Klassiker des 20. Jahrhunderts

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Seite 22

Kaff auch Mare Crisium - Arno SchmidtKaff auch Mare Crisium
Arno Schmidt

Broschiert, Februar 2005
     Verkaufsrang: 196554      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Vielen gilt Arno Schmidts 1960 ver”ffentlichter Roman Kaff auch Mare Crisium als H”hepunkt nicht nur seines Werkes. Fr Helmut Heiáenbttel geh”rt der Roman in der deutschen Literatur "in den obersten Rang". Alfred Andersch urteilt: "Ein groáartiges, wildes, trauriges Buch".
Erz„hlt wird die Geschichte von Karl Richter, der im Oktober 1959 fr zwei Tage zusammen mit seiner Freundin Hertha Theunert seine verwitwete Tante Heete in einem "Kaff" in der Lneburger Heide besucht. Als die offenherzige Landfrau, von Karl in seiner Jugend verehrt, den beiden anbietet, zu ihr zu ziehen und von ihrem Erbe zu leben, ist der Konflikt da.
Um die prde und sexuell traumatisierte Hertha fr sich zu gewinnen, erfindet Karl auf gemeinsamen Spazierg„ngen eine Geschichte, die in ferner Zukunft auf dem Mond spielt, ihre Motive jedoch aus dem Geschehen um ihn und Hertha bezieht: Nach einer atomaren Katastrophe auf der Erde verl„ngern eine amerikanische und eine russische Mondkolonie den kalten Krieg.
Arno Schmidt gelingt ein Roman voll abgrndigem Sprachwitz, der sich den Details der l„ndlichen Umgebung ebenso scharf„ugig zuwendet wie dem von den Zeitl„uften verschuldeten Elend einer miáglckenden Liebe.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Schmidt at its best      5 von 5 Punkten
Dieser Roman stellt einen Höhepunkt im Schaffen Arno Schmidts dar und steht zugleich auf der Scheide zwischen Früh- und Spätwerk. Schmidts früher und konsequenter Beitrag zur Rechtschreibreform ist sicher nichts für Orthografiefanatiker. Diese übersehen aber meist die Tatsache, dass hier neues Terrain für die deutsche Sprache gewonnen wird. Schmidt zeigt - ein wenig auf den Spuren Joyce' wandelnd - den möglichen Facettenreichtum von Sprache, der entsteht, wenn man genauer hinhört und schreibt.

Kaff enthält mehr Humor und vielleicht gleichzeitig auch mehr Nachdenklichkeit als die frühen Werke. Nie zuvor war Schmidt auch so politisch und zeitgenössisch wie hier. Die Themen Wiederaufrüstung Deuschlands und die befürchteten Konsequenzen globaler Zerstörungen und Unbewohnbarkeit der Erde bilden den bedrohlichen Hintergrund vor scheinbar idyllischem Leben in der norddeutschen Provinz. So wie der Mond zum Zufluchtsort für Flüchtlinge einer unbewohnbar gewordenen Erde wird, so wird das Heidedorf zum Refugium der gestressten Großstädter Karl und Hertha. Die beiden Parallelhandlungen - in der Heide zur Zeit der Niederschrift und auf dem Mond im Jahr 1980 - nähern und entfernen sich abwechselnd, was einen eigenen Rhythmus in diesem Werk erzeugt. Rhythmus ist hier ein entscheidendes Element, welches den Roman durchzieht und steht schon am Anfang, markiert vom Rütteln einer Dreschmaschine: Nichts Niemand Nirgends Nie! Ein tickendes Uhrwerk, das sich nicht anhalten lässt und dem die Protagonisten hilflos aber trotzdem mit gebührendem Humor zusehen müssen.

Zeitgenössisch bedeutet in diesem Fall nicht, an Aktualität zu verlieren. Das Thema bleibt virulent auch und gerade unter veränderten Rahmenbedingungen

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Tortilla Flat. SZ-Bibliothek Band 40 - John SteinbeckTortilla Flat. SZ-Bibliothek Band 40
John Steinbeck, Elisabeth Rotten

Gebundene Ausgabe, 18. Dezember 2004
     Verkaufsrang: 45151     

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Als Danny aus dem Krieg nach Monterey zurckkehrt, erf„hrt er zu seiner groáen Verblffung, daá er der Erbe zweier H„user ist. Die auf ein Saufgelage folgende Feuersbrunst reduziert seinen Besitz jedoch schnell auf die H„lfte.
In der briggebliebenen Behausung residieren auáer ihm schlieálich fnf weitere "Obdachlose", u. a. der "Pirat" mit seinen fnf Hunden. Fr”hlich leben die Freunde bei Wein, Weib und Gesang in den Tag hinein und warten auf "das t„gliche Wunder des Essens", dem sie allerdings mit viel List und Tcke kr„ftig nachhelfen mssen.
Das Leben k”nnte ... so sch”n sein. Doch eines Tages ger„t Danny ins Brten und f„ngt ganz augenscheinlich an, den Verstand zu verlieren ...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Taugenichtse und Tagediebe und die Leichtigkeit des Seins      5 von 5 Punkten
Danny kehrtaus dem 1. Weltkrieg zurück nach Monterey und stellt fest, dass ihm sein Großvater zwei Häuser vererbt hat. In eines zieht er mit einem Freund ein (das andere brennt später ab), im Laufe des Buches gesellen sich immer mehr Personen dazu, die schräg und skuril am Rande der Gesellschaft leben. Liebenswert beschreibt Steinbeck deren Leben, das nicht durch Hast und Mühe gekennzeichnet ist und wie sich die Protagonisten aus kleinen Gemeinheiten immer wieder das Positive herausziehen. Ihr Lebensinhalt besteht darin sich zu betrinken und doch verbindet sie ein freundschaftliches Konstrukt, sie teilen miteinander und sind doch auf den eigenen Vorteil bedacht. Ein tolles Buch, um den "Blauen Seelenvogel" dahin ziehen zu lassen, immer wieder dazu angelegt einem ein Schmunzeln zu entlocken. Zeigt es doch die Abgründe der menschlichen Seele. Die Bewohner des Häuschens in der Tortilla Flat sind keineswegs alles nur Gutmenschen, und gerade das macht sie so sympathisch.


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Der Mann ohne Eigenschaften, Bd. 2 - Robert MusilDer Mann ohne Eigenschaften, Bd. 2
Robert Musil

Taschenbuch, Mai 1994
     Verkaufsrang: 193487      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Musils Protagonist Ulrich ist gar kein Mann ohne Eigenschaften. Der Romantitel führt da ein wenig in die Irre. Tatsächlich ist es eine "Welt von Eigenschaften ohne Mann", die im Buch nichts Charakteristisches mehr zu bieten hat. Bereits die umwerfende Eingangssequenz macht diesen Leerlauf anschaulich, indem sie den Leserblick trichterförmig von metereologischen Banalitäten zu einem Verkehrsunfall in Wien an "einem schönen Augusttag des Jahres 1913" hinunterlenkt, dessen vermeintliche Tragik technische Erklärungen (Bremsversagen) bagatellisieren. Wie in Samuel Becketts Murphy darf auch hier die Sonne zunächst "auf nichts Neues" und Besonderes mehr scheinen. Diese Erkenntnis bringt Ulrich letztlich dazu, "Urlaub vom Leben" zu nehmen und sich in Reflexionen über eben dieses Leben zu ergehen. Die selbstgewählte "Eigenschaftslosigkeit" der Figur erweist sich so als ihre herausragendste Eigenschaft.

Im Mann ohne Eigenschaften passiert nur wenig. Aber es wird unendlich viel gedacht im Buch, und am Ende wird sogar noch intensiv gefühlt: In der Geschwisterliebe Ulrichs zu Agathe realisiert sich die Utopie eines "anderen Zustands" jenseits der absurden Welt. Hierfür findet der Mann ohne Eigenschaften dann poetisch präzise Bilder ohne intellektuelle Schwere, so in meinem Lieblingskapitel Atemzüge eines Sommertags: "Die Sonne war unterdessen höher gestiegen, die Stühle hatten sie wie gestrandete Boote in dem flachen Schatten beim Haus zurückgelassen. Ein geräuschloser Strom glanzlosen Blütenschnees schwebte, von einer abgeblühten Baumgruppe kommend, durch den Sonnenschein; und der Atem, der ihn trug, war so sanft, daß sich kein Blatt regte. Kein Schatten fiel davon auf das Grün des Rasens, aber dieses schien sich von innen zu verdunkeln wie ein Auge". Gäbe es nur diese wunderschöne Stelle, so hätte sich die Lektüre der weit über 1000 vorangegangenen Seiten schon gelohnt. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Erotik des Gedankens      5 von 5 Punkten
Mit der gedanklichen Schärfe eines Philosophen, der plastischen Ausdruckskraft eines Literaten und der Sensibilität eines Freundes schließt Musil die Welt für seinen Leser auf. Sätze wie Fallbeile, unter denen die Realität sich nicht mehr zu mucken getraut.
Stimmungen und Gefühle, die in der Natürlichkeit ihrer Schilderung den Leser unmerklich verführen, sich einem sonst tabuisierten Spiel zu öffnen, um in allerbester kathartischer Manier mit neuem Selbstbewusstsein daraus wieder zu erwachen.


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Die Amsel / Bilder - Robert MusilDie Amsel / Bilder
Robert Musil

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 171523      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,60 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die beiden Männer, deren ich erwähnen muß - um drei kleine Geschichten zu erzählen, bei denen es darauf ankommt, wer sie berichtet -, waren Jugendfreunde; nennen wir sie Aeins und Azwei. Denn im Grunde ist Jugendfreundschaft um so sonderbarer, je älter man wird. Man ändert sich im Laufe solcher Jahre vom Scheitel bis zur Sohle und von den Härchen der Haut bis ins Herz, aber das Verhältnis zueinander bleibt merkwürdigerweise das gleiche und...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Macht überhaupt etwas Sinn?      3 von 5 Punkten
Diese Geschichte basiert auf drei Kurzgeschichten, welche Azwei seinem Jugenfreund Aeins erzählt. In jeder der drei Geschichten geht es um die Vergangenheit von Azwei, in der auch eine Amsel eine bedeutende Rolle spielt. Nach den Erzählungen von Azwei verkörpert diese Amsel in jeder der drei Geschichten etwas. In der ersten die Gefühle von Azwei zu seiner Frau, in der zweiten den Tod und in der dritten die Mutter von Azwei. Am Anfang der ersten Geschichte waren sich Aeins und Azwei noch völlig fremd, weil sie sich seit ihrer Jugend nicht mehr gesehen haben. So nahm Aeins auch nicht richtig an den Geschichten teil. Doch nach und nach konnte er sich so richtig in die Geschichten hin einversetzen. Aber, trotzdem kann/können Aeins und auch die Leser(?) keinen Sinn in diesen Geschichten erkennen.

Wer den Sinn sucht, hat verloren      4 von 5 Punkten
Die Spannungen zwischen diesen beiden Charakteren sind typisch für Autoren dieser Zeit. Auch Robert Musil stand Zeit seines Lebens im Konflikt zwischen Rationalität und Mystik, was man auch an seiner Studienwahl erkennen kann. Er studierte einerseits Maschinenbau andererseits auch Philosophie und Psychologie.

Durch die relativ kurze Behandlung der drei sonderbaren Geschichten und einer ausführlicheren der Vorgeschichten und Reflexionen erzielt der Autor eine Art „epische Breite", der Leser hat das Gefühl, das gesamte Leben der beiden Hauptfiguren zu kennen.

Die Handlung ist auf dem Gegensatz zwischen Aeins und Azwei aufgebaut und lebt von ihrer Beziehung zueinander.

Musil schafft mit Azwei als Erzähler und Aeins als Zuhörer zwei scheinbar vollkommen gegensätzliche Charaktere. Diese Unterschiede zeigen sich vor allem in den Erzählungen aus ihrer Jugend.

Musil zeigt anhand der beiden Figuren Aeins und Azwei einen gesellschaftlichen Prozeß auf. In ihrer Jugendzeit waren sie Personen, die extreme Positionen vertreten haben, doch im Laufe der Zeit gleichen sie sich immer mehr einander an, es entsteht eine Synthese, sie geben sich mit dem Mittelmäßigen zufrieden. (Dies ist eine Amazon.at-Leserrezension.)



Teufeliaden - Michail BulgakowTeufeliaden
Michail Bulgakow

Broschiert, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 52813      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Phantastisch, sarkastisch, böse: Neben „Meister und Margarita“ haben Bulgakows Erzählungen ihren festen Platz in der Weltliteratur.
In seinen berühmten „Teufeliaden“, einem Zyklus phantastischer Meistererzählungen, erzählt Bulgakow mit beißendem Sarkasmus und schlitzohriger Fabulierkunst davon, was den Sowjetalltag der frühen 1920er Jahre prägte: Bürokratie, Chaos und Schlamperei, vor allem aber die haltlosesten Revolutionsphantasien.




Der Amokläufer: Der Amoklaufer - Stefan ZweigDer Amokläufer: Der Amoklaufer
Stefan Zweig

Taschenbuch, Januar 2000
     Verkaufsrang: 141774      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Gestalten dieser Erzählungen sind - wie Madame de Prie - »eigentlich oberflächliche Charactere«, die sich durch ihr leidenschaftliches Temperament selbst in »seltsamste Umstände« bringen, in Situationen, die sie nicht meistern können, die ihnen plötzlich ausweglos erscheinen.
Geschichte eines Unterganges - Das Kreuz - Ein Verbummelter - Der Amokläufer - Die Mondscheingasse - Leporella - Episode am Genfer See.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Brennende Leidenschaft      5 von 5 Punkten
Eine dramatische, eine leidenschaftliche Erzählung und eine Tragödie zwischen Schuld. Stolz und Ehre und eine Hingegebenheit und innere psychische Ausgeliefertheit gelangen zu genialem Ausdruck und zwingen den Leser zu stärkster Ergriffenheit.Eine weitere "Sternstunde" des großartigen Dichters und so feinen Menschen Stefan Zweig!
Hans-Henning klimpel


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Der Mann im Strom. Sonderausgabe - Siegfried LenzDer Mann im Strom. Sonderausgabe
Siegfried Lenz

Gebundene Ausgabe, September 2002
     Verkaufsrang: 217391      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein erfahrener Taucher ist in die Jahre gekommen. Doch er will sich nicht ausbooten lassen; er will arbeiten wie früher, und so greift er zum Gefährlichen und Unerlaubten, um seine letzte Chance wahrzunehmen.
Siegfried Lenz' "Der Mann im Strom" ist einer der wichtigen Romane der deutschen Nachkriegsliteratur und eine zeitlos gebliebende Auseinandersetzung mit dem Schicksal eines einzelnen, der mit den neuen Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr zurechtzukommen scheint.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Altes Thema - immer mehr aktuell      5 von 5 Punkten
Dieser Roman, der bereits zweimal hervorragend verfilmt wurde mit der neuesten modernen Adaption von 2006 ist eine überzeugende Darstellung des Arbeitsmarkts für ältere Berufstätige in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die so gar nicht anders wirkt als die von 2006. Daneben ist es auch eine Darstellung einer Welt in Veränderung, in der alte Werte sich auflösen und neue noch gefunden werden müssen. Und dies geschieht in diesem Buch ohne jede Hektik und Aufregung ohne action, wenn man so möchte. Denn nur wenn man solche Veränderungen be- und durchdacht angeht, wirken sie nachhaltig. Genau, wie ein Taucher an einem Wrack sich einen genauen Plan machen muss um diesen dann ganz ruhig und ohne Hektik und Eile durchzuführen. Eine Lehre, die man auch über Wasser durchaus anwenden kann.


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Das Buch der Unruhe - Fernando PessoaDas Buch der Unruhe
Fernando Pessoa, Alberto Caeiro, Inés Koebel

Gebundene Ausgabe, Februar 2006
     Verkaufsrang: 132945     

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Die um 280 Seiten erweiterte Ausgabe in neuer und überarbeiteter Übersetzung - so günstig wie noch nie!"Pessoas Werk ist wie eine Bibel, man kann es über Jahre hinweg mit sich herum tragen, jederzeit aufschlagen, immer wieder einen Abschnitt lesen und sich über die Einsamkeit des Menschen belehren lassen. Es umspannt die Seele mit sehnsüchtiger Trauer."Maike Albath, Der Tagesspiegel"Als Dichter ist Pessoa einzigartig, denn er hat aus reiner Poesie einen großen Roman gemacht."Antonio Tabucchi, Bücherjournal, NDR

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

als werfe der Zufall Worte      5 von 5 Punkten
"& sich für das Dasein rüsten." Das sagt Pessoa für sich und für andere und seine heiteren, schwermütigen, bedenklichen, lustigen Gedanken bilden ein Puzzle des menschlichen Seins. Fragmente in vielfacher Ausprägung machen dieses Buch zu einem Begleiter, man liest nicht in ihm wie in einem Roman, es lädt ein zum Innehalten, weil dessen Inhalt dem eigentlichen Leben begegnet. Frei und ohne Zusammenhang, man könnte meinen "Alles ist absurd" und doch ist gerade diese scheinbare Widersprüchlichkeit seines Lebens Basis all der Gedanken, die auch jedes Menschenleben durchläuft. "Als werfe der Zufall Steine" sagt er, aber man meint hier, als werfe der Zufall Worte, "Worte, die die Rettung meiner Seele sind." Denn Rettung für die Natur, der Seele, des Handelns ist notwendig, damit auch die Welt dem gehört, der fühlt.
"Nicht an Land gehen heißt keinen Platz an Land haben". Pessoa schreibt für uns, damit wir an Land gehen.
Ein empfehlenswertes Buch eines brillanten Europäers.


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Teleny und Der Priester und der Meßnerknabe - Oscar WildeTeleny und Der Priester und der Meßnerknabe
Oscar Wilde

Taschenbuch, Oktober 2001
     Verkaufsrang: 101795      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)

Schwulen-Pornoroman aus dem 19.Jahrhundert      2 von 5 Punkten
Ob der Autor wirklich Oscar Wilde ist, ist gar nicht bekannt. Angeblich haben mehrere Autoren an diesem Porno geschrieben, wo viel gevögelt wird.
Die Sprache ist dabei gekünstelt und altertümlich sophisticated.
Es geht um eine Liebesbeziehung zwischen einem Pianisten und einem Typen, der sich in ihn verliebt. Dann wird schön gevögelt und geküssst. Im weiteren Teil des Buches gibt es noch Gruppensex. Schön hohl. Aber auch kein schlechter Porno. Altertümlich halt.

Wodurch entsteht bei zwei Körpern das Phänomen der zitternden Sinnlichkeit?      5 von 5 Punkten
" Dann gibt es noch die magnetische Hand, die eine geheime Affinität zu deiner eigenen zu haben scheint; schon ihre einfache Berührung erregt dein ganzes Nervensystem und erfüllt dich durch Wonne." ( Wilde)

" Ein Kuss ist etwas mehr als der erstbeste sinnliche Kontakt zweier Körper, es ist der Hauch zweier verliebter Seelen" ( Wilde)


Der vorliegende Liebesroman " Teleny" erschien 1893, ein Jahr bevor man Oscar Wilde wegen homosexueller Vergehen den Prozess machte und ihn zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilte.
Im lustfeindlichen , doppelmoraligen, spätvictorianischen England jener Tage galt dieser Text als skandalös und wurde auch noch später lange Zeit von den Herausgebern der Werke Oscar Wildes übergangen.

Wilde beschreibt in diesem Roman die innige Liebesbeziehung des französischen Dandy Camille und des ungarischen Pianisten Teleny.
Die beiden Protagonisten sind Anfang zwanzig. Camille ist sexuell noch gänzlich unerfahren, Teleny , wie sich herausstellen wird, bisexuell.
Camille verliebt sich während eines Konzertes in Teleny, der ihn unerwartet während eines nächtlichen Spaziergangs küsst und ihn auf diese Weise sexuell entflammt. Camille kann nur noch an den Pianisten denken, sehnt sich nach seiner Nähe, verbietet sich allerdings zunächst gedanklich sexuelle Begehrlichkeiten . Dennoch begreift der junge Mann jetzt, weshalb er Frauen gegenüber bislang keine wirklichen erotischen Ambitionen hegen konnte. Trotz dieser Erkenntnis unternimmt er geradezu verzweifelte Versuche sich lustvoll die Sexualität mit dem weiblichen Geschlecht zu erschließen, aber es gelingt ihm nicht, denn seine Gedanken sind stets bei Teleny.
Durch seine starke Zuneigung hellsichtig geworden, sieht er diesen beim Liebesspiel mit einer schönen Frau und stirbt beim Anblick der ausführlich beschriebenen Handlungen tausend Tode.
Als Camille dann noch feststellen muss, dass Teleny eine Affäre mit einem anderen Künstler hat, den Camille von Kindesbeinen an kennt, entschließt es sich Selbstmord zu begehen, wird jedoch von Teleny daran gehindert.
Der Pianist gesteht dem Dandy seine leidenschaftliche Liebe, bekundet, dass er während sexueller Handlungen mit Dritten nur an ihn gedacht habe. Durch dieses ehrlich gemeinte Geständnis bewirkt er, dass die beidseitige Liebe alsbald ihren Ausdruck in einer sie beide vollkommen erfüllenden Sexualität findet, die trotz häufiger Kopulationen sogleich immer wieder neues gegenseitiges Begehren hervorruft.
Obgleich die beiden ganz offensichtlich verrückt aufeinander sind und voneinander nicht lassen können, führt ihre Romanze zu einem tragischen Ende, weil die Zeit für ihre homoerotische Beziehung mit enormer Gefühlstiefe wohl noch nicht reif war.

Als Gegenbild zu dieser wahren Liebe, in der Seele, Geist und Körper heftigst zueinander streben, beschreibt der Autor für die victorianische Zeit geradezu schonungslos sexuelle Handlungen zwischen Prostituierten im Bordell, ebensolche während einer Orgie unter Homosexuellen, desweiteren beschreibt er detailliert sexuelle Handlungen zwischen Mann und Frau, bei denen die Liebe nicht beidseitig vorhanden ist. Er thematisiert sogar Vergewaltigung, um die Abgründe von sexuellem Tun aufzuzeigen, das aus reinem Triebverhalten hervorgehen kann.
Ziel dieser Beleuchtungen , die vordergründig den Anschein erwecken, als habe Wilde beabsichtigt ein pornographisches Werk zu Papier zu bringen, ist meines Erachtens darzustellen, worin sich sexuelle Handlung, die nicht Ausdruck einer innigen Seelenbeziehung ist, von solcher unterscheidet, die auf gegenseitiger , inniger Liebe beruht.

Solch eine leidenschaftliche Liebe, gleichgültig ob zwischen gleich- oder gegengeschlechtlichen Menschen kann sich für Wilde nur in jungen Jahren ereignen:

" There ist a love that is to last,
When the hot days of youth are past"



Ein empfehlenswerter, aufklärerischer, inhaltlich sehr mutiger Roman!


"Mein Leser, Heuchler du, - mein Bruder, - meinesgleichen!" (Baudelaire)      5 von 5 Punkten
"Die Bücher, die die Welt unmoralisch nennt, sind
solche, die der Welt ihre eigene Schande zeigen."
(Oscar Wilde)

"Verführung der Jugend"; so war die Anklage und siehe da, es war die gleiche, derer vor über zweitausend Jahren Sokrates angeklagt wurde (Platon, Die Apologie des Sokrates, siehe Rezension). Sokrates wehrte sich mit dem Verstand, er hielt drei Reden und bemerkte gegenüber den einsichtslosen Richtern: "Tötet mich und schlaft weiter". Der Tod stand nicht an für Oscar Wilde (1854-1900), auch war Wilde nicht wie Sokrates einseitig begünstigt. Den Verstand und die Intelligenz hatten beide, aber die Schönheit und Emotionalität hatte nur Wilde. Er ging nicht in den Tod, er ging ins Gefängnis und just in diesem Jahr erschien Teleny (1895) als eine einzige Anklage gegen die bigotte Gesellschaft, die aus dem Schlaf gerissen werden sollte. Wilde, bekannter Homophiler, stand in dieser Gesellschaft mit dem Rücken zur Wand. Beginnt er seine Erzählung sehr freizügig, so straft er die bürgerliche Konvention in der Übertreibung aller sexuellen Praktiken zur Pornographie, gar Perversion. Nichts ist ihm fremd, weil auch den Menschen nichts fremd ist, doch die Moral hält alles Sexuelle in den Schranken der geheimen Phantasie, die nun niedergerissen werden durch ein Buch der schonungslosen Offensive, doch voller Poesie. Wer es komprimiert liest, findet den besten Vergleich mit einem Blue Movie, adults only fehlt als Stempel, und in den Kapiteln wird Blende für Blende die Stellung im Schwenk gewechselt und das rein-raus Spiel bis zur Überperfektion und Perversion betrieben. Wenn die anständige Gräfin ihren Teleny nach zweimaliger Penetration ein drittes Mal animiert, liegt es an der freigesetzten geheimen Lust hinter der Moral, die keinen Scham mehr kennt, ist der erste erst überwunden. Ihn, Teleny, reizt das noch leicht Bedeckte an ihr, "es quält, was zum Ganzen fehlt", wie das Zeugnis der vorherigen Akte: milchig weiße Flecken auf buschigem Kraushaar. Ihre Lippen können verspielt begierig das, was alter Väter Empfehlung ist: nämlich den Mannessstolz in ein steiles Turmgebilde richten. Und doch scheint die Schönheit nur in der Begierde schön, nach dem Genuss verkommt sie zur Alltäglichkeit. Dieses Werk ist in der allzu offenen Art gegenüber der gemeinhin guten Gesellschaft eine verbale Flagellation. "Wenn man nicht darüber spricht, dann ist es gar nicht geschehen. Nur das Wort gibt den Dingen Realität." So Wilde allzu deutlich in Dorian Gray.

Wildes Teleny ist nahezu reine Pornographie, wiewohl von erster Güte. Nichts verbindet diese Art mit der einfachen Art "mallorquinischer Reigen" oder sonstiger "Tiefer" Texte. Hier wird wirklich im Innersten gekämpft um die Freiheit der eigenen Entscheidung, hier wird die Liebe hingestellt als eine wahre, der leibliche Liebreiz vom Mann und Frau bestens und warm beschrieben. Immer verweist er diese Liebe, dieses Tun in der Liebe in den Bereich des Privaten (zoe), dessen Folge für die öffentliche Gesellschaft (bios) nicht von Bedeutung sei. Gerade darum schafft er es, eine homoerotisch subjektive Empfindung in aller Eindringlichkeit und auch poetischer Offenheit zu formulieren. Das sind die Momente der Sehnsucht, seine Klärung der Gefühlslage, sein Abwägen zwischen Verstand und Gefühl, die den Erzähler Camille des Grieux verfolgen, deren Nicht-Erreichen-Können ihn zermartert. Seine überwältigende Sehnsucht zu Rene Teleny (Dich zu gewinnen oder umzukommen; Kleist) gipfelt zunächst im verhinderten Freitod Camilles eben durch diesen. Der Beginn einer wahnsinnig machenden Liebesbeziehung, die die Sehnsüchte himmlisch befriedigt, die beide auf den ambrosischen Olymp emporhebt, durch den erotischen Rubikon gehen lässt und die in den Augen des jeweils anderen als ewige Unendlichkeit sich spiegelt. Und doch scheint sich unter Einfluss Baudelaires (1821-1867) der Sexus vom Eros losgesagt zu haben.

Denn willfährig muss Wilde schocken in all seinen Dialogen und perversen Spielen. Keine Scheu, Koitus und Exitus in eine Zeiteinheit zu bringen, wo der Lustschrei "Weiter! Weiter!" der einen Hure im oralen Liebesspiel mit dem Todesschrei der Andere koinzidiert. Diese Dünne stirbt im Blutstrom, schon vorgedacht der 16 jährigen Hausgehilfin, die Camille gern befingert und ihr Wehren deutet in macbethscher Art, wo ein zartes Nein ein echtes Ja bedeutet. (Shakespeare hat hier viele Vorbilder geliefert, ganz sicher den Kampf von Romeo und Julia gegen die elisabethanische Moral oder das frivole Spiel in Viel Lärm um Nichts, Hamlet und Othello) Camille bleibt jedoch zurückhaltend, entjungfert sie nicht, da sie den Selbstmord für den Fall ankündigte, ein Muss, da notwendige Folge eines moralischen Fehltritts. Ein grobschlächtiger Kutscher besorgt dagegen den entjungfernden Blutstrom, für den der Vergewaltigung anschließenden Selbstmord sorgt das Mädchen selbst. Die Kälte in der Erzählung ("Das Mädchen hat ihr Versprechen gehalten".) zeigt das Schaudern Wildes vor dieser verlogenen Gesellschaft, die das Mädchen eher moralisch straft als den Schänder.
Homoerotische Geschicke und Erlebnisse vom Schwulenstrich bis zur Kunst-, Fress- und F***- Orgie mit zur Analpenetration verwendeter Champagnerflaschen mit Todesfolge führen weiter in die widersprüchliche Wildesche Phantasie im duftend orientalischen Flair, die sich hat aufblühen lassen durch die bereits (auch von Dorian Gray) gelesenen Erlebnisse über Petronius Gastmahl (Satyricon) im alten Rom, die er (Wilde) spätestens bei Huysmans fand und als Protest gegen eine nur vorgeblich sterile Gesellschaft. Und letztendlich findet Camilles Liebe, die er wahrlich unendlich wähnte, jähen Absturz, da er seinen Liebsten Teleny mit der eigenen Mutter vergnüglich fand. Der Freitod war sein Los, doch er wurde gerettet. Teleny hingegen vollendete seine Leben durch eigene Hand.

Aufklärung und Voltairesche Toleranz gingen über in den schöngeistigen Strom der Romantik und fanden mit Baudelaire unter Einfluss von Edgar A. Poe (1809-1849) ein jähes Ende. Die Welt wurde aus ihrem "Eiapopeia" (Heine) herausgeführt. Mit Baudelaire änderte sich die Zunft, das Natürliche wurde durch das Dekadente überwunden, Joris-Karl Huysmans (1848-1907) gibt mit "Gegen den Strich" (1884) beredtes Zeugnis. Die Erinnerung an die Knabenliebe der Griechen und Römer fand widerhall, Petronius Gastmahl geriet zu einem Vorbild exzessiven Lebens. In diese Zeit wurde Wilde geboren, zwei Tage später Rimbaud, beide angetan von Baudelaire, der seine "Les Fleurs du mal" 1857 veröffentlichte. Huysmans las Wilde als 30jähriger und gab Antwort mit Dorian Gray 1891, sonst bestens bewandert in Bibel- und philosophischen Texten, aufgewachsen im katholischen Dublin, zeigte er Zusammenhänge bester Art. Die Verurteilung hat ihn gebrochen, er fand nach seiner Haft in Reading in seiner Lyrik ein Ventil. In besagter Ballade schrieb er womöglich schon lebensmüd 1897: "Ein jeder tötet was er liebt", als Folge des offenen Briefes "de profundis" an seinen ehemaligen Freund. In Paris starb er drei Jahre später.

Auf heute bezogen können wir erinnern, dass Homophile mit 175 einen eigenen Paragraphen hatten, der erst in den Siebzigern abgeschafft wurde. Die dann postulierte Freiheit und Toleranz gegenüber Homosexualität war eben eine verordnete und keine moralisch frei gelebte; bis heute, wo der Christopher Street Day wie die Love Parade den Charakter eines Zur-Schau-Stellens haben für jeweils einen Tag. Die frivole Üppigkeit der Darstellung und Darsteller hat den Teleny-Charakter gegenüber der Gesellschaft nach über 100 Jahren nicht verloren, wie auch manches Video (z.B. It's a Hard Life) mit Freddy Mercury zeigt.

Wilde wurde durch Konvention in den Kerker der brennenden Herzens verbannt und dieses Werk ist das Echo des letzten Kratzens an den rauen Wänden. Ein Aufgeklärter wird zwischen Denken und Handeln, zwischen Phantasie und Realität unterscheiden können. Wildes Bemühen, seine eigene Situation und den Irrsinn der moralingetränkten viktorianischen Gesellschaft dieser selbst zu spiegeln, ist als "andere Seite der Medaille" in bester Übertreibung gelungen. Und dabei ist es egal, ob es Wilde ist oder ihm nur als letzter Korrektor einer Vorlage zugeschriebenes Werk.

Magisch      5 von 5 Punkten
Also ich möchte meinen vielen Vorschreibern deutlich wiedersprechen. Also mich zieht dieses Buch einfach magisch an, und ich habe es schon 10 mal mindestens gelesen. Es ist halt kein Buch für Verklemmte oder Kinder. Es wird hier in anderen Rezensionen oft über ekelhafte Pornotexte geschrieben. Dem kann ich gar nicht folgen. Sicherlich gibt es Stellen, die nicht gerade lecker sind, aber irgendwie ins Gesamt-Feeling des Buches passen. Nämlich der Liebe zwischen 2 Männern - Männern die sich finden müssen, Erfahrungen sammeln, enttäuscht werden und eines möchte ich BETONEN: in diesem Buch steckt so viel Gefühl, man muss nur zwischen den Zeilen lesen und sich auf das Buch einlassen. Ein Buch soll ja auch Anstoss zum Nachdenken geben und dies tut es mit Sicherheit auch nach dem 10t-maligem Lesen!!!!

Heftig, stark und nicht ganz jugendfrei      4 von 5 Punkten
Hu, hm, pffff - schwierig zu rezensieren. Es ist bestimmt ein 16+ Buch, zumindest würde ich es nicht frei an einer Schule verteilen ... Wilde schildert detailiert und intim die Liebe zwischen Camille (des Grieux) und René (Teleny). Und ja, es gibt sehr intensive "erotische" Szenen (ok, sagen wir: Sexszenen), die allerdings - das sei deutlich vermerkt - nicht platt oder derb oder primitv sind (jedoch als Stimulans durchgehen könnten, wenn man es mag; die Orgie fand ich selbst sogar heftig). Ich kann verstehen, warum Wilde in vikoriantschen Zeiten als Verführer der Jugend galt - und warum die handlung später nach Frankreich (eh locker, eh verderbt) verlegt wurde. Doch Teleny ist kein Pornoroman, sondern die Geschichte der kurzen, heftigen schwulen Liebe; es werden nicht nur die heißen innigen Treffen erlebt, auch das Seelenleben der Protagonisten kommt zu Wort.
Ein Liebesroman? Nein! Ein Entwicklungsroman? Nein! Ich habe keine Ahnung, wie ich ihn nennen soll. Aber er is lesenswert (besonders mit der anrührenden kleinen zweiten Geschichte am Ende: Der Priester und der Meßnerknabe)


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Romane und Erzählungen: Der Verschollene (Amerika) / Der Proceß / Das Schloß / Die Erzählungen: 4 Bände - Franz KafkaRomane und Erzählungen: Der Verschollene (Amerika) / Der Proceß / Das Schloß / Die Erzählungen: 4 Bände
Franz Kafka

Broschiert, November 2004
     Verkaufsrang: 77586      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Kein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat die Situation des modernen Menschen präziser beschrieben als Franz Kafka. Anläßlich seines 75. Todestages erscheint eine limitierte Sonderausgabe mit seinen Romanen und Erzählungen. Alle Texte werden in der Originalfassung wiedergegeben, die einen unverstellten Blick auf Kafkas epochales Werk ermöglicht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

time will tell...      3 von 5 Punkten
Kafka will be remembered and this is just another testament to his genius. Lacking at times, but satisfying.


Lachen, Liebe, Nächte: Sechs Erzählungen - Henry MillerLachen, Liebe, Nächte: Sechs Erzählungen
Henry Miller

Taschenbuch, Mai 2001
     Verkaufsrang: 197375      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Gute Nacht Geschichte      4 von 5 Punkten
In diesem Buch sind wie vom Buchtitel erwähnt 6 Geschichten enthalten. Meiner Meinung nach hätte man diese ausführlicher schreiben sollen, denn wenn man sich erstmal reingelesen hat, fällt es einem schwer bei einer Geschichte aufzuhören, bei der man ins Träumen gerät.
Insgesamt sind die Geschichten aber super zu lesen und auch sehr romantisch und ich kann sie nur empfehlen.


Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld - Franz WerfelDer Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld
Franz Werfel

Gebundene Ausgabe, September 2006
     Verkaufsrang: 209934      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Franz Werfel traf 1926 mit seinen früheren Klassenkameraden Willy Haas und Ernst Deutsch zusammen - das mag Inspirationsmoment für diese "Geschichte einer Jugendschuld" gewesen sein. Die Erlebnisse von damals im Klassenzimmer, auf dem Tennisplatz, bei Gartenfesten, in Nachtcafés, bei spiritistischen Séancen wurden wach und suchten ihren Ausdruck. Aus Abenteuerlust, Freiheitsdrang und jugendlichem Übermut entwickelt sich im Roman zunächst ein Kräftemessen Ernst Sebastians, des Erzählers, mit dem intellektuell frühreifen Klassenbesten, schließlich ein immer stärker ins Verbrecherische gleitendes Bekämpfen und Verführen. Es ist zugleich auch der Kampf des Christen Ernst Sebastian mit dem Juden Franz Adler, der seinen moralischen Tribut fordert - ein Thema, das Werfel wieder und wieder beschäftigt hat.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Lehrreich und unterhaltsam!      5 von 5 Punkten
Einem Untersuchungsrichter im Wien nach der Jahrhundertwende wird ein Häftling (Anklage: Mord an einer Prostituierten) vorgeführt, der ihn an einen ehemaligen Klassenkameraden erinnert. Kurz darauf trifft er sich zum Abituriententag nach 25 Jahren mit anderen Klassenkameraden, was bei dem Richter zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den damaligen Ereignissen führt. War er doch derjenige, der den vermeintlichen Häftling, ein aussichtsreicher Schüler, mit hohem geistigem Potenzial, verunklimpft und nach und nach auf die schiefe Bahn gebracht hat. Neben der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, geht es vor allem um die Schuldfrage (Inwiefern und wie weit kann ein Mensch durch seinen Einfluß an einem anderen schuldig werden?) Spannend, ohne Längen und in einer Sprache verfasst, die das Lesen zum Genuß macht, kann auf diese Weise selbst das Auseinandersetzen mit Fragen der Moral noch höchst unterhaltend sein.


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Königliche Hoheit - Thomas MannKönigliche Hoheit
Thomas Mann

Broschiert, 2001
     Verkaufsrang: 38445      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Liebenswrdig im Ton, mit einer gewissen Neigung zur Parodie, erz„hlt Mann die Geschichte einer kleinen Residenz vor dem Ersten Weltkrieg, vom lebensfreudigen Prinzen Klaus Heinrich, der sich in der zeremoniell wie wirtschaftlich starren Welt seines Hofes pl”tzlich mit der so g„nzlich anderen, der pragmatischen Sicht der Dinge des amerikanischen Milliard„rs Nathan N. Spoelmann und vor allem seiner Tochter Imma konfrontiert sieht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Fürstliche Lektüre      5 von 5 Punkten
Um es mit einem Halbsatz des gerade gelesenen Romans zu sagen: "Man müsse methodisch zu Werke gehen und mit dem Anfang beginnen."
Kann ein Roman schlecht sein, der folgendermaßen beginnt: "Es ist auf der Albrechtsstraße, jener Verkehrsader der Residenz, die den Albrechtsplatz und das Alte Schloß mit der Kaserne der Garde - Füsiliere verbindet, - um Mittag, wochentags, zu einer gleichgültigen Jahreszeit."?
Nein ist die klare Antwort. Der Roman ist köstlich. Der Autor kann schreiben, er ist ein Meister der Formulierung. Er beschreibt Details, er beschreibt sie grandios. Die Unzulänglichkeiten werden entblößt, die Schwächen offengelegt. Alles erklärt sich von selbst. Die Ironie ist wohl dosiert. Der Witz vornehm zurückhaltend und dennoch so perlend wie der berühmte Sekt der französischen Witwe Cliquot.
Der Roman heißt "Königliche Hoheit", sein Autor Thomas Mann. Diese Komödie handelt von dem Erbprinzen eines kleinen deutschen Staates, der sich in die Tochter eines amerikanischen Milliardärs verliebt, sich um sie bemüht und sie am guten Schluß in sein durch schwiegerväterliche Mittel restauriertes Schloß zu führen. Der bankrotte Staat ist gerettet und das Glück der beiden Liebenden auch. Vorhang!
Mehr ist nicht und doch ist es ein nicht nur unterhaltsames Buch, sondern eines, das auch heute noch genau paßt. Der Staat ist noch genau so pleite, wie der beschriebene, die Menschen noch genau so weit davon entfernt, sich getroffen zu haben und in sich zu ruhen. Zwar sind die Namen der auftretenden Personen gewöhnungsbedürftig, sie sind zum Teil noch schrecklicher als diejenigen Namen, die Fontane seinen Romangestalten verpaßt hat. Aber das ist völlig zweitrangig! Lesen, kann ich nur empfehlen. Lesen und sich amüsieren!


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Das Vermächtnis der Eszter - Sandor MaraiDas Vermächtnis der Eszter
Sandor Marai

Taschenbuch, Februar 2002
     Verkaufsrang: 202271      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Sie werden international wiederentdeckt, die Werke Sandor Marais, der 1900 in der heutigen Slowakei geboren wurde und sich 1989 das Leben nahm: die bittere Bilanz, die er selbst für sein Leben zog, hatte ihm offenbar keine andere Wahl gelassen. Rund 6o Romane hat er hinterlassen, Das Vermächtnis der Eszter schrieb er 1939.

Dicht, immer die Zügel in der Hand und faszinierend konsequent, wird die Geschichte der Begegnung von Eszter und Lajos erzählt, der nach 20 Jahren zurückkehrt. Lajos, die alles bestimmende Liebe in Eszters Leben, Lajos, der aber nicht sie, sondern letztlich ihre Schwester Vilma heiratete, Lajos, der sie mit Verführung, Geschick und subtilstem Betrug um alles in ihrem Leben brachte. Und doch: auch in der Stunde der Abrechnung, allen guten Vorsätzen zum Trotz, ist er für Eszter "der einzige Mensch..., den ich geliebt habe".

Ausgebeutet, betrogen, um Hab und Gut gebracht und doch voller Zuneigung für einen Mann, der ein "Charakterlump" und "Schaumschläger" ist, mit einem "unkontrollierten Zwang zum Schwindeln" und ein "Genie der Lüge", durchschaut ihn Eszter "vom ersten Augenblick an".

Der Roman umfasst die wenigen Stunden ihrer Begegnung, zeichnet die Gefühlswelten beider Hauptfiguren derart eindringlich und Verständnis erweckend, dass es schwer fällt, ja, fast unmöglich ist, Partei zu ergreifen. Vielmehr ist man gefangen in einem feinen Gespinst aus Hoffnungen, Erwartungen, aus Lügen und Betrügereien, da wird niemand verurteilt, niemand verteufelt und es bleibt nur die Frage, was Liebe alles erduldet, was Liebe verschmerzt und entschuldigt. Und diese Frage hallt lange nach.

Sandor Marai wurde in Deutschland mit seinem Roman Die Glut, der in ganz ähnlicher Dichte geschrieben ist, berühmt und erfolgreich. Das Vermächtnis der Eszter wird diesen Erfolg sicherlich untermauern. --Barbara Wegmann

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Was eine Liebe wert ist      5 von 5 Punkten
Es ist zwanzig Jahre her, dass Lajos Eszters Familie durcheinanderbrachte. Als Freund von Eszters Bruder Laci faszinierte Lajos nach und nach alle Mitglieder der Familie. Er brachte sie zu allem, was vorher in den steifen grauen Rahmen ihres Alltags nicht hineinpasste, angefangen vom Lesen moderner Literatur über angeregte Gespräche bis zu fröhlichen Festen. Nichts weltbewegendes, was Lajos inszenierte, aber Eszters Eltern und Geschwistern genügte es, um sich lebendig zu fühlen.
Allerdings: Lajos war teuer. Seine Gesellschaft, sein Charme und seine Gaukeleien kosteten die Familie ein Vermögen. Man lieh ihm Geld, das nie zurückgefordert wurde, man ließ sich bestehlen, man stellte Wechsel aus, die platzten.
Eszter verliebte sich, Lajos anscheinend auch, aber dann heiratete er ihre Schwester Vilma - warum, das fragt sich Eszter seit 20 Jahren. Seitdem hat sie ihre Liebe in sich eingeschlossen und hütet sie, und jetzt hat Lajos sein Kommen angekündigt, im Gepäck drei 20 Jahre alte Briefe an Eszter, die sie jedoch nie erhalten hat.
Lajos als Betrüger zu bezeichnen und Eszter als bedauernswertes Opfer zu sehen, wird beiden nicht gerecht. Er ist zweifellos ein windiger Charakter ohne Verantwortungsgefühl, egozentrisch und ehrvergessen, andererseits hat er dies nie versteckt oder die Maske des ehrbaren Bürgers über das Gesicht des Windhundes gezogen. Eszter kennt ihn genau, und aus diesem Grund kann man bei ihr nicht von blinder Liebe sprechen. Die Frage, warum diese Liebe dennoch eine solche Macht hat, dass sie Eszters Leben bis heute geprägt hat, stellt sich ihr nicht; sie hat sie quasi als Faktum ihres Lebens akzeptiert.
Das, was letzten Endes bei der Begegnung geschieht, ist - ganz gleich, ob man es als Leser versteht oder nicht - nur der logische Abschluss dessen, was zwanzig Jahre zuvor grundgelegt wurde.


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Der Vulkan: Roman unter Emigranten - Klaus MannDer Vulkan: Roman unter Emigranten
Klaus Mann

Taschenbuch, November 2006
     Verkaufsrang: 172523      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eine literarische Chronik der antifaschistischen Emigration, ein einzigartiges Panorama von Exil-Schicksalen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Spannend, bestürzend, rührend      5 von 5 Punkten
Der Vulkan von Klaus Mann erzählt vom Schicksal sehr unterschiedlicher deutscher Emigranten auf eine sehr persönliche, unmittelbare Weise, dass man als Leser sich nicht distanziert verhalten kann. Es ist ein fast schauerliches Auf und Ab der Gefühle beim Lesen. Entsetzen, Angst, stellenweise wieder Hoffnung, Mitleid, Bestürzung, Mitleid. Und selbst in den dunkelsten Passagen kann man nicht aufhören zu lesen, auch wenn man sich nur noch schlecht und fertig fühlt, so groß ist die Spannung, die in der Geschichte aufgebaut wird. Das ist erstaunlich, da man die wahre Geschichte kennt und weiß, dass der Vulkan ausbrechen wird. - Das Buch erschien im Jahre 1939 und wurde kaum beachtet auf Grund des Ausbruchs des 2. Weltkriegs. Trotzdem hielt Klaus diesen Roman für seinen Besten (ich auch!) und erhielt endlich die lang ersehnte Anerkennung von seinem Vater: "Ein Buch, dessen die deutsche Emigration sich auch unter dem Gesichtspunkt der Würde, der Kraft und des Kampfes nicht zu schämen hat, sondern zu dem sie sich, wenn sie nicht neidisch ist, froh und dankbar bekennen kann." Wer Klaus Mann wirklich schätzen will, sollte unbedingt diesen Roman lesen. Er gefällt mir noch besser als Mephisto und ich finde, dass letzteres Buch zu unrecht bekannter ist. Der Vulkan zeigt das Leben in all seiner Schmerzlichkeit und Tiefe - davon ist auch jeder heutige Leser noch betroffen.


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Sämtliche Werke - Franz KafkaSämtliche Werke
Franz Kafka

Broschiert, Mai 2008
     Verkaufsrang: 102625      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 25,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein Jugendlicher, der sich in einem hyperrealistisch-phantastischen "Amerika" durchschlagen muß; ein Bankangestellter, der sich in einen unerbittlichen "Prozeß" verwickeln läßt; ein Landvermesser, der auf seinem Weg ins Schloß nicht nur im Schnee einer magischen Landschaft steckenbleibt: In seinen Romanen genauso wie in seinen Erzählungen und Aphorismen, die hier neben unbekannteren Texten komplett abgedruckt werden, hat Franz Kafka die Physiognomie des 20. Jahrhunderts entworfen.
So kompakt wie in diesem Buch wurde Kafkas Welt noch nie präsentiert: Von der "Beschreibung eines Kampfes" über das "Urteil", die "Verwandlung" und den "Brief an den Vater" bis zu den Erzählungen des "Hungerkünstler"-Bandes enthält dieses Buch das Gesamtwerk eines Autors, der die literarische Moderne geprägt hat wie kein anderer.




Jahrestage: Aus dem Leben von Gesine Cresspahl - Uwe JohnsonJahrestage: Aus dem Leben von Gesine Cresspahl
Uwe Johnson

Taschenbuch, November 2000
     Verkaufsrang: 106338      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Johnson-Forschung befindet sich seit jeher in einem Dilemma: Kaum ein Schriftsteller muss so hart darum kämpfen, dass seine fiktionale Prosa nicht gleichsam durch die ihr immanente Faktizität erdrückt wird. Eifrige Indiziensucher spüren Orte und Namen in Mecklenburg auf, wandeln auf den Spuren der Protagonistin Gesine Cresspahl durch New York, recherchieren in den Archiven alte Ausgaben der New York Times -- alles vor dem Hintergrund, Nachweisbares darzulegen. Hinzu kommt, dass dieser Ansatz von Johnson selbst in seinen Poetik-Vorlesungen thematisiert wird, habe er doch aus seinem Studium der deutschen Literatur "eine Vorliebe für das Konkrete, eine geradezu parteiische Aufmerksamkeit für das, was man vorzeigen, nachweisen, erzählen kann", mitgenommen. Vor diesem Hintergrund mag es kaum verwundern, dass sich die gebundene Ausgabe von 1983 eines Adressbuches erfreut und der jüngst erschienene Kommentar von Holger Helbig über 1.100 Seiten umfasst, die alles zu dokumentieren suchen. So wichtig diese Ansätze auch sein mögen, hier entsteht eine Gefahr, Johnson als Regionalschriftsteller (mit Augenmerk auf interkontinentale Beziehungen) zu missbrauchen.

Kaum gerecht wird man damit jedoch diesem Werk, das 365 Tage aus dem Leben der Gesine Cresspahl und ihrer Tochter Marie erzählt. Doch diese Aufzeichnungen vom 21. August 1967 bis zum 20. August 1968 brauchen mehr an Raum und Zeit: Es geht hier um deutsche Geschichte, um nazideutsche, westdeutsche, ostdeutsche und amerikanische Geschichte. Um zeitgeschichtliche Ereignisse, die ihrerseits in der New York Times berichtet werden -- also ohnehin schon vorgegeben sind. Doch hinter diesem Lauf der deutschen und der amerikanischen, der Weltgeschichte, verbergen sich Einzelschicksale, die das Personal des Romans darstellen. Es geht um die Interaktion dieser Subjekte mit dem Verlauf der Zeitgeschichte, deren Determiniertheit durch den sozialen Kontext, in dem sie sich befinden, dargelegt wird. Diese äußere Determination freilich kann nicht ohne Auswirkungen auf formale und strukturelle Merkmale dieses Romans bleiben: So liest man eine Art Berichterstattung, gleichsam eine Geschichtsschreibung, die sich der Auswertung von Dokumenten, von Quellen verpflichtet hat. Diese auktoriale Erzählsituation steht antithetisch zu der subjektorientierten, die die Romanpersonen kennzeichnet.

Hieraus ergibt sich etwas Bedeutendes: Genau wie die fiktiven Romanfiguren an die realen Gegebenheiten der Zeitgeschichte unausweichlich gebunden sind, ist auch der Erzähler dieser Situation (formal) ausgeliefert, er befindet sich in einer analogen Situation. Das verschafft der Lektüre einen doppelten Boden, der sich erhebt über eine Ebene der Prüfbarkeit von Faktizität. --Kristina Nenninger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Nachbeben      5 von 5 Punkten
Als die Jahrestage in vier Bänden nacheinander erschienen, war man sich der Kraftanstrengung dieses Autors kaum bewußt, man war vielmehr fasziniert davon, wie er die Erinnerungen der Gesine Cressphal mühelos mit dem Weltgeschehen der späten Sechziger Jahre verküpfte und sich dabei des Kunstgriffs der New York Times bediente. Was nun wie ein monumentales Werk dasteht, war ein in sich äußerst fragiles Unternehmen, das den Autor an sich band. Selten wurde ein Teil der deutschen Geschichte so kunstvoll von leichter Hand erzählt.

Die Jahrestage stehen in der Tradition der großen Erzähler wie Zola oder auch einem Tolstoi. Ein zerrisenes Panorama. Uwe Johnson hat seiner Heimat damit einen literarischen Ort erschrieben, zu dem seine Leser immer wieder zurückfinden, und in Gesine Cressphal und ihrer Tochter Marie, zwei Menschen geschaffen, die für vieles stehen, was Deutschland am Ende des 20. Jahrhunderts nach den Verbrechen der Nazis ausmacht und uns über die Zeiten an unsere Geschichte bindet. Wie Politik in unser aller Leben seinen Platz einnimmt, es mitbestimmt, selbst wenn wir von Politik nichts wissen wollen, davon erzählen die Jahrestage und werfen einen Blick auf die bleierne Zeit danach.


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Kommentierte Werkausgabe. Romane und Erzählungen: Der Tod des Vergil - Hermann BrochKommentierte Werkausgabe. Romane und Erzählungen: Der Tod des Vergil
Hermann Broch

Taschenbuch, Januar 1995
     Verkaufsrang: 63091      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der erste Teil (Wasser - Die Ankuft) beschreibt die Rückkehr des todkranken Dichters Vergilius Publius Maro mit der kaiserlichen Flotte des Augustus in Brundisium. In Kontrast zum sonst entrückten Dasein des Künstlers führt der Weg durch die Elendsviertel am Hafen und die sich in >>Massentiere<< verwandelnden Menschen hinauf in den Palast. Die Sänfte begleitet ein Knabe, der, später nur für Vergil sichtbar, als Lysanias (der Leidenlösende) eine messianische Botschaft veranschaulicht. In der darauf folgenden letzten Nacht (Feuer - Der Abstieg) bezweifelt Vergil den Zweck seines Lebens und verdammt seine dem >>Scheinweg<< der Schönheit verpflichtete Dichtung. Die >>Äneis<<, sein Hauptwerk, zu verbrennen ist seine zwischen Fieberfantasien geäusserte Absicht. Im Gespräch mit den Freunden Plotius Tucca, Lucius Varius und Cäsar (Erde - Die Erwartung) erkennt Vergil, obwohl nicht von der religiös-moralischen Sendung seines Werks überzeugt, die das Ethische begründende >>Erkenntnistat<< des Dichtens an und überlässt seine Schriften der Nachwelt. Der letzte Teil (Äther - die Heimkehr) zeigt einen dem Tod zustrebenden Dichter: Vor dem beobachtenden >>Auge<< kehrt die Schöpfung an ihren Ursprung zurück, mischt sich Wirkliches mit Mythologischem, Sinnbildern und Assoziationen, die von der Erinnerung an die einstige Geliebte Plotia beeinflusst sind.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Ernstes Gedankenspiel      4 von 5 Punkten
Dieses Werk eine Romandichtubg zu nennen, beschreibt Inhalt und Form eigentlich sehr gut. Denn anders als herkömmliche Romane ist dieser wirklich verdichtwet.
Der Inhalt ist relativ einfach: Geschildert werden die letzten Stunden im Leben des Vergils, der Kaiser Augustus zur Geburtstagsfeier in dessen Heimatort begleitet. Dort liegt er in seinem Zimmer und wird von Visionen und Ängsten geplagt, die ihn zu der Überzeugung bringen, die Aeneis nicht zu vollenden, sondern zu verbrennen, da er für die Kunst keine Daseinsberechtigung mehr sieht. Diese Auffassung übersteht das Gespräch mit seinen besten Freunden, nicht jedoch jenes mit Augustus, seinem größten Gönner. Am Ende schlummert Vergil in seinen Tod und begibt sich auf eine Reise in ein traum-haft geschildertes Jenseits.
Innerhalb dieses Handlungsrahmens verfolgt der Leser die Gedanken, Gefühle und Halluzinationen des Dichters in seinem Todesfieber. Dabei arbeitet Broch einen Sprachfluss heraus, der seinesgleichen sucht. In zahlreichen Wiederhohlungen, antithetischen Partizipkonstruktionen und unendlich langen Sätzen bildet sich ein Bewusstseinsstrom heraus, den der Leser nicht immer wirklich verfolgen, aber umso mehr in ihn eintauchen kann; die überaus intime Begegnung mit einem Sterbenden ist eine fesselnde Stärke des Buches.
Auch thematisch weiß es zu überzeugen: Die Diskussion Vergils, er müsse sein Werk verbrennen, fußt auf einer Begegnung mit den ärmsten Menschen in der Stadt, die ihn verfluchen, den todkranken Krüppel in seiner goldenen Sänfte. So erhält auch eine sozialkritische Komponente Einzug und wird sehr persönlich behandelt. Doch den Großteil bildet eigentlich der Versuch Vergils, oder auch seines Unterbewusstseins, sich selbst zu erkennen und zu dem Höchsten hinaufzustreben; das klingt etwas platt, doch scheint es in der Sprache Brochs als die letzte Konsequenz eines sterbenden Lebens; die Aufnahme in die All-Einheit. Dass er sich dabei seines Lebens bewusst wird, indem er die beiden wichtigsten Menschen (seine Geliebte und seinen Geliebten) heraufbeschwört und diese beiden den Kampf in seinem Innern nach draußen transportieren, ihn sichtbar machen, ist ein wunderbarer Schachzug des Autors, denn so zeigt er, dass es nicht auf die Ereignisse an sich ankommt, sondern auf die Gefühle und Empfindungen, die wir sich v. a. auf unsere Mitmenschen beziehen.
Und so ist diese Dichtung eine Gefühlsdichtung, die man zwar an den Stilmitteln auseinanderreßen kann, was ihrem Zauber jedoch nichts abgewinnt; schließlich liest man um zu lesen, nicht um zu analysieren. Schade nur, dass man diesem Strom nicht vollständig folgen kann, denn ein Abdriften ist schon allein wegen der eigenen Gedanken unvermeidlich.

Nicht bereut      4 von 5 Punkten
Vergil, - mein alter Lateinlehrer schwärmte von ihm; sein Frühwerk, die "Bucolica" muss man (meinte er!) gelesen haben. Was ich jedoch aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzen mußte, stinkte mir: Vergil, für den die pax romana (=die Augusteische Ordnung) der Gipfel in der Geschichte Roms bedeutete, nein danke! Ich las nie die "Bucolica". Und Hermann Broch? Lange Zeit blieb er mir unbekannt, dann kam ich durch einen Zufall dazu, "Der Tod des Vergil" zu bestellen, zu lesen. Auf Seite 19 legte ich das Buch weg, 14 Tage später las ich doch noch weiter, entschloss mich, das Lesen als eine Art Arbeit anzunehmen, kämpfte mich bis zur Seite 104 durch und plötzlich wurde das Buch mit seinen vielen interessanten Personentypen so lebendig wie kaum ein anderes. Am Ende dann: Nicht bereut, sowohl den "anderen" Vergil als auch Hermann Broch kennen gelernt zu haben.


Ansichten eines Clowns. SPIEGEL-Edition Band 34 - Heinrich BöllAnsichten eines Clowns. SPIEGEL-Edition Band 34
Heinrich Böll

Gebundene Ausgabe, 26. März 2007
     Verkaufsrang: 40984     

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"Ich bin ein Clown, im Augenblick besser als mein Ruf."
Hans Schnier, einst ein gefragter Pantomime und Spaßmacher, sitzt, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, zum Bettler degradiert auf den Stufen des Bonner Bahnhofs.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

Grossartig!!!      5 von 5 Punkten
Immer wenn mich bislang jemand fragte, was denn meine Lieblingsbücher seihen, nannte ich 'Wahlverwandtschaften' von Goethe als mein absolutes Lieblingsbuch und einige andere, die ich auch ganz gut fand. Von nun an jedoch, werden ich zwei Bücher als meine absoluten Lieblingsbücher nennen!
Ich fand dieses Buch hervorragend und habe es über ein Wochenende regelrecht verschlungen! Die Geschichte zieht den Leser vom ersten Kapitel in seinen Bann. Tragisch und teilweise komisch zugleich, derart wunderschön und ergreifend geschrieben, dass man sich dem Schicksal von Hans Schnier nicht mehr entziehen kann.
Es war mein erstes Buch das ich von Heinrich Böll gelesen habe, doch werden sicherlich noch einige folgen (eigentlich sollten sie bereits per Post zu mir unterwegs sein).
Ich habe jede Seite dieses Buches in grössten Zügen genossen und war traurig, als es schliesslich zu Ende war; und dies nicht nur wegen des rührenden Schlussbildes, welches mir einen kleinen Kloss in den Hals zauberte...
Ich werde das Buch sicher irgendwann noch einmal lesen, oder auch zweimal, wer weiss. Jedenfalls kann ich das Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen! Einfach rundum grossartige Literatur!


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Mit der Reife wird man immer jünger. Romane des Jahrhunderts: Über das Alter - Hermann HesseMit der Reife wird man immer jünger. Romane des Jahrhunderts: Über das Alter
Hermann Hesse

Taschenbuch, März 2002

Verkaufsrang: 147797
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00
(versandkostenfrei nach D, CH und A, ,
 Versandbedingungen s.o.)
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