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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Das Schloß Franz Kafka Broschiert, Dezember 2006 Verkaufsrang: 216072 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Schloß, Kafkas letzter großer Roman, erzählt von K., der vom Grafen eines ländlich gelegenen Schlosses als Landvermesser beauftragt wird. Doch K.s Versuche, ins Schloß zu gelangen, scheitern ebenso wie sein Bemühen, im Dorf seinen Platz zu finden; und sein Kampf gegen die allgegenwärtige, anonyme und undurchdringliche Bürokratie der Schloßverwaltung endet für ihn in einem Dickicht aus Geheimnissen und Erniedrigungen.
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Amras. Sonderausgabe Thomas Bernhard Taschenbuch, Mai 2003 Verkaufsrang: 99550 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Ich habe Gambetti fünf Bücher gegeben, von welchen ich überzeugt gewesen bin, daß sie ihm für die nächsten Wochen nützlich und notwendig sein werden, und ihm aufgetragen, diese fünf Bücher auf das aufmerksamste und mit der in seinem Falle gebotenen Langsamkeit zu studieren: Siebenkäs von Jean Paul, Der Prozeß von Franz Kafka, Amras von Thomas Bernhard, Die Portugiesin von Musil, Esch oder Die Anarchie von Broch...« (Thomas Bernhard, Auslöschung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Das Augsburger Messer... 5 von 5 Punkten Thomas Bernhard ist eine Konstante im öffentlichen Diskurs und wird dabei allgemein auf wenige Begriffe reduziert, vor allem „Österreichbeschimpfung" und „Übertreibung". Das Fernsehen zeigt zu den passenden Anlässen hauptsächlich Ausschnitte aus Theaterstücken und dem Aufruhr vor der Heldenplatzuraufführung. Um, abseits der allgemeinen Kenntnisnahme eines anscheinend einzigartigen Talents, den außergewöhnlichen, tiefen Schriftsteller zu entdecken, seine wahre Bedeutung zu erkennen, kommt man (natürlich) um die Lektüre seiner Bücher nicht umher. Der für mich herausragendste Beweis von Bernhards ungemeiner Kunst ist „Amras". Eine Besonderheit liegt in allen seinen Werken, im Gegensatz zu den übrigen Texten kann ich diesen aber nur schwer sachlich erfassen, weiß nicht, wie ich die ungeheure Wirkung wiedergeben soll. Die Lektüre hat mich erfasst, mich lange nicht mehr losgelassen und deshalb ist es „Amras" meine und auch Bernhards eigene (siehe "Auslöschung")Empfehlung.
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Zeit der Reife Jean-Paul Sartre Taschenbuch, Januar 1986 Verkaufsrang: 98617 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Was ist Freiheit? 5 von 5 Punkten Im Zentrum dieses Romans steht Mathieu Delarue, Mitdreißiger, Philosophielehrer, Existenzialist er versucht nach seiner philosophischen Einstellung, seinen Prinzipien zu leben. Oberstes Prinzip ist die Freiheit und alleinige Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst.
Mathieus Selbstbild gerät massiv ins Wanken, nachdem er erfährt, dass seine Geliebte schwanger ist. Er beginnt über sich selbst zu reflektieren und fragt sich was aus seinen Idealen geworden ist. Ist er wirklich frei, oder einfach nur zu feige und zu bequem sich zu etwas zu entscheiden. Ihm gegenüber steht sein ehemalig bester Freund, der sich entschieden hat, nämlich für die kommunistische Partei. Man kommt immer näher der Überzeugung, dass die Freiheit Mathieus eine Illusion, Selbstbetrug ist.
Neben Mathieu finden im Roman noch einige seiner Freunde viel Raum, nicht minder interessante Charaktere. Allen voran Boris, ehemaliger Schüler von Marthieu, der ihn bewundert und in ihm ein Vorbild sieht, der es aber nicht ertragen kann, älter zu werden. Und dann Daniel, ehemaliger Schulkollege Mathieus, dem dessen Prinzipien verhasst sind, der letztlich aber wohl freier ist, als Mathieu selbst.
Ich sucht Ich 3 von 5 Punkten Diesen Roman kann man nur aus seiner Zeit heraus lesen. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Begriff der Freiheit etwas Absolutes, der Griff nach den Sternen. Die Lösung überhaupt. Wer wollte sich schon freiwillig noch einmal Ketten anlegen lassen? Die bürgerliche Existenz einer Ehe droht als Hort der Unfreiheit, wenn eine Geliebte ein Kind erwartet.
Sartres Mathieu Delarue flüchtet in die Arme einer anderen Frau, überläßt dem Freund die werdende Mutter. Wie aber sieht seine wiedererlangte Freiheit aus, sie ähnelt sehr der Enthaltsamkeit, Askese. Aus Angst vor zu viel Beziehung geht man besser gar keine ein. Verantwortung zu tragen als Drohung, unter ihr zusammenzubrechen. Als kleinbürgerliche Spielwiese. Dann doch lieber der eigenen Philosophie des Existenzialismus folgen, das Leben als endlich, in Sein und Nichts aufgespalten sehen und das Nichts als das Ausschlaggebende betrachten, das jedem Menschen am Ende seines Weges bleibt.
Wir verschwinden einfach. Tabula rasa. Warum Rücksicht nehmen? Warum sich nicht Selbstverwirklichen? Delarue plädiert sein Anrecht darauf, sich einsam fühlen zu wollen und unbehelligt von uns allen sein Ego zu pflegen. Wie Sartre ihn beschreibt, ist es ein faszinierendes Dokument eines Schriftstellers, der seiner Zeit Orientierung bietet, obwohl um ihn herum alles zusammengefallen ist. Heute wirkt der ganze Roman doch etwas egoman. Ein wenig angestaubt.
lebendiger Existentialismus 5 von 5 Punkten Ein wundervolles Buch, in dem die Kernthesen des Existentialismus in die Praxis übertragen werden und bei dem sich in vielerlei Hinsicht Aspekte der Figuren auf das eigene Leben projezieren lassen...die Existenz, die Freiheit, die Anderen...
Die bohemische und skurile Lebensweise der pariser Künstlerszene in der unmittelbare Vorkriegszeit übt ebenfalls eine einzigarte Faszination aus, die Sartre sehr gelungen auszudrücken versteht.
Die Figuren an sich sind einerseits vielschichtig, auf der anderen Seite jedoch auch gewisserweise undurchschaubar. Die unvorhersehrbaren Situationen und überraschenden Wendungen, in die sie geraten, und die Entscheidungen, die sie treffen müssen, ob sie nun positive, negative oder überhaupt Folgen haben, lassen den Existentialismus regelrecht zum Leben erwecken.
Ein äußerst gelungenes Werk.
Referenzwerk 5 von 5 Punkten "Zeit der Reife" ist einer der leider nur sehr raren Glücksfälle der Literatur, in denen es dem Autor gelingt, existenzielle Fragen des Menschseins mit einer interessant zu lesenden Handlung zu verknüpfen.
Wer auf Grund des Autors eine theortische Abhandlung über den Existenzialismus befürchtet wird sich bei der Lektüre dieses Buches auf das Angenehmste überrascht sehen.
Wenn man sich für Jean-Paul Satre interessiert, ist dieses Buch für den Einstieg sicherlich das Geeignetste.
lebendig und analytisch 5 von 5 Punkten In diesem phänomenalen Werk befasst sich Sarte insbesondere mit der Entscheidung als Weg zur Freiheit. Seine Romanfiguren verkörpen seine Kernthese: " Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt " Mit analytischem Verstand umschreibt er die Fähigkeit der Romanfiguren Entscheidungen zu treffen und die damit verbundenen Ängste, Qualen und Befürchtungen. Ein lesenswertes Buch für alle, und ein Muss für Liebhaber der Existenzphilosophie.
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Cheops Nagib Machfus Broschiert, Januar 2007 Verkaufsrang: 219097 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Pharao Cheops ist der mächtigste Mann in ganz Ägypten. Die große Pyramide, an der seit zehn Jahren gebaut wird, soll seine Herrschaft im Reich der Toten fortsetzen. Bis die Prophezeiung eines berühmtem Wahrsagers seine Allmacht erschüttert: Der Zauberer gibt nämlich nicht wie erwartet einige amüsante Geschichten zum Besten, sondern weissagt, dass ein an diesem Tag im Hause des Hohen Priesters geborenes Kind den Thron übernehmen wird. Cheops setzt alles daran, das Kind aufzuspüren, und er wagt es, die Götter herauszufordern. Nagib Machfus legt diesem historischen Roman eine der ältesten ägyptischen Überlieferungen zu Grunde, den"Papyrus Westcar", der sich heute in Berlin befindet."Ich bin ein Sohn zweier Zivilisationen, die sich zu einem fruchtbaren Bund vereint haben. Die eine ist die etwa 7000 Jahre alte Pharaonenzeit und die andere die islamische Zivilisation."Nagib Machfus in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Eine schöne Geschichte. 4 von 5 Punkten Cheops lässt zur Unterhaltung Dedi kommen, einen Wahrsager der weithin berühmt ist, da er nicht nur Menschen und Tieren seinen Willen aufzwingen, sondern auch trefflich in die Zukunft sehen kann. Nachdem der alte Mann seine Fähigkeit an dem Heerführer unter Beweis gestellt hat, möchte Cheops, dass er ihm sagt, welcher seiner Söhne ihm auf dem Horusthron nachfolgen wird. Nach einem Augenblick wird Dedi jedoch kreideweiß und muss eine unliebsame Botschaft an den Mann bringen. Keiner der Söhne des Pharaos wird nach ihm herrschen, der Sohn des Hohenpriesters aus dem Tempel des Re, welcher just in diesem Moment geboren wurde, wird der neue Pharao. Doch Cheops denkt nicht daran das so einfach zuzulassen und macht sich auf den Weg zum Tempel des Re...
Als Historischen Roman kann man dieses Buch von Nagib Machfus ziemlich vergessen. Er schreibt es zwar in Anlehnung zu einer Geschichte aus dem Papyrus Westcar und hat somit durchaus einen historischen Bezug, jedoch beruht der nicht auf historischen Tatsachen, sondern auch nur auf einer überlieferten Geschichte, die Herr Machfus gut ausschmückt und recht philosophisch ge- und beschrieben hat. Jedoch hat er sich nicht die Mühe gemacht, das damalige Zeitbild genauer zu recherchieren, so reiten und fahren die Leute hier fleißig durch die Gegend, obwohl es damals noch lange keine Pferde in Ägypten gab und auch die tatsächlichen familiären Verhältnisse von Cheops, die ja zumindest zum Teil überliefert sind, übergeht er hier auch häufiger.
In Hinsicht auf die Authentizität hätte ich von dem einzigen arabischen Nobelpreisträger tatsächlich wesentlich mehr erwartet, doch das Nachwort von Raymond Stock klärte mich dann endlich auf, dass es bei diesem Roman weitaus weniger um Authentizität ging, als um die philosophischen Betrachtungen und den Bezug zur aktuellen arabischen Kultur von 1939. Dies erfolgte hübsch verpackt in diesem Roman über Cheops, da man damals keine zeitgenössische, kritische Literatur schreiben durfte.
Das lässt diesen Roman dann doch noch in einem ganz anderen Licht erscheinen, nur kenne ich mich in der Geschichte von Ägypten um 1939 leider nicht aus und daran änderte die kurze Biografie des Autors am Ende des Buches auch nicht mehr genug. Parallelen die da sein mögen, kann ich natürlich so nicht finden.
Somit kann ich nur sagen, dass ich das Buch aufgrund einiger guter philosophischer Betrachtungen ganz reizvoll fand aber im Ganzen da ich einen echten historischen Roman erwartete nicht überzeugt war. Eigentlich hätte ich nur 3 Sterne vergeben, aber da meine Betrachtungsweise für diesen Roman schon grundsätzlich verkehrt war, gebe ich 4 Sterne, in der Hoffnung, dass es wirklich gute Parallelen zu der Zeit um 1939 enthielt. Ich gehe einfach mal davon aus, dass jemand, der sich wirklich für Ägypten am Anfang des letzten Jahrhunderts interessiert, weit mehr von dem Buch halten wird als ich.
Märchenhafter Roman mit Überraschungen 5 von 5 Punkten In diesem historischen Roman, der ja schon 1939 von Machfus geschrieben wurde, taucht man ab in die Welt des pharaonischen Ägyptens. Die Handlung beruht zudem auf dem sogenannten »Papyrus Westcar«. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine gedankliche Reise ins Reich der Pyramiden zu jener Zeit als der mächtige Cheops über Ägypten herrschte. Cheops wird seiner Langeweile überdrüssig und sucht nach Abwechslung und so prophezeit ihm bald darauf ein Zauberer Unvorstellbares: ein Kind eines Priesters soll Pharaos Nachfolger werden. Die Suche nach dem Neugeborenen läßt nicht auf sich warten... doch das Schicksal bestimmt den Lauf der Dinge und somit beginnt der kometenhafte Aufstieg eines anderen jungen Lebens, namens Dadaf. Obwohl der Leser quasi von Anfang an weiß, dass jener Dadaf einst Pharao von Ägypten sein wird, ist diese Geschichte - mit Unterbrechungen - spannend bis zum letzten Satz. Eigentlich auch eine klassische Begebenheit, wobei das Gute über das Böse siegt, in der sich der Leser eingebunden fühlt. Liebevoll erzählt mit bildreicher Sprache versehen und alles in allem sehr klar; besonders gefallen hat mir der facettenreiche Schreibstil, was sicherlich auch der Übersetzerin zu verdanken ist. Der Autor verläßt zwar hier und da die historische Genauigkeit des Alten Ägyptens was aber überhaupt nicht als störend empfunden wird, da im Vordergrund vielmehr die Personen und deren individuellen Handlungen stehen. – Fazit: ein Muss für alle Ägyptenliebhaber, die gerne Romane lesen. |
Deutschstunde Siegfried Lenz Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 228070 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Siggi Jepsen hat einen Deutschaufsatz über "Die Freuden der Pflicht" zu schreiben. Ein Thema, das ihn zwangsläufig an seinen Vater denken läßt, einen Dorfpolizisten, der eines Tages einen hochpolitischen Auftrag erhält...."Ein Meisterwerk, dessen Ernst voller Trauer ist - wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat." (Werner Weber)Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
Vater und Sohn 5 von 5 Punkten In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein Vater ist Ausdruck dieses Pflichtgefühls schlechthin, in dem er das Malverbot für einen expressionistischen Maler überwacht. Wie die Nationalsozialisten ein Land abseits ihrer Parteigänger hat überwachen können, wird in dieser eindringlichen Geschichte geschildert. Die Menschen funktionieren über Freundschaftsgrenzen hinweg, fühlen sich berufen, Anordnungen durchzusetzen, zu gehorchen. Doch Siegfried Lenz erschafft auch ein Stück Widerstand in der Figur des Jungen, der sich dem Vater in seiner blinden Pflichterfüllung widersetzt, indem er dem Maler hilft, seine Bilder zu verstecken. Dass Verblendung häufig in Starrsinn übergeht, zeigt Lenz in dem Verhalten des Vaters nach dem Krieg, indem er keinen Zweifel zulässt, weiterhin glaubt, seine Pflicht erfüllen zu müssen, indem er die versteckten Bilder in Brand setzt. Siegfried Lenz ist mit der Deutschstunde sowohl gelungen, seine Leser einen Einblick in den nationalsozialistischen Alltag zu geben, als auch die Frage aufzuwerfen, wie hätte man selbst reagiert, neigt man nicht selber dazu, sich hinter dem aufgetragenen Notwendigen zu verstecken. Dass ausgerechnet Siggi Jepsen, der zu helfen versucht hat, in der Besserungsanstalt landet, ist an Hohn kaum zu überbieten. Siegfried Lenz kennt sein Land, die Menschen darin. Ihnen beim Leben zuzusehen, kann manchmal erschrecken. Nach dem Fall des Dritten Reiches haben viele behauptet, sie hätten nichts von Gräueln gewusst. Sie hätten nur Befehle ausgeführt. Wie ein solches Leben im Kleinen, in der Nachstellung, in der Unterdrückung aussieht, das alles formt der Autor zu einer mitreißenden Geschichte.
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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1-7: Unterwegs zu Swann. Im Schatten junger mädchenblüte. Guermantes. Sodom und Gomorrha. Die Gefangene. Die Flüchtige. Die wiedergefundene Zeit: 7 Bde Marcel Proust Broschiert, November 2004 Verkaufsrang: 29907 Erstmals liegt nun die siebenbndige 'Frankfurter Ausgabe' mit Kommentar auch im Taschenbuch vor. Sie fuát auf der bersetzung von Eva Rechel-Mertens, die von Luzius Keller und Sibylla Laemmel revidiert wurde und dadurch Facetten zum Vorschein bringt, die einen unbekannten und unerhrten Proust offenbaren. Der Kommentar erklrt Anspielungen und Zitate, weist auf wichtige Erzhlstrukturen hin und zeigt das Zusammenspiel der einzelnen Teile, Themen und Stilnuancen auf. Ein Resmee faát den Roman zusammen und erleichtert das Auffinden einzelner Passagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein Jahrhundertroman 5 von 5 Punkten Das Leben ist zu kurz und Proust zu lang, schrieb Anatole France 1913 bei der Veröffentlichung des ersten Bandes von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit zu einem Zeitpunkt also, als die restlichen sechs Bände noch gar nicht erschienen waren. Niemand, nicht einmal der Autor selbst, ahnte damals, was die quälend lange Suche nach dem Sinn und Wesen der Kunst letzten Endes hervorbringen würde. Nämlich ein literarisches Universum, das nahezu alle philosophischen und psychologischen Fragen seiner Zeit behandelte oder vorwegnahm. Im Roman geht es um die Subjektivität der Wirklichkeitserfahrung, die Macht des Unbewussten, um Liebe, Eifersucht, Krankheit, Krieg, Homosexualität, Päderastie, Vergänglichkeit und Tod oder auch nur um die kreative Potenz eines Sandtörtchens. Kaum ein anderer Autor hat mit solcher Besessenheit und Detailtreue sämtliche Winkel der menschlichen Existenz ausgeleuchtet. Das führt zu Längen, bei denen einem schon mal die Luft ausgehen kann. Doch ein Versuch, in Prousts Universum einzutauchen, lohnt sich und ist garantiert keine verlorene Zeit.
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Der Geist der Mirabelle: Geschichten aus Bollerup Siegfried Lenz Taschenbuch, Januar 1979 Verkaufsrang: 214075 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Um sich gelegentlich voneinander zu unterscheiden, haben sich die Einwohner Zusatznamen gegeben: die Kneifzange zum Beispiel, der Schinken-Peter, der Dorsch oder die Schildkröte. Man sieht, Bollerup hat seine Eigenheiten. Zu ihnen gehört zweifellos auch der selbstgebraute Mirabellengeist. Er produziert seltsame, krummwüchsige Gedanken, aber auch erstaunliche Einfälle, er prägt sogar Charaktere. Und von ihnen erzählt Siegfried Lenz in diesen zwölf Geschichten und knüpft damit an seine berühmten Erzählungen aus Suleyken an.
"Hier kann nur der Arzt helfen, wir rufen Doktor Dibbersen." - "Das wird," sagte Jörn, "wenig helfen; wer richtige Beine heilen kann, muß deswegen nicht auch Tischbeine heilen können." "Bein ist Bein," lallte Lars. Geschichten aus Bollerup "Siegfried Lenz schrieb diese Geschichten offenbar in bester Laune, gleichsam bei seelischem Hochdruckwetter. Das überträgt sich bei der Lektüre, die für jede Tages- und...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Der Charme der Ostsee 4 von 5 Punkten Siegfried Lenz beherrscht es, mit subtilem Witz und zarter Ironie Charaktere zu schildern. Es sind unterhaltsame Stories aus jenem Bollerup nicht ohne geistreiche Tiefe. Oft ist es weniger die Geschichte als vielmehr die Erzählsweise, die die Geschichten zu einem Erlebnis macht. Man muß sich sicher zuerst damit anfreunden, eine Spürnase entwickeln. Aber dann wird es einem zum Gewinn. Der Rezensent ist übrigens geneigt, sich durch Bollerup an das im Kreis Schleswig-Flensburg, nördlich von Kiel und südlich von Apenrade/DK an der Ostseeküste gelegene Dorf Dollerup samt seiner maßvoll überzeugenden Busverbindungen, 3x täglich und so von Lenz moniert, erinnert zu fühlen. Dort heißen zwar nicht alle Leute Feddersen, sondern nur ein paar. Aber Lenz dürfte ähnliches vor Augen gehabt haben. Ein Grund mehr, dieses Buch nicht nur lesen, sondern auch besitzen zu wollen, ist jener leicht patriotische Zug, daß ein ins studentische Exil verbannter Angeliter Heimatgefühle bei der Lektüre empfindet.
Sehr ermunternd! 4 von 5 Punkten Lenz schreibt seine Geschichten über das fiktive Dorf Bollerup so amüsant, liebevoll und (nicht zuletzt) ironisch, das man sich im tiefsten Grau der Großstadt einfach dorthinwünschen möchte. Aber beim weiteren Lesen muß man das eigentlich gar nicht mehr, denn die Beschreibungen sind so plastisch, daß man - im Geiste zumindest - bereits ein eigenes Domizil in Bollerup zu haben scheint. Sie können also die ganze holsteinische Küste (an der es liegen soll) auf und abfahren, und Sie werden das kleine Dorf doch nicht finden, wenn Sie sich nicht von diesem Buch verzaubern lassen. |
Siddhartha. Eine indische Dichtung Hermann Hesse Taschenbuch, 13. September 2007 Verkaufsrang: 71622 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Siddhartha, die weltberühmte Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus familiärer und gesellschaftlicher Fremdbestimmung zu einem selbständigen Leben, zeigt, daß Erkenntnis nicht aus Lehren zu vermitteln ist, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. Hermann Hesse erzählt die fiktive Lebensgeschichte Buddhas - Siddhartha ist sein Vorname - und ergründet, "was allen Konfessionen und menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 122 Bewertungen)
In Buchform hätte ich wohl aufgegeben 5 von 5 Punkten Das Mantra-artige Lesen von Ulrich Matthes ist irgendwo zwischen nervtötend und absolut faszinierend. Den ersten Anlauf (zugegeben, in der falschen Umgebung)habe ich gestoppt, der zweite mündete in der Feststellung "auch um ein Hörbuch zu genießen, braucht es den passenden Moment". Und diesen habe ich gefunden.
Da mich Asiens Kultur bisher wenig interessierte, weiß ich nicht, ob ich diesen Text als Buch weitergelesen hätte (als jugendlich-gymnasiale Hesse-Geschädigte), das Hörbuch hat mir ganz anderes Denken und Verhalten nahegebracht.
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Wem die Stunde schlägt Ernest Hemingway Gebundene Ausgabe, Dezember 2006 Verkaufsrang: 153231 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Für mich war Ernest Hemingway (1899-1961) immer ein Mann der kurzen Strecken. Short stories wie Die Killer (1927) oder Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber (1936) sind Meisterwerke des rasanten Sprints und fulminanten Endspurts, und spätestens seit seiner Schulzeit weiß man, wie sehr es in der deutschen Literaturlandschaft der Nachkriegszeit als sportlich galt, diesem Weltmeister der amerikanischen Kurzgeschichte hinterherzuhecheln. Auch Hemingways Roman Wem die Stunde schlägt (1940) beginnt mit einem schnellen Glücksstart, der den Helden Robert Jordan im atmosphärischen Stil der Short story auf die Reise schickt: "Er lag der Länge nach auf dem braunen, nadelbedeckten Boden des Waldes, das Kinn in die verschränkten Arme gestützt, und hoch über ihm wehte der Wind durch die Wipfel der Kiefern". Dann genügen zwei, drei Sätze, und man ist mittendrin im Geschehen um die Brückensprengung während des Spanischen Bürgerkriegs, erlebt die Liebesgeschichte des antifaschistischen Protagonisten mit der jungen Partisanin Maria -- und gerät beim Lesen manchmal selbst ganz außer Atem. Leider kann Hemingway, einst Reporter im Spanischen Bürgerkrieg, dieses Erzähltempo nicht immer beibehaltenhalten: Über lange Distanzen gerät er etwas aus der Puste. Dann wird er allzu langatmig und verliert das Ziel ein wenig aus den Augen. Und mancher Satz ist einfach schlecht geschrieben. Aber dann gibt es wieder Passagen von einer derart versöhnlichen Dichte, die jene der Erzählungen fast noch übertrifft. Der tötliche Spießrutenlauf der Dorffaschisten durch das Dreschflegelspalier der Partisanen etwa, der wahnwitzige Kampf des Guerillaführers El Sordo, der sich seine "Reisegesellschaft" ins Jenseits zusammenschießt, oder die eigentliche Schilderung der Brückensprengung gehören zum Eindrucksvollsten, was Hemingway geschrieben hat. Irgendwann im Buch macht sich Jordan als Alter ego des Autors auch Gedanken darüber, wie das Erlebte zu verarbeiten sei: "ich vermute, du wirst das alles loswerden, wenn du darüber schreibst", heißt es im Selbstgespräch. "Wenn du es erst einmal niederschreibst, wird es verschwinden. Es wird ein gutes Buch werden, falls du dazu kommst, es zu schreiben. Besser als das andere." Wer das Glück hatte, Hemingways Bürgerkriegsepos mit 14 Jahren zu verschlingen, wird dieses Urteil über weite Strecken teilen. Wer es nach etwa zwanzig Jahren wiederliest, der über kurze Strecken auch. --Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Literarische Kriegsberichterstattung 5 von 5 Punkten Unmittelbar im Anschluss an seine Tätigkeit als Kriegsberichterstatter in Spanien verarbeitete Ernest Hemingway seine Erfahrungen und Erlebnisse in diesem Roman, der zu seinen meistgepriesenen und erfolgreichsten Werken zählt. Der junge Amerikaner Robert Jordan nimmt, wie viele Intellektuelle der damaligen Zeit, als Mitglied der Internationalen Brigaden am Kampf gegen die Faschisten Francos teil. Als Sprengstoffexperte ist Jordan ein Einzelkämpfer. Er wird zu bestimmten Einsätzen kommandiert und muss sehen, wie er sich zusätzliche Hilfe bei den Partisanen vor Ort organisiert. Zur Unterstützung einer groß angelegten Offensive soll er mithilfe einiger bäuerlicher Guerilleros eine strategisch wichtige Straßenbrücke sprengen. In den drei Tagen und drei Nächten der Vorbereitung wird die Gruppe, zu der auch zwei Frauen gehören, zur Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt; Robert und Maria entdecken ihre Liebe. Das Ende ist tragisch, genau wie die historische Realität. Auch wenn das Buch etwas uneinheitlich wirkt und etliche Nebenfiguren blass bleiben, gelingt Hemingway eine sehr spannungsvolle, exemplarische Verdichtung eines weltpolitischen Dramas.
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Drei Stunden zwischen zwei Flügen: Und andere Meistererzählungen F. Scott Fitzgerald Gebundene Ausgabe, Mai 2006 Verkaufsrang: 197816 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Geschichten aus den roaring twenties, als das Trinken und Tanzen kein Ende hatte, skandalöse junge Frauen ihr Haar kurz trugen (wie in der Erzählung Bernices Bubikopf) und nur eines im Sinn hatten: den Männern den Kopf zu verdrehen. Fitzgerald schreibt auch über den Morgen danach, vom Leben als einer Rauhen Überfahrt, wie eine autobiographisch gefärbte Erzählung heißt. In "Winterträume", einer Geschichte, die als Skizze zu Fitzgeralds Meisterwerk "Der große Gatsby" gilt, geht für den mittellosen Dexter Green der amerikanische Traum vom großen Geld in Erfüllung, nicht aber der Traum von der großen Liebe. Fitzgeralds Geschichten sind auch die der lost generation, des Katzenjammers nach der großen Depression. In "Wiedersehen mit Babylon" kehrt ein Amerikaner nach Paris zurück: Sein Vermögen ist verloren, seine Frau tot, seine Tochter will man ihm nicht anvertrauen und die Bar des Ritz ist leer. In "Drei Stunden zwischen zwei Flügen" reichen drei Stunden aus, um einer verflossenen ersten Liebe wiederzubegegnen, das Herz wieder in Schwingung zu versetzen und für immer zu verletzen. Fitzgeralds Figuren suchen voller Sehnsucht nach etwas, was nie gefunden werden kann, weil die Vergangenheit für immer verloren ist. Und je diffuser die Erinnerung an die einstigen Gefühle wird, desto weniger kann man sie vergessen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein prickelnder Hörgenuss 4 von 5 Punkten Die wohl bekanntesten Romane dieses großen Schriftstellers sind "Der große Gatsby", "Diesseits vom Paradies" und "Die Liebe des letzten Tycoon." Auf den sechs CDs, von verschiedenen Sprechern vorgetragen, befinden sich faszinierende Meistererzählungen. Drei Stunden zwischen zwei Flügen" reichen aus, um einer vergangenen Liebe wieder zu begegnen, um die Liebe zu besingen, ohne wirklich daran zu glauben. Es sind Figuren der "lost Generation", die immer auf der Suche nach der verflossenen Liebe sind. Es geht also immer um die Liebe, um den Traum von Lebenslügen, um ein Leben auf der Überholspur und den Traum vom großen Geld und glamourösen Ruhm. Reflektierend kommt die Erkenntnis, man verpasst dabei eigentlich immer die beiden wichtigsten Momente, nämlich den Augenblick wo die Liebe beginnt und den Augenblick wo die Liebe zu Ende ist.
Der Katzenjammer und die durchlebte Depression sind erdrückend für die Männer, denn bei Fitzgerald verdrehen immer die Frauen den Männern den Kopf. Eigentlich könnte man vermuten, dass Fitzgerald, der mit seiner Frau Zelda, zu den Traumpaaren der Jazz-Ära gehörten, die Männer versteht, weiß wo es lang gehen muss. In Wirklichkeit glaubt er nicht an die Liebe. Das extravagante, schillernde Traumpaar der jungen literarischen Szene der Zwanziger Jahre, liebte Exzesse bis hin zur Dekadenz, aber ihre Ehe ist dennoch zerbrochen, seine Frau wurde in die psychiatrische Anstalt eingewiesen.
Das schnelle, zügellose Leben fordert seinen Preis. Ein fabelhaftes Hörbuch, das ausgesprochen atmosphärisch, auf den unterschiedlichsten Reflexionsebenen, arbeitet.
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Fräulein Else und andere Erzählungen Arthur Schnitzler Taschenbuch, 1. Mai 1987 Verkaufsrang: 40867 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Schon das Gestern verschwimmt, und alles, was ein paar Tage zurückliegt, bekommt den Charakter eines unklaren Traumes." Arthur Schnitzler erzählt vom Fehlverhalten der Menschen, die, aus solchen Lebensgemeinschaften heraus, nicht davor zurückscheuen, die anderen, die gewissenhaften, zu opfern, wenn sie selbst sich allzusehr verstrickt haben.Arthur Schnitzler wurde am 15.5.1862 in Wien geboren. Bereits als Neunzehnjähriger versuchte er, seine erste Dramen zu schreiben. Nach dem Studium der Medizin war er Assistenzarzt an der Allgemeinen Poliklinik und dann praktischer Arzt in Wien, bis er sich mehr und mehr seinen literarischen Arbeiten widmete. Das dramatische und das erzählerische Werk entstanden parallel. Er starb am 21.10.1931 als einer der bedeutendsten österreichischen Erzähler und Dramatiker der Gegenwart in Wien.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Klasse! 5 von 5 Punkten Es ist ein Meisterwek in seiner Art und spiegelt das Leben um die Jahrhundertwende wider, in der Oberflächlickeiten und Familienruf das Sein des Menschen bestimmten. Ein Mädchen flüchtet aus Selbstzweifel und familären Druck zunächst in die Schizophrenie und dann in den Selbstmord. Besonders beeindruckend empfand ich den Schluß der Geschichte, wo deutlich wird, wie wenig Gefühl in der Familie erlaubt wurde und wie wichtig der Schein anstelle des wirklichen Seins war.Arthur Schnitzler (bekannt durch "Reigen") hat eine sehr bildliche, neutrale Art des Schreibens. Dadurch wirkt die Geschichte um so realistischer und ist auf die heutige Zeit übertragbar: deshalb wurde u.a. der Film "Virgin Suicide" mit Kisten Dunst mit Anregungen von "Fräulein Else" verwirklicht. Ein weiterer Beweis also, daß das Stück in keinster Form veraltet ist. Wer das Buch noch nicht in der Oberstufe gelesen hat, sollte sich "Fräulein Else" noch heute kaufen!;)
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Traumnovelle. SZ-Bibliothek Band 12 Arthur Schnitzler Gebundene Ausgabe, 5. Juni 2004 Verkaufsrang: 113077 Fridolin und Albertine führen eine scheinbar harmonische Ehe. Doch unter der Oberfläche rumort es. Beide werden von erotischen Begierden getrieben. Fridolin schmuggelt sich in eine mysteriöse Geheimgesellschaft ein, wo er eine leidenschaftliche Bekanntschaft mit einer unbekannten Schönen schließt...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Ein Traum 5 von 5 Punkten Fridolin und Albertine führen ein scheinbar perfektes Eheleben. Doch eine Ballnacht bringt unerwartete Sehnsüchte ans Tageslicht und beide sind erstmal erschüttert ob der Offenbarungen des anderen.
Beide reagieren in unterschiedlicher, jedoch irgendwie auch sehr ähnlicher Weise. Fridolin erlebt nach dem Besuch bei einem Patienten eine Nacht voll (gänzlich unvollendeter) Abenteuer, gipfelnd darin, dass er sich beim Treffen eines Geheimbundes einschleicht und dabei sein Leben riskiert. Albertine hingegen vergnügt sich im Traum mit einem Liebhaber während ihr Mann gekreuzigt wird. Doch obwohl Fridolin's Erlebnisse in der realen Welt stattfinden, wandelt auch er wie durch einen Traum, irgendwie nicht Herr seiner selbst.
Die Sprache Arthurs Schnitzlers ist ungemein schön, die Stimmungen und das unterschwellige Misstrauen gegenüber dem anderen, sowie die eigene Orientierungslosigkeit erscheinen ungemein glaubhaft ein wahrer Lesegenuß.
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Leben ist Werden: Gedanken aus seinen Werken und Briefen Hermann Hesse Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 151622 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum Entdecken, Wiederlesen und Verschenken. Radikal, rebellisch, eigensinnig - Herrmann Hesse war zeitlebens ein kritischer Geist, der Konventionen und Autoritäten nicht hinnahm, sondern stets hinterfragte. Seine Gedanken und Reflexionen haben bis heute an Aktualität und Brisanz nichts eingebüßt. Ein von Volker Michels zusammengestelltes Lesebuch.
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Traumnovelle und andere Erzählungen Arthur Schnitzler Broschiert, August 2008 Verkaufsrang: 153295 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die großen Erzählungen aus Schnitzlers Alterswerk sind in diesem Band versammelt. Sie variieren und vertiefen die Darstellung von sozialen Konstellationen und menschlichen Verhaltensmustern, die Schnitzler zeit seines Lebens beschäftigt haben. Das Drama der Frau in einer vom männlichen Blick beherrschten Gesellschaft, der Kampf der Geschlechter und die Aussichten einer über den Augenblick hinausreichenden Gemeinschaft von Mann und Frau, die tödliche Faszination des Spiels und die Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Sprache - all diese Themen werden von Schnitzler im Medium der Dichtung gleichsam spielerisch erkundet.
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Immer sind die Weiber weg: Und andere Weisheiten Stefan Heym Unbekannter Einband, Januar 2002 Verkaufsrang: 212999 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Stefan Heym einmal ganz anders: ein rundes Dutzend heiterer Anekdoten zum Thema Ehe- und sonstige Lebensbewältigung, geschrieben für seine Ehefrau Inge. Diese vergnügten und nachdenklichen, humorvollen und weisen Geschichten zeigen Stefan Heym von einer ganz neuen, unbekannten Seite. Ob er nun von der ersten mißlungenen Tanzstunde oder aber von einem verlorenen Gebiß erzählt - nie ist er deprimiert, sondern nimmt alles mit einer gehörigen Portion Gelassenheit...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Der lange Abschied. 5 von 5 Punkten Das vorliegende Werk entstammt aus Heyms letzter Lebensphase, was der Autor für einen durchaus ironischen Rückblick auf sein Leben nutzt. Außerdem bedient er sich dabei eines Sprachstils, der als gewagt bezeichnet werden muss. So scheiden sich naturgemäß die Geister bei der Meinung über dieses Buch: die einen hassen es - die anderen lieben es. Ich bin froh mich zu letzterer Gruppe zählen zu können, denn es gelingt Heym hier immerwieder die Romantik des Augenblicks einzufangen, und zwar auf eine einzigartig lustige Art und Weise. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der für ein Stück Lebensweisheit in farbfrohem Sprachstil offen ist!
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Das Brot der frühen Jahre Heinrich Böll Sondereinband, 1978 Verkaufsrang: 194790 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur Buchhandelslehre, 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders; seit 1950 freier Schriftsteller in Köln; für sein Werk erhielt er u.a. 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Professor Bölls ausgewählte Seitenhiebe 4 von 5 Punkten (Rezension von "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen")
Es spricht vielleicht gegen mich, aber im allgemeinen mag ich Bölls Werke nicht besonders; besonders für die Romane kann ich mich meist nicht recht begeistern.
Aber etwas von Böll liebe ich (eigentlich zwei: Das "irische Tagebuch" ist auch sehr schön): Das sind seine frühen Erzählungen, die nicht ganz zu Unrecht als Satiren bezeichnet werden. Es ist ihnen allen ein mehr oder weniger deutlicher satirischer Zug eigen, von melancholisch bis gallenbitter, und die besten Erzählungen spiegeln ohne jeden ideologischen Bombast den zeitgenössischen Hintergrund wider.
Im einzelnen sind hier, neben der Titelerzählung, noch enthalten: "Nicht nur zur Weihnachtszeit", "Es wird etwas geschehen", "Hauptstädtisches Journal" und "Der Wegwerfer", alle entstanden zwischen 1951 und 1957.
Sie alle glänzen durch eine lakonische Sprache, die tiefe Gefühle hinter spröden Worten erahnen lässt: Etwa wenn Böll in "Es wird etwas geschehen" die beinah schon geheiligte Maxime der steten Betriebsamkeit aufs Korn nimmt und ihre makabren Auswüchse seziert. Dass auf jemandes Beerdigung ausgerechnet Händels "Largo" gespielt wird, setzt einer furiosen Bestandsaufnahme noch das Sahnehäubchen auf. 1954 veröffentlichte Böll diese Erzählung, und doch kommt sie einem en gros & en détail irgendwie seeehr bekannt vor. Fast noch pointierter bugsiert "Der Wegwerfer" die Logorrhoe-Seuche auf den Seziertisch. Wie man weiß, würde Bölls Wegwerfer heute endgültig durchdrehen, käme er doch mit dem Auswerten nie und nimmer zu einem Ende... Da sage noch einer, Böll habe nur olle Kamellen zu bieten!
Hart zur Sache geht es vor allem in der Titelerzählung, vermutlich eine von Bölls berühmtesten Erzählungen. Hier liest man eine ätzende Bestandsaufnahme der nimmermüden Kulturschaffenden und ihres omnipräsenten Aktionismus: Dr. Murke schneidet aus allen erreichbaren Tonaufnahmen die Momente der Stille heraus und montiert sie aneinander... eine geniale Idee von Böll, der hier ein vernichtendes Urteil über die allgegenwärtige hohle Geschäftigkeit abgibt.
Mein persönlicher Favorit ist allerdings "Nicht nur zur Weihnachtszeit": Tante Milla weigert sich zur Kenntnis zu nehmen, dass die Weihnachtszeit vorbei ist, und um ihr einen Schock zu ersparen, spielt die Familie anfangs noch gutwillig weiter Weihnachten, in der Hoffnung, dass sich das bald legen werde. Es legt sich aber nicht, und Tante Millas zunächst harmlos scheinender Spleen treibt ihre Lieben dazu, mit immer verzweifelteren Manövern eine der Tante genehme Wirklichkeit zu inszenieren, eine Wirklichkeit, an der im Laufe der Zeit immer weniger wirklich ist...
Wer den Schriftsteller Böll kennenlernen will, dem empfehle ich seine frühen Erzählungen; besser war er nie wieder!
Allerdings, wenn schon Böll, dann richtig. Nichts gegen diesen Erzählungenband, aber in diesem speziellen Falle bedeutet Quantität auch mal Qualität. Der Band "Nicht nur zur Weihnachtszeit" enthält nämlich gleich 16 frühe Böll-Erzählungen, die alle nicht von Pappe sind, und die dem Leser nicht z.B. das "Schicksal einer henkellosen Tasse" vorenthalten, oder die "Unberechenbaren Gäste", und noch so einige Geniestreiche.
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Die Ochsentour Charles Bukowski Taschenbuch, Juli 1991 Verkaufsrang: 137712 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bukowski auf Deutschland-Tournee. Auf Einladung seiner Verleger reiste Bukowski mit seiner Freundin Linda Lee über Paris und Südfrankreich in die Bundesrepublik. Er wird in wenigen Tagen von Stadt zu Stadt gereicht, besucht sein Geburtshaus in Andernach und seinen Freund und Übersetzer Carl Weissner in Mannheim, gibt Interviews und Autogramme und steht die heute schon legendäre Lesung in der überfüllten Markthalle in Hamburg durch. Dieser Bild-Text-Band zeigt den »dirty old man« von seiner privaten Seite: den sensiblen Polterer, der von seinem beispiellosen Erfolg überrollt wurde, den Dichter mit dem Lampenfieber. Mit den ca. 60 Fotos von Michael Montfort, der die ganze Reise mitmachte, ist »Die Ochsentour« ein Muss für jeden Bukowski-Fan.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein schönes Geschenk für Bukowski-Fans 5 von 5 Punkten Charles Bukowski ist einer von diesen Autoren, die man entweder augenblicklich haßt wie die Pest oder spontan liebt. Seine Gedichte und Stories handeln von Sex, Alkohol, Armut, Kriminalität und dem Leben der Underdogs in Amerika. Dieses Leben mußte Bukowski etliche Jahre führen, bevor er mit 35 begann, Gedichte und Stories zu schreiben. Gedichte und Stories, die einer kleinbürgerlichen, ordentlichen, geregelten deutschen Welt diametral gegenüberstehen.Bukowski ist in den USA, wo er seit seinem zweiten Lebensjahr zu Hause war, nie so populär geworden wie in Deutschland. Ob es daran lag, daß er in Andernach geboren wurde, oder ob seine provozierenden Gedichte den Nerv der jungen Leute im Deutschland der 60er und 70er so gut trafen? Das Buch über seine Rückkehr nach Deutschland anläßlich einer einzigen Lesung in Hamburg erhellt auf indirekte Weise einiges: Da sind zum einen die sehenswerten Schwarz-Weiß-Fotos, die Michael Montfort von Bukowski und seiner Lebensgefährtin Linda Lee während der Reise durch Deutschland machte. Hier kommt der Bukowski-Fan auf seine Kosten. Auch kann man nebenbei ein eine kleine Zeitreise in das Deutschland der späten siebziger Jahre machen und die Atmosphäre der legendären einzigen Lesung Bukowskis in der Hamburger Markthalle nachempfinden. Zum anderen hat Bukowski auf seine unnachahmliche Weise einen Reisebericht über seine Ochsentour durch Deutschland geschrieben, der aus vielen interessanten Geschichten zusammengesetzt ist und seine Sicht der Dinge erzählt. Der Bericht ist ein Lesevergnügen - nicht nur für die Bukowski-Fans, sondern auch für die, die es werden wollen. Ich finde, man kann sich an dem gut gemachten Buch von und über Charles Bukowski herzerfrischend freuen, es findet sich aber auch jede Menge Stoff zum Nachdenken darin.
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Das Tagebuch der Jane Somers Doris Lessing Taschenbuch, August 1997 Verkaufsrang: 35066 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jaine Somers ist eine Karrierefrau. Den Tod ihrer Mutter und ihres Mannes hat sie fast teilnahmslos hingenommen. Da lernt sie die rund vierzig Jahre ältere Maudie kennen und beginnt, Tagebuch über eine außergewöhnlich tiefgründige Beziehung zu führen.-Es ist eine Geschichte mit einer Moral, sehr lesbar und oft witzig, mit wichtigen Aussagen und voll herzlicher Wärme.- (Financial Times)Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und zog 1924 mit ihrer Familie nach Rhodesien. 1962 legte sie mit dem Roman -Afrikanische Tragödie- den Grundstock zu ihrem unfangreichen literarischen Werk, das sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen machte. Seit 1949 lebt sie in England.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Tagebuch mit Selbstbetrachtung 5 von 5 Punkten Die Protagonistin, Jane oder auch Janna genannt, betrachtet sich und ihre Umwelt mit wachsendem Interesse. Sie ist eine Frau in den besten Jahren, kinderlos, doch bemuttert sie ihre kindhafte Nichte. Eine andere Nichte hat sie bereits zur Blüte gebracht, ihr ähnlich, erfolgreich, zielbewußt.
Nun, im Alter matronenhaften Wohlseins aber auch wachsender Neugier, befällt sie die Liebe aufs neue und, obwohl innerlich durchaus stark, wirft sie manches um. Das bemerken die Umstehenden.
Durch tagebuchartige Abläufe, Wiederholungen, Eingehen auf besonders weibliche Gefühle (wie sollte es auch bei einer Autorin anders sein!) entsteht so ein Gespinnst feinster Art.
Durchaus amerikanisch- englische Einsichten, also über den Tellerrand gehende Gedanken, Vorstellungen (z.B. das psychisch-menschliche Phänomen, gerne ein Sieger zu sein!) wird empfindsam und deutlich ausgearbeitet. Blos sich nicht gehen lassen, immer tiptop im Beruf und zuhause sowieso. Nur in ihrem Schlafzimmer erscheint sie dem Geliebten offensichtlich nicht identisch, was immer das heißen mag.
Eine wunderbar spröde Liebeseinlassung mit fast keinen Folgen oder vielmehr mit eigenartig mädchenhafter und somit schöner Färbung erscheint auf dem Papier.
Es fließen Tränen zur Unzeit oder vielmehr zur rechten Zeit, verständnisvoll respektiert von der und dem usw.
Alles in allem ist dies ein Roman, der tief in das Menschsein eindringt, das Alter und die Jugend betrachtet und beruhigend wirkt in unserem hektischen Leben, das getrieben ist von Ungewissheit und oft auch Bösem.
Somit hat Doris Lessing den Nobelpreis wohl verdient, obwohl gerade von literaturkritikpäpstlicher Seite etwas anderes gehört wurde kürzlich.
Aber das kennt man ja.
Doris Lessing macht auf jeden Fall Mut, mehr von ihr zu erfahren.
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Eine Liebe Swanns. SZ-Bibliothek Band 39 Marcel Proust Gebundene Ausgabe, 11. Dezember 2004 Verkaufsrang: 144213 Die Geschichte von Charles Swann, der sich in die Kokotte Odette de Cr cy verliebt und unter seiner Eifersucht leidet, gehrt zu den groáen Klassikern des 20. Jahrhunderts. Michael Kleebergs Neubersetzung tritt mit dem Anspruch der grátmglichen Nhe zum franzsischen Original an. Durch die differenzierte bertragung der verschiedenen Sprachebenen werden vor allem die Komik, aber auch die Hrten und Brche des Werkes adquat wiedergegeben. Besonders die verschachtelten, oft bis zum Zerreiáen gespannten Stze bildet Michael Kleeberg detailgetreu nach. So ist ein Sprachkunstwerk entstanden, daá dem deutschsprachigen Lesepublikum einen neuen, zeitgemáen Blickwinkel auf das Werk Marcel Prousts erffnet.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Not for everyone 5 von 5 Punkten Proust ist ganz klar erste Klasse. Der Roman hat mich sehr beeindruckt. Langsam wird die Geschichte des Charles Swanns erzählt, der sich in Odette verliebt,als ihm aufällt, dass sie einer Figur in einem Fresko von Botticelli gleicht. Proust geht wirklich bis ins letzte Detail in der Analyse von Emotionen und Verhaltensweisen. Neben dem doch interessant konstruiertem handlungsstrang, ist diese "Liebe zum Detail" das definierende für diesen Roman. Dieser Roman geht auf jedenfall in die Tiefe. Meinem Geschmack hat er entsprochen und er ähnelt Oscar Wilde's Bildnis des Dorian Grey, da auch dieser Roman in der blüte Zeit des Fin de siècle spielt. (zudem ist eine interessante Fragestellung,bei der der Leser sein Geschick zur Psychoanalyse auf die Probe stellen kann, warum Swann , genau wie Dorian Grey und die Schauspielerin, Odette verfällt nur weil sie dem Gemälde Botticellis gleicht. Beim Konstruieren dieser Situation hat Proust sofort gezeigt wie hochintelligent er ist.) Hochintellektueller Roman der Einblick in eine vergangene Gesellschaft gibt. Ich glaube jedoch, dass dieser Roman nicht jedem gefallen wird da wahrscheinlich nicht jeder mit einem Roman sympathesiert der auf andere Weise spannung aufbaut!Wie dem auch sei , Weltliteratur und somit Allgemeinbildung!!
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Suhrkamp Taschenbücher, Nr.78, Das Treibhaus Wolfgang Koeppen Taschenbuch, 7. Februar 2006 Verkaufsrang: 78994 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wolfgang Koeppens Romantrilogie ("Tauben im Gras", "Das Treibhaus"; "Der Tod in Rom") war die erste kritische literarische Bestandsaufnahme der Bundesrepublik Deutschland. Unerbittlich analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben. In "Das Treibhaus" erzählt er von einem, der im Bonn der fünfziger Jahre Verantwortung übernimmt, von einem Regierenden - und damit in übertragener Weise von dem,...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Kritik am Politikbetrieb 5 von 5 Punkten "Das Treibhaus" ist keine ausgewogene Beschreibung des Politikbetriebes in Bonn, sondern eine scharfe Kritik daran und an der Restaurationspolitik Konrad Adenauers im Besonderen. In diesem Interessengeflecht ist ein idealistischer Intellektueller zum Scheitern verurteilt. Da geht es nicht um das Wohl der Gemeinschaft, sondern um das Machbare, um Kompromisse und letztlich um Vorteile, Geld, Ansehen, Karriere und Macht. Der sensible, melancholische Oppositionspolitiker Keetenheuve ist nicht bereit, Abstriche zu machen; er misstraut der Macht, lehnt sie ab und weiß doch, dass er ohne Macht und Einfluss nichts verändern kann. Die Romanfiguren und die Debatte über die deutsche Wiederbewaffnung im Rahmen einer Westintegration weisen zwar Parallelen mit der Wirklichkeit auf, aber sie sind nicht deckungsgleich - und das hat Wolfgang Koeppen auch gar nicht beabsichtigt. Auf virtuose Weise lässt Wolfgang Koeppen die Leser an den Wahrnehmungen, Empfindungen, Gedanken und Erinnerungen des Protagonisten Keetenheuve teilhaben. Deshalb ist "Das Treibhaus" ist nicht nur ein wertvolles Zeugnis über die Nachkriegsjahre, die Bonner Republik und den Politikbetrieb schlechthin, sondern -- als Teil der auch die Romane "Tauben im Gras" und "Der Tod in Rom" umfassenden Trilogie -- ein Meilenstein der Literaturgeschichte. Dieter Wunderlich
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