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| NS-Zeit | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Medien im Nationalsozialismus: Deutschland , Italien und Spanien in den 1930er und 1940er Jahren (Uni-Taschenbücher M): Deutschland , Italien und Spanien in den 1930er und 1940er Jahren Clemens Zimmermann Broschiert, 20. April 2007 Verkaufsrang: 274147 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Medienentwicklung in den dreißiger und vierziger Jahren und die entscheidenden Züge der nationalsozialistischen Medienpolitik werden in den Bereichen Verlagswesen, Presse und Journalismus, Rundfunk sowie Film und Kino dargestellt. Erstmals werden dabei die deutschen Entwicklungen zu jenen im faschistischen Italien und franquistischen Spanien in Beziehung gesetzt. Darüber hinaus fragt das Buch nach den Erfolgen, Brechungen und Hemmnissen politischer Steuerung des gesamten Mediensystems, nach dem politischen Charakter von Unterhaltung und nach dem Raum von Öffentlichkeit unter diktatorischen Bedingungen.
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Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939 Pierre Vilar Taschenbuch, Januar 1999 Verkaufsrang: 245799 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Eine Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs, seiner Voraussetzungen und seiner beiden Parteien, geschrieben vom bedeutendsten Kenner der Geschichte Spaniens. Die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs ist auch heute noch aufschluß- und lehrreich, weil sich in ihm nicht nur Faschisten und Kommunisten gegenüber standen, sondern die Faschisten das Bürgertum hinter sich scharten und die Kommunisten im Namen der Republik kämpften. Pierre Vilar - international und auch in Spanien als der überragende Historiograph spanischer Geschichte anerkannt - hat diesen nicht nur für Spanien folgenreichen Abschnitt europäischer Geschichte beschrieben und dabei mit einem Tabu der republikanischen Berichterstattung gebrochen: auch die Voraussetzungen im nationalistischen Lager werden untersucht, die eine vierzigjährige Herrschaft Francos erst möglich machten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Kurzdarstellung mit persoenlichem Standpunkt 4 von 5 Punkten Beginnend mit einer sehr persoenlichen Einfuehrung (der Autor war Zeuge der Ereignisse) beschreibt Vilar aus seiner Sicht die wesentlichen gesellschaftlichen Konflikte, die Spanien in den Buergerkrieg stuerzten. Militaerische Aspekte werden nur kurz behandelt, ebenso die herkoemmliche "grosse" Politik (= das Gerangel von Politikern um Posten). Das Buch wirkt eher wie das zusammenfassende Schlusswort eines grossen Werkes: es streift die verschiedenen Aspekte des Krieges nur und verzichtet konsequent auf Quellenangaben (woher stammt das Titelbild und wen zeigt es?); hier und da nimmt es zu "bekannten Standpunkten" Stellung, was den Neueinsteiger etwas ueberfordert. Gerade durch seine Kuerze ist es aber sehr gut lesbar: man erhaelt in wenigen Stunden einen Ueberblick. Positiv auch die regionale Ausgewogenheit, gegenueber der sonst meist etwas Katalonien - lastigen Literatur.
Ein Interessantes kleines Buch 3 von 5 Punkten Pierre Vilar hat ein kompaktes, kleines Buch geschrieben, und ein Blick ins Inhaltsverzeichnis macht klar, dass hier bei aller Kürze der Versuch unternommen wurde, mit klaren Linien ein möglichst komplettes Bild zu zeichnen: WARUM KAM ES ZUM BÜRGERKRIEG? / DIE EREIGNISSE UND IHRE AKTEURE / ENTWICKLUNG UND ABSCHLUSS DER MILITÄRISCHEN EREIGNISSE / DIE BEIDEN LAGER: HERRSCHAFTSFORMEN UND POLITISCHE ENTWICKLUNG / DIE BEIDEN LAGER: WIRTSCHAFT, GESELLSCHAFT, IDEOLOGIE UND KULTUR / UMSTRITTENE FRAGEN.Pierre Vilar ist ein Kenner, der es gut gemeint hat. Aber Vorsicht! Nicht jeder, der zu diesem Buch greift, muss auch ein Kenner sein. Was z.B. fehlt ist ein Verzeichnis der Abkürzungen. Denn im Laufe der Lektüre wird man damit reichlich konfrontiert. PNV, SOV, CEDA, ANCP, UME, CNCA, UGT, CNT, CTV, MAOC, CEDA -die Reihe könnte mühelos erweitert werden. Jede Abkürzung steht für eine politische Gruppierung und spiegelt das politische Chaos im Lande. Der geneigte Leser hat es aber auch nicht leicht den Durchblick zu behalten. Auch Namen ziehen an einem vorbei und hinterlassen oft Verwirrung. Außerdem sollte man eine Spanienkarte griffbereit haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Büchlein ist zwar kurz aber nicht ganz ohne. Eine ergänzende Lektüre (ein Brockhaus sei zur Hand!) erleichtert die Orientierung. Hat man's aber geschafft, dann hat man auch etwas gelernt, und so soll's ja sein. |
Vernichten und Heilen: Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Folgen
Taschenbuch, September 2002 Verkaufsrang: 270714 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ärzte als "Todesengel" 4 von 5 Punkten Der aufgrund von intensiver Forschung anhand der Originalunterlagen des ersten Nürnberger Nachfolgeprozesses entstandene Band enthält fast zwanzig Beiträge aus der Feder erfahrener Medizinhistoriker, die sich in erster Linie mit den in den Jahren 1933-'45 begangenen Medizinverbrechen befassen. Gerade durch die wissenschaftliche Herangehensweise an diese nicht einfache Thematik, ist es den Autoren gelungen, den Nürnberger Ärzteprozeß und die Rolle der darin Angeklagten in die Medizingeschichte des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Es ist ein Band, der aus der Ärzteschaft kommt und dazu beiträgt, die Entgleisungen vieler Standesgenossen in der "Braunen Zeit" aufzuarbeiten. Sicherlich liegt damit ein auf dem neuesten Stand der Forschung befindliches Standardwerk vor, das Maßstäbe setzen wird. |
Nachrichten aus Berlin 1933-36 Antoni Graf Sobanski Gebundene Ausgabe, März 2007 Verkaufsrang: 231080 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Inhalt dieses Buches - die Schauplätze, die historischen Ereignisse und ihre Hintergründe, die Personen und deren Handlungen - sind dem deutschen Leser bekannt: Die Verbreitung des Nationalsozialismus in der Gesellschaft nach der "Machtergreifung". Dennoch bietet es dem deutschen Lesepublikum Spektakuläres: Ohne jegliches Vorurteil, mit großer Sympathie für die Menschen, scharfsinnig und sensibel, ironisch aber nie beleidigend beschreibt Soba¤ski die Deutschen unter Hitler anhand zahlreicher kleiner Alltagsbeobachtungen. Er war Augenzeuge der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, er besuchte eine Pressekonferenz von Julius Streicher, dem Chefredakteur des ¯Stürmer®, und nahm als akkreditierter Journalist am Reichsparteitag in Nürnberg teil. Da er für ein polnisches Publikum schrieb, spiegelte er die Ereignisse in Deutschland auch in den polnischen Verhältnissen der Zeit. Das liest sich umso interessanter, da das Verhältnis von Deutschen und Polen bis h
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein Kosmopolit in Nazi-Deutschland 5 von 5 Punkten Ein polnischer Graf, ein Freund der Kunst und Literatur, ein Bohemien und Reisender, ein Menschenfreund und noch so manches mehr könnte man von diesem Vergessenen und jetzt Wiederentdeckten sagen, der, am Ende des 19.Jahrhunderts geboren, Anfang der 40er Jahre im Londoner Exil verstarb.
Nach der Lektüre des Buches wird man ihn als Unzeitgemäßen, nämlich resistent gegen alle propagierten Ideologien und Heroismen seiner Zeit, als einen Liberalen alten Schlages und als einen entschiedenen Europäer betrachten müssen.
Nicht dass er viel Aufhebens von seinen politischen Ansichten machen würde, es ist mehr die Art seines Blicks auf die Menschen und Dinge in jenen vom Unheil überschatteten 30er Jahren, in denen er 1933,1934 und 1936 sich in Deutschland aufhielt, um für die polnische Wochenzeitung "Literarische Nachrichten" 13 Reportagen über den sich aggressiv gebärdenden westlichen Nachbarn zu schreiben.
Das ist hoher Lesegenuss und eine Zeitreise in eine untergegangene Welt an der Schwelle zur totalen Mobilmachung. Und er sah den Untergang voraus, ohne die Apokalypse zu predigen. Mit freundlicher Distanz und menschlicher Anteilnahme bereist er dieses "seltsame" Land.
Seine Reportagen sind anregend und stimmen nachdenklich, gerade in Hinsicht auf die heutigen politischen Konstellationen. Er präsentiert sie elegant, leichtfüßig, ironisch und gleichermaßen präzise im Stil.
Sobanskis Blick bleibt vorurteilsfrei, ohne wegzuschauen von der sogenannten Judenfrage, vom Revanchismus, der militärischen Aufrüstung, vom Wüten des Nazi-Pöbels. Sein Blick geht wie eine Sonde durch alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen und ergibt ein facettenreiches Bild. So hat dieser liebenswerte Unpolitische eine eminent politische Arbeit geleistet.
Eine wert-und verdienstvolle Ausgrabung, würde ich sagen, eine literarische Entdeckung. |
Geschichtskurs, Weimarer Republik / Nationalsozialismus Harald Schneider Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 155421 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Leitfaden durch den Geschichtskurs Sie sind in der Oberstufe und möchten sich in die geschichtlichen Fakten noch mehr vertiefen und Zusammenhänge besser verstehen? In diesem Band werden Entwicklungslinien und der Kontext des jeweiligen historischen Themas gezeigt. Fakten, Daten und Begriffe können wiederholt und für eine konkrete Aufgabenstellung verwendet werden. Schaubilder ermöglichen Ihnen durch Visualisierung einen anderen methodischen Zugang zu Themen und Fragen des jeweiligen historischen Abschnitts. Ein Methodenlehrgang hilft Ihnen bei der Arbeit mit historischen Quellen. Um Ihre Ergebnisse überprüfbar zu machen, sind Lösungsbeispiele zu allen Arbeitsaufträgen im Buch enthalten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
sehr gutes Lernmaterial für Geschichtabiturienten 5 von 5 Punkten Dieses Buch gibt anschauliche und gut detailierte, zusammenhängende Informationen zum Thema Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Ideal geeignet zur Vorbereitung auf das Abitur. es beinhaltet außerdem Fragen, die im Abitur gestellt werden können, und gibt gleichzeitig Lösungsvorschläge. |
Widerstand im Widerstreit: Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Erinnerung der Deutschen Peter Steinbach Taschenbuch, Dezember 2000 Verkaufsrang: 289717 Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 5 Tagen. Der Widerstand gegen den Natinalsozialismus gehört zu den umstrittensten Bereichen zeitgeschichtlicher Forschung und historisch-politischer Bildung. Es hat lange gedauert, bis die Deutschen sich dem Widerstand ohne vorgefaßte Urteile genähert haben und ihn in seiner ganzen Breite anzuerkennen lernten - ein Prozeß, der auch heute, fast 55 Jahre nach Stauffenbergs Tat, nicht abgeschlossen ist. Peter Steinbach hat in diesem Prozeß eine prominente Rolle inne. Seine Wortmeldungen haben mehr als einmal öffentliche Kontroversen ausgelöst, stets aber in vorderster Linie dazu beigetragen, der Auseinandersetzung mit dem Widerstand zu genaueren Kategorien und deutlicheren Konturen zu verhelfen. Ein zentrales Anliegen von Peter Steinbach ist: den Weg zum historisch angemessenen Verständnis des Widerstandes im Gedächtnis des Nachgeborenen bahnen zu helfen. Er sieht den Umgang mit dem Widerstand als bedeutsames Indiz für die jeweilige Befindlichkeit der politischen Kultur unseres Landes: das erste lange Schweigen; die langanhaltende Diffamierung als Nachwirkung der NS-Propaganda; die Instrumentalisierung für politische Zwecke, je nach Standpunkt und Mentalität parteilich in "linken" und "rechten", "demokratischen" und "undemokratischen" Widerstand geschieden; die selektive Indienstnahme gar als staatspolitische Legitimationshilfe in beiden deutschen Staaten, aber auch das durch fortschreitende historische Forschung zunehmend besser erreichte differenzierte Verständnis des Widerstandes in all seinen Facettierungen zwischen individueller Verweigerung und konspirativen Staatsstreichplänen. Dieser Zielsetzung entsprechend behandeln Steinbachs Aufsätze in vier Themenblöcken die Widerstandsdiskussion im Spannungsfeld politischer Entwicklung, die Entdeckung neuer Themen in der Widerstandsforschung (Arbeiter, Exil, Juden), politisch umstrittene Gruppen ("Rote Kapelle", Nationalkomitee Freies Deutschland) und verkannte Einzelgänger wie Artur Mahraun oder Johann Georg Elser, den einsamen Attentäter von 1939. Neu aufgenommen wurden u.a. Beiträge über Regimegegner wie Yorck, Mierendorff und Trott, ein Beitrag über Kluge und eine Studie über den Widerstand von Juden sowie ein Resümee der geschichtspolitischen Debatte über den Widerstand, der nicht nur das Gedenkjahr 1994 begleitet hat. So wird der Blick auf ein Thema gelenkt, das sich als "Stachel im Fleisch" der Nachkriegsgesellschaft bezeichnen läßt.
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505 Kindereuthanasieverbrechen in Leipzig: Verantwortung und Rezeption
Gebundene Ausgabe, März 2008 Verkaufsrang: 113813 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. 505 Kinder verloren während der Zeit des Nationalsozialismus in Leipziger Gesundheitseinrichtungen ihr Leben, weil sie durch ihre Behinderungen als"unwert"eingestuft wurden. Mit dem Thema der Euthanasieverbrechen in Leipzig beschäftigen sich die Autorinnen und Autoren in den Beiträgen des vorliegenden Buches. Welche strukturellen Bedingungen waren in Leipzig notwendig, um das Euthanasieprogramm umzusetzen? Welche Rolle spielten Ämter und Behören?
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Der gute Tod? 5 von 5 Punkten Mein russisches Patenkind, deren Mutter in Uljanowsk ein Behindertenzentrum leitet, sagte mir, wie sehr sie denn offenen und freien Umgang mit und von Behinderten in Deutschland bewundert. Wie leidvoll dieser Weg war, dass viele Menschen im dritten Reich auf Grund ihrer Behinderungen ermordet wurden, weiß auch sie aus Geschichtsbüchern.
Der euphemistische Begriff der Euthanasie (griech. der gute Tod) vermittelt allerdings keinen Eindruck vom Sterben einer hohen Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die Opfer der Tötungsmaschinerie während der NS-Diktatur wurden. Als Leipzigerin beschämt es mich, dass ausgerechnet meine Heimatstadt ein Zentrum und Ausgangspunkt für "eugenische Maßnahmen" vor allem in Bezug auf Kinder war.
Einen guten und klaren Einblick in diese Thematik vermittelt das Buch 505 Kindereuthanasieverbrechen in Leipzig. Jeder, der sich intensiver mit diesem traurigen Kapitel unserer Vergangenheit beschäftigen möchte, sollte dieses Buch lesen.
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Schuld und Schulden: Die Politik der Wiedergutmachung für NS-Verfolgte seit 1945 Constantin Goschler Gebundene Ausgabe, Juli 2008 Verkaufsrang: 109663 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Quellenreiche Studie zu einem oft instrumentalisierten Thema 5 von 5 Punkten Es gibt Leute die fragen sich, warum "die Deutschen" jahrelang für die Folgen des Zweiten Weltkriegs "zahlen mussten"; die von "Siegerjustiz", "Holocaust Industrie" und "Verschwörung" sprechen: Die also aus einem komplexen Geschehen versuchen, einen einfachen Sachverhalt zu konstruieren. Und es gibt Leute wie Constantin Goschler, die die "Poltik der Wiedergutmachung" als einen Prozess beschreiben, innerhalb dessen die verschiedenen Akteure (nicht nur 'die Juden' und 'die Deutschen') mit den unterschiedlichsten Motiven in unterschiedlichen Kontexten agierten. Beispielhaft hat er in diesem quellenreichen Buch solch eine Darstellung vorgelegt. Besonders bemerkenswert halte ich den nüchternen Argumentationsstil Goschlers. Auch Kritik ergibt sich natürlich aus seiner Arbeit, doch darüber sollten sich die hoffentlich zahlreichen Leser ein eigenes Bild machen. |
Exil unter Halbmond und Stern: Herbert Scurlas Bericht über die Tätigkeit deutscher Hochschullehrer in der Türkei während der Zeit des Nationalsozialismus
Broschiert, Mai 2007 Verkaufsrang: 173968 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Bericht Herbert Scurlas über seine Reise nach Ankara und Istanbul im Jahr 1939 ist das wichtigste historische Zeugnis über das Exil deutscher Wissenschaftler in der Türkei in der Zeit des Nationalsozialismus. Die vorliegende, überarbeitete Neuausgabe des Berichts trägt der Tatsache Rechnung, dass die Bedeutung des deutsch-türkischen Wissenschafts- und Kulturaustauschs weiter gewachsen ist, zugleich aber auch die Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftlerexil in der Türkei zu einer Fülle neuer Erkenntnisse geführt hat. Der Band enthält Beiträge von Frank-Walter Steinmeier, Edzard Reuter, Christiane Hoss, Klaus-Detlev Grothusen, Fritz Neumark und Faruk Sen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Scurla-Bericht 5 von 5 Punkten Mit der Neu-Herausgabe des Scurla-Berichts über die Tätigkeit deutscher Hochschullehrer in der Türkei während der Nazi-Zeit wird eine Lücke geschlossen. Dieser Bericht eines Nazi-Kulturfunktionärs, mit einer Einleitung von dem Historiker Klaus-Detlev Grothusen und einer kritischen Anmerkung des bekannten Exilwissenschaftlers Fritz Neumark versehen, klärt am Beispiel der Türkei auf, welches Denken das Nazi-Regime leitete und welche infamen Methoden es auch in ihrer Kulturpolitik einsetzte. In der seinerzeit neutralen Türkei versuchte das Nazi-Regime mit allen Mitteln die von Atatürk aufgenommenen deutschen Wissenschaftler aus ihren Funktionen zu drängen und sie durch regimekonforme Deutsche zu ersetzen. Dass dieses Vorhaben nicht gelang, ist ein Verdienst der türkischen Kulturelite der 1930 und 1940er Jahre, die zu 'ihren' Emigranten stand und Einwirkungen des Nazi-Regimes unterband.
Reiner Möckelmann |
Gegen alle Vergeblichkeit: Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus Hans Erler, Arnold Paucker, Ernst Ludwig (Hg. ) Ehrlich Broschiert, Juli 2004 Verkaufsrang: 212393 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 8 Tagen. Darüber, ob es einen jüdischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus gegeben hat, streiten Historiker seit langem. Dieser Band geht darüber hinaus und untersucht die Kontinuität jüdischen Engagements für die Demokratie während der Weimarer Republik, während des Nationalsozialismus in Europa und bei Gründung der Bundesrepublik. Beiträge u. a. von Götz Aly, Uta Gerhardt, Marita Krauss, Ingo Müller, Arno Lustiger, Alfons Söllner, Ingrid Strobl.
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Das Dritte Reich: Das Dritte Reich. Band 2 - Diktatur : Bd 2 Richard J. Evans Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 192844 Der zweite Band umfaßt die Zeit von 1934/35 bis 1939. Evans beschreibt den Aufbau eines Polizeistaates und die Wandlungen und Reaktionen in Wirtschaft und Gesellschaft. Dem Antisemitismus widmet er ebenso ein eigenes Kapitel wie der Wechselwirkung zwischen politischer Propaganda und der Kunst, Literatur und Architektur. Am Abschluß steht die außenpolitische Entwicklung, die Rolle des Militärs und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
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Die Adolf-Hitler-Schulen Max Klüver Gebundene Ausgabe, August 2007 Verkaufsrang: 323954 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach 1945 sind eine Reihe von Veröffentlichungen über die Adolf-Hitler-Schulen erschienen, die viele Irrtümer, Fehler oder auch bewußte Verzerrungen enthalten. Dr. Max Klüver, von 1937-39 Schulführer der Adolf-Hitler-Schule Heiligendamm und Leiter der Erziehungsakademie der Adolf-Hitler-Schulen, versucht in diesem Werk, der Nachwelt ein korrektes Bild dieser nationalsozialistischen Eliteschulen zu überliefern. Um Richtigstellung ist der Verfasser bemüht, Rechtfertigung ist nicht seine Absicht. Ausgehend von dem Gedanken, daß die NSDAP Einfluß auf das staatliche Schulwesen nehmen und zur Sicherung des Führernachwuchses selbst zum Schulträger werden müsse, hatten der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Reichsjugendführer Baldur von Schirach bereits 1936 ein Konzept zur Gründung von Internatsschulen für Jungen zur NS-Elitebildung erarbeitet, das viele reformpädagogische Ansätze aus der Weimarer Zeit enthielt. Die Adolf-Hitler-Schulen sollten - neben den Nationalpolitischen Erzi ehungsanstalten und Ordensburgen - als Teil eines dreistufigen Systems von Internatsschulen auf Gauebene die Besten aus Jungvolk und Hitlerjugend zusammenfassen und in den Kommando- und Aufsichtsbereich der Reichsjugendführung eingeordnet sein. Auch die Erzieher der Adolf-Hitler-Schulen waren Angehörige des HJ-Führerkorps und trugen wesentlich mit dazu bei, daß jugendbewegte Stilelemente im Unterricht und der Erziehung deutlich erkennbar blieben und Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler beeinflußten.
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Die Tat als Bild: Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur Habbo Knoch Gebundene Ausgabe, Oktober 2001 Verkaufsrang: 234240 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Um es vorweg zu nehmen: Habbo Knochs Untersuchung setzt Maßstäbe. Die 1.100 Seiten starke Monografie des Historikers, die auf seiner Dissertation beruht und sich an das Fachpublikum richtet, besticht nicht nur durch ihre Materialfülle, sondern auch durch methodischen Einfallsreichtum und äußerste Präzision. An keiner Stelle verliert der Autor seine Fragestellung aus den Augen: Welche Rolle spielten Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur? Nicht nur die Kontroverse um die so genannte Wehrmachtsausstellung, die ja das Dilemma zwischen der Glaubwürdigkeit von Fotos als Beweismittel einerseits und der manipulativen Anfälligkeit der Bilder andererseits verdeutlichte, spricht für die Relevanz des Themas. Fotografien, so Knoch, "dienen als Beweise, symbolische Verdichtungen" des Geschehenen für diejenigen, die es nicht erlebt haben. Dass diese "Beweise" in der deutschen Erinnerungskultur in verschiedenen Phasen unterschiedlich eingesetzt wurden, arbeitet der Autor überzeugend heraus. Nach der schockartigen Sturzwelle unmittelbar nach Kriegsende, folgte eine Phase der Verdrängung. Seit 1955 bildete sich dann das "visuelle Inventar" der Erinnerung durch Bilder in verschiedenen Medien (Buchpublizistik, Ausstellungen, Schulbücher, Tages- und Wochenpresse, Illustrierte und Filme). Mittels Semiotik, quellenkritischer Methoden und ikonografischer Verfahren erschließt der Autor die unterschiedlichen Gebrauchsweisen. Beispiele wie die massive Einflussnahme der deutschen Regierung im Falle des Films Nacht und Nebel von Alain Resnairs, die 1956 dazu führte, dass der Streifen von der Nominierungsliste für die Filmfestspiele in Cannes gestrichen wurde, belegen die bekannte Tatsache, wie sehr Erinnerung doch politischen Konjukturen ausgesetzt ist. Mit dieser beeindruckenden Analyse, die mit einem umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis versehen und über verschiedene Register leicht zu erschließen ist, kann diese Forschungslücke als geschlossen gelten. --Dr. Manfred Schwarzmeier
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Architektur und Gedächtnis. Münchens und Nationalsozialismus Strategien des Verbrechens Gavriel D. Rosenfeld Gebundene Ausgabe, Juli 2004 Verkaufsrang: 171656 Wenig erforscht sind bisher die Auswirkungen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach 1945 auf die Stadtentwicklung und das Stadtbild Mnchens. In Auswertung bislang unbeachteten Archivmaterials beschreibt der Autor anschaulich die Planungen fr den Wiederaufbau Mnchens nach seiner Zerst÷rung, wobei er detailliert die Probleme eines historischen Wiederaufbaus der Stadt erl"utert. Ausfhrlich dokumentiert er die kontroversen Einstellungen der Stadtplaner zur NS-Architektur, bei denen sich rein "sthetische und ideologisch-historisch argumentierende Positionen unvers÷hnlich gegenberstehen. Rosenfeld legt in seiner wegweisenden Untersuchung dar, dass die Debatten zwischen den so genannten Traditionalisten, Modernisten, Postmodernisten und kritischen Denkmalpflegern aber auch zeigen, dass der Umgang mit dem Nationalsozialismus nicht von Verdr"ngung, sondern vielmehr von heftigen rivalisierenden Meinungsverschiedenheiten ber die Zukunft der Stadt gepr"gt waren. Gleichwohl zeichnete sich Mnchen durch einen konservativen Umgang mit seiner NS-Vergangenheit aus und dadurch, dass die Stadt bestrebt war, ihre historische Verantwortung fr das ¯Dritte Reich½ abzuschw"chen.
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Naturschutz und Nationalsozialismus Joachim Radkau, Frank Uekötter Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 236101 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Vom Reichsnaturschutzgesetz bis zur Landschaftsplanung in den »eroberten Ostgebieten« und dem Reichsautobahnbau, vom Antisemitismus in der Naturschutzbewegung bis zum Umgang mit der NS-Vergangenheit nach 1945 wird hier erstmals umfassend diskutiert, mit welchem Erbe sich der heutige Natur- und Umweltschutz auseinandersetzen muss. Beiträge u. a. von David Blackbourn, Hansjörg Küster und Bundesumweltminister Jürgen Trittin.
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Hitlers Deutschland. Das Leben unter der NS-Diktatur Matthew Hughes, Chris Mann Taschenbuch, Februar 2001 Verkaufsrang: 176311 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Hitlers Deutschland" bietet eine äußerst anschauliche Darstellung vom Aufstieg Adolf Hitlers und der nationalsozialistischen Bewegung vor dem Krieg sowie der NS-Diktatur und des Lebens in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Gestützt auf die persönlichen Erfahrungen einfacher deutscher Soldaten und Zivilisten wird hier das Leben unter dem NS-Regime von allen Seiten beleuchtet. Damit vermittelt dieses Buch einen einzigartigen Eindruck vom Leben in einer totalitären Gesellschaft, wie sich Organisationen wie die SS und die Gestapo auf das Leben der Menschen auswirkten und welchen Einfluss die NS-Herrschaft auf Wirtschaft, Kultur und die Rechte der Frauen hatte. Darüber hinaus wird untersucht, welche Einstellung einfache Deutsche zur Rassenpolitik der Nationalsozialisten hatten und inwieweit sie über den Holocaust Bescheid wussten oder daran beteiligt waren. In 280 Abbildungen wird die Atmosphäre in Hitlers Drittem Reich in einer Weise heraufbeschworen, wie es mit Worten allein wohl nicht möglich wäre.
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Das Dritte Reich: Das Dritte Reich. Band 1 - Aufstieg: Bd 1 Richard J. Evans Gebundene Ausgabe, März 2004 Verkaufsrang: 268705 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Nicht sonderlich gut 2 von 5 Punkten Richard J. Evans hat ein mit vielen Vorschusslorbeeren versehenes Buch über das Dritte Reich vorgelegt, welches den Anspruch erhebt, auf erzählende Weise eine Gesamtdarstellung des Nationalsozialismus zu liefern, wie sie Karl Dietrich Bracher mit seinem Standardwerk "Die deutsche Diktatur" (1969) oder William L. Shirer in seinem Werk "Aufstieg und Fall des Dritten Reiches" geliefert hat. Ich habe das Buch gelesen und war äußerst enttäuscht. Der Autor, Professor für Moderne Geschichte an der Universität Cambridge ist Spezialist für die deutsche Mentalitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa über die Frauenbewegung. Hauptziel des vorliegenden Buches und der geplanten zwei Folgebände sei, "möglichst viele wesentliche Aspekte der Geschichte des Dritten Reiches - nicht nur Politik, Diplomatie und Militärisches, sondern auch Gesellschaft, Wirtschaft, Bevölkerungspolitik, Antisemitismus, Polizei und Juytiz, Literatur, Kunst und Kultur - in einer Breite zu erfassen, die den früheren Ansätzen aus verschiedenen Gründen gefehlt hat, sie zu bündeln und zu zeigen, wie sie miteinander zusammenhängen." Zielgruppe, so der Autor, sei der interessierte Laie, nicht der Wissenschaftler, dem er in der "erzählenden Darstellung" - die er in ausdrücklichen Gegensatz zur analytischen, von Sozialwissenschaftlern entlehnten Methode stellt - diese Aspekte vermitteln wolle. Die Aufgabe, eine Mentalitätsgeschichte der Deutschen zwischen Bismarck und Hitler zu liefern und damit den Menschen in den Blickpunkt zu nehmen, ist dem Autor zwar gelungen. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte kommen in dieser Darstellung jedenfalls zu kurz. Plessners Verdikt von der "verspäteten Nation", bereits aus dem Jahre 1959 (Erstfassung 1935), die die kultur- und geistesgeschichtlichen Ursachen der deutschen Katastrophe, nämlich die Ungleichzeitigkeit der demokratischen Entwicklung untersucht, bleibt ausgespart. Der Gegensatz zwischen Aufklärung und Nationalsozialismus, bei Plessner hervorragend herausgearbeitet, kommt als geistesgeschichtliche Ursache des Nationalsozialismus nicht vor. Deutschland hatte - wie Heinrich August Winkler zu recht bemerkt - auch unter der Ungleichzeitigkeit der Demokratisierung zu leiden, da ein konstitutioneller Verfassungsstaat in Preußen aufgrund von Bismarcks Weigerung, die Macht des Kaisers zu beschneiden, im Gegensatz zu England nicht beschritten wurde. Andererseits verfügte Deutschland bereits auf nationaler Ebene seit 1871 über das allgemeine gleiche Wahlrecht. Zu kurz kommt mir auch das "antidemokratische Denken in der Weimarer Republik", welches Kurt Sontheimer so hervorragend herausgearbeitet hat. Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, wie sie etwa bei Heinz Höhne: "Gebt mir vier Jahre Zeit" eindrucksvoll herausgearbeitet werden, fehlen völlig. Charakteristisch ist die kursorische Behandlung der deutschen Revolution 1918/19. Es war doch gerade die "Krux" der Republik von Weimar, dass sich auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene die alten Eliten in Weimar haben durchsetzen können und mit dem sogenannten Ebert-Gröner-Pakt die "Kompromisssituation" geschaffen wurde (politische Demokratisierung aber keine Entmachtung der alten Eliten des Kaiserreiches), die - neben Versailles - zur Zerstörung der Republik beitrugen. Auch die Weimarer Kultur wird sehr einseitig betrachtet. "Die Weimarer Kultur war von Mord und Greueltat, Ausschweifung und Verbrechen geradezu besessen, zur Beunruhigung vieler Bürger." Dass in Weimar eine kulturelle Blüte entstand, die es zum Eldorado vieler Künstler machten (vgl. Jost Hermand/Frank Trommler: Die Kultur der Weimarer Republik), wird schlicht ausgeblendet. Es gibt noch weitere unbegreifliche Fehler in diesem Buch. So scheiterte die Weimarer Koalition sowohl an der Intransingenz von DVP und SPD, die nicht bereit waren, den sogenannten "Brüning-Kompromiss" in der Frage der Arbeitslosenversicherung zu akzeptieren und nicht nur an einer Seite (hier der DVP, wenn diese auch sicherlich die treibende Kraft war). Die berühmte Kölner Unterredung von Januar 1933 zwischen Papen und Schröder, die "Geburtsstunde des Dritten Reiches" und Papens Rolle zur Machterschleichung Hitlers wird schlicht ignoriert. Hier kommt noch etwas hinzu: eine kritische Analyse des Faschismus-Begriffes - seine Abgrenzung zum Nationalsozialismus - fehlt völlig. Nun muss man nicht Kühnls "Faschismustheorien" für der Wahrheit letzten Schluss in dieser Debatte halten und mag dessen Theorien kritisch gegenüberstehen. Dass es aber doch auffällig ist, dass überall in Europa gleichzeitig faschistische Bewegungen entstanden und gerade in rückständigen Ländern an die Macht kamen (vgl.: Wolfgang Wippermann: Europäischer Faschismus im Vergleich 1922-1982), darauf müsste doch ein Autor, der ein Standardwerk zum Dritten Reich auf dem neuesten Forschungsstand vorlegen möchte, eingehen. Die - lapidare - Äußerung aus dem Vorwort: "Neuere Historiker...haben erkannt, auf welche Schwierigkeiten es stößt, den italienischen Faschismus, den deutschen Nationalsozialismus und andere, ähnliche Bewegungen der äußersten Rechten in der Zwischenkriegszeit als SPiielarten eines einzelnen, allgemeien Phänomens des Faschismus aufzufassen, sobald man sich auf die soziale Basis oder auf die Weltanschauung dieser Bewegungen konzentriert" kann doch wohl nicht alles sein. Dem Buch fehlt es außerdem vollkommen an einer chronologischen Struktur, welches gerade die Zielgruppe, den interessierten Leser, völlig verwirren dürfte. Heinrich August Winkler hat in seiner - hervorragenden - Rezension im "Spiegel" 12/2004 völlig zu recht von einem "Stolperweg" gesprochen. Auch als Einführung hält das Buch - mit Ausnahme von interessanten Aspekten der Mentalitätsgeschichte, etwa der Analyse des Antisemitismus - nicht, was es verspricht. Als Standardwerk sollten weiterhin Bracher, Shirer, Frey und Herbst sowie Thamer: "Verführung und Gewalt" herangezogen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die folgenden Bände dem wissenschaftlichen Anspruch, den der Autor in seinem Vorwort aufstellt, besser gerecht werden. |
Sag nie, du gehst den letzten Weg. Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung Ingrid Strobl Broschiert, November 1989 Verkaufsrang: 153741
| Sprache im Faschismus Konrad Ehlich Taschenbuch, Januar 1989 Verkaufsrang: 129414
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Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten Reinhard Kühnl Broschiert, 1987 Verkaufsrang: 161261
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