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| Klassiker | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Ashenden oder Der britische Geheimagent William Somerset Maugham, Eva Schönfeld Taschenbuch, November 2003 Verkaufsrang: 176398 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Britisch ist er durch und durch, doch in die Schablone des nächtlich spionierenden Agenten lässt er sich nicht pressen: Ashenden. Ein gemütliches Kaminfeuer schätzt er über alles und wehe, wenn ihn einer abends in der Badewanne stört. Im vorliegenden Band zeigt er, was einen wirklich guten Geheimdienstler ausmacht. "Einer der ganz großen frühen Klassiker des Spionage-Genres. Über die Vorzüge der Maughamschen Darstellung ist sich ausnahmsweise die gesamte Sekundärliteratur einig, resümiert Jochen Schmidts Kompendium Gangster, Opfer, Detektive. Gerühmt wird vor allem Maughams kühler Realismus; für diesen Episodenroman schöpfte er aus eigenen Erfahrungen beim Secret Service." (UFO)William Somerset Maugham (Paris 1874 - Nizza 1965) studierte Medizin in Heidelberg und London. Später reiste er viel (u.a. in den Fernen Osten) und nahm am Leben der internationalen Gesellschaft teil. Der Stil seiner Erzählungen lehnt sich an der gesprochenen Sprache an - oft gewürzt mit geistreich-witziger, bisweilen auch zynischer Lebenskritik. Maughams literarische Vorbilder waren Guy de Maupassant und Anton Tschechow.
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Anne Elliot Jane Austen Taschenbuch, 27. März 2008 Verkaufsrang: 50324 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sir Walter Elliot von Kellynch Hall in Somersetshire war ein Mann, der zum persönlichen Vergnügen kein anderes Buch aufzuschlagen pflegte als das Adelsregister; dort fand er Unterhaltung in müßigen Stunden und Trost in verzagten; dort erhob sich sein Geist zu Bewunderung und Ehrfurcht beim Betrachten des bescheidenen Restes von frühesten Adelspatenten; dort verwandelte sich jede von häuslichen Sorgen und Geschäften herrührende unwillkommene...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Wundervoll! 5 von 5 Punkten Es ist mindestens genauso gut wie "Emma" und "Stolz und Vorurteil".Ein Mus für alle Leser. Ich selbst bin großer Jane Austen-Fan und war hingerissen von ihrem Werk.Ich empfehle es wirklich für jeden.Man wird es nicht bereuen!
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Gefährliche Reise durch den wilden Kaukasus: 1858 - 1859 Alexandre Dumas Gebundene Ausgabe, August 1995 Verkaufsrang: 238251 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Kaukasus mit seinen großartigen Landschaften und ursprünglichen Bergstämmen stellt Alexandre Dumas auf eine unerwartete Bewährungsprobe. Was als einfache Bildungsreise begann, wird schnell zum Abenteuer, zur gefährlichen Zeugenschaft eines historischen Konflikts, der bis heute nachwirkt.
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Die Leiden des jungen Werther Johann Wolfgang von Goethe Taschenbuch, Juni 1997 Verkaufsrang: 245804 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Es ist ein Meisterwerk, worin hinreißendes Gefühl und frühreifer Kunstverstand eine fast einmalige Mischung eingehen. Jugend und Genie sind sein Gegenstand, und aus Jugend und Genie ist es selbst geboren." Thomas Mann über den 'Werther'-RomanJohann Wolfgang von Goethe (1749-1832) verbrachte seine Jugend in Frankfurt, zog in seiner Studienzeit nach Leipzig und Straßburg und arbeitete ab 1771 als Anwalt wieder in seiner Heimatstadt Frankfurt. 1775 wurde er an den Hof von Weimar berufen, wo er (mit Unterbrechungen wie der Italienischen Reise) bis zu seinem Tod blieb.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Ergreifendes Bild der Liebe 5 von 5 Punkten Ja, der junge Goethe gibt es uns. Er zeigt in seiner Art, die Sprache zu benutzen, was möglich ist und wie es vor allem möglich ist, die erste Liebe und die Verzweiflung einer unerhörten Anhimmlung in Worte zu fassen, die uns auch heute noch beunruhigen und quälen. Man nimmt Anteil und das ist viel.Manchmal meint man, eine Übertreibung des Gefühls zu vernehmen, aber, das ist nur im Anfang des Befindens vielleicht so, wenn man weiterliest, wird einem fast alles erklärt und man versteht. Herrlich die Gedanken über Natur und Schöpfergott, obwohl man doch vom älteren Goehte weiß, wie wissenschaftlich oder aufgeklärt er dachte und seine Dramen zeigen ja auch das moderne Denken, die Aufklärung. So ist der FAUST denn auch unglaublich modern (auch heute noch), dies aber hier, Werthers Leiden, das ist einfach ergreifend, und nicht nur der Schluß. Trotzdem gibt der Briefroman unter anderem auch ein gutes Bild von deutscher Seelenverfassung ganz allgemein ab und das ist nicht verwunderlich bei diesem so sensiblen Gemüt Goethes, der als Mensch aber auch im ganz normalen Leben seinen Mann stand, ganz gewiss der erotischen Liebe aber bis ins hohe Alter gewogen war. Ein nachfolgender Essay von Georg Lukacs und ein Nachwort von Jörn Göres sowie Bilder von Chodowiecki geben dem Band einen besonderen Wert
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Die schwarze Spinne Jeremias Gotthelf Gebundene Ausgabe, Januar 2007 Verkaufsrang: 218567 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Eine Mischung zwischen Stephen King und Ludwig Ganghofer 3 von 5 Punkten Zuerst musste ich mich an die alte Sprache gewöhnen. Ist für heutige Zeiten etwas verquer. Außerdem hätte ich mir für einige Worte eine Erklärung/Fußnote gewünscht, z.B. Gotte = Taufpatin, Weinwarm = irgendwas zu essen aber was?,...
Als ich mich dann aber nach ein paar Seiten in die Zeitreise eingelassen hatte, war es doch spannend zu lesen. Alles ist sehr bildhaft und einprägsam beschrieben. Man ist immer mitten drin, nicht nur dabei. Trotz der Grundaussage gottesfürchtig zu sein, hatte ich nie das Gefühl des erhobenen Zeigefingers. Das ganze lässt sich sehr gut symbolisch/märchenhaft sehen. Mit dem Bösen (wie zu viel Macht/Geld) kann man einfach nicht "locker" umgehen. Man muss es immer "in Schach halten" (durch "am Boden bleiben", Einfühlungsvermögen, echtes SELBSTbewusstsein,...).
Gar garstige Dinge geschehen nach dem sich ein kerniges Weib dem Teufel entgegenstellte. Der versprach ihr die Lösung zu einem dörflichen Problem (die Ritter knechteten ihre Bauern und verlangten gar unmögliche Dinge, wie z.B. innerhalb eines Monates einen Schattengang aus großen/alten Bäumen zu pflanzen) doch dafür wollte er das nächste ungetauftet Kindlein und er besiegelte seinen Vertrag mit einem Kuss, bevor die Maid auf 3 zählen konnte. Die Dörfler versuchen natürlich ihre Kinder mit Pfarrers und Gottes Hilfe zu schützen und rechtzeitig zu taufen. Das erzürnt den gefallenen Engel und aus der geküssten Backe wachsen Scharen von Spinnen die über Tier und Mensch herfallen und töten. Später verwandelt sich die Frau gar selbst noch in eine Spinne, die versucht eine Kindlein zu entwenden bzw. die Dörfler an ihre Schuld zu erinnern. Eine tapfere Mutter packt die Spinne und stopft sie in ein Balkenloch. Dort hausst sie lange Zeit zur Mahnung. Doch irgendwann wird das ganze vergessen und übermütige Knechte öffnen wieder das Loch...
Verfilmt wäre es entweder ein Horror (ähnlich wie das Ritual von John Schlesinger USA 1987) oder ein Phantasy-Heimatfilm - so eine Mischung kenne ich aber als Film noch nicht. Hallo Produzenten wir wärs damit? Beim umsetzen bin ich gerne behilflich ;o) |
Liza v Lambeth: Ein Liebesroman W. Somerset Maugham Taschenbuch, Dezember 2005 Verkaufsrang: 208411 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Liza, das schönste und eigenwilligste Mädchen in einer tristen Straße des Londoner Arbeiterviertels Lambeth, weist die Heiratsanträge des gutmütig-schüchternen Tom ab, denn sie ist leidenschaftlich in den viel älteren, verheirateten Jim verliebt."Maugham ist ein humaner Fabulierer, der in der Vielfalt des Werkes die Antwort auf die Vielfalt der Welt findet. Trotz seiner Produktivität hat er nicht eine einzige langweilige Zeile geschrieben." (Hessischer Rundfunk) "Maughams Stärken hier sind eine glänzende, bestechend kühle Milieuschilderung, jedes Fehlen von Sentimentalitäten beim Erzählen einer Geschichte, die ebenso schön wie traurig ist, vor allem aber die Erfindung einer jungen Frau, in die man sich verlieben muß: ganz sicher so etwas wie ein Selbstporträt des Autors, oder die schöne Verkörperung jener von ihm über alles geliebten und fürs Schreiben hier wie mit einem Schlag erlangten Befreiung von den Konventionen einer erstarrten Gesellschaft. Maugham hat dann viele herrliche Sachen geschrieben, aber über dieser liegt ein Schmelz, der dann wohl vergehen mußte." (Der Roman-Navigator) William Somerset Maugham (Paris 1874 - Nizza 1965) studierte Medizin in Heidelberg und London. Später reiste er viel (u.a. in den Fernen Osten) und nahm am Leben der internationalen Gesellschaft teil. Der Stil seiner Erzählungen lehnt sich an der gesprochenen Sprache an - oft gewürzt mit geistreich-witziger, bisweilen auch zynischer Lebenskritik. Maughams literarische Vorbilder waren Guy de Maupassant und Anton Tschechow.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Maughams Erstling 4 von 5 Punkten "Liza of Lambeth" (1897), William Somerset Maughams kurzer Debütroman, ist eine kleine und immer noch lesenswerte Fingerübung eines grossen Autors. Das Buch schildert vier Monate aus dem Leben der 18-jährige Fabrikarbeiterin Liza Kemp, die in Lambeth lebt, einem öden Arbeiterquartier von London. Liza hat einen aufgeweckten und frechen Charakter, schon fast eine kleine Emanze, die gegen die Konventionen aufbegehrt, um ihr eigenes, kleines Glück zu finden. Die Annäherungsversuche ihres Kollegen Tom weiss sie selbstbewusst abzuwehren, stattdessen verliebt sie sich leidenschaftlich in den viel älteren und verheirateten Jim. Das kann nicht gut enden.
Maughams Roman breitet eine damals unmögliche Liebesgeschichte vor einem schwierigen sozialen Umfeld aus. Dabei beleuchtet er das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Es ist die Zeit, in der noch der Mann als Haupt der Familie angesehen wurde und folglich die Frau eine unterwürfige Rolle in der Beziehung inne hatte. Das Buch zeigt schön, dass das Liebesglück nicht nur in der Ehe gefunden werden kann. Die traditionelle Ehe erscheint vielmehr als Ehehölle. Alkoholismus und Gewalt der Ehemänner gehören zur Tagesordnung.
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Mathilde Möhring Theodor Fontane Taschenbuch, Januar 1973 Verkaufsrang: 25867 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als ihr Mann stirbt, gibt Mathilde nicht auf, sondern besinnt sich auf die eigenen Fähigkeiten... Theodor Fontanes Geschichte vom verpaßten sozialen Aufstieg und der Emanzipation der lebenstüchtigen Mathilde Möhring ist eine meisterhafte Milieustudie des Berliner Kleinbürgertums.
»Auf einem am Fenster stehenden Stehpult, das er sich angeschafft hatte, lagen zwar ein paar dicke Bücher umher, aber sie hatten jeden Morgen eine dünne Staubdecke, Beweis genug, daß er sich den Abend über nicht damit beschäftigt hatte. Was er las, waren Romane, besonders auch Stücke, von denen er jeden zweiten, dritten Tag mehrere nach Hause brachte; es waren die kleinen Reclam-Bändchen, von denen immer mehrere auf dem Sofatisch lagen, eingeknifft und...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Schöne Ausgabe, schöne Geschichte 5 von 5 Punkten Ich bin über diese kleine, aber vielschichtige Geschichte gestolpert - Gott sei Dank, wie ich meine.
Ersteinmal ist das Büchlein schön gestaltet (vielen Dank an Klett!) und die anliegenden Materialien geben einen vertiefenden Einblick "hinter die Kulissen" - und das zu einem günstigen Preis.
Zu dem Werk selber: Gefallen hat mir die Vielschichtigkeit: es geht um Frauen, um Beziehungen, um Emanzipation, um gesellschaftlichen Wandel und gesellschaftliche (Miß-)Stände und um (Zeit-)Geschichte... Zudem ist das Buch in einer schönen Sprache geschrieben, die zwar nicht immer leicht zu verstehen ist, aber die durch entsprechende Fußnoten auf der jeweiligen Seite erklärt wird. Toll fand ich auch die Bezüge und Anspielungen auf andere literarische Werke wie z.B. Schillers oder mir (noch) unbekannter anderer Werke sowie mehrere Verweise auf geschichtliche Ereignisse.
Ich fand, dass das Buch recht spannend war. Die Charaktere waren gut gezeichnet.
Man kann dieses Werk auf vielfältige Weise interpretieren - und deswegen empfehle ich es als privaten Leseschmöker oder als Schullektüre - beide Male dürften Vergnügen, Unterhaltung und Lernen garantiert sein.
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David Copperfield Charles Dickens Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 251028 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das England der beginnenden Industrialisierung: harsche Erziehungseinrichtungen, Schuldnergefängnisse. Es schlägt Mitternacht an einem Freitag, da mischt sich unter die Glockenschläge der Schrei des Neugeborenen David Copperfield. Kein gutes Omen. Doch Charles Dickens versteht es, mit überbordendem Realismus und scharfer Zunge, mit Gefühl und Witz nicht nur den Leidensweg des Jungen zu schildern, sondern ein buntes Regiment an Figuren vorzuführen, die in ihrer Verbohrtheit oder Herzensgüte noch lange lebendig bleiben, nachdem man das Buch zugeschlagen hat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Sehr gelungen 5 von 5 Punkten Auf eine Hörspielfassung des David Copperfield mußte man sehr lange warten. Die alten Hörspiele der 70er Jahre boten nur Ausschnitte aus dem Roman, hier sind alle wesentlichen Handlungsstränge vorhanden, nur ein paar kleine Nebenhandlungen fehlen, die findet man aber auch in den verschiedenen Verfilmungen nicht, und sie machen auch nicht den Wert des Romans aus. Natürlich ist es nicht ganz einfach, sich durch die Fülle von Handlungssträngen und Personen, die teilweise nur wenig miteinander verknüpft sind, durchzufinden, aber wer sich auf dieses vierstündige Hörspiel richtig einläßt, hat damit ein wirkliches großes Hörvergnügen, in dem sich komische, sentimentale und teilweise tieftraurige Ereignisse miteinander mischen. Die Sprecher sind exzellent, vor allem Markus Meyer , der sehr deutlich macht, dass die "Festigkeit", die David Copperfield immer erreichen soll (und will) denn doch nicht das Ding dieser Figur ist.
Gerade durch die Weichheit seiner Stimme wird das sehr deutlich. Neben ihm gleichwertig Jens Wawrczeck als Uriah Heep und Thomas Hatzmann als Steerforth und natürlich Ingrid Andree als Tante Betsey. Auch die anderen Darsteller sind hervorragend (Sunnyi Melles, Judith Rosmair, Dagmar Laurens, Walter Renneisen, Dietmar Mues). Dass die in Yarmouth spielenden Szenen teilweise in plattdeutsch gesprochen werden, paßt zur Charakterisierung der Rollen sehr gut (Winfried Dziallas, Erkki Hopf). Am schwersten hat es Ulrich Noethen, denn die Rolle des Micawber ist rein akustisch nicht einfach herüberzubringen, aber auch er gibt sein Bestes, und es gelingt
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Kapitän Pamphile Alexandre Dumas Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 213081 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine satirische Trouvaille aus dem Werk des populären französischen Autors Wer Alexandre Dumas als Autor historischer Abenteuerepen wie "Die drei Musketiere" kennt, wird von diesem Buch gänzlich überrascht. Die durchtriebene Satire, halb Tiergeschichte, halb Seemannsgarn, steht als Solitär im umfangreichen Werk des vielgelesenen Schriftstellers. Dumas nimmt hier seine eigene Zeit scharf aufs Korn - und gönnt sich dabei selbst einen Auftritt als Romanfigur. Einer mildtätigen Anwandlung folgend, rettet er, "der Verfasser", in einem Pariser Delikatessengeschäft eine Schildkröte vor ihrem sicheren Ende als Suppeneinlage. Doch bereits anderntags ist er des Tieres und seiner unappetitlichen Eßgewohnheiten gründlich überdrüssig. Kurzerhand macht er es seinem Freund, dem Maler Decamps, zum Geschenk, dessen Atelier bereits einer kleinen Menagerie gleicht. Die meisten der anderen Tiere haben einen weit längeren Weg hinter sich als der Neuzugang: Kapitän Pamphile, einer der illustren Bekannten des Malers, hat sie von seinen abenteuerlichen Seereisen mitgebracht. Von diesen Reisen wird erzählt, wann immer Decamps seinen bunten Freundeskreis um sich sammelt. So erfährt man nicht nur, wie die Tiere in Pamphiles Hände gerieten, sondern auch, was der geschäftstüchtige Kapitän unterwegs sonst an skrupellosen "Heldentaten" vollbracht hat. Dumas' Kunstgriff besteht darin, die haarsträubenden Episoden sämtlich im Ton ungerührter Selbstverständlichkeit zu erzählen, als handle es sich bei Pamphiles merkantilen Schurkenstücken um Geniestreiche an Mut und Geschicklichkeit. Aus dieser Doppelbödigkeit, den scheinbar drollig erzählten, doch alles andere als harmlosen Tier- und Seegeschichten, gewinnt der Roman seine einzigartige, bitterböse Komik.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein Vergnügen 4 von 5 Punkten Es macht wie immer Spaß, sich von Dumas unterhalten zu lassen. Groteske Geschichten werden einem so leicht "verkauft", daß man sich eigentlich nicht mehr wundert, wenn plötzlich wilde Bären sich in die Pariser Gesellschaft einführen. Jedoch die Stärke des Buches sind eindeutig die Geschichte des Kapitän Pamphile, ein mit allen Wassern gewaschener Kapitän zu See und eigentlich ein Pirat. Aber ein Gentleman durch und durch :-) Ein Stern Abzug, da man dem Buch schon anmerkt, daß es eigentlich eine Sammlung von Geschichten sind, die nur sehr lose verbunden sind.
Ben Kingsley alias Peter Matic ! Grossartig und gut betont ! 5 von 5 Punkten Heute habe ich mir das Hörbuch Kapitän Pamphile gegönnt. Manche Geschichte muten an, als ob man sie schon einmal gehört hat, was auch sein kann, da das Buch im Jahr 1840 erschien. Nicht desto gehört diese Produktion - gesprochen von Peter Matic, der deutschen Stimme von Ben Kingsley ( Gandhi, Ben Kingsley in einer Episode der sechsten Staffel der Sopranos - köstlich ) - in jede gut sortierte Hörbuchsammlung. Gefeilte und gut komponierte Dialoge aus der Welt der Tiere, der abenteuerlichen Schifffahrt und die allgegenwärtigen Ironie, die auch auf heutige Situationen Anwendung finden kann. Die 500 Minuten auf 7 CDs sind ein Vergnügen, von dem ich nicht all zuviel verraten möchte. |
Billy Budd Herman Melville Taschenbuch, November 2006 Verkaufsrang: 160373 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Billy Budd ist ein junger Mann, der zur Zeit der Nore-Meuterei, 1797, in der British Royal Navy dient. Im Affekt erschlägt er einen Kumpanen und wird zum Tod verurteilt. Der Richterspruch droht eine jener Meutereien auszulösen, der er gerade hatte vorbeugen sollen. Es ist der Verurteilte selbst, der die Mannschaft beschwichtigt. Seine letzten Worte lauten: 'Gott segne Kapitän Vere.'
»Am 10. des vergangenen Monats ereignete sich an Bord H. M. S. Indomitable ein bedauerlicher Vorfall. Der Waffenmeister des Schiffs, John Claggart, hatte die ersten Anzeichen einer beginnenden Verschwörung unter den Mannschaften des Schiffes entdeckt und hatte ferner als Rädelsführer einen gewissen William Budd festgestellt. Er brachte den Mann vor den Kapitän, wo Budd plötzlich sein Messer zog und es ihm ins Herz stieß.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
engl. Titel: "Billy Budd, Sailor" - grandiose Erzählung 5 von 5 Punkten Inhalt: Sommer 1797, Billy Budd, ein 21-jähriger zunächst zur Handelsmarine gepresster Seemann, muss auf dem Kriegsschiff "Indomitable" als Vortoppman anmustern. Er versieht seinen Dienst mit Hingabe. Billy ist vom Typ "des schönen Matrosen", besitzt auffallende Schönheit, ist wie Achill von gerader Natur und Einfalt, hat ein offenes ehrliches Wesen, ist die personifizierte Unschuld, besitzt ein unbeschwertes Herz, ist bar jeder Verschlagenheit und Bosheit und freut sich in unbewußter Gesundheit seines jungen Lebens. Er ist gutmütig und besitzt eine Ausstrahlung, die Frieden unter seine Mitmatrosen bringt.
An Bord der "Indomitable" gerät Billy in das Visier des Waffenmeisters "Jimmy Legs" Claggart, 35 Jahre. Claggart ist ein intelligenter, vordergründig vernünftiger, jedoch untergründig unvernünftig bösartiger Mann mit einschmeichelnder Höflichkeit und einem Talent zur Spionage, über dessen früheres Leben nichts bekannt ist, und der erst in späteren Jahren zur Marine kam. Seine Aufgabe an Bord ist die eines Polizeichefs, und seine Stellung erlaubt es ihm, "mit unterirdischen Fäden" jeden einzelnen aus der Schiffsgemeinschaft in geheimnisvollem Unbehagen zu halten und ihn mit schlimmerem zu bedrohen. Claggart besitzt laut Erzähler eine Verdorbenheit, die aus der Natur entspringt. Aufgrund dieser hat es Claggart auf Billy abgesehen, er hasst ihn und ist neidisch auf ihn. Zur Charakterisierung dieser Verdorbenheit beruft sich der Erzähler auf Platon.
Nachdem Claggart auf Billy zunächst einen heimlichen hinterhältigen "Anschlag" verübt, um seinen Charakter zu testen, tritt er ihm eines Tages offen entgegen, indem er ihn vor dem Käptain als Aufrührer verleumdet. Billy fehlen ob dieser Beschuldigung die Worte, und er schlägt den Waffenmeister nieder, der daraufhin stirbt. Der Käptain, der Billy eigentlich eher zugetan ist, muss, um die Disziplin an Bord zu wahren, ein eiliges Kriegsgericht einberufen, das Billy zum Tode verurteilt. Vor Gericht und damit vor dem Gesetz vertauschen in Gestalt von Angeklagtem und Anklage Schuld und Unschuld die Plätze.
Beurteilung: Die Erzählung ist gespickt mit hervorragenden psychologischen Charakterisierungen und mit zahlreichen mythischen Anspielungen. Sie bietet höchsten Lesegenuß, ich finde sie grandios. Unbedingt empfehlenswert!
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Mit Font auf Reisen
Audio CD, Februar 2008 Verkaufsrang: 186633 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Plaudereien von unterwegs 5 von 5 Punkten Wenn ein er eine Reise tut, dann kann er was erzählen... Theodor Fontane hat erzählt und er reiste gerne, auch wenn das bereits über ein Jahrhundert her ist, doch von der Aktualität haben seine Erzählungen nichts verloren. MIT FONTANE AUF REISEN eine Zeitreise und doch ein Blick auf die all zu Nahe Gegenwart.
Wenn da nicht die Massen wären, ja die Mitreisenden und die Unterkünfte, das schlechte Essen, die ungenießbare Luft und die ausgetretenen Pfade und die Mitmenschen, ja die kennt man genau... ist es nicht so?!
Was Fontane auf seinen beiden Hör-CDs beschreibt könnte sich auch heute abspielen - die Befindlichkeiten sind die gleichen - die Probleme, an was man sich so stößt.
Es ist bewundernswert und interessant zugleich der Lesung von Philipp Kreisselmeier zuzuhören - welcher dem Genius FONTANE Stimme und Seele verleiht. Fontane, das ist immer noch deutsche Reisekultur par excellence - ein Klassiker wie er im Buche steht, unvergänglich und wirklich zeitlos!
Im klassischen Plauderton wird humorvoll, hintergründig und scharfsinnig die Welt der Reisenden und dann auch diese selber analysiert und entkleidet als das was sie tatsächlich ist.
Sehr empfehlenswert!
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Der Stechlin Theodor Fontane Taschenbuch, Januar 1978 Verkaufsrang: 31118 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Stechlin - so heißt ein stiller See in der Grafschaft Ruppin, und so heißt auch der Besitzer des alten märkischen Guts: Dubslav von Stechlin. An einem schönen Oktobertag kündigt ein Telegramm den Besuch seines Sohns Woldemar an, der zusammen mit zwei Regimentskameraden erscheint. Stechlin, seit langem Witwer, freut sich über diese Gesellschaft, noch andere Gäste werden geladen, und so kommen zahlreiche Erzählungen und Plaudereien in Gang, von denen Thomas...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ein scheinbares Nichts 5 von 5 Punkten Faszinierend wie die scheinbare Inhaltslosigkeit dieser Geschichte sich selbst erfüllt und bereichert, wie scheinbar belanglose Plaudereien, dem Lebensgefühl in seinen Pastell- (nicht Grell-) Tönen zu menschlich-pulsierender Wirklichkeit verhelfen, so dass man sich am Ende fragt, woran es liegen mag, dass man jetzt, nach dieser Lektüre von so vielen eigentümlich liebgewonnenen Figuren regelrecht umgeben ist, sie immer weiter plaudern hört.
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Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Havelland: Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg Theodor Fontane Broschiert, Mai 2005 Verkaufsrang: 180755 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Band 3 der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg": "Wer, unvertraut mit den Großtaten unserer Geschichte, zwischen Linum und Hakenberg hinfährt, rechts das Luch, links ein paar Sandhügel, der wird sich die Schirmmütze übers Gesicht ziehn und in der Wagenecke zu nicken suchen; wer aber weiß, hier fiel Froben, hier wurde das Regiment Dalwigk in Stücke gehauen, dies ist das Schlachtfeld von Fehrbellin, der wird sich aufrichten im Wagen und Luch und Heide plötzlich wie in wunderbarer Beleuchtung sehn" - plaudert Fontane. Versuchen Sie's: reisen Sie auf seinen Spuren und entdecken Sie die Zisterzienserklöster Lehnin un Chorin, besuchen Sie die Schlösser Oranienburg und Tegel, die Herrenhäuser in Paretz und Petzow, wandern Sie auf der Pfaueninsel und im Brieselang, gehen Sie über den Friedhof in Bornstedt oder durch den Park des Charlottenburger Schlosses, und überall werden sich Ihnen Geschichte und Geschichten erschließen.
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Madame Bovary Gustave Flaubert Taschenbuch, August 2007 Verkaufsrang: 197855 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Den meisten ist die Tragödie der Madame B. wohl bekannt, einige wollen sie wieder lesen, manche haben, aus welchen Gründen auch immer, noch nichts von ihr gehört und viele waren bis jetzt zu jung, um sie zu kennen. Flauberts Werk zählt zu den zeitlosen Klassikern, die wegen ihrer nicht abreißenden Aktualität immer wieder aufgelegt werden. Bücher, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte für gut gehalten werden, haben viele Ebenen, auf denen man sie lesen, verstehen und interpretieren kann. Madame Bovary gehört dazu. Kritiker und Literaturwissenschaftler befinden sich, was die Analyse des Mythos Emma Bovary betrifft, schon immer im Widerstreit. Auch das zeichnet ein universales Werk aus. Es läßt sich in keine Schublade stecken. Wer war Madame Bovary? War sie ein Opfer ihrer Umwelt oder ein Opfer ihrer selbst? War sie sehr einfältig oder besonders gerissen? Was macht Madame für viele noch heute so faszinierend? Vielleicht ist das nicht abreißende Interesse mit den unendlichen Interpretationsmöglichkeiten ihres Charakters und ihres Schicksals zu erklären oder mit den vielen Spekulationsmöglichkeiten über das, was vermeidbar gewesen wäre und das, was unvermeidbar war. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Gegenüberstellung von verschiedenen Personen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort: während die einen ihren Aufstieg erleben, müssen die anderen unaufhaltsam ihrem Niedergang ins Auge blicken. Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen. Gustave Flaubert zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts, wie auch George Sand, die etliche Romane unter ihrem männlichen Pseudonym veröffentlichte. Die beiden verband eine siebzehnjährige Freundschaft, in der Flaubert seiner Freundin oft durch Briefe über den Fortgang seines Werkes berichtet. Er beneidet Sand dafür, wie sie Nacht für Nacht ihre Romane einfach, ohne die Feder abzusetzen, auf das Papier niedergießt, während er in minutiöser Kleinarbeit jedes einzelne Wort unzählige Male abwägt, bevor er es gelten läßt. Immerhin, diese akribische Kleinarbeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk entstanden. Eventuell könnte die Sprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie Flaubert sie verwendet, in den Ohren des einen oder anderen Lesers etwas ungewohnt klingen, aber das ist Geschmackssache. Eher hebt sie die Atmosphäre der Zeit hervor, in der Madame B. gelebt und gelitten hat. Das Thema bleibt brennend: Befreiung oder Untergang? Selbstverwirklichung oder Unterwerfung ? Welcher Pfad wurde an den Scheidewegen des Lebens jeweils eingeschlagen, der Richtige oder der Falsche? Wo liegen die persönlichen Fehler, wo die der Umwelt? Kurz: Wieviel Einfluß hat der Mensch auf seinen Charakter und sein Schicksal? Die Geschichte der Madame Bovary läßt viele Antworten zu. Für jeden eine. --Daphne Großmann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 33 Bewertungen)
Ein sehr schöner Klassiker! 5 von 5 Punkten Madame Bovary hat mich sehr fasziniert! Flaubert hat meiner Meinung nach sehr gut aufgezeigt, wie die damalige Gesellschaft "getickt" hat! Madame Bovary war mit einem Arzt in einer kleinen Provinzstadt verheiratet, der sie unheimlich geliebt hatte. Er hat und hätte alles für sie getan, aber das hat ihr nicht gereicht. Sie hatte sich sprichwörtlich mit ihrem Leben, das sie geführt hatte, gelangweilt. Und das nur, weil sie ihn eben nicht geliebt hatte und nur aus dem Grund heraus, ein unbeschwertes Leben führen zu können, geheiratet hat. Um ein bisschen Abwechslung ins Leben zu bringen, ist sie fremdgegangen. Ich fand die Szenen, wie z. B. in der Kutsche wunderbar beschrieben, wobei Flaubert nicht auf die Sexszenen eingegangen ist, aber es hat meiner Meinung nach schon ganz schön geknistert und mit viel Phantasie konnte man zwischen den Zeilen lesen, was Flaubert geschrieben hätte, hätte er den Mut dazu gehabt. Ich hatte das Gefühl, dass es ihn schon sehr gedrängt hatte, auf dieses Thema einzugehen, aber er ist nur so weit gegangen, wie man eben zu jener Zeit gehen konnte und kein Stückchen weiter. Aber meines Erachtens hatte er seine Grenzen ziemlich ausgeschöpft. Zur damaligen Zeit galt man wohl eben nur als anerkannter, seriöser Schriftsteller, wenn man den Sex, den zwar jeder praktiziert hatte, nicht in seinen Büchern eingebaut hat. Man sieht ja, dass es sogar in der heutigen Zeit nicht sehr einfach ist, als Autor ernst genommen zu werden, wenn man erotische Bücher schreibt. Nicht umsonst verwenden diese Autoren grundsätzlich Pseudonyme, um unerkannt zu bleiben. Zumindest empfinde ich das so. Ob's stimmt, sei mal dahingestellt. Aber jetzt weiter zum Thema: Madame Bovary ist ein großartiges Buch und ich denke, es wäre mit der Erotik, hätte sie Flaubert ausgebaut, noch um einiges besser geworden. Was Flaubert aber hervorragend geschafft hat, war seine Leser in den Bann zu ziehen. Das ist das Größte, was ein Autor erreichen kann und ich hoffe, dies mit Mariposa und Diagnose: Schizophasie eines Tages auch zu schaffen. Flaubert hat es geschafft und das macht einen guten Roman aus. Nur wenn man mit seinen Figuren mitfühlen kann, ist man mitten im Geschehen. Und das hat er mit seinem Werk auch erreicht. Leider hat die Geschichte kein Happy End, aber ich denke, das liegt nur daran, weil es zur damaligen Zeit ein Skandal gewesen wäre, hätte er Madame Bovary ein "glückliches Leben am Ende mit ihrem Mann und ihren Lovern" leben lassen. Sozusagen war er gezwungen, der "unehrbaren" Frau auch ein schmerzhaftes Ende zu setzen. Ich wäre wirklich neugierig gewesen, wie sich Flauberts Geschichte entwickelt hätte und wie sie geendet hätte, hätte er sie in der heutigen Zeit geschrieben. Wer weiß, vielleicht ja anders. Nichtsdestotrotz, ein großer Klassiker. Flaubert ist in meinen Augen ein großartiger, französischer Schriftsteller und es hat mich begeistert, seine Madame Bovary kennengelernt zu haben, die er aus meiner Sicht leider ein bisschen "an den Zügeln" halten musste. 5 Sterne für dieses großartige Werk.
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Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman Laurence Sterne Taschenbuch, 16. Juni 2004 Verkaufsrang: 147734 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Das Buch der letzten vierhundert Jahre!!! 5 von 5 Punkten „Sie werden lachen - die Bibel!" soll Bert Brecht auf die Frage nach seiner Lieblingslektüre, nach dem für ihn wichtigsten Buch der Weltliteratur geantwortet haben. Und ich lache tatsächlich, Herr Brecht, wenn man aus ohnehin überschätztem Dichtermund derartige Plattheiten zu hören gezwungen ist, die das Feuilleton zu gerne noch Jahrhunderte nachäfft und vergeblich intellektuell zu adeln versucht. Gut klauen freilich lässt sich aus dem Schmöker, den keiner wirklich kennt, das mag sein; und aus der Warte muss ich dem Bert schon fast wieder recht geben ...Aber ernsthaft! Wenn mich einer fragen würde, welche drei Dinge ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, käme neben einem unversiegbaren Bierkasten und Kate Beckinsale nur ein Buch in Frage: der unsterbliche Tristram Shandy des unvergleichlichen Lawrence Sterne! Auf eine Inhaltsangabe kann ich hier verzichten, desgleichen auf eine Darstellung der Wirkungsgeschichte. Seinen Platz innerhalb der Weltliteratur hat das Buch längst eingenommen, wer dazu nachlesen will, der tue das etwa in Kindlers Neuem Literaturlexikon. Es ist ein Buch, das einfach so anfängt und hunderte Seiten später einfach so aufhört. Es erzählt weniger die Geschichte, die der Titel nahelegen würde, sondern ganz andere, und auch die nicht und dann wieder doch. Es ist voll der skurrilsten Gestalten, der exzentrischsten Ideen und formalen Innovationen; es ist so naiv wie weise; so episch breit wie anekdotisch kurz. Der Autor hält uns zum Narren, belehrt uns und treibt seine Faxen. Nichts ist, wie es scheint; und doch ist alles folgerichtig. Sexualisiert bis ins Mark und gelehrt bis in die Knochen gebärdet sich der selbstherrliche Verfasser - in aller Bescheidenheit natürlich - wie der höchste Schriftsetzer selbst, der allmächtige Vater, der die Welt schrieb und seiner nicht schonte. Und vor allem, bei aller artistischen Brillianz, ist der Unroman komisch, zum Brüllen komisch, zum Schenkelklopfen und Herausprusten komisch, dass einem zuweilen der Atem stille steht und man sich erholen muss von der fröhlichen Tortur. Neben derber Komik finden sich Stellen, die zum Lächeln reizen, die Passagen, die zum Schmunzeln nötigen, die Konstellationen, die den Mund verbreiterten, die Gespräche gar, die einem die Tränen in die Augen treiben. Komisch, ironisch, sarkastisch, humorig, lustig, zynisch, lächerlich, grotesk ist das Buch; dabei immer hintersinnig und verschmitzt, man liest es mit lachendem und weinendem Auge. Und wie bei jedem großen Buch spricht die Wahrheit aus allen seinen Zeilen; und neben dem heilsamen Gelächter steht sattsam bekannt die Melancholie. Es ist nur ein Buch für starke Geister und gefestigte Seelen. Wer gewiegt sein will, sollte besser zum Goethe greifen. Dass man mit literarischer oder sonst wie gearteter Bildung den Tristram erst recht genießen kann, versteht sich von selbst. Es gibt keinen vorurteilsfreien Genuss im Reiche des Geistes. So steht am eigentlichen Beginn des Romanzeitalters um die Mitte des 18. Jahrhunderts bereits ein Buch auf der Schwelle der Moderne; nimmt alle inhaltlichen, formalen und sprachlichen Schliche der Zukunft vorweg und setzt sich somit anfangs schon selbstsicher und herrlich als großen Schlusspunkt. Wenn mit Joyce die Zukunft begann, kulminierte sie in der Sternschen Werkstatt. Neben Arno Schmidts „Abend mit Goldrand" und dem „Ulysses" des Iren dürfte der familiäre Reigen um Tristram, Walther und den so sehr guten Menschen Onkel Toby die heilige Trinität auf dem Gebiete der Prosakunst vorstellen. Und wer sich des Lesens scheut, der greife zur Hörkasette, ein unvergleichliches Vergnügen, dass die Lektüre unweigerlich nach sich ziehen wird.
Über die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins 5 von 5 Punkten Eingestellt auf eine sich kontinuierlich entwickelnde Geschichte, fühlte ich mich am Anfang ein wenig vor den Kopf gestossen. Laurence Sterne lässt Geschichten abrupt enden, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und wechselt die Zeiten ungeniert. Noch dazu scheint es nicht genug dieses Buch zu lesen. Es entsteht vielmehr ein Gespräch mit dem Autor, das ständiges Wachsein und eine gewisse Eigenaktivität erfordert. Aber beim Weiterlesen stellte ich fest, dass es nicht nur der Inhalt der Geschichten war, der mich fesselte. Es ist mehr die Art wie er mich miteinbezog, wie er mir eine Art interaktiven Lesens abverlangte. Bei Sterne weiss man nie, was der nächste Absatz bringt, ja man weiss nicht einmal, ob er nicht das nächste Kapitel auslässt, um es später nachzuholen oder auch nicht. Das erzeugt Spannung und erfordert Aufmerksamkeit. Aber das eigentlich Bezaubernde und Tröstliche an diesem Buch ist die Haltung des Autors. Es zeichnet ihn aus ohne Vorwurf, ohne Klage und ohne wertendes Urteil seine Geschichten zu erzählen. Für mich das eigentlich Eindringliche ist die Freundlichkeit und Gutmütigkeit mit der er menschliche Schwächen, Missverständnisse und Eigenheiten seiner Charaktere sehenden Auges aus tiefem Herzen wertschätzt. Es gibt kein Geziehe und Gezerre an seinen Figuren. Er stellt sie ungeschminkt dar, hilflos, lächerlich und liebenswert. In einem Buch erzählt er gleichzeitig von mehreren Reisen durch Frankreich. Es ist von erfrischender, scheinbarer Belanglosigkeit und obwohl ich nicht mehr sagen könnte, wovon es handelt, erinnere ich mich daran, mehrfach gelacht und fast immer geschmunzelt zu haben bei der Lektüre. Selbst seine eigenen Schmerzen, sein vor dem eigenen Tod Davonfahren, gestaltet er clownesk und vermeidet jede Tragik. Gerade deshalb spürt man seinen Tiefgang und geniesst die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins.
Liebenswert! 5 von 5 Punkten Dieses Buch hat schon soviel vorweggenommen, dass es fast so erscheint, als hätte es eine Zeitmaschine 'zurückgebeamt'!Dahinter kann sich fast Joyce' Ulysses verstecken!Lasst Euch verführen von diesem Schelm der englischen Weltliteratur!
Lesereise durch verwirrende, belustigende Handlungsfragmente 5 von 5 Punkten Jeder Leser, der den "Tristram Shandy" zum ersten Mal zur Hand nimmt, fühlt sich durch das Buch irritiert und gefoppt und es gehört eine gesunde Portion Leselust dazu, sich durch die knapp 700 Seiten hindurchzukämpfen. Zumal man vom Autor auch schon mal ein paar Seiten zurückgeschickt wird, um seine beim ersten Lesen nur unvollkommen aufgenommenen Gedanken durch ein zweites Lesen zu intensivieren. Zum Ausgleich werden einem durch ein (vom Autor) geschwärztes, aber dennoch abgedrucktes Kapitel zehn Seiten "geschenkt". Es gibt keine geschlossene Handlung im üblichen Sinne und damit keine auf den Ausgang bezogene Spannung, sondern nur Fragmente von Handlungen und ein auf die jeweilige Situation oder die gedankliche Kapriole fixiertes Interesse des Lesers. Die Meinungen und Ansichten Tristrams machen nicht den Inhalt des Romans aus, sondern man erfährt vielmehr etwas über die Steckenpferde seines Vaters und Onkels. Ein Gutteil der Verständnisschwierigkeiten, denen man sich bei der Lektüre des Romans gegenübersieht, resultiert aus dem ständigen Wechsel zwischen den verschiedenen Zeitebenen, auf denen das Geschehen angesiedelt ist So liegt das Ende des Romans (paradoxerweise) zeitlich vor seinem Anfang. Trotzdem, oder gerade deswegen ist das Buch eines von der Sorte, die man gelesen haben muss, wenn man das Lesen von Büchern als eine liebe Beschäftigung schätzt. Manchmal glaubt man, Laurence Sterne habe das Buch nur geschrieben, um seine wunderbaren paradoxen Einfälle, die bei der Lektüre anderer Bücher bekommt, miteinander zu verbinden. Es ist etwas ganz besonderes, wenn man als Leser direkt vom Autor angesprochen wird. Es ist etwas noch viel bedeutenderes, wenn man das Fertigstellungsdatum des Romans im Jahre 1759 bedenkt. Deshalb sind 5 Sterne noch einer zu wenig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Geniales Tohuwabohu 5 von 5 Punkten Laurence Sterne verfaßte mit diesem Buch eine Parodie der Kunstform des Romans, die noch nicht allzulange zu dieser Zeit gebräuchlich war. Denn es entspricht nichts weniger als einem Handlungsablauf, der relativ klar, da kontinuierlich, zu verfolgen ist. Es wimmelt in diesem Werk von Rückblenden und Vorausblicken, Abschweifungen und Ergänzungen, aufgrund deren der Verfasser es erst ab Seite 200 etwa schafft, die eigentliche Hauptperson, nämlich ihn selbst, Tristram Shandy, überhaupt das Licht der Welt erblicken zu lassen. Selbst dann gelingt es nur unter erheblichen Komplikationen, denn der Autor bleibt immer wieder an den vorausgehenden Ereignissen hängen und schweift ab, so daß sogar der Ritt des Knechtes, der beauftragt wurde, einen Arzt zu holen, zu einem regelrechten Abenteuer wird. Als dann dieser Tristram endlich auf die Welt kommt, wird nicht direkt seine Geschichte erzählt, sondern weiterhin die seiner Mitmenschen, die mit so manchen Schrullen behaftet sind. So ist da zum Beispiel Onkel Toby, ein alter Kriegsveteran, der in der langen Zeit, in der er durch eine Verletzung an das Bett gefesselt ist, sich ausführlich mit Festungsbaukunde beschäftigt und darin zu einem ausgesprochenen Experten heranreift. Als er schließlich genesen ist, stellt er mit der Hilfe seines ausgesprochen erfindungsreichen Dieners sämtliche Schlachten des vorhergegangenen Krieges in seinem Garten nach. Doch auch der Vater Tristrams ist ein gelehrter Mann, der sich mit allerlei Problemen der Menschheit befaßt, so schriebt er einen Essay über Nasen und hat eine Vielzahl wissenschaftlicher Abhandlungen über dieses Thema gesammelt. Das waren nur die zwei bedeutendsten Scheingelehrten, die dieser Roman zu bieten hat, allerdings sind die anderen Personen des Werkes nicht weniger interessant. Also, wer Spaß daran hat, sich mit einer Menge gelehrten Unsinns zu beschäftigen, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman Laurence Sterne Gebundene Ausgabe, September 2006 Verkaufsrang: 73398 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein weiteres Muß unter den Klassikern ist das Lieblingsbuch von Sigmund Freud und Thomas Mann. Es ist der Roman von Laurence Sterne Leben und Ansichten von Tristram Shandy. Gentleman. Michael Walter hat das fulminante Werk von 1.600 Seiten so herausragend übersetzt, daß er dafür mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet wurde. Ausgeschmückt ist der Band mit zahlreichen Zeichnungen von Tatjana Hauptmann, der Preis des Buches bleibt dennoch erschwinglich. Für alle Leser, die Sternes kunstvolle Abschweifungen in Anekdoten und Satiren noch nicht kennen, ist dieses Buch mit seiner besonderen Ausstattung ein gefundener Schmöker. Übrigens, für alle Sterne-Liebhaber und -Kenner: Nur in der Übersetzung von Michael Walter wurde der erotische Subtext mitübertragen. --Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Zum Tristram Shandy ... 5 von 5 Punkten ... braucht man nichts mehr zu sagen - dieser Klassiker der Weltliteratur sollte längst zum Schulstoff gehören. Wohl aber lohnt es sich, etwas zur Übersetzung zu sagen. Wer den Tristram im englischen Original gelesen hat - was ich hiermit nachdrücklich empfehle - weiß, dass ein durchschnittlicher Übersetzer sicherlich überfordert wäre. Michael Walter scheint ein ganz außerordentlicher Übersetzer zu sein. Es ist ihm scheinbar mühelos gelungen, eine überaus beeindruckende deutsche Übersetzung zu schaffen, die die Atmosphäre des Originals in einzigartiger Weise einzufangen weiß. Ein großartiger ewiger Roman, der durch die gewohnt hervorragende Ausstattung des Eichborn Verlages einfach Spaß am Lesen vermittelt. |
Gesammelte Werke Friedrich Hölderlin Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 43712 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In dieser Welt war Friedrich Hölderlin ein Heimatloser, ein Revolutionär, der an der Enge des Alltags erstickte und für seine kühnen Zukunftsträume von Freiheit und Gleichheit als wahnsinnig abgestempelt und entmündigt wurde. Die Hälfte seines Lebens lebte er in einem Turmzimmer. Anstatt zu resignieren, vertraute Hölderlin auf die Harmonie des unerschöpflichen Universums, von dem wir ein Teil sind: ¯Und weg ihr Zweifel! quälendes Seelengift! Hinweg! der Seele Jubel ist Ewigkeit! - Und ist ers nicht, so mag noch heute Todt und Verderben des Lebens große Geseze niedertrümmern.®
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Grete Minde: Nach einer altmärkischen Chronik Theodor Fontane Taschenbuch, März 1996 Verkaufsrang: 214350 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dies ist die erschütternde und zugleich empörende Geschichte einer von Familie und Gesellschaft verstoßenen jungen Frau. Durch immer neues Unrecht zu grenzenlosem Hass getrieben, nimmt sie am Ende Rache in einer wahnsinnigen Verzweiflungstat.
Fontanes spannende und einem dramatischen Ende entgegentreibende Chronik-Erzählung Grete Minde greift auf Ereignisse zurück, die 1617 zur Verwüstung der Stadt Tangermünde durch einen Brand führten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Traurig, aber nicht deprimierend 5 von 5 Punkten Grete Minde kann als Frau im Mittelalter nicht ihre Vorstellungen vom Leben verwirklichen. Obwohl die Geschichte traurig ist, finde ich das Buch lesenswert, weil es, auch wenn es keine direkten Antworten liefert, zum Nachdenken anregt. Warum scheitert das Leben eines Menschen? Wer ist dafür verantwortlich? Hat man - und Frau - die Möglichkeit, sein - ihr - Leben selbst zu bestimmen?
Weitere Lesermeinungen |
Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden Johann Wolfgang von Goethe Taschenbuch, 20. November 2006 Verkaufsrang: 194948 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie sehr mich die Wahrheit, das schöne Leben, die einfache Fülle dieses Werks bewegte. Die Bewegung ist zwar noch unruhiger, als sie sein wird, wenn ich mich desselben ganz bemächtigt habe, und das wird dann eine wichtige Krise meines Geistes sein; sie ist aber doch der Effekt des Schönen, nur des Schönen, und die Unruhe rührt bloß davon her, weil der Verstand die Empfindung noch nicht hat einholen können. Ich verstehe Sie nun ganz, wenn Sie sagten, daß es eigentlich das Schöne, das Wahre sei, was Sie, oft bis zu Tränen, rühren könne. Ruhig und tief, klar und doch unbegreiflich wie die Natur, so wirkt es und so steht es da, und alles, auch das kleinste Nebenwerk, zeigt die schöne Gleichheit des Gemüts, aus welchem alles geflossen ist.« Schiller an Goethe
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Goethes Alters- und Meister-Werk 5 von 5 Punkten "Wilhelm Meisters Wanderjahre" geben bis heute so manches Rätsel auf. Das wusste auch Goethe selbst: Es gehört dieses Werk übrigens zu den incalculabelsten Productionen, wozu mir fast selbst der Schlüssel fehlt, meinte er einmal zu Eckermann. Dabei ist die Haupthandlung des Romans schnell zusammengefasst: Wilhelm Meister reist, einem Gelübde folgend, mit seinem Sohn Felix durch die Lande, um dem Filius eine umfassende Ausbildung angedeihen zu lassen; kein Dritter soll die beiden längere Zeit begleiten und nirgends dürfen sie mehr als drei Tage verweilen. Das klingt nach Tempo. In der Tat, wären da nicht die weitschweifigen Erzählerkommentare, Novelleneinlagen, Briefe, Gegenbriefe und Spruchsammlungen, würde der Roman (wenn man ihn überhaupt so nennen kann) sicher schneller ans Ziel kommen. Aber das Buch endet nicht, ohne zuvor einen ganzen Berg von Altersweisheit des 70-jährigen Goethe über dem Leser aufgehäuft zu haben. Die Zeitgenossen waren nicht sonderlich angetan. Immerhin verdankt die Literaturwissenschaft dem Werk bis heute ergiebige Forschungsprojekte.
Romantischer Kulminationspunkt der goethe'schen Epik 5 von 5 Punkten Die Wanderungen des Herrn Meister und seines Filius streben, wie in der Romantik üblich, nach seelischer Transzendierung, nach der Einheit von humanistischem Idealtypus und der Natur; anders als bei Eichendorff sind Goethes Stilmittel nicht mittelalterlich-höfische Naturstilisierung sondern die Fokussierung auf menschliche Soziointeraktion zur Erringung der Universalbildung, des Elysiums, sind also dezidiert der Klassik zuzuordnen, welcher Goethe, als deren Initiator er sich rühmen darf, wohl immer innigst verbunden blieb. Warum also Romantik? (siehe Überschrift) Eine Unterscheidung von Klassik und Romantik ist, bezüglich Bildungs - und Wanderroman vor allem bei Goethe schwer zu konstatieren, da genannte Stile zu letzteren ein äquidistantes Verhältnis applizieren. Das Leitmotiv, die Erringung von Bildung, innerer Freiheit, usw. ist sowohl Romantik als auch Klassik zuzuordenen, die Wege unterscheiden sich jedoch; Eichendorff benutzt die Natur als mittelalterlich-konstruktivistisches Ambiente, welches die Genese eines ritterlichen Helden, minnesängerlich veredelt, evozieren soll, seine Sprache ist lyrischer, übertriebener als jene Goethes. Das simplizisstisch-romantische Wanderungsmotiv ist jedoch auch ihm eigen. Ergo ist der Wilhelm Meister als ein Konglomerat ein Konglomerat beider Motive zu verstehen, ist äquivok zu interpretieren. Goethe ist der Klassik auf immer verpflichtet, auch als, längst nach Schillers Tod im Jahre 1805, generell Romantizismen in der Literatur dominierten.Doch genug der wissenschaftlichen Nomenklatur. Wilhelm Meister, ein Entsagender (siehe Titel des opus), der sich nicht länger als höchstens einen Tag an einem Ort aufhalten darf, trifft auf religiös verpflichtete Menschen, metaphorisch als heilige Familie dargestellt, auf die schönen Künste, auf Astronomen, Adlige und Didakten. Auch dem Mädchen Mignon, bekannt aus den Lehrjahren, eine Art italienisches Stigma Goethes, trifft Wilhelm wieder. Goethe, zu jener Zeit ein Entsagender, Umherirrender, entflechtet gleichsam mit dem Protagonisten seine inneren Konflikte, es ist Goethes Seelenreise, welche wir hier beobachten. Mit dem Wilhelm Meister-Zyklus offerierte Goethe ein wahres Werk humanistischer Größe. |
Storm Werke in zwei Bänden Theodor Storm Gebundene Ausgabe, 13. Dezember 2006 Verkaufsrang: 189493 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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