächst nur eine spontane Laune ist, wird in der Folgezeit den ruhigen kinderlosen Haushalt des Ehepaares durcheinanderwirbeln, das gemächliche Leben auf den Kopf stellen und auch beträchtliche Schäden an der Einrichtung hinterlassen.
Zwar behauptet Marai in seinem Vorwort, dass das Buch eine Hundegeschichte sei, und lässt sich auch satirisch darüber aus, wieso ein angesehener Schriftsteller auf die seltsame Idee komme, eine Hundegeschichte zu schreiben, aber richtig glaubwürdig wirkt er nicht, wie der Roman beweist. Es geht insgesamt um die Schwierigkeit, wenn nicht Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen, ganz gleich, mit wem.
Es fängt bereits damit an, dass der Mann am Heiligabend ein Geschenk für seine Frau sucht (wie schön, dass man in den 30er Jahren ebenso darüber spotten konnte wie heute). Obwohl beide schon einige Jahre verheiratet sind, weiss er nichts von ihren Wünschen und macht sich auch nicht die Mühe, sich etwas Persönliches auszudenken. So verfällt er der Idee, ihr einen Welpen zu schenken, macht sich dabei aber mehr Gedanken darüber, wie sein Geschenk ankommt als darum, dass er damit seinen Alltag auf Jahre hin ändern muss.
Man feiert Weihnachten, erst mit Verwandten bei sich zuhause, dann bei Verwandten, die mit der ersten Gruppe verfeindet sind - da hat sich in den 70 Jahren auch nicht viel geändert. Der Hund ist süß, und deshalb verzeiht man ihm, dass er noch nicht stubenrein ist.
Man kann nicht sagen, dass Mann, Frau oder die Haushälterin Theres sich nicht um den Hund kümmern; er wird gepflegt, gefüttert, bekommt Auslauf, aber das Wichtigste fehlt: Der Hund wird nicht erzogen; weiterhin knabbert er Möbel und Schuhe an und pinkelt in die Wohnung. Das heißt: Keiner macht sich die Mühe, sich intensiv mit dem Tier auseinanderzusetzen, ihm etwas beizubringen und die Strapazen eines konsequenten Umgangs auf sich zu nehmen.
Insofern ist die Beziehung zum Hund Spiegelbild der ehelichen Verbindung und der Geselligkeit mit Menschen außerhalb: Man tut sich nichts, man geht höflich und zuvorkommend miteinander um, aber das ist auch schon alles. Eine innere Bindung ist nicht zu spüren. Es wundert nicht, dass Mann und Frau keine Namen haben, sondern nur als "der Herr" und "die Dame" bezeichnet werden. Sie nehmen einander nicht als Individuen wahr, sondern als Personen, die ihrer Rolle gemäß funktionieren. Eine unausgesprochene Übereinkunft, mit der zumindest einer nicht einverstanden ist: Der Hund. Und dieser wehrt sich nach Hundeart gegen dieses Leben, in das er als "preiswertes Symbol der Liebe" gekommen ist. Damit ist das gemeinsame Schicksal besiegelt.


 Weitere Lesermeinungen



Bibliothek Suhrkamp, Bd.87, Homo faber - Max FrischBibliothek Suhrkamp, Bd.87, Homo faber
Max Frisch

Gebundene Ausgabe, 29. September 2006
     Verkaufsrang: 209117      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Diese Ausgabe der Reihe »Suhrkamp BasisBibliothek - Arbeitstexte für Schule und Studium« bietet Max Frischs Homo faber zusammen mit einem Kommentar, der alle für das Verständnis des Werks erforderlichen Informationen enthält: einen Überblick über die literarhistorischen Voraussetzungen, eine Einführung in das Erzählverfahren und die Komponenten des Inhalts, die Entstehungs- und Textgeschichte, Selbstaussagen des Autors zu seinem Werk, eine Dokumentation der Rezeptionsgeschichte, Wort- und Sacherläuterungen, eine Analyse der unterschiedlichen Deutungsansätze sowie Literaturhinweise. Der Kommentar ist den neuen Rechtschreibregeln entsprechend verfasst. Walter Schmitz, geb. 1953, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Technischen Universität Dresden, ist Mitherausgeber der Gesammelten Werke von Max Frisch und hat u.a. zahlreiche maßgebliche Monographien, Aufsätze und Materialienbände über Max Frisch publiziert.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 31 Bewertungen)

Vom Techniker zum Naturfreund      5 von 5 Punkten
"Homo Faber" - Ein Bericht, so lautet der Titel des 1957 erschienenen Romans von Max Frisch. Das Buch wurde 1991 von Volker Schlöndorff unter dem gleichen Titel verfilmt.
Max Frisch ist am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb 1991 im Alter von achtzig Jahren. Er studierte Architektur und Germanistik an der Universität von Zürich. Am Ende der fünfziger Jahre widmete er sich dem Schreiben und zählt auch bis heute zu den wichtigstens schweizerischen Schriftstellern der Nachkriegszeit.
Sein wichtigstes Werk ist "Andorra", von 1961 in dem er sich mit dem Antisemitismus auseinandersetzte. Sein Roman "Homo Faber" beginnt mit dem Abflug von Walter Faber (Hauptfigur), einem Maschinenbauingenieur nach Caracas, unterwegs lernt er den Bruder seines früheren Studienfreundes, den späteren Ehemann seiner Jugendliebe Hanna kennen und entschließt sich kurzfristig seinen alten Studienfreund zusammen mit Herbert, seinem Bruder im mittelamerikanischen Dschungel zu suchen.
Als sie diesen tot auf einer Plantage finden, reist Walter zurück nach New York, wo er seine Ex-Geliebte Ivy trifft.
Von ihrem Heiratswunsch fühlt sich Walter belästigt und entschließt sich per Schiff nach Europa zu reisen. Während der Schifffahrt lernt er die junge Elisabeth kennen und so entwickelt sich ein Liebesverhältnis zwischen den beiden. Walter beschließt die von ihm genannte Sabeth auf ihrer Heimreise nach Athen zu begleiten.
Die romantische Kulturreise durch Frankreich, Italien und Griechenland kommt zum Höhepunkt als Walter am Tag einer Mondfinsternis mit Sabeth schläft. Was er nicht weiß, weiß der Leser aber bereits: Sabeth ist Walters Tochter, denn im Jahre 1935 trennten sich Hanna und Walter aufgrund seiner beruflichen Pläne und Walter blieb seither in der Ungewissheit des Kindes, da sich beide auf die Abtreibung geeinigt hatten, diese aber niemals stattfandt. Durch einen Schlangenbiss in Griechenland muss Walter seine Tochter später ins Athener Krankenhaus bringen, wo er auf Hanna trifft und schließlich von seiner Vaterschaft erfährt.
Nach Sabeths Tod, nicht wie erwartet durch das Schlangengift, sondern durch den darauf folgenden Sturz der nicht beachtet wurde, entschließt sich Walter bei Hanna zu bleiben und sie zu heiraten.
Das Buch endet mit dem Beginn einer Operation von Walters Magenkrebs in Athen.

Mit seinem Werk kritisiert Frisch den Konflikt zwischen Natur und Technik am Beispiel des technischen, sachlichen Menschen Walter Faber der im Laufe der Geschichte ein anderes Verhältnis zur Natur entwickelt. Im weiteren kritisiert er den Unterschied zwischen der Alten Welt (Europa) und der Neuen Welt (Amerika), Max Frisch persönlich war 1952 ein Jahr in den USA, Mexiko und auf Kuba.
Das Buch (220 Seiten) ist chronologisch als Bericht in zwei Stationen aufgeteilt:
In der ersten Station werden vor allem Rückblenden angeführt, die den Leser verwirren, weiterhin gibt es viele technische Details.
In der zweiten Station wird die Gegenwart des Berichtenden geschildert, hier wird Fabers verändertes Weltbild durch viel Persönliches deutlich.
Im gesamten Text gibt es oft Sprünge in der Zeit, denen manchmal schwer zu folgen ist. Der Roman ist autobiographisch dokumentiert und mit einem Tagebuch vergleichbar, jedoch am Anfang sehr technisch. Auffälig sind auch englische Zwischensätze im Buch.
Wenn man sich aber erst einmal an den Schreibstil gewöhnt hat, legt man das Buch für längere Zeit nicht aus der Hand, da es keine Gedanken- oder Geschehensabbrüche durch die zwei langen Stationen gibt, der Leser bleibt somit auf den Ausgang gespannt.
Neben dem Roman beinhaltet das Buch etwa 80 Seiten Kommentar, mit Wort- und Sacherläuterungen sowie Interpretationen des Werkes, welche durchaus hilfreich sind und für ein besseres Textverständnis sorgen.
Rezensenten bewerten das Buch in der Regel als ein "Lesegenuss", manche Schüler die das Buch im Unterricht gelesen haben, sagen, es sei ihre erste zu Ende gelesene Schullektüre, die sehr spannend aufgebaut ist.
Negativ bewertet wird das Buch an den technischen Ausführungen, die manchmal zu sachlich sind und langweilen.
Mir persönlich hat das Buch als Schullektüre überaus gut gefallen, ich finde gerade die Sacherklärungen spannend, weil man zum Verstehen der oft physikalischen und mathematischen Schilderungen kein Fachwissen braucht. Der Wandel des Protagonisten im Werk wird sehr gut dargestellt und für den Leser identifizierbar gemacht. Ein empfehlenswertes Buch, das sich nicht in die Länge zieht und Spaß am Lesen bereitet.


 Weitere Lesermeinungen


Die schönsten Geschichten aus Afrika - Ernest HemingwayDie schönsten Geschichten aus Afrika
Ernest Hemingway

Gebundene Ausgabe, November 2002
     Verkaufsrang: 203148      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Dreimal in seinem Leben reiste Ernest Hemingway nach Afrika, ging dort auf Safari und überlebte zwei Flugzeugabstürze. Hemingway liebte Afrika und schrieb bis zu seinem Tod darüber. Dieser Band versammelt seine schönsten Stories vom dunklen Kontinent.



Hundert (100) Gedichte - Bertolt BrechtHundert (100) Gedichte
Bertolt Brecht

Taschenbuch, Januar 1998
     Verkaufsrang: 73236      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Herausgegeben von Siegfried Unseld

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

wunderbare Gedichtsammlung      5 von 5 Punkten
Es gibt eine Reihe von Gedichtbänden, die Brechts lyrische Werke enthalten, und man muss sich, so man Gedichte von diesem großen Literaten des Zwanzigsten Jahrhunderts in Buchform bekommen möchte, fragen lassen, was man eigentlich will. Wenn man eine umfassende, abschließende Gesamtausgabe der Brecht-Gedichte haben will, ist man mit den „Hundert Gedichten" sicher falsch aufgehoben und sollte eher nach den Gedichtbänden der Gesamtausgabe aus dem Suhrkamp- oder Aufbau-Verlag sehen oder sich „Brechts Gedichte in einem Band" ansehen. Wenn man aber „nur" die schönsten, interessantesten und besten Gedichte aus Brechts Nachlass sucht, ist mit dem vorliegenden Buch wirklich gut bedient. Hier findet man die Kinderlieder von der „Pappel am Karlsplatz" und den Vögeln, die im Winter warten, die schönsten Balladen, wie „O Falladah, die du hangest!" und „Die Ballade vom Weib und dem Soldaten", die besten „Zeitgedichte und Marschlieder" und alles andere wichtige aus dem lyrischen Werk. Und das alles in einer Aufmachung und einem Preis, die in einem guten Verhältnis zu einander stehen. Ein wirklich gutes Gedicht-Buch, das den Griff in den Geldbeutel lohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Brand's Haide - Arno SchmidtBrand's Haide
Arno Schmidt

Broschiert, Mai 2004
     Verkaufsrang: 146594      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Die Bescheidenheit der Nachkriegszeit      5 von 5 Punkten
Der Erzähler Schmidt in diesem kleinem Roman sucht 1946 in einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide nach Spuren von Fouqué. Die Einschränkungen der Nachkriegszeit sind überall zu spüren, jedoch kommt Schmidt bei einem Schwesternpaar unter und kann diese auch mit einem Care-Paket beeindrucken. Auch eine kleine Liebesgeschichte kann sich entwickeln, erzählerisch amüsant derb angedeutet.
Man ist viel unterwegs, um Lebensmittel und Baustoffe zu organisieren, in den Schilderungen der Natur zeigen sich reiche Eindrücke und unnachahmliche Metaphern.
Insgesamt fasziniert dieses Buch mit Charme und Witz, intellektuelle Gedankenspiele wechseln sich ab mit leichtem Humor und romantischen Natureindrücken. Schmidt nimmt die grauen Seiten des Lebens ironisch leicht und forscht doch tiefgründig.


Heimatmuseum: Roman - Siegfried LenzHeimatmuseum: Roman
Siegfried Lenz

Taschenbuch, Februar 2006
     Verkaufsrang: 60956      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Warum? Schicht um Schicht enthüllt der Erzähler die Motive der Brandstiftung. Er erzählt von der masurischen Kindheit und Jugend, von den Schrekken der beiden Kriege, die seine Heimat zerstört haben, von der Flucht und Vertreibung.

Äußerlich betrachtet, ist dieser Roman die Geschichte eines masurischen Heimatmuseums durch etwa sechzig Jahre. Davon ausgehend, daß Weltkunde mit Heimatkunde beginnt, erzählt Siegfried Lenz von dem unausrottbaren Wunsch, die krummen Pfade masurischer Herkunft zu verfolgen, von der sonderbar Leidenschaft, entlegenes Leben dem Zufall zu entreißen, von politischem Machtanspruch selbst gegenüber der Vergangenheit, von Flucht und Lebensgründung und von der...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Wenn ein Museum im Mittelpunkt steht . . .      5 von 5 Punkten
Siegfried Lenz hat mit seinem Werk "Heimatmuseum" ein Meisterwerk geschrieben.. fesselnde Sprache, vorgetäuschte Dialoge . . und eine wunderbare Aufarbeitung der Geschichte im Sinne der Geschichte . . .ein Autor und sein Masuren !!

Lesenswert hoch drei

 Weitere Lesermeinungen



Der Aufstand der Fischer von St. Barbara - Anna SeghersDer Aufstand der Fischer von St. Barbara
Anna Seghers

Taschenbuch, 2003
     Verkaufsrang: 179919      Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 6 Tagen.

Preis: € 6,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Als die Soldaten sich zurckzogen, Andreas auf der Flucht erschossen wurde und Hull, der Fremde von der anderen Insel, gefangengenommen war, sah St. Barbara aus wie in jedem Sommer. Die Ruhe war wieder hergestellt. Anna Seghers gestaltete ihre berhmte Erz„hlung als groáe Parabel einer Niederlage, aus der die Hoffnung w„chst. Fr "Aufstand der Fischer von St. Barbara", 1928 als erste Buchver”ffentlichung von Anna Seghers erschienen, und fr die Erz„hlung "Grubetsch" erhielt die Autorin den hochangesehenen Kleistpreis. Hans Henny Jahnn zur Begrndung: "Bei groáer Klarheit und Einfachheit der Satz- und Wortpr„gung findet sich in den beiden Novellen ein mitschwingender Unterton sinnlicher Vieldeutigkeit, der den Ablauf des Geschehens zu einer spannenden Handlung macht."



Römische Erzählungen - Alberto MoraviaRömische Erzählungen
Alberto Moravia

Taschenbuch, Oktober 2004
     Verkaufsrang: 147269     

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In eindringlichen Momentaufnahmen berichtet Moravia präzise und gleichzeitig liebevoll aus dem Leben der kleinen Leute Roms. Da begegnen dem Leser Taschen- und Tagediebe, liebeshungrige Junggesellen und leichte Mädchen. Wer Rom kennt, wird Moravia vergöttern – und umgekehrt.
"Ein moderner Klassiker."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Moravia vergisst keinen Augenblick seinen Vorsatz, dass ein Erzähler erzählen muss, immer weiter erzählen, dass er seinen Leser packen und an der Gurgel festhalten muss, damit er die Lust am Abenteuer des Lebens nicht verliert."
Enzo Siciliano
"In Moravias Erzählungen werden Diagnosen zur latenten Kulturkrankheit der Moderne gestellt."
Frankfurter Allgemeine Zeitung


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Kleine, appetitliche Portionen italienischer Literatur.      4 von 5 Punkten
Dies ist ein nettes, kleines Büchlein mit unterhaltsamen Kurzgeschichten, die alle in Rom spielen und daher besonders jedem, der Rom kennt, das ein oder andere "Ja, wie wahr!"-Erlebnis bescheren wird. Aber es ist kein Buch zum Schwelgen in Erinnerungen an die letzte Rom-Reise, dafür sorgt der psychologische Realismus Moravias, der urteilsfrei und ohne erhobenem Zeigefinger die Lebensumstände der meist "kleinen Leute" Roms beschreibt. Hier wird nicht angeklagt oder verklärt, hier werden einfach Dinge erzählt, von deren Sorte jeder einige beobachten kann, wenn er mit offenen Augen durch die Welt geht. Durch dieses wertneutrale Beschreiben kann sich jeder in seiner Meinung über Rom bestätigt fühlen, der Rom-Liebhaber genauso wie der Rom-Hasser (gibt es den?). Und dennoch meint man, eine Liebeserklärung an Rom aus den Geschichten herauslesen zu können. Aber vielleicht kommt mir das ja auch nur so vor und liegt daran, dass ich dann eben doch zu den Rom-Liebhabern gehöre...


Exil - Lion FeuchtwangerExil
Lion Feuchtwanger

Taschenbuch, Dezember 2002
     Verkaufsrang: 14379      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Entführung des Journalisten Friedrich Benjamin geschieht im Auftrag deutscher Behörden. Sie ist Teil einer Kampagne der Nationalsozialisten gegen die Emigrantenpresse. Ein Tauziehen beginnt zwischen der NS-Parteizentrale und den in Paris lebenden Exulanten um das Leben des Mannes Benjamin. Das Engagement für oder gegen ihn bleibt nicht ohne Wirkung auf Lebensschicksale der Emigranten und ihrer Gegenspieler.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Exil - nicht Feuchtwangers bestes Werk und trotzdem 5 Sterne      5 von 5 Punkten
Exil ist ein echter Feuchtwanger und verdient meiner Meinung nach die fünf Sterne vollkommen.
Mit vielen sehr liebevoll herausgearbeiteten Details wird der Leser in die Handlung gezogen. Der Roman enthält vieles, was man auch aus anderen Werken Feuchtwangers kennt, ja erwarten darf. Das bezieht sich in diesem Fall - wie gewohnt - auch auf den Umfang, ca. 850 Seiten.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht wieder der Schicksal einiger "ausgewählter" Menschen, sie alle tragen den typischen "Feuchtwanger-Stempel" niemals aktenkundig erwähnt worden zu sein, und doch so zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort existiert zu haben.
Was mich immer wieder fasziniert ist Feuchtwangers Gabe, so kurze Zeit nach dem eigentlichen Geschehen (das Buch spielt 1935, fertig gestellt wurde es 1939) ein so umfängliches Werk zu schaffen, das mit derartig vielen, recherchierten wie hervorragend komponierten, Details nicht nur ein Bild, sondern eher schon ein Relief einer Zeit zu geben, so dass man beinahe meint, eintauchen zu können.
Bemerkenswert an Exil ist unter vielem anderen, dass F. als durchlaufende Handlung die Arbeit in einer Zeitung darstellt (und die Frage nach Macht und Ohnmacht von Worten aufwirft), dargestellt an einer Person, die Musiker ist.
Hinzu kommen noch einige andere interessante (und auch schon bekannte) Motive, die sich in anderen Romanen wiederfinden, z.B. Vater und Sohn.
Warum Exil in meinen Augen trotzdem nicht Feuchtwangers bestes Werk ist liegt am Vergleich: mir persönlich liegt Erfolg zum einen wegen des Schauplatzes, zum anderen wegen der etwas gröÃxeren Brisanz und Eindringlichkeit noch etwas mehr am Herzen.


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Wer lieben kann ist glücklich: Über die Liebe - Hermann HesseWer lieben kann ist glücklich: Über die Liebe
Hermann Hesse

Taschenbuch, März 2002
     Verkaufsrang: 176702      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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„Phantasie und Einfühlungsvermögen sind nichts anderes als Formen der Liebe.“ Hermann Hesse „Wenn es irgendetwas gibt, was ich den Lesern raten möchte, so ist es dies: die Menschen zu lieben, auch die schwachen, auch die Nichtnützlichen, nicht aber sie zu richten.“ Hermann Hesse

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

liebevoll geschrieben...      5 von 5 Punkten
...ist dieses Buch von H.Hesse. Ein Kleinod, das mich begeistert hat, es handelt sich um eine Ansammlung von geschichten, Briefen, Gedichten und Gedanken zum Thema Liebe.
Nicht nur die Liebe zu einem gegengeschlechtlichen Partner, sondern auch Liebe zu sich selbst, zum Leben.
Man spürt einmal den Erfahrungsschatz und zum anderen die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Liebe und dem geliebt-werden. Teils auch recht humorvoll und mit einem Schmunzeln zu lesen. Die schöne Sprache Hesses hat mich noch immer begeistert und ich werde dieses Buch wohl noch des öfteren aufschlagen. Es regt zum nachdenken und träumen an.


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Junger Mond - Cesare PaveseJunger Mond
Cesare Pavese

Gebundene Ausgabe, 29. September 2006
     Verkaufsrang: 119600     

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Der Roman führt nach Piemont. In dies Land läßt Pavese (1908-1950) einen Mann zurückkehren, der in Amerika reich geworden.



Eigensinn macht Spaß - Hermann HesseEigensinn macht Spaß
Hermann Hesse

Taschenbuch, März 2002
     Verkaufsrang: 206502      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

meine eigensinnige Meinung      5 von 5 Punkten
Hermann Hesse - welch ein genialer Kopf! In diesem Büchlein gibt es kurze Essays und Auszüge aus anderen Geschichten zu lesen, die den Eigensinn zum Thema haben. Und in jeder propagiert Hesse, steh zu Deinem Eigensinn, wenn Du ihn gefunden hast, denn das ist die Voraussetzung: sei Du selbst!

Leicht gesagt, doch schwierig zu leben. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man bereits auf dem Weg zu sich selbst ist, wenn man bereits eine Ahnung hat, worauf es ankommt im Leben. Die großen Denker unserer und vergangener Zeiten fordern alle dasselbe: sei Du selbst, entdecke die Kraft in Dir, steh zu Deinem - ja, Eigensinn.

Rückzug in die Einsamkeit, Loslassen, nicht Anhaften sind Forderungen, die so gar nicht in die heutige Zeit passen wollen. Gleichwohl leben wir in dieser Welt, müssen unser Leben im Hier und Jetzt bestreiten mit allem, was dazu gehört. Daraus entsteht der Lebenskampf, wie Hesse sagt, das Zerren in diese gegensätzlichen Richtungen, das immer wieder ein Ausbalancieren der eigenen Position erfordert, aber nie unsere Lebenskraft völlig erschöpfen soll.

Hesse gelingt es, seine Gedanken wundervoll, so klar und strukturiert in Worte zu fassen, so dass man sagen möchte, genau so habe ich es immer empfunden.

Eines wird auch schnell klar: keine von Hesses Aussagen ist überflüssig oder unwichtig geworden, sondern jede hat nach wie vor, vielleicht auch mehr denn je Gültigkeit.

Gestern und heute      4 von 5 Punkten
Ein Buch, dass meiner Meinung nach sehr empfehlenswert ist, wenn man Hesse und seine Schreibweise mag.
Ich war überrascht, wie wenig sich die Gesellschaft und ihre Richtlinien doch verändert hat.
Ich selbst habe oftmals lächeln müssen, weil mir einige Situationen sehr vertraut waren und bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht allein diese Meinung teile.

Auf den Punkt gebracht. oder: Genialität in Buchform      5 von 5 Punkten
Hesse`s Theorien sind keineswegs neu, jedoch hatte ich das Gefühl, endlich einmal das, was ich schon seit Jahren versuche zu leben und wofür ich auch gerne bereit bin, einzustehen, in schriftlicher Form vorzufinden. Endlich mal einer, der das alles in Worte packt. Endlich einer, der Individualität nicht einfach ungefragt mit der Form des Egoismus gleichsetzt, die immer einen negativen Beigeschmack hat. Einer, der aufrüttelt, in dem man sich wiederfindet. Hesse propagiert ja nicht Revolution gegen alles und jedes, aber er will den Mut in jedem einzelnen von uns wecken, zu sich selbst und seinen Idealen zu stehen, auch wenn man vielleicht manchmal den Eindruck hat, daß eben gerade diese Züge auf alles andere als Gegenliebe stoßen.

Unbedingt empfehlenswert für jeden, der die Bereitschaft mitbringt, sich mit derartigen Gedanken auseinanderzusetzen. Eine schöne Bereicherung für denjenigen, der vielleicht schon andere Werke dieses Autors, ich erinnere hier nur an "Demian", für sich entdeckt hat.

Ein Titel, der Mut macht      5 von 5 Punkten
Eigensinn macht Spaß ist ein Buch, daß Mut macht zu seinen eigenen Ideen zu stehen, auch wenn die Welt einem das Gefühl gibt sie sind falsch. Hesse schreibt über seine eigene Kindheit und Erfahrungen, die für mich sehr tröstlich waren, weil ich merkte, daß ich nicht allein bin mit meinen Erfahrungen, was den Eigensinn betrifft. " Alle Dinge, die man gegen inneres Wissen tut, anderen zuliebe, sind nicht gut und müssen früher oder später teuer bezahlt werden" schreibt Hesse sehr treffend. Und ich denke jeder sollte sich ein wenig Eigensinn gönnen und damit die Welt etwas besser zu machen, oder wenigstens zu verändern.



Erfolg: Drei Jahre Geschichte einer Provinz - Lion FeuchtwangerErfolg: Drei Jahre Geschichte einer Provinz
Lion Feuchtwanger

Taschenbuch, Februar 2002
     Verkaufsrang: 155668      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Münchner Museumsdirektor Martin Krüger hat sich unbeliebt gemacht. Eine Menge Leute wären ihn gerne los. Die vielfältigen Bemühungen für und gegen Krüger sind Drehpunkt eines grandiosen Zeitromans über die politischen und kulturellen Ereignisse in der Stadt München, im Land Bayern, zur Zeit der Inflation und der ersten Versuche des Nationalsozialismus, an die Macht zu kommen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Eine Epoche wird seziert!      5 von 5 Punkten
Hat man den dichten und sehr spannenden Roman "Erfolg" von Lion Feuchtwanger gelesen, so hat man unwillkürlich den Eindruck, daß Feuchtwanger prophetische, d. h. also, übernatürliche Fähigkeiten gehabt haben muß.

* Hat er nicht die Schwächen der Weimarer Republik, mit Hyperinflation ($ 1,-- = 42,-- Mark im Januar 1920 zu 4.200.000.000.000,-- Mark im November 1923) und Arbeitslosigkeit auf der einen Seite und ausschweifende Dekadenz auf der anderen Seite, hautnah dokumentiert?
* Hat er nicht die bayrische Innenpolitik jener Jahre, die von rechtsgerichteten Koalitionsregierungen, antidemokratischem Beamtentum, parteilicher Justiz und politisch einseitiger Polizei geprägt war, präzise beschrieben?
* Hat er nicht schon 1929, bereits vier Jahre vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, die Ideologie der NSDAP entlarvt und deren Anhänger und Wegbereiter im Detail charakterisiert?


Sicher, Feuchtwanger hat das alles und noch mehr in seinem Roman geleistet; dennoch, es ist nicht übersinnlicher Hokuspokus, der die Faszination ausmacht, sondern seine extrem genaue Beobachtungsgabe. Wie mit einem Seziermesser, geht er an die Zwanziger Jahre in Bayern und Deutschland heran und legt zielsicher das "Krebsgeschwür" dieser Epoche frei. Wir sind es vielmehr, die gelegentlich - abgelenkt durch Phrasen und Stereotype - die Kontinuität der geschichtlichen Entwicklung vergessen. Daß "Krieg und Nationalsozialismus [wie bei einem Gewitter] über uns gekommen sind", können auch nur diejenigen behaupten, die über die "Gnade der späten Geburt [Helmut Kohl]" philosophieren. Ein Grund mehr, diesen Jahrhundertroman, zu lesen!


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Winterspelt - Alfred AnderschWinterspelt
Alfred Andersch

Broschiert, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 167391      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Ritterkreuzträger Major Joseph Dincklage ist Kommandeur einer Regimentseinheit im Dorf Winterspelt. Er huldigt wie Ernst Jünger der Auffassung, als Offizier habe man die Möglichkeit, den Nationalsozialismus auf anständige Weise zu überwintern, hegt aber insgeheim den Plan, sein Bataillon kurz vor der Ardennenoffensive 1944 kampflos den Amerikanern zu übergeben." (Aus: Kindlers Literatur Lexikon)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Ein Gedankenspiel      5 von 5 Punkten
Ein Major will im Angesicht der sicheren Niederlage der Wehrmacht sein Batallion den vorrückenden Amerikanern kampflos übergeben. Im Rahmen dieses Planes kreuzen sich nun die Lebenswege von sechs Menschen, die sich alle auf ihre eigene Weise mit der Desertation auseinandersetzen.

Was Andersch mit "Winterspelt" geschaffen hat, ist mehr als ein bloßer Roman: Es ist ein Gedankenspiel, das aufzuzeigen versucht, welche Alternative es zum blinden Gehorsam der Offiziere der Wehrmacht gegeben hätte. Um diese zu illustrieren verwendet Andersch eine stimmige Mischung aus Fakten und Fiktion, welche es dem Roman letztlich auch ermöglichen eine vielschichtige Reflektion der Themenbereiche des Gewissens und der Freiheit zu liefern. Vor allem ist hervorzuheben, dass an keiner Stelle des Buches mit den erhobenen Zeigefinger eine Sichtweise der Desertation als einzig moralisch richtige dargestellt wird. So sieht der Leser am Ende, dass es viele Arten der Desertation, der Fahnenflucht, gibt: Ob die politische des verfolgten Kommunisten, die innere des homosexuellen, kampfesgierigen Obergefreiten oder die militärische des ritterlich-preußischen Offiziers. Letztere, so wird neben dem Autor auch der Leser am Ende des Buches schmerzlich denken, blieb aber leider in der Realität nicht mehr als ein Gedankenspiel, dem niemals Verwirklichung vergönnt war.

Mit "Winterspelt" hat Andersch ein beeindruckendes Werk über die Auseinandersetzung des Einzelnen mit der Desertation verfasst, dass es wie kaum ein anderes deutlich macht, wie viel Unheil hätte verhütet werden können, hätten alle Offiziere Menschverstand und Gewissen über blinden Gehorsam gestellt.

Absolut lesenswert!



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Erzählungen - Franz KafkaErzählungen
Franz Kafka

Taschenbuch, Mai 1996
     Verkaufsrang: 71951      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,40 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Von Sophokles bis Kafka im handlichen Format (11,5 x 15,7 cm) zu günstigsten Preisen ab 2 DM bietet unsere Reihe Königs Lektüren. Alle Bände sind nach wissenschaftlich fundierten Grundsätzen editiert und enthalten ein Nachwort, in dem der Leser knapp über Leben und Werk des jeweiligen Autors so wie die Bedeutung der jeweiligen Lektüre innerhalb des Gesamtwerks informiert wird. Die zeitgemäße Gestaltung und das klar lesbare Schriftbild sorgen für Lesekomfort.
Ideal als Schullektüre!6Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. Von 1901 bis 1906 studierte er zunächst kurze Zeit Germanistik, dann Jura. Nach der Promotion zum Dr. jur. absolvierte er eine einjährige "Rechtspraxis", trat dann 1907 in die "Assicurazioni Generali" ein und ging 1908 als Jurist zur "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt", wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb. Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, es war der Beginn einer Tuberkulose, an der er einige Jahre später, am 3. Juni 1924, starb.

Kafkas Kurzprosa und Erzählungen sind Schlüsseltexte der Moderne. Die Auswahl enthält alle wichtigen Werke: frühe Prosa um die Sammlung Betrachtung, die großen Erzählungen Das Urteil, Die Verwandlung, In der Strafkolonie, die späteren Sammlungen. Ein Landarzt und Ein Hungerkünstler sowie Texte aus dem Nachlaß.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

The nightmare of life      5 von 5 Punkten
Kafka knew so well how to make us feel trapped, estranged and lonely like the characters in his stories. He struggled with anxiety and feelings of inferiority in his own life, and his writing expresses the passive realization that life is a dark and confusing nightmare where we in no way are masters of our destinies. This volume contains five stories, of which the Metamorphosis is the longest and by far the most elaborate and substantial work. A young travelling salesman, Gregor Samsa, wakes up one morning and realizes that he has been transformed into a giant bug. Having been the provider for his elderly parents and his adolescent sister, he is now forced to crawl around in his room all day, hiding his hideous self from the sister who brings him food, unable to communicate and barred from the world outside. It is a story about being dehumanized and alienated, of being useless and unwanted, of becoming a burden to oneself as well as to others. Kafka is such a phenomenal writer that the mere absurdity of the plot is completely overshadowed by the vivid and somehow realistic descriptions of the emotional and behavioral responses of Gregor and his family to the unreal situation. It is as if Kafka is telling us that this circumstance is no more strange or hopeless than the predicaments faced by the average family. Among the other stories, I found the short "Report to an Academy" particularly compelling. It is the report of a captured ape who has renounced its apehood and become like a human to avoid confinement in the zoo. The ape chose to become a human not because he admired humans in any way, but because it was the only way to escape an unbearable situation. In other words, it is a story about assimilation and accomodation, about the necessity to abandon all individual traits and pre-dispositions to fit in and assure respectability, in short, selling out. Assimilation was of course the order of the day in the late Habsburg Empire, but it may be Kafka's individuality as much as his minority identity which shines through in this short masterpiece. Although not all the stories are of the same quality and contain the same universal insight, the Metamorphosis alone is worth five stars and a strong recommendation.


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Südkurier - Antoine de Saint-ExuperySüdkurier
Antoine de Saint-Exupery

Gebundene Ausgabe, Oktober 2001
     Verkaufsrang: 139761      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Saint-Exupery berichtet von seinem Freund, dem Flieger Jacques Bernis, erzählt von dessen sehnsüchtiger, unerfüllter Liebe zu der Jugendgespielin Genoveva und beschwört die gefahrvoll berauschende Welt des frühen Flugerlebnisses, die bizarre Schönheit der Wolkengebirge, die übermächtige Großartigkeit des nächtlichen Himmels und in diesen Begegnungen die Verlassenheit des Menschen in der ungeheuren Ordnung des Kosmos.Antoine de Saint-Exupery wurde am 26.6. 1900 in Lyon geboren. Er verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter. In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. 1927-29 war er Direktor des Flugplatzes Cap Juby/Rio de Oro, 1929 wurde er Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires. 1931 Heirat. 1934 Eintritt in die Air France. Längeres Krankenlager nach einem Flugzeugunfall. Im September 1939 wurde Saint-Exupery Pilot in einer Aufklärer-Staffel, im Dezember 1940 ging er nach Amerika, 1943 kam er nach Nordafrika. Seit 31.7. 1944 ist er vermisst. Wahrscheinlich haben ihn auf der Höhe von Korsika deutsche Jäger abgeschossen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Ein Buch voller Farben      5 von 5 Punkten
Schon ab der ersten Seite des Buches "Südkurier" von Antoine Saint-Exupery taucht man ein in eine Welt voller Farben.
Saint-Exupery versteht es im "Südkurier" die Gefühle der Hauptperson in wundervollen Farben darzustellen. Man fühlt sich durch die Beschreibung in die Wüste versetzt. Man hat das Gefühl sich in diesem Moment in der Sahara aufzuhalten und den sandigen Wind im Gesicht spürt.
Ein Buch voller Sinneseindrücke.

Große Liebe und der Tod      5 von 5 Punkten
In Südkurier erzählt uns Saint-Ex die Geschichte seines Freundes Jaques Bernis - er erzählt von dessen großer Liebe Genoveva, von seinem letzen Flug, von seinen Gedanken und vom Fliegen ... Lesenswert!


Nicht nur zur Weihnachtszeit - Heinrich BöllNicht nur zur Weihnachtszeit
Heinrich Böll

Taschenbuch, März 1998
     Verkaufsrang: 172545      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Bölls "Weltkrieg-Zwo-Weihnachtsalbtraum", seiner Satiresammlung Doktor Murkes gesammeltes Schweigen entnommen, ist auch heute noch ein Krippen-Spiel der schrägsten Art.

Vorfestliche Erregung im gut betuchten, großbürgerlichen Heim von Tante Milla, die das Schmücken des Baumes überwacht, dem Hauptakteur dieser Weihnachtsgroteske und Millas ein und alles. Gläserne Zwerglein dürfen in den Zweigen nun wieder mit winzigen Korkhämmerchen auf noch winzigere Glöckchen eindreschen. Hoch droben auf der Tannenspitze krächzt ein mechanisches Engelsmonstrum in regelmäßigen Abständen das Wörtchen "Frieden" in die Stube, frohe Kunde unerschütterlicher Krippenseligkeit in deutschen Wohnzimmern. Ringsum schlagen derweil die Bomben ein, der Erste Weltkrieg hat begonnen! Die Erschütterungen der nächtlichen Bombenangriffe bringen die putzigen Scheußlichkeiten so oft zu Fall, dass Onkel Franz beschließt, Weihnachten während der Kriegsjahre künftig baumlos zu verbringen ("fremdländische Ballistiker löschten seine Existenz vorübergehend aus"). Leider damit auch Tante Millas Lebenswillen.

Eine bessere Wahl, als den sperrigen Kölner Ex-Regierungspräsidenten und heutigen Talkmaster Franz-Josef Antwerpes zum Erzähler -- dem Neffen der Tante -- zu machen, konnte man gar nicht treffen. Sein stoisch rheinischer Singsang entbehrt zwar jeglicher Sprecherprofessionalität, ist aber von einer schlitzohrigen Treuherzigkeit, die dieser Geschichte den echt kölschen Böll-Sound verleiht.

In Millas Heim beginnt die eigentliche Katastrophe erst nach dem Krieg: Weihnachten 1945, der Baum steht wieder. Kaum aber schickt sich Onkel Franz am Dreikönigstag an, das Nadelgehölz zu entsorgen, verfällt Tante Milla angesichts des neuerlichen jähen Baumverlustes in einen wochenlang andauernden Schreikrampf. Neurologen werden bemüht, sogar einen Exorzisten zieht man in Erwägung, bis Onkel Franz schließlich die erlösende Idee hat. Tante Milla ist zufrieden, die Familie aber treibt unaufhaltsam Zerfall und Wahnsinn entgegen. Und ewig hämmern die Zwerge. Eine CD, Spieldauer: 63 Minuten. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Antwerpes meets Böll - wunderbar!      5 von 5 Punkten
Ich muss meiner Vor-Rezensentin auf's Entschiedenste widersprechen:
Denn ich finde, dass Franz-Josef Antwerpes' Stimme genial zu Heinrich Bölls legendärer Weihnachtssatire passt! Rheinischer Sing-Sang ist perfekt für diese bitterböse Abrechnung mit den Traditionswächtern rheinisch-bürgerlicher Provenienz!

Tante Milla hat vom zweiten Weltkrieg nicht allzu viel mitbekommen. Der Familie geht es gut und ihr Mann - der herzensgute Onkel Franz - hat alles getan, ihr die Wirklichkeit des Krieges vom Leib zu halten. Einzig der Verzicht auf den Tannenbaum, dem Herzstück der weihnachtlichen Zeit, empfindet die alte Dame als schmerzlich. Umso ehrgeiziger feiert sie nach Kriegsende mit sämtlichen alten Traditionen ihr Lieblingsfest. Doch jede Weihnachtszeit hat einmal ein Ende, nur Tante Milla kann sich nicht damit abfinden. Sie schreit unablässig und kein Arzt kann helfen. Bis Onkel Franz - der Herzensgute - auf die "Tannenbaumtherapie" verfällt, die den Zustand Tante Millas schnell wieder bessert. Nun beginnt ein Alptraum für die ganze Familie, denn nun wird jeden Abend Weihnachten gefeiert, ob Ostern oder Karneval, Sommer oder Erntedank -- Tante Milla ist nur glücklich, wenn der Engel an der Christbaumspitze "Frieden" flüstert. Der Verfall der Familie schreitet jedoch unaufhaltsam voran...

Heinrich Bölls Geschichte ist nicht nur ein Muss für alle Freunde der Satire und für Weihnachtskritiker. Sie spiegelt auch ein Stück Nachkriegsliteratur, die heute schon so gut wie vergessen ist. Heinrich Böll hat hier alle seine schriftstellerischen Fähigkeiten gebündelt und ist so ironisch-ketzerisch, dass man auch fünfzig Jahre später seine helle Freude an dieser kurzen, von Franz-Josef Antwerpes so authentisch vorgetragenen, Geschichte hat!


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