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Der eherne Reiter: Petersburger Erzählungen Alexander S. Puschkin Taschenbuch, Oktober 2007 Verkaufsrang: 188653 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dass Petersburg Rußlands "Fenster nach Europa" ist, steht in Puschkins Poem 'Der eherne Reiter' - laut Untertitel "Eine Petersburger Erzählung", die erste der russischen Literatur. Ebenfalls ganz oder teilweise in Petersburg spielen die berühmten Novellen 'Der Postmeister', 'Pique Dame', das Fragment 'Ägyptische Nächte', die Erzählung 'Das einsame Haus auf der Basilius-Insel' und die ebenso amüsante wie kunstvoll gereimte Anekdote vom 'Häuschen in Solomna'. So ist in diesem Band vor dem Hintergrund Petersburgs der Dichter und Prosaist ebenso vertreten wie der ernste und der heitere Puschkin.
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Stine: (Berliner Frauenromane) Theodor Fontane Taschenbuch, September 1995 Verkaufsrang: 23032 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine zarte, in Andeutungen gezeichnete Liebesgeschichte zwischen Adel und Kleinbürgertum, die an den unmenschlichen Grenzen der Standesgesellschaft scheitert. 'Stine' ist Fontanes zeitkritischster Roman.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Fontanes Frauen 4 von 5 Punkten Ein kleiner Roman von Fontane, eher eine Erzählung. Ein junger kranker Adliger verliebt sich in die Schwester der Liebschaft seines Onkels. Er will dieses junge Mädchen heiraten, weil er sich in sie verliebt hat, aber das realistische Mädchen Ernestine oder kurz Stine eben, versagt sich ihm. Dem Enttäuschten bleibt kein anderer Ausweg als sich aus dem Leben zu verabschieden.
Diese Erzählung wirkt auf mich reichlich konstruiert und sehr flüchtig. Sie ist sicherlich nicht das, was man von Fontane gelesen haben muß. Aber an einigen Stellen schimmert der große Erzähler durch und vor allem der liebevolle Gestalter von Frauenfiguren. Stine ist eine davon.
Zeitlos ist die unglückliche Liebe... 4 von 5 Punkten Zeitlos ist die unglückliche Liebe. Eine mit zarten Gesten und liebevollen Worten verzierte Liebesgeschichte endet tragisch noch bevor sie überhaupt entstehen darf. In der Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts sind Normen und Regeln scheinbar stärker als das Gefühl. Denn die bürgerliche Stine stirbt an gebrochenem Herzen, weil ihre Liebe zu einem jungen Mann aus den oberen Schichten der Gesellschaft keine Akzeptanz findet. So tragisch und ergreifend die Handlung auch sein mag, Fontanes Novelle fesselt durch Einfachheit und die große Bedeutung kleiner Zeichen, zum Beispiel durch einen wunderschön rührenden und berührenden Dialog der Liebenden über das Herz. |
Die Erziehung des Herzens: Geschichte eines jungen Mannes Gustave Flaubert Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 219784 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als Student voller Pläne und Hoffnungen, mit künstlerischen und gesellschaftlichen Ambitionen kommt Fr d ric Moreau aus der Provinz nach Paris. Doch schon bald wird der empfindsame Moreau von der Liebe zu Madame Arnoux überwältigt, die seine Einbildungskraft gefangen nimmt und seine Tatkraft auf Jahre hinaus lähmt. Seiner revolutionären Begeisterung folgt die maßlose Enttäuschung über den Sieg der Reaktion von 1848. Er sinkt zu völliger Indifferenz und Mittelmäßigkeit ab und muss zuletzt desillusioniert auf ein gescheitertes Leben zurückblicken.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Für mich ein Meisterwerk ... 5 von 5 Punkten Ich habe es vor ettlichen Jahren gelesen und wenn man mich seit dem nach einem Buch gefragt hat was mich beeindruckt hat, dann fiel mir meist dieses als eines der ersten ein. Es ist eines dieser Bücher in dem es von der Handlung her kaum Höhen und Tiefen gibt, und doch war es tragisch, emotional, spannend, romantisch, ergreifend ...Ich hatte beim lesen die ganze Zeit das Gefühl jetzt müsse doch eigentlich mal was aufregendes passieren ... trotzdem hat es mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Was mich w`hrend der Lektüre und auch noch Jahre danach beschäftigt hat war für mich die Hauptfigur des Romans (den Namen weiss ich leider nicht mehr) und dessen Passivit`t und Mittelmäßigkeit bei allem was er tat und wie er agierte. Manchmal wollte ich eingreifen oder musste aufhören zu lesen . Ganz nebenbei gab die Geschichte auch einen interessanten und wie ich glaube sehr authentisches Bild der damaligen Zeit kurz vor der franzasischen Revolution. Man mu§ sicher eine Gewisse Vorliebe für diese Sorte Literatur haben aber ich halte das Buch für einen wirklichen Schatz.
ein kunstwerk mit hässlichen flecken 3 von 5 Punkten es gibt zwei klassen von flaubert-lesern: die eine zieht die "madame bovary", die andere die "erziehung des herzens" vor. mich hat die "erziehung des herzens" über zwanzig jahre begleitet. es ist sicherlich eines der wenigen werke der weltliteratur, das eher den leser selbst richtet, als das dieser über es zu urteilen aufgerufen wäre. darin ist es mit romanen wie "krieg und frieden", "der idiot", "middlemarch" oder "die pest" vergleichbar, und darin liegt auch seine bleibende aktualität. frederic moreau ist ein französischer jedermann. henry james hat beklagt, der protagonist sei zu "mittelmässig" und unsensibel, als dass er geeignet sei, die romanhandlung zu tragen. aber eben diese durchschnittliche empfindsamkeit und intelligenz darzustellen, war flauberts absicht. moreau ist nicht "the captain of his soul", sondern ein blatt im wind der zeit. er ist revolutionär, wenn es alle sind, und konservativ, wenn alle es geworden sind; mal liebt er romantisch, dann wie ein bohemien, und dann wie ein social climber - wie es gerade kommt. und am ende ist ihm nichts gelungen, er hat sein leben verfehlt, weil ... ja, warum eigentlich? die enorme kunstfertigkeit, mit der flaubert dreissig jahre französische geschichte in allen ihren facetten am leser vorüberziehen lässt, sucht ihresgleichen. im deutschen roman des 19. jahrhunderts sucht man ähnliches vergebens. dies gesagt, mache ich nun doch eine einschränkung. flaubert lässt eine frage unbeantwortet, und ich bin nicht sicher, ob ich seiner antwort zustimmen würde, wenn er sie uns mitgeteilt hätte. wenn denn moreau sein leben verfehlt, was macht dann ein "richtiges" leben aus? Es gibt in dem roman - und das unterscheidet ihn von den anderen oben genannten - sehr hässliche andeutungen der wahren meinung des autors. sollte flaubert, der von nietzsche so gehasste flaubert, anhänger einer quasi-nietzscheanischen übermenschen-ideologie sein? man möchte es nicht glauben. und dennoch. in einer sehr hässlichen passsage des romans - man könnte sie auch widerwärtig nennen - schildert flaubert den tod des illegtimen sohnes von frederic moreau, den dieser mit einer kurtisane hatte. die junge frau äussert nun - enige stunden nach dem tod des säuglings - den wunsch, den leichnam ausstopfen zu lassen. frederic rät ab, und man einigt sich darauf, das tote kind malen zu lassen. die ganze szene ist abstossend. wie seltsam, dass sie so selten kommentiert wird! oder liegt dies daran, dass sie ein hässliches licht auf den autoren wirft, der seine gestalten so sehr verachtet, dass er sie selbst im moment der trauer mit einem hämischen lachen der verachtung bedenkt? die "erziehung des gefühls" ist ein grosses werk, trotz seiner hässlichen flecken, grösser jedenfalls als jeder deutsche roman des 19. jahrhunderts. und doch mangelt es diesem werk an, sagen wir mit aller vorsicht: humanität. |
Emma Jane Austen Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 80534 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Emma ist eine kluge und selbstbewußte junge Frau, aber sie ist auch ein wenig verwöhnt. Nachdem ihre frühere Gouvernante und Gefährtin Anne sie verlassen hat, versucht sie in Highbury Schicksal zu spielen und ihre männlichen und weiblichen Bekannten miteinander zu verheiraten, wie es ihr die Phantasie gerade eingibt. Das muß natürlich schiefgehen. Als sie entdeckt, daß Harriet, die sie zuerst für den jungen Pfarrer und später für den attraktiven Frank Churchill vorgesehen hatte, eigentlich ein Auge auf den von ihr selbst heimlich verehrten Mr. Knightley geworfen hat, wird es Zeit, daß sie endlich zur Vernunft kommt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Emma von Jane Austen - Einfach klasse 5 von 5 Punkten Als ich zum ersten Mal ein Buch von Jane Austen gelesen habe, war ich sehr skeptisch, da ich sonst keine Bücher, die Autorinnen geschrieben haben, lese. Aber ich war sehr überrascht von Jane Austins Emma. Die Geschichte dieser jungen Dame aus dem englischen Landadel um 1800 ist einfach lesenswert. Jane Austin schreibt in einer sehr detaillierten Art die Umstände in der Emma lebt. Die kleinen Intrigen, Fauxpas, glückliche und unglückliche Momente, die Emma durchlebt sind einfach bezaubernd beschrieben. Und dennoch zeichnet Jane Austin ein sehr realistisches Bild von Emma, die zwar energisch, aber mit unter etwas zu voreilig ist in ihrem Tatendrang ihre Freundin (im englischen Original: Protegé) Harriet Smith zu verheiraten.
Ferner finde ich die liebevolle detaillierte Darstellung der Nebencharaktere (z.B. Miss Bates, Mr. Woodhouse)sehr ansprechend. Gerade diese liebevolle detaillierte Darstellung der Nebencharaktere in Verbindung mit Emma machen den Charme und den Witz dieses Buches aus.
Emma ist ein Liebesgeschichte mit sehr viel Witz und Ironie, die, für mich, einen Platz in der Weltliteratur verdient hat.
Jedenfalls wird Emma nicht das letzte Buch sein, das ich von Jane Austin lese und zu meiner Bibliothek hinzufügen werde. Jane Austin hat sich einen Platz neben Charles Dickens, G.B. Shaw und anderen Literaten verdient.
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Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders Wilhelm Heinrich Wackenroder, Ludwig Tieck Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 209006 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ludwig Tieck - der im übrigen nur einen geringen Anteil an der Schrift hatte - veröffentlichte 1796 ohne Verfasserangabe Wackenroders 'Herzensergießungen', das erste literarische Manifest der Frühromantik, das gegen das entzauberte Säkulum einer steril gewordenen Aufklärung die Verkündigung einer neuen Kunst-Religion setzte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Der Titel sagt alles 2 von 5 Punkten Ganz nach dem frühromantischen Ideal der Sympoesie schrieben Tieck und Wackenroder dieses Büchlein, welches von ihren Zeitgenossen als Offenbarung und Triumph der Kunst und Phantasie über die vernunftorientierte Aufklärung gefeiert wurde. Damals revolutionär, kann der heutige Leser wohl kaum diesen Enthusiasmus empfinden. Erst eine sorgfältige Analyse bringt hier Verständnis, beim ersten Lesen allerdings möchte ich es als zäh und fast unerträglich bezeichnen. Die Lobpreisungen, vor allem der italienischen Renaissancemaler und Dürers, teilweise in Brief-, teilweise Aufzeichnungsform, sowie die kurze Biographie eines scheiternden Musiktalents wirken oft langweilig und übertrieben. Leser, die sich noch nicht mit der Frühromantik beschäftigt haben, wird es wahrscheinlich zu theoretisch sein, sie werden zusammenhängende Handlungslinien und Spannung vermissen. |
Moby Dick Herman Melville Taschenbuch, 11. August 2006 Verkaufsrang: 44009 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es war eine Zeit, als mächtige Wale die Ozeane durchschwammen. Sie waren ob ihres Fetts und ihres Fischbeins geschätzt. Männer kreuzten mit großen Segelschiffen die Meere, um sie zu jagen. Doch die Wale waren grimmige Widersacher. Und aus diesem Kampf zwischen Mann und Wal entsprangen Geschichten von großem Abenteuer." Die ambitionierte Reihe Illustrierte Kinder-Klassiker bietet international renommierten graphischen Künstlern eine Bühne für ihre Interpretation klassischer Stoffe der Kinder- und Jugendliteratur sowie des Märchens. Für die Comic-Adaption des 1851 in London und New York veröffentlichten Romans Moby Dick (The Whale) von Herman Melville (1819 - 1891) zeichnet mit dem 1917 in New York geborenen Will Eisner der große Altmeister des internationalen Autorencomics verantwortlich: Bereits 1975 erhielt Eisner als bis heute einziger Künstler außerhalb des franzöischen Sprachraums die prestigeträchtigste Auszeichnung der Comic-Welt, den Grand Prix de la ville d'Angoulême. 1994 schließlich verlieh ihm die Stadt Erlangen den Max-und-Moritz-Preis für sein künstlerisches Lebenswerk.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Moby Dick 5 von 5 Punkten Moby Dick, genau das richtige Buch wenn es um Buchvorstellungen geht oder wenn man etwas über den Walfang wissen will.
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Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 227173 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges entwickelt sich die abenteuerliche Lebensgeschichte eines nur scheinbar einfältigen Knaben aus dem Spessart in bunten Episoden: Bei einem Eremiten, als Hausnarr des Stadtkommandanten von Hanau und als Knecht eines Dragoners wächst der Junge heran, stellt sich in den Dienst kaiserlicher Truppen und besteht als »Jäger von Soest« vielfältige Abenteuer. Sein Weg führt ihn nach Paris und Wien und zurück in den Schwarzwald, wo er sich als Bauer niederläßt. Von dort bricht er nach Moskau auf und landet schließlich nach einem Schiffbruch auf einer paradiesischen Insel im Indischen Ozean, wo die Lebensbeschreibung in einer beschaulichen Robinsonade ausklingt. Der bedeutendste barocke Schelmenroman in deutscher Sprache erschien 1668 und gilt als ebenbürtiger Bruder von Cervantes' Don Quijote. »Es hat mir so wollen behagen, mit Lachen die Wahrheit zu sagen«, schrieb der Dichter zu seinem berühmten Werk, das er als humorvolle autobiographische Ich-Erzählung seines Helden präsentiert. Kein anderes Werk des Barock hat dieses Zeitalter zwischen derber Sinnenfreude und vom Kriege gezeichneter Jenseitssehnsucht so plastisch einzufangen vermocht und in unsere Zeit vermittelt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Durchleben von Höhen und Tiefen eines Menschen 3 von 5 Punkten Als wir im Deutschunterricht, dazu "genötigt", wurden diesen Wälzer von 482 Seiten zu lesen, war niemand begeistert. Auch jetzt bin ich nicht allzu begeistert von diesem Buch, denn in manchen Passagen zieht sich der Roman wie Kaugummi und man fühlt sich dazu gezwungen, ihn wegzulegen. Im Mittelpunkt steht Simplicius, der im Dreißigjährigen Krieg aufwächst, und ihn das erste Mal hautnah spürt, als sein Knan und seine Meuder von Soldaten überfallen werden. Er rennt weg und trifft auf einen Einsiedler, der ihn nach der Bibel erzieht. Als dieser stirbt, kommt er unter Menschen und erkennt, dass diese so ganz anders handeln, als der Einsiedel ihn gelehrt hatte. Er wird zum Narr in Gestalt eines Kalbes, damit er weiterhin die Wahrheit sagen darf, ohne Strafen zu erwarten. Nach und nach wird er selber zu einem von ihnen, wird ein schamloser Dieb und verrät somit alle Ideale, die ihm beigebracht wurden. Ein absoluter Höhepunkt ist die Mummelsee-Episode, in der er mit dem Fürsten der Sylphis spricht und ihm schamlose Lügen über die Menschheit auftischt, die ihm auch geglaubt werden. Dies ist wirklich lesenswert, da man viel über die Menschen aus einer völlig anderen Sichtweise erfährt. Der Autor H. J. C. von Grimmelshausen lässt seine Hauptfigur am Ende wieder zum Einsiedler werden, "damit sich der Leser gleich wie itzt tue, entferne der Torheit und lebe in Ruhe". Dies ist also seine Intension: Die Welt ist so schlecht, dass man sich aus ihr zurückziehen sollte. Was man jetzt für sich an Erfahrung herausnimmt, ist jedem selbst überlassen, aber wer sich zusätzlich auch noch für die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges interessiert und dies nicht nur aus langweiligen Geschichtsbüchern erfahren möchte, sollte sich ebenfalls mit ihm beschäftigen. Anmerkung: Auch die Continuatio ist lesenswert, um das Ganze abzurunden! |
Stolz und Vorurteil Jane Austen Gebundene Ausgabe, Januar 2006 Verkaufsrang: 41341 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mal nachdenken. Wie kam ich zu Jane Austen? Richtig! Eine Freundin von mir verschlang all ihre Bücher regelrecht und forderte mich immer wieder mal auf, doch auch mal was von ihr zu lesen. Höfliche Ablehnung meinerseits. Was gingen mich die langweiligen Salongespräche englischer Herrschaften an? Der Druck wurde verstärkt und als schließlich beinahe die Beziehungsfrage darüber gestellt wurde, entschloß ich mich zur Lektüre.Stolz und Vorurteil wurde mir wärmstens empfohlen! "Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringenderes braucht, als eine Frau!" In diesem Falle ist der reiche Freier Mr. Darcy, der auf einem Ball Elisabeth, die intelligente Protagonistin unseres Romans, kennenlernt. Zuerst findet sie nichts als Verachtung für diesen hochmütigen Schnösel und sein abfälliges Gehabe. Elisabeths Mutter, eine geldgierige Dame, sähe nichts lieber, als die Verheiratung ihrer Tochter und den damit verbundenen gesellschaftlichen Aufstieg. Vater Bennet, in langjährigem Ehepandämonium zum Zyniker geworden, hält sich aus allem raus. Darcy wiederum verachtet die Bennets ihrer Vulgarität und ihres niedrigen Standes wegen. Ein Happy-End scheint ausgeschlossen -- doch es kommt anders. Hoppla, das waren ja geschliffenste Dialoge! Jane Austen durchleuchtet und entlarvt diese in der Kälte der Konventionen erstarrte, snobistische und dünkelhafte englische Gesellschaft mit leichtestem Ton. Das Streitgespräch zwischen Elisabeth und Darcys Tante gehört zu einem der vielen Highlights dieses Romans, der, 1813 veröffentlicht, vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Gleichzeitig schuf Austen, die in ihren Romanen stets menschliche Schwächen und Torheiten veranschaulichte und ihren Figuren mittels brillianter Dialoge Leben einhauchte, eine der hinreißendsten Frauengestalten in der Literaturgeschichte überhaupt -- Elisabeth Bennett. Zu empfehlen ist übrigens auch die Lektüre des englischen Originals Pride and Prejudice, da die Übersetzungen dem sprachlichen Genie Austens nie ganz gerecht werden. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 84 Bewertungen)
So spannend kann Liebe sein... 5 von 5 Punkten Mit diesem Buch ist es Jane Austen eindrucksvoll gelungen eine, nicht ganz einfache, Liebesgeschichte zu erzählen.
Eine aufregende Zeit steht der Familie Bennet bevor, da sich hoher (männlicher) Besuch in der Nachbarschaft angekündigt hat. Wird sich der Wunsch der Mutter, bald eine von ihren Töchtern verheiratet zu sehen, endlich erfüllen?
Mit ein bisschen Fantasie und Sinn für Romantik wird diese Buch zu einem spannenden Lesevergnügen.
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L' Adultera Theodor Fontane Broschiert, Januar 1983 Verkaufsrang: 127515 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Ehebrecherin (ital. "l'adultera") heißt in Fontanes Roman von 1880 Melanie van der Straaten. Sie ist die Frau eines etwas derben, reichen und wesentlich älteren Kommerzienrates. Die unglückliche junge Frau verliebt sich in den feinsinnigen Bankierssohn Ebenezer Rubehn. In der schwülwarmen Atmosphäre des Palmenhauses geschieht es. Fontane schildert in seinem viel zu wenig bekannten Roman eine ungewöhnliche Frau, die sich aus ihrer Zwangsehe befreit und trotz widriger Umstände einen Neuanfang wagt.Theodor Fontane (1819 -1898) ist der bedeutendste Erzähler des literarischen Realismus. Der gelernte Apotheker machte mit 30 Jahren das Schreiben zum Beruf, zunächst als Journalist und Theaterkritiker. Erst spät begann er erfolgreich Romane und Erzählungen zu schreiben.
"Ich will fort, nicht aus Schuld, sondern aus Stolz, und ich will fort, um mich vor mir selberherstellen." So beschreibt Melanie de Caparoux, die Hauptfigur von Fontanes L´Adultera, ihren Entschluß aus einer konventionellen Ehe auszubrechen. L´Adultera ist Fontanes erster Berliner Gesellschaftsroman und fußt auf einer zeitgenössischen Skandalgeschichte im Berlin der wilhelmischen Ära.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Realismus pur 3 von 5 Punkten Melanie van der Straaten, die Ehefrau eines reichen Großbürgers und Mutter zweier Töchter, begeht Ehebruch. Unter Palmen zu wandern bleibt nun einmal nicht ungestraft. Fontane konzipiert seine Geschichte jedoch so, dass für den Leser von der ersten Seite an vollkommen klar ist, was passiert. Nicht von Fontane grundsätzlich enttäuscht sein, lieber Effi Briest lesen!
Partnerwechsel in Bankierskreisen 4 von 5 Punkten Sie hat geweint... die junge Frau auf dem Bild "L'Adultera", das sich der alte Ezechiel van der Straaten auf einer Italienreise kopieren ließ, um sich rechtzeitig an den Gedanken zu gewöhnen, dass seine viel jüngere Frau Melanie ihn eines Tages wohl um eines Anderen willen verlassen wird. Aber, so Melanie spitzfindig, als das Bild geliefert wird, sieht sie nicht aus, als habe sie nur geweint, weil alle Welt ihr gesagt habe, dass sie schlecht sei - nicht aber, weil sie dies wirklich so empfindet? So das Vorspiel zur eigentlichen Handlung des Romans; eines Tages erscheint Ebenezer Rubehn, der Sohn eines Geschäftsfreundes, im Hause van der Straaten, und es kommt, wie es kommen muss... Wie die Gesellschaft auf Melanies Fehltritt reagiert und wie sie sich selbst mit der neuen Situation einleben muss, schildert Fontane mit seiner gewohnten Eloquenz. Dennoch: den größten Genuss bieten eigentlich die "Fontanes", in denen am wenigsten äußere Handlung zu finden ist... |
Im Wirbel des Malstroms Edgar Allan Poe Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 142254 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. »Es war vielleicht das Werk eines gewaltigen Windstoßes - aber da stand die schlanke, in Weiß gehüllte Gestalt Lady Madeline Ushers unter der Tür. Blutflecken waren auf dem Leichentuch und Spuren verzweifelter Anstrengungen auf dem abgezehrten Körpen Einen Augenblick verharrte sie zitternd und schwankend auf der Schwelle, dann ... «
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Flegeljahre Jean Paul Broschiert, September 2008 Verkaufsrang: 54293 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kann ein Mann so unerotisch, so ambitionslos sein? Walts Softie-Selbstgenügsamkeit bringt seinen pragmatischen Bruder zur Wießglut. Zu allem Überfluss liebt er auch die schöne Wina, sie aber steht auf Walt. Jean Paul parodiert frech-witzig das Genre des Bildungsromans, denn sein »fauler« Held hat nicht die Absicht, sich von fremden Erwartungen aus der Ruhe bringen zu lassen. Dennoch muss er einen Aufgaben-Parcours durchlaufen so will es der testamentarisch letzte Streich des reichen Van der Kabel und könnte am Ende Millionär werden.
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Candide oder Der Optimismus Voltaire Broschiert, 12. August 2008 Verkaufsrang: 21595 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Optimisten glauben, dass alles gut ist, wie es ist. Kandide hat zwar keine Ahnung, aber das will er gerne glauben. Überhaupt glaubt er gerne alles, denn er ist ein fleißiger Schüler. Als er die physikalische Lehre von Ursache und Wirkung an der hübschen Baronstochter Kunigunde ausprobiert und mit einem Fußtritt vom Hof gejagt wird , beginnt eine turbulente Irrfahrt durch die Welt, in deren Schilderung Voltaire mit messerscharfem Humor all das auf die Schippe nimmt, was Denker und Politiker uns weismachen wollen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Geniale Schrift 5 von 5 Punkten Mit Candide landete einer der genialsten Schriftsteller aller Zeiten die genialste philosophische Erzählung überhaupt. Mit viel Humor und wunderbarem Schreibstil erzählt Voltaire die Reise von Candide und seinen immer wechselnden Begleitern, in der es mal zu Glück und mal zu Pech kommt.
Einfach lesen und selbst Meinung bilden!
Gruß
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Der Totschläger. ( Die Rougon- Macquart Bd. 7) Emile Zola Taschenbuch, September 2002 Verkaufsrang: 213100 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit diesem Roman über die Wäscherin Gervaise gelang Zola der große Durchbruch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Literatur stand eine Arbeiterfrau im Mittelpunkt des Geschehens, wurden Sorgen und Nöte des einfachen Volkes thematisiert und die rauhen Lebensbedingungen des unteren Milieus der Pariser Gesellschaft mit schonungsloser Genauigkeit dargestellt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Der Zeittotschläger" 2 von 5 Punkten Von der Handlung habe ich kaum etwas erfahren. Denn obwohl ich bis auf Seite 88 gekommen bin, wurde in diesen langatmigen Seiten so viel erzählt, wie auf Seite 10 in einem gerade geschriebenen Buch. Es werden so viele Worte unnötig gebraucht. Da geht z.B. die Hochzeitsgesellschaft ins Museum, da kann es der Autor nicht lassen zu beschreiben in welcher Reihenfolge die Teilnehmer auf der Straße gehen oder eben: "Der Braut war der Schnürsenkel ihres linken Schuhes aufgegangen...". Ingesamt wäre also Titel eher "der Zeittotschläger" zu wählen gewesen. Emile Zolas "Das Geld" kann ich hingegen empfehlen.
Gelungener Blick 4 von 5 Punkten Einen gelungenen Einblick auf die Welt der Arbeiterschaft im 19. Jahrhundert bietet das Werk "Der Totschläger". Emile Zola schildert darin das Leben der jungen Wäscherin Gervaise, die von ihrem Liebhaber Lantier mit zwei Kindern sitzengelassen wird. Schliesslich gibt sie dem Werben des Arbeiters Coupeau nach und willigt ein, seine Frau zu werden. Das Glück des Ehepaares hält jedoch nicht lange an: Als Coupeau während seiner Arbeit vom Dach eines Hauses stürzt und für einige Zeit arbeitsunfähig wird, scheint auch Gervaise an ihrem Schicksal zu zerbrechen. Coupeau beginnt zu trinken und seine Tage und Nächte im "Assomoir" (Titel der Originalausgabe: "L'Assomoir"; eine Kneipe in Paris, in der vorallem Schnaps konsumiert wird) zu verbringen, anstatt das dringend benötigte Geld daheim abzugeben. Gervaise versucht anfangs noch, die Familie zusammenzuhalten und keine Schulden zu machen. Als sie allerdings sieht, wie sich ihr Traum nach einem guten Ehemann, der sie nicht schlägt und einem ruhigen Lebensabend langsam in Luft auflöst, gibt sie sich ebenfalls der Verschwendungssucht hin und schuldet immer mehr Leuten immer mehr Geld. Als Coupeau in einer Anstalt im Delirium tremens stirbt, hängt Gervaise'Leben auch nur mehr an einem seidenen Faden...Der Roman ist zu keiner Zeit melancholisch oder beschwerlich zu lesen, sondern er regt eher zum Nachdenken an und reflektiert ein gutes Bild der damaligen Zeit. Zuerst hatte ich Mitleid mit Gervaise, die sich eigentlich nur ein bescheidenes ruhiges Leben als Wäscherin wünscht und einen Mann, der sie nicht schlägt. Am Ende hat sie keines von beiden und gibt sich auch der Prasssucht hin. Gut beschriebenes Schicksal der damaligen Zeit, als ein einfacher Arbeitsunfall eine Familie zerstören konnte. |
Brigitta: Urfassung / Studienfassung Adalbert Stifter Taschenbuch, April 1997 Verkaufsrang: 138692 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Brigitta, die Titelgestalt der zuerst 1844, in überarbeiteter Form dann 1847 im vierten Band der Studien erschienenen Erzählung, ist bei aller natürlichen Lebenskraft auf ungewöhnliche Weise benachteiligt: als Kind so häßlich, daß selbst die Mutter sich von ihr abwendet, wächst sie einsam und unverstanden auf, und auch ihre Ehe steht vorerst unter keinem guten Stern. Der Leser wird Schritt für Schritt in die Ereignisse eingeweiht, kann das die Erzählung beherrschende Geheimnis aber erst im Rückblick ganz verstehen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Kurz und unglaublich gut! 5 von 5 Punkten Beim Lesen der ersten Seiten war ich sehr überrascht über die ausführlichen Beschreibungen der ungarischen Steppe. Ich konnte mich genau in das Geschehen hineinversetzen. Man lebt sozusagen mit den Personen der Handlung. Die Novelle erfährt eine unerwartete Wendung und jedes Detail fügt sich am Ende zu einem großen wunderschönen Bild zusammen. Ich bin begeistert, wie man so eine schöne Geschichte schreiben kann! Das Buch bewegt.
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Eine Geschichte aus zwei Städten Charles Dickens Taschenbuch, Januar 2005 Verkaufsrang: 213356 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Nicht Dickens' bestes Werk 3 von 5 Punkten "Die Geschichte aus zwei Städten" (1859) ist ein historischer Roman von Charles Dickens (1812 -1870).
Dickens erzählt eine tragische Geschichte von Schuld, Liebe und Buße vor dem Hintergrund der blutigen Wirren der Französischen Revolution. Der Roman, der ansonsten für den Autoren wenig typisch ist, zeigt Dickens stärkste und seine schwächsten Seiten. Dickens Stärken sind eine unübertroffene Darstellungskraft und Lebendigkeit, seine Schwächen sind die Neigung zum Melodram und zur Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere. Die Darstellung des Großstadtlebens in London und Paris Ende des 18. Jahrhunderts wird der Leser sobald nicht wieder vergessen; die unsäglich melodramatischen Reden der Protagonisten leider auch nicht. Wer Dickens auf dem Höhepunkt seiner Kunst lesen will, sollte besser zu "Bleak House" oder zum "David Copperfield" greifen.
Ein wirklich großer Roman 4 von 5 Punkten Ich hatte das Vergnügen, diesen Roman erst nach Dickens eher amüsanten Werken wie z.B. Pickwick Papers zu lesen. Schon zuvor war ich beeindruckt von der Intensität und dem Fluß von Dickens Erzählweise (wer nicht?) nicht nur, was die Komik, sondern auch was Tragik und Dramatik betrifft.Ich bin fest davon überzeugt, daß ich niemandem sonst eine solche Geschichte abgenommen hätte und daß auch niemand sonst sie hätte schreiben können, ohne dabei in kleinlichen Kitsch zu verfallen. Gerade weil es ein ungewöhnlicher Dickens ist, würde ich "Eine Geschichte aus zwei Städten" jedem Dickensanhänger, der es noch nicht kennt, ans Herz legen und jedem Dickens-Neuling wärmstens empfehlen; nur so begreift man diesen großen Erzähler wirklich! Allerdings glaube ich auch, daß nur Gustav Meyrink Dickens wirklich angemessen ins Deutsche übertragen kann. Vielleicht wäre es dann noch besser gewesen... |
Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Broschiert, Januar 1979 Verkaufsrang: 109561 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nicht zu allen Zeiten ist Grimmelshausens großer Schelmenroman als Bestandteil des klassischen Kanons deutscher Literatur und deutschen Bildungsguts anerkannt worden. 1876 debattierte der preußische Landtag über diese - so der Redner - "Zusammenstellung von Zoten und Unlauterkeiten aus dem wüsten Leben eines Landknechts des Dreißigjährigen Kriegs", über "Irrfahrten, Liebesabenteuer, Diebstahl, Unzucht, Mord, Bruch des Fahneneids etc." In seiner Empörung...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
eine verblueffend aktuelle menschheits-beschreibung 5 von 5 Punkten in der sogenannten "ständebaum-allegorie" beschreibt grimmelshausen, scheinbar spöttisch voraussehend auf die pyramiden-grafiken unserer heutigen soziologen, die gesellschaftliche schichtung: unten, an der wurzel, "ungültige leute", handwerker, tagelöhner, bauern und dergleichen, über diesen leuten saßen "so alte hühnerfänger", die sich "auf den untersten ästen durchgebissen" und glück gehabt hatten; "über ihnen befanden sich noch höhere, welche auch höhere einbildungen hatten, weil sie die untersten" kommandierten; danach weist der baumstamm eine lange, glatte, astlose strecke auf, die allerdings "mit seltsamen seifen der missgunst geschmiert" ist - "also dass kein kerl ... hinaufsteigen konnte". darüber saßen von vettern hochgezogene, ganz oben jedoch diejenigen, über die wannen voll geldes ausgeschüttet wurde. sie fingen natürlich alles auf, sodass unten nichts mehr vom segen ankam: allein, wenn man diese kleine textstrecke nur liest, denkt man, man wäre auf einer satire-bühne des jahres 2003, aber nein, dies wurde bereits 1668 geschrieben - und bisher hat sich daran nichts geändert. es ist also nutzbringend, grimmelshausen zu lesen - und amüsant genug auch, falls man nicht ganz unten im baum hängt. grimmelshausen, der eigentlich nur den 30jährigen krieg beschreiben wollte, hat ein für jahrhunderte stabiles anthropologisches grundkonzept aufs papier gebracht. räubereien, lügereien, sexuelle ausschweifungen, folter, brutales kriegs-handwerk - nichts davon ist seitdem leider durch kulturellen fortschritt der menschheit auf diesem globus zum verschwinden gebracht. unsere sprache rechtfertigt oder versteckt die dinge vielleicht nur gekonnter. "einem anderen machten sie ein seil um den kopf und raitelten es mit einem bengel zusammen, dass ihm das blut zu mund, nas und ohren heraussprang" - die altertümliche sprache durchschaut man genug, um zu ahnen, was hier herzlos vor sich ging. es werden nicht nur kriegsdinge geschildert, sondern auch ausflüge nach paris: "alle monsieur beau alman, gee schlaff mein herz, gom, rick su mir!" man kann sich ungefähr denken, was sich da abspielt, auch wenn man in den nachfolgenden details nicht weiterliest. in der sogenannten "jupiter-episode" kündigt sich welt-eroberischer größenwahn künftiger epochen bereits an. VULCANUS schmiedet ein schwert, das einer ganzen armada "auf einmal die köpf herunterhauen kann". wer sich in der biographie der gegenwärtigen präsidenten-beraterin condoleezza rice etwas auskennt, weiß, dass dieses vulcanus-symbol für sie eine ganz besondere, ihrem planungs-team namengebende, magische kraft hat. grimmelshausen lässt seinen helden, nachdem er durch 30 kriegsjahre geirrt ist, den rückzug aus dem getriebe in ein schwarzwaldhäuschen planen. in seinem letzten kapitel "adjeu welt" listet er auf: "der eine stirbt in der wiegen, der andere in der jugend, der dritte am strick, der vierte am schwert, ...(u.s.w.) und der vierzehnte ertränkt seine arme seele im tintenfass". heute müsste man nur variieren: ertränkt seine arme seele im internet.
Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit. 5 von 5 Punkten Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit, ein Schelmenroman mit dem ernsten Hintergrund des 30jährigen Krieges. Das Werk ist mit seinen fünf Büchern in der Form des klassischen Dramas aufgebaut: Exposition, Steigerung, Höhepunkt, Niedergang und Katastrophe. Das Buch stellt die Geschichte des Hirtenknaben Simplicissimus dar. Das Kind erhält von einem Einsiedler Belehrungen, die traurig-komisch wirken. Durch Opportunismus kommt er zu Ruhm und Geld, erlebt Abenteuer und wendet sich schließlich von der Welt ab. Er lernt auch, dass die Welt betrogen sein will. Im Elend kommt er schließlich zu der Einsicht, dass der wahre Reichtum in der Entsagung liegt. Allein der vollständige Titel ist eine kleine Geschichte: "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch / Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltsamen Vaganten / genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim / wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen / was er darinn gesehen / gelernet / erfahren / und außgestanden / auch warumb er solche wieder freywillig qutittirt. Überauß lustig und männiglich nutzlich zu lesen." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Effi Briest - CD Theodor Fontane Audio CD, Januar 1999 Verkaufsrang: 152888 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Der Klassiker im Hörbuchstundenformat 4 von 5 Punkten Fontanes Klassiker in stark gekürzter Fassung als Hörbuch. Professionell in unterschiedlicher Stimmlage gelesen von Cornelia Kühn-Leitz. Der märkische Dichter bringt die Stimmung des 19. Jahrhunderts, in dem die Verheiratung heranwachsender Töchter zu den wesentlichen Anliegen gehört, gut herüber. So wird die junge Effi Briest mit der sog. guten Partie" , dem 20 Jahre älteren Landrat Innstetten verheiratet. Effis Träume weichen in Kessin im provinziellen Hinterpommern einem grauen Alltag. Sie hatte sich mehr von ihm erwartet, als er zu geben imstande war. Ein lange verborgener Seitensprung kommt durch einen Zufall heraus. Es geschieht das, was der damalige Ehre - Begriff zu verlangen scheint. Der verflossene Nebenbuhler wird im Duell getötet, Effi verstoßen, von ihrer Tochter getrennt. Effi versinkt in Trübsal.
Fazit: Zum ersten Kennenlernen ist die 1-stündige Hörbuchlesung gut geeignet. Danach sollte die Lektüre von Fontanes vollständigem Werk folgen.
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Irrungen Wirrungen Theodor Fontane Taschenbuch, Oktober 1998 Verkaufsrang: 57089 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieser durchaus zeitkritische Gesellschaftsroman spielt im Kleinbürgertum Berlins und in Offizierskreisen. Ein adliger Rittmeister verliebt sich in ein einfaches, aber liebenswürdiges und intelligentes Mädchen. Doch die gesellschaftlichen Schranken bescheren dieser Verbindung keine Dauer, zumal der Offizier durch finanzielle Schwierigkeiten der Familie gezwungen wird, eine reiche Frau zu heiraten.
Das Bemerkenswerte an diesem Roman ist nämlich das, was n i c h t passiert: Die unstandesgemäß verliebte Lene wird nicht unehrenhaft schwanger, sie stirbt auch nicht an gebrochenem Herzen oder der Schwindsucht, sie stürzt sich nicht verzweifelt in den Landwehrkanal, endet nicht in Schimpf und Schande, entpuppt sich aber auch nicht im letzten Moment als verloren geglaubte Herzogstochter, sondern macht eine "gute Partie" -- Fontane streut zwar immer wieder Hinweise, die diese und ähnliche Entwicklungen hätten einleiten können (und sie bei einem schlechteren Autor auch eingeleitet hätten), aber das sind falsche Fährten, deren Bedeutung sich erst vor dem zeitgenössischen Hintergrund klärt. Enttäuschte Lesererwartungen als das eigentliche Spannungsmoment, so könnte man es vielleicht formulieren. Die Liebesgeschichte zwischen dem für einen preußischen Offizier der 1870er Jahre erstaunlich geistreichen und unarroganten Botho von Rienäcker und seiner Lene endet vordergründig so, wie man es erwartet: Am Ende heiratet jeder in seinem Stand und trauert der einzigen Liebe nach. Es sind nämlich die vielen kleinen Pointen, die Fontane immer wieder einbaut und die den Roman lesenswert machen: Botho, der sich der Familienfinanzen wegen standesgemäß vermählt, bekommt als Frau genau die Sorte hübscher Kleiderständer, die er zuvor im Kreise der "kleinen Leute" noch wunderbar parodiert hat. In einer anderen Szene nimmt er die Mittagspause der Borsig-Arbeiter von ferne (!) als Idyll wahr -- zu einer Zeit, als Adolph Menzel schon sein "Walzwerk" gemalt hatte! Szenen wie diese gibt es einige -- ihnen gemeinsam ist die verschobene Perspektive der "Besseren Gesellschaft", der der realistische Blick der niederen Stände gegenübergestellt wird. Klar, wen die Militärordnung dazu verdonnert, sich vornehmlich unter seinesgleichen aufzuhalten, dem verstellen am Ende die Klischees den Blick, und er kann einer Borniertheit nicht entgehen, die etwa die Werke von Humboldt und Ranke nassforsch als "reine Abschreibesache" klassifiziert. Und der damals sakrosankte Bismarck bekommt freilich auch sein Fett weg -- wie bei Fontane nicht anders zu erwarten. Aber das nur am Rande. Man kann also sagen, dass Fontane die vielen falschen Fährten in diesem Roman für die Angehörigen eben jener Offizierskaste gelegt hat, deren Borniertheit er ins Visier nimmt, und der Trick ist ihm gelungen: Die zeitgenössische Kritik übersah die Pointe und nannte "Irrungen Wirrungen" allen Ernstes eine "gräßliche Hurengeschichte"... Irrungen und Wirrungen eben, wohin man nur schaut. Vordergründig also eine tragische Liebesgeschichte von der Stange -- die Spitzen gegen die wilhelminische Ständegesellschaft sind gut versteckt. Aus diesem Grund dürfte "Irrungen Wirrungen" auch heute noch oft als trivial eingestuft werden, denn ohne Kenntnisse über die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe bleibt einem die Stoßrichtung verborgen. Vielleicht sollte man auch deswegen einen anderen Roman von Fontane als Schullektüre wählen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
starker Tobak auf leisen Sohlen 5 von 5 Punkten Klassisches Thema: zwei Menschen lieben sich, aber das soziale Umfeld steht ihrem Glück entgegen. Anders als in den meisten so angelegten Geschichten kommt es nicht zur Katastrophe. Romeo und Julia trennen sich. Stilvoll und vernünftig. Beide heiraten bald nach der Trennung in den Grenzen ihres jeweiligen Standes, beide machen eine gute Partie: Lene, das Wäschemädchen, bekommt einen ehrbaren und tüchtigen Kaufmann, Botho von Rienäcker eine junge hübsche Frau aus märkischem Adel, um die ihn alle Welt beneidet. Doch beide trauern im Geheimen ihrer großen Liebe nach. Sie arrangieren sich, aber das große Glück bleibt ihnen verschlossen.
Das ist alles, mehr passiert nicht. Und dennoch enthält die leise erzählte Geschichte eine nachhaltige Gesellschaftskritik. Vernunft und Liebe treten in einen Gegensatz, der sich im Rahmen der ständischen Wertordnung nicht auflösen läßt. Die Gesellschaft ist unmoralisch, weil sie widersinnig ist.
Wer einen Thriller sucht, dem ist von der Lektüre abzuraten. Wer die Muße hat, etwas Nachdenklich-Schönes zu lesen, kommt hier vermutlich auf seine Kosten.
Weitere Lesermeinungen |
Die Leute von Seldwyla. Text und Kommentar Gottfried Keller Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 226170 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die riesige Lebens- und Konfliktmasse, die Kellers Roman Der grüne Heinrich zu bewältigen sucht, verdichtet sich in den Seldwyler Novellen zum epischen Kleinformat. In der Form objektiver als der Roman, sind sie subjektiver im Inhalt. In der Abfolge der Geschichten wird Kellers zunehmender gesellschaftlicher Pessimismus sichtbar: Von liebenswürdigen Außenseitern degenerieren seine Helden zu Spekulanten. Seldwyla ist mittlerweile überall und somit zur schlechten Norm geworden. Erstmals nach vielen Jahren bot diese Ausgabe wieder einen zuverlässigen Text jenes Werkes, das Friedrich Nietzsche zum »kleinen Schatz der deutschen Prosa« gezählt hat, wert, »wieder und wieder gelesen zu werden«. Anders als die greifbaren Leseausgaben enthält die Edition des Deutschen Klassiker Verlages keinen Mischtext aus verschiedenen Textfassungen, folgt vielmehr konsequent der letzten von Keller noch einmal korrigierten und überwachten Auflage.
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Colomba Prosper Merimee Taschenbuch, Januar 1988 Verkaufsrang: 152898 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Was ist eine Novelle anderes als eine sich ereignete, unerhörte begebenheit"(Goethe zu Eckermann), unerhört im Doppelsinn des Wortes: noch ungehört, zugleich außerodentlich und bemerkenswert. Prosper Mérimée(1803-1870) war ein Meister der Novelle. Er hat diese Kunstform zu ihrer Vollendung geführt und wurde so wegbereiter der für das 20. Jahrhundert typischen Kurzgeschichte bzw. Short-Story. "Colomba" liegen persönliche Eindrücke Mérimées zugrunde, die er 1839 während eines längeren Aufenthalts auf Korsika gewann. Dort lernte er den Ehrenkodex korsischer Banditen, die Blutrache, die Vendetta kennen und das Urbild seiner Heldin: Colomba Carabelli. Das beherrschende Elemente dieser Novelle ist die Vendetta, der eine romantische Liebesgeschichte und die von Sympathie bestimmte Schilderung korsischen Banditenlebens untergeordnet sind. Dieses hochdramatische Geflecht, schnörkellos und direkt, ist durch "Inhalt, Stil und Aufbau" ein Juwel Mériméescher Erzählkunst.
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