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| NS-Zeit | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen Sabine Bode Taschenbuch, März 2010 Verkaufsrang: 1013 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete." (Welt am Sonntag)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
beeindruckend 5 von 5 Punkten Es geht um seltsame Erkrankungen im Alter, um Kriegserlebnisse, die oftmals erst wieder freigelegt werden müssen, um Traumata und Psychologie - gut recherchiert. Nur selten mal muss man eine Länge durchstehen, um wieder gefesselt zu werden. Noch nie hat ein Buch in mir so viel bewegt wie dieses! Es ist gut geschrieben, somit leicht lesbar und lässt mich so Vieles besser verstehen: Die eigene Erziehung (eines Nachkriegskindes), die besonders liebe Tante (Kriegskind, ebenso wie ihr sehr patenter und familiensinniger Mann), Merkwürdigkeiten der eigenen Eltern (junge Erwachsenenzeit im Krieg). - Und insbesondere jedem "Kriegskind" aus Deutschland kann ich nur zurufen: Lies das! Es wird gut tun, es wird Erkenntnis und vielleicht sogar ein Stück mehr Geborgenheit schaffen.
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Böse Orte. Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung - heute Stephan Porombka, Hilmar Schmundt Gebundene Ausgabe, 2005 Verkaufsrang: 9370 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Überall in Deutschland findet man architektonische Spuren des NS-Staats und seiner baulichen Selbstdarstellung. "Deutschland ist ein Freilichtmuseum", heißt es im Vorwort, "vollgestellt mit Ausstellungsstücken aus der Zeit des Terrors". Die Geschichte viele dieser Stätten kennen freilich längst nur noch Kundige, weil anders als bei manchem ehemaligen Nazi-Prunkbau, kaum mehr etwas zu sehen ist, das von der Vergangenheit des Ortes, seiner damaligen Nutzung und Bedeutung kündet. Bei manchen hat man an historischer Stätte Orte der Aufklärung über die Diktatur und des Gedenkens an ihre Opfer geschaffen. Böse Orte haben Stephan Porombka und Hilmar Schmidt die von ihnen herausgegebene Sammlung von Besichtigungsberichten überschrieben, die uns an Orte führen wie die Stelle über dem Führerbunker, in dem Hitler seinen Untergang erlebte (Henrik M. Broder hat hierzu einen glänzenden Aufsatz beigetragen), oder auf den Obersalzberg, zum ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände, in das Kraft-durch-Freude-Bad in Prora an der Ostsee oder in die Schorfheide nach Carinhall, wo der Waldhof Hermann Görings stand. ?"Kein anderes Land verfügt über eine derartige Fülle von zweifelhaften Denkmälern" und das Interesse an ihnen nimmt zu, was mittlerweile auch die Touristikbranche für sich zu nutzen weiß? "Unproblematisch ist das nicht", wissen die Herausgeber, und geben mit diesem Band zugleich zehn lesenswerte Antworten auf die sich aufdrängende Frage, welche Form des Gedenkens an Orten wie den oben genannten, denn angemessen sein könnte. - Hasso Greb
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Teils gut 4 von 5 Punkten Es sind in diesem Buch nicht sonderlich viele Fakten über die Orte beschrieben, allerdings kann meist durch die gute Beschreibung der Autoren die Orte gut vor dem Inneren Auge sehen. Besonders gut gelungen ist der Beitrag über das Reichsparteitagsgelände meiner Meinung nach. Da der Autor dort eine persönliche Bindung zum Ort darstellt. Und auch der Beitrag über das Olympia Station ist gut gelungen. Da es sehr interessant geschrieben ist. Allerdings finde ich den Teil über Ladoe wenige gut gelungen. Es wirkt meiner Meinung nach so als sei der Autor vom Ort "gelangweilt" oder zumindest nicht sonderlich interessiert oder naja Begeistert kann man nicht sagen, aber als würde es in nicht sonderlich interessieren. Insgemat kann man sagen für interessiert zu empfehlen .
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Ein Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand Thomas Buergenthal Broschiert, 12. August 2008 Verkaufsrang: 18608 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Glückskind'ist ein Buch, das einen umhaut: den, der noch nie ein Buch über den Holocaust gelesen hat, ebenso wie den, der sie alle gelesen hat. Überall, solange es Kinder gibt, Menschen essen müssen und leben möchten, wird man die Geschichte von Thommy, den der damals mächtigste Staat Europas umbringen wollte, verstehen und nicht mehr vergessen. (...) Indem sich'Glückskind'auf die Perspektive eines Kindes verlässt, gewinnt das Buch eine ganz besonders direkte, schlichte und ergreifende Qualität, beim Lesen spürt man aber auch die unmittelbare Energie und Lebensgier des kleinen Jungen." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 1.4.2007)
"Buergenthal schreibt die Geschichte seines ersten Lebens, seines vielfachen knappen Überlebens sachlich, aber nicht trocken auf. Er vermeidet Pathos, er klagt nicht an. Die Geschichte eines Kindes mitten in der Menschheitskatastrophe." (Süddeutsche Zeitung, 14.5.2007)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Großartig 5 von 5 Punkten Dieses Buch hat mich sehr berührt. Es ist unvorstellbar, wie es der kleine Junge geschafft hat, die Konzentrationslager zu überleben! Ein wirkliches Glückskind. Die Geschichte könnte sicher mehrere hundert Seiten füllen. Der Autor schafft es aber auf relativ kurzem Raum, seine Geschichte zu erzählen und den Leser zu berühren. Mir sind teilweise die Tränen gekommen. Ich finde auch gut, dass nicht mit dem Ende des Krieges aufgehört wird, sondern auch noch gezeigt wird, wie es nachher in Deutschland für einen Überlebenden war.
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Opa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall Taschenbuch, 18. April 2002 Verkaufsrang: 91094 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus des Fischer Taschenbuch Verlags erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Untersuchungen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der neueste Band beschäftigt sich mit den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das sich mit der Frage befasst hat, wie in deutschen Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust gesprochen wird - und welche Auffassungen, Bilder und Vorstellungen vom Dritten Reich in Gesprächen zwischen den Generationen weitergegeben werden. Man könnte annehmen, dass eine solche Untersuchung nicht viel Neues zu Tage fördert, denn die Erinnerung an die Grausamkeit der Nazi-Zeit und insbesondere an die unfassbare Tatsache der Judenvernichtung sollte sich eigentlich im Familiengedächtnis verankert haben. Doch das ist keineswegs der Fall. Die Herausgeber konnten in Gesprächen und Interviews feststellen, dass die von Generation zu Generation transportierte Sichtweise und Darstellung der Nazi-Vergangenheit von den Schilderungen und Berichten in Schulen, Gedenkstätten, Filmen und Büchern in bedenklicher Weise abweicht. In allen der 40 befragten Familien war zwar die Bereitschaft vorhanden, über "die schlimme Zeit" zu sprechen, doch oftmals wurden Familienmitglieder entweder als Opfer oder als Helden geschildert. Von Täterschaft oder Verantwortung hingegen war wenig zu hören. Verharmlosungen und das wohl bekannte "Davon haben wir nichts gewusst" tauchen oft auf. Mit zunehmender Lesedauer gewinnt man den Eindruck, dass es mit der deutschen Vergangenheitsbewältigung nicht weit her ist. Die Schlussfolgerung der Verfasser ist erschreckend: Der Holocaust kommt im deutschen Familiengedächtnis nicht vor. Angesichts dieser "vererbten" Verdrängung kann das Wiederaufleben rechtsradikaler und antisemitischer Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft auch nicht wirklich verwundern. "Opa war kein Nazi" ist ein spannendes und zugleich schockierendes Buch, das eine fast vergessene Diskussion wieder in den Mittelpunkt rückt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen eindrücklich, wie schlecht es heute - fast 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches - um die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit im intergenerationellen Dialog steht. -Christoph Reudenbach
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Erkundungen zu unserer Familien-Geschichte 5 von 5 Punkten Das zentrale Thema der deutschen Nachkriegskultur ist - spätestens seit Adorno - noch immer die 'Vergangenheitsbewältigung', oder wie es seinerzeit hieß: 'Aufarbeitung' der NS-Vergangenheit. Zu erinnern sind die zahlreichen, wohlmeinenden Versuche von Institutionen quer durch die gesamte Gesellschaft, die, wenn man Welzer glauben darf, nur partiell erfolgreich waren. Auf offizieller und öffentlicher Ebene war man in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten darum bemüht, mit diesem Kapitel deutscher Geschichte ins Reine zu kommen. Über den Erfolg scheiden sich die Geister - nicht zuletzt angesichts des Neonazismus in der Gegenwartsgesellschaft. Nun gibt es hierfür die verschiedensten sozialökonomischen und sozialpsychologischen Erklärungsmodelle. Nur eines scheint bisher außer Acht gelassen: die Tradierung der Vergangenheit in der Familie. Wie werden Geschichten über Großväter (und Großmütter) im Familienverband weitergegeben? Was wird beschönigt? Und warum? Und auf welch merkwürdige Weise wird heroisiert? Opa war kein Nazi - oder doch? Zugegeben, er war auch ein Mitläufer, der aber auch irgendwie 'gegen Hitler' war. Über die Mechanismen der Vergangenheitsbewältigung in der Familie (vornehmlich in Westdeutschland) gibt Harald Welzer und seine Forschungsgruppe (Sozialwissenschaftler und Psychologen aus Hamburg und Hannover) hier Auskunft. Die Analyse ist erarbeitet anhand von Interviews mit Zeitzeugen sowie zwei Generationen von Nachgeborenen. Das Ergebnis: ein ungemein wichtiges Buch. Und nicht zuletzt ein für jeden historisch Interessierten (vom Schüler bis zum Akademiker) lesbares Buch.
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Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus Nicholas Goodrick-Clarke Gebundene Ausgabe, 10. September 2004 Verkaufsrang: 78326 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "An der Verläßlichkeit des Historikers Goodrick-Clarke ist nicht zu zweifeln." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) "Das Standardwerk über die verschiedenen völkisch-okkulten Personen, Sekten und Organisationen, die eine Rolle in der Frühgeschichte der nationalsozialistischen Vorstellungswelt spielen." (Zeitschrift für Politikwissenschaft)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Endlich ist Schluss mit der Geschichtsverklärung 5 von 5 Punkten In den letzten Jahren geht in der Grenzwissenschafts- und Esoterikszene etwas wie die Pest um - rassistische und rechtsextreme Thesen, vertreten durch Autoren wie Jan van Helsing genießen eine große Popularität. Dabei zeigt ein bisschen Recherche schnell, dass die verrückten Behauptungen dieser Autoren nicht nur Volksverhetzend, sondern auch auf naiv-dümmliche Art und Weise falsch sind. Der Begriff Geschichtsverfälschung ist hier sicherlich angebracht. Glücklicherweise machte sich Goodrick Clarke in diesem Buch die Mühe, anhand von Originalquellen einmal der Frage nachzugehen, wieviel Einfluss Geheimbünde wie die Thulegesellschaft tatsächlich auf Hitler und Konsorten hatten. Dabei schafft er es nachzuweisen, dass Okkultismus viel weniger Hintergrund der Thulegesellschaft war, als vielmehr völkische Interessen, außerdem wird mit so manch einer Legende aufgeräumt. So kann nachgewiesen werden, dass die "Vrilgesellschaft" zum Beispiel eine Legende ist und nie existierte. Den Ursprung nahm hier der Roman "Das Geschlecht der Zukunft", eine Desutopie, in der der Autor Edward Bulwer eine Vrilkraft erfand. Diese wiederum wurde von den Theosophen um Helene Blavatzky aufgegriffen und für ihre esoterischen Lehren verwendet. Und erst in dem Buch "Aufbruch ins Dritte Jahrtausend" dann tauchte plötzlich die Behauptung einer angeblichen Vrilgesellschaft auf, die an keiner Stelle belegt wurde und seither von van Helsing und anderen Autoren der Neuen Rechten fleißig weiter verbreitet wird. Der Text selbst ist auf Informationen getrimmt. Hier steht nicht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund, sondern die Studie der Fakten. Das macht das Buch mitunter anstrengend zu lesen, doch aufgrund der minutiösen Arbeit des Autors, mit der endlich einmal mit dem ganzen Unsinn der in der Szene floriert aufgeräumt wird, hat das Buch die volle Punktzahl verdient.
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Denn du trägst meinen Namen: Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder Norbert Lebert, Stephan Lebert Taschenbuch, 1. Oktober 2002 Verkaufsrang: 103936 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch ist ebenso außergewöhnlich wie die Geschichten, die es erzählt. 1959 schilderte der Journalist Norbert Lebert, wie es den Kindern der größten Naziverbrecher 15 Jahre nach Kriegsende ging. Vierzig Jahre später führt sein Sohn Stephan diese Arbeit fort. Er möchte ergründen, was es für diese Kinder bedeutet, einen Vater zu haben, der an einem Massenmord von nie gekanntem Ausmaß beteiligt war. Welches Schicksal Menschen erleiden müssen, die nur aufgrund eines einzigen Merkmals mit der blutigen deutschen Geschichte verbunden sind: ihrem Namen. Es sind bedrückende Schicksale, die Stephan Lebert in seinen sehr emotional gehaltenen Reportagen erzählt. Dennoch fällt es mitunter schwer, Verständnis oder auch nur Mitleid zu empfinden. Denn es gibt sie eben doch, die Unverbesserlichen, die sich wie Wolf-Rüdiger Hess, Edda Göring oder Gudrun Himmler niemals von ihren Vätern distanziert haben, die sie auch heute noch leidenschaftlich vergöttern und verteidigen, und die teilweise der alten Ideologie treu geblieben sind. Andere, wie Niklas Frank, haben mit ihren Vätern gebrochen und sich für den Hass entschieden. Martin Bormann junior für die Sache Gottes. Der ehemalige Priester und pensionierte Religionslehrer hält nun Vorträge über die Gefahren des Nationalsozialismus. Im Osten benötigt er dafür Polizeischutz. Jedes der Kinder hat seinen eigenen Weg gefunden, mit der Last des Namens umzugehen. Aber sie alle können sich aus der unheilvollen Verstrickung mit dem Nationalsozialismus nicht lösen, obwohl sie eigentlich unschuldig sind. Sie leben das Leben ihrer Väter weiter. "Wissen Sie", sagt Martin Bormann resigniert, "man kann seinen Eltern nicht entkommen, wer sie auch sind". -Stephan Fingerle
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Lohneswert 5 von 5 Punkten Ich finde es sehr Lohnesnwert dieses Buch zu lesen. Es enthält viele interessant, für viele wahrscheinlich ungbekannte, Fakten über die Familien der größen Täter. Auch ich muss sagen teilweise schrieb der Vater besser als der Sohn. Allerdings finde ich beide Teile interessant geschrieben. Man erfährt Dinge die man noch nicht wusste und mit denn man auch nicht gerechnet hätte. Man erfährt wie die Familien nach Kriegsende gelebt haben und auch wie sieh zu ihren Eltern bzw. Vätern standen und die Situation erlebt haben. Meiner Meinung nach sehr Lohnenswert zu lesen.
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Der NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick Ian Kershaw Sondereinband, April 2009 Verkaufsrang: 62259 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Literatur zum Nationalsozialismus und zum Holocaust füllt ganze Bibliotheken, und selbst Fachleuten fällt es schwer, einen Überblick zu wahren. Diese unübersichtliche Situation stellt sich dank der Arbeit des britischen Sozialhistorikers und Hitler-Biographen Ian Kershaw verändert dar. Sein Buch, das nun in einer erweiterten und überarbeiteten Fassung vorliegt, ist ein Wegweiser durch das Bücherdickicht zum Ursprung und Wesen des Nationalsozialismus. Der Autor informiert über die unterschiedlichen Erklärungsmodelle, kommentiert einsichtig die großen Kontroversen und Debatten, die sie begleiten, und zeigt dabei den aktuellen Forschungsstand.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Brillantes Buch 5 von 5 Punkten Das Werk Ian Kershaws überzeugt nicht nur durch seine brillante Aufarbeitung des äußerst kontroversen Inhalts, sondern auch durch die sachliche und klare Strukturierung. Nicht nur für (angehende) Historiker, sondern auch für den Laien durchaus verständlich wird eine der wohl komplexesten Forschungskontroversen der deutschen Geschichte behandelt. Eingehend wird dabei auf verschiedene Foschungsrichtungen eingegangen und diese sehr verständlich und in präzisen Formulierungen (ein Faktum, an welchem es manchen Fachbüchern mangelt)dargelegt.
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Der Löwe unterm Hakenkreuz: Reiseführer durch die braune Topografie von Braunschweig und Umgebung
Gebundene Ausgabe, April 2010 Verkaufsrang: 106973 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Im September 1930 traten die Nationalsozialisten im Freistaat Braunschweigin eine Regierungskoalition ein. Diesen Vorsprung nutzte die NSDAP imBraunschweiger Land, um die Nazifizierung tiefgreifender und gründlichervoranzutreiben, als in anderen Ländern des Reiches. Durch den fatalenEhrgeiz des Ministers Klagges und seiner Gefolgsleute, Braunschweig zueinem Nazi-Musterland machen zu wollen, erlebte das Land eine Herrschaftdes politischen Banditentums. In Braunschweig ist die Gegenwart – fastunsichtbar
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Die Bruderschaft der Glocke: Ultrageheime Technologie des Dritten Reichs jenseits der Vorstellungskraft Joseph P. Farrell Broschiert, März 2009 Verkaufsrang: 18514 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein ausführlich recherchiertes Werk über die Dunkelwelt der Nazi-Geheimforschungen und deren Überleben nach dem Krieg. Besonderes Augenmerk legt der Autor dabei auf das Projekt "die Glocke", die als einziges Forschungsprojekt im Dritten Reich die Sicherheitsstufe "kriegsentscheidend" erhielt. Joseph Farrell spekuliert über die mögliche (Skalar-) Physik hinter diesem Projekt, den Ursprung dieser Physik und über die Frage, wohin diese Physik und deren Protagonisten nach dem Krieg verschwanden.Was hat es mit der geheimnisumwobenen Glocke auf sich? 1945 verließ ein geheimes Hightech-Waffenprojekt mit dem Decknamen die Glocke seinen unterirdischen Bunker in Niederschlesien und mit ihr Hans Kammler, Viersterne-General der SS. An Bord eines riesigen sechsmotorigen Ultralangstreckenflugzeugs vom Typ Junkers 390 verschwanden die Glocke, Kammler und sämtliche Projektunterlagen für immer von der Bildfläche. Ging dieser Flug nach Amerika oder nach Argentinien? Der Großteil der Wissenschaftler und Techniker, die an diesem Projekt gearbeitet hatten, wurden im Vorfeld von der SS kaltblütig ermordet. So verschwand eine Geheimwaffe, die laut einem deutschen Physik-Nobelpreisträger die Einstufung als kriegsentscheidend erhalten hatte eine Sicherheitseinstufung, die höher lag als alle anderen Geheimwaffen des Dritten Reichs, höher sogar als die Atombombe. Welche bahnbrechenden physikalischen Geheimnisse waren mit der Glocke verbunden? Um sie zu schützen, scheuten überlebende Nazis jedenfalls auch nach dem Krieg keine Mittel. Dr. Joseph P. Farrell, spezialisiert auf die Erforschung wenig dokumentierter Aspekte in Wissenschaft und Geschichte, enthüllt in diesem Buch eine unfassbare Reihe exotischer Technologien, die im Dritten Reich erforscht wurden. Er wirft damit ein neues, verstörendes Licht auf die gängige Sichtweise über den Ausgang des Zweiten Weltkrieges aber auch auf den Roswell-Vorfall und MAJIC-12, das mysteriöse Geheimteam der amerikanischen Regierung zur Untersuchung von UFOs.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Die Bruderschaft der Glocke 3 von 5 Punkten Wer geübt ist zwischen den Zeilen zu lesen und die amerikanisch-nazionalistische Megalomanie überlesen kann, findet hier sicherlich wertvolle und interessante Ver- knüpfungen und Hinweise über die frühen Leistungen der deutschen Wissenschaft. Im letzten Drittel des Buches geht mit dem Autor die Phantasie durch, hier versucht er zu beweisen, wie die bösen Nazis JFK ermorden ließen. Wir können uns schon auf sein nächstes Buch freuen, darin wird er über jeden Zweifel erhaben beweisen, daß die Nazis auch 9/11 verursachten. Die amerikanische Schwarz/Weiß Westernunterscheidung zwischen den bösen Nazis und den braven Alliierten inkl. Soviets ist diesem sonst interessanten Buch sehr stark abträglich.
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Massenmord und schlechtes Gewissen: Die deutsche Bevölkerung, die NS-Führung und der Holocaust Frank Bajohr, Dieter Pohl Broschiert, 3. Juli 2008 Verkaufsrang: 106418 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Die beiden renommierten NS- und Holocaust-Forscher, Vertreter der jüngeren Historikergeneration, legen mit ihrem Buch eine kompakte und auch für den historisch interessierten Laien aufschlussreiche Studie vor, ... In der ein weiter Betrachtungshorizopnt aufgerissen wird." (Deutschlandradio Kultur)
"... Ein kluger und gut lesbarer Essay aufder Höhe der Forschung" (Berliner Zeitung)
"... unbedingt lesenswert" (Frankfurter Rundschau)
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Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen Ernst Klee Broschiert, September 2005 Verkaufsrang: 30814 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen kirchenkritische Fernsehsendungen haben sich jüngst Vertreter aus den beiden deutschen Großkirchen verabredet. Anlaß sind 'besonders unangenehme' Dokumentationssendungen des Publizisten Ernst Klee, die im Hessischen Rundfunk gesendet wurden und werden. Klee legt ohne jedwede Beschönigung das Fehlverhalten der Kirchen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus bloß: Verwicklungen in Aktivitäten der Euthanasie und des Antisemitismus bis hin zu der organisierten Fluchthilfe für Nazi-Bonzen nach Lateinamerika nach Kriegsende. Die Kirchen werden mit dieser unbewältigten Vergangenheit dargestellt, was dazu führt, daß das in Jahrzehnten emsig und mühsam geglättete Geschichtsbild vom geschlossenen offiziellen Widerstand der Kirchen zerstört wird ... Spötter in höheren Kirchenrängen sprechen von einer neuen 'hoffnungsvollen' Phase, der zwischenkirchlichen Zusammenarbeit, von einem Minimalkonsens, den sie 'Reinwasch-Ökumene' nennen." (Publik-Forum. Zeitung kritischer Christen, 17.5.1991). Das Manuskript für dieses Buch war die Grundlage des Fernsehfilms "Persilscheine und falsche Pässe".
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
unheimliche Details 5 von 5 Punkten Ein sehr gutes und sehr empfehlenswertes Buch, Das Buch enthüllt wie sich die zwei Hauptkirchen in Deutschland für Kriegsverbrecher des Dritten Reiches einsetzen aus Angst vor den roten Heiden". Die Enthüllungen die der Autor ans Tageslicht bringt sind schon sehr erschreckend genauso wie einige Karieren die von vermut. Kriegsverbrechern. Nach ihrer Haft. Genauso werden die Fluchtwege und Fluchtnetzwerke nach Südamerika etwas beleuchtet. Mich hat das Buch sehr gefesselt und ich muss dem Autor für seine guten und sachlichen Recherchen ein großes lob aussprechen
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Vom König zum Führer: Deutscher Adel und Nationalsozialismus Stephan Malinowski Broschiert, 20. Juli 2004 Verkaufsrang: 62404 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Noch nie ist das Scheitern des deutschen Konservativismus in Kaiserreich, Weimarer Republik und "Drittem Reich" so quellennah und so scharfsinnig dargestellt worden wie hier." (Heinrich August Winkler in der Zeit)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Stephan Malinowski: vom König zum Führer 5 von 5 Punkten Sehr interessantes Buch. Sehr gut geschrieben. Enthält viele wichtige Informationen über den Adel zwischen Kaiserreich und drittem Reich. Der Autor schreibt über ein Gebiet, welches bis dato noch relativ unerforscht war. Die Quellenangaben und Fussnoten enthalten ebenfalls sehr interessante Informationen. Ein Buch, welches jedem zu empfehlen ist, der mehr wissen möchte über die Ursachen des dritten Reiches und der sich nicht mit den gewöhnlichen Informationen abspeisen lassen will.
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Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945 Ernst Klee Broschiert, 20. Oktober 2005 Verkaufsrang: 70391 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Buchnotiz zu : Die Zeit, 23.10.2003 Willi Jasper ist mit Ernst Klees "Personallexikon zum Dritten Reich" im großen und ganzen zufrieden. Mit Respekt vor der "enormen Fleißarbeit" des Autors sieht er über die wenigen Schwachstellen und Lücken hinweg, möchte mit seinen Anmerkungen die "Gesamtleistung des Autors nicht schmälern". In Systematik und Begrifflichkeit werde nicht ausreichend eingeführt, bemängelt der Rezensent, einzelne Personengruppen werden zu stark (Mediziner), andere zu wenig (Geisteswissenschaftler) berücksichtigt, Querverweise fehlen. Nichts desto trotz liefere Klee eine "erschreckendes Gesamtbild", gelingt es ihm doch mit den 4300 Kurzbiografien manch unliebsame These zu bekräftigen. So wird bald offensichtlich, dass der "mörderische Antisemitismus" seinen Ursprung nicht in erster Linie innerhalb der "benachteiligten Volksschichten" habe, wie Jasper erörtert, sondern in der "Mitte der Gesellschaft". © Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 19.09.2003 Einiges werde hier endlich "zurechtgerückt", "ergänzt" und richtiggestellt, lobt Rudolf Walther. Das Projekt von Ernst Klee, ein Personenlexikon mit 4.300 Kurzbiografien zum Dritten Reich zu erstellen, sei also bis auf kleine, verzeihbare Mängel vorzüglich gelungen. Bei Stichprobenvergleichen mit dem Herder-Lexikon von 1937 und verschiedenen Brockhaus-Ausgaben stellten sich im Vergleich zu Klees Arbeit erstaunliche Lücken heraus: so werde in den anderen Lexika zum Beispiel bei manchen Wissenschaftlern deren "braune" Forschungsarbeit vor 1945 komplett ausgeklammert (Paul Althaus), oder Kriegsverberbrechen überhaupt nicht erwähnt (Theodor Oberländer). Der entscheidende Vorteil von Klees Herangehensweise läge also vor allem in der Zeitspanne, die er genauestens beachte: die Karrieren werden laut Walther sowohl während als auch nach der Nazi-Zeit verfolgt. Außerdem lobt er den übersichtlichen Aufbau, das ausführliche Register und die ausführlichen Quellenangaben. Zudem sei es auch noch "unübertroffen vollständig" resümiert Walther angetan. Sein Urteil: "Von außerordentlichem Nutzen"! © Perlentaucher Medien GmbH
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Fleißarbeit 4 von 5 Punkten Über die Auswahl der hier im Lexikon beschriebenen Personen und über die Qualität der Lebensläufe kann man wirklich streiten. Sucht man nach Einträgen, die für sich allein kaum einen Sinn ergeben, wird man schnell fündig. Aber mindert das den Nutzwert dieses Buches? Hier ist es der Untertitel, der für Klarheit sorgt. Intention von Klee war es offenbar, hier aufzuzeigen, welche persönlichen Kontinuitäten zwischen dem Dritten Reich und dem Nachkriegsdeutschland gegeben hat. Im Ergebnis sind deshalb hier vor allem Mitglieder der mittleren Führungsebene des Dritten Reiches vertreten. Aber genau damit füllt Klee eine Lücke. Die Prominenz nämlich, die wird bei Guido Knopp doch schon bis zum Erbrechen abgehandelt. Wer dieses Regime aber wirklich am Funktionieren gehalten hat, das sind aber oft genug die, die dann nach 1945 eben doch als Mitläufer eingestuft wurden. Und dann im Nachkriegsdeutschland wieder schnell zu Ruhm und Ehren kamen. Ärzte und Juristen, das waren die zwei Berufsgruppen, die sich über die Katastrophen der deutschen Geschichte offenbar am besten retten konnten. Liest man das Buch mit seinen 4.300 Einträgen einfach mal quer, erhält man einen guten Eindruck, wie sich Eliten sich nach dem verlorenen Krieg schnell wieder fanden. Auch die Diskrepanz zwischen den durch Urteil verlangten Haftstrafen und der tatsächlichen Haftdauer überrascht in vielen Lebensläufen. Als Täter war man offenbar 1953 in der Regel schon wieder frei. Als Opfer war man 1953 in der Regel schon fast ein Jahrzehnt tot. Es stimmte halt etwas nicht, nach dem Krieg, im Deutschland des beginnenden Wirtschaftswunders. Wenn man das Buch kritisieren kann, dann sicherlich nicht aufgrund einzelner Fehler in der Masse von 4.300 Lebensläufen. Ich hätte mir eher gewünscht, dass mehr einzelne Lebensläufe exemplarisch herausgehoben und näher beschrieben worden wären. Dadurch wäre das Bild einer deutschen Elite, die Schreckliches angerichtet hat, noch genauer, verständlicher und für die Zukunft warnender geraten. Denn auch heute haben wir genug Karrieristen, die durchaus bereit sind, auch schlechte Weisungen gut und professionell umzusetzen, wenn es denn nur dem eigenem Erfolg dient. Und diese Freiheit von humanistischen Werten ist genau das, was den Verbrechern an der Spitze dann den Erfolg erst ermöglicht. Für mich ist das ein wertvolles Buch, dessen Lektüre ich hier empfehlen möchte.
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Die Massenpsychologie des Faschismus Wilhelm Reich Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 102094 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In dieser vorliegenden Ausgabe der "Massenpsychologie", die Reich 1942 in den USA abschloß, sieht er in ihr den Faschismus nicht mehr auf einzelne Staaten beschränkt, sondern erkennt ihn als Gefahr der modernen Massengesellschaft überhaupt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Analyse der autoriären Familienstruktur in der Massenpsychologie des Faschismus, 5 von 5 Punkten Das Wort Masse hat alles andere als einen guten Klang. Man verbindet damit die Vorstellung von etwas Primitivem, Rohem und Gewalttätigen, etwas das man fernhalten möchte. In der abschätzigen Meinung über die Masse steckt eine umfangreiche Erfahrung, denn wo Menschen Massen bilden, ereignet sich selten etwas Erfreuliches, dafür scheinen jedoch Kritikfähigkeit, Verantwortungsgefühl und der Sinn für das Maß weitgehend suspendiert. Freud vergleicht die Masse mit einer "Unhorde", Jung präzisiert genauer:"Eine große Gesellschaft, aus lauter vortrefflichen Menschen zusammengesetzt, gleicht an Moralität und Intelligenz einem großen, dummen und gewalttätigen Tier" und Kurt Tucholsky beginnt eines seiner Gedichte mit folgenden Worten:"O hochverehrtes Publikum, sag mal: bist du wirklich so dumm.?" Das Umgekehrte jedoch gilt nicht. Man kann keineswegs sagen, dass die einzelnen Menschen, die eine Masse bilden, für sich betrachtet roh, dumm und primitiv sein müssten. Sie scheinen es offenbar erst dann zu werden, wenn sie in die Masse hineinstrudeln. Die grundsätzliche Fähigkeit, Masse zu werden, kann man praktisch unterstellen. Die Enstehung einer Masse ist stets gebunden an eine besondere geschichtliche Situation. Es gibt geschichtliche Merkmale, die sehr suggestiv wirken und eine große praktische Bedeutung erlangen. Sie treten zutage als Ideen oder Ideale oder Leitmotive der Masse. Sie schaffen das magische Kraftfeld, obschon die Zeitsignaturen weder die obersten noch die hervorstechensten Merkmale der Epoche zu sein brauchen. Allerdings entstehen durch die Zeitsignaturen jene Gebilde, die sich im Bewusstsein einer Epoche ausweiten und zu säkulären Anliegen zu werden drohen. Am eindrucksvollsten kann man das an der Entstehung inhumaner Gesellschaftsysteme verfolgen, so wie der Psychanalytiker Wilhelm Reich es tat. Wie konnte man in Deutschland glauben, ein Volksgemeinschaft zu verwirklichen durch ein Herrschaftssystem, das das Recht, das Fundament jeder Gemeinschaft mit Füßen zu trat und sich unterfing jenes Volk auszurotten, das die stärkste Gemeinsschaft war und ist, die es je als Volk gegeben hat, die Juden? Reich analysiert die autoriäre Familienstruktur in der Massenpsychologie des Faschismus, fokussiert dabei die Massenpsychologie des Kleinbürgertums, die Familienbindung und nationalistisches Empfinden, aber auch das nationalistische Selbstgefühl, bei dem der Führer immer recht hat und die Masse ihm auch dort folgt, wo er faktisch Unrecht hat oder Unrecht tut. Reich verdeutlicht den Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie, nachdem er sich nachhaltig mit Rassentheorie und der Symbolik des Hakenkreuzes auseinandergesetzt hat und erklärt wie sich ganz allmählich die Sexualängste in mystisches Denken verschoben haben, das durch vier Phasen gekennzeichnet ist, die Reich sehr gut erklärt und die letztlich in eine Abhängigkeit führen, die schließlich im bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Führer dokumentiert wird. Ein Lesemuss für alle, die sich mit Massenpsychologie intellektuell befassen.
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Hitlers Volksstaat Götz Aly Broschiert, 20. Juli 2006 Verkaufsrang: 29616 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres! Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg - vom Ende freilich abgesehen - besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert - auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken - gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht. Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! - Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Missverstandene Geschichtsstunde 5 von 5 Punkten Ich beziehe mich auf die durchgesehene und erweiterte Ausgabe von 2006. Götz Alys Buch gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten der neuesten Geschichtsforschung, verschiebt es doch den Focus von der sicher vorhandenen "Verblendung" der deutschen Bevölkerung in Nazideutschland (wohlgemerkt nicht Hitlers Verlendung)auf das dunkle Kapitel des Nutznießertums weiter Bevölkerungsgruppen auf Kosten der Minderheiten und später der besetzten, ausgeplünderten Länder. Aly vorzuwerfen, dass sein Buch populärwissenschaftlich sei, halte ich bei der Fülle von neuen Fakten falsch (Man beachte den gut gefüllten Anhang). Als Fazit bleibt: Ein gut lesbares, unbequemes Buch!
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Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg Ralph Giordano Taschenbuch, August 2000 Verkaufsrang: 149753 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Plan von der deutschen Weltherrschaft "Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen, und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen Rasse über die ganze Welt ausübt." Dieser Satz Hitlers aus dem Jahre 1930 zeugt nicht nur von Größenwahn und Fantasterei. Er war Programm. Und auch das nicht nur. Denn in den Parteiämtern und Behörden des "Dritten Reichs" arbeiteten wenig später intelligente und willfährige Köpfe an der Ausfüllung dieses Programms, an detaillierten Plänen für die Zeit nach dem Endsieg. Wie Deutschland, wie Westeuropa, wie die Welt nach dem gewonnenen Krieg aussehen würde, das war beschrieben in zahlreichen Denkschriften, Direktiven, Verordnungen, die nur darauf warteten, aus der Schublade gezogen zu werden... Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren und arbeitet als Journalist, Fernsehdokumentarist und Schriftsteller. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Israel, um Himmels willen, Israel" (1991), "Wird Deutschland wieder gefährlich?" (1993), "Ostpreußen ade" (1994) und "Mein irisches Tagebuch" (1996). Für seine publizistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Entlarvung von Hitlers Größenwahn 5 von 5 Punkten Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so schlechte Kritiken bekommen hat. Ich kenne keines, das besser den Größenwahn Hitlers und seiner Gefolgsleute in seinen Weltherrschaftsplänen und Architektur-Vorhaben sichtbar macht - und wie weit er auf dem Weg zu deren Verwirklichung schon war. Außerdem arbeitet Giordano sehr gut heraus, daß und warum so viele Deutsche sich mit diesen grandiosen Visionen von deutscher Weltbeherrschung identifizieren konnten - obwohl das alles ja nicht einmal im Ansatz zu finanzieren gewesen wäre - nicht einmal durch Einsatz von Zwangsarbeitern (der ja in genügenden Ausmaß bereits erfolgte). Ich kann jedem, der sich ein Bild von der Realität des Dritten Reichs ein klares Bild machen möchte und vor den durch das Ende der Nazi-Herrschaft gestoppten Nachkriegs-Plänen Hitlers dieses Buch nur dringend empfehlen. (In romanhafter Form hat Robert Harris in "Vaterland" durchgespielt, was Hitlers "Erfolg" bedeutet hätte!)
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Gefährliche Lieder
Broschiert, 7. Juli 2010 Verkaufsrang: 125045 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es hat einige Jahrzehnte gedauert, bis die Öffentlichkeit reif für die Erkenntnis war, dass es nicht nur eine Handvoll Offiziere und Intellektuelle gab, die sich gegen die Nazi-Barbarei aufgelehnt hat, sondern insbesondere einige tausend ganz normale Jugendliche allein im Rheinland. Gerade noch früh genug, um mit den heute über achtzigjährigen Zeitzeugen eine faszinierende, mutige Jugendbewegung zu dokumentieren. Im Mittelpunkt steht, damals wie heute, der gemeinsame Liederschatz, hier mit Noten, Kommentaren und eindrucksvollen Fotografien zusammengestellt. Auf der beiliegenden CD stimmen Zeitzeugen noch einmal ihre Lieblingslieder an.
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Hitler: 1889-1945 Ian Kershaw Broschiert, 3. August 2009 Verkaufsrang: 37347 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Kershaws Biographie ist ein Produkt profunder Gelehrsamkeit, ein Kompendium des Wissens nicht nur über Hitler, sondern über den Nationalsozialismus und den Führerstaat." (Die Zeit )
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Gekürztes, leider nicht aktualisiertes Großwerk 4 von 5 Punkten Ich möchte auf eine inhaltliche Kritik des Werks verzichten. Kershaw ist eine unbestrittene Koryphäe der NS-Forschung, seine Hitlerbiographie wird allgemein als eine ungeheure Forschungsleistung gewürdigt und gilt vielen Historikern unter den großen Deutungen Hitlers (v.a. Alan Bullock, Joachim Fest, Ian Kershaw) als die bedeutsamste und analytisch schärfste. Detaillierte wissenschaftliche Besprechungen der Bücher Kershaws können bei Interesse über das Rezensionsportal clio-online.de recherchiert werden. Auch wurden auf Amazon bereits einige Besprechungen zu Kershaws Hitlerbiographie verfasst, in denen sich Interessenten über inhaltliche Schwerpunkte informieren können. Stattdessen sollen hier nur die wichtigsten Informationen zu dieser gekürzten Neuausgabe gegeben werden, mit der Absicht, Interessenten damit die Kaufentscheidung zu erleichtern: Wurde die Darstellung inhaltlich aktualisiert? Kershaw hat sein Werk nur gekürzt, nicht aber überarbeitet. Im Vorwort stellt er klar, alle Deutungen und Thesen der Originalausgabe unverändert beibehalten zu haben. Die Notwendigkeit einer Überarbeitung bestehe nicht, jedenfalls nicht dringend. Neue Forschungsergebnisse zu Hitler und NS-Staat aus den letzten zehn Jahren wurden von Kershaw also ausdrücklich nicht in die Darstellung mit eingearbeitet. Was wurde gekürzt? Kershaw hat für diese Ausgabe vor allem den kompletten wissenschaftlichen Apparat (Fußnoten & Quellen- sowie Literaturverzeichnis) gestrichen. Außerdem viele Zitate, denen in erster Linie illustrativer Charakter zukommt. Weiterhin zahlreiche Exkurse zum politischen, sozialen und kulturellen Kontext des Lebensweges seines Protagonisten. Soll heißen: Die Darstellung fokussiert sich noch stärker auf Hitler als Person und geht weniger stark auf dessen Umgebung ein. Gerade die Streichung des kompletten wissenschaftlichen Apparates und die Zurückstellung "struktureller" Faktoren gegenüber der Persönlichkeit Hitlers, lässt es ratsam erscheinen, im wissenschaftlichen Umfeld weiterhin die zweibändige Originalausgabe zu benutzen. Auch Studenten sollten in ihren wissenschaftlichen Arbeiten die Originalausgabe heranziehen. Wer jedoch auf einen stärker personenzentrierten Zugriff Wert legt, weiterführende Kommentare (etwa zu Forschungskontroversen) durch Fußnoten nicht vermisst und sich vor allem zur persönlichen Weiterbildung mit der Person Hitlers auseinandersetzen will, kann getrost zu dieser Ausgabe greifen. Zumal bei diesem vergleichsweise attraktiven Preis. |
»Grüße und Küsse an alle«: Die Geschichte der Familie von Anne Frank Mirjam Pressler Gebundene Ausgabe, 5. Oktober 2009 Verkaufsrang: 144834 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ur-Ur-Großvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen; doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen; ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollte. Der letzte noch lebende Verwandte Anne Franks, ihr Cousin Buddy Elias, wurde schließlich berühmt als Eiskunstläufer und Schauspieler. Wie durch ein Wunder haben zahllose Briefe, Dokumente und Fotos der Familie auf dem Dachboden des Hauses der Familie in der Baseler Herbstgasse überlebt und wurden dort vor einiger Zeit entdeckt ein Sensationsfund. Die wunderbare Erzählerin Mirjam Pressler hat daraus die so einzigartige wie exemplarische Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank zusammengefügt, die sich liest wie ein großer schicksalhafter Familienroman.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Schmerzhafter Eindruck davon, welche Lebenswelten, welche Kultur und Tradition durch den Holocaust vernichtet worden ist 5 von 5 Punkten
Ihr Buch "Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anne Frank" ist eines der besten Bücher über Anne Frank auf dem Markt. Zahlreiche weitere Bücher, die sich literarisch mit Anne Frank beschäftigen, hat sie aus verschiedenen Sprachen übersetzt und kann so als ausgewiesene Kennerin der Geschichte dieser durch ihre Tagebücher bekannt gewordenen jungen jüdischen Frau gelten. Die Rede ist von Mirjam Pressler, einer außergewöhnlich produktiven Schriftstellerin und Übersetzerin, die nun im S. Fischer Verlag eine über 400 Seiten umfassende Geschichte der Familie von Anne Frank vorlegt. Das Buch ist entstanden unter der Mitarbeit von Gerti Elias, der Ehefrau jenes Buddy Elias, eines Cousins von Anne Frank. Auf dem Dachboden seines Basler Hauses wurde eine Sammlung von Tausenden von Briefen, Dokumenten und Fotos gefunden, die für die Rekonstruktion der Familiengeschichte von Anne Frank von höchst wichtiger Bedeutung sind. Beide Autorinnen haben diese Quellen gesichtet und ausgewertet und zu einem beeindruckenden Buch verarbeitet. Ein Buch, das nicht nur eine einzelne Familiengeschichte erzählt, sondern auch die jüdische Welt des 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts bis zum Holocaust wieder auferstehen lässt. Mirjam Pressler versteht es mit ihrer außergewöhnlichen und fesselnden Erzählkunst, die so viele ihrer Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen auszeichnet, auch hier, aus dem Sensationsfund von Basel und seinen einzelnen Fundstücken eine Familiengeschichte zu schreiben - die exemplarische Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank. Das reich bebilderte Buch ( viele Bilder stammen aus dem jüngsten Fund in Basel) liest sich wie ein großer schicksalhafter Familienroman, mit dem einen Unterschied, dass dieses Geschichte nicht ausgedacht ist, sondern wirklich so geschah. Auch beim Lesen dieses Buches hatte der Rezensent einen schmerzhaften Eindruck davon, welche Lebenswelten, welche Kultur und Tradition durch den Holocaust vernichtet worden ist. Diese Geschichte sollte Mahnung und Ansporn sein, allen gegenwärtigen Antisemitismen bei uns und in vielen anderen Ländern der Welt (insbesondere im islamischen Raum) mutig entgegenzutreten.
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Euthanasie im NS-Staat: Die Vernichtung lebensunwerten Lebens Ernst Klee Taschenbuch, 1. Juni 1985 Verkaufsrang: 43101 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jede Gesellschaft hat kranke oder behinderte Mitbürger. Menschen, auf die man besonders eingehen muss, die der Hilfestellung bedürfen. In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch wurden solche Personen schlicht und Menschen verachtend als "lebensunwert" deklariert, da sie für die NS-Welt keinen produktiven Beitrag darstellten. Die widerwärtige Konsequenz solchen Denkens war die Euthanasie. Diese Tötung behinderter, kranker oder alter Personen (sowie angeblich "Arbeitsscheuer") ist eines der abstoßendsten Kapitel des Nationalsozialismus, wurde hier doch in vermeintlichen Heilanstalten und unter Mitarbeit der Ärzte und Schwestern Massenmord an denen begangen, um die man sich hätte kümmern sollen. Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch weil so viele vom medizinischen Personal später unbehelligt weiterarbeiteten, wurde nach 1945 das Thema Euthanasie im NS-Staat eher unter den Tisch gekehrt. Ernst Klees Buch, das man ohne jedes Zögern ein Basiswerk hierzu nennen kann, wirkt dadurch oftmals wie ein Schock. Was der Autor darin an Erkenntnissen über diese Praxis der Massentötung im NS-Regime zusammengetragen und analysiert hat, ist in der Kombination von Gesamtübersicht und Detailinformationen nicht zu überbieten. Ein Exkurs über die generelle Geschichte der Euthanasie führt zu den propagandistischen und juristischen Vorbereitungen im NS-Regime (die Verabschiedung entsprechender Gesetze begann bereits 1933). Dem Aufbau einer Euthanasieorganisation folgten dann im Spätjahr 1939 die ersten Tötungen. Klee beschreibt anhand von Originalunterlagen und Augenzeugenberichten Täter und Opfer, Organisation, Methoden und Orte dieser Verbrechen. Und er belegt, dass auch nach Hitlers offiziellem Euthanasie-Stopp 1941 das Morden weiterging. Ein aufrüttelndes Buch darüber, wie kaltblütig man im Hitler-Reich mit Menschen umging, die man in nationalsozialistischer Dumpfheit als "lebensunwert" titulierte - ein Begriff, der einen erschauern lassen sollte. -Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ungesehen, unerhört, Mahnung, die keiner haben will 5 von 5 Punkten Klees Report - Trilogie ist ein Muß für die Geschichtsaufarbeitung. In iener nüchternen Art wird ein Mordkapitel dargestellt, bei dem Deutschalnd schuldig wurde, durch Wegsehen, durch Ignorieren durch Entwerten. Die Schuld reichte lange nach dem zweiten Weltkrieg hinein, noch heute sind Massenmörder unter uns udn viele konnten in einem "Rechtsstaat" unbehelligt untertauchen. Dies ist nicht nur ein Kapitel für Ärzte sondern auch für Juristen, die ihre Geschichte weiter bearbeiten wollen.
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