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Billy Budd Herman Melville Gebundene Ausgabe, September 2002 Verkaufsrang: 250541 Neben der realistisch-fantastischen Geschichte des weissen Riesenwals "Moby Dick" und seines Verfolgers Kapitän Ahab, mit dem er in die Weltliteratur einging, hat Herman Melville eine grosse Zahl von See-Erzählungen verfasst, die heute allgemein als "klassisch" gelten.Zwei der schönsten Erzählungen Melvilles sind in diesem Band zusam-mengefasst:"Billy Budd" - die Geschichte eines jungen Matrosen der amerikani-schen Marine und seines Untergangs: Grundlos der Aufsässigkeit ver-dächtigt, erschlägt er seinen Verleumder und wird vom eilig zusammen-gerufenen Kriegsgericht an Bord zum Tode verurteilt."Benito Cereno", spanischer Kapitän, wird nach einem Aufstand der auf seinem Schiff eingepferchten Sklaven aus Afrika an Bord gefan-gengehalten. Die Erhebung scheitert. Benito Cereno wird befreit, doch geht er zugrunde durch "den Schatten", den dieses Erlebnis auf ihn geworfen hat.
»Am 10. des vergangenen Monats ereignete sich an Bord H. M. S. Indomitable ein bedauerlicher Vorfall. Der Waffenmeister des Schiffs, John Claggart, hatte die ersten Anzeichen einer beginnenden Verschwörung unter den Mannschaften des Schiffes entdeckt und hatte ferner als Rädelsführer einen gewissen William Budd festgestellt. Er brachte den Mann vor den Kapitän, wo Budd plötzlich sein Messer zog und es ihm ins Herz stieß.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein Unschuldiger wird der Disziplin geopfert 5 von 5 Punkten Billy Budd ist mehr als nur eine spannende Seemannsgeschichte. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein junger und schöner Matrose, allseits beliebt, wird erstmals mit boshaftem Verhalten konfrontiert. Grundlos der Meuterei bezichtigt, kann Billy sich mit Worten nicht wehren und erschlägt unbeabsichtigt seinen Widersacher. Seemännischen Prinzipien zuliebe lässt ihn sein geliebter Kapitän hinrichten. Melvilles vielschichtige Novelle überrascht mit einer Fülle von ästhetischen, moralischen und historischen Motiven. Weil der Erzähler vom Innern seiner Figuren nicht mehr zu wissen scheint als der Leser, weil er vieles nur andeutet und sich jeder umfassenden Erklärung verweigert, lässt er Platz für ein breites Spektrum an Interpretationen. Was geht in Billy kurz vor seinem Tod vor? Ist Kapitän Vere gut oder böse? Der unterschwellige Pessimismus und die wankenden Gewissheiten machen Melvilles letztes Buch zu einem geradezu modernen Werk.
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Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Held: 2 Bde William Makepeace Thackeray Taschenbuch, Dezember 2002 Verkaufsrang: 255150 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ach! Vanitas vanitatum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden?" In seinem Roman Jahrmarkt der Eitelkeit entlarvt Thackeray die kleineren und größeren menschlichen Schwächen. Das Motiv der Eitelkeit wird vor allem an den gegenläufigen Lebenswegen zweier ehemaliger Schulfreundinnen verfolgt: Amelia Sedley, gefühlvoll-naive Kaufmannstochter, und Becky Sharp, arm, aber raffiniert und ehrgeizig. Im kontrastierenden Auf und Ab ihrer Geschichten wird eine breite Satire nicht nur auf Englands Oberschicht entfaltet. Dabei ist Thackeray besonders mit Becky Sharp eine der ungewöhnlichsten und faszinierendsten Frauengestalten des englischen Romans gelungen. Jahrmarkt der Eitelkeit begründete William Makepeace Thackerays (1811-1863) Ruhm und gehört zu den großen Erzählwerken der Weltliteratur.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Zeitreise in das 19. Jahrhundert 5 von 5 Punkten Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp ist fest entschlossen sich mit ihrem geni-alen Verstand und ihrer Skrupellosigkeit einen Platz in der Welt zu schaffen. Dagegen träumt die sanfte Amelia Sedley von einem Leben voller Liebe und Schönheit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Begebenheit als die beiden jungen Damen eine ehrwürdige Schule für junge Mädchen verlassen. Amelia war dort die Lieblingsschülerin ihrer Lehrer gewesen und auch ihre Freundinnen lassen das liebe Mädchen nur ungern ziehen. Ganz andere Gefühle bringt man Becky entgegen, die dort nur unter der Bedingung, dass sie sich nützlich zu machen habe, überhaupt aufgenommen wurde und nun mit Freuden verabschiedet wird, um ihre neue Stellung als Gouvernante anzutreten. Becky hat aber eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich kommt ihre Freundin Amelia aus einer reichen Kaufmannsfamilie und hat noch einen unverheirateten Bruder, der eben Karriere in Indien gemacht hat und nun in London weilt. Und auch Amelia, die ihre Liebe zu ihrem Verlobten, George Osborne, erneuert hat, wünscht sich nichts mehr, als dass auch Becky Glück im Leben zu teil wird. Doch einige sind wohl der Ansicht, dass sich die junge Dame nicht über ihren Stand erheben sollte. Doch nach ihrer ersten Niederlage ist Becky nur um so fester entschlossen, die menschliche Natur mit ihrer Eitelkeit genauer zu studieren, um zu schmeicheln und zu gefallen und sich so in die erlauchten Kreise zu erheben. Amelia dagegen muss feststellen, dass ihre bedingungslose Liebe nicht im gleichen Maß erwidert wird und hat düstere Vorahnungen, was ihre Zukunft betrifft. Schließlich treffen die zwei Frauen sich nach längerer Zeit in Europa wieder. Beide sind in der Zwischenzeit verheiratet und ihre Ehemänner stehen in der Schlacht von Waterloo, die nicht nur für England entscheidende Bedeutung hat...
Die Figuren auf dem Jahrmarkt der Eitelkeit sind mit spitzer Feder gezeichnet und so überzogen dargestellt, dass klar wird, dass es sich nur um Karikaturen handeln kann. Becky ist mit nüchternem Verstand, aber ohne jegliche Herzenswärme das Gegenbild der sentimentalen Amelia, die nur aus Gefühl besteht und beständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Die Männer werden in das Spiel der beiden Frauen beinahe willenlos hineingetrieben. Der eitle Mr. Sedley mit den vielen Komplexen, wird von der schmeichelnden Becky in Gefühlswirren gestürzt, genauso auch der nichtswürdige, aber charmante Rawdon Crawley, der auf großem Fuße lebt, ohne je einen Penny besessen zu haben. Dagegen empfindet George Osborne die Liebe seiner ergebenen Amelia bald als Bürde in seinem abenteuerlustigen Leben. Und sein treuer Freund, William Dobbin, ist Amelia schon nach der ersten Begegnung verfallen, findet aber selbst nach Osbornes Ableben keinen Weg in das ewige Witwenherz seiner Angebetenen.
William Thackeray hat hier ein zwar sehr lebhaftes, aber nicht eben schmeichelhaftes Bild der maroden mittleren und oberen Gesellschaftsschicht seiner Tage entworfen. Hierbei spielt er als Beobachter, kritischer Beurteiler und teilnahmsvoller Begleiter eine wichtige Rolle in diesem Drama. Er gleitet des öfteren ab, um fern der Handlung den ein oder anderen Hinweis oder Verweis anzubringen. Er rügt die Intrigen der kleinen Aufsteigerin und stellt gleichzeitig die moralische Verkommenheit der sogenannten feinen Gesellschaft heraus. Der Handlungsrahmen umfasst um die zwanzig Jahre und um doch immer noch eine gewisse Spannung beizubehalten, hat sich Mr. Thackeray eine geschickte Taktik einfallen lassen. Er erzählt eine Episode zunächst nicht zu Ende, sondern lässt diese an einer interessanten Stelle offen um später wieder auf das Ereignis zurück zu kommen. Oder eine Figur trifft auf eine weitere und wir erfahren erst nach und nach um wen es sich handelt.
Es bleibt am Ende der Verdacht, dass des Autors Sympathie doch mehr der intriganten Becky als der süßen Amelia gegolten hat. Und wir schließen uns den Schlussworten des Romans an: "Ach! Vanitas vanitum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden? -Kommt, Kinder, wir wollen die Puppen in den Kasten tun; denn unser Spiel ist aus."
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Theodor Fontane: Lebensraum und Phantasiewelt Edda Ziegler, Gotthard Erler Taschenbuch, Juli 2002 Verkaufsrang: 271873 Edda Ziegler sieht in ihrer Biographie Theodor Fontane mit neuem, kritischem Blick und enthüllt bisher unbekannte Zusammenhänge zwischen Leben und Werk. Von Gotthard Erler stammen die Kapitel über Fontanes Ehe, über den märkischen Wanderer, den Theaterkritiker und den Plauderer. Aus der unterschiedlichen Perspektive beider Autoren ergibt sich ein facettenreiches Bild von Fontanes Leben und Werk
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Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Havelland: Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg Theodor Fontane Broschiert, Mai 2005 Verkaufsrang: 42056 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Band 3 der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg": "Wer, unvertraut mit den Großtaten unserer Geschichte, zwischen Linum und Hakenberg hinfährt, rechts das Luch, links ein paar Sandhügel, der wird sich die Schirmmütze übers Gesicht ziehn und in der Wagenecke zu nicken suchen; wer aber weiß, hier fiel Froben, hier wurde das Regiment Dalwigk in Stücke gehauen, dies ist das Schlachtfeld von Fehrbellin, der wird sich aufrichten im Wagen und Luch und Heide plötzlich wie in wunderbarer Beleuchtung sehn" - plaudert Fontane. Versuchen Sie's: reisen Sie auf seinen Spuren und entdecken Sie die Zisterzienserklöster Lehnin un Chorin, besuchen Sie die Schlösser Oranienburg und Tegel, die Herrenhäuser in Paretz und Petzow, wandern Sie auf der Pfaueninsel und im Brieselang, gehen Sie über den Friedhof in Bornstedt oder durch den Park des Charlottenburger Schlosses, und überall werden sich Ihnen Geschichte und Geschichten erschließen.
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Novelle / Das Märchen Johann Wolfgang von Goethe Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 106234 Der Tiger ist los. Während ein verheerendes Feuer den Jahrmarkt in Schutt und Asche legt, entkommt den Schaustellern ihre Hauptattraktion. Kurz darauf wird die zahme Raubkatze erschossen - aus Sorge um das bedrohte Leben der jungen Fürstin und aus Borniertheit. Nun ist auch noch der Löwe ausgebrochen. Doch diesmal sollen leisere Töne das Großwild besänftigen ... Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, reflektiert in "Novelle" seine Eindrücke der Französischen Revolution.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
max ophüls wunderbare klang collage 5 von 5 Punkten Die dominierenden Stimmen in Max Ophüls Hörspiel von Goethes Novelle sind die von Oskar Werner (Erzähler) und die von Käthe Gold (die Fürstin). Der Regisseur Max Ophüls reiht Stimmen, Musik, Geräusche und den Text Goethes fließend aneinander. Ein großer Hörgenuß. Schade, dass dieser nur gut 50 Minuten dauert.
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Führer durch Fontanes Romane: Ein Lexikon der Personen, Schauplätze und Kunstwerke Christian Grawe Taschenbuch, Mai 1996 Verkaufsrang: 120023 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Der Zauber steckt immer im Detail«, schrieb Fontane, was jedenfalls für seine eigenen Romane mit Fug und Recht gesagt werden kann. Den Kosmos der Fontaneschen Romanwelt erschließt dieses Lexikon in rund 750 Artikeln. Es entsteht ein Kommentar zu Fontanes umfangreichem Romanwerk, der überraschende Querverbindungen herstellt, der Lektüreerinnerung behilflich ist, Anregungen bietet und zeigt, wie sehr der Romancier Fontane das genaue Lesen fordert - und belohnt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wiedererweckung des Lesevergnügens 4 von 5 Punkten Nach Stichworten geordnet erlaubt dieses Büchlein nach dem Lesen wieder in die Welt der Romane Fontanes einzutauchen. Erinnerungen werden geweckt, oft versteht man Details erst durch diese Erläuterungen. Hilfreich sind die vielen Kreuzreferenzen auch zu Artikeln, die sich nicht ausschließlich auf den selben Roman beziehen. Zitate von Fontane selbst und Literaturkritikern runden das ganze ab. Praktischerweise gibt es einen nach Werk geordneten Index der Artikel. Leider scheinen einige Einträge vergessen worden zu sein: Sie tauchen nur in eben diesem Index oder als Querverweis auf. Ihr Text lässt sich hingegen nirgends finden. |
Gesammelte Werke 1. Gedichte und Prosa Hugo von Hofmannsthal, Dieter Lamping Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 266649 Band 1 einer reichhaltig kommentierten, zweibändigen Auswahlausgabe des bedeutendsten Lyrikers, Prosaisten und Dramatikers der Wiener Moderne. Band 2: Dramen und Opernlibretti erscheint im Frühjahr 2004.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Jedermann war er nicht und doch sein geistiger Vater 4 von 5 Punkten ##
Die Wiederkehr der Vorläufer hat Sigmund Freud, ein Zeitgenosse Hofmannsthals (1874-1929), in "Jenseits des Lustprinzips" beschrieben und stellt dort gleich auf der ersten Seite fest, "Priorität und Originalität" gehörten "nicht zu den Zielen, die der psychoanalytische Arbeit gesetzt sind." Freuds Verdienst liegt hier in der Theorie über das Verhältnis von Angst und Abwehr. Angst und Abwehr lassen sich in diesem Sinne kaum unterscheiden, denn sie bilden zusammen ein Schutzschild gegen jede Provokation der Andersheit. Was sagt Freud uns zu Hofmannsthal? Alleine nichts, wenn nicht Harold Bloom den Zusammenhang in seiner "Topographie des Fehllesen" (vgl. Rezension) aufgezeigt hätte, auch unter der Maxime des Traums als Wunscherfüllung. Dieser Traum eines Dichters ist, einen anderen zu überflügeln, zu bezwingen und die eigenen Werke an dessen statt für die Ewigkeit zu setzen.
Und so beginnt Hofmannsthal sein Werk mit der banalen und doch tiefschürfenden Frage: "Was ist die Welt?" Eben "ein ewiges Gedicht" und dieses ist nur zu schaffen, wenn die Eigenheit über die der anderen Dichter gewinnt, verbunden einem "Geist der Gottheit strahlt und glüht" und der gewinnend ist, "ein Vers, der sich an tausend andere ficht."
Doch Hofmannsthal ließ 25 jährig von der Lyrik ab, weil er sich als großer Dramatiker nach dem ersten Weltkrieg zu etablieren versuchte. Und mit 27 verfasste er einen Brief an Lord Chandos, einer Phantasiefigur. Dennoch ist hier ein Einstieg in das Hofmannsthal Werk recht günstig, zumal der Lord sich von der Literatur zurückgezogen hat und sich (fiktiv) bei einem älteren Freund, dem Staatsmann Francis Bacon "wegen des gänzlichen Verzichts auf literarische Betätigung zu entschuldigen" versucht. Vermutlich ein Versuch, seine Entscheidung zu erklären, denn "Was ist der Mensch, dass er Pläne macht!" John Ruskin (nach Bloom) erklärte einmal, ein Dichter sei ein Mensch, zu dem die Dinge sprechen. Hofmannsthal: "nämlich weil die Sprache, in welcher nicht nur zu schreiben, sondern auch zu denken mir vielleicht gegeben wäre, weder die lateinische noch die englische, noch die italienische oder spanische ist, sondern eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zuweilen zu mir sprechen, und in welcher ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich verantworten werde." In diesem Brief wird dieser eigentlich unerreichbare Zustand angestrebt.
Bei den Gedichten sind zwei weitere zu erwähnen: "Die Ballade des Äußeren Lebens". Ein Gedicht aus den Augen eines Mannes, der gerade aus einem Traum erwacht. Als wenn wir unsere Umwelt wie Schlafende nur wahrnähmen. Und aus der Erinnerung kommt ein Echo, was gem. Freuds Vorläufertheorie gemeint sein kann: "Aber da ich erwacht bin, verschmäh" ich meinen Traum." (Shakespeare, Henry V). Und: "Die Beiden"; "Sie trug den Becher in der Hand [...], / kein Tropfen aus dem Becher sprang. [...] / Jedoch wenn er aus ihrer Hand / den leichten Becher nehmen sollte, / so war es Beiden allzuschwer: / Denn beide bebten sie so sehr, / dass keine Hand die andere fand, / Und dunkler Wein am Boden rollte."
Aber Hofmannsthal war wie Goethe zu intelligent, um nur Shakespeare nachzueifern. Also beachtet man das Gegenteil. Und so sind die Figuren Hofmannsthals Könner der Gestik und weniger Persönlichkeit. Es gibt nicht Hamlet, Jago oder Falstaff. Doch er kennt Shakespeare zu genüge, wie sein Essay: "Shakespeare und wir" zeigt.
Hofmannsthal war ebenso Zeitgenosse Zweigs, mit ihm hat er die ersten Erfahrungen in Lyrik gesammelt. Paul Verlaine entdeckten sie gemeinsam. Und mit den beiden war Rilke. Zweig bewunderte Hofmannsthal, weil er schon in jungen Jahren aus dem Stehgreif druckreife Reden halten konnte. In gleichen Jahren verfasst er bereits erfolgreiche Gedichte, er begann mit 16 Jahren wie einst Rimbaud und Yeats. Beeinflusst wurde er als Zeitgenosse vom großen Symbolisten Stephane Mallarme.
Heute ist Hofmannsthal bekannt durch den Rosenkavalier, das Libretto ist von ihm. Ebenso machte er gleiches für Elektra. Auf der Bühne sah man ihn selten, das Licht von Beckett, Ibsen, Brecht stellte ihn in den Schatten. Er hätte Lyriker bleiben sollen. Angst und Abwehr paarten sich erneut in seinem Verhältnis zu Stefan George, das letztendlich dauerhaft zerbrach. "Nie wieder dein Aug in meinem, deine Antwort auf meine Frage. Nie wieder!" schreibt er im "Jedermann". Der "Jedermann" erinnert jährlich in Salzburg an den großen österreichischen Lyriker und Dramaturg.
"Mit silbergrauem Dufte war das Tal" 5 von 5 Punkten Wer sich mit Hugo von Hofmannsthal gerne beschäftigt, hat sein Repertoire meist aus dem Schulerleben mitgenommen, etwa die "Reitergeschichte" gelesen und verarbeitet oder Gedichte verinnerlicht, die mehr oder weniger aus einer seltsamen Welt sind -vielleicht schon vergangen, verweht -, uns aber oftmals direkt "anspringt".So ist es nicht verwunderlich, daß mit diesem großen Dichter, der an der Wende zum 20. Jahrhundert stand und diese miterlebte (miterlitt!), eine Zeit zur Sprache kommt, die längst vergangen schien, in Wahrheit aber in uns weiterlebt mit all ihren Brüchen. Dieter Lamping, der Herausgeber dieses aufschlußreichen ersten Bandes des Gesamtwerkes sagt es dann auch in seinem Nachwort mehrfach und deutlich, was er persönlich über Hugo von Hofmannsthal denkt und wie er ihn heute sieht: voller Brüche, ein literarisches Genie, das "eher kulturpolitischer als politischer Art" war. So betrachtet mag es angehen, wenn man Kulturpolitik nicht in den Gesamtkreis von Politik miteinbezieht (was er aber wohl nicht will!). Ich meine aber, daß gerade Hugo von Hofmannsthal in allen seinen literarischen Versuchen das erzieherische Element durch Aufzeigen von vorhandenen Machtverhältnissen im menschlichen Miteinander in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte. Und betrachtet hat er, weiß Gott, genau! In seinen Gedichten, seinen Erzählungen, erfundenen Gesprächen, in seiner Reiseprosa, in seinen Reden und Aufsätzen und seinen Aufzeichnungen kommt das zum Ausdruck, was ihn umtrieb, was uns aber - gerade durch die oftmalige Brüchigkeit - so interessiert und geradezu zeitlos wirkt, die Gewißheit des Todes, die engelhafte Zeit der Kindheit, das Gerne-Verweilen im Religiösen, das Mitleiden mit den "armen" Menschen (den Menschen, den armen!). Dieter Lamping und Frank Zippel haben mit Bedachtsamkeit und Ausführlichkeit diesen ersten Band herausgebracht, so daß Interesse am zweiten Band durchaus besteht, der hoffentlich bald folgen wird. |
Das Geld Emile Zola Taschenbuch, Dezember 2001 Verkaufsrang: 138392 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die Vision vom schnellen Reichtum! 5 von 5 Punkten Spekulanten sind Spieler! Diese einfache Aussage beschreibt Zola sowohl im Positiven, durch den rasanten gesellschaftlichen und finanziellen Aufstieg des Herrn Saccard, aber vor allem im Negativen, durch dessen Absturz und dem daraus resultierenden Sog , der all seine Anhänger mit ins Verderben reisst. Es ist auch ein Machtkampf des auf der einen Seite leidenschaftlich und bedingungslos kämpfenden Christen Saccard, gegenüber dem berechnenden im Hintergrund agierenden Juden Gundermann. Zu Beginn sind die Absichten und Ziele der Hauptfigur, der durch Träumereien und mit viel Phantasie zu überzeugen weis, durchaus nicht eigennützig. Ganz im Gegenteil versucht er durch Einsatz und Geschick das Beste für seine Mitstreiter zu erreichen. Aber im Laufe der Handlung gewinnt sein Judenhass immer mehr die Oberhand, und dadurch benebelt, führt dies, trotz zahlreicher Warnungen seiner engsten Freunde, unweigerlich zum Untergang. Besonders eindrucksvoll ist die Schilderung der vielen Einzelschicksale der "kleinen" Aktionäre, die durch blindes Vertrauen und Unwissenheit, der drohenden Baisse nicht entkommen. Schauplatz des Geschehens ist Paris während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber trotzdem hat der Roman keineswegs an Aktualität verloren. Darum sei dieses Buch allen empfohlen, die mehr über die Machenschaften und Intrigen der Börse erfahren wollen.
Treffende Erzählung vom Geldmenschen 4 von 5 Punkten Die Soziologie hat verschiedentlich den masslosen Trieb des "Geldmenschen" charakterisiert. Zolas "Das Geld" ist ein treffender Roman zu diesem Phänomen und gerade deshalb so beeindruckend, da alle menschlichen Beziehungen in diesem Buch sich über Reichtum und Geld definieren. Einzige Ausnahme ist die Figur der Karoline, die als moralisches Korrektiv (das sich dennoch zum Höhepunkt des Buches vom Geldtreiben einfangen lässt) die "reine", menschliche Beziehung retten möchte.Ein beeindruckender Klassiker, eindeutig zum Lesen zu empfehlen.
Jede Generation platzt eine Blase 4 von 5 Punkten Wie alle Bücher von Zola ist auch "Das Geld" durchtränkt von der typischen Das-Leben-ist-eine-Orgie-dunkler-menschlicher-Emotionen-Stimmung... In diesem Buch ist es das Geld, das die dunklen Seiten des Menschen entfesselt. Denjenigen, die noch an einem Kater aus der kürzlich beendeten Internet Mania leiden, wird es den einen oder anderen Seufzer des Wiedererkennens entlocken. Das Buch spielt im Paris des Second Empire, kurz vor dem deutsch-französischen Krieg 1871. Die Hauptperson heißt Saccard, wie alle Romanhelden Zolas auch irgendwie ein Rougon-Macquart, ein Mitglied dieser Familie, die durch alle Bücher Zolas hindurch an ihrer Maßlosigkeit, ihrem Wahnsinn und ihrem Alkoholismus zugrunde geht, aber doch nie ganz stirbt. Saccard will Geld, denn Geld ist für ihn Macht. Deshalb gründet er ein Start-up, die "Banque Universelle", die Bauvorhaben im Nahen Osten finanziert, mit dem verklärten Ziel, irgendwann Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern und vielleicht den Papst dort residieren zu lassen. Für die Zeit eine geniale Idee, genau richtig, um die Menschen zu begeistern und den Börsenkurs in die Höhe zu treiben. Eine zweite Hauptperson, Madame Caroline, die Nachbarin, die Schwester des Kollegen und später die Geliebte Saccards, erlebt die Geschichte des Aufstiegs der Bank an der Börse und ihren unvermeidlichen Fall hautnah mit. Zola benutzt sie, um mit ihren Augen Saccard zum Leben zu erwecken, seinen unglaublichen Willen und sein Feuer, seine Fähigkeit zu lügen, seine Gabe, Leute mitzureißen und sie für seine Sache Geld ausgeben zu lassen, sein grenzenloser Egoismus, seine Grausamkeit und sein gleichzeitiger kindlicher Glaube, er handle zum Wohle der anderen. Es schwirren mehr als anderthalb Dutzend Nebencharaktere durch die Geschichte, Mätressen und Spekulanten - meistens jüdische, worauf sehr stark und politisch unkorrekt herumgeritten wird -, sowie brave, einfache Menschen, die von der Spekulationsgier ergriffen werden und ihre Träume, Hoffnungen und ihr Geld der Banque Universelle und Saccard anvertrauen. Am ergreifendsten ist die Geschichte einer Mutter mit ihrer Tochter aus uraltem, verarmten Hochadel. Sie hausen in einem Schloss und sparen sich die Kleider vom Leib, um einmal im Jahr adelige Mitmenschen zu einem Diner einladen zu können. Bis sie Saccard treffen und ihre gesamten Ersparnisse, die eigentlich als Mitgift für die Tochter geplant waren, für Aktien der Banque Universelle ausgeben, in der Hoffnung, reich zu werden und endlich wieder ein würdiges Leben zu führen. Zolas Beschreibungen von der Euphorie, wenn alle Kurse an der Börse steigen, und von der nachfolgenden Depression, wenn sich alle plötzlich verdrücken und die Börse grau und verlassen mitten in Paris steht, weisen erstaunliche Parallelen zum Internet-Boom der Jahrtausendwende oder zum Schwarzen Freitag von 1929 auf. So lernen wir, dass die Erfahrungen von Börsencrashs sich nicht an nachfolgende Generationen weitergeben lassen. Praktischer Hinweis: Das Buch ist zu lang. Vielleicht hatte Zola eine Mindestdicke für seine einzelnen Bände im Auge und sich deshalb gezwungen, die Geschichte auszudehnen. Nach einem Drittel der Seiten sind alle dramatischen Weichen gestellt für den Fall in den Abgrund, aber Zola muss immer noch einen draufsetzen, immer noch einmal die Banque Universelle sich aus einer Krise retten und sogar gestärkt heraustreten lassen, bis man als Leser keine Lust mehr hat. Deswegen Mut zum Überblättern, bis das Ende erreicht ist, denn das Ende lohnt sich!
Das Geld von 1891 5 von 5 Punkten Emile Zolas Roman „Das Geld" wurde 1891 erstmals veröffentlicht und spielt fast ausschließlich an der Pariser Börse. Anhand des Protagonisten Saccard, der einen Unternehmer, Finanzier und Spekulant zugleich darstellt, wird deutlich, wie durch gewandte Manipulationen und unlauteren Handelns ein enormes Vermögen aus dem Nichts entstehen kann. Zu Beginn des Romans erweist sich die Beziehungsstruktur mancher Charaktere zueinander als diffizil, jedoch im Laufe der Handlung wird diese leichter verständlich. Der Leser kann durch dieses Werk viel über diverse Geldgeschäfte, wie Kapitalerhöhungen und Wechselgeschäfte, erfahren. Für den Leser stellt es folglich einen Vorteil dar, sich bereits vorher mit gewissen Finanzgeschäften auseinandergesetzt zu haben. Selbst wenn nicht, wird alles anschaulich und nachvollziehbar erläutert. Durch illegale und zum Teil unmoralische Machenschaften sowie Absprachen wird dem Leser vor Augen geführt, wie der Titel des Romans bereits hervorhebt, daß Geld, Geld und nochmals Geld, die Welt regiert. Die unterhaltsame Erzählweise Zolas, sowie die malerischen Beschreibungen der Umgebung und zwischenmenschlicher Beziehungen machen dieses Werk auf jeden Fall lesenswert und einzigartig. |
Wanderungen durch England und Schottland. 2 Bände Theodor Fontane Gebundene Ausgabe, September 1998 Verkaufsrang: 123965 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Diese zweibändige Edition ist die einzige geschlossene Ausgabe, die alle auf England und Schottland bezogenen Texte von Fontane, die bisher verstreut erschienen oder nur schwer greifbar waren, dem Leser vollständig zugänglich macht. Der Dichter war im Frühjahr 1844, im Sommer 1852, von September 1855 bis Januar 1859 in England und unternahm im Sommer 1858 eine Reise nach Schottland. Inspiriert von Land und Leuten, verfasste Fontane Reiseerzählungen, in denen er ebenso unterhaltsam wie informativ über die raue Geschichte Englands und Schottlands, über gesellschaftliche Ereignisse, über das Phänomen London, über Kunst und Kultur und vor allem über die überwältigende Schönheit der schottischen Landschaft plauderte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Fontane muß es wissen 5 von 5 Punkten Fontane war einer der ersten Deutschen, die sich von der Schönheit dieses Landes zu Gedichten und Texten hat hinreißen lassen. Er hat viele Gedichte vom schottischen Nationaldichter: "Robbie Burns" übersetzt. Oft genügen auch gute Englischkenntnisse nicht aus, um Burns' "Scots" zu verstehen. Er hat auch seine Reisen beschrieben und lädt uns zum Entdecken und Nachreisen ein. |
Klassische Schullektüre: Effi Briest: Text - Erläuterungen - Materialien Theodor Fontane Broschiert, Januar 2008 Verkaufsrang: 287251 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese lesefreundlichen Textausgaben sprechen die Schüler/innen schon vom Äußeren her an: durch ihr handliches Format, durch Illustrationen, Worterklärungen und Arbeitsanregungen. Zur Optimierung des Lektüreunterrichts enthalten sie wertvolles Zusatzmaterial zur Erschließung der Primärtexte. Hervorragendes Merkmal der Reihe: die didaktisierten Handreichungen für den Unterricht. Werkinterpretation und didaktische Analysen führen zu detaillierten Stundensequenzen, Tafelbildern, Schemazeichnungen, Vorschlägen für Hausaufgaben und Lernerfolgskontrollen.
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Die Elenden Victor Hugo Gebundene Ausgabe, 1. September 1997 Verkaufsrang: 206554 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Der beste Roman der französischen Literatur 5 von 5 Punkten Zu den Größten der Literatur, wie Shakespeare, Goethe oder auch Hugo ist schon fast alles gesagt worden. Also: Warum soll man sich durch ein 1350 Seiten starkes Buch "arbeiten" (denn damit hat es zu tun)? Die Antwort soll klar und eindeutig ausfallen: Mir ist kein literarisches Werk bekannt, in dem auf so einfühlsame Weise deutlich wird, wie große Vorbilder Menschen inspirieren und verändern können. Für den Ex-Sträfling Jean Valjean wird der Bischof von Digne zu solch einer Inspiration. Die durch diesen alten Mann wirkende Kraft der Menschlichkeit macht aus einem Menschen, der 19 Jahre in Gefangenschaft verbracht hat, nicht nur einen der angesehendsten Geschäftsleute in dem kleinen Städtchen Montreuil. Monsieur Madeleine, wie er nun respektvoll genannt wird, wird selbst zu einem Inbegriff menschlicher und moralischer Integrität, der sich am Ende selbst sein ehemaliger Erzgegner und Polizeiinspektor Javert nicht mehr entziehen kann. Wer die entsprechende Geduld und Muse zum Lesen aufbringt, wird reichlich belohnt. Er (oder sie) taucht ein in eine komplexe Welt zwischenmenschlicher Beziehungen, in der eindringlich deutlich wird, was Menschen einander geben, aber auch sich gegenseitig antun können. Als Kulisse dient die äußerst gegensätzliche französische Gesellschaft des unruhigen 19. Jahrhunderts.
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Glanz und Elend der Kurtisanen Honore de Balzac Taschenbuch, Januar 2004 Verkaufsrang: 43956 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Kurtisane Esther und der junge Dichter Lucien de Rubempré lieben einander. Doch auch Nucingen, ein reicher Pariser Bankier, ist von Esthers Schönheit fasziniert, und ihm ist jedes Mittel recht, sie zu besitzen. In seinem Roman Glanz und Elend der Kurtisanen präsentiert Balzac eine umfassende Studie der Pariser Unterwelt, einer Welt der großen und kleinen Gauner, der Prostitution und der Methoden von Justiz und Polizei. In keinem seiner anderen Werke ist das Leitthema der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Mit den "Verlorenen Illusionen" das Herzstück der Comédie Humaine 5 von 5 Punkten Lucien Chardon de Rubempré kehrt in die Pariser Gesellschaft zurück, aus der der er verarmt und mit Schimpf und Schande fortgejagt wurde. Nachdem er mit dem Ausstellen falscher Wechsel seine Schwester und seinen Schwager ins Unglück gestürzt hatte, sieht der schöne Lucien keinen anderen Ausweg, als den Freitod. Auf dem Wege zum Selbstmord, trifft er auf den vermeintlichen spanischen Priester Herrera. Dieser bewahrt ihn vor dem Tode und zieht sich Lucien immer mehr als eigenes Geschöpf heran, um in der Welt der Adligen in Paris zu reüssieren.
"Glanz und Elend der Kurtisanen" ist sozusagen die Fortsetzung der "Verlorenen Illusionen", auch wenn der zentrale Handlungsaspekt hier nicht mehr auf Lucien (inzwischen geadelt) de Rubempré liegt, sondern auf dem Schicksal und dem psychologischem Profil der Pariser Kurtisane Esther und dem genialen Verbrecher Jacques Collin. Dieser treibt ein teuflisches Spiel mit Lucien und seiner Geliebten und benutzt den zwar schönen, aber nicht überaus intelligenten Jungen, der sich in eine reiche Adelsfamilie einheiraten soll.
Der Roman vereint eine Vielzahl von Genres. Er ist Kriminalroman, Liebesroman, eine akkurate und satirische Studie der Pariser Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts und ist dabei so vielschichtig, wie seine Hauptfigur selbst. Innerhalb der rund 40-bändigen Reihe der Menschlichen Komödie bildet dieser Band den Abschluss einer inoffiziellen Trilogie ("Le Père Goriot", "Les Illusions Perdues", "Splendeurs et Misères des Courtisanes") welche gleichzeitig auch das Herzstück Balzacs Schaffens darstellt.
Natürlich sind die ausschweifenden Beschreibungen von Motiven, die für die Handlung nicht elementar von Bedeutung sind (z.B. eine 10-seitige Beschreibung der Architektur des Pariser Gefängnisses Concièrgerie), nicht jedermanns Sache. Dennoch gewinnen die vielen Figuren, Schauplätze, Intrigen und Charakteristiken erst durch die detailreichen Beschreibungen an Leben und so ergibt sich in der Summe ein kunstvoller, wichtiger und durch die kriminalistische Ebene auch spannender Roman, der fast nahtlos an die Tradition der großen französischen Romane des 18. Jahrhunderts und deren zentrale Themen: die Intrigen, anknüpft.
Fazit:
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Wer eine Schwäche für den großen Erzähler Balzac besitzt, kommt um diesen Roman nicht herum. Lassen Sie sich auch nicht durch den imposanten Umfang des Buches abschrecken, denn das Lesen vergeht wie im Fluge. In meiner Gunst steht "Glanz und Elend der Kurtisanen" sogar noch höher, als die "Verlorenen Illusionen", die in einem Literatur-Kanon sogar eher anzutreffen sind.
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Gullivers Reisen Jonathan Swift Taschenbuch, Januar 1987 Verkaufsrang: 265454 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Ich fand das Buch recht spannend und witzig und hab an vielen Stellen lachen müssen. Es gab zwar Wörter die schwer auszusprechen waren oder wo man einfach nicht wusste wie man sie ausspricht, aber im großen und ganzen sehr empfehlenswert. Das Buch zieht einen in seinen Bann und man wird irgendwie gezwungen sich eine eigene kleine Zauberwelt vorzustellen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Genial und lustig! 5 von 5 Punkten Ich wollte schon immer mal das Buch lesen, und kam nie dazu.. Habe dann dieses Volltextausgabe als Hörbuch entdeckt, und mal gekauft. Erster Pluspunkt: es ist ein alter, ungekürzter Text, in alter Sprache gehalten. Also, keine dieser neumodischen Übersetzungen, wo die ganze Atmosphäre, und vor allem der Humor verloren gehen. 2. Pluspunkt: Die Geschichte ist genial und lustig. Ich habe mich köstlich amüsiert! 3. Pluspunkt: Der Sprecher macht seine Sache außerordentlich gut. Seine Stimme, und die Art seiner Betonung, passt hervorragend zu dem alten Text.
Ich muss noch dazu sagen, dass diese ungekürzte Ausgabe wesentlich mehr enthält, als man so kennt, aus Filmen oder vielleicht Zeichentrickserien, die man als Kind gesehen hat. Es kommen ganze Teile vor, die mir vollkommen unbekannt waren, eben z.B. die dritte große Insel, Laputa, aber auch andere kleinere Stationen, bevor er zu den kultivierten Pferden kommt, und den Yahoo-Menschen.
Ein faszinierendes Werk der Weltliteratur, eine zeitlose Satire, auch heute noch.
Ach ja, was noch verwirrend ist, die Amazon-Produktbeschreibung zu diesem Artikel scheint generell gehalten zu sein. Die erste Beschreibung von Perlentaucher z.B. ist von 1999, während besagtes Hörbuch von 2007 ist - und hat somit nichts mit diesem Artikel zu tun.
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Die Menschliche Komödie. Die großen Romane und Erzählungen: Vetter Pons Honore de Balzac Taschenbuch, Dezember 1996 Verkaufsrang: 261447 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Für Balzac typisch sind Ausgangspunkt und Thema des Romans: die leidenschaftliche Sammelwut des Musikers Pons, der mit seiner bescheidenen Rente kostbare Gemälde, Miniaturen und Gläser erwirbt. Er läßt sich die Demütigungen seiner reichen Verwandten, der Camusots de Marville, nur ungern gefallen, glaubt sich aber auf das allwöchentliche Mittagessen, das er bei ihnen erhält, angewiesen. Deshalb bemüht er sich um ihre Gunst und versucht, einen Freier für ihre Tochter Cecile zu finden. Als das Heiratsprojekt mißglückt, gibt man ihm die Schuld, und der Groll der Familie entlädt sich über ihn. Er wird gesellschaftlich diskriminiert und siecht einsam und verzweifelt dahin. Hilflos wie er ist, gerät er unter die Obhut der habgierigen Concierge Madame Cibot, die zufällig erfährt, welchen Reichtum seine Sammlung darstellt. Ohnmächtig muß er zusehen, wie die Intrigen sich immer enger um ihn zusammenziehen..." (Aus: Kindlers Neues Literatur Lexikon)Honore de Balzac (1799-1850): Mißerfolge als Verleger, Spekulationen und ein luxuriöser Lebensstil stürzten Balzac in hohe Schulden und zwangen ihn zu rastloser literarischer Arbeit.
»Balzac ist der glücklichste Beobachter; seine Sehkraft durchdringt alle Regionen der Pariser Existenz. Er anatomirt diesen großen Cultus, dem sich Paris opfert und von dem man kaum weiß, ob er bloß der Cultus der Mode oder des Geldes ist. Balzac ist der Dichter des Geldes, einer Maschinerie, die ihre Wunder hat, so gut wie das alte Epos.« Karl Gutzkow »Balzac, den ich für einen weit größeren Meister des Realismus halte als alle Zolas der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Geld verändert den Menschen 3 von 5 Punkten Ein Klassiker, der inhaltlich noch immer brandaktuell ist. Damals wie heute verwandeln sich bislang rechtschaffene Mitmenschen in fast schon bestialische Zeitgenossen, wenn es ums erben geht. Der Künstler Pons, ein Ausbund an Gutmütigkeit wird kurz vor seinem Tod von einer Meute raffsüchtiger Menschen umgeben, die ihn noch schneller in den Tod treiben. Ein Buch, das die meiste Zeit überzeugt auch wenn Balzacs Exkurse m.E. teilweise etwas zu ausführlich ausfallen. Die Sprache der aktuellen Belletristik gewöhnt, fällt es am Anfang schwer, das Buch zu verstehen, doch das gibt sich mit der Zeit.
Die bittere Wahrheit 5 von 5 Punkten Pons, der arme Verwandte des Gerichtspräsidenten Camusot de Marville, des Ministers Popinot und des Abgeordneten Cardot , besitzt eine Kunstsammlung im Werte von 800.000 Francs! Das ganze Leben sparte er und legte sein Geld in Kunstschätze an, die er wie seine eigenen Kinder liebt - eine böse Verleumdung beraubt ihn seiner kostenlosen Mittags-und Abendmahlzeiten bei der reichen Verwandtschaft. Diese Zurückweisung durch die Gesellschaft trifft ihn im Innersten und wirft ihn auf das Krankenlager. Hier lernt er alle Höhen und Tiefen des Lebens kennen: die treusorgende Liebe seines Freundes Schmücke und die skrupellose Habsucht der Pförtnersfrau, der Händler und Notare, die das "Geschäft ihres Lebens" machen wollen. Aber Klügere und Mächtigere schieben sich zwischen sie und den Schatz, sie werden zu Schachfiguren in den Händen der Präsidentin. Das "Schach dem König" gilt einem harmlosen Gegenspieler, der diesem Kampf in keiner Weise gewachsen ist. Und wer könnte auch im Paris von 1845 triumphieren, wenn nicht Macht und Gewissenlosigkeit?Dieser Roman ist der ideale Einstieg in das Werk von Balzac - die Rigorosität der Sozialkritik ist beeindruckend. Die Verwandten von Pons haben allesamt keinen Respekt vor der Kunst und sind reine Erfolgsanbeter. Geld geht ihnen über alles - ein Thema, welches auch heute noch auf gleiche Weise Aktualität besitzt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Vor dem Sturm I/IV: Roman aus dem Winter 1812 auf 13: 2 Bde Theodor Fontane Taschenbuch, Oktober 1996 Verkaufsrang: 250919 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Nach den "Berliner Frauenromanen" und den "Kriminal- und anderen Fllen" (Aufbau Taschenbuch Verlag 1995/96) legen die Familienromane erneut Zeugnis von Fontanes faszinierender Modernitt ab. Strmisch ist der Winter 1812/13 fr Dorf und Schloá Hohen-Vietz im Oderbruch. Von Woche zu Woche erwartet man den Aufruf des Knigs zur militrischen Erhebung gegen Napoleon. Berndt von Vitzewitz aber will nicht abwarten und beginnt mit dem Aufbau einer Landsturmtruppe. Seine Kinder hingegen, Lewin und Renate, fhlen sich von den patriotischen Aktivitten des Vaters gengstigt. Noch wollen sie den Aufbruch hinausschieben, vor allem den Aufbruch aus familirer Geborgenheit in neue Bindungen der Liebe und Freundschaft. Ihre Abenteuer bestreiten sie auf dem Terrain von Kunst und Empfindung, Leidenschaft und emotionaler Hingabe. Das Weihnachtsfest und der Silvestertag fhren die Familienmitglieder, Freunde und Bekannte zusammen. Erinnerungen steigen auf, Realitt mischt sich mit Traumbildern, widers trebende Wnsche und Interessen durchdringen einander. Was das nchste Jahr, die Zukunft bringt, ist noch verborgen. Whrend die allgemeine patriotische Stimmung ihren Hhepunkt erreicht, durchlebt Lewin die Erschtterung einer nichterwiderten Liebe. Sein Zusammenbruch fhrt ihn wieder ins Vaterhaus zurck, das inzwischen zum Hauptquartier der Landsturmbrigade geworden ist, an deren militrischen Aktivitten er sich jetzt beteiligt. Auch seiner Schwester Renate bleibt das erhoffte Glck versagt, wird doch der, den sie liebt, tdlich verwundet. Einer Gestalt nur ist es vorbehalten, unangefochten durch uáere und innere Wirren ihren Weg zu gehen: Marie, das angenommene Kind, dessen Herkunft sich im Dunkel verliert. Sie, die Mrchenprinzessin, erfllt die Verheiáung, die von Anbeginn mit ihr verknpft ist. Sie heiratet Lewin und erlst das Geschlecht der Vitzewitz von dem Schatten einer dsteren Vergangenheit. Whrend sich Berndt von Vitzewitz mit Leib und Seele in den Kampf gegen die Fr anzosen strzt, geraten seine Kinder, Renate und Lewin, in den Irrgarten der Liebe, dessen Ausgang ihnen lange Zeit verborgen bleibt. Wunderbare Szenen menschlicher Selbstgewiáheit und Geborgenheit wechseln mit Phasen der Zerrissenheit und Verzweiflung. Untergang und Rettung liegen dicht beieinander.
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Bunte Steine. Erzählungen Adalbert Stifter Taschenbuch, Dezember 1994 Verkaufsrang: 231455 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Bunte Steine" - unter diesem Titel veröffentlichte Adalbert Stifter 1853 sechs in den Jahren 1842 bis 1852 entstandene Erzählungen, darunter das berühmte "Bergkristall". Mit einem Nachwort, einer Zeittafel zu Stifter, Anmerkungen und bibliographischen Hinweisen von Professor Dr. Hannelore Schlaffer, Universität Freiburg im Breisgau. "Wenn man von Goethes Schriften absieht (
); was bleibt eigentlich von der deutschen Literatur übrig, das es verdiente, wieder und wieder gelesen zu werden? Lichtenbergs Aphorismen, das erste Buch von Jung-Stillings Lebensgeschichte, Adalbert Stifters Nachsommer und Gottfried Kellers Leute von Seldwyla (
)" Friedrich Nietzsche, "Menschliches, Allzumenschliches"
Bunte Steine - unter diesem Titel veröffentlichte Adalbert Stifter 1853 sechs in den Jahren 1842-52 entstandene Erzählungen. In der Vorrede legt er, herausgefordert durch einen ungerechten Angriff Friedrich Hebbels wegen der angeblichen Kleinheit und Unbedeutendheit seiner Figuren und Themen, sein weltanschauliches Bekenntnis zum »sanften Gesetz« ab: Das Große, Welterhaltende liege im stillen Wachsen und langsamen Werden, nicht im jähen Ereignis, das...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ziselieren mit Sprache 4 von 5 Punkten Wenn es denn möglich ist Natur - sowohl die des Menschen, wie auch die ihn umgebende - mit einem nicht übertriebenen, aber sehr wohl angenehm, greifbaren Pathos in Sprache einzufangen, so ist dies Stifter in ausgezeichneter Form gelungen. Mit unglaublicher Liebe zu den kleinsten Details, die doch nie aus dem großen Gesamtbild herausgerissen sind, zeichnet dieser Literat in den 6 Erzählungen dieser Sammlung ein von Anmut durchwirktes Bild der Natur und der darin und damit lebenden Charaktere. Menschen, die in ihrer Einfachheit und gleichzeitig doch tiefgreifender Lebensbejahung auch unserem Bild von Leben, Lieben, Leiden und Lernen manchen Mosaikstein für ein buntes Lebensbild beisteuern können. |
Die Kreutzersonate Leo N. Tolstoi Taschenbuch, Januar 1984 Verkaufsrang: 140071 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Leo N. Tolstois Erzählung die Kreutzersonate (1891) gibt die Geschichte einer tragisch mißglückenden Ehe. Nach Junggesellenjahren zügellosen, insgeheim bereuten Genusses beschließt der adlige Grundbesitzer Posdnyschew, zu heiraten und fortan ein bürgerlich-sittliches Leben zu fuhren. Doch bald nach der Eheschließung empfindet er Gleichgültigkeit, Gereiztheit, ja Haß und Abscheu gegenüber seiner Frau, die er zugleich mit einem Verlangen, das er für »tierisch« hält, wider Willen begehrt. »Der Geschlechtstrieb ist ein Übel, ein schreckliches übel, das man bekämpfen und nicht, wie es bei uns geschieht, fördern soll«, meint er, unfähig, die sexuelle Liebe zwischen Mann und Frau als etwas Positives zu begreifen. Als Dreißigjährige ist seine Gattin eine Schönheit; sie widmet sich nun, nachdem sie fünf Kinder geboren hat, ihren persönlichen Neigungen, besonders dem Klavierspiel. Posdnyschew vermutet, daß sie nach einer neuen Liebe Ausschau hält, und er vergeht vor Eifersucht, wenn sie in dem gemeinsamen Haus mit einem Geiger, einem schönen, eleganten Mann, musiziert. So kommt es zur äußersten Zuspitzung des Ehekonflikts, dem Racheakt Posdnyschews, der keinen anderen Ausweg sieht, als die vermeintliche Ehebrecherin umzubringen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Fesselnde Erzählung mit vielen philosophischen Gedanken 5 von 5 Punkten Ein Reisender trifft in einem Zug einen Herrn mit Namen Posdnyschow, welcher im Lauf eines sich entwickelnden Gespräches zugibt, seine Frau ermordet zu haben. Im nun folgenden, langen Dialog (zeitweise hat die Erzählung auch monologisierenden Charakter) entwickelt Posdnyschow die Motive für seine Tat, die er im damaligen russischen Zeitgeist, der Ehe an sich und der Gesellschaft sieht.
Auch wenn viele Ansichten von Tolstoj gemessen an heutigen Verhältnissen nicht mehr zeitgemäß zu nennen sind, so zum Beispiel seine Forderung nach geschlechtlicher Askese. so wirft das Buch doch viele interessante Fragen auf und ist stilistisch durchaus fesselnd geschrieben. Vor allem die letzten Seiten, welche den Mord an der Ehefrau behandeln, gingen mir als Leser sehr nahe. Sicher hat Tolstoj noch bessere Werke verfasst, aber ihm ist mit dieser Erzählung dennoch ein grandioses Psychogramm einer zerrütteten Ehe gelungen.
Das Nachwort, welches Tolstoj wohl später erklärend für seine Zeitgenossen verfasst hat, kann man als Leser hingegen getrost ignorieren, da es nicht mehr dem Zeitgeist entspricht und teilweise sehr dogmatisch klingt.
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Krieg und Frieden: 2 Bände Lew Tolstoj Broschiert, 24. Oktober 2007 Verkaufsrang: 36736 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In seinem grandiosen Meisterwerk entfaltet Lew Tolstoj auf über 2000 Seiten ein großes Epos über das Schicksal dreier russischer Adelsfamilien in der Zeit der Napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts. In seinen epischen Dimensionen von Tolstoj selbst in die Nähe der Ilias gestellt, behauptet dieser Roman nicht nur seinen Rang als eines der herausragenden Werke der Weltliteratur, sondern er ist auch und vor allem eines: spannende Lektüre.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Tolstois Mammutwerk... 4 von 5 Punkten ...ist sicherlich ein großes, bedeutendes und umfangreiches Werk. Ein großes Werk der Weltliteratur und das nicht nur aufgrund seiner über 2000 Seiten. Ein Buch voller Klugheit, Wahrheit und Philosophie, ein historischer und gesellschaftlicher Spiegel der Zeit der napoleonischen Kriege und die Geschichte dreier adliger Familien in Russland in den Kriegswirren zur Zeit Alexander I.
Das Buch lebt - wie alle Bücher Tolstois - von seiner schönen Sprache und einer bewegten Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, als dass sie von den großen Themen Liebe, Leidenschaft und Tod handelt.
"Krieg und Frieden" ist ein Buch, dass einem viel gibt, dem Leser aber auch viel abverlangt. Es liefert einen detaillierten historischen Einblick der Zeit, stellt aber zugleich größere Anforderungen an die Geduld des Lesers, der sich vielfach durch ganze Kapitel theoretischer Abhandlungen und Deutungen kämpfen muss. Insbesondere das letzte Drittel des Buches gleicht einer Anhäufung historisch-philosophischer Betrachtungen, die Tolstoi ein drittes und viertes Mal, oftmals mit den gleichen Worten, gebetsmühlenartig wiederholt. Zum Ende des Buches hin ist man froh über jedes Kapitel, in dem Tolstoi zur Geschichte der handelnden, liebenden und leidenden Hauptfiguren des Romans zurückkehrt. Ein wahrhaft großes Werk Tolstois, für mich aber nicht sein größtes. Sein bedeutendstes und reifstes Werk ist und bleibt für mich "Anna Karenina", ein gleichfalls umfangreicher Roman, aber von noch größerer emotionaler Spannkraft, zeitloserer Thematik, einer reichen, schönen Sprache und einer Fülle von wunderbaren poetischen Bildern. Der Epilog in "Krieg und Frieden" mit seinen Schlussblick auf Familie und Ehen der verbliebenen und sich zusammen gefundenen Protagonisten bereitet schon das spätere Thema "Anna Kareninas" vor und weist auf die Vollendung Tolstois Meisterschaft....
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Sieben Legenden Gottfried Keller Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 263391 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.
| Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Das Ländchen Friesack und die Bredows: Unbekannte und vergessene Geschichten aus der Mark Brandenburg Theodor Fontane Broschiert, Mai 2005 Verkaufsrang: 270360 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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