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Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen - Sabine BodeDie vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
Sabine Bode

Taschenbuch, Mai 2008
     Verkaufsrang: 2283      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Doch diese Erinnerungen haben die Kriegskinder bislang in sich verschlossen gehalten. Statt dessen haben sie nach vorn geblickt, Deutschland wiederaufgebaut, eine Familie gegründet. Heute sind sie in Rente, die eigenen Kinder längst aus dem Haus, und zum ersten Mal im Leben schauen sie zurück. Sie fangen an zu begreifen, daß vieles in ihrem Leben auf ihre Kriegserlebnisse zurückzuführen ist. Auch die Kinder und Enkel der Kriegskinder beginnen, sich mit der vergessenen Generation zu beschäftigen. Sie wollen verstehen, warum ihre Eltern so sind, wie sie sind. Warum konnte man bestimmte Dinge einfach nicht mit ihnen besprechen? Ein wichtiges und notwendiges Buch.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Ein sehr wichtiges und wertvolles Buch      5 von 5 Punkten
Dieses Buch habe ich mit großem Interesse verschlungen.
Großartig!
Selber ein Kind von Kriegskindern (->im Buch geht es speziell um die Jahrgänge 1933-1945), hat es mir sehr viele Erkenntnisse gebracht, die mir vorher einfach nicht bewußt gewesen sind.
Man muss sich das mal vorstellen: ALLE Deutschen waren vom Krieg betroffen, Millionen haben traumatische Erlebnisse. Die Kinder haben damals mitgeholfen, Tote zu begraben, Brand, Hitze und Staub erlebt, Todesangst gehabt, Väter, Mütter, Geschwister und Freunde verloren. Und es wurde nie darüber gesprochen, ihre persönlichen Erlebnisse -die uns bis heute beeinflussen- wurden nie aufgearbeitet. Erst jetzt brechen sie ihr Schweigen.
Ein kleines Buch mit großer Wirkung. Danke.
Unbedingt lesen!


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Böse Orte. Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung - heute - Stephan PorombkaBöse Orte. Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung - heute
Stephan Porombka, Hilmar Schmundt

Gebundene Ausgabe, 2005
     Verkaufsrang: 6475      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 4,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Überall in Deutschland findet man architektonische Spuren des NS-Staats und seiner baulichen Selbstdarstellung. "Deutschland ist ein Freilichtmuseum", heißt es im Vorwort, "vollgestellt mit Ausstellungsstücken aus der Zeit des Terrors". Die Geschichte viele dieser Stätten kennen freilich längst nur noch Kundige, weil anders als bei manchem ehemaligen Nazi-Prunkbau, kaum mehr etwas zu sehen ist, das von der Vergangenheit des Ortes, seiner damaligen Nutzung und Bedeutung kündet. Bei manchen hat man an historischer Stätte Orte der Aufklärung über die Diktatur und des Gedenkens an ihre Opfer geschaffen.
Böse Orte haben Stephan Porombka und Hilmar Schmidt die von ihnen herausgegebene Sammlung von Besichtigungsberichten überschrieben, die uns an Orte führen wie die Stelle über dem Führerbunker, in dem Hitler seinen Untergang erlebte (Henrik M. Broder hat hierzu einen glänzenden Aufsatz beigetragen), oder auf den Obersalzberg, zum ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände, in das Kraft-durch-Freude-Bad in Prora an der Ostsee oder in die Schorfheide nach Carinhall, wo der Waldhof Hermann Görings stand. ?"Kein anderes Land verfügt über eine derartige Fülle von zweifelhaften Denkmälern" und das Interesse an ihnen nimmt zu, was mittlerweile auch die Touristikbranche für sich zu nutzen weiß?
"Unproblematisch ist das nicht", wissen die Herausgeber, und geben mit diesem Band zugleich zehn lesenswerte Antworten auf die sich aufdrängende Frage, welche Form des Gedenkens an Orten wie den oben genannten, denn angemessen sein könnte. - Hasso Greb


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Prima!      5 von 5 Punkten
Zehn Autoren beschreiben zehn "Böse Orte? - darunter so bekannte Orte wie den Obersalzberg bei Berchtesgaden, das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder das Berliner Olympiastadion. Aber auch weniger bekannte Orte, wie Görings Waldhof in der Schorfheide, das Musterdorf Alt Rehse oder die Ruine der ?Strecke 46? ?eine nie fertiggestellte Reichsautobahnstrecke in der Röhn sind darunter.
Die Autoren beschreiben die einzelnen Orte jeweils aus ihrer eigenen Sicht, schildern Begegnungen mit Menschen vor Ort, selbst erlebtes und eigene Eindrücke. Es macht Spaß, das Buch zu lesen, hat man doch den Eindruck, den Erzählungen eines Reisenden zuzuhören. Dabei werden keinesfalls nur oberflächliche Informationen vermittelt, sondern auch auch viele Details. Am Ende des Buches findet sich ein Literaturteil mit weiterführender Fachliteratur und Internetlinks zu den einzelnen Orten. Dem Buch wäre ein Fortsetzungsband mit weiteren interessanten Orten ? z. B. der ab 2006 wieder zugänglichen Ordensburg Vogelsang, oder weiteren interessanten und geheimnisvollen Orten zu wünschen.


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Die Bruderschaft der Glocke: Ultrageheime Technologie des Dritten Reichs jenseits der Vorstellungskraft - Joseph P. FarrellDie Bruderschaft der Glocke: Ultrageheime Technologie des Dritten Reichs jenseits der Vorstellungskraft
Joseph P. Farrell

Broschiert, März 2009
     Verkaufsrang: 26074      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein ausführlich recherchiertes Werk über die Dunkelwelt der Nazi-Geheimforschungen und deren Überleben nach dem Krieg. Besonderes Augenmerk legt der Autor dabei auf das Projekt "die Glocke", die als einziges Forschungsprojekt im Dritten Reich die Sicherheitsstufe "kriegsentscheidend" erhielt. Joseph Farrell spekuliert über die mögliche (Skalar-) Physik hinter diesem Projekt, den Ursprung dieser Physik und über die Frage, wohin diese Physik und deren Protagonisten nach dem Krieg verschwanden.Was hat es mit der geheimnisumwobenen Glocke auf sich?
1945 verließ ein geheimes Hightech-Waffenprojekt mit dem Decknamen die Glocke seinen unterirdischen Bunker in Niederschlesien und mit ihr Hans Kammler, Viersterne-General der SS. An Bord eines riesigen sechsmotorigen Ultralangstreckenflugzeugs vom Typ Junkers 390 verschwanden die Glocke, Kammler und sämtliche Projektunterlagen für immer von der Bildfläche.
Ging dieser Flug nach Amerika oder nach Argentinien? Der Großteil der Wissenschaftler und Techniker, die an diesem Projekt gearbeitet hatten, wurden im Vorfeld von der SS kaltblütig ermordet. So verschwand eine Geheimwaffe, die laut einem deutschen Physik-Nobelpreisträger die Einstufung als kriegsentscheidend erhalten hatte eine Sicherheitseinstufung, die höher lag als alle anderen Geheimwaffen des Dritten Reichs, höher sogar als die Atombombe.
Welche bahnbrechenden physikalischen Geheimnisse waren mit der Glocke verbunden? Um sie zu schützen, scheuten überlebende Nazis jedenfalls auch nach dem Krieg keine Mittel.
Dr. Joseph P. Farrell, spezialisiert auf die Erforschung wenig dokumentierter Aspekte in Wissenschaft und Geschichte, enthüllt in diesem Buch eine unfassbare Reihe exotischer Technologien, die im Dritten Reich erforscht wurden. Er wirft damit ein neues, verstörendes Licht auf die gängige Sichtweise über den Ausgang des Zweiten Weltkrieges aber auch auf den Roswell-Vorfall und MAJIC-12, das mysteriöse Geheimteam der amerikanischen Regierung zur Untersuchung von UFOs.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Exotische Waffen aus dem Dritten Reich?      5 von 5 Punkten
Joseph P. Farrell ist einigen Lesern bereits bekannt durch seine tiefgreifenden und gut recherchierten Bücher, so u.a. DER TODESSTERN GIZEH, dessen weiterführenden Gedanken in diesem neuen Buch ihre Forsetzung finden.
Mit diesem umfangreichen Werk geht er diesmal der scheinbar verlorenen Technologie auf den Grund, die ihren Ursprung in der wirren Zeit des Dritten Reiches und danach haben.
Gekonnt analytisch berichtet er aber nicht nur von diesen exotischen Waffen und ihrer Existenz, sondern konzentriert sich auf die zugrunde liegenden und recht unheimlichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die hinter diesen Waffen steckt. Darüber hinaus behandelt Farrell die möglichen Konsequenzen, die diese Gesetzmäßigkeiten und Waffen für unsere aktuelle Weltsituation haben. Diese Technologien können nämlich sowohl friedlich in der Energiegewinnung angewendet werden, als auch als destruktive Waffen, die unserem Planeten mehr als schaden können.
Vielen mögen die Erkenntnisse und Gedanken von Farrell abstrus vorkommen, aber wer es wagt, sich unvoreingenommen mit diesem Thema auseinanderzusetzen, der wird in dieser Arbeit unschätzbare Informationen finden, die sein Weltdenken verändern werden.


Hitlers Volksstaat - Götz AlyHitlers Volksstaat
Götz Aly

Broschiert, 20. Juli 2006
     Verkaufsrang: 73072      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres!
Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg - vom Ende freilich abgesehen - besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert - auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken - gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht.
Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! - Andreas Vierecke


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Missverstandene Geschichtsstunde      5 von 5 Punkten
Ich beziehe mich auf die durchgesehene und erweiterte Ausgabe von 2006.
Götz Alys Buch gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten der neuesten Geschichtsforschung, verschiebt es doch den Focus von der sicher vorhandenen "Verblendung" der deutschen Bevölkerung in Nazideutschland (wohlgemerkt nicht Hitlers Verlendung)auf das dunkle Kapitel des Nutznießertums weiter Bevölkerungsgruppen auf Kosten der Minderheiten und später der besetzten, ausgeplünderten Länder.
Aly vorzuwerfen, dass sein Buch populärwissenschaftlich sei, halte ich bei der Fülle von neuen Fakten falsch (Man beachte den gut gefüllten Anhang).
Als Fazit bleibt: Ein gut lesbares, unbequemes Buch!


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Ein Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand - Thomas BuergenthalEin Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand
Thomas Buergenthal

Broschiert, 12. August 2008
     Verkaufsrang: 8740      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eine glückliche, behütete Kindheit hätte es für Thomas Buergenthal werden können, damals in Lubochna. Doch dann kamen die Deutschen: Die Familie flieht nach Polen, wird verhaftet und ins Ghetto gesperrt. Es folgt die Deportation nach Auschwitz. Als eines von nur ganz wenigen Kindern überlebt Thomas einen der berüchtigten "Todesmärsche" im eiskalten Winter 1944.
Nach seiner Befreiung aus dem KZ Sachsenhausen erlebt er als "Maskottchen" der polnischen Armee den Kampf um Berlin mit, kommt schließlich in ein Waisenhaus und findet auf wundersame Weise seine Mutter wieder.
Auf bewegende Weise, ganz ohne Bitterkeit, erzählt Thomas Buergenthal seine Kindheitsgeschichte.
In einem Epilog schildert er überdies, wie er in seinem "zweiten Leben" in den USA zu einem der weltweit profiliertesten Anwälte für internationales Recht und für Menschenrechte wurde, gekrönt von seiner Tätigkeit als amerikanischer Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Glück kann man überall haben - man muss es nur sehen      5 von 5 Punkten
Ein erstaunliches Buch. Eigentlich lese ich solche Bücher nicht besonders gerne, oft ist es unerträglich, solches Leid mitzuerleben, und ich weiß oft nicht wie man damit umgehen soll.
Bei Thomas Buergenthal ist es anders: er beschreibt sehr detailliert und eindringlich. Und auf eine ganz subtile Art und Weise doch wieder distanziert und als Beobachter. Grausamkeiten wie eine Erschießung werden manchmal lakonisch in einem Satz abgehandelt. Aber sie bleiben einem trotzdem in Erinnerung. Gerade die scheinbare Distanz ist es, die die Nähe, das Annähern an das Grauen überhaupt ermöglicht. Nicht zuletzt ist dabei aber auch zu fühlen, mitzuerleben, dass der Autor bei seinem Erleben auf eine gewisse Art und Weise selbst innerlich erfroren ist um das Ganze - gerade als Kind - überhaupt bei psychischer Gesundheit überleben zu können. Mitfühlend, leidend, liebend doch irgendwie nur noch Maschine.... bis er irgendwann wieder in den Armen seiner Mutter liegen durfte, die er erst zwei Jahre nach Kriegsende wieder traf und von da an wieder Kind sein durfte - ein "Kind wie Du und ich" - oder etwa doch nicht?
Insgesamt sehr lesenswert weil es Mut macht. Den unbedingten Überlebenswillen schon beim Lesen weckt und klar macht: auch und gerade mit solchen Erlebnissen lässt sich ein lebenswertes erfülltes Leben leben ohne zu verdrängen. Sondern gerade aus dem erlebten Grauen die Kraft dafür zu schöpfen, wozu man sich dadurch berufen fühlt. Dies macht Thomas Buergenthal im letzten Drittel des Buches eindrücklich klar.


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NSCI: Das visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten 1920-1945 - Andreas KoopNSCI: Das visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten 1920-1945
Andreas Koop

Gebundene Ausgabe, 15. Oktober 2008
     Verkaufsrang: 17514      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Siebzig Jahre nach der Reichskristallnacht ist es immer noch eine Gradwanderung, ein Buch zur Corporate Identity der Nationalsozialisten zu machen. In sachlicher Distanz setzt sich Andreas Koop seit Jahren mit der Gestaltung der Macht und dem Erscheinungsbild des Nationalsozialismus im Speziellen auseinander. In NSCI dokumentiert er nüchtern eine der best durchdeklinierten CIs: Von den gesellschaftlichen Trends und dem Boden für Blut und Boden , über die Sprache bis zum Logodesign. Von den Medien über Organigramme und Gruppierungen bis zu den Uniformen. Von den Events über die Architektur bis zu den Zeichen der Macht in Schrift, Typografie und Farbe. Aus der Maschinerie der Gleichschaltung in allen Bestandteilen der Corporate Identity des Schreckens kann und sollte man lernen!

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Delikates Thema gründlich recherchiert      5 von 5 Punkten
NSCI: Das visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten 1920-1945
Ein Thema das viele in Lehre und Praxis (vorsichtshalber) übersehen und wenige bisher in ähnlicher Gründlichkeit untersucht haben und und auch noch im Stande sind die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit ausgezeichnet darzustellen. Endlich wieder ein Gestalter der sich der Designgeschichte annimmt.
Das Werk zeichnet sich durch genaue Recherche und fachkundiges Hintergrundwissen aus. Die Fähigkeit, formale und theoretische Aspekte aus dem Erscheinungsbild der NS Zeit in einen weiteren (und mitunter gegenwärtigen) Zusammenhang zu stellen macht einmal mehr deutlich: Gestaltung an sich ist nicht gut oder schlecht - sie steht im Dienste ihres Meisters. Daraus ergibt sich die dauerhafte Tatsache einer Verantwortung für visuell Schaffende. Gerade deshalb ist dieses Buch als Lektüre für Gestalter (und andere wache Zeitgenossen) unabdingbar.
Dr. MaRa


Opa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis - Harald WelzerOpa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis
Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall

Taschenbuch, 18. April 2002
     Verkaufsrang: 107400      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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In der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus des Fischer Taschenbuch Verlags erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Untersuchungen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der neueste Band beschäftigt sich mit den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das sich mit der Frage befasst hat, wie in deutschen Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust gesprochen wird - und welche Auffassungen, Bilder und Vorstellungen vom Dritten Reich in Gesprächen zwischen den Generationen weitergegeben werden.
Man könnte annehmen, dass eine solche Untersuchung nicht viel Neues zu Tage fördert, denn die Erinnerung an die Grausamkeit der Nazi-Zeit und insbesondere an die unfassbare Tatsache der Judenvernichtung sollte sich eigentlich im Familiengedächtnis verankert haben. Doch das ist keineswegs der Fall. Die Herausgeber konnten in Gesprächen und Interviews feststellen, dass die von Generation zu Generation transportierte Sichtweise und Darstellung der Nazi-Vergangenheit von den Schilderungen und Berichten in Schulen, Gedenkstätten, Filmen und Büchern in bedenklicher Weise abweicht. In allen der 40 befragten Familien war zwar die Bereitschaft vorhanden, über "die schlimme Zeit" zu sprechen, doch oftmals wurden Familienmitglieder entweder als Opfer oder als Helden geschildert.
Von Täterschaft oder Verantwortung hingegen war wenig zu hören. Verharmlosungen und das wohl bekannte "Davon haben wir nichts gewusst" tauchen oft auf. Mit zunehmender Lesedauer gewinnt man den Eindruck, dass es mit der deutschen Vergangenheitsbewältigung nicht weit her ist. Die Schlussfolgerung der Verfasser ist erschreckend: Der Holocaust kommt im deutschen Familiengedächtnis nicht vor. Angesichts dieser "vererbten" Verdrängung kann das Wiederaufleben rechtsradikaler und antisemitischer Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft auch nicht wirklich verwundern.
"Opa war kein Nazi" ist ein spannendes und zugleich schockierendes Buch, das eine fast vergessene Diskussion wieder in den Mittelpunkt rückt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen eindrücklich, wie schlecht es heute - fast 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches - um die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit im intergenerationellen Dialog steht. -Christoph Reudenbach


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Erkundungen zu unserer Familien-Geschichte      5 von 5 Punkten
Das zentrale Thema der deutschen Nachkriegskultur ist - spätestens seit Adorno - noch immer die 'Vergangenheitsbewältigung', oder wie es seinerzeit hieß: 'Aufarbeitung' der NS-Vergangenheit. Zu erinnern sind die zahlreichen, wohlmeinenden Versuche von Institutionen quer durch die gesamte Gesellschaft, die, wenn man Welzer glauben darf, nur partiell erfolgreich waren. Auf offizieller und öffentlicher Ebene war man in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten darum bemüht, mit diesem Kapitel deutscher Geschichte ins Reine zu kommen. Über den Erfolg scheiden sich die Geister - nicht zuletzt angesichts des Neonazismus in der Gegenwartsgesellschaft. Nun gibt es hierfür die verschiedensten sozialökonomischen und sozialpsychologischen Erklärungsmodelle. Nur eines scheint bisher außer Acht gelassen: die Tradierung der Vergangenheit in der Familie. Wie werden Geschichten über Großväter (und Großmütter) im Familienverband weitergegeben? Was wird beschönigt? Und warum? Und auf welch merkwürdige Weise wird heroisiert? Opa war kein Nazi - oder doch? Zugegeben, er war auch ein Mitläufer, der aber auch irgendwie 'gegen Hitler' war. Über die Mechanismen der Vergangenheitsbewältigung in der Familie (vornehmlich in Westdeutschland) gibt Harald Welzer und seine Forschungsgruppe (Sozialwissenschaftler und Psychologen aus Hamburg und Hannover) hier Auskunft. Die Analyse ist erarbeitet anhand von Interviews mit Zeitzeugen sowie zwei Generationen von Nachgeborenen. Das Ergebnis: ein ungemein wichtiges Buch. Und nicht zuletzt ein für jeden historisch Interessierten (vom Schüler bis zum Akademiker) lesbares Buch.


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Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg - Ralph GiordanoWenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg
Ralph Giordano

Taschenbuch, August 2000
     Verkaufsrang: 76168      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der Plan von der deutschen Weltherrschaft
"Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen, und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen Rasse über die ganze Welt ausübt." Dieser Satz Hitlers aus dem Jahre 1930 zeugt nicht nur von Größenwahn und Fantasterei. Er war Programm. Und auch das nicht nur. Denn in den Parteiämtern und Behörden des "Dritten Reichs" arbeiteten wenig später intelligente und willfährige Köpfe an der Ausfüllung dieses Programms, an detaillierten Plänen für die Zeit nach dem Endsieg. Wie Deutschland, wie Westeuropa, wie die Welt nach dem gewonnenen Krieg aussehen würde, das war beschrieben in zahlreichen Denkschriften, Direktiven, Verordnungen, die nur darauf warteten, aus der Schublade gezogen zu werden...
Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren und arbeitet als Journalist, Fernsehdokumentarist und Schriftsteller.
Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Israel, um Himmels willen, Israel" (1991), "Wird Deutschland wieder gefährlich?" (1993), "Ostpreußen ade" (1994) und "Mein irisches Tagebuch" (1996).
Für seine publizistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Entlarvung von Hitlers Größenwahn      5 von 5 Punkten
Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so schlechte Kritiken bekommen hat. Ich kenne keines, das besser den Größenwahn Hitlers und seiner Gefolgsleute in seinen Weltherrschaftsplänen und Architektur-Vorhaben sichtbar macht - und wie weit er auf dem Weg zu deren Verwirklichung schon war.
Außerdem arbeitet Giordano sehr gut heraus, daß und warum so viele Deutsche sich mit diesen grandiosen Visionen von deutscher Weltbeherrschung identifizieren konnten - obwohl das alles ja nicht einmal im Ansatz zu finanzieren gewesen wäre - nicht einmal durch Einsatz von Zwangsarbeitern (der ja in genügenden Ausmaß bereits erfolgte).
Ich kann jedem, der sich ein Bild von der Realität des Dritten Reichs ein klares Bild machen möchte und vor den durch das Ende der Nazi-Herrschaft gestoppten Nachkriegs-Plänen Hitlers dieses Buch nur dringend empfehlen.
(In romanhafter Form hat Robert Harris in "Vaterland" durchgespielt, was Hitlers "Erfolg" bedeutet hätte!)


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Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus - Nicholas Goodrick-ClarkeDie okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus
Nicholas Goodrick-Clarke

Gebundene Ausgabe, 10. September 2004
     Verkaufsrang: 61696      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Stand der Nationalsozialismus unter okkulten Einflüssen? Welche Rolle spielten geheimnisvolle Gruppierungen, wie die "Thule-Gesellschaft", Lanz von Liebenfels´ "Neuer Templer Orden", die "Edda-Gesellschaft" oder Guido von Lists "Armanen"? Wer war der seltsame völkische Seher Weisthor, der als "Rasputin Himmlers" galt? Diese "faszinierende Studie" (The Times) gilt international als Standartwerk zum Thema Ariosophie. Für die, die sich über die Hintergründe und Entstehung des Nationalsozialismus informieren möchten: Das Standardwerk zum Thema Ariosophie.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Schwere Kost!      5 von 5 Punkten
Aufschlussreiche Literatur, ein sachliches, neutrales Buch über ein schwieriges Thema.
Einzigartige Einblicke in die erschreckende und auch faszinierende Ideologie eines mystischen Polikultes.


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Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945 - Ernst KleeDas Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945
Ernst Klee

Broschiert, 20. Oktober 2005
     Verkaufsrang: 62809      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Wenig ausgewogen      1 von 5 Punkten
Die Stärken dieses Personenlexikons liegen auf Klees ureigenem Arbeitsgebiet, der Medizingeschichte und den Natur- und Humanwissenschaften. Es gibt kaum einen Arzt, Internisten, Physiologen, Chirurgen, Psychiater, Biologen, Chemiker, Physiker und Pharmakologen, dessen Wirken im NS-Staat Klee nicht nachzeichnet.
Deutlich unterrepräsentiert ist der deutsche Widerstand gegen Hitler. Einträge zu vielen Personen, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen, wird man in diesem Personenlexikon vergeblich suchen. Andere Mitglieder des Widerstands werden viel zu knapp abgehandelt. Oftmals belässt es Klee dabei, Daten zur Kooperation dieser Personen mit dem NS-Staat zuzammenzutragen, ohne deren Rolle im Widerstand angemessen zu würdigen. Ähnliche Lücken bestehen im Bereich von Film, Theater, Fernsehen und Propaganda, also beim Kulturapparat des NS-Staates. Dies sind beileibe keine Einzelfälle in diesem wenig ausgewogenen Lexikon. Vielmehr zeigt sich darin, dass Klee die einzelnen gesellschaftlichen Funktionsbereiche - also Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft, Kunst, Religion, Erziehung und Medien - sehr ungleichgewichtig behandelt.
Darüber hinaus ist eine große Zahl der Personeneinträge inhaltlich von schlechter Qualität. Viele Angehörige der SS werden in wenigen Zeilen abgehandelt, die nur rudimentärste Angaben zu Berufsstationen und Dienstgraden beinhalten. Manche dieser Einträge muten so an, als habe Klee sie aus Personenglossaren der einschlägigen Sekundärliteratur abgeschrieben. In anderen finden sich wiederum Unwichtiges oder gar Unrichtiges. Theodor Oberländer wird als rechtsstaatlich verurteilter NS-Täter präsentiert, obwohl er letztinstanzlich 1998 von allen Anklagepunkten freigesprochen wurde. Wenig gehaltvoll sind auch einige Einträge zur politischen Elite. Adolf Hitler widmet Klee ganze 18 Zeilen und damit in etwa denselben Umfang wie Werner Köster, dem Fachspartenleiter Nichteisenhaltige Metalle in der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Beim Eintrag zu Joseph Goebbels erfährt man einiges über die luxuriösen Herrensitze des Propagandaministers, wenig hingegen über seine rastlosen Aktivitäten während des Krieges. Ähnliches gilt für Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop sowie für Reichsfinanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk. Zu oft hat Klee kein Gespür dafür, welche Informationen wichtig (und daher mitteilenswert) sind und welche nicht.
Ein weiteres Problem ergibt sich auch aus dem Anspruch des Lexikons, die Nachkriegskarrieren der NS-Eliten nachzuzeichnen. Unklar bleibt, wie viele der von Klee porträtierten Personen nach 1945 keine beruflichen Nachteile erlitten oder gar besser dotierte berufliche Stellungen erklommen, obwohl sie vorher zu den NS-Eliten gezählt hatten. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Klee diese Frage in einem einleitenden Beitrag aufgegriffen und eine kritische Synthese der einschlägigen Literatur zum Thema versucht hätte. Dadurch wäre dem Leser zu vermitteln gewesen, welche NS-Eliten denn eigentlich nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere machten und welche nicht. Bei Klee entsteht der Eindruck, die gesamte Trägerschicht des NS-Staates sei nach 1945 ungeschoren geblieben oder habe sich nahtlos in die beiden neuen deutschen Staaten eingefügt. Das vorliegende Personenlexikon ist deshalb nur sehr eingeschränkt zu empfehlen, da es eben oft nur einen verzerrten Blick auf die Lebensgeschichte der Porträtierten erlaubt. Es gibt eine ganze Reihe von Nachschlagewerken, die weitaus informativer und ausgewogener sind.

Hoher Nutzwert - fundiertes Nachschlagwerk zu Personen im NS      4 von 5 Punkten
Ernst Klee, bekannt geworden mit bahnbrechenden Studien zur Euthanasie, dem Behindertenmord im Dritten Reich, hat ein Werk vorgelegt, zu dem die etablierte Geschichtswissenschaft bisher nicht in der Lage war: Kurzbiografien zu 4300(!) führenden Persönlichkeiten im Nationalsozialismus. Angegeben wird jeweils die Funktion, der Dienstgrad (incl. SS-Karriere), die wichtigsten Tätigkeitsbereiche sowie die Stellung des Betreffenden nach 1945. Recherchiert hat Klee in verschiedensten Archiven, ganz besonders in den Akten der ehemaligen Ludwigsburger Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen, der heutigen Außenstelle des Bundesarchivs. Ein besonderer Service sind soweit möglich akribische Literaturangaben unter die tausendfachen Kurzbiografien, die weitere Recherchen ermöglichen. Dass bei einer solchen Sisyphus-Arbeit Fehler nicht ausbleiben, versteht sich. Einige hochrangige Funktionsträger des NS-Regimes fehlen, z.B. Paul Karl Schmidt, Pressechef im NS-Außenministerium 1940-1945, der nach 1945 als Bestsellerautor "Paul Carell" zu Hitlers Russlandfeldzug reüssierte. Eine weiter Schwäche ist die Überrepräsentiertheit von Medizinern und die Unterrepräsentiertheit von Offizieren im Lexikon. Dies schmälert den überaus hohen Nutzwert des Personenlexikons jedoch nicht, zumal jeder kurze Artikel nicht nur eine hohe Dichte an Sachinformationen enthält, sondern Klee zudem ausgesprochen lesbar schreibt.


Der NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick - Ian KershawDer NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick
Ian Kershaw, Jürgen Peter Krause

Taschenbuch, Juni 2002
     Verkaufsrang: 71951      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Literatur zum Nationalsozialismus und zum Holocaust füllt ganze Bibliotheken, und selbst Fachleuten fällt es schwer, einen Überblick zu wahren. Diese unübersichtliche Situation stellt sich dank der Arbeit des britischen Sozialhistorikers und Hitler-Biographen Ian Kershaw verändert dar. Sein Buch, das nun in einer erweiterten und überarbeiteten Fassung vorliegt, ist ein Wegweiser durch das Bücherdickicht zum Ursprung und Wesen des Nationalsozialismus. Der Autor informiert über die unterschiedlichen Erklärungsmodelle, kommentiert einsichtig die großen Kontroversen und Debatten, die sie begleiten, und zeigt dabei den aktuellen Forschungsstand.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Gelehrt      5 von 5 Punkten
Ein gelehrtes Buch, gespickt mit Fußnoten, vor allem für Fachleute geschrieben und solche, die es werden wollen. Von einem Deutschen verfasst wäre so etwas praktisch unleserlich für den Laien. Kershaw bringt es jedoch fertig, einen Wust an Material doch sehr lesbar aufzubereiten, was auch für den Übersetzer spricht. (Dessen Anmerkung, der Begriff "Holocaust" habe sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt, dürfte jedoch das Relikt einer älteren Ausgabe des Buches sein.) Kershaw macht hier deutlich, welch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zum Thema in der Fachwelt existieren. Er breitet die jeweiligen Argumente zunächst neutral vor dem Leser aus und zieht dann jeweils seine eigenen Schlussfolgerungen. Da muss man dann nicht in jedem Punkt mit dem Autor übereinstimmen. Meistens wird es aber wohl doch der Fall sein. Souverän!


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Euthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens - Ernst KleeEuthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens
Ernst Klee

Taschenbuch, 1. Juni 1985
     Verkaufsrang: 97618      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jede Gesellschaft hat kranke oder behinderte Mitbürger. Menschen, auf die man besonders eingehen muss, die der Hilfestellung bedürfen. In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch wurden solche Personen schlicht und Menschen verachtend als "lebensunwert" deklariert, da sie für die NS-Welt keinen produktiven Beitrag darstellten. Die widerwärtige Konsequenz solchen Denkens war die Euthanasie. Diese Tötung behinderter, kranker oder alter Personen (sowie angeblich "Arbeitsscheuer") ist eines der abstoßendsten Kapitel des Nationalsozialismus, wurde hier doch in vermeintlichen Heilanstalten und unter Mitarbeit der Ärzte und Schwestern Massenmord an denen begangen, um die man sich hätte kümmern sollen.
Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch weil so viele vom medizinischen Personal später unbehelligt weiterarbeiteten, wurde nach 1945 das Thema Euthanasie im NS-Staat eher unter den Tisch gekehrt. Ernst Klees Buch, das man ohne jedes Zögern ein Basiswerk hierzu nennen kann, wirkt dadurch oftmals wie ein Schock. Was der Autor darin an Erkenntnissen über diese Praxis der Massentötung im NS-Regime zusammengetragen und analysiert hat, ist in der Kombination von Gesamtübersicht und Detailinformationen nicht zu überbieten. Ein Exkurs über die generelle Geschichte der Euthanasie führt zu den propagandistischen und juristischen Vorbereitungen im NS-Regime (die Verabschiedung entsprechender Gesetze begann bereits 1933). Dem Aufbau einer Euthanasieorganisation folgten dann im Spätjahr 1939 die ersten Tötungen. Klee beschreibt anhand von Originalunterlagen und Augenzeugenberichten Täter und Opfer, Organisation, Methoden und Orte dieser Verbrechen. Und er belegt, dass auch nach Hitlers offiziellem Euthanasie-Stopp 1941 das Morden weiterging.
Ein aufrüttelndes Buch darüber, wie kaltblütig man im Hitler-Reich mit Menschen umging, die man in nationalsozialistischer Dumpfheit als "lebensunwert" titulierte - ein Begriff, der einen erschauern lassen sollte. -Joachim Hohwieler


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Interessante Aufarbeitung eines verdrängten Themas      5 von 5 Punkten
Wie wir Deutschen mit den Juden oder den Sinti und Roma verfuhren, ist uns heute weitestgehend bewusst. Dass wir aufgrund scheinbarer rassischer Merkmale einen industriemässig betriebenen Mord veranstalteten, ist jedem beuwsst. Mordlager wie Auschwitz, Treblinka oder Sobibor sind so vielen auch im Land der Täter ein Begriff, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus abgearbeitet scheinen.
Aber auch der Holocaust hat seinen unmittelbaren Vorläufer. Die Vernichtung "lebensunwerten Lebens" begann in einem Mord am eigenen Volk, an "Schwachsinnigen" und chronisch Kranken. Gaskammern entstanden in Kliniken, und der Vorläufer der Deportation war der Abtransport Kranker in diese Vernichtungsanstalten. Durch eine gemeinnützige Transportgesellschaft.
Als das Volk merkte, dass die Führung so ruchlos mordete, kam es sogar hierzulande zum Widerstand. Die Gaskammern in den Kliniken wurden eingemottet. Aber skrupellose Rassehygeniker mordeten weiter, mit Hungertod und Betäubungsmitteln, Alte, Kinder und wehrlose Kranke.
Vor den Juden kamen die Volksgenossen. Rassenhygiene konnte niemals enden, sie war von den Nazis als von oben auferlegter darwinistischer Ausleseprozess angelegt.
Wer wissen will, woher die grosse Befangenheit gegen Gentechnik, als Umgestaltung des Menschen, oder gegen das Töten unrettbar Kranker, die das selbst wollen, kommt, findet hier die Antworten und den Ursprung. Frühere "Weltverbesserer" und "Rasseverbesserer" hielten auch den Mord im Namen scheinbar hehrer Ziele für gerechtfertigt, und Ungleichheit und Abweichen von der Norm waren Anlass genug für staatliche Tötungshandlungen.
Euthanasie war ursprünglich nicht das, was heute in den Niederlanden erlaubt ist: Sterbehilfe. "Eu" bedeutet gut und "Thanatos" Tod. Aber der "gute Tod" der Nazis war die Hinrichtung im Namen der Gesellschaft, nicht auf die Erlösung von Schmerz ausgerichtet.
Wo der Mensch nur zum statistischen Begriff einer Kosten-/Nutzenrechnung verkommt, zum genormten Erbringer von Leistungen, zum Spielball derer, die sich anmassen, die Schöpfung neu schreiben zu wollen, ohne ethische Mindestgrundsätze, dort lauert auch heute noch das Gespenst und der Geist eben dieser Euthanasie im Schatten.


Vom König zum Führer: Deutscher Adel und Nationalsozialismus - Stephan MalinowskiVom König zum Führer: Deutscher Adel und Nationalsozialismus
Stephan Malinowski

Broschiert, November 2004
     Verkaufsrang: 61819      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die erste umfassende Analyse des Niedergangs der jahrhundertealten Herrschaftselite des deutschen Adels. Die Selbstzerstörung adliger Traditionen und Werte, die im Kaiserreich mit der Annäherung an rechtsradikale Bewegungen beginnt, kulminiert in der widersprüchlichen Mitwirkung in der NS-Bewegung. Ausgezeichnet mit dem Hans-Rosenberg-Preis 2004.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Niedergang des deutschen Adels      5 von 5 Punkten
Selten war ich so fasziniert von einem wissenschaftlichen Buch. Die Materialfülle, die Malinowski vor dem Leser ausbreitet, ist stupend. Der Autor hätte es sich leicht machen können und nur die Grundlinien der Verfallsentwicklung darstellen können. Er hat sich jedoch die Mühe gemacht, die einzelnen Stränge des Niedergangs und der Reaktion des Adels hierauf, gründlich zu recherchieren und uns Lesern darzustellen. Er scheut sich nicht, die Protagonisten der Entwicklung mit Namen zu benennen. Hierbei bleibt kaum eine Untergruppe des vielgestaltig auftretenden Adels außer Betracht, von den königlichen Prinzen, den Standesherren bis zum Briefadel neuester Zeit. Er zeigt auf, wie die Abneigung, insbesondere des preußischen Adels, gegen Erwerbstätigkeiten in Handel und Finanz fast zwingend zum Antisemitismus führt, was von den Verbandsfunktionären des Adels noch geschürt wird. Er zeigt außerdem das Gefälle zwischen dem protestantisch-norddeutschen und dem katholisch-süddeutschen Adel auf. Ganz wichtig für den Hochadel und seiner Verbundenheit mit dem königlichen Hof Preußens war die Debatte über die "Abreise" oder "Fahnenflucht" Wilhelms II. im Gegensatz zum von manchen Adelskreisen geforderten "Blutopfer" des Obersten Kriegsherrn. Übel hat jedoch auch die Klasse der nicht-adligen, aber zum Adel tendierenden großbürgerlichen Eliten, allen voran Ludendorff, den Verfall des Adels befördert. Dieser Aspekt kommt in der Darstellung Malinowskis zu kurz, ebenso wie die Entwicklung in "Deutsch-Österreich". Dennoch dürfen wir dankbar sein, für die Fülle des Materials, das der Verfasser vor uns ausbreitet, und für die Einsicht in eine vorwiegend von ihren Wahrnehmungen der Realität anstatt von der harten Wirklichkeit geprägten Bevölkerungsschicht, die einen überproportionalen Beitrag zum Führerstaat, der Diktatur Hitlers geleistet hat.


Schwarze Sonne: Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik - Rüdiger SünnerSchwarze Sonne: Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik
Rüdiger Sünner

Taschenbuch, Februar 2006
     Verkaufsrang: 35111     

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Ein spannendes Sachbuch zur Wirkmächtigkeit der nordischen Mythen, über ihre ambivalenten Kräfte und Möglichkeiten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

Mutiger Einstieg in ein dunkles deutsches Kapitel      5 von 5 Punkten
Die Kritik an der Arbeit von Rüdiger Sünner kann ich, ehrlich gesagt, nur teilweise nachvollziehen. Ich bin ebenfalls im Rahmen einer Recherche auf das Material gestossen und war sofort fasziniert. Immerhin liefert das Buch eine bahnbrechende Erkenntnis. Nicht nur die Köpfe des NS-Regims waren der Mischung aus wirren Tagträumereien und verwaschenen Legenden erlegen, nein, ein ganzes Volk hat sich in díesen schwarzen Strudel aus okkultem Popanz hineinsaugen und elektrifizieren lassen. Bei aller Verwaschenheit in den Details muss man Rüdiger Sünner zugestehen, dass ein Einzelner nicht im Handstreich nachholen kann, was aus kleinlauter Schuldigkeit jahrzehntelang wissenschaftlich einfach liegengeblieben ist, nämlich die fachkundige Erforschung der riesigen Projektionsfläche der deutschen Identität. Wer sich auch noch die DVD gleichen Titels anschaut, wird erschüttert sein über die verworrenen Statements langhaariger und offensichtlich bekiffter New-Age Karnevalisten, die sich jedes Jahr zur Sommensonnenwende treffen, um Gitarre zu spielen und Kerzen anzuzünden. Ich habe das Buch benutzt, um mich mir die Frage zu stellen, ob wir jemals wieder einer mit Rassenhass verbrämten okkulten Bewegung erliegen könnten, wenn die politischen Verhältnisse nur chaotisch genug und eine Bedrohung durch innere Feinde glaubhaft darstellbar wären und bin in Diskussionen mit vielen Menschen zu der Erkenntnis gelangt, dass nur ein charismatischer Anführer fehlt, um zu ähnlichen Ergebnissen zu gelangen, wie im dritten Reich. Von daher gebührt dem Autor Lob ein derart unappetitliches Thema so sachlich aufgeriffen zu haben. Respekt für die Arbeit, die er sich gemacht hat. Nun sind Alle gefordert, hier weiterzuforschen und ich hoffe, diese Arbeit wird manchen ermutigen im Schlamm der Geschichte oder im Schlamm seiner eigenen verführbaren Seele zu wühlen.


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Der Nationalsozialismus: Bewegung, Führerherrschaft, Verbrechen: Bewegung, Führerherrschaft, Verbrechen 1919 - 1945 - Hans-Ulrich WehlerDer Nationalsozialismus: Bewegung, Führerherrschaft, Verbrechen: Bewegung, Führerherrschaft, Verbrechen 1919 - 1945
Hans-Ulrich Wehler

Gebundene Ausgabe, 23. Februar 2009
     Verkaufsrang: 78200      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Hans-Ulrich Wehlers Darstellung des Nationalsozialismus im Rahmen seiner "Deutschen Gesellschaftsgeschichte" hat bei ihrem Erscheinen großes Aufsehen erregt. Nirgendwo sonst ist das Konzept der charismatischen Führerherrschaft so konsequent ins Zentrum der Deutung gerückt worden.
Von großer Zustimmung bis zu vehementer Kritik reichte das Spektrum der Reaktionen auf Wehlers Interpretation, die - auf den ersten Blick durchaus überraschend - mit dem "Führer" Adolf Hitler in seine Gesellschaftsgeschichte eine Figur von schlechthin entscheidender Bedeutung für den Gang der Ereignisse einführt. Dieses Buch schildert in erklärender Absicht den Aufstieg des Nationalsozialismus, die Führerdiktatur Hitlers, den Verlauf des Zweiten Weltkriegs und den Holocaust. Es beruht in wesentlichen Teilen auf den Darlegungen in Wehlers "Deutscher Gesellschaftsgeschichte", die aber an vielen Stellen ergänzt und aktualisiert worden sind. Zugleich ist der Band auch eine Auseinandersetzung Wehlers mit seinen Kritikern. Hans-Ulrich Wehlers Deutung der deutschen Katastrophe - nun zusammengefasst in einem kompakten Band.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ja, so kann es gewesen sein.      5 von 5 Punkten
Das Buch ist eine Wucht, um es kurz zu sagen. Es ist gestrichen voll von nebeneinander stehenden Urteilen und Bedeutungen, die es in sich haben. Natürlich, als Professor mit profunden Vorarbeiten ist es kein Wunder, dies alles zu wissen und zu verarbeiten und die sogenannte "Nacharbeit" jetzt als emeritierter Professor wird wohl eine Art Vergnügen gewesen sein, im Alter sich weiterhin mit dem Phänomen Hitler zu beschäftigen. Wir kennen das und es kommt einem der Verdacht auf, er wird doch nicht gar wieder auferstehen?
In Gedanken womöglich hier und da schon.
Doch nun zum Inhalt des Buches.
Charisma und wiederum Charisma wird beschworen, von der Redekunst, von der Überzeugung dieses Menschen, von dem Ego, das sich immer mehr festigte, ist die Rede.
Dieser Mensch also wäre und ist ein gefundenes Fressen für jeden Psychoanalytiker, immer noch. Was aber bedeutsam ist, ist die Erkenntnis, das dieser Verführer (in Wort und Tat), um es einmal so auszudrücken, sowohl ein Echo im Volk fand und auch den Politikern seiner Zeit voraus war in Raffinesse und Glück, zumindest im Anfang seiner politischen Karriere.
Wie er sich entwickelte von Jugend auf, über den Kriegsdienst und über die Tätigkeit nach dem ersten Weltkrieg als Abesandter des Militärs zur Beobachtung von Strömungen und wie er sich weiter entwickelte und in München mit Ludendorf und mit gewissen elitären Schichten auf gutem Fuß stand, das alles ist spannend.
Und dann die persönliche Explosion sozusagen, als er seine Auswirkung auf die Menschenmassen erkannte und sich weiterbildete in Wort und Geste, das alles ist gut dargestellt.
Noch etwas deutlicher behandelt hätte ich mir gerne die Abhängigkeit Hitlers vom Militär gewünscht, wobei man sich ja heute fragen darf, wer mehr vom anderen abhängig war (!). So wird der genau beschriebene sehr zögerliche Widerstand aus diesen Kreisen wohl noch lange Forschungsobjekt bleiben, trotz Stauffenbergs und Henning von Tresckows, der hier besonders hervorgehoben wird, Wagnis. Ausführlich wird auch auf die verrückte Rassenpolitik eingegangen; hier wurde Darwins Erkenntnis aber wirklich missbraucht bzw. besonders willkürlich und verbrecherisch-dumm angewandt, denn Hitlers Genen waren wie unsere aller Genen gewiss auch sehr gemischt, also war auch er ein Gemixter (und was für einer).
Hitler als Kanzler (steht etwas über die Rolle Braunschweigs in diesem Buch?), ich weiß es nicht genau, das ist eigentlich d e r Punkt. Braunschweig nämlich machte ihn zum deutschen Bürger, er war ja Österreicher.
Hitler als Kriegsherr dann, warum musste er das auch noch sein? Das wäre einer tiefenpsychologischen Untersuchung wert. Ohne Krieg (und ohne Mord an seinen ehemaligen Kampfgefährten) wäre er heute vielleicht ein Heiliger, wir kennem das ja. Und Hitler als Mörder, erst an seinem Weggenossen Röhm und dessen Männer und dann an Millionen Menschen, wir wissen es, die im Krieg und als Zivilisten starben, das war sein und unser Verhängnis. Die Maßlosigkeit in allem stand Pate für sein Denken und Handeln.
Erstaunlich das Eingehen von Wehler auf das Opfer der Vertreibung und auf die Vergewaltigungen der deutschen Frauen und Mädchen während der Vertreibung.
Diese als Opfer auf dem Altar des Krieges gebracht zu haben ist ein weiteres Unheil des Mannes, dem eine Menge Deutscher und anderer nachgelaufen ist.
Außerdem wird erwähnt und dargestellt, wie sich die Opfer der sogenannten Frontoffiziere vervielfältigten. Ab einer gewissen Zeit des Krieges nämlich wurden verdiente Feldwebel und andere bewährte Soldaten zur Offizierslaufbahn empfohlen. Diese waren beonders dem Regime treu und haben ihre Tapferkeit mit unglaublich hohem Blutzoll bezahlt.
Es ist zu empfehlen, Hans-Ulrich Wehlers Gesamtwerk über die deutsche Geschichte zu lesen. Ursachen des Verbrechens eines nicht unbedingt anzufachenden 2.Weltkrieges werden da bestimmt zu finden sein und das kann uns vor ähnlicher Gefahr unter Umständen retten, wie es bestimmt den neuen Anhängern, die immer wieder erscheinen werden, die Augen öffnen wird.


Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher - Sigrid ChamberlainHitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher
Sigrid Chamberlain

Broschiert, 1. Januar 2000
     Verkaufsrang: 103735      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Chamberlain arbeitet den latenten Haß in der NS-Gesellschaft auf die Kinder heraus, der vermutlich von Neid durchzogen ist. ... kommt schlüssig zu dem Ergebnis, daß eine tiefe Bindungslosigkeit und die Lust am ‚Verschwinden' oder am Eintauchen ins Kollektiv zusammengehören. ... Höchst lesenswert ist die Auseinandersetzung mit den tiefenpsychologischen Hitler-Deutungen im furiosen Schlußkapitel." Tilmann Moser, Süddeutsche Zeitung

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Neuauflage dieses Ratgebers immernoch auf dem Markt!      5 von 5 Punkten
Erstaunlicher weise gibt es genau diesen Eltern-Ratgeber IMMERNOCH zu kaufen; leicht überarbeitet; Ausgabe von 1987; unter dem Titel "Die Mutter und ihr erstes Kind". Und viele Eltern erziehen immer noch danach!


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Die Massenpsychologie des Faschismus - Wilhelm ReichDie Massenpsychologie des Faschismus
Wilhelm Reich

Gebundene Ausgabe, 15. März 2005
     Verkaufsrang: 79553      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eine Kritik des Faschismus lässt sich ohne Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus nicht mehr denken. Als erster durchschaute Reich mit seinem klinisch und soziologisch geschulten Blick den fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Er analysiert in der Massenpsychologie die Gestik, Phraseologie, die moralischen Schemata und Aktionen der Hitlerei und weist in ihnen die Verschiebung von Sexualangst zu einem Mystizismus nach, der zu einem irrationalen Mechanismus chronischer Abhängigkeit führt.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

EIN MUSS FÜR ALLE!!!      5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch schon vor 30 Jahren gelesen, jetzt wieder, und es vielen Leuten empfohlen. Der Grundtenor ist eigentlich ganz einfach: Wenn es einem schlecht geht, oder man meint, dass es einem schlecht geht, sucht man sich Leute, eine Bevölkerungsgruppe (damals die Juden, jetzt ...), die man niedermacht, unterdrückt, um sich selbst, sein ach so kleines "ich" ein wenig, ein klein wenig anzuheben - und dazu ist man grausam gegen diese Leute, und wenn's funktioniert - und es funktioniert fast immer, ist man noch grausamer ... vielleicht wieder bis zum bitteren Ende! Das kann in jedem Land passieren, passiert zur Zeit auch!!! - DAS IST FASCHISMUS! Und wir werden ihn NIE ausrotten können, das liegt in der Natur der Menschen! Lesen Sie dieses Buch, unbedingt!!


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Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen - Gerald SteinacherNazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen
Gerald Steinacher

Gebundene Ausgabe, 2008
     Verkaufsrang: 44013      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 29,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Als "Rattenlinie" bezeichneten die amerikanischen Geheimdienste den Fluchtweg vieler führender Nationalsozialisten und SS-Leute, der sie meist über Südtirol nach Rom oder Genua und von dort aus vor allem in südamerikanische, aber auch arabische Staaten führte. Auch Josef Mengele und Adolf Eichmann sind über Südtirol geflüchtet, erhielten hier eine neue Identität als Südtiroler und flohen damit nach Südamerika. Das war aber nur die Spitze des Eisberges. Das Buch zeigt anhand ausgewählter Biographien, warum hunderte Kriegsverbrecher und Kollaborateure aus ganz Europa nach 1945 den Fluchtweg Südtirol wählten.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Ein Standardwerk!      5 von 5 Punkten
Wer sich für die Geschichte des Dritten Reiches und dessen Ende interessiert, für den ist dieses Buch unverzichtbar. Es räumt auf Halbwahrheiten und fiktionalem Schund wie "Die Akte Odessa" und bietet die erste umfassende Aufarbeitung der Fluchtbewegung der Nazis, der so genannten "Rattenlinie". Was eigentlich schon erstaunlich genug ist, dass sich noch nie jemand in diesem Umfang um das verdrängte Thema gekümmert hat. Auch wenn Gerald Steiner in erster Linie ein wissenschaftliches (aber gut lesbares) Werk geschrieben hat, teilweise sind die Vorgänge, die er beschreibt, so absurd und abenteuerlich, dass man sich förmlich eine auch filmische Aufarbeitung dieses Themas wünscht.
Mittlerweile hat das Buch auch politisch Wellen geschlagen und erschreckte Reaktionen beim Roten Kreuz hervorgerufen, dessen Rolle ebenso undruchsichtig ist wie die der katholischen Kirche. Das lässt tief blicken und verdeutlicht, welche Brisanz auch noch sechzig Jahre später in den Mauscheleien dieser beiden Insitutionen liegt.


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Schweigen die Täter reden die Enkel - Claudia BrunnerSchweigen die Täter reden die Enkel
Claudia Brunner, Uwe von Seltmann

Broschiert, Juli 2006
     Verkaufsrang: 29544      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Zwei Angehörige der "Enkel-Generation" erzählen, wie sie mit der NS-Vergangheit ihrer Vorfahren umgehen
Mit ihren ungewöhnlich persönlichen Berichten wollen die Autoren deutlich machen, das es keinen Schlussstrich unter die NS-Zeit geben darf, geschweige denn kann. Schuld ist vererbbar, aber die nachfolgenden Generationen haben dennoch unter den psychischen, moralischen und sozialen Folgen ihres Verschweigens zu leiden.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Eine Aufarbeitung mit der NS-Vergangenheit      5 von 5 Punkten
In diesem Buch berichten zwei Nachkommen von NS-Tätern über ihre Vorfahren und über ihre Gefühle diesen gegenüber.
Claudia Brunner ist die Großnichte von Alois Brunner, der an der Vernichtung von 130 000 Juden beteiligt war. Man spürt ganz deutlich die Abneigung, die Brunner ihrem Großonkel entgegenbringt, aber auch die Faszination, die er auf sie ausübt. Ihre Ausführungen geben einen deutlichen Einblick in ihre Gefühlswelt und macht ihre Wissbegier nach offenen Fragen (z.B. ist ungeklärt, ob Alois Brunner noch lebt) verständlich. Ihre Verwandtschaft mit einem offensichtlichen NS-Verbrecher belastet sie immer mehr, und obwohl ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ursprünglich aus reinem Interesse begann, werden ihre psychischen Probleme im Laufe der Zeit - je mehr sie über den Großonkel in Erfahrung bringt - immer stärker.
Im Gegensatz dazu ist die Auseinandersetzung von Uwe von Seltmann mit seinem Großvater Lothar von Seltmann zwar auch gefühlsmäßig sehr tief, jedoch schafft er es im Zuge der Aufarbeitung, den Hass auf den NS-Täter abzulegen, wahrscheinlich auch unter dem Aspekt, dass dieser von allen Personen, die ihn kannten, als ?sympathisch und nett" bezeichnet wird. Seltmann erfährt erst im Zuge seiner Recherchen über die Beteiligung des Großvaters an NS-Verbrechen, jedoch wird nie geklärt, in welchem Ausmaß er wirklich aktiv daran beteiligt war.
Beiden Autoren ist gemeinsam, dass sie überfüllt von Schuldgefühlen sind, die sich aufgrund der Taten ihrer Vorfahren immer mehr verfestigen.
Das Buch macht klar, dass wir uns von der Vergangenheit nicht abkapseln dürfen, auch wenn wir nicht direkt daran beteiligt waren, dass es aber auch keinen Sinn hat, uns selbst als ?Schlecht" zu empfinden, nur weil das Blut von NS-Verbrechern in uns fließt.
Wolfgang Benz geht im Nachwort noch mal intensiv auf das Schweigen und auch das Leugnen der Menschen nach 1945 über die Zeit vor 1945 ein und befasst sich mit der von den Besatzungsmächten durchgeführten Entnazifizierung.


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Gigantische Visionen: Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus - Michael EllenbogenGigantische Visionen: Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus
Michael Ellenbogen

Gebundene Ausgabe, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 95821      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Fällt der Begriff "Gigantismus", dann löst er in der Regel Assoziationen wie "Monumentalität" oder "Maßlosigkeit" aus. Häufig ist dieser Begriff im Zusammenhang mit den Großbauten des Nationalsozialismus zu hören.
Dass sich der "Gigantismus" keineswegs in der Architektur erschöpfte, verdeutlichen die verkehrs- und waffentechnischen Projekte des Nationalsozialismus. Auch hier fällt der Befund zwiespältig aus, stehen doch auch heute noch beeindruckende, zukunftsweisende ingenieurstechnische Leistungen neben Verstiegenheiten, die zu keinem Zeitpunkt eine realistische Aussicht auf Verwirklichung hatten.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Gigantisch      5 von 5 Punkten
Wie es der Titel schon sagt das Buch gibt einen kleinen aber sehr guten Einblick in den Gigantismus des dritten Reiches.
Es behandelt nicht nur bereits begonnen Großbauprojekte des Reichs" sondern gibt auch einen Einblick in die gigantischen Waffenvorhaben. Die zum teil in Bau waren die andren nur auf den Reißbrett entstanden wie die "Midgard-Schlange"
Es werden auch zivile Großprojekte behandelt wie die Reichsautobahnen oder die geplante Breitspurbahn
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jeden nur empfehlen der sich einen kleinen hauch über den Gigantismus dieser Zeit holen will.


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