Klassiker

Inhaltsangaben
Kurzbeschreibungen
Zusammenfassungen
Seite 10

Huckleberry Finns Abenteuer - Mark TwainHuckleberry Finns Abenteuer
Mark Twain

Taschenbuch, April 2006
     Verkaufsrang: 90939      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Figuren und Handlung sind bekannt: Huckleberry Finn, der die Enge des puritanischen Lebens in St. Petersburg nicht mehr aushält und davonläuft, Jim, der auf der Flucht ist, um der Sklaverei zu entkommen, und mit dem Huck seine Abenteuer auf dem selbst gebastelten Floß bestreitet, und natürlich Tom Sawyer, den die beiden Jungen nach vielfältigen Erlebnissen auf dem Mississippi durch einen Zufall wiedertreffen. Gemeinsam kehren sie nach St. Petersburg zurück, Huck aber treibt es bald schon weiter in Richtung Westen.
Mit dem 1884 erschienenen Roman gelang es Mark Twain mehr noch als mit ›Tom Sawyers Abenteuer‹, scharfe Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in den amerikanischen Südstaaten zu üben und ein Werk von weltliterarischer Bedeutung zu schaffen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Muss man lesen      5 von 5 Punkten
Ja. Dieses Buch M U S S man lesen.
Es gibt Bücher, da merkt man von Anfang an, dass sie etwas besonderes, etwas geniales sind. Dieses Buch gehört für mich unbedingt dazu.
Mark Twain hat mit Huckleberry Finn ein unglaubliche Figur der Weltliteratur geschaffen, die sich eingeprägt hat. Die witzige Art macht einfach Spaß beim Lesen. Immer wieder schmunzelt man und schüttelt den Kopf. Und wenn sich dann die Nacht über die Snaks auf dem Mississippi legt, und Huck und Jim auf ihrem Floss den weiten Strom hinuntertreiben, dann kommt ein Fernweh auf.
Die wohl besten Kapitel des Buches sind die, als Huck und Tom Sawyer Jims Befreiung planen und ausführen. ("Und wenn am Tag des Ausbruchs noch Zeit ist, dann buddeln wir noch nen Burggraben."). Genial.
Also. Lesen. Lesen. Lesen.

ein Klassiker der Weltliteratur      5 von 5 Punkten
"...es ist das beste Buch, das wir gehabt haben. Die ganze amerikanische Schriftstellerei kommt daher. Vorher gab's nichts. Danach hat es nichts gleich Gutes gegeben." Ernest Hemingway

Eigentlich handelt es sich bei "Huckleberry Finns Abenteuer" um die Fortsetzung von "Tom Sawyers Abenteuer" aus dem Jahr 1876, aber man kann das teils humorvolle, teils bissige Buch auch lesen, ohne die Vorgeschichte zu kennen.

Zum Inhalt: Huck Finn flieht vor seinem Vater, einem verwahrlosten Säufer, und tut sich mit dem entlaufenen, steckbrieflich gesuchten schwarzen Sklaven Jim zusammen. Auf einem Floß lassen sie sich den Mississippi hinunter treiben. Sie geraten nicht nur an Betrüger und Halunken, Puritaner, bornierte Rassisten und gutmütige Frauen, sondern werden außerdem Zeugen eines Kampfes zwischen zwei Familien, die seit 30 Jahren eine Blutfehde austragen...

Huckleberry Finns Abenteuer" ist eine humorvolle, pittoreske und bissige Satire auf die amerikanische Sklavenhaltergesellschaft vor dem Sezessionskrieg.

Und das, was Hemingway zu sagen hatte, trifft voll und ganz zu: Mark Twains Roman über Huck Finn ist in der Tat ein Klassiker der Weltliteratur geworden. Er gilt als eines der erfolgreichsten Werke der nordamerikanischen Literatur und wurde mehrmals verfilmt.


Die Wahlverwandtschaften - Johann Wolfgang von GoetheDie Wahlverwandtschaften
Johann Wolfgang von Goethe

Taschenbuch, Juni 1999
     Verkaufsrang: 32935      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Eduard und Charlotte leben in zweiter Ehe zusammen auf ihrem Landgut und erfüllen sich damit ihre Jugendliebe. Die Zweisamkeit wird gestört, als Eduard seinen alten Freund Otto, einen in Not geratenen Hauptmann, als Berater und Gartenvermesser auf sein Gut einlädt und Charlotte ihrerseits ihre auf dem Internat unglückliche Pflegetochter Ottilie als häusliche Gehilfin zu sich nimmt. Die Harmonie zwischen Eduard und Charlotte ist durch das Eindringen der Freunde...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Ein Meisterstück      5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch vor etwa 5 Jahren gelesen. Es trug bedeutend zu meiner heutigen Liebe zur Literatur bei und annimierte mich damals wieder zum vermehrten Lesen.
Die Handlung packte mich vom ersten Kapitel an. Die letzte Seite erreichte ich innert wenigen Tagen, doch die Geschichte hallte noch lange in meinem Kopf und Geist. Die tragische Liebesgeschichte berührte mich, mit jeder Seite tauchte ich tiefer in die von Goethe so wundervoll umschriebene Welt ein und fühlte mich den Protagonisten näher.
Es ist lange her seitdem ich dieses Buch gelesen habe, doch möchte ich mir dieses Jahr fest vornehmen, mir auch dieses Buch wieder einmal zu Gemüte zu führen und in Goethe's Welt voller Tragik und Liebe zu versinken.


 Weitere Lesermeinungen


Die Dame mit dem Hündchen. Erzählungen 1897-1903 - Anton CechovDie Dame mit dem Hündchen. Erzählungen 1897-1903
Anton Cechov

Taschenbuch, 2000
     Verkaufsrang: 201771      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Während eines Urlaubs lernt Gurov eine junge Dame mit einem Hündchen kennen, von der er sich Abwechslung verspricht. Aber die kindlich wirkende Frau, der er nahekommt, entspricht so wenig der Vorstellung, die er sich bisher von der niederen Rasse Frau gebildet hat, dass er sich ganz verwandelt fühlt. Als sie sich schliesslich trennen, erwartet Gurov, dass das Bild der Geliebten verdämmern werde wie alle andern.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Kleinode der Weltliteratur      5 von 5 Punkten
Cechov ist ein Meister im Beschreiben von Gefühlen und Stimmungen, für die es in der Sprache keine Worte gibt. Der Leser fühlt sich sofort identifiziert mit der Welt Russlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts, selbst wenn man noch in dieser Ecke war und wahrscheinlich auch nie hinkommen wird. Und es sind nicht die großen Gefühle, die Cechov beschreibt, vordergründig geht es nicht um Liebe oder Hass, um Armut und Verzweiflung, sondern vielmehr um Zwischenmomente, um die Momente des Nachsinnens und des Verarbeitens. Seine Protagonisten sind Menschen im Umbruch und Aufbruch, die Hauptfiguren sind Träger der Geschichte aber nicht Inhalt. Sie werden als Mittel zum Zweck benutzt und in der Kürze der Erzählung erhalten sie trotzdem so viel Tiefgang, wie es andere nicht in 1000-seitigen Romanen bekommen. Cechov ist der ideale Einstieg für alle, die sich ein wenig vor der russischen Literatur fürchten. Hier haben sie einen Meister der Formulierung und der Beobachtung, sodass man in den Erzählungen bereits nach wenigen Sätzen mitlebt.


Wanderungen durch die Mark Brandenburg: 8 Bände - Theodor FontaneWanderungen durch die Mark Brandenburg: 8 Bände
Theodor Fontane

Broschiert, Mai 2005
     Verkaufsrang: 83136      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 45,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Die umfangreichste Ausgabe der "Wanderungen"
"Schloß-, Park- und Landschaftsbeschreibungen, Historisches, Anekdotisches, Familienkram und Spukgeschichten. Mehr kann man am Ende nicht verlangen." Treffender, als es Fontane selbst tat, können die "Wanderungen" nicht charakterisiert werden. Zu den bekannten fünf Bänden bietet diese konkurrenzlose Ausgabe zwei Zusatzbände aus dem Nachlaß und zum erstenmal im Taschenbuch den aufwendigen Registerband mit allen Personen und Orten.
"Eine editorische Meisterleistung" Günther de Bruyn




20000 Meilen unter den Meeren - Jules Verne20000 Meilen unter den Meeren
Jules Verne

Broschiert, Juni 2008
     Verkaufsrang: 228700      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der Roman über Kapitän Nemo, einen Menschen rätselhafter Herkunft, einen kultivierten Wissenschaftler und Ingenieur, der mit einer kleinen Schar Getreuer auf einer abenteuerlichen Reise in seinem Riesen-U-Boot »Nautilus« die Weltmeere unterquert, gehört zu den immer wieder zitierten Meisterwerken von Jules Verne.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Großartiges Hörspiel      5 von 5 Punkten
Dies ist mit Abstand die beste und originalgetreueste Umsetzung des Romans auf dem deutschen Markt. Großartige Sprecher werden von einer genialen Geräuschkulisse ergänzt. Großes Kino für die Ohren.

Wer noch ein paar Euro mehr investiert, bekommt die DVD-Version mit Making-Of-Video, 5.1 Sound und teilweise längeren Dialogen. Für Fans empfiehlt sich diese Mehrausgabe unbedingt!


 Weitere Lesermeinungen


Gesammelte Erzählungen 1+2: Ost und West / Der Rest der Welt: 2 Bde - W. Somerset MaughamGesammelte Erzählungen 1+2: Ost und West / Der Rest der Welt: 2 Bde
W. Somerset Maugham

Gebundene Ausgabe, November 2005
     Verkaufsrang: 63645      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 49,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Er reiste um die ganze Welt, erlebte Unglaubliches und schuf einzigartige Geschichten aus diesen Erlebnissen. Maughams Erzählungen umspannen den ganzen Erdball und haben nichts an Aktualität verloren. Sie sind zeitlos. Sie sind eindringlich. Sie stecken voller Überraschungen. Lesen Sie!

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Unübertroffen      5 von 5 Punkten
Keiner kann Menschen und Situation so beschreiben wie W. Somerset Maugham. Er ist der unüertroffene Meister der Kurzgeschichte, des Erzählens schlechthin, in unvergleichlicher Eleganz macht er aus einer alltäglichen Begebenheit eine unterhaltsame und spannende Geschichte. Seine Meisterschaft in der Beschreibung der britischen Kolonialzeit und des Reisens des frühen 20. Jahrhunderts zeigt sich in diesem Sammelband mit Klassikern wie "die Dschungelresidenz", "der Rote" etc., vor allem im ersten Band. Der zweite Band enthält kürzere Erzählungen, von denen man die eine oder andere vielleicht nicht vermissen würde. Trotzdem 5 dicke Sterne für diese zwei Bände, die keine Einmalinvestition sind. Man kann die Stories immer wieder lesen, als lebenslange Begleiter.

Sehr unterhaltsame Lektüre      5 von 5 Punkten
Es ist das ideale Buch, um nicht reisen zu müssen, man bleibt zu Hause und liest bei einem guten Glas Wein oder bei Kerzenschein, denn die Reisen hat Maugham für uns unternommen, unentwegt ist er in viele Länder der Welt gefahren unter anderem auch sehr viel in den Fernen Osten.

Er ist für uns gereist und es ist ja eine alte Lebensweisheit, dass in Wort und Bild deskribierte Reisen häufig sehr viel besser sind als jede selbst gemachte Reise.

Seine Kurzgeschichten, sind brillant geschrieben, beeindruckend, erfindungsreich, geistvoll, witzig, intelligent, rasant, analytisch effizient, aphoristisch, aber immer doch auch immer wieder mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, in dem Somerset Maugham eigenen Stil.

William Somerset Maugham wurde 1874 in Paris geboren, seine literarischen Vorbilder waren Guy Maupassant und Anton Tschechow.

Ich kann diese Bücher mit Leidenschaft und Nachdruck empfehlen. Sicher auch ein schönes Weihnachtsgeschenk.



Bel Ami - Guy de MaupassantBel Ami
Guy de Maupassant

Taschenbuch, Mai 2002
     Verkaufsrang: 36425      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Die Geschichte des George Duroy, genannt 'Bel Ami', der als junger Mann nahezu mittellos nach Paris kommt und dort als charmanter Verführer und skrupelloser Karrierist in die höchsten Kreise aufsteigt. Äusserst amüsant entwirft Guy de Maupassant ein Sittenbild der modernen bürgerlichen Gesellschaft, das nichts von seiner Gültigkeit verloren hat.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Wer solche Freunde hat...      5 von 5 Punkten
Bel ami, der Name ist Programm. Dieses Buch ist wirklich ein schöner Freund denn wenn man es einmal zu lesen begonnen hat kann man es nur schwerlich wieder aus der Hand legen. Das Leben und der gesellschaftliche Aufstieg des George Duroy sind ausnahmslos spannend und mitreissend erzählt. Maupassant hat mit Duroy einen mittelmässigen Charakter geschaffen, der weder durch besondere Klugheit noch Talent zu überzeugen weiß. Seine Trümpfe sind sein blendendes Aussehen sowie Gerissenheit und ein gewisses Maß an Skrupelosigkeit. Man könnte Ihn als Schmarotzer bezeichnen der hauptsächlich durch die Verdienste Dritter zu gesellschaftlichem Ansehen gelangt. Meiner Meinung nach ein hoch brisantes Thema welches nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat und von Maupassant grandios umgesetzt wurde. Absolut empfehlenswert für Liebhaber von Gesellschaftsromanen.


 Weitere Lesermeinungen


In 80 Tagen um die Welt - Jules VerneIn 80 Tagen um die Welt
Jules Verne

Gebundene Ausgabe, Dezember 2004
     Verkaufsrang: 171429      Gewöhnlich versandfertig in 9 bis 13 Tagen.

Preis: € 3,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Mit Schiff, Bahn und Elefanten - kurz, mit jedem sich bietenden Transportmittel - jagen Mr. Phileas Fogg und sein Diener Passepartout um die Erde. Aufgrund einer Wette stehen Mr. Foggs Ehre als pünktlich korrekter Gentleman und sein Vermögen auf dem Spiel. Dabei begegnen sie einer indischen Prinzessin - und allerhand Gaunern, die um jeden Preis verhindern wollen, dass Mr. Fogg seine Wette gewinnt

Gentleman Phileas Fogg schließt in seinem Londoner Klub eine folgenschwere Wette ab: Er wettet um 20.000 Pfund, dass er es schafft, in 80 Tagen um die Erde zu reisen. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt. Noch am selben Abend brechen Fogg und sein Diener Passepartout zu einer Jagd um den Globus auf. Per Schiff, Bahn, Pferdekutsche und Elefant beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn genau am Sonnabend, dem 21. Dezember 1879 um acht Uhr fünfundvierzig abends will Fogg wieder bei seinen...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Kommen Sie mit zum Mittelpunkt der Erde!      5 von 5 Punkten
Ich musste doch tatsächlich 27 Jahre alt werden, um zum ersten Mal Jules Verne zu lesen. Und das auch nur, weil ich dieses Buch zu Weihnachten bekam. Aber was soll ich sagen? Ich bin überwältigt!!
Da findet ein kauziger Professor für Mineralogie ein altes, rätselhaftes Dokument in einem ebenfalls sehr alten Buch. Durch besagtes verschlüsseltes Dokument erfährt der Professor von einer Reise zum Mittelpunkt der Erde, welche bereits von dem isländischen Alchimisten Arne Saknussemm unternommen wurde. Der wissbegierige Professor und sein eher skeptischer Neffe machen sich also auf nach Island, um mit einem stoischen isländischen Eiderentenjäger in den Krater des Vulkans Sneffels Jökull zu steigen. Und dort lauern so einige Überraschungen auf die drei.
Ich war von Beginn an gefesselt von diesem Roman. Immer wollte ich Wissen wie es weitergeht und Jules Verne hat es sehr geschickt eingerichtet, dass auch immer etwas passiert, immer etwas Neues auftritt. Urzeitliche Tiere, knappe Wasservorräte, labyrintische Gänge, in denen man sich schnell mal verläuft sind nur einige Punkte auf dieser abenteuerlichen Liste. Und es ist auch in keinster Weise verwerflich, dass hier nicht alles immer ganz realistisch von statten geht. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde lebt definitv von der Freiheit und der Fantasie des Autors und das ist auch gut so, denn diese scheint, verbunden mit faktischem Wissen, grenzenlos zu sein. Auch aus geologischer und paläontologischer Sicht ist der Roman hoch interessant, da Verne mit Fakten und Theorien diesbezüglich um sich wirft. Es entspricht schon durchaus dem damaligen Wissensstand. Heute wird man ihm den einen oder anderen Fehler, auf die auch im Anhang Bezug genommen wird, verzeihen, den heutzutage wird wohl kaum noch jemand zu diesem Buch greifen, wenn er aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sucht. Man würde speziell dieser Ausgabe von dtv aber Unrecht tun, wenn man nur den Romaninhalt rezensieren würde, denn es geht ja noch gut 120 Seiten weiter mit zusätzlichen Materialien zum Werk. Zuerst einmal die durchaus notwendigen Anmerkungen zu den vorkommenden Namen und Begriffen. Hier merkt man aber auch, dass der ein oder andere Literaturwissenschaftler hinter jedem Wort etwas zu entdecken vermutete. Da werden dann Namen einfach verändert, damit man bloss eine großartige Bedeutung dafür hat. Es folgt ein Nachwort, welches sich genauer mit der Wissenschaftlichkeit in Vernes Werk beschäftigt. Danach eine Zeittafel, die ausführlich alle Daten samt Erläuterungen parat hat, die sich auf dieses Buch beziehen. Beginnend 1691 (E. Halley hält Vortrag über drei Hohlkugeln mit heissem Kern im Innern der Erde) und abschließend mit 2005 und der Ankündigung einer neuen Verfilmung. S e h r ausführlich wie man sieht. Wem das noch nicht reicht, der kann noch nach weiterführender Literatur im Verzeichnis suchen, einen Bericht über die Plagiatsaffäre zwischen Verne und René de Pont-Jest samt Urteil, ein Rundschreiben von John Cleve Symmes (eine Aufforderung ihn bei der Erkundung des Erdinneren zu unterstützen), einen Textauszug von Alexander von Humboldt mit dem Titel "Naturgemälde. Allgemeine Übersicht der Erscheinungen", einen Beitrag von Michel Jules Verne mit dem Titel "Unter der Erde" und zu guter Letzt eine Art Essay des Übersetzers Volker Dehs zum Theme "Jules Verne und das Hamburger Johanneum", lesen. Dies sei durchaus noch erwähnt, sollte man zwischen verschiedenen Ausgaben schwanken.
Aber auch wenn dies alles nicht dabei wäre hätte dieses Buch 5 Sterne verdient, da es spannend, fesselnd und an einigen Stellen auch sehr lustig ist. Ganz nett sind hier auch noch die Illustrationen der französischen Originalausgabe. Lesen Sie das Buch und werden sie zum Abenteurer!


 Weitere Lesermeinungen


Der Nachsommer - Adalbert StifterDer Nachsommer
Adalbert Stifter

Taschenbuch, August 2005
     Verkaufsrang: 120364      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Auf einer Forschungsreise in die Alpen lernt der junge Geologe Heinrich Drendorf den alternden Freiherrn von Risach kennen, der ihm ein bedeutender Mentor in den entscheidenden Dingen des Lebens, der Kunst und der Wissenschaft wird. Tiefe Zuneigung empfindet Heinrich zu Natalie Tarona, der Tochter von Risachs Jugendfreundin Mathilde, der er auf Risachs Landgut begegnet. Ihr Glück besiegeln beide durch Heirat. Bewusst auf die Ehe verzichtet haben dagegen Mathilde und Risach, die sich im...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Genial !      5 von 5 Punkten
Die Gegner und Verächter dieses Romans sagen, es ginge darin nur um die Frage, ob denn ein Gewitter kommen würde oder nicht - ja natürlich haben Sie recht. Aber genau das ist das Geniale an diesen 800 Seiten, die Stifter geschrieben hat! Darüber muss man meditieren! Dann wird man auch diese wichtige "Gewitter Frage" verstehen.


 Weitere Lesermeinungen


Candide oder der Optimismus - VoltaireCandide oder der Optimismus
Voltaire

Taschenbuch, Dezember 2005
     Verkaufsrang: 200356      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Satire auf Optimismus und Pessimismus      3 von 5 Punkten
"Candide" basiert eigentlich nur auf einer simplen Grundidee - der Widerlegung des Leibniz'schen These, dass in der Welt notwendigerweise alles zum besten arrangiert ist, welche der Lehrer des Candide seinem Schüler auf dem Schloss, auf welchem letzterer erzogen wird, vermittelt.
Dazu lässt er seinen Helden vom Schloss vertreiben und rund um die Welt reisen und nicht nur das europäische Elend seiner Zeit inklusive sozialem Elend, Kriegeswirren und Inquisition hautnah erleben, sondern auch in Südamerika die überseeischen spanischen Besitzungen der Jesuiten kennenlernen und schließlich das sagenhafte Eldorado finden, wo er unermessliche Schätze erhält, um die er dann aber bald wieder betrogen wird.
Wie in Diderots "Jakob" philosophieren Candide und seine wechselnden Begleiter dabei immer über die Ausgangsthese, was der Geschichte satirische Würze verleiht und diese auch intellektuell unterhaltsam werden lässt.
Am Ende steht die Geschichte für eine Satire sowohl auf den Optimismus wie auch auf den Pessimismus, ist aber zugleich auch eine recht spritzige Literaturkritik der zeitgenössischen bis römisch-griechischen Literaturgeschichte, die Voltaire von seinen Protagonisten satirisch aufspießen lässt.
Finalement wird Candide schließlich nach allen Abenteuern und misslungener philosophischen Suche von einem alten Mann bekehrt zu dem Motto: "Schweigt und arbeitet", womit er und seine Getreuen letztlich ihr Glück finden.
Auch wenn das erzählerische Talent Voltaires wie sein Witz, seine Phantasie und sein Einfallsreichtum nicht ganz den fehlenden Tiefgang der Geschichte verbergen können, kann der Dichter und Aufklärer dennoch auch heute noch den großen Erzähltalenten der Aufklärung zugerechnet werden.

Geniale Schrift      5 von 5 Punkten
Mit Candide landete einer der genialsten Schriftsteller aller Zeiten die genialste philosophische Erzählung überhaupt. Mit viel Humor und wunderbarem Schreibstil erzählt Voltaire die Reise von Candide und seinen immer wechselnden Begleitern, in der es mal zu Glück und mal zu Pech kommt.
Einfach lesen und selbst Meinung bilden!
Gruß

Gipfel der Satire!      5 von 5 Punkten
Es ist kaum zu glauben dass diese Geschichte vor über 200 Jahren geschrieben wurde. Voltaire schreibt auf sehr unterhaltsame Weise und platziert dabei seine Kritik auf intelligenteste Weise. Es ist schon zu genüge zu diesem Buch gesagt worden. Was mir noch zu sagen bleibt: Kaufen, lesen und das Meisterwerk in Sachen Satire schlechtin mit all seinen Facetten genießen. Lesespass auf höchstem Niveau!!!

Scharfsinnige Satire      5 von 5 Punkten
Der sympathische, junge "Held" dieses Romans, Candide, glaubt an die Lehren seines Hauslehrers Pangloß, der darüber doziert, dass diese Welt die beste aller möglichen sei und hier alles den besten Sinn hat. Doch gleich im ersten von dreißig episodenhaft kurzen Kapiteln muss Candide feststellen, dass dies so eigentlich nicht stimmen kann, denn hier wird er gleich, nur wegen eines hamrlosen Küsschens, vom Baron per Fußtritt aus dem Schloß gejagt. Doch Candide wäre nicht Candide, wenn er nicht seinen Optimismus seine Geliebte Kunigunde irgendwann wiederzusehen und sogar zu ehelichen strikt beibehalten würde und so macht er sich auf den Weg die Welt zu erkunden. Allerdings muss er erkennen das diese, so wie sie ist, ganz bestimmt nicht die beste aller Welten ist. Er erlebt Naturkatastrophen, Morde, Vergewaltigungen, Kriege, Betrug, Schiffbruch, einmal wird er fast gegrillt und verspeist usw.
Voltaire lässt seinen Protagonisten auf den knapp 170 Seiten eine unglaubliche Vielzahl an Übeln und Schlechtigkeiten erleben, dass dem Leser kaum Zeit für Mitgefühl bleibt. Und das alles unter dem Deckmantel eines humoristischen Romans, mit Anzeichen eines barocken Schelmen- und/oder Abenteurromans. Zu lachen gibt es hier wirklich viel, zumindest aber zu schmunzeln. Und auch die Überraschungsmomente jagen sich, wenn noch nicht mal der Tod manchen Figuren etwas anhaben kann.
Trotzdem weiß der Leser aber, das es unter besagtem Deckmantel um Kritik an Politik und Gesellschaft geht. Hervorragend! Kritik gepaart mit viel Witz und Ironie in einem wirklich temporeichen, Spass machenden, gut zu lesenden Roman. Die Überschrift des wirklich interessanten Nachwortes sagt schon einiges: "Weltironie im Taschenformat".

Wir müssen unseren Garten bestellen, .......      5 von 5 Punkten
so die letzten Worte von Candide im längsten Roman von Voltaire. Candide gibt damit Antwort auf Pangloß' letzte - in Anbetracht der erlebten schlechten Umstände - ironischen Ausführungen über "die beste aller Welten", die soviel Überraschungen hervorbringt, wenn man sich nur hinter dem Ofen hervorwagt. 1759 kommt dieses Werk an die Öffentlichkeit, in einem Jahrhundert, das den 7-jährigen Krieg (1756-63) noch nicht beendet sieht, dem Lissabon (1755) durch Erdbeben und Feuer zum Opfer zu fallen droht und in dem die Fragen der Theologie und der Philosophie neu zu bestimmen sind. Naturwissenschaft und Empirie dominieren den Glauben hin zur Vernunft und doch scheint nur das wirklich, was auch Tatsache ist. ("Nur das, was man selbst erlebt hat, kann man verstehen.") Voltaire lässt seinen Helden Candide (wie auch Eichendorff seinen Taugenichts) durch die Welt sausen, Zufall und Notwendigkeit (als zureichender Grund nach Leibniz) steht allerorts Pate für die nächsten Wege und ganz beiläufig erkennt man die Wirren der Zeit in den unterschiedlichen und doch verflochtenen Kontinenten. Die Figuren sind wie in einem Marionettentheater aufgestellt, Voltaire lässt sie kommen und gehen, ganz nach belieben, der Tod kann diesen nun wirklich nichts. Über allem schwebt als helfende Hand und als begleitender Berater Pangloß, der große Philosoph aus dem frühen Westfalen, der gleichzeitig Erzieher von Candide war.

Voltaire beginnt hier vielleicht ohne Absicht den Weg der Aufklärung. Mit dem Erdbeben in Lissabon ist der Glaube an die Kirche nicht mehr gefestigt. Ein Totenmeer von über 30.000 Menschen lädt ein zum Zweifel und der Gedanke, die Vernunft und das Erfahrene zu priorisieren, nimmt beständig zu. Daher lässt Voltaire seinen Protagonisten Candide Menschen "an sich" nur im Eldorado erleben, Menschen, die ihren Reichtum mit Ehre tragen und diesen nicht als zureichenden Grund für Missgunst sehen. Alle Liebe Candides jedoch gilt Kunigunde, seiner noch im Geiste schönen Geliebten, die er bereits in Westfalen küsst und damit Anlass für ihren Vater bietet, ihn mit Fußtritten in die Welt zu jagen. Nichts hält ihn auf, immer ist sein Optimismus in der besten aller Welten nach Pangloß so groß, dass sein Glaube, Kunigunde wieder zu treffen, niemals schwindet. Alles wird gut, alles ist gut dieses an Leibniz angelehnte Motto in "prästabiler Harmonie" schwebt über allem, als Anweisung und als Ironie, wo doch die Welt im Erleben Candides mehr und mehr aus den Fugen gerät. Am Ende treffen sie (Candide und Kunigunde) sich und finden zusammen, doch nicht wie im Märchen, sondern eher ohne Reichtum, in schnörkelloser nur puristischer Schönheit aber mit viel Arbeit. "Die Arbeit hält drei große Übel von uns fern: die Langeweile, das Laster und die Not." Damit ist für Voltaire und Candide klar, dass eben der Garten des Lebens für jeden zu bestellen ist, um zur besten aller Welten zu werden.


Voltaires Übertreibung und Beliebigkeit aller Dinge und Erlebnisse ist ein Seitenhieb auf die Leibnizsche Theodizee, in der er in Anlehnung an den mittelalterlichen islamischen Gelehrten al-Ghazali diese Welt zur "besten aller möglichen Welten" erklärt, da aus der Weisheit und Güte Gottes folge, dass er durch seine Allmacht die Beste erwählt und verwirklicht habe. (meilleur des mondes possibles). Der Streit um die Allmacht Gottes führte schon bei Epikur zu folgendem Dilemma: "Wenn er es will und nicht kann, ist er unfähig, was für Gott nicht zutrifft; wenn er kann und nicht will, ist er bösartig, was Gott auch fern liegt; wenn er weder will noch kann, ist er sowohl bösartig als auch unfähig und deshalb nicht Gott; wenn er es aber will und kann, was allein Gott zukommt, woher kommt dann das Übel? Oder warum behebt er es nicht?"

Conclusio: der große Roman Voltaires, wunderbare Zeitgeschichte, absolut lesenswert.


 Weitere Lesermeinungen


Romeo und Julia auf dem Dorfe - Gottfried KellerRomeo und Julia auf dem Dorfe
Gottfried Keller

Gebundene Ausgabe, Juli 2008
     Verkaufsrang: 26644      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Eine Liebesgeschichte? - Zweifellos. Die zärtliche Zuneigung der Bauernkinder Sali und Vreneli ist voller Poesie, voller Licht und Sonne. Die Sehnsucht, die sie weckt, hat ihre Wurzel jedoch nicht in der Erfüllung. Denn von Habsucht ist die kleine Welt der Kinder bestimmt, von der Besitzgier ihrer sich auf den Tod verfeindenden Väter.Gottfried Keller (1819 - 1890) gilt als Schweizer Pendant zu Theodor Fontane. Weltberühmt ist vor allem sein Novellenzyklus 'Die Leute aus Seldwyla'.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)

Sinnvoll für Schüler!      5 von 5 Punkten
Die "Königs Erläuterung" zu "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller ist, wie alle "Könige", eine super Lektüreerläuterung, die vor allem Schülern bei Hausaufgaben und Klausuren hilft. Sie ermöglicht es, sich schnell und trotzdem umfassend über die Lektüre zu informieren. Die Erläuterung ist schlüssig gegliedert. Hintergründe zum Autor werden gut dargestellt und beziehen sich dabei immer wieder auf das Werk. Die zusammenfassende Inhaltsangabe ist für ein umfassendes Textverständnis der Novelle hilfreich. In der Charakteristik werden die Figuren bildhaft erläutert. Der Aufbau ist nachvollziehbar und wird durch eine in Stufen aufgeteilte Strukturskizze veranschaulicht. Auch die Analyse von Stil und Sprache und die verschiedenen Interpretationsansätze sind sehr nützlich. Auf jeden Fall eine sinnvolle Anschaffung, besonders für Schüler!


 Weitere Lesermeinungen


Oliver Twist - Charles DickensOliver Twist
Charles Dickens

Gebundene Ausgabe, Februar 2006
     Verkaufsrang: 52830     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Oliver Twist      2 von 5 Punkten
In dem Roman "Oliver Twist", von Charles Dickens, geht es um einen Waisenjungen namens Oliver Twist, der in allergrößter Armut und unter erbärmlichsten Verhältnissen aufwächst. Als er es nicht mehr länger ertragen kann, flieht er nach London und gelangt einer Bande junger Taschendiebe, die von dem Juden Fagin angeführt wird, in die Hände. Doch als Oliver bei der ersten Diebestour von der Polizei geschnappt wird, begegnet er dem wohlhabenden Mr. Brownlow und der Knabe scheint doch noch sein Glück zu finden, wenn da nur nicht noch Fagin und seine Anhänger wären.
Dieser Roman verdeutlicht außerordentlich gut, wie schlecht es armen Kindern damals ging. Darauf wollte Dickens in seinem Roman hinweisen, was ihm gelungen ist durch das sehr realistische Verhalten der einzelnen Charaktere aus seinem Buch. Doch die Sprache ist nicht immer leicht verständlich, da Begriffe darin vorkommen, die heutzutage nicht mehr verwendet werden.
Ich empfehle das Buch denjenigen, die an älteren Geschichten, wie diese, Interesse haben, ansonsten ist es nicht unbedingt lesenswert.

Zu detailliert...      3 von 5 Punkten
Der Roman "Oliver Twist", geschrieben von Charles Dickens, handelt vom Leben des Waisen Oliver Twist, der in einem Armenhaus lebt. Auf seiner Flucht aus diesem schlechten Leben kommt er nach London, wo er von einer Diebesbande aufgenommen wird. Er entkommt dieser indem ein Bestohlener für ihn aussagt und ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Wenig später findet die Bande Oliver und zwingt ihn, zu einem Raubzug mitzukommen, auf dem er angeschossen wird. Er findet bei einer Familie Zuflucht, die ihn gesund pflegt. Doch weiterhin versuchen verschiedene Personen seiner habhaft zu werden.
Ich finde das Buch nicht so gut. Es weist zwar auf die Missstände der früheren Gesellschaft hin und verurteilt Kinderarbeit, doch Juden werden ganz klar als schlecht sowie böse dargestellt und ich kann keine Ironie darin erkennen. Außerdem ist alles sehr genau beschrieben, sodass mir oft langweilig wurde. Die Sätze sind sehr lang und verschachtelt; dadurch sind sie schwierig zu verstehen, wenn man die ältere Sprache nicht gut kennt. Der Vorteil daran ist jedoch, dass man sich Umgebung, die Charaktere und die Handlung sehr genau vorstellen kann. Die letzten zwei Kapitel des Buches sind jedoch kürzer und leichter zu verstehen, da Dickens dort nur noch in knappen Worten erzählt, was mit den Personen später passiert.
Meiner Meinung nach sollte man das Buch lesen, wenn man die ältere Sprache mag und auch gut mit ihr vertraut ist. Andernfalls wird einem schnell langweilig.

Wunderbarer Klassiker      4 von 5 Punkten
"Oliver Twist" erzählt die Geschichte des Waisenjungen Oliver, der zunächst im Armenhaus aufwächst und schließlich in die Fänge einer Londoner Diebesbande gerät. Auf seiner ersten Diebestour wird er von der Polizei erwischt, doch der Bestohlene Mr. Brownlow sagt zu Olivers Gunsten aus und nimmt sich schließlich seiner an. Das Glück bleibt nicht lange auf Olivers Seite, da er wieder von Fagin gefasst wird - dem Kopf der Diebesbande. Bei einem missglückten Einbruch wird Oliver schließlich angeschossen und zurückgelassen, woraufhin ihn die betroffene Familie gesund pflegt. Erneut erfährt er Liebe und Zuwendung, die er in seinem kurzen Leben bisher nicht gekannt hat. Oliver wird jedoch weiterhin von verschiedenen Seiten gejagt und der Leser fiebert mit, ob es am Ende ein Happyend für den Jungen geben wird.
Charles Dickens übt in diesem Roman deutliche Gesellschaftskritik, insbesondere an Kinderarbeit und Kinderkriminalität, die damals an der Tagesordnung waren. Dickens kann zum Teil auf autobiografische Erfahrungen zurückgreifen, da auch er aus ärmlichen Verhältnissen stammte und zur Kinderarbeit gezwungen war, um seiner Familie beim Überleben zu helfen. Man merkt "Oliver Twist" an, dass Dickens soziale Missstände anprangern und die Gesellschaft aufrütteln wollte. Er schildert ausführlich die Greueltaten, die an Oliver verübt wurden und die grausamen, menschenverachtenden Zustände, in denen er aufgewachsen ist. Dies ist ohnehin eine erzählerische Eigenart Dickens': Er beschreibt deutlich, bis ins Detail und ergeht sich in vielen Schachtelsätzen, die den Leser manchmal zwingen, einen Satz zwei Mal lesen zu müssen. So schwierig diese überdeutlichen Beschreibungen manchmal zu lesen sind, so wichtig und charakteristisch sind sie andererseits für den Roman. Der Leser kann sich alle Einzelheiten der Umgebung und der jeweiligen Charaktere ganz genau vorstellen. Die Erzählkraft von Dickens zieht den Leser in ihren Bann. Lediglich das Ende des Romans erscheint mir etwas zu kurz und übereilt geraten, angesichts der sonst so überschwenglichen Beschreibungen des Autors. Insgesamt ein lesenswerter Roman, der mal nachdenklich stimmt, mal überrascht, mal zum Schmunzeln einlädt.

Großartiger und lesenswerter Klassiker      5 von 5 Punkten
Klassiker haben es schwer. Mit oft wunderschönen Einbänden und Illustrationen verziert, fristen sie in Buchhandlungen und Bibliotheken oftmals ein trauriges Dasein, da sie kaum gelesen werden. Dabei gibt es viele Gründe einen Klassiker zu lesen, in die vielleicht recht komisch anmutende Sprache zu versinken und ein Stück Geschichte aufleben zu lassen. Der Respekt vor großen Namen bleibt bestehen. Auch vor Dickens Meisterwerk "Oliver Twist", dessen Thematik auch heute noch aktuell ist.

Mit "Oliver Twist" hat Dickens ein Paradebeispiel eines kritischen Romans geschrieben: das Dasein der ärmeren Schichten, vor allem der Kinderarmut sowie der Kinderarbeit. Er wusste wovon er schrieb, denn er kannte das Leben auf den Straßen von London und in den Fabriken. Immer wieder kritisierte der Autor die unmenschlichen Zustände der Kinder und wollte die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisieren.

Was Dickens großes Talent als Erzähler ausmacht - auch wenn seine Sprache für manchen etwas antiquiert, verstaubt und merkwürdig wirkt: er schafft es, den (heutigen) Leser mit lebendigen Darstellungen seiner guten und bösen Helden und seiner detailreichen Schilderungen von Orten in den Bann zu ziehen. Er reiht Nebensätze nahezu artistisch aneinander, ohne sich zu verheddern. Viele Adjektive füllen die langen Sätze, um Personen als auch Schauplätze, die dunklen Straßen von London oder die grünen Landschaft außerhalb der Metropole, plastisch darzustellen.
Der Leser befindet sich dadurch nahezu physisch am Ort des Geschehens wieder. Er baut Widerwillen gegen Fagin und seine Kumpane auf und schließt Oliver in sein Herz. Sympathie und Antipathie sind somit klar verteilt.
Wer den Roman liest, lässt sich von einer Spannung des Buches tragen: jeder will wissen, ob Oliver sein Glück findet, denn schließlich ist das kleine Kerlchen ein wahrer Sympathieträger.

Ein weiteres großes Merkmal für Dickens ist sein herrlicher Sprachwitz. Er kleidet seine Beschreibungen mit satirischen Bemerkungen aus und zieht so manche Person "durch den Kakao".

Die kritische Botschaft Dickens bleibt jedoch immer präsent, denn die realistischen Schilderungen der Lebensumstände des Jungen sind die größte Basis seines Romans.

spannend vom anfang bis zum ende      4 von 5 Punkten
ich habe mir das buch vor kurzem gekauft und es regelrecht verschlungen. die geschichte des kleinen oliver, der nach einem schwierigen start ins leben in die fänge einer diebesbande gerät und dort schreckliche erfahrungen machen muß, ist fesseld geschrieben. ein ständiges hin und her zwischen der bande und einem behüteten leben bei verständnisvollen menschen erhöhen die spannung noch. die letzten 20 seiten klären dann alles auf und wenn man die filme noch nicht gesehen hat, wird man auf jeden fall überrascht sein - so wie ich es auch war. durch die vielen unterschiedlichen charaktere bin ich jedoch manchmal etwas durcheinander gekommen und wußte teilweise nicht mehr, von wem genau die rede ist, desswegen ziehe ich einen stern ab.
das buch ist auf jeden fall nicht nur was für kinder & kaufen lohnt sich!


Das Werk - Emile ZolaDas Werk
Emile Zola

Taschenbuch, September 2002
     Verkaufsrang: 17796      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Seine Freunde halten den Maler Claude Lantier fr ein Genie. In der Pariser Kunstszene sorgt er mit seinen ganz und gar unkonventionellen Bildern fr Aufsehen. Warum aber wird der junge Knstler von derartig qu„lenden Selbstzweifeln geplagt, woher rhrt seine permanente innere Unruhe? Uners„ttlicher Schaffensdrang und Blockierung der sch”pferischen Kr„fte liegen in Lantiers Innern im st„ndigen Kampf miteinander und machen ihm das Leben nahezu unertr„glich. Die Ablehnung seiner Werke durch die traditionsverwurzelte Pariser Knstlerwelt tut ein šbriges. Eine Katastrophe bahnt sich an. Der Autor schildert in "Das Werk" die problematische Existenz eines unverstandenen Knstlers. Nach Erscheinen des Romans kam es zum Bruch der Freundschaft Zolas mit Paul Cezanne, der sich in der Gestalt des Malers Lantier portr„tiert und verleumdet fhlte.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Der Franzose würde "génial" sagen      5 von 5 Punkten
Wer Èmile Zola gerne liest, den wird auch dieses "Werk" faszinieren. Für mich gehört dieses Buch zu einer der besten Bücher. Man muss es einfach gelesen haben. Man kann sich als Leser sehr gut in die Rolle des "Claude Lantier" hineinversetzen, der ständig neu an seinem Kunstwerk scheitert. Man entwickelt ihm gegenüber ein Mitgefühl für seine Arbeit und sein Leben inmitten von Paris. Zola gelingt es sehr gut Gefühle und Stimmungen der einzelnen Personen verständlich rüberzubringen.
"Das Werk" gehört zu den Büchern, die man anfängt zu lesen und einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.
Absolut empfehlenswert!

Einfach Wunderbar!!      5 von 5 Punkten
Wenn man bedenkt, dass das leider zur Zeit der einzige Verlag ist, der dieses Buch auf dem freien Markt anbietet, sollte man sich nicht zu sehr über die geradezu amateurhaften Druck- und Interpunktionsfehler, die alle paar Seiten zu finden sind, beschweren.
Den Handlungsüberblick muss ich nicht wiederholen, da er oben zu lesen ist, und muss der Rezension, die auf der Buchrückseite steht(...Dieser Roman um die Besessenheit eines hochbegabten Künstlers, der in unaufhörlichen Zweifeln mit sich und seinem Werk ringt und schließlich tragisch an ihm scheitert, ist darum einer der persönlichsten und poetischsten des Zyklus'...), ausnahmsweise vollkommen zustimmen. Nicht nur inspirierte Cezanne(angeblich unfreiwillig) den Autor zu der Hauptfigur "Claude Lantier", auch kann man in "Fagerolles" Züge Edouard Manets erkennen, und Zola selbst präsentiert sich uns teilweise(nicht vollkommen biografisch!!) im Charakter des "Pierre Sandoz". Die deskriptive Art zu schreiben, die in manch anderem seiner Bücher zu sehr überwiegt, trifft hier allerdings genau den Nerv des Beabsichtigten, so dass man die Tragik genau nachvollziehen kann.
Wie in den meisten Geschichten aus der "Rougon-Macquart" steht der Tod am Ende. Nicht nur für jeden Freund des Naturalismus ist dieses WERK, und Zola im Allgemeinen, eine Pflichtlektüre, auch denjenigen wird es bekommen, die sich gerne von Romanen emotionalisieren lassen, mitfühlen, hassen, Verständnis und Missverständnis dieser Welt entgegenbringen wollen.


Mansfield Park - Jane AustenMansfield Park
Jane Austen

Taschenbuch, Februar 2008
     Verkaufsrang: 165283      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der Herrensitz 'Mansfield Park' ist der Hauptschauplatz dieses berühmten Familienromans, in dem mit viel Ironie und Witz das Schicksal der armen Fanny im Kreise der reichen Verwandtschaft erzählt wird. Mehrere Heiratsanträge, einen Ehebruch und natürlich Liebe gibt es zuhauf in diesem buntesten Meisterwerk der großen Dame der englischen Literatur.Jane Austen (1775-1817) gilt als die große Dame der englischen Literatur; all ihre Romane erfreuen sich weltweit einer millionenfachen Leserschaft. Warum dies so ist, verrät ihr berühmter Dichterkollege Lord Tennyson: 'Miss Austen erfaßte die Winzigkeiten des Lebens bis zur Vollendung. Sie war eine große Künstlerin und in ihrer begrenzten Sphäre Shakespeare ebenbürtig.

Als Fanny Price den Heiratsantrag des begüterten Henry Crawford ablehnt, muß sie wieder in die bedrückende Atmosphäre ihres ärmlichen Elternhauses zurück. Der Grund für ihre Ablehnung: Fanny liebt ihren Cousin Edmund, der ihr zunächst auch aufrichtig zugetan ist - bis er in den Bann von Henrys Schwester, der redegewandten Lady Crawford, gerät und für Fanny verloren scheint... Ein Klassiker der englischen Literatur - jetzt erfolgreich verfilmt von...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 22 Bewertungen)

Für Fortgeschrittene...      5 von 5 Punkten
Spätestens bei "Mansfield Park" trennt sich die Spreu vom Weizen. Die, die lockere, "romantische" Komödien wie "Stolz und Vorurteil" zu Jane Austen gebracht haben, können (wie man auch hier sieht) sehr enttäuscht werden. Auch die Verfilmungen führen auf eine falsche Fährte, hat sich doch keine der letzten Jahre zugetraut, diese Heldin so darzustellen, wie sie im Buch erscheint: Passiv, kränklich, verängstigt, teilweise sogar heuchlerisch. Eine, die keine frechen Sprüche auf den Lippen hat und den begehrtesten Mann der Gesellschaft mühelos umgarnt.
Genau diesen Unterschied schätze ich an diesem Buch. Hätte Jane Austen tatsächlich nur 6 mal das "Stolz und Vorurteil"-Thema variiert, wäre der Vorwurf der "leichten Frauenliteratur" nicht ganz von der Hand zu weisen.
"Mansfield Park" ist ein sehr reifes, ernstes Werk, mit dem sich die Autorin auf neues Terrain wagt.
Die Hauptfigur Fanny Price muss man nicht sympathisch finde, um das schätzen zu können - leider werden viele Leser von diesem mangelnden Identifikationspotential abgschreckt.
Es geht um so "dröge" Themen wie Ehre, Pflichtgefühl, Treue und Aufrichtigkeit und das Scheitern an den eigenen Ansprüchen. Das mag manchmal trocken erscheinen, wird aber u.a. aufgehellt durch eine der hinreißendsten Karikaturen Jane Austen's - Mrs Norris. Einer schillernden Anti-Heldin (Mary Crawford), die einem teilweise sympathischer ist als die Heldin selbst, und einer ernsthaften Alternative zum anfangs vermuteten (und letztendlich dann doch stattfindenden) "Happy End".
"Mansfield Park" hat sehr viele Schichten und Schattierungen, besonders deutlich wird das im letzten Drittel des Buches in dem sie sich aus der geruhsamen Welt des Landadels herausbewegt in das Marinemilieu von Portsmouth - diesbezüglich ist es vielleicht das reichste Werk Jane Austen's.


 Weitere Lesermeinungen


Lehrjahre des Gefühls: Geschichte eines jungen Mannes - Gustave FlaubertLehrjahre des Gefühls: Geschichte eines jungen Mannes
Gustave Flaubert

Taschenbuch, September 2001
     Verkaufsrang: 84493      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

An Hand der Biographie des jungen Frederic Moreau, der von einem hoffnungsvollen, weichen und sentimentalen jungen Mann zu einem stupmpfen 'petit bourgeois' verkommt, entwickelt Flaubert ein realistisches und eindrucksvolles Zeitgemälde der Jahre um 1848 in Paris. Es ist der geglückte Versuch, den historischen Zeitablauf und ein anonymes Schicksal parallel darzustellen. Die künstlerischen Mittel, das Prinzip der 'impassibilite' und der 'impartialite' (Kaltblütigkeit und...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Sieben Sterne, wenn es möglich wäre      5 von 5 Punkten
Man hat Rousseaus "Nouvelle Heloise" den repräsentativen Roman des 18. Jahrhunderts genannt. Wenn es einen repräsentativen Roman des 19. Jahrhunderts geben könnte, dann wäre Flauberts "Lehrjahre des Gefühls" einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Von 1840, der Zeit des betulichen Bürgerkönigs Louis Philippe, bis 1852, zur Machtergreifung Napoleons III, reicht das gewaltige Zeit- und Gesellschaftspanorama, mit dem es Flaubert gelingt, eine ganze Epoche in einem Buch zur Anschauung zu bringen. Schön und gut. Aber was hat diese Zeit uns denn heute noch zu sagen? Sind die Irrungen und Revolutionen, die Konflikte und Krisen dieser Jahrzehnte nicht längst der Schnee von gestern? Mitnichten! Flauberts Roman ist ein geniales prophetisches Werk, geschrieben genau in dem Moment, in dem eine neue Welt, die nunmehr die unsere ist, die Tribüne der Geschichte betritt, um sogleich in nuce alle Probleme, die die Menschen der Gegenwart malträtieren, aufzuwerfen. Liebe ohne Charakter, Gewinnsucht ohne Verantwortung, Politik nur zum eigenen Nutzen, all diese Signata der Moderne triumphieren im Paris der Vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts, ihre Erscheinungsweisen, Verwerfungen und Folgen werden wie auf einer Schaubühne für die Zukunft bis ins kleinste durchexerziert und demonstriert. Und das, ohne dass das Buch auf einer einzigen Seite langweilig wäre! Flauberts Epochenroman ist nicht nur eine zeitdiagnostisch-prohetische sondern auch eine literarische Großtat, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Worum geht es? Frederic Moreau, der junge unbedarfte, aber absolut antriebsschwache Sohn einer leidlich vermögenden Witwe kommt nach Paris um die Rechte zu studieren. Doch "das Glück, aus das er ein Anrecht zu haben glaubte" (S.8), will sich nicht einstellen. Er verliebt sich in die verheiratete Frau Arnoux, verehrt sie scheu und aus der Ferne und vertändelt mit dem sympathischen aber lotterhaften Ehemann die Nächte beim Zechen. Seine Tage verbringt er im Schnittpunkt zweier Kreise, die man sich unterschiedlicher kaum vorstellen kann, die aber in ihrer Gesamtheit die ganze Breite der französischen Gesellschaft repräsentieren. Auf der einen Seite sind da Deslauriers, der Jugendfreund und Advokat, der an Willen besitzt, was Frederic mangelt, doch an der Gier seines Ehrgeizes scheitert, der dilletierende Maler Pellerin, der politische Nörgler Regimbart, dessen Tagesablauf sich nach den Bistros strukturiert, in denen er sich volllaufen lässt, der prinzipienlose Journalist Hussonnet und vor allem der widerwärtige Senecal, der wie ein Vorschein des totalitären Typs späterer Generationen erscheint. Durch das Geld seiner Mutter und eines Erbonkels besitzt Frederic aber auch Zugang zu den konservativ-großbürgerlichen und aristokratischen Salons um den Kaufmann Dambreuse, einen mit allen Wassern gewaschenen Bourgeoise, der kein anderes Ziel kennt, als seinen Reichtum zu mehren. Im Schnittpunkt dieser beiden Kreise verplempert Frederic sein Leben, vergeudet alle seine Chancen bei der tugendhaften Madame Arnoux und hält sich stattdessen schadlos an der plebejisch-sinnlichen Kurtisane Rosanette ( nicht ohne zu verkennen, dass diese surrogative Aktion einem Selbstmord gleicht) und schickt sich schließlich an, nach dem Tod des Kaufmanns Dambreuse seine ältliche und reizlose Witwe zu heiraten. Aber alles geht schief, Madame Arnoux bleibt tugendhaft, der Kurtisane ist er bald über, und die ältliche Witwe vermag auf Dauer seine Sinne nicht zu reizen. Derweil bricht im Jahre 1848 die Februarrevolution aus, alle privaten Angelegenheiten treten zurück hinter dem Wunsch, in einem einzigen Aufwasch, sich selbst, sein Gemüt, seine finanziellen Probleme, die Gesellschaft und die ganze Welt zu beglücken. Wie Flaubert diese hitzigen Monate beschrieben hat, wie er den Leser durch die republikanischen und konservativen Clubs führt und dabei das ganze Arsenal der öffentlichen Gier, verbrämt im Gewand der revolutionären Beglückung, durchdekliniert, besitzt in der Literatur nicht seinesgleichen. "Ich kann nicht anders, ich habe zu viel Gemüt"(S. 252) jammert stellvertretend für die Gesamtheit der politisch Delirierenden eine der Nebenfiguren, als sie sich der Raserei der Massen anschließt.
Doch die Revolution scheitert, General Cavaignac verhindert ein neues 1793, und am Ende steht der Sieg Louis Napoleons, der im Buch zwar nicht erwähnt wird, aber als der repräsentative Pharao der neuen bürgerlichen Epoche allgegenwärtig ist. Nachdem Frederic fast sein ganzes Vermögen verschleudert hat, nachdem Frau Arnoux mit ihrem verarmten Mann Paris verlassen, die Kurtisane Rosanette von der Fahne gesprungen und die Hochzeit mit Madame Dambreuse geplatzt ist, reist er in die Provinz um dort wenigstens an der Seite der unscheinbaren Louise Roque die Wonnen der Gewöhnlichkeit zu erleben. Doch der falsche Freund Deslauriers hat die ewig wartende Louise inzwischen heimgeführt, so dass der phlegmatische Frederic wieder nach Paris zurückkehrt, wo er in den Jahren, die ihm noch bleiben, endgültig resigniert und sein Leben zwischen Reisen und Liebesgetändel verbringt. "Er erlebte die Melancholie der Ozeandampfer, die frostkalten Stunden des Erwachsens der vom Zelt, die Betäubung vor Landschaften und Ruinen, die Bitterkeit von Neigungen, die schneller Abschied zerriss."(307). Wer würde sich da nicht wieder erkennen? Liebschaften kommen und gehen, die Jahre verstreichen, und als ihn fast eine Generation später die schon halb ergraute Madame Arnoux im Jahre 1867 ( übrigens zwei Jahre vor der Erstveröffenlichung des Buches) besucht, um sich ihm endlich hinzugeben, spürte der ebenfalls alt gewordene Frederic zu seiner eigenen Überraschung ein Widerstreben, "etwas wie Grauen vor der Blutschande" und eine Furcht "vor dem Ekel nachher". Dass Frederic daraufhin auf den körperlichen Vollzug einer schal gewordenen und längst übergegangenen Liebe verzichtet, um sein Idealbild nicht zu verlieren, gehört zu den wenigen verinnerlichten Lektionen, die ihm seine "Lehrjahre des Gefühls" vermittelt haben. Am Ende schlägt man das Buch zu und ist wie betäubt von de literarischen Vollkommenheit dieses Werkes, in dem der Sieg der Trivialität über Kunst, Liebe, Politik so eindrucksvoll beschrieben wird, dass man darin fast schon wieder einen Hoffnungsschimmer sehen möchte.



Krieg und Frieden - Leo N. TolstoiKrieg und Frieden
Leo N. Tolstoi

Gebundene Ausgabe, Juli 2005
     Verkaufsrang: 166625      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Krieg und Frieden" ist eine Ilias des 19. Jahrhunderts, ein Monumentalroman über die für Rußland und die europäischen Staaten schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege zwischen 1806 und 1812 mit einem Ausblick im Epilog auf die folgenden acht Jahre. Tolstois weitgespannte historische Perspektive, die in der atemberaubenden Schilderung der entscheidenden Schlachten von Schöngraben, Austerlitz und Borodino gipfelt, führt über den ursprünglichen Plan...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)

Wundervoll      5 von 5 Punkten
Dieses Buch liest man nicht zu Ende und wendet sich mit "frischen" Gedanken einer anderen Lektüre zu. Es hinterlässt merkliche Spuren, die für das Gefühl sorgen können, Facetten des eigenen Lebens deutlicher erscheinen zu lassen. Für mich sind sowohl Gedankengänge der Romanfiguren als auch der geschichtliche Ablauf keinesfalls abstrakt, sondern in die heutige Zeit größtenteils übertragbar.

Besonders gefällt mir an Tolstoi, wie er es immer wieder versteht, tief in die Seelen der Figuren blicken zu lassen, die zeigen, wie jedes Individuum mit einer gewissen Trägheit, einem gesellschaftlichem, gruppendynamischen Rahmen zu folgen scheint. (Tief ergreifend sei hier die Schilderung einer Hinrichtungsprozedur russ. Kosaken zu nennen - Kein frz. Individuum will töten, doch es passiert aus oben benannten Gründen)

Erzählerisch ist für mich sein Folgeroman "Anna Karenina" deutlich ausgefeilter, jedoch hat "Krieg und Frieden" einen anderen, aufklärerischen Anspruch, so dass beide sicherlich als Meisterwerke nebeneinander ihre Daseinsberechtigung haben.


 Weitere Lesermeinungen


Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman - Laurence SterneLeben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman
Laurence Sterne

Taschenbuch, 16. Juni 2004
     Verkaufsrang: 163689      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das Buch der letzten vierhundert Jahre!!!      5 von 5 Punkten
„Sie werden lachen - die Bibel!" soll Bert Brecht auf die Frage nach seiner Lieblingslektüre, nach dem für ihn wichtigsten Buch der Weltliteratur geantwortet haben. Und ich lache tatsächlich, Herr Brecht, wenn man aus ohnehin überschätztem Dichtermund derartige Plattheiten zu hören gezwungen ist, die das Feuilleton zu gerne noch Jahrhunderte nachäfft und vergeblich intellektuell zu adeln versucht. Gut klauen freilich lässt sich aus dem Schmöker, den keiner wirklich kennt, das mag sein; und aus der Warte muss ich dem Bert schon fast wieder recht geben ...

Aber ernsthaft! Wenn mich einer fragen würde, welche drei Dinge ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, käme neben einem unversiegbaren Bierkasten und Kate Beckinsale nur ein Buch in Frage: der unsterbliche Tristram Shandy des unvergleichlichen Lawrence Sterne!

Auf eine Inhaltsangabe kann ich hier verzichten, desgleichen auf eine Darstellung der Wirkungsgeschichte. Seinen Platz innerhalb der Weltliteratur hat das Buch längst eingenommen, wer dazu nachlesen will, der tue das etwa in Kindlers Neuem Literaturlexikon.

Es ist ein Buch, das einfach so anfängt und hunderte Seiten später einfach so aufhört. Es erzählt weniger die Geschichte, die der Titel nahelegen würde, sondern ganz andere, und auch die nicht und dann wieder doch. Es ist voll der skurrilsten Gestalten, der exzentrischsten Ideen und formalen Innovationen; es ist so naiv wie weise; so episch breit wie anekdotisch kurz. Der Autor hält uns zum Narren, belehrt uns und treibt seine Faxen. Nichts ist, wie es scheint; und doch ist alles folgerichtig. Sexualisiert bis ins Mark und gelehrt bis in die Knochen gebärdet sich der selbstherrliche Verfasser - in aller Bescheidenheit natürlich - wie der höchste Schriftsetzer selbst, der allmächtige Vater, der die Welt schrieb und seiner nicht schonte.

Und vor allem, bei aller artistischen Brillianz, ist der Unroman komisch, zum Brüllen komisch, zum Schenkelklopfen und Herausprusten komisch, dass einem zuweilen der Atem stille steht und man sich erholen muss von der fröhlichen Tortur. Neben derber Komik finden sich Stellen, die zum Lächeln reizen, die Passagen, die zum Schmunzeln nötigen, die Konstellationen, die den Mund verbreiterten, die Gespräche gar, die einem die Tränen in die Augen treiben. Komisch, ironisch, sarkastisch, humorig, lustig, zynisch, lächerlich, grotesk ist das Buch; dabei immer hintersinnig und verschmitzt, man liest es mit lachendem und weinendem Auge.

Und wie bei jedem großen Buch spricht die Wahrheit aus allen seinen Zeilen; und neben dem heilsamen Gelächter steht sattsam bekannt die Melancholie. Es ist nur ein Buch für starke Geister und gefestigte Seelen. Wer gewiegt sein will, sollte besser zum Goethe greifen.

Dass man mit literarischer oder sonst wie gearteter Bildung den Tristram erst recht genießen kann, versteht sich von selbst. Es gibt keinen vorurteilsfreien Genuss im Reiche des Geistes.

So steht am eigentlichen Beginn des Romanzeitalters um die Mitte des 18. Jahrhunderts bereits ein Buch auf der Schwelle der Moderne; nimmt alle inhaltlichen, formalen und sprachlichen Schliche der Zukunft vorweg und setzt sich somit anfangs schon selbstsicher und herrlich als großen Schlusspunkt. Wenn mit Joyce die Zukunft begann, kulminierte sie in der Sternschen Werkstatt.

Neben Arno Schmidts „Abend mit Goldrand" und dem „Ulysses" des Iren dürfte der familiäre Reigen um Tristram, Walther und den so sehr guten Menschen Onkel Toby die heilige Trinität auf dem Gebiete der Prosakunst vorstellen. Und wer sich des Lesens scheut, der greife zur Hörkasette, ein unvergleichliches Vergnügen, dass die Lektüre unweigerlich nach sich ziehen wird.

Über die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins      5 von 5 Punkten
Eingestellt auf eine sich kontinuierlich entwickelnde Geschichte, fühlte ich mich am Anfang ein wenig vor den Kopf gestossen. Laurence Sterne lässt Geschichten abrupt enden, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und wechselt die Zeiten ungeniert. Noch dazu scheint es nicht genug dieses Buch zu lesen. Es entsteht vielmehr ein Gespräch mit dem Autor, das ständiges Wachsein und eine gewisse Eigenaktivität erfordert. Aber beim Weiterlesen stellte ich fest, dass es nicht nur der Inhalt der Geschichten war, der mich fesselte. Es ist mehr die Art wie er mich miteinbezog, wie er mir eine Art interaktiven Lesens abverlangte.

Bei Sterne weiss man nie, was der nächste Absatz bringt, ja man weiss nicht einmal, ob er nicht das nächste Kapitel auslässt, um es später nachzuholen oder auch nicht. Das erzeugt Spannung und erfordert Aufmerksamkeit.

Aber das eigentlich Bezaubernde und Tröstliche an diesem Buch ist die Haltung des Autors. Es zeichnet ihn aus ohne Vorwurf, ohne Klage und ohne wertendes Urteil seine Geschichten zu erzählen. Für mich das eigentlich Eindringliche ist die Freundlichkeit und Gutmütigkeit mit der er menschliche Schwächen, Missverständnisse und Eigenheiten seiner Charaktere sehenden Auges aus tiefem Herzen wertschätzt. Es gibt kein Geziehe und Gezerre an seinen Figuren. Er stellt sie ungeschminkt dar, hilflos, lächerlich und liebenswert.

In einem Buch erzählt er gleichzeitig von mehreren Reisen durch Frankreich. Es ist von erfrischender, scheinbarer Belanglosigkeit und obwohl ich nicht mehr sagen könnte, wovon es handelt, erinnere ich mich daran, mehrfach gelacht und fast immer geschmunzelt zu haben bei der Lektüre. Selbst seine eigenen Schmerzen, sein vor dem eigenen Tod Davonfahren, gestaltet er clownesk und vermeidet jede Tragik. Gerade deshalb spürt man seinen Tiefgang und geniesst die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins.

Liebenswert!      5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat schon soviel vorweggenommen, dass es fast so erscheint, als hätte es eine Zeitmaschine 'zurückgebeamt'!Dahinter kann sich fast Joyce' Ulysses verstecken!Lasst Euch verführen von diesem Schelm der englischen Weltliteratur!

Lesereise durch verwirrende, belustigende Handlungsfragmente      5 von 5 Punkten
Jeder Leser, der den "Tristram Shandy" zum ersten Mal zur Hand nimmt, fühlt sich durch das Buch irritiert und gefoppt und es gehört eine gesunde Portion Leselust dazu, sich durch die knapp 700 Seiten hindurchzukämpfen. Zumal man vom Autor auch schon mal ein paar Seiten zurückgeschickt wird, um seine beim ersten Lesen nur unvollkommen aufgenommenen Gedanken durch ein zweites Lesen zu intensivieren. Zum Ausgleich werden einem durch ein (vom Autor) geschwärztes, aber dennoch abgedrucktes Kapitel zehn Seiten "geschenkt". Es gibt keine geschlossene Handlung im üblichen Sinne und damit keine auf den Ausgang bezogene Spannung, sondern nur Fragmente von Handlungen und ein auf die jeweilige Situation oder die gedankliche Kapriole fixiertes Interesse des Lesers. Die Meinungen und Ansichten Tristrams machen nicht den Inhalt des Romans aus, sondern man erfährt vielmehr etwas über die Steckenpferde seines Vaters und Onkels. Ein Gutteil der Verständnisschwierigkeiten, denen man sich bei der Lektüre des Romans gegenübersieht, resultiert aus dem ständigen Wechsel zwischen den verschiedenen Zeitebenen, auf denen das Geschehen angesiedelt ist So liegt das Ende des Romans (paradoxerweise) zeitlich vor seinem Anfang. Trotzdem, oder gerade deswegen ist das Buch eines von der Sorte, die man gelesen haben muss, wenn man das Lesen von Büchern als eine liebe Beschäftigung schätzt. Manchmal glaubt man, Laurence Sterne habe das Buch nur geschrieben, um seine wunderbaren paradoxen Einfälle, die bei der Lektüre anderer Bücher bekommt, miteinander zu verbinden. Es ist etwas ganz besonderes, wenn man als Leser direkt vom Autor angesprochen wird. Es ist etwas noch viel bedeutenderes, wenn man das Fertigstellungsdatum des Romans im Jahre 1759 bedenkt. Deshalb sind 5 Sterne noch einer zu wenig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Geniales Tohuwabohu      5 von 5 Punkten
Laurence Sterne verfaßte mit diesem Buch eine Parodie der Kunstform des Romans, die noch nicht allzulange zu dieser Zeit gebräuchlich war. Denn es entspricht nichts weniger als einem Handlungsablauf, der relativ klar, da kontinuierlich, zu verfolgen ist. Es wimmelt in diesem Werk von Rückblenden und Vorausblicken, Abschweifungen und Ergänzungen, aufgrund deren der Verfasser es erst ab Seite 200 etwa schafft, die eigentliche Hauptperson, nämlich ihn selbst, Tristram Shandy, überhaupt das Licht der Welt erblicken zu lassen. Selbst dann gelingt es nur unter erheblichen Komplikationen, denn der Autor bleibt immer wieder an den vorausgehenden Ereignissen hängen und schweift ab, so daß sogar der Ritt des Knechtes, der beauftragt wurde, einen Arzt zu holen, zu einem regelrechten Abenteuer wird. Als dann dieser Tristram endlich auf die Welt kommt, wird nicht direkt seine Geschichte erzählt, sondern weiterhin die seiner Mitmenschen, die mit so manchen Schrullen behaftet sind. So ist da zum Beispiel Onkel Toby, ein alter Kriegsveteran, der in der langen Zeit, in der er durch eine Verletzung an das Bett gefesselt ist, sich ausführlich mit Festungsbaukunde beschäftigt und darin zu einem ausgesprochenen Experten heranreift. Als er schließlich genesen ist, stellt er mit der Hilfe seines ausgesprochen erfindungsreichen Dieners sämtliche Schlachten des vorhergegangenen Krieges in seinem Garten nach. Doch auch der Vater Tristrams ist ein gelehrter Mann, der sich mit allerlei Problemen der Menschheit befaßt, so schriebt er einen Essay über Nasen und hat eine Vielzahl wissenschaftlicher Abhandlungen über dieses Thema gesammelt. Das waren nur die zwei bedeutendsten Scheingelehrten, die dieser Roman zu bieten hat, allerdings sind die anderen Personen des Werkes nicht weniger interessant. Also, wer Spaß daran hat, sich mit einer Menge gelehrten Unsinns zu beschäftigen, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)



Kleider machen Leute - Gottfried KellerKleider machen Leute
Gottfried Keller

Broschiert, 2000
     Verkaufsrang: 199526     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen

Die Novellensammlung "Die Leute von Seldwyla" gehört zu den bedeutendsten Werken deutscher Erzählkunst zwischen 1840 und 1900. Die Aufnahme von drei der insgesamt 10 Erzählungen wurde durch den Bayerischen Rundfunk produziert.

Das literarische Motiv des Hochstaplers, die Verdeckung des Seins durch den schönen Schein - dies dient Keller zum Grundstoff seiner berühmten Erzählung, in der er den Umschlag vom romantisch-haltlosen Schein zu einer lebensgerechteren Humanität vorführt.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)

Amüsante Novelle      5 von 5 Punkten
Wenzel Strapinski ist ein rechter Filou: Der Schneider aus dem fiktiven Schweizer Örtchen Seldwyla hat gerade seine Arbeit verloren, mag aber trotzdem nicht auf seinen prachtvollen Mantel verzichten. Dieser ist dann auch für das Phänomen verantwortlich, das der Novelle den Titel gibt: Kleider machen Leute. Denn im reichen Goldach wird der arme Wenzel dank seines äußeren Erscheinungsbildes für einen Grafen gehalten und nach Strich und Faden verwöhnt. Zunächst noch von Zweifeln geplagt, treibt er das falsche Spiel spätestens dann in voller Absicht weiter, als sich die reizende Tochter des Amtsrats in ihn verliebt. Schließlich kommt es aber doch, wie es kommen muss: Mit einem großen Paukenschlag wird Wenzel enttarnt auf der eigenen Verlobungsfeier. Am Ende geht jedoch alles gut aus, und Gottfried Kellers Held wird, wohlgemerkt dank seiner pragmatischen Verlobten, mit den Insignien des bürgerlichen Lebens ausgestattet: ein gut gehendes Geschäft und eine große Familie. Der Hochstapler wider Willen, der es zum Vorbildbürger bringt, kam beim Publikum glänzend an und erzeugte in der Literaturgeschichte noch viele Nachfahren, wie z. B. den Hauptmann von Köpenick oder Felix Krull.


 Weitere Lesermeinungen


Erzählungen - Alexander S. PuschkinErzählungen
Alexander S. Puschkin

Taschenbuch, November 1997
     Verkaufsrang: 178295      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der große russische Dichter Alexander Puschkin hat nicht nur Lyrik und Epen wie »Eugen Onegin« und »Boris Godunov« verfaßt. Ab 1830 wandte er sich der Prosa zu: reife und ergreifende Werke sind entstanden, wie z.B. die von E.T.A. Hoffmann beeinflußte Erzählung »Pique-Dame«. Dieses Buch enthält sämtliche Erzählungen des jung verstorbenen »Vaters der russischen Sprache« sowie einige in sich abgeschlossene Erzählfragmente.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Ein Meilenstein      5 von 5 Punkten
der russischen Literatur, aussergewöhnlich und zeitlos. Einmal in den Händen, wird der Leser inmitten dem Geschehen sagenhafter Geschichten und Erzählungen katapultiert und wird sich der Wirklichkeit erst wieder bewusst, wenn er erstaunt feststellt das Buch längst beendet zu haben. So filmreif Puschkins Geschichten und Erzählungen sind, so war auch sein eigentliches Leben. Wer den Film sehen wird, der kann sich auch seinen Büchern nicht entsagen. Das Puschkin-Fieber scheint vorprogrammiert.


 Weitere Lesermeinungen


Die russische Weltliteratur: Dostojewski, Der Idiot  / Tolstoi, Anna Karenina / Turgenjew, Väter und Söhne / Gontscharow, Oblomow: 4 Bde - Leo N. TolstoiDie russische Weltliteratur: Dostojewski, Der Idiot / Tolstoi, Anna Karenina / Turgenjew, Väter und Söhne / Gontscharow, Oblomow: 4 Bde
Leo N. Tolstoi, Fjodor M. Dostojewskij, Iwan A. Gontscharow, Fred Ottow, Leo N. Tolstoj, Ivan Goncarov, Arthur Luther, Josef Hahn

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 137841      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Eintauchen in die Seele Russlands: Eine einmalige Auswahl der bedeutendsten Meisterwerke russischer Erzählkunst
Dostojewskis "Der Idiot", Tolstois "Anna Karenina", Turgenjews "Väter und Söhne" und Gontscharows "Oblomow" gehören weltweit zu den größten und beliebtesten Meisterwerken russischer Erzählkunst. Mit suggestiver Sprachkraft entführen uns diese Dichter in die glanzvolle Welt des russischen Adels und die erbärmlichen Zustände der Unterschichten, erzählen von den Seelenabgründen der Einsamen und dem Liebeswahn aussichtsloser Beziehungen …


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Tolle Sammlung      5 von 5 Punkten
Diese Sammlung bietet nicht nur ein Klasse Preis-Leistung-Verhältnis, sondern auch tolle Bücher, diese sind wie folgt:

Gontscharow - Oblomow:
Nur wenige Figuren der Weltliteratur sind so populär geworden wie der "Oblomow", nur wenige auch so kontrovers gedeutet. Er ist zweifellos der faulste Mensch, den je ein Dichter erfunden hat. Die Argumente, mit denen er seine Tatenlosigkeit verteidigt, ob gegen das ärgerliche Verlangen des Hausbesitzers, die Wohnung zu räumen, oder selbst um den Preis einer Glück verheißenden Liebe, sind so fest mit seinem Gemüt verwachsen, dass sie ihm niemand ausreden kann. Gerne würde er anderen Menschen helfen, doch es ließe sich nur bewerkstelligen, wenn er sich und alles, was ihm teuer ist, vergäße- ein Ding der Unmöglichkeit also.
Mit Oblomow wurde Gontscharow über nacht berühmt, kaum eine Gestalt der Weltliteraut ist nur durch ihr nichtstun so berühmt geworden.

Turgenjew- Väter und Söhne

In seinem bedeutendsten und bekanntesten Roman konfrotiert Turgenjew den Idealismus einer Vätergeneration mit dem revolutionären Nihilismus des Helden. Diese Hauptfigur Bazarow lehnt alle herkömmlichen moralischen Vorstellungen ab. Selbst in der Liebe sieht er nichts weiter als die Hilflosigkeit vereinsamter Menschen und distanziert sich von ihr, bis er sich schließlich selbst verliebt...
Ein wirklicher Klassiker der russischen Literatur von zeitloser Qualität. Ein Werk, das trotz oder gerade wegen seines brisanten Stoffes zeitnah geblieben ist.

Dostojewski- Der Idiot

Im Mittelpunkt von Dostojewskis Roman steht der an Epilepsie leidende russische Fürst Myschkin, der wegen seiner Krankheit und seines demütigen, introvertierten Wesens als "Idiot" bezeichnet wird. Und dennoch auf seine Umgebung eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. Im Zug nach Petersburg lernt Myschkin seinen Rivalen Rogoschin kennen, der ihn in ein tragisches Dreiecksverhältnis mit der schönen Nastaja hineinzieht. Seelisch gebrochen und unheilbar geisteskrank muss er am Ende ins Schweizer Sanatorium und steht abermals wie ein "Idiot" da- ein heiliger Narr, der seiner Umwelt den Tiefschwarzen Spiegel vorhält.

Tolstoi- Anna Karenina

Nach langer, glückloser Ehe kann Anna die Gefühlslosigkeit und frostige Vornehmheit ihres Gatten nicht mehr ertragen. Eine schicksalhafte Begegnung mit dem jungen Grafen Wronskij auf dem Moskauer Bahnhof löst eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende eine Katastrophe steht.Der Kampf um eine Liebe entgegen allen gesellschaftlichen und religiösen Konventionen wendet sich schlißlich gegen diese Liebe selbst, verkehrt in Eifersucht, Hass und Hoffnungslosigkeit.
Mit scharfem Beobachtungssinn und meisterhafter Beherrschung der Mittel charakterisiert Tolstoi in diesem Roman die vielfältigen Formen des menschlichen Handlens.


Vorige SeiteSeiten:
 1 2 3 4 5 6 7 8 9  10  11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 
Nächste Seite