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Seite 16

Der scharfsinnige Ritter Don Quixote von der Mancha: 3 Bde - Miguel de Cervantes SaavedraDer scharfsinnige Ritter Don Quixote von der Mancha: 3 Bde
Miguel de Cervantes Saavedra

Taschenbuch, 20. Februar 2004
     Verkaufsrang: 157880      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

alte, aber lesbare Übersetzung      4 von 5 Punkten
Auch wenn die für diese Ausgabe (Insel-Verlag) gewählte anonyme Übersetzung aus dem 19. Jahrhundert stammt, ist sie doch erstaunlich flüssig lesbar, insbesondere wenn man sie mit der gestelzten und oft unverständlichen Übersetzung von Ludwig Braunfels vergleicht.

Trotzdem wirken die Formulierungen gelegentlich merkwürdig, u.a. weil sich die Wortbedeutung in den vergangenen 150 Jahren verschoben hat (z.B. "Karriere", "Strauß" etc.).

Die Grafiken von Dore sind wunderbar, allerdings enthält diese Ausgabe merkwürdigerweise nur eine kleine Auswahl dieser Illustrationen und die auch noch stark verkleinert. Das ist schade.



Über die Liebe - Jane AustenÜber die Liebe
Jane Austen

Broschiert, Mai 2007
     Verkaufsrang: 249321      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In einer Zeit, da die Thesen vom Zusammenleben von Mann und Frau so vielfältig und verwirrend sind wie die Sache selbst, spricht aus Jane Austens Romanen die Stimme der Vernunft, die Verstand und Gefühl unter eine Haube bringen will. Ihre romantische Botschaft - so Felicitas von Lovenberg in ihrer amüsanten Anthologie für Singles, Paare und andere Liebende - hat mit Romantik wenig zu tun. Sie lautet, daß es nicht nur das Recht, sondern die Verpflichtung gibt, sich den Lebenspartner mit Bedacht und Empfindsamkeit auszusuchen. Jane Austens Literatur wirbt für die gesunde Mischung von Vernunft und Gefühl, Geld und Liebe, Schönheit und Geist.



Die Kartause von Parma - StendhalDie Kartause von Parma
Stendhal

Taschenbuch, Dezember 2004
     Verkaufsrang: 230464      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Fabrizio del Dongo, einem jungen, reichen und ein wenig leichtfertigen Adeligen, öffnen sich Türen und Herzen. Dennoch leidet er an seinem Unvermögen, das Leben zu meistern. Zwar kann er in der Verborgenheit einer verbotenen Liebe im Widerspruch zu seinem Amt als kirchlicher Würdenträger zeitweise das Glück genießen. Doch mit einer unbedachten Handlung macht er alles zunichte.Stendhal (1783 - 1842), eigtl. Henri Beyle, ist mit Balzac und Flaubert der bedeutendste Realist französischer Sprache. Sein Pseudonym wählte er nach der Geburtsstadt Winckelmanns: Stendal bei Magdeburg. Nach dem Sturz Napoleons sah er sein Heimatland zunehmend kritisch und lebte viele Jahre in Italien - dem "Land der Freiheitsliebe".

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Große Romanze - und ein großer Roman des literarischen Realismus      5 von 5 Punkten
Obwohl dieser Roman voller realistisch-historischer Anspielungen ist und sich durch die genaue Psychologie seiner Figuren auszeichnet, kann er auch einfach als eine der großen Liebesgeschichten der Weltliteratur gelesen werden. Der junge Fabrice del Dongo nimmt aus Begeisterung für Napoleon an der Schlacht von Waterloo teil, ohne dabei das blutige Chaos des Krieges wirklich zu überblicken. Er kehrt nach Italien zurück, studiert Theologie, ersticht im Duell einen Nebenbuhler und flieht aus dem Kerkerturm der Zitadelle von Parma. Bei all seinen Abenteuern kann er sich der unendlichen Liebe seiner Tante Gina ebenso sicher sein wie der Unterstützung durch ihren Galan, den Premierminister Mosca. Fabrice verliebt sich in die hochmoralische Clelia, mit der er jedoch erst spät, als er bereits Erzbischof ist, eine Beziehung beginnt, bevor er sein Leben im Kloster, eben in der titelgebenden Kartause, beschließt. Wegen der höfischen Kulisse und der Sprache ist dem Roman sein Alter von mehr als 150 Jahren zweifellos anzumerken. Doch das pralle Leben, mit dem das Buch gefüllt ist, und die überraschenden Wendungen der Handlung sorgen für Tempo und Unterhaltung; die Charaktere bleiben auch in ihren dramatischsten Liebeswallungen nachvollziehbar. Zu Recht gilt "Die Kartause von Parma" als einer der großen Romane des literarischen Realismus.


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Oblomow - Iwan A. GontscharowOblomow
Iwan A. Gontscharow

Gebundene Ausgabe, Juli 1999
     Verkaufsrang: 193737      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 26,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Oblomow ist der zweifellos faulste und zugleich liebenswerteste Mensch, den je ein Dichter erfunden hat. Die Argumente, mit denen er seine Tatenlosigkeit verteidigt, sind so fest mit seinem Gemüt verwachsen, daß sie ihm niemand ausreden kann. Gerne würde er anderen Menschen helfen, doch es ließe sich nur bewerkstelligen, wenn er sich und alles, was ihm teuer ist, vergäße - ein Ding der Unmöglichkeit also. Mit Oblomow wurde Gontscharow über Nacht berühmt, kaum eine Figur der Weltliteratur ist so populär geworden.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Es ist unglaublich...      5 von 5 Punkten
...aber jeder von uns, vor allem ich selbst, ist ein "Oblomow"! Das ist der epische Roman über einen trägen, weltfremden, lebensunfähigen und energielosen, aber träumerischen Kleinadeligen mit einem grundguten Herz und der dazugehörigen Naivität. Von seinem besten Freund Stolz wird er in die Hände der jungen Olga getrieben, die ihn "zum Leben erwecken soll". Als das nicht funktioniert, bleibt Oblomow bei seiner neuen Wirtin, die sich mütterlich in ihn verliebt und deren Bruder ihn, zusammen mit einem vermeintlichen Freund des dickwerdenden Oblomow, auszusaugen versteht wie ein Parasit. Mehrere Versuche Stolzens, seinen Freund aus dem vergiftenden Trott des Nichtstuns herauszuzerren, scheitern trotz einiger Erfolge und Oblomow stirbt bald nach dem zweiten Schlaganfall. Das ist ein wahrlich großer und teils langatmiger Roman, der sich wie viele realistische russische Klassiker mit den grundlegenden Fragen des Lebens auseinandersetzt. Er lässt einen nachdenken über sich selbst, seine eigene Beziehung zu Oblomow und ist die "gesunde"(also kürzere) Alternative zu Tolstoi und Dostoevskij. Etwas besonderes ist auch die Schilderung einiger Szenen, wie z.B. zu Anfang Oblomows Tagesablauf oder später die Trennung von Olga.


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Die schwarze Katze / Der entwendete Brief - Edgar Allan PoeDie schwarze Katze / Der entwendete Brief
Edgar Allan Poe

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 261805      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,60 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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„Die schwarze Katze“, eine der bekanntesten Schauergeschichten des amerikanischen Romantikers wurde in der Edgar Allan Poe-Hörspielreihe von Lübbe Audio neu bearbeitet. Den Rahmen bildet wie in den drei anderen Hörspielen dieser Serie die Figur des an Amnesie leidenden Protagonisten Edgar Allan Poe. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit, seiner Identität findet er sich in den fantastischen, Grauen erregenden Geschichten des berühmten Schriftstellers Poe wieder. Er lernt beängstigende Seiten seines Bewusstseins kennen und wünscht sich nicht selten, lieber ohne Vergangenheit zu sein. Kein Geringerer als Heinz Rudolf Kunze schrieb für diese Edition den Titelsong „Der weiße Rabe“.

Der Mann, der nach einem Unfall bewusstlos in eine Irrenanstalt eingeliefert wurde, versucht, in einem einsamen Hotel, sich selbst wieder zu finden. Dazu rät ihm sein Arzt, der ihn ungeheilt entlassen musste. Den Namen Edgar Allan Poe nahm er an, weil ihm nichts Besseres einfiel. Es gibt ein Element, welches aus seinem verlorenen Gedächtnis immer wieder auftaucht: Es ist eine Frau namens Shila, die von einem Balkon stürzte.

Auf seiner Reise zu sich selbst erlebt er sich in der Geschichte „Die schwarze Katze“ als trunksüchtiger Ehemann der Schwester seiner vom Balkon gestürzten Verlobten. Obwohl er genauso wie seine Frau sehr tierlieb ist, sticht er in einer Stimmung aus Wut, Suff und Verzweiflung der Hauskatze ein Auge aus. Es folgt das Verderbnis mit Hausbrand, einer neuen Katze, Zerbrechen seiner Ehe bis hin zum Erschlagen seiner Frau. Die schwarze Katze verschwindet, aber sie wird wieder kommen. Alles läuft zwangsläufig ab, der Protagonist ist der Entwicklung ausgesetzt. Sein Übermut liefert ihn letztendlich der Polizei aus.

Die bekannten Schauspieler Ulrich Pleitgen und Anna Thalbach sprechen die Rollen des Ehepaars. Das unausweichlich Verheerende der Ereignisse erhält durch den Kontrast der Stimmen - Pleitgen als gepeinigter Alkoholiker und seine junge, ihm liebend zugetane Frau mit der reinen, hellen Stimme der Thalbach - eine aparte Note.

Edgar Allen Poe (1809 bis 1849) prägte mit seinen Texten Horror, Fantasy und die Detektivgeschichte. „Die schwarze Katze“ erschien 1843 und machte ihn international bekannt. Baudelaire und Mallarmé bewunderten ihn dafür!. Poe war ein erstklassiger Analytiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen, psychologischen Scharfblick und großer poetischer Begabung. Das Leben des literarischen Erfinders des Schreckens war jedoch unstet und gekennzeichnet durch Schicksalsschläge, Armut und Krankheit. Mit zwei Jahren wurde er adoptiert, seine Schulzeit verbrachte er im Heim, von der Militärakademie wurde er unehrenhaft entlassen. Seine Arbeit als Journalist war schwierig. Der berühmteste Vertreter der amerikanischen Romantik, der in die unbekannten Tiefen der menschlichen Seele Einblick nahm, der Verfasser eines der berühmtesten amerikanischen Gedichte mit dem Titel „Der Rabe“ (1845) starb einsam, in finanzieller und gesundheitlicher Not, nachdem zwei Jahre zuvor seine Frau Virginia gestorben war.

Fazit: Die interessante Verbindung von bekannten Inhalten aus dem Original und der beängstigenden Reise des Gedächtnislosen garantiert Spannung und sehr gute Unterhaltung. Man sollte bei dieser Gelegenheit trotzdem auch das Original lesen! Es lohnt sich.

Hörspiel, Spieldauer: ca. 61 Minuten, 1 CD. Mit Musik von Heinz Rudolf Kunze. Auch als MC erhältlich (3785713444). -- culture.text

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Paranoide Schizophrenie      5 von 5 Punkten
Das Hörspiel, als eine eigenständige Kunstform, hat eine über 80jährige Tradition.
Spätestens seit den 1960ern erfreuen sich so genannte Hörspielreihen großer Beliebtheit; dieser Trend hält bis heute an bzw. befindet sich in einer deutlich expansiven Phase...
Ein wenig Marter also für den beflissenen Liebhaber und Konsumenten, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, schließlich sind die Hörspielreihen lang, die Konkurrenz groß und die Geldbörse ist kein Füllhorn.
Was nun die vorliegende Edgar Allan Poe Hörspielreihe betrifft, so kann man ihr alles außer Werktreue vorwerfen (wer Werktreue wünscht, der greife zu den einschlägigen Hörbüchern, die es ja ebenfalls wie Nattern in der Grube gibt). Der Mangel an Werktreue ist es jedoch gerade, der den Reiz dieser Reihe ausmacht. Poes Erzählungen werden kaleidoskopisch in eine Rahmenhandlung gebettet, die meist als Erinnerungsfragmente oder böse Träume an die Bewusstseinsoberfläche des unter Amnesie leidenden Erzählers dringen. Die Regisseure der Reihe realisieren also das klassische Konzept der Binnenerzählung auf kongeniale Weise in einem Hörspiel. Der Erzähler der Rahmenhandlung, Poe persönlich, findet nach und nach Teile seines Selbst in den Geschichten innerhalb der Geschichte, die sich zunehmend auf das Geschehen der Rahmenhandlung auswirken. Da sich der Hörer mit der Figur Poes identifiziert, begibt er sich mit diesem auf die Suche nach seiner Identität. Die Wahl dieser Perspektive ist nicht nur löblich, sondern auch besonders subjektiv...und da Poes Leben kein viktorianischer Ponyhof war, stürzt der Hörer in einen schwarzen Mahlstrom aus morbiden und düsteren Erinnerungen tief hinab ins Unterbewusstsein, wobei sich die Jagd nach der Identität wie ein Krimi gestaltet (schließlich gilt Poe als Erfinder der deduktiv arbeitenden Krimihelden). Themen wie Krankheit, Perversität und Verfall die Poe selbst auf die Ebene des künstlerisch Ausdrückbaren erhob werden auf wesentliche Symbole reduziert und hörgewaltig vertont. Dass diese Hörspielreihe nicht nur professionell produziert, sondern auch gesprochen wurde, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Das Filmorchester Berlin tut immerhin ein Übriges.

"Die schwarze Katze" ist eine Verbrechergeschichte mit interessanter Perspektive. Der Protagonist wird nicht von einer Exekutive zur Rechenschaft gezogen, sondern von seinem eigenen Gewissen gerichtet. Eindrucksvoll und vor allem gnadenlos wird der soziale Abstieg eines von seinen niederen Instinkten beherrschten Mannes geschildert. Vom Alkohol- bis zum Tobsuchtsexzess wird Poes Erzählung in gewohnt hörgewaltiger Manier vertont. Da auch das Original ("The Black Cat", 1843) nicht an Brutalität geizt, ist der Schrecken, der in der vorliegenden Bearbeitung dargestellt wird, besonders körperlich und direkt.
Gleich schon zu Beginn sitzt das pathologische Grauen im Nacken des Hörers, wahnhafte Störungen und Rauschzustände nehmen vermehrt zu, Realität und Halluzination sind nicht mehr zu trennen, die Außenwelt wird zum Spiegel des Unterbewussten. Poe schuf damit ein Psychogramm, die moderne Inszenierung ist ein Psychothriller auf der inneren Bühne.
Der Altmeister des Grauens im modernen Gewand: poetologisch entstaubt, und psychologisch durchschlagend.



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Der Nachsommer - Adalbert StifterDer Nachsommer
Adalbert Stifter

Sondereinband, 13. Juni 2005
     Verkaufsrang: 192634      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Auf seinen Wanderungen in den Alpen begegnet der Student Heinrich Drendorf dem Freiherrn von Risach, der ihm zum väterlichen Freund wird. Auf Risachs Landgut lernt Heinrich Mathilde Tarona und deren Tochter Natalie kennen. Zwischen dem jungen Studenten und Natalie entwickelt sich schon bald eine tiefe Zuneigung, die schließlich zum Ehebündnis führt. Erst jetzt erfährt Heinrich, dass Mathilde und Risach einst leidenschaftlich ineinander verliebt waren, aber nicht heiraten...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Genial !      5 von 5 Punkten
Die Gegner und Verächter dieses Romans sagen, es ginge darin nur um die Frage, ob denn ein Gewitter kommen würde oder nicht - ja natürlich haben Sie recht. Aber genau das ist das Geniale an diesen 800 Seiten, die Stifter geschrieben hat! Darüber muss man meditieren! Dann wird man auch diese wichtige "Gewitter Frage" verstehen.


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Unterm Birnbaum: Texte und Materialien - Theodor FontaneUnterm Birnbaum: Texte und Materialien
Theodor Fontane

Broschiert, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 191993      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Unterm Birnbaum findet der Krämer und Schankwirt Abel Hradschek beim Umgraben die verweste Leiche eines französischen Soldaten. Der Fund wird zum Anlaß, einen raffinierten Mordplan auszuführen. Doch die Untat wird dem geldgierigen Hradschek und seiner Frau zum Verhängnis.
Fontanes Kriminalerzählung aus dem Oderbruch erfreut sich noch heute besonders großer Beliebtheit als Klassenlektüre.Theodor Fontane (1819 - 1898) ist und bleibt der berühmteste Repräsentant des bürgerlichen Realismus. Seine Romane und Novellen, die vielfach verfilmt wurden, allen voran 'Effi Briest', zählen zu den meistgelesenen Klassikern des 19. Jahrhunderts.


Der Tschechiner Dorfwirt und Materialienhändler Abel Hradschek hat Geldsorgen. Er ist verschuldet, spielt ohne Glück, seine Frau Ursel macht ihm Vorwürfe und die Kinder...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Unterm Birnbaum      4 von 5 Punkten
"Unterm Birnbaum" hat Theodor Fontane diese Novelle genannt, die er ursprünglich "Es ist nichts so feingesponnen" nennen wollte. Der letzte Satz dieser Novelle beginnt mit diesem Halbsatz und fährt fort `s kommt doch alles an die Sonnen!". So ist es natürlich in diesem "Krimi" auch. Hradscheck weiß nicht ein noch aus. Der Wirt und Krämer ist hochverschuldet und so erschlägt er den Schuldeneintreiber und mit Hilfe seiner Frau gelingt es ihm, die Bewohner seines Dorfes hinters Licht zu führen. Zwar fällt der Verdacht auf ihn, aber schließlich wird er rehabilitiert. Allein die Gewissensbisse und das ständige Gerede seiner alten Nachbarin werden ihm zum Verhängnis. Die Geschichte soll nach wahren Begebenheiten niedergeschrieben worden sein. Sie ist gleichwohl eine Geschichte Fontanes. Er erzählt und seine Andeutungen sind meisterlich, seine Dialoge - zumal im Oderplatt - sind dem Volke vom Maul geschaut und so kann diese kurze Geschichte durchaus den einen oder anderen Leser zu Fontane führen.


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Gustav Adolfs Page - Conrad Ferdinand MeyerGustav Adolfs Page
Conrad Ferdinand Meyer

Taschenbuch, 1998
     Verkaufsrang: 279175     

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Leben und Tod, Heiterkeit und Tragik, Gottvertrauen und Fatalismus zwischen diesen Polen bewegt sich C.F Meyers Novelle in spannungsvoller Weise. Alles menschliche Bestreben ist eitel - der barocke Vanitas-Gedanke hat in Gustav Adolfs Page eine moderne Variante erhalten.



Die Leiden des jungen Werther. Mit Materialien - Johann Wolfgang von GoetheDie Leiden des jungen Werther. Mit Materialien
Johann Wolfgang von Goethe

Taschenbuch, Mai 2002
     Verkaufsrang: 154752     

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

"Ach, was ich weiß, kann jeder wissen..."      5 von 5 Punkten
Werther - ein junger Mann, der einfach anders ist. In einer oberflächlichen, stark von Vernunft und Moral geprägten Gesellschaft fühlt er sich in seiner starken Emotionalität, Empfindsamkeit und Naturverbundenheit von seinen Mitmenschen unverstanden. Ein Genie im Sinne des Sturm und Drang, das auf Dauer an dem Versuch zerbricht, diese ihm zugedachte Rolle zu spielen und sich für sich selbst angemessen in seinem sozialen Umfeld zu etablieren. Mit seiner Einstellung steht er auf Kriegsfuß mit der zeitgenössischen Gesellschaft, die unter dem Einfluss der Aufklärung steht, und flüchtet sich in seiner Verzweiflung an sich selbst in die Liebe zu Lotte, die - wie er selbst weiß - keine Zukunft hat und nur auf einer Idealisierung beruht. Seine fortwährende Selbstdarstellung als Schrei nach Aufmerksamkeit, Liebe, Verständnis und Anerkennung gipfelt im durchdacht inszenierten Freitod.
Werthers starker Hang zu Melancholie, Selbstmitleid und Larmoyanz wird gewiss so manchen Leser eher nerven oder amüsieren, als überzeugen. Auch die allgemeine Tragik des Romans, besonders das Ende, mag vielen als zu negativ, vielleicht gar als schlechtes Beispiel und somit nicht schulkonform erscheinen. Allerdings ist zu bedenken, dass Goethe seine Figuren bewusst überzeichnet und ihnen damit eine eindeutige Rolle zugeteilt hat. Auch die Dramatik der Geschichte an sich hält eine sichere Distanz zu einer realistischen Darstellung. Dies ermöglicht zum einen ein besseres Verständnis, zum anderen aber verhindert es eine leichtfertige Übertragung der Handlung auf das wirkliche Leben. Dabei lässt Goethe dem Leser aber geschickt die Möglichkeit, das Beziehungsgeflecht der Charaktere auf vielschichtige Art zu interpretieren, ebenso wie das interne System von Ursache und Wirkung, da das Buch zu einem gewissen Grade offen angelegt ist und ein lineares Verständnis in verschiedene Richtungen erlaubt. Das Werk hat dabei soviel Komplexität und Tiefgang, dass sich auch bei intensiver Analyse immer neue Facetten und Details offenbaren, ohne dabei jedoch bei oberflächlicherem Lesen völlig unverstanden zu bleiben. Somit lässt sich sagen, dass Goethe mit „Die Leiden des jungen Werther" ein beeindruckend durchdachtes und in sich schlüssiges Stück Literatur gelungen ist.
Für mich persönlich war erschreckend, wie sehr Werther an mancher Stelle meine eigenen Gedanken und Gefühle auf so zutreffende und präzise Weise in Worte fasst. Er ist für mich nicht nur ein Protagonist in einem Buch, sondern vielmehr ein Modell für einen bestimmten Typus Mensch, zu dem ich mich selbst zählen würde. Sozusagen als seelischer Nachfahre konnte ich mich an vielen Stellen des Buches voll mit ihm identifizieren und teile auch ein paar seiner Ansichten, die ich an dieser Stelle zur Vermeidung schmerzlicher Diskussionen nicht namentlich nennen werde. Was nicht heißen soll, dass ich ihn als vollkommenes Abbild meiner selbst betrachten würde, denn es gibt ebenso Punkte, die mir nicht zusagen; Werthers Weltbild jedoch ist mir sympathisch. So ist es nicht verwunderlich, dass ich schmunzeln musste, als ich im Brief vom 26. November den Satz las: „Dann lese ich einen Dichter der Vorzeit, und es ist mir, als säh ich in mein eignes Herz."
Ich denke also, Werther ist sehr wohl ein Typus unserer Zeit, um die auf der Rückseite des Buches gestellte Frage zu beantworten. Immer noch aktuell, repräsentiert er die Minderheit der Menschen, die Angst haben, unter dem gesellschaftlichen Druck zugrunde zu gehen, die das Gefühl und die eigene Persönlichkeit als höchstes Gut im Leben einschätzen, sich in der Welt ihrer Zeit verloren und unterdrückt fühlen und sich nach Freiheit sehnen - so makaber es klingen mag, mich hat gefreut, dass Werther es am Ende auf die einzige uneingeschränkte Art geschafft hat, sich von allen Ketten und Bürden zu befreien.
Ergo, „Die Leiden des jungen Werther" hat mich sehr bewegt - trotz einiger nerviger Passagen - und war für mich bisher mit Abstand die beste Schullektüre. Ein ansprechendes und sehr tiefgründiges Buch, das es schafft, gekonnt über den Tellerrand gesellschaftlich etablierter Charakterstandards zu schauen. Schon war es passiert, dass ich einmal in einem Privatgespräch sagte: „Ach, was ich weiß, kann jeder wissen - mein Herz habe ich allein."

Etwas mehr Biss bitte!!      2 von 5 Punkten
Man mag mich vieleicht für eine Kunstbanausen halten wenn ich das schreibe, aber die Geschichte ist meinerseits fade. Es wird fast das ganze Buch lang beschrieben wie Werther die Lotte liebt. Dadurch das es so langanhaltend geschrieben ist verliert man die Lust am detailiertem Lesen und überfligt das Buch nur. Dadurch erkennt man die Zeitkritische Nachricht nicht was ja schade wäre. Das Buch müsste ein bisschen mehr Biss haben um auch bei den Jugendlichen und den nicht philosophisch veranlagten Erwachsenen anzukommen.

Absage an das Bürgertum      5 von 5 Punkten
Ich befinde mich gerade im zweiten Studium des Werthers.
Werther ist scheinbar ein adeliger Aussteiger, der seinen geliebten Freund seine Naturbeobachtungen und Empfindungen mitteilt.
Der Freund ist ihm ein besonderer. Dies läßt sich an den tiefen Einblicken, die Werther seinem Freund Wilhelm in seine Gefühlswelt einräumt, ersehen.
Werther schreibt schon in den ersten Briefen eine Absage an das Bürgertum. Die gesamte Briefsammlung beschreibt die Ausflucht aus gesellschaftlichen Konventionen und die Hinwendung zur Natur als das Reine und Ursprüngliche.
Werther räumt jedoch nur einen endgültigen Ausstieg aus dem bürgerlichen Leben ein. Der Freitod wird direkt zu Beginn als Ausdruck der übriggebliebenen Freiheit dargestellt.


Ich kann die Lektüre sehr empfehlen. Goethe, ebenfalls aus guten Verhältnissen stammend und später auch mit "von Goethe" betitelt verarbeitet viel autobiographisches in diesem Werk.
Wer dieses Werk gelesen hat kann spielend Bezüge zu anderen Werken der deutschen Literatur herstellen und somit textexterne Verknüpfungen erzeugen.

Die klassische Schullektüre      1 von 5 Punkten
Ohne unseren Deutsch-Unterricht wäre ich zu diesem Buch nie gekommen. Das Thema an sich ist noch relativ aktuell, die Sprache bereitet allerdings Probleme, da das Buch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat. Die Idee das Buch als Briefroman zu veröffentlichen ist nicht übel. Werther zieht in eine neue Stadt um einer unglückliche Dreiecksbeziehung zu entfliehen; diese wird allerdings nicht großartig erläutert. Er verliebt sich unsterblich in die ach so liebe und bezaubernde Lotte, die schon anderweitig vergeben ist. Daran verzweifelt unser kleines naturverliebtes Sensibelchen. Wenn die gewöhnungsbedürftige Sprache und Naturbeschreibungen nicht stören, der wäre äußerst zufrieden mit diesem Buch. Dem Rest möchte ich davon abraten. Diese Thema wurde wahrscheinlich tausendfach in irgendwelchen Schnulzenbüchern bearbeitet, die leichter zu lesen sind. Na ja, jedem das seine.

...für Fans von außergewöhnlichen Liebesromanen      3 von 5 Punkten
Die Leiden des Jungen Werther; Johann Wolfgang von Goethe

„Die leiden des Jungen Werther"(J.W. Goethe) ist eine tragische Liebesgeschichte um 1770, der junge Werther, ein äußerst kluger und lebensfreudiger Bursche, führt eine ausweglose Liebesbeziehung mit der bereits verlobten Lotte, was einige Probleme mit sich bringt. Die Zeit in der dies spielt verrät schon die etwas gewöhnungsbedürftige Sprache, die man nach ein paar Seiten jedoch nicht mehr als richtig störend empfindet. Aber nicht nur die Sprache sondern auch die Form der Texte kommt einem etwas fremd vor, da es (ausgenommen am Ende) nur aus Briefen von Werther an irgendeinen Willhelm besteht. Werther ist kinderlieb, liebt die Natur, hasst engstirnige, zu korrekte Menschen und findet nichts an der Aufteilung der Gesellschaft in unterschiedliche Stände. Er ist also ein Einzelgänger und kommt nur mit wenigen Menschen gut aus, so wie mit Lotte. Er sucht oft Zuflucht in der Natur und in seinen Briefen vergleicht er so gut wie alles mit ihr (Pantheismus > Gott = Natur = Mensch). Im großen und ganzen ist Werther sehr emotional und verwundbar, das der Grund dafür ist, dass am Ende kein Happy End sondern ein trauriges Ende, das wirklich zu dem Buch passt, zu finden ist. Interessant ist dieses Buch also für Fans von außergewöhnlichen Liebesromanen die man mit Sicherheit nicht jeden Tag liest.

Johann Wolfgang von Goethe; Die Leiden des Jungen Werther; Ernst Klett Verlag; ISB Nummer: 3-12-351900-7



Emma - Jane AustenEmma
Jane Austen

Broschiert, Oktober 2008
     Verkaufsrang: 223735      Noch nicht erschienen.

Preis: € 5,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In einer neuen Übersetzung Austens ironisch-subtilster Roman, in dessen Mittelpunkt die schöne, reiche und kluge Emma Woodhouse steht."Emma", erschienen 1816, ist Jane Austens letztes und reifstes Werk. Wie die meisten Romane der Autorin führt auch dieser in die Welt des soliden englischen Bürgertums zu Beginn des 19. Jahrhunderts.Emma Woodhouse, Tochter aus wohlhabendem Haus, gibt sich mit Vorliebe dem Vergnügen hin, die Geschicke anderer Menschen zu lenken, sie lebt für das "match-making", das Ehestiften, was zu allerlei Missverständnissen und Komplikationen führt. Ihre enttäuschenden Erfahrungen zwingen sie jedoch zu Selbstkritik und tragen zu einem besseren Verständnis ihrer selbst und ihrer Umgebung bei.



Rot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert - StendhalRot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert
Stendhal

Gebundene Ausgabe, März 2004
     Verkaufsrang: 248863      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 34,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eine glänzende Neuübersetzung eines der größten Romane der Weltliteratur. Es ist die Geschichte von Sorel, dem Emporkömmling aus der Provinz, der nach Geld und Macht strebt und nach anfänglichem Erfolg den Untergang in einer von Geld und sozialer Hierarchie bestimmten Welt erleben muss. "Das beste Werk von Stendhal" (Johann Wolfgang von Goethe) ist mit einem überaus reichen Anhang nun neu zu entdecken.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Ein Buch über Liebe und Tod!      5 von 5 Punkten
Ich gebe zu: Etikette wie "psychologisches Meisterwerk" und eine lange Liste von Lobpreisungen beginnend bei Goethe und wer weiß wo endend können falsche Erwartungen wecken, und dennoch: Hier handelt es sich um einen der Spitzenromane des 19. Jahrhunderts.

Dies zeigt sich schon an der überzeitlichen Themenstellung: der gehemmten Entfaltung des Individuums in einer ihn erdrückenden Gesellschaft. Julien Sorel passt nicht in die Zeit der Restauration der 1830er. Mit der Gier nach Geld und politischer Macht, die das Denken in seinem nur scheinbar idyllischen Heimatort regiert, kann er nichts anfangen: Seine Vorbilder liegen in der Vergangenheit, wie die Lektüre der Memoiren Napoleons auf St. Helena zeigt. So strebt er nach heroischer Größe, erorbert Frauen nach ausgeklügelten Schlachtplänen, verfällt ihnen danach aber - überaus sympathisch übrigens - umso bedingungsloser. Stets aber scheitert er an den kleingewirkten Funktionären des Systems. Trotz überragender intellektueller Fähigkeiten schafft er es nicht den Abgrund zwischen seiner niedrigen Abstammung und einem anerkannten Platz in der Gesellschaft zu finden. Er wird - so empfindet er es nicht ohne Grund - für diese Abstammung am Ende sogar zum Tode verurteilt.

Bei der Darstellung der Liebe Sorels zu Mme. Renal und vor allem zu Mathilde de la Mole gelingen Stendhal tatsächlich psychologische Meisterstücke. Präziser und plastischer hat keiner das abstoßende Gefühl des Triumphs über den anderen Liebespartner beschrieben, der vermeintlich dem eigenen Ego verfallen ist; humorvoller aber auch nicht den Fall des Überheblichen, der unter der nachfolgenden Abkehr des Liebespartners wie ein Hund leidet. Gerade den widersprüchlichen und dafür umso reizvolleren Charakter von Mathilde de la Mole, die zwischen den Dünkeln der Standesgesellschaft, heroischer Romantik und Erotik schwankt, kostet Stendhals bis ins Detail aus. Hier schmelzen die Seiten des Buches unter der Hand des Lesers dahin, weil Menschen über alle Zeit in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit wahrhaftig geschildert werden.

Drittens zeigt sich Stendhal wie in der Karthause von Parma als ein intimer Kenner der Mechanismen politischer Macht. Dies beginnt schon bei der Schilderung der Umstände im Priesterseminar, wo es nur scheinbar um das Erlernen von Wissensinhalten, tatsächlich aber um die Einübung von Unterwerfungsgesten gegenüber dem klerikalen Machtansprüchen geht. Der Naivling Sorel muss deshalb mit seinen überlegenen intellektuellen Fähigkeiten scheitern, weil er zu spät erkennt, dass es nicht um die brillante Beherrschung der lateinischen Sprache oder kirchlichen Dogmatik geht, sondern vor um Selbstverleugnung, Heuchelei und Unterwerfungsgesten: Ein schönes Spiegelbild zahlreicher Machtapparate bis zum heutigen Tage.

Der Roman belohnt den Leser schließlich mit einer Vielzahl unvergesslicher dichter Szenen, etwa wenn der hohl-pompöse Bürgermeister Renal der Abendsoiree in seinem Garten langweilige Ausführungen über seine politischen Visionen macht, Sorel aber im Dunkeln die Hand von Renals Gattin hält und sich beide über einen Händedruck vielmehr als durch Worte sagen.

Die vorliegende Übersetzung kommt dem Original, das ich gut kenne, bisher am nächsten, da sie die Sprache von allen Künstlichkeiten und vermeintlichen Reminiszenzen an den Stil des 19. Jahrhunderts entschlackt. Das Lakonische und Pointierte von Stendhals Stil kommt deshalb in bemerkenswerter Weise auf den Punkt.

Sicher muss jeder über das Werk selbst urteilen können: Aber lassen Sie sich durch die auf dieser Seite geäußerte Kritik nicht von einem eigenen Versuch abhalten!


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Nikolaus Nickleby - Charles DickensNikolaus Nickleby
Charles Dickens

Taschenbuch, Juli 1991
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Das Leben und die Abenteuer von Nicholas Nickleby      4 von 5 Punkten
Charles Dickens' Roman "Nicholas Nickleby" erzählt die Geschichte des jungen Nicholas, der zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter, nach dem Tode des Vaters nach London kommt, um Hilfe von seinem Onkel Ralph Nickleby - dem Bösewicht des Buches - zu erbitten. Ralph schickt Nicholas als Hilfslehrer an eine der berüchtigten Yorkshire Schulen und sorgt mehr schlecht als recht für Mutter und Schwester. Nicholas kehrt nach einiger Zeit nach London zurück und sucht dort eine Anstellung. Nach einigen Umwegen über eine Theatergesellschaft in Portsmouth und einer Stelle als Privatlehrer, bekommt er schließlich eine Anstellung als Angestellter bei zwei alten, warmherzigen Brüdern, die Nicholas und seiner Familie helfen. Auch dieser Roman Dickens ist sozial- und gesellschaftskritisch. Dickens bedient sich stereotyper Figuren, wie dem Bösewicht Ralph Nickleby, dem guten und fleißigen Nicholas, sowie auch des armen, vom Leben schlecht behandelten Smike usw. Der Roman ist sehr unterhaltsam und zeichnet ein Bild der Viktorianischen Gesellschaft. Allerdings ist es zeitweise schwer, dem Handlungsstrang und den häufig neu auftretenden und zahlreichen Figuren zu folgen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Bergkristall: Und andere Meistererzählungen - Adalbert StifterBergkristall: Und andere Meistererzählungen
Adalbert Stifter

Taschenbuch, Oktober 2005
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"Guten Menschen eine gute Stunde bereiten, Gefühle und Ansichten, die ich für hohe halte, mitzuteilen und das Reich des Reinen, Einfachen und Schönen, das nicht nur häufig aus der Literatur, sondern auch aus dem Leben zu verschwinden droht, auszubreiten, das ist das Streben meiner Schriften ... ein heiteres Lächeln ist meinem Herzen weit wohltuender als alle gelehrten und lobspendenden Kritiken." (Brief an eine Leserin)
Der 1805 in Oberplan (Böhmerwald) geborene Adalbert Stifter war der Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers. Nach der Gymnasiumszeit im Benediktinerstift Kremsmünster studierte er ab 1826 die Rechte in Wien, ohne aber eine Schlußprüfung zu absolvieren. In den 1830er Jahren bewarb er sich mehrmals erfolglos um Anstellungen als Lehrer und verdiente dann seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer. Nachdem ihm 1840 die Veröffentlichung der Erzählungen "Der Condor" und "Feldblumen" erste Erfolge gebracht hatte, lebte er bis 1850 als freier Schriftsteller. Nach den Märzunruhen von 1848 in Wien zog sich Stifter nach Linz zurück, wurde zum Schulrat ernannt, 1853 von der "Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst und historischen Denkmale" zum Konservator für Oberösterreich bestellt.
1865 trat Stifter, wohl seit 1863 unheilbar erkrankt, durch lästige Verwaltungsarbeit und finanzielle Bedrängnis verbittert, in den Ruhestand. Nach einem Selbstmordversuch starb er 1868 in Linz.




Meine Kinderjahre: Autobiographischer Roman - Theodor FontaneMeine Kinderjahre: Autobiographischer Roman
Theodor Fontane

Taschenbuch, April 1997
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Preis: € 6,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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1892, lebensbedrohlich erkrankt, schreibt sich Fontane an seinen Kindheitserinnerungen gesund. In ihnen blickt er zurück auf fünf glückliche Jahre (1827-1832) in dem Ostseestädtchen Swinemünde. Ein buntbewegtes Kleinstadtbild wird lebendig: Schlacht- und Backfest, große Gesellschaft und Silvesterball, Landpartie und Gang übers Eis. Der dunkle Hintergrund dieser Kindheit ist die Gegensätzlichkeit der Eltern und die Spielleidenschaft des Vaters, die die Familie schließlich zerstört. Und doch gilt dem Vater, seiner Menschlichkeit, seiner phantastischen Verklärung des Alltags, seinem Plaudertalent die ganze Liebe des Sohnes.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Kinderjahre      4 von 5 Punkten
Als sich Theodor Fontane, schon hoch in Jahren, in einer körperlichen und vor allem seelischen Krise befand, folgte er dem Rat seines Arztes und schrieb seine Erlebnisse der Kindheit auf. Er genas und konnte noch einige Jahre wundervolle Bücher schreiben.
"Meine Kinderjahre", die der Autor einen autobiographischen Roman nennt, ist nicht wirklich im strengen Sinne die chronologische Schilderung seines Lebens. Es ist auch nicht ein Roman im eigentlichen Sinne. Aber es ist etwas besonderes.
Da werden Figuren lebendig, die in den Romanen Fontanes auftauchen. Da werden Geschichten erzählt, die sich ebenfalls in seinem Werk wiederfinden lassen. Schließlich werden Gespräche aufgezeichnet, die so auch oder so ähnlich in seinen Geschichten sich zutragen. Diese Lebensaufzeichnung ist aber darüber hinaus noch etwas ganz Besonderes.
Es ist eine Liebeserklärung an seinen Vater. Es ist die Schilderung eines wunderbaren, sehr modern denkenden und handelnden Menschen, der in seiner Umwelt nicht gut zurecht kommt; der vielleicht sogar ein Gescheiterter ist. Eine wundervolle Skizze!
Modern ist diese Kindheitsbeschreibung immer dann, wenn es um Fragen der Erziehung geht. Beispiel gefällig? "Unsere Schule geht falsche Wege; die Menschen lernen nicht das, was sie lernen sollten." Brauchten wir da noch eine Studie über unsere Schulen?
Lehrreich dann, wenn man von alten Bräuchen, dem Feiern von Weihnachten und Silvester erfährt.
Ein schönes Buch!


Interessante Lektüre über die Kindheit von Theodor Fontane      4 von 5 Punkten
"Meine Kindjahre" ist ein autobiographischer Roman, der in eindrucksvoller Weise die Kindheitstage von Theodor Fontane, die Erlebnisse in der Familie Fontane und den familiären Zusammenhalt anschaulich und spannend beschreibt. Dieses Buch wurde während meines Studiums der Erziehungswissenschaften als Grundlagenliteratur der historischen Erziehungswissenschaft empfohlen. Sehr deutlich werden hier die damaligen Vorstellung über die Erziehung von Kindern und Jugendlichen, der Stellenwert der Familie und die Erwartungen an, insbesondere an Kinder aus gutbürgerlichen Familien beschrieben. Bemerkenswert ist weiterhin die Bescheidenheit in der kindlichen Lebenswelt und wie Kinder in der damaligen Zeit zum Spielen und Lernen angeregt worden sind. Ein rundum gelungene Beschreibung einer glücklichen, spannenden und anregenden Kindheit.


Krieg und Frieden: 2 Bände - Leo N. TolstoiKrieg und Frieden: 2 Bände
Leo N. Tolstoi

Taschenbuch, 20. September 2007
     Verkaufsrang: 220437      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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"Krieg und Frieden" ist eine Ilias des 19. Jahrhunderts, ein Monumentalroman über die für Rußland und die europäischen Staaten schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege zwischen 1806 und 1812 mit einem Ausblick im Epilog auf die folgenden acht Jahre. Tolstois weitgespannte historische Perspektive, die in der atemberaubenden Schilderung der entscheidenden Schlachten von Schöngraben, Austerlitz und Borodino gipfelt, führt über den ursprünglichen Plan...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)

Wundervoll      5 von 5 Punkten
Dieses Buch liest man nicht zu Ende und wendet sich mit "frischen" Gedanken einer anderen Lektüre zu. Es hinterlässt merkliche Spuren, die für das Gefühl sorgen können, Facetten des eigenen Lebens deutlicher erscheinen zu lassen. Für mich sind sowohl Gedankengänge der Romanfiguren als auch der geschichtliche Ablauf keinesfalls abstrakt, sondern in die heutige Zeit größtenteils übertragbar.

Besonders gefällt mir an Tolstoi, wie er es immer wieder versteht, tief in die Seelen der Figuren blicken zu lassen, die zeigen, wie jedes Individuum mit einer gewissen Trägheit, einem gesellschaftlichem, gruppendynamischen Rahmen zu folgen scheint. (Tief ergreifend sei hier die Schilderung einer Hinrichtungsprozedur russ. Kosaken zu nennen - Kein frz. Individuum will töten, doch es passiert aus oben benannten Gründen)

Erzählerisch ist für mich sein Folgeroman "Anna Karenina" deutlich ausgefeilter, jedoch hat "Krieg und Frieden" einen anderen, aufklärerischen Anspruch, so dass beide sicherlich als Meisterwerke nebeneinander ihre Daseinsberechtigung haben.


 Weitere Lesermeinungen


Nanon - George SandNanon
George Sand

Taschenbuch, Juni 2004
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Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Neuausgabe des eindrucksvollen historischen Romans über die Französische Revolution erzählt aus der Perspektive eines Bauernmädchens.
"Als die Revolution ausbricht, lebt Nanon in ihrem Loch Valcreux, einem verlorenen Flecken, einem engen Tal, das Mönchen gehört. Sie ist das gefügige Tier der Erde, die kleine Bäuerin, die nichts kennt, auch nicht sich selbst. Da kommt in das Kloster ein jüngster Sohn, ein Kind, der junge Emilien de Franqueville, den seine Familie im geistlichen Stand begraben will. Und wir nehmen Anteil an der Initiation dieser beiden Seelen, dem heranwachsenden Volk, das sich seiner Rechte versichert, dem röchelnden Adel, der seine Schuld büßt." Mit diesen Worten beschreibt der begeisterte mile Zola das letzte Werk seiner berühmt-berüchtigten Dichterfreundin George Sand. Es wurde ihr Vermächtnis und ihr Glaubensbekenntnis als pazifistische Revolutionärin, die sich für die Überwindung sozialer Gegensätze stark machte und für die Gleichbehandlung der Geschlechter plädierte. Darin liegt auch der Grund für die geringe Beachtung des Buches: Eine einfache Frau aus bäuerlichem Milieu schildert hier, ohne eindeutig Partei zu ergreifen, die Französische Revolution, wie sie sie auf dem Land erlebt.
Erst im Vorfeld der 200-Jahr-Feiern der Französischen Revolution wurde dieser große Roman in Frankreich selbst wiederentdeckt.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Unterhaltsam      3 von 5 Punkten
Anders als viele andere französische Schriftsteller, die sich mit der französischen Revolution befassten, schildert George Sand die Zeit um 1789 durch die Erlebnisse eines jungen Bauernmädchens namens Nanette/Nanon, was uns Einblicke in die sonst etwas vernachlässigten Zustände der ländlichen Bevölkerung gewährt. Nanon wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und lernt bereits im Kindesalter den als Mönch im ansässigen Kloster untergebrachten Emilien kennen, der die Liebe ihres Lebens ist. Nach zahlreichen kleineren und gröÃxeren Abenteuern wird George Sands Einstellung gegenüber der groÃxen französischen Revolution ersichtlich. Die Protagonisten setzen sich für die Revolution und somit für die Gleichheit der Franzosen ein, und verabscheuen doch die brutalen Mittel, mit denen die Jakobiner den Adel zu vertreiben suchen.
Die Figuren in diesem Buch wirken oft etwas zu typenhaft. Der gute Emilien ist oft so gut, dass es fad wird und die unschuldige Nanon ist so unschuldig, dass man sie hassen könnte. Neben einer einfachen Liebesgeschichte, die vom Plot her einen eher trivialen Charakter aufweist, werden nur zwei oder drei Dialoge geführt, die, schon etwas ins übertrieben plädierende, pathetische geratend, kritische Auseinandersetzungen mit der Revolution und der Ideologie widerspiegeln.


Mrs. Craddock - W. Somerset MaughamMrs. Craddock
W. Somerset Maugham

Taschenbuch, Januar 2002
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Äußerst gewagt, schrieb der Verleger dem Autor im Jahre 1900: Die Geschichte einer Frau, die unter ihren Stand heiratet. Mrs. Craddock weist bereits auf Lady Chatterley: die Frau, die frei von Konventionen ihre Liebe leben will. Aber was in der Lady Chatterley nicht mehr erzählt wird, erzählt Somerset Maugham: wie der Alltag aussieht, nachdem Gutsherrin und Gutsverwalter sich gefunden haben ...William Somerset Maugham (Paris 1874 - Nizza 1965) studierte Medizin in Heidelberg und London. Später reiste er viel (u.a. in den Fernen Osten) und nahm am Leben der internationalen Gesellschaft teil. Der Stil seiner Erzählungen lehnt sich an der gesprochenen Sprache an - oft gewürzt mit geistreich-witziger, bisweilen auch zynischer Lebenskritik. Maughams literarische Vorbilder waren Guy de Maupassant und Anton Tschechow.

Mrs. Craddock
»Äußerst gewagt«, schrieb der Verleger dem Autor im Jahre 1900. Eine Frau, die unter ihrem Stand heiratet, sieht sich heute nicht mehr den Problemen ausgesetzt wie damals Mrs. Craddock. Geblieben ist »das unterschätzte Jugendwerk mit ironisch verkehrten Motiven aus Flauberts Madame Bovary« (Dieter Riesner in Englische Dichter der Moderne, Berlin 1971) und eine Anatomie des nachviktorianischen Englands, mit seiner Prüderie und dem Korsett...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Szenen einer Ehe      5 von 5 Punkten
Bertha Craddock, deren Eltern früh gestoben sind, lebt mit ihrer Tante Polly auf einem Landgut in der englischen Provinz. Finanziell steht sie gut da. Wie sie volljährig ist, setzt sie gegen alle Widerstände der Gesellschaft ihre nicht standesgemässe Heirat mit dem Pächter Edward Craddock durch. In der Folge wird Edward, der zunächst den Mustergatten gibt, sich dann aber immer mehr zum zu einem chauvinistischen Egoisten und lieblosen Ehemann entwickelt, allerdings gesellschaftlich anerkannt. W. Somerset Maugham schildert brillant die Heuchelei der viktorianischen Provinzgesellschaft, wobei ein böser Seitenhieb auf die Religion nicht fehlen darf. Blind vor Liebe erniedrigt sich Bertha immer mehr in der Beziehung, lässt sich von ihrem Mann richtig gehend demütigen. Er ist nun der Mann im Haus, der Gutsherr. Ihre Ehe kippt erst, als sie eine Fehlgeburt erleidet. Aus Liebe wird blanker Hass. Bertha verlässt ihrem Mann, zieht zu ihrer Tante und beginnt ein Verhältnis mit ihrem entfernten Cousin Gerald. Schliesslich kehrt sie allerdings desillusioniert wieder zu Edward zurück.
W. Somerset Maugham hat mit "Mrs. Craddock" (1902) einen blendend erzählten Roman geschrieben, der zugleich eine Variation von "Madame Bovary" (1856) ist. Dabei nimmt er verschiedenste Motive von Gustave Flauberts Roman auf und wandelt diese ironisch ab. So ist Bertha z.B. relativ vermögend und wählt ihren Ehemann selbst aus, während dessen Emma Bovary arm ist und von Charles zu seiner Frau bestimmt wird. Die Beschreibung der Machtverhältnisse der Geschlechter in der Ehe hat im Übrigen nichts an Aktualität eingebüsst.


 Weitere Lesermeinungen


Irrungen, Wirrungen - Theodor FontaneIrrungen, Wirrungen
Theodor Fontane

Broschiert, Januar 2008
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Preis: € 2,85 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Fontanes Geschichte von Lene Nimptsch, die mit ihrer Pflegemutter in kleinbürgerlichen Verhältnissen lebt und eines Tages dem jungen Botho von Rienäcker begegnet, spaltete seinerzeit die Gemüter. Die kleine Plätterin und der Baron verbringen einen glücklichen Sommer zusammen und wissen doch zugleich, daß ihrer Liebe Schranken gesetzt sind, denn eine Heirat gegen den Stand ist undenkbar. Daß Fontane das Liebesverhältnis der beiden so unbefangen schilderte, nahmen ihm Adlige wie Sittlichkeitsfanatiker übel, gleichzeitig jedoch wurde der Roman zu einem großen Erfolg und machte Fontane für seine Zeit zu einem -Modernen Autor-.


Das Bemerkenswerte an diesem Roman ist nämlich das, was n i c h t passiert: Die unstandesgemäß verliebte Lene wird nicht unehrenhaft schwanger, sie stirbt auch nicht an gebrochenem Herzen oder der Schwindsucht, sie stürzt sich nicht verzweifelt in den Landwehrkanal, endet nicht in Schimpf und Schande, entpuppt sich aber auch nicht im letzten Moment als verloren geglaubte Herzogstochter, sondern macht eine "gute Partie" -- Fontane streut zwar immer wieder Hinweise, die diese und ähnliche Entwicklungen hätten einleiten können (und sie bei einem schlechteren Autor auch eingeleitet hätten), aber das sind falsche Fährten, deren Bedeutung sich erst vor dem zeitgenössischen Hintergrund klärt. Enttäuschte Lesererwartungen als das eigentliche Spannungsmoment, so könnte man es vielleicht formulieren.
Die Liebesgeschichte zwischen dem für einen preußischen Offizier der 1870er Jahre erstaunlich geistreichen und unarroganten Botho von Rienäcker und seiner Lene endet vordergründig so, wie man es erwartet: Am Ende heiratet jeder in seinem Stand und trauert der einzigen Liebe nach.
Es sind nämlich die vielen kleinen Pointen, die Fontane immer wieder einbaut und die den Roman lesenswert machen: Botho, der sich der Familienfinanzen wegen standesgemäß vermählt, bekommt als Frau genau die Sorte hübscher Kleiderständer, die er zuvor im Kreise der "kleinen Leute" noch wunderbar parodiert hat. In einer anderen Szene nimmt er die Mittagspause der Borsig-Arbeiter von ferne (!) als Idyll wahr -- zu einer Zeit, als Adolph Menzel schon sein "Walzwerk" gemalt hatte! Szenen wie diese gibt es einige -- ihnen gemeinsam ist die verschobene Perspektive der "Besseren Gesellschaft", der der realistische Blick der niederen Stände gegenübergestellt wird. Klar, wen die Militärordnung dazu verdonnert, sich vornehmlich unter seinesgleichen aufzuhalten, dem verstellen am Ende die Klischees den Blick, und er kann einer Borniertheit nicht entgehen, die etwa die Werke von Humboldt und Ranke nassforsch als "reine Abschreibesache" klassifiziert.
Und der damals sakrosankte Bismarck bekommt freilich auch sein Fett weg -- wie bei Fontane nicht anders zu erwarten. Aber das nur am Rande.
Man kann also sagen, dass Fontane die vielen falschen Fährten in diesem Roman für die Angehörigen eben jener Offizierskaste gelegt hat, deren Borniertheit er ins Visier nimmt, und der Trick ist ihm gelungen: Die zeitgenössische Kritik übersah die Pointe und nannte "Irrungen Wirrungen" allen Ernstes eine "gräßliche Hurengeschichte"... Irrungen und Wirrungen eben, wohin man nur schaut.

Vordergründig also eine tragische Liebesgeschichte von der Stange -- die Spitzen gegen die wilhelminische Ständegesellschaft sind gut versteckt. Aus diesem Grund dürfte "Irrungen Wirrungen" auch heute noch oft als trivial eingestuft werden, denn ohne Kenntnisse über die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe bleibt einem die Stoßrichtung verborgen. Vielleicht sollte man auch deswegen einen anderen Roman von Fontane als Schullektüre wählen.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)

starker Tobak auf leisen Sohlen      5 von 5 Punkten
Klassisches Thema: zwei Menschen lieben sich, aber das soziale Umfeld steht ihrem Glück entgegen. Anders als in den meisten so angelegten Geschichten kommt es nicht zur Katastrophe. Romeo und Julia trennen sich. Stilvoll und vernünftig. Beide heiraten bald nach der Trennung in den Grenzen ihres jeweiligen Standes, beide machen eine gute Partie: Lene, das Wäschemädchen, bekommt einen ehrbaren und tüchtigen Kaufmann, Botho von Rienäcker eine junge hübsche Frau aus märkischem Adel, um die ihn alle Welt beneidet. Doch beide trauern im Geheimen ihrer großen Liebe nach. Sie arrangieren sich, aber das große Glück bleibt ihnen verschlossen.

Das ist alles, mehr passiert nicht. Und dennoch enthält die leise erzählte Geschichte eine nachhaltige Gesellschaftskritik. Vernunft und Liebe treten in einen Gegensatz, der sich im Rahmen der ständischen Wertordnung nicht auflösen läßt. Die Gesellschaft ist unmoralisch, weil sie widersinnig ist.

Wer einen Thriller sucht, dem ist von der Lektüre abzuraten. Wer die Muße hat, etwas Nachdenklich-Schönes zu lesen, kommt hier vermutlich auf seine Kosten.


 Weitere Lesermeinungen


Sieben Legenden - Gottfried KellerSieben Legenden
Gottfried Keller

Taschenbuch, 1986

Verkaufsrang: 62103
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Jane Eyre. Eine Autobiographie: Die Waise von Lowood. Eine Autobiographie - Charlotte BrontëJane Eyre. Eine Autobiographie: Die Waise von Lowood. Eine Autobiographie
Charlotte Brontë

Gebundene Ausgabe, 20. März 2008

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