|
| NS-Zeit | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Eine Erdbeere für Hitler: Deutschland unterm Hakenkreuz
Broschiert, November 2006 Verkaufsrang: 112226 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Dieses Buch erzählt vom Aufstieg und vom Ende des Nationalsozialismus, vom Krieg und vom Alltag, von der Verfolgung und der Vernichtung von Menschen, vom Widerstand und von dem Jahr der Befreiung, als das "Dritte Reich" endlich besiegt war. Diese Zeit ist Geschichte. Aber sie ist auch voller Geschichten, aus denen man lernen kann. Von Menschen, die mitmachten, von Menschen, die verfolgt wurden und von den Wenigen, die ihr Leben riskierten, um anderen zu helfen: von der Gruppe "Onkel Emil", die jüdischen Mitbürgern überleben half; von Annedore, einem begeisterten "Jungmädel", die erst durch einen russischen Zwangsarbeiter lernte, was Mitleid heißt; von Hanna, einem Mädchen aus Leipzig, das ins Konzentrationslager verschleppt wurde; von drei jungen belgischen Widerstandskämpfern, die einen Todeszug nach Auschwitz stoppten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Deutschland unterm Hakenkreuz 5 von 5 Punkten Eine sehr gut gemachte Produktion zur Geschichte Deutschlands zwischen 1933 und 1945 - mit dem Titel EINE ERDBEERE FÜR HITLER von Carola Stern und Ingke Brodersen (Hg.) hat ein Titel zur Jugendbildung im Hörbuchbereich Eingang gefunden, was lange schon überfällig war. Zu interessant ist das Thema und die vielfältigen Einflüsse sind zumeist unbekannt. Hier in dieser Produktion wird systematisch jeder Einfluss von Jahr zu Jahr klar und deutlich geschildert - dies ist ein Versuch der Erklärung, warum so viele Menschen Hitler folgten.
Die im Vorfeld getätigten Weichenstellungen von 1923 bis 1932 stellten die Lichter auf Grün zur Übernahme 1933 - die CDs stellen in vielen Unterpunkten alle Einflüsse und Beweggründe dar, welche dann im 3. Reich kumulierte.
Die CDs sind etwas textlastig, die Sprache sachlich, doch die dargestellten Themen interessant und faszinierend in ihrer komprimierten Darstellung - schließlich wird hier der Stoff eines ganzen Schuljahres innerhalb von guten 8 Stunden abgehandelt.
Hitlers Aufstieg, Querulanten, Abspaltungen, positive wie auch negative Kräfte werden eingängig und informativ dargestellt.
Themen wie der Führerstaat und die Entstehung einer Diktatur zeigen die Macht auf, welche immer stärker auf Hitler gebündelt wurde. Auch die Probleme der NSDAP und die Schwäche einiger Mitglieder werden angesprochen und gut geschildert.
Auch das Thema NSDAP und der Alltag der Bevölkerung, zeigt auf wie einfach es für die Regierung war, sich in die zentralsten Punkte familiären Lebens einzuschalten. Themen wie Soldat und Tod zeigen zudem, die Entmenschlichung des Prozesses der systematischen Tötung.
Doch auch das Thema Widerstand kommt umfassend zur Sprache, ebenso wie das Jahr 1945 umfassend dargestellt und beleuchtet wird.
Was das Hörbuch so interessant macht, ist die Tatsache des umfassenden und totalen Erfolgs dieser Idee, welche um Adolf Hitler und die NSDAP entstand. Adolf Hitler und die NSDAP wird immer mehr zu einem Mythos, einer Ikone des unbedingten Erfolgwillens und dem Drang zur Macht.
Ein Hörbuch der besonderen Art, ein weiteres geschichtliches Dokument, wenn auch ohne die geliebte Erdbeere, welche Hitler gewidmet war.
Sehr empfehlenswert!
Ein sehr kluges Buch 5 von 5 Punkten Dieses Buch gehört absolut in die 5-Sterne-Kategorie, denn... * es erklärt die Entstehung des sog. 3. Reiches sachlich und gut verständlich, * berichtet vom Alltag unter NSDAP-Herrschaft * und natürlich vom Holocaust in eindrücklicher Weise * wichtige Bezeichnungen und Vorgänge werden zusätzlich erklärt. So ist dieses Buch nicht nur für Jugendliche sondern auch für interessierte Erwachsene eine Neuentdeckung in diesem Jahr! |
Jasenovac, das jugoslawische Auschwitz und der Vatikan Vladimir Dedijer Broschiert, Januar 2001 Verkaufsrang: 105389 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Umfassendes Dokumentationsmaterial über eines der unebkanntesten Massenverbrechen während des Zweiten Weltkrieges: die Ausrottung von 800.000 orthodoxen Serben, Juden, Sinti und Roma im 'Reich Gottes', Ustascha-Kroatien, durch Handlanger der katholischen Kirche. Dieses Buch belegt die historische Wahrheit über die Verbrechen des Klerus und der vatikanischen Hierarchie bis hinauf zu Pius XII. und entlarvt gerade in jüngster Zeit wieder aktuelle Geschichtslügen. Damit bietet es auch einen Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Ereignisse in Jugoslawien.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Sehr gut 5 von 5 Punkten Das einzige Buch seiner Art.
Aufpassen, dieses Buch ist kein typisches Propaganda-Machwerk, sondern beinhaltet Dokumente mit Listen, und ist voll von Beweisen.
Jeder der sich mit diesem Thema konfrontieren will kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Dieses Werk ist dazu gemacht worden den einen oder anderen Nationalisten zu demaskieren oder ihn gar zu bekehren.
Jeder der das abstreitet, hat keinen Sinn für Realität, aber solche Leute werden sich ohnenhin dieses Buch nicht kaufen, denn sie streiten von Anfang an jede Beteiligung ab.
Die Wahrheit schmerzt.
Ich gebe eine klare Kaufempfehlung ab !
Weitere Lesermeinungen |
Die SS: Elite unter dem Totenkopf. 30 Lebensläufe
Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 47978 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Ein wichtiges und zugleich populär geschriebenes Werk zum Verständnis des Nationalsozialismus.« Schwäbische Zeitung »Die Biographien lesen sich spannend. Nicht nur für Fachleute, auch für interessierte Laien eine Bereicherung ihres Wissenstandes.« Archiv für Polizeigeschichte »Ein Buch wider das Vergessen. « Augsburger Allgemeine
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein hochkarätiges Sachbuch 5 von 5 Punkten 29 Autoren aus 8 Nationen beschreiben 30 Kurzbiographien prominenter SS- Angehöriger. Damit ist klar, dass es sich nicht um ein stilistisch homogenes Werk handelt, das sich flüssig und leicht lesen lässt. Das ist aber auch gar nicht Ziel dieses Sachbuches, das durchaus wissenschaftlichen Anspruch in allgemeinverständlicher Form erhebt. Die dargestellten Kurzbiographien lassen erkennen, wie unterschiedlich die Charaktere dieser Personen und ihre Verstrickung in Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes des dritten Reiches waren und wie wenig dämonische oder sadistische Veranlagung als Erklärung dafür taugen. Auch wie wenig monolithisch diese Organisation eigentlich war, lässt sich unschwer beispielsweise aus dem Vergleich der Biographien von Wilhelm Bittrich und Theodor Eicke erkennen, die beide kommandierende Generäle der Waffen-SS waren. Es kann als Verdienst dieses Sachbuches angesehen werden, dass solche Differenzierungen innerhalb der juristisch als verbrecherische Organisation charakterisierten SS offenkundig werden. Über agierende Individuen lässt sich dem bis heute mit vielen Mythen umgebenen Phänomen SS sicher eher beikommen als über ein vorgefaßtes Verdikt. Nach der Lektüre verspürt man Bedürfnis nach mehr Wissen über die beschriebenen und auch über hier nicht erwähnte Protagonisten einer den deutschen Nationalsozialismus wesentlich prägenden Organisation. Ein besseres Kompliment an ein solches Buch lässt sich kaum finden.
Weitere Lesermeinungen |
Lexikon Nationalsozialismus. Begriffe, Organisationen und Institutionen.: Begriffe, Organisationen und Institutionen Hilde Kammer; Elisabet Bartsch; Manon Eppenstein-Baukhage Broschiert, 1. September 1999 Verkaufsrang: 188584 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer immer sich mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft beschäftigt, stößt auf Begriffe und Schlagwörter, die heute nicht ohne weiteres verständlich sind. Dieses Lexikon erklärt nicht allein die Grundbegriffe der nationalsozialistischen Ideologie, sondern erläutert auch Namen und Funktionen der zahlreichen Einrichtungen und Organisationen des "Dritten Reichs". Zugleich erleichtern Hinweise auf Dokumente der Zeitgeschichte die gründliche Auseinandersetzung mit Geschichte und Bedeutung des Nationsalsozialismus.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Unverzichtbar! 5 von 5 Punkten Wer sich genauer mit der NS-Geschichte auseinander setzt, wird früher oder später vielen Begriffen begnen, die einem entweder gar nichts sagen oder nur vage bekannt sind. Die Stärke dieses Buches liegt eben darin, viele Schlüsselbegriffe des Nationalsozialismus zu erklären. Zu finden sind so bekannte Begriffe wie "Münchener Abkommen", "Reichskristallnacht", "Blutschutzgesetz" neben "Ferntrauung", "Glaube und Schönheit" usw.
Einige wenige Karten und Tabellen ergänzen die Texte.
Das tolle an diesem Lexikon ist, dass man nicht nur Begriffe nachschlagen wird, die einem in irgend einem Zusammenhang begnet sind, sondern man kriegt auch Lust, zu schmöckern und weitere Facetten des Nationalsozialismus zu entdecken, die man vorher gar nicht gekannt hat.
Für alle, die sich berufshalber mit dem Dritten Reich auseinander setzen müssen, wird dieses Buch zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk. Aber es ist auch für jeden Interessierten vorbehaltlos zu empfehlen.
Ein gut geschriebenes, umfassendes Werk 5 von 5 Punkten Das Buch behandelt sehr viele Definitionen aus der NS-Zeit. Die Definitionen sind gut geschrieben und sehr informativ. Eines der besten Nachschlagewerke, das es gibt. |
Briefe an Hitler: Ein Volk schreibt seinem Führer. Unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven - zum ersten Mal veröffentlicht Henrik Eberle Gebundene Ausgabe, 16. Oktober 2007 Verkaufsrang: 17384 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Glühende Liebesbriefe waren ihm unangenehm, Widmungen von Musikstücken lehnte er ab, die Vermarktung seines Konterfeis mit Gipsbüsten duldete er ebensowenig wie eine »Hitler-Zigarette«. In der Privatkanzlei des »Führers« wurden Tausende Briefe archiviert, viele persönlich gelesen und weiterbearbeitet. Unter Staubschichten von Jahrzehnten verbargen sich in einem Moskauer Archiv die authentischen Zeugnisse deutscher Mentalität. Henrik Eberle hat sie erstmals systematisch ausgewertet und kommentiert - eine Fundgrube für Psychologen, Historiker und Pädagogen. Bittbriefe, Gebete, Treueschwüre, Appelle und Hilferufe - nicht nur aus Deutschland - bilden ein Stimmungsbarometer, das schauern lässt. Die Menschen legten sich dem Diktator zu Füßen - und wandten sich ab, als der Erfolg ihn verlässt. Adolf Hitler und sein Volk, ungehemmt und unzensiert.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Wenn das der Führer wüsste 5 von 5 Punkten Das Buch enthält eine Sammlung von Briefen vor und aus dem Dritten Reich,
die an Adolf Hitler, zunächst Führer der NSDAP, dann Reichskanzler und
schließlich Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, gerichtet waren.
In der Parteikanzlei, später in der Reichskanzlei wurde dergleichen
geöffnet, mit dem Eingangsstempel versehen und nach Lektüre durch Adjutanten
(heute würde man von persönlichen Referenten sprechen) entschieden, ob die
Eingabe Hitler vorgelegt wurde, die Sache in irgend einen Bearbeitungsgang
geriet und der Petent eine Antwort erhielt oder auch nicht. Insofern also
herrschte bürokratische Normalität - auch in jenen Jahren. Auch inhaltlich
unterscheiden sich die Briefe in ihrem Gros nicht von heutiger Behördenpost:
Bewunderungs-, Dank-, Bitt- und Schmähbriefe, gute und schlechte Ratschläge,
das sich in Erinnerung bringen und dergleichen mehr. Übergangstexte von
Eberle erleichtern die Lektüre, ja machen sie geradezu kurzweilig. Es ist
ein Panoptikum, Kinder, Greise, Frauen, königliche Hoheiten, Parteigenossen
und der Verlierer des Ersten Weltkriegs und einstige Mitputschist Hitlers
aus dem Jahre 1923, der General der Infanterie Erich Ludendorff, sie alle
haben die Feder gespitzt. Die Briefe Ludendorffs übrigens dürften das
Ruppigste gewesen sein, was Hitler erreicht hat; hier schrieb der Ex-General
an den Ex-Gefreiten. Das alles ist eine etwas andere Sicht auf die Zeit des
Dritten Reiches. Das Konvolut stammt aus einem der Moskauer Archive, wo es
vom Herausgeber vor Kurzem ausgebuddelt wurde. Was mag da noch alles auftauchen?
Weitere Lesermeinungen |
Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher Sigrid Chamberlain Broschiert, Juli 1997 Verkaufsrang: 79330 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Chamberlain arbeitet den latenten Haß in der NS-Gesellschaft auf die Kinder heraus, der vermutlich von Neid durchzogen ist. ... kommt schlüssig zu dem Ergebnis, daß eine tiefe Bindungslosigkeit und die Lust am Verschwinden' oder am Eintauchen ins Kollektiv zusammengehören. ... Höchst lesenswert ist die Auseinandersetzung mit den tiefenpsychologischen Hitler-Deutungen im furiosen Schlußkapitel." Tilmann Moser, Süddeutsche Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Neuauflage dieses Ratgebers immernoch auf dem Markt! 5 von 5 Punkten Erstaunlicher weise gibt es genau diesen Eltern-Ratgeber IMMERNOCH zu kaufen; leicht überarbeitet; Ausgabe von 1987; unter dem Titel "Die Mutter und ihr erstes Kind". Und viele Eltern erziehen immer noch danach!
Weitere Lesermeinungen |
Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen Ernst Klee Broschiert, November 1991 Verkaufsrang: 134000 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen kirchenkritische Fernsehsendungen haben sich jüngst Vertreter aus den beiden deutschen Großkirchen verabredet. Anlaß sind 'besonders unangenehme' Dokumentationssendungen des Publizisten Ernst Klee, die im Hessischen Rundfunk gesendet wurden und werden. Klee legt ohne jedwede Beschönigung das Fehlverhalten der Kirchen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus bloß: Verwicklungen in Aktivitäten der Euthanasie und des Antisemitismus bis hin zu der organisierten Fluchthilfe für Nazi-Bonzen nach Lateinamerika nach Kriegsende. Die Kirchen werden mit dieser unbewältigten Vergangenheit dargestellt, was dazu führt, daß das in Jahrzehnten emsig und mühsam geglättete Geschichtsbild vom geschlossenen offiziellen Widerstand der Kirchen zerstört wird ... Spötter in höheren Kirchenrängen sprechen von einer neuen 'hoffnungsvollen' Phase, der zwischenkirchlichen Zusammenarbeit, von einem Minimalkonsens, den sie 'Reinwasch-Ökumene' nennen.« (Publik-Forum. Zeitung kritischer Christen, 17.5.1991). Das Manuskript für dieses Buch war die Grundlage des Fernsehfilms »Persilscheine und falsche Pässe«.
|
Der NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick Ian Kershaw, Jürgen Peter Krause Taschenbuch, September 1999 Verkaufsrang: 153573 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Literatur zum Nationalsozialismus und zum Holocaust füllt ganze Bibliotheken, und selbst Fachleuten fällt es schwer, einen Überblick zu wahren. Diese unübersichtliche Situation stellt sich dank der Arbeit des britischen Sozialhistorikers und Hitler-Biographen Ian Kershaw verändert dar. Sein Buch, das nun in einer erweiterten und überarbeiteten Fassung vorliegt, ist ein Wegweiser durch das Bücherdickicht zum Ursprung und Wesen des Nationalsozialismus. Der Autor informiert über die unterschiedlichen Erklärungsmodelle, kommentiert einsichtig die großen Kontroversen und Debatten, die sie begleiten, und zeigt dabei den aktuellen Forschungsstand.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Gelehrt 5 von 5 Punkten Ein gelehrtes Buch, gespickt mit Fußnoten, vor allem für Fachleute geschrieben und solche, die es werden wollen. Von einem Deutschen verfasst wäre so etwas praktisch unleserlich für den Laien. Kershaw bringt es jedoch fertig, einen Wust an Material doch sehr lesbar aufzubereiten, was auch für den Übersetzer spricht. (Dessen Anmerkung, der Begriff "Holocaust" habe sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt, dürfte jedoch das Relikt einer älteren Ausgabe des Buches sein.) Kershaw macht hier deutlich, welch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zum Thema in der Fachwelt existieren. Er breitet die jeweiligen Argumente zunächst neutral vor dem Leser aus und zieht dann jeweils seine eigenen Schlussfolgerungen. Da muss man dann nicht in jedem Punkt mit dem Autor übereinstimmen. Meistens wird es aber wohl doch der Fall sein. Souverän!
Weitere Lesermeinungen |
Die Massenpsychologie des Faschismus Wilhelm Reich Gebundene Ausgabe, März 2005 Verkaufsrang: 126848 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Kritik des Faschismus lässt sich ohne Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus nicht mehr denken. Als erster durchschaute Reich mit seinem klinisch und soziologisch geschulten Blick den fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Er analysiert in der Massenpsychologie die Gestik, Phraseologie, die moralischen Schemata und Aktionen der Hitlerei und weist in ihnen die Verschiebung von Sexualangst zu einem Mystizismus nach, der zu einem irrationalen Mechanismus chronischer Abhängigkeit führt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
EIN MUSS FÜR ALLE!!! 5 von 5 Punkten Ich habe das Buch schon vor 30 Jahren gelesen, jetzt wieder, und es vielen Leuten empfohlen. Der Grundtenor ist eigentlich ganz einfach: Wenn es einem schlecht geht, oder man meint, dass es einem schlecht geht, sucht man sich Leute, eine Bevölkerungsgruppe (damals die Juden, jetzt ...), die man niedermacht, unterdrückt, um sich selbst, sein ach so kleines "ich" ein wenig, ein klein wenig anzuheben - und dazu ist man grausam gegen diese Leute, und wenn's funktioniert - und es funktioniert fast immer, ist man noch grausamer ... vielleicht wieder bis zum bitteren Ende! Das kann in jedem Land passieren, passiert zur Zeit auch!!! - DAS IST FASCHISMUS! Und wir werden ihn NIE ausrotten können, das liegt in der Natur der Menschen! Lesen Sie dieses Buch, unbedingt!!
Weitere Lesermeinungen |
Heil Hitler, das Schwein ist tot!: Lachen unter Hitler - Komik und Humor im Dritten Reich Rudolph Herzog Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 51388 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das erste umfassende Buch über Komik und Humor im Dritten Reich Natürlich wurde im Dritten Reich gelacht, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Vom diffamierenden Witz der Nazis über die eher harmlosen Flüsterwitze bis zum bitteren Spott der Verfolgten: Rudolph Herzog beleuchtet alle Bereiche. Seine Analyse des Humors im Nationalsozialismus gibt einen tiefen Einblick in die wahren Befindlichkeiten der sogenannten Volksgemeinschaft.
"Rudolph Herzog legt mit 'Heil Hitler, das Schwein ist tot!' eine ebenso unterhaltsame wie erschreckende Studie über Komik und Humor im Dritten Reich vor." Welt am Sonntag "Das Buch bietet einen guten Überblick darüber, welche Bedeutung Witz und Humor im Dritten Reich hatten. [...] Neues bietet das Buch in seiner Gesamtschau über die verschiedenen Genres, in denen Komik und Humor eine Rolle spielen." Hamburger Abendblatt "Der Filmemacher Rudolph Herzog hat jetzt das erste umfassende Buch über Komik und Humor im Dritten Reich vorgelegt. [...] Der Autor versammelt alle Manifestationen des Humorts - Witz, Zeitungskarikatur, Kabarett, Variété, Unterhaltungsfilm, Schlager und Musical. Auch sonst ist sein Überblick vollständig [...]." Süddeutsche Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Wie das Volk die Hitler-Zeit wirklich sah 5 von 5 Punkten Das vorliegende Werk von Rudolph Herzog beschäftigt sich mit dem Thema Witze erzählen und Kabarett, also im weitesten Sinne mit dem Thema Humor im Dritten Reich. In der Einleitung wird zunächst die Funktion von Witzen erläutert und was sie uns heute über die damalige Zeit verraten. Dabei kommt auch im Laufe der Lektüre des Buches heraus, dass bestimmte Dinge im Volk ganz anders gesehen wurden, als es weithin in vielen Geschichtsbüchern, Dokumentationen o.ä. dargestellt wird. Um ein Beispiel zu nennen: Hitler wurde gegen Ende des Krieges in Teilen des Volkes nicht mehr als ein unbesiegbarer "Übermensch" gesehen, sondern schlicht und einfach als "Schwein" (wie der Titel des Buches schon verrät), der die Hauptschuld am Kriege trägt. Dieses Buch ist also keine einfache Sammlung von Witzen aus jener Zeit, sondern sie sind in einen erklärenden, informativen Fliestext eingebaut.
Man wird allerdings nicht sofort in das Thema hineingeworfen. Nach besagter Einleitung gibt der Autor zunächst einen Überblick über den politischen Humor von der Antike bis zur Weimarer Republik. Im Anschluss wird die Phase der Machtergreifung näher beleuchtet. Herzog gelingt es dabei den Leser in jene Zeit aus Sicht des Volkes, d.h. des einfachen Mannes, zu versetzen. Deutlich wird, dass die neuen Machthaber nicht nur "kritisch" belächelt wurden, sondern auch, dass man ihnen noch offen misstraute (was die Witze in Bezug auf den Reichstagsbrand zeigen). Die Witze aus jener Zeit beantworten zudem eine oft, vor allem von der jüngeren Generation, gestellte Frage. "Wie viel wusste man vom Terror des NS-Regimes, von den Konzentrationslagern, im Volk?" Hätte man nichts gewusst, so wäre davon auch nichts in den "Flüsterwitzen" erzählt worden, so die simple, aber logische Antwort.
Doch werden hier nicht nur die politischen Flüsterwitze behandelt, sondern auch das Leben bekannter Persönlichkeiten des Kabarett-Theaters, wie Kurt Gerron, Karl Valentin oder Werner Finck. Besonderes Gewicht wird auch auf die Darstellung ihrer Leidenswege gelegt, die oft im KZ endeten.
Daneben bleibt aber auch der Film nicht unerwähnt, der ja von der nationalsozialistischen Seite bewusst heiter gehalten wurde um die Menschen mit versteckter Propaganda zu indoktrinieren und sie später vom Kriegsalltag abzulenken. Insgesamt ist der "Propagandakrieg" ausführlich behandelt, sowohl von alliierter (z.B. Chaplins "Der große Diktator"), wie von nationalsozialistischer Seite aus. Hier geht es dem Autor R. Herzog auch darum, die Frage zu beantworten, ob es gefährlich war Witze über Hitler und die NS-Führungsriege zu erzählen. Diese beantwortet er schon zu Beginn des Buches mit einem klaren Nein und grenzt sich damit von der vor allem in der Nachkriegszeit vielfach aufgestellten Behauptung ab, das Erzählen derartiger Witze sei mitunter "tödlich" gewesen. Dennoch nennt er einige der wenigen Ausnahmen bei denen Todesurteile verhängt wurden, besonders nach der Kriegswende (also spätestens seit Stalingrad). Diese dienten allerdings mehr dazu einen Vorwand zu haben um missliebige, oft geistliche, Personen zu liquidieren.
Schließlich widmet sich Herzog noch dem schwierigen Thema des "jüdischen Witzes", der einem sehr drastisch die Lage der Juden vor Augen führt. Denn jene oft sehr makaberen Witze wurden von Juden selbst im KZ erzählt um der Situation, in der sie steckten, etwas den Schrecken zu nehmen.
Den Abschluss bildet eine Betrachtung der Zeit nach 1945 bis heute, in der berühmte Filme und Comics über Hitler und das NS-Regime unter die Lupe genommen werden (u.a. auch R. Benignis "Das Leben ist schön"). Die Ausgangsfrage ob man über Hitler lachen darf wird mit Ja und dem stimmigen Argument beantwortet, dass man ihn dadurch jeglicher Dämonisierung beraubt und letztlich seine Banalität darunter zum Vorschein kommt.
Der Schreibstil des Buches ist sehr verständlich gehalten, es liest sich sehr flüssig. Historische Hintergrundinfos liefert R. Herzog ohne dabei die Dinge unnötig zu komplizieren. Hierbei sind ihm nur zwei kleine Fehler unterlaufen: Die Gebrüder Sass waren nicht die Anführer einer berüchtigten Verbrecherbande, sondern die beiden selbst bildeten das berühmt-berüchtigte Verbrecher-Duo. Auch ist Georg Elser kein Münchner, er zog nur nach München um sein Bombenattentat auf Hitler vorzubereiten und durchzuführen. Was auch in einigen Vorrezensionen Anklang fand war der "moralische Zeigefinger". Dazu kann ich nur sagen, dass Herzog es damit eigentlich nicht übertreibt. Sicherlich wirken Begriffe wie "dämonisch" oder "teuflisch" manchmal etwas überzogen, doch kann ich seine Intention prinzipiell verstehen, deutlich zu machen auf welcher Seite er steht - wahrscheinlich wollte er es tunlichst vermeiden, dass ihm vorgeworfen wird, er bagatellisiere den NS und den Holocaust (gerade durch die Judenwitze). Allzu sehr stört das aber nicht, da jene Begriffe sowieso nur an einigen Stellen auftauchen. Erwähnen sollte man im Übrigen noch, dass Herzog mit Zeitzeugen gesprochen hat, die seine Arbeit sicher bereichert haben.
Insgesamt also eine sehr schöne Darstellung zum Thema Humor im Dritten Reich. Das einzige was mir fehlt ist eine Betrachtung zu den Witzen, die man sich heute von Hitler und dem Dritten Reich erzählt.
Weitere Lesermeinungen |
Germany: Jekyll & Hyde. 1939 - Deutschland von innen betrachtet Sebastian Haffner Gebundene Ausgabe, 10. März 2008 Verkaufsrang: 67267 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sebastian Haffner berichtet über die Methoden Hitlers und der Naziführer, die Macht zu ergreifen und für sich zu sichern. Er beschreibt die vielen kleinen Nazis und ihre loyalen Mitläufer, erklärt die Gründe für das Stillhalten der nicht-loyalen Bevölkerung, analysiert den Zustand der Opposition und skizziert mögliche künftige Aufgaben der Emigranten. So entsteht ein authentischer Querschnitt der Bewußtseinslage der deutschen Bevölkerung während der ersten Jahre der Naziherrschaft in Deutschland. Erste ungekürzte deutsche Ausgabe.Nachdem er 1938 ins englische Exil gegangen war, setzte Sebastian Haffner sich intensiv mit dem Nationalsozialismus in Deutschland auseinander. Er analysierte die Persönlichkeit Hitlers und seiner Unterstützer, benannte die Widersprüchlichkeit der nationalsozialistischen Doktrin und Propaganda, beschrieb die Situation innerhalb der Bevölkerung und gab einen weitsichtigen Ausblick auf die Zeit nach dem Krieg. Sein Anliegen war, die Lage Deutschlands differenziert wiederzugeben und die Dringlichkeit eines raschen und harten Vorgehens der Westmächte deutlich zu machen. Bei seiner Analyse versuchte er, so objektiv wie möglich vorzugehen, eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen und vor allem nichts zu beschönigen. Der Titel Jekyll&Hyde bringt dieses Bemühen zum Ausdruck: Haffner bediente sich der Erzählung von Robert Louis Stevenson, um das tägliche Doppelleben der loyalen Bürger zu beschreiben, die zwar keine bekennenden Nationalsozialisten ware n, das Regime aber stillschweigend akzeptierten. Germany: Jekyll and Hyde , das nun erstmals in ungekürzter Fassung vorliegt, macht deutlich, wie viel die Deutschen hätten wissen können. Eine beklemmende Lektüre, insbesondere wenn man sich vor Augen hält, dass dieses Buch noch vor Ausbruch des Krieges verfasst wurde.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Hervorragendes Buch 5 von 5 Punkten Ich habe dieses Buch auf der Leipziger Buchmesse 2008 kennenlernen dürfen. Der Herausgeber und Haffner-Biograph Uwe Soukup stellte es vor. Er hatte es ursprünglich selber in seinem eigenen Verlag - mit Erlaubnis Haffners - publiziert. Die jetzt vorliegende Ausgabe - nach der englischen Originalausgabe von 1940 - stellt allerdings erstmals eine ungekürzte Fassung dar. Sie enthält nämlich - im Gegensatz zur Erstausgabe das Kapitel IX: "Deutschlands Talente. Deutschlands Mission." Dieses Kapitel - erstmals in der FAZ im September 2001 gedruckt - enthielt die alte Ausgabe nicht.
Der englische Verleger betont in seinem Vorwort, dass das Buch im April 1940 fertiggestellt wurde und vor der deutschen Besetzung der Niederlande im Frühjahr 1940 in Druck gegeben wurde.
An dem Buch fasziniert - und daher vergebe ich 5 Sterne - die visionäre Gabe Sebastian Haffner. Es ist sein erstes Buch. Uwe Soukup schreibt in seinem Nachwort dazu folgendes: "Hier ist keine nachträgliche Weisheit zu Papier gebracht worden, keine rückwärtsgewandte Prophetie, warum alles so und nicht anders kommen konnte. Haffner greift mit diesem Buch - mit vollem Risiko, in großer Not - in die politische Tagesauseinandersetzungen ein. So finden sich sowohl beachtete als auch unbeachtete Argumente, angenommene und verworfene Vorschläge, eingetroffene und ausgebliebene Vorhersagen."
Beispielhaft möchte ich dies am ersten Kapitel, der Analyse von Hitlers Persönlichkeit und den Bedingungnen seines Aufstieges an die Macht verdeutlichen. Haffner analysiert schon damals das Versagen Hitlers, der mit seinen künstlerischen Ambitionen scheiterte und dadurch vom Bürgertum ins Proletariat herabsank - doch auch dort verstoßen wurde und zum berusmäßigen Spitzel und Verräter herabsank; das Leben und die Gesellschaft hätten Hitler immer herabgesetzt: "Diese dreimalige Verurteilung durch die Gesellschaft ist ein vernichtender Beweis dafür, was dieser Mann in Wirklichkeit wert ist. Denn es kommt viel seltener vor, als Romanschriftsteller zugeben, dass edle, empfindsame und schöne Charaktere durch das Leben ruiniert werden. Fast immer sind es die bösen, verdorbenen, hässlichen, unmöglichen Charaktere, die moralischen Krüppel, die Missratenen, die das Leben abstößt." Hitler sei lediglich an seinem Ego interessiert und habe kein politisches Programm vertreten (letztere These modifziert Haffner in seinen "Anmerkungen zu Hitler", in denen er - in Anlehnung an die Publikationen des Historikers Jäckel durchaus eine "Weltanschauung" bei Hitler und somit ein "Programm" bei diesem konzediert). Er besäße - als jemand, der keine Bindungen außer sein Ego besitze, genau den Mut und die Feigheit für einen Selbstmord aus Verzweiflung. Außerdem liebe er Hasardspiele mit hohen Einsätzen. Hitler sei der potentielle Selbstmörder par excellence.
Dies schreibt Haffner bereits 1940! Und er zeigt - wie in seinen späteren Publikationen auch - dass zwar nicht alle Deutschen Nationalsozialisten gewesen sind, es aber - wie Hitler-Biograph Kershaw viel später verdeutlichen sollte - es viele "Mitläufer" gegeben hat. Das Bild der "unterdrückten Deutschen" sei daher ebenso falsch wie das Bild der Deutschen, die immer Nazis gewesen seien. Beide Bilder seien genauso plakativ und simpel wie das der Ankläger und Verteidiger. Die Verteidiger Deutschlands zitierten Goethe und Humboldt, die Ankläger dagegen Fichte, Hegel und Nietsche. Die Ersteren verwiesen auf die Märtyrer in den Konzentrationslagern, die Letzteren auf die jubeldnen Massen bei Hitlers öffentlichen Auftritten. Beide Urteile - so Haffner bereits damals! - stünden auf schwankenem Boden und seien nur unzureichend auf Fakten gegründet. "Wer engagiert, sorgfältig und aus nächster Nähe die Dinge untersucht, dem wird sich ein außerordentlich kompliziertes Bild darbieten, das beim besten Willen nicht schematisch vereinfacht werden kann, dafür aber den Vorzug hat, wahr zu sein."
So ist es. Wie wichtig dieses Buch für die Einschätzung des Phänomens Hitler war, zeigt sich daran, dass - so hat es Uwe Soukup erklärt - der damalige neue britische Premierminister Churchill (Haffner hat ja eine durchaus kritische und sehr gute Biographie über diesen Politiker verfasst) das vorliegende Buch dem englischen Kabinett als "Pflichtlektüre" empfahl.
So gilt das, was für viele Publikationen Haffners generell zu sagen ist: sie sind bildhaft und eindrucksvoll in der Sprache und gehören bis heute - schon wegen ihrer Authentizität - zum Besten, was über die Deutschen und das Phänomen Hitler geschrieben worden ist. Dass es natürlich - etwa bei der Rolle der deutschen Emigranten - auch Voraussagen in dem Buch gibt, die nicht eingetroffen sind, kann nicht verwundern, es sei denn, man verwechselte historische und politische Analysen mit Prophetie.
Ich finde es sehr gut, dass nun endlich - nach 48 Jahren! - dieses wichtige Buch erstmals ungekürzt wieder dem deutschen Leser zugänglich ist. Ein hervorragendes Buch!
|
Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche Rainer Karlsch Gebundene Ausgabe, März 2005 Verkaufsrang: 149864 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hätten die Deutschen Ende des Zweiten Weltkriegs das Rennen um die Atombombe um ein Haar vielleicht doch noch gewonnen? Ganz sicher nicht! Auch wenn Hitler bis zuletzt immer wieder von der angeblichen Wunderwaffe faselte, die in Kürze einsatzbereit sein sollte und dem Krieg die entscheidende Wende geben werde: Ernsthaft hat die Aussicht darauf niemals bestanden. Auch haben Werner Heisenberg und seine Kollegen nach dem Krieg glaubhaft gemacht, dass für sie von vornherein festgestanden habe, dem SS-Staat eine solche Waffe nicht in die Hände zu geben. Tatsächlich zumindest liefen die Arbeiten in Heisenbergs Institut wohl auch nicht auf dem Hochdruck, den die Wissenschaftler der NS-Führung vorspielten. So weit der bisherige Stand der Forschung. Rainer Karlsch indes lenkt in seinem Buch die Aufmerksamkeit endlich einmal auch auf andere Forschungsgruppen als das Heisenberg-Team, die an alternativen Möglichkeiten des Reaktor- und Bombenbaus forschten. Er berichtet von mehreren erfolgreichen Atomwaffentests auf Rügen und Thüringen, denen hunderte Menschen zum Opfer fielen. Auch wenn das Zerstörungspotential von Hitlers Bombe weit unterhalb des Potentials der beiden amerikanischen Atombomben gelegen habe, hätte ihr Einsatz, zeigt sich der Autor überzeugt, "dem Zweiten Weltkrieg beinahe noch ein weiteres furchtbares Kapitel hinzugefügt". An den Haaren herbeigezogen, wie erste Reaktionen noch vor Veröffentlichung des Buches hätten glauben machen können, scheint Karlschs Darstellung nicht. Der Autor stützt sich auf zahlreiche bislang unbekannte Quellen, die er sauber dokumentiert und zu denen unter anderem sowohl sowjetische wie auch amerikanische Geheimdienstberichte gehören. Wie es am Ende eines Forschungsberichts mit Blick auf weitere Förderung gerne heißt: Further research is necessary! -- Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Der Wahrheit ins Auge sehen 5 von 5 Punkten Rainer Karlschs Buch ist nicht nur hervorragend recherchiert, es zeigt auch, dass man aus der Geschichte lernen kann und muss. Dabei darf uns nicht erschrecken, dass die Aura einiger deutscher Vorzeigegelehrter im Rückblick an einigen Stellen etwas verblasst, wenn es um die Erhellung ihrer Funktion im Wissenschaftsbetrieb des Nationalsozialismus geht. Geschichtsschreibung darf hier keine Tabus kennen, und das ist auch gut so. Dabei verläuft die Argumentationsführung von Karlsch stets sachlich und stringent an den reichhaltigen Fakten orientiert. Sehr eindrucksvoll ist auch die fächerübergreifende Zusammenarbeit der Physiker und Historiker in der Spurensuche und Rekonstruktion der Fakten. Man merkt, dass es in der gut lesbaren Arbeit vor allem um Aufklärung und Transparenz geht, wobei die Darstellung immer bemüht ist, das Handeln der damals führenden Wissenschaftler Deutschlands im Kontext der es bedingenden politischen Konstellationen und Rahmenbedingungen zu sehen. Bei aller für die historische Darstellung gebotenen Nüchternheit ist es dann aber doch ergreifend, dass - wie neuestes Quellenmaterial erhärtet - selbst Heisenberg den Einflüssen des nationalsozialistischen Regimes auf eine Weise unterlag, die seine Freundschaft zu Niels Bohr unwiederbringlich zerrütten konnte. Daher muss das Buch unbedingt auch als Appell an die Wachsamkeit zukünftiger Generationen vor den Gefahren der Instrumentalisierung wissenschaftlich-technischer Entwicklungen für verwerfliche politische Zwecke gelesen werden. Dass Menschen niemals ganz immun gegen die potentielle Verstrickung in kriminelle Strukturen sind, haben nach den bitteren Erfahrungen des Dritten Reiches dann nur wenige so klar gesehen wie Carl Friedrich von Weizsäcker, der Friedens-und Konfliktforschung zu einem seiner Hauptarbeitsgebiete gemacht hatte. Weizsäcker wusste wie kein anderer, was es bedeutet hätte, wenn die Nationalsozialisten in den Besitz der Atombombe gelangt wären. Wie nahe sie dem Ziel waren, wird in Karlschs Buch auf fast erdrückende Weise deutlich. Man darf gespannt sein, welche Ergänzungen in der aktualisierten Neuauflage noch zu erwarten sind.
Weitere Lesermeinungen |
Homosexualität in der NS-Zeit. Dokumente einer Diskriminierung und Verfolgung Günter Grau Broschiert, Januar 2004 Verkaufsrang: 96734 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Rosa Winkel: Eine umfassende und akribisch edierte Sammlung von Dokumenten zur Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit. Homosexuelle Frauen und Männer gehören bis heute zu den oft vergessenen Opfern des Nationalsozialismus. Über ihr Schicksal, ihre Verfolgung und ihren Alltag ist wenig bekannt. Günter Grau legt hier seine umfassende und akribisch edierte Sammlung von Dokumenten zur Homosexuellenverfolgung vor und einen Bericht von Claudia Schoppmann über die damalige Situation lesbischer Frauen.
|
Emigration ins Leben: Wien-London und nicht mehr retour Eric Sanders Gebundene Ausgabe, Juni 2008 Verkaufsrang: 67958 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eric Sanders Buch ist ein mit Ironie und Humor reich gewürzter, sehr persönlicher Bericht über die Metamorphosen seines Lebens vom jüdischen Greißlersohn zum Flüchtling, vom Kuhhirten zum agent, vom Besatzungssoldaten zum engagierten Lehrer in London eben über eine geglückte Emigration. Sommer im Wien von 1937: In Hietzing gewinnt die Hakoah ein Boxturnier, Erich und seine Freunde schlagen antisemitische Radaubrüder in die Flucht. Seine selbst komponierten Schlager sollen im Theater aufgeführt werden. Das Leben beginnt in die richtigen Bahnen zu laufen. Doch dann fährt der Zweifingerbart mit steifem Arm und viel Applaus in Wien ein und der 18-Jährige muss nach England flüchten. Aus Erich Schwarz wird Eric Sanders, aus dem schüchternen Buben His Majestys agent, der mit Exil-Sozialisten im britischen Geheimdienst SOE versucht, Widerstand in Österreich zu organisieren. Nach 1945 kämpft Eric Sanders als Lehrer für die Gesamtschule, nicht zuletzt weil sie Kindern aus Immigranten- und A
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Witzig, humorvoll - und eine Fundgrube für Historiker 5 von 5 Punkten Man kann dieses Buch wie einen humoristischen Roman genießen - obwohl Eric Sanders (Jahrgang 1919) keineswegs nur heitere Erlebnisse aus der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg (bis 2008) schildert. Sanders (alias Erich Schwarz) erzählt sein Leben (Jugend in Wien, Flucht nach London, Karriere als Geheimagent) so eindrucksvoll und genau, dass man auch als später Geborener die ganze Tragik dieser Zeit spürt.
Bemerkenswert ist auch, mit welcher Klugheit und Weitsicht der Autor sich selbst und die politischen Ereignisse seiner Zeit beurteilt: ehrlich, humorvoll, selbstkritisch. Vor allem urteilt er nie vorschnell und oberflächlich; und das macht ihn und seinen Roman sympathisch (und für Historiker obendrein zu einer Fundgrube)! |
Und morgen gibt es Hitlerwetter!: Alltägliches und Kurioses aus dem Dritten Reich Hans-Jörg Wohlfromm, Gisela Wohlfromm Gebundene Ausgabe, März 2006 Verkaufsrang: 147430 Das andere Buch vom Dritten Reich Um Geschichte zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Details des Alltags. Das gilt auch für das Dritte Reich. Die Historiker Hans-Jörg und Gisela Wohlfromm haben erstmals Bekanntes, aber vor allem sehr viel Unbekanntes aus dieser Zeit in einer Sammlung von Zahlen, Fakten, Listen, Statistiken, Zeitungsausschnitten, Ereignissen, Geschichten etc. zusammengestellt und zum Teil kommentiert, die den Alltag im Nationalsozialismus auf ungewöhnliche Weise sichtbar macht. Man erfährt zum Beispiel, dass "Mutter, erzähl von Hitler" ein beliebtes Buch für Frauen war; was es mit der Einführung der "Eintopfsonntage" auf sich hat oder dass Rapid Wien 1941 Deutscher Fußballmeister wurde. Wann welche Länder in den Krieg gegen Deutschland traten; was Code-Wörter wie "Einmal Lisa wieder" bei der Flugzeug-Nachtjagd bedeuteten; dass "Kaiserwetter" damals "Hitlerwetter" hieß und bekannte Marken wie Fanta oder Jägermeister im Dritten Reich entstanden. Die Autoren zitieren das Kindergedicht "Zehn kleine Meckerlein", auf dessen Verbreitung Anklage wegen Hochverrats stand; schildern, welche Rebsorte nach dem Krieg entnazifiziert werden musste oder wie die persönlichen Reaktionen der Kriegsverbrecher waren, nachdem man ihnen einen Dokumentarfilm über Konzentrationslager vorgeführt hatte. Dieses Buch klärt auf über das Dritte Reich - aber anders, als es üblich ist. Diese Sammlung von Details macht das Wahnhafte des Systems im Alltag deutlich und verändert den Blick auf das Ganze.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Kurioses als Abbild für den Wahnsinn 5 von 5 Punkten Die zahlreichen Publikationen über das Dritte Reich thematisieren in aller Regel die unfassbaren Verbrechen des NS-Regimes. Was im Dickicht dieser durchaus notwendigen Aufarbeitungen, Berichte und Untersuchungen bisher fehlte, war eine Beleuchtung des Alltags. "Und morgen gibt es Hitlerwetter!" geht diesem oftmals unaufgeregten Alltag auf den Grund.
Die Beispiele, die das Buch liefert, nehmen sich vor dem Hintergrund des Krieges und der Vernichtungspolitik harmlos aus. Aber die Zusammenstellung dient ganz offenkundig nicht dazu, diese Verbrechen zu relativieren oder von ihnen abzulenken. Im Gegenteil, der Alltag in NS-Deutschland lässt sich hier als eine Grundlage für die monströsen Untaten interpretieren. Denn bereits hier oder auch gerade hier, auf der kleinen Ebene des Alltäglichen, war der Regulierungswahn, die pedantische Einflussnahme und Überwachungsstrategie des NS-Regimes umfassend greifbar. Auf großer Ebene endete diese Politik bekanntlich in Terror, Verfolgung und Tod. Und so ist das Buch trotz seiner Kuriositäten letztlich nicht weniger erschreckend als jene Publikationen, die sich "direkt" mit den NS-Verbrechen auseinandersetzen.
Die häufig unbekannten Beispiele sind so mannigfaltig und kommen aus so vielen unterschiedlichen beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Bereichen, dass leicht der Eindruck einer gewissen Beliebigkeit bei der Auswahl durch die Autoren entstehen kann. Doch gerade die Gesamtschau belegt, dass das NS-Regime wirklich in alle Lebensbereiche eingriff. Das Buch ist eine Fundgrube, die ungemein fesselt und an der man sich nur schwer sattlesen kann.
Dass gelegentlich auch Geschehnisse aus der Zeit nach dem Ende des Dritten Reiches einbezogen wurden, irritiert ein wenig, macht die Lektüre aber keinesfalls weniger lohnend.
Alltägliches und Kurioses aus dem 3.Reich 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist nicht zum Lachen, es offenbart vielmehr die vollkommene Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NSDAP. Manches Mal amüsant, manches Mal erschreckend, doch immer mit voller Kraft. Gerade in statistischen Aussagen offenbart sich so manches Detail aus Alltag, Partei und Krieg, welches man so noch nicht kannte.Alltägliches und Kurioses aus der Zeit des 3.Reichs, manches Mal banal, manches Mal grausam und unmenschlich, denn was sich da Bahn gebrochen hat in weniger als 12 Jahren, war eine durchdringende Kraft, welche jeder Beschreibung spottet. Sehr kritisch und teils vergleichend mit der Neuzeit, zeigt das Buch „Und morgen gibt es Hitlerwetter" der Autoren Hans-Jörg & Gisela Wohlfromm auf, mit welcher Raffinesse hier alle Bereiche des Lebens durchdrungen wurden, was alles auf den Kopf gestellt war und wie tief es sich in Bewusstsein der Menschen eingrub. Ich habe oft gelacht, hoffentlich durfte ich das, doch Lachen befreit und das ist wichtig. Aussagen wurden hier zusammengestellt, Anweisungen abgedruckt, Zahlen präsentiert, alles in diesem Buch weist auf ein Geschehnis hin, welches sich noch heute dem Verständnis vieler Menschen entzieht und welches der Erklärung bedarf, vorurteilsfrei und aufgeschlossen. Selbst Humor gab es im 3.Reich und oft war das Lachen der einzige Weg um Erlebtes zu verarbeiten. Die Zahlen dieses Buches offenbaren oft Kuriositäten und doch steckt hinter den Zahlen Leben (oder der Tod). Ein außergewöhnliches Buch, das die Zeit zwischen 1933 und 1945 in einem ganz besonderen Licht beleuchtet. Für das weitere Verständnis der damaligen Zeit und der besonderen Umstände ist es unerlässlich es zu lesen. |
Heydrich: Das Gesicht des Bösen Mario R. Dederichs, Teja Fiedler Broschiert, Mai 2006 Verkaufsrang: 124672 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Lebensunwertes Leben" war es nach Ansicht der Nazi-Rassisten, was sie da millionenfach in den Konzentrationslagern auslöschten. Doch wenn es wirklich je so etwas gegeben haben sollte, dann hätten wir dessen Prototyp in der Gestalt Reinhard Heydrichs vor uns. Ein Blick in sein Gesicht offenbart das zutiefst Böse der Nazi-Bestie, deren Frau, was heute noch schmerzt, es nach dem Kriege vermochte, für sich vor bundesdeutschen Gerichten eine Witwenpension zu erstreiten. In den Augen der NS-Ideologie entsprach der Mann, der auf Geheiß von Generalfeldmarschall Göring die Blaupause für den Holocaust fertigte, das Ideal des germanischen Mannes: groß, blond, blauäugig, gestählter Körper, wacher Geist. Dederich nimmt die Person Heydrich zum Ausgangs- und Angelpunkt für eine Darstellung des Nationalsozialismus überhaupt. Und es ist ihm -- mit der Hilfe Teja Fiedlers, der das Manuskript des 2003 verstorbenen Autors ganz in seinem Sinne fertig stellte -- in absolut überzeugender Weise gelungen. Das Gesicht, oder besser: die Fratze, in die er uns da blicken lässt, entlarvt das System des Bösen in seiner ganzen, niederträchtigen Erbärmlichkeit. Und dies gerade weil Heydrich "kein primitiver Nazi war, sondern ein ganz modern denkender und handelnder Schurke (
) durchdrungen und getrieben von Geltungssucht, Machtgier und Rücksichtslosigkeit". Menschen wie er "können zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft für alle jene, die ein Gewissen haben, gefährlich werden, wenn man ihnen die Instrumente der Macht in die Hand legt". Aus der Masse an Büchern über das Dritte Reich, die 2005 wegen des sechzigsten Jahrestages des Kriegsendes erscheinen, ragt Heydrich. Das Gesicht des Bösen als besonders gelungener Versuch heraus, einer neuen Generation von Lesern die Geschichte dieser grauenhaften Diktatur neu zu erzählen. Mit Nachdruck empfohlen! -- Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Erschreckend 5 von 5 Punkten In der Person Heydrichs der an der Wannseekonferenz von Himmler für die Endlösungsfrage der jüdischen Bevölkerung in Tschechien beauftragt wurde erschreckt mit welch gewissenlosem Vernichtungshass er Menschen begegnete.
So hatte unter anderem die Frage der mit Flüchtlingen überquellenden Lager zu lösen.
Fragt man sich nach dem personifiziertem Bösen des dritten Reiches so findet man es in ihm. Gottgleich lebte er ohne Personenschutz in den Ostgebieten vor sich hin bis er einem Attentat zum Opfer fiel.
Auch organisierte er die Banden die den Zwischenfall "Gleywitz"der die deutsche Besetzung Polens rechtfertigen soltte.
Dieses Buch gibt Zeugniss eines abgrundtief bösen von jeder Moral verlassenen Menschen,sogar Hitler und Himmler waren davon erstaunt.
Dieses Buch wird zur Pschologischen Profilstudie, man legt es mit zitternden Händen weg.
Viele Puzzlesteine des dritten Reiches erklärt die Person Heydrichs für Menschen die an der geschichtlichen Aufarbeitung des dritten Reiches interessiert sind.
Weitere Lesermeinungen |
Schwarze Sonne: Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik Rüdiger Sünner Taschenbuch, November 2001 Verkaufsrang: 167041 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein spannendes Sachbuch zur Wirkmächtigkeit der nordischen Mythen, über ihre ambivalenten Kräfte und Möglichkeiten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Mutiger Einstieg in ein dunkles deutsches Kapitel 5 von 5 Punkten Die Kritik an der Arbeit von Rüdiger Sünner kann ich, ehrlich gesagt, nur teilweise nachvollziehen. Ich bin ebenfalls im Rahmen einer Recherche auf das Material gestossen und war sofort fasziniert. Immerhin liefert das Buch eine bahnbrechende Erkenntnis. Nicht nur die Köpfe des NS-Regims waren der Mischung aus wirren Tagträumereien und verwaschenen Legenden erlegen, nein, ein ganzes Volk hat sich in díesen schwarzen Strudel aus okkultem Popanz hineinsaugen und elektrifizieren lassen. Bei aller Verwaschenheit in den Details muss man Rüdiger Sünner zugestehen, dass ein Einzelner nicht im Handstreich nachholen kann, was aus kleinlauter Schuldigkeit jahrzehntelang wissenschaftlich einfach liegengeblieben ist, nämlich die fachkundige Erforschung der riesigen Projektionsfläche der deutschen Identität. Wer sich auch noch die DVD gleichen Titels anschaut, wird erschüttert sein über die verworrenen Statements langhaariger und offensichtlich bekiffter New-Age Karnevalisten, die sich jedes Jahr zur Sommensonnenwende treffen, um Gitarre zu spielen und Kerzen anzuzünden. Ich habe das Buch benutzt, um mich mir die Frage zu stellen, ob wir jemals wieder einer mit Rassenhass verbrämten okkulten Bewegung erliegen könnten, wenn die politischen Verhältnisse nur chaotisch genug und eine Bedrohung durch innere Feinde glaubhaft darstellbar wären und bin in Diskussionen mit vielen Menschen zu der Erkenntnis gelangt, dass nur ein charismatischer Anführer fehlt, um zu ähnlichen Ergebnissen zu gelangen, wie im dritten Reich. Von daher gebührt dem Autor Lob ein derart unappetitliches Thema so sachlich aufgeriffen zu haben. Respekt für die Arbeit, die er sich gemacht hat. Nun sind Alle gefordert, hier weiterzuforschen und ich hoffe, diese Arbeit wird manchen ermutigen im Schlamm der Geschichte oder im Schlamm seiner eigenen verführbaren Seele zu wühlen.
Weitere Lesermeinungen |
Der Faschismus in seiner Epoche: Action Francaise, Italienischer Faschismus, Nationalsozialismus. Mit einem Rückblick nach fünfunddreißig Jahren Ernst Nolte Taschenbuch, Mai 2000 Verkaufsrang: 95217 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Zu Recht das Standardwerk! 5 von 5 Punkten Eine klarere Analyse des Faschismus und seiner Varianten ist - zumindest in Deutschland - kaum vorstellbar; und es verwundert, dass sie bereits relativ früh publiziert wurde. Frei von politischen Empfindlichkeiten, aber keinesfalls etwa "rechtslastig" oder gar relativierend-rechtfertigend stellt Nolte den Faschismus in seinen historischen Kontext und beschreibt die geistes- wie realgeschichtliche Genesis eines so symptomatischen wie dramatischen Phänomens des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Lektüre ist immens bildsam, ohne dass der Leser von Längen oder wissenschaftlichen Eitelkeiten gelangweilt würde. Im Gegenteil: Die Vollständigkeit des Vergleichs zwischen den französischen, italienischen und deutschen Faschismen ist notwendig, um einen Alptraum wissenschaftlich zu erhellen, der sich über Europa legte. Mit immensem Aufwand zeichnet Nolte das Gesicht einer Epoche, die nach dem Ersten Weltkrieg von Geschichts- und Modernisierungsängsten getrieben war und sich in das Heil totalitärer Weltanschauungen zu retten versuchte. Seine These, dass der Faschismus als Reflex auf den Bolschewismus entsteht, ist hier gewissermaßen vorformuliert und erscheint sehr schlüssig nachgewiesen. Faschistische und kommunistische Ideologien finden sich als komplementäres Systeme unterschiedlichen Herkommens dargestellt und werden auf ihr philosophisches Erbe hin befragt. Der philosophische Akzent ist eher stark und lässt das Werk über eine historische Darstellung weit hinausgehen. Ernst Nolte erweist sich zudem als nuancenreicher Stilist, der die akademische Diktion rhetorisch zu beleben versteht. |
Geschichte des Nationalsozialismus. (Uni-Taschenbücher S) Michael Wildt Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 189491 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Michael Wildt bietet eine moderne, problemorientierte und auf die neueste Forschung gegründete Geschichte des Nationalsozialismus. Seine kompakte Einführung reicht von der Entstehung der nationalsozialistischen Bewegung aus dem Ersten Weltkrieg und ihrem Aufstieg in der Weimarer Republik über den Machtantritt und ihre Umwandlung der deutschen Gesellschaft bis hin zum Massenmord und Zerfall im Krieg. Grundkurs Neue Geschichte - knappe, problemorientierte Einführungen in historische Fragestellungen, Epochen und Theorien - ausführliche Hinweise auf weiterführende Literatur - ergänzende Materialien für Studierende und Lehrende im Internet
|
Nationalsozialismus: Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall (Uni-Taschenbücher M): Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall Kurt Bauer Broschiert, 18. Juni 2008 Verkaufsrang: 41290 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Nationalsozialismus war die größte politische und soziale Katastrophe der Neuzeit. Aber er war keineswegs ein Betriebsunfall der Geschichte, sondern wurzelte tief in gesellschaftlichen Grundströmungen des 19. und 20. Jahrhunderts - in Nationalismus, Rassenantisemitismus und sozialer Frage. Das Buch behandelt ebenso umfassend wie kompakt die Grundzüge des Nationalsozialismus aus gesellschaftsgeschichtlicher Perspektive: von den Ursprüngen und Anfängen bis zum blutigen Ende in den Wirren des Jahres 1945. Eine übersichtliche Gesamtdarstellung auf dem aktuellen Stand der Forschung - zugleich Handbuch und leicht fassliche Einführung in die komplexe Geschichte des Nationalsozialismus. Kurt Bauer ist Sozialhistoriker und NS-Forscher; freier Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Historische Sozialwissenschaft in Wien.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Die Geschichtsbibel schlechthin! 5 von 5 Punkten Dieses neue Werk von Kurt Bauer überzeugt durch seinen chronologischen Aufbau und seine flüssigen gut Lesbaren Text. Das nicht nur für Studenten geeignet Buch, überzeugt auch mit zahlreichen Abbildungen. Photos sowie Tabellen veranschaulichen die Materie.
Wer also ein tiefen Einblick, in das Dunkle Kapitel Deutscher Geschichte gewinnen möchte, ist mit diesem Gesamtwerk über den Nationalsozialismus gut beraten. Absolute Kaufempfehlung! |
|

|