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Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente 12 Bde: 12 Bde Friedrich Hölderlin Broschiert, November 2004 Verkaufsrang: 267206 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit dieser Leseausgabe in 12 Bänden legt D. E. Sattler die Summe seiner Arbeit als Herausgeber vor. Er begann damit 1972 als junger Leser Hölderlins, dem die vorhandenen Ausgaben nicht genügten. Um zu den vollständigen und überprüfbaren Texten zu gelangen, ging er zurück zu den Manuskripten und begann mit der Arbeit an der 20bändigen historischkritischen Ausgabe. Ein verborgener Hölderlin trat hervor, und Sattler hatte die Praxis des Edierens damit insgesamt revolutioniert. Diese historisch-kritische Ausgabe durfte jedoch kein Selbstzweck bleiben. Auf der Grundlage ihrer hinzugewonnenen Erkenntnisse erarbeitete Sattler jetzt eine Leseausgabe der Schriften Hölderlins, die wiederum in Form und Inhalt neu ist: Sie enthält sämtliche Texte in durchgesehener und revidierter Gestalt, dazu die Briefe und Dokumente zum Leben des Dichters. Dabei folgt Sattler nicht mehr dem alten Ordnungsgeist bisheriger Klassiker-Ausgaben, welche die Texte künstlich nach Sparten und Formen trennen, sondern er gibt sie in ihrer zeitlichen Folge wieder. In der Nachbarschaft zu den Briefen und Dokumenten wird der Leser zum Zeugen eines singulären dichterischen Lebens und zugleich der Entstehung dieses heute noch unvermindert erschütternden Werkes, das mit dieser Ausgabe erstmals als Ganzes einem breiten Leserpublikum zugänglich ist. Die Anlage dieser Ausgabe ist neu. Die Zeit ist ihr ordnendes Prinzip. Erstmals bietet eine erschwingliche, fürs Lesepublikum bestimmte Edition das gesamte Material in chronologischer Folge, so daß die Werke, Briefe und Dokumente in ihrem kausalen Verhältnis zu lesen sind und sich so gegenseitig erhellen. Damit liegt dieses dichterisch exemplarische Leben nicht als Produkt der literarischen Welt, sondern tatsächlich als aufgeschlagenes Buch des Lebens vor Augen. D. E. Sattler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Frankfurter Ausgabe bezahlbar 4 von 5 Punkten Editionen des Werkes von Hölderlin gibt es viele, unter anderem die Frankfurter Ausgabe von Sattler, der nun hier eine Leseausgabe dieser Ausgabe vorlegt. Neben der Unbezahlbarkeit der Frankfurter Ausgabe ist deren hervorstechendes Merkmal ihr extremer Textauthentizismus, der jede geschriebene Seite Hölderlins 1 zu 1 wiedergibt auf Kosten der Lesbarkeit. Über Sinn eines solchen Editierverfahrens ist auf den einschlägigen Seiten diskutiert worden, mein persönlicher Einwand ist der: jeder, der schon Texte geschrieben hat weiß um das eigentümliche Verhältnis zwischen der Intention eines Autors und dem Text - bis das was man als Schreiber meint und dem, was im Text steht, Übereinstimmung herrscht, bedarf es oft vieler Textstufen. Welche dann die endgültige ist, entscheidet der Autor anhand vieler Kriterien. Die perfekte Wiedergabe aller Textfasssungen mit all ihren Streichungen zeichnet nur ansatzweise die Intentionen des Autors nach. Genauso geht es Sattler mit Hölderlin: in glücklichen Momenten erkennt der Leser unverstellt den Sinn, den Hölderlin seinen schriftlichen Äußerungen gibt, oft aber nur disparate Texte. Ähnlich ergeht es dem Leser bei dieser Leseausgabe, die streng chronologisch die Texte präsentiert: in manchen Augenblicken ergeben sich Blicke auf Bedeutungen der Texte Hölderlins, die in anderen Ausgaben verborgen bleiben. Oft aber ist der Leser ein Suchender im Halbdunkel der authentischen Texte. Wie in jeder Ausgabe der Werke Hölderlins ist auch hier nicht der wahre Hölderlin zu entdecken, sondern nur seine oft fragmentarisch hinterlassenen Texte, die in dieser Ausgabe getreumöglichst wiedergegeben werden. Zu empfehlen ist diese Ausgabe eigentlich nur frustrationsresistenten Lesern, die einen möglichst von Editoreingriffen unverzerrten Text Hölderlins zu einem bezahlbaren Preis wollen. Leser, die nur mal Hölderlin lesen, kennen lernen und entdecken wollen sollten zu anderen Werkausgaben greifen. |
Agnes Grey Anne Bronte, Sabine Kipp Gebundene Ausgabe, 13. März 2008 Verkaufsrang: 195843 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit 4 von 5 Punkten Im Jahre 1847 gelang es den drei Schwestern, Charlotte, Emily und Anne Bronte, ihre ersten Werke zu veröffentlichen. Während Charlotte mit "Jane Eyre" und auch Emily mit ihrem Buch "Sturmhöhe" große Aufmerksamkeit erregte, blieb der Erstling von Anne "Agnes Grey" relativ unbeachtet. Doch auch dieser Roman beweist das Talent der Autorin, wenn er auch weniger aufsehenserregend oder skandalös ist.
Genau wie ihre Autorin ist Agnes Grey die jüngere Tochter eines Pfarrers und versucht mit einer Stellung als Gouvernante eigenständig für sich zu sorgen und auch zum Wohle ihrer Familie beizutragen. Schon bald verliert sie jedoch alle Illusionen, was ihren Berufsstand angeht. Die Arbeitgeber sind kalt und herzlos und setzen Agnes einer wilden, ungezogenen Kinderschar aus. In ihrer ersten Stellung wird ihr dann auch nach einigen Monaten harter Arbeit gekündigt. Doch Agnes gibt so schnell nicht auf. Bei der nächsten Familie, den Murrays, ist sie hauptsächlich für die Erziehung der Mädchen des Hauses zuständig. Rosalie und Mathilde benehmen sich zwar nicht sehr damenhaft und lassen Agnes spüren, dass sie gesellschaftlich weit unter ihnen steht, aber das Leben wird für die junge Gouvernante in ihrer neuen Umgebung etwas besser. Dazu trägt vor allem der neue Hilfspfarrer bei, der die Gemeinde seelsorgerisch betreut. Nachdem die Kätner ein hohes Loblied auf ihren neuen Hirten singen, beginnt auch Agnes sich für Mr. Weston zu interessieren und sie freut auf die Kirchenbesuche an jedem Sonntag.
Während sich Agnes in Gedanken nach dem Geistlichen verzehrt, aber eine Verbindung als nicht möglich ansieht, kreisen auch die Gedanken der jungen Damen um das Thema Heirat. Rosalie schlägt den Heiratsantrag eines verliebten jungen Mannes aus, weil dieser nur der zweite Sohn ist und kein großes Erbe zu erwarten hat. Schließlich wirbt ein junger Adliger um das schöne Mädchen und so wird Rosalie zur Lady.
Als ihr Vater plötzlich stirbt kehrt Anne nach Hause zurück und gründet mit ihrer Mutter eine eigene Schule. Die Arbeit fällt Anne leichter, aber ihre Sehnsucht nach Mr. Weston bleibt. Als die einsame und unglücklich verheiratete Rosalie ihre ehemalige Lehrerin einlädt, erhofft sie sich, den Liebsten wieder zu sehen. Dies ist tatsächlich der Fall. Doch es kommt noch besser, als Mr. Weston die dortige Pfarrstelle verlässt und im Nachbarort von Annes Heimat eine neue Bleibe findet. Anne und Mr. Weston können sich nun wieder häufiger sehen und Annes Hoffnungen scheinen sich tatsächlich zu erfüllen...
Bedauerlicherweise widmet Anne Bronte sehr viel Zeit darauf, den Leidensweg einer jungen Gouvernante zu beschreiben. Zwar ist dies von einem gewissen Interesse, aber ist auch recht ermüdend. Erst gegen Mitte des Romans wird das Leben und damit auch die Lektüre lebhafter und wir lernen einige anregende Charaktere näher kennen wie z.b. den despotischen Pfarrer, Mr. Hatfield, die fluchende Mathilde Murray, die religiös-verwirrte Nancy. Und natürlich die zarte Annäherung an Mr. Weston bleibt nicht ohne Reiz.
Durch die sozialkritische Note sichert sich das Buch einen Platz in der Welt der guten Literatur. Eindringlich, aber niemals zu dramatisch schildert Anne Bronte das Leben einer gebildeten aber mittellosen jungen Frau Mitte des 19. Jahrhunderts.
Auch wenn die Autorin ihrer Heldin die wohl verdiente Belohnung für ihre Mühen zukommen lässt, hatte sie selbst weniger Glück im Leben. Mit nur 28 Jahren starb sie infolge einer Tuberkuloseerkrankung. Einen ihr ebenbürtigen Partner hatte sie bis dahin leider nicht gefunden.
Agnes Grey: Eine Heldin der leisen Töne 4 von 5 Punkten Agnes ist die jüngere Tochter eines Pfarrers. Als sie mitbekommt, dass ihre Eltern finanziell zu kämpfen haben, fasst sie den kühnen Plan, sich eine Stelle als Gouvernante zu suchen. Agnes hat sehr idealistische Vorstellungen über ihre Tätigkeit, doch schon in ihrer ersten Stelle, bei den Bloomfields, lernt sie schmerzlich die Realität kennen: Die Kinder sind hoffnungslos verzogen, weil die Eltern ihnen jede Neigung durchgehen lassen. Agnes wird zwischen den Fronten der Kinder, der Eltern und erwachsenen Verwandten und der Dienerschaft zerrieben und scheitert in ihrer ersten Stelle. Bei der nächsten Familie, den Murrays geht es besser: Zwei Mädchen stehen unter Agnes' Obhut. Rosalie, die Ältere der Schützlinge, ist eine Schönheit und hat nichts anderes im Sinn, als zu gefallen und sich einen reichen Mann zu angeln. Wider besseres Wissen, gedrängt von ihrer ehrgeizigen Mutter, heiratet Rosalie einen unsympathischen, hässlichen Nachbarssohn, der einen großen Gutshof und viel Geld besitzt. Rosalies Mann ist Alkoholiker und Spieler. Er lässt seine junge Frau allein zu Hause bei seiner Mutter, einer unangenehmen kalten Person, und treibt sich in Kneipen und Bordellen herum. Rosalie fühlt sich mit Anfang 20 schon lebendig begraben. Während Rosalie ins Unglück rennt, entsteht in Agnes eine Verliebtheit und Neigung für den neuen Hilfspfarrer des Ortes, Mr. Weston. Der ist selbstverständlich ein charakterfester Mann durch und durch. Die Leserin ahnt, dass Weston auch eine Zuneigung für Agnes hat, doch da der Roman nur aus der Sicht der Ich-Erzählerin Agnes geschrieben ist, durchleben wir zusammen mit Agnes alle Ängste, Unsicherheiten, Zweifel, die sich aus den unausgesprochenen Liebesgefühlen für sie ergeben. Im Gegensatz zu Anne Brontës zweitem Buch, "Die Hüterin von Wildfell Hall", erregte die Geschichte der Agnes Grey wenig Aufsehen. An einigen Stellen enthält das Buch jedoch schon den gesellschaftlichen Sprengstoff des Nachfolgebuches: Erziehungsziele, Werte der Gesellschaft, Unterdrückung und Demütigung der unteren Klassen, damit setzt Anne Brontë sich auseinander. Ungewohnt für die Entstehungszeit des Buchs ist die sehr realistische Beschreibung des Lebens der arbeitenden Bevölkerung, hier der Gouvernante. Man könnte das Buch als einen Vorläufer des späteren Sozialromans begreifen. Unerreicht scharfsinnig beobachtet sind einige Charakteristiken von Personen, die Agnes begegnen. Das Buch Agnes Grey kommt weniger spektakulär und brillant daher als die Werke der beiden berühmten Schwestern Annes (Charlotte und Emily Brontë), hat aber durchaus seinen eigenen Charme.
Agnes Grey - Ein gutes Buch 3 von 5 Punkten Dieses Werk, das wohl der einzig bekannte Roman von Anne Bronte ist, ähnelt in der Grundgeschichte dem Meisterwerk "Jane Eyre" ihrer Schwester Charlotte Bronte. Inhaltlich kann man es so zusammenfassen: Armes Mädchen wird Gouvernante, um ihr Leben und das ihrer Familie zu erleichtern, verliebt sich, hält sich jedoch aus verschiedenen sozialen und moralischen Gründen zurück und gesteht ihm ihre Liebe erst am Schluß, die erwidert wird und sie lieben sich bis in alle Ewigkeit... Kurz gefasst scheint der Inhalt einer von vielen zu sein, doch in diesem Roman findet man einige autobiographische Ansätze von Anne Bronte. Für eine Literaturwissenschaftshausarbeit in der Uni habe ich mich sowohl mit dem Werk als auch mit der Biographie der Autorin beschäftigt und überraschend viele Ähnlichkeiten gefunden!! Ich würde dieses Buch denjenigen empfehlen, die Basisinformation über das Leben der Frauen und vor allem ihrer sehr eingeschränkten Möglichkeiten im Bezug auf Unabhängigkeit, Arbeit und Liebe erfahren möchten, allerdings haben viele dieser schon schnulzigen Teile des Inhalts (alles wendet sich zum Guten, der erste Mann in den sie sich verliebt, liebt sie auch) absolut keinen Bezug zur harten Realität. Dieses Buch ist sehr leicht zu lesen und eignet sich vorzüglich auch als Bettlektüre oder für Reisen :-) Also, viel Spaß!
Gelungenes Werk ohne besondere Höhen 3 von 5 Punkten Die jüngere Tochter einer Pfarrersfamilie tritt, um ihre Eltern zu unterstützen und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, eine Stelle als Gouvernante an. Dort lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen und schätzen. Anne Brontes Werk ist solide geschrieben und unterhaltsam. Es hat aber auch seine Längen und die Autorin wird an mehreren Stellen zu wehleidig und unterschätzt den Leser. Insgesamt gesehen ist es ein recht gutes Buch. Anne Bronte kommt aber mit diesem Werk nicht an die großen und einprägsamen Romane ihrer beiden Schwestern heran. |
Der Mann in der eisernen Maske Alexandre, d. Ält. Dumas Taschenbuch, März 1998 Verkaufsrang: 228666 Paris im Jahr 1660. Der junge Ludwig XIV., erst zweiundzwanzig Jahre alt, eitel und machtbesessen, ist seit einigen Jahren französischer König und bereichert durch seine Liebesaffären die Cronique scandaleuse des Hofes. In diesem unwiderruflich letzten und lustigsten aller Musketier-Romane spinnt Aramis in seiner neuen Funktion als Jesuitengeneral eine ungeheuerliche Intrige: Er unternimmt es, den vor der Öffentlichkeit geheimgehaltenen und in der Bastille eingesperrten Zwillingsbruder des Königs, den Mann in der eisernen Maske, gegen Ludwig auszutauschen und auf den Thron zu setzen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Einfach zu lesen aber doch zu jeder Zeit spannend 5 von 5 Punkten Das Buch "Der Mann in der eisernen Maske" ist einfach lesenswert. Am Anfang ist ein wenig schwer sich in die beschriebenen Umstände zur Zeit Louis XIV hineinzufinden, aber dann ist das Buch einfach zu verstehen und ganz einfach super spannend geschrieben, dh. man weiß vorher nie was demnächst passieren wird. Aber Vorsicht: wer den Film mit Leonardo di Caprio kennt, sollte seine Erwartungen an dieses Buch herunterschrauben, da hier zwar dieselben gesellschaftlichen Umstände vorherrschen, aber inhaltlich andere Aspekte angeführt werden. Alles in allem ist das Buch klasse, aber ganz anders als der Film !
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Lucinde Friedrich Schlegel Taschenbuch, Januar 1985 Verkaufsrang: 232674 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Wenn man sich so liebt wie wir, kehrt auch die Natur im Menschen zu ihrer ursprünglichen Göttlichkeit zurück.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Klassiker der Romantik 4 von 5 Punkten Mit diesem Roman gab Schlegel ein Beispiel für sein Konzept der Universalpoesie. Eine Theorie des Romans kann nur durch einen Roman vorgestellt werden. Schlegels Text ist nach wie vor eine der besten Einführungen in das Denken und Schreiben der Romantiker. In ihm sind sämtliche Merkmale dieser für die moderne Zeit wohl tiefgreifendsten Denkströmung verarbeitet. Keine leichte, keine Unterhaltungslektüre also, aber für ideengeschichtlich interessierte Literaturliebhaber eine wunderbare Fundgrube.
Entwicklung eines jungen Mannes, gefühlvoll, wenig Handlung 2 von 5 Punkten Friedrich Schlegel: Lucinde„Lucinde" kam im Jahr 1799 heraus. Auf der einen Seite hatte Schlegel Erfolg und auf der anderen Seite wurde ihm angekreidet, dass er vieles aus seinem eigenen Leben hineingebracht hatte. Die beiden Hauptfiguren sind Julius und Lucinde. Schlegel formte Julius` Persönlichkeit durch seine eigene. Lucinde ist Julius` zukünftige Ehefrau, die viel Ähnlichkeit mit Schlegels zukünftiger Ehefrau hat. Der Roman ist in mehrere Kapitel eingeteilt. Im Ganzen zeigt er aber die Entwicklung Julius`. Durch die Einteilung in Kapitel ist es manchmal schwierig, den Zusammenhang zu sehen. Die Kapitel haben einen zeitlichen Abstand. Das erschwert das Zusammenfügen noch mehr. Es kommen in den verschiedenen Kapiteln Dialoge zwischen Julius und Lucinde, Ich-Erzählungen des Julius und Briefe vor. Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass der Text nur aus einzelnen Teilen besteht. Es waren für mich einzelne zusammengesetzte Fragmente. Erst nachdem ich ihn fertig gelesen hatte und in Gedanken nochmals durchging, bemerkte ich, dass die Fragmente irgendwie zusammengehören. Schlegel beschreibt die Entwicklung Julius`. Julius lernt viele Mädchen kennen und will sich mit ihnen geistig vereinigen. Bei den meisten klappt das nicht. Am Schluss kommt er mit Lucinde zusammen. Mit ihr kann er sich geistig vereinigen, weil sie sich in der Denkweise ergänzen und sich auch verstehen. Es bleibt aber nicht bei der geistigen Vereinigung, auch die körperliche spielt eine wichtige Rolle. Der Text ist sehr schön und gefühlvoll geschrieben. Er könnte durchaus Realität sein, aber Schlegel hat wahrscheinlich auch ein bisschen eine Traumwelt hineinfliessen lassen und übertrieben. Das ist für die Romantik auch normal. Julius beschreibt als Ich-Erzähler, was er in seiner Entwicklung mit Mädchen und Frauen erlebt, was er fühlt und was das Mädchen, mit dem er zusammen ist, fühlen könnte. Schlegel stellt Julius so dar, wie wenn er ganz genau wüsste, was die anderen fühlen. Er erzählt sehr ausführlich, was er denkt. Als Leser weiss man also genau, was er denkt, und kann für sich entscheiden, ob man in einer ähnlichen Situation auch so denken würde. Dass Schlegel Julius ein trauriges Mädchen fast ausnützen lässt, gefällt mir zum Beispiel nicht. Schlegel zeigt, dass sich Julius nach einer glücklichen Beziehung sehnt. Zuerst findet er keine solche Beziehung. Erst als er mit Lucinde zusammenkommt, hat er eine solche Beziehung. Für mich weiss Julius auf jede Fall zu genau, was die Frauen denken und fühlen. Er kann höchstens aufgrund der Erfahrung, die er mit der Zeit, spekulieren, was sie fühlen. Diese Beschreibungen sind sehr gefühlvoll geschrieben. Die Gefühle schwanken von Traurigkeit und Nachdenklichkeit bis zu grosser Freude. Schlegel ist es gelungen, durch Julius zu zeigen, wie sich ein junger Mann in der Entwicklung fühlen könnte. Er zeigt auch die weibliche Seite durch Lucinde. Trotzdem denke ich, dass Schlegel sein eigenes Leben vielleicht ein bisschen verschönert dargestellt hat. Es kommen allgemein viele Situationen aus dem Leben vor, der Roman hat also keine direkt spannende Handlungen. Spannend ist es aber, wenn man versucht die Gedankengänge von Julius nachzuvollziehen. Ich musste mich sehr konzentrieren, um die Gedanken verstehen zu können, weil sie lange und bis ins Detail beschrieben sind. Erst als ich mich eine Weile eingelesen hatte, konnte ich die Gedanken verfolgen. Die verschiedenen Mädchen und Frauen, die Julius kennen lernt, beschreibt Schlegel eine Weile lang intensiv, später kommen sie nicht mehr vor. Das ist auch logisch, denn Julius lernt während seiner Entwicklung immer wieder andere kennen und vergisst sie wieder. Dazu kommt, dass die Kapitel zeitliche Sprünge haben. Schon aus diesem Grund kommt jede Frau nur an einer bestimmten Stelle im Buch vor. Er kann sich nicht für eine entscheiden. Bis jetzt ist er noch nicht mit der Richtigen zusammen. Einzig Lucinde ist wichtig für ihn. Sie versteht ihn und er versteht sie. Sie können gut miteinander sprechen. Sie philosophieren zusammen über die Liebe. Sie sprechen viel in Bildern. Auch während den Dialogen haben sie eine sehr feine Sprache. Jemand, der Freude an gefühlvollen Texten hat oder sich interessiert, was ein junger Mann in der Romantik, der sich nach einer glücklichen Beziehung sehnt, gefühlt hat, wird sicher viel Freude an diesem Text haben. Adrian Schüpbach, Bündner Kantonsschule Chur |
Die Wahlverwandtschaften Johann Wolfgang von Goethe Broschiert, Juni 2008 Verkaufsrang: 237739 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 6 Tagen. Vielfach verfilmt und immer wieder literarisch variiert, zählen die Wahlverwandtschaften zu einem der einflussreichsten und am meisten bewunderten Romane der deutschen Literatur. Wie sich das Begehren mit der Ehe verträgt und ob man der Langeweile zu zweit entkommen kann auch nach zweihundert Jahren stehen die Antworten auf Goethes radikale Fragen immer noch aus.
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Romane und Erzählungen: Der Talisman, Eugénie Grandet, Vater Goriot, Verlorene Illusionen, Glanz und Elend der Kurtisanen, Cousin Pons, Tante Lisbeth, das unbekannte Meisterwerk Honoré de Balzac Gebundene Ausgabe, November 2007 Verkaufsrang: 147771 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die schönsten Werke von Balzac in gründlich revidierten Übersetzungen und mit kompetenten Einführungen. Sieben Romane: 'Der Talisman oder Das Chagrinleder', 'Vater Goriot', 'Eugénie Grandet', 'Verlorene Illusionen', 'Glanz und Elend der Kurtisanen', 'Vetter Pons oder Die beiden Musiker', 'Tante Lisbeth'. Und sieben Erzählungen: 'Das rote Wirtshaus', 'Eine Leidenschaft in der Wüste', 'Sarrasine', 'Das unbekannte Meisterwerk', 'Colonel Chabert', 'Facino Cane', 'Das Mädchen mit den Goldaugen'.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Eine ganz eigene Welt... 5 von 5 Punkten ... hat Honore de Balzac in Gestalt seiner menschlichen Komödie erschaffen, deren vielleicht wichtigste, repräsentative Werke nunmehr wieder in dieser bibliophilen gebundenen Ausgabe aus dem Diogenes Verlag erhältlich sind. Die vorliegende Ausgabe enthält folgende Titel des begnadeten Romanciers:
1. Der Talismann (anderer Titel auch: Das Chagrinleder)
2. Eugenie Grandet
3. Vater Goriot
4. Verlorene Illusionen
5. Glanz und Elend der Kurtisanen
6. Cousin Pons
7. Tante Lisbeth
8. Das unbekannte Meisterwerk
Bereits mit dem ersten Werk dieser Sammlung betritt man den von Balzac geschaffenen Kosmos von Personen, dessen Bann man sich spätestens im Vater Goriot nicht mehr entziehen kann. Einige der schillerndsten Persönlichkeiten, die dem Leser im Laufe der literarischen Reise über den Weg laufen, sind etwa der ehrgeizige und opportunistische Lucien de Rubempre, der dunkle und durchtriebene Vautrin, der zeitweise an den Mephistopheles im Faust erinnert, der steinreiche Bankier Baron de Nucingen, der die Liebe zu der schönen und liebenswürdigen ehemaligen Dirne Esther mit Hilfe seines Vermögens erzwingen möchte und schließlich vielleicht auch Bianchon, der mildtätige Arzt, der oftmals kurz vor dem Ableben der Protagonisten zu Hilfe gerufen wird. Angeblich soll Balzac selbst kurz vor seinem eigenen Tod nach Bianchon gerufen haben, soweit man der posthumen Biographie des Stefan Zweig über Balzac folgt.
Die Sammlung verdient zunächst fünf Sterne, da das Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar ist. Insgesamt acht schön gebundene Werke in einem sehr gut lesbaren Druck für zusammen 99,00 ¬ erreicht "Schnäppchenniveau". Überdies fünf Sterne für das Lesevergnügen, das Balzac dem Leser auch noch nach eineinhalb Jahrhunderten bereitet. Zuletzt fünf Sterne für die Lebensleistung des Autors, der im restlichen Leben erfolglos, gejagt von Gläubigern und Gerichtsvollziehern, unter nahezu permanenten Druck und enormen Kaffeekonsum des Nachts schrieb.
Schade ist eigentlich nur, dass die Ausgabe lediglich acht Werke Balzacs umfasst. Wahrscheinlich ohne gehört zu werden, möchte ich den Verlag daher bitten, dem Markt einen weiteren Schuber zuzuführen.
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Die Erfindung des Verderbens Jules Verne Taschenbuch, 1998 Verkaufsrang: 251786 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Erfindung des Verderbens, einer der ersten Science-Fiction-Romane, wurde in den 70er Jahren von Andreas Scheinert als Hörspiel bearbeitet und fand damit Eingang in die Reihe der Hörspielklassiker. Die große Faszination der Geschichte geht von der Kraft ihrer Vorahnungen auf technischem Gebiet aus, die sich hundert Jahre später bewahrheiten und von der Erzählweise, die einem Tatsachenbericht gleicht und doch eine erfundene Handlung transportiert. Back Cup, zu deutsch umgestülpte Tasse, ist eine unbewohnte Felseninsel, auf der seltsame Dinge vor sich gehen und die am Ende durch eine unerhörte künstliche Explosion in die Luft geht. Was ist dort geschehen? Anhand von Augenzeugen und einem Tagebuch aus Back Cup wird der Fall rekonstruiert. Es hat geheime Forschungen an einer Flüssigkeit gegeben, die Stoff in Energie umwandeln soll. "Das Kraftwerk in der Faust für die Menschheit", spricht die Stimme, die in Frieden für den Fortschritt forscht. "Die Menschheit ist hohl", antwortet der Kriegsminister zynisch. Die griffige Dramaturgie und imposante Tonregie des Hörspiels mit verschiedenen Sprechern und beeindruckend plastischer Hintergrundatmosphäre geben dem Roman von Jules Verne eine spannende neue Dimension. Spieldauer: 59:01 Minuten, 1 CD, auch erhältlich als Hörkassette. --Daphne Großmann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Ausgezeichnetes Hörspiel 5 von 5 Punkten Negative Bewertungen zu diesem Hörspiel sind ausgeschlossen. Es wurde sehr sorgfältig aus dem Text von Jules Verne "destilliert". Im Vordergrund steht nicht oberflächliche Spannung, sondern die Botschaft, wie Technik für den Krieg mißbraucht wird. Diese humanistische Erörterung- es geht auch um den Mißbrauch von Wissenschaftlern- wurde meiner Meinung nach hervorragend umgesetzt. Für Menschen, deren Auffassung nicht gerade an MTV und VIVA geschult ist, ein spannendes und möglicherweise unvergeßliches Hörerlebnis der klassischen Schule. Es wurden nur hervorragend qualifizierte Sprecher und Schauspieler eingesetzt, deren Stimmen einprägsam und doch zurückhaltend wirken. Wie die meisten LITERA- Produktionen: hervorragend. Für Kinder ab ca. 12 Jahren geeignet.
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Nachkommenschaften Adalbert Stifter Taschenbuch, Juni 2001 Verkaufsrang: 189643 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 6 Tagen. Nachkommenschaften, 1865 erstmals erschienen, ist eine der wenigen humoristischen Erzählungen Stifters. Der Maler Friedrich Roderer hat sich ganz seiner Kunst verschrieben. Monatelang malt er an dem riesigen Ölgemälde einer Moorlandschaft:. Die Vermutung eines Freundes, er werde eines Tages die Malerei aufgeben, weist er weit von sich. Und doch kommt es genau so: Roderer verliebt sich und verbrennt Bild und Arbeitsgerät seine Kunst kann seinen eigenen Ansprüchen nicht genügen. Stifter reflektiert hier ironisch die für ihn zentralen Themen des Verhältnisses von Kunst und Leben und der Bestimmung des einzelnen durch Familie und Herkommen, Themen, die er auch in seinen großen Romanen (Der Nachsommer, it 653) und den Erzählungen behandelt.
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Die Kameliendame d. Jüng. Dumas Alexandre, Walter Hoyer, Alexander Dumas Broschiert, Dezember 2006 Verkaufsrang: 229815 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen. "Ich habe mit Ergriffenheit diesen schönen Roman zu Ende gelesen, der nur einen Fehler hat, nämlich daß er zu kurz ist." George Sand Marguerite Gautier, vom Luxus verwöhnte Mätresse zahlungskräftiger Herren der Gesellschaft, lernt mit dem jungen Armand Duval die echte Liebe kennen. Um seinetwillen ist sie bereit, ihr unmoralisches Leben aufzugeben, um mit ihm ein einfaches Leben auf dem Lande zu beginnen. Wäre da nur nicht Armands Vater, der um die Familienehre fürchtet... Mit seinem 1848 erschienenen Roman setzte Alexandre Dumas dem Typus der sündigen, aber edelmütigen Kurtisane ein literarisches Denkmal: Marguerite hat neben Zolas "Nana", Clelands "Fanny Hill" und Prevosts "Manon Lescaut" ihren festen Platz im Kanon der großen Kokotten der Weltliteratur. Giuseppe Verdis Oper "La Traviata" sowie zahlreiche Verfilmungen verhalfen der Kameliendame schließlich zu ihrer außerordentlichen Popularität, die bis heute anhält.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
" Liebe zuerst bringt sie Lust, doch am Schluß nur Schmerzen dem Herzen "( Ovid, Ars amandi) 5 von 5 Punkten Der junge Bürgersohn Armand Duval verliebt sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris in die schwindsüchtige Kurtisane Marguerite Gautier. Die bildschöne junge Frau wird von diversen Aristokraten auf hohem Niveau finanziert und steht ihnen im Gegenzug als glamouröse Begleiterin fürs Theater und für die Oper, nicht zuletzt jedoch für amouröse Spiele zu Verfügung. Marguerite gilt im damaligen Paris als eine der teuersten Mätressen. Armand weiß, dass er alleine ihren hochpreisigen Lebensstandart niemals finanzieren kann und sich diese Frau insofern mit anderen Liebhabern teilen muss. Als Marguerite Armands Liebe zu erwidern beginnt und die beiden Verliebten gemeinsam aufs Land gehen, um ihre Zweisamkeit ungestört zu genießen, ermahnt Armands Vater den Sohn aus Vernunftsgründen diese unschickliche Beziehung zu beenden. Doch Armand möchte die gesellschaftlichen Gepflogenheiten , die zwar den Umgang mit Kokotten erlauben, aber feste Bindungen zu ihnen nicht vorsehen, keinesfalls akzeptieren. Deshalb bittet der alte Duval Marguerite sich der Konvention wegen von Armand zu trennen. Aus Liebe zu Armand willigt sie in den Wunsch seines Vaters ein und stirbt kurz darauf nicht zuletzt aufgrund ihres großen Kummers. Als Armand nach dem einsamen Tod seiner Geliebten die wahren Gründe ihrer für ihn bislang nicht nachvollziehbaren Trennung erfährt, ist er untröstlich....
Dumas setzt sich in diesem Roman mit der gesellschaftlichen Doppelmoral seiner Zeit auseinander. Er zeigt die Halbwelt, in der nicht nur Maitressen, sondern auch die Spieltische so manchen jungen Mann ruiniert haben und von Haus aus unbegüterte, hübsche Mädchen wegen der subtilen Verlockungen durch den Luxus letztlich ins Elend getrieben wurden.
Ein immer wieder ergreifender Roman!
Eine unmögliche Liebe 5 von 5 Punkten Armand und Marguerite lieben einander, doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern. Denn er ist ein junger Mann aus gutem Haus und sie eine stadtbekannte Mätresse, die meistens mehrere reiche Liebhaber gleichzeitig hat, um ihren luxuriösen Lebensstil zu bestreiten. Marguerite gibt ihr altes Leben zwar Armand zuliebe auf, aber dessen Vater stört sich an der Beziehung. Er setzt Marguerite so lange unter Druck, bis sie einwilligt, sich von Armand zu trennen. Der ist bitter enttäuscht. Marguerite stirbt bald darauf, und erst nach ihrem Tod erfährt ihr Liebhaber, wer wirklich hinter der Trennung steckte. Alexandre Dumas "Kameliendame" hat auf den ersten Blick einige Ähnlichkeit mit einem Trivialroman: eine unglückliche Liebesgeschichte mit Schmerz und Entsagung, ein tragisches Ende. Doch der Roman ist nicht so einfältig, wie es scheint. Die leichtsinnige, aber gutherzige Marguerite ist ebenso ein gebrochener Charakter wie Armands Vater, der aus Sorge um die Zukunft seines Sohnes das Leben einer Frau ruiniert. Dumas verpackt in seine Geschichte subtile Kritik an einer Gesellschaft, die mehr Wert auf Abstammung und Besitz legt als auf den Menschen selbst. "Die Kameliendame" war sein größter Erfolg. |
Germinal Emile Zola Taschenbuch, 22. September 2005 Verkaufsrang: 95832 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum 100. Todestag von Émile Zola erscheint sein berühmtes Meisterwerk «Germinal» in neuer Übersetzung. 1885 innerhalb des großen Romanzyklus «Les Rougon-Macquart» entstanden, wurde der Roman zum gefeierten Schlüsselwerk des europäischen Naturalismus. Nordfrankreich im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Industrialisierung hat dramatische Umwälzungen mit sich gebracht. Überall rauchen die Schlote der Kohlehütten, in den Schächten arbeiten unter unvorstellbaren Bedingungen Männer, Frauen und Kinder. Die Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten wird zum Nährboden wachsender Unruhe. Der Held des Romans, der junge Étienne Lantier, ruft zum Widerstand gegen die unerträgliche Ausbeutung. Er gewinnt Anhänger unter seinen Leidensgenossen, es kommt zum Streik. Zola hatte monatelang mit Bergleuten zusammen gelebt und gearbeitet, bis er, wohl unter dem Eindruck des gewaltsam niedergeschlagenen Bergarbeiterstreiks in Anzin, seinen Roman niederschrieb. Eindringlich führt er die verzweifelte Lage der Bergleute vor Augen und vermeidet dabei konsequent jede Schwarzweißmalerei. Weder idealisiert er die Arbeiter, noch dämonisiert er die Besitzenden. Vielmehr schildert der Roman mit unbestechlicher Genauigkeit den moralischen Verfall auf beiden Seiten und deutet ihn als Folge der gesellschaftlichen Misere. Die meisterhafte Verkettung individueller Schicksale mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation macht «Germinal» zu einem der eindrucksvollsten epischen Zeugnisse der frühen Industrialisierung. Einst das Fanal einer neuen literarischen Epoche, inspirierte das revolutionäre Werk Autoren nachfolgender Generationen bis in unsere Zeit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
grandios komponierte Elendssinfonie 5 von 5 Punkten Vorbemerkung: Man sollte sich bei diesem Buch keinesfalls auf gekürzte Ausgaben einlassen. Ich habe selber eine ungekürzte Ausgabe gelesen und kann nicht mit Sicherheit beurteilen, ob diese hier gekürzt ist.
Zu Beginn wird dieser Roman erst mal eher enttäuschen. Zola ist zunächst kein Balzac und kein Hugo, was den Erzählstil angeht. Erst einmal handelt es sich um eine Art platten "Reportageroman" und man meint, man hätte auch eine Zeitschriftenreportage über das Bergarbeiterelend im Frankreich des 19. Jahrhunderts an seiner Statt lesen können. Zola beschreibt naturalistisch die Not der kinderreichen Bergarbeiterfamilien am Beispiel der Familie Maheu, die Strapazen des alltäglichen Broterwerbs, die Kinderarbeit, die Liebschaften, alltägliche Gewalt in der Ehe usw. usf. Eine Geschichte ist das zunächst nicht, eher eine Sozialreportage. Soweit zur Kritik.
Allerdings muss man diese mit zunehmendem Fortgang dieses umfangreichen Werkes immer stärker revidieren, denn was dann folgt, ist eine der großartigst komponierten Elendssinfonien der Romangeschichte.
"Germinal" hat dann alles, was ein großer Roman braucht: Freiheit von Helden, nur gebrochene Charaktere, induktiver Blick vom Einzelschicksal auf das große Ganze, d. h. die Gesellschaft, familiäre, politische und soziale Entwicklungen en masse, geschildert mit unvergleichlicher Präzision und psychologischem Tiefgang.
Zola steht damit selbst unter den großen französischen Autoren des 19. Jahrhunderts einzigartig da.
"Germinal" nimmt nicht nur die Massenpsychologie des Sozialismus vorweg, er erweist sich geradezu als prophetisch in seiner Schilderung sozialer Aufstände und revolutionärer Umbrüche.
Die sozialistische Idee wird mit allen Idealismen und Verwerfungen sowie ihrer Hilflosigkeit gegenüber der unvermutet entfesselten Gewalt gegengenübergestellt dem Schicksal der Minenbesitzer, die in ständigem Kampf zwischen Ausbeutung und Bankrott schwanken. Der Roman bezieht dabei keine eindeutige Stellung für eine Partei, was ihm hoch anzurechnen ist.
Auch die Verknüpfung von sozialrevolutionären Tendenzen und eigennützigen Motiven arbeitet Zola schön heraus: Führer werden aus Eifersucht zu Verrätern und Maschinenstürmern.
Was die rohe Gewalt der Masse angeht, die sich angesichts von Hunger und Verzweiflung in gewalttätigen Ausbrüchen gegen ihre Arbeitgeber ergeht, und die damit die eigene Existenzgrundlage zerstört, gelingen Zola einzigartige Bilder.
Arbeitet er an einigen Stellen die Kluft zwischen Hunger und Elend der Arbeitenden auf der einen und dem vergleichbaren Wohlstand der Grubenbesitzer heraus, zeigt er an der nächsten Stelle die Verzweiflung und privaten seelischen Nöte der bankrotten Kapitalisten.
Das erstaunliche daran ist einerseits die stetige Glaubwürdigkeit der Porträts, andererseits die gewaltige erzählerische Kraft, die Zola mit zunehmender Dauer des Romans entfaltet. Man gerät richtiggehend in den Sog der Geschichte hinein, die einen bis zum Ende nicht mehr los lässt.
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Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha Miguel de Cervantes Saavedra Taschenbuch, August 1997 Verkaufsrang: 205194 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Wohl ist's ersichtlich", schnauzt der erregte Junker seinen Knappen an, "daß du in Sachen der Abenteuer nicht kundig bist; es sind Riesen, und wenn du Furcht hast, mach dich fort von hier und verrichte dein Gebet, während ich zu einem grimmen und ungleichen Kampf mit ihnen schreite". Lesen kann verhängnisvoll sein. Wer wüßte nicht, mit wem es der "Ritter von der traurigen Gestalt" (wie Ludwig Tieck ihn genannt hat) hier tatsächlich zu tun hat. Don Quijote ist ausgeritten, "um sich nach dem zu richten, was er in seinen Büchern gelesen". Da kann der kluge Knappe Sancho Pansa sagen, was er will. Was weiß das Gesindel schon von den hohen Versprechungen der Literatur! Don Quijote hat zu viele Ritterromane gelesen, Cervantes variiert das Motiv eines Irrtums. In allen möglichen niederen Gestalten sieht der glücklose Abenteurer hohe Herren und Damen, denen er seine Wehr- und Ehrhaftigkeit beweisen muß -- eben so, wie er es aus den Büchern kennt. Eigentliches Thema ist also der Unterschied von Leben und Lesen. Cervantes' Jahrtausendwerk, 1605-15 erschienen und laut Kindlers Literatur-Lexikon leicht "das wirkungsmächtigste Werk nach der Bibel", markiert damit eine Schwelle in der europäischen Mentalitätsgeschichte: Buch und Welt, diese noch in der vorangehenden Renaissance innige Einheit, fällt in zwei grundsätzlich verschiedene Erfahrungsbereiche auseinander. Die Konsequenzen sind bekannt: Quijote wird verhöhnt, verprügelt, vertrieben. Wie später an Werther-Lesern zeigt die Disziplinierungsgeschichte des Geistes schon hier, wie wichtig die Umschaltkompetenz von Leben und Lesen ist. Eine Fähigkeit, die sich an der Schwelle zum 3. Jahrtausend möglicherweise als ebenso nützlich herausstellen könnte, da erneut ein grundlegender Wandel der Medien und zugleich unserer Wirklichkeitserfahrungen in vollem Gange ist. --Nikolaus Stemmer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Ritterlicher Traumtänzer 5 von 5 Punkten Seit 400 Jahren behauptet sich ein fahrender Ritter in der Weltliteratur, der eigentlich gar keiner ist: Don Quijote de la Mancha, der Ritter von der traurigen Gestalt, besteht Abenteuer, wo es nichts zu bestehen gibt. Er hält Windmühlen für Giganten, Hammelherden für feindliche Armeen, Weinschläuche für Riesen, Herbergen für Schlösser und ein einfaches Bauernmädchen für seine vornehme Herrin. Don Quijote ist ein Opfer seiner Literatursucht, seiner übersteigerten Lesefreude an Ritterromanen. Jedes Kind kennt zumindest eine der zahlreichen Episoden; der „Kampf gegen Windmühlenflügel" ist zum Sprichwort geworden. Doch was macht aus dem vermeintlich närrischen und immerhin über 1000 Seiten fassenden Roman nicht nur ein Meisterwerk der spanischen Literatur, sondern sogar den „besten Roman der Welt", wie das Osloer Nobelinstitut ihm im Jahr 2002 bescheinigte? Es sind die zwischen den Zeilen vermittelte Weisheit, die parodistische Treffsicherheit, das riesige Figuren- und Themeninventar und die meisterlich miteinander verknüpften Erzählebenen, die Cervantes' Werk zum Universalroman im besten Sinne machen. "Don Quijote" wird von allen phantasiebegabten Menschen geliebt, die sich in die Welt der Bücher oder Filme hineinträumen - und zeigt gleichzeitig, wie närrisch diese Weltflucht sein kann.
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Das verräterische Herz Edgar Allan Poe Gebundene Ausgabe, Dezember 2001 Verkaufsrang: 246213 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Reihe wendet sich mit ausgewählten und ungekürzten Werken großer Erzähler vor allem an die Liebhaber anspruchsvoller Bücher.Bei der Gestaltung und Ausstattung dieser besonders lesefreundlichen Ausgabe wurde höchsten bibliophilen Anforderungen getragen: in der Wahl von Schriftbild,Papierqualität und ausgewogen handlichem Format (11 x 18 cm); alle Bücher haben Fadenheftung, eine mit Feinlinien bezogene und mit einer Blindprägung versehene Decke, ein zweifarbig geprägtes Rückenschildchen und einen veredelten Schutzumschlag. Die Bände sind jeweils mit einem Autorenbild ausgestattet und haben einen Umfang von 120 bis 170 Seiten. Inhalt, Umfang, Gestaltung und Preis sollen aber auch dem "Einsteiger" Anregung zum Lesen sein.Die Reihe wird halbjährlich um einen weiteren Band ergänzt. Sie ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Perfekt inszenierte Folge 5 von 5 Punkten In dem Haupthandlungsstrang gibt es endlich wieder ein Wiederhören mit Kapitän Hardy, den Poe und Appo vor Flusspiraten retten. Es ist immer wieder besonders faszinierend, wie die Fäden innerhalb der Serie zusammenlaufen. Gesprochen wird Hardy plastisch und lebensnah von Jürgen Wolters.
Die Poe-Hörspiele gehören zu den edelsten und spannendsten Hörspielen, die derzeit erhältlich sind. Anspruchsvolle Unterhaltung auf hohem Niveau. Im Booklet kann sich der Neuling über die bisherige Handlung der Folgen 1 bis 16 informieren, oder der Kenner die Ereignisse kurz ins Gedächtnis rufen.
Die schwarzweiße Fotografie passt ideal zu der düsteren Stimmung des Hörspiels.
Fazit:
Perfekt inszenierte Folge, in der Edgar Allan Poe grausigen Experimenten auf die Spur kommt. Die Handlung wird immer unheimlicher und gruseliger. Der Hauptdarsteller Ulrich Pleitgen wächst über sich selbst hinaus. Ein filmreifer Soundtrack macht die CD gemeinsam mit einer fesselnden Geschichte zu einem unvergesslichen Hörerlebnis.
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Nana Emile Zola Taschenbuch, Februar 1999 Verkaufsrang: 268380 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Aufstieg und Niedergang einer "Grande Cocotte". Nana, eine hübsche Prostituierte in Paris Mitte des 18. Jahrhunderts, bekommt eine Rolle als Venus in einem kleinen Varietétheater, in dem sie erstmalig fast nackt, nur mit einem durchsichtigen Schleier bekleidet, auftritt. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, und das Publikum starrt erregt auf den Körper dieser Frau, die sich aufreizend mit ihren langen, rotblonden Haaren auf der Bühne bewegt. Nicht ihr Talent macht sie so anziehend, sondern ihre sinnliche Ausstrahlung, die unwiderstehlich den Trieb der Männer anspricht. Die reichen Männer, mit denen sie schläft, beginnen ihr zu verfallen, und Nana nutzt diese Chance, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Ihre eigene Raffinesse und die Besessenheit der Männer verhelfen ihr zum Luxus. Leichtsinn und Übermut bringen sie schließlich zu Fall. Die französische Gesellschaft in dieser Zeit, mit ihren Schichten, und der Mensch, der seinen Trieben unterworfen ist, spiegeln sich in diesem Buch wieder. Die Not der Armen in den Gassen, und die Langeweile der Reichen in ihren Salons, zu denen Nana aufsteigt, werden gegenübergestellt. Durch diese Gegenüberstellung wirft der Autor soziale Fragen auf, die auch das Thema Prostitution betreffen. Besonders faszinierte mich, wie Emile Zola es verstand, die Atmosphäre im Verlauf des Romans immer dichter werden zu lassen, bis am Ende die unersättliche Nana die Männer ausbeutet, in den Ruin treibt und sich dabei selbst mehr und mehr verstrickt. Stilistisch manchmal grob, herb, dann wieder ästhetisch und poetisch, unnachahmlich in seiner Plastizität, läßt der Autor je nach Erfordernis die Charaktere sprechen. Leidenschaft, die Leiden schafft! --Claudia Berg
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Emile Zola: in meinen Augen einer der größten Schriftsteller des 19ten Jahrhunderts! 5 von 5 Punkten Emile Zola hat mit Nana ein wahres Meisterwerk geschaffen. Nana, mit einem Wort von Zola als die Sexbombe schlechthin beschrieben, spielt mit den Männerherzen des französischen Pariser Adels, lässt sich aushalten und gibt ihnen nur stundenweise, das was sich ein Mann von ihr am meisten gewünscht hat; nämlich Sex. Wobei hier Zola die erotischen Szenen nicht beschreibt, man muss zwischen den Zeilen lesen, wie es knistert. Nana, eine völlig unbegabte Schauspielerin überzeugt in einem Theaterstück (Debütaufführung) allein nur mit ihrem Sex-Appeal. Den Zuschauern ist egal, wie sie spielt (denn sie spielt qualitativ schlecht), es passt in die Rolle und sie hatte wie gesagt eben eine Menge Sex-Appeal. Mit diesem Stück wurde sie sogar noch berühmt in ganz Paris. Nanas Untergang: das Nachfolgetheaterstück, bei dem es nicht auf Sex-Appeal, sondern künstlerische Fähigkeiten und hervorzuhebendes Schauspielereikönnen ankam, was sie jedoch nicht hatte. Und sie übertreibt es mit der Ausbeutung der Männerherzen. Mit einem entscheidenden Fehler (... sie geht mit dem Vater des Mannes, der sie aushält ins Bett...) verlässt sie nun auch der adelige Mann, der ihr so manch Fehltritt (... er wusste, dass sie fremd ging...) verziehen hatte. Aber die Sache mit seinem Vater hat ihm dann doch noch den Rest gegeben, so dass er sich von ihr am Schluss abgewandt hatte, weil er das nicht mehr ertragen konnte.
Nana, ein wunderbares Werk von Zola. Und trotzdem frage ich mich an dieser Stelle, wieso er nicht auf die erotischen Szenen eingegangen ist? Es wäre in Nana nahezu perfekt gewesen. Ich hätte es nicht verpönt, schließlich schreibe ich ja auch darüber, aber wieso hat es Zola nicht getan? Comte de Mirabeau und Marquis de Sade haben es doch auch getan, und sogar noch viel früher, wenn man in die Vergangenheit zurückgeht. Aber ich denke, ich weiß, wieso er in seinem Roman die Erotik gänzlich weggelassen hat. Er wollte wohl als "seriöser Schriftsteller" glänzen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich es schade finde, dass sogar in unserer heutigen Zeit Schriftsteller, die erotische Romane schreiben, von der Gesellschaft nicht als seriös bezeichnet werden. Wir brauchen uns an dieser Stelle ja nur die Bestseller-Liste von Amazon anschauen und diese mit der Spiegel-Bestseller-Liste vergleichen. Wahrscheinlich hätte Zola ebenfalls - so wie auch die anderen Schriftsteller erotischer Romane - einen Pseudonym Namen verwendet, um Nana als erotischen Roman zu veröffentlichen, hätte er soweit gehen wollen. Ich finde es außerdem schade, dass sich die vielen guten Schriftsteller hinter einem Pseudonym gerade aus diesem Grund verstecken müssen. Also ich stehe dazu, was ich schreibe und ich schäme mich nicht für eine einzige erotische Zeile in meinen Romanen. Daher verstecke ich mich auch nicht hinter einem Pseudonym.
Zola hat mit Nana ein Meisterwerk geschaffen und es wäre noch viel pompöser geworden, hätte er die Erotik mit einfließen lassen. Sie hätte hier vorzüglich gepasst. Was ich bis heute noch nicht verstehen kann, jeder tut es (sagt er zumindest), jeder will es sehen (man sieht es in Filmen. Cold Mountain ist nur ein Beispiel von vielen), jeder will es auch lesen und trotzdem spricht man nicht geradeheraus in der Öffentlichkeit darüber und tut dies alles unter dem Deckmäntelchen "ich doch nicht" verstecken, da es nicht als seriös angesehen wird. Sollte man hier nicht sogar von einer heuchlerischen Gesellschaft sprechen? Hier sollte mal jeder selbst darüber nachdenken, aus welchem Grund ein seriöser Schriftsteller nicht über Sex schreiben sollte. Also mir fällt kein Grund ein.
Aber um auf Zola zurückzukommen. Ich finde diesen französischen Klassiker Weltklasse und ich kann ihn jedem nur weiterempfehlen (Hoffe, ich erreiche das mit 'Mariposa' und 'Obsession, Sinnenrausch & Bella Donna' auch...): Lasst euch von Nana, Zolas gelungenen Sexbombe überzeugen. Es lohnt sich! Und wer es nicht glaubt, sollte sich dieses wunderbare Werk gleich bei Amazon bestellen. Kein Cent ist hier umsonst ausgegeben.
P. S.: Und es stellt sich hier die Frage, ob nicht sogar Shakespeares "Sommernachtstraum" mit einer gewürzten Portion Erotik noch weitaus besser geworden wäre, als er es eh schon geworden ist (... seht euch hierzu meine Rezension an...). Ich bin überzeugt davon, dass es möglich gewesen wäre.
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Sämtliche Erzählungen 1. Ahnung und Gegenwart: Text und Kommentar Joseph von Eichendorff Broschiert, Februar 2007 Verkaufsrang: 267922 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eichendorffs bekannteste Erzählungen, Ahnung und Gegenwart und das Marmorbild und sein größter Bucherfolg, aus dem Leben eines Taugenichts. Unverfälschte Texte nach Handschriften und Erstdrucken mit Kommentar.
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Effi Briest Theodor Fontane Gebundene Ausgabe, April 2005 Verkaufsrang: 264181 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach einer behüteten Kindheit heiratet die 17jährige Effi, dem Willen ihrer Eltern entsprechend, den fast 20 Jahre älteren Baron von Innstetten, ein Jugendfreund ihrer Mutter, dem sie nach Kessin, einem kleinen Ort an der Ostsee, folgt. In dem etwas unheimlich anmutenden Haus des Barons vereinsamt die junge, phantasievolle und lebhafte Effi, der es schwerfällt, in ihrer neuen Heimat Anschluß zu finden. Auch die Geburt ihrer Tochter kann sie nicht über ihre innere Vereinsamung hinwegtäuschen. Viel von ihrem Mann alleingelassen, geht Effi, der die Lüge eigentlich zuwider ist, - fast gegen ihren Willen - eine Liebesbeziehung zu dem neuen Bezirkskommandanten Crampas ein, der sie zuvor lange vergeblich umworben hatte. Diese eher leidenschaftslose Beziehung ist zu Effis Erleichterung beendet, als ihr Mann nach Berlin versetzt wird. Die Zeit in Berlin gestaltet sich harmonisch - bis Innstetten durch Zufall Briefe findet, die Crampas während der Kessiner Zeit an Effi geschrieben hatte.
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Der Graf von Monte Christo Alexandre Dumas Gebundene Ausgabe, April 2006 Verkaufsrang: 93419 Noch nicht erschienen. Den weltberühmten Roman von Alexandre Dumas gibt es jetzt auch als packendes Hörspiel mit Mathieu Carrière in der Hauptrolle. Alexandre Dumas, der von 1802 bis 1870 lebte, war einer der größten Dramatiker und Romanschriftsteller des 19. Jahrhunderts. Seine Vorlage für den Grafen von Monte Christo nahm er aus den Polizeiarchiven von Paris und schrieb die wahre Geschichte des unschuldig verurteilten Schuhmachers François Picaud in einen Abenteuerroman um. Es entstand ein auch heute noch gültiges Stück um Macht und Ohnmacht, um Schuld und Sühne. Durch eine Intrige wird der junge Seemann Edmond Dantés in die Kerker der Festungsinsel If verschleppt und dort 14 Jahre gefangengehalten. In der Haft trifft er auf den eigenartigen Abbé Faria, der ihm aus Wohlgefallen sein gesamtes Vermögen von 13 Millionen Francs vererbt. Der Schatz liegt auf der Insel Monte Christo vergraben. Dantés hebt ihn nach dem Tode des Abbé und seiner Flucht aus der Festung und nennt sich fortan Graf von Monte Christo. Ihn treibt nur noch ein einziges Ziel an: Die Rache an seinen Peinigern, die mittlerweile reich und angesehen geworden sind. Im Gegensatz zum echten Vorbild läßt Alexandre Dumas seinen Helden sehr viel subtiler vorgehen. Der Graf alias Edmond Dantès gewinnt die Gunst seiner Erzfeinde und macht sie so von sich abhängig. Er kämpft mit Worten und scheinbar guten Taten und zieht so die Schlinge immer weiter zu. Mathieu Carrière ist glänzend diabolisch in der Rolle des Grafen von Monte Cristo. Die zynische Grausamkeit, die Durchtriebenheit und die intellektuelle Brillanz nimmt man ihm hundertprozentig ab. Carrière erfüllt die Figur mit Leben und spielt sie mit einer solchen Inbrunst, die sogar in diesem Hörspiel voll zum Tragen kommt. Das gesamte Hörspiel wurde von Helmut Peschina aufwendig mit vielen sehr guten Sprechern und authentisch klingenden Hintergrundgeräuschen bearbeitet. Ein beeindruckendes Hörvergnügen für mehrere Stunden. --Corinna S. Heyn
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)
Harren und Hoffen 4 von 5 Punkten Edmond Dantes ist erster Offizier auf der Pharaon und soll auf Grund eines Todesfalles zum (doch sehr jungen) Kapitän ernannt werden. Ein glücklicher, all-sympathischer, liebenswürdiger junger Mann - so ganz ohne Makel, noch dazu verlobt mit der schönen Katalanin Mercedes bietet allerlei Gelegenheit für Neid und Missgunst. Von seinen Freunden, Nachbarn und Kollegen unschuldig verleumdet und verraten, wird er ohne Anhörung für vierzehn Jahre ins Chateau d}If, dem finstersten Verließ seiner Zeit verbannt. Die Flucht gelingt ihm schließlich und die Vergeltung ist nur eine Frage von Zeit und guter Planung.
Die Geschichte ist sowohl aus Film als aus Jugendbüchern wohl bekannt und dennoch zeichnet sich die ungekürzte (! Dtv-) Ausgabe durch eine sehr klare Darstellung der Charaktere aus. Zwar ist Gut und Böse eindeutig definiert, kann auf dem einen oder anderen Gesichtsausdruck doch ein Zweifel, vielleicht Reue oder Herzlichkeit erkannt werden. Sehr deutlich zeichnet sich das offensive Pariser Gesellschaftsleben Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ab - Pferderennen, Theateraufführungen, Sommerbällen aber auch Duelle - hinter verschlossenen Türen lässt sich einiges über die Politik - die der Finanzen und die der Heirat erfahren. Allgemein kann von einer Gesellschaft der Opportunisten, der Giftmischer, der Betrüger und falschen Prinzen gesprochen werden, in welcher Ehen scheitern, sobald das Geld dahin ist, wo ein Selbstmord oft die gesellschaftlich beste Lösung ist.
Die ungekürzte Ausgabe handelt den sehr spannenden ersten Teil der Inhaftierung, der Gefangenschaft und der Flucht bereits im ersten Viertel ab. Darauf folgt eine ebenso erhebende und spannende erste Rückkehr (es gibt derer zwei) in sein altes Leben. Hier begegnen wir denen, welchen Dantes Gutes zu verdanken hat. Aber Dantes taucht erneut unter, um seine Rache vorzubereiten und als Graf von Monte Christo in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Nun darf gesagt werden, dass hier die eine oder andere Passagen (ohne dem Gesamtwerk zu schaden) gestrichen werden könnte.
Resümme: Vielleicht der spannendste Klassiker der Weltliteratur - ganz bestimmt ein aufregender Roman über Geduld, Gerechtigkeit und Freundschaft.
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Der Stechlin Theodor Fontane Taschenbuch, Oktober 1996 Verkaufsrang: 207503 Stechlin - so heißt ein stiller See in der Grafschaft Ruppin, und so heißt auch der Besitzer des alten märkischen Guts: Dubslav von Stechlin. An einem schönen Oktobertag kündigt ein Telegramm den Besuch seines Sohns Woldemar an, der zusammen mit zwei Regimentskameraden erscheint. Stechlin, seit langem Witwer, freut sich über diese Gesellschaft, noch andere Gäste werden geladen, und so kommen zahlreiche Erzählungen und Plaudereien in Gang, von denen Thomas...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ein scheinbares Nichts 5 von 5 Punkten Faszinierend wie die scheinbare Inhaltslosigkeit dieser Geschichte sich selbst erfüllt und bereichert, wie scheinbar belanglose Plaudereien, dem Lebensgefühl in seinen Pastell- (nicht Grell-) Tönen zu menschlich-pulsierender Wirklichkeit verhelfen, so dass man sich am Ende fragt, woran es liegen mag, dass man jetzt, nach dieser Lektüre von so vielen eigentümlich liebgewonnenen Figuren regelrecht umgeben ist, sie immer weiter plaudern hört.
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Anne Elliot Jane Austen Gebundene Ausgabe, 12. März 2008 Verkaufsrang: 250555 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sir Walter Elliot von Kellynch Hall in Somersetshire war ein Mann, der zum persönlichen Vergnügen kein anderes Buch aufzuschlagen pflegte als das Adelsregister; dort fand er Unterhaltung in müßigen Stunden und Trost in verzagten; dort erhob sich sein Geist zu Bewunderung und Ehrfurcht beim Betrachten des bescheidenen Restes von frühesten Adelspatenten; dort verwandelte sich jede von häuslichen Sorgen und Geschäften herrührende unwillkommene...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Wundervoll! 5 von 5 Punkten Es ist mindestens genauso gut wie "Emma" und "Stolz und Vorurteil".Ein Mus für alle Leser. Ich selbst bin großer Jane Austen-Fan und war hingerissen von ihrem Werk.Ich empfehle es wirklich für jeden.Man wird es nicht bereuen!
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Irrungen, Wirrungen (6755 585) Theodor Fontane Taschenbuch, 1989 Verkaufsrang: 296644 Fontanes Geschichte von Lene Nimptsch, die mit ihrer Pflegemutter in kleinbürgerlichen Verhältnissen lebt und eines Tages dem jungen Botho von Rienäcker begegnet, spaltete seinerzeit die Gemüter. Die kleine Plätterin und der Baron verbringen einen glücklichen Sommer zusammen und wissen doch zugleich, daß ihrer Liebe Schranken gesetzt sind, denn eine Heirat gegen den Stand ist undenkbar. Daß Fontane das Liebesverhältnis der beiden so unbefangen schilderte, nahmen ihm Adlige wie Sittlichkeitsfanatiker übel, gleichzeitig jedoch wurde der Roman zu einem großen Erfolg und machte Fontane für seine Zeit zu einem -Modernen Autor-.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
starker Tobak auf leisen Sohlen 5 von 5 Punkten Klassisches Thema: zwei Menschen lieben sich, aber das soziale Umfeld steht ihrem Glück entgegen. Anders als in den meisten so angelegten Geschichten kommt es nicht zur Katastrophe. Romeo und Julia trennen sich. Stilvoll und vernünftig. Beide heiraten bald nach der Trennung in den Grenzen ihres jeweiligen Standes, beide machen eine gute Partie: Lene, das Wäschemädchen, bekommt einen ehrbaren und tüchtigen Kaufmann, Botho von Rienäcker eine junge hübsche Frau aus märkischem Adel, um die ihn alle Welt beneidet. Doch beide trauern im Geheimen ihrer großen Liebe nach. Sie arrangieren sich, aber das große Glück bleibt ihnen verschlossen.
Das ist alles, mehr passiert nicht. Und dennoch enthält die leise erzählte Geschichte eine nachhaltige Gesellschaftskritik. Vernunft und Liebe treten in einen Gegensatz, der sich im Rahmen der ständischen Wertordnung nicht auflösen läßt. Die Gesellschaft ist unmoralisch, weil sie widersinnig ist.
Wer einen Thriller sucht, dem ist von der Lektüre abzuraten. Wer die Muße hat, etwas Nachdenklich-Schönes zu lesen, kommt hier vermutlich auf seine Kosten.
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Stundenblätter Effi Briest. Mit CD-ROM für Windows ab 95 Norbert Berger Taschenbuch, Juni 2005 Verkaufsrang: 183762 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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