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Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen - Sabine BodeDie vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
Sabine Bode

Taschenbuch, Mai 2005
     Verkaufsrang: 8257      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Doch diese Erinnerungen haben die Kriegskinder bislang in sich verschlossen gehalten. Statt dessen haben sie nach vorn geblickt, Deutschland wiederaufgebaut, eine Familie gegründet. Heute sind sie in Rente, die eigenen Kinder längst aus dem Haus, und zum ersten Mal im Leben schauen sie zurück. Sie fangen an zu begreifen, daß vieles in ihrem Leben auf ihre Kriegserlebnisse zurückzuführen ist. Auch die Kinder und Enkel der Kriegskinder beginnen, sich mit der vergessenen Generation zu beschäftigen. Sie wollen verstehen, warum ihre Eltern so sind, wie sie sind. Warum konnte man bestimmte Dinge einfach nicht mit ihnen besprechen? Ein wichtiges und notwendiges Buch.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

ein wichtiges, aufregendes Buch      5 von 5 Punkten
Einen großen Dank an Sabine Bode, die mir als 1960 geborener über mögliche aber nie ausgesprochene Traumata unserer Elterngeneration auf sensible, kluge und gut recherchierte Art Erklärungen anbietet, von denen ich im Augenblick nur spüren kann, dass sie tatsächlich auch in unserer Generation von enormer Bedeutung für unsere psychische Befindlichkeit sind. Ein aufwühlendes und wichtiges Buch!


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Hitlers Volksstaat - Götz AlyHitlers Volksstaat
Götz Aly

Broschiert, August 2006
     Verkaufsrang: 20454      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres!

Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg -- vom Ende freilich abgesehen -- besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert -- auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken -- gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht.

Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! -- Andreas Vierecke

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Heilsame Schrift zur Diagnose eines Traumas      5 von 5 Punkten
Zusammenschau ist wichtig und trotzdem Einzelheiten zu bringen, an Einzelheiten das ganze Faszinosum dieses nazionalen Sozialismus festzumachen, das ist wahrhaft spannend.
Denn, wie die Spannung das eigentliche Element gewesen sein mag, dieses Aufbrechen aus dem Alten, dem Spießerischen, hinein in eine geträumte Freiheit, in eine quasi spätpubertäre rauschhafte Beweglichkeit, die sie ja auch "Bewegung" nannten, das ist es, was antrieb.

Und wie alles gerade in Deutschland, dem perfekten Land in der Mitte Europas, geschehen konnte, ja das konnte man bald sehen und fühlen (auch heute?).
Wir hier in der Mitte Europas, eigentlich die Tapfersten, die Besten gegen eine Übermacht, aber leider sieglos zum Schluss des ersten Weltkrieges (obwohl mathematisch schon damals wahrscheinlich vorher- oder zumindest einsehbar), wir werden es der Welt zeigen.
Das war die Botschaft (das sang man später auch) und derjenige, der es zumindest als Führer einer neuen Nation zuwegebringen sollte, den Ausweg nämlich aus der gedachten und auch erfühlten Misere, der war ja schließlich ein Zögling des deutschen Militärs.

Nirgends fand er so freundlichen Unterschlupf als hier in einer Umgebung, die ihm eigentlich von Natur aus nicht vorrangig zustand.
Aber, wie es die Natur manchmal zuwege bringt, hat er sich eingebracht und er fand als Suchender Zuhörer.

Das ist eigentlich schon fast alles, denn wir wissen, wie es weiterging, wie er begeisterte und man ihm zugrölte und zuwarf "die weiße winkende Hand" und ihn zu einem Deutschen machte, nämlich in Braunschweig.

Daß sich Militär und Wirtschaft, Politik und Vertrauensleute gerade auch aus höhrer Schicht sich ihn aussuchten, das spricht Bände.
Daß keiner oder nur selten jemand wirklich laut lachte, als er mit Motorradkappe erschien wie ein Clown auf einer imaginären Bühne und dabei seltsam süßsauer lachte (dabei war die Bühne reell) und man ihm Flugzeuge und schicke Autos zur Verfügung stellte, das spricht ebenfalls Bände. Und daß das Ausland zusah und sich vielleicht Gedanken machte, vielleicht auch, mit diesem Schauspieler leicht fertig zu werden, das wurde etwas später bestraft. Da sah er dann aus, als stünde er über allem und lachte nur der Gefahr, einer Gefahr, der er ja auch zigmal entkommen ist.

Es gab seinerzeit in Europa eine Aufbruchstimmung und Spanien und Italien, auch Frankreich spielten mit einem nationalen Sozialismus, doch nirgends wurde der Rassismus derart vorangetrieben wie hier in Deutschland, vielleicht noch in Österreich.

Götz Aly nun hat anhand vieler Beispiele gezeigt und er untermauert es, wie Berufsbeamten, Finanziers, das Militär und vor allem die damals als jugendlich zu bezeichnenden Politiker das Werk eines revolutionär sich gebenden Staates ausführen. Sie taten es "auf Teufelkommraus" und sie zogen tatkräftig mit einem wilden Aktionismus alles mit sich hinein in einen Strudel der Leidenschaften.
Es gibt einen Roman, "Kaputt" von Curzio Malaparte, der beschreibt diese wilde Zeit ziemlich verblüffend und erschütternd und es gibt Tagebücher wie das von Goebbels, es gibt auch ein Buch, das heißt "Mein Kampf" und ich meine als Jugendlicher darin gelesen zu haben, daß irgendeinmal ein Staat weit nach "seinem" Tode das vollenden wird, was "ihm" nicht gelingen sollte. Es ist höchste Zeit also "Mein Kampf" im Original einem jeden von uns zugänglich zu machen, damit endlich einmal damit aufgeräumt wird, "die Leute hätten ja davon garnichts gewußt".

Derartige Bücher, wie dieses über den "Volksstaat" mit seinen schillernden und zugleich unglaublich brutalen Methoden, sind Aufklärung pur.


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Opa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis - Harald WelzerOpa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis
Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall

Taschenbuch, Mai 2002
     Verkaufsrang: 41226      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus des Fischer Taschenbuch Verlags erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Untersuchungen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der neueste Band beschäftigt sich mit den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das sich mit der Frage befasst hat, wie in deutschen Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust gesprochen wird -- und welche Auffassungen, Bilder und Vorstellungen vom Dritten Reich in Gesprächen zwischen den Generationen weitergegeben werden.

Man könnte annehmen, dass eine solche Untersuchung nicht viel Neues zu Tage fördert, denn die Erinnerung an die Grausamkeit der Nazi-Zeit und insbesondere an die unfassbare Tatsache der Judenvernichtung sollte sich eigentlich im Familiengedächtnis verankert haben. Doch das ist keineswegs der Fall. Die Herausgeber konnten in Gesprächen und Interviews feststellen, dass die von Generation zu Generation transportierte Sichtweise und Darstellung der Nazi-Vergangenheit von den Schilderungen und Berichten in Schulen, Gedenkstätten, Filmen und Büchern in bedenklicher Weise abweicht. In allen der 40 befragten Familien war zwar die Bereitschaft vorhanden, über "die schlimme Zeit" zu sprechen, doch oftmals wurden Familienmitglieder entweder als Opfer oder als Helden geschildert.

Von Täterschaft oder Verantwortung hingegen war wenig zu hören. Verharmlosungen und das wohl bekannte "Davon haben wir nichts gewusst" tauchen oft auf. Mit zunehmender Lesedauer gewinnt man den Eindruck, dass es mit der deutschen Vergangenheitsbewältigung nicht weit her ist. Die Schlussfolgerung der Verfasser ist erschreckend: Der Holocaust kommt im deutschen Familiengedächtnis nicht vor. Angesichts dieser "vererbten" Verdrängung kann das Wiederaufleben rechtsradikaler und antisemitischer Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft auch nicht wirklich verwundern.

"Opa war kein Nazi" ist ein spannendes und zugleich schockierendes Buch, das eine fast vergessene Diskussion wieder in den Mittelpunkt rückt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen eindrücklich, wie schlecht es heute -- fast 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches -- um die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit im intergenerationellen Dialog steht. --Christoph Reudenbach

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Erkundungen zu unserer Familien-Geschichte      5 von 5 Punkten
Das zentrale Thema der deutschen Nachkriegskultur ist - spätestens seit Adorno - noch immer die 'Vergangenheitsbewältigung', oder wie es seinerzeit hieß: 'Aufarbeitung' der NS-Vergangenheit. Zu erinnern sind die zahlreichen, wohlmeinenden Versuche von Institutionen quer durch die gesamte Gesellschaft, die, wenn man Welzer glauben darf, nur partiell erfolgreich waren. Auf offizieller und öffentlicher Ebene war man in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten darum bemüht, mit diesem Kapitel deutscher Geschichte ins Reine zu kommen. Über den Erfolg scheiden sich die Geister - nicht zuletzt angesichts des Neonazismus in der Gegenwartsgesellschaft. Nun gibt es hierfür die verschiedensten sozialökonomischen und sozialpsychologischen Erklärungsmodelle. Nur eines scheint bisher außer Acht gelassen: die Tradierung der Vergangenheit in der Familie. Wie werden Geschichten über Großväter (und Großmütter) im Familienverband weitergegeben? Was wird beschönigt? Und warum? Und auf welch merkwürdige Weise wird heroisiert? Opa war kein Nazi - oder doch? Zugegeben, er war auch ein Mitläufer, der aber auch irgendwie 'gegen Hitler' war. Über die Mechanismen der Vergangenheitsbewältigung in der Familie (vornehmlich in Westdeutschland) gibt Harald Welzer und seine Forschungsgruppe (Sozialwissenschaftler und Psychologen aus Hamburg und Hannover) hier Auskunft. Die Analyse ist erarbeitet anhand von Interviews mit Zeitzeugen sowie zwei Generationen von Nachgeborenen. Das Ergebnis: ein ungemein wichtiges Buch. Und nicht zuletzt ein für jeden historisch Interessierten (vom Schüler bis zum Akademiker) lesbares Buch.


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Deutsche Mutter, bist du bereit...: Alltag im Lebensborn - Dorothee Schmitz-KösterDeutsche Mutter, bist du bereit...: Alltag im Lebensborn
Dorothee Schmitz-Köster

Taschenbuch, Oktober 2002
     Verkaufsrang: 26131      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Dorothee Schmitz-Köster hat frühere Lebensborn-Heime in Deutschland und Norwegen aufgesucht. In vielen Gesprächen mit Zeitzeuginnen und durch Archivstudien hat sie ein genaues Bild vom Alltag der Organisation und von den Menschen gewonnen, die mit dem Lebensborn zu tun hatten. Einfühlsam schildert sie die Motive von Müttern, die in den Heimen ihre Kinder auf die Welt brachten, und von Lebensborn-Angestellten. Außerdem zeichnet sie Schicksale von "Lebensborn-Kindern"_nach - von Frauen und Männern. die sich bis heute mit der Last ihrer Geburt auseinandersetzen . Denn viele sind immer noch auf der Suche nach ihren Wurzeln, nicht wenige sind gescheitert, einige wurden von der Stasi zynisch mißbraucht.In ihrem Buch, in einer Wanderausstellung, in Artikeln und Radio-Features setzt sich Dorothee Schmitz-Köster auch mit dem Mythos von "nationalsozialistischen Zuchtanstalten" und mit der "Rassenpolitik" aus einander und eröffnet so neue Perspektiven auf Frauen, Alltag und Ideologie im Nationalsozialismus. Für die Taschenbuchausgabe hat die Autorin den Text durch neuerschlossene Materialien ergänzt.
Im Dezember 1935 veranlaßte Heinrich Himmler, Reichsführer SS, die Gründung des Lebensborn e.V. - einer Organisation, die sich die Vermehrung der "arischen Rasse" auf die Fahnen schrieb und bis heute von einer geheimnisvollen Aura umgeben ist.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Deutsche Mutter........      2 von 5 Punkten
Unter diesem Buch habe ich mir mehr vorgestellt. "Alltag im Lebensborn", das klingt nach genaueren Angaben und Alltagsbeschreibung. Nicht unbedingt weit gefehlt, aber dicht daneben ist auch vorbei. Die Autorin hatte sich sehr viel Mühe gegeben, dieses Buch zu erstellen, ich habe persönlich mehr erwartet über dieses Thema.

Genau, schön zu lesen, wichtig      5 von 5 Punkten
Das Buch ist eine nüchterne und exakte Beschreibung des mythenumwobenen "Lebensborn"-Projektes der SS. Im Wesentlichen handelte es sich um Gebärheime und Auffangstätten von Schwangeren mit erwünschten "rassischen" Merkmalen. Die Autorin hat zahlreiche persönliche Erfahrungsberichte von Personal, Müttern und Betroffenen eingearbeitet, was das Buch besonders lesbar und wertvoll macht. Es wird hier, wie der Untertitel beschreibt, der Alltag im Lebensborn festgehalten. Interessant wäre als nächste Arbeit ein Buch im größeren Rahmen unter Miteinbeziehung zum Beispiel des polnischen Kinderraubs. Das Reichskommissariat zur Festigung deutschen Volkstums hat in Ostpolen viele blonde Bauernkinder auf Viehwaggons verladen und nach Deutschland verschickt. Eine polnische Arbeit der Nachkriegsjahre sprach von 200.000 Kindern - die Zahl ist wahrscheinlich zu hoch gegriffen. Die Erforschung dieser Episode wäre ein spannendes weiteres Thema für eine Autorin, die ihre Qualitäten im vorliegenden Buch schon bewiesen hat.


Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg - Ralph GiordanoWenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg
Ralph Giordano

Taschenbuch, August 2000
     Verkaufsrang: 14400      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Plan von der deutschen Weltherrschaft
"Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen, und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen Rasse über die ganze Welt ausübt." Dieser Satz Hitlers aus dem Jahre 1930 zeugt nicht nur von Größenwahn und Fantasterei. Er war Programm. Und auch das nicht nur. Denn in den Parteiämtern und Behörden des "Dritten Reichs" arbeiteten wenig später intelligente und willfährige Köpfe an der Ausfüllung dieses Programms, an detaillierten Plänen für die Zeit nach dem Endsieg. Wie Deutschland, wie Westeuropa, wie die Welt nach dem gewonnenen Krieg aussehen würde, das war beschrieben in zahlreichen Denkschriften, Direktiven, Verordnungen, die nur darauf warteten, aus der Schublade gezogen zu werden...
Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren und arbeitet als Journalist, Fernsehdokumentarist und Schriftsteller.
Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Israel, um Himmels willen, Israel" (1991), "Wird Deutschland wieder gefährlich?" (1993), "Ostpreußen ade" (1994) und "Mein irisches Tagebuch" (1996).
Für seine publizistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)

Entlarvung von Hitlers Größenwahn      5 von 5 Punkten
Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so schlechte Kritiken bekommen hat. Ich kenne keines, das besser den Größenwahn Hitlers und seiner Gefolgsleute in seinen Weltherrschaftsplänen und Architektur-Vorhaben sichtbar macht - und wie weit er auf dem Weg zu deren Verwirklichung schon war.
Außerdem arbeitet Giordano sehr gut heraus, daß und warum so viele Deutsche sich mit diesen grandiosen Visionen von deutscher Weltbeherrschung identifizieren konnten - obwohl das alles ja nicht einmal im Ansatz zu finanzieren gewesen wäre - nicht einmal durch Einsatz von Zwangsarbeitern (der ja in genügenden Ausmaß bereits erfolgte).
Ich kann jedem, der sich ein Bild von der Realität des Dritten Reichs ein klares Bild machen möchte und vor den durch das Ende der Nazi-Herrschaft gestoppten Nachkriegs-Plänen Hitlers dieses Buch nur dringend empfehlen.
(In romanhafter Form hat Robert Harris in "Vaterland" durchgespielt, was Hitlers "Erfolg" bedeutet hätte!)


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Der NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick - Ian KershawDer NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick
Ian Kershaw, Jürgen Peter Krause

Taschenbuch, September 1999
     Verkaufsrang: 81845      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Literatur zum Nationalsozialismus und zum Holocaust füllt ganze Bibliotheken, und selbst Fachleuten fällt es schwer, einen Überblick zu wahren. Diese unübersichtliche Situation stellt sich dank der Arbeit des britischen Sozialhistorikers und Hitler-Biographen Ian Kershaw verändert dar. Sein Buch, das nun in einer erweiterten und überarbeiteten Fassung vorliegt, ist ein Wegweiser durch das Bücherdickicht zum Ursprung und Wesen des Nationalsozialismus. Der Autor informiert über die unterschiedlichen Erklärungsmodelle, kommentiert einsichtig die großen Kontroversen und Debatten, die sie begleiten, und zeigt dabei den aktuellen Forschungsstand.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Gelehrt      5 von 5 Punkten
Ein gelehrtes Buch, gespickt mit Fußnoten, vor allem für Fachleute geschrieben und solche, die es werden wollen. Von einem Deutschen verfasst wäre so etwas praktisch unleserlich für den Laien. Kershaw bringt es jedoch fertig, einen Wust an Material doch sehr lesbar aufzubereiten, was auch für den Übersetzer spricht. (Dessen Anmerkung, der Begriff "Holocaust" habe sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt, dürfte jedoch das Relikt einer älteren Ausgabe des Buches sein.) Kershaw macht hier deutlich, welch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zum Thema in der Fachwelt existieren. Er breitet die jeweiligen Argumente zunächst neutral vor dem Leser aus und zieht dann jeweils seine eigenen Schlussfolgerungen. Da muss man dann nicht in jedem Punkt mit dem Autor übereinstimmen. Meistens wird es aber wohl doch der Fall sein. Souverän!


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Komponisten im Nationalsozialismus - 8 Portraits - Michael H. KaterKomponisten im Nationalsozialismus - 8 Portraits
Michael H. Kater

Gebundene Ausgabe, Oktober 2004
     Verkaufsrang: 118728      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der kanadische Historiker Michael H. Kater durchleuchtet die Biographien von Werner Egk, Paul Hindemith, Kurt Weill, Karl Amadeus Hartmann, Carl Orff, Hans Pfitzner, Arnold Sch”nberg, Richard Strauss und untersucht ihre Lebensumst„nde insbesondere in den Jahren zwischen 1933 und 1945. Durch zahlreiche Dokumente und die Erinnerungen von Angeh”rigen, Nahestehenden und Zeitzeugen gelingt es ihm, die Arbeitsbedingungen der Komponisten w„hrend des Nationalsozialismus auáerordentlich lebendig und in ihrer ganzen Widersprchlichkeit darzustellen.
Welchen Weg schlugen die teils bekannten, teils berhmten Musikschaffenden ein? Passten sie sich der nationalsozialistischen Ideologie an? Arrangierten sie sich mit dem NS-Regime? Widerstanden sie dem Nazismus oder lieáen sie sich korrumpieren? Wie lebten sie im Exil? Und hinterlieá dies Spuren in ihrer Musik? Und schlieálich: Wie verliefen ihr Leben und ihre Laufbahn nach 1945?




Leg dich, Zigeuner. Die Geschichte von Johann Trollmann und Tull Harder - Roger RepplingerLeg dich, Zigeuner. Die Geschichte von Johann Trollmann und Tull Harder
Roger Repplinger

Gebundene Ausgabe, 13. März 2008
     Verkaufsrang: 68403      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Geschmeidig, schnell, elegant: Wenn Johann Trollmann boxt, sitzt das Berlin der frühen 30er-Jahre bewundernd am Ring. Er hat nur einen »Fehler«: Er ist Sinto, kein »Arier«. Mit blond gefärbten Haaren und Mehl auf seiner braunen Haut steigt er in den Ring, doch die SA-Leute unter den Zuschauern brüllen: »Leg dich, Zigeuner, oder wir holen dich.« Trollmann gehorcht: Besser Boxkämpfe verlieren als das Leben. Als er 1942 ins KZ Neuengamme verschleppt wird, ist ein anderes Sportidol schon da: Tull Harder (1892-1956), Mittelstürmer des Hamburger SV, Nationalspieler und SS-Mann. Er gehört zum Wachpersonal, später zur SS-Kommandantur des Lagers, in dem bis Kriegsende 55.000 Menschen sterben, unter ihnen auch Johann Trollmann, der 1944 ermordet wird.



Gigantische Visionen: Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus - Michael EllenbogenGigantische Visionen: Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus
Michael Ellenbogen

Gebundene Ausgabe, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 81455      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Fällt der Begriff "Gigantismus", dann löst er in der Regel Assoziationen wie "Monumentalität" oder "Maßlosigkeit" aus. Häufig ist dieser Begriff im Zusammenhang mit den Großbauten des Nationalsozialismus zu hören.
Dass sich der "Gigantismus" keineswegs in der Architektur erschöpfte, verdeutlichen die verkehrs- und waffentechnischen Projekte des Nationalsozialismus. Auch hier fällt der Befund zwiespältig aus, stehen doch auch heute noch beeindruckende, zukunftsweisende ingenieurstechnische Leistungen neben Verstiegenheiten, die zu keinem Zeitpunkt eine realistische Aussicht auf Verwirklichung hatten.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Tolles Buch      5 von 5 Punkten
Eine Architektur, die beim Anblick fast ?erschlägt? ebenso ergeht es, wenn man die stählernen ?Kampfsaurier? sieht und dabei jegliche Verwendbarkeit in einem konventionellen Krieg bezweifeln muss und diese Monster bloß dazu dienen um Propagandaschlachten der NS-Führung als ?Wunderwaffen? zu gewinnen. Doch wird man in Ellenbogens Buch auch mit innovativer Technologie konfrontiert, die ihre Erfinder zwar im Auftrag des ?Rattenfängers? entwickelt, diese aber nach dessen Ende die Luft- und Raumfahrt revolutionierten. Ein lesenswertes Buch mit teilweise noch nie veröffentlichten Bildern, die auf eine faszinierende Zeitreise einladen.


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Kurze Geschichte des italienischen Faschismus - Brunello MantelliKurze Geschichte des italienischen Faschismus
Brunello Mantelli

Taschenbuch, Januar 1998
     Verkaufsrang: 37878     

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Die einzige Geschichte des italienischen Faschismus auf dem deutschen Markt: von den Anfängen bis zum Fall. Leicht verständlich geschrieben von einem der bedeutendsten Faschismus-Forscher Italiens.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Kurz und informativ      5 von 5 Punkten
Wer sich mit dem Faschismus auseinandersetzen möchte, zumal mit dem italienischen, der bekommt mit diesem Buch von Brunello Mantelli einen Bericht, der nicht nur historisch diese eigenartige Bewegung betrachtet, sondern auch Hinweise auf kulturelle Verbindungen in Europa der damaligen Zeit gibt.

So war zwar nach dem ersten Weltkrieg diese "Bewegung" besonders bewegt, jedoch schon davor hatten sich wohl eigenartigerweise in den europäischen Nationen (z.B. in Literatur und Musik!) Phänomene herausgebildet, die dem 19. Jahrhundert huldigten, und zwar insbesondere in bezug auf einen Heroismus, der sich wohl eher an die Klassik ausrichten sollte, so an Ordnung, Sitte und dergleichen.
Daß dafür Rom und sein damaliges Weltreich einerseits, die "frischen" Germanen andererseits sich gegenseitig den Rang abliefen, wer wohl der bessere sei, das war eben vielleicht das Verhängnis. Und dieses Verhängnis führte dann wohl auch zum ersten Weltkrieg (unter anderem).

Ja, was Kultur und insbesondere Religion in dieser Richtung anrichten kann, das erfahren wir soeben erst wieder global und direkt und die Religion ist nicht das geringste Faktum dabei.

So hat denn nach dem ersten Weltkrieg, da die Ordnung sich sichtbar (nach dem Vorbild der französichen Revolution in demokratischer Hinsicht) nicht etablieren konnte und schon, wie gesagt, vor dem Krieg die alte hierarchische Ordnung von oben (Monarchie) sich durchgesetzt hatte, nun aber nach dem Weltkrieg Unordnung sich allerorts breitmachte, in Europa soetwas wie eine "neue" Bewegung stattgefunden.

Unterstützt wurde diese "Bewegung" von Literaten wie z.B. Ezra Pound oder Gabriele D`Annunzio, und Giovanni Gentile hat denn auch in Italien als Kultusminister den Grundstock für eine entsprechende Erziehung gelegt.

Ich will das hier nicht werten, zeige es nur auf, wie Brunello Mantelli es in seiner kurzen Geschichte des italienischen Faschismus tut.

Wir wissen, daß auch in Deutschland ähnliches sich einige Jahre später ereignete und nicht nur ganz Verrückte dem nachliefen, sondern auch normale Menschen ihr Leben dafür einsetzten, was einigermaßen verwundert, wenn nicht erschreckt, ganz abgesehen von dem völligen Chaos danach.

Aber daß alles so kam, das war Menschenwerk und kein Zufall und es war irgendwie voraussehbar.

In Europa (und nicht nur dort) herrschte Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts eben eine Bewegung, die Menschen mitriss und verführte, die aufgebaut war auf sogenannten kulturellen Werten wie Ordnung, Sitte, Zusammenhalt und dergleichen. Und die Religion hat davon profitiert. Im Lateranvertrag hat Italien unter Mussolini mit dem Vatikan den vatikanischen Staat heutiger Facon geschaffen.

Das sollten wir nicht vergessen und werden es auch nicht, denn von der Engelsburg aus kann man das Dankesschreiben an den Staat in Stein gehauen gut lesen.

Ordung und Sitte sind gut, werden in Zukunft auch gebraucht, aber ganz gewiss nicht mit der Empathie wie damals.

verständlich und sehr informativ      5 von 5 Punkten
Dieses Buch des italienischen Faschismusforschers Brunello Mantelli zeigt im Überblick die Entwicklung des italienischen Faschismus vom Ende des 1. Weltkriegs bis 1945. Viele Fotos, Karten und Karikaturen veranschaulichen diese politische Entwicklung, deren Ursprung in der italienischen Nachkriegswirtschaft liegt. Nach der Gründung der Fasci di Combattimento 1919 durch Mussolini verweisen der Agrarfaschismus und das brutale Vorgehen der faschistischen Schlägertruppen (squadre) gegen Linke bereits auf die späteren gewalttätigen Exzesse gegen Sozialisten und die Zivilbevölkerung Äthiopiens hin. 1922 wird Mussolini dank der Unterstützung der Unternehmer, Politiker und Journalisten Regierungschef. Der Aufbau des Regimes (1925-29) erfolgt über die Faschisierung der Institutionen. Ein weiteres Kapitel befaßt sich mit dem Überfall auf Äthiopien 1935, der Unterstützung der Frankisten im Spanischen Bürgerkrieg sowie der antisemitischen Gesetzgebung von 1938. Italiens Kriegseintritt 1940, die Feldzüge und die Landung der Alliierten in Sizilien, die Aufgabe Nordafrikas sowie die Nachwehen des faschistischen Staats in der Republik von Salo werden in mehreren Kapiteln ausführlich dargestellt. Das Buch ist verständlich geschrieben und gibt einen sehr guten Überblick über diese Zeit des politischen Extremismus in Italien. Eine chronologische Tabelle und eine Liste mit Abkürzungen (Parteien, politische Gruppierungen) wären allerdings sehr nützlich gewesen. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch als knappe Einführung in dieses Kapitel der italienischen Geschichte sehr empfehlenswert. (Dies ist eine "Amazon.de Campus"-Studentenrezension.)



Euthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens - Ernst KleeEuthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens
Ernst Klee

Taschenbuch, Januar 1985
     Verkaufsrang: 100789     

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Jede Gesellschaft hat kranke oder behinderte Mitbürger. Menschen, auf die man besonders eingehen muss, die der Hilfestellung bedürfen. In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch wurden solche Personen schlicht und Menschen verachtend als "lebensunwert" deklariert, da sie für die NS-Welt keinen produktiven Beitrag darstellten. Die widerwärtige Konsequenz solchen Denkens war die Euthanasie. Diese Tötung behinderter, kranker oder alter Personen (sowie angeblich "Arbeitsscheuer") ist eines der abstoßendsten Kapitel des Nationalsozialismus, wurde hier doch in vermeintlichen Heilanstalten und unter Mitarbeit der Ärzte und Schwestern Massenmord an denen begangen, um die man sich hätte kümmern sollen.

Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch weil so viele vom medizinischen Personal später unbehelligt weiterarbeiteten, wurde nach 1945 das Thema Euthanasie im NS-Staat eher unter den Tisch gekehrt. Ernst Klees Buch, das man ohne jedes Zögern ein Basiswerk hierzu nennen kann, wirkt dadurch oftmals wie ein Schock. Was der Autor darin an Erkenntnissen über diese Praxis der Massentötung im NS-Regime zusammengetragen und analysiert hat, ist in der Kombination von Gesamtübersicht und Detailinformationen nicht zu überbieten. Ein Exkurs über die generelle Geschichte der Euthanasie führt zu den propagandistischen und juristischen Vorbereitungen im NS-Regime (die Verabschiedung entsprechender Gesetze begann bereits 1933). Dem Aufbau einer Euthanasieorganisation folgten dann im Spätjahr 1939 die ersten Tötungen. Klee beschreibt anhand von Originalunterlagen und Augenzeugenberichten Täter und Opfer, Organisation, Methoden und Orte dieser Verbrechen. Und er belegt, dass auch nach Hitlers offiziellem Euthanasie-Stopp 1941 das Morden weiterging.

Ein aufrüttelndes Buch darüber, wie kaltblütig man im Hitler-Reich mit Menschen umging, die man in nationalsozialistischer Dumpfheit als "lebensunwert" titulierte -- ein Begriff, der einen erschauern lassen sollte. --Joachim Hohwieler

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Interessante Aufarbeitung eines verdrängten Themas      5 von 5 Punkten
Wie wir Deutschen mit den Juden oder den Sinti und Roma verfuhren, ist uns heute weitestgehend bewusst. Dass wir aufgrund scheinbarer rassischer Merkmale einen industriemässig betriebenen Mord veranstalteten, ist jedem beuwsst. Mordlager wie Auschwitz, Treblinka oder Sobibor sind so vielen auch im Land der Täter ein Begriff, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus abgearbeitet scheinen.

Aber auch der Holocaust hat seinen unmittelbaren Vorläufer. Die Vernichtung "lebensunwerten Lebens" begann in einem Mord am eigenen Volk, an "Schwachsinnigen" und chronisch Kranken. Gaskammern entstanden in Kliniken, und der Vorläufer der Deportation war der Abtransport Kranker in diese Vernichtungsanstalten. Durch eine gemeinnützige Transportgesellschaft.

Als das Volk merkte, dass die Führung so ruchlos mordete, kam es sogar hierzulande zum Widerstand. Die Gaskammern in den Kliniken wurden eingemottet. Aber skrupellose Rassehygeniker mordeten weiter, mit Hungertod und Betäubungsmitteln, Alte, Kinder und wehrlose Kranke.

Vor den Juden kamen die Volksgenossen. Rassenhygiene konnte niemals enden, sie war von den Nazis als von oben auferlegter darwinistischer Ausleseprozess angelegt.

Wer wissen will, woher die grosse Befangenheit gegen Gentechnik, als Umgestaltung des Menschen, oder gegen das Töten unrettbar Kranker, die das selbst wollen, kommt, findet hier die Antworten und den Ursprung. Frühere "Weltverbesserer" und "Rasseverbesserer" hielten auch den Mord im Namen scheinbar hehrer Ziele für gerechtfertigt, und Ungleichheit und Abweichen von der Norm waren Anlass genug für staatliche Tötungshandlungen.

Euthanasie war ursprünglich nicht das, was heute in den Niederlanden erlaubt ist: Sterbehilfe. "Eu" bedeutet gut und "Thanatos" Tod. Aber der "gute Tod" der Nazis war die Hinrichtung im Namen der Gesellschaft, nicht auf die Erlösung von Schmerz ausgerichtet.

Wo der Mensch nur zum statistischen Begriff einer Kosten-/Nutzenrechnung verkommt, zum genormten Erbringer von Leistungen, zum Spielball derer, die sich anmassen, die Schöpfung neu schreiben zu wollen, ohne ethische Mindestgrundsätze, dort lauert auch heute noch das Gespenst und der Geist eben dieser Euthanasie im Schatten.



Schwarze Sonne: Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik - Rüdiger SünnerSchwarze Sonne: Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik
Rüdiger Sünner

Taschenbuch, November 2001
     Verkaufsrang: 11671      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein spannendes Sachbuch zur Wirkmächtigkeit der nordischen Mythen, über ihre ambivalenten Kräfte und Möglichkeiten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Pflichteinstieg mit Hinweis auf weiterführende Literatur      5 von 5 Punkten
Sünner hat mit diesem Buch definitiv ein sehr wichtiges Werk geschrieben. Ich stimme den andereren Kritikern darin zu, dass er an der Oberfläche kratzt und teilweise eher Beispiele ausführt, als komplette Themenbereiche abzudecken. Darin liegt aber genau die positive Eigenschaft des Buches, es ist zugänglich und verliert sich nicht in ellenlanger Fachsimpelei!

Besonders wichtig erscheint mir die Tatsache, dass Sünner kaum wertend schreibt. Er gibt dem Leser die Möglichkeit sich seine eigene Meinung über die mythologischen Quellen der Nazis zu bilden und versucht dabei den Scharfsinn für die ständige Gratwanderung zwischen erwünschter Sinnstiftung und gefährlicher Kriegsideologie zu schärfen. Und es ist für den "normalen" deutschen Bürger im 21. Jahrtausend nicht leicht, solche Literatur zu beziehen. Sämtliche populären Medien greifen die Thematik 100% negativ auf und selbst die Masse an Neonazis selber scheint wenig Ahnung von den wahren Hintergründen zu haben.

Ich halte den Hinweis direkt die Werke von List etc... zu lesen für falsch, denn um dazu fähig zu sein muss zunächst die Fähigkeit besitzen zwischen geschichtlichen Fakten und ideologischer Dichtung zu unterscheiden. Und ich denke, das Werk von Sünner hilft dabei, diese Fähigkeit zu schulen.

Mit seinen Unmassen von Quellenangaben läd er auch dazu ein, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. An keiner Stelle erhebt er den Anspruch, sie allumfassend behandelt zu haben.


Zuletzt noch ein Wort an die Pagan- und Blackmetalszene, in der ich selber zu Hause bin. Im Vergleich zu der Ideologie, die in manchen rechtsextremen Bänkelsängern verarbeitet wird, sind Menhir tatsächlich nur ein kleiner Fisch. Einige Männer, die sich verkleiden und Rockmusik machen. So zumindest die Wirkung auf den "normalen" Bürger. Selbst Graveland und Absurd dürften keinen vergleichbaren Stellenwert haben in der Liste der "gefährlichen, rechtsextremen" Musikgruppen, das resultiert nur aus der total albernen und überzogenen Diskussion innerhalb der Szene, die auf Grund von Provokation und mangelnder Bildung entstand.

Und das ist es, was mir an Sünners Buch so gut gefällt! Es fordert eben dazu auf, die Rechtsextreme nicht zu verteufeln sondern die Hintergründe besser zu verstehen. Wenn mehr Leute dieses Buch lesen würden und vor allem danach weiterdenken, dann könnte vielleicht ein Schritt geschafft werden, diese furchtbare Polarisierung und Tabuisierung abzuschaffen, die bei der Thematik "Nazideutschland" vorherrscht.


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Hans Frank: Hitlers Kronjurist und Generalgouverneur - Dieter SchenkHans Frank: Hitlers Kronjurist und Generalgouverneur
Dieter Schenk

Broschiert, Juni 2008
     Verkaufsrang: 28354      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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((Klappe links))
Die Biographie eines fanatischen NS-Karrieristen: In der "Kampfzeit" vertrat Hans Frank seinen "Führer" vor Gericht; 1933 wurde er bayerischer Justizminister und Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz. Gnadenlos "säuberte" er seinen eigen Berufsstand und machte als Reichsminister (ab 1934) und Präsident der von ihm gegründeten Akademie für Deutsches Recht das Unrecht zur Geschäftsgrundlage des NS-Staates. 1939 wurde er Generalgouverneur im besetzten Polen. Er war besessen von Prunk und Pomp und zählte zu den korruptesten Führern des Dritten Reichs. Weil er auch am millionenfachen Mord an Juden und anderen "Missliebigen" beteiligt war, wurde er 1946 in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher angeklagt und am 10.6.1946 hingerichtet.
((Klappe rechts))
Dieter Schenk, geboren 1937 in Frankfurt am Main. Seit 1963 Karriere bei der Polizei: 1963-1971 im hessischen Landeskriminalamt, 1971/72 Polizeiführungsakademie, 1973-1979 Leiter der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen, 1980-1988 Kriminaldirektor im Bundeskriminalamt (BKA). - 1989 verließ er das BKA wegen unüberbrückbarer Gegensätze. Seitdem ist er als freier Autor und Berater in Funk und Fernsehen hervorgetreten und als Autor zahlreicher Bücher. 1998 wurde er Honorarprofessor in Lodz/Polen. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz (1998) und dem Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union 2003.
((Autorenfoto)) Foto: privat
Buchveröffentlichungen u. a.: "Der Chef. Horst Herold und das BKA" (1998), "Hitlers Mann in Danzig. Gauleiter Albert Forster und die NS-Verbrechen in Danzig-Westpreußen" (2000), "Auf dem rechten Auge blind. Die braunen Wurzeln des BKA" (2001; als Taschenbuch bei Fischer unter dem Titel "Die braunen Wurzeln des BKA", 2003), "Wie ich Hitler Beine machte. Eine Danziger Polin im Widerstand" (2003).
Umschlagfoto: Hitlers und sein Verteidiger Hans Frank verlassen am 10.6.1930 das Gerichtsgebäude in Schweidnitz (Ullstein)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Enttäuschender Banalüberblick      2 von 5 Punkten
Schön zunächst, dass sich ein Buch überhaupt einmal Hans Frank angenommen hat. Meiner Meinung nach sind die Politiker aus der zweiten Reihe noch zu wenig in den historischen Biografien vertreten.

Aber dann. Dieter Schenk ist kein Schriftsteller und kann mit deutscher Sprache in etwa so gut umgehen wie ich mit einer Melkmaschine. Nämlich gar nicht. Die etlichen, sprachlich völlig vermurksten Satzfragmente sind eine echte Qual. So wie Schenk möglichst Effekt heischende Wörter zu einem Gebilde zusammen setzt, kann das auch jeder Fünftklässler.

Teilweise hat der Autor sich auch mehrfach verzettelt. So wird Franks Politik der Judenverfolgung mit der Unterdrückung der Polen wild gemixt - und das gleich in mehreren Kapiteln hintereinander. Dann reißt Schenk ein Thema an, nur um es im nächsten Augenblick absterben zu lassen. Brigitte Frank kommt etwa vorne mal kurz vor, wird dann hinten weitergeführt, aber der Leser erfährt eigentlich nichts, außer das Frau Frank korrupt, machtgeil und verschlagen war.

Dass Frank in Schenks Buch als reine Witzfigur dargestellt wird, der jeglicher Schrecken fehlt, ist eine Schwachstelle. Dass die Schrift jedoch stets im Ungefähren bleibt, kann nur als völlig abstrus bezeichnet werden. "Frank könnte", "Möglicherweise", "Frank war wahrscheinlich" und so weiter. Harte Fakten bleiben außen vor. Wenn es kritisch wird (insbesondere bei der Rolle von Franks Raubzügen durch die polnische Kunst) versteckt sich das Werk hinter nebulösen Formulierungen. Es hätte so oder so sein können. Nichts genaues weiß man jedenfalls nicht.

Ein letzer Minuspunkt geht an die sehr grenzwertige Anbiederung an Franks Sohn Niklas. Gerade er hat ja mit reichlich kontroversen Büchern (um nicht das Attribut "Ekelhaft" gebrauchen zu müssen) das moralische Fallbeil auf den Vater (und die Mutter) sausen lassen. Dass man hier noch Niklas Franks hasserfüllte Thesen zu seinen Eltern übernimmt, befremdet.

Kurzum: Ein Stern für die Bereitschaft, ein Buch über den Generalgouverneur Frank zu schreiben. Eine vielfach seltene Bildauswahl sorgt für den zweiten.



Berlin unterm Hakenkreuz - Sven Felix KellerhoffBerlin unterm Hakenkreuz
Sven Felix Kellerhoff

Broschiert, März 2006
     Verkaufsrang: 42466      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die wesentlichen historischen Daten und Fakten sowie eindrucksvolle Fotos zum Berlin der Jahre 1933 bis 1945.
Der Zeitabschnitt von 1933 bis 1945 hat Berlin und das Bild der Stadt wie kein zweiter geprägt. Für viele war die Spreemetropole die Hauptstadt der Nazis schlechthin nicht zuletzt, weil Hitler hier seinen Untergang zelebrierte. Sven Felix Kellerhoff fesselt die Leser mit der Geschichte der Stadt unter der Herrschaft der Nationalsozialisten: von der so genannten Machtergreifung, über die Verfolgung Andersdenkender, die propagandistischen Großereignisse wie Olympia 1936 bis hin zum Bombenkrieg und den letzten Abwehrschlachten gegen die Rote Armee.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Wichtige Quelle zur Architekturgeschichte Berlins von 1933-1945      5 von 5 Punkten
Neben den bereits erschienen Büchern "Berlin 1933-1934" und "Architektur in Berlin 1933-1945" ist das interessante Buch "Berlin unterm Hakenkreuz" eine wertvolle Ergänzung.
Bemerkungswert sind die seltenen, teilweise bislang unveröffentlichen Fotografien und eine Liste der wichtigsten Dienst-Gebäude, welche in der Zeit des Dritten Reiches in der Hauptstadt entstanden.


Ein Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand - Thomas BuergenthalEin Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand
Thomas Buergenthal

Gebundene Ausgabe, März 2007
     Verkaufsrang: 78317      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eine glückliche, behütete Kindheit hätte es für Thomas Buergenthal werden können, damals in Lubochna. Doch dann kamen die Deutschen: Die Familie flieht nach Polen, wird verhaftet und ins Ghetto gesperrt. Es folgt die Deportation nach Auschwitz. Als eines von nur ganz wenigen Kindern überlebt Thomas einen der berüchtigten "Todesmärsche" im eiskalten Winter 1944.
Nach seiner Befreiung aus dem KZ Sachsenhausen erlebt er als "Maskottchen" der polnischen Armee den Kampf um Berlin mit, kommt schließlich in ein Waisenhaus und findet auf wundersame Weise seine Mutter wieder.
Auf bewegende Weise, ganz ohne Bitterkeit, erzählt Thomas Buergenthal seine Kindheitsgeschichte.
In einem Epilog schildert er überdies, wie er in seinem "zweiten Leben" in den USA zu einem der weltweit profiliertesten Anwälte für internationales Recht und für Menschenrechte wurde, gekrönt von seiner Tätigkeit als amerikanischer Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Glück kann man überall haben - man muss es nur sehen      5 von 5 Punkten
Ein erstaunliches Buch. Eigentlich lese ich solche Bücher nicht besonders gerne, oft ist es unerträglich, solches Leid mitzuerleben, und ich weiß oft nicht wie man damit umgehen soll.
Bei Thomas Buergenthal ist es anders: er beschreibt sehr detailliert und eindringlich. Und auf eine ganz subtile Art und Weise doch wieder distanziert und als Beobachter. Grausamkeiten wie eine Erschießung werden manchmal lakonisch in einem Satz abgehandelt. Aber sie bleiben einem trotzdem in Erinnerung. Gerade die scheinbare Distanz ist es, die die Nähe, das Annähern an das Grauen überhaupt ermöglicht. Nicht zuletzt ist dabei aber auch zu fühlen, mitzuerleben, dass der Autor bei seinem Erleben auf eine gewisse Art und Weise selbst innerlich erfroren ist um das Ganze - gerade als Kind - überhaupt bei psychischer Gesundheit überleben zu können. Mitfühlend, leidend, liebend doch irgendwie nur noch Maschine.... bis er irgendwann wieder in den Armen seiner Mutter liegen durfte, die er erst zwei Jahre nach Kriegsende wieder traf und von da an wieder Kind sein durfte - ein "Kind wie Du und ich" - oder etwa doch nicht?
Insgesamt sehr lesenswert weil es Mut macht. Den unbedingten Überlebenswillen schon beim Lesen weckt und klar macht: auch und gerade mit solchen Erlebnissen lässt sich ein lebenswertes erfülltes Leben leben ohne zu verdrängen. Sondern gerade aus dem erlebten Grauen die Kraft dafür zu schöpfen, wozu man sich dadurch berufen fühlt. Dies macht Thomas Buergenthal im letzten Drittel des Buches eindrücklich klar.


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Die Frauen der Nazis - Anna Maria SigmundDie Frauen der Nazis
Anna Maria Sigmund

Taschenbuch, September 2000
     Verkaufsrang: 87620      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Er nannte sie "Tschapperl" und sie ihn "Mein Führer": Eva Braun, die verborgene Geliebte, ging als Eva Hitler mit ihrem Idol in den Tod. "Ich kann nicht mehr weiter, zwei sind schon tot", sagte Magda Goebbels nach der Tötung ihrer ältesten Kinder. "Geben sie mir eine Zigarette." Die Historikerin Anna Maria Sigmund verfolgt die Lebensläufe der Frauen, die mit den NS-Granden ihr Leben teilten: Eva Braun, Magda Goebbels, Carin und Emmy Göring, Lina Heydrich, Margarete Himmler, Henriette von Schirach u. a. Die Dokumente und Interviews mit Zeitzeugen und Hinterbliebenen zeigen dabei Schicksale von atemberaubender Dramatik auf, Biographien, die eher einer Wagner-Oper denn der Realität entnommen zu sein scheinen. Darüberhinaus analysiert Sigmund das Frauenbild der NS-Zeit und geht der Frage nach, in welchem Ausmaß Damen der Gesellschaft, Künstlerinnen und Parade-Frauen wie Hanna Reitsch, Leni Riefenstahl, Winifried Wagner im Bannkreis Hitlers seinen Weg nach oben ebneten und seinen R uhm steigerten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 28 Bewertungen)

Extrem interessant!      5 von 5 Punkten
Ich fand dieses Buch extrem gut und sehr interessant,
leider war ich schon nach 1,2 Tagen fertig mit Lesen weil es mich
einfach nicht mehr losgelassen hat!
Kann es nur empfehlen,schön fand ich auch dass aus keiner bestimmten (politischen) Perspektive geschrieben wurde.
Würde es sofort wieder kaufen!!


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Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher - Sigrid ChamberlainHitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher
Sigrid Chamberlain

Broschiert, Juli 1997
     Verkaufsrang: 88825      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Chamberlain arbeitet den latenten Haß in der NS-Gesellschaft auf die Kinder heraus, der vermutlich von Neid durchzogen ist. ... kommt schlüssig zu dem Ergebnis, daß eine tiefe Bindungslosigkeit und die Lust am ‚Verschwinden' oder am Eintauchen ins Kollektiv zusammengehören. ... Höchst lesenswert ist die Auseinandersetzung mit den tiefenpsychologischen Hitler-Deutungen im furiosen Schlußkapitel." Tilmann Moser, Süddeutsche Zeitung

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Neuauflage dieses Ratgebers immernoch auf dem Markt!      5 von 5 Punkten
Erstaunlicher weise gibt es genau diesen Eltern-Ratgeber IMMERNOCH zu kaufen; leicht überarbeitet; Ausgabe von 1987; unter dem Titel "Die Mutter und ihr erstes Kind". Und viele Eltern erziehen immer noch danach!


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Hitler: Hitler 1889 - 1936 / Hitler 1936 - 1945 / Hitler 1889 - 1945 Registerband. Gesamtausgabe in 3 Bänden: 3 Bde - Ian KershawHitler: Hitler 1889 - 1936 / Hitler 1936 - 1945 / Hitler 1889 - 1945 Registerband. Gesamtausgabe in 3 Bänden: 3 Bde
Ian Kershaw, Jürgen Peter Krause

Taschenbuch, Mai 2002
     Verkaufsrang: 57429      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 50,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In seiner monumentalen Hitler-Biografie -- 2002 erstmals als Taschenbuchausgabe erschienen -- schildert Ian Kershaw auf mehr als 2.300 Seiten nicht nur die Lebensgeschichte des Menschen und Politikers. Sehr kundig und detailliert beantwortet er auch die Frage, inwieweit die Strukturen der damaligen Gesellschaft den Weg des Braunauers vom "Bierkelleragitator" bis zu den Schalthebeln fast uneingeschränkter Macht begünstigten. Mit seiner kenntnisreichen und intelligenten Darstellung setzte der britische NS-Experte jedenfalls Maßstäbe.

In seiner Einleitung räumt Kershaw ein, dass er ursprünglich gar keine Biografie habe schreiben wollen. Die immer intensiver werdende Beschäftigung mit den Machtstrukturen des Dritten Reiches hätte ihn jedoch immer näher hingeführt zu der Frage, welche Autorität und welche Bedeutung Hitler innerhalb dieses Systems eigentlich eingenommen habe. Eines der Ergebnisse des Buches ist insofern, dass die Ursachen für Hitlers Macht nicht nur in den Taten des Diktators liegen, sondern vor allem auch in den sozialen Verhältnissen eines Staates, der es Hitler erlaubte, alle institutionellen und moralischen Grenzen zu überschreiten.

Der Aufstieg Adolf Hitlers und sein jäher Absturz bis zum bitteren Ende im Bunkerlabyrinth unter der Berliner Reichskanzlei liest sich bei Kershaw streckenweise so spannend wie ein Krimi. Zugleich ist diese innovative Biografie des Naziführers so hervorragend recherchiert, dass sie zum Standardwerk avancierte. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Kolossalgemälde      5 von 5 Punkten
Was Ian Kershaw jetzt im Dreierpack vorlegt (Band I, Band II, Registerband), ist zwar auf der Höhe der Zeit, aber bestimmt für viele nicht ganz neu.
Das Wesentliche wurde von J.Fest bereits ausführlich vor Jahren veröffentlicht und ergänzt.
Eigentlich, wenn man sich mit diesem Thema befassen will, sollte man MEIN KAMPF lesen.
Unverständlich, daß die Originalausgabe immer noch in Deutschland zurückgehalten wird.

Es ist schon erstaunlich, welches Interesse weltweit bezüglich dieses Phänomens besteht ( wenn es denn eins ist, und nicht nur einfach deutsche Hybris! ) und wie sich dieses noch in Zukunft auswirken kann.
So ist die Gestalt von Naziadolf, um ein gängiges Schlagwort zu verwenden - betrachtet man seine Jugendbilder - durchaus bühnenreif. Chaplin hat das ja auch glänzend parodiert.
Allein die Bilder aus dem Unterstand des I.Weltkrieges !!!

Nun hat dieser durchaus tapfere Soldat, der keinerlei andere Vorbildung besaß als angelesene (!) quasi im Alleingang das Amt des deutschen Reichskanzlers erklommen ( wohlgemerkt als Österreicher! )?
Daß da Braunschweig dazwischenliegt mit der Andienung eines Amtes und er dadurch nach Berlin als Vertreter dieser Stadt geschickt werden konnte, das ist schon ein Ding für sich.

Und daß man ihm allein die Schuld an alldem andichtet, was in den 12 Jahren der Naziherrschaft angerichtet wurde, ist somit vom Tisch. Da war finanzieller, industrieller, religiöser, hysterischer, ästhetischer Schwung dahinter.

Adolf Hitler war ein Militarist reinsten Wassers. Seine Zuträger waren fähigste Mitstreiter wie Guderian, von Manstein und andere.
Auf allen Gebieten, die denkbar sind, hatte er natürlich Zuarbeiter, die nicht nur gerufen wurden.
Daß er einen Zweifrontenkrieg beinahe gewonnen hätte, bestimmt noch heute sein Bild und wird es weiter tun.
Man lacht nicht über einen Kriegshelden, der in aussichtslosem Kampf beinahe gewonnen hätte, das wäre zu gefährlich gewesen. Deswegen auch sollten wir wachsam sein und nirgends mehr Stolz auf eine "schimmernde Wehr" in uns tragen.
Jeder Weg zu einem dauerhaften Frieden ist der richtige. Ein guter Soldat verteidigt sein Land und verletzt nicht heilge Grenzen.
Alles andere ist teuer, tödlich, dumm und Hybris.

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Briefe an Hitler: Ein Volk schreibt seinem Führer. Unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven - zum ersten Mal veröffentlicht - Henrik EberleBriefe an Hitler: Ein Volk schreibt seinem Führer. Unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven - zum ersten Mal veröffentlicht
Henrik Eberle

Gebundene Ausgabe, 16. Oktober 2007
     Verkaufsrang: 22962      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Glühende Liebesbriefe waren ihm unangenehm, Widmungen von Musikstücken lehnte er ab, die Vermarktung seines Konterfeis mit Gipsbüsten duldete er ebensowenig wie eine »Hitler-Zigarette«. In der Privatkanzlei des »Führers« wurden Tausende Briefe archiviert, viele persönlich gelesen und weiterbearbeitet. Unter Staubschichten von Jahrzehnten verbargen sich in einem Moskauer Archiv die authentischen Zeugnisse deutscher Mentalität. Henrik Eberle hat sie erstmals systematisch ausgewertet und kommentiert - eine Fundgrube für Psychologen, Historiker und Pädagogen. Bittbriefe, Gebete, Treueschwüre, Appelle und Hilferufe - nicht nur aus Deutschland - bilden ein Stimmungsbarometer, das schauern lässt. Die Menschen legten sich dem Diktator zu Füßen - und wandten sich ab, als der Erfolg ihn verlässt. Adolf Hitler und sein Volk, ungehemmt und unzensiert.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Wenn das der Führer wüsste      5 von 5 Punkten
Das Buch enthält eine Sammlung von Briefen vor und aus dem Dritten Reich,
die an Adolf Hitler, zunächst Führer der NSDAP, dann Reichskanzler und
schließlich Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, gerichtet waren.
In der Parteikanzlei, später in der Reichskanzlei wurde dergleichen
geöffnet, mit dem Eingangsstempel versehen und nach Lektüre durch Adjutanten
(heute würde man von persönlichen Referenten sprechen) entschieden, ob die
Eingabe Hitler vorgelegt wurde, die Sache in irgend einen Bearbeitungsgang
geriet und der Petent eine Antwort erhielt oder auch nicht. Insofern also
herrschte bürokratische Normalität - auch in jenen Jahren. Auch inhaltlich
unterscheiden sich die Briefe in ihrem Gros nicht von heutiger Behördenpost:
Bewunderungs-, Dank-, Bitt- und Schmähbriefe, gute und schlechte Ratschläge,
das sich in Erinnerung bringen und dergleichen mehr. Übergangstexte von
Eberle erleichtern die Lektüre, ja machen sie geradezu kurzweilig. Es ist
ein Panoptikum, Kinder, Greise, Frauen, königliche Hoheiten, Parteigenossen
und der Verlierer des Ersten Weltkriegs und einstige Mitputschist Hitlers
aus dem Jahre 1923, der General der Infanterie Erich Ludendorff, sie alle
haben die Feder gespitzt. Die Briefe Ludendorffs übrigens dürften das
Ruppigste gewesen sein, was Hitler erreicht hat; hier schrieb der Ex-General
an den Ex-Gefreiten. Das alles ist eine etwas andere Sicht auf die Zeit des
Dritten Reiches. Das Konvolut stammt aus einem der Moskauer Archive, wo es
vom Herausgeber vor Kurzem ausgebuddelt wurde. Was mag da noch alles auftauchen?


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Schweigen die Täter reden die Enkel - Claudia BrunnerSchweigen die Täter reden die Enkel
Claudia Brunner, Uwe von Seltmann

Broschiert, August 2006
     Verkaufsrang: 122859      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Zwei Angehörige der "Enkel-Generation" erzählen, wie sie mit der NS-Vergangheit ihrer Vorfahren umgehen
Mit ihren ungewöhnlich persönlichen Berichten wollen die Autoren deutlich machen, das es keinen Schlussstrich unter die NS-Zeit geben darf, geschweige denn kann. Schuld ist vererbbar, aber die nachfolgenden Generationen haben dennoch unter den psychischen, moralischen und sozialen Folgen ihres Verschweigens zu leiden.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Eine Aufarbeitung mit der NS-Vergangenheit      5 von 5 Punkten
In diesem Buch berichten zwei Nachkommen von NS-Tätern über ihre Vorfahren und über ihre Gefühle diesen gegenüber.
Claudia Brunner ist die Großnichte von Alois Brunner, der an der Vernichtung von 130 000 Juden beteiligt war. Man spürt ganz deutlich die Abneigung, die Brunner ihrem Großonkel entgegenbringt, aber auch die Faszination, die er auf sie ausübt. Ihre Ausführungen geben einen deutlichen Einblick in ihre Gefühlswelt und macht ihre Wissbegier nach offenen Fragen (z.B. ist ungeklärt, ob Alois Brunner noch lebt) verständlich. Ihre Verwandtschaft mit einem offensichtlichen NS-Verbrecher belastet sie immer mehr, und obwohl ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ursprünglich aus reinem Interesse begann, werden ihre psychischen Probleme im Laufe der Zeit - je mehr sie über den Großonkel in Erfahrung bringt - immer stärker.
Im Gegensatz dazu ist die Auseinandersetzung von Uwe von Seltmann mit seinem Großvater Lothar von Seltmann zwar auch gefühlsmäßig sehr tief, jedoch schafft er es im Zuge der Aufarbeitung, den Hass auf den NS-Täter abzulegen, wahrscheinlich auch unter dem Aspekt, dass dieser von allen Personen, die ihn kannten, als „sympathisch und nett" bezeichnet wird. Seltmann erfährt erst im Zuge seiner Recherchen über die Beteiligung des Großvaters an NS-Verbrechen, jedoch wird nie geklärt, in welchem Ausmaß er wirklich aktiv daran beteiligt war.
Beiden Autoren ist gemeinsam, dass sie überfüllt von Schuldgefühlen sind, die sich aufgrund der Taten ihrer Vorfahren immer mehr verfestigen.
Das Buch macht klar, dass wir uns von der Vergangenheit nicht abkapseln dürfen, auch wenn wir nicht direkt daran beteiligt waren, dass es aber auch keinen Sinn hat, uns selbst als „Schlecht" zu empfinden, nur weil das Blut von NS-Verbrechern in uns fließt.
Wolfgang Benz geht im Nachwort noch mal intensiv auf das Schweigen und auch das Leugnen der Menschen nach 1945 über die Zeit vor 1945 ein und befasst sich mit der von den Besatzungsmächten durchgeführten Entnazifizierung.


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