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Romane und Erzählungen: Der Talisman, Eugénie Grandet, Vater Goriot, Verlorene Illusionen, Glanz und Elend der Kurtisanen, Cousin Pons, Tante Lisbeth, das unbekannte Meisterwerk - Honoré de BalzacRomane und Erzählungen: Der Talisman, Eugénie Grandet, Vater Goriot, Verlorene Illusionen, Glanz und Elend der Kurtisanen, Cousin Pons, Tante Lisbeth, das unbekannte Meisterwerk
Honoré de Balzac

Gebundene Ausgabe, November 2007
     Verkaufsrang: 199461      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 99,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die schönsten Werke von Balzac in gründlich revidierten Übersetzungen und mit kompetenten Einführungen. Sieben Romane: 'Der Talisman oder Das Chagrinleder', 'Vater Goriot', 'Eugénie Grandet', 'Verlorene Illusionen', 'Glanz und Elend der Kurtisanen', 'Vetter Pons oder Die beiden Musiker', 'Tante Lisbeth'. Und sieben Erzählungen: 'Das rote Wirtshaus', 'Eine Leidenschaft in der Wüste', 'Sarrasine', 'Das unbekannte Meisterwerk', 'Colonel Chabert', 'Facino Cane', 'Das Mädchen mit den Goldaugen'.



Oblomow - Iwan A. GontscharowOblomow
Iwan A. Gontscharow

Taschenbuch, 11. Mai 2006
     Verkaufsrang: 25922      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Oblomow ist der zweifellos faulste und zugleich liebenswerteste Mensch, den je ein Dichter erfunden hat. Die Argumente, mit denen er seine Tatenlosigkeit verteidigt, sind so fest mit seinem Gemüt verwachsen, daß sie ihm niemand ausreden kann. Gerne würde er anderen Menschen helfen, doch es ließe sich nur bewerkstelligen, wenn er sich und alles, was ihm teuer ist, vergäße - ein Ding der Unmöglichkeit also. Mit Oblomow wurde Gontscharow über Nacht berühmt, kaum eine Figur der Weltliteratur ist so populär geworden.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Es ist unglaublich...      5 von 5 Punkten
...aber jeder von uns, vor allem ich selbst, ist ein "Oblomow"! Das ist der epische Roman über einen trägen, weltfremden, lebensunfähigen und energielosen, aber träumerischen Kleinadeligen mit einem grundguten Herz und der dazugehörigen Naivität. Von seinem besten Freund Stolz wird er in die Hände der jungen Olga getrieben, die ihn "zum Leben erwecken soll". Als das nicht funktioniert, bleibt Oblomow bei seiner neuen Wirtin, die sich mütterlich in ihn verliebt und deren Bruder ihn, zusammen mit einem vermeintlichen Freund des dickwerdenden Oblomow, auszusaugen versteht wie ein Parasit. Mehrere Versuche Stolzens, seinen Freund aus dem vergiftenden Trott des Nichtstuns herauszuzerren, scheitern trotz einiger Erfolge und Oblomow stirbt bald nach dem zweiten Schlaganfall. Das ist ein wahrlich großer und teils langatmiger Roman, der sich wie viele realistische russische Klassiker mit den grundlegenden Fragen des Lebens auseinandersetzt. Er lässt einen nachdenken über sich selbst, seine eigene Beziehung zu Oblomow und ist die "gesunde"(also kürzere) Alternative zu Tolstoi und Dostoevskij. Etwas besonderes ist auch die Schilderung einiger Szenen, wie z.B. zu Anfang Oblomows Tagesablauf oder später die Trennung von Olga.


 Weitere Lesermeinungen


Lady Susan / Die Watsons / Sanditon: Ein Briefroman mit den zwei Romanfragmenten - Jane AustenLady Susan / Die Watsons / Sanditon: Ein Briefroman mit den zwei Romanfragmenten
Jane Austen

Taschenbuch, Januar 2008
     Verkaufsrang: 187268      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In "Lady Susan" tritt uns Austens festgefügte Welt der englischen Gesellschaft entgegen, in der die Titelheldin für Turbulenzen - und somit für großes Lesevergügen - sorgt. Sie will sich nach äußerst kurzem Witwenstand wieder verehelichen und zugleich ihre Tochter unter die Haube bringen.Lady Susan ist schön und kokett. Sie beteuert zwar, sie erlaube als Witwe nur gerade einem Mann, ihr den Hof zu machen. Dennoch bringt sie den kritischen Geist mehrerer Männer der Verwandtschaft und näheren Bekanntschaft ins Wanken und beunruhigt die Damenwelt. Da Lady Susan allerdings ihren Mutterpflichten nachkommen muss, lenkt sie auch die Herzensangelegenheiten ihrer zartfühlenden Tochter in die richtigen Bahnen.
Bei diesem Roman, den Jane Austen mit neunzehn Jahren schrieb, spürt man bei allem bereits vorhandenen Können die Jugendfrische der Autorin. Die Mischung aus Scherz und Ernst, die mit einem Happy End für Mutter und Tochter ihren Abschluss findet, weist aber bereits auf den Schwerpunkt in Austens späterem Werk hin und rückt ansatzweise das Thema von Liebe und Ehe ins Zentrum.Jane Austen (1775-1817) gilt als die große Dame der englischen Literatur; all ihre Romane erfreuen sich weltweit einer millionenfachen Leserschaft. Warum dies so ist, verrät ihr berühmter Dichterkollege Lord Tennyson: 'Miss Austen erfaßte die Winzigkeiten des Lebens bis zur Vollendung. Sie war eine große Künstlerin und in ihrer begrenzten Sphäre Shakespeare ebenbürtig.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Garstig, aber gut!      5 von 5 Punkten
Lady Susan ist ein Schock, wenn man unvorbereitet auf diese Dame trifft. Ich hatte schon sämtliche anderen Romane, einige frühe Kurzgeschichten und zwei Biographien (Maletzke!!!) hinter mir, und dennoch...

Diese Lady läßt sich so rein gar nichts sagen, geht über Leichen und opfert auch schnell mal das naive Töchterlein dem persönlichen Fortkommen.

Lady Susan ist gleichzeitig typisch und untypisch für Miss Austen: Typisch ist z. B. der ironische Humor, der hier noch sehr viel heftiger daherkommt als in ihren späteren Werken. Untypisch ist allderdings die durch und durch unmoralische Hauptfigur.

Eine böse Heldin? Also, das geht nun wirklich nicht!

Nicht schlecht...      3 von 5 Punkten
...aber nicht zu vergleichen mit Jane Austens späteren Meisterwerken.
"Lady Susan" ist ein kurzweiliger Briefroman. Untypisch für die Autorin ist , dass die Protagonistin eine intrigante Witwe ist.
Amüsant ist wie Lady Susan ihre Taten immer rechtfertigt, aber vor ihrer Vertrauten die Maske fallen läßt.
Wer noch nichts von Jane Austen gelesen hat sollte eher mit ihren richtig guten Romanen anfangen, für "Fans" ist dieses Buch aber kein Fehlkauf!



Jane Eyre: Eine Autobiographie - Charlotte BronteJane Eyre: Eine Autobiographie
Charlotte Bronte

Taschenbuch, 24. April 2002
     Verkaufsrang: 173758      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 13,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Jane Eyre ist die fiktive Autobiographie einer Frau, die sich zwischen ihrer Leidenschaft zu einem Mann und ihrem Wunsch nach Selbständigkeit entscheiden muß: 'Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen - das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse', sagt Jane Eyre zu dem Mann, den sie liebt.Charlotte Bronte (1816 - 1855) ist die älteste der drei außergewöhnlichen Schriftsteller-Schwestern. In der Abgeschiedenheit des elterlichen Pfarrhauses in Yorkshire schrieb sie einen der berühmtesten Frauenromane der Welt "Jane Eyre".


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Besser als Puddingkochen      5 von 5 Punkten

Nachdem ich mit Begeisterung Jane Austen Romane gelesen habe machte ich mich auf die Suche nach anderen englischen AutorInnen jener Zeit und traf auf Charlotte Bronte und Jane Eyre.

Aufgemacht wie eine Autobiografie werden zuerst Janes Kinder- und Jugendjahre beschrieben. Jane Eyre wächst bei der reichen Familie ihres Onkels auf, sie ist Vollwaise. Als ihr Onkel stirbt wird sie von ihrer Tante und besonders ihrem Cousin schwer schikaniert. Sie rebelliert und wird in ein Internat für arme Waisenkinder gesteckt. Auch die Jahre auf der Schule sind hart und grausam doch wie durch ein Wunder überlebt die kränkliche, blasse Jane auch diese Zeit. Nach der Schule und nachdem sie dort einige Jahre selbst Lehrerin gewesen war, möchte Jane mehr von der Welt sehen und sucht sich eine Stelle als Gouvernante. Sie landet im düsteren Haus von Mr.Rochester. Dieser ist fasziniert von Janes scharfer Intelligenz, ihrer ehrlichen Natur und ihrem Mut, sie verlieben sich. Doch Janes seltenes Glück währt nicht lange, denn Mr.Rochesters Haus birgt ein dunkles Geheimniss aus der Vergangenheit seines Bestitzers...

Jane Eyre ist mir im Laufe des Buches zu einer meiner liebsten RomanheldInnen geworden. So viel Unglück, Grausamkeiten und Schmerz Jane auch erfahren hat, hat sie nie daran gedacht aufzugeben. Charlotte Bronte hat damals mit Jane eine ganz neue Art von Romanheldinnen geschaffen. Eine Frau, die sich weder durch Schönheit, Sittsamkeit noch durch Geld auszeichnet sondern mit einem scharfen Verstand und die dazu noch Rechte einfordert die zur damaligen Zeit nur Männern vorenthalten waren.
Die Atmosphäre ist im ganzen Buch düster und passt zu Jane Eyre und Mr.Rochester. Auch das Ende ist kein klassisches happy ending es trägt einen dunklen Nachgeschmack.
Den Roman habe ich sehr gerne gelesen und er hat mir sehr viel gegeben. Und obwohl schon 150 Jahre alt, lässt sich Charlotte Brontes plastischer Schreibstil gut und flüssig lesen. Vorallem für Frauen (gerne auch für Männer) ist Jane Eyre ein Stern am ewigen Literaturhimmel und wärmstens zu empfehlen.


 Weitere Lesermeinungen


Rot und Schwarz: Chronik aus dem Jahr 1830 - StendhalRot und Schwarz: Chronik aus dem Jahr 1830
Stendhal

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 214615      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In einer Epoche der Durchschnittlichkeit ist Heldentum nur noch in der Perversion möglich. Leidenschaft und Idealismus können sich nur noch in Verstellung und Heuchelei äußern. "Rot und Schwarz" erzählt vom Aufstieg und tragischen Untergang des ehrgeizigen Julien Sorel und von seiner komplizierten Liebe zu zwei sehr unterschiedlichen Frauen. Vergeblich versucht sich der Emporkömmling mit seiner heroischen Haltung, seinem Machtstreben und kühler Intelligenz in seiner engstirnigen Umwelt zu behaupten.
"Das beste Werk von Stendhal" Johann Wolfgang Goethe


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Stendhals Kritik am eigenen Land...      4 von 5 Punkten
Der Roman ,,Le Rouge Et Le Noir. Chronik du XIXe siècle.", wobei sich in manchen Ausgaben auch der Begriff ,,Chronik von 1830" statt vom 19.Jahrhundert findet, ist zwischen 1827 und 1830 entstanden und im November 1830 erschienen. Der Arbeitstitel war zunächst Julien; die spätere Überschrift ,,Rot und Schwarz" ist auf 1830 datiert. Die Hauptfigur des Romans ist Julien Sorel, der Sohn eines wohlhabenden Zimmermannes. Er lebt in Verrières, einem Ort am Doubs, an der Franche-Comtè. Julien unterscheidet sich von Kind an mit seiner Umwelt, von der ihn alles unterscheidet. Julien ist zwar hübsch und begabt, kann jedoch keine körperlichen Arbeiten verrichten, deshalb verspottet ihn seine Familie. Weil er von seiner Familie nie richtig angenommen wird, entwickelt er einen grenzenlosen Ehrgeiz um Macht und gesellschaftlichem Aufstieg zu erreichen. Sein Idol Napoleon bestimmt sein Weltbild, doch da er in der nachnapoleonischen Zeit lebt, muß er sich verstellen. Er stellt fest, daß die Kunst sich verstellen zu können eine gute Methode ist sich selbst zu schützen und dies beherrscht er auch sehr schnell. Er stellt auch fest, daß der Aufstieg in der Gesellschaft in seiner Zeit für ihn nur über den Priesterstand möglich ist. Da Julien gute Lateinkenntnisse besitzt, bereitet er sich auf die Priesterlaufbahn vor; Frömmigkeit vortäuschend. Er wird zunächst Hauslehrer bei Herrn de Rênal, dem konservativen Bürgermeister seiner Stadt. Er verachtet die Menschen und nutzt sie aus; Er ist kalt und berechnend. Schon bald verliebt sich Frau de Rênal trotz moralischer und religiöser Skrupel in Julien. Doch es kommt kein Glücksgefühl auf. Einerseits weil Julien krampfhaft sein sich selbst vorgegebenes, ideales Verhaltensmuster verfolgt, andererseits weil er sich Frau de Rênal gegenüber verpflichtet sieht, weil sie sich ihm unterwürft. Für ihn ist diese Liebe Bestätigung seines gesellschaftlichen Aufstiegs. Als die Beziehung zum öffentlichen Skandal zu werden droht, begibt sich Julien in ein Priesterseminar nach Besan_on, eine Stadt an der Doubs, die westlich von Dijon liegt in etwa 75 Kilometer Entfernung. Besan_on liegt in 175 Kilometer Entfernung nordordlich von Lyon. Dort verbessert er dann seine Taktik der Verstellung und beginnt ein regelrechtes Doppelleben zu führen. Später wird er Sekretär im Haus des Marquis de la Mole in Paris. Er wächst dort zum Weltmann heran. Fast am Höhepunkt seiner Karriere angelangt, kommt aber auch schon bald der tiefe Fall...

Ein wunderbarer Roman über das nachnapoleonische Frankreich. Stendhals Gesellschaftkritik kann von Anfang an überzeugen. Die Liebesszenen sind etwas abgegriffen, aber auch nur, da sie im Nachhinein tausende Male abgekupfert worden.



Stolz und Vorurteil. Großdruck - Jane AustenStolz und Vorurteil. Großdruck
Jane Austen

Gebundene Ausgabe, 1. August 2006
     Verkaufsrang: 175451      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Familie Bennet hat fünf Töchter. Eine Heirat mit einem möglichst begüterten Mann ist die einzige Perspektive, die ihnen das Leben zu bieten hat. Schon bald macht der standesbewusste Gutsbesitzer Mr. Darcy der munteren und geistvollen Elizabeth einen Heiratsantrag.



Ein unbedeutender Mensch. Erzählungen 1883 - 1885 - Anton CechovEin unbedeutender Mensch. Erzählungen 1883 - 1885
Anton Cechov

Taschenbuch, 2001
     Verkaufsrang: 206195      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Cechovs erste Erzählungen      5 von 5 Punkten
Schon in diesen frühesten Erzählungen wird klar, was den Reiz an Cechovs Erzählungen ausmacht Kurze Abrisse des Lebens, Momentaufnahmen von Menschen wie sie sind in einer knappen, ungeschmückten Sprache erzählt. Der Kern der Erzählungen ist auf das jeweils Wichtige beschränkt, sowie es passiert ist, ist es vorbei. Der Leser kann nicht anders, als sich ins Russland Ende des 19. Jahrhunderts zu versetzen und man wehrt sich auch nicht dagegen, egal, was geschildert wird. Vieles was wir sehen und sofort wieder vergessen steht bei Cechov geschrieben und macht das Lesevergnügen aus.

Meisterhaft      5 von 5 Punkten
Obwohl der Untertitel des Buches "Erzählungen" lautet, handelt es sich größtenteils um Kurzgeschichten und Tschechow ist ein Meister dieses Genres. Er nimmt die menschlichen Schwächen der Spießbürger und einfachen Leute aufs Korn - hauptsächlich Eitelkeit und Dummheit. Und so schreibt er mit viel Witz über einen Nachhilfelehrer, der sein Waterloo erlebt, über die Wirkungen der Homöopathie, darüber wie ein Pastor seine Frau verschachert und welche verheerenden Folgen das Lesen guter Bücher hat.

Die Geschichten sind unterhaltsam geschrieben und sie bieten einen guten Einstieg für Leser, die sich mit russischer Literatur beschäftigen wollen und nicht gleich Tolstojs umfangreiche Romane oder Dostojewkijs philosophische Werke lesen möchten.



Mozart auf der Reise nach Prag - Eduard MörikeMozart auf der Reise nach Prag
Eduard Mörike

Gebundene Ausgabe, 1. Januar 2007
     Verkaufsrang: 217033      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Durch einen Zufall werden Mozart und seine Frau auf ihrer Reise nach Prag 1787 Gäste einer gräflichen Hochzeitsfeier. Mörike gelang mit seiner Novelle eine meisterhafte Beschwörung ländlich-aristrokratischer Geselligkeit im Rokoko und ein lebendiges Porträt des großen Musikers.



Immensee: Altona 1848 - Theodor StormImmensee: Altona 1848
Theodor Storm

Taschenbuch, Juli 1999
     Verkaufsrang: 199854      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Wälder standen schweigend und warfen ihr Dunkel weit auf den See hinaus, während die Mitte desselben in schwüler Mondesdämmerung lag. Mitunter schauerte ein leises Säuseln durch die Bäume; aber es war kein Wind, es war nur das Atmen der Sommernacht. Reinhard ging immer am Ufer entlang. Einen Steinwurf vom Lande konnte er eine weiße Wasserlinie erkennen. Auf einmal wandelte ihn die Lust an, sie in der Nähe zu sehen; er warf seine Kleider ab und stieg...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Ein super Buch      5 von 5 Punkten
Wir haben diesen Reclam in der Schule durchgenommen; Er ist wirklich klasse. Er eingnet sich super für den Duetsch Unterricht


 Weitere Lesermeinungen


Der Totschläger. ( Die Rougon- Macquart Bd. 7) - Emile ZolaDer Totschläger. ( Die Rougon- Macquart Bd. 7)
Emile Zola

Taschenbuch, September 2002
     Verkaufsrang: 210325      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Mit diesem Roman über die Wäscherin Gervaise gelang Zola der große Durchbruch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Literatur stand eine Arbeiterfrau im Mittelpunkt des Geschehens, wurden Sorgen und Nöte des einfachen Volkes thematisiert und die rauhen Lebensbedingungen des unteren Milieus der Pariser Gesellschaft mit schonungsloser Genauigkeit dargestellt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

"Der Zeittotschläger"      2 von 5 Punkten
Von der Handlung habe ich kaum etwas erfahren. Denn obwohl ich bis auf Seite 88 gekommen bin, wurde in diesen langatmigen Seiten so viel erzählt, wie auf Seite 10 in einem gerade geschriebenen Buch. Es werden so viele Worte unnötig gebraucht. Da geht z.B. die Hochzeitsgesellschaft ins Museum, da kann es der Autor nicht lassen zu beschreiben in welcher Reihenfolge die Teilnehmer auf der Straße gehen oder eben: "Der Braut war der Schnürsenkel ihres linken Schuhes aufgegangen...". Ingesamt wäre also Titel eher "der Zeittotschläger" zu wählen gewesen. Emile Zolas "Das Geld" kann ich hingegen empfehlen.

Gelungener Blick      4 von 5 Punkten
Einen gelungenen Einblick auf die Welt der Arbeiterschaft im 19. Jahrhundert bietet das Werk "Der Totschläger". Emile Zola schildert darin das Leben der jungen Wäscherin Gervaise, die von ihrem Liebhaber Lantier mit zwei Kindern sitzengelassen wird. Schliesslich gibt sie dem Werben des Arbeiters Coupeau nach und willigt ein, seine Frau zu werden. Das Glück des Ehepaares hält jedoch nicht lange an: Als Coupeau während seiner Arbeit vom Dach eines Hauses stürzt und für einige Zeit arbeitsunfähig wird, scheint auch Gervaise an ihrem Schicksal zu zerbrechen. Coupeau beginnt zu trinken und seine Tage und Nächte im "Assomoir" (Titel der Originalausgabe: "L'Assomoir"; eine Kneipe in Paris, in der vorallem Schnaps konsumiert wird) zu verbringen, anstatt das dringend benötigte Geld daheim abzugeben. Gervaise versucht anfangs noch, die Familie zusammenzuhalten und keine Schulden zu machen. Als sie allerdings sieht, wie sich ihr Traum nach einem guten Ehemann, der sie nicht schlägt und einem ruhigen Lebensabend langsam in Luft auflöst, gibt sie sich ebenfalls der Verschwendungssucht hin und schuldet immer mehr Leuten immer mehr Geld. Als Coupeau in einer Anstalt im Delirium tremens stirbt, hängt Gervaise'Leben auch nur mehr an einem seidenen Faden...

Der Roman ist zu keiner Zeit melancholisch oder beschwerlich zu lesen, sondern er regt eher zum Nachdenken an und reflektiert ein gutes Bild der damaligen Zeit. Zuerst hatte ich Mitleid mit Gervaise, die sich eigentlich nur ein bescheidenes ruhiges Leben als Wäscherin wünscht und einen Mann, der sie nicht schlägt. Am Ende hat sie keines von beiden und gibt sich auch der Prasssucht hin.

Gut beschriebenes Schicksal der damaligen Zeit, als ein einfacher Arbeitsunfall eine Familie zerstören konnte.



Sturmhöhe - Emily BronteSturmhöhe
Emily Bronte

Taschenbuch, Oktober 2000
     Verkaufsrang: 218365      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Den heftigen Stürmen ausgeliefert, liegt der Gutshof 'Wuthering Heights' auf einer Anhöhe in Yorkshire, inmitten einer düsteren Moorlandschaft. Der Besitzer, Mr. Earnshaw, lebt dort mit seinen drei Kindern Catherine, Hindley und Heathcliff. Letzterer, ein Findelkind aus den Elendsquartieren Liverpools, ist von Earnshaw aufgenommen worden. Obwohl der Adoptivsohn die gleiche Erziehung genießt, kann er seine Vergangenheit nicht abschütteln. Sein ungestümes und schroffes Wesen, sein aufbrausendes Temperament offenbaren seine Herkunft. Langsam ziehen bei den Earnshaws dunkle Wolken auf: Catherine liebt Heathcliff über alle Maßen, weist ihn aber aufgrund der Standesunterschiede schroff zurück. Gedemütigt verläßt Heathcliff den Hof, um später wiederzukommen und gezielt Rache zu üben...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 31 Bewertungen)

Eine Liebe und Hass Geschichte      5 von 5 Punkten
Trotz meiner Jugend bin ich ein riesengroßer Fan der Bronte-Schwestern. Emily ist die Äußergewöhnlichste von den Dreien. Sturmhöhe ist eine tragische Liebesgeschichte, welche von krankhaften Hasswandelung durchzogen ist. Allerdings ist der Schreibstil teilweise etwas kompliziert. ich empfehle dieses Werk nur geübten Klassikliebhabern


 Weitere Lesermeinungen


Madame Bovary - Gustave FlaubertMadame Bovary
Gustave Flaubert

Taschenbuch, Januar 1972
     Verkaufsrang: 182036      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,60 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Den meisten ist die Tragödie der Madame B. wohl bekannt, einige wollen sie wieder lesen, manche haben, aus welchen Gründen auch immer, noch nichts von ihr gehört und viele waren bis jetzt zu jung, um sie zu kennen. Flauberts Werk zählt zu den zeitlosen Klassikern, die wegen ihrer nicht abreißenden Aktualität immer wieder aufgelegt werden. Bücher, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte für gut gehalten werden, haben viele Ebenen, auf denen man sie lesen, verstehen und interpretieren kann. Madame Bovary gehört dazu. Kritiker und Literaturwissenschaftler befinden sich, was die Analyse des Mythos Emma Bovary betrifft, schon immer im Widerstreit. Auch das zeichnet ein universales Werk aus. Es läßt sich in keine Schublade stecken.

Wer war Madame Bovary? War sie ein Opfer ihrer Umwelt oder ein Opfer ihrer selbst? War sie sehr einfältig oder besonders gerissen? Was macht Madame für viele noch heute so faszinierend? Vielleicht ist das nicht abreißende Interesse mit den unendlichen Interpretationsmöglichkeiten ihres Charakters und ihres Schicksals zu erklären oder mit den vielen Spekulationsmöglichkeiten über das, was vermeidbar gewesen wäre und das, was unvermeidbar war. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Gegenüberstellung von verschiedenen Personen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort: während die einen ihren Aufstieg erleben, müssen die anderen unaufhaltsam ihrem Niedergang ins Auge blicken.

Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen.

Gustave Flaubert zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts, wie auch George Sand, die etliche Romane unter ihrem männlichen Pseudonym veröffentlichte. Die beiden verband eine siebzehnjährige Freundschaft, in der Flaubert seiner Freundin oft durch Briefe über den Fortgang seines Werkes berichtet. Er beneidet Sand dafür, wie sie Nacht für Nacht ihre Romane einfach, ohne die Feder abzusetzen, auf das Papier niedergießt, während er in minutiöser Kleinarbeit jedes einzelne Wort unzählige Male abwägt, bevor er es gelten läßt. Immerhin, diese akribische Kleinarbeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk entstanden.

Eventuell könnte die Sprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie Flaubert sie verwendet, in den Ohren des einen oder anderen Lesers etwas ungewohnt klingen, aber das ist Geschmackssache. Eher hebt sie die Atmosphäre der Zeit hervor, in der Madame B. gelebt und gelitten hat.

Das Thema bleibt brennend: Befreiung oder Untergang? Selbstverwirklichung oder Unterwerfung ? Welcher Pfad wurde an den Scheidewegen des Lebens jeweils eingeschlagen, der Richtige oder der Falsche? Wo liegen die persönlichen Fehler, wo die der Umwelt? Kurz: Wieviel Einfluß hat der Mensch auf seinen Charakter und sein Schicksal? Die Geschichte der Madame Bovary läßt viele Antworten zu. Für jeden eine. --Daphne Großmann

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)

Ein sehr schöner Klassiker!      5 von 5 Punkten
Madame Bovary hat mich sehr fasziniert! Flaubert hat meiner Meinung nach sehr gut aufgezeigt, wie die damalige Gesellschaft "getickt" hat! Madame Bovary war mit einem Arzt in einer kleinen Provinzstadt verheiratet, der sie unheimlich geliebt hatte. Er hat und hätte alles für sie getan, aber das hat ihr nicht gereicht. Sie hatte sich sprichwörtlich mit ihrem Leben, das sie geführt hatte, gelangweilt. Und das nur, weil sie ihn eben nicht geliebt hatte und nur aus dem Grund heraus, ein unbeschwertes Leben führen zu können, geheiratet hat. Um ein bisschen Abwechslung ins Leben zu bringen, ist sie fremdgegangen. Ich fand die Szenen, wie z. B. in der Kutsche wunderbar beschrieben, wobei Flaubert nicht auf die Sexszenen eingegangen ist, aber es hat meiner Meinung nach schon ganz schön geknistert und mit viel Phantasie konnte man zwischen den Zeilen lesen, was Flaubert geschrieben hätte, hätte er den Mut dazu gehabt. Ich hatte das Gefühl, dass es ihn schon sehr gedrängt hatte, auf dieses Thema einzugehen, aber er ist nur so weit gegangen, wie man eben zu jener Zeit gehen konnte und kein Stückchen weiter. Aber meines Erachtens hatte er seine Grenzen ziemlich ausgeschöpft. Zur damaligen Zeit galt man wohl eben nur als anerkannter, seriöser Schriftsteller, wenn man den Sex, den zwar jeder praktiziert hatte, nicht in seinen Büchern eingebaut hat. Man sieht ja, dass es sogar in der heutigen Zeit nicht sehr einfach ist, als Autor ernst genommen zu werden, wenn man erotische Bücher schreibt. Nicht umsonst verwenden diese Autoren grundsätzlich Pseudonyme, um unerkannt zu bleiben. Zumindest empfinde ich das so. Ob's stimmt, sei mal dahingestellt. Aber jetzt weiter zum Thema: Madame Bovary ist ein großartiges Buch und ich denke, es wäre mit der Erotik, hätte sie Flaubert ausgebaut, noch um einiges besser geworden. Was Flaubert aber hervorragend geschafft hat, war seine Leser in den Bann zu ziehen. Das ist das Größte, was ein Autor erreichen kann und ich hoffe, dies mit Mariposa und Diagnose: Schizophasie eines Tages auch zu schaffen. Flaubert hat es geschafft und das macht einen guten Roman aus. Nur wenn man mit seinen Figuren mitfühlen kann, ist man mitten im Geschehen. Und das hat er mit seinem Werk auch erreicht. Leider hat die Geschichte kein Happy End, aber ich denke, das liegt nur daran, weil es zur damaligen Zeit ein Skandal gewesen wäre, hätte er Madame Bovary ein "glückliches Leben am Ende mit ihrem Mann und ihren Lovern" leben lassen. Sozusagen war er gezwungen, der "unehrbaren" Frau auch ein schmerzhaftes Ende zu setzen. Ich wäre wirklich neugierig gewesen, wie sich Flauberts Geschichte entwickelt hätte und wie sie geendet hätte, hätte er sie in der heutigen Zeit geschrieben. Wer weiß, vielleicht ja anders. Nichtsdestotrotz, ein großer Klassiker. Flaubert ist in meinen Augen ein großartiger, französischer Schriftsteller und es hat mich begeistert, seine Madame Bovary kennengelernt zu haben, die er aus meiner Sicht leider ein bisschen "an den Zügeln" halten musste. 5 Sterne für dieses großartige Werk.


 Weitere Lesermeinungen



Agnes Grey - Anne BronteAgnes Grey
Anne Bronte

Taschenbuch, Januar 1988
     Verkaufsrang: 139251      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit      4 von 5 Punkten
Im Jahre 1847 gelang es den drei Schwestern, Charlotte, Emily und Anne Bronte, ihre ersten Werke zu veröffentlichen. Während Charlotte mit "Jane Eyre" und auch Emily mit ihrem Buch "Sturmhöhe" große Aufmerksamkeit erregte, blieb der Erstling von Anne "Agnes Grey" relativ unbeachtet. Doch auch dieser Roman beweist das Talent der Autorin, wenn er auch weniger aufsehenserregend oder skandalös ist.

Genau wie ihre Autorin ist Agnes Grey die jüngere Tochter eines Pfarrers und versucht mit einer Stellung als Gouvernante eigenständig für sich zu sorgen und auch zum Wohle ihrer Familie beizutragen. Schon bald verliert sie jedoch alle Illusionen, was ihren Berufsstand angeht. Die Arbeitgeber sind kalt und herzlos und setzen Agnes einer wilden, ungezogenen Kinderschar aus. In ihrer ersten Stellung wird ihr dann auch nach einigen Monaten harter Arbeit gekündigt. Doch Agnes gibt so schnell nicht auf. Bei der nächsten Familie, den Murrays, ist sie hauptsächlich für die Erziehung der Mädchen des Hauses zuständig. Rosalie und Mathilde benehmen sich zwar nicht sehr damenhaft und lassen Agnes spüren, dass sie gesellschaftlich weit unter ihnen steht, aber das Leben wird für die junge Gouvernante in ihrer neuen Umgebung etwas besser. Dazu trägt vor allem der neue Hilfspfarrer bei, der die Gemeinde seelsorgerisch betreut. Nachdem die Kätner ein hohes Loblied auf ihren neuen Hirten singen, beginnt auch Agnes sich für Mr. Weston zu interessieren und sie freut auf die Kirchenbesuche an jedem Sonntag.
Während sich Agnes in Gedanken nach dem Geistlichen verzehrt, aber eine Verbindung als nicht möglich ansieht, kreisen auch die Gedanken der jungen Damen um das Thema Heirat. Rosalie schlägt den Heiratsantrag eines verliebten jungen Mannes aus, weil dieser nur der zweite Sohn ist und kein großes Erbe zu erwarten hat. Schließlich wirbt ein junger Adliger um das schöne Mädchen und so wird Rosalie zur Lady.
Als ihr Vater plötzlich stirbt kehrt Anne nach Hause zurück und gründet mit ihrer Mutter eine eigene Schule. Die Arbeit fällt Anne leichter, aber ihre Sehnsucht nach Mr. Weston bleibt. Als die einsame und unglücklich verheiratete Rosalie ihre ehemalige Lehrerin einlädt, erhofft sie sich, den Liebsten wieder zu sehen. Dies ist tatsächlich der Fall. Doch es kommt noch besser, als Mr. Weston die dortige Pfarrstelle verlässt und im Nachbarort von Annes Heimat eine neue Bleibe findet. Anne und Mr. Weston können sich nun wieder häufiger sehen und Annes Hoffnungen scheinen sich tatsächlich zu erfüllen...
Bedauerlicherweise widmet Anne Bronte sehr viel Zeit darauf, den Leidensweg einer jungen Gouvernante zu beschreiben. Zwar ist dies von einem gewissen Interesse, aber ist auch recht ermüdend. Erst gegen Mitte des Romans wird das Leben und damit auch die Lektüre lebhafter und wir lernen einige anregende Charaktere näher kennen wie z.b. den despotischen Pfarrer, Mr. Hatfield, die fluchende Mathilde Murray, die religiös-verwirrte Nancy. Und natürlich die zarte Annäherung an Mr. Weston bleibt nicht ohne Reiz.
Durch die sozialkritische Note sichert sich das Buch einen Platz in der Welt der guten Literatur. Eindringlich, aber niemals zu dramatisch schildert Anne Bronte das Leben einer gebildeten aber mittellosen jungen Frau Mitte des 19. Jahrhunderts.
Auch wenn die Autorin ihrer Heldin die wohl verdiente Belohnung für ihre Mühen zukommen lässt, hatte sie selbst weniger Glück im Leben. Mit nur 28 Jahren starb sie infolge einer Tuberkuloseerkrankung. Einen ihr ebenbürtigen Partner hatte sie bis dahin leider nicht gefunden.



Agnes Grey: Eine Heldin der leisen Töne      4 von 5 Punkten
Agnes ist die jüngere Tochter eines Pfarrers. Als sie mitbekommt, dass ihre Eltern finanziell zu kämpfen haben, fasst sie den kühnen Plan, sich eine Stelle als Gouvernante zu suchen. Agnes hat sehr idealistische Vorstellungen über ihre Tätigkeit, doch schon in ihrer ersten Stelle, bei den Bloomfields, lernt sie schmerzlich die Realität kennen: Die Kinder sind hoffnungslos verzogen, weil die Eltern ihnen jede Neigung durchgehen lassen. Agnes wird zwischen den Fronten der Kinder, der Eltern und erwachsenen Verwandten und der Dienerschaft zerrieben und scheitert in ihrer ersten Stelle. Bei der nächsten Familie, den Murrays geht es besser: Zwei Mädchen stehen unter Agnes' Obhut. Rosalie, die Ältere der Schützlinge, ist eine Schönheit und hat nichts anderes im Sinn, als zu gefallen und sich einen reichen Mann zu angeln. Wider besseres Wissen, gedrängt von ihrer ehrgeizigen Mutter, heiratet Rosalie einen unsympathischen, hässlichen Nachbarssohn, der einen großen Gutshof und viel Geld besitzt. Rosalies Mann ist Alkoholiker und Spieler. Er lässt seine junge Frau allein zu Hause bei seiner Mutter, einer unangenehmen kalten Person, und treibt sich in Kneipen und Bordellen herum. Rosalie fühlt sich mit Anfang 20 schon lebendig begraben. Während Rosalie ins Unglück rennt, entsteht in Agnes eine Verliebtheit und Neigung für den neuen Hilfspfarrer des Ortes, Mr. Weston. Der ist selbstverständlich ein charakterfester Mann durch und durch. Die Leserin ahnt, dass Weston auch eine Zuneigung für Agnes hat, doch da der Roman nur aus der Sicht der Ich-Erzählerin Agnes geschrieben ist, durchleben wir zusammen mit Agnes alle Ängste, Unsicherheiten, Zweifel, die sich aus den unausgesprochenen Liebesgefühlen für sie ergeben.
Im Gegensatz zu Anne Brontës zweitem Buch, "Die Hüterin von Wildfell Hall", erregte die Geschichte der Agnes Grey wenig Aufsehen.
An einigen Stellen enthält das Buch jedoch schon den gesellschaftlichen Sprengstoff des Nachfolgebuches: Erziehungsziele, Werte der Gesellschaft, Unterdrückung und Demütigung der unteren Klassen, damit setzt Anne Brontë sich auseinander. Ungewohnt für die Entstehungszeit des Buchs ist die sehr realistische Beschreibung des Lebens der arbeitenden Bevölkerung, hier der Gouvernante. Man könnte das Buch als einen Vorläufer des späteren Sozialromans begreifen. Unerreicht scharfsinnig beobachtet sind einige Charakteristiken von Personen, die Agnes begegnen.
Das Buch Agnes Grey kommt weniger spektakulär und brillant daher als die Werke der beiden berühmten Schwestern Annes (Charlotte und Emily Brontë), hat aber durchaus seinen eigenen Charme.

Agnes Grey - Ein gutes Buch      3 von 5 Punkten
Dieses Werk, das wohl der einzig bekannte Roman von Anne Bronte ist, ähnelt in der Grundgeschichte dem Meisterwerk "Jane Eyre" ihrer Schwester Charlotte Bronte.
Inhaltlich kann man es so zusammenfassen: Armes Mädchen wird Gouvernante, um ihr Leben und das ihrer Familie zu erleichtern, verliebt sich, hält sich jedoch aus verschiedenen sozialen und moralischen Gründen zurück und gesteht ihm ihre Liebe erst am Schluß, die erwidert wird und sie lieben sich bis in alle Ewigkeit...
Kurz gefasst scheint der Inhalt einer von vielen zu sein, doch in diesem Roman findet man einige autobiographische Ansätze von Anne Bronte. Für eine Literaturwissenschaftshausarbeit in der Uni habe ich mich sowohl mit dem Werk als auch mit der Biographie der Autorin beschäftigt und überraschend viele Ähnlichkeiten gefunden!!
Ich würde dieses Buch denjenigen empfehlen, die Basisinformation über das Leben der Frauen und vor allem ihrer sehr eingeschränkten Möglichkeiten im Bezug auf Unabhängigkeit, Arbeit und Liebe erfahren möchten, allerdings haben viele dieser schon schnulzigen Teile des Inhalts (alles wendet sich zum Guten, der erste Mann in den sie sich verliebt, liebt sie auch) absolut keinen Bezug zur harten Realität.
Dieses Buch ist sehr leicht zu lesen und eignet sich vorzüglich auch als Bettlektüre oder für Reisen :-)
Also, viel Spaß!

Gelungenes Werk ohne besondere Höhen      3 von 5 Punkten
Die jüngere Tochter einer Pfarrersfamilie tritt, um ihre Eltern zu unterstützen und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, eine Stelle als Gouvernante an. Dort lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen und schätzen. Anne Brontes Werk ist solide geschrieben und unterhaltsam. Es hat aber auch seine Längen und die Autorin wird an mehreren Stellen zu wehleidig und unterschätzt den Leser. Insgesamt gesehen ist es ein recht gutes Buch. Anne Bronte kommt aber mit diesem Werk nicht an die großen und einprägsamen Romane ihrer beiden Schwestern heran.


Brigitta: Urfassung / Studienfassung - Adalbert StifterBrigitta: Urfassung / Studienfassung
Adalbert Stifter

Taschenbuch, April 1997
     Verkaufsrang: 160104      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Brigitta, die Titelgestalt der zuerst 1844, in überarbeiteter Form dann 1847 im vierten Band der Studien erschienenen Erzählung, ist bei aller natürlichen Lebenskraft auf ungewöhnliche Weise benachteiligt: als Kind so häßlich, daß selbst die Mutter sich von ihr abwendet, wächst sie einsam und unverstanden auf, und auch ihre Ehe steht vorerst unter keinem guten Stern. Der Leser wird Schritt für Schritt in die Ereignisse eingeweiht, kann das die Erzählung beherrschende Geheimnis aber erst im Rückblick ganz verstehen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Kurz und unglaublich gut!      5 von 5 Punkten
Beim Lesen der ersten Seiten war ich sehr überrascht über die ausführlichen Beschreibungen der ungarischen Steppe. Ich konnte mich genau in das Geschehen hineinversetzen. Man lebt sozusagen mit den Personen der Handlung. Die Novelle erfährt eine unerwartete Wendung und jedes Detail fügt sich am Ende zu einem großen wunderschönen Bild zusammen. Ich bin begeistert, wie man so eine schöne Geschichte schreiben kann! Das Buch bewegt.


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Candide - VoltaireCandide
Voltaire

Gebundene Ausgabe, Juli 2006
     Verkaufsrang: 175216     

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Satire auf Optimismus und Pessimismus      3 von 5 Punkten
"Candide" basiert eigentlich nur auf einer simplen Grundidee - der Widerlegung des Leibniz'schen These, dass in der Welt notwendigerweise alles zum besten arrangiert ist, welche der Lehrer des Candide seinem Schüler auf dem Schloss, auf welchem letzterer erzogen wird, vermittelt.
Dazu lässt er seinen Helden vom Schloss vertreiben und rund um die Welt reisen und nicht nur das europäische Elend seiner Zeit inklusive sozialem Elend, Kriegeswirren und Inquisition hautnah erleben, sondern auch in Südamerika die überseeischen spanischen Besitzungen der Jesuiten kennenlernen und schließlich das sagenhafte Eldorado finden, wo er unermessliche Schätze erhält, um die er dann aber bald wieder betrogen wird.
Wie in Diderots "Jakob" philosophieren Candide und seine wechselnden Begleiter dabei immer über die Ausgangsthese, was der Geschichte satirische Würze verleiht und diese auch intellektuell unterhaltsam werden lässt.
Am Ende steht die Geschichte für eine Satire sowohl auf den Optimismus wie auch auf den Pessimismus, ist aber zugleich auch eine recht spritzige Literaturkritik der zeitgenössischen bis römisch-griechischen Literaturgeschichte, die Voltaire von seinen Protagonisten satirisch aufspießen lässt.
Finalement wird Candide schließlich nach allen Abenteuern und misslungener philosophischen Suche von einem alten Mann bekehrt zu dem Motto: "Schweigt und arbeitet", womit er und seine Getreuen letztlich ihr Glück finden.
Auch wenn das erzählerische Talent Voltaires wie sein Witz, seine Phantasie und sein Einfallsreichtum nicht ganz den fehlenden Tiefgang der Geschichte verbergen können, kann der Dichter und Aufklärer dennoch auch heute noch den großen Erzähltalenten der Aufklärung zugerechnet werden.

Geniale Schrift      5 von 5 Punkten
Mit Candide landete einer der genialsten Schriftsteller aller Zeiten die genialste philosophische Erzählung überhaupt. Mit viel Humor und wunderbarem Schreibstil erzählt Voltaire die Reise von Candide und seinen immer wechselnden Begleitern, in der es mal zu Glück und mal zu Pech kommt.
Einfach lesen und selbst Meinung bilden!
Gruß

Gipfel der Satire!      5 von 5 Punkten
Es ist kaum zu glauben dass diese Geschichte vor über 200 Jahren geschrieben wurde. Voltaire schreibt auf sehr unterhaltsame Weise und platziert dabei seine Kritik auf intelligenteste Weise. Es ist schon zu genüge zu diesem Buch gesagt worden. Was mir noch zu sagen bleibt: Kaufen, lesen und das Meisterwerk in Sachen Satire schlechtin mit all seinen Facetten genießen. Lesespass auf höchstem Niveau!!!

Scharfsinnige Satire      5 von 5 Punkten
Der sympathische, junge "Held" dieses Romans, Candide, glaubt an die Lehren seines Hauslehrers Pangloß, der darüber doziert, dass diese Welt die beste aller möglichen sei und hier alles den besten Sinn hat. Doch gleich im ersten von dreißig episodenhaft kurzen Kapiteln muss Candide feststellen, dass dies so eigentlich nicht stimmen kann, denn hier wird er gleich, nur wegen eines hamrlosen Küsschens, vom Baron per Fußtritt aus dem Schloß gejagt. Doch Candide wäre nicht Candide, wenn er nicht seinen Optimismus seine Geliebte Kunigunde irgendwann wiederzusehen und sogar zu ehelichen strikt beibehalten würde und so macht er sich auf den Weg die Welt zu erkunden. Allerdings muss er erkennen das diese, so wie sie ist, ganz bestimmt nicht die beste aller Welten ist. Er erlebt Naturkatastrophen, Morde, Vergewaltigungen, Kriege, Betrug, Schiffbruch, einmal wird er fast gegrillt und verspeist usw.
Voltaire lässt seinen Protagonisten auf den knapp 170 Seiten eine unglaubliche Vielzahl an Übeln und Schlechtigkeiten erleben, dass dem Leser kaum Zeit für Mitgefühl bleibt. Und das alles unter dem Deckmantel eines humoristischen Romans, mit Anzeichen eines barocken Schelmen- und/oder Abenteurromans. Zu lachen gibt es hier wirklich viel, zumindest aber zu schmunzeln. Und auch die Überraschungsmomente jagen sich, wenn noch nicht mal der Tod manchen Figuren etwas anhaben kann.
Trotzdem weiß der Leser aber, das es unter besagtem Deckmantel um Kritik an Politik und Gesellschaft geht. Hervorragend! Kritik gepaart mit viel Witz und Ironie in einem wirklich temporeichen, Spass machenden, gut zu lesenden Roman. Die Überschrift des wirklich interessanten Nachwortes sagt schon einiges: "Weltironie im Taschenformat".

Wir müssen unseren Garten bestellen, .......      5 von 5 Punkten
so die letzten Worte von Candide im längsten Roman von Voltaire. Candide gibt damit Antwort auf Pangloß' letzte - in Anbetracht der erlebten schlechten Umstände - ironischen Ausführungen über "die beste aller Welten", die soviel Überraschungen hervorbringt, wenn man sich nur hinter dem Ofen hervorwagt. 1759 kommt dieses Werk an die Öffentlichkeit, in einem Jahrhundert, das den 7-jährigen Krieg (1756-63) noch nicht beendet sieht, dem Lissabon (1755) durch Erdbeben und Feuer zum Opfer zu fallen droht und in dem die Fragen der Theologie und der Philosophie neu zu bestimmen sind. Naturwissenschaft und Empirie dominieren den Glauben hin zur Vernunft und doch scheint nur das wirklich, was auch Tatsache ist. ("Nur das, was man selbst erlebt hat, kann man verstehen.") Voltaire lässt seinen Helden Candide (wie auch Eichendorff seinen Taugenichts) durch die Welt sausen, Zufall und Notwendigkeit (als zureichender Grund nach Leibniz) steht allerorts Pate für die nächsten Wege und ganz beiläufig erkennt man die Wirren der Zeit in den unterschiedlichen und doch verflochtenen Kontinenten. Die Figuren sind wie in einem Marionettentheater aufgestellt, Voltaire lässt sie kommen und gehen, ganz nach belieben, der Tod kann diesen nun wirklich nichts. Über allem schwebt als helfende Hand und als begleitender Berater Pangloß, der große Philosoph aus dem frühen Westfalen, der gleichzeitig Erzieher von Candide war.

Voltaire beginnt hier vielleicht ohne Absicht den Weg der Aufklärung. Mit dem Erdbeben in Lissabon ist der Glaube an die Kirche nicht mehr gefestigt. Ein Totenmeer von über 30.000 Menschen lädt ein zum Zweifel und der Gedanke, die Vernunft und das Erfahrene zu priorisieren, nimmt beständig zu. Daher lässt Voltaire seinen Protagonisten Candide Menschen "an sich" nur im Eldorado erleben, Menschen, die ihren Reichtum mit Ehre tragen und diesen nicht als zureichenden Grund für Missgunst sehen. Alle Liebe Candides jedoch gilt Kunigunde, seiner noch im Geiste schönen Geliebten, die er bereits in Westfalen küsst und damit Anlass für ihren Vater bietet, ihn mit Fußtritten in die Welt zu jagen. Nichts hält ihn auf, immer ist sein Optimismus in der besten aller Welten nach Pangloß so groß, dass sein Glaube, Kunigunde wieder zu treffen, niemals schwindet. Alles wird gut, alles ist gut dieses an Leibniz angelehnte Motto in "prästabiler Harmonie" schwebt über allem, als Anweisung und als Ironie, wo doch die Welt im Erleben Candides mehr und mehr aus den Fugen gerät. Am Ende treffen sie (Candide und Kunigunde) sich und finden zusammen, doch nicht wie im Märchen, sondern eher ohne Reichtum, in schnörkelloser nur puristischer Schönheit aber mit viel Arbeit. "Die Arbeit hält drei große Übel von uns fern: die Langeweile, das Laster und die Not." Damit ist für Voltaire und Candide klar, dass eben der Garten des Lebens für jeden zu bestellen ist, um zur besten aller Welten zu werden.


Voltaires Übertreibung und Beliebigkeit aller Dinge und Erlebnisse ist ein Seitenhieb auf die Leibnizsche Theodizee, in der er in Anlehnung an den mittelalterlichen islamischen Gelehrten al-Ghazali diese Welt zur "besten aller möglichen Welten" erklärt, da aus der Weisheit und Güte Gottes folge, dass er durch seine Allmacht die Beste erwählt und verwirklicht habe. (meilleur des mondes possibles). Der Streit um die Allmacht Gottes führte schon bei Epikur zu folgendem Dilemma: "Wenn er es will und nicht kann, ist er unfähig, was für Gott nicht zutrifft; wenn er kann und nicht will, ist er bösartig, was Gott auch fern liegt; wenn er weder will noch kann, ist er sowohl bösartig als auch unfähig und deshalb nicht Gott; wenn er es aber will und kann, was allein Gott zukommt, woher kommt dann das Übel? Oder warum behebt er es nicht?"

Conclusio: der große Roman Voltaires, wunderbare Zeitgeschichte, absolut lesenswert.


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Oliver Twist - Charles DickensOliver Twist
Charles Dickens

Broschiert, April 2008
     Verkaufsrang: 221161      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Schurken, schmieriges Elend, ein hilfloses, unterdrücktes Waisenkind. Dutzende Film- und Fernsehadaptationen hat Dickens Roman inspiriert. Einst wühlte das krasse Porträt des jüdischen Schurken Fagin die Gemüter auf. Heute stört sich Roman Polanski an der Hoffnung, dass das Gute im Menschen über die Ungerechtigkeit triumphieren kann. Dickens Oliver Twist lebt weiter, weil er eine existenzielle Spannung gestaltet: der Einzelne gegen die Gesellschaft.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Ein sehr unterhaltsames Stück Literaturgeschichte!      5 von 5 Punkten
Charles Dickens Geschichte über den Weisenjungen Oliver Twist, der in den jämmerlichen Verhältnissen eines Armenhauses aufwächst und nach seiner Flucht in die Großstadt London einer Diebesbande in die Finger geht, dürfte fast jedem etwas sagen und sollte auch in keiner Sammlung fehlen!

Die in diesem Buch enthaltene Übersetzung von Gustav Meyrink ist wie die Geschichte selbst sehr gelungen. Was mir vor allem gefallen hat war, dass die Textpassagen mancher Personen mit Akzent geschrieben wurden und dem ganzen so noch etwas mehr Atmosphäre geben. Besonders gut kommt das meiner Meinung nach bei dem Jiddischen Akzent von Fagin (dem Jude) rüber.

In dieser DTV Ausgabe sind außerdem noch die 25 Illustrationen (Zeichnungen) der Erstausgabe enthalten. Außerdem gibt es ein Ausführliches Nachwort mit allerlei interessanten Fakten rund um Oliver Twist und eine Zeittafel mit den wichtigsten Stationen des Charles Dickens.
Wer Oliver Twist also noch nicht in seiner Sammlung hat, der macht mit dieser Ausgabe nichts Falsch.


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Broschiert, 2004

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EinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Theodor Fontane 'Irrungen, Wirrungen' - Michael FuchsEinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Theodor Fontane 'Irrungen, Wirrungen'
Michael Fuchs, Theodor Fontane

Broschiert, 2006

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EinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Gottfried Keller 'Romeo und Julia auf dem Dorfe' - Gerhard FriedlEinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Gottfried Keller 'Romeo und Julia auf dem Dorfe'
Gerhard Friedl, Gottfried Keller

Broschiert, 2002

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EinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Gottfried Keller 'Kleider machen Leute' - Sandra Greiff-LüchowEinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Gottfried Keller 'Kleider machen Leute'
Sandra Greiff-Lüchow, Carmen Daldrup, Gottfried Keller

Broschiert, 2002

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