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| Klassiker des 20. Jahrhunderts | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Die grünen Hügel Afrikas Ernest Hemingway Taschenbuch, Januar 2003 Verkaufsrang: 60444 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die autobiographische Erzählung basiert auf Erlebnissen Hemingways bei einer Großwildjagd, an der er 1933 teilnahm. Hier fabuliert er voller Lust über die Pirsch im Dornendickicht der afrikanischen Steppe, die Jagd auf Kudus und Antilopen, Löwen und Nashörner, die wilde Schönheit und Grazie des Animalischen. Die 'primitive', archaische Dimension der Großwildjagd gestaltet Hemingway als ein maskulines Urerlebnis, das Mensch und Tier im Fokus des gewaltsamen Todes zusammenführt: ®Eine der größten Freuden beim Töten ist das Gefühl der Rebellion gegen den Tod, das man erlebt, wenn man ihn verursacht.¯
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Afrika - politsch unkorrekt 4 von 5 Punkten Schön, dass es solche Bücher gibt: Ohne sich um das Für und Wider der Jagd kümmern oder über das politische System Afrikas referieren zu müssen, schreibt Hemingway auf, was ihn an seiner Safari fasziniert. Und das ist faszinierender als manch' ein zeitgenössisches Produkt aus einer um correctness bemühten Feder. Allerdings: Ein richtiger Roman im klasssichen Sinne ist es nicht. Aber wer jemals in Kenia war - dort herrscht übrigens mittlerweile zu recht ein strenges Jagdverbot, weiß wie schön dieses Land, wie unvergleichlich diese Tierwelt und wie interessant seine Menschen sind. Und genau für diesen Buchkäufer beschert dieser Hemingway tolle Lesestunden.
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Mrs Dalloway Virginia Woolf Taschenbuch, April 2003 Verkaufsrang: 53400 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zwar bemerkte sie in ihren Notizen über Ulysses, den ihr T.S.Eliot kurz nach dessen Erscheinen empfohlen hatte, lakonisch: "Ein primitives ungebildetes Buch, scheint mir", nichtsdestotrotz schien James Joyce' Meisterwerk nachhaltigen Eindruck bei ihr hinterlassen zu haben. Virginia Woolf, gerade an der Arbeit zu ihrem neuen Roman Mrs. Dalloway, übernahm seine Idee, die Geschichte an einem einzigen Tag spielen zu lassen. Nach der Zeit ihrer ersten eher traditionell-impressionistischen Romane Die Fahrt hinaus von 1915 und Nacht und Tag aus dem Jahr 1919, begann nun ihre experimentelle Phase. Ein Junitag im Jahre 1923. Clarissa Dalloway, (sie hatte schon einen Auftritt in Die Fahrt hinaus), Gattin eines Parlamentsabgeordneten, trifft die Vorbereitungen für eine große Abendgesellschaft. Während dieser Verrichtungen ergeht sie sich in Erinnerungen, lotet ihr Leben aus und wird sich der Enge und Leere ihres Daseins schmerzlich bewußt. Mrs. Dalloways Reflexionen, wie überhaupt die inneren Monologe des Romans, bilden den eigentlichen Kern der Handlung, während die Darsteller puppengleich auf dem gesellschaftlichen Parkett agieren. Dieses fast filmisch anmutende Übereinanderschichten gleichzeitiger Ereignisse griff die Autorin in ihrem späteren Roman Die Wellen erneut auf. Die Filmfassung von Regisseurin Marleen Gorris (Antonias Welt), mit der großartigen Vanessa Redgrave in der Titelrolle, kam im September 1997 auf den Markt. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Vom Aufstehen wie Zubettgehen 5 von 5 Punkten Ein streng komponierter Roman, der Virginia Woolf ermöglichte, den Alltag wie die Erinnerung als Strom von Gedanken und Eindrücken zu beschreiben. Sie verknüpfen sich miteinander, fallen übereinander her, wie wir es von uns selber kennen, wenn uns etwas bedrückt und wir nicht ganz bei der Sache sind. Virginia Woolf spiegelt ein perfektes Leben, in dem jede Stunde ausgefüllt ist, an der Harmonie, die das reibunsglose Funktionieren voraussetzt, und an der Unterdrückung geheimer Wünsche wie Gedanken. Es handelt sich um feingesponenne Literatur, die einem das Leben nicht als Unterhaltung für den Nachttisch serviert.
Man muß schon genau hinhören, um die Nuancen aufzuspüren, damit sich der Bruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit auftut. Kein Buch, um es schnell zu lesen. Eher eins, daß wie ein guter Wein reifen darf. In ihm läßt man sein Inneres los und läßt es mitschwingen durch Mrs. Dalloways Tag. Könnte ja sein, daß das eine oder andere im eigenen Leben auch einer näheren Betrachtung lohnt.
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Der alte Herr und das schöne Mädchen: Der schönste Text Svevos, neu übersetzt, mit einem neuen Nachwort, Lebensdaten und unbekannten Bildern von Triest Italo Svevo Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 219435 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein älterer feiner Herr verliebt sich in eine junge Straßenbahnschaffnerin und muß nun glauben, daß seine einzige bisher unerfüllt gebliebene Leidenschaft das Straßenbahnfahren ist. Die letzte und schönste Erzählung Svevos, mit seiner Autobiographie samt erfundenen und wahren Lebensdaten, vielen Fotos und Anmerkungen zum Bürgertum, der Jugend und der Lüge.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Reifer Entschluß von wahrer Größe 5 von 5 Punkten Es ist immer wieder amüsant und lehrreich, diese Erzählung von Italo Svevo zu sich zu nehmen wie ein Stück Brot, wie einen Schluck Rotwein zum Beispiel. Da tut sich etwas im Triest der frühen Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts und zwar derart, daß man denkt, na, wie wird er es denn richten? Der ältere Herr mit dem schönen jungen Mädchen. Und wie wird sie sich verhalten, ist es überhaupt irgendwie moralisch oder wie auch immer? An Marquez und seine Hurengeschichte, die ein ähnliches Thema hat, erinnert diese Erzählung allerdings nicht sehr, oder doch?Und wie ist es, läuft die Geschichte einfach zügig ab? Denkste, manchmal bleibt die ganze Sache auch stecken und will partout nicht weitergehen und dann geht alles doch wieder weiter bis zu einem Ende, das einfach sprachlos macht und doch wieder nicht,denn die eigentliche Frage des alten Herren, was die Jugend dem Alter schulde, die kann er nicht zu Papier bringen, das mußte und müßte er eigentlich immer wieder neu erfahren. Ja, so ist es wohl und darum, Leute, pflücken wir die Tage!
klassisch gut 5 von 5 Punkten eine wunderbare kleine erzählung über die liebe eines gepflegten, älteren herren zu einer jungen, armen straßenbahnschaffnerin. wir erfahren allerdings nun keine amourösen details, sondern - viel interessanter - alles über die selbsttäuschungsmanöver des herren, der sich diese liebe natürlich nicht eingestehen kann - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. lesen! |
Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten Arno Schmidt Broschiert, Juni 2004 Verkaufsrang: 203577 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 2008, wenige Jahre nach einem Atomkrieg, besucht ein amerikanischer Reporter den sogenannten »Hominidenstreifen « im Westen der USA, wo es unbekannte Mutanten, die infolge der Strahlung entstanden sind, zu entdecken gibt, sowie die auf einer stählernen Insel in den Roßbreiten des Pazifik treibende, fünftausend Wissenschaftler und Künstler aus der ganzen Welt beherbergende, jedoch in eine westlich-amerikanische und östlich-sowjetische Hälfte geteilte Gelehrtenrepublik. Schmidts blitzend anspielungsreiche, utopische Satire aus dem Jahre 1957 kommt als Reisebericht jenes Charles Henry Winer, fiktiven Urgroßneffen des Autors, daher. Im Nachwort stellt Dietmar Dath, Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Autor des Briefromanessays Die salzweißen Augen (2005) sowie des Romans Dirac (2006), einen überraschenden und erhellenden Vergleich zwischen Arno Schmidt und Stephen King an, der auch erklärt, warum der Amerikaner es leichter hat, ein großes Publikum zu erreichen, als der deutsche Autor.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Och ja... 5 von 5 Punkten Hat man das Dogma einschlägiger Bestsellerlisten erst einmal hinter sich gelassen, kommt irgendwann der Moment, wo man sich (oder jemand anderen) fragt, was es denn "sonst noch so" geben könnte, und justament fällt der Name Arno Schmidt - mit dem "wohl"gemeinten Zusatz, dass DER aber SEHR schwer zu lesen bzw. zu verstehen sei. Rekapituliere : nix pour moa). Hastu nich gesehn, hatt ichn Buch von dem inner Hand und habs recht schnell gelesn und auch verstandn : wie ich wohl mein...
Wir schreiben 2008 und A. Schmidt visioniert die verbliebenen Supermächte. Woran im Erscheinungsjahr wahrscheinlich keiner zu glauben gewagt hätte , ist Realität. Deutschland und seine Sprache sind niederlich gegangen (liederlich käme noch in Betracht, der Subkontinent Indien hat sich zu einer der Supermächte entwickelt (China ist ja schon längst eine.) und auch sonst ist der allgemeine Irrsinn auf dem gleichen bekannten Niveau geblieben.
Sooo schwer zu lesen, wie behauptet, war es gar nicht. Nach wenigen Zeilen übersieht man die zynische Boshaftigkeit der Interpunktion, die die Lektüre : ich weiß nicht - vielleicht oder auch nicht - erschweren oder vielleicht auch erleichtern soll (was auch immer : es ist gleichgültig. Die Bilder waren scharf ins Gegenlicht gezeichnet und entwickelten sich von selbst. Der Roman mag vieles sein - eins jedoch nicht ::: langweilig! Herausfordernd ist er allemal.
Auf ein Nächstes...
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Die Romane und die Großen Erzählungen, Jubiläumsausgabe, 8 Bde Hermann Hesse Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 186920 Enthält : Peter Camenzind Unterm Rad Gertrud; Roßhalde; Demian Wanderung Klein und Wagner Klingsors letzter Sommer; Siddhartha Der Steppenwolf Narziß und Goldmund Das Glasperlenspiel
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Neugier auf das Leben 5 von 5 Punkten Wenn ich an die Siebzigerjahre zurückdenke, so ist mir kaum ein Kulturgut zu einem so wertvollen Teil meiner Jugend geworden wie diese bibliophile Edition der handlichen, himmelblau eingebundenen Hesse-Büchlein. Mit seiner ganz eigenen Schreibweise, seinen aufmerksamen Beobachtungen und, vor allem, seiner Neugier auf das Leben sind mir Hesses Erzählungen auch heute noch etwas, das gleichsam "die Zeit still stehen lässt". Zu seinem Haus in Montagnola bin ich hochgefahren, als ich im Tessin war und habe den Blick auf den Luganer See genossen von der Stelle aus, an der er viel Zeit verbrachte. Sein Grab auf dem Friedhof von Gentelino hätte ich fast nicht gefunden, so bescheiden und abseits ist es.
Von jeher distant gegenüber distanzierendem Bildungsbürgertum habe ich nie das Gefühl gehabt, mit seinen Werken wolle mir Hesse "eine Lektion erteilen". Wer die frühen Kurzgeschichten des Dichters aus Calw kennt, kann ja ermessen, wie viel Arbeit es Hesse gekostet hat, seinen eigenen Stil zu finden. Jemand der so schreibt, tut das nicht, um sich als Schulmeister aufzuspielen. Mir gefällt sehr, wie der verehrte Schriftsteller seine bisweilen hart gewonnenen Einsichten in Sprache ummünzte und wie er seine Betrachtungen und Sichtweisen zu Geschichten gemacht hat. Weil er sich darin stets treu geblieben ist, haben mich Hermann Hesses Bücher durch die Jahrzehnte seit der (Erst-)Veröffentlichung dieser kostbaren Ausgabe begleitet.
Keine Angst vor Klassikern! 5 von 5 Punkten „Alle Bücher dieser Welt Bringen dir kein Glück, Doch sie weisen dich geheim In dich selbst zurück."Nobelpreisträger, Ikone der Hippiekultur und der „meistgelesene Autor unseres Jahrhunderts". Doch wer war dieser Herrmann Hesse wirklich? Als Sohn eines Missionspredigers und einer in Ostindien geborenen Missionarstochter, verbringt der sensible und zurückhaltende Hesse seine Kindheit in einem streng pietistischen Haushalt. So wird er von seinen Eltern, nach seiner Schulausbildung, zu einem theologischen Studium gedrängt. Doch Hesse erträgt es nicht. Er flieht und begeht kurz darauf einen Selbstmordversuch. Nach Aufenthalten in mehreren Sanatorien beginnt er eine Buchhändlerlehre. 1904 schreibt er seinen ersten Roman „Peter Camenzid", der noch sehr von der deutschen Romantik und Klassik geprägt ist. Er heiratet, macht eine mehrmonatige Indienreise und hilft im 1. Weltkrieg in der Gefangenenfürsorge. Immer wieder begibt er sich in psychotherapeutische Behandlung. Doch am meisten hilft ihm das Schreiben, seinen Seelenzuständen Ausdruck zu geben. Er interessiert sich für die Psychoanalyse (C.G. Jung) und entwickelt seinen eigenen unverwechselbaren Stil. Gerade seine indische Dichtung „Siddharta" wird in den 1970ern zu einem Kultbuch. Es handelt von einem jungen Mann, der auf dem Weg zur Weisheit ist und seine Lehrer in Bettelmönchen, einem Buddha, einer Kurtisane, in der Familie sucht, bis er sie in seiner Seele findet. Hippies pilgern nach Indien und suchen in Hesses Werk sich selbst. Das Meisterhafte an Hesse ist seine klare, ausdrucksreiche und wundervolle Sprache. Mit wenigen Sätzen schafft er es, komplexe Lebensphilosophien verständlich zu beschreiben. Man findet oft Gedanken in seinen Erzählungen, die man selber hätte denken können und von denen man sich unmittelbar berührt fühlt, und so wird die Lektüre vieler seiner Werke zu einer Entdeckungsreise ins eigene Ich. Zum hundertsten Geburtstag des Schriftstellers veröffentlichte der Suhrkampverlag 1977 eine Jubiläumsausgabe aller Romane von Hermann Hesse. Hier finden sich die Meisterwerke „Siddharta", seine erste große Seelenbiografie „Demian", die das Erwachsen - und Menschwerden beschreibt, „Der Steppenwolf", ein Krisenroman, der von dem Problem Verstand und Animalität in einem Körper zu vereinen, erzählt. Im mittelalterlichen Roman „Narziß und Goldmund" zeigt Hesse die beiden Seiten des Menschseins, Verstand und Gefühl, in zwei Personen, die jeder nach seiner Art nach dem Glück streben. Der Höhepunkt seines Schaffens ist sein letztes Werk „Das Glasperlenspiel", in dem er alle großen Themen seiner vorigen Romane vereint. Darüber hinaus enthält die Sammlung jedoch auch die vielleicht weniger eigenständigen Romane „Peter Carmenzid", „Klingsors letzter Sommer" oder „Wanderung". So sollte man beim Kauf entscheiden, ob die Begeisterung an Hesse für das Gesamtwerk ausreicht, oder ob man sich nicht doch mit den ebenfalls empfehlenswerten Taschenbuchausgaben einzelner Titel zufrieden gibt. Darüber hinaus seien auch die Erzählungen, Tagebuchaufzeichnungen und insbesondere die Märchen empfohlen. Letztendlich muss man noch darauf hinweisen, dass die Ausgabe zwar in einem schönen Pappschuber und in der Form des klassischen Liebhaberbuchs (10 x 15 cm mit memoriertem Hardcovereinband) zu einem günstigen Preis angeboten wird, das Schriftbild jedoch durch seine Engschrift und nur wenig Seitenrand für den ein oder anderen zum beschwerlichen Lesevergnügen werden könnte. Nichtsdestotrotz möchte ich jedem diese Sammlung ans Herz legen, da die darin versammelte Weisheit über die Krisen des Lebens hinweghelfen kann, hin zu einem erfüllteren Leben. Für wen diese Reise zu beschwerlich ist, der sollte jedoch lieber auf anderen, ausgetrampelten Pfaden gehen... |
Der große Gatsby. SZ-Bibliothek Band 4 F. Scott Fitzgerald, Walter Schürenberg Gebundene Ausgabe, 10. April 2004 Verkaufsrang: 80011 Der große Gatsby (1925) führt den Leser direkt ins New York der Goldenen Zwanziger. Jazzmusik, Wolkenkratzer, unerhörter Reichtum, finanzielle Leichtfertigkeit, Intrigen und grenzenlose Liebe -- nichts fehlt in diesem meisterhaften Gesellschaftsportrait. Vor dem Hintergrund der lauten, wilden amerikanischen Moderne entfaltet der Roman die berührende Geschichte eines unheilbaren Romantikers. Früh schon erkennt der mittellose James Gatz, dass Erfolg eine Frage der Selbstdarstellung ist. Er beschließt, dass aus dem armen Gatz der strahlende Jay Gatsby werden soll und spielt den Erfolgreichen, noch bevor er tatsächlich zu Reichtum kommt. Doch nicht alles läuft nach Plan. Während er als Offizier im Ersten Weltkrieg dient, verliert er Daisy Fay, eine Tochter aus reichem Haus, an einen Nebenbuhler. Aber so leicht gibt er nicht auf. Unweit ihres Hauses auf Long Island errichtet er eine traumhafte Villa, in der er rauschende Partys feiert in der Hoffnung, Daisy doch noch zurückzugewinnen. Eine Geschichte voller Intrigen, Betrügereien und Eifersucht beginnt. Subtil und symbolhaft erzählt Fitzgerald hier vom großen amerikanischen Traum - und von dessem Scheitern. Für seinen Roman erntete er höchstes Lob von Autoren wie T. S. Eliot, Gertrude Stein und Ernest Hemingway. Der große Gatsby wurde mehrfach verfilmt, unter anderem 1973 mit Robert Redford und Mia Farrow in den Hauptrollen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)
Ein großer Gesellschaftsroman! 5 von 5 Punkten Der Roman von Francis Scott Fitzgerald spielt im New York der 20er Jahre: Reichtum, Partys, Glitzer und Glamor - der große amerikanische Traum.
Die Geschichte wird in Ich-Form aus Sicht des Nick Carraway erzählt. Nick ist der Nachbar des schillernden und reichen Jay Gatsby, in dessen Haus regelmäßig aufregende und große Partys stattfinden, zu welchen die High Society New Yorks erscheint.
Verwoben wird das ganze mit einer Liebesgeschichte. Der ehemals mittellose James Gatz verliebt sich während des 1. Weltkrieges in eine reiche Schönheit. Diese verliert er in den Wirren des Krieges aus den Augen. Und da er weiß, dass er sie nur als Mitglied der High Society zurückgewinnen kann, ändert er seine Selbstdarstellung und aus dem armen James Gatz wird der erfolgreiche und generöse Jay Gatsby, der durch seine Partys und seine geheimnisvolle Vergangenheit zum In-Talk von ganz New York wird. Wie es der Zufall will, ist seine verlorene Liebe in der Zwischenzeit verheiratet und eine Freundin seines Nachbarns. Ein Spiel aus Intrigen, Betrügereien und Eifersüchteleien beginnt.
Fazit: Unbedingt lesen. Der Roman hat noch nichts an Aktualität verloren. Sehr bildhaft wird die Atmosphäre der 20er Jahre vermittelt. Wunderbar geschrieben und schnell zu lesen.
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Utz Bruce Chatwin Sondereinband, Dezember 2002 Verkaufsrang: 80734 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Sammlerleidenschaft 5 von 5 Punkten Chatwin beschreibt die unglaubliche Sammlerleidenschaft eines skurrilen Menschen, der trotz allen Reichtums letztlich nicht mit seiner Umgebung zurecht kommt. Fesselnd geschrieben, man liest es in einem Rutsch. Schade, daß der Film mit Müller - Stahl nie in die Kinos kam. Die von der Manufaktur Meissen geschaffene Figur des Utz ist dem Schauspieler sogar ähnlich.
Prager Porzellan 4 von 5 Punkten "Utz", Kaspar Baron Utz, ein merkwürdiger Prager Gelehrter, ein faszinierender Ästhet, der unglaublich an seiner Sammlung Meißner Porzellan hängt - so sehr, dass er ihr zuliebe nicht dem Sozialismus entfliehen möchte. Sein Leben wird von Chatwin auf wunderbare Weise beschrieben, seine Liebe zu Prag, sein Alltag. Den Film dazu gibt's auch, aber das Buch ist natürlich besser. Bruce Chatwin wurde 1940 in Nordengland geboren und starb 1989 in Nizza. Neben seiner Arbeit bei Sotherby's und bei der Sunday Times bereiste er eine Zahl von Ländern, die dann auch als Hintergrund für seine Romane dienten - darunter Australien, Patagonien, Afghanistan, Westafrika. Bekannt ist er auch für sein faszinierendes Werk "Traumpfade" und für das geniale "Auf dem schwarzen Berg". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Marvelous 5 von 5 Punkten I am beginning a career as a writer. Bruce, a close relative of mine, has offered more inspirtaion to me than most. We shared a love for traveling and for understanding different cultures. Unfortunately, my work will never be as successful, and wonderful, as the work of Bruce Chatwin. |
UT, Nr.65, Zwischen den Palästen: Kairoer Trilogie I Nagib Machfus Taschenbuch, März 1996 Verkaufsrang: 88339 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über drei Generationen und drei Jahrzehnte hinweg verfolgt diese Trilogie das Leben einer Kairoer Kaufmannsfamilie. Der vorliegende erste Teil befaßt sich mit der Person des Abd al-Gawwad. Dieser wird geliebt und gefürchtet zugleich, strotzt vor Vitalität und Lebenslust, ist ein geistreicher Unterhalter, ein Kunstkenner und nicht zuletzt ein Liebhaber schöner Frauen. Wenn er jedoch die Treppen zu seinem Palast hinaufsteigt, verwandelt er sich in einen gnadenlosen Patriarchen.Nagib Machfus, geboren 1911, ist einer der bedeutendsten arabischen Autoren der Gegenwart. 1988 wurde ihm der Nobelpreis verliehen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Interessante Einblicke ins Kairo um 1920 5 von 5 Punkten Am Anfang war ich doch etwas schockiert darüber, wie das Leben in der geschilderten Kaufmannsfamilie abläuft, scheint es doch den üblichen Vorurteilen über islamische bzw. arabische Länder vollkommen zu entsprechen. So herrscht das Familienoberhaupt wie ein Tyrann über die Familie (den Frauen ist es z.B. nicht erlaubt, das Haus zu verlassen), während er selber jeden Abend mit seinen Freunden und Geliebten feiert. Das Überraschendste war für mich der Umstand, dass (fast) alle Beteiligten sich mit den Umständen nicht nur abfinden, sondern diese auch als vollkommen richtig (gottgewollt) ansehen und das Familienoberhaupt respektieren und lieben. Man muss allerdings anmerken, dass der Roman während dem Ende des ersten Weltkrieges angesiedelt ist und schon zu diesem Zeitpunkt einzelne Veränderungen (bislang nur in anderen Familien) erkennbar sind. Ansonsten ist der Roman sehr flüssig zu lesen, bietet interessante Einblicke und ist teilweise gar spannend. Bemerkenswert sind auch die vielen verschiedenen Charaktere innerhalb der Familie die vortrefflich dargestellt werden. Garniert wird das Ganze mit der Auflehnung des Volkes gegen das englische "Protektorat". Keine Frage, dass ich sofort zum zweiten Teil griff.
Eindrucksvolles Bild ägyptischen Lebens 5 von 5 Punkten Der erste Teil von Nagib Machfus' Kairoer Trilogie, der das Leben einer ägyptischen Kaufmannsfamilie während der Protektoratszeit der Engländer zeichnet, verbindet die historischen Ereignisse gelungen mit dem komplexen Beziehungsgeflecht innerhalb der Familie. Beherrscht vom Patriarchen, dessen absoluten Herrschaftsanspruch weder seine Frau noch die fünf Kinder (beinahe) niemals in Frage zu stellen wagen, versuchen sich die einzelnen Figuren auf ihre Weise die kleinen und großen Gefängnisse des täglichen Lebens erträglicher zu machen. Nachfus gewährt einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt und Lebensweise ägyptischer Männer und Frauen, der auch zum Verständis des gelebten Islam und die damit einhergehende Ausrichtung des Lebens auf Gott und die Situation der Frau in den islamischen Ländern beitragen kann (wobei man natürlich nicht vergessen darf, daß die Handlung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts spielt). Etwas gewöhnungsbedürftig ist die wortgewaltige blumige Sprache, die den Roman beherrscht. Dies liegt aber sicher auch an der arabischen Sprache und ihrer schwierigen Übersetzung ins Deutsche, die ich bei diesem Buch ausgesprochen gelungen finde. Sehr lesenswert! |
Die Rebellion: Ein Roman Joseph Roth Broschiert, September 2005 Verkaufsrang: 132695 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Readers of Joseph Roth's entre-les-guerres masterpiece The Radetzky March might reasonably take him for a peculiar kind of royalist. Again and again the author declares his nostalgia for the Austro-Hungarian Empire, which had gone down in flames in 1918, even as he lampoons the regime's stodginess and casual cruelty. In his youth, however, he was an ardent man of the left, who earned the nickname der rote Roth: Red Roth. And his third novel, Rebellion, is perhaps the closest thing he ever wrote to an engagé work of fiction. Chronicling the trials (literal and figurative) of a downtrodden prole, Roth seems sincerely indignant--and he even allows his protagonist a fiery speech in the final pages, during which the Almighty Himself gets an effective spanking: "How impotent You are in your omnipotence! You have billions of accounts, and make mistakes in individual items? What kind of God are you?" Prior to this point, Andreas Pum hasn't exactly been a model of biblical eloquence. After losing a leg in World War I, he's made his living as a beggar with a hurdy-gurdy, soliciting coins from passersby. This pious lamebrain does have the luck to marry a voluptuous widow, and for a brief moment he partakes of "a new and numbing blissfulness, which armors us against the offenses and hurts of the world." But a quarrel with a middle-class snob on a tram soon deprives Andreas of his wife, his beggar's license, and his freedom. Thus begins his descent, which Roth narrates in such a rapid-fire style that this Viennese Job seems to hit bottom almost overnight. Perhaps Andreas's final jeremiad--and indeed, his transformation into a quasi-anarchist--betrays the hand of an ideological stage manager. Yet Roth was far too brilliant a novelist to dabble in social realism, and even his portrait of Andreas's sentencing judge is deliciously equivocating: The judge himself was clean-shaven. He had an impassive face of granite majesty, like a dead emperor's. It was gray as weathered sandstone.... It was a face that might have looked heartless and implacable, had the middle of its powerful masculine chin not held an appealing, almost childlike dimple. For this diehard fan of the Dual Monarchy, of course, the comparison to a dead emperor was the highest of compliments. But it was the novelist in Roth, not the left-leaning polemicist, who decided to add the dimple. --James Marcus
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Der Einbeinige 5 von 5 Punkten Der gottesfürchtige, kaisertreue, obrigkeitshörige, frisch ausgezeichnete und amputierte Andreas Pum stellt einen mit sich und der Welt zufriedenes Mitglied der Gesellschaft dar, der sich einbildet, trotz seiner geringen Geistesstärke, der Invalidität und der Zeit des Untergangs der KuK Monarchie glücklich zu sein. Es wird mit hingebungsvoller Genauigkeit und Einfühlsamkeit das Leben und späte Scheitern eines Menschen beschrieben, der niemals in seinem Dasein etwas anderes als angepasst sein wollte. Andreas Pum erkennt erst spät, dass das Leben zu den Gerechten nicht gerecht ist und nicht sein darf; er wird zum Heiden (für ihn bisher das schlimmste auf Erden). Erst im Augenblick des Todes folgt die Abrechnung mit Gott und mit der Gesellschaft die den, der ihr immer angehören wollte als vollwertiges Mitglied, verstoßen und verraten hat. Am Schluss seines Lebens hält er eine flammende Rede, in der er mit allen Ungerechtigkeiten abrechnet und endlich dass zum Ausdruck bringen kann, was ihm sein minderbemittelter Verstand im Leben versagt hat.Joseph Roth hat hier ein Meisterwerk über die Ungerechtigkeit des sogenannten bürgerlichen Lebens geschaffen, an dessen Ende sich die wahre Größe des gescheiterten Opfers dieser Verhältnisse zeigt. |
Pittsburgh Phil und Co: Stories vom verschütteten Leben Charles Bukowski Taschenbuch, August 1997 Verkaufsrang: 173364 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Stories vom verschütteten Leben nennt Charles Bukowski seine Kurzgeschichten, in denen zur Erbitterung seiner Gegner scheinbar ohne jede Sublimierung »primitive« menschliche Bedürfnisse und Regungen artikuliert werden. »Was ich nicht brauche, sind diese blödsinnigen Arschlöcher, die mir dieses Scheiß-Image, dieses Humphrey-Bogart-Image anhängen wollen, oder mich als einen wildgewordenen Hemingway feiern oder als den Slum-Gott aus den Kloaken von Los Angeles oder was weiß ich ... Viele, die mein Zeugs lesen, sind sich nicht darüber im klaren, dass ich nur schreibe, um rauszufinden, ob ich schon vollkommen kirre bin oder nicht; ob ich die nächsten 24 Stunden überleben werde - überleben will - oder nicht...« Charles Bukowski, am 16. August 1920 in Andernach geboren, seit dem zweiten Lebensjahr Einwohner von Los Angeles, begann nach wechselnden Jobs als Tankwart, Schlachthof- und Hafenarbeiter (und natürlich als Postmann) zu schreiben. Er starb am 9. März 1994 in San Pedro/LA.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein typischer Bukowski 4 von 5 Punkten In Pittsburgh Phil und Co. schreibt Bukowski in seinem gewohnten Schreistil, ohne Wert auf Grammatik oder Wortwahl zu achten. Das Buch besteht aus mehrern Kurzgeschichten, die voneinander unabhängig sind und immer von Erinnerungen aus "seinem" harten Leben berichten. Aufgrund des eher niederen Niveaulevels der Sprache ist es sehr leicht zu lesen und bringt ebenfalls einige lustige Stellen hervor, über die jedoch nicht jeder lachen kann...Man verspürt verschwindend gering den Drang, das Buch zur Seite zu legen, da die meisten Geschichten vielleicht nicht immer unbedingt witzig, aber auf jeden Fall fesselnd sind. Man sollte dieses Buch nur dann in Betracht ziehen, wenn man für einen provokanten Schreibstil offen ist! Für diejenigen ist das Buch empfehlenswert!
von ganz unten. 4 von 5 Punkten Charles Bukowski hatte ein bewegtes Leben und begann seine Schreiberkarriere nach diversen Aushilfsjobs als Hafenarbeiter oder Tankwart. Dieses Leben merkt man seinem Schreibstil an, der sehr ungewöhnlich ist, sehr ehrlich, sehr schroff und dadurch gut nachvollziehbar. Er schreibt vom Abschaum der Gesellschaft, davon ganz unten zu sein und dort nicht wieder herauszukommen. „Pittsburgh Phil & Co." Ist ein Buch mit gesammelten Kurzgeschichten, die sich sehr leicht und schnell lesen. Man hat das Gefühl etwas zu erfahren, daß man so nie und nimmer erwartet hätte. Manchmal hat man das Gefühl, daß diese besagte Ehrlichkeit schon etwas zu viel wird. Zu intensiv, zu schroff, zu kraß. Aber, so ist das Leben auf der Straße wohl schon. Wirklich so. Vielleicht. Der Leser wird es wohl nicht nachvollziehen können, aber er muß wohl. Ein gutes Buch, das hier zusammengestellt wurde, etwas zusammenhanglos vielleicht, aber, es sind ja Kurzgeschichten, deshalb kann man es wohl verschmerzen. Nicht herausragend, aber gut. Immerhin. Nicht jeder kann so schreiben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Der Chronist der Winde Henning Mankell Taschenbuch, Juli 2007 Verkaufsrang: 10471 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine magische Aura umweht den afrikanischen Straßenjungen Nelio: Noch nie hat jemand gewagt, ihn zu verprügeln. Vielleicht weil aus dem 10-Jährigen, dem sich die irdischen Abgründe viel zu früh erschlossen haben, eine greise Weisheit spricht. Jetzt aber liegt Nelio mit schweren Schusswunden auf dem Dach eines ärmlichen Theaters. Dort erzählt er -- zwischen kräftezehrenden Fieberschüben -- dem Bäckerjungen José Antonio Maria Vaz sein Leben. Das beginnt mit der Erinnerung an die Banditen, die sein Dorf niederbrannten, seine Schwester töteten und vor denen er geflüchtet ist, als sie ihn zwingen wollten, einen Verwandten zu erschießen. Und es endet bei den Straßenkindern in der Stadt, denen Nelio zu einem an Fairness und Reife geradezu übermenschlichen Anführer wurde: Gestohlen jedenfalls wird nicht unter seinem Regime; bestenfalls -- in der Villa eines verreisten Entwicklungshelfers -- der Kühlschrank leer gegessen. Henning Mankell -- mit seinen Stories um den Kult-Kommissar Kurt Wallander dauerhaft auf den einschlägigen Bestseller-Listen vertreten -- präsentiert sich also seinen Fans hier nicht als Krimi-Autor, sondern als poetischer Anwalt der Chancenlosen: Derer, die gezwungen sind, "das Leben roh zu essen". Trotz aller Tragik des Sujets gleitet der Romancier, der dem heimischen Schweden zeitweise den Rücken kehrt, um in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo Theaterstücke zu inszenieren, aber nicht in schwermütige Betroffenheitsprosa ab. Es darf -- mit anderen Worten -- auch gelacht werden: Über die Tomaten- und Zwiebelkulturen beispielsweise, die in Mandiocas Hosentaschen hervorragend gedeihen. Oder über den schwerfälligen Tristeza, der eine Bank gründen will und dem Nelio für den Fall, dass er seine Denkgeschwindigkeit steigert, erst einmal ein Paar Turnschuhe verspricht. Vor allem aber bekennt sich Der Chronist der Winde -- in Schweden mit dem Sveriges-Radio-Romanpreis 1996 ausgezeichnet -- bedingungslos zur Kraft der Träume: "Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben, dachte Nelio. Die Flügel sind in uns, wenn uns vergönnt ist, sie zu sehen." --Christine Wahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)
Henning Mankells Der Chronist der Winde - ein schönes lesenswertes Buch 5 von 5 Punkten Der Chronist der Winde ist ein trauriges, aber auch humorvolles Buch, welches das Elend und auch die schrecklichen oder amüsanten Erlebnisse der Straßenjungen umschreibt.
Bereits in der Schreibweise ist der Henning Mankell zu erkennen. Sein Schreibstil kommt selten so dazu sich zu entfalten, wie in diesem Werk. Gefühl- wie Phantasievoll umschreibt Mankell die Abenteuer den jungen Nelio, in kurzen aber in der Wortwahl bedachten, Sätzen. Natürlich steht er nahe am Rande zwischen Realismus und Surrealismus, jedoch schafft es der Autor den Protagonisten fein zu zeichnen, in seinen Weisheiten, wie auch sonst. Leider fällt die Zeichnung der anderen Figuren dadurch sehr grob aus. Zwar ist die Geschichte alles andere als genial oder etwas Neues, all dies wird jedoch vom Schreibstil, den Charakteren und dem was das Buch vermittelt ausgeglichen.
Mankell berührt mit dem Schicksal der Akteure, in einem seiner besten Bücher. Er appelliert aber auch daran, seinen Blick in Richtung der dritten Welt und deren Armut zu richten. Und dass aber jeder Mensch eine Würde hat und eben diese auch bis zu Letzt bewahren sollte und dass Weisheit auch denen, die es einfach verstehen das Leben zu leben, vergönnt ist.
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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil Thomas Mann Gebundene Ausgabe, Mai 2006 Verkaufsrang: 187994 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thomas Manns populärer Gauner-Roman ist eine fiktive Autobiographie, deren jugendlicher Held im Sturm die Herzen der Leser erobert: Kein abgeklärtes Alterswerk, sondern eine parodistische Abenteuergeschichte von höchster sprachlicher Eleganz. Mit Felix Krull hat sich Thomas Mann seit 1910 immer wieder beschäftigt. Erst im Herbst 1954 erschien allerdings"der Memoiren erster Teil". Über einen zweiten Teil gibt es keine konkreten Pläne Thomas Manns.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Dichtung und Wahrheit bei Thomas Mann 5 von 5 Punkten Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung - und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.
Aus humorvoll-ironischer Distanz zeichnet der Autor augenzwinkernd und amüsant ein von vielen heiteren bis absurd-grotesken Einfällen durchzogenes Panoptikum der bürgerlichen Welt, die ihre spießige Unbeweglichkeit damit bezahlen muss, von einem Gernegroß wie dem Protagonisten Krull an der Nase herumgeführt zu werden.
Das Werk ist in einem für Thomas Mann typischen Stil geschrieben: Es werden lange, verschachtelte Sätze verschwendet. Und trotzdem liest es sich relativ leicht, viel leichter, als etwa der "Zauberberg".
Ich habe dieses Werk mit wachsendem Wohlgefallen genossen - um einmal mit Thomas Manns Worten zu sprechen. Seine blumige Weitschweifigkeit regt meine Phantasie an, lässt mich das Geschehen auf einer ganz anderen Ebene miterleben. |
Fischer Taschenbücher, Bd.85, Herr und Hund: Ein Idyll Thomas Mann Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 202670 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In seinem berühmten »Idyll« aus dem Jahr 1919 erzählt Thomas Mann von den täglichen Spaziergängen mit seinem deutschen Hühnerhund Bauschan in der Umgebung des Münchner Wohnhauses und in den Isar-Auen. Mit unnachahmlicher Ironie zeichnet er das anrührende Porträt einer Hundeseele, deren Schwächen und Schrullen allzu menschlich scheinen. Doch bei aller Gewohnheit und Sympathie stets bleibt dem Erzähler bewusst, wie fremd der Hund am Ende bleibt: ein treuer Freund und unheimlicher Gast zugleich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Idyllischer Naturalismus 4 von 5 Punkten Der Mensch und sein bester Freund, dies ist das Thema dieser kleinen Betrachtung von Thomas Mann. Er beschreibt auf wundervolle Weise sein Leben mit Bauschan, seinem Hund. Ob beim Spaziergang, beim Tierarzt oder bei der Jagd, stets trifft Mann die richtigen Worte für das Verhalten, Mimik und Gestik seines Begleiters.Eine Hommage an den treusten Gefährten des Menschen.
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Professor Unrat Heinrich Mann Gebundene Ausgabe, November 2004 Verkaufsrang: 142480 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Geschichte des tyrannischen Gymnasialprofessors Raat, der in die Fänge der Barfußtänzerin Rosa Fröhlich gerät und beim verbotenen Glücksspiel seine bürgerliche Existenz verwirkt, machte Heinrich Mann über Nacht weltberühmt. Doch sie trug ihm auch Hass ein, denn: "obwohl es so scheinen mag, ist Professor Unrat nicht eine Randerscheinung der bürgerlichen Gesellschaft, sondern ihr ins Extreme gesteigerter Vertreter." Mit seinem Roman traf Heinrich Mann die Träger des Wilhelminischen Reichs in ihrem Nerv.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Qualitative Lektürehilfe 5 von 5 Punkten Mit der Königs Erläuterung zu Heinrich Manns "Professor Unrat" ist dem Bange Verlag wieder einmal eine qualitative und anspruchsvolle Lektürehilfe gelungen!
Zunächst wird aufschlussreich dargelegt, wie Heinrich Mann inspiriert durch Zeitungsberichten "Professor Unrat" geschrieben hat und wie er sich selbst im Roman abbildet. Ausführlich wird der Inhalt, die Personenkonstellation und der Aufbau behandelt. Wunderbar wird der Verfall von Professor Raat vermittelt: die anfängliche Spießerexistenz, sein tyrannisches Wesen, sein rachsüchtiges Verhalten, seine Versuche die verhassten Schüler zu "fassen", das Kennenlernen der Künstlerin Rosa Fröhlich, die Beziehung zu ihr, das Zuspitzen der Verhältnisse, sein Verfall und schließlich sein Ende als gewöhnlicher Verbrecher. Dabei wird dem Leser auch die Rolle der Rosa und seiner Gegenspieler, die Bedeutung des "Blauen Engel" und die Konflikte mit den Schülern und der Gesellschaft bewusst. Auch werden die Unterschiede Ordnung und Zucht vs. Chaos und Anarchie deutlich. Unklare Stellen werden erklärt und auf interessanten Andeutungen und Zusammenhänge wird hingewiesen. In der Stil- und Sprachanalyse wird begreiflich dargelegt, wie Heinrich Mann meisterhaft Ortsbeschreibungen, Figurenrede, Erzählperspektiven, Dialekte und Dialoge einsetzt. Durch das Anführen von zahlreichen Interpretationen verschiedener Literaturwissenschaftler wird anschaulich gezeigt, wie sich die Interpretationsansätze im Laufe der Zeit verändern und sich weiterentwickeln. Beispielsweise wird auch auf Psychoanalyse und Individualpsychologie Bezug genommen. In der Rezeptionsgeschichte werden nicht nur die Entwicklung und die Auflagen des Buches, sondern auch die Verfilmungen und die Bühnenstücke berücksichtigt!
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Verstörung Thomas Bernhard Taschenbuch, April 2008 Verkaufsrang: 22695 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Am 26. fuhr mein Vater schon um zwei Uhr früh zu einem Lehrer nach Salla, den er sterbend angetroffen und als Toten gleich wieder in Richtung Hüllberg verlassen hat, um dort ein Kind zu behandeln, das im Frühjahr in einen mit siedendem Wasser angefüllten Schweinebottich gefallen und jetzt schon wieder wochenlang, aus dem Spital entlassen, zu Hause bei seinen Eltern war. Er ging gern zu dem Kind und ließ keine Gelegenheit aus, es aufzusuchen. Die Eltern waren einfach,...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Komödie oder Tragödie? 4 von 5 Punkten Was will uns der Autor mit diesem Werk wohl sagen? Kaum ein Leser wird sich nach der Lektüre von "Verstörung" seiner Antwort sicher sein. Geht es um einen bemitleidenswerten Adeligen, der dem Wahnsinn verfallen ist oder handelt es sich um eine Persiflage von Wahnsinn und Verzweiflung - im meisten Fall bleibt der Leser irritiert und verstört (sic!) zurück. Dennoch: Suchen wir nicht manchmal Bücher, über die sich noch tage- und wochenlang nachher grübeln lässt und die stark in uns weiterwirken? Ist die Lektüre dieses Buches auch nicht einfach, so konfrontiert es den Leser im zweiten Teil dafür mit einem der komplexesten und dichtesten Monologe der modernen deutschen Literatur. Und wenn auch die Themen des Buches eher düster sind, so hat der berühmte Fürstenmonolog bei genauerem Hinsehen auch seine witzigen und skurillen Momente. Kaum jemand, der über Seite 50 hinauskommt, wird sich jedenfalls einer gewissen Wirkung des Buches entziehen können.
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Ingrid Babendererde: Reifeprüfung 1953 Uwe Johnson Taschenbuch, 20. Juli 2006 Verkaufsrang: 103508 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Am 22. Februar 1957 sandte der dreiundzwanzigjährige Uwe Johnson ein Manuskript an Peter Suhrkamp: "Sehr geehrter Herr Dr. Suhrkamp: Dieser Brief betrifft das Manuskript >Ingrid Babendererde / Reifeprüfung 1953<, über das Sie durch Herrn Prof. Mayer gesprächsweise unterrichtet sind und das ich Ihnen nun übersende."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Tiefgründige Literatur 5 von 5 Punkten Zum Inhalt und zur Stilistik ist hier alles gesagt worden.
Festzuhalten bleibt, dass Uwe Johnson hier keine Untehaltungsliteratur geschaffen hat, sondern ein zutiefst komplexes Stück, dass mit Muße und Geduld gelesen werden will. Dann aber schimmert zwischen den schwerfälligen Sätzen ein so wunderbar unvoreingenommener, sich nicht mit schnellen und wohlfeilen Beurteilungen eines Menschen abgebende Humanismus hervor, wie man ihn selten findet. Ein Buch zum immer wieder in die Hand nehmen, ein guter Freund für viele Jahre.
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Der Voyeur: 13 unanständige Geschichten Boris Vian Taschenbuch, Oktober 2001 Verkaufsrang: 22268 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vian, gnadenlos zärtlich und respektlos Dreizehn Beispiele einer absurden, geilen und menschenfreundlichen Literatur, die die genußvolle Beschädigung von gesellschaftlichem Porzellan zum Prinzip ihrer Kunst macht. Ein schwules Pärchen zerbricht an der Mutterschaft! Eine Domina hält nächtens einen Taxifahrer von der Arbeit ab und bringt ihn auf den elektrischen Stuhl! Sensibler Hagestolz wird von einer Drencula vergewaltigt! Ein Badepriester löst sich in Dampf auf! Junger Herr verunglückt tödlich unter drei nackten Skifahrerinnen! Und andere Aufzeichnungen eines aufmerksamen Voyeurs.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
zart einschneidender Voyeurismus... 5 von 5 Punkten Ein Boris Vian, wie er im Buche, in meinen Erinnerungen, meinen Gefühlen und meinen Gedanken steht, fesselt, genauso unscheinbar, und doch kraftvoll den Leser; zwingt ihn sanft, aber bestimmt die Seiten zu vertilgen, weiß sich bei diesem einzuschmeicheln. Mit einer Wortwahl, die mich schon immer (und auch dieses Mal) nicht im Ungewissen über Vians Gedanken läßt...erfrischend und immer wieder gern gelesen, ist auch dieses schmale Seitenwerk ein unveränderlicher 5-Sterne-Aspirant!!! |
Malone stirbt Samuel Beckett Taschenbuch, März 1995 Verkaufsrang: 180802 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Schwere Kost ý reich und reduziert zugleich 4 von 5 Punkten „Man ist gekommen. Es ging zu gut. Ich hatte mich vergessen, verloren. Das ist nicht wahr. Es ging. Ich war woanders. Ein anderer litt. Man ist also gekommen. Um mich wieder zur Agonie zu bringen. Wenn es ihnen Spaß macht. Tatsache ist, dass sie nichts wissen, auch ich weiß nichts, aber sie, sie glauben, etwas zu wissen. Ein Flugzeug fliegt vorbei, ganz niedrig, mit Donnergepolter. Es ist ein Geräusch, das nichts mit Donnergepolter zu tun hat, man sagt Donnergepolter, aber man denkt es nicht, es ist ein flüchtiges, lautes Geräusch und weiter nichts, das keinem anderen gleicht."Dieses Zitat aus Samuel Becketts „Malone stirbt" ist nahezu willkürlich gewählt, zeigt jedoch einen kleinen, typischen Ausschnitt aus dem Roman, dessen Güte ausschließlich aus Becketts Sprachstil resultiert. Die Handlung ist minimal, ja irrelevant. Bestand der erste Teil von Becketts Trilogie („Molloy", siehe auch meine Rezension dazu) noch aus einer, wenn auch aus einer sehr reduzierten, Handlung und Sprache, so verringert Beckett seinen Schreibstil in dem vorliegenden Werk radikal auf die Bedeutung des Wortes. Erstaunlich bleibt die Tatsache, dass auch aus der Perspektive eines an ein Bett gefesselten Mannes, der lediglich noch seinen Kopf und eine Hand gebrauchen kann und auf, analog zur gesamten Idee des Buches, ein kleinstmögliches Hab und Gut zurückgreifen kann, soviel Beobachtungen möglich sind, um ein Buch zu füllen. Malone, bei dem man an einigen Stellen erkennen kann, dass es sich um Molloy aus dem ersten Roman handeln könnte, liegt nach eigenen Aussagen im Sterben und beschreibt einerseits das geringfügige Vorgehen um ihn herum, andererseits erzählt er sich selbst unbedeutende Geschichten. Er ist also komplett auf sich selbst begrenzt, eine Analogie zu Molloy. Beckett perfektioniert, was Kafka 30 Jahre vor ihm begonnen hat. Man muss sich auf Becketts Sprache einlassen, das fällt nicht gerade leicht, aber er belohnt seinen Leser mit einem Leseereignis, das sehr wenig Vergleichbares in der Literatur hat. Ich bin gespannt wie er diesen Ansatz im dritten Teil („Der Namenlose") steigert.
Nicht leicht, dafür umso imposanter 5 von 5 Punkten Dies ist der zweite Band der Ende der 1940er Jahre entstandenen Trilogie Becketts ("Molloy", "Malone meurt", "L'Innommable") und es ist ratsam, mit dem Ersten zu beginnen, jedoch in nicht allzu größtem Abstand die weiteren Bände zu lesen. "Malone stirbt" handelt von einem sterbenden Mann, der in einem Bett liegt und Aufzeichnungen macht. Aber lassen Sie sich nicht davon abschrecken, die Handlung ist zwar beinahe zur Gänze zurückgenommen, dafür ist die sprachliche Leistung umso bemerkenswerter. Samuel Beckett ist einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und sein Werk zählt zum Imposantesten und teilweise Modernsten, was die Literatur in diesem hervorgebracht hat. Deshalb: auch wenn es nicht leicht zu lesen ist, ist es den Zeitaufwand wert. |
Durcheinandertal.Roman Friedrich Dürrenmatt Taschenbuch, September 1998 Verkaufsrang: 44807 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Moses Melker - selber steinreich - hat eine Theologie der Armut entwickelt. Er möchte die Reichen von der Last des schnöden Mammons erlösen, damit sie der Gnade Gottes teilhaftig werden. Ein Gangster-Syndikat nimmt den Gedanken auf, erwirbt im Schweizer Durcheinandertal ein Kurhotel für Millionäre und lässt es zum Haus der Armut umbauen...""Dürrenmatts Roman ist außerordentlich dicht gewoben und dürfte den Großmeister auf der Höhe seiner Erzählkunst zeigen. Dieser Roman wird als Gesellschaftssatire voller Ironie, als eine Groteske mit holzschnittartigen Elementen der Räuberpistole in die Literaturgeschichte eingehen."(Süddeutsche Zeitung) "Ein höchst streitbarer Roman, der eine kontroverse Diskussion förmlich provoziert. Pflichtlektüre für Querdenker und all die, die es werden wollen."(Rheinischer Merkur) "Ein aufregender theologischer und künstlerischer Parforceritt."(Neue Zürcher Zeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Dürrenmatt's fabulierte Kritik der Gesellschaft 5 von 5 Punkten Das vom Gott und der Welt vergessene Durcheinandertal wird mit einem Schlag zu einem Nest der Verbrecher - das dortige Kurhotel wird von einem mysteriösen wie auch illegalen Syndikat zu einem Unterschlüpf für die international gesuchten Gangster verwandelt. Das Establishment wird unter dem Namen Haus der Armut" geführt und seine tatsächliche Bestimmung wird mit einem Netz von bizarren Arrangements mit der Politik, Justiz, mit Hilfe von Erpressung, Geld und Korruption geheim gehalten. So lange, bis der Frieden und die gewohnte Lebensweise der Dorfbewohner strapaziert werden. Ab dann ist der Durcheinandertal erst recht durcheinander: die Polizei jagt einen Hund; die Gangster bekommen neue Gesichter und niemand mehr kann sie auseinander halten - nicht mal sie selbst; der Gott und der Mafiaboss werden sich gefährlich ähnlich; und der Mörder wird zum Apostel eines neuen Glaubens. Das Ende des Romans lässt auf einen Akt der Selbstjustiz schließen. Das Böse wird in dem Durcheinandertal besiegt, die Dorfbewohner können zu ihren gewohnten Abläufen zurückkehren, bald ist Weihnachten.
Der Roman verbirgt eine Kritik der korrupten Gesellschaft - bestechliche Justiz, verkäufliche Anwälte und Politiker, ängstliche und inkompetente Polizisten - in der der gesunde Menschenverstand und die Grundsätze der Gerechtigkeit keine Rolle spielen. Das Werk ist schwer zu lesen, denn ausgewiesene Dialoge sind eher rar und es besteht fast hauptsächlich aus einem Fliesstext (in den auch die Dialoge integriert werden). Kurze, sehr prägnante Sätze in der Manier einer Berichterstattung dominieren den Still des Romans. Kondensiert, hoch-dosiert, man soll sich am besten Zeit zum Lesen nehmen und am besten direkt ein paar Pausen einplanen.
Nicht leicht, aber lohnend 5 von 5 Punkten Dürrenmatts letzter vollständiger Roman hat viel mit seinem Lebenswerk zu tun. Es geht wieder einmal um die Suche nach einem unfassbaren Gott, um Religion, aber auch um derbe Bauernintrigen, eidgenössische Politik und Gaunereien. Ein ehemaliges Kurhaus dient jetzt einem Verbrechersyndikat als Versteck. Gleichzeitig richtet ein selbsternannter Heiliger darin aber eine Art Seelenheil-Anstalt für Reiche ein. Diese dürfen im Urlaub einmal arm spielen, um ihr Gewissen zu erleichtern und in den Himmel einzugehen. Gangster, Prediger und Dorfbewohner kommen sich in die Quere. Gleichzeitig spielt sich ein immerwährender Kampf zwischen dem Großen Alten (mit oder ohne Bart) und seinem Gegenspieler Belial ab. Wobei nie ganz klar ist, ob der Große Alte nun ein Verbrecherboss, der Liebe Gott oder vielleicht doch beides ist. Sicher keine leichte Kost, aber sehr inspirierend und provokativ. |
Südkurier Antoine de Saint-Exupery Gebundene Ausgabe, Oktober 2001 Verkaufsrang: 205961 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Saint-Exupery berichtet von seinem Freund, dem Flieger Jacques Bernis, erzählt von dessen sehnsüchtiger, unerfüllter Liebe zu der Jugendgespielin Genoveva und beschwört die gefahrvoll berauschende Welt des frühen Flugerlebnisses, die bizarre Schönheit der Wolkengebirge, die übermächtige Großartigkeit des nächtlichen Himmels und in diesen Begegnungen die Verlassenheit des Menschen in der ungeheuren Ordnung des Kosmos.Antoine de Saint-Exupery wurde am 26.6. 1900 in Lyon geboren. Er verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter. In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. 1927-29 war er Direktor des Flugplatzes Cap Juby/Rio de Oro, 1929 wurde er Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires. 1931 Heirat. 1934 Eintritt in die Air France. Längeres Krankenlager nach einem Flugzeugunfall. Im September 1939 wurde Saint-Exupery Pilot in einer Aufklärer-Staffel, im Dezember 1940 ging er nach Amerika, 1943 kam er nach Nordafrika. Seit 31.7. 1944 ist er vermisst. Wahrscheinlich haben ihn auf der Höhe von Korsika deutsche Jäger abgeschossen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein Buch voller Farben 5 von 5 Punkten Schon ab der ersten Seite des Buches "Südkurier" von Antoine Saint-Exupery taucht man ein in eine Welt voller Farben. Saint-Exupery versteht es im "Südkurier" die Gefühle der Hauptperson in wundervollen Farben darzustellen. Man fühlt sich durch die Beschreibung in die Wüste versetzt. Man hat das Gefühl sich in diesem Moment in der Sahara aufzuhalten und den sandigen Wind im Gesicht spürt. Ein Buch voller Sinneseindrücke.
Große Liebe und der Tod 5 von 5 Punkten In Südkurier erzählt uns Saint-Ex die Geschichte seines Freundes Jaques Bernis - er erzählt von dessen großer Liebe Genoveva, von seinem letzen Flug, von seinen Gedanken und vom Fliegen ... Lesenswert! |
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