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Mateo Falcone / Das blaue Zimmer Prosper Merimee Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 140912 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden /* d16g bootstrap */
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Mateo Falcone - Merimée 4 von 5 Punkten In seiner Novelle "Mateo Falcone" beschreibt Prosper Merimée die Korsische Welt. Mateo Falcone lebt mit seiner Familie in der Maquis von Krosika, sein Sohn Fortunato ( der Glückliche ) ist sein einziger Stolz, denn er wird den Familiennamen weiterführen. Doch als Forunato das ungeschriebene Gesetz der Korsen bricht, wird er zum Verräter der Familienehre. Mateo Falcone, gefangen in seiner Mentalität, bleibt nichts anderes übrig, als die Konsequenzen daraus zu ziehen... Mich persönlich hat dieses kleine Büchlein sehr überrascht, denn mir ist es schwer gefallen die Welt Mateo Falcones und ihre Grausamkeit zu begreifen. Hat Sie meine Rezension angesprochen? Interessieren Sie sich für andere Kulturen? Dann kann ich Ihnen Mateo Falcone nur ans Herz legen! Viel Spaß beim Lesen!!! |
Die Liebe der Anne Elliot oder Überredungskunst Jane Austen Taschenbuch, Oktober 1996 Verkaufsrang: 134912 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Die brillanteste Satirikerin des frühen 19. Jahrhunderts." (Der Spiegel) "Jane Austens Bücher sind durchsetzt mit Witz, Ironie und feiner Gesellschaftskritik. Sentimentalität ist ihr fern. Denn Jane Austens Motivation, zur Feder zu greifen, war auch die Frustration über die herrschenden gesellschaftlichen Zustände im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Die unanständige Eitelkeit der Reichen und die Herabsetzung der Armen sind ein stets wiederkehrendes Thema." (SonntagsZeitung) "Jane Austen war kein zahmes Huhn, das in seinem literarischen Vorgärtchen pickte, sondern das eleganteste satirische Talent des ausgehenden 18. Jahrhunderts." (Die Zeit)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Gebt mir mehr Sterne, bitte! 5 von 5 Punkten Ich liebe die Geschichte der Anne Elliot. Es ist die Geschichte einer nicht mehr ganz jungen, immer zu kurz gekommenen Frau. Und die Geschichte ihrer zweiten Chance... Anne Elliot ist die Tochter eines eitlen, verarmten Baronets. So wohl von ihm als auch von ihren beiden Schwestern (eine arrogant, eine dummdreist) wird sie mit Glück überhaupt wahr- aber auf keinen Fall für voll genommen. Einst (vor 8 1/2 Jahren) hatte sie sich in den unvermögenden Kapitän Wentworth verliebt. Doch sowohl Familie als auch mütterliche Freundin, Lady Russel, redeten ihr die Verbindung aus. Sie lehnt den Heiratsantrag ab, er verduftet aufs Meer. Jetzt kehrt er zurück, denn ausgerechnet sein Schwager mietet das Haus ihres Vaters, der derweil in Bath weilt. Und er wirft auch gleich das ein oder andere Auge auf Annes hübsche junge Schwägerinnen, die Misses Musgrove. Let the drama begin... Was für ein wundervolles, hochdramatisches, anrührendes Buch! Für mich gibt es einfach kein besseres. Ich hätte gerne ausnahmsweise 10 Sterne zur Verfügung;-)
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Romane. Interpretationen Fjodor Michailowitsch Dostojewski Taschenbuch, Juni 2005 Verkaufsrang: 182457 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dostojewskijs große Romane loten wie wenige sonst die Abgründe des Menschlichen, die Ideen des Christentums, den religiösen Atheismus und andere Weltbeglückungsideologien aus. Der Band bietet Werkdeutungen, nicht nur für Slawisten, sondern für all jene, die einen der größten Romanciers der Weltliteratur näher kennen lernen wollen. Behandelt werden: 'Schuld und Sühne', 'Die Brüder Karamasow', 'Der Idiot', 'Die Dämonen', 'Der Jüngling'.
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Simplicissimus Teutsch: Text und Kommentar Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Broschiert, 17. März 2009 Verkaufsrang: 194987 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Weltliterarischer Rang unter allen deutschen Schriftstellern des 17. Jahrhunderts gebührt allein dem Autor des Abenteuerlichen Simplicissimus. Ständig vermehrt sich die Zahl der Leseausgaben und Übersetzungen in europäische Sprachen, wird er als Klassiker der deutschen Literatur bestätigt. Auf der Höhe des Wissens seiner Zeit erzählt er in der satirischen niederen Schreibart "für alle", vom Leben und Überleben einzelner in einer von Krieg und Geldgier beherrschten endzeitlichen Gesellschaft, mit "lebendigen Farben" und stets auch auf die Unterhaltung des Lesers bedacht. Seine trotz aller Rückschläge selbstbewußten Gestalten, allesamt Kinder und Opfer des Dreißigjährigen Krieges, haben ihre Faszination bis heute nicht verloren. Diese Ausgabe bietet einen neuen kritischen Text des Simplicissimus Teutsch und der Continuatio, einen Text, der die von Grimmelshausen angestrebte provokative Monstrosität des Schreibens nicht mehr klassizistisch zu glätten sucht. Die neue Ausgabe enthält dazu die für das heutige Verständnis nötigen sprachlichen Erläuterungen und Kommentare.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Simplicissimus Teutsch 4 von 5 Punkten Der "Simplicissimus Teutsch" von Grimmelshausen ist wohl der bekannteste Roman des Barock. Er gehört in die Gattung des niederen Romans und weist dementsprechend satirische Züge auf. Ferner weist er Kennzeichen des Pikaro-Romans, sowie des "roman comique" auf. Der Bauernjunge Simplicissimus wird in den Wirren des 30-jährigen Krieges von seinem Elternhof verschleppt und startet eine wunderliche Reise durch die Welt, bei der Fortuna ihn wie einen Ball hin und her wirft... Grimmelshausen hat hier ein Meisterwerk geschaffen, dass in seiner Vielfalt an literarischen Formen und historischen Bezügen wohl einzigartig ist. Der Roman ist jedoch sehr umfangreich und verweigert, aufgrund seiner satirischen Schriftart und seiner Formenvielfalt, jede eindeutige Interpretation. Der Roman ist gut zu lesen, hat man sich einmal an die barocke deutsche Sprache gewöhnt. So ist der Roman zu einer Zeit entstanden, in der die deutsche Sprache immer mehr zur Gelehrten- und Literatursprache wurde und das Lateinische ablöste. Die vorliegende Ausgabe ist mit einem umfangreichen Stellenkommentar versehen, sowie mit Fußnoten, die einen bestimmten Wortgebrauch näher erläutern. Ein sehr interessantes Werk für Literaturbegeisterte und Gelehrte, aber für den privaten Leseabend am Kamin ist eine gekürzte Ausgabe empfehlenswerter.
Für mich eine Entdeckung 5 von 5 Punkten Den Simplicissimus kannte ich bisher nur aus sprachlich modernisierten Ausgaben, weil ich immer davon ausgegangen bin, als Laie barockes Deutsch im Original nicht wirklich zu verstehen bzw. mit Gewinn lesen zu können. Diese Ausgabe hat mich überraschend eines Besseren belehrt: Der Text in dieser Form ist außerordentlich erhellend und das umfangreiche, hervorragend aufgearbeitete, Kompendium hilft über die wenigen Verständnisschwierigkeiten leicht hinweg. |
Der Spieler Fjodor Michailowitsch Dostojewski Broschiert, November 2008 Verkaufsrang: 117049 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die zentrale Thematik dieses 1866 erstmals erschienenen Romans kreist um zwei Pole: die zerstörerische Leidenschaft zum Spiel und die Qual einer komplizierten Liebesbeziehung. Zunächst will Aleksej Iwanowitsch am Spieltisch nur seine ruinöse Finanzlage verbessern, aber wie der berühmte Autor selbst erliegt er der Faszination des Rouletts. Als ihm schließlich seine heimliche Liebe Paulina ihre Zuneigung gesteht, kann er den eingeschlagenen Weg nicht mehr verlassen. Er verliert die Geliebte, die erkennt, dass sie gegen die "Poesie des Spiels" ohnmächtig ist.
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Königs Erläuterungen und Materialien, Bd. 360, Interpretation zu Fontane. Frau Jenny Treibel Theodor Fontane Taschenbuch, 1. Juni 2009 Verkaufsrang: 143952 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie brauchen für Ihre Schullektüre sofort eine ausführliche Inhaltsangabe, ohne womöglich Zeit gehabt zu haben, das entsprechende Werk zu lesen? Sie müssen sich noch ganz schnell über den Aufbau eines Werkes informieren? Bei Königs Erläuterungen bekommen Sie klare und universelle Informationen!159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben und in unserem neuen Lay-out noch übersichtlicher gestaltet. Schematische Darstellungen, Hinweise in Textkästchen am Rand der Erläuterungen und in Kopf- und Fußleisten ermöglichen eine schnelle Orientierung.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
15 Punkte.. 5 von 5 Punkten .. im Lesetest sind mit diesem Buch garantiert! Die Inhaltszusammenfassung ist super, Charakteristiken und Interpretationsansätze sind toll. Meine Lehrerin schien dieses Buch auch verwendet zu haben - ich konnte im Unterricht mitreden! =) |
Brandung
MP3-Download, 3. August 2009 Verkaufsrang: 2726
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Brandungsfieber!! 5 von 5 Punkten Jahrelang habe ich nach dieser einen Cd von Novalis gesucht!! Ja, ich war fast schon soweit mir diese aussergewöhnliche Scheibe downzuloaden, egal wie! Dann bin ich zum Glück auf der Amazon-Downloadseite gelandet und habe eben dieses Album der deutschen Krautrock-Legenden gefunden. Seitdem bin ich im Brandungsfieber, aber wie! Natürlich kann man über den Sänger Fred Mühlbeck trefflich streiten, aber warum war dann diese Band in den 70er Jahren so erfolgreich? Trotz des Sängers? Genau, weil es eben einfach tolle Musik war. Für mich begann mit diesem Download von Amazon eine Reise in die Vergangenheit, die zum Glück noch nicht beendet ist. Süchtig macht diese Musik mit den überaus anspruchsvollen Texten, die unter anderen auch aus der Feder von Fred Mühlböck stammen. Und so ganz nebenbei wird diese CD selbst bei Ebay zu Höchstpreisen gehandelt. Und das hat mit Sicherheit eben den Grund, das es mehr als aussergewöhnliche Musik ist!
Gute Musik / Schlechter Sänger 3 von 5 Punkten Nie werde ich verstehen können, wie sich eine zu der damaligen Zeit durchaus bereits anerkannte Band, einen derart dilettantischen Sänger hat ans Bein binden können. Waren die auf dem Vorgängerwerk "Sommerabend" von Detlef Job abgelieferten vocals zwar keine Offenbarung, so waren sie dennoch um vieles ansprechender, als die teilweise peinlichen Vorstellungen des neu hinzugekommenen Fred Mühlböck. Speziell gegen Ende der CD zerstört dessen unbeholfenes Gekrächze die musikalisch recht ansprechende Grundsubstanz. Bei den Texten zeigt sich auch hier das alte Problem von "Novalis", dass die vertonten orginalen Novlis Texte auch heute noch einen schwer zu fassenden Zauber verbreiten, während die Eigenkreationen eher etwas lächerlich wirken.
Ohrwurmmäßig 4 von 5 Punkten Novalis - das ist eigentlich nur etwas für Liebhaber von etwas Besonderem. Nun diese CD von 1977 wäre meiner Meinung nach einfach in die Reihe aller sonstigen Produkte dieser 70 er Jahre - Gruppe einzuordnen, wenn - ja, wenn - sich hier nicht auf dieser CD der Ohrwurm überhaupt befinden würde. "Irgendwo, irgendwann"- schon über 24 Jahre alt - dieses Lied ist praktisch die Visitenkarte dieser Deutschrockgruppe. Dieser klare Klang mit dem dieses Lied aus den Lautsprecher kommt, diese nachdenklichen Zeilen deutscher Dichtkunst... Novalis, romantischer kann Deutschrock nicht sein. |
Germinal Emile Zola Taschenbuch, 17. Februar 2009 Verkaufsrang: 70274 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zum 100. Todestag von Émile Zola erscheint sein berühmtes Meisterwerk "Germinal" in neuer Übersetzung. 1885 innerhalb des großen Romanzyklus "Les Rougon-Macquart" entstanden, wurde der Roman zum gefeierten Schlüsselwerk des europäischen Naturalismus. Nordfrankreich im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Industrialisierung hat dramatische Umwälzungen mit sich gebracht. Überall rauchen die Schlote der Kohlehütten, in den Schächten arbeiten unter unvorstellbaren Bedingungen Männer, Frauen und Kinder. Die Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten wird zum Nährboden wachsender Unruhe. Der Held des Romans, der junge Étienne Lantier, ruft zum Widerstand gegen die unerträgliche Ausbeutung. Er gewinnt Anhänger unter seinen Leidensgenossen, es kommt zum Streik. Zola hatte monatelang mit Bergleuten zusammen gelebt und gearbeitet, bis er, wohl unter dem Eindruck des gewaltsam niedergeschlagenen Bergarbeiterstreiks in Anzin, seinen Roman niederschrieb. Eindringlich führt er die verzweifelte Lage der Bergleute vor Augen und vermeidet dabei konsequent jede Schwarzweißmalerei. Weder idealisiert er die Arbeiter, noch dämonisiert er die Besitzenden. Vielmehr schildert der Roman mit unbestechlicher Genauigkeit den moralischen Verfall auf beiden Seiten und deutet ihn als Folge der gesellschaftlichen Misere. Die meisterhafte Verkettung individueller Schicksale mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation macht "Germinal" zu einem der eindrucksvollsten epischen Zeugnisse der frühen Industrialisierung. Einst das Fanal einer neuen literarischen Epoche, inspirierte das revolutionäre Werk Autoren nachfolgender Generationen bis in unsere Zeit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Spannende Sozialkritik 5 von 5 Punkten Zola brachte das Kunstwerk auf die viel zitierte Formel: ein Stück Natur, gesehen durch ein Temperament. In Germinal muss dieses Temperament jenes eines empörten Moralisten gewesen sein, der auf die Kohlekumpel schaut. Emotional und sozial engagiert wird deren bedrückendes Leben in den 1860er Jahren geschildert. Kinderarbeit, Hungerlöhne und Grubentote gehören zum Alltag, und das Grundübel, das dies alles verschuldet, ist die ungerechte Macht des Geldes. Doch bei allem gerechten Zorn, Germinal ist nicht in Schwarz-Weiß gemalt: hier die guten Arbeiter, dort das böse Kapital. Dafür ist Zola zu sehr Realist. Seine Romane sollen objektiv erzählen und ergründen, wie sowohl Arbeiter als auch Kapitalisten leiden, lieben, kämpfen. Zola begab sich stets mitten in die Konfliktherde hinein. 1884 reiste er nach Anzin und machte sich ein Bild vom dortigen Kohlestreik. Sein erklärtes Ziel war es, zwar bei der Wahrheit zu bleiben, den Leser aber auch durch Melodramatik und Mitgefühl zu fesseln. Selten wurde so hautnah und lebensecht erzählt wie im Germinal. Zolas Sozialkritik hat ihre Vitalität und Berechtigung bis heute bewahrt.
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Der blonde Eckbert / Der Runenberg Ludwig Tieck Taschenbuch, 1. Januar 2005 Verkaufsrang: 218150
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Zwei unvollkommen Liebende 5 von 5 Punkten Tieck, Ludwig (1773-1853), Der blonde Eckbert, Ein Märchen (Romantik, Hg. B.v.Wiese) Rahmenhandlung: Der Ritter Eckbert, 40 Jahre, zurückgezogen lebend, gewinnt Walter, einen Naturforscher, zum Freund. Eckbert möchte sich ihm ganz anvertrauen und bittet seine Frau Berta, Walter ihre Geschichte von ihrer Jugend zu erzählen. Bertas Geschichte: Als Kind wurde sie von ihrem vermeintlichen Vater, einem Hirten, wegen seiner Armut grausam behandelt, so dass sie in die Wildnis entfloh. Dort kam sie in das Haus einer hexenähnlichen Alten, die dort mit ihrem Hund und ihrem sprechenden Vogel lebte, der überdies noch Perlen in seinen Eiern hatte, die er regelmäßig legte. Die Alte wies das Mädchen in der Hauswirtschaft an, und sie zeigte sich gelehrig und erlebte eine glückliche Kindheit in der Abgeschiedenheit. Mit 14 wollte sie das erleben, was sie in den Büchern gelesen hatte: einen schönen Ritter treffen. Sie band den Hund im Zimmer fest, nahm den Vogel mit dem Käfig und einen Teil der Edelsteine mit und zog in die Stadt, wo sie eben Eckbert heiratete. Fortsetzung der Rahmenhandlung: Da Walter nun weniger häufig zu kommen schien, wurde Eckbert zunehmend von Misstrauen gequält und Berta wurde sterbenskrank: Walter kannte den Namen des Hundes, der ihr entfallen war - "Strohmian".. Eckbert ermordet Walter und als er nach Hause kommt, ist Berta schon gestorben. Nach ihrem Tod sucht Eckbert erneut die Freundschaft eines Ritters: Hugo - und vertraut ihm schließlich die ganze Geschichte wiederum an. Da sich dieser daraufhin sonderbar zu benehmen und Walters Züge anzunehmen scheint, stürzt E. halb wahnsinnig davon und in die Wildnis hinaus. Überall scheint er Walter zu treffen, bis er zu der Hütte der Alten gelangt und von der Alten erfährt, dass dies die Strafe für Bertas Betrug sei, ihre "Probezeit" sei schon fast vorbei gewesen, als sie es nicht mehr bei ihr aushielt. Berta sei überdies seine Schwester, die uneheliche Tochter seines Vaters, die er bei einem Hirten erziehen ließ. Letzter Satz: "Eckbert lag wahnsinnig und verscheidend auf dem Boden; dumpf und verworren hörte er die Alte sprechen, den Hund bellen und den Vogel sein Lied wiederholen." (61) Deutungsversuch: Bertas Geschichte scheint zunächst eine Allegorie auf den Lebensweg eines Menschen zu sein, der seinen Fantasien folgend die Gesetze der Sitte verletzt. Sie bringt Unheil über sich und ihren Lebensgefährten. Dieser ist indessen auch selbst schuldig geworden, indem er nicht Genüge an seinem Glück mit Berta fand, sondern dieses Glück einem Außenstehenden mitteilen musste. Die Ursache scheint eine ungenügende Liebesfähigkeit zu sein, zu wenig Hingabe und Vertrauen - was sich ja dann in seinem Verhalten den Freunden gegenüber zeigt und ihn schließlich ins Verderben treibt. Rätselhaft ist allerdings, dass Bertas Schuld mit Eckberts verbunden ist (sie ist ja auch seine "Schwester", also wie er falsch disponiert und daraufhin sind sie in unseliger Gemeinschaft aneinander gebunden) - ist ihr Bruch des Sittengesetzes vielleicht das Korrelat für seine mangelnde Liebe, kann er sie nicht vollkommen lieben, so wie sie ihn durch Untreue erworben hat? Eckberts Erklärung, was ihn an Berta gereizt habe, könnte man so verstehen: Es seien ihre Jugend und Schönheit gewesen, ihre einsame Erziehung habe ihr "einen unbegreiflichen Reiz" (55) gegeben, durch ihr Vermögen (unrecht erworben!) sei er zu seinem Wohlstand gekommen. Wenn man nach einem ursächlichen Zusammenhang sucht, kann man diese Erklärung in der Tat so deuten, dass es mehr seine Fantasien und äußerliche Reize waren, keine echte Liebe, was Eckbert mit Berta verband. Oder auf eine einfache Formel gebracht: Berta und Eckbert waren unvollkommen Liebende: Sie war ihren Fantasien zu voreilig gefolgt, er war, sich selbst auch zu wenig kennend und nicht zur tiefen Liebe fähig, den Reizen ihrer Gestalt, ihrer Aura und ihrem Wohlstand erlegen.
der blonde eckbert, ein zeitloses kunstmärchen 5 von 5 Punkten schulbedingt wollte ich die geschichte nur kurz anlesen, doch schon nach den ersten sätzen, war ich überrascht, wie gut es sich lesen lässt, keine spur von aufgebauschter ausdrucksweise. später fesselte mich die handlung, sodass ich das buch nicht mehr aus der hand legen konnte, ehe ich den blonden eckbert zuende gelesen hatte. das ende kommt unerwartet und noch unerwarteter ist der gesamte ausgang! sehr empfehlenswert, da es wirklich zeitlos ist und die "moral" immernoch aktuell ist. ich hätte es auch außerhalb der schule gern gelesen.
Märchen ohne Happy - End 4 von 5 Punkten Ludwig Tieck, Der blonde Eckbert (1797) Der blonde Eckbert ist ein kurzer Text. Er erschien im Übergang von der Aufklärung zur Romantik. Für einen Text dieser Zeit ist er schon recht "romantisch" geschrieben. Er enthält typische Merkmale dieser Epoche wie eine starke Bedeutungsverschiebung zum Unwirklichen, die Ausgeprägtheit des Naturempfindens und eine starke Emotionalität der einzelnen Charaktere, die sich vor allem in den sehr ausführlichen Schilderungen der Gefühle äussert. Der Text an sich ist ein Märchen, denn Tieck macht nicht nur von der Wirklichkeit Gebrauch. Das merkt man bereits an den Figuren, die Tieck verwendet. Zum einen sind dies der singende Vogel und die hexenhafte alte Frau. Der strenge Vater repräsentiert die in den Märchen oft grausame Stiefmutter. In diesem Text kommt der Natur eine grosse Bedeutung zu. Sie ist nicht bloss eine Kulisse, sondern sie beeinflusst den Menschen in seinem Tun. Tieck beschreibt diese deshalb sehr genau und lässt sie für den Leser lebendig machen. Der blonde Eckbert ist ein Ritter, der mit seiner Frau Bertha auf einer Burg im Harz lebt und nur von seinem Freund Walther besucht wird. Eines Tages erzählt Bertha in dessen Gegenwart von ihren Aufenthalt als Vierzehnjährige bei einer weisen Frau in der "Waldeinsamkeit" mit magischen Tieren, die sie schuldhaft verliess. Als Walther beiläufig den Bertha entfallenen Namen des Hündchens nennt, ist es um die Ruhe des Paares geschehen. Bertha stirbt und Eckbert tötet Walther im Wald. Er erkennt danach in jedem menschlichen Gesichtszug den Ermordeten und gelangt schliesslich zu der weisen Frau , die all die Gestalten angenommen hatte und Eckbert sagt, dass Bertha seine Schwester war. Diese Märchen ist typisch romantisch, denn man bemerkt während des Lesens eine starke Verschiebung des Wirklichen zum Unwirklichen. Am Anfang scheinen Traum und Wirklichkeit noch unterschieden zu sein. Sobald der Name "Strohmian" (Der Name des Hundes) fällt, ist keine Grenze mehr erkennbar. Die Wirklichkeit verschwindet am Schluss ganz. Wie bereits angedeutet kommt das romantische Naturempfinden stark zum Ausdruck. Tieck schildert sie fast schwärmerisch und meines Erachtens sehr ausgeschmückt. Doch dies gehört dazu, denn Märchen leben von diesen bildhaften Beschreibungen des Geschehens. Sobald das Märchen aber zum Unwirklichen übergeht, verschwindet diese Bildhaftigkeit und Tieck geht auf Distanz zur Natur und beschreibt mehr die Stimmung der einzelnen Personen. Ich empfinde das unmittelbare Hineinragen des Wunderbaren in die gewöhnliche, natürliche Wirklichkeit als eine grauenvolle Unsicherheit, als eine Verwirrung. Diese Verwirrung kommt erst am Schluss zum Ausdruck, wenn man sich Gedanken über den Text macht und denkt: Was will Tieck mit diesem Text eigentlich sagen. Vorher bemerkte ich diese Verwirrung nicht, weil der Text die einzelnen Gedankenschritte voneinander trennt, es finden keine Handlungssprünge statt. Jeder Abschnitt knüpft an den vorangehenden an. Am Schluss aber lässt der Text der Interpretation freien Lauf. Ich habe das Buch weggelegt und mich gefragt, was das Ganze sollte. Kein Erläuterungsversuch einer einzelnen Stelle passt zum Ganzen. Ich habe beim letzten Satz den Eindruck, dass alles sich gegenseitig aufhebt. Warum bestraft die Alte Eckbert ? War es nicht Bertha, die die Edelsteine gestohlen hat. Vielleicht ist Eckberts Leben nur ein Traum Berthas? Ich kann die einzelnen Fragen nicht rational beantworten, weil keine logischen Zusammenhänge erkennbar sind. Damit zeigt sich stark die Gegensätzlichkeit zur Aufklärung, die sich durch ein stark reälitätsbezogenes und rationalistisches Denken auszeichnete. Die Romantik mit ihrer sentimentalen Denkweise, ist also quasi die Gegenströmung zur Aufklärung. Man benutzt die Seele, nicht den Verstand. Der Text ist einmal etwas anderes. Grundzüge eines Märchens sind vorhanden, entsprechen aber nicht der normalen "märchentypischen" Schreibweise, denn das Märchen endet nicht mit einem Happy-End, sondern mit dem Wahnsinn Eckberts. Dieser Text ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer aber einmal etwas Spezielles lesen will, dem kann ich dieses "Märchen" nur empfehlen. Zum Lesen ist der Text nicht schwer, da die Wortwahl und die Sätze keine grossen Schwierigkeiten bereiteten. Auch macht Tieck viele Abschnitte, um die einzelnen Textpassagen voneinander zu trennen. Gian-Reto Abbühl, Kantonsschule Chur |
Meistererzählungen der Weltliteratur Katharina Thalbach, Jan J. Liefers, Barbara Auer, Jonathan Swift, Stendhal, Heinrich Heine, Henri Beyle Audio CD, August 2009 Verkaufsrang: 267717 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Katharina Thalbach spielte große Rollen in Filmen wie Die Blechtrommel oder Sonnenallee . Sie prägte die Bühne in Theaterstücken wie Mutter Courage und sie trat als Regisseurin hervor. Ihre einzigartige Stimme macht sie zu einer Hörbuchsprecherin eigener Klasse.Jan Josef Liefers, 1964 in Dresden geboren, ging nach einer Tischlerlehre an der Semperoper 1983 an die Ernst-Busch-Schauspielschule nach Berlin. Danach spielte er drei jahre am Deutschen Theater. Nach der Wende wechselte er ans Thalie Theater Hamburg. Seinen Durchbruch beim Film schaffte er 1996 mit seiner Rolle in "Rossini". Viele weitere Kinofilme wie "Knockin' on Heaven's Door", "Jack's Baby" oder "Der Baader Meinhof Komplex" folgten. Seit 2002 begeistert er reglmäßig ein Millionenpublikum als Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne im "Tatort".Barbara Auer, geboren in Konstanz, lebt heute mit ihrer Familie in Hamburg. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg spielte sie an verschiedenen deutschen Bühnen und in vielen TV- und Kinofilmen wie z.B. dem Fernsehmehrteiler "Nikolaikirche". Die wandlungsfähige Schauspielerin wurde mehrfach für Ihr Leistungen ausgezeichnet. So bekam sie die Goldene Kamera, den Sonderpreis der Akademie der darstellenden Künste, das Filmband in Gold und den Telestar.Jonathan Swift, geboren 1667 in Dublin, 1689-1694 Sekretär des Schriftstellers Sir William Temple in England, dann anglikanischer Geistlicher und von 1713 an Dekan von St. Patrick's in Dublin. Mit seinen beißenden Satiren kämpfte er gegen kirchliche und gesellschaftliche Mißstände. Er starb 1745.Stendhal (1783 - 1842), eigtl. Henri Beyle, ist mit Balzac und Flaubert der bedeutendste Realist französischer Sprache. Sein Pseudonym wählte er nach der Geburtsstadt Winckelmanns: Stendal bei Magdeburg. Nach dem Sturz Napoleons sah er sein Heimatland zunehmend kritisch und lebte viele Jahre in Italien - dem "Land der Freiheitsliebe".
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Best of Johann Wolfgang von Goethe 2 CDs: West-östlicher Diwan / Die Leiden des jungen Werther / Faust I u. a Johann Wolfgang von Goethe Audio CD, 14. März 2006 Verkaufsrang: 187384 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Auswahl mit den großen Interpreten der deutschen Sprechkunst, soll auf 3 CDs Einblick in das Schaffen des Dichters, Denkers und Forschers Wolfgang von Goethe geben.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Enttäuschend 2 von 5 Punkten Schon der Titel dieser CDs ist ziemlich irreführend: 1. kann man daran zweifeln, ob dies eine deutsche oder englische Ausgabe ist, 2. werden nur kurze Abschnitte aus den genannten Werken geboten,, 3. ist die Beurteilung doch sehr subjektiv, ob es sich hier wirklich um das Beste von Goethe handelt; zum Beispiel fehlen viele der schönsten Balladen. Die Auswahlstücke sind im übrigen völlig aus dem Zusammenhang gerissen; man muss schon die Gesamtwerke kennen, um sie einigermaßen einordnen zu können. Um den Dichter kennen zu lernen, erscheint diese Auswahl sehr ungeeignet; diese Texte wirken in ihrer Unterschiedlichkeit und bei der Fülle der Stimmen eher verwirrend. Wer aber den Dichter kennt, braucht eine solche Auswahl nicht. Wem soll das eigentlich dienen?. |
Lektürehilfen Die Marquise von O... / Das Erdbeben von Chili. (Lernmaterialien): Kleist: Die Marquise Von O.../Das Erdbeben in Chile Suzan Bacher, Heinrich von Kleist Taschenbuch, 1. Juli 2006 Verkaufsrang: 240708 Literatur verstehen und interpretieren Mit Lektürehilfen wissen, was wann passiert; dank ausführlicher Inhaltsangabe mit Interpretation wissen, welche Themen wichtig sind: anhand thematischer Kapitel auf wichtige Fragen die richtigen Antworten wissen: gut vorbereitet durch typische Abiturfragen mit Lösungen
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Lektürehilfe Michael Kohlhaas 5 von 5 Punkten Das Buch ist in einwandfreiem Zustand und der Versand ging äußerst schnell! Bin voll zufrieden
Weitere Lesermeinungen |
Wanderungen durch die Mark Brandenburg: 8 Bände Theodor Fontane Broschiert, 2005 Verkaufsrang: 139337 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die umfangreichste Ausgabe der "Wanderungen" "Schloß-, Park- und Landschaftsbeschreibungen, Historisches, Anekdotisches, Familienkram und Spukgeschichten. Mehr kann man am Ende nicht verlangen." Treffender, als es Fontane selbst tat, können die "Wanderungen" nicht charakterisiert werden. Zu den bekannten fünf Bänden bietet diese konkurrenzlose Ausgabe zwei Zusatzbände aus dem Nachlaß und zum erstenmal im Taschenbuch den aufwendigen Registerband mit allen Personen und Orten. "Eine editorische Meisterleistung" Günther de Bruyn
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Herr der Welt Jules Verne Taschenbuch, 18. Februar 2009 Verkaufsrang: 150032 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Da tönten aus seinem Munde die folgenden gotteslästerlichen Worte, die ich inmitten des Brausens des Sturmes und des Krachens der Donnerschläge verstand: "Ich... ich... der Herr der Welt!... Gleich Gott!... Gleich Gott!" Danach machte er ein Zeichen, das Turner und dessen Genosse zu deuten wussten. Es war ein Befehl, und die Unglücklichen, die ebenso wahnwitzig waren wie er, führten ihn ohne Zögern aus. Die großen Flügel weit entfaltet, erhob sich das Luftschiff, ganz wie über den Fällen des Niagara. War es damit aber zu jener Zeit den Wirbeln des Katarakts entgangen, so trug es sein wahnsinniger Flug heute mitten in die Wirbel des Gewittersturmes hinein.[...] Robur hatte seine Haltung nicht im geringsten verändert. Das Steuer hielt er in der einen, den Regulator in der andern Hand, und die Turbinen bohrten sich in die Luft ein, die Flügel schlugen auf und nieder, als ob sie brechen sollten, der Wahnsinnige aber trieb den Apparat in das schlimmste Unwetter und da hinein, wo die elektrischen Entladungen von einer Wolke zur anderen schlugen. Dazu wiederholte er mit schrecklicher Stimme: "Gleich Gott!... Gleich Gott!" Man hätte sich auf diesen Verrückten stürzen und ihn mit Gewalt hindern sollen, [...] Jules Verne versteht es auch in diesem Roman, seine Leser wieder in den Bann zu ziehen. Der Herr der Welt tritt als größenwahnsinniger Verbrecher auf, dessen Wunderfahrzeug Epouvante an die fliegenden Schiffe und tauchfähigen Autos in einigen James-Bond-Filmen erinnert. Jules Verne war damit richtungsweisend für das entsprechende Genre.
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Das Werk Emile Zola Taschenbuch, 2008 Verkaufsrang: 82420 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Seine Freunde halten den Maler Claude Lantier für ein Genie. In der Pariser Kunstszene sorgt er mit seinen ganz und gar unkonventionellen Bildern für Aufsehen. Warum aber wird der junge Künstler von derartig quälenden Selbstzweifeln geplagt, woher rührt seine permanente innere Unruhe? Unersättlicher Schaffensdrang und Blockierung der sch"pferischen Kräfte liegen in Lantiers Innern im ständigen Kampf miteinander und machen ihm das Leben nahezu unerträglich. Die Ablehnung seiner Werke durch die traditionsverwurzelte Pariser Künstlerwelt tut ein briges. Eine Katastrophe bahnt sich an. Der Autor schildert in "Das Werk" die problematische Existenz eines unverstandenen Künstlers. Nach Erscheinen des Romans kam es zum Bruch der Freundschaft Zolas mit Paul Cezanne, der sich in der Gestalt des Malers Lantier porträtiert und verleumdet fühlte.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Weltliteratur ersten Ranges... 5 von 5 Punkten ...stellt dieser Roman von Emile Zola dar. Es geht darin um die impressionistische Künstlerszene in Paris, die beginnt, sich mühsam gegen den konservativen Zeitgeschmack des etablierten Salons durchzusetzen. Vom Publikum verlacht, das die neue lichtdurchflutete, farbenfrohe und ausdrucksstarke Malerei nicht versteht, weil es noch an penibel nach der Natur gemalte Sujets gewohnt ist, mühen sich junge engagierte Künstler um neue, eigenständige Werke. Sie ringen mit persönlichen Schwierigkeiten und den Ungerechtigkeiten des Kunstmarktes. Hinzu kommt, dass in der Zeit um 1880 noch kein soziales Netz verarmte Menschen auffing... Wer sich die Impressionisten im Musée Jeu de Paume oder im Museum of Modern Art anschaut, bekommt durch dieses Buch eine wesentlich erweiterte Sicht auf die Zeit und die Umstände, in der sie entstanden. Man kann sich die Atmosphäre in den Ateliers gut vorstellen, die Zola in diesem Buch so lebendig wiedergibt. Der Maler Paul Cezanne, der mit seinen Still-Leben rang und so lange daran malte, bis die zu malenden Äpfel verfaulten und die Zwiebeln auskeimten, fühlte sich durch diesen Roman verleumdet und zerstritt sich mit dem Autor, den wir in der Figur des Dichters Sandoz zu erkennen glauben. Zola gibt in dem Buch einige Hinweise zu seinem eigenen Werk und seine Auffassung vom Schreiben. Daher enthält dies Buch auch eine interessante Anleitung dazu und sei auch in dieser Hinsicht empfohlen. Für den Leserausch eignet sich der emotional mitreißend und dicht geschriebene Roman ganz besonders. Hierin liegt Zolas große Begabung. Er beobachtet den Aufstieg und Fall einzelner Personen und Familien genau und analysiert glaubwürdig und präzise die Umstände, als hätte er die Psychoanalyse vorweggenommen. Dieser Klassiker gehört in die Hausbibliothek.
Einfach Wunderbar!! 5 von 5 Punkten Wenn man bedenkt, dass das leider zur Zeit der einzige Verlag ist, der dieses Buch auf dem freien Markt anbietet, sollte man sich nicht zu sehr über die geradezu amateurhaften Druck- und Interpunktionsfehler, die alle paar Seiten zu finden sind, beschweren. Den Handlungsüberblick muss ich nicht wiederholen, da er oben zu lesen ist, und muss der Rezension, die auf der Buchrückseite steht(...Dieser Roman um die Besessenheit eines hochbegabten Künstlers, der in unaufhörlichen Zweifeln mit sich und seinem Werk ringt und schließlich tragisch an ihm scheitert, ist darum einer der persönlichsten und poetischsten des Zyklus'...), ausnahmsweise vollkommen zustimmen. Nicht nur inspirierte Cezanne(angeblich unfreiwillig) den Autor zu der Hauptfigur "Claude Lantier", auch kann man in "Fagerolles" Züge Edouard Manets erkennen, und Zola selbst präsentiert sich uns teilweise(nicht vollkommen biografisch!!) im Charakter des "Pierre Sandoz". Die deskriptive Art zu schreiben, die in manch anderem seiner Bücher zu sehr überwiegt, trifft hier allerdings genau den Nerv des Beabsichtigten, so dass man die Tragik genau nachvollziehen kann. Wie in den meisten Geschichten aus der "Rougon-Macquart" steht der Tod am Ende. Nicht nur für jeden Freund des Naturalismus ist dieses WERK, und Zola im Allgemeinen, eine Pflichtlektüre, auch denjenigen wird es bekommen, die sich gerne von Romanen emotionalisieren lassen, mitfühlen, hassen, Verständnis und Missverständnis dieser Welt entgegenbringen wollen. |
Die Jagd auf den Meteor: Die Originalfassung Jules Verne Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 179308 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Meteor, der aus reinem Gold besteht, nähert sich der Erde. Staaten und skrupellose Mächtige beginnen einen fanatischen Wettstreit um das ungeheure Vermögen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne das Gesetz des Zufalls gemacht. Und auch für zwei junge Liebende bedeutet der Meteor ihr Schicksal ...Jules Vernes faszinierender Roman in der bislang unveröffentlichten Originalfassung - neu übersetzt und komplettiert durch eine umfassende Einleitung von Andreas Eschbach.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein Meisterwerk endlich in der Originalfassung! 5 von 5 Punkten Lange Zeit war Vernes Roman "Die Jagd auf den Meteor" nur in einer von Vernes Sohn bearbeiteten - um nicht zu sagen entstellten - Version erhältlich. Nun liegt also erstmals auf Deutsch die Originalfassung vor; und es ist ein tolles Buch! "Die Jagd auf den Meteor" entpuppt sich im Original als einer der besten Vernes, voller zeittypischer Verwicklungen, Ironie und Humor, was vor allem der sehr guten Übersetzung zu verdanken ist. Dazu noch eine interessante Einleitung von Andreas Eschbach zur Geschichte des Romans...hier muss man als Verne-Fan zugreifen, und nicht nur als solcher!
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Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.30, Der zerbrochne Krug Heinrich von Kleist Taschenbuch, Juni 2008 Verkaufsrang: 107252 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie brauchen für Ihre Schullektüre sofort eine ausführliche Inhaltsangabe, ohne womöglich Zeit gehabt zu haben, das entsprechende Werk zu lesen? Sie müssen sich noch ganz schnell über den Aufbau eines Werkes informieren? Bei Königs Erläuterungen bekommen Sie klare und universelle Informationen!159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben und in unserem neuen Lay-out noch übersichtlicher gestaltet. Schematische Darstellungen, Hinweise in Textkästchen am Rand der Erläuterungen und in Kopf- und Fußleisten ermöglichen eine schnelle Orientierung.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ein Richter auf Abwegen... 5 von 5 Punkten Kleists "Der zerbrochene Krug" erscheint in der Hörspiel-Reihe "Klassik: Jetzt!", ist aber dennoch ein eher untypischer Vertreter, weil eine Komödie. Und diese Komödie hält tatsächlich, was sie verspricht. Richter Adam, intrigant und auf erpresserische Weise an sehr viel jüngeren Frauen interessiert, muss versuchen, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Bei seinen zweifelhaften Avancen hat er auf der Flucht einen Krug zerbrochen, und über gerade diesen soll er nun persönlich zu Gericht sitzen. Zu hören, welch hanebüchenen Ausreden ihm einfallen, wie er sich immer tiefer in Widersprüche verstrickt, ist ein Erlebnis. Und das gerade auch durch diese Hörbuchinterpretation. Die Mischung aus Adams Skrupellosigkeit, Tollpatschigkeit und Ängsten wird nachvollziehbar zelebriert. Und zwar so nachvollziehbar, dass der Text auch für ungeübte Leser leichter zugänglich und verständlich wird. Und genau hiermit erreicht das Hörspiel seine Zielgruppe und macht Klassik eben "Jetzt!" zugänglich. Hoffentlich geben ihm nicht nur die Leute eine Chance, die die Komödie ohnehin schon gelesen haben. Ohren auf - es lohnt sich.
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L'Ingénu - Der Freimütige Voltaire Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 234283 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Voltaire (eig. François-Marie Arouet), 1694 in Paris geboren, besuchte dort das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand und fand nach Abschluß seines Studiums bald Zugang zu aristokratischen freidenkerischen Kreisen. 1717 brachte ihm eine Satire auf Ludwig XIV. ein Jahr Haft in der Bastille ein. Später mußte er seines Freidenkertums und seiner aufklärerischen Schriften wegen mehrfach Paris verlassen. In England und auf dem Schloß einer Freundin in der Champagne fand er Asyl. 1750 folgte er einer Einladung an den Hof Friedrich des Großen, wurde aber drei Jahre später in Ungnade wieder entlassen. Er starb 1778 in Paris.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Wie hart ist es [...], dass ich erst jetzt den Himmel kennenlerne, da man mich des Rechtes beraubt hat, ihn zu betrachten." 5 von 5 Punkten Steht bei Candide (1759) die Idee der Marionette im Vordergrund und zwar in dem Sinne, dass aufgehäuftes Unrecht wo auch immer zur Auflehnung drängt, auch wenn die Vernunft die Unabwendbarkeit des Leidens stoisch predigt. Candides im Grunde beleidigtes Gefühl drängt ohne Unterlass gegen die Trostlosigkeit und erzeugt so das Optimistische par excellence. Die Kultur im Candide überzeugte eben nicht von der besten aller möglichen Welten. Diese Frage der Kultur nach Wert oder Nicht-Wert sucht auch im "Der Freimütige" (1767; auch unter den Namen: Der Hurone, Das Naturkind bekannt) nach einer Antwort. Wurde Candide noch von einer göttlichen Vollmacht, hier seinem Pankloß beschützt und begleitet, wird das Naturkind hier von keiner Macht beschützt. L'Ingénu könnte man als bravouröses Gegenstück von Candide sehen. Marionettenhaftes im Sinne dauerhafter Komik durchzieht dieses Stück. Aber immer ist der Mensch komisch, während im Candide der Wechsel Puppe-Mensch noch eine Rolle spielte. Die persönliche Tragik ist im Candide am Ende aufgehoben, hier jedoch dominiert die menschliche Tragik: Schuldlos in der Bastille gefangen, erfährt das Naturkind vom Tode seiner Braut, die an Kummer über den Preis der Hingabe an die adeligen Beamte stirbt, den sie seine Befreiung kostet. Voltaire (1694-1778), der das Sündhafte liebt und schnell bereit ist, dieses zu entschuldigen, vollzieht hier den Wandel zur inneren Reinheit der Frau. Er hebt sie moralisch auf eine andere Ebene. Voltaire gibt sich als Verteidiger der Opfer und zeigt sich als Ankläger der Täter einer Gesellschaft, in der sich tugendhafte Ziele nur durch Verlust der eigenen Tugend erreichen lassen. "Man findet genug Hände, die auf die Masse der Unglücklichen einschlagen, aber selten eine helfende." Voltaire gelingt mit L`Ingénu eine wie immer beißende Kritik der Gesellschaft seiner Zeit mit tiefgreifenden und erfrischenden Gedanken zum Verhältnis von Körper, Geist und Gefühl, zur Liebe und ist seine Antwort auf Zivilisationspessimisten à la Rousseau, die Zivilisation nur als Verlust des ursprünglich idealen Naturzustandes begreifen. In Frankreich aus der Natur zum denkenden Menschen geworden, in der symbolischen (Regeln der Zivilisation) wie tatsächlichen Gefangenschaft lernt das Naturkind Ethik, Naturwissenschaft und die Grundzüge der Astronomie. So bleibt ihm ironisch nur die Klage: "Wie hart ist es [...], dass ich erst jetzt den Himmel kennenlerne, da man mich des Rechtes beraubt hat, ihn zu betrachten." Das Ja und Nein in einem ist die Zusammenkunft von Freiheit und Fessel, Freiheit des Denkens im aufgeklärten Frankreich, Fessel ist die klerikale Behinderung. Voltaire ist der Spötter Frankreichs, Spott gegen alles, vor allem gegen die Kirche. Und doch schuf er mit dem Deismus seinen eigenen religiösen Standpunkt. Sein Todestag jährt im Mai zum 230sten Mal. Sehr lesenswert.
la langue fabuleuse de Voltaire 5 von 5 Punkten Weltanschauung in solch vollendeter Sprache. Es gibt wohl keinen besseren Formulierungskünstler als Voltaire. Er versteht es wie kaum ein anderer seine Gedanken mit solch einer Leichtigkeit und feiner Ironie (man achte bitte genau auf die Nebensätze und die Charakterisierungen) zu verbreiten. Dabei mangelt es jedoch nie an Tiefgang. Die Erzählung bietet darüber hinaus köstliche Unterhaltung. Desweiteren noch ein Lob an den Reclamsverlag. Die zweisprachige Ausgabe ist wunderbar ausgestattet. Die Anmerkungen und das Nachwort sind sehr hilfreich. |
Candide oder der Optimismus: Roman Voltaire Taschenbuch, 1. April 2009 Verkaufsrang: 189370 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Optimismus, in Scherben Und ewig lockt "Candide" Ob es in Frankreich, in England oder in Deutschland (es könnte auch heissen: in Amerika, in Holland, in der Schweiz) mehr Tollhäusler gebe, das ist zum einen eine schwer zu entscheidende, zum andern aber eine Frage von bleibender Aktualität. Gestellt wird sie im Januar 1759 von einem Martin alias Doktor Ralph alias Voltaire, im dreiundzwanzigsten Kapitel eines Traktats, der sich der Form nach als Märchen gibt, dem Inhalt nach freilich zu den Glanzstücken menschlicher Desillusionierung gehört. Natürlich, "Candide". Keine Fussnote, kein Syllogismus, kein korrekter Beweis; stattdessen Übertreibung, wahnwitzige Behauptung, surreale Ereignisse sonder Zahl - kaum je hat ein Buch, das sich so ganz und gar nicht an die steifen Usanzen der philosophischen Gemeinde hielt, die nämliche Gemeinde so im Mark treffen können wie eben der "Candide". Voltaire führt hier eine neue Textsorte, den conte philosophique, zu einem ersten literarischen Höhepunkt. Dass einzelne Episoden dieses philosophischen Märchens aus der ehernen Realität genommen sind - die von höchst christlichen Königen abgesegneten Bestialitäten des Siebenjährigen Krieges, Sklavenhaltung und Menschenhandel in den Kolonien -, das macht das Buch zu einem gefährlichen Druckwerk (und nicht etwa der kleine Nebenschauplatz, wo gelehrte deutsche Pedanten, zumal die Anhänger "zureichender Gründe" und "prästabilierter Harmonien", eine sanfte Abreibung erhalten). Da nützte es auch nichts, dass Voltaire das kleine Werk wohlweislich im Schutz der Anonymität erscheinen liess; in Genf und in Paris, in Leipzig und in Rom sowieso (nicht aber in Preussen) wird das Buch postwendend verboten, und ebenso postwendend steigt die Nachfrage und mit ihr die Auflagenzahl. Bis 1789, so hat die Rezeptionsforschung gezählt, sind 48 Ausgaben erschienen. Nur Rousseaus "Nouvelle Héloïse" konnte da noch mithalten. Candide, man muss es vor Augen haben, ist gebürtiger Westfale, auch wenn sein geistiger Vater Franzose ist. Vermag man sich einmal von jenem Säurebad zu lösen, durch das Voltaire den aufklärerischen Optimismus zieht, so erzählen die dreissig Kurzkapitel allerhand Diplomatisches und weniger Diplomatisches über das historisch gespannte Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland. So etwa stammt die schöne, etwas füllige Kunigunde (wir dürfen sie wohl mit Fug als Helena des Dixhuitième rubrizieren) aus dem westfälischen Damenflor, und dass sie zur Betonung ihrer Reize keinerlei französischen Zierrats bedarf, mag damit zu tun haben, dass Voltaire just 1758 in Genf Besuch erhielt von der Gräfin Bentinck, einer in der Tat real existierenden "Westphalienne". Auch sonst ist die Ironisierung der Leibniz'schen Philosophie nur eines unter vielen "deutschen" Attributen des kleinen Buchs. Die militärischen Tugenden, die Anwerbemethoden der "bulgarischen" alias preussischen Armee, das in Preussen beliebte "Spiessrutenlaufen", das Gardemass der Langen Kerls, schliesslich der gnädige Bulgarenkönig, der Candide vor der standgerichtlichen Erschiessung bewahrt: All das sind gleichsam Restanzen jener völkerkundlichen Studien, die Voltaire während seines Aufenthalts am Hof Friedrichs des Grossen betrieben hatte. 1761 ist die erste deutsche Übersetzung erschienen, 1778, als Beigabe zur Mylius'schen Übertragung, ätzt Chodowiecki den sprichwörtlichen Ahnenstolz der deutschen Kleinstfürstentümer auch noch in Kupfer, was freilich nicht heisst, dass man in Deutschland den Frosch geschluckt hatte, schliesslich hatte Gottsched früh schon den Generalverriss instrumentiert: Die "unordentliche Einbildungskraft" war noch das mindeste, was er Voltaire vorwarf. In der Zwischenzeit freilich sind die gallogermanischen Missklänge kandiert, will sagen: in Zucker gelegt worden. Ja es soll neuerdings gar Leute geben, die in Voltaires Figur des Pococurante einen kühnen Vorausblick auf die globale Konsumtristesse der Managerklasse im einundzwanzigsten Jahrhundert zu sehen in der Lage sind. Zu überprüfen wäre die These anhand der jüngsten, eben im Hanser-Verlag erschienenen "Candide"-Übersetzung aus der instruierten Feder von Wolfgang Tschöke. Und notabene (da ist doch etwas Optimismus angesagt) ist es löblich, dass die Zeiten vorbei sind, in denen eine verquere teutonische Ästhetik davon ausging, dem deutschen Publikum sei der Baron von Thunder-ten-tronckh nur als Baron von Donnerstrauch näherzubringen. Ursula Pia Jauch Voltaire: Candide oder der Optimismus. Aus dem Französischen übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Tschöke. Carl-Hanser-Verlag, München 2002. 152 S., Fr. 29.-.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Candide oder der Optimismus 5 von 5 Punkten Voltaires Candide ist ein herrlich unterhaltsames und auch sehr lebensnahes Werk, das man immer wieder lesen und bei dem man immer wieder lachen kann. Lebensnah" ist vielleicht nicht das richtige Wort, wenn man die Odyssee des Helden, Candide, mitverfolgt, der in eine unglaubliche Vielzahl an Ereignissen rund um die Welt gelangt, sich durchschlagen und durchkämpfen muss, um letztendlich am Ziel seiner Träume anzukommen- aber doch insofern lebensnah und philosophisch, da Voltaire mit der Geschichte des Candide doch ein stückweit beschreibt, welche Aufs und Abs es im Leben gibt und worauf es letztlich ankommt- nicht zuletzt ist dies die Philosophie, die- wenn man daraus lernt- für den Helden des Romans auf alle Fälle zum Happy end führt. Geleitet wird Candide, der während seines Lebens eigentlich ständig Pleiten, Pech und Pannen erlebt, durch seinen grenzenlosen Optimismus und die nie verlorene Hoffnung, seine geliebte Kunigunde am Ende wiederzusehen. Bis dahin durchlebt er etliche Abenteuer und Katastrophen, die natürlich überspitzt und doch massiv sind- dies alles sehr lustig und unterhaltsam beschrieben, dass einem der arme Kerl zwar leid tut, man aber dennoch lachen muss- und schließlich kommt er doch noch zu seiner Kunigunde und ist im Hafen seiner Wünsche angekommen. Voltaire hat mit dem Candide eine Art barocken Roman geschaffen, der vielleicht sogar ein wenig an vergleichbare Schelmenromane anderer Kulturen und Nationen zu dieser Zeit erinnert, in denen- z.B. im Simplicissimus- der Protagonist auch alle möglichen Abenteuer zu be- und überstehen hat, beschreibt jedoch darüber hinaus in überspitzter Art und Weise deutlich die Gesellschaft seiner Zeit. Damit gelingt es Voltaire, Missstände zu kritisieren und doch zu unterhalten, indem er eine weltumfassende Ironie verbreitet, über die man lange schmunzeln kann und das Buch zu einem Lieblinsbuch werden lässt.
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Modeste Mignon: Roman Honoré de Balzac Gebundene Ausgabe, 14. September 2009 Verkaufsrang: 231205 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Ein ungewöhnlich leichter und zauberhafter Roman... jedem würde ich 'Modeste Mignon' ans Herz legen." (Rolf Vollmann )
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