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Seite 25

Pankraz der Schmoller - Gottfried KellerPankraz der Schmoller
Gottfried Keller

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 286289      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

Preis: € 2,60 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Pankraz der Schmoller, die erste Novelle des Seldwyla-Zyklus, schildert den Weg des Helden vom romantischen Träumer zum realitätsgerechten Zeitgenossen. Aber bedeutet diese Durchsetzung des prosaischen Weltzustands schon, daß es sich bei Pankraz Bekehrung um eine vorbildliche Mensch-Werdung handelt?



Die Beute - Emile ZolaDie Beute
Emile Zola

Gebundene Ausgabe, Oktober 1998
     Verkaufsrang: 295463      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Am Ende einer Jagd stürzen sich die Hunde auf ihren Teil der Beute, die Eingeweide, und verschlingen sie. Für den jungen Zola ist es das Herz von Paris, das sich die Spekulanten zur Zeit Napoleons III. herausreißen. In diesem meisterhaften Roman aus seinem Zyklus "Les Rougon-Macquart" schildert Zola die Symptome des Untergangs im zweiten Kaiserreich. Neben Glanz und Luxus bestimmen Korruption, Spekulation und sittliche Verkommenheit das Leben. Repräsentant dieser Gesellschaft ist Aristide Rougon. Während der ehrgeizigen Umgestaltung von Paris nach den Plänen des Barons Haussmann bringt er es zu märchenhaftem Reichtum. Seine Frau Renee, schön und extravagant, kostet alle Genüsse eines am Überfluß beinahe erstickenden Lebens aus. Gelangweilt und unersättlich lebenshungrig zugleich, verstrickt sie sich in eine Leidenschaft zu ihrem Stiefsohn Maxime. Wie in einem Rausch erliegen sie, ihr Mann und Maxime allen Lastern,die die mondäne Großstadt bietet. Allein Renee wird sich der Verderbtheit ihrer Umgebung und ihres eigenen Lebens bewußt und zerbricht daran.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Eindrucksvolles Bild der Sitten und Laster des Kaiserreiches      5 von 5 Punkten
Bei diesem Werk, welches 1872 erschien, handelt es sich um den zweiten Band des 20bändigen Romanzyklus „Die Rougon-Macquart". Zola führt uns in das Paris Napoleons III., wo dunkle Existenzen, die diesem Abenteuer zur Macht verhalfen, nun gierig über „die Beute" herfallen, wo Spekulationen ausufern und Genussucht das Leben der Gesellschaft bestimmt.

Reneé, eine feinnervige Frau, die aus einer alten und vor allem reichen bürgerlichen Familie stammt, wird mit dem gewissen- und skrupellosen Spekulanten Aristide Rougon verheiratet. Dieser ist Sohn von Pierre Rougon (der aus dem ersten Roman der Rougon-Macquart - „Das Glück der Familie Rougon"). Diese Verbindung ermöglicht Aristide weitere Spekulationen, die ihn nach schweren Krisen am Ende mit Gold überhäufen. Reneé sinkt in dieser Atmosphäre aber immer tiefer, will nun alle Genüsse des Lebens auskosten.

Zola schildert uns diese Ereignisse mit großer erzählerischer Kraft und unbestrittener Schönheit. Besonders gelungen in diesem Roman ist neben dem Leitmotiv Gold das des Wintergartens mit seinen exotischen Pflanzen, den Orchideen, Hibiskusblüten, die wie Frauenlippen sind, Lippen, deren Küsse töten. Das übt einen unwiderstehlichen Reiz auf den Leser aus, prickelnd und genial. Nicht umsonst musste der Erstdruck in einer Zeitung damals abgebrochen werden.

Sein Zeitgenosse Maupassant nannte „Die Beute", „einen der bemerkenswertesten Romane des Meisters des Naturalismus, blendend und sorgfältig gearbeitet, packend und wahrheitsgetreu, mit zorniger Empörung, in einer farbigen und kräftigen Sprache geschrieben." Da kann ich nur zustimmen.

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Jane Eyre - Charlotte BronteJane Eyre
Charlotte Bronte

Gebundene Ausgabe, März 2007
     Verkaufsrang: 302206      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jane Eyre ist die fiktive Autobiographie einer Frau, die sich zwischen ihrer Leidenschaft zu einem Mann und ihrem Wunsch nach Selbständigkeit entscheiden muß: 'Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen - das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse', sagt Jane Eyre zu dem Mann, den sie liebt.Charlotte Bronte (1816 - 1855) ist die älteste der drei außergewöhnlichen Schriftsteller-Schwestern. In der Abgeschiedenheit des elterlichen Pfarrhauses in Yorkshire schrieb sie einen der berühmtesten Frauenromane der Welt "Jane Eyre".


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 309 Bewertungen)

Mein Lieblingsroman! :)      5 von 5 Punkten
Jane Eyre, ein unscheinbares, aber kluges und selbstbewusstes Mädchen, wächst ungeliebt und grob behandelt im Haushalt ihrer Tante auf. Mit zehn wird sie auf ein Pensionat für Mädchen geschickt, die Lowood Stiftung. Dort werden die Mädchen zu Fleiß und Gehorsam erzogen und leiden unter der Härte des Schulleiters und der unzureichenden Verpflegung. Das Internat wird von einer Typhus-Epedemie heimgesucht und raubt Jane ihre einzige Freundin.
Acht Jahre später verlässt Jane die Schule und wird in einem vornehmen Haus als Gouvernante angestellt. Fortan unterrichtet sie das Mündel von Herrn Rochester, einem unansehnlichen, düsteren und doch charismatischen Mann. Mit der Zeit verliebt sich Jane in ihren Herrn, und trotz des Altersunterschiedes und ihrer gesellschaftlichen Stellung scheint auch er sich für sie zu interessieren.
Während sich Jane und Mr Rochester langsam näherkommen, gehen im Haus seltsame Dinge vor sich. Von Zeit zu Zeit hört Jane ein irres Lachen aus den oberen Stockwerken und eines Nachts kann sie Mr Rochester gerade noch aus seinem brennenden Bett befreien. Noch während sich Jane mit der Frage quält, welches Geheimnis ihr Herr vor ihr zu verbergen versucht, überschlagen sich die Ereignisse: Mr Rochester macht Jane einen Antrag doch ihre Hochzeit mündet in Janes überstürzter Flucht ...

Der Roman Jane Eyre, den Charlotte Brontë 1847 unter dem männlichen Pseudonym Currer Bell veröffentlichte, zählt heute zu den größten Klassikern der Literatur und ist einer der berühmtesten Frauenromane der Welt.
Selten habe ich einen so ergreifenden und feinsinnig geschriebenen Roman gelesen. Charlotte Brontë ist mit Jane Eyre in Charakter, Handlung und Stilistik ihrer Zeit weit voraus. Die größte Stärke des Romans sind seine Figuren, von denen jede einzelne so sorgsam gezeichnet ist, dass man sie selbst zu kennen glaubt. Jane, als schlichte, unvermögende Frau, die mutig ihren Weg durch eine engstirnige und verlogene Gesellschaft geht und die die Gleichberechtigung von Mann und Frau als Grundlage für die Ehe fordert, ist die bewegteste und am deutlichsten beschriebene Protagonistin aller bisher von mir gelesenen Bücher. Im Gegensatz zu ihr bildet Mr Rochester, der eigenbrötlerische und unverblümte Außenseiter das perfekte Gegenstück. Nicht umsonst wird Jane Eyre als eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten beschrieben.


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Die Malavoglia - Giovanni VergaDie Malavoglia
Giovanni Verga

Taschenbuch, 14. Februar 2001
     Verkaufsrang: 53375     

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Der Sizilianer Giovanni Verga (1840-1922) hatte mit diesem Roman aus dem Jahr 1881 einen fünfteiligen Zyklus beginnen und das Heldentum kleiner Leute schildern wollen. Doch schrieb er nur einen zweiten, den ebenfalls meisterhaften Roman Mastro Don Gesualdo. Diese beiden gelten als die Hauptwerke des »Verismo« genannten italienischen Naturalismus. Schauplatz ist, wie meist bei Verga, Sizilien, das kleine Fischerdorf Aci Trezza in der Nähe von Catania. In der Dorfgemeinschaft genießt die Familie Malavoglia wegen ihrer Ehrenhaftigkeit hohes Ansehen. Der verwitwete alte »Patron Ntoni« regiert als Oberhaupt seine Sippe. Als er den Sohn Bastianazzo an einem wetterunsicheren Tag mit dem Boot ausschickt, kommt die Bemannung um und die Fracht geht verloren. Dies ist der Beginn einer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

trocken und doch gut!      4 von 5 Punkten
Vergas "Die Malavoglia" erzählt die Geschichte einer kleinen Fischersfamilie, die durch zahlreiche Schicksalschläge dezimiert und entehrt wird. Der Vater wird während einer Handelsfahrt vom Meer verschlungen, die Mutter stirbt irgendwann an der Cholera, der älteste Sohn ist ein Taugenichts, der mittlere stirbt bei einem Gefecht seines Kontingents mit einem Feind,... . Nach all diesen Niederlagen kommt aber auch wieder der Glanz.
Das Buch ist in dem für den Naturalismus typischen einfachen Stil geschrieben und glänzt, anders als z. B. viele Werke Emile Zolas, mit einem einfach gestrickten Dialogreichtum. Ansonsten wimmelt es nur so von dummen Menschen und Idiomen. Es ist die klassische Welt dieses Genres, überzeugt aber nicht so sehr im Ganzen, wie das französische Pendant.


Madame Bovary - Gustave FlaubertMadame Bovary
Gustave Flaubert

Taschenbuch, November 2003
     Verkaufsrang: 228243      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

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Den meisten ist die Tragödie der Madame B. wohl bekannt, einige wollen sie wieder lesen, manche haben, aus welchen Gründen auch immer, noch nichts von ihr gehört und viele waren bis jetzt zu jung, um sie zu kennen. Flauberts Werk zählt zu den zeitlosen Klassikern, die wegen ihrer nicht abreißenden Aktualität immer wieder aufgelegt werden. Bücher, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte für gut gehalten werden, haben viele Ebenen, auf denen man sie lesen, verstehen und interpretieren kann. Madame Bovary gehört dazu. Kritiker und Literaturwissenschaftler befinden sich, was die Analyse des Mythos Emma Bovary betrifft, schon immer im Widerstreit. Auch das zeichnet ein universales Werk aus. Es läßt sich in keine Schublade stecken.

Wer war Madame Bovary? War sie ein Opfer ihrer Umwelt oder ein Opfer ihrer selbst? War sie sehr einfältig oder besonders gerissen? Was macht Madame für viele noch heute so faszinierend? Vielleicht ist das nicht abreißende Interesse mit den unendlichen Interpretationsmöglichkeiten ihres Charakters und ihres Schicksals zu erklären oder mit den vielen Spekulationsmöglichkeiten über das, was vermeidbar gewesen wäre und das, was unvermeidbar war. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Gegenüberstellung von verschiedenen Personen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort: während die einen ihren Aufstieg erleben, müssen die anderen unaufhaltsam ihrem Niedergang ins Auge blicken.

Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen.

Gustave Flaubert zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts, wie auch George Sand, die etliche Romane unter ihrem männlichen Pseudonym veröffentlichte. Die beiden verband eine siebzehnjährige Freundschaft, in der Flaubert seiner Freundin oft durch Briefe über den Fortgang seines Werkes berichtet. Er beneidet Sand dafür, wie sie Nacht für Nacht ihre Romane einfach, ohne die Feder abzusetzen, auf das Papier niedergießt, während er in minutiöser Kleinarbeit jedes einzelne Wort unzählige Male abwägt, bevor er es gelten läßt. Immerhin, diese akribische Kleinarbeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk entstanden.

Eventuell könnte die Sprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie Flaubert sie verwendet, in den Ohren des einen oder anderen Lesers etwas ungewohnt klingen, aber das ist Geschmackssache. Eher hebt sie die Atmosphäre der Zeit hervor, in der Madame B. gelebt und gelitten hat.

Das Thema bleibt brennend: Befreiung oder Untergang? Selbstverwirklichung oder Unterwerfung ? Welcher Pfad wurde an den Scheidewegen des Lebens jeweils eingeschlagen, der Richtige oder der Falsche? Wo liegen die persönlichen Fehler, wo die der Umwelt? Kurz: Wieviel Einfluß hat der Mensch auf seinen Charakter und sein Schicksal? Die Geschichte der Madame Bovary läßt viele Antworten zu. Für jeden eine. --Daphne Großmann

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)

Ein sehr schöner Klassiker!      5 von 5 Punkten
Madame Bovary hat mich sehr fasziniert! Flaubert hat meiner Meinung nach sehr gut aufgezeigt, wie die damalige Gesellschaft "getickt" hat! Madame Bovary war mit einem Arzt in einer kleinen Provinzstadt verheiratet, der sie unheimlich geliebt hatte. Er hat und hätte alles für sie getan, aber das hat ihr nicht gereicht. Sie hatte sich sprichwörtlich mit ihrem Leben, das sie geführt hatte, gelangweilt. Und das nur, weil sie ihn eben nicht geliebt hatte und nur aus dem Grund heraus, ein unbeschwertes Leben führen zu können, geheiratet hat. Um ein bisschen Abwechslung ins Leben zu bringen, ist sie fremdgegangen. Ich fand die Szenen, wie z. B. in der Kutsche wunderbar beschrieben, wobei Flaubert nicht auf die Sexszenen eingegangen ist, aber es hat meiner Meinung nach schon ganz schön geknistert und mit viel Phantasie konnte man zwischen den Zeilen lesen, was Flaubert geschrieben hätte, hätte er den Mut dazu gehabt. Ich hatte das Gefühl, dass es ihn schon sehr gedrängt hatte, auf dieses Thema einzugehen, aber er ist nur so weit gegangen, wie man eben zu jener Zeit gehen konnte und kein Stückchen weiter. Aber meines Erachtens hatte er seine Grenzen ziemlich ausgeschöpft. Zur damaligen Zeit galt man wohl eben nur als anerkannter, seriöser Schriftsteller, wenn man den Sex, den zwar jeder praktiziert hatte, nicht in seinen Büchern eingebaut hat. Man sieht ja, dass es sogar in der heutigen Zeit nicht sehr einfach ist, als Autor ernst genommen zu werden, wenn man erotische Bücher schreibt. Nicht umsonst verwenden diese Autoren grundsätzlich Pseudonyme, um unerkannt zu bleiben. Zumindest empfinde ich das so. Ob's stimmt, sei mal dahingestellt. Aber jetzt weiter zum Thema: Madame Bovary ist ein großartiges Buch und ich denke, es wäre mit der Erotik, hätte sie Flaubert ausgebaut, noch um einiges besser geworden. Was Flaubert aber hervorragend geschafft hat, war seine Leser in den Bann zu ziehen. Das ist das Größte, was ein Autor erreichen kann und ich hoffe, dies mit Mariposa und Diagnose: Schizophasie eines Tages auch zu schaffen. Flaubert hat es geschafft und das macht einen guten Roman aus. Nur wenn man mit seinen Figuren mitfühlen kann, ist man mitten im Geschehen. Und das hat er mit seinem Werk auch erreicht. Leider hat die Geschichte kein Happy End, aber ich denke, das liegt nur daran, weil es zur damaligen Zeit ein Skandal gewesen wäre, hätte er Madame Bovary ein "glückliches Leben am Ende mit ihrem Mann und ihren Lovern" leben lassen. Sozusagen war er gezwungen, der "unehrbaren" Frau auch ein schmerzhaftes Ende zu setzen. Ich wäre wirklich neugierig gewesen, wie sich Flauberts Geschichte entwickelt hätte und wie sie geendet hätte, hätte er sie in der heutigen Zeit geschrieben. Wer weiß, vielleicht ja anders. Nichtsdestotrotz, ein großer Klassiker. Flaubert ist in meinen Augen ein großartiger, französischer Schriftsteller und es hat mich begeistert, seine Madame Bovary kennengelernt zu haben, die er aus meiner Sicht leider ein bisschen "an den Zügeln" halten musste. 5 Sterne für dieses großartige Werk.


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Die drei Musketiere - Alexandre, d. Ält. DumasDie drei Musketiere
Alexandre, d. Ält. Dumas, Hertha Lorenz

Gebundene Ausgabe, März 2002
     Verkaufsrang: 300830     

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Im Jahre 1625 verläßt der junge, aus völlig verarmtem Landadel stammende d'Artagnan seine gascognische Heimat und zieht in die Hauptstadt Paris, um sich der königlichen Garde der Musketiere anzuschließen. Schnell gewinnt er die Freundschaft der drei unzertrennlichen ("Einer für alle, alle für einen") Musketiere Athos, Porthos und Aramis.
Vor dem Hintergrund der Rivalität zwischen König Ludwig XIII. und dem Ränkeschmied, Staatsmann und Kardinal...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Immer wieder lesenswert      5 von 5 Punkten
Eine spannende Geschichte vor historischem Hintergrund, gepaart mit Liebe, Intrigen, Duellen, überraschenden Wendungen und weiteren guten Zutaten. Es ist immer wieder ein Genuss, dieses Buch zu lesen. Ein Klassiker!


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Das Amulett - Conrad Ferdinand MeyerDas Amulett
Conrad Ferdinand Meyer

Broschiert, 2002
     Verkaufsrang: 60511     

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Die Hugenottenverfolgung und das furchtbare Geschehen der Bartholomäusnacht des Jahres 1572 in Paris bilden den historischen Hintergrund der Erstlingsnovelle Conrad Ferdinand Meyers. Im Mittelpunkt der dramatischen Ereignisse steht die alle konfessionellen Gegensätze überbrückende Freundschaft zwischen einem jungen Katholiken und einem Schweizer Calvinisten.

»Herb, körnig, kurz, energisch, originell bis zur Manier, in jedem einzelnen Fall zutreffend, und mehr als das: sinnerschließend und Gestalten formend, - das ist Meyers Stil, ein Lapidarstil im eigentlichen Sinn des Wortes, da die Logik mit Meißel und Hammer gehandhabt wird.«
Carl Spitteler


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Herb, körnig, kurz, energisch, originell bis zur Manier      5 von 5 Punkten
Um das Schrecken erregende, historische Blutbad in der Nacht des Heiligen Bartholomäus in Paris hat Meyer eine fiktive Geschichte gebaut. Sie erzählt von einem jungen schweizer Protestanten, der sich auf Grund seiner grenzenlosen Loyalität gegenüber dem Hugenottenführer Coligny in das brodelnde, katholische Zentrum Frankreichs begibt. Das persönliche Amulett eines Katholiken aus dem schweizerischen Frybourg rettet dem Preotestanten unter erstaunlichen Bedingungen das Leben.
Kurz, körnig und energisch treffen meiner Meinung nach insbesondere auf dieses Werk Meyers zu. Kurz und konkret weden dem/der LeserIn die historischen Aspekte gezeigt. Körniger und herber kann eine Geschichte mit derart blutigem Hintergrund gar nicht erst sein und den energischen Stil führe ich auf die direkte Anteilnahme und den Eifer zurück, der entsteht, wenn ein Schicksal gefühlvoll wiedergegeben wird.
Rund um die Bartholomäusnacht gibt es unendlich viele Geschichten zu erzählen, doch gerade mit der Figur Schadau, auf welche Meyer den Fokus gelegt hat, ist erfolgreich eine repräsentative Figur geformt worden; repräsentativ für die Kampfeslust und fanatische Blindheit zu Beginn, die sich aber in einer einzigen Nacht zu Hilflosigkeit und Todesangst wandelt.
Ich wage zwar zu bezweifeln, dass in einem ungleichen Zweikampf, wie ihn Meyer zwischen Schadau und Graf Guiche beschreibt, ein kleines heiliges Medaillon einen gekonnten Degenstoss vom Herzen abweichen lassen kann, jedoch bin ich überzeugt, dass dies, sei es so oder anders geschehen, als Wink des Schicksals gezeigt wird. Meyer handhabt die Logik tatsächlich mit Hammer und Meissel, um die Geschichte nach seiner Interpretation zu formen.
Was in des Lesers/der Leserin Auge wie der unreale Lauf einer Geschichte scheint, ist in Meyers Sinn ein Zeichen für unausweichliches, nötiges Schicksal, das weitere einschneidende Ereignisse zur Folge hat. Diese genannte Schlüsselszene des Werkes erklärt die ganze Geschichte in ihrem prägnanten, aufwühlenden Sinn.
Meyer zeigt ein historisches Ereignis anhand eines einzelnen Menschen, dessen Gefühle im Detaile erfasst werden können. Das Amulett von C.F.Meyer macht neugierig auf die Historik und verbindet Reales mit Fiktivem.


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Hyperion - Friedrich HölderlinHyperion
Friedrich Hölderlin

Sondereinband, 1998
     Verkaufsrang: 62342      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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»Ich verspräche gerne diesem Buche die Liebe der Deutschen. Aber ich fürchte, die einen werden es lesen, wie ein Kompendium, und um das fabula docet sich zu sehr bekümmern, indes die andern gar zu leicht es nehmen, und beede Teile verstehen es nicht.
Wer bloß an meiner Pflanze riecht, der kennt sie nicht, und wer sie pflückt, bloß, um daran zu lernen, kennt sie auch nicht.«
Hölderlin


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Eine der schönsten Liebesgeschichten der Deutschen Literatur      5 von 5 Punkten
Selten wurde in der Deutschen Literaturgeschichte eine erotische Liebe so sinnlich und so gefühlsvoll wie die Liebe zwischen Hyperion und Diotima geschildert. Hölderlin beschwört mit einer gewaltigen Sprache voller Bildlichkeit und Emotionalität, eine Beziehung voller Höhen und Tiefen herauf. Dieses Buch empfiehlt sich für alle Verliebten und Paare, aber auch für alle nach Liebe sich sehnenden. Friedrich Hölderlin lehrt uns Liebe neu zu begreifen.


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Die Kameliendame - Alexandre, d. Jüng. DumasDie Kameliendame
Alexandre, d. Jüng. Dumas

Broschiert, November 2005
     Verkaufsrang: 175322     

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Paris im Jahre 1847. Der junge Bürgersohn Armand Duval ist in tiefer Liebe zu der reizenden Kurtisane Margarete Gautier entbrannt, die nach ihrer Lieblingsblume "Kameliendame" genannt wird. Obwohl Margarete Armands Liebe erwidert, verzichtet sie auf Druck der Familie Duval auf ein bürgerliches Glück. Sie verlässt Armand. In ihrem verzweifelten Trennungsschmerz gibt sich die zarte Frau einem ausschweifenden Leben hin, das schon bald einen hohen Tribut von ihr fordert. Erst nach dem Tode der Geliebten erfährt Armand die wahren Beweggründe für den großmütigen Verzicht der Kameliendame auf eigenes Glück.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Eines der schönsten Bücher über die Liebe      5 von 5 Punkten
Es ist ein paar Jahre her daß ich dieses Buch gelesen habe. Aber es liegt mir am Herzen. Es ist nicht nur ein Klassiker sondern auch ein Klassiker über Liebe. Über Verzweiflung in der Liebe, Unmöglichkeit der Liebe und über die Macht der Liebe. Es geht zu Herzen. Mehr als viele moderne Bestseller. Man liest es aber vegisst es nicht. Eine ist eine bewegende Geschichte. Taschentücher sollte man in der Nähe haben.


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Hadschi Murat: Ein Roman aus dem Kaukasus - Leo N. TolstoiHadschi Murat: Ein Roman aus dem Kaukasus
Leo N. Tolstoi

Gebundene Ausgabe, Oktober 2000
     Verkaufsrang: 272974      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jahrzehnte nach seiner Teilnahme am Krimkrieg 1850/51 setzte Leo Tolstoi den tschetschenischen, daghestanischen und tscherkessischen Stämmen ein literarisches Denkmal. Zwei Welten stehen stehen einander in diesem Roman gegenüber: die der russischen Eroberer und jene der Kaukasusvölker, denen Tolstois Sympathie gehörte.Tolstoi beschreibt in "Hadschi Murat" die Problematik des Gegensatzes von Naturnähe und Zivilisation und gestaltete daraus ein wirkungsreiches Bild. Die blühende Distel, die mit ihrem Widerstand gegen die sie bedrohende Hand des Menschen an die historische Gestalt des kaukasischen Volkshelden Schamyl erinnert und an seinen Gegenspieler Hadschi Murat, wird zum Symbol für die Gegenwehr.
Die Erzählung nimmt in einem kaukasischen Bergdorf ihren Anfang, von wo sich die Handlung mehr und mehr bis zum Höhepunkt, einer Szene bei Zar Nikolaus I. in Petersburg, entfernt und schließlich wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt.
Aus der farbenfrohen Darstellung im Schnittpunkt zwischen Morgen- und Abendland ragt Hadschi Murat als urwüchsige heroische Gestalt heraus.




Hamburger Lesehefte, Nr.20, Der Waldsteig - Adalbert StifterHamburger Lesehefte, Nr.20, Der Waldsteig
Adalbert Stifter

Broschiert, 1986
     Verkaufsrang: 181686     

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"Der Waldsteig" ist eine der wenigen Novellen Stifters, die von einem leisen Humor durchzogen sind. Stifter beschreibt hier einen liebenswürdigen Narren und Aussenseiter. In einem Bad findet der eingebildete Kranke wunderbare Heilung. Hier nimmt die Bergwelt ihn gefangen und mit ihr ein junges Mädchen, eine Tochter der Berge und des Waldes. Das Nachwort bringt eine Gegenüberstellung der 1. und 2. Fassung von der Szene, in der die erste Begegnung des Kranken mit dem jungen Mädchen geschildert wird. Hier lässt sich die Eigenart der Umformung besonders gut erkennen, die der Stil der Urfassung überall erfahren hat. Anmerkungen helfen dem Leser.



einfach klassisch: Kleider machen Leute - Gottfried Kellereinfach klassisch: Kleider machen Leute
Gottfried Keller, Diethard Lübke

Broschiert, März 2003
     Verkaufsrang: 127639     

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Dieses Buch zeichnen zeitgemäße Gestaltung, Bilder und Fotos, Info-Kästen, klare Textgliederung und beantwortete Verständnisfragen aus. Auserdem schreibt die Lektürehilfe Worterklärungen in den Text. Der Wortlaut wird nur geringfügig modifiziert, als positive Wirkung wird der Lesefluss nicht gestört. Alle Interpretationsmöglichkeiten bleiben erhalten. Im Anhang werden die alte Textversion und die vorliegende Modernisierung am Beispiel einer umfangreichen Kernstelle einander gegenübergestellt.



Unterm Birnbaum - Theodor FontaneUnterm Birnbaum
Theodor Fontane

Taschenbuch, März 1996
     Verkaufsrang: 231241     

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Unterm Birnbaum findet der Krämer und Schankwirt Abel Hradschek beim Umgraben die verweste Leiche eines französischen Soldaten. Der Fund wird zum Anlaß, einen raffinierten Mordplan auszuführen. Doch die Untat wird dem geldgierigen Hradschek und seiner Frau zum Verhängnis.
Fontanes Kriminalerzählung aus dem Oderbruch erfreut sich noch heute besonders großer Beliebtheit als Klassenlektüre.Theodor Fontane (1819 - 1898) ist und bleibt der berühmteste Repräsentant des bürgerlichen Realismus. Seine Romane und Novellen, die vielfach verfilmt wurden, allen voran 'Effi Briest', zählen zu den meistgelesenen Klassikern des 19. Jahrhunderts.

Sorgfältige Psychologie, genaue Milieuschilderungen, der in der Schwebe gehaltene Kampf zwischen Aberglauben, Religion und Aufgeklärtheit dies sind die literarischen Vorzüge, die sich in Fontanes kleinem Roman Unterm Birnbaum, den Ernst Bloch einen »halben Detektivroman« nannte, mit einem kriminalistisch-spannenden Handlungsablauf effektvoll verbinden.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Unterm Birnbaum      4 von 5 Punkten
"Unterm Birnbaum" hat Theodor Fontane diese Novelle genannt, die er ursprünglich "Es ist nichts so feingesponnen" nennen wollte. Der letzte Satz dieser Novelle beginnt mit diesem Halbsatz und fährt fort `s kommt doch alles an die Sonnen!". So ist es natürlich in diesem "Krimi" auch. Hradscheck weiß nicht ein noch aus. Der Wirt und Krämer ist hochverschuldet und so erschlägt er den Schuldeneintreiber und mit Hilfe seiner Frau gelingt es ihm, die Bewohner seines Dorfes hinters Licht zu führen. Zwar fällt der Verdacht auf ihn, aber schließlich wird er rehabilitiert. Allein die Gewissensbisse und das ständige Gerede seiner alten Nachbarin werden ihm zum Verhängnis. Die Geschichte soll nach wahren Begebenheiten niedergeschrieben worden sein. Sie ist gleichwohl eine Geschichte Fontanes. Er erzählt und seine Andeutungen sind meisterlich, seine Dialoge - zumal im Oderplatt - sind dem Volke vom Maul geschaut und so kann diese kurze Geschichte durchaus den einen oder anderen Leser zu Fontane führen.


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Sturmhöhe - Emily BronteSturmhöhe
Emily Bronte

Broschiert, 1994
     Verkaufsrang: 358005     

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Liebe, Haß und Tod - ein Drama spielt sich ab auf dem Gutshof Wuthering Heights in Yorkshires düsterer Nebellandschaft. Vom Dämon der Rache und Eifersucht besessen, richtet der Findling Heathcliff ein Werk der Zerstörung an, dem auch die Angebetete Cathy zum Opfer fällt. Mehrere Generationen werden in einen Strudel rasender Leidenschaften gezogen. Emily Brontes ergreifende Geschichte voll psychologischer Raffinesse löste 1847 einen Sturm der Empörung aus.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Stürmische Geschehenisse      5 von 5 Punkten
Als ich "Sturmhöhe" vor ungefähr einem Jahr zu lesen begann, war es ein düsterer, schwüler Frühsommertag, der sich langsam düster bewölkte und schließlich in Platzregen ausartete. Dies war genau die richtige Atmosphäre, um in diesem Roman zu versinken: Die dumpfe Hitze ging in kühle Frische über, vereinzelte Sturmböen fegten über das Dach, der Regen trommelte gegen die Fensterscheiben und von weit entfernt drang ein bedrohliches Donnergrollen an mein Ohr. Denn genau diese Eindrücke findet man auch in diesem außergewöhnlichen Meisterwerk wieder und bilden eine gelungene Untermalung für die Geschehenisse in den Hochmooren von Yorkshire, wo sich um die altehrwürdigen Anwesen von Wuthering Heights und Toshcross Grange eine kraftvolle Geschichte um verzweifelte Liebe, blinde Leidenschaft und bittere Rache spinnt, eingebettet in die ungezügelte Wucht und wilde Schönheit der Natur, welche dem Leser unwillkürlich einen Schauer über den Rücken laufen lässt, der auch nicht abebben will, wenn sich letztenendlich eine Art sonniges Happy End einstellt - denn die düsteren Schatten der Vergangenheit wollen nicht weichen.

Neben dieser kraftvollen Handlung (welche in ihrer viktorianischen Entstehungszeit übrigens verrufen war) muss auch erwähnt werden, dass dieser Roman auch angemessen großartig verfasst wurde. Emily Bronte versteht es einfach, ebenso wie ihre Schwestern Charlotte und Anne, unglaublich fesselnd und anschaulich zu erzählen. Doch nur ihr gelingt es, ihre Prosa der ungezähmten, energiegeladenen Handlung anzupassen und den Leser mit prächtigen Porträts wilder Landschaften und verblüffend treffenden Metaphern zu verzaubern und an diesen Roman zu binden - bis er zuende gelesen ist, und noch weit darüber hinaus... Und weil solche Bücher leider rar sind, sollte sich niemand dieses Juwel ursprünglicher englischer Erzählkunst entgehen lassen.


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Werke: Werke, 6 Bde., Ln, Bd.2, Ahnung und Gegenwart: Bd. 2 - Joseph von EichendorffWerke: Werke, 6 Bde., Ln, Bd.2, Ahnung und Gegenwart: Bd. 2
Joseph von Eichendorff

Gebundene Ausgabe, Januar 1985
     Verkaufsrang: 211360      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

gelungene ausgabe      4 von 5 Punkten
Der Band 2 "Eichendorff-Werke und Erzählungen" ist wirklich eine gelungene Ausgabe. Enthalten sind u.a. Viel Lärmen um Nichts, Das Schloß Dürande und die Glücksritter. Die Erzählungen sind schön zu lesen. Gut gelungen sind außerdem die Radierungen von Christian Mischke. Zum Lesen wirklich empfehlenswert!


Die Elenden. Les Miserables - Victor HugoDie Elenden. Les Miserables
Victor Hugo

Broschiert, März 2001
     Verkaufsrang: 185972     

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"O Frühling, du bist ein Brief, den ich ihr schreibe... Wie groß ist es, geliebt zu werden! Und um wieviel größer, zu lieben! Das Herz wird heldisch durch seine Liebe. Es ist einzig aus Reinheit zusammengesetzt, nichts ist in ihm als Ewiges und Erhabenes. Ein unwürdiger Gedanke vermag in ihm sowenig zu keimen wie eine Brennessel auf Gletschereis. Die hohe und lautere Seele, unzugänglich den niederen Leidenschaften und Erregungen, wohnt im Himmelsblau. Beherrschend die Wolken und die Schatten dieser Welt, den Wahnsinn, die Lüge, den Haß, die Eitelkeit, die Not, empfindet sie nur noch die tiefen, unterirdischen Erschütterungen des Schicksals, wie die Gipfel der Berge das Beben der Erde empfinden... Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen."

Wer kann die Liebe ergreifender schildern als Victor Hugo? Wer vermag es, all ihre Erhabenheiten und Abgründe perfekt in Worte zu kleiden? Wenn das überhaupt möglich ist, hat Victor Hugo es vollbracht. Sein Werk wird von den größten Gefühlen, zu denen ein menschliches Wesen fähig ist, getragen, ob sie sich nun in Helligkeit entfalten bis aufs Äußerste oder die weitesten Dimensionen annehmen in ihrer Düsternis. Schonungslos und mit erschreckender Plastizität führt er uns das Dasein der Ärmsten unter den Armen im Frankreich des 19. Jahrhunderts vor Augen. Er beschreibt ihren erbitterten Kampf, den tiefsten Sümpfen des Jammertals zu entrinnen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Und doch wird dort nicht nur gekämpft und geweint. Hugo entblättert unsere Existenz in seiner ganzen Bandbreite, ob wir von unserer Bestimmung her begnadigt sind oder nicht. Jedes Leben durchzieht ein kleines Glück, auch wenn es einem erbarmungswürdigen Schicksal folgt und an unwürdigen Klippen zerschellt. Hugo befreit die Erniedrigten von ihrem Schmutz und stellt sie zurück in das Licht ihrer Würde, die jedem Menschen, egal wie sehr er beleidigt wurde, innewohnt.

Ich halte Hugos Werk hoch über meine kleine Bibliothek, weil es lebensspendenden Idealen folgt, weil es sich einer Moral verpflichtet, die mächtiger ist als die gesellschaftliche Moral, weil es den Blick auf die Welt komplett umdreht und die Sicht darauf freimacht, wie schön sie aussehen könnte, und letztlich, weil das Edle über das Gemeine im Menschen siegt. Und ich liebe es wegen seines hohen Gehaltes an Wahrheit, der gelungenen Mischung aus Realismus und Absurdität. Viel Gutes muß der Grausamkeit des Lebens zum Opfer fallen, ehe das wirklich Erhabene seinen glänzenden Sieg davontragen kann. Hugo beschönigt nichts. Trotzdem ist sein Weltbild nicht pessimistisch. Er beschreibt die Kluft zwischen Arm und Reich. Er zeigt, daß Armut böse machen kann und Reichtum blind. Dennoch siegt am Ende die Weisheit über die Dummheit und die Liebe über den Haß.

Abgestumpft von vielen Jahren auf der Galeere und als gefährlicher Mensch von der Gesellschaft geächtet, nimmt der Bischof von Digne Jean Valjean, den ehemaligen Galeerensträfling, auf und bewirkt bei ihm durch einen peinlichen Vorfall und durch seine beispiellose Güte, eine wundersame Verwandlung. Jean Valjean, durch 19 Jahre Gefangenschaft vom Bösen zersetzt und verdorben, erkennt sein ganzes Elend in einem Schlüsselerlebnis und entwickelt sich daraus zu einem Beschützer der Schwachen und Bedürftigen. Doch unerbittlich bleibt ihm seine Vergangenheit auf den Fersen. Sie verfolgt ihn in der Gestalt des Polizeiinspektors Javert, der als Reinkarnation von seelenloser Spießbürgerlichkeit und menschenverachtender Gesetzestreue bis an sein Lebensende versucht, ihn wieder hinter Schloß und Riegel zu bringen.

Rein stilistisch ist Victor Hugos dreibändiger Roman eine Schöpfung erster Güte. Wie eine Pyramide baut sich die Geschichte um Jean Valjean auf. Scheinbar völlig unabhängig voneinander beginnen hier und dort Steinwälle aus dem Boden zu wachsen, um sich irgendwann ganz unerwartet aneinanderzufügen und in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Genauso entspinnt sich in Hugos Roman hier und da eine von der bisherigen Handlung unabhängige Geschichte, die sich irgendwann ganz plötzlich und zur Überraschung des Lesers nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Am Anfang finden wir lauter einzelne geheimnisvolle Fragmente, am Ende ein klares, in sich perfekt geschlossenes Kunstwerk.

Keinem Film wird es jemals gelingen, die tausend Ebenen und haarfeinen Verästelungen dieses Romans darzustellen, ohne Wesentliches auszulassen. Keinem Theater. Und keiner Oper. Zu viele Geschichten in einer Geschichte. Zu viele wichtige Botschaften. Zu viele große Gedanken. Zu viele Feinsinnigkeiten. Zu viele grandiose Beschreibungen. Zu viele komplizierte Zusammenhänge. Sicher, man kann sich auf die leidenschaftliche Liebe zwischen Mario und Cosette konzentrieren oder auf die Geschehnisse während der Julirevolution oder auf das haarsträubende Katz- und Mausspiel zwischen Valjean und Javert. Doch man wird immer nur einen Ausschnitt erfahren, der die wahre Größe des Gesamtwerkes nicht zu erfassen weiß.

Der stürmische Kampf zwischen Gut und Böse, in dem das Gute trotz aller Tragik triumphiert, die unvergleichliche Komplexität des Werkes und die Art, wie es geschrieben ist, nämlich nicht nur mit der Vernunft des Kopfes und der Allwissenheit des Geistes, sondern auch mit inniger Anteilnahme der Seele und dem Blut des Herzens, machen dieses Werk zu meinem Lieblingsbuch seit ich sechzehn bin, und und kein anderes Buch konnte ihm in den folgenden zwölf Jahren den Rang ablaufen, obwohl ich in der Zwischenzeit bestimmt tausend andere Bücher gelesen habe. --Daphne Großmann

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)

Der beste Roman der französischen Literatur      5 von 5 Punkten
Zu den Größten der Literatur, wie Shakespeare, Goethe oder auch Hugo ist schon fast alles gesagt worden. Also: Warum soll man sich durch ein 1350 Seiten starkes Buch "arbeiten" (denn damit hat es zu tun)? Die Antwort soll klar und eindeutig ausfallen: Mir ist kein literarisches Werk bekannt, in dem auf so einfühlsame Weise deutlich wird, wie große Vorbilder Menschen inspirieren und verändern können. Für den Ex-Sträfling Jean Valjean wird der Bischof von Digne zu solch einer Inspiration. Die durch diesen alten Mann wirkende Kraft der Menschlichkeit macht aus einem Menschen, der 19 Jahre in Gefangenschaft verbracht hat, nicht nur einen der angesehendsten Geschäftsleute in dem kleinen Städtchen Montreuil. Monsieur Madeleine, wie er nun respektvoll genannt wird, wird selbst zu einem Inbegriff menschlicher und moralischer Integrität, der sich am Ende selbst sein ehemaliger Erzgegner und Polizeiinspektor Javert nicht mehr entziehen kann. Wer die entsprechende Geduld und Muse zum Lesen aufbringt, wird reichlich belohnt. Er (oder sie) taucht ein in eine komplexe Welt zwischenmenschlicher Beziehungen, in der eindringlich deutlich wird, was Menschen einander geben, aber auch sich gegenseitig antun können. Als Kulisse dient die äußerst gegensätzliche französische Gesellschaft des unruhigen 19. Jahrhunderts.


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Regen: Und andere Meistererzählungen - W. Somerset MaughamRegen: Und andere Meistererzählungen
W. Somerset Maugham

Broschiert, April 2007
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"Die Erzählungen war Maughams wahres Metier, und einige seiner Erzählungen gehören zu den besten, die je in englischer Sprache geschrieben wurden", so Anthony Burgess. Hier die besten Geschichten in einem Band, darunter die Meistererzählungen "Regen", "Der Brief", "Der Büchersack" und "Die Dschungelresidenz". Eine Einführung in einen erzählerischen Kosmos, der die ganze Welt umspannt und alle Emotionen und Leidenschaften, denen Menschen unterliegen.



Das Glück der Familie Rougon - Emile ZolaDas Glück der Familie Rougon
Emile Zola

Gebundene Ausgabe, September 2003
     Verkaufsrang: 78204      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Mit dem Staatsstreich Louis Napoleons nimmt die Epoche des Zweiten Kaiserreichs ihren dramatischen Ausgang. Wenige Tage nach Wiedereinführung der Monarchie verdichet sich auch das Schicksal der Familie Rougon. Die zwei verfeindeten Halbbrüder Pierre und Antoine verbünden sich im Augenblick des politischen Umsturzes, um in ihrem provenzalischen Heimatort Plassans die Macht an sich zu reißen.
Ein französisches Provinzstädtchen wird zum Brennspiegel, in dem sich die Geschicke der Nation an einem Wendepunkt ihrer Geschichte bündeln.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Die Toten vom Saint-Mittre-Acker      5 von 5 Punkten
Das Glück der Familie Rougon zeichnet Plassans, ein kleines Städtchen in der Provence 185x am Fluss namens Viorne in einer dunklen, kalten Dezembernacht - und in seiner Mitte der "Saint-Mittre-Acker", ein alter Friedhof dem Erdboden gleich gemacht.
Pierre Rougon, Oberhaupt der Familie gewinnt an großem, lang ersehntem Ansehen während aufständische Bauern in der Stadt Einzug halten. Seine Waffe? Heimtücke, Hinterlist, Argwohn, Feigheit, Gier und nicht zuletzt Gehässigkeit. So wie die Rougons und Macquarts allesamt ein Pack von Gaunern, Faulenzern, Taugenichtsen, Säufern und Blendern sind.
Dennoch, eine feine Seele verbirgt sich in ihrer Mitte - das Opferlamm!

Der erste Band der Rougon-Macquart schafft Ursprung und Bekanntschaft mit seiner Familie, stellt uns die Urheberin Tante Dide und ihr Nervenleiden vor und erzählt uns in kurzer Chronologie die einzelnen Entwicklungen, Verehelichungen und Kindsgeburten ihrer Kinder Pierre Rougon, Antoine Macquart und Ursule Mouret. Die Situation des Aufstandes, welcher die kurzweilige Republik stürzen soll, nimmt ab der Mitte die Zügel in die Hand. Geschlachtet wird mit Flinte und mit Sense, betroffen sind die ohnehin Benachteiligten, die Armen. Verschanzt hinter verschlossenen Türen und Mauern hocken Adel, Kleriker und die werte Bourgeoisie. Die Vorspiegelung falscher Tatsachen kürt Pierre Rougon zum Helden der Stadt, wobei keiner die Handschrift der gekränkten, listigen Frau im Hintergrund erkennt.

Fürchterlich hässliche Charaktere in einer wahrscheinlich fürchterlich hässlichen Zeit. Der Lichtblick: eine junge Liebe, der in ihrer Zartheit wenig Zukunft eingeräumt wird. Sprachliche Ausführung einerseits im Detail feinst gezeichnet andererseits wie ein Schatten der eigenen Umrisse skizziert.
Das Glück der Familie Rougon bildet alle Wurzeln der Rougon-Macquart Reihen, steht unumgänglich an ihrer Spitze und ist auch als Geschichte für sich ein Meisterwerk!


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Der Graf von Monte Christo, Großdruck - AlexandreDer Graf von Monte Christo, Großdruck
Alexandre, d. Ält. Dumas

Gebundene Ausgabe, 30. Juli 2007
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Den weltberühmten Roman von Alexandre Dumas gibt es jetzt auch als packendes Hörspiel mit Mathieu Carrière in der Hauptrolle. Alexandre Dumas, der von 1802 bis 1870 lebte, war einer der größten Dramatiker und Romanschriftsteller des 19. Jahrhunderts. Seine Vorlage für den Grafen von Monte Christo nahm er aus den Polizeiarchiven von Paris und schrieb die wahre Geschichte des unschuldig verurteilten Schuhmachers François Picaud in einen Abenteuerroman um. Es entstand ein auch heute noch gültiges Stück um Macht und Ohnmacht, um Schuld und Sühne.

Durch eine Intrige wird der junge Seemann Edmond Dantés in die Kerker der Festungsinsel If verschleppt und dort 14 Jahre gefangengehalten. In der Haft trifft er auf den eigenartigen Abbé Faria, der ihm aus Wohlgefallen sein gesamtes Vermögen von 13 Millionen Francs vererbt. Der Schatz liegt auf der Insel Monte Christo vergraben. Dantés hebt ihn nach dem Tode des Abbé und seiner Flucht aus der Festung und nennt sich fortan Graf von Monte Christo.

Ihn treibt nur noch ein einziges Ziel an: Die Rache an seinen Peinigern, die mittlerweile reich und angesehen geworden sind. Im Gegensatz zum echten Vorbild läßt Alexandre Dumas seinen Helden sehr viel subtiler vorgehen. Der Graf alias Edmond Dantès gewinnt die Gunst seiner Erzfeinde und macht sie so von sich abhängig. Er kämpft mit Worten und scheinbar guten Taten und zieht so die Schlinge immer weiter zu.

Mathieu Carrière ist glänzend diabolisch in der Rolle des Grafen von Monte Cristo. Die zynische Grausamkeit, die Durchtriebenheit und die intellektuelle Brillanz nimmt man ihm hundertprozentig ab. Carrière erfüllt die Figur mit Leben und spielt sie mit einer solchen Inbrunst, die sogar in diesem Hörspiel voll zum Tragen kommt. Das gesamte Hörspiel wurde von Helmut Peschina aufwendig mit vielen sehr guten Sprechern und authentisch klingenden Hintergrundgeräuschen bearbeitet. Ein beeindruckendes Hörvergnügen für mehrere Stunden. --Corinna S. Heyn

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)

Harren und Hoffen      4 von 5 Punkten
Edmond Dantes ist erster Offizier auf der Pharaon und soll auf Grund eines Todesfalles zum (doch sehr jungen) Kapitän ernannt werden. Ein glücklicher, all-sympathischer, liebenswürdiger junger Mann - so ganz ohne Makel, noch dazu verlobt mit der schönen Katalanin Mercedes bietet allerlei Gelegenheit für Neid und Missgunst. Von seinen Freunden, Nachbarn und Kollegen unschuldig verleumdet und verraten, wird er ohne Anhörung für vierzehn Jahre ins Chateau d}If, dem finstersten Verließ seiner Zeit verbannt. Die Flucht gelingt ihm schließlich und die Vergeltung ist nur eine Frage von Zeit und guter Planung.

Die Geschichte ist sowohl aus Film als aus Jugendbüchern wohl bekannt und dennoch zeichnet sich die ungekürzte (! Dtv-) Ausgabe durch eine sehr klare Darstellung der Charaktere aus. Zwar ist Gut und Böse eindeutig definiert, kann auf dem einen oder anderen Gesichtsausdruck doch ein Zweifel, vielleicht Reue oder Herzlichkeit erkannt werden. Sehr deutlich zeichnet sich das offensive Pariser Gesellschaftsleben Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ab - Pferderennen, Theateraufführungen, Sommerbällen aber auch Duelle - hinter verschlossenen Türen lässt sich einiges über die Politik - die der Finanzen und die der Heirat erfahren. Allgemein kann von einer Gesellschaft der Opportunisten, der Giftmischer, der Betrüger und falschen Prinzen gesprochen werden, in welcher Ehen scheitern, sobald das Geld dahin ist, wo ein Selbstmord oft die gesellschaftlich beste Lösung ist.

Die ungekürzte Ausgabe handelt den sehr spannenden ersten Teil der Inhaftierung, der Gefangenschaft und der Flucht bereits im ersten Viertel ab. Darauf folgt eine ebenso erhebende und spannende erste Rückkehr (es gibt derer zwei) in sein altes Leben. Hier begegnen wir denen, welchen Dantes Gutes zu verdanken hat. Aber Dantes taucht erneut unter, um seine Rache vorzubereiten und als Graf von Monte Christo in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Nun darf gesagt werden, dass hier die eine oder andere Passagen (ohne dem Gesamtwerk zu schaden) gestrichen werden könnte.

Resümme: Vielleicht der spannendste Klassiker der Weltliteratur - ganz bestimmt ein aufregender Roman über Geduld, Gerechtigkeit und Freundschaft.


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Die Leiden des jungen Werther - Johann Wolfgang von GoetheDie Leiden des jungen Werther
Johann Wolfgang von Goethe

Taschenbuch, September 2006
     Verkaufsrang: 189544      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

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Goethes "Werther" ist der schönste Liebesroman deutscher Sprache. Die emphatische Hingabe an das unbedingte Gefühl, das Aufbegehren gegen Konvention und Zwänge begründen seine Modernität für jede neue Generation.

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"Unzufriedenheit mit dem Schicksal ist eine der allgemeinen Leidenschaften"      5 von 5 Punkten
Im Jahre 1774 erschien unter dem Titel "Die Leiden des jungen Werthers" der wohl prägendste Text des Sturm und Drang. Eine ganze Generation entdeckte in diesem recht knappen Briefroman das elementare Lebensgefühl der Hemmung angestrebter Persönlichkeitsentwicklung. Und noch weit mehr als das, denn der Jugendroman Goethes ist eine ausgesprochen große Liebestragödie. Schon bald nach Veröffentlichung grassierte das "Werther-Fieber": Der Text wurde kopiert und parodiert, vielfach illustriert, der Schreibstil der Briefe adaptiert und manch sensible Gemüter verwechselten gar die ästhetische Schönheit der Texte Werthers mit ethischer Schönheit und ahmten den großen Liebesmelancholiker bis in die letzte Konsequenz hinein nach.

Keiner wusste besser als Goethe selbst, wovon er da eigentlich schrieb. Zwei Jahre zuvor, also 1772, hatte es ihm, als er in Funktion eines Praktikanten am Reichskammergericht in Wetzlar arbeitete, die junge Charlotte Buff angetan. Der einzige Haken an der Sache: Charlotte war bereits einem gewissen Johann Christian Kestner versprochen. Goethe wusste seiner Leidenschaft letztlich nur mit Flucht von dort zu begegnen. Wenige Wochen später beging dann in Wetzlar der hochintelligente, sensible, feinsinnige, aber verkannte Gesandschaftssekretär Carl Wilhelm Jerusalem Selbstmord durch Pistolenschuss. Kestner selbst hatte ihm die Pistolen nach dessen Bitte, sie würden zum Zweck einer Reise benötigt, zur Verfügung gestellt. Goethe, der Hintergründe schließlich kundig, wusste, wie es in einer melancholischen Seele ausschaut und ahnte, zu welchen Taten eine solche Verfasstheit führen kann.

In der Ausgabe von 1775 stellte Goethe dem Text einen Vierzeiler voran, der das Liebesgefühl in seinem Roman in der Tat bestens pointiert:

Jeder Jüngling sehnt sich so zu lieben,
Jedes Mädchen so geliebt zu sein,
Ach, der heiligste von unsern Trieben,
Warum quillt aus ihm die grimme Pein.

Im Zentrum der Handlung steht das Verhältnis von Werther zu Lotte, einer bürgerlichen jungen Frau. Dass beide eine starke Seelenverwandtschaft miteinander verbindet, wird deutlich, wenn sie in den Gewitterregen blicken und ihnen dabei dasselbe Klopstock-Gedicht in den Sinn kommt. Doch Lotte hält, der bürgerlichen Konvention gemäß, instinktiv an ihrem versprochenen und späteren Mann Albert fest. Werthers Gefühlsüberschwang, der stets mit der Hoffnung verbunden ist, es ginge irgendwie doch noch mit Lotte, kollidiert mit der Aussichtslosigkeit einer Verwirklichung seiner Sehnsüchte.
Er muss erkennen: "Ich habe so viel, und die Empfindung an ihr verschlingt alles; ich habe so viel, und ohne sie wird mir alles zu nichts."

Goethe trifft psychologisch die Liebe mit all ihren hellen und dunklen Farbenspielen sehr gut. Dem Leser offenbart sich ein tiefer Einblick in die Gefühlswelt dieses jungen Mannes, der mit seiner Persönlichkeit an der Umwelt scheitert.
Aus heutiger Sicht mag manches, was im "Werther" geschrieben steht, überhöht, unter Umständen gar verkitscht anmuten. Man darf jedoch nicht vergessen, dass zur Entstehungszeit des Textes, Innerlichkeit und echter Ausdruck von Gefühlen als hochmodern galten. Die Empfindsamkeit hatte dem Menschenbild der Moderne, der Aufklärung, die Qualität des Fühlens als grundlegende Eigenschaft hinzu geschrieben. Im Sturm und Drang wurden die Entfesselung des Gefühlsüberschwangs und die Persönlichkeitsentfaltung zu starken Triebkräften - jedoch nur literarisch. Den Zwiespalt zwischen Gefühl und Gesellschaft thematisiert Goethe in seinem Werther, wenn er ihn schreiben lässt:

"Lieber Wilhelm, ich habe allerlei nachgedacht, über die Begier des Menschen, sich auszubreiten, neue Entdeckungen zu machen, herumzuschweifen; und dann wieder über den inneren Trieb, sich der Einschränkung willig zu ergeben, in dem Gleise der Gewohnheit so hinzufahren und sich weder um rechts noch um links zu bekümmern."

Liebe, Liebe und nochmals Liebe in vielen Facetten, Entfaltung und Eingesperrtsein, das sind die Themen im "Werther". Von Goethes Romanen sticht dieser gewiss hervor, da in ihm das aus England bekannte Genre des Briefromans in ein modernes Gewand gekleidet ist, das die Handlung zugleich gut trägt. Die Ästhetik der Sprache ist enorm hoch. Viele Sätze und Passagen passen bestens in Zitaten- und Aphorismensammlungen zum Thema Liebe - und es überrascht nicht, dass sie dort auch zu finden sind. Dieser Roman ist ein Klassiker der Weltliteratur - einer, der des Lesens mehr als wert ist.


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