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Pierre und Jean: Die Geschichte zweier Brüder Guy de Maupassant Taschenbuch, Juli 2004 Verkaufsrang: 266511 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Pierre und Jean ist einer der berühmtesten Romane von Maupassant neben Bel Ami (it 280), Stark wie der Tod und Ein Leben. Es ist die Geschichte zweier rivalisierender Brüder vor dem Hintergrund der normannischen Küstenlandschaft: Die Brüder Pierre und Jean sind von Kindheit an auffallend verschieden in ihrem Temperament nicht weniger als in ihrem Äußeren: Pierre, ein scharfer Analytiker mit höchsten Ansprüchen an sich und andere, Jean, eine allseits beliebte Frohnatur. Als ein Freund der Familie eines Tages Jean zum Alleinerben seines Vermögen bestimmt, regen sich in Pierre Mißtrauen und Neid
Guy de Maupassant (18501893) ist einer der großen Romanciers Frankreichs. Existentielle Konflikte, Milieuschilderungen und psychologische Analyse machen seine Romane und Novellen zur auch heute noch fesselnden Lektüre.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Auch nach über hundert Jahren packend und lesenswert... 5 von 5 Punkten ... fand ich diesen Roman. Da der Konflikt zwischen den zwei rivalisierenden Brüdern Pierre und Jean auch heute in ähnlicher Form stattfinden könnte, bewegt diese Geschichte immer noch. Guy de Maupassant hat ein Familienpsychogramm beschrieben, das jede Menge Verwicklungen beinhaltet und jeder einzelne Charakter fügt sich wie ein perfekt passender Puzzlestein zum Gesamtwerk. Genau beobachtete Einzelszenen und treffend geschilderte Episoden bereiten ein durchgehendes Lesevergnügen. Und spannend ist das Ganze auch noch - ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen bis ich es ausgelesen hatte.
Wie gut dieser Roman ist, merkte ich daran, dass ich gerne mit dem Autor eine Diskussion über das Verhalten von Jean führen würde.
Ich empfehle das Buch für die Hausbibliothek. Was nach hundert Jahren noch so aktuell ist, wird noch lange weiterbestehen. Und ein nettes kleines Geschenk ist dieser Klassiker auch - insbesondere diese Insel-Taschenbuchausgabe mit der schönen Manet-Illustration auf dem Umschlag.
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Aquis submersus Theodor Storm Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 243905 Diese Reihe wendet sich mit ausgewählten und ungekürzten Werken großer Erzähler vor allem an die Liebhaber ansprchsvoller Bücher.Bei der Gestaltung und Ausstattung dieser besonders lesefreundlichen Ausgabe wurde höchsten bibliophilen Anforderungen getragen: in der Wahl von Schriftbild,Papierqualität und ausgewogen handlichem Format (11 x 18 cm); alle Bücher haben Fadenheftung, eine mit Feinlinien bezogene und mit einer Blindprägung versehene Decke, ein zweifarbig geprägtes Rückenschildchen und einen veredelten Schutzumschlag. Die Bände sind jeweils mit einem Autorenbild ausgestattet und haben einen Umfang von 120 bis 170 Seiten.Mit einem für diese Ausstattung einmaligen Preis von DM 16,80ÖS 123,00sFR 16,80soll dem geübten und anspruchsvollen Leser eine echte Alternative zum Taschenbuch geboten und darüber hinaus die Entscheidung zu einem Buchgeschenk erleichtert werden. Inhalt, Umfang, Gestaltung und Preis sollen aber auch dem "Einsteiger" Anregung zum Lesen sein.Die Reihe wird halbjährlich um einen weiteren Band ergänzt. Sie ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
sehr interessante Chroniknovelle 5 von 5 Punkten Storms Novelle „Aquis submersus" erschien zum ersten Mal 1876 und beinhalten eine tiefliegende Kritik an Adel und Kirche. Heute ist diese Kritik immerhin historisch und literarisch interessant, um einerseits zu betrachten, wie Zeitgenossen ihre Gesellschaft gesehen haben und andererseits um die unterschiedlichen Möglichkeiten der Gesellschaftskritik zu beleuchten. Zusätzlich interessant für diese Art der Betrachtungen wird das Buch auch durch den interessanten (für Storm üblichen) Schreibstil, der das Lesen recht einfach werden lässt. Damit ist es auch möglich, das Buch außerhalb von Universität oder Schule in die Hand zu nehmen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Süsser Liebe Bittere Frucht 5 von 5 Punkten "Aquis submersus" ist eine Novelle, zu der man sich mit Neugier greift-allein schon wegen des unheimlichen lateinischen Namens; wer zuerst "Immensee" gelesen hat, wird schon ahnen, dass wir in dieser Erzählung eine grauenhafte Endlösung vor uns finden. Der rätselhafte Titel wird nicht sofort erklärt, zuerst lesen wir eine lockende Beschreibung über die Landschaft nördlich von Husum, wer diese kennt, sieht das Ganze vor den Augen wenn der Blick die Stormschen Zeilen entlang läuft. Der Vorschlag "culpa patris" klingt unheimlich-und in seinem Innersten fühlt man sich doch, dass es irgendwie stimmen muss...ich glaube den Rest der Novelle in den jungen Jahren so schnell gelesen zu haben, wie man sonst damals nur einen Krimiroman fertig brachte. In diesem Sinne übertrifft die Novelle alle anderen aus der Stormschen Feder. Unmögliche Liebe, unmöglich und verboten weil die Standesunterschiede noch so viel galten-hat ihre bittere Frucht geerntet: Hass, Zweikampf und zuletzt das traurige Ende, das schon von den Initialbuchstaben angedeutet wurde. Aber die standesmässigen Zäune sind teils nur Kulissen, hinter denen die Unterschiede der Personenchemie leicht zu verbergen sind; sie verstärken eine Abneigung, die auf jeden Fall vorhanden ist. Wie schön beschreibt Storm das Liebespaar! Die sinnlichste Liebe wird mit so romantischen Zügen bezeichnet, dass die Sinnlichkeit fast nicht mehr zu erkennen ist! Die männliche Hauptfigur ist ein Künstler und Storms Ausdrücke sind leuchtend und scharf wie die Pinselstriche zu der Zeit der Erzählung zu sein pflegten. Eine Novelle für die Jugend und für diejenige, die sich noch jung fühlen! |
Mansfield Park Jane Austen Taschenbuch, August 2002 Verkaufsrang: 218537 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Der Herrensitz 'Mansfield Park' ist der Hauptschauplatz dieses berühmten Familienromans, in dem mit viel Ironie und Witz das Schicksal der armen Fanny im Kreise der reichen Verwandtschaft erzählt wird. Mehrere Heiratsanträge, einen Ehebruch und natürlich Liebe gibt es zuhauf in diesem buntesten Meisterwerk der großen Dame der englischen Literatur.
Als Fanny Price den Heiratsantrag des begüterten Henry Crawford ablehnt, muß sie wieder in die bedrückende Atmosphäre ihres ärmlichen Elternhauses zurück. Der Grund für ihre Ablehnung: Fanny liebt ihren Cousin Edmund, der ihr zunächst auch aufrichtig zugetan ist - bis er in den Bann von Henrys Schwester, der redegewandten Lady Crawford, gerät und für Fanny verloren scheint... Ein Klassiker der englischen Literatur - jetzt erfolgreich verfilmt von...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
Ausdrucksstarker & feingeschliffener Roman! 5 von 5 Punkten
Auf diesen Roman habe ich mich riesig gefreut - war jedoch aufgrund der Kritiken, auf komplexeren Stoff gefasst, als beispielsweise "Stolz & Vorurteil". Zugegeben, der Anfang war etwas langatmig: Da wird ein Ausflug in einen nicht besonders aufregenden Park unternommen und über 40 Seiten hinweg beschrieben. Oder die akribische Inszenierung eines Theaterstückes über 50 Seiten, das dann doch nicht aufgeführt wird. Das ist aber nur im ersten Drittels der Fall. Danach steigert sich die Geschichte stetig, sodass ich das Buch schliesslich nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Jane Austen ist eine wundervolle Erzählerin. Sie besitzt eine ausdrucksstarke, feingeschliffene Sprache, die jede noch so kleine Facette aufnimmt und benennt. Bei ihr sitzt einfach jedes Wort dort, wo es hingehört, und sie hat ihre Geschichte an jeder Stelle fest im Griff. Ihre Beobachtungsgabe geht weit über Oberflächliches hinaus, obwohl sie eine Meisterin ist, gerade diese Oberflächen zu beschreiben. So gibt sie ein lebhaftes Bild der Konventionen ihrer Zeit wieder und ermöglicht dem Leser einen Blick auf die Menschen, ihr Leben und das soziale Korsett. Und: immer mit einem kleinen Zwinkern im Auge.
Sie dringt tief in ihre Figuren ein, und lässt den Leser an ihren zahlreichen Gemütsverfassungen und Empfindungen teilhaben. Es war eine solche Freude am Familienleben in Mansfield Park teilzunehmen und die Entwicklung und das Erblühen der Protagonistin, Fanny Price, zu erleben.
Die Wende, die mit Mr. Crawfords Sinneswandel eintrat, Fannys unerwartetem Verehrer, brachte dann noch einmal einen ganz neuen Schwung in die Geschichte, und von da an war es mir nicht mehr möglich mit dem Lesen aufzuhören. Er, der eigentlich Fanny einen bösen Streich spielen wollte, sitzt nun selber in der Falle, und so wird aus der Katze plötzlich die Maus.
Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Klappentext bereits den ganzen Inhalt der Geschichte enthüllt, denn gerade mit den vielen Wendungen der Ereignisse, hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Als Leser weiss man nicht wie es ausgehen wird, denn es werden mehrere Wege offengehalten, die die Spannung aufrecht erhalten und immer mehr steigern. Ich würde jedem Interessierten raten, den Klappentext zu meiden, denn mit einem offenen Ende ist die Spannung wirklich riesig.
Für mein Gefühl ist dies der reifste Roman der Autorin. Ihr Fingerspitzengefühl ist unglaublich. Ich war vollkommen fasziniert von der Art und Weise, wie sie noch die kleinste Regung beschreibt, wie sie Positionen klärt und Hintergründe darlegt. Die Figuren werden auf diese Art sehr transparent, ohne jedoch durchschaubar zu sein. Herrlich!
Dieses Buch kann ich nicht nur Jane Austen Lesern ans Herz legen. Es ist einfach ein Vergnügen sich von Jane Austen in eine Zeit entführen zu lassen, in der Konventionen galten, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, und ihre Figuren zu treffen, die kennenzulernen eine echte Freude ist.
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Titan Jean Paul Taschenbuch, 19. Dezember 2006 Verkaufsrang: 256171 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Geistige Anstrengung 5 von 5 Punkten Nach seinem großartigen Werk TITAN hat der Autor damals angeblich ein Verlangen nach kleineren und " reinen Spaßmysterien" gehabt und das ist auch verständlich. Denn dieses großformatige Buch ist wirklich eine Arbeit, die uns auch heute noch in den Bann schlägt. In welchen Bann?Schon allein die Sprache, deren Jean Paul sich bemächtigt, ja, gerade so ist es, diese Sprache erschlägt uns Leser auch heute noch fast und das Lesen wird somit zu einer echten Arbeit. Weil man eben nicht alles gleich versteht und vielleicht erst einmal eines seiner kleineren Werke, etwa "Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz" durchgearbeitet haben sollte. Im TITAN aber klingen genau derartige Thesen, Gedanken, Vermischungen und dergleichen zutage. Und wir werden in eine Zeit hineingeführt, die wir dann zu verstehen beginnen. Die Menschen sind eitel und großformatig im Begehren, die Menschen machten sich seinerzeit auf den Weg in eine Zukunft, die heutzutage natürlich bereits überholt ist und von gewaltigen Kriegen und Umwälzungen geprägt. Und trotzdem, ändert sich das Denken, das Wollen und Können des Menschen wirklich? Nach dem langsamen Genuß dieses herrlichen und einmaligen Werkes werden manche Leser sagen, so sind wir und so bleiben wir, nämlich eigenartig und wundersam. Jean Paul aus Wunsiedel aus der Zeit Goethes und Schillers zeigt es uns, wie wir sind und einige der besten Romanciers der Gegenwart nehmen ihn gern zum Vorbild.
Der vergessene Dichter 5 von 5 Punkten Goethe nannte ihn ein "kompliziertes Wesen","Man schätzt ihn bald zu hoch, bald zu tief, und niemand weiß das wunderliche Wesen recht anzufassen". Schiller fand ihn "fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist", und doch galt Jean Paul zu seiner Lebzeit als einer der beliebtesten Schriftsteller beim deutschen Lesepublikum, besonders beim weiblichen. Dann geriet der Außenseiter in der deutschen Literatur in Vergessenheit und erst ein Hinweis von Stefan George und Karl Wolfskehl weckte ein erneutes Interesse für die Person und das Werk Jean Pauls. Jean Paul war ein Vielschreiber und Werke wie der Titan in einem Umfang von 900 Seiten sind beim ihm keine Seltenheit. Im Titan geht es wie fast in allen seinen Werken um die Liebe eines Jünglings, verwiirende Familiengeschichten, Betrug, Geheimnisse, Leben und Tod. Das Besondere bei Jean Paul ist dass er seine Figuren mit einer zärtlichen Liebe beschreibt und begleitet,so dass er auch bei weniger guten Figuren, nicht den Richter spielt. Wichtig für das Verständnis seiner Werke scheint mir seine Biographie zu sein. Jean Paul hat nämlich, bevor er zu schreiben angefangen hatte, Theologie studiert und das Studium nach kurzer Zeit abgebrochen.So findet sich in seinen Werken eine innige Gottesliebe, gläubige, inbrünstige Naturbeschreibungen und der Glaube an die Unsterblichkiet des Menschen. Viele Jean Paul-Leser beklagen sich über die vielen Verwirrungen und Entgleisungen in seinen Werken und über die schwierige, zum Teil unverständige Sprache. Was die Sprache anbetrifft, so darf man nicht vergessen dass Jean Paul seiner Werke zu Beginn des 19.Jahrhunderts schrieb, wobei ich sagen muss, die Sprache war mir überhaupt nicht unverständig. Auch mit den Entgleisungen ist es nicht weiter tragisch. Ab und Zu flicht er ein "Extrablättchen" oder einen Brief ein, die aber immer im Zusammenhang mit der Geschichte stehen. Hervorragend im Titan ist, wei Jean Paul eine Entjungferung und einen Selbstmord vor lauter Publikum beschreibt. Obwohl Jean Paul in der deutschen Kritik fast vollständig ignoriert wird, zählt er zu meinen Lieblingsdichtern Deutschlands neben Heine und Goethe, auch aufgrund seines großen Herzen für die Menschheit und die Erde. |
Bel-Ami Guy de Maupassant Gebundene Ausgabe, März 2002 Verkaufsrang: 279039 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Von den Zeitgenossen wurde 'Bel-Ami' als brillantes Sittengemälde der Pariser Presse- und Finanzwelt bewundert. Zeitlose Gültigkeit gewann das Buch aber als Porträt eines menschenverachtenden Strebertums. Maupassant erschliesst in seinem Prosawerk seelische Landschaften dort, wo andere sie übersehen. 'Bel-Ami' ist der Inbegriff des skrupellosen Aufsteigers, von Selbstsucht, masslosem Ehrgeiz und Rücksichtslosigkeit getrieben. Die Frauen, die seinem Charme erliegen,...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Großartig, fesselnd und immer noch aktuell... 5 von 5 Punkten ... ist dieser Klassiker über die Karriere eines Emporkömmlings.
Mit Spannung las ich Seite um Seite und fand erstaunliche Parallelen zwischen der Gesellschaft in Frankreich um 1885 zu unserer heutigen Zeit.
Nach zwei seichten Unterhaltungsromanen war dieses Buch eine rechte Oase in der Bücherwüste: Ironie und feiner Humor kommen ebenso darin vor wie akribische Beschreibung von Menschen und Lebenssituationen. Mit leichter Hand sind Sätze in den Text hineingemischt, die zu unsterblichen Aphorismen geworden sind. Und das Ganze ist obendrein richtig spannend ohne Blutvergießen, sehr erotisch ohne eindeutige Szenen und moralisch ohne erhobenen Zeigefinger. Spannung, Erotik und Moral ergeben sich im Kopf des Lesers von selbst. Guy de Maupassant erreicht dies allein durch Beschreibung von Situationen und eindrückliche Schilderungen gesellschaftlicher Ereignisse. Wie in einem Zeittunnel findet man sich beim Lesen in Paris um 1885 wieder. Man sieht, schmeckt, hört, riecht und spürt die Atmosphäre und alle Figuren sind psychologisch unglaublich stimmig, Guy de Maupassant hat auch Sigmund Freud in diesem Roman vorweggenommen. Auch ist es eine Leistung, ein umfangreiches Buch über einen Menschen zu schreiben, der einem von Seite zu Seite unsympathischer wird und man will trotzdem wissen, wie es weitergeht.
"Bel Ami" gehört zurecht zu den All-Time-Klassikern, handelt es doch von inneren Wahrheiten und grundlegenden menschlichen Konflikten, wie zum Beispiel der Angst vor dem Tod, mit dem berechnender Egoismus und ausschließliches Streben nach materiellen Dingen bezahlt werden müssen.
Der Roman wirkt lange nach und hat einen Ehrenplatz in der Hausbibliothek verdient.
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Abdias Adalbert Stifter Broschiert, Juli 1998 Verkaufsrang: 225805 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Reihe wendet sich mit ausgewählten und ungekürzten Werken großer Erzähler vor allem an die Liebhaber ansprchsvoller Bücher.Bei der Gestaltung und Ausstattung dieser besonders lesefreundlichen Ausgabe wurde höchsten bibliophilen Anforderungen getragen: in der Wahl von Schriftbild,Papierqualität und ausgewogen handlichem Format (11 x 18 cm); alle Bücher haben Fadenheftung, eine mit Feinlinien bezogene und mit einer Blindprägung versehene Decke, ein zweifarbig geprägtes Rückenschildchen und einen veredelten Schutzumschlag. Die Bände sind jeweils mit einem Autorenbild ausgestattet und haben einen Umfang von 120 bis 170 Seiten.Mit einem für diese Ausstattung einmaligen Preis von DM 16,80ÖS 123,00sFR 16,80soll dem geübten und anspruchsvollen Leser eine echte Alternative zum Taschenbuch geboten und darüber hinaus die Entscheidung zu einem Buchgeschenk erleichtert werden. Inhalt, Umfang, Gestaltung und Preis sollen aber auch dem "Einsteiger" Anregung zum Lesen sein.Die Reihe wird halbjährlich um einen weiteren Band ergänzt. Sie ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Warum treffen diese Schicksalsschläge genau diesen Menschen? 4 von 5 Punkten Warum treffen diese Schicksalsschläge genau diesen Menschen? Wie auf Hiob bricht das Unheil mit biblischer Gewalt über Abdias herein. Der Frage nach dem Schicksal geht Stifter hier nach. Der Frage und dem Genre der biblischen orientalischen Erzählung verpflichtet wählt Stifter einen legendenhaften Erzählstil. Die Erzählung Abdias könnte in 1001-Nacht stehen. Stifter verflicht mehrere Mythen, so den des ewig wandernden Juden; den mit Tiermilch ernährten Gründer Roms (Ditha wird mit Eselsmilch genährt); den Einzug Jesus auf einem Esel in Jerusalem, Abdias kommt mit Esel und Kleinkind nach Europa. In gewisser Weise ist die Lernphase Dithas nachdem sie wieder sehen kann eine Vorstudie zu Stifters grossem Bildungsroman Der Nachsommer. Von einer Abneigung oder gar Feindseligkeit gegenüber den Juden ist von Seiten des Autors in Stifters Abdias nichts zu finden. Im Gegenteil: drei jüdische Generationen um Abdias bilden das Zentrum der Erzählung; in Böhmen findet er eine Heimat. Dem Leser wird der schwer gebeutelte Abdias sympathisch. Dass der Ewige Jude Kaufmann und Reisender ist, wurde ihm aufgezwungen und steht schon bei Shakespeare. Dass er ausgegrenzt wird, liegt in Stifters Erzählung an der Gesellschaft (nicht in Vorurteilen des Erzählers). Abdias ist auch heute und gerade 2005 im Stifterjahr lesenswert.
Kein Meisterwerk 2 von 5 Punkten Wer nicht gerade ein großer Liebhaber Stifters ist, dem sei vom Kauf dieses Buches abgeraten. Auch wenn die Sprache wie gewohnt sehr elegant und die Beschreibung von Orten und Personen sehr eingiebig ist, so lahmt diese Erzählung an der Handlung, die zu jedem Zeitpunkt vorhersehbar ist. Zudem wimmelt es nur so von antisemtischen Klischees, so dass keine wirkliche Lesefreude aufkommen mag. Die Thematik des Buches ist schon in unzähligen anderen Werken auf sehr viel bessere Weise behandelt worden. |
Die schwarze Spinne Jeremias Gotthelf Taschenbuch, November 1997 Verkaufsrang: 250228 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Die Zukunft nicht um einer angenehmen Gegenwart willen zu verkaufen, das ist seine Botschaft, und auch die ist gerade heute wieder sehr aktuell.« Die Rheinpfalz
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Spannende Gruselgeschichte aus dem 19. Jahrhundert 5 von 5 Punkten Dies ist die mit Abstand spannendste Erzählung des konservativ-christlichen Autors aus der Schweiz. Er schrieb sie in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Es sind eigentlich zwei Erzählungen mit einer Rahmenhandlung. Berichtet werden sie von einem alten Mann während einer Tauffeier. Im Mittelalter schließt eine Frau für ihre Gemeinde einen Pakt mit dem Teufel: Er hilft den Männern dabei, eine von dem über sie herrschenden Ritter befohlenen, von Eichen umrahmten Laubengang zu bauen, dafür geben sie ihm das erste in der Gemeinde geborene Kind. Als sich jedoch die Bauern nicht an den Pakt halten, schickt er eine Tot bringende, schwarze Spinne, die nach und nach die Menschen der Gemeinde ausrottet. Nur einer kann helfen: Die Frau, die den Pakt geschlossen hat... Die Erzählung erinnert ein wenig an das Märchen vom Rumpelstilzchen, nur ist der kleine, hässliche Waldschrat aus dem Märchen der Gebrüder Grimm gegen die Teufelsspinne ein rechter Waisenknabe. Mancher Kritiker hat die Spinne mit dem schwarzen Tod, der Pest, gleichgesetzt. Kann sein, dass sich Gotthelf tatsächlich so etwas gedacht hat. Ich halte es jedoch eher für wahrscheinlich, dass Gotthelf mit seiner Erzählung nichts anderem als seinem Glauben Ausdruck verleihen wollte, Dass Satan gegen das Gute, für das man mutig kämpfen müsse, keine Chance habe. Wie auch immer: Entstanden ist jedenfalls eine Grusel- und Horrorerzählung, die es an Spannung mit heutigen Horrorromanen durchaus aufnehmen kann.
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Romane und Erzählungen: Drei Erzählungen Gustave Flaubert Taschenbuch, November 1996 Verkaufsrang: 31754 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auf dem Höhepunkt seines Schaffens schrieb Gustave Flaubert die Erzählungen: "Ein schlichtes Gemüt", "Die Legende von Saint Julien" und "Herodias". Diese meisterhaft komponierten Erzählungen Flauberts fassen alle charakteristischen Elemente seines Gesamtwerks zusammen: die Welt der biblischen Antike, die mittelalterliche Legende und die Moderne. Drei Meisterwerke der französischen Novellistik.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
gutes Buch 5 von 5 Punkten In diesem Buch werden die Schicksale mehrerer Menschen vorgestellt, welche (jeder auf seine Art) mehr oder minder unglücklich sind und auch unzufrieden mit dem Leben beziehungsweise über ihr Handeln in keinster Weise nachdenken.
Doch in jeder der drei Erzählungen kommt nach und nach die Wendung und die Einsicht, dass eine Veränderung einsetzen muss bzw. dass es in der bisherigen Weise nicht weitergehen kann bzw. dass die Zufriedenheit über das Leben doch noch einsetzt.
Ich muss auch dazu sagen, dass der Glaube an Gott in jeder der Erzählungen eine Rolle spielt. In einer eben mehr, in der anderen weniger. Menschen, die also keineswegs an Gott glauben, werden an der ein oder anderen Stelle nur ein überlegenes Schmunzeln aufsetzen...
Besonders gelungen finde ich "Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien". Allein schon ihrer wegen empfehle ich Ihnen den Erwerb dieses Buches. Die beiden anderen Erzählungen sind meiner Meinung nach nicht herausragend, aber trotzdem lesenswert. |
Gesammelte Werke in fünf Bänden: Bunte Steine: Ein Festgeschenk Adalbert Stifter Gebundene Ausgabe, September 2005 Verkaufsrang: 281746 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Alle sechs Geschichten aus Adalbert Stifters heute wohl bekannteste Erzählungssammlung - darunter der von Josef Vilsmaier 2004 verfilmte "Bergkristall" - kreisen um das Thema der Gefährdung scheinbar heiler Welten: sei es durch entfesselte Naturgewalten, sei es durch menschliche Leidenschaften. Als mächtiger erweist sich letztlich aber "das sanfte Gesetz", jenes Weben und Wirken im Kleinen, von dem der Autor in seiner berühmten, ebenfalls mit abgedruckten "Vorrede" spricht: "Ein ganzes Leben voll Gerechtigkeit, Einfachheit, Bezwingung seiner selbst, Verstandesmäßigkeit, Wirksamkeit in seinem Kreise, Bewunderung des Schönen, verbunden mit einem heiteren gelassenen Streben, halte ich für groß; mächtige Bewegungen des Gemütes, furchtbar einherrollenden Zorn, die Begier nach Rache, den entzündeten Geist, der nach Tätigkeit strebt, umreißt, ändert, zerstört und in der Erregung oft das eigene Leben hinwirft, halte ich nicht für größer, sondern für kleiner, da diese Dinge so gut nur Herv orbringungen einzelner und einseitiger Kräfte sind wie Stürme, feuerspeiende Berge, Erdbeben."
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Die Elenden, 3 Bde Victor Hugo Gebundene Ausgabe, 1983 Verkaufsrang: 168668 "O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen." Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt. Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß. Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen. Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk. Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß. Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Der beste Roman der französischen Literatur 5 von 5 Punkten Zu den Größten der Literatur, wie Shakespeare, Goethe oder auch Hugo ist schon fast alles gesagt worden. Also: Warum soll man sich durch ein 1350 Seiten starkes Buch "arbeiten" (denn damit hat es zu tun)? Die Antwort soll klar und eindeutig ausfallen: Mir ist kein literarisches Werk bekannt, in dem auf so einfühlsame Weise deutlich wird, wie große Vorbilder Menschen inspirieren und verändern können. Für den Ex-Sträfling Jean Valjean wird der Bischof von Digne zu solch einer Inspiration. Die durch diesen alten Mann wirkende Kraft der Menschlichkeit macht aus einem Menschen, der 19 Jahre in Gefangenschaft verbracht hat, nicht nur einen der angesehendsten Geschäftsleute in dem kleinen Städtchen Montreuil. Monsieur Madeleine, wie er nun respektvoll genannt wird, wird selbst zu einem Inbegriff menschlicher und moralischer Integrität, der sich am Ende selbst sein ehemaliger Erzgegner und Polizeiinspektor Javert nicht mehr entziehen kann. Wer die entsprechende Geduld und Muse zum Lesen aufbringt, wird reichlich belohnt. Er (oder sie) taucht ein in eine komplexe Welt zwischenmenschlicher Beziehungen, in der eindringlich deutlich wird, was Menschen einander geben, aber auch sich gegenseitig antun können. Als Kulisse dient die äußerst gegensätzliche französische Gesellschaft des unruhigen 19. Jahrhunderts.
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Reise um den Mond Jules Verne Taschenbuch, August 2001 Verkaufsrang: 253648 Vernes Mondreise nimmt die wirkliche Mondexpedition um mehr als hundert Jahre vorweg. Aber das Mondfahrzeug in seinem Roman verfehlt sein Ziel und kreist mit hoher Geschwindigkeit um den Mond. Das Werk schildert den verzweifelten Versuch der Raumfahrer, ihrem Schicksal zu entgehen. Der Roman gilt nicht nur als ein frühes Beispiel der Science-fiction, sondern enthält viele Fakten aus den verschiedensten Gebieten und intensive astronomische Dispute, so daß das Werk nebst der Unterhaltung auch einen großen Reichtum an Wissen bietet.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein typischer Jules Verne 4 von 5 Punkten Abenteuer pur, Humor und vorrausschauende Wissenschaft. An diesem Roman habe ich nichts auszusetzen, ausser das es sich stellenweise nicht leicht liest, auf Grund der technischen Erklärungen - diese Passagen sind zum Teil zu lang auseinander gedehnt worden. Aber ansonsten liest es sich wie ein typischer Jules Verne Roman, wo man inhaltlich, vor allem als Fan, voll und ganz auf seine Kosten kommt. Allein für die Idee, dieser Geschichte würde ich 5 Sterne geben, einen Abzug gibt es nur wegen der stellenweise auftretenden Langatmigkeit. Trotzdem spannend und unterhaltsam! Ein Muß für jede Jules Verne Sammlung.
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Sämtliche Werke und Briefe in zwei Bänden Heinrich von Kleist, Helmut Sembdner Broschiert, 1987 Verkaufsrang: 54542 Die berühmte Kleist-Ausgabe von Helmut Sembdner - zum ersten Mal in einem Band! Als 1961 die nach den Erstdrucken und Handschriften von Helmut Sembdner besorgte und kommentierte zweibändige Kleist-Ausgabe erschien, feierte man dies als Durchbruch der Kleist-Philologie. Endlich konnte man einen unverfälschten Kleist lesen, bis hin zum Komma. Die mustergültige Edition von Helmut Sembdner wurde inzwischen zum Standardwerk, das durch zahlreiche Revisionen stets auf den neusten Stand der Forschung gebracht wurde. Die vorliegende einbändige Taschenbuchausgabe ist text- und seitenidentisch mit der 9., vermehrten und revidierten Auflage von 1993. Mit Anmerkungen, einem Nachwort des Herausgebers, einer Lebenstafel zu Kleist und einem Personenregister.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Talent ohne Lebenssinn 5 von 5 Punkten Der Oduktionsbericht vom 22.11.1811: Als man versuchte, den Schädel der Leiche zu öffnen, zerbrach die Kopfsäge und musste für einen Taler und 12 Groschen repariert werden. - Einen Tag zuvor hatte sich Kleist mit seinem Seelen-Du Henriette Vogel am Berliner Wannsee aus dem Leben freiwillig verabschiedet. Kleists Kampf um Anerkennung gab er selbst verloren, sein dämonisches Streben erstarb in Maßlosikeit und Unfruchtbarkeit. Nur Schiller konnte wie Kleist dramatische Werke verfassen und doch in ganz anderer Weise. Kleist schaffte nicht einen Wallenstein, seine Werke bleiben thesenhaft, experimentell und häufig offen in der letzten interpretatorischen Konsequenz (Starke Ironie in der Marquise O.). Die Hauptfiguren sind des öfteren Frauen, die dort siegen, wo in seinem Leben Hoffnung scheiterte. Sein Ehrgeiz blieb immer ungeteilt, einzig in der dämonischen Übertreibung fand er seine Henriette. So wie er sich strebsam und ehrgeizig verglich mit den Werken, so mit der eigenen Person gegenüber anderen. Sein Bestreben nach Teilhabe und Anerkennung verlief ohne Widerhall im Sande und bestimmte ihn zum großen Einzelgänger der deutschen Literaturgeschichte.
Diese Zusammenfassung seines Werkes ist eine runde Sache, weil nichts fehlt. Kommentare Dritter natürlich, da sie über Kleist berichten, doch hier bis zu den Briefen und den kurzen Essays wie "Die Verfertigung der Gedanken beim Reden" zeigen Klarheit seines Denkens.
Die Erzählungen sind Spiegelbild seines Lebens, sie sind einfach nur Spass an der beabsichtigten Verwechselung wie im Amphitryon, sind Macht im Kampf der Geschlechter bei Penthesilea oder Ambivlalenz zwischen der Vernunft und dem Gefühl an der Wiege zwischen Klassik und Romantik insbesondere im Erdbeben von Chili. Sein Sehen auf Menschen ist geblendet wie Graf Strahls Sicht auf das Käthchen von Heilbronn, seine Abkehr vom Militär ist im Prinzen von Homburg aufgearbeitet und nochmals sei die Penthelisea erwähnt, mit der er die Hommage an das alte Griechenland in die Waagschale werfen wollte gegen Goethes Iphigenie oder Schillers Gedichte. Kleist ist nicht in Arkadien geboren, diese idealistische Denkweise war nicht seine, eher die vernünftig preußische, die ihn in den Kerker der Konventionen versuchte zu halten. Sein Leben ist versuchter Ausbruch, am Ende in Geldnot erlangte er Verachtung seiner Schwestern.
Die Gesamtausgabe ist allemal eine Bereicherung. Über Kleist finden Sie in den Biographien (z.B. bei Gerhard Schulz) und über Kleists o.a. Stücke diverse Rezensionen von kpoac.
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Stolz und Vorurteil Jane Austen Broschiert, November 2006 Verkaufsrang: 266467 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mal nachdenken. Wie kam ich zu Jane Austen? Richtig! Eine Freundin von mir verschlang all ihre Bücher regelrecht und forderte mich immer wieder mal auf, doch auch mal was von ihr zu lesen. Höfliche Ablehnung meinerseits. Was gingen mich die langweiligen Salongespräche englischer Herrschaften an? Der Druck wurde verstärkt und als schließlich beinahe die Beziehungsfrage darüber gestellt wurde, entschloß ich mich zur Lektüre.Stolz und Vorurteil wurde mir wärmstens empfohlen! "Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringenderes braucht, als eine Frau!" In diesem Falle ist der reiche Freier Mr. Darcy, der auf einem Ball Elisabeth, die intelligente Protagonistin unseres Romans, kennenlernt. Zuerst findet sie nichts als Verachtung für diesen hochmütigen Schnösel und sein abfälliges Gehabe. Elisabeths Mutter, eine geldgierige Dame, sähe nichts lieber, als die Verheiratung ihrer Tochter und den damit verbundenen gesellschaftlichen Aufstieg. Vater Bennet, in langjährigem Ehepandämonium zum Zyniker geworden, hält sich aus allem raus. Darcy wiederum verachtet die Bennets ihrer Vulgarität und ihres niedrigen Standes wegen. Ein Happy-End scheint ausgeschlossen -- doch es kommt anders. Hoppla, das waren ja geschliffenste Dialoge! Jane Austen durchleuchtet und entlarvt diese in der Kälte der Konventionen erstarrte, snobistische und dünkelhafte englische Gesellschaft mit leichtestem Ton. Das Streitgespräch zwischen Elisabeth und Darcys Tante gehört zu einem der vielen Highlights dieses Romans, der, 1813 veröffentlicht, vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Gleichzeitig schuf Austen, die in ihren Romanen stets menschliche Schwächen und Torheiten veranschaulichte und ihren Figuren mittels brillianter Dialoge Leben einhauchte, eine der hinreißendsten Frauengestalten in der Literaturgeschichte überhaupt -- Elisabeth Bennett. Zu empfehlen ist übrigens auch die Lektüre des englischen Originals Pride and Prejudice, da die Übersetzungen dem sprachlichen Genie Austens nie ganz gerecht werden. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 84 Bewertungen)
So spannend kann Liebe sein... 5 von 5 Punkten Mit diesem Buch ist es Jane Austen eindrucksvoll gelungen eine, nicht ganz einfache, Liebesgeschichte zu erzählen.
Eine aufregende Zeit steht der Familie Bennet bevor, da sich hoher (männlicher) Besuch in der Nachbarschaft angekündigt hat. Wird sich der Wunsch der Mutter, bald eine von ihren Töchtern verheiratet zu sehen, endlich erfüllen?
Mit ein bisschen Fantasie und Sinn für Romantik wird diese Buch zu einem spannenden Lesevergnügen.
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Der Nachsommer: Mit einem Nachwort von Ludwig Harig Adalbert Stifter Taschenbuch, Juli 2005 Verkaufsrang: 203979 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Der Nachsommer" ist Adalbert Stifters Hauptwerk. Herzstück des Romans ist eine unerfüllt gebliebene Liebe. Es ist die Geschichte davon, "welch ein Sommer hätte sein können, wenn einer gewesen wäre" - eine der wehmütigsten Liebesgeschichten, die jemals geschrieben wurden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Genial ! 5 von 5 Punkten Die Gegner und Verächter dieses Romans sagen, es ginge darin nur um die Frage, ob denn ein Gewitter kommen würde oder nicht - ja natürlich haben Sie recht. Aber genau das ist das Geniale an diesen 800 Seiten, die Stifter geschrieben hat! Darüber muss man meditieren! Dann wird man auch diese wichtige "Gewitter Frage" verstehen.
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Nana Emile Zola Taschenbuch, 15. Januar 2004 Verkaufsrang: 261576 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Aufstieg und Niedergang einer "Grande Cocotte". Nana, eine hübsche Prostituierte in Paris Mitte des 18. Jahrhunderts, bekommt eine Rolle als Venus in einem kleinen Varietétheater, in dem sie erstmalig fast nackt, nur mit einem durchsichtigen Schleier bekleidet, auftritt. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, und das Publikum starrt erregt auf den Körper dieser Frau, die sich aufreizend mit ihren langen, rotblonden Haaren auf der Bühne bewegt. Nicht ihr Talent macht sie so anziehend, sondern ihre sinnliche Ausstrahlung, die unwiderstehlich den Trieb der Männer anspricht. Die reichen Männer, mit denen sie schläft, beginnen ihr zu verfallen, und Nana nutzt diese Chance, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Ihre eigene Raffinesse und die Besessenheit der Männer verhelfen ihr zum Luxus. Leichtsinn und Übermut bringen sie schließlich zu Fall. Die französische Gesellschaft in dieser Zeit, mit ihren Schichten, und der Mensch, der seinen Trieben unterworfen ist, spiegeln sich in diesem Buch wieder. Die Not der Armen in den Gassen, und die Langeweile der Reichen in ihren Salons, zu denen Nana aufsteigt, werden gegenübergestellt. Durch diese Gegenüberstellung wirft der Autor soziale Fragen auf, die auch das Thema Prostitution betreffen. Besonders faszinierte mich, wie Emile Zola es verstand, die Atmosphäre im Verlauf des Romans immer dichter werden zu lassen, bis am Ende die unersättliche Nana die Männer ausbeutet, in den Ruin treibt und sich dabei selbst mehr und mehr verstrickt. Stilistisch manchmal grob, herb, dann wieder ästhetisch und poetisch, unnachahmlich in seiner Plastizität, läßt der Autor je nach Erfordernis die Charaktere sprechen. Leidenschaft, die Leiden schafft! --Claudia Berg
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Emile Zola: in meinen Augen einer der größten Schriftsteller des 19ten Jahrhunderts! 5 von 5 Punkten Emile Zola hat mit Nana ein wahres Meisterwerk geschaffen. Nana, mit einem Wort von Zola als die Sexbombe schlechthin beschrieben, spielt mit den Männerherzen des französischen Pariser Adels, lässt sich aushalten und gibt ihnen nur stundenweise, das was sich ein Mann von ihr am meisten gewünscht hat; nämlich Sex. Wobei hier Zola die erotischen Szenen nicht beschreibt, man muss zwischen den Zeilen lesen, wie es knistert. Nana, eine völlig unbegabte Schauspielerin überzeugt in einem Theaterstück (Debütaufführung) allein nur mit ihrem Sex-Appeal. Den Zuschauern ist egal, wie sie spielt (denn sie spielt qualitativ schlecht), es passt in die Rolle und sie hatte wie gesagt eben eine Menge Sex-Appeal. Mit diesem Stück wurde sie sogar noch berühmt in ganz Paris. Nanas Untergang: das Nachfolgetheaterstück, bei dem es nicht auf Sex-Appeal, sondern künstlerische Fähigkeiten und hervorzuhebendes Schauspielereikönnen ankam, was sie jedoch nicht hatte. Und sie übertreibt es mit der Ausbeutung der Männerherzen. Mit einem entscheidenden Fehler (... sie geht mit dem Vater des Mannes, der sie aushält ins Bett...) verlässt sie nun auch der adelige Mann, der ihr so manch Fehltritt (... er wusste, dass sie fremd ging...) verziehen hatte. Aber die Sache mit seinem Vater hat ihm dann doch noch den Rest gegeben, so dass er sich von ihr am Schluss abgewandt hatte, weil er das nicht mehr ertragen konnte.
Nana, ein wunderbares Werk von Zola. Und trotzdem frage ich mich an dieser Stelle, wieso er nicht auf die erotischen Szenen eingegangen ist? Es wäre in Nana nahezu perfekt gewesen. Ich hätte es nicht verpönt, schließlich schreibe ich ja auch darüber, aber wieso hat es Zola nicht getan? Comte de Mirabeau und Marquis de Sade haben es doch auch getan, und sogar noch viel früher, wenn man in die Vergangenheit zurückgeht. Aber ich denke, ich weiß, wieso er in seinem Roman die Erotik gänzlich weggelassen hat. Er wollte wohl als "seriöser Schriftsteller" glänzen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich es schade finde, dass sogar in unserer heutigen Zeit Schriftsteller, die erotische Romane schreiben, von der Gesellschaft nicht als seriös bezeichnet werden. Wir brauchen uns an dieser Stelle ja nur die Bestseller-Liste von Amazon anschauen und diese mit der Spiegel-Bestseller-Liste vergleichen. Wahrscheinlich hätte Zola ebenfalls - so wie auch die anderen Schriftsteller erotischer Romane - einen Pseudonym Namen verwendet, um Nana als erotischen Roman zu veröffentlichen, hätte er soweit gehen wollen. Ich finde es außerdem schade, dass sich die vielen guten Schriftsteller hinter einem Pseudonym gerade aus diesem Grund verstecken müssen. Also ich stehe dazu, was ich schreibe und ich schäme mich nicht für eine einzige erotische Zeile in meinen Romanen. Daher verstecke ich mich auch nicht hinter einem Pseudonym.
Zola hat mit Nana ein Meisterwerk geschaffen und es wäre noch viel pompöser geworden, hätte er die Erotik mit einfließen lassen. Sie hätte hier vorzüglich gepasst. Was ich bis heute noch nicht verstehen kann, jeder tut es (sagt er zumindest), jeder will es sehen (man sieht es in Filmen. Cold Mountain ist nur ein Beispiel von vielen), jeder will es auch lesen und trotzdem spricht man nicht geradeheraus in der Öffentlichkeit darüber und tut dies alles unter dem Deckmäntelchen "ich doch nicht" verstecken, da es nicht als seriös angesehen wird. Sollte man hier nicht sogar von einer heuchlerischen Gesellschaft sprechen? Hier sollte mal jeder selbst darüber nachdenken, aus welchem Grund ein seriöser Schriftsteller nicht über Sex schreiben sollte. Also mir fällt kein Grund ein.
Aber um auf Zola zurückzukommen. Ich finde diesen französischen Klassiker Weltklasse und ich kann ihn jedem nur weiterempfehlen (Hoffe, ich erreiche das mit 'Mariposa' und 'Obsession, Sinnenrausch & Bella Donna' auch...): Lasst euch von Nana, Zolas gelungenen Sexbombe überzeugen. Es lohnt sich! Und wer es nicht glaubt, sollte sich dieses wunderbare Werk gleich bei Amazon bestellen. Kein Cent ist hier umsonst ausgegeben.
P. S.: Und es stellt sich hier die Frage, ob nicht sogar Shakespeares "Sommernachtstraum" mit einer gewürzten Portion Erotik noch weitaus besser geworden wäre, als er es eh schon geworden ist (... seht euch hierzu meine Rezension an...). Ich bin überzeugt davon, dass es möglich gewesen wäre.
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Die Menschliche Komödie. Die großen Romane und Erzählungen: Vetter Pons Honore de Balzac Taschenbuch, Dezember 1996 Verkaufsrang: 230424 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Für Balzac typisch sind Ausgangspunkt und Thema des Romans: die leidenschaftliche Sammelwut des Musikers Pons, der mit seiner bescheidenen Rente kostbare Gemälde, Miniaturen und Gläser erwirbt. Er läßt sich die Demütigungen seiner reichen Verwandten, der Camusots de Marville, nur ungern gefallen, glaubt sich aber auf das allwöchentliche Mittagessen, das er bei ihnen erhält, angewiesen. Deshalb bemüht er sich um ihre Gunst und versucht, einen Freier für ihre Tochter Cecile zu finden. Als das Heiratsprojekt mißglückt, gibt man ihm die Schuld, und der Groll der Familie entlädt sich über ihn. Er wird gesellschaftlich diskriminiert und siecht einsam und verzweifelt dahin. Hilflos wie er ist, gerät er unter die Obhut der habgierigen Concierge Madame Cibot, die zufällig erfährt, welchen Reichtum seine Sammlung darstellt. Ohnmächtig muß er zusehen, wie die Intrigen sich immer enger um ihn zusammenziehen..." (Aus: Kindlers Neues Literatur Lexikon)Honore de Balzac (1799-1850): Mißerfolge als Verleger, Spekulationen und ein luxuriöser Lebensstil stürzten Balzac in hohe Schulden und zwangen ihn zu rastloser literarischer Arbeit.
»Balzac ist der glücklichste Beobachter; seine Sehkraft durchdringt alle Regionen der Pariser Existenz. Er anatomirt diesen großen Cultus, dem sich Paris opfert und von dem man kaum weiß, ob er bloß der Cultus der Mode oder des Geldes ist. Balzac ist der Dichter des Geldes, einer Maschinerie, die ihre Wunder hat, so gut wie das alte Epos.« Karl Gutzkow »Balzac, den ich für einen weit größeren Meister des Realismus halte als alle Zolas der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Geld verändert den Menschen 3 von 5 Punkten Ein Klassiker, der inhaltlich noch immer brandaktuell ist. Damals wie heute verwandeln sich bislang rechtschaffene Mitmenschen in fast schon bestialische Zeitgenossen, wenn es ums erben geht. Der Künstler Pons, ein Ausbund an Gutmütigkeit wird kurz vor seinem Tod von einer Meute raffsüchtiger Menschen umgeben, die ihn noch schneller in den Tod treiben. Ein Buch, das die meiste Zeit überzeugt auch wenn Balzacs Exkurse m.E. teilweise etwas zu ausführlich ausfallen. Die Sprache der aktuellen Belletristik gewöhnt, fällt es am Anfang schwer, das Buch zu verstehen, doch das gibt sich mit der Zeit.
Die bittere Wahrheit 5 von 5 Punkten Pons, der arme Verwandte des Gerichtspräsidenten Camusot de Marville, des Ministers Popinot und des Abgeordneten Cardot , besitzt eine Kunstsammlung im Werte von 800.000 Francs! Das ganze Leben sparte er und legte sein Geld in Kunstschätze an, die er wie seine eigenen Kinder liebt - eine böse Verleumdung beraubt ihn seiner kostenlosen Mittags-und Abendmahlzeiten bei der reichen Verwandtschaft. Diese Zurückweisung durch die Gesellschaft trifft ihn im Innersten und wirft ihn auf das Krankenlager. Hier lernt er alle Höhen und Tiefen des Lebens kennen: die treusorgende Liebe seines Freundes Schmücke und die skrupellose Habsucht der Pförtnersfrau, der Händler und Notare, die das "Geschäft ihres Lebens" machen wollen. Aber Klügere und Mächtigere schieben sich zwischen sie und den Schatz, sie werden zu Schachfiguren in den Händen der Präsidentin. Das "Schach dem König" gilt einem harmlosen Gegenspieler, der diesem Kampf in keiner Weise gewachsen ist. Und wer könnte auch im Paris von 1845 triumphieren, wenn nicht Macht und Gewissenlosigkeit?Dieser Roman ist der ideale Einstieg in das Werk von Balzac - die Rigorosität der Sozialkritik ist beeindruckend. Die Verwandten von Pons haben allesamt keinen Respekt vor der Kunst und sind reine Erfolgsanbeter. Geld geht ihnen über alles - ein Thema, welches auch heute noch auf gleiche Weise Aktualität besitzt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Novela de Rinconete y Cortadillo, famosos ladrones que hubo en Sevilla, la cual paso asi en el ano de 1589: Ecklein und Schnittel. Eine Gaunergeschichte, die sich 1589 in Sevilla abgespielt hat Miguel de Cervantes Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 238655 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Gaunergeschichte, die sich 1589 in Sevilla abgespielt hat Zwei sympathische und geschickte junge Männer werden freudig in eine Gaunerbande aufgenommen, die - mit hilfreichen Kontakten zur örtlichen Polizei - in Sevilla ihr Unwesen treibt. Und schert man sich auch nicht im Geringsten um das Unrecht, das man seinen Opfern antut, im eigenen Kreis gilt ein strenger Ehrenkodex und funktioniert ein nahezu vorbildliches Sozialgefüge. Cervantes ist hier ein echtes Schelmenstück gelungen.
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Wanderungen durch die Mark Brandenburg 1. Die Grafschaft Ruppin Theodor Fontane Gebundene Ausgabe, Dezember 2001 Verkaufsrang: 210657 "Schloss-, Park- und Landschaftsbeschreibungen, Historisches, Anekdotisches, Familienkram und Spukgeschichte." Am treffendsten charakterisiert der Dichter selbst seine "Wanderung" durch das "alte romantische Land" der Mark Brandenburg mit seinen landschaftlichen Reizen und architektonischen Schönheiten, seinen Menschen und ihren Geschichten. Zusätzlich zu den 5 Bänden der "Wanderung", die Fontane zwischen 1862 und 1889 zusammenstellte, erhält diese Ausgabe in 2 weitere Bänden alles, was aus Fontanes "Wanderzeit" unveröffentlicht blieb: 1000 Seiten Neues vom alten Fontane - einzigartig auf dem Buchmarkt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Sehr gutes Buch ! 5 von 5 Punkten Die Grafschaft Ruppin (Band 1 der großen Brandenburger Ausgabe "Die Wanderungen durch die Mark Brandenburg") on Theodor Fontane ist ein ausgezeichnetes Buch! |
Candide oder Der Optimismus Voltaire, Stephan Hermlin Broschiert, September 2007 Verkaufsrang: 284636 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Satire auf Optimismus und Pessimismus 3 von 5 Punkten "Candide" basiert eigentlich nur auf einer simplen Grundidee - der Widerlegung des Leibniz'schen These, dass in der Welt notwendigerweise alles zum besten arrangiert ist, welche der Lehrer des Candide seinem Schüler auf dem Schloss, auf welchem letzterer erzogen wird, vermittelt.
Dazu lässt er seinen Helden vom Schloss vertreiben und rund um die Welt reisen und nicht nur das europäische Elend seiner Zeit inklusive sozialem Elend, Kriegeswirren und Inquisition hautnah erleben, sondern auch in Südamerika die überseeischen spanischen Besitzungen der Jesuiten kennenlernen und schließlich das sagenhafte Eldorado finden, wo er unermessliche Schätze erhält, um die er dann aber bald wieder betrogen wird.
Wie in Diderots "Jakob" philosophieren Candide und seine wechselnden Begleiter dabei immer über die Ausgangsthese, was der Geschichte satirische Würze verleiht und diese auch intellektuell unterhaltsam werden lässt.
Am Ende steht die Geschichte für eine Satire sowohl auf den Optimismus wie auch auf den Pessimismus, ist aber zugleich auch eine recht spritzige Literaturkritik der zeitgenössischen bis römisch-griechischen Literaturgeschichte, die Voltaire von seinen Protagonisten satirisch aufspießen lässt.
Finalement wird Candide schließlich nach allen Abenteuern und misslungener philosophischen Suche von einem alten Mann bekehrt zu dem Motto: "Schweigt und arbeitet", womit er und seine Getreuen letztlich ihr Glück finden.
Auch wenn das erzählerische Talent Voltaires wie sein Witz, seine Phantasie und sein Einfallsreichtum nicht ganz den fehlenden Tiefgang der Geschichte verbergen können, kann der Dichter und Aufklärer dennoch auch heute noch den großen Erzähltalenten der Aufklärung zugerechnet werden.
Geniale Schrift 5 von 5 Punkten Mit Candide landete einer der genialsten Schriftsteller aller Zeiten die genialste philosophische Erzählung überhaupt. Mit viel Humor und wunderbarem Schreibstil erzählt Voltaire die Reise von Candide und seinen immer wechselnden Begleitern, in der es mal zu Glück und mal zu Pech kommt.
Einfach lesen und selbst Meinung bilden!
Gruß
Gipfel der Satire! 5 von 5 Punkten Es ist kaum zu glauben dass diese Geschichte vor über 200 Jahren geschrieben wurde. Voltaire schreibt auf sehr unterhaltsame Weise und platziert dabei seine Kritik auf intelligenteste Weise. Es ist schon zu genüge zu diesem Buch gesagt worden. Was mir noch zu sagen bleibt: Kaufen, lesen und das Meisterwerk in Sachen Satire schlechtin mit all seinen Facetten genießen. Lesespass auf höchstem Niveau!!!
Scharfsinnige Satire 5 von 5 Punkten Der sympathische, junge "Held" dieses Romans, Candide, glaubt an die Lehren seines Hauslehrers Pangloß, der darüber doziert, dass diese Welt die beste aller möglichen sei und hier alles den besten Sinn hat. Doch gleich im ersten von dreißig episodenhaft kurzen Kapiteln muss Candide feststellen, dass dies so eigentlich nicht stimmen kann, denn hier wird er gleich, nur wegen eines hamrlosen Küsschens, vom Baron per Fußtritt aus dem Schloß gejagt. Doch Candide wäre nicht Candide, wenn er nicht seinen Optimismus seine Geliebte Kunigunde irgendwann wiederzusehen und sogar zu ehelichen strikt beibehalten würde und so macht er sich auf den Weg die Welt zu erkunden. Allerdings muss er erkennen das diese, so wie sie ist, ganz bestimmt nicht die beste aller Welten ist. Er erlebt Naturkatastrophen, Morde, Vergewaltigungen, Kriege, Betrug, Schiffbruch, einmal wird er fast gegrillt und verspeist usw.
Voltaire lässt seinen Protagonisten auf den knapp 170 Seiten eine unglaubliche Vielzahl an Übeln und Schlechtigkeiten erleben, dass dem Leser kaum Zeit für Mitgefühl bleibt. Und das alles unter dem Deckmantel eines humoristischen Romans, mit Anzeichen eines barocken Schelmen- und/oder Abenteurromans. Zu lachen gibt es hier wirklich viel, zumindest aber zu schmunzeln. Und auch die Überraschungsmomente jagen sich, wenn noch nicht mal der Tod manchen Figuren etwas anhaben kann.
Trotzdem weiß der Leser aber, das es unter besagtem Deckmantel um Kritik an Politik und Gesellschaft geht. Hervorragend! Kritik gepaart mit viel Witz und Ironie in einem wirklich temporeichen, Spass machenden, gut zu lesenden Roman. Die Überschrift des wirklich interessanten Nachwortes sagt schon einiges: "Weltironie im Taschenformat".
Wir müssen unseren Garten bestellen, ....... 5 von 5 Punkten so die letzten Worte von Candide im längsten Roman von Voltaire. Candide gibt damit Antwort auf Pangloß' letzte - in Anbetracht der erlebten schlechten Umstände - ironischen Ausführungen über "die beste aller Welten", die soviel Überraschungen hervorbringt, wenn man sich nur hinter dem Ofen hervorwagt. 1759 kommt dieses Werk an die Öffentlichkeit, in einem Jahrhundert, das den 7-jährigen Krieg (1756-63) noch nicht beendet sieht, dem Lissabon (1755) durch Erdbeben und Feuer zum Opfer zu fallen droht und in dem die Fragen der Theologie und der Philosophie neu zu bestimmen sind. Naturwissenschaft und Empirie dominieren den Glauben hin zur Vernunft und doch scheint nur das wirklich, was auch Tatsache ist. ("Nur das, was man selbst erlebt hat, kann man verstehen.") Voltaire lässt seinen Helden Candide (wie auch Eichendorff seinen Taugenichts) durch die Welt sausen, Zufall und Notwendigkeit (als zureichender Grund nach Leibniz) steht allerorts Pate für die nächsten Wege und ganz beiläufig erkennt man die Wirren der Zeit in den unterschiedlichen und doch verflochtenen Kontinenten. Die Figuren sind wie in einem Marionettentheater aufgestellt, Voltaire lässt sie kommen und gehen, ganz nach belieben, der Tod kann diesen nun wirklich nichts. Über allem schwebt als helfende Hand und als begleitender Berater Pangloß, der große Philosoph aus dem frühen Westfalen, der gleichzeitig Erzieher von Candide war.
Voltaire beginnt hier vielleicht ohne Absicht den Weg der Aufklärung. Mit dem Erdbeben in Lissabon ist der Glaube an die Kirche nicht mehr gefestigt. Ein Totenmeer von über 30.000 Menschen lädt ein zum Zweifel und der Gedanke, die Vernunft und das Erfahrene zu priorisieren, nimmt beständig zu. Daher lässt Voltaire seinen Protagonisten Candide Menschen "an sich" nur im Eldorado erleben, Menschen, die ihren Reichtum mit Ehre tragen und diesen nicht als zureichenden Grund für Missgunst sehen. Alle Liebe Candides jedoch gilt Kunigunde, seiner noch im Geiste schönen Geliebten, die er bereits in Westfalen küsst und damit Anlass für ihren Vater bietet, ihn mit Fußtritten in die Welt zu jagen. Nichts hält ihn auf, immer ist sein Optimismus in der besten aller Welten nach Pangloß so groß, dass sein Glaube, Kunigunde wieder zu treffen, niemals schwindet. Alles wird gut, alles ist gut dieses an Leibniz angelehnte Motto in "prästabiler Harmonie" schwebt über allem, als Anweisung und als Ironie, wo doch die Welt im Erleben Candides mehr und mehr aus den Fugen gerät. Am Ende treffen sie (Candide und Kunigunde) sich und finden zusammen, doch nicht wie im Märchen, sondern eher ohne Reichtum, in schnörkelloser nur puristischer Schönheit aber mit viel Arbeit. "Die Arbeit hält drei große Übel von uns fern: die Langeweile, das Laster und die Not." Damit ist für Voltaire und Candide klar, dass eben der Garten des Lebens für jeden zu bestellen ist, um zur besten aller Welten zu werden.
Voltaires Übertreibung und Beliebigkeit aller Dinge und Erlebnisse ist ein Seitenhieb auf die Leibnizsche Theodizee, in der er in Anlehnung an den mittelalterlichen islamischen Gelehrten al-Ghazali diese Welt zur "besten aller möglichen Welten" erklärt, da aus der Weisheit und Güte Gottes folge, dass er durch seine Allmacht die Beste erwählt und verwirklicht habe. (meilleur des mondes possibles). Der Streit um die Allmacht Gottes führte schon bei Epikur zu folgendem Dilemma: "Wenn er es will und nicht kann, ist er unfähig, was für Gott nicht zutrifft; wenn er kann und nicht will, ist er bösartig, was Gott auch fern liegt; wenn er weder will noch kann, ist er sowohl bösartig als auch unfähig und deshalb nicht Gott; wenn er es aber will und kann, was allein Gott zukommt, woher kommt dann das Übel? Oder warum behebt er es nicht?"
Conclusio: der große Roman Voltaires, wunderbare Zeitgeschichte, absolut lesenswert.
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Villette Charlotte Brontë Taschenbuch, Dezember 2000 Verkaufsrang: 144430 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Erfahrungen einer Lehrerin aus dem 19. Jahrhundert 4 von 5 Punkten Lucy Snowe erwarten stürmische Zeiten. Ihre Arbeitgeberin ist in der Nacht verstorben und nun lebt in der englischen Heimat keine Menschenseele mehr, die Anspruch auf ihre Dienste hätte. So lässt sie sich auf ein wagemutiges Abenteuer ein und segelt über das Meer. Auf dem Schiff begegnet sie einer jungen Dame, die ihr von einer Schule in Villette berichtet. Fortan ist diese Stadt ihr Ziel. Dort will sie sich als Lehrerin beweisen.
Natürlich ist es für die unscheinbare und eher schüchterne Person nicht leicht, sich zu behaupten. Madame Beck ist eine strenge Direktorin und duldet keinerlei Änderung an den vorgegebenen Richtlinien für Unterricht und Disziplin. Auch der despotische Monsieur Paul macht der englischen Lehrerin das Leben schwer und treibt sie mit seinen haarsträubenden Aussagen über ihr Geschlecht und ihre Nationalität zur Weißglut. Zudem pflegt Lucy ihre eigenen Vorurteile und leidet an mangelnden französischen Sprachkenntnissen, die sie jedoch auszugleichen versucht. Eine Hilfe hierbei bietet ihr der für die Schule zuständige Arzt und Landsmann, Dr. John, in dem Lucy eine Bekanntschaft von früher wiederzuerkennen glaubt. Dr. John ist ein Experte auf vielen Gebieten, aber die Liebe gehört leider nicht in seinen Fachbereich. Lucy findet es beinahe unerträglich wie lächerlich sich ihr Freund gegenüber einer schönen Schülerin benimmt. Als Lucys Nerven sowieso hoffnungslos überreizt sind, erscheint ihr auch noch auf dem Dachboden eine geisterhafte Gestalt. Doch als sie die anderen Lehrer und Dr. John auf ihren Wunsch den Raum betreten, ist der Geist verschwunden. Doch Lucy begegnet der Geist in Form einer Nonne wiederholt. Und die vernünftige Lucy Snowe macht sich Sorgen um ihren Verstand. Wem kann sie noch vertrauen?
Wieder einmal setzt Charlotte Bronte eine für die damalige Unterhaltungsliteratur untypische eigenständige Frauengestalt in den Mittelpunkt des Geschehens. Lucy Snowe ist zwar wie ihre Erfinderin unscheinbar, schüchtern und arm, aber genau wie die Autorin verfolgt sie gewissenhaft ihr Ziel. Physische und psychische Probleme können sie nicht aufhalten.
Eine unverheiratete Frau ohne Vermögen und gesellschaftlichen Rang hatte es im 19. Jahrhundert sehr schwer, unabhängig leben zu können. Diese Tatsache spricht Charlotte Bronte offen an. Zu ihrem ehrlichen Stil passen auch gut die männlichen Figuren ihres Romans. Es gibt keine Helden und sie verlieben sich auch nicht unsterblich in Lucy Snowe. Sofern Charlotte Bronte hier aber ihre eigenen Erlebnisse in der belgischen Stadt Brüssel verarbeitet hat, ist sie doch so gnädig gewesen, ihrer Protagonistin die Hoffnung auf Liebe zu schenken, die ihr verwehrt blieb.
Der Schreibstil von Charlotte Bronte ist sehr ausdrucksvoll und ansprechend und tröstet darüber hinweg, dass die Handlung an sich manchmal etwas schwerfällig ist. Der Lesefluss wird zusätzlich durch französische Textpassagen gestört, die für Unkundige eine Herausforderung sind. Verzweiflung und Einsamkeit beherrschen oft die Kapitel und man leidet mit der sensiblen Lucy. Anders als in "Der Professor" können die melancholischen Anfälle der Hauptperson nicht als Übel eines Hypochonders in amüsanter Weise abgetan werden, hier fürchtet man ernsthaft um die Gesundheit der Hauptfigur.
Als alle Geheimnisse und Ängste doch noch in Wohlgefallen aufgelöst wurden, scheint das letzte Kapitel wie ein unwirklicher Traum. Doch Charlotte Bronte holt uns im rechten Augenblick in die Realität zurück, leider.
Wer Charlotte Brontes andere Werke bisher mit Vergnügen gelesen hat, wird auch mit diesem Buch viel Freude haben. Als Erstling würde ich jedoch eher "Jane Eyre" empfehlen.
Englisch sowie Deutsch ein Muss! 4 von 5 Punkten Es ist vollkommen unabhängig, ob nun die deutsche oder die englische Version dieses Romans gelesen wird, beide sind phantastisch und leicht verständlich. Das Werk ist eine Art Biographie von der Hauptperson, Lucy Snowe, mit einigen Elementen Charlotte Bronte's eigener Biographie, beginnend in ihrer Jugend, und endend mit ihr als reife Frau. Die Gefühle Lucy's sind deutlich nachfühlbar und Hoffnungen, Wünsche u.ä. sind nicht selten beim Lesen dieses Buches. Etwas umständlich sind aber zum Teil die Anmerkungen, es lehnt sich sehr viel an religöse Hintergründe an, aber das hemmt den Lesespass nur minimal. Da ich zu allen fair sein will, möchte ich nichts weiter über die Handlung verraten, weil alles aufeinander aufbaut und ich dann wirklich den ganzen Spaß nehmen würde. |
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